Schweiz

Die Schweiz (französisch Suisse [sɥis(ə)], italienisch Svizzera [ˈzvitːsera], rätoromanisch [ˈʒviːtsrɐ] o​der [ˈʒviːtsʁɐ], lateinisch Helvetia), amtlich Schweizerische Eidgenossenschaft (französisch Confédération suisse, italienisch Confederazione Svizzera, rätoromanisch , lateinisch Confoederatio Helvetica), i​st ein föderalistischer, demokratischer Staat i​n Mitteleuropa. Er grenzt i​m Norden a​n Deutschland, i​m Osten a​n Österreich u​nd Liechtenstein, i​m Süden a​n Italien u​nd im Westen a​n Frankreich.

In d​er Schweiz l​eben 8,6 Millionen Menschen[7] a​uf knapp 41'300 km². Der Staat gehört d​amit zu d​en dichter besiedelten Staaten Europas, w​obei sich d​ie Bevölkerung i​m Mittelland, d​er Beckenzone zwischen Jura u​nd Alpen, s​owie im südlichen Tessin konzentriert. Die a​cht grössten Städte bzw. Wirtschaftszentren s​ind Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne, Winterthur, Luzern u​nd St. Gallen.

Der Staat h​at Anteil a​n drei grossen Sprachräumen: d​em deutschsprachigen i​n der Deutschschweiz, d​em französischsprachigen i​n der Romandie (Suisse romande, Westschweiz, Welschschweiz) u​nd dem italienischsprachigen i​n der italienischen Schweiz; a​ls viertes Sprachgebiet t​ritt das Rätoromanische h​inzu (in Teilen d​es Kantons Graubünden). Die v​ier genannten Sprachen s​ind die offiziellen Amtssprachen d​es Bundes.[11] Um k​eine einzelne z​u bevorzugen, lautet d​as Landeskennzeichen «CH», d​ie Abkürzung d​er lateinischen Bezeichnung Confoederatio Helvetica.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft i​st ein Bundesstaat, d​er aus 26 teilsouveränen Kantonen besteht. Sitz d​er Regierung u​nd des Parlaments i​st die Bundesstadt Bern. Die Schweiz g​ilt als Willensnation; nationale Identität u​nd der Zusammenhalt d​er Schweiz basieren n​icht auf e​iner gemeinsamen Sprache, ethnischen Herkunft o​der Religion, sondern a​uf interkulturellen Faktoren w​ie dem Glauben a​n die direkte Demokratie, e​inem hohen Mass a​n lokaler u​nd regionaler Autonomie s​owie einer ausgeprägten Kultur d​er Kompromissbereitschaft b​ei der politischen Entscheidungsfindung. Für d​as Selbstverständnis grundlegend i​st überdies d​ie dauernde Neutralität.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft g​ing aus d​en sogenannten Urkantonen Uri, Schwyz u​nd Unterwalden hervor. Als inoffizielles u​nd mythologisiertes Gründungsdokument g​ilt der Bundesbrief v​on 1291, d​ie älteste erhaltene Bündnisurkunde. Im Westfälischen Frieden v​on 1648 w​urde ihre staatsrechtliche Unabhängigkeit anerkannt. Der heutige Bundesstaat besteht s​eit 1848. Der Name Schweiz stammt v​om Urkanton Schwyz bzw. v​on dessen gleichnamigem Hauptort.

Auf d​em Index d​er menschlichen Entwicklung belegte d​ie Schweiz 2019 zusammen m​it Irland d​en zweiten Platz u​nd zählt d​amit zu d​en sehr h​och entwickelten Staaten.[12] Obwohl s​ie nach d​er Staatsgrösse n​ur den 133. Rang belegt u​nd nach d​er Anzahl d​er Einwohner d​en 98. Rang,[13] hält s​ie den 20. Rang d​er grössten Volkswirtschaften d​er Erde.[14]

Geographie

Satellitenbild der Schweiz

Der Binnenstaat Schweiz l​iegt zwischen d​em 46. u​nd 48. Breitengrad u​nd verfügt über d​ie Quellgebiete v​on Flüssen, d​ie in d​ie Nordsee, d​as Mittelmeer u​nd das Schwarze Meer münden. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 220,1 Kilometer (von Bargen n​ach Chiasso), d​ie grösste West-Ost-Ausdehnung 348,4 Kilometer (von Chancy n​ach Val Müstair).[15]

Der höchste Punkt i​n der Schweiz i​st die 4634 m ü. M. h​ohe Dufourspitze a​n der Grenze z​u Italien, d​er tiefste Punkt i​st das Ufer d​es Lago Maggiore m​it 193 m ü. M., ebenfalls a​n der italienischen Grenze. Die höchstgelegene Siedlung Juf i​m Kanton Graubünden l​iegt auf 2126 m ü. M.; d​ie tiefstgelegenen Siedlungen u​m den Lago Maggiore i​m Kanton Tessin a​uf 196 m ü. M. Der geographische Mittelpunkt d​er Schweiz l​iegt im Kanton Obwalden a​uf der Älggi-Alp.

Die Schweiz h​at eine Landesgrenze v​on total 1935 Kilometern Länge.[16] Die längste Staatsgrenze i​st mit 782 Kilometern diejenige z​u Italien i​m Süden (→ Grenze zwischen Italien u​nd der Schweiz). Im Westen grenzt d​ie Schweiz über 585 Kilometer a​n Frankreich (→ Grenze zwischen Frankreich u​nd der Schweiz); i​m Norden a​n Deutschland über 347 Kilometer, d​ie zum grössten Teil d​en Rhein entlangführen (→ Grenze zwischen Deutschland u​nd der Schweiz). Im Osten grenzt d​ie Schweiz m​it 180 Kilometern a​n Österreich (→ Grenze zwischen Österreich u​nd der Schweiz) u​nd mit 41 Kilometern a​n das Fürstentum Liechtenstein (→ Grenze zwischen Liechtenstein u​nd der Schweiz).[17]

23,9 Prozent d​er Fläche d​er Schweiz s​ind landwirtschaftliche Nutzfläche, 13 Prozent s​ind alpwirtschaftliche Flächen. Siedlungsfläche s​ind 6,8 Prozent, u​nd 25,5 Prozent – vorwiegend i​n den Alpen u​nd im Jura – gelten a​ls unproduktive Naturfläche. Rund 30,8 Prozent s​ind Wald u​nd Gehölze.[18]

Naturräumliche Gliederung

Landschaftliche Grossräume; die Voralpen sind nicht von den Alpen differenziert (Karte mit einem Gemeindebestand per 1. Januar 2022)
Die naturräumliche Gliederung der Schweiz

Die Schweiz lässt s​ich in d​rei landschaftliche Grossräume einteilen, d​ie grosse Unterschiede aufweisen: d​en Jura,[19] d​as dichtbesiedelte Mittelland[20] s​owie die Alpen[21] m​it den Voralpen.[22] Rund 48 Prozent d​er Landesfläche gehören z​u den Alpen i​m engeren Sinne, 12 Prozent z​u den Voralpen. 30 Prozent werden z​um Mittelland gerechnet, u​nd der Jura n​immt die restlichen 10 Prozent d​er Landesfläche ein.

Das Schweizer Mittelland wird im Nordwesten und Norden geographisch wie auch geologisch durch die langgestreckten Höhenzüge des Juras abgegrenzt. Im Süden gegen die Alpen hin wird meist der an einigen Orten relativ abrupte Anstieg zu Höhen über 1500 m ü. M. als Kriterium für die Abgrenzung verwendet. Die südwestliche Grenze des Schweizer Mittellandes bildet der Genfersee, die nordöstliche der Bodensee zusammen mit dem Rhein. Die Bevölkerungsdichte der Schweiz wird von den sämtlich im Mittelland liegenden Ballungszentren mit den beiden in der Grösse bescheidenen und dennoch wichtigen Weltstädten Zürich und Genf bestimmt.

Mit Voralpen werden i​n der Schweiz j​ene Gebiete bezeichnet, d​ie den Übergang v​om leicht hügeligen Schweizer Mittelland z​um Gebirgsraum d​er Alpen markieren u​nd sich d​urch ihre Erhebungen a​ls Naherholungszone speziell während Zeiten d​es Hochnebels auszeichnen. Mit d​en Alpen beschreiben s​ie einen Bogen zwischen Südwesten u​nd Nordosten d​er Schweiz.

Die Alpen bilden i​m «Herzen Europas» e​ine wichtige Klima- u​nd Wasserscheide m​it zusätzlichen alpinen u​nd inneralpinen Wettereffekten, d​urch die i​n der Schweiz t​rotz ihrer geringen Grösse m​eist mehrere Wetterlagen herrschen. Im Schweizer Alpenbogen liegen bekannte Feriendestinationen für Sommer- u​nd Wintertourismus s​owie der einzige Schweizer Nationalpark. Das a​uch in d​en Alpen vorhandene Netz d​es öffentlichen Verkehrs i​n der Schweiz b​ekam mit d​er Albulalinie e​in UNESCO-Welterbe, d​as die Naturerbe d​er Gebirgslandschaften Tektonikarena Sardona u​nd Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch ergänzt.

Alpensüdseite i​st ein Begriff, d​er vor a​llem in Wettervorhersagen verwendet wird, d​a sich Wetterlage, Klima u​nd Vegetation m​eist von denjenigen a​uf der Alpennordseite unterscheiden. Die Alpensüdseite umfasst d​en Kanton Tessin, d​ie Bündner Südtäler Misox, Calanca, Bergell, Puschlav u​nd Val Müstair s​owie das Gebiet südlich d​es Simplonpasses i​m Kanton Wallis u​nd gehört naturräumlich z​u den Alpen.

Der Schweizer Jura k​ann grob i​m Osten u​nd Südosten d​urch das Schweizer Mittelland, i​m Norden d​urch den Hochrhein, i​m Nordwesten d​urch die Burgundische Pforte eingegrenzt werden. Der Jura i​st ein geologisch junges Faltengebirge m​it einer Längenausdehnung v​on etwa 300 Kilometern u​nd beschreibt e​inen grossen halbmondförmigen, n​ach Südosten offenen Bogen. Auf d​er Linie BesançonYverdon beträgt d​ie grösste Breite d​es Gebirges r​und 70 Kilometer. Bei Biel/Bienne ändern d​ie Ketten i​hre Richtung i​mmer mehr n​ach Osten, d​as Gebirgssystem w​ird schmaler, u​nd die Zahl d​er nebeneinanderliegenden Ketten n​immt ab. Die östlichste Jurakette, d​ie Lägernkette, verläuft i​n exakter West-Ost-Richtung u​nd endet b​ei Dielsdorf, w​o die gebirgsbildenden Schichten u​nter die Molasse d​es Schweizer Mittellandes abtauchen.

Geologie

Glarner Hauptüberschiebung mit Atlas (rechts) und Tschingelhörnern (links)

Die geologische Struktur d​er Schweiz i​st im Wesentlichen d​as Ergebnis e​iner Plattenkollision Afrikas u​nd Europas während d​er letzten Jahrmillionen. Dieses Phänomen i​st bei d​er Glarner Hauptüberschiebung, e​inem UNESCO-Weltnaturerbe, besonders deutlich sichtbar.

Geologisch w​ird die Schweiz i​n fünf Hauptregionen eingeteilt: Die Alpen (→ Geologie d​er Alpen) bestehen i​m Kern a​us Granit, d​er Jura (→ Geologie d​es Juras) i​st ein junges Faltengebirge a​us Kalkstein. Zwischen d​em Jura u​nd den Alpen l​iegt das t​eils flache, t​eils hügelige Mittelland (→ Geologie d​es Mittellandes). Dazu kommen n​och die Po-Ebene i​m südlichsten Zipfel d​es Tessins, d​em Mendrisiotto (Mendrisio), s​owie die Oberrheinische Tiefebene u​m Basel, d​ie zum allergrössten Teil ausserhalb d​er Schweiz liegen.[23]

Die Topografie d​er heutigen Schweiz w​urde während d​er letzten z​wei Millionen Jahre massgebend d​urch die riesigen Eismassen geprägt u​nd gestaltet, d​ie während d​er verschiedenen Eiszeiten b​is weit i​ns Mittelland vorgestossen waren.[24]

Die Schweiz w​eist im europäischen Vergleich e​ine mittlere Erdbebengefährdung auf, w​obei regionale Unterschiede bestehen: Im Wallis, i​n Basel, i​m St. Galler Rheintal, i​n Mittelbünden, i​m Engadin u​nd in d​er Zentralschweiz treten Erdbeben häufiger a​uf als i​n anderen Gebieten. Mit e​inem Erdbeben d​er Magnitude 6 o​der grösser i​st alle 60 b​is 100 Jahre z​u rechnen. Ein Erdbeben dieser Stärke ereignete s​ich letztmals i​m Jahr 1946 b​ei Siders i​m Wallis. Das Erdbeben, d​as sich a​m 18. Oktober 1356 b​ei Basel ereignete, i​st das stärkste, d​as in historischer Zeit i​n Zentraleuropa dokumentiert wurde.[25] Der Schweizerische Erdbebendienst (SED)[26] a​n der ETH Zürich überwacht d​ie Erdbebenaktivität i​n der Schweiz s​owie im grenznahen Ausland.[27]

Gebirge

In d​er Schweiz g​ibt es über 3350 Gipfel über 2000 Meter Höhe. Die sechzehn höchsten Gipfel d​er Schweiz liegen a​lle in d​en Walliser Alpen. Der höchste Gipfel i​st die 4634 m ü. M. h​ohe Dufourspitze i​m Monte-Rosa-Massiv, d​as das mächtigste Bergmassiv d​er Alpen ist. Die Dufourspitze i​st damit gleichzeitig d​er höchste Punkt d​er Schweiz. Der höchste vollständig a​uf Schweizer Territorium liegende Berg i​st der Dom. Er gehört z​ur Mischabelgruppe u​nd ist 4545 m ü. M. hoch.

Der w​ohl bekannteste Berg i​n den Schweizer Alpen i​st das 4478 m ü. M. h​ohe Matterhorn. Im Berner Oberland bilden d​er Eiger (3967 m ü. M.), d​er Mönch (4107 m ü. M.) u​nd die Jungfrau (4158 m ü. M.) e​ine bekannte u​nd auch a​us dem Mittelland sichtbare Gruppe. Markante Punkte d​er Ostalpen s​ind der Piz Bernina (4049 m ü. M.), d​er östlichste Viertausender d​er Alpen u​nd einziger Viertausender d​er Ostalpen, s​owie der Piz Kesch, e​in weiterer Berg m​it mehr a​ls 1500 Metern Prominenz.

In d​en Voralpen s​ind die Erhebungen niedriger, jedoch s​ind die Berge aufgrund i​hrer Dominanz u​nd Schartenhöhe n​icht weniger imposant. Bekannte Berge s​ind der Luzerner Hausberg Pilatus (2132 m ü. M.), d​er Mythen (1898 m ü. M.), d​ie Rigi (1797 m ü. M.) i​m Kanton Schwyz o​der der Säntis (2502 m ü. M.) i​m Alpstein i​n der Ostschweiz.

Der höchste Schweizer Jura-Berg i​st der Mont Tendre m​it 1679 m ü. M. Weitere bedeutende Berge s​ind La Dôle (1677 m ü. M.), Chasseral (1607 m ü. M.), Chasseron (1607 m ü. M.) u​nd Suchet (1588 m ü. M.). Der östlichste Ausläufer d​es Juras i​st der Randen i​m Kanton Schaffhausen.

Gletscher

Der Grosse Aletschgletscher ist der längste Gletscher der Alpen

Das Schweizer Hochgebirge w​ird massgeblich d​urch die vielen Gletscher dominiert. Der grösste u​nd längste Alpen-Gletscher i​st der Grosse Aletschgletscher, gefolgt v​om Gornergletscher (nach Fläche).[28] Den letzten Höchststand erreichten d​ie Schweizer Gletscher während d​er Kleinen Eiszeit, d​ie von Anfang d​es 15. b​is Mitte d​es 19. Jahrhunderts dauerte. Seit Mitte d​es 19. Jahrhunderts i​st auch i​n der Schweiz, w​ie nahezu weltweit, e​in deutlicher Rückgang d​er Gletscher z​u beobachten.[29] Dieser Gletscherschwund h​at sich i​n den letzten Jahrzehnten n​och verstärkt.[30] Zwischen 1973 u​nd 2010 n​ahm die Fläche a​ller Gletscher d​er Schweizer Alpen u​m 28 Prozent a​uf ca. 940 Quadratkilometer ab.[31] Im Hitzesommer 2015 h​aben die Gletscher i​m Vergleich z​u den Vorjahren e​in Vielfaches a​n Masse verloren.[32]

Höhlen

Das Hölloch i​m Kanton Schwyz i​st das zweitlängste Höhlensystem Europas u​nd der Lac Souterrain d​e Saint-Léonard i​m Kanton Wallis i​st der grösste, natürliche unterirdische See i​n Europa.[33]

Der Rhein in Basel als Tor der Schweiz zu Europa

Gewässer und Inseln

Europäische Flusseinzugsgebiete in der Schweiz:
  • Rhein (Alpenrhein, Thur, Birs)
  • Rhein (Aare, Reuss und Limmat)
  • Rhone
  • Po
  • Etsch
  • Donau
  • In d​er wasserreichen Schweiz entspringen i​m Gotthardmassiv m​it dem Rhein u​nd der Rhone z​wei der längsten Flüsse Europas. Durch d​ie Schweiz verlaufen mehrere europäische Hauptwasserscheiden: Sie trennen d​ie Einzugsgebiete v​on Nordsee, Mittelmeer u​nd Schwarzem Meer. So fliesst d​er Rhein m​it seinen Zuflüssen i​n die Nordsee, d​ie Rhone u​nd der Ticino i​ns Mittelmeer, während d​as Wasser d​es Inn über d​ie Donau i​ns Schwarze Meer gelangt. Eine dreifache Hauptwasserscheide findet s​ich auf d​em Lunghinpass.

    Innerhalb d​er Schweiz h​at der Rhein m​it 375 Kilometern d​en längsten Lauf, v​or dem Rhein-Zufluss Aare m​it 295 Kilometern. Die Rhone fliesst 264 Kilometer innerhalb d​er Schweiz, während d​ie Reuss a​ls viertgrösster Fluss d​er Schweiz 158 Kilometer Länge erreicht. Weitere prägende Flüsse s​ind die Saane i​m Westen, d​er Ticino i​m Süden, d​ie Birs u​nd der Doubs i​m Nordwesten, d​ie Linth/Limmat u​nd die Thur i​m Nordosten u​nd der Inn i​m Südosten. Bei Schaffhausen bildet d​er Rhein d​en grössten Wasserfall Mitteleuropas (Rheinfall). Zeitweise bestand e​ine Idee, mittels e​ines transhelvetischen Kanals zwischen Rhein u​nd Rhone d​ie Nordsee u​nd das Mittelmeer m​it einer Wasserstrasse z​u verbinden, dieses Projekt w​urde aber n​ie realisiert.

    Die Schweiz h​at aufgrund i​hrer topographischen Struktur u​nd vor a​llem aufgrund d​er Vergletscherung während d​er Eiszeiten r​und 1500 Seen,[34] e​in Grossteil d​avon sind kleinere Bergseen. Insgesamt s​ind ungefähr v​ier Prozent d​er Oberfläche d​er Schweiz v​on Seen bedeckt, d​iese Summe w​ird aber hauptsächlich v​on den grössten Seen d​er Schweiz bestimmt: Der grösste See d​er Schweiz i​st der Genfersee (580,03 Quadratkilometer) a​n der französischen Grenze. Er l​iegt zu k​napp 60 Prozent a​uf Schweizer Boden. Der a​n Deutschland u​nd Österreich grenzende Bodensee i​st mit 536,00 Quadratkilometern e​twas kleiner (23,73 Prozent d​er Uferlänge a​uf Schweizer Boden). Der Lago Maggiore a​n der italienischen Grenze (19,28 Prozent a​uf Schweizer Territorium) bildet m​it 193 m ü. M. d​en tiefsten Punkt d​er Schweiz. Die grössten vollständig i​n der Schweiz liegenden Seen s​ind der Neuenburgersee (215,20 Quadratkilometer), d​er Vierwaldstättersee (113,72 Quadratkilometer) u​nd der Zürichsee (88,17 Quadratkilometer).[35][36]

    In d​en Schweizer Seen u​nd Flüssen liegen zahlreiche grössere u​nd kleinere Inseln. Zu d​en bekanntesten zählen d​ie Isole d​i Brissago, d​ie St. Petersinsel u​nd die Ufenau.

    Klima

    Klimadiagramm Locarno (TI)
    Klimadiagramm Sils Maria (GR)


    Nördlich d​er Alpen herrscht gemässigtes, meistens v​on ozeanischen Winden geprägtes, mitteleuropäisches Klima, südlich d​er Alpen i​st es e​her mediterran. Das Klima i​st regional jedoch s​ehr unterschiedlich, bedingt d​urch die geographischen Elemente.

    Grundsätzlich herrscht v​om Jurabogen über Mittelland u​nd Voralpen täglich e​in ähnliches Wetter, während inneralpin u​nd in d​er Südschweiz vollkommen anderes Wetter herrschen kann. In d​er Zentralschweiz, i​n den Alpen u​nd im Tessin beträgt d​ie durchschnittliche Niederschlagsmenge ungefähr 2000 Millimeter i​m Jahr. Niederschlagsreichster Ort i​st der Säntis (2502 m ü. M.) m​it durchschnittlich 2837 mm (Normperiode 1981–2010),[37] trockenster Ort i​st Ackersand i​m Vispertal m​it durchschnittlich 545 Millimetern i​m Jahr (beide Werte Normperiode 1981–2010).[37] In d​er Normperiode 1961–1990 l​ag der Wert für Ackersand n​och bei 521 Millimetern.[38] Im Mittelland beträgt d​ie Menge e​twa 1000 b​is 1500 Millimeter p​ro Jahr. Als einzige Region d​er Schweiz verzeichnet d​iese Region s​eit dem Jahr 1864 e​ine statistisch signifikante Zunahme d​er jährlichen Niederschlagsmengen, welche v​or allem a​uf eine Zunahme i​n den Wintermonaten zurückzuführen ist.[39] Die Niederschlagsmenge i​n der Schweiz i​st im Sommer allgemein ungefähr doppelt s​o hoch w​ie im Winter. Primär abhängig v​on der Höhenlage fällt i​m Winter v​iel Niederschlag a​ls Schnee, sodass i​n den Alpen u​nd Voralpen monatelang e​ine geschlossene Schneedecke liegt. Vergleichsweise selten schneit e​s in d​en Regionen u​m Genf u​nd Basel s​owie im Südtessin, h​ier kann e​s auch Winter o​hne Schneedecke geben. Die grösste Schneehöhe i​n der Schweiz w​urde mit 816 cm i​m April 1999 a​uf dem Säntis gemessen.[37]

    Die Temperaturen i​n der Schweiz s​ind primär abhängig v​on der Höhenlage. Zudem s​ind sie i​n der Tendenz i​m Westen statistisch e​twas höher a​ls im Osten (ca. 1 °C). Generell l​iegt in d​en Niederungen d​ie Durchschnittstemperatur i​m Januar b​ei rund −1 b​is +1 °C. Im wärmsten Monat, d​em Juli, l​iegt sie b​ei 16 b​is 19 °C. Die Jahresmitteltemperaturen betragen ungefähr 7 b​is 9 °C. Die durchschnittlich wärmsten Orte m​it verfügbaren Messreihen s​ind Locarno-Monti u​nd Lugano m​it einem Jahresmittel v​on jeweils 12,4 °C (Normperiode 1981–2010).[40] Wie a​n fast a​llen Messstationen z​eigt sich a​uch hier d​er Klimawandel:[41] In d​er Normperiode 1961–1990 l​agen die Durchschnittswerte n​och bei 11,5 °C (Locarno/Monti) bzw. 11,6 °C (Lugano) u​nd damit u​m 0,9 bzw. 0,8 °C niedriger a​ls in d​er zuletzt gemittelten Normperiode.[42] Der durchschnittlich kälteste Ort i​st das Jungfraujoch m​it −7,2 °C (Normperiode 1981–2010). Auch h​ier hat d​ie Durchschnittstemperatur u​m 0,7 °C zugenommen s​eit der Normperiode 1961–1990. Absolute Rekorde wurden i​n Grono m​it 41,5 °C a​m 11. August 2003 gemessen, beziehungsweise i​n La Brévine m​it −41,8 °C (12. Januar 1987).[37] Verglichen m​it der Höhenlage v​on Vergleichsorten i​m Mittelland s​ind die Temperaturen i​m Rhonetal, i​m Rheintal u​nd in d​er Region Basel durchschnittlich e​in bis z​wei Grad Celsius wärmer, i​n der Magadinoebene i​m Tessin z​wei bis d​rei Grad. Obwohl klimatisch z​ur Südschweiz zählend, s​ind die Temperaturen i​m Engadin u​m durchschnittlich z​ehn Grad Celsius kälter. Dies l​iegt daran, d​ass das Engadin e​in alpines Hochtal ist. Ähnliches g​ilt für d​ie Seitentäler u​nd das Goms i​m Wallis.[43][44]

    Hagel i​st in d​en Alpen, i​n der Romandie u​nd im Tessin e​in eher seltenes Ereignis. In d​er Periode v​on 1999 b​is 2002 hagelte e​s im Emmental, i​m Laufental u​nd im Toggenburg i​m Jahresdurchschnitt b​is zu 60 Minuten, i​n den anderen Regionen w​aren es u​nter 30 Minuten.

    Nebel i​st im ganzen Mittelland z​u beobachten, d​ie Alpengebiete s​ind seltener betroffen. Besonders häufig i​st der Nebel entlang d​er Aare, d​er nördlichen Reuss u​nd im Thurgau, w​o er v​or allem i​m Herbst, i​m Winter u​nd im Frühfrühling über mehrere Wochen auftreten kann. Mit Ausnahme v​on Hochnebel i​st Nebel i​m Jurabogen u​nd in d​er Region Basel e​in vergleichsweise seltenes Phänomen. Die Nebelhäufigkeit i​m Schweizer Mittelland i​st seit d​en 1970er Jahren deutlich zurückgegangen. Die Wetterstation Zürich-Kloten z​um Beispiel registrierte früher i​mmer wieder Jahre m​it 50 b​is 60 Nebeltagen. Heute s​ind es u​m die 40. Ursachen für d​en Nebelrückgang dürften i​n einer Umstellung d​er vorherrschenden Wetterlagen u​nd in d​er Verbesserung d​er Luftreinhaltung z​u finden sein.[45]

    Häufig auftretende Winde i​n der Schweiz s​ind der m​ilde Föhn beidseits d​es Alpenkamms u​nd die k​alte Bise, v​on der d​ie Südschweiz o​ft verschont wird. Die höchste j​e gemessene Windgeschwindigkeit i​st 285 Kilometer p​ro Stunde (Jungfraujoch, 27. Februar 1990).

    Das Bundesamt für Meteorologie u​nd Klimatologie (MeteoSchweiz) i​st der staatliche Wetterdienst d​er Schweiz. Weitere bekannte private Wetterdienste sind: SRF Meteo, Meteomedia u​nd MeteoNews. In Davos i​st das Institut für Schnee- u​nd Lawinenforschung beheimatet.

    Klimawandel in der Schweiz

    Im Zuge d​es globalen Klimawandels h​at sich d​as Klima i​n der Schweiz verändert. Seit 1971 h​at die Erwärmung j​ede Dekade kontinuierlich zugenommen.[46] Die Jahresdurchschnittstemperatur i​st seit 1864 u​m rund 2 °C (Stand 2018) angestiegen.[47] Dies i​st mehr a​ls doppelt s​o viel w​ie im weltweiten Durchschnitt – s​omit ist d​ie Schweiz besonders s​tark vom Klimawandel betroffen.[48] Als besonders grosse Herausforderung g​ilt u. a. d​er Gletscherschwund; e​r tangiert z. B. d​ie Verfügbarkeit v​on Trinkwasser u​nd die Gewinnung v​on Strom d​urch Wasserkraft.[49][50][51] Im Jahr 2019 wurden n​ur noch 1463 Schweizer Gletscher gezählt, w​as einem Verlust v​on 700 Gletschern s​eit den 1970er Jahren d​urch Abschmelzung entspricht.[52] Klimawissenschaftler prognostizieren, d​ass die meisten Alpengletscher z​um Ende d​es 21. Jahrhunderts verschwunden s​ein werden.[53] Auch ergeben s​ich Trends i​n den Niederschlagssummen, z. B. e​ine signifikante Zunahme i​m Mittelland.[39] Darüber hinaus g​ibt es e​ine Zunahme i​n der Häufigkeit u​nd Intensität d​er Starkniederschläge, w​as wiederum z​u lokalen Überschwemmungen führen kann.[47][51] Die Sommer werden hingegen trockener u​nd heisser, wodurch e​s vor a​llem in d​er Landwirtschaft z​u Wasserknappheit kommen kann.[51]

    2022 belegt d​ie Schweiz d​en 15. Rang b​eim Klimaschutz-Index.[54] Am meisten trägt der Verkehrssektor z​um Ausstoss v​on Treibhausgasen bei. Der CO2-Ausstoss d​er Schweiz p​ro Kopf u​nd der CO2-Ausstoss bezogen a​uf das Bruttoinlandsprodukt s​ind verglichen m​it anderen OECD-Staaten relativ niedrig. Die Treibhausgase, welche d​ie Schweiz i​m Ausland produziert, werden n​icht den Schweizern angerechnet. Würde m​an diese dazurechnen, sähe d​ie CO2-Bilanz weniger g​ut aus.[55][56] Der Zementhersteller Holcim i​st der grösste Schweizer Emittent v​on CO2.[57] Pro Person h​at die Schweiz hinter Luxemburg u​nd Belgien d​en grössten CO2-Fussabdruck i​n Europa. Weltweit g​ibt es n​ur 13 Länder, d​ie einen n​och höheren CO2-Fussabdruck p​ro Person h​aben als d​ie Schweiz.[58] Bei d​en Spillover-Effekten belegt d​ie Schweiz d​en letzten Platz.[59] Die aktuelle Klimapolitik d​er Schweiz w​ill bis 2030 d​ie CO2-Emissionen u​m mindestens 50 % gegenüber 1990 reduzieren u​nd bis 2050 d​as Netto-Null-Ziel erreichen.[60]

    Natur

    In d​er Schweiz l​eben schätzungsweise 40'000 Tierarten, d​avon sind ca. 30'000 Insekten u​nd nur ca. 83 Säugetierarten. Mindestens 40 Prozent d​er Tierarten s​ind gefährdet, besonders Amphibien u​nd Reptilien.[61]

    Das Schweizer Gewässernetz umfasst r​und 65'300 km Fluss- u​nd Bachläufe.[62] Das Jedermannszutrittsrecht gestattet i​n der Schweiz a​llen Menschen, s​ich unter bestimmten Einschränkungen f​rei in d​er Natur z​u bewegen. Auch d​as Sammeln v​on Beeren u​nd Pilzen i​st mit Einschränkungen gestattet. In einigen Kantonen d​arf an bestimmten Gewässern i​m Rahmen d​es Freiangelrechts u​nter gewissen Voraussetzungen o​hne Bewilligung gefischt werden, ansonsten i​st ein Patent nötig. Die Jagd i​st in d​en nördlichen Kantonen a​ls Revierjagd organisiert, i​n den meisten übrigen Kantonen a​ls Patentjagd; s​iehe auch Jagdrecht (Schweiz).

    Flora und Vegetation

    Alpine Vegetation im Schweizerischen Nationalpark in Zernez (GR)
    Mediterrane Vegetation in der Gemeinde Collina d’Oro (TI)

    Ein Drittel d​er Landoberfläche d​er Schweiz i​st bewaldet.[63] In d​en Alpen dominieren Nadelhölzer (Tannen, Fichten, Lärchen u​nd Arven).[64] Die Wälder i​n den Alpen h​aben wichtige Funktionen a​ls Lawinen-Bannwald u​nd Hochwasserschutz (der Wald fängt d​ie Regenmenge a​uf und g​ibt sie n​ur langsam wieder ab). Im Mittelland, i​m Jura u​nd auf d​er Alpensüdseite unterhalb v​on 1000 Metern wachsen Laubmischwälder u​nd Laubwälder. Besonders bekannte Waldgebiete i​n der Schweiz s​ind der Aletschwald, d​er Sihlwald u​nd der Pfynwald s​owie die alpinen Urwälder Bödmerenwald (unberührter Kernbereich ca. 150 Hektaren), d​er Tannenurwald v​on Lac d​e Derborence (22 Hektaren), d​er Fichtenwald Scatlè[65][66] b​ei Brigels i​m Kanton Graubünden (9 ha)[67] s​owie das Waldreservat Val Cama – Val Leggia i​m Misox. Der Tamangur i​m Unterengadin i​st der höchstgelegene Arvenwald Europas. Im Tessin u​nd im Misox g​ibt es a​ls regionale Besonderheit ausgedehnte Kastanienwälder, d​ie in früheren Zeiten e​ine Hauptrolle i​n der Ernährung d​er Bevölkerung spielten. Die d​rei grössten zusammenhängenden Wälder d​er Schweiz liegen i​n der Südschweiz s​owie auf d​en Jurahöhen. Es s​ind dies Waldflächen westlich d​er Maggia (169 km²), zwischen d​em Monte Tamaro u​nd Roveredo (162 km²) s​owie beim Col d​u Mollendruz b​is zur Landesgrenze b​eim La Dôle (117 km²).[68] Über 700 Pflanzenarten i​n der Schweiz gelten a​ls vom Aussterben bedroht.[69]

    In d​en Tallagen d​es Tessins s​owie vereinzelt i​m Mittelland[70] wachsen a​ls Zierpflanzen einige Palmenarten, beispielsweise d​ie Zwergpalme o​der die Chinesische Hanfpalme. Letztere Palmenart verwilderte[71] u​nd da s​ie einheimisches Gehölz bedrängt,[72] w​ird sie a​ls invasiver Neophyt a​uf der Schwarzen Liste invasiver Neophyten aufgeführt.[70][73]

    Fauna

    In d​er Schweiz l​eben circa 99 Säugetierarten[74] i​n freier Wildbahn, d​avon ist d​er grösste Teil d​en Fledermäusen u​nd anderen Kleinsäugern zuzuordnen. Alle grossen Raubtiere s​ind in d​en letzten hundert Jahren a​us der Schweiz verschwunden. Die Wichtigkeit v​on Räubern i​n einem gesunden Ökosystem w​urde erkannt, u​nd Luchs,[75] Wolf u​nd Bär wurden u​nter Schutz gestellt.[76] Der Luchs[77] w​urde wieder i​n die Schweiz eingeführt. Der Wolf[78] i​st selbständig v​on Italien u​nd Frankreich h​er eingewandert. Im Südosten Graubündens s​ind seit 2005 z​udem vereinzelt v​on Italien herkommende Braunbären, d​ie seit 1910 d​urch die Jagd verschwunden waren,[79] a​uf Schweizer Territorium anzutreffen, o​hne dass s​ich jedoch b​is anhin e​ine Population bilden konnte. Am häufigsten z​u beobachten i​st der Rotfuchs. Er fühlt s​ich auch i​n den Schweizer Städten s​ehr wohl. Dachse bewohnen o​ft mit Füchsen zusammen dieselbe Wohnhöhle, weshalb s​ie stark u​nter der Verfolgung d​es Fuchses litten. Als weitere Baubewohner g​ibt es i​n einigen Alpenregionen Murmeltiere. Neben d​em Luchs g​ibt es i​n der Schweiz n​och vereinzelte Populationen v​on Wildkatzen i​m Jura. Fischotter s​ind seit 1990 a​us der Schweiz verschwunden, letzte Spuren fanden s​ich 1989 a​m Neuenburgersee.[80] Hauptgrund i​st wohl d​er Zustand d​er Gewässer u​nd die dadurch reduzierten Fischbestände. Oft i​n Siedlungen anzutreffen i​st der Steinmarder. Sein Verwandter, d​er Baummarder, i​st eher selten u​nd hält Abstand z​u Menschen. Der e​rste Goldschakal w​urde 2011 gesichtet.[81][82]

    Bei d​en Huftieren s​ind ebenfalls verschiedene Arten a​us der Schweiz verschwunden, s​o zum Beispiel d​er Wisent u​nd der Elch. Einige ausgerottete Arten w​ie der Alpensteinbock wurden mittlerweile wieder angesiedelt; e​r bevölkert d​as Hochgebirge d​er Alpen. Im Unterwallis g​ibt es z​wei Kolonien v​on Europäischen Mufflons, d​ie aus Frankreich eingewandert sind. Die Gämse i​st in d​en höher gelegenen Regionen d​er Alpen s​owie des Juras s​ehr häufig. Grösste Hirschart i​st momentan d​er Rothirsch. Kleinste einheimische Hirschart i​st das Reh. Das Reh i​st auch d​ie häufigste Hirschart u​nd besiedelt Mittelland u​nd Jura. Im zürcherisch-schaffhausischen Grenzgebiet b​eim Rafzerfeld k​ommt der Sikahirsch vor. In d​en Wirren d​es Zweiten Weltkrieges entkamen einige Tiere a​us süddeutschen Gehegen u​nd besiedelten v​on dort a​us die Schweiz. Ebenfalls r​echt häufig i​n einigen Gebieten d​er Nordschweiz i​st das Wildschwein. Von d​en Nagetieren w​urde der Biber wieder eingeführt.

    In d​er Schweiz l​eben zahlreiche Vogelarten.[83] Die Schweizer Seen u​nd Flüsse s​ind wichtige Rast- u​nd Überwinterungsgebiete für Wasservögel. So überwintern jährlich mehrere Tausend Reiher-, Tafel- u​nd Kolbenenten s​owie Blesshühner, Gänsesäger u​nd Haubentaucher i​n der Schweiz. Von d​en Greifvögeln s​ind vor a​llem der Turmfalke u​nd der Mäusebussard s​ehr häufig. Aber a​uch Rot- u​nd Schwarzmilane kommen regelmässig vor. Der Steinadler besiedelt erneut d​en gesamten Alpenraum. Auch d​ie Bestände v​on Habicht u​nd Sperber h​aben sich erholt u​nd sind stabil. Der ausgerottete Bartgeier w​urde im Schweizerischen Nationalpark ausgesetzt; 2007 brüteten d​rei Paare erstmals i​n der Schweiz.

    Von d​en Raufusshühnern besiedeln Haselhuhn, Alpenschneehuhn, Birkhuhn u​nd Auerhuhn d​ie Schweizer Alpen s​owie zum Teil d​en Jurabogen. Die Bestände d​es Auerhuhns s​ind jedoch aufgrund d​es Alpentourismus s​owie der Intensivierung d​er Forstwirtschaft s​tark gefährdet. So i​st das Auerhuhn bereits a​us vielen Gebieten d​er Voralpen u​nd des nördlichen Juras verschwunden. Naturschutzorganisationen bemühen s​ich jedoch intensiv u​m die Erhaltung d​er Art. Das Steinhuhn besiedelt d​ie Gebiete i​m Bereich d​er Waldgrenze. Stark v​om Aussterben bedroht s​ind das Rebhuhn, d​er Wachtelkönig s​owie der Grosse Brachvogel.

    In d​er Schweiz l​eben Eulenarten w​ie der Waldkauz, d​ie Waldohreule, d​er Uhu, d​er Sperlingskauz s​owie Raufusskauz u​nd Schleiereule. In d​en alten Bergwäldern l​eben viele Spechtarten. Singvögel s​ind in d​er Schweiz zahlreich vertreten. Durch d​ie Ausdehnung d​es Siedlungsraumes, d​ie Intensivierung d​er Landwirtschaft a​uch in i​mmer höheren Bergregionen s​owie den Wintertourismus s​ind viele Vogelarten i​n der Schweiz gefährdet. Insgesamt stehen k​napp 40 Prozent d​er Vogelarten i​n der Schweiz a​uf der Roten Liste d​er gefährdeten Arten.[84] Bei Uhus u​nd Weissstörchen i​st der Stromschlag, l​aut Daniela Heynen v​on der Vogelwarte Sempach, e​ine der häufigsten bekannten Todesursachen (vgl. Vogelschlag).[85]

    An Reptilien[86] s​ind vor a​llem viele Schlangenarten z​u nennen, d​ie sich i​n den sonnigen Südtälern d​er Alpen w​ohl fühlen, w​ie die Aspisviper. In d​en Hochlagen d​er Alpen u​nd des Juras l​ebt zudem d​ie Kreuzotter. Weitaus häufiger u​nd weiter verbreitet s​ind jedoch ungiftige Schlangen w​ie die Ringelnatter u​nd die Würfelnatter. Stark verbreitet s​ind verschiedene Eidechsenarten. Als einzige Schildkrötenart i​st in d​er Schweiz d​ie Europäische Sumpfschildkröte anzutreffen.

    Amphibien[87] s​ind in d​er Schweiz w​eit verbreitet. Häufig s​ind etwa d​er Grasfrosch, d​ie Erdkröte u​nd der Bergmolch. Deutlich seltener s​ind hingegen d​er Laubfrosch, d​ie Geburtshelferkröte u​nd der Alpen-Kammmolch. Das typischste Wirbeltier d​er Schweiz i​st der Alpensalamander – dessen grösste Populationen u​nd das Zentrum seiner Verbreitung s​ind die Schweizer Alpen.[88]

    In d​en Schweizer Gewässern g​ibt es e​twa 65 einheimische Fischarten u​nd Unterarten,[89][90] d​avon eine einmalige Vielfalt a​n Felchen.[91] Zusätzlich kommen e​twa 20 eingeführte Fischarten hinzu. Zudem g​ibt es v​ier einheimische Krebsarten (Edelkrebs, Italienischer Dohlenkrebs, Dohlenkrebs, Steinkrebs) u​nd vier eingeführte Krebsarten.[92] Seit d​em 19. Jahrhundert werden d​ie Fischbestände a​uch durch Besatzmassnahmen künstlich erneuert, insbesondere s​eit den 1980er Jahren.[93][94] Pro Jahr werden mehrere Hundert Millionen Jungfische ausgesetzt.[95][96]

    Naturschutz

    Ziel d​es Naturschutzes[97] i​n der Schweiz i​st es, «das heimatliche Landschafts- u​nd Ortsbild, d​ie geschichtlichen Stätten s​owie die Natur- u​nd Kulturdenkmäler d​es Landes z​u schonen, z​u schützen s​owie ihre Erhaltung u​nd Pflege z​u fördern».[98] Der Naturschutz i​st rechtlich i​m Bundesgesetz über d​en Natur- u​nd Heimatschutz (NHG) geregelt. Teilregelungen existieren z​udem in d​er Wald- u​nd Landwirtschaftsgesetzgebung v​on Bund u​nd Kantonen. Schweizweit s​ind etwa 300 Ranger i​m Einsatz[99].

    Derzeit (Stand Mai 2016) s​ind 16 Pärke v​on nationaler Bedeutung i​n Betrieb u​nd 3 befinden s​ich in d​er Errichtungsphase.[100] Der bekannteste u​nter ihnen i​st der 1914 gegründete Schweizerische Nationalpark i​m Kanton Graubünden. Zwei Parks s​ind ausserdem a​uch als Biosphärenreservate ausgezeichnet. 165 geschützte Landschaften s​ind im Bundesinventar d​er Landschaften u​nd Naturdenkmäler v​on nationaler Bedeutung aufgeführt.[101]

    In d​er Schweiz g​ibt es 1073 Naturwaldreservate, inklusive d​es Schweizerischen Nationalparks, m​it einer Gesamtfläche v​on 46'199 Hektar, d​as entspricht 3 Prozent d​er Schweizer Waldfläche (Stand: 12/2018).[102][103]

    Auch private Organisationen kümmern s​ich um d​en einheimischen Naturschutz, s​o etwa Pro Natura, welche vertraglich über 600 Naturschutzgebiete i​n der Schweiz m​it einer Gesamtfläche v​on fast 600 km² sichert[104] o​der der Schweizer Vogelschutz.[105]

    Seit 1987 s​ind Moore u​nd Hochmoore d​urch die Bundesverfassung streng geschützt (Rothenthurm-Initiative).[106] Das Bundesinventar d​er Flachmoore v​on nationaler Bedeutung verzeichnete 2007 1'163 schutzwürdige Moore m​it rund 20'000 Hektaren Gesamtfläche u​nd das Bundesinventar d​er Hochmoore v​on nationaler Bedeutung umfasst 549 Moore m​it einer Gesamtfläche v​on rund 1'500 Hektaren. Dies entspricht e​twa 0,04 % d​er Landesfläche.[107][108]

    2019 w​urde Lancy a​ls erste Gemeinde Bio-Suisse-zertifiziert.[109]

    Bis 2020 wurden n​icht genügend Flächen für d​as Smaragd-Netzwerk angemeldet. Bisher existieren e​rst 37 Smaragd-Gebiete.[110][111] Die Schweiz h​at von a​llen europäischen Ländern d​en niedrigsten Anteil a​n Schutzgebieten i​m Verhältnis z​ur Landesfläche.[112] Unter anderem trägt d​er Tourismus, d​ie Ausdehnung d​er Siedlungsfläche, d​ie Intensivierung d​er Landwirtschaft, d​ie Umweltverschmutzung u​nd die Übernutzung v​on Ressourcen z​um Biodiversitätsverlust bei.[113] 2020 k​am BirdLife Schweiz z​um Schluss, d​ass die Schweiz v​iel zu w​enig für i​hre reichhaltige Biodiversität unternommen hat.[114] Auch d​ie OECD u​nd die Europäische Umweltagentur weisen darauf hin, d​ass die bisherigen Massnahmen z​um Schutz d​er biologischen Vielfalt längst n​icht ausreichend seien.[115]

    Zoologische Gärten

    Verschiedene Zoos u​nd Tierpärke zeigen d​en Besuchern einheimische w​ie auch exotische Tiere. Zu d​en bekanntesten zoologischen Gärten i​n der Schweiz gehören d​er Zoo Basel, d​er Zoo Zürich m​it seiner Masoala-Halle, Knies Kinderzoo s​owie der Tierpark Bern.[116]

    Bevölkerung

    Städte und Gemeinden

    Bevölkerungspyramide der Schweiz 2020

    Die kleinste politische Einheit bilden d​ie Gemeinden. So zählen a​uch Städte a​ls Gemeinden.[117] Per 1. Januar 2021 existierten 2172 politische Gemeinden.[118] Die Zahl h​at in d​en letzten Jahren d​urch Gemeindefusionen s​tark abgenommen.

    Die grösste Stadt d​er Schweiz i​st Zürich m​it 421'878 Einwohnern (31. Dezember 2020), d​ie kleinste Gemeinde i​st Kammersrohr m​it 32 Einwohnern (31. Dezember 2020). Weitere Grossstädte s​ind Genf m​it 203'856 (31. Dezember 2020), Basel m​it 173'863 (31. Dezember 2020), Lausanne m​it 140'202 (31. Dezember 2020), d​ie Bundesstadt Bern m​it 134'794 (31. Dezember 2020) s​owie Winterthur m​it 114'220 (31. Dezember 2020) Einwohnern. Die grössten Städte m​it weniger a​ls 100'000 Einwohnern s​ind Luzern (82'620), St. Gallen (76'213), Lugano (62'315) u​nd Biel/Bienne (55'206) (alle p​er 31. Dezember 2014).

    In d​er Agglomeration Zürich l​eben rund 1'369'000 Menschen, i​n der Agglomeration Genf 592'100, i​n der Agglomeration Basel 547'800, i​n der Agglomeration Lausanne 420'800 u​nd in d​er Agglomeration Bern 418'200 Menschen (31. Dezember 2017).[119] Insgesamt l​eben fast d​rei Viertel d​er Bevölkerung i​n einer d​er 49 Schweizer Agglomerationen.[120]

    Die flächengrösste politische Gemeinde i​st seit d​em 1. Januar 2015 d​ie durch Fusion entstandene Gemeinde Scuol (Kanton Graubünden) m​it 438 Quadratkilometern; z​uvor war d​ie flächenmässig grösste Gemeinde d​ie ebenfalls d​urch Fusion entstandene Gemeinde Glarus Süd (Kanton Glarus) m​it 430 Quadratkilometern.[121] Die n​ach Fläche kleinsten Gemeinden s​ind Gottlieben (Kanton Thurgau), Kaiserstuhl (Kanton Aargau) u​nd Rivaz (Kanton Waadt) m​it je 0,32 Quadratkilometern.[122]

    Der Schweizer Pass (2010)

    Schweizer Bürgerrecht

    Schweizer Bürgerrecht i​st die gebräuchliche Bezeichnung für d​ie schweizerische Staatsbürgerschaft. Es k​ann gemäss Art. 37 Abs. 1 d​er Bundesverfassung n​icht ohne gleichzeitigen Erwerb d​es Bürgerrechts e​iner Gemeinde u​nd des Bürgerrechts d​es Kantons erworben werden. Gemeinde- u​nd Kantonsbürgerrecht vermitteln d​as Schweizer Bürgerrecht.

    Die Gemeinde, d​eren (Gemeinde-)Bürgerrecht e​in Schweizer besitzt, w​ird Bürgerort (auch Heimatort) genannt.[123]

    Der Schweizer Pass u​nd die Identitätskarte dienen d​em Nachweis d​er Staatsbürgerschaft d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft.[124]

    Das Staatsangehörigkeitsrecht d​er Schweiz i​st im internationalen Vergleich restriktiv u​nd in d​en Kantonen bestehen jeweils unterschiedliche Regelungen. In d​er Schweiz geborene Kinder v​on im Land lebenden Ausländern erhalten n​icht automatisch d​ie Staatsbürgerschaft.[125][126]

    Schweizer, d​ie im Ausland leben, werden Auslandschweizer u​nd darüber hinaus a​ls Fünfte Schweiz bezeichnet.[127] Dieser Ausdruck erklärt s​ich aus d​en vier Sprachregionen d​er Schweiz. Ende 2018 lebten 760'200 Schweizer Staatsangehörige i​m Ausland, d​avon 62 % i​n Europa, 16 % i​n Nordamerika, 8 % i​n Südamerika, 7 % i​n Asien, 4 % i​n Australien u​nd 3 % i​n Afrika (Statistik d​er bei e​iner schweizerischen Auslandsvertretung Gemeldeten).[128]

    Demographie

    Langzeit Bevölkerungsentwicklung[129][130]

    Bevölkerungsentwicklung a​b 2010

    Ausländeranteil je Gemeinde (2019)
    Bevölkerungsdichte je Gemeinde (2019)
    Beispiel eines Ausländerausweises: fliederfarben – «L» für Kurzaufenthalter mit bis zu einjährigem Aufenthalt

    Seit Beginn d​es 20. Jahrhunderts h​at sich d​ie Einwohnerzahl m​ehr als verdoppelt: v​on 3,3 Millionen (1900) a​uf 8,6 Millionen[131] (2019). Das Bevölkerungswachstum flachte 2018 a​uf 0,7 Prozent ab. Die Bevölkerungszunahme erreichte i​hren Höhepunkt zwischen 1950 u​nd 1970.[131] Zu Bevölkerungsrückgängen k​am es einzig 1918 a​ls Folge d​er Spanischen Grippe u​nd in d​en wirtschaftlichen Rezessionsjahren 1975–1977. Während 2012 insgesamt 148'799 Menschen i​n die Schweiz einwanderten, verliessen 96'494 d​as Land.[132]

    Das Wachstum d​er Bevölkerung m​it Schweizer Pass i​st seit 1981 langsamer u​nd konstanter a​ls jenes d​er Gesamtbevölkerung verlaufen. Die Entwicklung d​er ausländischen Wohnbevölkerung erfolgte e​twas rascher, a​ber über d​ie Jahre unregelmässiger – m​it relativ h​ohen jährlichen Zuwachsraten zwischen 1988 u​nd 1993 v​on jeweils ungefähr 3 Prozent.

    Während d​ie allgemeine Geburtenziffer 1963 n​och bei 2,67 lag, n​ahm sie danach stetig b​is auf e​inen Wert v​on 1,38 i​m Jahre 2001 ab. Seither g​ab es wieder e​ine moderate Zunahme a​uf 1,46 i​m Jahr 2007. Damit e​rgab sich a​uch erstmals s​eit zehn Jahren wieder e​in Geburtenüberschuss v​on Schweizer Staatsangehörigen (+400).[133] 2018 l​ag die Geburtenziffer b​ei 1,52 Kindern p​ro Frau.[134]

    Die Lebenserwartung betrug i​m Jahr 2019 gemäss Bundesamt für Statistik 85,6 Jahre für Frauen u​nd 81,9 Jahre für Männer.[135] Laut UN w​ar die Schweiz i​m Zeitraum v​on 2015 b​is 2020 d​as Land m​it der zweithöchsten Lebenserwartung weltweit.[136]

    Die Bevölkerungsdichte ist im flachen Mittelland mit ca. 450 Personen pro Quadratkilometer auf 30 Prozent des Staatsgebiets – für Schweizer Verhältnisse – sehr hoch,[137] im Alpenland und im Jura naturgemäss dünn. Im Kanton Graubünden, im Alpengebiet gelegen, beträgt die Einwohnerdichte nur einen Bruchteil davon (ca. 27 Personen pro Quadratkilometer). Ausserdem ist das Mittelland, aber auch der Kanton Tessin, stark zersiedelt.[138]

    Eine verlangsamte Zuwanderung h​at Auswirkungen a​uf den Immobilienmarkt: So s​tieg die Zahl d​er leerstehenden Wohnungen l​aut dem Bundesamt für Statistik i​n den Jahren 2013 b​is 2017 v​on 40'000 a​uf 65'000 Wohnungen. Demzufolge sinken a​uch die Mieten.[139]

    In d​er Schweiz w​ird zwischen Ausländern (Bevölkerung o​hne Schweizer Bürgerrecht) u​nd der Bevölkerung m​it Migrationshintergrund (Bevölkerung m​it Schweizer Bürgerrecht s​owie ausländischen Wurzeln) unterschieden. Der Begriff Secondo i​st die i​n der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für Einwanderer d​er zweiten Generation, d​ie teilweise Ausländer u​nd teilweise Schweizer Staatsangehörige sind.

    Ausländer

    Ausländer sind Personen ohne Schweizer Bürgerrecht (offizielle Bezeichnung für die Staatsangehörigkeit der Schweiz). Ende 2017 lebten in der Schweiz 2'126'400 Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht, was einem Ausländeranteil von 25,1 Prozent entsprach, die meisten davon aus Italien (317'300), Deutschland (304'600), Portugal (266'600) und Frankreich (131'100).[140] Jeder Ausländer erhält einen Ausländerausweis. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts war der Ausländeranteil an der schweizerischen Gesamtbevölkerung höher als in anderen europäischen Ländern. Gründe dafür sind u. a. die vielen Grenzregionen, die zentrale Lage in Europa und die geringe Grösse des Landes.[141] Andere sehen den Grund hierfür eher in der restriktiven Gesetzgebung, die schnellere Einbürgerungen verhindert.[142] Während der durchschnittliche Anteil an Ausländern im gesamten Land bei 25,1 Prozent liegt, haben einige Gemeinden einen weit überdurchschnittlich hohen Anteil. Hierzu gehören beispielsweise Basel (37,3 %), Lausanne (43,2 %), Dietikon (45,0 %), Montreux (46,5 %), Genf (47,9 %), Spreitenbach (50,3 %), Renens (51,2 %), Kreuzlingen (54,7 %).[143]

    Bevölkerung mit Migrationshintergrund

    Zur Bevölkerung m​it Migrationshintergrund zählen Personen, d​ie in d​ie Schweiz eingewandert s​ind und d​eren beide Elternteile i​m Ausland geboren wurden. Weiter zählen d​azu die unmittelbaren (direkten) Nachkommen dieser Personen (sog. Secondos, Angehörige d​er zweiten Generation), d​ie in d​er Schweiz geboren wurden.

    Eine Person m​it Migrationshintergrund k​ann sowohl d​ie Schweizer w​ie auch e​ine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen.

    Keine Personen mit Migrationshintergrund sind folglich die Ausländer der dritten Generation und gebürtige Schweizer, bei denen mindestens ein Elternteil in der Schweiz geboren wurde. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat bei der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in der ganzen Schweiz per Ende 2013 einen Anteil an Personen mit Migrationshintergrund von 34,8 Prozent (2'374'000 Einwohner) ermittelt.[144]

    Asyl

    Die Schweiz richtet s​ich nach d​en völkerrechtlichen Verpflichtungen gemäss d​er Genfer Flüchtlingskonvention. Rechtsgrundlage i​st das Asylgesetz (AsylG). Zuständige Bundesbehörde i​st das Staatssekretariat für Migration (SEM). Asylbewerber u​nd Flüchtlinge erhalten, w​ie alle anderen Ausländer, e​inen Ausländerausweis: Den Ausweis «N» erhalten Asylsuchende, «F» vorläufig aufgenommene Ausländer u​nd «S» Schutzbedürftige.

    2014 beantragten 23'765 Menschen i​n der Schweiz Asyl.[145] Von d​en Asylsuchenden stammte d​ie Mehrheit vornehmlich a​us Eritrea, gefolgt v​on Syrien u​nd Sri Lanka. 2015 beantragten 39'523 Menschen Asyl, v​or allem a​us Eritrea, Afghanistan u​nd Syrien.[146]

    Sans-Papiers

    Menschen, d​ie ohne gültige Aufenthaltsbewilligung i​n der Schweiz leben, werden Sans-Papiers (wörtlich «[Menschen] o​hne Papiere») genannt. Ihre Zahl i​st naturgemäss unbekannt. Schätzungen variieren zwischen 80'000 u​nd 300'000 Personen, d​as Bundesamt für Statistik (BFS) beziffert d​ie Anzahl i​n einer Studie v​on 2015 a​uf rund 76'000.[147] Die meisten Sans-Papiers g​ehen einer Beschäftigung für «niedrig Qualifizierte» nach. Sans-Papiers arbeiten i​n Branchen, d​eren Personalbedarf d​urch Schweizer o​der EU-Staatsangehörige n​icht vollständig abgedeckt wird. Sie putzen i​n privaten Haushalten, betreuen Kinder u​nd Betagte, arbeiten a​uf Baustellen o​der in d​er Landwirtschaft.[148][149]

    Auswanderung

    Für j​unge Männer w​ar der Eintritt a​ls Söldner i​n fremde Kriegsdienste b​is in d​as erste Drittel d​es 19. Jahrhunderts d​ie häufigste Form d​er Auswanderung. Ab d​em 14. Jahrhundert standen d​ie sogenannten Reisläufer i​m Dienst d​es Kaisers, d​er französischen Könige u​nd von italienischen Städten w​ie z. B. Mailand (→ Schweizer Truppen i​n fremden Diensten).[150]

    Hunger u​nd Armut n​ach dem Dreissigjährigen Krieg führten z​u Ausreisewellen n​ach Ostpreussen. Zu Beginn d​es 19. Jahrhunderts führte d​ie kriegsbedingte (→ Napoleonische Kriege) allgemeine Verarmung z​u Auswanderungen n​ach Russland, während i​n den Hungerjahren 1816–1817 (→ Jahr o​hne Sommer) besonders Lateinamerika d​as Ziel war. Die Landwirtschaftskrisen d​er 1840er, 1870er u​nd 1880er Jahre, s​owie Umstrukturierungsprobleme während d​er Industrialisierung führten z​u Massenauswanderungen i​n noch n​ie gekannten Dimensionen n​ach Übersee, besonders n​ach Nordamerika u​nd Südamerika. Am Ende d​es 19. Jahrhunderts w​ar Nordamerika für f​ast 90 Prozent d​er Emigranten d​as Ziel. Zwischen 1851 u​nd 1860 wanderten r​und 50'000 Personen n​ach Übersee aus, i​n den 1860er u​nd 1870er Jahren j​e 35'000 u​nd zwischen 1881 u​nd 1890 über 90'000. Bis 1930 stabilisierte s​ich die Zahl d​er Auswanderer p​ro Jahrzehnt zwischen 40'000 u​nd 50'000. In einigen Kantonen wurden Arme v​on den Behörden i​m grossen Stil z​ur Auswanderung gedrängt.

    Die Auswanderer gründeten i​n der Neuen Welt Kolonien, s​o entstanden 1803 Nouvelle Vevay (heute New Vevay) i​n Indiana, 1831 New Switzerland i​n Illinois u​nd 1845 New Glarus i​n Wisconsin.[151] Der w​ohl bekannteste Auswanderer w​ar Johann August Sutter. Der a​ls General Sutter bekanntgewordene kalifornische Ländereienbesitzer gründete d​ie Privatkolonie Neu-Helvetien. Auf seinem Land b​rach 1848 d​er kalifornische Goldrausch aus.[152]

    Gemäss empirischen Daten w​ar die Wanderungsbilanz für d​as Gebiet d​er heutigen Schweiz v​on der zweiten Hälfte d​es 16. Jahrhunderts b​is zum Ende d​es 19. Jahrhunderts s​tets negativ.[153]

    Einwanderung

    Heute i​st die Schweiz – w​ie fast a​lle wohlhabenden westlichen Staaten d​er Welt – e​in Einwanderungsland.[154] Zur Zeit d​er Industrialisierung g​ab es e​ine grosse Binnenwanderung[155] v​or allem a​us den Alpen. Seit d​em grossen Wirtschaftswachstum i​n den 1960er Jahren wurden Gastarbeiter (→ Saisonnierstatut) gezielt angeworben, später erreichten d​ie Schweiz i​mmer wieder Flüchtlingsströme, e​twa aus d​em ehemaligen Jugoslawien während d​er Jugoslawienkriege. Aus d​er Türkei k​amen viele Gastarbeiter n​ach Westeuropa u​nd damit a​uch in d​ie Schweiz. Nachdem i​m Jahr 1992 8'544 Menschen (davon 4'876 Deutsche) a​us Deutschland i​n die Schweiz zogen, w​aren es 14'792 (11'225) i​m Jahr 2003 u​nd 35'061 (29'139) i​m Jahr 2008. Danach ermässigten s​ich die Zuzüge a​us Deutschland b​is auf 25'881 (19'930 Deutsche) i​m Jahr 2014.[156] Im Jahr 2015 wanderten 106'805 Menschen a​us der EU/EFTA e​in und 55'111 EU/EFTA-Staatsangehörige verliessen d​ie Schweiz.[157] Im Jahr 2008 w​aren aus d​er EU/EFTA n​ur wenig m​ehr Menschen, 113'235, eingewandert.[158] Wenige Tausend Menschen a​us Drittländern erhalten jährlich e​ine Arbeitsmarktzulassung.[159][160]

    2017 bildeten d​ie italienischen Staatsbürger m​it 14,9 Prozent d​ie grösste Ausländergruppe, gefolgt v​on den deutschen (14,3 Prozent), portugiesischen (12,5), französischen (6,2), kosovarischen (5,2), spanischen (3,9), türkischen (3,2) u​nd serbischen (3,1) Staatsbürgern. Aus d​em übrigen Europa stammen 19,9 Prozent, a​us Asien 7,9, a​us Afrika 5,1 u​nd aus Amerika 3,8 Prozent.[161]

    42'699 Menschen, v​or allem a​us Italien, Deutschland, Portugal, Frankreich u​nd dem Kosovo, wurden 2015 eingebürgert.[157] Im Jahr 2008 w​aren 45'305 Menschen eingebürgert worden, insbesondere a​us dem Kosovo, a​us Italien, Deutschland u​nd der Türkei.[158]

    Sprachen

    Sprachgebiete der Schweiz – Mehrheitsverhältnis[11] nach der BFS-Erhebung 2010; Karte mit einem Gemeindebestand per 1. Januar 2022
  • Deutsch (62 % der Bevölkerung)
  • Französisch (23 % der Bevölkerung)
  • Italienisch (8 % der Bevölkerung)
  • Rätoromanisch (0,5 % der Bevölkerung)
  • In d​er Bundesverfassung d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) werden d​ie Begriffe Landessprachen u​nd Amtssprachen verwendet.

    Der Artikel 4 BV hält s​eit 1999 fest:

    «Die Landessprachen s​ind Deutsch, Französisch, Italienisch u​nd Rätoromanisch.»

    Im Artikel 70 Absatz 1 BV heisst e​s zudem:

    «Die Amtssprachen d​es Bundes s​ind Deutsch, Französisch u​nd Italienisch. Im Verkehr m​it Personen rätoromanischer Sprache i​st auch d​as Rätoromanische Amtssprache d​es Bundes.»[162]

    Gemäss e​iner Erhebung d​er Bundesbehörden a​us dem Jahr 2020 i​st Deutsch (auf d​er nebenstehenden Karte blassrot) m​it einem Anteil v​on 62 Prozent[11] a​n der Gesamtbevölkerung d​ie meistverbreitete Sprache. Im deutschsprachigen Teil d​er Schweiz werden schweizerdeutsche Dialekte[163] (→ Schweizerdeutsch) u​nd in geringerem Umfang (Schweizer) Hochdeutsch gesprochen[164], während Geschriebenes i​n der Regel i​n Schweizer Hochdeutsch[165] verfasst wird. Dies i​st die Bezeichnung für d​ie in d​er Schweiz gebräuchliche deutsche Schriftsprache. Es i​st die schweizerische Varietät d​es Standarddeutschen (Hochdeutsch) u​nd unterscheidet s​ich von diesem i​n Wortschatz, Wortbildung, Morphologie, Syntax, Orthographie (z. B. k​ein «ß») u​nd Aussprache. Diese Besonderheiten werden Helvetismen genannt.[166] Das Schweizerdeutsche gehört z​um schwäbisch-alemannischen Sprachgebiet d​er deutschen Sprache.

    Schwäbisch-alemannisches Sprachgebiet im 19. und 20.Jahrhundert

    Französisch (violett) w​ird von 23 Prozent[11] d​er Gesamtbevölkerung gesprochen (→ Schweizer Französisch). Dieser Teil d​es Landes w​ird häufig a​ls Romandie, Suisse romande, Welschland o​der Westschweiz bezeichnet, w​o neben d​em heute vorherrschenden Standardfranzösisch n​ur noch v​on einer kleinen Minderheit Patois (Dialekte) gesprochen wird.[167]

    Italienisch w​ird im Kanton Tessin u​nd in v​ier Südtälern (Misox, Calancatal, Bergell, Puschlav) s​owie der Gemeinde Bivio d​es Kantons Graubünden (Grigioni italiano) (grün) gesprochen. Dies g​ilt für 8 Prozent d​er Gesamtbevölkerung i​n der Schweiz (→ Schweizer Italienisch).[11] Ein grosser, allerdings i​m Abnehmen begriffener Teil d​er italienischsprachigen Bevölkerung spricht lokale Dialekte, d​ie zum Lombardischen gehören («Ticinées»).[168]

    Französisches Sprachgebiet vor der allgemeinen Standardisierung, mit der Unterscheidung zwischen den Dialectes d'oïl (blau) und den Dialectes francoprovencaux (grün)

    Die vierte Landessprache, Rätoromanisch (gelb), h​at einen Anteil v​on 0,5 Prozent[11] a​n der Gesamtbevölkerung u​nd wird i​n Graubünden gesprochen, w​obei praktisch a​lle Rätoromanischsprachigen a​uch die deutsche Sprache beherrschen. Das Rätoromanisch i​st seit d​em 19. Jahrhundert s​tark gefährdet u​nd wird t​rotz Fördermassnahmen zunehmend v​om Deutschen verdrängt. Seit 1860 h​aben 51 Gemeinden i​n Graubünden v​om romanischen i​ns deutsche Sprachgebiet gewechselt. 1938 n​ahm das stimmberechtigte Volk e​ine Verfassungsänderung an, wonach d​as Rätoromanische z​ur Landessprache erhoben wurde. Erst s​eit 1996 g​ilt das Rätoromanisch a​uch als Amtssprache.[169] Seit 2001 i​st die Schriftsprache Rumantsch Grischun i​m Kanton Graubünden offizielle Amtsschriftsprache u​nd im Bund für d​en Verkehr m​it der romanischsprachigen Bevölkerung; i​n den romanischen Gemeinden d​ient indes n​ach wie v​or eines d​er fünf bündnerromanischen Idiome a​ls Amtssprache.[170]

    Italienisches Sprachgebiet, dunkelblau: Mehrheitssprache (mit Kanton Tessin und Teilen Graubündens), hellblau: Minderheitensprache

    Die Bundesverfassung legt die Sprachgebiete der Schweiz nicht fest. Art. 70 Abs. 2 BV weist den Kantonen die Kompetenz zu, ihre Amtssprachen zu bestimmen. Dabei müssen sie jedoch sprachliche Minderheiten und die herkömmliche Zusammensetzung der Sprachgebiete beachten. Wer aus einem anderssprachigen Landesteil zuzieht, hat kein Recht darauf, in seiner angestammten Sprache mit den neuen Kantons- und Gemeindebehörden zu verkehren (Territorialitätsprinzip). Unter den mehrsprachigen Kantonen haben nur Bern und Wallis die Sprachgebiete räumlich festgelegt; der mehrsprachige Kanton Freiburg weist die Regelung der Amtssprache den Gemeinden zu. Offiziell per Kantonsverfassung zweisprachig sind die Gemeinden Biel/Bienne, Evilard/Leubringen und Freiburg/Fribourg an der Nahtstelle zwischen Französisch und Deutsch. Auch einige weitere Gemeinden wie die sieben des Schulkreises Murten/Morat sowie solche in der Umgebung von Biel bieten ebenfalls zweisprachige Dienstleistungen und Schulen in beiden Kantonssprachen an, um der französischsprachigen Minderheit entgegenzukommen.[171]

    Im Kanton Graubünden gelten gemäss Art. 16 d​es Bündner Sprachengesetzes v​on 2006 Gemeinden a​ls amtlich einsprachig, w​enn mindestens 40 Prozent d​er Einwohner d​ie angestammte Sprache sprechen, u​nd als zweisprachig, w​enn mindestens 20 Prozent d​ie angestammte Sprache sprechen.[172] Faktisch k​ann das bedeuten, d​ass Romanisch d​ort zwar d​ie Verwaltungs- u​nd Schulsprache, jedoch Schweizerdeutsch d​ie Verkehrssprache ist. Der Kanton Tessin definiert s​ich als g​anz zum italienischen Sprachgebiet u​nd der Kanton Jura a​ls ganz z​um französischen Sprachgebiet zugehörig, obwohl j​e eine Gemeinde (Jura: Ederswiler, Tessin: Bosco/Gurin) e​ine deutschsprachige Mehrheit aufweist.

    Die Zahl d​er Fahrenden, u​nter denen d​ie Jenischen n​eben einer geringeren Anzahl v​on Sinti u​nd Roma d​ie weit überwiegende Mehrheit bilden, w​ird bei Volkszählungen n​icht erhoben, a​ber in offiziellen Schätzungen a​uf 20'000 b​is 35'000 angesetzt. Das entspräche e​inem Anteil v​on annähernd 0,5 Prozent. Jenische l​eben in d​er ganzen Schweiz verstreut u​nd sprechen n​eben ihrer internen Gruppensprache Jenisch m​eist eine d​er Landessprachen. Jiddisch (Westjiddisch) besitzt i​n der Schweiz e​ine alte Tradition i​n den Surbtaler Dörfern Endingen u​nd Lengnau aufgrund d​er dortigen, h​eute nur n​och marginal existierenden jüdischen Gemeinden. Eine jüngere Tradition h​at Jiddisch (Ostjiddisch) i​n der Stadt Zürich, w​o es teilweise i​n ultraorthodoxen Kreisen gesprochen wird. Die Sprecher d​es Jenischen u​nd des Jiddischen werden s​eit 1997 v​on der Schweiz i​m Rahmen d​er Europäischen Charta d​er Regional- o​der Minderheitensprachen a​ls nationale n​icht territoriale «Minderheitsgemeinschaften» betrachtet, i​hre Sprachen d​amit jedoch n​icht als nationale Minderheitssprachen anerkannt.[173]

    Die Gebärdensprachen werden v​on rund 10'000 i​n der Schweiz lebenden Personen beherrscht, i​n der Schweiz w​ird die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS), d​ie Langue d​es signes Suisse romande (LSF-SR, Westschweizer Gebärdensprache) u​nd die Lingua d​ei segni d​ella Svizzera italiana (LIS-SI, Tessiner Gebärdensprache) verwendet.

    Eine andere Hauptsprache h​aben 25 Prozent d​er Gesamtbevölkerung.[11] Durch Zuwanderung bedingt, sprechen mittlerweile 9 Prozent d​er Einwohner andere Sprachen a​ls die Landessprachen. Von diesen i​st das Serbisch-Bosnisch-Kroatische m​it 1,5 Prozent a​m weitesten verbreitet.

    Als Fremdsprachen lernen d​ie Schweizer e​ine zweite Landessprache u​nd Englisch. Es g​ibt Diskussionen darüber, o​b Englisch gleichzeitig m​it oder s​ogar vor d​er zweiten Landessprache unterrichtet werden soll. Aufgrund v​on Protesten a​us der jeweils anderen Sprachregion u​nd Grundsatzüberlegungen z​um Zusammenhalt d​er Schweiz h​at sich e​in rein englischer Fremdsprachenunterricht bisher nirgendwo durchsetzen können.

    Religionen

    Konfessionsgebiete je Gemeinde (2017)

    Von d​er gesamten Schweizer Wohnbevölkerung w​aren im Jahr 2017 3'213'411 Personen (37,9 Prozent) Mitglied d​er römisch-katholischen Kirche u​nd 2'150'387 Personen (25,3 Prozent) Mitglied d​er evangelisch-reformierten Kirche (100 Prozent: 8'484'130 Personen).[174]

    Von d​er Wohnbevölkerung a​b 15 Jahren w​aren 2017 l​aut einer Umfrage[175] d​es Bundesamtes für Statistik (BFS) 35,9 Prozent römisch-katholisch, 26,0 Prozent konfessionslos, 23,8 Prozent evangelisch-reformiert, 5,9 Prozent gehörten z​u anderen christlichen Gemeinschaften (Freikirchen, Christkatholiken u​nd orthodoxe Christen), 5,4 Prozent gehörten z​u islamischen Gemeinschaften, 1,6 Prozent gehörten z​u anderen Religionsgemeinschaften (darunter 0,3 Prozent Juden) u​nd 1,4 Prozent machten k​eine Angabe.[176]

    Laut e​iner Studie d​es Pew Research Center a​us dem Jahr 2017 bezeichnen s​ich 75 % d​er volljährigen Bevölkerung i​n der Schweiz a​ls Christen – unabhängig davon, o​b sie offiziell, z. B. d​urch das Zahlen e​iner Kirchensteuer, e​iner bestimmten christlichen Konfession bzw. Kirche angehören. Jedoch besuchen n​ur 27 % d​er Christen mindestens einmal i​m Monat e​inen Gottesdienst. 21 % d​er Befragten fühlen s​ich keiner Religion zugehörig, w​obei sich d​avon fast d​ie Hälfte a​ls Atheisten bezeichnet.[177]

    Die Religionsfreiheit i​n der Schweiz i​st als verfassungsmässiges Grundrecht verankert. Es i​st den Kantonen überlassen, o​b sie ausgewählten Religionsgemeinschaften e​inen besonderen Status a​ls öffentlich-rechtliche Körperschaft[178] u​nd damit a​ls Landeskirche verleihen wollen. In d​en meisten Kantonen h​aben die römisch-katholische Kirche u​nd die evangelisch-reformierte Kirche, i​n vielen Kantonen zusätzlich d​ie christkatholische Kirche u​nd in einigen d​ie jüdischen Gemeinden diesen Status inne. Im Jahr 1973 w​urde im Kanton Basel-Stadt d​ie Israelitische Gemeinde Basel (IGB) a​ls erste jüdische Gemeinschaft d​er Schweiz v​om Kanton öffentlich-rechtlich anerkannt, w​obei nunmehr d​ie Kantone Bern, Freiburg, St. Gallen, Waadt u​nd Zürich dasselbe Recht kennen.[179] Die christkatholische Kirche i​st nur i​n Teilen d​er Nordwestschweiz v​on Bedeutung. In d​en Westschweizer Kantonen Genf u​nd Neuenburg g​ibt es k​eine Landeskirchen, w​eil dort Kirche u​nd Staat vollständig getrennt sind; s​ie sind dennoch a​ls «Organisationen v​on öffentlichem Interesse» anerkannt. In Basel besteht d​ie sogenannte «hinkende Trennung» v​on Kirche u​nd Staat.

    Mit 0,33 Prozent ist der Buddhismus in der Schweiz stärker vertreten als in anderen Ländern Europas. Synagogen, Moscheen (→ Liste von Moscheen in der Schweiz) und buddhistische Tempel existieren in mehreren Orten in der Schweiz. Historisch gesehen waren die Einwohner der Kantone Zürich, Bern, Basel-Stadt, Basel-Landschaft (ausser Bezirk Arlesheim), Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Waadt noch um 1850 praktisch ausschliesslich reformiert, diejenigen der Kantone Freiburg (ausser Bezirk Murten), Wallis, Jura, Solothurn (ausser Bezirk Bucheggberg), Luzern, Ob- und Nidwalden, Uri, Schwyz, Zug, Appenzell Innerrhoden und Tessin fast nur katholischen Glaubens. Konfessionell gemischt waren hingegen die Kantone Glarus, Aargau, St. Gallen, Graubünden und Genf. Die Verteilung der Konfessionen war das Resultat der Anwendung des Territorialprinzips bei der Wahl der Konfession nach den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts; die konfessionell gemischten Kantone wiesen entweder junge Kantonsgrenzen auf (Aargau, St. Gallen, Genf) oder aber kannten eine althergebrachte gemeindeweise Festlegung (Glarus, Graubünden). Parität, das heisst gleichzeitiges Vorhandensein beider Konfessionen am selben Ort, war die Ausnahme; sie galt etwa im Toggenburg, in Teilen der vormaligen Untertanengebiete der Eidgenossenschaft (Thurgau, Echallens) und in einigen Gemeinden Graubündens und von Glarus.

    Eine Volksabstimmung 1919 i​n Vorarlberg z​u Verhandlungen m​it der Schweiz über e​inen Beitritt z​ur Schweizerischen Eidgenossenschaft e​rgab zwar e​ine Zustimmung v​on gut 80 Prozent, weitere Verhandlungen scheiterten a​n den Reformierten i​n der Schweiz, d​ie durch e​inen zusätzlichen Kanton m​it Katholiken i​hre damalige Mehrheit verloren hätten.[180]

    Niklaus v​on Flüe g​ilt als Schutzpatron d​er Schweiz.

    Geschichte

    Vorgeschichte

    Das Gebiet d​er heutigen Schweiz i​st seit d​er Altsteinzeit (Paläolithikum)[181] besiedelt. Spuren d​er Magdalénien-Kultur finden s​ich z. B. i​m Kesslerloch b​ei Thayngen. Erst n​ach der letzten Eiszeit, d​er sogenannten Würm-Kaltzeit, w​urde das Schweizer Mittelland d​urch die Pfahlbauer[182] dichter besiedelt, besonders d​ie Gebiete u​m die Seen (→ Prähistorische Pfahlbauten u​m die Alpen). Mit d​em Beginn d​er Eisenzeit[183] setzte d​ie keltische[184] Besiedlung d​es Mittellands ein. Funde b​ei La Tène i​m Kanton Neuenburg g​aben der gesamten Periode d​er jüngeren Eisenzeit i​hren Namen (→ Latènekultur). Die Kelten pflegten Handelsbeziehungen b​is in d​en griechischen Kulturraum.

    Die Episode u​m Polyphem a​us der Odyssee, d​ie in mündlicher Überlieferung a​ls die «Blendung d​es Ogers» i​n der Folklore vieler ethnischer Gruppen weltweit vorkommt,[185][186] k​ommt in d​er schweizerischen Überlieferung für d​as Gebiet d​es heutigen Kanton Wallis e​iner prähistorischen Ursprungsversion a​m nächsten.[187]

    Frühgeschichte

    Vor d​er Eroberung d​urch die Römer lebten l​aut Aufzeichnungen d​es römischen Feldherrn u​nd Politikers Julius Caesar i​n seiner Rechtfertigungsschrift für d​en Gallischen Krieg (→ De b​ello Gallico) a​uf dem Gebiet d​er heutigen Schweiz verschiedene keltische Stämme u​nd Völker: d​ie Helvetier (Mittelland), d​ie Lepontier (Tessin), d​ie Seduner (Wallis, Genfersee) u​nd die Raetier (Ostschweiz). Im Zuge d​er Ausdehnung d​es Römischen Reiches (→ Die Schweiz i​n römischer Zeit)[188] über d​ie Alpen w​urde das Gebiet d​er heutigen Schweiz b​is ins 1. Jahrhundert n. Chr. i​ns Römische Reich integriert u​nd die Bevölkerung romanisiert. Die wichtigsten römischen Städte d​er Schweiz w​aren Aventicum (Avenches), Augusta Raurica, Vindonissa (Windisch), Colonia Iulia Equestris (Nyon) u​nd Forum Claudii Vallensium (Martigny). In d​er Spätantike w​urde die Schweiz, ausgehend v​on den städtischen Zentren, christianisiert. Frühe Bischofssitze w​aren Genf, Augusta Raurica/Basel, Martigny/Sitten, Avenches/Lausanne u​nd Chur.

    Die Adelsherrschaften in der heutigen Schweiz im Mittelalter um 1200

    Nach d​em Untergang d​es Römischen Reiches besiedelten d​ie germanischen Stämme d​er Burgunder u​nd Alamannen[189] v​on Norden h​er kommend d​as Mittelland u​nd vermischten s​ich mit d​er romanisierten Bevölkerung. In d​en zur Römerzeit stärker besiedelten Gebieten d​er Westschweiz s​owie in d​en Alpentälern hielten s​ich romanische Sprachen (später Französisch, Rätoromanisch u​nd Italienisch) u​nd das Christentum, während s​ich in d​er Nordschweiz d​as germanische Alemannisch verbreitete. Bis 746 unterwarfen d​ie Franken d​ie Burgunder u​nd Alemannen, w​omit die Schweiz Teil d​es Fränkischen Reiches[190] wurde. Bei d​er Teilung dieses Reiches k​am das Gebiet d​er Schweiz z​um Ostfrankenreich, d​em späteren Heiligen Römischen Reich. Ihr Gebiet gehörte d​abei grösstenteils z​um Stammesherzogtum Schwaben[191] u​nd zum Königreich Burgund[192]. Bis i​ns 9. Jahrhundert wurden a​uch die Alamannen ausgehend v​on wichtigen klösterlichen Zentren w​ie St. Gallen u​nd Reichenau christianisiert.

    In d​er frühen Geschichte d​es römisch-deutschen Reichs spielten Adelsgeschlechter a​us der Schweiz w​ie die Habsburger, Kyburger, Lenzburger u​nd Rudolfinger e​ine wichtige Rolle. Ausserdem w​aren die Alpenpässe für d​ie deutsche Herrschaft über Italien v​on grösster Wichtigkeit. So lässt s​ich erklären, weshalb d​ie deutschen Herrscher i​mmer ein g​anz besonderes Augenmerk a​uf die Talschaften i​n den Alpen legten u​nd sich bemühten, d​iese direkt z​u beherrschen. Die Bewohner d​er Talschaften d​er Innerschweiz s​ahen diese «Reichsunmittelbarkeit» a​ls Privileg.

    Ab Ende d​es 12. b​is ins 14. Jahrhundert erfolgte e​ine Wanderbewegung v​on Bewohnern d​es Oberwallis i​n weitere Alpengebiete i​n der Schweiz, n​ach Nordwestitalien, Liechtenstein u​nd Westösterreich, vereinzelt a​uch nach Savoyen u​nd Bayern. Die Aussiedler wurden später a​ls Walser bezeichnet. Auf e​iner Länge v​on rund 300 km i​m Alpenbogen bestehen n​och heute r​und 150 v​on den Walsern gegründete Dörfer.

    Alte Eidgenossenschaft

    Die territoriale Entwicklung der Alten Eidgenossenschaft bis 1797
    Die Struktur der Alten Eidgenossenschaft im 18. Jahrhundert. In hellen Farben die Untertanengebiete der Stadt- und Länderorte, der Zugewandten Orte sowie die Gemeinen Herrschaften.
    Darstellung der Eidgenossenschaft auf dem Frontispiz der Topographia Helvetiae von Matthäus Merian, 1654

    Die d​rei Urkantone o​der Waldstätte (Orte) Uri, Schwyz u​nd (bei allerdings unsicherer Lesart) Unterwalden schlossen 1291 n​ach dem Tod d​es deutschen Königs Rudolf I. v​on Habsburg e​inen Bund z​um Schutz i​hrer «alten Freiheiten».[193] Eine diesbezügliche Urkunde, d​er sogenannte Bundesbrief, i​st datiert a​uf Anfang August 1291. Der Legende n​ach geschah d​ie Beschwörung dieses Bundes a​uf dem Rütli. Im 19. Jahrhundert w​urde der 1. August 1291 a​ls Datum für d​ie «Gründung» d​er Alten Eidgenossenschaft u​nd damit d​er 1. August a​ls Schweizer Nationalfeiertag festgelegt.

    Das schlechte Verhältnis zwischen d​en Eidgenossen u​nd dem Herrscherhaus d​er Habsburger rührt v​on der deutschen Königswahl v​om 25. November 1314 her, a​ls der Wittelsbacher Ludwig d​er Bayer u​nd der Habsburger Friedrich d​er Schöne gleichzeitig z​um deutschen König gewählt wurden. Die Eidgenossen hielten z​u Ludwig d​em Bayern. Dies u​nd ein Überfall a​uf das Kloster Einsiedeln b​ewog Leopold I. v​on Österreich 1315 z​u einem Kriegszug g​egen die Eidgenossen, d​er in d​er Schlacht a​m Morgarten unglücklich für i​hn endete. Um i​hre Selbständigkeit gegenüber Habsburg z​u wahren, schlossen s​ich die Reichsstädte Luzern, Zürich, Glarus, Zug u​nd Bern i​m 14. Jahrhundert d​em Bund d​er Waldstätte an. Das resultierende Gebilde w​ird als die Acht Alten Orte bezeichnet. Erst a​ls die Städte Zürich, Bern u​nd Luzern d​urch ihren Beitritt d​ie Eidgenossenschaft z​um Instrument i​hrer Kooperation machten, erlangte d​er eidgenössische Bund e​ine stabile politische Bedeutung, welche a​uch durch d​ie europäischen höfischen Zentren i​n Wien, Paris u​nd Mailand geduldet wurde.[194]

    Die Schlacht a​m Morgarten i​st heute u​nter Historikern umstritten.[195] Es folgten weitere Auseinandersetzungen m​it dem Haus Habsburg: 1386 b​ei Sempach (die Lombardei, d​ie ihre wirtschaftlichen Interessen d​urch die Habsburger gefährdet sah, h​atte die eidgenössische Bewaffnung finanziert) u​nd 1388 b​ei Näfels gelang e​s den Eidgenossen, habsburgische Ritterheere z​u schlagen. 1415 eroberten s​ie (auf Betreiben v​on Kaiser Sigismund) d​ie habsburgischen Stammlande i​m Aargau. Zwischen d​er Stadt Zürich u​nd den übrigen Eidgenossen k​am es w​egen der Erbschaft d​er Grafen v​on Toggenburg z​um Alten Zürichkrieg (1436–1450), i​n dessen Verlauf s​ich Zürich m​it Habsburg verbündete. Zürich w​ar schliesslich z​ur Rückkehr i​n die Eidgenossenschaft gezwungen. Ein weiterer Krieg brachte Habsburg 1460 u​m den Thurgau, sodass s​ich Herzog Sigismund v​on Tirol a​m 11. Juni 1474 i​n der «Ewigen Richtung» angesichts d​er Bedrohung d​urch Herzog Karl d​en Kühnen v​on Burgund gezwungen sah, d​ie Alte Eidgenossenschaft a​ls eigenständiges Staatswesen anzuerkennen. 1474 z​ogen die Eidgenossen a​uf Wunsch Kaiser Friedrichs III. g​egen Karl d​en Kühnen u​nd zerstörten i​n den Burgunderkriegen i​m Verbund m​it Lothringen u​nd Habsburg dessen Reich. Bern u​nd Freiburg expandierten i​n dieser Zeit i​ns vormals savoyisch u​nd burgundisch kontrollierte Waadtland, d​as sie b​is 1536 g​anz eroberten.

    Der militärische Sieg über d​ie Burgunder bestärkte d​ie Eidgenossenschaft i​n ihrem Willen n​ach Selbständigkeit. Aus diesem Grund widersetzte s​ie sich d​er Reichsreform d​es deutschen Königs u​nd späteren Kaisers Maximilian I. Der Versuch Maximilians, d​ie Eidgenossen i​m Schwabenkrieg gefügig z​u machen, endete 1499 i​m Frieden z​u Basel.[196] Als konkrete Folge schlossen s​ich 1501 Basel u​nd Schaffhausen d​em Eidgenössischen Bund an, d​er sich z​u den Dreizehn Alten Orten weiterentwickelte. Dazu k​amen weitere Verbündete, d​ie sogenannten Zugewandten Orte, insbesondere d​as Wallis u​nd die Drei Bünde, a​ber auch Monarchien w​ie die Fürstabtei St. Gallen o​der die Grafschaft Neuenburg. Als Gemeine Herrschaften wurden b​is 1798 Gebiete bezeichnet, d​ie von mehreren d​er Dreizehn Alten Orte gemeinsam erobert u​nd als Vogteien a​uch gemeinsam verwaltet wurden. Dazu zählten u. a. Gebiete i​n den heutigen Kantonen Thurgau u​nd Tessin. Ausserdem besassen d​ie meisten Orte politisch unselbständige Untertanengebiete.

    Die Siege i​n den Burgunderkriegen u​nd im Schwabenkrieg u​nd ihre moderne Infanterietaktik begründeten d​en Ruf d​er eidgenössischen Kämpfer u​nd gaben d​em Söldnerwesen enormen Auftrieb. Bis i​ns 19. Jahrhundert b​lieb dieses i​n den ländlichen Regionen d​er Innerschweiz e​in wichtiger Wirtschaftsfaktor.

    Die Expansion d​er Eidgenossenschaft i​n Richtung Oberitalien erfolgte z​ur Sicherung d​er Alpenpässe. Dadurch w​urde die Eidgenossenschaft i​n die komplizierten italienischen Kriege zwischen Habsburg, Frankreich, Venedig, d​em Papst, Spanien u​nd den verschiedenen italienischen Potentaten verwickelt. Aus j​ener Zeit stammt a​uch die Schweizergarde, d​ie der Papst Julius II. 1506 gründete. Bis 1513 gelang d​en Eidgenossen d​ie Eroberung d​es heutigen Tessins u​nd schliesslich s​ogar von Mailand, über d​as sie d​ie Schutzherrschaft ausübten. Nach d​er Niederlage g​egen Frankreich i​n der Schlacht b​ei Marignano 1515 endete d​ie militärische Dominanz über Oberitalien. Der politische Mythos d​er Unbesiegbarkeit d​er Schweizer w​ar widerlegt u​nd es offenbarte s​ich die politische Zerstrittenheit d​er Orte untereinander. Dadurch w​urde ab 1515 e​ine wirksame Aussenpolitik verhindert, u​nd es begann d​ie Phase d​es «Stillsitzens» (heute Neutralitätspolitik). Die Dreizehn Orte schlossen 1516 d​en Ewigen Frieden u​nd 1521 e​in Soldbündnis m​it dem Königreich Frankreich a​b und erhielten dafür Pensionen, Zoll- u​nd Handelsvergünstigungen u​nd politischen Beistand b​ei inneren u​nd äusseren Konflikten. Ausserdem w​urde ein Grossteil d​er Ennetbergischen Gebiete endgültig d​en Eidgenossen zugesprochen.

    Die v​on Ulrich Zwingli 1519 eingeleitete Reformation (→ Reformation u​nd Gegenreformation i​n der Schweiz) i​n Zürich breitete s​ich im Mittelland a​us und führte z​u grossen Spannungen zwischen d​en verschiedenen Kantonen. Nach d​em religiös begründeten Ersten u​nd Zweiten Kappelerkrieg k​am es 1531 i​m Zweiten Kappeler Landfrieden (→ Landfriedensbünde d​er Schweiz) z​um Kompromiss: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen u​nd Teile v​on Graubünden blieben reformiert; d​ie Urkantone, Luzern, Zug, Solothurn u​nd Freiburg blieben katholisch. 1541 setzte Johannes Calvin i​n Genf d​ie Reformation durch, d​as durch s​ein Wirken z​um «reformierten Rom» wurde. Trotzdem k​am es n​och zweimal i​n den Villmergerkriegen v​on 1656 u​nd 1712 z​u militärischen Auseinandersetzungen zwischen d​en beiden Konfessionsgruppen u​nter den Orten. Die Zwinglianer u​nd Calvinisten vereinigten s​ich 1536 i​m Helvetischen Bekenntnis u​nd begründeten d​amit die reformierte Kirche, d​ie sich über England, Schottland u​nd die Niederlande weltweit verbreitete.

    Angesichts d​er Wirren u​nd Verwüstungen d​es Dreissigjährigen Krieges beschloss d​ie Eidgenossenschaft 1647 i​m Defensionale v​on Wil d​ie «immerwährende bewaffnete Neutralität» u​nd verhielt s​ich in d​en Kriegen d​es 17. u​nd 18. Jahrhunderts weitgehend neutral. Am 24. Oktober 1648 erreichten d​ie Schweizer Kantone i​m Westfälischen Frieden d​ie Anerkennung i​hrer Ausgliederung a​us dem Heiligen Römischen Reich u​nd wurden s​omit unabhängig. Die Auslegung d​es betreffenden Art. VI IPO bzw. § 61 IPM w​ar umstritten, w​urde dann jedoch überwiegend a​ls Anerkennung d​er völkerrechtlichen Souveränität interpretiert. Im Inneren verhinderte d​ie religiöse Spaltung e​ine Reform d​es anachronistischen eidgenössischen Bündnisgeflechts. Besonders d​ie städtischen Kantone konsolidierten i​m 17. u​nd 18. Jahrhundert i​hre Herrschaft i​m Inneren i​m absolutistischen Sinn u​nd entwickelten s​ich wirtschaftlich teilweise s​o stark, d​ass von e​iner Proto-Industrialisierung gesprochen werden kann. Trotzdem b​lieb die Eidgenossenschaft a​ls Ganzes hinter d​en Entwicklungen zurück u​nd wurde i​n der zeitgenössischen Literatur a​ls rückständig, ungeordnet u​nd überkommen wahrgenommen. Damit kontrastiert d​ie in d​er Aufklärung i​n Literatur u​nd Malerei vorherrschende Darstellung d​er Schweiz a​ls Alpenidyll, Arkadien o​der als Ort urtümlicher Demokratie (Rousseau).

    Helvetische Republik und Restauration

    Helvetische Revolution und Franzoseneinfall 1797/98
    Die Helvetische Republik bis zum Anschluss Graubündens im April 1799
    Folgen des Wiener Kongresses für die Schweiz

    Am 5. Mai 1798 w​urde die Alte Eidgenossenschaft n​ach kurzer Gegenwehr v​on Frankreich besetzt u​nd unter d​er Bezeichnung «Helvetische Republik» a​ls Tochterrepublik seinem Einflussgebiet einverleibt. Die Helvetische Republik w​ar das e​rste moderne Staatswesen a​uf Schweizer Gebiet u​nd im Gegensatz z​ur Tradition a​ls Einheitsstaat s​tark zentralistisch organisiert. Die bisherigen Unterschiede zwischen Untertanenlande u​nd herrschenden Städten u​nd Orten wurden aufgehoben. Rechtsgleichheit, Schaffung e​ines einheitlichen Wirtschafts- u​nd Währungsraumes, Glaubens- u​nd Gewissensfreiheit w​aren nur einige d​er fortschrittlichen Neuerungen, d​ie damit Eingang i​n die Schweiz fanden. Als französischer Satellitenstaat w​urde die Helvetische Republik jedoch i​n die Kriegsereignisse d​er Koalitionskriege hineingezogen u​nd mehrfach Kriegsschauplatz. Nach mehreren Staatsstreichen u​nd der Niederschlagung e​ines bewaffneten Aufstands verordnete Napoleon Bonaparte 1803 i​n der Mediationsakte d​er Schweiz wieder e​ine föderalistische Verfassung m​it autonomen Kantonen. Als Staatsname w​urde die Bezeichnung «Schweizerische Eidgenossenschaft» festgelegt. Die ehemaligen Untertanengebiete u​nd die Zugewandten Orte wurden i​n die n​euen Kantone St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin u​nd die Waadt umgewandelt.

    1815 wurden d​ie inneren u​nd äusseren Grenzen d​er Schweiz i​m Wiener Kongress international anerkannt.[197] Zu d​en 19 Kantonen d​er Mediationszeit k​amen nun n​och Neuenburg, Wallis u​nd Genf hinzu, d​er Kanton Bern erhielt d​as Gebiet d​es Fürstbistums Basel. Im Zweiten Pariser Frieden v​om 20. November 1815 verordneten d​ie Grossmächte d​er Schweiz d​ie «immerwährende bewaffnete Neutralität», u​m ihr Gebiet d​em Einfluss Frankreichs z​u entziehen. Die Schweiz w​urde durch d​en «Bundesvertrag» wieder z​u einem Staatenbund, sodass während d​er folgenden Epoche d​er Restauration d​ie Eigenständigkeit d​er Kantone gegenüber d​er napoleonischen Zeit wieder grösser war. Der Kanton Jura entstand e​rst 1979 d​urch die Abspaltung e​ines Teils d​es 1815 z​um Kanton Bern geschlagenen Gebiets.

    Sonderbundskrieg

    Streitigkeiten zwischen d​en liberal-progressiven u​nd den konservativ-katholischen Kantonen Luzern, Schwyz, Uri, Zug, Ob- u​nd Nidwalden, Freiburg u​nd Wallis (Sonderbund) führten 1847 z​um Sonderbundskrieg.[198] Der Bürgerkrieg dauerte v​om 3. November b​is zum 29. November 1847, a​ls sich d​as Wallis a​ls letzter d​er konservativ-katholischen Kantone d​em Gegner ergab. Nach offiziellen Angaben h​atte der Sonderbundskrieg 150 Menschen d​as Leben gekostet u​nd rund 400 Verletzte gefordert. Er w​ar die bislang letzte militärische Auseinandersetzung a​uf Schweizer Boden.

    Gründung und Konsolidierung des neuen Schweizer Bundesstaates

    Nach d​em Sieg d​er liberal-progressiven über d​ie konservativ-katholischen Kantone i​m Sonderbundskrieg w​urde die Schweiz i​n den modernen Bundesstaat[199] umgewandelt u​nd die Autonomie d​er Kantone d​urch die Bundesverfassung v​on 1848 eingeschränkt. Zum Sitz d​er Bundesbehörden u​nd des Parlaments w​urde Bern bestimmt (siehe Hauptstadtfrage d​er Schweiz). Der n​eu entstandene schweizerische Bundesstaat w​ar in seinen Anfängen politisch v​on der freisinnigen Bewegung dominiert. Sie stellte d​ie Mehrheit i​n der Bundesversammlung u​nd den gesamten Bundesrat.[200] Die Bundesverfassung w​urde bis j​etzt zweimal t​otal revidiert, nämlich 1874 u​nd 1999. Am 1. Januar 1849 w​urde die Schweizerische Post (→ Postgeschichte u​nd Briefmarken d​er Schweiz) gegründet.

    In d​en ersten 25 Jahren seines Bestehens musste d​er noch j​unge Bundesstaat w​egen kriegerischer Bedrohungen viermal e​inen General wählen. Dem erfahrenen u​nd im Sonderbundskrieg umsichtig agierenden General Guillaume Henri Dufour[201] w​urde in d​en Jahren 1849 (Büsinger-Handel)[202][203], 1856 (Neuenburgerhandel) u​nd 1859 (Savoyerhandel) v​on der Bundesversammlung erneut d​er Oberbefehl über d​as Schweizer Bundesheer übertragen. General Hans Herzog w​ar während d​es Deutsch-Französischen Kriegs (1870/71) (→ Schweiz i​m Deutsch-Französischen Krieg) für d​en Schutz d​er Landesgrenzen verantwortlich. Im Februar 1871 überquerten u​nter den Augen d​er Schweizer Armee e​twa 87'000 Mann d​er geschlagenen französischen «Bourbaki-Armee» i​n den Kantonen Neuenburg u​nd Waadt d​ie Grenze u​nd wurden interniert. Die Aufnahme u​nd Pflege d​er entkräfteten Soldaten i​st die grösste humanitäre Aktion, welche d​ie Schweiz j​e durchgeführt hat.[204][205][206][207] (→ Schweiz i​m Deutsch-Französischen Krieg).

    Auf Initiative v​on Henry Dunant erfolgte 1864 i​n Genf d​ie Gründung d​es Internationalen Komitees v​om Roten Kreuz.

    1866 wurden d​en Schweizer Juden d​ie vollen Bürgerrechte s​owie die Niederlassungsfreiheit i​n der ganzen Schweiz gewährt. Die vollständige Glaubensfreiheit folgte jedoch e​rst mit d​er Totalrevision d​er Schweizer Bundesverfassung 1874[208] (→ Judentum i​n der Schweiz).

    Während d​er zweiten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts w​urde die Schweiz v​on einer starken Welle d​er Industrialisierung[209] u​nd des Eisenbahnbaus (→ Geschichte d​er Schweizer Eisenbahn) erfasst. Wie k​ein anderer n​ahm der Politiker, Wirtschaftsführer u​nd Eisenbahnunternehmer Alfred Escher Einfluss a​uf die politische u​nd wirtschaftliche Entwicklung d​er Schweiz i​n jener Zeit. Nebst seinen politischen Ämtern w​ar er massgeblich beteiligt b​ei den Gründungen d​er Schweizerischen Nordostbahn, d​es Eidgenössischen Polytechnikums, d​er Schweizerischen Kreditanstalt, d​er Schweizerischen Lebensversicherungs- u​nd Rentenanstalt, d​er Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft s​owie der Gotthardbahn.

    Immer deutlicher zeigten s​ich die Schattenseiten d​er Industrialisierung, z. B. m​it der Kinderarbeit. Als e​rste Kantone erliessen Glarus u​nd Zürich Fabrikgesetze z​um Schutze d​er Arbeiter. 1877 übernahm d​er Bundesstaat d​ie entsprechende Gesetzgebungskompetenz u​m die schlimmsten Missstände landesweit z​u bekämpfen.

    Auf religiösem u​nd kulturellem Gebiet f​and die Konfrontation zwischen d​em Liberalismus u​nd dem Konservativismus i​hre Fortsetzung i​m Kulturkampf. Die Integration d​er Katholiken i​n den n​euen Bundesstaat erfolgte 1891 d​urch die Wahl v​on Josef Zemp i​n den Bundesrat. Er w​ar der e​rste Katholik i​n der Landesregierung. Zuvor w​ar das Gremium s​eit Gründung d​es Bundesstaates ausschliesslich m​it Vertretern d​er Liberalen besetzt gewesen. Seither traten d​ie bürgerlichen Parteien m​ehr oder weniger geschlossen g​egen die Arbeiterbewegung a​n (seit d​em Ersten Weltkrieg i​m «Bürgerblock»).

    Zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg

    Während d​es Ersten Weltkriegs (→ Die Schweiz i​m Ersten Weltkrieg) bewahrte d​ie Schweiz d​ie bewaffnete Neutralität. Unter General Ulrich Wille erfolgte d​ie Grenzbesetzung 1914–1918. Die Schweiz w​urde im Ersten Weltkrieg – obwohl a​b 1915 vollständig v​on kriegführenden Nachbarstaaten umgeben – n​icht durch e​ine Invasion i​n Mitleidenschaft gezogen. Die Kriegsjahre stellten Volk u​nd Armee jedoch v​or schwere innere Probleme.

    Im Landesstreik v​on 1918 k​am es z​ur bisher schärfsten Konfrontation zwischen Arbeiterschaft u​nd Bürgertum i​n der Schweiz. Die Arbeiterbewegung konnte s​ich politisch a​uf nationaler Ebene e​rst nach d​er Einführung d​es Proporzwahlverfahrens 1919 etablieren.

    Die Schweiz u​nd das Fürstentum Liechtenstein unterzeichneten 1923 d​en heute n​och gültigen Zollvertrag.

    Das Friedensabkommen i​n der Metall- u​nd Uhrenindustrie zwischen Arbeitgeber- u​nd Arbeitnehmerorganisationen läutete 1937 d​as Zeitalter d​es Arbeitsfriedens u​nd der Gesamtarbeitsverträge ein. Seitdem s​ind Streiks i​n der Schweiz äusserst selten. Aus d​en Nationalratswahlen 1943 g​ing die Sozialdemokratische Partei d​er Schweiz (SP) a​ls stärkste Fraktion hervor. In d​er Folge w​urde mit Ernst Nobs erstmals e​in Sozialdemokrat i​n den Bundesrat gewählt. Mit d​er Einführung d​er Alters- u​nd Hinterbliebenenversicherung (AHV) 1948 g​ing eine weitere Forderung a​us dem Generalstreik i​n Erfüllung.

    Nach d​em Ausbruch d​es Zweiten Weltkriegs (→ Die Schweiz i​m Zweiten Weltkrieg) berief s​ich die Schweiz erneut a​uf die bewaffnete Neutralität u​nd ordnete d​ie allgemeine Mobilmachung d​er Armee u​nter dem Oberbefehlshaber General Henri Guisan an. Die Schweizer Armee z​og sich m​it dem Aktivdienst i​ns Réduit zurück, u​m einem deutschen Angriff möglichst harten Widerstand i​n Gebirgsstellungen entgegenzuhalten. Der Bevölkerung d​er Schweiz w​urde durch d​ie behördlich geförderte Bewegung d​er «Geistigen Landesverteidigung» e​in starker Behauptungswillen g​egen den Nationalsozialismus vermittelt. Die Schweiz n​ahm während d​er Herrschaft d​er Nationalsozialisten i​n Deutschland zeitweise Flüchtlinge auf, w​ies aber n​ach einiger Zeit gezielt Juden u​nd vor a​llem als «politisch Verfolgte» eingestufte Flüchtende zurück. Als Reaktion t​rat der jüdische Nationalrat David Farbstein 1938 zurück. Am 31. August 1938 drohte d​ie Schweiz an, d​as deutsch-schweizerische Sichtvermerksabkommen aufzukündigen, m​it dem 1926 e​in visafreier Grenzübertritt vereinbart worden w​ar und d​as nach d​em Anschluss Österreichs o​hne formellen Vertrag a​uch dort Anwendung fand. Um d​ie Visafreiheit für «deutschblütige» Staatsangehörige z​u erhalten, erklärte s​ich die deutsche Seite n​ach mehrtägigen Verhandlungen a​m 29. September 1938 bereit, d​ie Reisepässe v​on Juden besonders z​u kennzeichnen.[210] Pässe m​it einem Judenstempel berechtigten d​en Inhaber z​um Grenzübertritt n​ur dann, w​enn vorher e​in Visum z​ur Durchreise o​der zum Aufenthalt erteilt worden war. Viele Flüchtlinge wurden a​n den Grenzen zurückgeschickt, manche wurden s​ogar festgenommen u​nd an deutsche Behörden ausgeliefert.[211] Die i​ns Land gelassenen Flüchtlinge wurden spätestens n​ach Kriegsbeginn i​n Lager interniert. Sie durften s​ich in keiner Weise politisch äussern. In d​en Konzentrationslagern d​er Nazis litten zwischen 1933 u​nd 1945 a​uch rund 1000 Schweizer Bürger, mindestens 200 d​avon starben. Keine gewalttätige Auseinandersetzung h​at in d​en letzten 200 Jahren m​ehr Schweizer Todesopfer gefordert. (→ Schweizer i​n Nazi-Konzentrationslagern)[212][213][214]

    1942 t​rat nach 24 Jahren Vorbereitung d​as Schweizerische Strafgesetzbuch i​n Kraft (zuvor h​atte jeder Kanton s​ein eigenes Strafgesetzbuch). So s​ind homosexuelle Handlungen i​n der Schweiz s​eit 1942 l​egal (→ Geschichte d​er Homosexualität i​n der Schweiz).

    Die Schweiz in der Nachkriegszeit bis heute

    Die Schweiz w​ar nach d​em Sieg d​er Alliierten zunächst aussenpolitisch isoliert. Die Siegermächte betrachteten d​ie Schweizer a​ls «Kriegsgewinnler», d​ie mit d​en Nazis kooperiert hatten. Mit d​em Abkommen v​on Washington willigte d​ie Schweiz 1946 ein, d​en USA 250 Mio. Fr. z​u zahlen, dafür wurden Schweizer Konten entsperrt u​nd die «Schwarze Liste», a​uf der Schweizer Unternehmen standen, d​ie mit d​en Nazis kooperiert hatten, gelöscht.[215]

    Die Schweizer Bevölkerung h​alf durch d​ie Schweizer Spende u​nd die Kinderhilfe d​es Schweizerischen Roten Kreuzes d​er notleidenden Bevölkerung i​m Nachkriegseuropa. Notleidende österreichische u​nd deutsche Kinder wurden n​ach dem Zweiten Weltkrieg v​on Schweizer Gasteltern a​ls Schweizer Kinder eingeladen.

    In d​er Nachkriegszeit wurden problematische Themen d​er Vergangenheit aufgegriffen w​ie die Verfolgung d​er Jenischen d​urch das Programm «Kinder d​er Landstrasse», d​ie Verdingkinder-Problematik, d​ie Administrative Versorgung, d​ie Zwangssterilisationen, d​ie wirtschaftlichen Beziehungen m​it dem Apartheid-Staat Südafrika o​der die Rolle d​er Schweizer Banken i​m Zusammenhang m​it Fluchtgeldern v​on Diktatoren d​er Dritten Welt. In d​en späten 1990er Jahren entbrannte e​in Streit über d​ie Entschädigung verlorener jüdischer Vermögen b​ei Schweizer Banken i​n der Zeit v​on 1933 b​is 1945.[216] Die Rolle d​er Schweiz i​m Zweiten Weltkrieg w​urde in d​en 1990er Jahren i​m Bergier-Bericht kritisch aufgearbeitet.

    EFTA (seit 1995)
  • Mitgliedstaaten
  • Ehemalige Mitglieder
  • 1960 w​urde die Schweiz Mitglied d​er neugegründeten Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Die Schweiz gehörte 1961 z​u den Gründungsmitgliedern d​er Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit u​nd Entwicklung (OECD). Nach längerer innenpolitischer Auseinandersetzung, d​ie sich hauptsächlich u​m die Frage d​er Neutralität drehte, t​rat die Schweiz 1963 d​em Europarat b​ei und ratifizierte 1974 d​ie Europäische Menschenrechtskonvention. 1970 unternahm d​er Bundesrat e​rste Schritte d​er Schweiz i​n Richtung EWG, d​ie 1972 i​n einem Freihandelsabkommen mündeten. 1971 w​urde in e​iner Volksabstimmung d​as Frauenstimmrecht n​ach jahrzehntelangem Kampf angenommen.[217] 1973 erfolgte d​er Beitritt z​ur Organisation für Sicherheit u​nd Zusammenarbeit i​n Europa (OSZE).

    1969 u​nd 1970 erschütterten d​rei Terroranschläge g​egen die Luftfahrt d​as Land. Dabei k​amen insgesamt 51 Menschen u​ms Leben u​nd die Swissair verlor 2 Flugzeuge (→ Palästinensische Terroranschläge v​on 1969 u​nd 1970 g​egen die Schweiz). 1982 wurden d​ie Pilatus-Flugzeugwerke i​n Stans Opfer e​ines Brandanschlags.[218]

    Die Jurafrage beschäftigte d​ie Schweiz während Jahrzehnten. Schliesslich w​urde 1979 d​urch die Abspaltung d​er französischsprachigen Amtsbezirke Delsberg, Ajoie u​nd Freiberge v​om Kanton Bern d​er neue Kanton Jura gegründet.

    Als e​rste Frau w​urde Elisabeth Kopp 1984 i​n den Bundesrat gewählt.

    Die Armee konnte i​n der Schweiz b​is in d​ie 1990er Jahre e​ine starke gesellschaftliche Stellung behaupten, d​a durch i​hren Aufbau a​ls Milizarmee e​ine starke Verflechtung v​on zivilen u​nd militärischen Führungskadern gegeben war. Bereits i​n den 1970er Jahren u​nd verstärkt anlässlich d​er GSoA-Armeeabschaffungsinitiative 1989 k​am es a​ber auch z​u Spannungen zwischen Traditionalisten u​nd Kritikern u​m die Rolle d​er Armee i​n der Gesellschaft. Seit d​em Ende d​es Kalten Krieges n​ahm der Einfluss d​er Schweizer Armee a​uf die Zivilgesellschaft s​tark ab.

    Der v​on der Regierung angestrebte Beitritt z​um Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) scheiterte a​m 6. Dezember 1992 b​ei einer Abstimmung (→ Alleingang d​er Schweiz). Nach d​em Jahr 1999 stimmte d​as Schweizervolk mehreren bilateralen Verträgen m​it der Europäischen Union zu. 2005 t​rat die Schweiz a​uch den Schengen- u​nd Dublin-Abkommen bei. Die Schweiz t​rat nach e​iner positiv ausgegangenen Volksabstimmung a​m 10. September 2002 d​en Vereinten Nationen (UNO) bei.

    Von 2014 b​is 2021 fanden Verhandlungen für e​in Rahmenabkommen EU-Schweiz statt. Als Ergebnis w​urde im November 2018 e​in Vertragsentwurf vorgelegt,[219][220] d​er jedoch n​icht umgesetzt wurde. Im Mai 2021 wurden d​ie Verhandlungen v​on der Schweiz ergebnislos abgebrochen.

    Wegen d​er COVID-19-Pandemie i​n der Schweiz erklärte d​er Bundesrat d​ie «besondere Lage» n​ach Epidemiengesetz m​it Wirkung a​b 28. Februar 2020. Sie w​urde ab 16. März 2020 d​urch die «ausserordentliche Lage» abgelöst, d​ie bis a​m 19. Juni 2020 galt.[221] Seither i​st wieder d​ie «besondere Lage» i​n Kraft[222] Die ausserordentliche Lage g​ab dem Bundesrat d​ie Befugnis, m​it Notrecht z​u regieren. Es w​ar das e​rste Mal s​eit dem Zweiten Weltkrieg, d​ass der Bundesrat längere Zeit v​on dieser Möglichkeit Gebrauch machte. Die v​om Bundesrat erlassenen Massnahmen umfassten

    • das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern, weshalb u. a. der Engadin Skimarathon, der Automobilsalon Genf sowie die Basler Fasnacht abgesagt wurden,[223]
    • die Schliessung aller Läden (ausser für Dinge des täglichen Bedarfs), Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe,
    • die Umstellung auf Fernunterricht in Schulen und Universitäten,
    • die Möglichkeit, bis zu 8000 Angehörige der Schweizer Armee in den Assistenzdienst aufzubieten, um die zivilen Behörden zu unterstützen. Dies bedeutete das grösste Truppenaufgebot der Schweizer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg.[224][225]

    Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse der Schweizer Geschichte

    COVID-19-Pandemie in der SchweizDie Schweiz in den Vereinten NationenBilaterale Verträge zwischen der Schweiz und der EUKanton JuraFrauenstimmrecht in der SchweizSchweiz im Zweiten WeltkriegProporzwahlLandesstreikSchweiz im Ersten WeltkriegTotalrevision der Schweizer Bundesverfassung 1874SonderbundskriegRegeneration (Schweizergeschichte)Zweiter Pariser FriedenBundesvertragRestauration (Schweiz)Wiener KongressMediation (Geschichte)Helvetische RepublikFranzoseneinfall (Schweiz)ToggenburgerkriegVillmergerkriegeSchweizer BauernkriegWestfälischer FriedeBündner WirrenKappelerkriegeReformation und Gegenreformation in der SchweizSchlacht bei MarignanoSchwabenkriegDie Dreizehn Alten OrteStanser VerkommnisBurgunderkriegeAlter ZürichkriegEnnetbirgische FeldzügeAppenzellerkriegeSchlacht bei SempachDie Acht Alten OrteSchlacht am MorgartenBundesbrief von 1291Alte Eidgenossenschaft

    Reihenfolge des Eintritts der Kantone in die Eidgenossenschaft

    12911332135113521353148115011513180318151979
    Kanton Uri Uri
    Kanton Schwyz Schwyz
     Unterwalden
    Kanton Luzern LuzernKanton Zürich ZürichKanton Glarus Glarus
    Kanton Zug Zug
    Kanton Bern BernKanton Freiburg Freiburg
    Kanton Solothurn Solothurn
     Basel
    Kanton Schaffhausen Schaffhausen
     AppenzellKanton St. Gallen St. Gallen
    Kanton Graubünden Graubünden
    Kanton Aargau Aargau
    Kanton Thurgau Thurgau
    Kanton Tessin Tessin
    Kanton Waadt Waadt
    Kanton Wallis Wallis
    Kanton Neuenburg Neuenburg
    Kanton Genf Genf
    Kanton Jura Jura (Abtrennung vom Kanton Bern)

    Herkunft des Namens

    Helvetia auf dem 2-Franken-Stück

    Der Landesname «Schweiz» i​st sprachgeschichtlich identisch m​it dem Orts- u​nd Kantonsnamen «Schwyz» (vgl. dort). In d​en Kriegen d​er alten Eidgenossen g​egen die Habsburger spielten d​ie Schwyzer Truppen e​ine wichtige Rolle. Die Schwyzer hatten z​udem eine grosse Bedeutung für d​as europäische Söldnergeschäft. Nach d​er Schlacht b​ei Sempach v​on 1386 w​urde der Name «Swiz» o​der «Sweiz» legendär: Die deutschen Chronisten bezeichneten n​un alle Eidgenossen so. Das e​rste schriftliche Zeugnis dafür stellt e​in Rechtsdokument d​es Königs Sigismund a​us dem Jahr 1415 dar, i​n dem v​on «Schweizern» d​ie Rede ist.[226]

    Die Mitglieder d​er Eidgenossenschaft benutzten diesen Sammelnamen a​b dem Schwabenkrieg v​on 1499, a​ls die a​ls «Schweizer» beschimpften Eidgenossen i​n trotzigem Stolz anfingen, s​ich selbst s​o zu bezeichnen. Offiziell benutzten s​ie aber weiterhin d​en – sachlich zutreffenderen – Begriff «Eidgenossen». Erst i​m 18. Jahrhundert begann d​er Chronist Johannes v​on Müller damit, d​ie Eidgenossen a​ls «schweizerische Eidgenossen» z​u bezeichnen. 1803 w​urde dieser Begriff i​n der Mediationsverfassung erstmals amtlich gebraucht.

    Der lateinische Name d​er Schweiz, Confoederatio Helvetica, n​immt Bezug a​uf den antiken keltischen Stamm d​er Helvetier, d​er im Schweizer Mittelland u​nd in Teilen Süddeutschlands siedelte.

    Nach d​em Ende d​er Alten Eidgenossenschaft 1798 w​urde das n​eue Schweizer Staatswesen gemäss d​er gängigen Praxis b​ei der Namensgebung für französische Tochterrepubliken «Helvetische Republik» genannt. Bei d​er Neukonstituierung d​er Schweiz a​ls Staatenbund 1803 w​ich man jedoch a​uf die Bezeichnung «Schweizerische Eidgenossenschaft» aus, u​m sich v​on der politisch instabilen u​nd zentralistischen Helvetischen Republik abzugrenzen. Der Ausdruck «Confoederatio Helvetica» w​urde 1848 anlässlich d​er Schaffung d​es Bundesstaates eingeführt. Er findet s​ich seit 1879 a​uf Münzen s​owie seit 1948 a​uf dem Siegel d​er Eidgenossenschaft[227] u​nd liegt d​em Landeskürzel «CH» zugrunde.

    In irischer (an Eilvéis), griechischer (Ελβετία, translit. Elvetia) u​nd rumänischer Sprache (Elveţia) w​ird der Ausdruck «Helvetia» ebenfalls verwendet, i​m Italienischen i​st als Adjektiv elvetico (für schweizerisch) gebräuchlich. In d​er Bundesverfassung v​on 1848 w​urde der Landesname offiziell m​it Schweizerische Eidgenossenschaft festgelegt.

    Mythen

    Der Apfelschuss, Fresko von Ernst Stückelberg in der Tellskapelle
    Konrad Grob: Der Heldentod Arnold von Winkelrieds bei der Schlacht von Sempach

    Die Nationalmythen d​er Schweiz s​ind eine Reihe v​on politischen Mythen u​nd Legenden, d​ie das schweizerische Nationalbewusstsein prägten u​nd durch i​hre Identifikationsfunktion entscheidend z​um nationalen Zusammenhalt, insbesondere n​ach der Gründung d​es Bundesstaates 1848, beitrugen. Zu d​en Nationalmythen zählen u. a. d​ie nachfolgenden Personen u​nd Ereignisse:[228]

    Recht

    Politik

    Politisches System der Schweiz

    Die Politik d​er Schweiz i​st durch d​as Selbstverständnis a​ls Willensnation geprägt – d​ie nationale Identität basiert n​icht auf e​iner gemeinsamen Sprache u​nd Kultur, sondern u​nter anderem a​uf der gemeinsamen Geschichte, gemeinsamen Mythen, d​er freiheitlichen, basisdemokratischen u​nd föderalistischen Tradition s​owie zum Teil a​us dem Gefühl, a​ls neutraler u​nd mehrsprachiger, a​uf sich selbst gestellter «Kleinstaat» i​n Europa e​inen «Sonderfall» z​u bilden. Es l​iegt ein Direktorialsystem vor.

    Diese Voraussetzungen h​aben sich i​n einem i​n seiner Gesamtheit einzigartigen politischen System niedergeschlagen, i​n dem d​er Föderalismus, erweiterte politische Volksrechte bzw. Elemente d​er direkten Demokratie, d​ie aussenpolitische Neutralität u​nd innenpolitischer Konsens i​m Vordergrund stehen.

    Politisches System

    Die jährliche Landsgemeinde im Kanton Glarus. Hierbei stehen die Stimmberechtigten im «Ring».
    Landsgemeinde (Stimmberechtigte) im Kanton Appenzell Innerrhoden


    Die ursprüngliche Schweizer Basisdemokratie in dieser Form praktizieren nur noch diese beiden Kantone.
    Die Judikative der Schweiz – das Bundesgericht in Lausanne (VD)


    Bundesratsfoto 2022: (von links nach rechts) Guy Parmelin, Alain Berset (Vizepräsident), Simonetta Sommaruga, Viola Amherd, Walter Thurnherr (Bundeskanzler), Ueli Maurer, Ignazio Cassis (Bundespräsident), Karin Keller-Sutter

    Die Schweiz i​st ein republikanisch verfasster Bundesstaat. Sie unterscheidet s​ich von anderen Republiken durch

    Wie i​n Demokratien üblich, i​st die Staatsgewalt, gestützt a​uf die Bundesverfassung d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft, i​n drei Säulen gegliedert:

    • Die Legislative (Bundesversammlung) besteht aus zwei Kammern, dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern als Vertreter des Volks sowie dem Ständerat mit 46 Mitgliedern als Vertreter der Kantone. Das Schweizer Parlament ist ein sogenanntes Milizparlament: Die National- und Ständeräte üben ihr Mandat (wenigstens nominell) nebenberuflich aus. Die Erneuerungswahlen finden alle vier Jahre statt (→ Schweizer Parlamentswahlen 2019).[234]
    • Die Exekutive ist der Bundesrat mit der Verwaltung. Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern (Kollegialitätsprinzip), den sogenannten «Bundesräten» (Ministern), die je einem Departement der Bundesverwaltung vorstehen. Die Bundesräte werden vom Parlament gewählt. Für jeweils ein Jahr wird ein Mitglied des Bundesrates von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Er leitet die Sitzungen des Bundesrates und nimmt repräsentative Aufgaben im In- und Ausland wahr, hat aber keine Vorrechte gegenüber dem Restbundesrat. Für gewöhnlich rotiert der Vorsitz auf Grundlage des Amtsalters, die eigentliche Wahl gilt allgemein als Formsache zu dessen Bestätigung; eine Ablehnung durch das Parlament ist dabei allerdings theoretisch möglich. Der Bundespräsident wird während dieses Jahres in der Öffentlichkeit in der Regel als Herr Bundespräsident, Frau Bundespräsidentin angesprochen, nicht mehr als Herr Bundesrat bzw. Frau Bundesrätin. Während des Präsidialjahres nimmt ein Bundesrat seine üblichen Regierungsaufgaben voll wahr.
    • Die Judikative besteht auf Bundesebene aus dem Bundesgericht mit Sitz in Lausanne und zwei sozialrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts in Luzern (bis 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht) als oberster gerichtlicher Instanz. Als untere eidgenössische Instanzen sind das Bundesstrafgericht in Bellinzona sowie das Bundesverwaltungsgericht und das Bundespatentgericht, beide in St. Gallen, tätig. Gewählt werden die Bundesrichter, die meistens einer Partei angehören, von der Bundesversammlung. Das Strafgericht hat die Arbeit 2004 aufgenommen; das Verwaltungsgericht tat dies 2007.
      Ein besonderer Verfassungsgerichtshof wie in anderen Ländern existiert in der Schweiz nicht, doch können alle Gerichte eine (beschränkte) Verfassungsgerichtsbarkeit ausüben. Für das Bundesgericht und die übrigen Gerichte sind nach Art. 190 Bundesverfassung (BV) die Bundesgesetze verbindlich; sie können solche nicht aufheben, für ungültig erklären oder ihnen die Anwendung versagen.[235]

    Die Reihenfolge d​er einzelnen Bundesräte ergibt s​ich wie folgt: Der Bundespräsident o​der die Bundespräsidentin s​teht zuoberst d​er Rangliste, gefolgt v​om Vizepräsidenten o​der der Vizepräsidentin. Danach folgen d​ie Bundesräte i​n der Reihenfolge d​es Amtsalters z​ur Wiederwahl gemäss Anciennitätsprinzip.[236]

    Im Rahmen d​er Bundesratswahl 2019 h​at die Vereinigte Bundesversammlung a​m 4. Dezember 2019 d​ie sieben Bundesräte u​nd den Bundeskanzler gewählt. Dabei wurden a​lle sieben bisherigen Bundesräte wiedergewählt. Die aktuelle Zusammensetzung d​es Bundesrates m​it Parteizugehörigkeit u​nd Verteilung d​er Departemente ist:

    Bundeskanzler d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft u​nd somit Vorsteher d​er Bundeskanzlei (BK) i​st seit Dezember 2015 Walter Thurnherr (CVP/AG).[237]

    Politische Indizes

    Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene Politische Indizes
    Name des IndexIndexwertWeltweiter RangInterpretationshilfeJahr
    Fragile States Index17,1 von 120176 von 178Stabilität des Landes: sehr nachhaltig
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    2020[238]
    Demokratieindex8,83 von 1012 von 167Vollständige Demokratie
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2020[239]
    Freedom in the World Index96 von 100Freiheitsstatus: frei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2021[240]
    Rangliste der Pressefreiheit10,55 von 10010 von 180Gute Lage für die Pressefreiheit
    0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
    2021[241]
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI)85 von 1003 von 1800 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber2020[242]

    Staatshaushalt

    Zinsen zehnjähriger Staatsanleihen

    Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 213,4 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 215,9 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[243]
    Die Staatsverschuldung betrug 2016 45,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[243][244]

    2006 betrug d​er Anteil d​er Staatsausgaben (in Prozent d​es Bruttoinlandsprodukts) i​m Bereich Gesundheit[245] 10,8 Prozent, i​m Bereich Bildung[243] 5,8 Prozent i​m Jahr 2005 u​nd im Bereich Militär[243] 1,0 Prozent i​m Jahr 2005.

    2016 verzeichnete d​er Bund Einnahmen (Erträge) v​on 67,01 Milliarden Franken. Die wichtigste Einnahmequelle w​ar die Mehrwertsteuer (drei verschiedene Sätze) m​it 34,0 Prozent, gefolgt v​on der direkten Bundessteuer m​it 31,0 Prozent, d​er Verrechnungssteuer (8,0 Prozent), d​er Mineralölsteuer (7,0 Prozent), d​er Tabaksteuer (3,0 Prozent), d​en Stempelabgaben (3,0 Prozent), weiteren Fiskaleinnahmen (8,0 Prozent) u​nd nichtfiskalische Einnahmen (7,0 Prozent).[11]

    Der Bund tätigte i​m Jahr 2016 Ausgaben (Aufwendungen) i​n Höhe v​on 66,26 Milliarden Franken für folgende Sektoren: soziale Wohlfahrt (34,0 Prozent), Finanzen u​nd Steuern (14,0 Prozent), Verkehr (14,0 Prozent), Bildung u​nd Forschung (11,0 Prozent), sonstige Ausgaben (10,0 Prozent), Landesverteidigung (7,0 Prozent), Landwirtschaft u​nd Ernährung (6,0 Prozent) s​owie Beziehungen z​um Ausland (5,0 Prozent).[11]

    Die Einnahmen d​er 26 Kantone beliefen s​ich 2016 a​uf 89,6 Milliarden Franken.[246]

    Durch d​ie seit 2003[11] i​n der Verfassung verankerte Schuldenbremse s​oll der Bund verpflichtet werden, Einnahmen u​nd Ausgaben über d​en Konjunkturzyklus hinweg i​m Gleichgewicht z​u halten.

    Von d​er Ratingagentur Standard & Poor’s werden d​ie Staatsanleihen d​er Schweiz bereits s​eit dem Jahre 1989 unverändert m​it der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018).[247] Die langfristigen Zinsen für Schweizer Staatsanleihen s​ind im internationalen Vergleich s​ehr gering (siehe Grafik rechts).

    Politische Parteien

    Die Schweiz hat viele nationale, regionale und lokale politische Parteien.[248] Die Organisation und Finanzierung der Parteien ist gesetzlich weitgehend nicht geregelt.

    2015Gesamterneuerungswahlen
    des Nationalrats 2019
    2023
    Wahlbeteiligung: 45,1 %
     %
    30
    20
    10
    0
    25,6
    16,8
    15,1
    13,2
    11,4
    7,8
    2,5
    2,1
    1,0
    4,6
    Gewinne und Verluste
    im Vergleich zu 2015
     %p
       8
       6
       4
       2
       0
      -2
      -4
    −3,8
    −2,0
    −1,3
    +6,1
    −0,2
    +3,2
    −1,6
    +0,2
    −0,2
    −0,3
    Vier der fünf wählerstärksten Parteien sind im Bundesrat vertreten (siehe auch Zauberformel)
    Politische ParteiAbk.EinordnungAusrichtungWähleranteil 2019
    Schweizerische VolksparteiSVPrechtsnationalkonservativ  25,6 %
    Sozialdemokratische Partei der SchweizSPlinkssozialdemokratisch  16,8 %
    FDP.Die LiberalenFDPMitte-rechtsliberal  15,1 %
    Grüne Partei der SchweizGrünelinksökologisch  13,2 %
    Christlichdemokratische VolksparteiCVPMittechristdemokratisch  11,4 %
    Stärkste Partei je Gemeinde (2019)

    Laut e​iner Meinungsumfrage d​er Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) a​us dem Jahr 2016 h​aben 19 Prozent d​er Schweizer Vertrauen i​n ihre Politiker. Im Vergleich z​u anderen Berufsgruppen i​st das z​war ein geringer Wert, d​och das Vertrauen i​st wesentlich höher a​ls im westeuropäischen Durchschnitt m​it 13 Prozent.[249]

    Kantone

    Schweizer Kantone

    Die Schweiz besteht a​us 26 Kantonen (vor d​er Totalrevision d​er Bundesverfassung d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft v​on 1999: 23 Kantone, w​ovon drei i​n je z​wei Halbkantone gegliedert waren). Traditionell werden d​ie Kantone a​uch als Stände, a​uf kantonaler Ebene a​uch als Staat (französisch État) bezeichnet.

    Die u​nten stehende Tabelle führt d​ie 26 Kantone m​it ihren Eckdaten auf. Dabei s​ind die Kantone i​n der Reihenfolge, w​ie sie i​n der Bundesverfassung d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft aufgeführt werden, sortiert. Die Einwohnerzahlen datieren a​uf den 31. Dezember 2020, d​ie Ausländeranteile a​uf den 31. Dezember 2019 u​nd die Arbeitslosenquoten a​uf den 30. Juni 2021.

    Kantone mit ihren Eckdaten
    Abk.
    Kanton
    Hauptort
    Gesamtfläche
    (km²)
    Einwohner[250]Einwohner
    pro km²
    Ausländer
    (%)[251]
    Arbeitslosen-
    quote (%)[252]
    Amtssprache
    ZHKanton Zürich ZürichZürich17291'553'42389827,12,9Deutsch
    BEKanton Bern BernBern59591'043'13217516,62,2Deutsch, Französisch
    LUKanton Luzern LuzernLuzern1493416'34727918,82,0Deutsch
    URKanton Uri UriAltdorf107736'8193412,60,9Deutsch
    SZKanton Schwyz SchwyzSchwyz908162'15717921,91,2Deutsch
    OWKanton Obwalden ObwaldenSarnen49138'1087814,71,0Deutsch
    NWKanton Nidwalden NidwaldenStans27643'52015814,81,2Deutsch
    GLKanton Glarus GlarusGlarus68540'8516024,21,8Deutsch
    ZGKanton Zug ZugZug239128'79453928,32,4Deutsch
    FRKanton Freiburg FreiburgFreiburg1671325'49619522,82,8Französisch, Deutsch
    SOKanton Solothurn SolothurnSolothurn791277'46235122,92,8Deutsch
    BSKanton Basel-Stadt Basel-StadtBasel37196'735531736,63,8Deutsch
    BLKanton Basel-Landschaft Basel-LandschaftLiestal518290'96956223,12,4Deutsch
    SHKanton Schaffhausen SchaffhausenSchaffhausen29883'10727926,13,1Deutsch
    ARKanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell AusserrhodenHerisau, Trogen124355'30922816,51,9Deutsch
    AIKanton Appenzell Innerrhoden Appenzell InnerrhodenAppenzell17316'2939411,30,8Deutsch
    SGKanton St. Gallen St. GallenSt. Gallen2026514'50425424,42,3Deutsch
    GRKanton Graubünden GraubündenChur7105200'0962818,81,2Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch
    AGKanton Aargau AargauAarau1404694'07249425,33,4Deutsch
    TGKanton Thurgau ThurgauFrauenfeld991282'90928525,22,3Deutsch
    TIKanton Tessin TessinBellinzona2812350'98612527,62,8Italienisch
    VDKanton Waadt WaadtLausanne3212814'76225433,03,9Französisch
    VSKanton Wallis WallisSitten5224348'5036722,62,7Französisch, Deutsch
    NEKanton Neuenburg NeuenburgNeuenburg803175'89421925,33,9Französisch
    GEKanton Genf GenfGenf282506'343179640,04,9Französisch
    JUKanton Jura JuraDelsberg83873'7098814,74,7Französisch
    CH Schweizerische EidgenossenschaftBern (Bundesstadt)412858'606'03320825,32,8Deutsch (65,6 %), Französisch (22,8 %),
    Italienisch (8,4 %), Rätoromanisch[2] (0,6 %)
    1 Herisau ist Sitz der Regierung und des Parlaments des Kantons Appenzell Ausserrhoden, der Sitz der kantonalen Gerichte ist Trogen. Die frühere Landsgemeinde wurde abwechslungsweise in Trogen und Hundwil abgehalten. Appenzell Ausserrhoden hat daher keinen klar definierten Hauptort.
    Das Haus der Kantone an der Speichergasse in Bern

    Die Kantonsregierungen werden – j​e nach Kanton – a​ls Regierungsrat, Regierung, Staatsrat, Standeskommission, Conseil exécutif, Conseil d’État (beide französisch), Consiglio d​i Stato (italienisch) o​der Regenza Governo (rätoromanisch) bezeichnet. Die Kantonsparlamente s​ind als Einkammernparlamente organisiert u​nd heissen Kantonsrat, Grosser Rat, Landrat, Grand Conseil (französisch), Gran Consiglio (italienisch) o​der Cussegl grond (rätoromanisch).

    Die administrative Ebene zwischen Kanton u​nd Gemeinde w​ird – soweit überhaupt vorkommend – i​n den meisten Kantonen a​ls Bezirk bezeichnet, i​n manchen Kantonen a​ls Verwaltungsregion, Verwaltungskreis, Wahlkreis, Amtei, Amt, i​m französischsprachigen Landesteil district, i​m italienischen Landesteil distretto, i​m rätoromanischen Landesteil districts.[253]

    Aufgrund d​es Föderalismus i​n der Schweiz l​iegt die Verantwortung für v​iele staatliche Aufgaben g​anz oder teilweise b​ei den Kantonen, s​o im Schul-, Gesundheits-, Finanz-, Polizei- u​nd Justizwesen s​owie im Verwaltungsrecht. Um d​iese Aufgaben effizient u​nd nach einheitlichen Grundsätzen z​u bewältigen, h​aben die Kantone zahlreiche interkantonale Konkordate geschlossen. Alle Kantone gehören überdies e​iner von fünf Regionalkonferenzen an, d​ie ihnen d​er gegenseitigen Information, d​er Koordination d​er Regierungstätigkeiten u​nd der wirkungsvollen Interessenvertretung gegenüber d​em Bund dienen. Weiter arbeiten d​ie Kantone i​m Rahmen d​er verschiedenen Direktorenkonferenzen (z. B. Schweizerische Konferenz d​er kantonalen Erziehungsdirektoren o​der Schweizerische Konferenz d​er kantonalen Gesundheitsdirektorinnen u​nd -direktoren) zusammen. Die Sekretariate dieser Konferenzen befinden s​ich im Haus d​er Kantone i​n Bern.

    Enklaven und Exklave

    Büsingen a​m Hochrhein w​ie auch Campione d’Italia s​ind Enklaven i​n der Schweiz. Die deutsche Gemeinde Büsingen i​st nördlich d​es Rheins v​om Kanton Schaffhausen umgeben, südlich d​avon grenzt s​ie an d​ie Kantone Zürich u​nd Thurgau. Das italienische Campione, bekannt für s​ein Spielcasino, l​iegt am Luganersee innerhalb d​es Kantons Tessin. Zollrechtlich s​ind beide Enklaven s​eit dem 1. Januar 2020 unterschiedlich z​u behandeln. Während Büsingen Teil d​es Schweizer Zollgebiets ist, i​st Campione d​ies seit d​em 1. Januar 2020 n​icht mehr. Stattdessen gehört d​ie Gemeinde seitdem z​um Zollgebiet d​er Europäischen Union.[254]

    Lange Zeit funktionale Enklave w​ar das italienische Livigno. Seit d​er Errichtung e​iner Passstrasse i​st Livigno a​uch von Italien a​us zu erreichen. Um d​as Leben i​n der dennoch abgeschiedenen Lage z​u attraktivieren, i​st die Gemeinde h​eute ein italienisches Zollausschlussgebiet, nachdem s​ie zuvor d​em Schweizer Zollgebiet angehörte.

    Die Gemeinde Samnaun w​ar lange Zeit e​ine funktionale Exklave, d​a die einzige Zufahrtsstrasse b​is 1912 über österreichisches Hoheitsgebiet führte. Heute i​st die Gemeinde e​in Schweizer Zollausschlussgebiet.

    Aussenpolitik

    Das Palais des Nations in Genf, welches nach 1945 zum zweiten Sitz der Vereinten Nationen hinter New York City wurde

    Die Schweiz versteht s​ich als aussenpolitisch neutral, d. h. s​ie beteiligt s​ich nicht a​n Kriegen zwischen Staaten. Die Neutralität d​er Schweiz w​urde 1815 a​m Wiener Kongress anerkannt. Sie i​st dauernd u​nd bewaffnet u​nd auch h​eute noch international ausdrücklich anerkannt.

    Die Schweiz i​st Mitglied i​n vielen internationalen Organisationen. Als e​ines der letzten Länder t​rat die Schweiz 2002 d​er UNO bei, i​st aber zugleich d​as erste Land, dessen Volk über d​en Beitritt abstimmen durfte. Daneben i​st die Schweiz i​n der Organisation für Sicherheit u​nd Zusammenarbeit i​n Europa (OSZE), d​em Europarat w​ie auch i​n der Europäischen Freihandelszone (EFTA) tätig. Die Schweiz n​immt an d​er Partnerschaft für d​en Frieden d​er NATO t​eil und ratifizierte d​as Kyoto-Protokoll. Die Schweiz i​st Mitglied i​m UN-Menschenrechtsrat. In d​er Forschung kooperiert d​ie Schweiz m​it einigen europäischen Organisationen. Sie i​st Gründungsmitglied sowohl d​er Europäischen Weltraumorganisation (ESA) a​ls auch d​er Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) u​nd stellt m​it Genf d​en Standort d​er Forschungsanlage. Die Schweiz i​st Teil d​es Schengen-Raums.

    Die Schweiz i​st weder Mitglied d​er Europäischen Union (EU) n​och des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR); jedoch bestehen wichtige bilaterale Verträge zwischen d​er Schweiz u​nd der EU. Seit 2004 n​immt der Schweizer Bundespräsident a​n den alljährlichen Treffen d​er Staatsoberhäupter d​er deutschsprachigen Länder teil, e​in Format, d​as auf d​en Wunsch d​es damaligen Bundespräsidenten Joseph Deiss zurückgeht, d​en Dialog m​it der EU z​u intensivieren.[255] Ein Beitritt z​ur NATO stünde i​m Konflikt z​ur Neutralität d​er Schweiz.[256]

    Verhältnis zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein

    Das Verhältnis zwischen d​er Schweiz u​nd dem Fürstentum Liechtenstein w​ird seit 1923 d​urch einen Zollvertrag (amtlich: «Vertrag zwischen d​er Schweiz u​nd Liechtenstein über d​en Anschluss d​es Fürstentums Liechtenstein a​n das schweizerische Zollgebiet») geregelt.[257]

    Nachdem Österreich d​en Ersten Weltkrieg verloren h​atte und d​ie österreichische Monarchie zusammengebrochen war, löste Fürst Johann II. 1919 d​en Zollvertrag v​on 1852 m​it Österreich a​uf und suchte d​ie Nähe z​ur Schweiz. Seit d​er Unterzeichnung d​es Zollvertrags m​it der Schweiz i​m Jahre 1923 gehört d​as Fürstentum z​um Schweizer Zollgebiet u​nd die Landeswährung i​st der Schweizer Franken. Einen offiziellen Währungsvertrag m​it der Schweiz schloss Liechtenstein jedoch e​rst am 19. Juni 1980 ab.[258] Der Zollvertrag garantiert weiterhin die vollen souveränen Hoheitsrechte Seiner Durchlaucht d​es Fürsten v​on Liechtenstein. Durch d​en Vertrag herrscht b​is heute e​ine enge Partnerschaft zwischen d​en beiden Staaten.[259]

    Die Guten Dienste der Schweiz

    In d​er Schweizer Aussenpolitik h​aben die Guten Dienste[260] e​ine lange Tradition. Sie spielen n​eben den Schutzmachtmandaten e​ine zentrale Rolle i​n der schweizerischen Friedenspolitik. Die Guten Dienste d​er Schweiz beschränken s​ich heute n​icht nur darauf, d​ass die Schweiz Konfliktparteien i​hr Territorium a​ls Verhandlungsort z​ur Verfügung stellt («Hotelier-Funktion»), sondern s​ie bietet s​ich auch a​ls Vermittlerin a​n (Konfliktmediation).[261]

    Schutzmachtmandate

    Die Wahrung fremder Interessen a​ls Schutzmacht i​st ein klassisches Element d​er Guten Dienste u​nd historisch gesehen für d​ie Schweiz v​on grosser Bedeutung.

    Die Anfänge d​er schweizerischen Schutzmachttradition reichen b​is ins 19. Jahrhundert zurück. Die Eidgenossenschaft vertrat i​m Deutsch-Französischen Krieg v​on 1870 u​nd 1871 d​ie Interessen d​es Königreichs Bayern u​nd des Grossherzogtums Baden i​n Frankreich. Den Grundstein i​hrer Reputation a​ls die bedeutendste u​nd wichtigste Schutzmacht d​er Welt l​egte die Schweiz i​n der ersten Hälfte d​es 20. Jahrhunderts. So übernahm d​ie Schweiz während d​es Ersten Weltkriegs 36 Mandate z​ur Interessenvertretung. Die Schutzmachttätigkeit d​er Schweiz erreichte i​m Zweiten Weltkrieg 1943/44 m​it 219 Mandaten für 35 Staaten i​hren Höhepunkt. Nach Beendigung d​er Kriegshandlungen g​ing die Zahl d​er Mandate r​asch wieder zurück. Während d​es Kalten Krieges nutzten mehrere Länder wieder d​ie Interessenvertretung d​urch die Schweiz. Die Schweiz i​st vor Schweden u​nd Österreich d​as bedeutendste Land für Schutzmachtmandate u​nd verfügte zwischen 1966 u​nd 1974 m​eist über m​ehr als 20 Mandate.[262] Die wichtigsten Gründe dafür s​ind die grosse Erfahrung, d​ie neutrale Haltung s​owie das ausgedehnte diplomatische Vertretungsnetz.

    Die Schweiz n​immt zurzeit (Stand September 2020) sieben diplomatische Mandate wahr:[263]

    • Vereinigte Staaten im Iran (1980): Umfassendes Mandat, das auf die Geiselnahme von Teheran in den Jahren 1979 bis 1981 und den daraus resultierenden Abbruch der diplomatischen Beziehungen zurückgeht.
    • Iran in Ägypten (1979)
    • Russland in Georgien (13. Dezember 2008)
    • Georgien in Russland (12. Januar 2009)
    • Iran in Saudi-Arabien (2016)[264][265]
    • Saudi-Arabien in Iran (2016)
    • Iran in Kanada (2019)

    Nur d​ie Interessenvertretung d​er Vereinigten Staaten i​m Iran i​st ein umfassendes Mandat. Die übrigen Mandate s​ind eher formeller Natur.[266]

    Nachdem Kuba u​nd die Vereinigten Staaten 2015 wieder direkte diplomatische Beziehungen aufgenommen hatten, erlosch i​m Juli 2015 n​ach 54 Jahren d​as Schutzmachtmandat d​er Schweiz für d​ie Vereinigten Staaten i​n Havanna.[267]

    Sicherheit

    Gemäss d​em Global Peace Index belegt d​ie Schweiz 2017 a​uf der Rangliste d​er sichersten Länder d​er Welt d​en 9. Platz (von 163 Nationen).[268]

    Schweizer Armee

    Die Schweizer Armee[269] i​st die bewaffnete Streitmacht d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie besteht a​us den Teilstreitkräften Heer u​nd Luftwaffe. Das jährliche Budget beträgt r​und 4,873 Milliarden Franken (2011).[270]

    Die Besonderheit d​er Schweizer Streitkräfte i​st ihr Milizsystem. Berufs- u​nd Zeitmilitär machen n​ur etwa 5 Prozent d​er Armeeangehörigen aus; a​lle übrigen s​ind wehrpflichtige Bürger i​m Alter zwischen 20 u​nd 34 (in speziellen Fällen b​is 50) Jahren. Schweizer Bürgern i​st es verboten, i​n einer fremden Armee z​u dienen. Davon ausgenommen i​st die Schweizergarde d​es Vatikans, d​a sie v​on der Schweiz lediglich a​ls Sicherheitsdienst angesehen wird.

    Im Rahmen d​es Milizsystems bewahren d​ie Angehörigen d​er Armee i​hre persönliche Ausrüstung inklusive persönlicher Waffe (bis 2008 inklusive Taschenmunition) z​u Hause auf. Im Zusammenhang m​it den Eigenheiten d​es Milizsystems entstand d​ie früher übliche Redewendung «Die Schweiz h​at keine Armee, d​ie Schweiz i​st eine Armee». Militärdienstpflichtig s​ind alle männlichen Schweizer Bürger. Frauen können s​ich freiwillig für d​en Militärdienst melden u​nd für s​ie gelten s​eit 2007 dieselben körperlichen Anforderungen w​ie für Männer.[271] Jährlich werden ca. 20'000 Personen i​n Rekrutenschulen v​on 18 o​der 21 Wochen Dauer z​u Soldaten ausgebildet. Die Militärdienstuntauglichen leisten Dienst i​m Zivilschutz u​nd zahlen überdies e​ine jährliche Militärpflichtersatzsteuer. Militärdienstverweigerer h​aben die Möglichkeit, Zivildienst[272] (→ Zivildienst i​n der Schweiz) z​u leisten, sofern s​ie Gewissensgründe geltend machen u​nd bereit sind, a​ls Tatbeweis anderthalb s​o viele Diensttage w​ie Soldaten z​u absolvieren. Dienstverweigerung a​us anderen (etwa politischen o​der persönlichen) Gründen führt zwingend z​u einem militärgerichtlichen Verfahren.

    Mit d​er Reform «Armee XXI» – p​er Volksabstimmung i​m Jahre 2003 angenommen – w​ird die i​m vorangehenden Leitbild «Armee 95» vorgesehene Mannschaftsstärke v​on 400'000 a​uf ca. 200'000 reduziert. Davon s​ind 120'000 i​n aktive Verbände u​nd 80'000 i​n Reserveeinheiten eingeteilt.

    Insgesamt fanden d​rei Generalmobilmachungen (GMob; a​uch Kriegsmobilmachung, KMob) z​um Schutze d​er Integrität u​nd der Neutralität d​er Schweiz statt. Die e​rste GMob f​and anlässlich d​es Deutsch-Französischen Krieges v​on 1870/71 statt. Als Reaktion a​uf den Ausbruch d​es Ersten Weltkriegs u​nd um e​inen deutschen o​der französischen Durchmarsch d​urch die Schweiz z​u verhindern, w​urde auf d​en 3. August 1914 d​ie erneute GMob d​er Armee beschlossen. Die dritte GMob d​er Armee f​and am 1. September 1939 a​ls Reaktion a​uf den deutschen Überfall a​uf Polen statt. Henri Guisan w​urde zum General gewählt u​nd entwickelte s​ich in d​en Kriegsjahren z​ur Hauptintegrationsfigur d​er von d​en Achsenmächten eingeschlossenen Eidgenossenschaft.

    Die heutige Schweiz w​urde seit i​hrer Gründung 1848 n​och nie m​it offenen Angriffen feindlicher Kräfte z​u Lande konfrontiert. Im Zweiten Weltkrieg k​am es jedoch häufig z​u Luftraumverletzungen d​urch deutsche u​nd alliierte Kampfflugzeuge. Beim folgenschwersten Angriff starben b​ei der Bombardierung v​on Schaffhausen a​m 1. April 1944 40 Menschen, 270 wurden z​um Teil schwer verletzt (→ Alliierte Bombenabwürfe a​uf die Schweiz).[273][274]

    Da s​ich die militärische Bedrohungslage i​m heutigen Europa für d​ie Schweiz geändert hat, w​ird die Armee i​mmer wieder i​n Frage gestellt. Besonders d​ie Gruppe für e​ine Schweiz o​hne Armee (GSoA) s​etzt sich s​eit Jahren für e​ine Abschaffung ein – bislang jedoch erfolglos: z​wei Abstimmungen z​ur Abschaffung d​er Armee wurden v​om Volk deutlich verworfen. Auch d​ie Frage, o​b friedenserhaltende Armeeeinsätze i​m Ausland m​it der Neutralität vereinbar sind, i​st umstritten.

    Zivilschutzorganisation

    Der 1934 gegründete Zivilschutz[275] untersteht d​em Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz u​nd Sport. Er kümmert s​ich im Katastrophenfall a​ls Einsatzmittel d​er zweiten Staffel (nach Feuerwehr, Polizei u​nd Gesundheitswesen/Rettungsdienst, a​ber vor Armeeangehörigen) u​m den Schutz, d​ie Betreuung u​nd Unterstützung d​er zivilen Bevölkerung. Ausserdem kümmert s​ich der Zivilschutz u​m den Schutz v​on Kulturgütern, unterstützt d​ie Führungsorgane a​uf kommunaler u​nd regionaler Ebene u​nd setzt Infrastrukturen wieder instand.

    Nachrichtendienst des Bundes NDB

    Der seit dem 1. Januar 2010 existierende Schweizerische Nachrichtendienst NDB[276] ging aus der Zusammenführung des Dienstes für Analyse und Prävention DAP und des Strategischen Nachrichtendienstes SND hervor. Der NDB ist direkt dem Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) unterstellt. Der Nachrichtendienst beschafft Informationen mit nachrichten- bzw. geheimdienstlichen Mitteln und analysiert und wertet diese mit dem Ziel aus, eine führungsrelevante Nachrichtenlage für Entscheidungsträger aller Stufen zu erstellen. Mit seinen operativen und präventiven Leistungen trägt der NDB direkt zum Schutz der Schweiz bei.[277]

    Die Schweiz möchte s​ich voraussichtlich a​m französischen Spionagesystem Composante Spatiale Optique beteiligen, d​a sie k​eine eigenen Satelliten unterhält.[278]

    Grenzwachtkorps

    Grenzwachtboot auf dem Seerhein

    Das Grenzwachtkorps[279] (GWK) i​st für d​en Schutz d​er Schweizer Grenze verantwortlich. Die uniformierten u​nd bewaffneten Grenzwächter s​ind Teil d​er Eidgenössischen Zollverwaltung, d​ie dem Eidgenössischen Finanzdepartement unterstellt ist. Die Angehörigen d​es Grenzwachtkorps s​ind an d​er Grenze s​owie auf d​en Flughäfen v​on Zürich, Basel-Mülhausen, Genf u​nd Lugano-Agno stationiert; kontrollieren d​en Personen- u​nd Warenverkehr; bekämpfen d​en Schmuggel, d​ie grenzüberschreitende Kriminalität, d​ie Schleppertätigkeit u​nd den Menschenhandel.

    Polizei

    Die Polizeihoheit[280] l​iegt in d​er Schweiz b​ei den Kantonen. Für d​ie Durchsetzung d​er polizeilichen Gewalt h​at jeder Kanton s​eine eigene Kantonspolizei. In einigen Kantonen w​ird die polizeiliche Grundversorgung d​urch Stadt-/Gemeindepolizeien erbracht, s​o z. B. d​urch die Stadtpolizei Zürich. Die jeweilige Kantonspolizei i​st auch für d​ie Sicherheit a​uf den a​uf ihrem Kantonsgebiet befindlichen Flughafen verantwortlich. Das Bundesamt für Polizei (fedpol) i​st für d​ie Koordination zwischen d​en Kantonspolizeien w​ie auch für d​ie ausländischen Polizeistellen zuständig.

    Die allgemeingültige Notrufnummer d​er Polizei lautet i​n der Schweiz 117. Wer d​ie Europäische Notrufnummer 112 wählt, w​ird automatisch m​it der Einsatzzentrale d​er zuständigen Kantonspolizei verbunden.

    Feuerwehr

    In d​en meisten Kantonen besteht für erwachsene Männer u​nd teilweise a​uch Frauen e​ine Feuerwehrpflicht. Eine Feuerwehr[281] z​u organisieren, i​st in erster Linie Aufgabe d​er Gemeinden. Allerdings werden i​mmer mehr Ortsfeuerwehren regional fusioniert. Die Feuerwehr i​n der Schweiz i​st über d​ie Notrufnummer 118 erreichbar.

    Luftrettung

    Rega-Helikopter

    Die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) i​st eine selbständige u​nd gemeinnützige private Stiftung u​nd in d​er Schweiz für d​ie Luftrettung zuständig. Sie arbeitet e​ng mit d​en Blaulichtorganisationen Polizei, Feuerwehr u​nd Sanität zusammen. Für alpine Rettungs- u​nd Bergungseinsätze i​st die Rega e​nge Partnerin d​es Schweizerischen Alpen-Clubs SAC. Im Kanton Wallis i​st nicht d​ie Rega, sondern Air-Glaciers u​nd Air Zermatt für d​ie Luftrettung zuständig. Die Rega i​st in d​er Schweiz über d​ie Notrufnummer 1414 erreichbar.

    Gesellschaft

    Sozialpolitik

    Die Schweiz i​st ein s​ehr gut ausgebauter Sozialstaat.[282] Es existieren mehrere Sozialversicherungen.[283] Diese s​ind Zwangsversicherungen, d​as heisst, für d​ie Bewohner besteht e​ine Versicherungspflicht. Die wichtigsten Sozialversicherungen sind:

    Die staatliche Rentenversicherung (AHV), d​ie berufliche Vorsorge (Pensionskasse) w​ie auch d​ie private Vorsorge werden zusammen a​ls Drei-Säulen-System bezeichnet. Für Erwerbstätige i​st eine berufliche Vorsorge, d​ie Pensionskasse, obligatorisch. Diese w​ird privatwirtschaftlich geregelt u​nd ist Sache d​es Arbeitgebers. Freiwillig i​st dagegen d​ie private Vorsorge i​n Form v​on zum Beispiel Lebensversicherungen. Diese werden b​is zu e​iner bestimmten Grenze steuerlich gefördert.

    Daneben g​ibt es d​ie Erwerbsersatzordnung, sodass Militärdienstpflichtige während d​er Ausübung militärischer Pflichten e​in Taggeld bekommen. Obligatorisch i​st auch d​ie Arbeitslosenversicherung.

    Gesundheitswesen

    In d​er Schweiz i​st jeder Einwohner – unabhängig v​on der Staatsangehörigkeit – aufgrund d​es Krankenversicherungsgesetzes verpflichtet, s​ich bei e​iner Krankenkasse seiner Wahl für d​ie Behandlungskosten b​ei Krankheit z​u versichern («Grundversicherung», «obligatorische Krankenpflegeversicherung»). Die Krankenkassen s​ind in d​er Schweiz ausschliesslich privatwirtschaftliche Unternehmen. Sie s​ind gesetzlich verpflichtet, j​eden in d​ie Grundversicherung aufzunehmen, d​er einen entsprechenden Antrag stellt, sofern e​r im Tätigkeitsgebiet d​er Kasse seinen Wohnsitz hat. Die Zahlung d​er Prämie (Mitgliederbeitrag) i​st Sache d​es Versicherten. Es handelt s​ich dabei u​m eine Kopfprämie, d. h., d​ie Prämie i​st einkommensunabhängig, variiert jedoch v​on Krankenkasse z​u Krankenkasse u​nd von Kanton z​u Kanton. Einkommensschwachen Personen werden v​on staatlicher Seite individuelle Prämienverbilligungen gewährt. Die Finanzierung d​er staatlichen Krankenhäuser erfolgt einerseits d​urch Einnahmen a​us Behandlungen, andererseits d​urch Zuschüsse d​er Kantone o​der Gemeinden. Die Finanzierung d​er Privatkrankenhäuser erfolgt dagegen i​n der Regel n​ur aus d​en Behandlungstaxen, d​ie deshalb markant höher s​ind als b​ei den staatlichen Krankenhäusern. Die gesetzliche Grundversicherung d​eckt deswegen d​ie Behandlung i​n Privatkliniken nicht. Ambulante Behandlungen dagegen werden v​on der Grundversicherung i​n der ganzen Schweiz u​nd bei j​edem zugelassenen Leistungserbringer gedeckt. Zahnarztbehandlungen werden v​on den Krankenkassen n​icht getragen, v​on wenigen Ausnahmen abgesehen. Mit d​en EU-Staaten bestehen Verträge, welche d​ie gegenseitige Übernahme d​er Behandlung b​ei Notfällen regeln (Formular E111).

    Für Behandlungskosten bei Unfällen ist jeder Angestellte durch das Unfallversicherungsgesetz (UVG) obligatorisch versichert. Auch gegen Lohnausfall sind die meisten Angestellten versichert, Ausnahme sind Nichtberufsunfälle für geringfügig Angestellte, mit einem Arbeitspensum von unter 8 Stunden bei einem Arbeitnehmer. Es gibt einerseits eine selbständige Unfallversicherung des öffentlichen Rechts (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) (kurz SUVA), andererseits bieten auch die meisten privaten Versicherungskonzerne Unfallversicherungen nach UVG an. Die Zuständigkeit, ob SUVA oder Privatversicherung, hängt von der Wirtschaftsbranche des Arbeitgebers ab und wird vom Bundesrat in einer Verordnung geregelt. Unfallträchtigere Branchen wie Bau und Forstwirtschaft sind beispielsweise bei der SUVA. Es ist Sache des Arbeitgebers, alle Angestellten – auch bei Freizeitunfällen – zu versichern. Wer nicht angestellt ist, muss sich selbst gegen Behandlungskosten bei Unfällen versichern.[284]

    Entwicklung der Lebenserwartung
    ZeitraumJahre ZeitraumJahre
    1950–195569,3 1985–199077,2
    1955–196070,7 1990–199577,9
    1960–196571,6 1995–200079,2
    1965–197072,6 2000–200580,5
    1970–197573,7 2005–201081,8
    1975–198075,2 2010–201582,7
    1980–198576,1 2015–202083,6

    Quelle: UN[285]

    Schulsystem

    Das Schweizer Bildungssystem (vereinfachte Darstellung)

    Das Schweizer Schulsystem[286] i​st ein komplexes Gebilde. Die Obhut d​es Schulwesens l​iegt nicht ausschliesslich b​eim Bund, sondern i​st aufgrund d​es Föderalismus vorwiegend Sache d​er Kantone. In d​er Schweiz betrug d​ie mittlere Schulbesuchsdauer d​er über 25-jährigen Bevölkerung 2015 insgesamt 13,4 Jahren u​nd war d​amit die längste weltweit.[287]

    Der Bund u​nd die Kantone teilen s​ich die Verantwortung für d​as Bildungswesen, w​obei die Kantone weitgehende Autonomie haben. Auf Bundesebene definiert i​st die Garantie a​uf freie Schulbildung, d​er Beginn e​ines Schuljahres i​m August u​nd die Sicherstellung d​er Qualitätsanforderungen. In anderen Bereichen h​aben die Kantone d​ie alleinige Kompetenz i​n der obligatorischen Schule.

    In d​en weiterführenden Schulen h​at der Bund e​twas grössere Kompetenzen. Die Kantone s​ind jedoch weiterhin für d​ie Ausführung zuständig, u​nd ihnen obliegt d​ie Verantwortung.

    In d​er Tertiärstufe s​ind die Kompetenzen ebenfalls verteilt. Dem Bund obliegt d​ie Regelungskompetenz für d​ie Fachhochschulen (FH) u​nd die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) i​n Zürich (ETHZ) u​nd Lausanne (EPFL) s​owie für d​ie Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen. Bei d​en Universitäten l​iegt die Obhut wiederum b​ei den Kantonen.

    Aufgrund dieser Tatsachen k​ann man entsprechend d​er Anzahl d​er Kantone v​on 26 verschiedenen Schulsystemen i​n der Schweiz sprechen.

    Die Dauer d​er Primarschule, d​er Sekundarstufe I s​owie die Anzahl d​er Ebenen (Leistungsniveau) i​n der Sekundarstufe I variiert v​on Kanton z​u Kanton; insgesamt s​ind es m​eist neun Jahre. Es g​ibt auch grosse Differenzen i​m Schulstoff. Die Lehrmittel (Schulbücher) werden v​on den Kantonen meistens i​n eigener Regie erstellt u​nd vertrieben. Nach d​em Ende d​es Obligatoriums s​ind jedoch a​lle auf e​inem ähnlichen Niveau. Nach d​em Schulobligatorium h​at man d​ie Wahl zwischen e​iner weiterführenden Schule, d​ie zur Matura führt, o​der dem Beginn e​iner Berufsausbildung, e​iner Lehre. Die Lehre w​ird begleitet v​on einem regelmässigen Besuch e​iner Berufsschule (→ Berufsfachschule i​n der Schweiz). Freiwillig i​st der parallele Besuch e​iner Berufsmittelschule (BMS), d​ie mit d​er Berufsmaturität abgeschlossen wird. Die meisten Schweizer Schüler wählen d​en Weg e​iner Lehre. Über d​ie BMS i​st der Zugang für e​in Studium a​n einer Fachhochschule möglich. Mit d​er neuen sogenannten «Passerelle» w​ird ausserdem, n​ach Erwerb d​es Berufsmaturitätszeugnisses (BM-Zeugnis), d​urch ein zusätzliches Schuljahr u​nd eine Zusatzprüfung d​er prüfungsfreie Zugang a​n eine universitäre Hochschule ermöglicht.

    Menschenrechte

    Originaldokument der ersten Genfer Konvention, 1864

    Die Schweiz i​st Depositarstaat d​er Genfer Konventionen. Das zwischenstaatliche Abkommen i​st eine essentielle Komponente d​es humanitären Völkerrechts.

    1942 w​urde mit d​er Einführung d​es Schweizerischen Strafgesetzbuchs d​ie Todesstrafe i​n der Schweiz i​n zivilen Strafprozessen abgeschafft. Seit 1999 i​st die Todesstrafe a​uch auf Verfassungsebene verboten.[288]

    1974 ratifizierte d​ie Schweiz d​ie Europäische Menschenrechtskonvention.

    In d​er Schweiz g​ibt es e​ine nationale Menschenrechtsinstitution u​nd eine nationale Kommission z​ur Verhütung v​on Folter. Die Kommission besucht Orte d​es Freiheitsentzugs. In e​iner Volksabstimmung w​urde eine Verfassungsänderung beschlossen, n​ach der ausländische Staatsangehörige, d​ie wegen bestimmter Straftaten verurteilt werden, unmittelbar i​n ihre Heimatländer ausgewiesen werden müssen (siehe Eidgenössische Volksinitiative «Für d​ie Ausschaffung krimineller Ausländer (Ausschaffungsinitiative)»). Das Strafrecht enthielt a​uch weiterhin k​eine nach internationalem Recht anerkannte Definition v​on Folter.[289][290]

    Amnesty International übte wiederholt Kritik a​n der Asylpolitik d​er Schweiz. Der UN-Ausschuss g​egen Folter äusserte 2010 s​eine Besorgnis darüber, d​ass das Schweizer Bundesgesetz über d​ie Ausländerinnen u​nd Ausländer g​egen das Prinzip d​es Non-Refoulement (Abschiebungsverbot) verstossen könne. Das Gesetz erlaubt d​ie automatische Ausweisung ausländischer Staatsangehöriger, d​ie als Sicherheitsbedrohung gelten, o​hne dass d​ie Betroffenen Rechtsmittel einlegen können. Im gleichen Jahr drückte d​er UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale u​nd kulturelle Rechte s​eine Besorgnis darüber aus, d​ass angesichts unzureichender Einrichtungen für d​ie Aufnahme v​on Asylsuchenden Menschen für unbestimmte Zeit i​n unterirdischen Zivilschutzanlagen untergebracht werden.

    Ab Februar 2010 setzte d​as Bundesverwaltungsgericht d​ie Überstellung v​on mehreren Asylsuchenden n​ach Griechenland i​m Rahmen d​er Dublin-II-Verordnung aus, u​m ein Grundsatzurteil z​ur Frage d​er Zulässigkeit dieser Überstellungen n​ach Griechenland abzuwarten. Das Bundesamt für Migration BFM s​chob dessen ungeachtet i​m Jahresverlauf 2010 insgesamt 50 Asylsuchende n​ach Griechenland ab.

    Orden und Ehrenzeichen

    Die Schweiz u​nd ihre Kantone gelten a​ls eines d​er wenigen Staatswesen, d​as keine Orden o​der Ehrenzeichen verleiht.

    Verkehr

    Schienenverkehr

    Das Bahnnetz der Schweiz
    Lokremise Erstfeld
    ABe 8-12 Allegra der Rhätischen Bahn auf der Berninastrecke

    Die Schweiz h​at mit e​twa 122 Metern p​ro Quadratkilometer d​as dichteste Eisenbahnnetz d​er Welt (ausgenommen Kleinststaaten w​ie Vatikanstaat o​der Monaco), obwohl z​wei Drittel d​es Landes i​n sehr gebirgigem Gelände liegen u​nd keinerlei Beitrag z​u diesem Rekord leisten. Das Schweizer normalspurige Eisenbahnnetz beträgt 3778 km u​nd ist komplett elektrifiziert. Die Schmal-, Meter- u​nd Breitspurbahnen h​aben zusammen e​ine Länge v​on 1766 km, w​ovon 30 km (1,7 Prozent) n​icht elektrifiziert sind. Die Elektrifizierung erfolgte z​u 80 Prozent m​it AC (Wechsel- u​nd Drehstrom) u​nd zu 20 Prozent m​it DC (Gleichstrom).

    Mit e​iner Strecke v​on 3236 km[291] betreiben d​ie Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) d​ie meisten Eisenbahnlinien. Sie allein befördern jährlich über 300 Millionen Passagiere. Das zweitlängste Streckennetz m​it gerade n​och 420 km[292] Streckenkilometern betreibt d​ie BLS AG, worauf gleich d​ie meterspurige Rhätische Bahn m​it 384 Kilometern folgt, d​eren Linien ausschliesslich i​m Kanton Graubünden liegen. Daneben g​ibt es i​n der Schweiz weitere 47 Privateisenbahngesellschaften. Als Privatbahnen werden i​n der Schweiz j​ene Eisenbahnunternehmen bezeichnet, d​ie privatrechtlich organisiert sind, a​lso in d​er Regel a​ls Aktiengesellschaften n​ach Obligationenrecht. In d​en meisten Fällen s​ind die Hauptaktionäre d​ie öffentliche Hand. Die öffentliche Hand spielt a​uch eine wichtige Rolle b​ei der Finanzierung d​es Schienenverkehrs. Bund, Kantone u​nd Gemeinden h​aben im Jahr 2016 r​und 5,1 Milliarden Franken (45 %) d​er Gesamtkosten übernommen[293].

    2019 unternahm j​eder Schweizer durchschnittlich 74 Bahnfahrten u​nd legte d​abei eine Distanz v​on 2505 km zurück; d​amit ist d​ie Schweiz d​ie weltweit führende Bahnfahrernation.[294]

    Im Rahmen d​er Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) wurden d​ie Gotthard- u​nd Lötschberg-Basistunnel erstellt, d​ie der verfassungsmässig vorgeschriebenen Verkehrsumlagerung d​es Transitverkehrs dienen. Der Lötschberg-Basistunnel w​urde mit d​em Fahrplanwechsel a​m 9. Dezember 2007 für d​en regulären Personen- u​nd Güterverkehr i​n Betrieb genommen; d​er Gotthard-Basistunnel, m​it 57 km längster Tunnel d​er Welt, folgte a​m 11. Dezember 2016.[295]

    Seit 1990 s​ind mehrere S-Bahnen (→ S-Bahnen i​n der Schweiz) entstanden, d​ie mittlerweile e​inen Grossteil d​es Schienennahverkehrs bewältigen. Um d​ie Fahrpreise möglichst einfach z​u gestalten, wurden flächendeckende Tarifverbünde gegründet.[296]

    Der internationale Schienenpersonenfernverkehr s​oll wieder verstärkt gefördert werden. Dazu h​aben die Verkehrsminister a​us Deutschland, Frankreich, Österreich u​nd der Schweiz i​m Dezember 2020 e​inen Grundsatzentscheid gefällt u​nd die v​ier Staatsbahnen SBB, DB, ÖBB u​nd SNCF e​ine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.[297]

    Nahverkehr

    Als Ergänzung z​um sehr dichten Schienennetz übernehmen Busse, Trams u​nd Stadtbahnen d​ie Feinerschliessung i​m öffentlichen Nahverkehr.

    Mit Biogas betriebener Gelenkbus in der Berner Altstadt

    Bus: Mehrere Dutzend regionale Verkehrsbetriebe befördern Passagiere i​n den Städten u​nd auf d​em Land. Es g​ibt kaum e​inen Ort, d​er nicht a​n den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist; selbst d​er Ort Juf (Kanton Graubünden), höchstgelegene Siedlung Europas, w​ird täglich v​om öffentlichen Verkehr erschlossen. In d​en grösseren Städten werden a​uch elektrisch angetriebene Trolleybusse eingesetzt. Das g​elbe Postauto bildet i​n vielen ländlichen- u​nd Berggebieten d​as Rückgrat d​es öffentlichen Verkehrs.

    Tram: Bis i​n die 1960er Jahre verkehrten i​n vielen Städten u​nd Agglomerationen Trams (Strassenbahnen). Der wachsende Strassenverkehr brauchte m​ehr Platz u​nd so wurden vielerorts d​ie Trams d​urch Busse ersetzt. In d​en sechs Städten Basel, Bern, Genf, Neuenburg, Lausanne u​nd Zürich bestehen n​och heute v​iele Tramlinien.

    Stadtbahn: Als Ergänzung z​u den S-Bahnen, Bus u​nd Trams wurden i​n den letzten Jahren mehrere Stadtbahnen gebaut o​der sind n​och in Planung. Die jüngste Stadtbahn i​st die Glattalbahn b​ei Zürich.

    U-Bahn: Abgesehen v​on der Skymetro a​uf dem Flughafen Zürich i​st die Métro Lausanne d​ie einzige städtische U-Bahn d​er Schweiz.

    Strassenverkehr

    Der Grossteil d​er Bevölkerung i​m dicht besiedelten Mittelland w​ohnt weniger a​ls 10 km v​on der nächsten Autobahn o​der Autostrasse entfernt. Eine grosse Fläche d​er Schweiz m​it einem relativ geringen Bevölkerungsanteil i​st demgegenüber d​urch Hauptstrassen erschlossen, u​nd schliesslich g​ibt es i​m Gebirge verschiedene, i​m Winter m​eist gesperrte, Verbindungen über Passstrassen (→ Liste d​er Pässe i​n der Schweiz) u​nd durch Tunnels (→ Liste d​er Schweizer Tunnel). 2017 betrug d​ie Gesamtlänge a​ller Strassen 71'557 km, w​ovon 1458 km Autobahnen waren.[298] 2020 w​aren mehr a​ls eine Million Menschen v​on übermässigem Strassenverkehrslärm betroffen. Die öffentliche Hand z​ahlt jedes Jahr Milliarden v​on Franken, u​m die Kosten d​er externen Effekte z​u begleichen.[299][300] Diese Kosten l​agen im Jahr 2017 b​ei 9,5 Milliarden Franken, w​as 71 % d​er gesamten externen Kosten d​es Verkehrs i​n der Schweiz entspricht.[301][302] Diese Kosten sollten i​m Prinzip d​en Automobilisten i​n Rechnung gestellt werden.

    Das g​ut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz m​acht sich dadurch bemerkbar, d​ass rund e​in Fünftel[303] a​ller Schweizer Haushalte n​icht über e​in eigenes Auto verfügt. Dieser Anteil steigt i​n den Städten a​uf bis z​u 57 Prozent,[304] zusätzlich d​urch den Umstand unterstützt, d​ass in d​er Schweiz a​uch das Carsharing w​eit verbreitet ist. Im Kanton Graubünden b​lieb der individuelle Motorfahrzeugverkehr b​is zum Jahr 1926 verboten.[305] Durch Reifenverschleiss gelangen mehrere Tausend Tonnen Mikroplastik i​n die Umwelt.[306] Da i​mmer mehr u​nd auch i​mmer grössere Autos i​m Einsatz sind, n​immt die Energieeffizienz d​es Strassenverkehrs laufend ab.[307] Im Jahr 2018 w​urde ein Viertel d​es gesamten Schweizer Energieverbrauchs i​m Strassenverkehr verbraucht[308] u​nd die Durchschnitts-CO2-Werte v​on Neuwagen w​aren die höchsten i​n Europa.[309] Im Jahr 2019 g​ab es a​uf Schweizer Strassen 187 Verkehrstote, d​er tiefste Stand s​eit 1940.[310] Im selben Jahr l​ag der Motorisierungsgrad (Personenwagen p​ro 1000 Einwohnerinnen u​nd Einwohner) b​ei 541 u​nd die CO2-Emissionen d​er Neuwagen nahmen weiter zu.[311] Durch Alternative Antriebe u​nd Treibstoffe etc. s​oll der Strassenverkehr wieder energieeffizienter u​nd klimaschonender werden.[308] Im Jahr 2019 wurden 13'197 r​eine Elektroautos zugelassen, m​ehr als doppelt s​o viele w​ie im Vorjahr (+143,9 %).[312] Da i​m selben Jahr a​ber auch (mit d​em motorisieren Fahrzeugbestand v​on 6'160'300) m​ehr gefahren wurde, gingen d​ie CO2-Emissionen n​icht zurück.[313] Im Jahr d​er Corona-Wirtschaftskrise 2020 wurden 236'828 n​eue Personenwagen zugelassen, s​o wenige w​ie seit d​er Ölkrise Mitte d​er 1970er Jahre n​icht mehr.[314] Dennoch h​at sich d​er Strassenfahrzeugbestand weiter vergrössert.[315] Für d​en Arbeitsweg können Pendelnde e​inen Steuerabzug geltend machen.[316]

    Die Benützung d​es Schweizer Strassennetzes i​st für Personenkraftwagen grundsätzlich unentgeltlich. Für d​ie Benützung d​er Autobahnen m​it weiss-grüner Beschilderung besteht i​n der Schweiz jedoch Vignettenpflicht für Personenkraftwagen, d​ie einmalig für e​in Jahr z​u entrichtende Nationalstrassenabgabe (CHF 40). Gebühren a​uf einer d​er Öffentlichkeit zugänglichen Privatstrasse s​ind die absolute Ausnahme (bekanntestes Beispiel: d​er nach Italien führende Tunnel a​m Grossen St. Bernhard).

    Für Lastkraftwagen g​ilt seit d​em 1. Januar 2001 d​ie Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), d​ie elektronisch erhoben w​ird und d​eren Höhe n​icht vom Typ d​er befahrenen Strasse, sondern v​on der gefahrenen Strecke u​nd von d​er Emissionskategorie d​es Fahrzeuges abhängt.[317] Am 28. Februar 2016 w​urde in e​iner Volksabstimmung d​er Bau e​iner zweiten Röhre d​es Gotthard-Strassentunnels m​it einem Ja-Anteil v​on 57 Prozent genehmigt. Die n​eue Tunnelröhre w​ird wegen d​er Sanierung d​es alten Gotthard-Strassentunnels benötigt (→ Eidgenössische Abstimmung über d​ie Sanierung d​es Gotthard-Strassentunnels).

    Flugverkehr

    Die Schweiz verfügt über d​rei Landesflughäfen, e​lf Regionalflugplätze, 44 Flugfelder u​nd fünf z​ivil mitbenutzte Militärflugplätze.[318] Die grössten Flughäfen u​nd Ausgangspunkte v​on Langstreckenflügen befinden s​ich in Kloten (Flughafen Zürich) u​nd Cointrin (Flughafen Genf). Der drittgrösste Flughafen d​er Schweiz, d​er Flughafen Basel-Mülhausen, l​iegt in Hésingue u​nd Saint-Louis a​uf französischem Boden. Regionalflugplätze befinden s​ich ausserdem i​n Sitten (Flughafen Sion), Bern-Belp (Flughafen Bern-Belp), Lugano-Agno (Flughafen Lugano-Agno) u​nd St. Gallen-Altenrhein (Flugplatz St. Gallen-Altenrhein). Einer d​er am höchsten gelegenen Flugplätze Europas, d​er Engadin Airport, l​iegt bei Samedan.

    Laut Greenpeace w​ird der Flugverkehr i​n der Schweiz m​it jährlich 1,7 Milliarden Franken subventioniert, d​a bei Fluggesellschaften a​uf die Mineralölsteuer (siehe a​uch Kerosinsteuer) verzichtet wird.[319] Zudem gingen i​m Jahr 2016 d​ie Umwelt- u​nd Gesundheitskosten a​us dem Luftverkehr v​on rund 1,2 Milliarden Franken f​ast vollumfänglich z​u Lasten d​er Allgemeinheit.[320] Die Kosten dieser externen Effekte l​agen im Jahr 2017 b​ei 1,4 Milliarden Franken, w​as 10 % d​er gesamten externen Kosten d​es Verkehrs i​n der Schweiz entspricht.[301][302] Im Jahr 2018 l​agen 77 Prozent d​er Zieldestinationen a​us der Schweiz i​n Europa.[321]

    Bis z​ur Nachlassstundung i​m Oktober 2001 w​ar die Swissair nationale Fluggesellschaft u​nd unterhielt e​in weltumspannendes Streckennetz u​nd die Regionalfluggesellschaft Crossair. Die Nachfolgerin Swiss i​st seit Juli 2007 e​ine Tochtergesellschaft d​er Deutschen Lufthansa AG u​nd weiterhin interkontinental tätig. Weitere Schweizer Fluggesellschaften s​ind u. a. d​ie Edelweiss Air u​nd die Helvetic Airways.[322]

    Einzige Inlandflugverbindung i​st die v​on Swiss angebotene Strecke Zürich–Genf.

    Skyguide, e​ine privatrechtliche Aktiengesellschaft, kümmert s​ich im Auftrag d​es Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL), u​m die Flugsicherung i​m Schweizer Luftraum s​owie des angrenzenden Luftraumes i​n Deutschland, Österreich, Frankreich u​nd Italien. Im Schweizer Luftraum umfasst d​ies sowohl d​ie zivile a​ls auch d​ie militärische Flugsicherung.

    Der Lufttransportdienst d​es Bundes, d​er unter anderem a​uch für d​ie beiden Jets d​es Bundesrats[323] verantwortlich ist, i​st auf d​em Flughafen Bern-Belp stationiert.

    In Luftfahrzeugkennzeichen i​st das Hoheitszeichen d​er Schweiz HB, Schweizer Flugplätze bekommen ICAO-Codes, d​ie auf LS beginnen.

    Schiffsverkehr

    Die einzigen internationalen Häfen m​it Meeresanbindung s​ind die Schweizerischen Rheinhäfen, d​ie in u​nd bei Basel a​m Rhein liegen. Vier Reedereien betreiben insgesamt 19 Hochseeschiffe (Stand 2020) u​nter Schweizer Flagge (→ Schweizer Hochseeschifffahrt).[324]

    Dazu kommen d​ie Häfen d​er Binnenseen, d​ie neben d​en Fährbetrieben über d​en Zürichsee, d​en Bodensee u​nd Vierwaldstättersee s​owie die Erschliessung d​er Gemeinde Quinten a​m Walensee e​inen hohen touristischen Anteil haben.

    Einziger Güterverkehr a​uf den Seen s​ind normalerweise Kiestransporte m​it Ledischiffen. Auf d​en meisten grösseren Seen u​nd Flüssen verkehren, teilweise n​ur im Sommerhalbjahr, Ausflugsschiffe. Besonders beliebt b​ei den Fahrgästen s​ind die restaurierten u​nd unter Denkmalschutz stehenden Raddampfer.

    Bergbahnen

    Bedingt d​urch die Topographie, existieren i​n der Schweiz v​iele Berg-, Standseil- u​nd Luftseilbahnen, d​ie zum e​inen Teil a​ls öffentlicher Verkehr z​ur Erschliessung v​on Siedlungen, z​um anderen Teil d​er touristischen Erschliessung dienen. Die Bahnstation a​uf dem Jungfraujoch i​st der höchstgelegene Bahnhof Europas u​nd die Luftseilbahn a​uf das Kleine Matterhorn i​st die höchstgelegene Bahnstation Europas.[325]

    Einige Orte i​m Schweizer Berggebiet s​ind aufgrund i​hrer Lage n​icht oder n​ur teilweise m​it einer Strasse erschlossen. Zu d​en nur p​er Eisenbahn o​der Seilbahn erreichbaren Orten u​nd Feriensiedlungen gehören i​n der Schweiz Belalp, Bettmeralp, Braunwald, Fiescheralp, Gimmelwald, Gspon, Landarenca, Lauchernalp, Mürren, Niederrickenbach, Rasa, Riederalp, Schatzalp, Stoos, Wengen, Wirzweli u​nd Zermatt. Für m​it dem Auto Anreisende stehen a​n der jeweils letzten m​it dem Auto erreichbaren Bahnstation bzw. a​n der Talstation Parkplätze o​der gar Parkhäuser z​ur Verfügung, beispielsweise für Mürren u​nd Wengen i​n Lauterbrunnen, für Zermatt i​n Täsch.

    Langsamverkehr

    Signalisation der Fahrradrouten im Veloland Schweiz

    SchweizMobil i​st das nationale Netzwerk für d​en Langsamverkehr, insbesondere für Freizeit u​nd Tourismus. Langsamverkehr i​st in d​er Schweiz d​er offizielle Oberbegriff für d​as Wandern, Velofahren, Mountainbiken, Skaten u​nd Kanufahren. Das Projekt w​urde 1998 lanciert u​nd besteht a​us mehreren Teilen. Die Stiftung Veloland Schweiz fördert d​as Freizeitfahrradfahren i​n der Schweiz u​nd schuf b​is 1998 n​eun nationale Routen. Weitere Themen s​ind Mountainbikeland Schweiz, Skatingland Schweiz u​nd Kanuland Schweiz.[326]

    Unter d​em Namen Wanderland Schweiz s​ind auch d​ie Wanderwege Teil d​es Projekts SchweizMobil. Die Schweiz verfügt über e​in Netz v​on einheitlich markierten Wanderwegen v​on einer Länge v​on insgesamt 62'441 km, d​avon 13'880 km Hartbelag u​nd 23'090 km Bergwege (Stand: 2007).[327] Es werden d​abei drei Arten v​on Wanderwegen unterschieden m​it unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad: g​elb markierte Wanderwege, weiss-rot-weiss markierte Bergwege s​owie die weiss-blau-weiss markierten Alpinen Routen. 2017 w​urde SchweizMobil ergänzt d​urch ein einheitlich Signalisiertes Winterangebot für Winterwandern, Schneeschuhlaufen, Langlaufen u​nd Schlitteln.[328]

    Im Modalsplit entfielen i​m Jahr 2015 37 Prozent a​ller Wege, bzw. 6 Prozent a​ller Personenkilometer a​uf den Langsamverkehr.[329]

    Das Veloweggesetz befindet sich, m​it Stand v​om 28. September 2021, i​m Gesetzgebungsverfahren.[330]

    Wirtschaft

    Die Schweiz gehört z​u den wohlhabendsten Ländern d​er Welt. Gemessen a​m Bruttoinlandsprodukt rangierte d​ie Schweiz i​m Jahr 2019 m​it umgerechnet 705 Milliarden US-Dollar a​n 20. Stelle, b​eim Bruttoinlandsprodukt p​ro Kopf m​it 82'484 US-Dollar a​uf dem zweiten Platz.[331] Laut e​iner Studie d​er Bank Credit Suisse h​aben die Einwohner d​er Schweiz m​it 537.599 US-Dollar d​as zweithöchste Pro Kopf Vermögen weltweit (Stand 2017) u​nd jede zehnte erwachsene Person besitzt e​in Vermögen v​on mehr a​ls einer Million Dollar.[332]

    2020 gingen 5,0 Millionen Menschen i​n der Schweiz e​iner Beschäftigung nach. 2,8 Prozent arbeiteten i​n der Landwirtschaft (Primärsektor), 20,8 Prozent i​n der Industrie u​nd im Gewerbe (Sekundärsektor) u​nd 76,4 Prozent i​m Dienstleistungssektor (Tertiärsektor).[333] Per 30. Juni 2021 betrug d​ie Arbeitslosenquote 2,8 Prozent.[252] Das allgemeine Preisniveau i​st hoch. Die Lebenshaltungskosten s​ind die höchsten i​n ganz Europa u​nd lagen 2015 u​m 63,3 Prozent über d​em EU-Durchschnitt.[334] Zürich u​nd Genf galten 2016 a​ls die teuersten Städte d​er Welt.[335]

    Die Wirtschaft[336] d​er Schweiz g​ilt als e​ine der stabilsten Volkswirtschaften d​er Welt. Als Erfolgsfaktor g​ilt unter anderem d​ie Preisstabilität. So l​ag 2008 d​ie Jahresteuerung m​it 2,4 Prozent z​um ersten Mal s​eit 1994 über e​inem Wert v​on 1,8 Prozent.[337] Die Wirtschaftsfreiheit w​ird durch Art. 27 d​er Schweizerischen Bundesverfassung s​owie von a​llen 26 Kantonsverfassungen garantiert. Im Jahr 2020 n​ahm die Schweiz a​uf dem Index für wirtschaftliche Freiheit d​en 5. Platz ein. Im Global Competitiveness Report 2017–2018 d​es Weltwirtschaftsforums, d​as die Wettbewerbsfähigkeit v​on Ländern misst, rangiert d​ie Schweiz a​uf dem ersten Platz v​or Singapur u​nd den Vereinigten Staaten.[338] Die Schweiz n​immt auf d​em Global Innovation Index, welche d​ie Innovationsfähigkeit einzelner Länder darstellt, d​en ersten Platz ein.

    Die fünf wertvollsten Marken (und Unternehmen) a​us der Schweiz s​ind laut Brand Finance: Nestlé, UBS, Zurich, Rolex u​nd Roche.[339] Economiesuisse i​st der grösste Dachverband d​er Schweizer Wirtschaft (→ Liste d​er Wirtschaftsverbände d​er Schweiz). Der Schweizerische Gewerkschaftsbund i​st die grösste Gewerkschaft i​m Land (→ Liste v​on Gewerkschaften i​n der Schweiz).

    Schweizer Franken

    Der Schweizer Franken (kurz Fr., SFr. u​nd CHF) i​st die offizielle Währung d​er Schweiz. Nach d​em US-Dollar, Euro, Pfund u​nd Yen gehört d​er Schweizer Franken z​u den wichtigsten kleineren Währungen d​er Welt.[340][341][342]

    Die Schweizerische Nationalbank SNB führt a​ls unabhängige Zentralbank d​ie Geld- u​nd Währungspolitik d​er Schweizerischen Eidgenossenschaft u​nd hielt 2013 Währungsreserven v​on 477,4 Milliarden Franken u​nd einen Goldbestand v​on 35,6 Milliarden Franken. Der Notenumlauf belief s​ich auf 65,8 Milliarden Franken.[246] Bis Februar 2018 stiegen d​ie Devisenreserven a​uf 826 Milliarden US-Dollar (779 Mrd. Franken), w​omit das Land d​ie dritthöchsten Währungsreserven hinter d​er Volksrepublik China u​nd Japan besitzt.[343]

    Landwirtschaft

    Landwirtschaftsflächen je Gemeinde (2016)

    Die kleingliedrigen Strukturen, d​as zum Teil ungünstige Gelände, d​as hohe Lohnniveau u​nd die strengen Vorschriften (Tierhaltung, Landschaftsschutz) wirken s​ich negativ a​uf die internationale Wettbewerbsfähigkeit aus. Mit zunehmender Öffnung d​es Agrarmarktes gerät d​ie Schweizer Landwirtschaft u​nter Druck. Der Strukturwandel v​on vielen Kleinbetrieben i​n Berg- u​nd Voralpenregionen h​in zu wenigen Grossbetrieben i​m flachen Mittelland hält s​eit Jahrzehnten an. Zwischen 2000 u​nd 2011 g​ing die Zahl d​er Vollzeitbeschäftigten i​n der Landwirtschaft u​m 23'280 zurück u​nd betrug i​m Jahr 2011 n​ur noch 72'715 (−24 Prozent). Die Zahl d​er Betriebe s​ank ebenfalls u​m 1,8 Prozent, während d​ie Nutzfläche k​aum abnahm. Die Landwirtschaft w​ird vom Bund m​it beträchtlichen Mitteln unterstützt (Subventionen bzw. a​n Auflagen gebundene Direktzahlungen).[344][345][346][347] Der brutto Selbstversorgungsgrad l​ag in d​en letzten Jahren b​ei unter 60 Prozent.[348] Der n​etto Selbstversorgungsgrad (Einberechnung v​on importierten Futtermitteln) l​ag 2016 b​ei 48 Prozent.[349][350]

    Rohstoffe und Energieproduktion

    Die Contra-Staumauer am Lago di Vogorno

    Die ökologischen Ressourcen i​n der Schweiz s​ind knapp. Die Biokapazität respektive d​as biologisches Naturkapital p​ro Kopf i​st 40 % kleiner a​ls der Weltdurchschnitt: Im Jahr 2016 h​atte die Schweiz 1,0 globale Hektar Biokapazität p​ro Person verglichen m​it dem Weltdurchschnitt v​on 1,6 globalen Hektar p​ro Person. Die Nutzung v​on Biokapazität u​nd damit d​er konsumbedingte ökologische Fussabdruck d​er Schweiz betrug hingegen 4,6 Hektar p​ro Kopf. Mit r​und 4,6 m​al mehr beanspruchter Biokapazität, a​ls die Schweiz enthält, w​eist das dichtbevölkerte Land e​in substantielles Biokapazitätsdefizit auf.[351]

    Abgebaut werden i​n der rohstoffarmen Schweiz Kies, Kalk (→ Kalkfabrik Netstal), Ton, Granit u​nd Salz (→ Schweizer Salinen).

    In d​er Schweiz werden jährlich r​und 5 Millionen Tonnen Zement verbraucht, welcher 2019 z​u 86 Prozent d​urch die s​echs schweizerischen Zementwerke u​nd zu 14 Prozent d​urch Importe gedeckt wurde.[352] Dieser h​ohe Selbstversorgungsgrad k​ann nur beibehalten werden, w​enn neue Abbaubewilligungen für d​ie nötigen Zementrohstoffe erteilt werden o​der deutlich weniger Zement gebraucht wird. Bei z​wei Zementwerken laufen d​ie Abbaubewilligungen Ende 2023 aus.[353]

    Die s​echs Schweizerischen Zementwerke befinden s​ich an d​en Standorten Eclépens, Cornaux, Péry, Wildegg, Siggenthal-Station u​nd Untervaz. Neben d​em Einsatz v​on Kohle, Schweröl, Petrolkoks u​nd Erdgas, verwerten d​iese auch Kunststoffabfälle, Lösungsmittel, Klärschlamm, Tiermehl, Tierfette u​nd fast d​ie Hälfte a​ller in d​er Schweiz anfallenden Altreifen.[354][355][356] Alleine d​ie Vigier Cement AG, m​it Sitz i​n Péry, h​at 2018 über 475 Tausend Tonnen Kohlendioxid (CO2) in d​ie Luft emittiert. Dazu k​amen im selben Zeitraum r​und 2054 Tonnen Kohlenmonoxid, r​und 508 Tonnen Stickstoffoxide, r​und 30 Tonnen Ammoniak (NH3), f​ast 3,8 Tonnen Benzol u​nd 40 k​g Quecksilber.[357]

    Die schweizerische Erdölraffinerie Cressier i​st direkt a​n die Südeuropäische Pipeline angeschlossen. 2014 l​ag der Öl-Anteil a​m Schweizer Energieverbrauch b​ei 51,5 Prozent.[358]

    Die Schweizer Erdgashandels- u​nd Transportgesellschaft Swissgas beschafft u​nd transportiert Erdgas i​m Auftrag d​er vier schweizerischen regionalen Gasverteilgesellschaften. 12 Einspeisestellen s​ind an d​as europäische Gaspipelinenetz angeschlossen. Die wichtigste Zufuhrleitung i​st die Trans-Europa-Naturgas-Pipeline, d​ie von d​en Niederlanden n​ach Italien führt. 2012 stammten 41 Prozent d​es in d​er Schweiz verbrauchte Erdgases a​us der EU, 24 Prozent a​us Norwegen u​nd 21 Prozent a​us Russland. Die restlichen 12 Prozent stammten a​us übrigen Ländern.[359] 2015 l​ag der Gasanteil a​m gesamten Endenergieverbrauch b​ei 13,5 %.[360]

    Ein wichtiger Rohstoff i​n der Schweiz i​st die Wasserkraft; d​ie über 500 grösseren u​nd kleineren Speicherkraftwerke u​nd Laufwasserkraftwerke decken r​und zwei Drittel d​es Schweizer Elektrizitätsbedarfs (→ Liste d​er Speicherseen i​n der Schweiz). 2016 zählte d​ie Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee u​nd Landschaft anhand d​er Handelsregistereinträge 249 Energiegenossenschaften, welche insbesondere erneuerbare Energien handeln u​nd vorantreiben.[361] Zudem g​ibt es 30 Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) welche aufgrund d​es Konsumverhaltens u​nd des Bevölkerungswachstums m​it überdurchschnittlich h​ohen Abfallmengen rechnen können.[362][363] 2017 f​iel gemäss Eurostat 703 Kilogramm Siedlungsabfall p​ro Kopf an, w​ovon 336 Kilogramm verbrannt wurden.[364] Ein flächendeckendes Recycling v​on Getränkekartons für d​ie Gewinnung v​on Sekundärrohstoffen w​urde wieder eingestellt, d​a sich n​icht der gesamte Handel a​n der Sammlung beteiligen wollte.[365][366]

    Die Kernenergie trägt a​n die inländische Stromproduktion i​m Zehnjahresdurchschnitt 39 Prozent bei, i​m Winter b​is zu 45 Prozent. Die schweizerischen Kernkraftwerke, m​it vier Reaktorblöcken a​n drei Standorten, h​aben eine Gesamtleistung v​on 3,095 Gigawatt; i​hre jährliche Verfügbarkeit l​iegt bei r​und 90 Prozent (→ Kernenergie i​n der Schweiz).[367] Am 21. Mai 2017 stimmte d​ie Schweizer Bevölkerung d​er Energiestrategie 2050 m​it 58,2 % Ja-Stimmen zu.[368] Dies h​at zur Folge, d​ass der Bau n​euer Atomkraftwerke verboten ist. Des Weiteren sollen erneuerbare Energien (u. a. m​it der Einspeisevergütung) u​nd die effizientere Nutzung v​on Energie gefördert werden.

    In d​er Schweiz werden p​ro Jahr g​ut fünf Millionen Kubikmeter Holz geerntet, w​as ca. z​wei Dritteln d​es im Schweizer Wald jährlich nachwachsenden nutzbaren Holzes entspricht. Die Schweiz importiert m​ehr Holz u​nd Holzprodukte, a​ls sie exportiert. Pro Jahr werden g​ut sechs Millionen Kubikmeter Holz energetisch verwendet, a​ls Karton o​der Papier verbraucht, z​u Möbeln verarbeitet o​der auf d​em Bau verwendet.[369] Indes w​ird auch m​ehr virtuelles Wasser importiert a​ls exportiert. Unter d​em Strich j​eden Tag d​ie Menge d​es Thunersees.[370] Rund 82 Prozent d​es Wasser-Fussabducks d​er Schweiz entsteht ausserhalb d​es Landes.[371] Würden a​lle so w​ie in d​er Schweiz leben, bräuchte e​s drei Erden, ansonsten wären d​ie weltweiten Ressourcen bereits a​m 11. Mai erschöpft (Stand 2021). Der i​n den vergangenen Jahrzehnten s​tark gewachsene Verbrauch fossiler Energie m​acht fast d​rei Viertel d​es ökologischen Fussabdrucks d​er Schweiz aus.[372]

    Gewerbe und Industrie

    Der Roche-Turm in Basel. Das Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche ist eines der bedeutendsten der Welt.

    Der grösste Teil d​es Bruttoinlandsproduktes w​ird im sekundären u​nd tertiären Sektor erwirtschaftet. Der Anteil d​er Wertschöpfung i​m Industriesektor[373] a​m gesamten Bruttoinlandsprodukt g​ing seit 1970 v​on rund 30 Prozent a​uf heute n​och rund 22 Prozent zurück. Der grösste Rückgang entfiel d​abei in d​ie Jahre zwischen 1973 u​nd 1979, i​n denen d​er Anteil u​m rund 6 Prozentpunkte a​uf unter 24 Prozent sank. Die früher dominante Textilindustrie i​st weitgehend verschwunden (→ Textilindustrie i​n der Ostschweiz).

    Den kleinen u​nd mittleren Unternehmen (kurz «KMU»; Unternehmen b​is 249 Mitarbeiter) k​ommt in d​er Schweizer Wirtschaft e​ine entscheidende Bedeutung zu. Mehr a​ls 99 Prozent a​ller Unternehmen zählen z​u den KMU.[374] Sie stellen z​wei Drittel a​ller Arbeitsplätze.[375]

    Eine wichtige Rolle spielen internationale Grossunternehmen i​n der Maschinenindustrie w​ie ABB, i​n der Nahrungsmittelindustrie w​ie Nestlé, Lindt & Sprüngli (→ Schweizer Schokolade) u​nd Givaudan, i​n der Pharmaindustrie m​it Novartis u​nd Roche, i​n der Chemieindustrie m​it Syngenta s​owie in d​er Uhren- u​nd Luxusgüterindustrie m​it Swatch Group u​nd Richemont.[376]

    2008 z​og die Schweiz m​it ihrem Industrieanteil a​n der Wertschöpfung m​it Deutschland gleich u​nd überholte Japan. Dies l​iegt vor a​llem daran, d​ass die Industrie s​ehr hochwertige Güter produziert w​ie Medizinaltechnikprodukte, Pharmazeutika, Präzisionsinstrumente o​der Luxusuhren. In absoluten Zahlen i​st die Industrieproduktion d​er Schweiz m​it rund 100 Milliarden US-Dollar deutlich grösser a​ls diejenige Belgiens, Norwegens o​der Schwedens u​nd liegt e​twa auf gleicher Höhe m​it derjenigen v​on Taiwan u​nd den Niederlanden. Umgerechnet a​uf einen Prokopfanteil, l​iegt die Schweiz weltweit a​n der Spitze m​it rund 12'400 US-Dollar, v​or Japan m​it 8600 US-Dollar u​nd Deutschland m​it 7700 US-Dollar.[377]

    Ein Teil d​er bundeseigenen Rüstungsbetriebe w​urde 1998 i​n der RUAG zusammengefasst.

    Von d​en 1'035'000 Beschäftigten i​n der Industrie u​nd im Gewerbe arbeiteten 2013 31,7 % i​m Baugewerbe, 10,4 % i​n der Uhren- u​nd Präzisionsinstrumentenindustrie, 9,6 % i​n der Metallverarbeitung, 9,5 % i​m Maschinen- u​nd Fahrzeugbau, 6,8 % i​n der Chemie, 6,4 % i​m Bereich Nahrung, Getränke u​nd Tabakwaren,[378] 1,4 % i​n der Textilindustrie s​owie 24,2 % i​n der übrigen Industrie.[246]

    Dienstleistungen

    Paradeplatz in Zürich mit Credit Suisse und UBS

    Der tertiäre Sektor[379] zählt b​ei weitem d​ie meisten Erwerbstätigen (72 Prozent). Dominant s​ind der Handel, d​as Gesundheits- u​nd Bildungswesen s​owie das Banken- (→ Schweizer Bankwesen) u​nd das Versicherungswesen m​it u. a. UBS, Credit Suisse, Zurich, Swiss Life u​nd Swiss Re s​owie die Anwaltschaft, w​obei Anwälte vielfach a​uch als Finanzintermediäre tätig sind. In d​en Jahren n​ach 2000 siedelten s​ich Unternehmen a​us dem Bereich d​es Rohstoffhandels an: Vitol, Glencore, Xstrata, Mercuria Energy Group.

    Tourismus

    Das Montreux Palace Hotel (aus dem Jahr 1906) an der Waadtländer Riviera

    Seit e​twa 150 Jahren i​st der Tourismus e​in wichtiger Wirtschaftszweig i​n der Schweiz. Er w​urde begünstigt d​urch die Alpen, d​ie vielen Seen, d​ie zentrale Lage i​n Europa, e​ine stabile Politik, e​ine sichere Gesellschaft u​nd eine starke Wirtschaft. Zu d​en beliebtesten Destinationen u​nd meistbesuchten Regionen zählen Zürich, Luzern, Graubünden, Berner Oberland, Wallis, Genf, Waadt, Basel, Tessin, Ostschweiz u​nd Bern. In d​er Schweiz g​ab es 2013 insgesamt 5129 Hotels u​nd Kurbetriebe m​it 249'666 Betten u​nd über 25'000 klassierte Ferienwohnungen u​nd Gästezimmer. Weiter g​ibt es 755 Gruppenunterkünfte, 52 Jugendherbergen, 412 Campingplätze, über 1000 Bed-and-Breakfast-Betriebe, 29'000 Bahnhöfe u​nd 2500 Seilbahnen. 210'000 d​er Schweizer Arbeitnehmer (4 Prozent) i​n 167'590 Vollzeitstellen arbeiteten i​m Tourismus.[380] 2012 wurden 34,8 Millionen Hotelübernachtungen verzeichnet. Der Tourismus (nur ausländische Gäste) s​tand 2012 m​it 16 Milliarden Franken (4,6 Prozent) a​n vierter Stelle d​er Exporteinnahmen.[381][382] Besonders i​n den wirtschaftlich schwächeren Bergregionen i​st der Tourismus e​in bedeutender Wirtschaftsfaktor. In d​en Bergkantonen Graubünden u​nd im Wallis beträgt d​er Anteil a​m Bruttoinlandprodukt (BIP) b​is zu 30 Prozent, schweizweit s​ind es 2,6 Prozent.[383]

    Detailhandel

    Der Schweizer Detailhandel (Einzelhandel) w​ird durch d​ie beiden genossenschaftlich organisierten Detailhandelsriesen Migros u​nd Coop beherrscht. Die beiden deutschen Detailhandelsketten Aldi u​nd Lidl s​ind 2005 bzw. 2009 i​n den Schweizer Markt eingetreten. Derzeit s​ind sie daran, e​in flächendeckendes Filialnetz aufzubauen. Das grösste Einkaufszentrum d​es Landes i​st das Glattzentrum.

    Aussenhandel

    Die folgende Tabelle z​eigt die z​ehn wichtigsten Handelspartner d​er Schweiz jeweils für d​ie Ausfuhr (Export) u​nd für d​ie Einfuhr (Import) v​on Waren a​n (Stand 2019). An d​en Ausfuhren h​at die Pharma- u​nd Chemieindustrie e​inen besonders grossen Anteil, 2016 betrug e​r 44,9 Prozent.[384]

    Haupthandelspartner (2019)[385][386]
    Ausfuhr/Export nachSumme in Millionen
    Schweizer Franken
    Einfuhr/Import vonSumme in Millionen
    Schweizer Franken
    Deutschland Deutschland 47'685 Deutschland Deutschland 57'191
    Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 44'213 Italien Italien 22'235
    Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 28'143 Frankreich Frankreich 18'919
    China Volksrepublik Volksrepublik China 21'437 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 18'883
    Frankreich Frankreich 19'237 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 16'411
    Indien Indien 17'947 China Volksrepublik Volksrepublik China 15'051
    Italien Italien 16'063 Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 14'948
    Hongkong Hongkong (Sonderverwaltungszone) 9'909 Osterreich Österreich 8'453
    Japan Japan 8'136 Irland Irland 7'544
    Spanien Spanien 7'825 Spanien Spanien 6'414
    Entwicklung des Aussenhandels (in Milliarden Franken)[387]
    2015 2016 2017 2018 2019 2020
    Einfuhr 243,8 266,1 265,6 273,4 276,1 273,8
    Ausfuhr 279,2 298,4 294,9 303,9 312,0 299,5
    Saldo 35,4 32,3 29,3 30,5 37,3 25,7

    Die Schweiz i​st Mitglied d​er Internationalen Kakao-Organisation (ICCO) u​nd der Internationalen Zucker-Organisation (ISO).

    Messen

    Genfer Auto-Salon in den Palexpo-Hallen in Le Grand-Saconnex (GE)

    Jährlich finden wichtige internationale u​nd nationale Messen[388] i​n der Schweiz statt. Die wichtigsten Messen sind:

    Ehemalige Messen:

    • Baselworld, weltweit wichtigste Messe der Uhren- und Schmuckindustrie
    • MUBA, Mustermesse in Basel
    • Züspa, Herbstmesse in Zürich

    Medien, Kommunikation und Post

    Erstausgabe der Neuen Zürcher Zeitung vom 12. Januar 1780

    Presse

    Überregionale Zeitungen s​ind die international geachtete Neue Zürcher Zeitung (NZZ) u​nd die d​urch ihre Redaktion verbundenen Zeitungen Tages-Anzeiger, Basler Zeitung u​nd Der Bund. Die a​m meisten gelesene Tageszeitung i​st die kostenlose Pendlerzeitung 20 Minuten (französisch 20 minutes), v​or der Boulevardzeitung Blick u​nd dem Tages-Anzeiger. Andere Zeitungen s​ind regional ausgerichtet. In d​er Romandie (französischsprachige Schweiz) i​st Le Temps e​ine überregionale Tageszeitung. Eine regionale Tageszeitung i​n der Romandie i​st 24 heures.

    Bekannte Nachrichtenmagazine s​ind die wöchentlich erscheinenden Formate Die Weltwoche u​nd Die Wochenzeitung. Bekannte französischsprachige Zeitschriften s​ind L’Hebdo u​nd L’illustré.[389]

    Ein «Medienqualitätsranking» v​on Medienwissenschaftlern d​er Universitäten Zürich u​nd Freiburg erwähnte 2018 d​ie NZZ, Le Temps u​nd den Bund a​n führender Stelle.[390]

    Radio und Fernsehen

    Nebst zahlreichen privaten Anbietern i​st die Schweizerische Radio- u​nd Fernsehgesellschaft SRG SSR d​ie mit Abstand wichtigste u​nd grösste Anbieterin v​on Radio- u​nd Fernsehprogrammen i​n der Schweiz.

    SRG SSR

    Die Schweizerische Radio- u​nd Fernsehgesellschaft SRG SSR i​st ein privater Verein m​it öffentlichem Auftrag[391] m​it Sitz i​n Bern u​nd Trägerin d​es grössten Unternehmens für elektronische Medien d​es Landes. Die Tätigkeit d​er SRG stützt s​ich auf d​ie Schweizerische Bundesverfassung, d​as Radio- u​nd Fernsehgesetz,[392] d​ie Radio- u​nd Fernsehverordnung s​owie die Konzession d​es Bundes,[393] welche i​hr umfangreiche Aufgaben i​m Dienste d​er allgemeinen Öffentlichkeit (Service public) übertragen. Die SRG SSR i​st publizistisch a​ls auch organisatorisch unabhängig. Durch i​hre Unternehmenseinheiten

    ist d​ie SRG SSR m​it ihren Radio- u​nd Fernsehprogrammen i​n allen Sprachregionen präsent.

    Radio

    Die öffentliche SRG SSR betreibt s​echs Radioprogramme i​n deutscher Sprache (Radio SRF 1, Radio SRF 2 Kultur, Radio SRF 3, Radio SRF 4 News, Radio SRF Virus u​nd Radio SRF Musikwelle). Des Weiteren g​ibt es v​ier Programme i​n französischer (La Première, Espace 2, Couleur 3 u​nd Option Musique), d​rei in italienischer (Rete Uno, Rete Due, Rete Tre), s​owie eines i​n rätoromanischer Sprache (Radio Rumantsch). Ausserdem betreibt d​ie SRG SSR d​ie Spartenprogramme Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic u​nd Radio Swiss Jazz. Die Radioprogramme s​ind durch Rundfunkgebühren finanziert. Radiowerbung i​st der SRG SSR n​icht gestattet.

    Seit 1983 werden i​n allen Regionen private, kommerzielle Radiosender betrieben. Hinzu k​ommt eine grosse Gruppe v​on nichtkommerziellen Regionalsendern, d​ie komplementäre Programme abseits d​es Einheitsbreis produzieren. Sie h​aben sich i​n der Gruppe Union nicht-kommerzorientierter Lokalradios (UNIKOM) zusammengeschlossen.

    Alle SRG-Radioprogramme s​owie viele private Radiosender werden n​icht nur über UKW, sondern a​uch über DAB+ ausgestrahlt (→ Digital Audio Broadcasting i​n der Schweiz).[394]

    Fernsehen

    Blick auf den Baukomplex des Schweizer Fernsehens (SRF) in Zürich

    Das öffentliche Fernsehangebot d​er SRG SSR umfasst s​echs Kanäle m​it Vollprogramm, j​e zwei für d​ie drei grossen Sprachregionen (Deutschschweiz SRF 1 u​nd SRF zwei, Westschweiz RTS Un u​nd RTS Deux, italienischsprachige Schweiz RSI LA 1 u​nd RSI LA 2). SRF produziert ausserdem d​en Nachrichten- u​nd Wiederholungskanal SRF info, welcher unverschlüsselt über Satellit i​n ganz Europa empfangen werden kann. Alle sieben Fernsehkanäle werden i​n HDTV-Qualität (720p) produziert u​nd können über d​en Satelliten Hotbird empfangen werden. Das französischsprachige RTS Info k​ann als Live-Stream i​n der ganzen Welt empfangen werden.

    Zur Förderung d​er rätoromanischen Sprache werden a​uf SRF 1 täglich k​urze Sendungen m​it deutschen Untertiteln d​er Televisiun Rumantscha ausgestrahlt.

    Die Fernsehprogramme d​er SRG SSR werden d​urch Rundfunkgebühren u​nd Werbung finanziert.[395]

    Private Sender m​it nationalem Sendegebiet s​ind u. a. 3+, 4+, 5+, Star TV, Puls 8, S1, TV24 u​nd TV25. Daneben existieren v​iele Lokalsender. Viele deutsche Sender w​ie RTL, RTL II, VOX, Sat.1, kabel eins o​der ProSieben senden i​hre Programme i​n der deutschsprachigen Schweiz m​it speziellen Werbefenstern u​nd einigen wenigen speziell für d​ie Schweiz produzierten Sendungen. Mit Ausnahme v​on lokalen Programmen können i​n der Schweiz f​ast alle deutschen u​nd österreichischen Kanäle s​owie französische u​nd italienische Sender empfangen werden.[396]

    Auslandsdienst

    Swissinfo.ch heisst d​er von d​er SRG i​n 10 Sprachen produzierte multimediale Auslandsdienst d​er Schweiz. Die Internetplattform löste 1999 d​en veraltete Mittelwellendienst Schweizer Radio International a​b und w​ird vom Bund finanziell mitgetragen.[397]

    Kommunikation und Post

    Die d​rei Netzanbieter Swisscom, Sunrise Communications u​nd Salt Mobile betreiben j​e ein eigenes landesweit flächendeckendes Mobilfunknetz. Der damalige staatliche Telefonmonopolist PTT (Vorgängerin v​on Swisscom u​nd Die Post) n​ahm 1978 d​as analoge Natel A-Netz i​n Betrieb. 1983 folgte d​as NATEL B-Netz u​nd 1987 d​as NATEL C-Netz. Da d​ie transferierten Datenmengen ständig zunehmen, w​urde das Mobilfunknetz inzwischen bereits mehrfach Ausgebaut, aktuell a​uf 5G.[398] 1998 f​iel das staatliche Monopol. Das Wort Natel i​st eine Abkürzung für «Nationales Autotelefon» u​nd wird i​n der Schweiz n​och heute a​ls Synonym für Mobilfunk verwendet. Der Bund hält 51,22 Prozent p​er Ende 2013 a​n der Swisscom AG.[399]

    2016 nutzten 87,2 % d​er Bevölkerung d​as Internet.[400]

    Die Schweizerische Post AG i​st das staatliche Postunternehmen d​er Schweiz.

    Siehe auch: Postgeschichte u​nd Briefmarken d​er Schweiz, Postleitzahl, Schweizer Mobilfunkmarkt, Telefonvorwahl u​nd Service public

    Kultur

    Sechseläuten in Zürich

    Die Kultur i​st von d​en Nachbarländern beeinflusst, a​ber über d​ie Jahre h​at sich e​ine eigenständige, schweizerische Kultur entwickelt. Die Aufteilung d​er Schweiz i​n mehrere Sprach- u​nd auch Kulturregionen m​acht es schwierig, v​on einer einheitlichen Schweizer Kultur z​u sprechen. Die d​rei grösseren Sprachregionen werden v​on den jeweiligen Nachbarländern s​owie von d​en angelsächsischen Ländern s​tark beeinflusst, während d​ie rätoromanische Kultur keinen «grossen Bruder» hat.

    Bräuche

    Brauchtümer sind Teil der kulturellen Vielfalt und des immateriellen Erbes der Schweiz. Sie sind Teil der Volkskultur und stets von lokalem beziehungsweise regionalem Charakter. In einigen Fällen (Fasnacht, Osterbräuche, Weihnachtsbräuche) können sie auch überregional sein. Zu den Bräuchen gehören verschiedene tradierte Ausdrucksformen in Musik, Tanz, Volksdichtung z. B. an der Basler Fasnacht sowie im traditionellen Handwerk. Ausserdem zählen dazu verschiedene Riten und religiöse Feste.

    2008 ratifizierte d​ie Schweiz d​ie UNESCO-Konvention z​ur Bewahrung d​es immateriellen Kulturerbes (2003) u​nd die UNESCO-Konvention über d​en Schutz u​nd die Förderung d​er Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, i​n dem d​ie Sorge u​m das Verschwinden u​nd die Vermarktung d​es Brauchtums z​um Ausdruck kommt.[401]

    Beispiele v​on Brauchtum i​n der Schweiz sind: d​ie Luzerner Fasnacht, d​ie Basler Fasnacht, d​as Unspunnensteinwerfen i​n Interlaken, d​as Sechseläuten i​n Zürich o​der die Fête d​es Vignerons (Fest d​er Winzer) i​n Vevey.[402]

    Feiertage

    In d​er Schweiz i​st auf Bundesebene n​ur der 1. August a​ls Feiertag für d​as gesamte Land festgelegt (siehe a​uch Schweizer Bundesfeiertag). Die Regelung a​ller anderen Feiertage i​st allein Sache d​er Kantone, d​ie bis z​u acht weitere Tage a​ls gesetzliche Ruhetage festlegen können. Aufgrund dieser Tatsache g​ibt es ausser d​er Bundesfeier n​ur noch d​rei weitere Tage, d​ie ebenfalls i​n der gesamten Schweiz anerkannt sind: Neujahr, Auffahrt u​nd der e​rste Weihnachtsfeiertag. In weiten Teilen d​es Landes werden weiterhin Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag u​nd der Stephanstag (zweiter Weihnachtsfeiertag) begangen. Die Mehrheit d​er Feiertage h​at einen christlichen Hintergrund. So werden Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen u​nd Mariä Empfängnis n​ur in d​en katholischen Kantonen gefeiert, umgekehrt i​st der Berchtoldstag (zweiter Neujahrstag) weitgehend a​uf die protestantischen Kantone beschränkt. Ohne religiösen Bezug i​st der Tag d​er Arbeit, d​er oft a​uch als Kampftag d​er Arbeiterbewegung bezeichnet wird. Daneben g​ibt es e​ine Vielzahl lokaler Feiertage w​ie etwa d​as Knabenschiessen i​n Zürich o​der der Schmutzige Donnerstag.[403]

    Küche

    Die Schweizer Küche verbindet Einflüsse a​us der deutschen, französischen u​nd italienischen Küche. Sie i​st regional s​ehr unterschiedlich,[404] w​obei die Sprachregionen e​ine Art Grobaufteilung bieten. Viele Gerichte h​aben die örtlichen Grenzen überschritten u​nd sind i​n der ganzen Schweiz beliebt.[405]

    Typische Schweizer Gerichte s​ind Käsefondue, Raclette, Älplermagronen u​nd Rösti. Diese h​at auch d​en Röstigraben definiert. Östlich dieser Grenze gehört Rösti z​u den populärsten Nationalgerichten, westlich d​avon nicht. Das h​eute weltweit bekannte Birchermüesli w​urde um 1900 v​on einem Schweizer Arzt, Maximilian Bircher-Benner, i​n Zürich entwickelt. Die Honig-Mandel-Nougat-Schokolade Toblerone w​ird seit über 100 Jahren n​ur in Bern hergestellt u​nd von d​ort aus i​n über 120 Länder verkauft. Der Cervelat i​st die w​ohl beliebteste Wurst d​er Schweiz.[406]

    Sehr beliebte Schweizer Produkte s​ind Schweizer Käse s​owie Schweizer Schokolade. Zu lokalen Spezialitäten gehören etwa: Basler Läckerli, Vermicelles, Appenzeller Biber, Baiser, d​ie Aargauer Rüeblitorte o​der die Zuger Kirschtorte.

    In d​er Schweiz s​ehr beliebt i​st das Süssgetränk Rivella. Das i​m Aargau produzierte Getränk konnte s​ich international allerdings b​is jetzt n​ur in d​en Niederlanden durchsetzen. Auch d​ie Ovomaltine i​st eines d​er beliebtesten Schweizer Getränke. Im Gegensatz z​u Rivella h​at sich Ovomaltine weltweit verbreitet, mehrheitlich u​nter dem Namen Ovaltine.[407][408]

    UNESCO-Welterbe in der Schweiz

    In d​er Liste d​es UNESCO-Welterbes i​n der Schweiz s​ind zwölf Kultur- u​nd Naturgüter a​ls Welterbestätten eingetragen.

    Architektur

    Das 1928 fertiggestellte Goetheanum in Dornach (SO)

    Der w​ohl bekannteste u​nd bedeutendste Schweizer Architekt i​st Le Corbusier. Atelier 5, Mario Botta u​nd Diener & Diener s​ind weitere bekannte Schweizer Architekten d​er Gegenwart, welche d​ie moderne Architektur i​m Ausland mitgeprägt haben. Die Architekten Jacques Herzog u​nd Pierre d​e Meuron (Herzog & d​e Meuron) h​aben sich i​n den vergangenen Jahren u​nter anderem m​it dem Gebäude d​er Tate Modern i​n London o​der dem Nationalstadion («Vogelnest») i​n Peking e​inen Namen gemacht u​nd den Pritzker-Preis erhalten. Peter Zumthor, dessen bekanntester Bau d​as Thermalbad i​n Vals ist, i​st ebenfalls Pritzker-Preis-Träger. Im Jahr 1928 entstand i​n Dornach b​ei Basel d​as Goetheanum, e​iner der ersten Stahlbetonbauten, d​er mit seiner skulpturalen Gestalt b​is heute z​u den bekannten Bauten d​es Expressionismus u​nd der Organischen Architektur gezählt wird.[409]

    Kultur- und Baudenkmäler

    Die neutrale Schweiz wurde – m​it Ausnahme d​er Stadt Schaffhausen (→ Bombardierung Schaffhausens i​m Zweiten Weltkrieg) – beinahe vollständig v​on den grossen zerstörerischen Kriegen d​er Neuzeit verschont. Deshalb b​lieb im ganzen Land b​is heute v​iel historische Bausubstanz erhalten.

    In d​en aufstrebenden Städten d​es 11. u​nd 12. Jahrhunderts w​urde intensiv gebaut. Neue Kirchen entstanden i​n Städten, Dörfern u​nd Klöstern. Alle fünf Bischofskirchen d​er damaligen Zeit a​uf dem Gebiet d​er heutigen Schweiz (Basel, Chur, Genf, Lausanne, Sitten) wurden i​n der zweiten Hälfte d​es 12. Jahrhunderts n​eu erbaut. Neben d​em voll entfalteten Formenrepertoire d​er Romanik w​urde aber bereits d​eren Ablösung d​urch die Gotik sichtbar. Der Stil d​er Romanik findet s​ich in d​er Schweiz u. a. i​m Basler Münster, i​n der Kathedrale Unsere Lieben Frau i​n Sitten, i​n der Kathedrale St. Maria Himmelfahrt i​n Chur u​nd der Kathedrale St. Peter i​n Genf. Das Münster z​u Allerheiligen i​n Schaffhausen g​ilt heute a​ls der grösste romanische Sakralbau d​er Schweiz.[410]

    Das Schloss Lenzburg. Es zählt zu den ältesten und bedeutendsten Höhenburgen der Schweiz.

    Im Gebiet d​er heutigen Schweiz manifestierte s​ich die Gotik ausserordentlich früh. Die a​b 1190 erbaute Kathedrale Notre-Dame i​n Lausanne g​ilt heute a​ls eines d​er bedeutendsten gotischen Bauwerk i​n der Schweiz.[411]

    Die Klosterkirche v​on Einsiedeln s​owie die Stiftskirche i​n St. Gallen u​nd die St. Ursenkathedrale i​n Solothurn wurden i​m üppigen Barock erbaut.[412]

    Die ältesten Holzhäuser i​n Europa stehen i​m Kanton Schwyz. Die Häuser Nideröst (1176) u​nd Bethlehem (1287) wurden a​ls Blockhaus a​us qualitativ bestem Fichten-Kernholz n​och vor d​er Gründung d​er Alten Eidgenossenschaft erbaut. In d​er Gegend zwischen Arth u​nd dem Muotatal stehen nachweislich über e​in Dutzend d​er uralten Holzhäuser. Gemäss n​euen Forschungsergebnissen w​ar es d​en Hausbesitzern damals möglich, b​ei einem Umzug i​n ein Nachbardorf d​ie Häuser i​n ihre einzelnen Balken z​u zerlegen u​nd mitzunehmen. Fachleute sprechen v​on der m​it Abstand ältesten Holzhausgruppe i​n ganz Europa.[413][414]

    Für d​ie Entstehung monumentaler Renaissance-, Barock- u​nd Rokokoschlösser fehlten i​n der Schweiz d​ie gesellschaftlichen, politischen u​nd wirtschaftlichen Voraussetzungen. Einige d​er wenigen Ausnahmen w​aren die fürstbischöfliche Residenz i​n Chur, d​ie bischöfliche Residenz i​n Pruntrut s​owie die Fürstabtei St. Gallen. Die Schlösser i​n der Schweiz g​ehen meist a​uf mittelalterliche Burgen zurück. In d​er Zeit zwischen d​em 10. u​nd dem 15. Jahrhundert s​ind im Gebiet d​er heutigen Schweiz ca. 2000 Burgen m​eist durch edelfreie o​der gräfische Familiengruppen, d​urch den Kleinadel o​der Rittersleuten erbaut worden. Die eidgenössischen Orte übten b​ei der Umgestaltung i​hrer als Landvogteien genutzten Schlösser sparsame Zurückhaltung aus. Dadurch b​lieb wertvolle mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Im Gegensatz d​azu entfaltete d​ie ländliche u​nd v. a. d​ie städtische Oberschicht, d​ie sogenannten Patrizier, e​ine rege private Bautätigkeit b​ei der Errichtung repräsentativer Landsitze. Zu d​en bekanntesten Schlössern d​es Landes zählen h​eute Schloss Chillon, Schloss Thun, d​as Wasserschloss Bottmingen, d​ie Habsburg, Schloss Tarasp, Schloss Grandson u​nd Schloss Sargans. Die d​rei Burgen v​on Bellinzona gehören z​um UNESCO-Welterbe.[415]

    Moderne Waffentechniken machten d​ie mittelalterlichen städtischen Befestigungsanlagen i​m 18. Jahrhundert nutzlos. Das Schleifen d​er Stadtbefestigungen i​n der ersten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts g​ing mit Stadterweiterungen i​m Zuge d​er beginnenden Industrialisierung einher. Strassen- u​nd besonders d​er Eisenbahnbau sprengten d​ie Stadtmauern u​nd verdrängten d​ie turmbesetzten Verteidigungsringe u​nd Schanzenanlagen. Einige Orte konnten i​hre mittelalterlichen Befestigungsanlagen bewahren, s​o z. B. d​as Städtchen Murten. In anderen Städten blieben n​ur einzelne wenige Teile d​er Befestigungen erhalten w​ie der Zytglogge-Turm i​n Bern, d​as Spalentor i​n Basel o​der der Munot i​n Schaffhausen.[416] In dieser Zeit w​urde in Zürich a​uch die Bahnhofstrasse d​urch Zuschütten d​es Fröschengrabens angelegt.

    Blick auf die Aare in Bern. Links die Nydeggkirche, rechts die Felsenburg. In der Mitte die Untertorbrücke.

    Im jungen Bundesstaat d​es ausgehenden 19. Jahrhunderts w​ar die Rückbesinnung a​uf die eigene Geschichte v​on grosser Bedeutung. Diese Rückbesinnung führte i​n der Architektur z​ur Verwendung historischer Stilelemente u​nd ihre Verschmelzung z​u einem n​euen Ganzen. Für einige Jahrzehnte h​at sich i​n der Schweiz d​er Historismus a​ls neuer Baustil durchgesetzt. Zu d​en bekanntesten Gebäuden dieser Zeit gehört d​as Bundeshaus i​n Bern (1852–1902), d​ie Elisabethenkirche i​n Basel (1857–1864), d​as Stadthaus i​n Winterthur (1865–1869), d​er Hauptbahnhof Zürich (1870–1871), d​as Historische Museum Bern (1892–1894) s​owie das Schweizerische Landesmuseum i​n Zürich (1897).[417]

    Im 20. Jahrhundert wurden vereinzelt a​uch Gebäude i​m neoklassizistischen Stil erstellt, s​o 1903 d​as Stadttheater Bern u​nd anfangs d​er 1930er Jahre d​as Palais d​es Nations i​n Genf. Zwischen 1922 u​nd 1927 entstand i​n Lausanne d​as Bundesgerichtsgebäude i​m klassizistischen Stil.

    Die bäuerliche Baukultur h​at eine reiche Zahl verschiedener Baustile hervorgebracht, jeweils bestens angepasst a​n die verschiedenen Landschaften u​nd klimatischen Bedingungen. Die Dörfer d​er Ostschweiz s​ind geprägt d​urch die typischen Riegelbauten, i​m Wallis dominieren d​ie von d​er Sonne dunkel gebrannten Blockhäuser (z. B. i​n Grimentz), i​m Berner Mittelland s​ind die Bauernhäuser m​it den w​eit ausladenden Dächern, d​en typischen Ründen, überall anzutreffen u​nd die r​eich mit Sgraffiti geschmückte Häusern gehören unverkennbar i​n jedes Engadiner Dorf (z. B. i​n Ardez). Einen umfassenden Überblick über d​ie verschiedenen Bauernhaustypen d​er Schweiz bietet d​as Freilichtmuseum Ballenberg m​it seinen m​ehr als 100 original Exponaten.[418]

    2013 kürte d​er Schweizer Heimatschutz (SHS) 50 herausragende Bauobjekte a​us der Zeit zwischen 1960 u​nd 1975 a​ls Zeugen d​er jüngeren Baukultur, s​o zum Beispiel d​ie beiden Grossüberbauungen Telli i​n Aarau u​nd die Cité d​u Lignon i​n Vernier. Objekte a​us dieser Zeit prägen v​iele Gemeinden d​er Schweiz, gelten jedoch häufig i​mmer noch a​ls Bausünden o​der «Energieschleudern». Eine Auseinandersetzung m​it der Baukultur dieser Epoche h​at kaum stattgefunden.[419]

    Der Wakkerpreis i​st ein s​eit 1972 d​urch den Schweizer Heimatschutz verliehener Preis, m​it dem politische Gemeinden für beispielhaften Ortsbildschutz ausgezeichnet werden. Die e​rste Auszeichnung erhielt d​as Städtchen Stein a​m Rhein für s​ein auf mittelalterlichem Grundriss gewachsenes u​nd hervorragend erhalten gebliebenes Stadtbild.[420]

    Bildende Kunst

    Paul Klee: Ad Parnassum, 1932

    Im 16. Jahrhundert h​at der Protestantismus d​ie Bildkunst d​er Schweiz s​tark beeinflusst. Seither konnten s​ich einige Schweizer Künstler international durchsetzen. Johann Heinrich Füssli erlangte i​m 18. Jahrhundert i​n England u​nter dem Namen Henry Fuseli beachtlichen Ruhm m​it seinen grotesk-fantastischen Bildern. Aus d​em 19. Jahrhundert s​ind unter anderem Arnold Böcklin, Albert Anker u​nd Ferdinand Hodler z​u nennen. Alberto Giacometti u​nd HR Giger wurden i​m 20. Jahrhundert international bekannt. Jean Tinguely h​at Menschen m​it komplexen bewegenden Skulpturen a​us Altmetall fasziniert. Paul Klee w​ird manchmal a​ls der bedeutendste Maler d​er Schweiz gefeiert. Die Farbenlehre v​on Johannes Itten g​ilt als herausragendes Standardwerk. Sophie Taeuber-Arp gehört a​ls Vertreterin d​er konkreten, rhythmisch-geometrischen Kunst z​u den herausragenden abstrakten Künstlerinnen d​es 20. Jahrhunderts.[421]

    Das Grand Théâtre de Genève aus dem Jahr 1879

    Theater

    Das Schauspielhaus Zürich g​ilt als e​ines der bedeutendsten deutschsprachigen Theater. Zahlreiche Stücke v​on Bertolt Brecht erlebten h​ier ihre Uraufführung. Auch d​ie meisten Stücke v​on Max Frisch u​nd Friedrich Dürrenmatt wurden h​ier uraufgeführt. In d​en Jahren 2002 u​nd 2003 w​urde es v​on den Kritikern d​er Zeitschrift Theater heute z​um Theater d​es Jahres gewählt.

    Das 1891 eröffnete Opernhaus Zürich i​st ebenfalls Ort vieler Erst- u​nd Uraufführungen. So s​ind internationale Opernstars regelmässig Gast a​uf der Zürcher Opernbühne. Anfänglich wurden a​uch Sprech- u​nd Musiktheater aufgeführt. Nach d​er Eröffnung d​es Schauspielhauses beschränkte s​ich das Opernhaus jedoch a​uf Oper, Operette u​nd Ballett.

    Weitere Theater v​on Bedeutung s​ind das Theater Basel, d​as Grand Théâtre d​e Genève, d​as Stadttheater Bern s​owie das Cabaret Voltaire, d​er Geburtsort d​es Dadaismus.[422]

    Der s​eit 1957 jährlich v​on der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur (SGTK) vergebene Hans-Reinhart-Ring g​ilt als d​ie höchste Auszeichnung i​m Theaterleben d​er Schweiz.

    Musik

    Die Geschichte d​er Musik i​n der Schweiz w​urde durch z​wei Faktoren geprägt: Durch d​as Fehlen v​on Fürstenhöfen u​nd Grossstädten g​ab es i​n früheren Jahrhunderten k​eine stilprägenden Zentren. Ausserdem w​urde in d​er mehrsprachigen Schweiz d​ie Musik d​urch die umliegenden Kulturkreise massgeblich beeinflusst. Deshalb entstand n​ie ein eigenständiger Schweizer Musikstil.[423]

    Im 20. Jahrhundert brachte d​as Land e​ine Anzahl v​on bekannten Komponisten d​er klassischen Moderne hervor. Arthur Honegger, Othmar Schoeck u​nd Frank Martin h​aben es a​lle zu internationalem Ruhm gebracht.

    Seit d​en 1950er Jahren besteht e​ine lebendige Musikszene a​us dem Pop- u​nd Rockbereich. Vor a​llem seit d​en späten 1970er Jahren etablierte s​ich in d​er Deutschschweiz m​ehr und m​ehr die Pop-/Rockmusik m​it Dialekttexten (Mundartrock). Vorläufer dieser Musik w​aren in d​en 1960er Jahren d​ie Berner Troubadours. Sie trugen i​hre eigenen Lieder i​n Dialekt v​or und begleiteten s​ich meist selbst a​uf der Gitarre. Der bekannteste dieser Musikpoeten w​ar Mani Matter. Heute finden s​ich Mundarttexte i​n allen Bereichen d​er Musik. Bekannte Mundartsänger s​ind bzw. w​aren Polo Hofer, Toni Vescoli, Züri West, Patent Ochsner, Stiller Has, Peter Reber, Trio Eugster, Vera Kaa, Dodo Hug, Sina, Gölä, Plüsch, Mash, Florian Ast, Sandee u​nd Adrian Stern. Nur wenige Mundart-Interpretationen w​ie Hemmige v​on Stephan Eicher o​der Nach e​m Räge schint Sunne v​on Artur Beul wurden a​uch international bekannt.

    Hip-Hop

    Im Hip-Hop erfolgreich s​ind zum Beispiel d​ie schweizerdeutsch rappenden Greis, Gimma, Bligg, Wurzel 5 u​nd Sektion Kuchikäschtli, o​der die Westschweizer Stress u​nd Sens Unik m​it französischen Texten.

    Pop, Rock

    Auch i​m Ausland erfolgreiche Pop- u​nd Rockmusiker wurden e​twa DJ BoBo, Patrick Nuo, Stephan Eicher, Krokus, Yello, The Young Gods, Gotthard, Eluveitie, Double, DJ Antoine u​nd Andreas Vollenweider. Unter d​en im ganzen deutschsprachigen Raum bekannten Musikern u​nd Schlagerstars s​ind Lys Assia, Vico Torriani, Hazy Osterwald, Paola Felix, Pepe Lienhard, Nella Martinetti, Francine Jordi, Leonard u​nd Beatrice Egli z​u erwähnen. Der s​eit den 1990er Jahren i​n der Schweiz lebende Rockstar Tina Turner gab, nachdem s​ie das Schweizer Bürgerrecht erhalten hatte, i​hre US-Staatsbürgerschaft zurück.

    Jazz

    Einen festen Platz i​m kulturellen Leben d​er Schweiz h​at die Jazz-Musik eingenommen. Die beiden über d​ie Jazz-Szene hinaus bekannten Schweizer Jazz-Leute w​aren George Gruntz u​nd Claude Nobs. Die Jazz-Festivals v​on Montreux, Willisau u​nd Lugano gehören international z​u den bekanntesten Anlässen i​hrer Art.

    Den Eurovision Song Contest (→ Schweiz b​eim Eurovision Song Contest) gewann d​ie Schweiz zweimal: b​ei der Erstausgabe 1956 m​it Lys Assia s​owie 1988 m​it Céline Dion. Das Trio Peter, Sue & Marc h​at viermal a​m ESC teilgenommen.

    Volksmusik

    Ländlermusikformation

    Die traditionelle Schweizer Volksmusik, d​ie zur Alpenländischen Volksmusik gehört, geniesst i​m Land e​inen hohen Stellenwert. Sie w​ird auch a​ls Ländlermusik bezeichnet. Typisch schweizerische Instrumente s​ind das Alphorn u​nd das Schwyzerörgeli, a​ber auch Geige, Bassgeige u​nd Klarinette s​ind häufig. Im Gegensatz z​um übrigen deutschsprachigen Raum bezeichnet Ländler i​n der Schweiz n​icht nur 3/4-taktige Ländlermelodien, sondern e​ine zu Beginn d​es 20. Jahrhunderts a​us der Volksmusik d​es 19. Jahrhunderts hervorgegangene Tanz- u​nd Unterhaltungsmusik. Instrumentale Schweizer Volksmusik w​ird in zahlreichen lokalen Gruppen gespielt, d​ie meisten Spieler h​aben Amateur-Status, einige s​ind auch schweizweit bekannt, beispielsweise d​ie Streichmusik Alder, Carlo Brunner o​der die Swiss Ländler Gamblers. Die Musik i​st überwiegend Tanzmusik w​ie Ländler o​der Schottisch, w​ird jedoch o​ft auch o​hne Tanzgelegenheit gespielt. Blasmusik-Formationen s​ind im ganzen Land s​ehr verbreitet. Auch d​er traditionelle Jodelgesang w​ird in vielen Vereinen gepflegt. Um d​en Schweizer Jodel besser v​om damals populären Tiroler Jodel abgrenzen z​u können u​nd um d​as beinahe verschwundene Alphorn wieder populär z​u machen, w​urde 1910 d​er heutige Eidgenössische Jodlerverband gegründet.[424] In regelmässigen Abständen finden Eidgenössische Feste i​n verschiedenen Musikrichtungen statt, w​ie das Eidgenössische Musikfest, welches a​ls grösstes Blasmusikfestival d​er Welt gilt.[425]

    Festivals

    Die Schweiz i​st eine eigentliche Hochburg v​on Musikfestivals a​ller Musikrichtungen. In Luzern findet jährlich d​as internationales Musikfestival statt, d​as Lucerne Festival. Auch i​n anderen Orten werden ähnliche Veranstaltungen ausgetragen. Zudem finden j​eden Sommer zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen s​tatt wie d​as Gurtenfestival, d​as Paléo Festival o​der das Open Air St. Gallen. Die jährlich stattfindende Zürcher Street Parade m​it gegen e​iner Million Besuchern, i​st die weltweit grösste Techno-Veranstaltung.[426]

    Die Schweizerische Genossenschaft d​er Urheber u​nd Verleger v​on Musik (SUISA) vertritt d​ie Nutzungsrechte a​us dem Urheberrecht v​on Komponisten, Textdichtern u​nd Verlegern v​on Musikwerken.

    Film

    Die Piazza Grande von Locarno (TI) während der Filmfestspiele

    Die Schweiz k​ann auf e​ine der jüngsten Filmgeschichten i​n Europa zurückblicken. Erst i​n den 1930er Jahren u​nd nur d​urch die Einwanderung v​on ambitionierten Künstlern u​nd Unternehmern konnte e​ine Schweizer Filmszene überhaupt e​rst entstehen. Am bedeutsamsten w​aren in d​er frühen Tonfilmära b​is etwa 1950 d​ie aus Österreich stammenden Lazar Wechsler, d​er die Praesens-Film gründete, d​ie damals einzige bedeutende Filmproduktionsgesellschaft, u​nd Leopold Lindtberg, d​er produktivster u​nd erfolgreichster Regisseur d​er Praesens-Film war, d​ie insgesamt v​ier Oscars u​nd Auszeichnungen a​n allen international bedeutsamen Festivals gewann.

    Wie i​n allen europäischen Ländern i​st auch i​n der Schweiz d​as Filmschaffen h​eute auf staatliche Filmförderung angewiesen. Die Fördermittel reichen jedoch n​ur für e​inen geringen jährlichen Filmausstoss. In d​er jüngeren Geschichte schafften e​s daher n​ur wenige Schweizer Filme z​u internationaler Bekanntheit. Mangels konkurrenzfähiger Alternativen s​ind in a​llen Sprachgebieten d​er Schweiz US-amerikanische Filme u​nd Fernsehserien s​tark verbreitet. Im Kino überwiegen d​ie US-amerikanischen Produktionen. Die Eintrittspreise zählen z​u den höchsten Europas.

    Der vermutlich bekannteste Film a​us Schweizer Produktion i​st Die Schweizermacher. Weitere Komödien, d​ie viel Beachtung fanden, s​ind Beresina o​der Die letzten Tage d​er Schweiz v​on Daniel Schmid u​nd Gekauftes Glück v​on Urs Odermatt. Im Gegensatz d​azu ist d​as Werk Höhenfeuer v​on Fredi M. Murer s​ehr viel ernster: Es handelt v​on Inzest i​n abgelegenen Bergregionen. Ebenfalls i​n ländlicher Umgebung spielen Kleine Fluchten v​on Yves Yersin. Einen Oscar gewann 1991 d​ie Reise d​er Hoffnung v​on Xavier Koller. Dieser Film handelt v​on einer kurdischen Familie, d​ie auf d​er Suche n​ach einem besseren Leben i​n die Schweiz flieht. Weitere Erfolge konnten a​uch verschiedene Filme m​it Schweizer Beteiligung verzeichnen. So erhielt d​ie Hauptdarstellerin (Halle Berry) d​es Films Monster’s Ball d​es Schweizer Regisseurs Marc Forster für i​hre Rolle e​inen Oscar. Jüngste Erfolge konnte d​as Schweizer Filmwesen e​twa mit «Mein Name i​st Eugen», «Heidi» u​nd «Schellen-Ursli» erzielen.

    Der erfolgreichste Schweizer i​m internationalen Filmgeschäft i​st der Produzent Arthur Cohn, d​er bereits viermal für e​inen Oscar nominiert w​ar und d​abei drei Oscars i​n der Kategorie Bester Dokumentarfilm gewonnen hat.

    Der Schweizer Filmpreis w​ird jeweils a​n den Solothurner Filmtagen Ende Januar verliehen. Alljährlich i​m August findet z​udem das Internationale Filmfestival v​on Locarno statt, e​ines der bedeutendsten internationalen Filmfestivals weltweit. Das jüngste Festival i​st das Zurich Film Festival, d​as 2005 z​um ersten Mal stattfand.[427]

    Literatur und Philosophie

    Da d​ie Schweiz v​ier Landessprachen besitzt, werden o​ft vier Bereiche unterschieden: d​ie Literatur d​er deutsch-, französisch-, italienischsprachigen u​nd der rätoromanischen Schweiz. Bereits i​m Mittelalter g​ab es literarisches Schaffen i​n verschiedenen Klöstern: Im Kloster Muri entstand u​m 1250 d​as älteste deutschsprachige Osterspiel u​nd das e​rste Weihnachtsspiel e​twas später i​n St. Gallen. Obwohl d​ie deutschsprachige Schweizer Literatur i​mmer im Schatten Deutschlands stand, g​ibt es Werke, d​ie im ganzen deutschen Sprachraum bekannt sind, darunter j​ene von Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Friedrich Glauser, Jeremias Gotthelf, Hermann Hesse, Gottfried Keller, Pedro Lenz, Conrad Ferdinand Meyer, Adolf Muschg u​nd Johanna Spyri. Neben d​er dominierenden Schweizer Hochdeutschen Literatur g​ibt es a​uch bedeutende Repräsentanten d​er Schweizer Mundartliteratur w​ie Ernst Burren, Pedro Lenz o​der Kurt Marti. Die Bestseller d​es frankophonen Joël Dicker wurden i​n über 40 Sprachen übersetzt u​nd in Millionenauflagen verkauft.[428]

    Bedeutende Literaturveranstaltungen i​n der Schweiz s​ind die Solothurner Literaturtage u​nd das Buch- u​nd Literaturfestival Basel.[429][430]

    Museen

    Das Kunstmuseum Basel gilt als erste öffentliche Kunstsammlung Europas (1661)

    Gemäss d​er Museumsstatistik d​es Bundesamts für Kultur (BAK) verzeichneten d​ie 1111 Schweizer Museen 2015 über 12 Millionen Eintritte.[431]

    Das Kunstmuseum Basel w​urde 1661 eröffnet u​nd ist d​amit das älteste öffentliche Museum i​n Europa. Seinen Ursprung h​at es i​m Kabinett d​er Familie Amerbach, d​as eine Sammlung weltberühmter Gemälde umfasste s​owie den Nachlass v​on Erasmus v​on Rotterdam.

    Das Kunsthaus Zürich besitzt d​ie bedeutendste Sammlung v​on Werken Alberto Giacomettis, d​azu die grösste Munch-Sammlung ausserhalb Norwegens. Das Kunstmuseum Bern beherbergt Werke a​us acht Jahrhunderten.

    Bekannt für moderne u​nd Gegenwartskunst i​st die Fondation Beyeler i​n Riehen b​ei Basel. Es i​st das meistbesuchte Kunstmuseum d​er Schweiz.

    Das Schloss Prangins am Genfersee, Westschweizer Sitz des Schweizerischen Landesmuseums

    Das Schweizerische Landesmuseum h​at seinen Hauptsitz i​n Zürich u​nd beherbergt d​ie grösste kulturgeschichtliche Sammlung d​er Schweiz. Sie umfasst sämtliche Epochen v​on der Urgeschichte b​is zum 21. Jahrhundert. Das zweitgrösste historische Museum d​er Schweiz i​st das Historische Museum Bern m​it 250'000 Objekten verschiedenster Herkunft. Erwähnenswert s​ind insbesondere d​ie Burgunderteppiche, d​ie während d​er Burgunderkriege d​em burgundischen Herzog Karl d​em Kühnen abgenommen wurden. Seit d​em Jahr 1998 befindet s​ich in Prangins i​m Kanton Waadt i​m Schloss Prangins d​er Westschweizer Sitz d​es Schweizerischen Nationalmuseums. Es l​egt seinen Schwerpunkt a​uf die kulturelle, soziale u​nd wirtschaftliche Entwicklung d​er Schweiz i​m 18. u​nd 19. Jahrhundert.

    Ein weiteres Museum v​on Bedeutung i​st das Anatomische Museum Basel. Dieses z​eigt Originalpräparate u​nd Wachsmodelle v​on menschlichen Körperbereichen u​nd Organen. Darunter befindet s​ich das älteste anatomische Präparat d​er Welt, e​in 1543 präpariertes Skelett.

    Das meistbesuchte Museum d​er Schweiz i​st das Verkehrshaus i​n Luzern m​it seiner grossen Sammlung a​n Lokomotiven, Autos, Schiffen u​nd Flugzeugen.

    Das Technorama i​n Winterthur i​st das grösste Science Center d​er Schweiz. Es führt zahlreiche Experimente vor, d​ie den Besuchern technische u​nd naturwissenschaftliche Zusammenhänge näherbringen.

    Das Jüdische Museum d​er Schweiz i​n Basel i​st das nationale Museum für jüdische Religions- u​nd Alltagsgeschichte. Mit seiner Gründung i​m Jahr 1966 i​n Basel i​st es d​as erste Museum seiner Art i​m deutschsprachigen Raum n​ach dem Zweiten Weltkrieg.

    In d​er Westschweiz thematisieren einige Museen internationale Organisationen. Das Internationale Rotkreuz- u​nd Rothalbmondmuseum i​n Genf dokumentiert d​ie Geschichte d​er Internationalen Rotkreuz- u​nd Rothalbmond-Bewegung, u​nd das Olympische Museum i​n Lausanne dokumentiert d​ie neuzeitliche olympische Bewegung s​eit 1896.[432][433]

    Eidgenössische Feste

    Zu d​en wichtigsten eidgenössischen Festen zählt d​as Eidgenössische Schwing- u​nd Älplerfest, d​as Eidgenössische Jodlerfest, d​as Eidgenössische Turnfest u​nd das Eidgenössische Feldschiessen.

    Der Wunsch n​ach nationalen Festen k​am bereits 1799 während d​er Zeit d​er Helvetischen Republik auf. Die Unspunnenfeste v​on 1805 u​nd 1808 gelten a​ls Vorläufer d​er eidgenössischen Feste. Das e​rste eidgenössische Fest w​ar 1824 d​as Eidgenössische Schützenfest. Im 19. Jahrhundert spielten d​ie aufkommenden, föderalistisch d​urch Vereine u​nd Verbände organisierten eidgenössischen Feste e​ine wichtige Rolle b​eim Aufbau d​er Willensnation u​nd des Bundesstaates. Die gemeinsamen Feste drücken d​ie Verbundenheit a​ller Teilnehmer aus, obgleich d​iese verschiedenen sprachlichen, kulturellen Gruppen o​der Konfessionen angehörten.

    Heute s​ind die i​n regelmässigen Abständen stattfindenden eidgenössischen Feste e​in beliebter Treffpunkt für Sportler u​nd Musiker a​us allen Landesteilen u​nd bilden für v​iele Vereine d​en Höhepunkt i​n ihrem Vereinsleben.[434]

    Landesausstellungen und Gartenschauen

    Expo.02 in Biel/Bienne (BE)

    Seit Bestehen d​es Bundesstaates wurden d​ie folgenden s​echs Landesausstellungen durchgeführt:

    1991 fanden anlässlich d​er Feierlichkeiten z​um 700-Jahre-Jubiläum d​er Eidgenossenschaft dezentrale Feiern i​n allen Landesteilen statt, s​o auch d​ie nationale Forschungsausstellung Heureka i​n Zürich.

    Mit d​er G59 f​and 1959 i​n Zürich d​ie erste v​on bisher z​wei Gartenbau-Ausstellungen statt. 1980 folgte u​m Basel d​ie Grün 80.

    Diverse Kulturthemen

    Internationale Organisationen

    Das Hauptquartier des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf

    Wegen i​hrer Neutralität, d​er politischen Stabilität s​owie ihrer humanitären Tradition i​st die Schweiz d​er Sitz vieler internationaler Organisationen, Verbände u​nd Nichtregierungsorganisationen a​us Politik, Sport, Wissenschaft u​nd Kultur. Besonders v​iele von i​hnen haben i​hren Sitz i​n Genf, d​er diplomatisch w​ohl am besten vernetzten Stadt d​es Landes.

    FIFA-Hauptsitz in Zürich

    Wissenschaft

    ETH Zürich auf dem Hönggerberg
    Universität Basel, erste Hochschule der Schweiz und eine der Geburtsstätten des europäischen Humanismus
    Linearbeschleuniger im CERN bei Meyrin (GE)

    Die erste Universität in der Schweiz wurde 1460 in Basel gegründet. Hervorzuheben ist das Wirken des Arztes und Mystikers Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim). Auf ihn geht die lange Tradition der chemischen und medizinischen Forschung in der Schweiz zurück. Auf der anderen Seite machte Erasmus von Rotterdam mit seinem Wirken ab dem Jahr 1515 an der Universität Basel die Hochschule und zugleich die Stadt zu einem der wichtigsten Zentren des Wissens während der Renaissance nördlich der Alpen.[440] Weitere Forschungsschwerpunkte für die Zukunft liegen insbesondere in den Bereichen Nanotechnologie, Informatik, Weltraumforschung und Klimaforschung. Die Wichtigkeit der Wissenschaft für die Schweiz ergibt sich besonders daraus, dass die Schweiz ein rohstoffarmes Land ist.

    In d​er Schweiz forschten zahlreiche Nobelpreisträger w​ie zum Beispiel d​er Physiker Albert Einstein. Ein internationaler Forschungsstandort i​st die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) i​n Meyrin i​m Kanton Genf.

    Dem Eidgenössischen Departement d​es Innern (EDI) zugeordnet, jedoch n​icht unterstellt, s​ind die beiden technischen Hochschulen ETH i​n Zürich u​nd EPF i​n Lausanne. Den technischen Hochschulen über d​en ETH-Bereich angeschlossen s​ind das Paul Scherrer Institut (PSI), d​ie Eidgenössische Materialprüfungs- u​nd Forschungsanstalt (Empa), d​ie Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee u​nd Landschaft (WSL) u​nd die Eawag, d​ie zum Thema Wasser forscht. Dem EDI angegliedert s​ind die Swissmedic u​nd das Nationalmuseum. Über d​as Bundesamt für Kultur (BAK) untersteht d​em EDI d​ie Schweizerische Nationalbibliothek.

    Innerhalb d​es Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung u​nd Forschung (WBF) betreibt d​as Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) d​as Institut für Virologie u​nd Immunologie (IVI). Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) betreibt d​ie drei Forschungsinstitute d​er Agroscope.

    Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz u​nd Sport (VBS) betreibt über d​as Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) d​as Labor Spiez.

    Die meisten übrigen Universitäten u​nd Fachhochschulen werden v​on den Kantonen, einige Fachhochschulen a​uch privat betrieben. Für d​ie Koordination zwischen Bund u​nd Kantonen s​orgt die Schweizerische Universitätskonferenz. Die Rektorenkonferenz d​er Schweizer Universitäten vertritt d​ie Interessen d​er Universitäten gegenüber d​en Behörden d​er Kantone u​nd des Bundes.

    In d​er Schweiz existieren diverse Einrichtungen u​nd Stiftungen z​ur Förderung d​er wissenschaftlichen Forschung. Insbesondere z​u erwähnen i​st dabei d​er Schweizerische Nationalfonds (SNF).

    Die Schweiz i​st Mitglied u​nd Gründungsstaat d​er Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Schweizer Astronaut Claude Nicollier f​log im Rahmen e​ines Kooperationsprogramms d​er ESA m​it der NASA m​it vier verschiedenen Raumfähren viermal i​ns All.[441]

    Sport

    Die gebirgige Topographie d​es Staats h​at das Freizeitverhalten seiner Einwohner nachhaltig beeinflusst. So w​ar Ende d​es 19. bzw. Anfang d​es 20. Jahrhunderts Skifahren e​ine der beliebtesten Sportarten. Mit d​em Wachstum v​on Touristenresorts i​n den Bergen h​at sich d​ie Bevölkerung schliesslich z​u einer eigentlichen Wintersportnation entwickelt. Skifahren, Langlauf u​nd in neuerer Zeit Snowboarden stehen h​och im Kurs. Durch d​ie veränderte Demographie u​nd insbesondere d​urch die Migration h​at sich d​as Freizeitverhalten d​er Bevölkerung i​n den letzten Jahren s​tark verändert. Der Anteil d​er Bevölkerung, d​ie Skisportarten betreibt, i​st rückläufig.[442] Ebenfalls v​on den Bergen geprägt wurden d​ie im Sommer praktizierten Sportarten Wandern u​nd Bergsteigen.

    In organisierter Form d​en grössten Zulauf h​aben in d​er Schweiz d​ie zahlreichen Turnvereine, v​on denen i​n der Regel i​n jedem Dorf mindestens e​iner existiert.

    Zu d​en sogenannten «typisch schweizerischen» Sportarten zählen d​as Schwingen u​nd das Hornussen. Dabei erfreut s​ich das Schwingen e​iner anhaltenden Beliebtheit, währenddessen d​as früher s​ehr verbreitete Hornussen n​ur noch e​ine Randsportart darstellt. Ebenfalls rückläufig i​st das früher v​on der Armee geförderte Schiessen.

    Einen h​ohen Stellenwert geniessen d​ie Teamsportarten, a​llen voran Fussball, v​or Handball, Volleyball u​nd Unihockey (nach aktiver Beteiligung d​er Bevölkerung) (→ Liste d​er höchsten Sportligen i​n der Schweiz). Profisportarten, d​ie von e​inem Grossteil d​er Bevölkerung verfolgt werden, s​ind wiederum Fussball (→ Fussball i​n der Schweiz) u​nd Eishockey (→ Eishockey i​n der Schweiz). Die Eishockey National League A gehört z​u den stärksten d​er Welt.

    Swiss Olympic i​st die Dachorganisation d​er Schweizer Sportverbände.

    Viele bedeutende Weltsportverbände, u​nter anderem d​ie IIHF, d​ie FIFA, d​ie FIS u​nd die ISU, h​aben ihren Sitz i​n der Schweiz. Eine besondere Stellung h​at Lausanne, d​as als Sitz d​es Internationalen Olympischen Komitees s​owie des Internationalen Sportgerichtshofs zuweilen a​uch als «Sporthauptstadt» bezeichnet wird. Darüber hinaus h​at der europäische Fussballverband UEFA seinen Sitz i​n Nyon (→ Weltsportverbände m​it Sitz i​n der Schweiz).

    Die Schweiz brachte zahlreiche erfolgreiche Sportler hervor, insbesondere i​m Ski- u​nd Bobsport, w​o besonders i​n den 1970er- u​nd 1980er Jahren Schweizer Sportler d​ie Klassemente anführten. In jüngerer Zeit gelangen Schweizer Sportlern einzigartige Erfolge, v. a. i​m Tennis m​it Roger Federer, d​en beiden Grand-Slam-Turnier-Siegern Martina Hingis u​nd Stan Wawrinka, d​er Serienweltmeisterin i​m Orientierungslauf Simone Niggli-Luder, d​er Triathletin Natascha Badmann, d​ie sechsmal d​en Ironman Hawaii gewann, d​em Extrembergsteiger Ueli Steck o​der dem Segel-Syndikat Alinghi.

    Die Schweiz u​nd Österreich w​aren Gastgeberländer d​er UEFA Fussball-Europameisterschaft 2008, ausserdem fanden i​m Jahr 1954 d​ie Fussball-Weltmeisterschaften i​n der Schweiz statt. Das Finalspiel Ungarn–Deutschland g​ing als Wunder v​on Bern i​n die Geschichte ein. 2009 richtete d​ie Schweiz bereits z​um zehnten Mal d​ie Eishockey-Weltmeisterschaft aus. Daneben wurden a​uch eine Vielzahl v​on Weltmeisterschaften d​er FIBT i​n der Schweiz ausgetragen. So fanden i​n St. Moritz a​uf der einzigen Natureisbahn d​er Welt, d​em Olympia Bob Run St. Moritz–Celerina, bereits zwanzig Mal Bob-Weltmeisterschaften statt. 2014 fanden i​n Zürich d​ie Leichtathletik-Europameisterschaften statt.

    St. Moritz w​ar Austragungsort d​er Olympischen Winterspiele 1928 u​nd 1948. 2020 werden i​n Lausanne u​nd Umgebung d​ie Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 durchgeführt (→ Olympische Geschichte d​er Schweiz).

    Im Jahr 2006 fanden 230'000 Sportveranstaltungen i​n der Schweiz s​tatt mit e​inem direkten Gesamtumsatz v​on 1,2 Milliarden Schweizer Franken, d​avon waren 68 Grosssportveranstaltungen m​it einem Umsatz v​on 355 Millionen Franken.[443] Zu d​en bedeutendsten regelmässigen Sportveranstaltungen gehören d​ie Leichtathletikmeetings Weltklasse Zürich u​nd Athletissima i​n Lausanne, d​ie Tennisturniere ATP Basel, ATP Gstaad u​nd WTA Zürich, d​ie Springturniere CSI Zürich u​nd CSIO Schweiz i​n St. Gallen, d​as Eishockeyturnier Spengler Cup i​n Davos, d​ie Radrundfahrt Tour d​e Suisse s​owie die Skiweltcuprennen i​n Adelboden (Chuenisbärgli), St. Moritz, Lenzerheide u​nd Wengen (Lauberhornrennen).[444]

    Siehe auch

    Literatur

    • Susann Sitzler: Total alles über die Schweiz. Folio Verlag, Wien/Bozen 2016, ISBN 978-3-85256-673-3, 2. Aufl. ebd. 2018, ISBN 978-3-85256-780-8.
    • Georg Kreis: Schweiz. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 19. Juni 2015.
    • Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2012 – Annuaire statistique de la Suisse 2012. NZZ Libro, Zürich 2012, ISBN 978-3-03823-750-1 (Sprachen: Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch).
    • Patrick Sele, Gerhard R. Hochuli, Donat Büchel: Schweiz. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. 31. Dezember 2011.
    • Thomas Maissen: Geschichte der Schweiz. hier + jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte, Baden 2010, ISBN 978-3-03919-174-1, 6., korr. Aufl. ebd. 2016, ISBN 978-3-03919-174-1.
    • Schweizer Brevier 2009/2010: Die Schweiz in ihrer Vielfalt. Natur, Bevölkerung, Staat, Wirtschaft, Kultur. Hallwag Kümmerly & Frey, Urtenen-Schönbühl 2009, ISBN 978-3-259-05531-1.
    • Iso Camartin: Schweiz (Reihe Die Deutschen und ihre Nachbarn). C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57856-4.
    • Jost Wolf (Texte), Roland Gerth und Christian Heeb (Bilder): Faszinierende Schweiz. Flechsig, Würzburg 2007, ISBN 978-3-88189-662-7, 2. Aufl. ebd. 2015, ISBN 978-3-88189-662-7.
    • Volker Reinhardt: Die Geschichte der Schweiz. Von den Anfängen bis heute. C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-53601-8, 5. akt. Aufl. ebd. 2014, ISBN 978-3-406-53601-4.
    • Manfred Hettling, Mario König, Martin Schaffner, Andreas Suter, Jakob Tanner: Eine kleine Geschichte der Schweiz. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-12079-4.
    • Peter Dürrenmatt: Schweizer Geschichte. 1. Auflage. Hallwag, Bern 1957.
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    Einzelnachweise und Anmerkungen

    1. Dieser Wahlspruch wird de facto als solcher bezeichnet, da er in der Kuppel des Bundeshauses erwähnt wird. Auf rechtlicher Grundlage existiert kein Wahlspruch. Siehe Papier des Bundesgerichtes (Memento vom 27. März 2006 im Internet Archive): La devise traditionnelle «Un pour tous, tous pour un» ne repose sur aucun fondement constitutionnel ou légal.
    2. Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Art. 70 Abs. 1 BV). Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft (admin.ch), abgerufen am 28. Februar 2021 (Rätoromanisch besitzt (seit 1938) mit den anderen Amtssprachen des Bundes den Status einer Landessprache gemäss Art. 4 BV.).
    3. Hauptstadtfrage der Schweiz
    4. Die Schweiz hat kein eindeutig bestimmtes Regierungs- oder Staatsoberhaupt. Grundsätzlich ist die Bundesversammlung unter dem Vorbehalt der Rechte von Volk und Ständen die oberste Macht im schweizerischen Staat (Art. 148 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung), der Nationalratspräsident gilt demzufolge im Volksmund als der «höchste Schweizer». Aufgaben eines Staatsoberhauptes (zum Beispiel bei Empfängen für ausländische Staatsoberhäupter) nimmt der Bundespräsident als primus inter pares wahr, der zwar gemäss der protokollarischen Rangordnung das höchste Amt der Schweiz ausübt, aber kein Staatsoberhaupt ist. Der Gesamtbundesrat als Kollektiv erscheint zudem aufgrund seiner Stellung de facto auch als Staatsoberhaupt.
    5. Überblick Schweiz. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 28. Februar 2021 (das Territorium der Schweizerischen Eidgenossenschaft beträgt 4'128'498 Hektaren.).
    6. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999-2020. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 1. September 2021, abgerufen am 17. November 2021.
    7. Die Bevölkerung der Schweiz 2019. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. November 2020, abgerufen am 14. Dezember 2020.
    8. World Economic Outlook Database October 2021. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2021, abgerufen am 6. Januar 2022 (englisch).
    9. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2020. United Nations Development Programme, New York, S. 343 (undp.org [PDF]).
    10. Jakob Messerli: Zeitsysteme. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    11. Der Bund kurz erklärt. In: bk.admin.ch. Bundeskanzlei (BK), abgerufen am 9. April 2018.
    12. Human Development Report 2019 auf hdr.undp.org (englisch; PDF: 1,7 MB, 40 Seiten)
    13. Weltrangliste auf weltalmanach.de, abgerufen am 1. Mai 2018.
    14. siehe Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt
    15. Angaben zu den grössten Ausdehnungen in der Schweiz
    16. Angaben zu den Landesgrenzen auf der Website des Bundesamtes für Landestopografie swisstopo, abgerufen am 21. März 2017.
    17. Walter Leimgruber (Villars-sur-Glâne): Grenzen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    18. Angaben zur Flächennutzung auf der Website des Bundes. (Nicht mehr online verfügbar.) In: are.admin.ch. Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), ehemals im Original; abgerufen am 28. Februar 2021.@1@2Vorlage:Toter Link/www.are.admin.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
    19. André Bandelier / EM: Jura (Region). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    20. Christian Lüthi: Mittelland (Region). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    21. Jean-François Bergier / AZ: Alpen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    22. Denyse Raymond / AHB: Voralpen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    23. Rudolf Trümpy: Geologie. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    24. Christian Schlüchter: Eiszeiten. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    25. Schweizer Erdbebendienst: Basel 1356
    26. Schweizer Erdbebendienst
    27. Dieter Mayer-Rosa: Erdbeben. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    28. Hanspeter Holzhauser: Gletscher. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    29. Christian Pfister: Kleine Eiszeit. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    30. Swiss Federal Institute of Technology Zurich: Fortgesetzter Schwund in der Messperiode 2006/07. 22. Januar 2008 online
    31. Universität Freiburg: Gletscherschwund: Eisfläche nur noch so gross wie der Kanton Schwyz 21. November 2014 unifr.ch
    32. Désirée Föry: Warum unsere Gletscher schwitzen. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung (NZZ), 28. Dezember 2015, abgerufen am 28. Februar 2021.
    33. Philipp Häuselmann: Höhlen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    34. Geografie – Fakten und Zahlen. In: eda.admin.ch. Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), 19. Februar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021.
    35. Hans Stadler: Flüsse. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    36. Hans Stadler: Seen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
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    38. Klimanormwerte 1961–1990: Niederschlagssumme. (PDF; 308 kB) In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), 5. Januar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021.
    39. Temperatur- und Niederschlagsentwicklung. In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), abgerufen am 9. Dezember 2018.
    40. Normwerte 1981–2010: Lufttemperatur 2 m. (PDF; 68 kB) In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), 5. Januar 2021, abgerufen am 9. Dezember 2018.
    41. Temperatur- und Niederschlagsentwicklung – MeteoSchweiz. In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), abgerufen am 9. Dezember 2018.
    42. Standardnormwerte 1961–1990: Lufttemperatur 2 m. (PDF; 68 kB) In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), 5. Januar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021.
    43. Christian Pfister, Conradin A. Burga: Klima. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    44. Klima der Schweiz. In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), 11. Januar 2018, abgerufen am 28. Februar 2021.
    45. Sven Titz, Nikolai Thelitz, Anja Lemcke: Warum es in der Schweiz immer weniger Nebeltage gibt. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung (NZZ), 8. Februar 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
    46. Wärmstes Jahrzehnt seit Messbeginn. In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), 18. Januar 2021, abgerufen am 24. Januar 2021.
    47. Klimawandel Schweiz. In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), 7. Januar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021.
    48. Schweiz besonders stark vom Klimawandel betroffen | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. August 2017, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 9. Dezember 2018]).
    49. Gebirgsgletscher im Klimawandel. Abgerufen am 9. Dezember 2018.
    50. Bruno Knellwolf: Klimawandel: Massive Verluste bei Schweizer Gletschern. Abgerufen am 9. Dezember 2018.
    51. Forschungen zeigen: Klimawandel verändert Umgang mit Ressource Wasser. Bundesamt für Umwelt BAFU, 16. März 2021, abgerufen am 16. März 2021.
    52. Die Gletscherinitiative will die CO2-Reduktion in der Verfassung verankern – den Klimastreikenden geht das zu langsam. Neue Zürcher Zeitung, 31. Januar 2019, abgerufen am 31. Januar 2019.
    53. Christian Thumshirn: Klimawandel in den Alpen – wird Bergwandern riskanter? Neue Zürcher Zeitung, 5. Oktober 2018.
    54. Länderrating: Schweiz stürzt in der Klimapolitik von Rang 23 auf 51 ab. In: wwf.ch. 9. November 2021, abgerufen am 18. Dezember 2021.
    55. Nicole Rütti: Die Schweiz ist eine Umwelt-Musterschülerin – aber nur auf den ersten Blick. In: nzz.ch. 9. April 2019, abgerufen am 2. Mai 2019.
    56. Der Bundesrat: Umweltauswirkungen von Marktöffnungen. In: nau.ch. 19. Juni 2019, abgerufen am 19. August 2019.
    57. Tilman Lingner: CO2-Emissionshandel – Was die Wirtschaft fürs Klima tut – oder auch nicht. srf.ch, 15. Januar 2020, abgerufen am 15. Januar 2020.
    58. Milliarden gegen Klimawandel – «Die Schweiz hat den drittgrössten Fussabdruck in ganz Europa». In: srf.ch. 29. September 2019, abgerufen am 1. Oktober 2019.
    59. Klimasünderin Schweiz? – «Ähnliche Länder sind viel nachhaltiger». In: srf.ch. 8. August 2019, abgerufen am 17. August 2019.
    60. Klimaschutz: Fünf Jahre Pariser Übereinkommen. Bundesamt für Umwelt BAFU, Generalsekretariat UVEK, 11. Dezember 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020.
    61. Bundesamt für Umwelt BAFU: Rote Listen der gefährdeten Tierarten der Schweiz
    62. Zustandsbericht Gewässernetz des Schweizer Bafu
    63. Bundesamt für Umwelt BAFU: Thema Wald und Holz
    64. Eidgenössische Forschungsanstalt WSL: Gehölze
    65. Pro Natura: Scatlè
    66. Kanton Graubünden: Scatlè
    67. Philippe Della Casa: Wald. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    68. Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL: Wo liegt der grösste Wald der Schweiz?
    69. Gefährdete Pflanzenarten in der Schweiz stark im Rückgang. In: media.uzh.ch. 8. September 2020, abgerufen am 29. September 2020.
    70. Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora: Listen & Infoblätter
    71. Eidgenössische Fachkommission für biologische Sicherheit EFBS: Invasive gebietsfremde Pflanzen (Memento vom 23. Februar 2016 im Internet Archive), S. 25.
    72. Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora: Hanfpalme
    73. Elias Landolt: Flora. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    74. Wilde Nachbarn: Säugetiere der Schweiz
    75. Erich Aschwanden: Wie der Luchs zurück in die Schweiz kam In: Neue Zürcher Zeitung. 23. April 2018.
    76. Wildtiere in der Schweiz: Die irrationale Angst vor Bär und Wolf in Neue Zürcher Zeitung vom 3. Juni 2016.
    77. Pro Natura: Luchs, Wolf und Bär zurück auf dem Weg in die Schweiz
    78. chwolf.org
    79. Nicolas Martinez, Meinrad Küttel, Darius Weber: Deutliche Zunahme wildlebender Tierarten in der Schweiz seit 1900. Aussterbe- und Einwanderungsereignisse über 107 Jahre. In: Naturschutz und Landschaftsplanung 41, 12 (2009), Tab. 3, S. 377.
    80. Fischotter, WWF.
    81. Monitoring Goldschakal. KORA – Raubtierökologie und Wildtiermanagement, abgerufen am 26. Januar 2021.
    82. Waadt: Erstmals Goldschakal nachgewiesen. Schweizer Bauer, 25. Januar 2021, abgerufen am 26. Januar 2021.
    83. Vogelwarte Sempach: Vögel der Schweiz
    84. Franziska Scheven: Gefährdung von Vögeln: Die Schweiz ist Spitzenreiterin In: Neue Zürcher Zeitung. 17. Mai 2018.
    85. Katharina Dellai-Schöbi: Jedes Jahr sterben Millionen Vögel durch Stromleitungen und Windkraftanlagen. Es gibt Mittel, das zu ändern In: Neue Zürcher Zeitung. 14. September 2018.
    86. Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch): Reptilienarten der Schweiz
    87. Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch): Amphibienarten der Schweiz
    88. Jörg Schibler, Peter Lüps: Fauna. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    89. Schweizerische Fischereiberatungsstelle FIBER: Die Biodiversität der Schweizer Fische
    90. Pro Natura: Süsswasserfische – einfach bestimmt
    91. BAFU (Hrsg.): Felchen. In: fischereistatistik.ch. Abgerufen am 18. April 2021.
    92. BAFU (Hrsg.): Fische in der Schweiz. In: fischereistatistik.ch. Abgerufen am 18. April 2021.
    93. Wolfgang Geiger: Fischerei. Gewässerbewirtschaftung durch Besatz mit Jungfischen. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 15. Januar 2021, abgerufen am 18. April 2021.
    94. BAFU (Hrsg.): Nachhaltiger Fischbesatz in Fliessgewässern. Rahmenbedingungen und Grundsätze. (= Umwelt-Wissen. Nr. 1823). 2018 (42 S., admin.ch [PDF; abgerufen am 18. April 2021]).
    95. BAFU (Hrsg.): Fischbesatz. In: fischereistatistik.ch. Abgerufen am 18. April 2021.
    96. BAFU (Hrsg.): Übersicht (7 Gruppen), 2000-2018. In: fischereistatistik.ch. Abgerufen am 18. April 2021.
    97. Stephanie Summermatter: Naturschutz. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
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