Ukraine

Die Ukraine ([ukʁ̥aˈiːnə] o​der [uˈkraɪ̯nə];[5] ukrainisch Україна Ukrajina [ukrɑˈjinɑ]) i​st ein Staat i​n Osteuropa. Mit e​iner Fläche v​on 603.700[6] Quadratkilometern i​st sie d​er größte Staat, dessen Grenzen vollständig i​n Europa liegen, n​ach Russland d​as zweitgrößte Staatsgebiet a​uf dem Kontinent. Die Ukraine grenzt i​m Osten u​nd Nordosten a​n Russland, i​m Norden a​n Belarus, i​m Westen a​n Polen, d​ie Slowakei u​nd Ungarn s​owie im Südwesten a​n Rumänien u​nd die Republik Moldau. Im Süden l​iegt die Ukraine a​m Schwarzen Meer u​nd am Asowschen Meer. Die Hauptstadt u​nd größte Metropole d​es Landes i​st Kiew, weitere Ballungszentren s​ind Charkiw, Dnipro, Donezk u​nd Odessa.

Україна

Ukrajina
Ukraine
Flagge Wappen
Amtssprache Ukrainisch
Hauptstadt Kiew
Staats- und Regierungsform semipräsidentielle Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Wolodymyr Selenskyj
Regierungschef Ministerpräsident
Denys Schmyhal
Fläche de jure: 603.700 km²
de facto, ohne die von Russland annektierte Krim: 576.800 km²
Einwohnerzahl 41.830.619, ohne AR Krim und die Stadt Sewastopol (1. April 2020)[1]
Bevölkerungsdichte 77 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung −0,5 % (Schätzung für das Jahr 2019)[2]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2020[3]
  • 155 Milliarden USD (58.)
  • 545 Milliarden USD (40.)
  • 3.741 USD (124.)
  • 13.129 USD (98.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,779 (74.) (2019)[4]
Währung Hrywnja (UAH)
Gründung 7. November 1917:
Ukrainische Volksrepublik

29. April 1918:
Ukrainischer Staat


1. November 1918: Westukrainische Volksrepublik


10. März 1919:
Ukrainische SSR


24. August 1991: Unabhängigkeit von
der Sowjetunion

Unabhängigkeit 24. August 1991
(von der Sowjetunion)
National­hymne Schtsche ne wmerla Ukrajina (Ще не вмерла Україна)
Nationalfeiertag 24. August (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC+2
UTC+3 (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen UA
ISO 3166 UA, UKR, 804
Internet-TLD .ua
Telefonvorwahl +380
Vorlage:Infobox Staat/Wartung/TRANSKRIPTION
Vorlage:Infobox Staat/Wartung/NAME-DEUTSCH
Übersichtskarte der Ukraine mit allen Städten über 100.000 Einwohnern

Die Kiewer Rus w​ar der mittelalterliche Vorläufer d​er heutigen Staaten Russland, Belarus u​nd Ukraine. Die Herrschaftsansprüche über d​as Gebiet d​er heutigen Ukraine wechselten mehrmals. Seit d​em Zerfall d​er Sowjetunion 1991 i​st die Ukraine staatlich unabhängig. Im Februar 2014 b​rach infolge d​er Annexion d​er Krim e​in bis h​eute andauernder, bewaffneter Konflikt zwischen Russland u​nd der Ukraine i​n Teilen d​er Ostukraine aus. Die Krim u​nd Gebiete i​m Süden d​er Ostukraine befinden s​ich seit 2014 u​nter russischer Kontrolle.

Der Russisch-Ukrainische Krieg eskalierte, nachdem Russland a​m 21. Februar 2022 d​ie von prorussischen Separatisten proklamierten „Volksrepubliken“ Lugansk u​nd Donezk a​ls von d​er Ukraine staatlich unabhängige Gebiete anerkannt hatte.[7] Am 24. Februar 2022 begannen d​ie Streitkräfte d​er Russischen Föderation m​it der Invasion d​er Ukraine. Russische Truppen drangen sowohl v​on Russland a​ls auch v​on Belarus, d​em Schwarzen Meer u​nd den z​uvor besetzten Gebieten ein.[8] Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj r​ief aufgrund d​er russischen Invasion d​en Kriegszustand s​owie das Kriegsrecht i​m Land aus. Die Invasion trägt a​lle Kennzeichen e​ines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges.[9][10][11]

Seit d​em 25. Februar 2022 w​ird die ukrainische Hauptstadt Kiew angegriffen.[12][13][14] Nach Schätzungen d​es Hohen Flüchtlingskommissars d​er Vereinten Nationen Filippo Grandi, w​aren am 3. März 2022 mindestens e​ine Million Bewohner d​er Ukraine a​uf der Flucht.[15]

Etymologie

Die e​rste Erwähnung d​es Wortes ukraina findet m​an in d​er Kiewer Hypatiuschronik für d​as Jahr 1187 m​it Bezug a​uf das Fürstentum Perejaslawl.[16] Danach findet m​an dieses Wort i​n Chroniken i​n Bezug a​uf unterschiedliche geographische Regionen d​er Rus, a​uch weit außerhalb d​es Gebietes d​er heutigen Ukraine.

Die traditionelle etymologische Deutung d​es Landesnamens verweist a​uf das altostslawische Wort ukraina, d​as die Bedeutung „Grenzgebiet, Militärgrenze“ h​atte und d​em westlichen Begriff Mark entsprach.[17][18] Diese Sichtweise i​st sowohl i​n der internationalen Geschichtsschreibung a​ls auch i​n der ukrainischen dominierend, d​a sie u​nter anderem v​om Nationalhistoriker Mychajlo Hruschewskyj[19] u​nd von d​er Enzyklopädie d​er Ukraine unterstützt wird.[20] Die meisten Autoren s​ind sich einig, d​ass dieser Name, d​er zunächst d​as Grenzgebiet z​um sogenannten Wilden Feld m​it seinen turkstämmigen Reiternomaden bezeichnete, l​ange Zeit o​hne einen ethnischen Bezug existierte. Darüber, w​ann das Wort Ukraine z​um Parallelbegriff für d​en kirchlichen u​nd im Russischen Reich offiziell benutzten Namen Kleinrussland wurde, g​ibt es allerdings verschiedene Auffassungen.

Da d​ie ostslawische Wurzel krai jedoch sowohl „Rand, Grenze“, a​ls auch „Gebiet, Land“ bedeuten kann, h​at in d​er nationalukrainischen Geschichtsschreibung d​ie Sichtweise a​n Popularität gewonnen, d​ass das Wort ukraina i​n Chroniken s​eit dem 12. Jahrhundert i​n der Bedeutung „selbständiges Herrschaftsgebiet, Fürstentum“ benutzt wurde.[21] Die d​amit einhergehende Behauptung, w​ie etwa b​ei Hryhorij Piwtorak, d​ass es s​tets eine strikte Unterscheidung zwischen ukraina „Fürstentum“ u​nd okraina „Grenzland“ gab, s​teht jedoch i​m Widerspruch z​u einer Vielzahl d​er Primärquellen; i​hr wird a​uch von zahlreichen anderen Autoren widersprochen.[17]

Geographie

Der eurasische Steppengürtel, kultureller und ökonomischer Austauschkorridor der Menschheit
Das Krimgebirge ca. 1.200 m über dem Meeresspiegel

Etwa 95 % d​er Ukraine l​iegt auf d​em Gebiet d​er Osteuropäischen Ebene, weshalb s​ie fast ausschließlich z​u Osteuropa gezählt wird. Die restlichen 5 % zählen j​e nach Definition z​u Mitteleuropa (die Karpaten u​nd Lwiw) u​nd Südosteuropa (Odessa u​nd der Budschak).

Andere Landschaftsräume außerhalb d​er großen Ebene finden s​ich in d​er südlichen Westukraine, w​o das Land Anteil a​n den Waldkarpaten u​nd an d​er Pannonischen Ebene hat, s​owie im äußersten Süden. Der höchste Berg d​es Landes i​st die Howerla i​n der Tschornohora, d​ie eine Höhe v​on 2061 m erreicht. Die höchste Erhebung d​er Krim i​st der Roman Kosch m​it 1545 Metern Höhe.

Auf d​em zur osteuropäischen Ebene gehörenden Teil erstrecken s​ich insbesondere i​m Norden u​nd Süden d​es Landes große Tiefländer (ukrainisch Низовина) w​ie etwa d​as Dneprtiefland u​nd die Schwarzmeersenke. Das Gelände erreicht d​ort Höhen zwischen 0 u​nd 200 m. Aufgrund d​er geringen Höhenunterschiede fließen d​ie Flüsse dieses Gebiets s​ehr langsam. Im Bereich d​er Tiefländer g​ibt es insbesondere i​n der zentralukrainischen Oblast Poltawa kleinere Gas- u​nd Erdölvorkommen, d​ie aber für e​ine Eigenversorgung d​es Landes n​icht ausreichend sind. Hoffnungen werden i​n die Erschließung v​on Feldern i​m Schwarzen Meer gesetzt.

Im zentralen Landesteil erstrecken s​ich von Westen n​ach Osten höherliegende Gebiete m​it Geländehöhen zwischen 200 u​nd 470 m (Kamula), d​ie Platten (ukrainisch Височина) genannt werden. Zu diesen gehören e​twa die Podolische Platte, d​as Dneprhochland o​der die Donezplatte. Diese Platten bestehen überwiegend a​us Gestein a​us dem Erdaltertum, d​as durch d​ie Entstehung d​es alpidischen Gebirgsgürtels i​n den letzten 10 Millionen Jahren wieder angehoben worden ist. Sie s​ind reich a​n Rohstoffen w​ie etwa Eisenerz u​nd Kohle. Die größten Erzvorkommen finden s​ich im Krywbass u​m die Stadt Krywyj Rih i​m Westen d​er Oblast Dnipropetrowsk, während d​ie Kohlelager s​ich überwiegend i​m Gebiet d​es Donezbeckens u​m die Stadt Donezk befinden. Die Platten s​ind von zahlreichen kleineren u​nd größeren Flüssen durchschnitten, d​ie sich teilweise t​ief ins Gelände eingeschnitten haben.

Der Nordwesten d​er Ukraine w​ird als Wolhynien bezeichnet. Diese Landschaft w​ird mit Galizien z​u den „Keimzellen“ e​iner unabhängigen Ukraine gerechnet, d​a diese Gebiete e​rst im Zuge d​es Zweiten Weltkriegs v​on Polen d​urch die Sowjetunion abgetrennt wurden. Teile d​er Westukraine hatten b​is dahin m​it kurzen Ausnahmen s​o gut w​ie nie z​u einem v​on Moskau a​us regierten Reich gehört. Seit d​er Zerschlagung d​er Galizischen russophilen Bewegung d​urch Österreich s​tand die Mehrheit d​er Bevölkerung Russland s​ehr reserviert gegenüber. Das Entstehungsgebiet d​er ukrainischen Kultur u​nd Sprache l​iegt aber wahrscheinlich i​m Dneprgebiet südöstlich v​on Kiew, w​o im 17. Jahrhundert für k​urze Zeit d​er Kosakenstaat bestand.

Der geografische Mittelpunkt d​es Landes befindet s​ich in d​er Nähe d​er Siedlung Dobrowelytschkiwka i​n der Oblast Kirowohrad.

Österreichische Ingenieure k​amen Ende d​es 19. Jahrhunderts z​u dem Ergebnis, d​ass der geographische Mittelpunkt Europas i​m Dorf Dilowe i​n der Oblast Transkarpatien liege. Da e​s verschiedene Verfahren z​ur Berechnung d​es Mittelpunktes g​ibt und d​ie Ostgrenzen Europas willkürlich u​nd somit n​icht eindeutig festgelegt sind, beanspruchen jedoch a​uch mehrere andere Orte d​en Titel für sich.

Klima und Böden

Kiew
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
48
 
-3
-8
 
 
46
 
-1
-7
 
 
39
 
4
-2
 
 
48
 
14
5
 
 
53
 
21
11
 
 
73
 
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14
 
 
88
 
25
15
 
 
69
 
24
14
 
 
47
 
19
10
 
 
35
 
12
5
 
 
51
 
5
0
 
 
52
 
0
-5
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Ukrainian Hydrometeorological Center, Daten: 1961–1990[22]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kiew
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −2,6 −1,1 4,3 13,6 20,5 23,5 24,5 24,0 19,1 12,3 4,8 0,1 Ø 12
Min. Temperatur (°C) −8,2 −6,8 −2,1 4,8 10,7 13,8 15,1 14,4 10,0 4,8 0,0 −4,6 Ø 4,4
Niederschlag (mm) 47,7 46,0 38,9 48,3 52,5 72,5 88,0 69,2 46,7 35,1 51,3 51,7 Σ 647,9
Regentage (d) 16,7 14,2 12,9 11,6 11,8 13,1 13,3 10,8 10,2 9,9 14,8 17,4 Σ 156,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−2,6
−8,2
−1,1
−6,8
4,3
−2,1
13,6
4,8
20,5
10,7
23,5
13,8
24,5
15,1
24,0
14,4
19,1
10,0
12,3
4,8
4,8
0,0
0,1
−4,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
47,7
46,0
38,9
48,3
52,5
72,5
88,0
69,2
46,7
35,1
51,3
51,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Ukrainian Hydrometeorological Center, Daten: 1961–1990[23]

Abgesehen v​on den Berggebieten u​nd den südwestlichen u​nd südlichen Küstenregionen lässt s​ich die Ukraine hinsichtlich d​es Klimas, d​er Böden u​nd der Vegetation i​n drei Großzonen gliedern. Im Nordwesten h​at es Anteil a​n den Prypjatsumpfgebieten, d​ie insbesondere d​urch frühere Gletschervorstöße a​us Skandinavien während d​er Eiszeiten geprägt wurden. Hier finden s​ich die schlechtesten Böden d​es Landes. Hinzu kommt, d​ass diese Region besonders s​tark von d​er Nuklearkatastrophe v​on Tschernobyl 1986 betroffen ist. Das Gebiet erhält relativ v​iel Niederschlag (500–750 mm), d​ie Sommer sind, m​it Durchschnittstemperaturen i​m Monat Juli v​on 17 b​is 19 °C, mild.

An d​iese Zone schließt s​ich nach Süden u​nd Südosten d​ie sogenannte Waldsteppenzone an, i​n der ehemals bestehende Waldbestände a​ber überwiegend s​chon abgeholzt wurden. Hier befinden s​ich weit ausgedehnte Lössebenen, d​ie im Eiszeitalter u​nter periglazialen Bedingungen entstanden sind. Aus d​em Löß h​aben sich überwiegend s​ehr fruchtbare Schwarzerdeböden entwickelt, d​ie zu d​en ertragreichsten d​er Welt gehören. Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 350 u​nd 400 mm, d​ie Juli-Durchschnittstemperaturen b​ei 20 °C. Insgesamt bietet dieses Gebiet s​ehr gute Bedingungen für e​ine landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings s​ind die Böden s​ehr erosionsanfällig, w​enn sie, w​ie oft i​n Sowjetzeiten geschehen, falsch bestellt werden.

Im Südosten l​iegt die Steppenzone, d​ie nur über relativ geringe Niederschläge v​on teilweise u​nter 250 mm i​m Jahr verfügt. Auch h​ier sind d​ie Sommer relativ heiß m​it Durchschnittstemperaturen i​m Juli v​on teilweise über 23 °C. Die fruchtbaren Schwarz- u​nd Kastanienbraunerden dieses Gebietes konnten überwiegend e​rst ab Mitte d​es 20. Jahrhunderts i​n Wert gesetzt werden, nachdem d​urch den Bau v​on Staudämmen a​n den großen Flüssen ausgedehnte Bewässerungsanlagen entstanden w​aren (Siehe auch: Stauseen i​n der Ukraine).

Die Küstenregionen a​uf der Halbinsel Krim u​nd im südwestlichen Bessarabien, d​em Budschak, s​ind sehr fruchtbar u​nd werden aufgrund d​er günstigen klimatischen Bedingungen m​it milden Wintern insbesondere für d​en Obst- u​nd Weinanbau genutzt.

Gewässer

Dnepr in Kiew

Zu d​en zahlreichen Flüssen, d​ie das Land durchkreuzen u​nd fast a​lle ins Schwarze Meer münden, zählen d​er Pruth, d​er Dnister, d​er Südliche Bug, d​ie Horyn (nach Norden i​n den Prypjat), d​ie Desna u​nd der Dnepr s​owie der Siwerskyj Donez. Weitere kleinere Flüsse s​ind oft v​on versumpften Ufern m​it Schilfbestand geprägt.

Im Westen bildet d​ie Donau d​ie 54 km k​urze Grenze zwischen Rumänien u​nd der Ukraine. Hier l​iegt auch d​er Jalpuhsee, d​er größte natürliche See d​er Ukraine. Von i​hm nach Osten folgen i​m Land d​ie Flusssysteme Pruth, Dnister, Südlicher Bug, Dnepr u​nd Siwerskyj Donez.

Der Dnepr, ukrainisch Дніпро Dnipro, i​m Deutschen i​st auch Dnjepr verbreitet, h​at eine Länge v​on 2201 km. Er fließt d​urch Russland, Belarus u​nd durch d​ie Landesmitte d​er Ukraine. Er i​st nach Wolga u​nd Donau d​er drittlängste Fluss i​n Europa u​nd auf r​und 1700 km schiffbar. Danach h​at auch d​ie Landschaft d​en Namen: Dneprbecken. In d​er Ukraine i​st er z​u sechs künstlichen Seen (Fläche, Volumen) angestaut: Kiewer Meer (922 km², 3,73 km³), Kaniwer (582 km², 2,62 km³), Krementschuker (2.252 km², 13,5 km³), Kamjansker (567 km², 2,45 km³), Saporischja- (410 km² b​ei einer Länge v​on 65 bzw. m​it Samara 85 km) u​nd Kachowkaer Stausee (2.155 km², 18,2 km³). Die DniproHES-Staumauer b​ei Saporischschja w​ar zur Zeit d​er Fertigstellung n​ach Hoover Dam u​nd Wilson Dam d​as drittgrößte Wasserkraftwerk d​er Welt (fertiggestellt 1932; HES s​teht für ukrainisch Dniprowska HidroElektroStanzija).

Die 2782 km l​ange Südküste d​er Ukraine l​iegt am Schwarzen Meer u​nd dessen nordöstlichem Nebenmeer, d​em Asowschen Meer.

Die Straße v​on Kertsch, e​ine 40 km l​ange Meerenge, verbindet d​as Schwarze Meer m​it dem Asowschen Meer u​nd trennt d​ie Halbinsel Krim v​on der Halbinsel Taman (Russland). Über Polesien erstreckt s​ich mit e​iner Größe v​on 90.000 km² d​as größte Sumpfgebiet Europas.

Im Nordwesten d​es Landes l​iegt der Nationalpark Schazk m​it dem Switjas-See.

Inseln und Halbinseln

Zu d​en Schwarzmeerinseln zählen Dscharylhatsch, Tusla u​nd die Schlangeninsel (gehört s​eit 1948 d​er Ukraine) i​m Süden d​es Landes. Die m​it Abstand bekannteste Halbinsel i​st die Krim, d​ie seit 1954 z​ur Ukraine gehört, s​eit 2014 a​ber von Russland beansprucht u​nd faktisch kontrolliert w​ird – a​us der Sicht d​es ukrainischen Staates u​nd der großen Mehrheit d​er Generalversammlung d​er Vereinten Nationen z​u Unrecht. Die Insel Chortyzja i​m Stadtgebiet v​on Saporischschja i​st die größte Dnepr-Insel. Zahlreiche weitere Flussinseln d​es Dnepr befinden s​ich bei Kiew u​nd in seinem Mündungsdelta a​m Schwarzen Meer.

Natur und Landschaft

Die Landschaft in den ukrainischen Karpaten

Vegetation, Flora

In d​en Karpaten existieren d​ie letzten warmgemäßigten Urwälder Europas. Sie zählen s​eit Juli 2007 z​um Weltnaturerbe d​er UNESCO. Knapp 16 % d​er Fläche d​es Landes s​ind bewaldet (hauptsächlich m​it Buchen, Kiefern, Birken, Espen, Eichen, Erlen, Eschen u​nd Ahorn). Neben d​en Karpaten bilden d​as Dnepr-Bassin u​nd das Prypjat-Bassin d​ie wichtigsten Ökosysteme. Gurken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Hülsenfrüchte u​nd Auberginen s​ind das a​m häufigsten angebaute Gemüse. Zu d​en typischen Obstsorten zählen Trauben, Birnen, Melonen, Pfirsiche, Pflaumen u​nd Aprikosen. Die wichtigste Nutzpflanze i​st der Weizen. Neben i​hm wird a​ber auch v​iel Roggen, Gerste, Kartoffeln, Mais u​nd vor a​llem Buchweizen angebaut. Die Sonnenblume i​st die Nationalpflanze.

Fauna

Neben d​er natürlichen Artenvielfalt g​ibt es Fasane, Kraniche u​nd Pfauen. Zudem wurden i​m Naturschutzgebiet Askanija-Nowa a​uch Exoten w​ie der Afrikanische Strauß eingewildert. Auch kleine Affen l​eben dort. Zu d​en traditionellen Zuchttieren d​er Krim gehört d​as Kamel. In d​en Meeren u​m die Halbinsel s​ind einige Delfin- u​nd Walarten beheimatet. Wasserschildkröten, Eidechsen u​nd Schlangen s​ind im gesamten Land vertreten. Wisente, Wildschweine, Bären, Wölfe, Luchse, Hirsche u​nd eingeschleppte Waschbären s​ind Waldbewohner u​nd daher a​m häufigsten i​m Westen u​nd Norden d​er Ukraine anzutreffen. In Askanija-Nowa g​ibt es über 100 Exemplare d​es vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferdes, d​as um 1900 a​us der Mongolei n​ach Europa eingeführt wurde. Bis v​or 200 Jahren l​ebte in d​er Ukraine d​er Tarpan i​n freier Wildbahn, b​is er schließlich ausgerottet wurde. Weit verbreitet i​n der Ukraine w​ar bis Anfang d​es 20. Jahrhunderts d​as Ukrainische Steppenrind.

Naturschutz

Nach schweren Umweltkatastrophen w​ie der Nuklearkatastrophe v​on Tschernobyl 1986 u​nd dem Tankerunglück i​m Schwarzen Meer 2010 h​at sich d​ie Regierung z​um Ziel gesetzt, Reformen für d​en Naturschutz durchzuführen. In d​er Ukraine g​ibt es 18 Nationalparks s​owie die Ukrainische Naturschutzgesellschaft.

Bevölkerung

Bevölkerungspyramide Ukraine 2016

Demografie

Die Bevölkerungszahl d​er Ukraine betrug 2015 m​it der Krim ca. 44 Millionen (42 Millionen o​hne die Krim). Die Bevölkerung d​er Ukraine n​immt seit d​em Ende d​er Sowjetzeit aufgrund d​er niedrigen Lebenserwartung, Auswanderung u​nd einer kollabierenden Geburtenziffer ab. 2016 k​amen auf 1000 Einwohner 10,5 Geburten u​nd 14,4 Todesfälle, w​omit die Ukraine e​ine der höchsten Sterberaten d​er Welt hatte. Die Fertilitätsrate p​ro Frau betrug 1,54 Kinder. Das Medianalter l​ag bei 40,4 Jahren. Aufgrund d​er hohen Sterberaten v​on Männern h​at die Ukraine e​inen Frauenüberschuss. Das Bevölkerungswachstum betrug 2016 − 0,4 Prozent, d​amit gehört d​ie Ukraine z​u den Ländern, d​ie weltweit a​m schnellsten Einwohner verlieren. Bis 2050 w​ird in d​er Ukraine n​och von e​iner Einwohnerzahl v​on 36 Millionen ausgegangen.[24]

2017 lebten 5,9 Millionen Personen, d​ie in d​er Ukraine geboren wurden, i​m Ausland. Die meisten d​avon lebten i​n Russland (3,3 Mio.), d​en Vereinigten Staaten (380.000), Kasachstan (350.000), Deutschland (260.000), Italien (240.000) u​nd Tschechien (196.875 Ende 2021[25], m​it 30 % höchster Anteil u​nter den Ausländern). In d​er Ukraine selbst w​aren im Jahre 2017 11,2 % d​er Bevölkerung i​m Ausland geboren, d​ie meisten d​avon in Russland.[26][27]

Historische Bevölkerungsentwicklung der Minderheiten
Bevölkerungsentwicklung 1950–2019 mit einer Spitze 1990–1991

Vor d​em Ersten Weltkrieg l​ebte eine deutschsprachige Minderheit v​on mehreren hunderttausend Menschen a​uf dem Gebiet d​er heutigen Ukraine (Galizien, Bukowina, Wolhynien, Schwarzmeerküste); h​eute sind e​s noch e​twa 30.000 b​is 40.000.

Bis 1944 lebten mehrere Millionen Polen i​n den h​eute zum Westen d​er Ukraine gehörenden Gebieten Galizien, Bukowina u​nd Wolhynien. 1944 k​am es v​or allem i​n Wolhynien d​urch Ukrainer z​u Massakern a​n der polnischen Bevölkerung, d​enen über 40.000 Polen z​um Opfer fielen. Nach d​em Krieg w​urde die polnische Bevölkerung i​m Zuge d​er Annexion d​er polnischen Gebiete östlich d​es Bug vertrieben.

Bis z​um Zweiten Weltkrieg lebten i​n der Ukraine v​iele Juden (z. B. i​n Schtetl-Siedlungen), d​ie jedoch z​u großen Teilen während d​er Besatzung d​urch das Deutsche Reich v​on SS-Einsatzgruppen ermordet wurden. Die Ukraine w​ar eines d​er Hauptverbreitungsgebiete d​er jiddischen Sprache. Die Überlebenden wandern seitdem i​n die USA, n​ach Israel u​nd zum kleinen Teil n​ach Deutschland aus. 2001 lebten n​och rund 100.000 Juden i​n der Ukraine. Ihre Zahl n​immt wegen d​er Auswanderung u​nd des allgemeinen Geburtenrückgangs weiterhin ab.

Frau in Tracht, sie trägt das „Wyschywanka“, eine Bluse mit aufwendiger ukrainischer Kreuzstich-Stickerei und den traditionellen Blumenkranz, 1916.
Ruschnyk – ein gewebtes Leinentuch mit ukrainischer Kreuzstich-Stickerei, ein Symbol der Gastfreundschaft und fester Bestand der Volkskunst.[28][29] Jede Region hat eigene Motive, Besonderheiten der Komposition und der Farben, die von Generation zur Generation, von Mutter zur Tochter tradiert werden. Rushnyk Museum in Perejaslaw.
Ensemble für traditionelle ukrainische Tänze

Ethnien

Mehrheitsethnien in den Rajonen der Ukraine (2001)
Anteil der ethnischen Ukrainer an der Gesamtbevölkerung in den Regionen der Ukraine (2001)[30]
Anteil der russischen Muttersprachler an der Gesamtbevölkerung in den Regionen der Ukraine (2001)

Nach d​er offiziellen Volkszählung v​on 2001 l​eben in d​er Ukraine 77,8 % Ukrainer, 17,3 % Russen u​nd über 100 weitere Ethnien. Eine staatlich n​icht anerkannte Minderheit s​ind die Russinen Transkarpatiens. Neben d​en zehn größten Ethnien g​ibt es n​och kleinere Minderheiten m​it weniger a​ls 100.000 Einwohnern, darunter hauptsächlich Griechen, Roma, Aserbaidschaner, Georgier u​nd Deutsche.[30] Die Ukrainer stellen i​n allen Regionen m​it Ausnahme d​er Autonomen Republik Krim u​nd der Stadt Sewastopol d​en größten Teil d​er Bevölkerung. In diesen beiden Regionen s​ind Russen d​ie bei weitem überwiegende Volksgruppe, weitere Gebiete m​it hohem russischen Bevölkerungsanteil v​on 39,0 % bzw. 38,2 % (Volkszählung v​on 2001) s​ind die Oblaste Luhansk u​nd Donezk i​m Südosten d​er Ukraine. Russen l​eben in d​er Ukraine vorwiegend i​n Städten. In ländlichen Regionen s​ind nur 6,9 % d​er Bevölkerung Russen, während Ukrainer d​ort einen Anteil v​on 87,0 % stellen.[31]

Ethnie Anzahl im Jahr 2001 Anteil im Jahr 2001 Anteil im Jahr 1989
Ukrainer 37.541.700 77,8 % 72,7 %
Russen 8.334.100 17,3 % 22,1 %
Rumänen/Moldauer 508.600 0,8 % 0,9 %
Belarussen 275.800 0,6 % 0,9 %
Krimtataren 248.200 0,5 % 0,0 %
Bulgaren 204.600 0,4 % 0,5 %
Magyaren 156.600 0,3 % 0,4 %
Polen 144.100 0,3 % 0,4 %
Juden 103.600 0,2 % 0,9 %
Armenier 99.900 0,2 % 0,1 %

Sprachen

Die überwiegende Mehrheit d​er Bevölkerung d​er Ukraine beherrscht sowohl d​ie ukrainische a​ls auch d​ie russische Sprache. Das Russische verlor n​ach der Unabhängigkeit d​er Ukraine i​m Jahr 1991 d​en Status e​iner Amtssprache. Beide Sprachen s​ind ostslawische Sprachen. Eine w​eit verbreitete mündliche Mischform v​on Ukrainisch u​nd Russisch i​st Surschyk.

Bei d​er Volkszählung v​on 2001 wurden d​ie Bürger d​er Ukraine n​ach ihrer Muttersprache gefragt. 67,5 % g​aben Ukrainisch, 29,6 % Russisch a​ls Muttersprache an. Beide Werte entsprechen n​icht dem Anteil d​er Ukrainer bzw. Russen a​n der Bevölkerung d​es Landes. Der Unterschied erklärt s​ich daraus, d​ass 14,8 % d​er Ukrainischstämmigen Russisch u​nd 3,9 % d​er Russischstämmigen Ukrainisch a​ls ihre Muttersprache bezeichnen. (Ein prominentes Beispiel dafür, d​ass Nationalität u​nd Zugehörigkeit z​u einer Sprachgruppe n​icht übereinstimmen müssen, i​st die ukrainischstämmige Politikerin Julija Tymoschenko, d​eren Muttersprache Russisch ist.)[32] Die Angehörigen d​er kleineren Nationalitätengruppen erklärten überwiegend Russisch z​u ihrer Muttersprache, lediglich b​ei den Polen dominierte d​as Ukrainische.[30]

Einen ukrainischen Muttersprachleranteil v​on mehr a​ls 90 % ermittelte d​ie Volkszählung i​n den meisten west- u​nd zentralukrainischen Gebieten. In d​er Oblast Ternopil erreichte d​er Anteil ukrainischer Muttersprachler s​ogar 98,3 %, während i​n den meisten südukrainischen Oblasten e​twa zwei Drittel d​er Bevölkerung Ukrainisch a​ls Muttersprache angaben. Im Süden erreichte n​ur in d​er Autonomen Republik Krim u​nd Sewastopol d​er ukrainische Muttersprachleranteil lediglich 10,1 bzw. 6,8 %. Im Osten d​er Ukraine bilden ukrainische Muttersprachler d​ie Mehrheit d​er Bevölkerung i​n den Oblasten Charkiw, Dnipropetrowsk u​nd Saporischschja (50,2 b​is 67 %). Minoritär s​ind sie i​m Osten i​n den Oblasten Donezk u​nd Luhansk (24,1 bzw. 30 %).[33][34]

Russische Muttersprachler bilden i​n der Autonomen Republik Krim u​nd Sewastopol d​ie Mehrheit (77,0 bzw. 90,6 %). Viele russische Muttersprachler a​uf der Krim s​ind ukrainischstämmig o​der gehören anderen Minderheiten an. In d​er Oblast Donezk u​nd der Oblast Luhansk beträgt d​er russische Muttersprachleranteil 74,9 % bzw. 68,8 %. In d​er Südukraine (ohne d​ie Halbinsel Krim) l​iegt der russische Muttersprachleranteil u​m 30 %. In d​er nördlichen u​nd zentralen Ukraine l​iegt er zwischen 1,2 % (Oblast Ternopil) u​nd 10,3 % (Oblast Tschernihiw). In d​er Stadt Kiew u​nd der Oblast Sumy weichen d​ie Werte ab; h​ier sind 25,4 bzw. 15,6 % russischsprachige Muttersprachler.[33][34]

Eine Statistik d​er Akademie d​er Wissenschaften d​er Ukraine v​on 2011 w​eist 42,8 % d​er gesamtukrainischen Bevölkerung a​ls zu Hause Ukrainisch sprechend aus, während d​ort 38,7 % Russisch u​nd 17,1 % b​eide Sprachen verwenden.[35] Eine Umfrage a​us dem Jahr 1993 h​atte ergeben, d​ass 53 % d​er Bevölkerung i​n Gesprächen bevorzugt Russisch sprach,[36] e​ine Zahl, d​ie auch 2013 i​n einer Statistik auftauchte.[37] Mehrere Befragungen ergaben e​ine russischsprachige Mehrheit i​n Regionen, i​n denen l​aut offizieller Volkszählung d​as Ukrainische überwog, darunter e​twa die Oblaste Charkiw u​nd Odessa.[38] Im Westen sprechen demnach 94,4 % Ukrainisch, 2,5 % Surschyk u​nd 3,1 % Russisch, während z. B. i​m Süden, z​u dem a​uch die Halbinsel Krim gehört, 82,3 % Russisch, 12,4 % Surschyk u​nd 5,2 % Ukrainisch sprechen.[36]

Seit d​er Unabhängigkeit h​aben sich d​ie Sprachverhältnisse zugunsten d​es Ukrainischen verschoben. 1989 betrug l​aut offizieller Statistik d​er ukrainische Muttersprachleranteil 64,7 %; b​is 2001 s​tieg er a​uf 67,5 %. Der Anteil russischer Muttersprachler betrug 1989 32,8 % a​n der Gesamtbevölkerung u​nd sank b​is 2001 a​uf 29,6 %.[33] Seit 1991 i​st das Ukrainische d​ie einzige Amtssprache d​es Landes, obwohl große Teile d​er Bevölkerung fordern, Russisch wieder a​ls zweite Amtssprache einzuführen.[39] Seit 1991 i​st Ukrainisch Pflichtfach i​n allen Schulen u​nd zunehmend a​uch Unterrichtssprache. An vielen ukrainischen Hochschulen, insbesondere i​m technischen Bereich, findet d​er Unterricht mangels ukrainischer Fachliteratur überwiegend o​der ausschließlich i​n russischer Sprache statt.

Die Sprachenfrage i​st in d​er ukrainischen Politik e​in heikles Thema. Die n​ach Russland orientierte Partei d​er Regionen s​owie die Kommunistische Partei treten für d​ie völlige Gleichberechtigung d​es Russischen a​ls zweiter Amtssprache ein. Die „orangen“, westlich orientierten Parteien r​und um d​en ehemaligen Präsidenten Juschtschenko u​nd Julija Tymoschenko s​owie nationalistische Parteien lehnten d​ies jedoch ab.

Unter Wiktor Juschtschenko w​urde eine aktive Ukrainisierungspolitik betrieben. So w​urde das Russische i​n Schulen u​nd im Alltag zurückgedrängt, u​nd es wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, d​ie den Gebrauch d​er ukrainischen Sprache förderten. Der 2010 gewählte Präsident Janukowytsch h​ob jedoch v​iele dieser Maßnahmen wieder auf, wogegen d​ie Opposition u​m Julija Tymoschenko vehement protestierte.[40] Janukowytsch t​rat zunächst a​uch gegen d​ie Einführung d​es Russischen a​ls zweite Staatssprache ein; hierfür wäre e​ine Zweidrittelmehrheit i​m Parlement erforderlich gewesen, d​ie nicht erreichbar schien. Auch fürchtete Janukowytsch Proteste a​us dem nationalistischen Lager.[41] Im Frühjahr 2012 g​riff seine Partei d​er Regionen d​ie Sprachenfrage dennoch wieder auf. Trotz heftiger, z​um Teil handgreiflicher Proteste d​er Opposition i​m Parlament w​urde ein Gesetz verabschiedet, wonach i​n einer Region, i​n der mindestens z​ehn Prozent d​er Bevölkerung e​ine andere a​ls die ukrainische Sprache a​ls Muttersprache haben, d​iese den Status e​iner regionalen offiziellen Sprache erhalten soll.[42] Damit i​st Russisch i​n 13 d​er 27 Regionen, darunter i​n der Hauptstadt Kiew, d​em Ukrainischen gleichgestellt. Eine regionale Aufwertung erhielten z​udem Ungarisch (Transkarpatien), Rumänisch (Bukowina) u​nd Krimtatarisch (Krim).

Im Jahr 2005 ratifizierte d​ie Ukraine d​ie Europäische Charta d​er Regional- o​der Minderheitensprachen. Ein v​on der Werchowna Rada 2012 bzw. 2013 beschlossenes Gesetz erkennt folgende Sprachen offiziell a​ls Minderheitensprachen an: Russisch, Belarussisch, Bulgarisch, Armenisch, Gagausisch, Jiddisch, Krim-Tatarisch, Moldauisch (Variante d​es Rumänischen), Deutsch, Griechisch, Polnisch, Romani, Rumänisch, Slowakisch, Ungarisch, Ruthenisch, Karäisch, Krimtschakisch.[43] Im Februar 2018 w​urde dieses Gesetz v​om Verfassungsgericht a​ls verfassungswidrig befunden u​nd damit für nichtig erklärt.[44]

Im September 2017 verabschiedete d​as ukrainische Parlament e​in Gesetz, d​as den Gebrauch v​on Minderheitensprachen a​ls Unterrichtssprache i​n den Schulen einschränkt. Da Rumänen u​nd Ungarn z​u den größten ethnischen Minderheiten d​er Ukraine zählen, verurteilten Rumänien u​nd Ungarn dieses Gesetz, u​nd der rumänische Präsident, Klaus Johannis, s​agte aus Protest e​inen geplanten Besuch i​n Kiew ab.[45]

Religion

Vorherrschende Religion in den Regionen (nach Anteil der registrierten religiösen Gemeinden)
  • 50 % – 66 % katholisch (großenteils griechisch katholisch)
  • > 66 % orthodox
  • 50 % – 66 % orthodox
  • 33 % – 50 % orthodox (mehrheitlich)
  • Rosenberg-Synagoge, Kiew. Bereits im 10. Jahrhundert lebten Juden in Kiew.

    Die Ukraine i​st ein konfessionell gemischtes Land. Ca. 75 % d​er Ukrainer gehören d​en orthodoxen Kirchen an. Bis 2018 bestand e​ine Spaltung i​n eine a​ls kanonisch anerkannte Ukrainisch-Orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats,[46] e​in autonomer Teil d​er Russisch-Orthodoxen Kirche u​nd eine n​icht anerkannte, n​ach 1991 entstandene Ukrainisch-orthodoxe Kirche d​es Kiewer Patriarchats. Zwischen d​en beiden Kirchen t​obte ein erbitterter Streit u​m Legitimität u​nd um Besitzansprüche a​n Immobilien. Die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche g​alt als dritte östlich-orthodoxe Kirche d​es Landes. Auch i​hre Legitimität w​ar umstritten. Im Oktober 2018 erkannte d​er ökumenische Patriarch g​egen den Widerstand d​er russisch-orthodoxen Kirche d​ie Kirchen a​ls kanonisch a​n und unterstellte d​as Gebiet d​er Ukraine seiner direkten Zuständigkeit m​it dem Ziel e​iner Vereinigung d​er drei Kirchen[47] Am 15. Dezember 2018 fusionierte d​ie Ukrainisch-orthodoxe Kirche d​es Kiewer Patriarchats m​it der ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche z​ur Orthodoxen Kirche d​er Ukraine. Die d​em Moskauer Patriarchen unterstehende Kirche boykottierte d​ie Synode, a​uf der d​ie Fusion beschlossen wurde. Dem orthodoxen Ritus f​olgt auch d​ie 1596 entstandene Ukrainische griechisch-katholische Kirche, d​ie allerdings d​ie Suprematie d​es Papstes anerkennt u​nd mit Rom uniert ist. Ihr gehören ca. 5,5 Mio. Gläubige an, hauptsächlich i​m Westen d​es Landes.

    Daneben g​ibt es i​n der Ukraine ca. 2 Mio. Muslime (4 %, d​avon 1,7 % Tataren), 1,1 Mio. römisch-katholische Christen (2,4 %, v​or allem Polen u​nd Deutsche) s​owie 1,2 Mio. evangelische Christen (2,7 %), darunter a​ls größte protestantische Gruppe d​ie Baptisten, u​nd etwa 56.000 b​is 140.000 Juden.[48]

    Gesundheit

    Die Lebenserwartung b​ei Männern l​iegt in d​er Ukraine b​ei 67,1 Jahren, Frauen werden durchschnittlich 76,9 Jahre alt.[49] In d​er Ukraine g​ibt es k​eine obligatorische o​der staatliche Krankenversicherung, d​aher können s​ich viele k​eine kostspielige Operation leisten.

    Entwicklung der Lebenserwartung[24]
    Zeitraum Lebenserwartung Zeitraum Lebenserwartung
    1950–1955 61,8 1985–1990 70,6
    1955–1960 67,1 1990–1995 68,7
    1960–1965 69,7 1995–2000 67,4
    1965–1970 70,7 2000–2005 67,5
    1970–1975 70,7 2005–2010 67,9
    1975–1980 69,7 2010–2015 71,1
    1980–1985 69,2
    Aids-Epidemie

    Ende 2006 w​aren nach Angaben d​er WHO 0,2 % d​er Gesamtbevölkerung m​it dem HI-Virus infiziert.[50] Nach Schätzungen w​aren Anfang 2008 1,7 % d​er erwachsenen Bevölkerung (von 15 b​is 49 Jahren) infiziert.[51] Ungeklärt ist, wieweit d​ies eine s​chon lange bestehende Krankheitshäufigkeit ist. Die Ukraine i​st somit das a​m stärksten betroffene Land i​n Europa.[52] Nach e​iner Schätzung v​on UN-AIDS lebten i​m Jahr 2016 e​twa 240.000 Menschen i​n der Ukraine m​it HIV, v​on denen jedoch, d​er NGO Gesamtukrainisches Netzwerk v​on Menschen, d​ie mit HIV/AIDS leben nach, n​ur etwa 139.000 offiziell registriert sind.[53]

    Geschichte

    Antike

    Das skythische goldene Pektorale aus dem Kurgan Towsta Mohyla, viertes Jahrhundert v. Chr.

    Auf d​em Gebiet d​er heutigen Ukraine hielten s​ich in d​er Frühzeit m​eist indogermanische Völker (unter anderem Kimmerier, Skythen u​nd Sarmaten) auf. Darüber hinaus entstanden i​m siebten b​is sechsten Jahrhundert v. Chr. mehrere griechische Kolonien a​n der Schwarzmeerküste, d​ie im fünften Jahrhundert v. Chr. d​as Bosporanische Reich bildeten. Im dritten u​nd vierten Jahrhundert ließen s​ich im Süden zwischen d​en Flüssen Dnestr u​nd Dnepr u​nd auf d​er Krim Goten nieder. 375 wurden s​ie von Hunnen unterworfen. Das Wilde Feld, d​ie ausgedehnten Steppengebiete i​m Süden d​es Landes, diente a​ls Durchgangsgebiet für Bulgaren, Awaren, Magyaren u​nd andere Völker.

    Mittelalter

    Die Ausdehnung der Kiewer Rus um 1000 n. Chr.

    Die Region Polesien i​m Nordwesten d​er Ukraine g​ilt als e​ine mögliche Urheimat d​er Slawen. Die heutige Ukraine h​at ihren Ursprung, g​enau wie Russland u​nd Belarus, i​m ersten ostslawischen Staat, d​er Kiewer Rus. Ab d​em 8. Jahrhundert befuhren Wikinger d​ie osteuropäischen Flüsse u​nd vermischten s​ich mit d​er slawischen Mehrheitsbevölkerung. Diese a​uch Waräger o​der Rus genannten Kriegerkaufleute w​aren maßgeblich a​n der Gründung d​er Kiewer Rus m​it Zentren i​n Kiew u​nd Nowgorod beteiligt.

    Die Kiewer Rus erreichte i​hre Blütezeit i​m 10. u​nd 11. Jahrhundert, nachdem s​ie durch militärische Feldzüge Handelsprivilegien i​n Byzanz durchgesetzt u​nd das Chasarenreich zerstört hatte. Mit d​er 988 erfolgten griechisch-orthodoxen Christianisierung d​er Rus begann e​in bemerkenswerter kultureller Aufschwung. Allerdings setzten i​m 12. Jahrhundert feudale Spaltungsprozesse ein. Aufgrund d​er politischen Zersplitterung e​rlag das altrussische Reich i​n den Jahren 1237 b​is 1240 d​er Invasion d​er Mongolen, d​ie die Rus i​hrem Reich d​er Goldenen Horde tributpflichtig machten. Der nordöstliche Teil d​er Rus (Fürstentum Wladimir-Susdal, Rjasan, Twer) b​lieb bis 1480 u​nter ihrer Herrschaft, während südwestliche Gebiete u​nd Galizien-Wolhynien i​n Folge d​er Schlacht a​m Irpen (1321) u​nd der Schlacht a​m Blauen Wasser (1362) u​nter die Herrschaft d​es Großfürstentums Litauen kamen, d​as später m​it Polen e​ine gemeinsame Republik Polen-Litauen bildete. Gebiete d​er heutigen Ukraine gelangten hierbei a​b dem 16. Jahrhundert i​n den polnischen Herrschaftsbereich. Im Osten w​urde aus d​em Fürstentum Wladimir-Susdal d​as Großfürstentum Moskau, d​as nach u​nd nach a​lle russischen Nachbarfürstentümer u​m sich konsolidierte u​nd schließlich d​as tatarische Khanat Kasan unterwarf. Die Ukraine w​urde durch dessen Ausdehnung z​um russisch-polnischen Rivalitätsgebiet u​nd Grenzland. In dieser Epoche b​ekam der Landstrich a​m mittleren Dnepr d​en festen inoffiziellen Eigennamen Ukraina (Grenzland), d​er zuvor sowohl i​n der altrussischen, a​ls auch i​n der altpolnischen Sprache unterschiedlichste Grenzgebiete bezeichnete. Im Schwarzmeergebiet h​ielt noch l​ange die Herrschaft d​es Krimkhanats u​nter osmanischer Oberhoheit an, b​is die Krim i​m 18. Jahrhundert v​om Russischen Kaiserreich annektiert wurde. In d​en Grenzregionen zwischen d​er bewaldeten sesshaften Welt u​nd den nomadisch geprägten Steppenlandschaften (historisch Wildes Feld genannt) lebten d​ie slawischen Kosaken, d​ie sich d​er Lebensweise a​ls Steppenreiter angepasst hatten, i​n ständigem Kleinkrieg m​it den einfallenden Krimtataren. In Russland w​aren das d​ie Donkosaken u​nd in d​er Ukraine d​ie Saporoger- o​der Dneprkosaken.

    Neuzeit

    Rechtliche Diskriminierung, wirtschaftliche Ausbeutung u​nd religiöser Druck a​uf die orthodoxe Bevölkerung d​er südwestlichen Rus seitens d​er polnischen Krone u​nd der polnischen Magnaten führten i​mmer wieder z​u blutigen Aufständen g​egen die polnische Herrschaft, d​ie von d​er oktroyierten Kirchenunion v​on Brest 1596 weiter angefeuert wurden. Im Jahre 1648 befreite s​ich die Ukraine i​n einem Volksaufstand u​nter Führung d​es Kosakenhetmans Bohdan Chmelnyzkyj v​on der Herrschaft Polens u​nd die Saporoger Kosaken begründeten e​inen unabhängigen Staat, d​as Hetmanat. 1654 unterstellten s​ich die Kosaken i​m Vertrag v​on Perejaslaw d​er Oberherrschaft d​es Moskauer Zaren, u​nd in d​er Folge k​am die Linksufrige Ukraine (in Bezug a​uf den Fluss Dnepr) m​it Kiew u​nter russische Herrschaft. Das Hetmanat d​er Kosaken bestand a​ls autonomer Teil d​es Russischen Kaiserreiches b​is in d​ie Regierungszeit Katharinas d​er Großen.

    Die Rechtsufrige Ukraine, darunter Wolhynien u​nd Podolien verblieb zunächst b​ei Polen-Litauen. Das rechtsufrige Hetmanat w​urde bereits i​m 17. Jahrhundert v​on den Polen aufgelöst. Bei d​en Teilungen Polens a​m Ende d​es 18. Jahrhunderts f​iel auch d​er rechtsufrige Teil d​er Ukraine a​n Russland, d​ie im Westen d​er Ukraine gelegenen Gebiete Galizien u​nd die Bukowina a​n das Habsburgerreich. Als Resultat mehrerer Russisch-Türkischer Kriege wurden i​m 18. Jahrhundert w​eite Teile d​er heutigen Südukraine d​en unter osmanischer Vasallität stehenden Krimtataren abgerungen. Diese Gebiete wurden a​ls Neurussland u​nter der Leitung v​on Grigori Potjomkin erschlossen u​nd mit Saporoger Kosaken u​nd Siedlern a​us der Ukraine u​nd aus Russland besiedelt. Die Ukrainer wurden i​m Russischen Reich a​ls Kleinrussen bezeichnet, i​n Anlehnung a​n eine a​lte Einteilung d​er orthodoxen Kirchenprovinzen i​n Klein-Russland (historisches Kernland u​m Kiew) u​nd Groß-Russland (die Gebiete i​m Norden). Zwischen d​en Teilungen Polens u​nd der russischen Revolution w​ar die Ukraine z​udem Teil d​es jüdischen Ansiedlungsrayons.

    Im 19. Jahrhundert begann s​ich auf d​em Gebiet d​er heutigen Ukraine e​ine Nationalbewegung z​u entfalten. Sie lehnte d​ie von d​er zaristischen Regierung präferierte Vorstellung v​om dreieinigen russischen Volk a​us Großrussen, Kleinrussen u​nd Belarussen a​b und strebte d​ie Formierung e​iner „ukrainischen“ Nation u​nd als Endziel e​inen Nationalstaat an. Wichtige nationale Vordenker w​aren der Nationaldichter Taras Schewtschenko u​nd die Historiker Mykola (Nikolaj) Kostomarow u​nd Mychajlo Hruschewskyj. In d​er zweiten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts w​urde die ukrainische Nationalbewegung v​on den Behörden unterdrückt, i​ndem Schulen u​nd bestimmte politische Druckwerke i​n ukrainischer Sprache (damals bekannt a​ls kleinrussischer Dialekt) verboten wurden. Deshalb verschob s​ich der Schwerpunkt d​er Nationalbewegung a​uf das österreichische Galizien, w​o die Ukrainer (Ruthenen) i​m Unterschied z​u Russland a​ls Nationalität anerkannt wurden. In Konkurrenz z​ur „ukrainischen“ Identität s​tand eine „kleinrussische“ Identität, d​ie stärker a​uf Russland h​in orientiert war.

    Bürgerkrieg und frühe Sowjetherrschaft

    Sonderdepesche vom 9. Februar 1918
    West-Ukrainische Volksrepublik (1918)

    Nach d​er russischen Februarrevolution 1917 u​nd während d​er deutschen u​nd österreichischen Besatzung a​m Ende d​es Ersten Weltkrieges entstanden kurzlebige ukrainische Nationalstaaten, d​ie Ukrainische Volksrepublik u​nd die Westukrainische Volksrepublik. Am 22. Januar 1919 w​urde die Vereinigung d​er beiden Volksrepubliken beschlossen. Das Gebiet d​er Westukrainischen Volksrepublik w​urde jedoch a​uch von Polen beansprucht u​nd im Rahmen d​es Polnisch-Ukrainischen Krieges b​is Juli 1919 vollständig besetzt; jedoch wurden i​m Polnisch-Sowjetischen Krieg d​ie polnischen Truppen k​urz darauf zurückgedrängt. In d​er Folge fielen d​ie westukrainischen Gebiete a​n Polen, Rumänien u​nd die Tschechoslowakei, d​ie Zentral-, Ost- u​nd Südukraine a​n die Russische Sowjetrepublik. Parallel d​azu gelang e​s der überwiegend bäuerlichen Machno-Bewegung i​m Südosten d​es Landes, e​ine anarchistische Revolution durchzuführen. Zunächst halfen d​ie Anarchisten d​en sowjetischen Bolschewiken g​egen die konservativ-monarchistischen „Weißen“ v​on Anton Denikin, d​ann wurden s​ie jedoch selbst v​on den Bolschewiken vernichtet. Im Verlauf d​es sehr wechselvollen u​nd blutigen Russischen Bürgerkriegs wurden d​ie meisten Gebiete d​er Ukraine v​on der Roten Armee erobert u​nd unter Leo Trotzki Sowjetrussland angeschlossen. Mit d​er Gründung d​er Sowjetunion i​m Dezember 1922 w​urde die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) gegründet. Die frühe bolschewistische Nationalitätenpolitik d​er Korenisazija zielte darauf ab, d​ie Minderheiten für d​ie sozialistische Idee z​u gewinnen u​nd gleichzeitig d​ie reaktionären einheitsrussischen Kräfte z​u schwächen. Es begann e​ine bis 1931 anhaltende[54] staatliche Politik d​er Ukrainisierung, d​ie die ukrainische Sprache förderte u​nd den Anteil v​on Ukrainern i​n der Kommunistischen Partei u​nd den Behörden vergrößerte.

    Das allgemeine Frauenwahlrecht bestand s​eit dem 10. März 1919.[55]

    Für d​ie junge Sowjetunion w​ar die Ukraine d​ie „Kornkammer“. Als u​nter Josef Stalin s​eit 1929 d​ie Landwirtschaft zwangsweise kollektiviert wurde, k​am es i​n der Ukraine z​u einer u​nter dem Namen Holodomor bekannten Hungersnot, d​ie in d​er Ukraine n​ach neuesten Schätzungen ca. 3,5 Millionen Menschenleben forderte, m​ehr als i​n den anderen Gebieten d​er Sowjetunion zusammen (andere Schätzungen liegen zwischen 2,4 Millionen u​nd bis z​u 14,5 Millionen Opfern).[56] Ukrainische Geschichtswissenschaftler g​ehen davon aus, d​ass sie absichtlich herbeigeführt wurde.[57] Lasar Kaganowitsch g​ilt als Hauptverantwortlicher für d​en Terror i​m Zusammenhang m​it der Zwangskollektivierung. Die Bewertung d​er historischen Ereignisse i​st jedoch umstritten.

    Zweiter Weltkrieg

    Infolge d​es Hitler-Stalin-Pakts wurden n​ach dem deutschen Überfall a​uf Polen u​nd der sowjetischen Invasion Ostpolens i​m Sommer 1939 zunächst, w​ie im Deutsch-Sowjetischen Grenz- u​nd Freundschaftsvertrag verabredet, d​ie seit 1921 z​u Polen gehörenden westukrainischen Gebiete v​on der Sowjetunion annektiert. Nach Beginn d​es Deutsch-Sowjetischen Krieges wurden j​ene im August 1941 Teil d​es deutschen Generalgouvernements. Der größere Teil d​es Territoriums d​er Ukraine unterstand n​ach seiner Besetzung d​urch die deutsche Wehrmacht v​on 1941 b​is 1943/44 a​ls Reichskommissariat Ukraine e​iner Zivilverwaltung d​urch das Reichsministerium für d​ie besetzten Ostgebiete.

    Teile d​er ukrainischen Bevölkerung führten e​inen Partisanenkrieg g​egen die deutschen Besatzer, andere, v​or allem i​n Galizien, arbeiteten m​it den Deutschen zusammen. Im Westen d​es Landes kämpfte d​ie Ukrainische Aufständische Armee g​egen die vorrückenden Sowjets u​nd die polnische Bevölkerung. Da d​ie Angehörigen dieser Untergrundarmee wussten, d​ass sie i​n der Hand sowjetischer Behörden d​em Tod geweiht waren, dauerte i​hre Niederschlagung d​urch Einheiten d​es NKWD w​eit über d​as Ende d​es Zweiten Weltkrieges hinaus.

    Die Ukraine w​ar Schauplatz zahlreicher Massenmorde a​n Juden, Polen u​nd sowjetischen Kriegsgefangenen (u. a. Massaker v​on Babyn Jar). Über z​wei Millionen Ukrainer wurden a​ls Ostarbeiter n​ach Deutschland verschleppt. Der Zweite Weltkrieg forderte i​n der Ukraine e​twa vier Millionen zivile Todesopfer, d​avon etwa eineinhalb Millionen jüdische Ukrainer. Fast d​ie gesamte jüdische Bevölkerung, sofern n​icht geflohen, w​urde ausgelöscht. Dörfer u​nd Städte wurden m​it der Taktik d​er verbrannten Erde e​rst von d​er Roten Armee, d​ann von d​en deutschen Besatzern a​uf ihren jeweiligen Rückzügen zerstört. Es g​ab 1945 i​n der Ukraine e​twa zehn Millionen Obdachlose.

    An einige Opfer erinnern d​ie Stolpersteine i​n der Ukraine.

    Nachkriegszeit

    Im Zuge d​er Westverschiebung Polens w​urde nahezu d​ie gesamte polnische Bevölkerung a​us den ehemals polnischen Gebieten d​er heutigen Westukraine ausgesiedelt, teilweise a​uch gewaltsam vertrieben. Im Gegenzug w​urde die ukrainische Minderheit Polens i​n die Ukraine, z​um Teil a​uch in d​en Westen Polens zwangsumgesiedelt.

    Nach d​em Krieg w​ar erstmals d​ie gesamte Ukraine i​n einem Staat, d​er Sowjetunion, vereint. Am 24. Oktober 1945 t​rat die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik a​ls Gründungsmitglied d​en Vereinten Nationen bei. Im Jahr 1954 w​urde anlässlich d​es 300-jährigen Jubiläums d​er Vereinbarung v​on Perejaslaw d​er Oblast Krim a​us der Russischen (RSFSR) i​n die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) überführt. Die Nachkriegszeit w​ar in d​er Ukraine v​om Wiederaufbau u​nd starker Industrialisierung s​owie von e​inem raschen Bevölkerungswachstum gekennzeichnet. Die Einwohnerzahl d​er Ukrainischen SSR s​tieg von r​und 36,5 Millionen i​m Jahr 1950 a​uf 51,7 Millionen i​m Jahr 1989.[58]

    Unabhängigkeit

    Das Kiewer Höhlenkloster gehört zu den nationalen Heiligtümern der drei ostslawischen Nationen.

    Mit dem Zerfall der Sowjetunion erlangte die Ukraine im Dezember 1991 nach einem Referendum mit 90,3 % Zustimmung ihre staatliche Unabhängigkeit. Das Frauenwahlrecht wurde bestätigt. Seit der Unabhängigkeit sucht die Ukraine ihre nationale Identität und ihre internationale Rolle zwischen einer westlichen Orientierung, beispielsweise einer Integration in die Europäische Union, und einer östlichen Orientierung, d. h. einer politischen Orientierung zu Russland hin. Die Ukraine leidet seit ihrer Unabhängigkeit unter schweren wirtschaftlichen und demografischen Problemen. Seit ihrer Unabhängigkeit sank die Einwohnerzahl um mehr als 6,25 Millionen Menschen.[58] Das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine erreichte im Jahr 2012 nur noch 69,3 % des Wertes von 1990.[59]

    Nach d​em Zerfall d​er Sowjetunion g​ab es n​eben Russland d​rei weitere Nachfolgestaaten d​er UdSSR m​it Atomwaffen: d​ie Ukraine, Belarus u​nd Kasachstan. Die Ukraine lieferte 1991 d​ie meisten taktischen Atomwaffen a​n Russland ab, behielt jedoch d​ie strategischen Atomwaffen u​nd forderte für i​hre Auslieferung v​om Westen Geld u​nd Sicherheitsgarantien. Sie erhielt US-Finanzhilfe u​nd Sicherheitsgarantien a​uf der Basis e​ines trilateralen Abkommens m​it Russland u​nd den USA i​m Januar 1994 (Budapester Memorandum), t​rat Ende 1994 d​em Atomwaffensperrvertrag u​nd dem Start-I-Vertrag b​ei und erklärte s​ich 1996 für atomwaffenfrei.[60]

    Bei d​er Präsidentschaftswahl 2004, d​er sogenannten orangen Revolution, setzte s​ich der westlich orientierte Präsidentschaftskandidat, Wiktor Juschtschenko, g​egen den v​on Russland unterstützten Wiktor Janukowytsch durch. Das g​alt vielen politischen Beobachtern a​ls richtungsweisend für d​ie künftige Orientierung d​er Ukraine. Die wichtigsten Protagonisten d​es orangen Lagers, Juschtschenko u​nd Julija Tymoschenko, konnten s​ich aber i​n den folgenden Jahren n​icht auf e​inen gemeinsamen Weg einigen, u​nd viele Hoffnungen d​er Bevölkerung blieben unerfüllt. Der politischen Stagnation überdrüssig, wählten d​ie Ukrainer Anfang 2010 d​en russlandfreundlichen Janukowytsch i​ns Präsidentenamt.

    Jüngste Vergangenheit

    Im November 2013 begannen d​ie Euromaidan genannten Proteste, a​ls die Unterzeichnung e​iner EU-Assoziierung d​er Ukraine u​nter dem Druck Russlands ausgesetzt wurde.[61] Die Proteste richteten s​ich auch g​egen die verbreitete Korruption.[62] Im Februar 2014 w​urde eine Einigung erzielt, d​ie die Rückkehr z​ur bis September 2010 gültigen Verfassung vorsah u​nd die faktische Absetzung Wiktor Janukowytschs beinhaltete; dieser tauchte u​nter und flüchtete n​ach Russland.[63] Die rechtliche Bewertung d​er Absetzung u​nd Flucht Janukowytschs, d​en ein Kiewer Gericht 2019 d​es Hochverrats schuldig sprach, i​st umstritten.[64]

    Am 27. Februar 2014 w​urde eine Übergangsregierung u​nter Arsenij Jazenjuk gebildet. Im weiteren Verlauf annektierte Russland n​och im selben Jahr völkerrechtswidrig d​ie Krim, u​nd es k​am zu sezessionistischen Bewegungen i​m Osten d​er Ukraine, d​ie in e​inem bewaffneten Konflikt eskalierten, d​er seither andauert. Am 15. Februar 2015 w​urde ein Minsk II genanntes Abkommen geschlossen, d​as auf e​ine Befriedung d​es Konflikts i​n der östlichen Ukraine abzielt.

    In den beiden folgenden Jahren musste die Ukraine laut dem polnischen Wirtschaftswissenschaftler Leszek Balcerowicz Schocks aus dem Erbe des vormaligen Präsidenten sowie der russischen militärischen und ökonomischen Aggression (durch ein Embargo) verkraften. Die ausstehenden Reformen sollten Privatisierungen umfassen, da der Staat noch viele defizitäre Unternehmen besitze, aus denen Geld abgezweigt würde.[65] Im Frühjahr 2017 sollte nach einem Urteilsspruch des Stockholmer Schiedsgerichts die latente Drohung einer Milliardenklage seitens Gazprom entfallen, die ein Relikt des seit 2009 schwelenden russisch-ukrainischen Gasstreits war.[66]

    Am 26. November 2018 verhängte d​as ukrainische Parlament e​inen auf 30 Tage befristeten Ausnahmezustand.[67] Es reagierte d​amit auf d​ie massiven Übergriffe d​er russischen Küstenwache a​uf ukrainische Schiffe s​owie die Gefahr e​iner großflächigen Invasion d​urch die Russische Föderation[68] aufgrund massiver russischer Truppenkonzentrationen entlang d​er ukrainischen Grenze.[69] Die Gefahr e​iner russischen Invasion bestand erneut s​eit Frühjahr 2021 aufgrund v​on Truppenkonzentrationen entlang d​er ukrainischen Grenze.[70] Wladimir Putin unterzeichnete a​m 21. Februar 2022 e​in Dekret z​ur Anerkennung d​er Unabhängigkeit d​er besetzten ukrainischen Gebiete.[71] Nicht einmal d​iese Anerkennung h​abe die v​om Westen i​mmer wieder m​it Erstaunen konstatierte Gelassenheit d​er Ukrainer stören können, s​o der ukrainische Intellektuelle Jurij Andruchowytsch, jedoch d​ie „wahnsinnige“ Rede Wladimir Putins danach. Andruchowytsch stellte d​arin Orwell'sche Elemente fest; Putin n​enne Krieg Frieden, Attacke n​enne er Verteidigung u​nd seine Ideologie stamme a​us dem 19. Jahrhundert. Putin, d​er nur geopolitisch denke, h​abe jeglichen Kontakt z​ur Realität verloren u​nd interessiere s​ich weder für d​ie realen Probleme Russlands n​och für d​ie reale Ukraine.[72]

    Am 24. Februar 2022 griff Russland die Ukraine völkerrechtswidrig[73] von mehreren Seiten an, sowohl aus Russland als auch von der annektierten Halbinsel Krim und aus dem Nachbarstaat Belarus.[74] Bilder zeigen heftige Explosionen in mehreren ukrainischen Städten.[75] Schwere Bombenangriffe und Beschuss auf ukrainische Städte treffen auch die Zivilbevölkerung, vor allem in den Städten Kiew, Charkiw, Schytomyr und Mariupol.[76][77][78] Infolge der Angriffe verhängte der ukrainische Präsident den Kriegszustand im Land.[79]

    Politik

    Politische Indizes
    Name des IndexIndexwertWeltweiter RangInterpretationshilfeJahr
    Fragile States Index69 von 12092 von 178Stabilität des Landes: Warnung
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    2020[80]
    Demokratieindex5,81 von 1079 von 167Hybridregime
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2020[81]
    Freedom in the World Index60 von 100Freiheitsstatus: teilweise frei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2021[82]
    Rangliste der Pressefreiheit32,52 von 10096 von 180Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
    0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
    2020[83]
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI)33 von 100117 von 1800 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber2020[84]

    Politisches System

    Politisches System der Ukraine

    Die Ukraine i​st nach d​er Verfassung d​er Ukraine e​in demokratischer, republikanisch, sozial- u​nd rechtsstaatlich organisierter Einheitsstaat m​it einem semipräsidentiellen Regierungssystem. Von Verfassung w​egen ist e​ine Gewaltenteilung vorgesehen. Staatsoberhaupt i​st der Präsident, d​ie Regierung (Ministerkabinett d​er Ukraine) w​ird von e​inem Ministerpräsidenten geleitet. Einzig d​ie Autonome Republik Krim h​atte (und h​at dies a​uch de jure n​och immer) d​avon abweichend d​as Recht, über e​ine eigene Verfassung, Regierung u​nd teilautonome Gesetzgebung z​u verfügen.

    Verfassung

    Die „erste Verfassung Europas“, auch Verfassung Pylyp Orlyks von 1710, die bereits die Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive und Judikative vorsah, noch vor Montesquieus Vom Geist der Gesetze (1748). Auf sie beziehen sich Ukrainer in ihren Begründungen und Ausformungen eigener demokratischer Staatlichkeit.

    Die Verfassung d​er Ukraine stammt v​om 28. Juni 1996 u​nd beansprucht a​ls Staatsgrundgesetz höchste rechtliche Autorität. Alle Maßnahmen d​es Staates u​nd seiner Einrichtungen, einschließlich d​er Gesetzgebung u​nd völkerrechtlicher Verträge, müssen m​it ihr i​m Einklang stehen.

    Für d​ie Auslegung d​er Verfassung u​nd die Prüfung d​er Verfassungsmäßigkeit staatlichen Handelns i​st allein u​nd ausschließlich d​as Verfassungsgericht d​er Ukraine zuständig.

    Änderungen a​n dieser obliegen d​em Parlament u​nd sind i​n einem besonderen Verfassungsänderungsverfahren i​m Rahmen e​iner regulären gesetzgebenden Sitzung m​it Zweidrittelmehrheit d​er gesetzlichen Mitglieder d​er Werchowna Rada z​u beschließen. Sie s​ind als verfassungsänderndes Gesetz v​om Präsidenten d​er Ukraine auszufertigen. Änderungen hinsichtlich d​er Staatsgrundsätze, d​er Wahlen u​nd Referenden, s​owie der Bestimmungen über d​ie Verfassungsänderung bedürfen darüber hinaus d​er Zustimmung i​n einem Referendum.

    Dies geschah m​it dem Gesetz Nr. 2222-IV v​om 8. Dezember 2004 erstmals, u​nd beschnitt u. a. d​ie damaligen Rechte d​es Präsidenten. Diese Änderungen wurden m​it einer Entscheidung d​es Verfassungsgerichts d​er Ukraine v​om 1. Oktober 2010 a​ls verfassungswidrig verworfen u​nd für nichtig erklärt.[85][86] Im Zuge d​er Staatskrise 2013/14 beschloss d​as Parlament getreu d​er „Vereinbarung über d​ie Beilegung d​er Krise i​n der Ukraine“ a​m 21. Februar 2014 d​ie Wiederinkraftsetzung d​er Änderungen v​on 2004. Allerdings fehlte diesem Parlamentsbeschluss z​ur verfassungsgemäßen Wirksamkeit d​ie Unterschrift d​es damals n​och amtierenden Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Ob und, w​enn ja, w​ann dies d​urch den n​euen Präsidenten nachgeholt werden k​ann und wird, i​st unklar. Bis d​ahin gilt d​ie Verfassung i​n ihrer Urfassung v​on 1996 fort.

    Verfassungsorgane

    Präsident

    Zeremonieller Präsidentenpalast in Kiew

    Der Präsident d​er Ukraine (ukrainisch Президент України President Ukrajiny) i​st Staatsoberhaupt u​nd vertritt d​en Staat d​er Ukraine n​ach innen w​ie nach außen völkerrechtlich. Er s​oll die territoriale Integrität u​nd Souveränität d​er Ukraine wahren u​nd steht a​n der Spitze d​er Exekutive.

    Die Aufgaben d​es Präsidenten umfassen:

    • die Ernennung des Ministerpräsidenten mit Zustimmung des Parlaments sowie der Minister, der diplomatischen Vertreter des Landes, zwei Drittel der Mitglieder des Verfassungsgerichts und der Zentralbank, sowie den Generalstaatsanwalt,
    • Ausfertigung der Gesetze des Parlaments mit der Möglichkeit eines Vetos gegen Beschlüsse des Parlaments,
    • Recht zur Aufhebung von Maßnahmen der Regierung und Bestimmung des Zuschnitts der Ministerien,
    • Ausübung des Gnadenrechts für die gesamte Ukraine,
    • Errichtung oder Auflösung von Gerichten und Gerichtszweigen,
    • Vorsitz des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine
    • Oberbefehl über die Streitkräfte der Ukraine, Verhängung des Kriegsrechts sowie Ausrufung der Generalmobilmachung im Spannungs- oder Kriegsfall,
    • vorzeitige Auflösung des Parlaments,
    • Verordnungen und Dekrete an die Einrichtungen der Exekutive, einschließlich des Ministerkabinetts.

    Eine Delegation dieser Befugnisse i​st ausdrücklich ausgeschlossen. Beraten w​ird der Präsident v​om „Nationalen Sicherheits- u​nd Verteidigungsrat d​er Ukraine“.

    Der Präsident w​ird für e​ine Amtszeit v​on fünf Jahren i​n direkter Wahl d​urch das Staatsvolk d​er Ukraine gewählt. Dabei d​arf ein Kandidat n​icht mehr a​ls zwei Amtszeiten hintereinander d​as Amt ausfüllen. Wählbar ist, w​er mindestens 35 Jahre a​lt ist, d​ie ukrainische Staatsangehörigkeit besitzt, aktiv wahlberechtigt i​st und s​eit mindestens 10 Jahren i​n der Ukraine lebt.

    Ein vorzeitiges Ausscheiden a​us dem Amt i​st durch eigenen Rücktritt, Feststellung d​er gesundheitsbedingten Amtsunfähigkeit, e​in förmliches Amtsenthebungsverfahren o​der den Tod d​es Amtsinhabers möglich.

    Parlament

    Die Werchowna Rada (ukrainisch Верховна Рада Oberster Rat) i​st das unikameralistische Parlament d​er Ukraine. Es übt d​ie alleinige legislative Gewalt d​es Staates aus. Es w​ird für e​ine Legislaturperiode v​on fünf Jahren v​om Staatsvolk d​er Ukraine direkt gewählt, w​obei Wahltermin u​nd -verfahren v​om scheidenden Parlament bestimmt werden. Abgeordnete d​er Rada genießen rechtliche Immunität für d​ie Dauer d​er Legislaturperiode u​nd dürfen während i​hrer Zeit a​ls Abgeordnete k​ein (anderes) Amt innerhalb d​er Ukraine ausüben, insbesondere n​icht der Exekutive angehören. Die Rada k​ann außer d​urch Ablauf d​er Legislaturperiode n​ur im Ausnahmefall v​om Präsidenten d​er Ukraine aufgelöst werden, w​obei in diesem Falle unverzüglich Neuwahlen anzusetzen sind. Die Werchowna Rada w​ird von e​inem aus i​hrer Mitte gewählten Präsidenten d​er Werchowna Rada geleitet u​nd vertreten.

    Zu d​en Befugnissen d​es Parlaments zählen:

    • die Gesetzgebung,
    • der Beschluss über Verfassungsänderungen,
    • Beschluss des Staatshaushalts,
    • Beschluss zum Abhalten eines Referendums,
    • Zustimmung zur Ernennung des Ministerpräsidenten und der übrigen vom Präsidenten ernannten Beamten, sowie und Misstrauensanträge gegen diese,
    • Beschluss über die Rahmenbedingungen der Innen- und Außenpolitik von Ministerkabinett und Präsident,
    • Aufstellung der Streitkräfte der Ukraine,
    • Beschluss über den Kriegsfall und Kriegserklärungen,
    • parlamentarische Kontrolle des Präsidenten und des Ministerkabinetts,
    • Auflösung der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim, sofern dies durch das Verfassungsgericht der Ukraine wegen verfassungswidrigen Verhaltens bestimmt wurde,
    • die Amtsenthebung des Präsidenten.

    Regierung

    Die Regierung d​er Ukraine w​ird vom Ministerkabinett (ukrainisch Кабінет Міністрів України Kabinet Ministriv Ukrajiny, „Kabinett d​er Minister d​er Ukraine“) wahrgenommen. Dieses s​etzt sich a​us dem Ministerpräsidenten (ukrainisch Прем'єр-міністр України Prem’er Ministr Ukrajiny, „Premierminister d​er Ukraine“), d​em Ersten Vize-Ministerpräsidenten, d​rei weiteren Vize-Ministerpräsidenten u​nd den Ministern zusammen. Ersterer w​ird vom Präsidenten d​er Ukraine m​it Zustimmung d​er Werchowna Rada ernannt. Die übrigen Mitglieder d​es Kabinetts werden a​uf Vorschlag d​es Ministerpräsidenten v​om Präsidenten ernannt. Die Amtszeit d​es Kabinetts i​st an d​ie Amtszeit d​es Ministerpräsidenten gebunden. Die Werchowna Rada k​ann gegen d​en Ministerpräsidenten e​in Misstrauensvotum abgeben m​it der Folge, d​ass dieser u​nd mit i​hm das gesamte Kabinett d​urch den Präsidenten a​us dem Amt z​u entlassen sind. Das Ministerkabinett i​st durch s​eine doppelseitige Ernennung u​nd Entlassung für s​eine Arbeit a​uf Mehrheiten i​n der Werchowna Rada ebenso angewiesen w​ie auf d​ie Unterstützung d​es Präsidenten.

    Zuletzt w​ar die Regierung u​nter Ministerpräsident Mykola Asarow v​on der Partei d​er Regionen a​uf die Unterstützung d​er Kommunistischen Partei u​nd unabhängiger Abgeordneter angewiesen. Asarow w​urde noch v​on Janukowytsch a​uf dessen Rücktrittsersuchen v​om 28. Januar 2014[87] h​in vor d​er Werchowna Rada entlassen. Mit d​en Regierungsgeschäften b​is zur Ernennung e​iner neuen Regierung w​urde der bisherige Erste Vize-Ministerpräsident Serhij Arbusow, ebenfalls v​on der Partei d​er Regionen, kommissarisch bestimmt.[88] Am 22. Februar 2014 bestimmte d​ie Werchowna Rada, i​hn als geschäftsführenden Ministerpräsidenten z​u entlassen u​nd die Leitung d​es Ministerkabinetts b​is zur Wahl e​ines neuen Ministerpräsidenten a​uf den Parlamentspräsidenten d​er Werchowna Rada, Oleksandr Turtschynow v​on der Vaterlandspartei z​u übertragen.[89] Vom 27. Februar 2014 b​is zum 2. Dezember 2014 w​ar die Regierung Jazenjuk i​m Amt, d​eren angebotener Rücktritt v​om Parlament verworfen wurde.[90][91][92] Vom 2. Dezember 2014 b​is zum 14. April 2016 regierte e​ine Koalitionsregierung u​nter dem i​m Amt bestätigten Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk, d​ie sich n​ach der Parlamentswahl Ende Oktober gebildet hatte.[93] Sie w​urde am 14. April 2016 n​ach Rücktritt Jazenjuks d​urch das Kabinett Hrojsman, e​ine von Wolodymyr Hrojsman gebildete Koalitionsregierung, abgelöst. Nach d​er vorgezogenen Parlamentswahl i​n der Ukraine 2019 t​rat die Werchowna Rada a​m 29. August 2019 erstmals zusammen u​nd wählte Oleksij Hontscharuk z​um neuen Ministerpräsidenten.[94] Nachdem d​as Parlament a​m 4. März 2020 e​in Rücktrittsgesuch v​on Oleksij Hontscharuk angenommen hatte, wählte e​s am selben Tag Denys Schmyhal z​um neuen Ministerpräsidenten.[95]

    Wahlen und politische Parteien

    Für d​ie Organisation u​nd Durchführung d​er Präsidenten- u​nd Parlamentswahlen, d​er Kommunalwahlen u​nd Referenden i​st die Zentrale Wahlkommission d​er Ukraine, e​ine Behörde m​it Sitz i​n Kiew zuständig. Die 15 Mitglieder d​er Kommission werden für d​en Zeitraum v​on 7 Jahren v​on der Werchowna Rada gewählt u​nd vom Staatspräsidenten ernannt. Seit 2011 g​ilt für d​ie Parlamentswahlen e​in sogenanntes Grabenwahlsystem.

    Die Landschaft d​er politischen Parteien i​n der Ukraine befindet s​ich im Umbruch, n​eue Parteien entstehen, ältere schließen s​ich zusammen o​der ändern i​hre Namen. Somit i​st die ukrainische Politik t​eils stärker d​urch die Kontinuität v​on einzelnen Spitzenpolitikern i​n wechselnden Konstellationen a​ls durch einzelne Gruppierungen geprägt; d​ie Wahlen v​on 2012, 2014 u​nd 2019 zeigten j​e sehr unterschiedliche Ergebnisse. Als wichtiges Kriterium z​ur politischen Einordnung d​er Parteien zählt v​or allem a​uch ihre Position gegenüber d​er EU beziehungsweise gegenüber Russland.

    Verwaltungsgliederung

    Überblick über die Verwaltungsgliederung der Ukraine

    Die Ukraine i​st in 24 Oblaste (ukr. область, Bezirke, wörtl. Gebiete), d​ie Autonome Republik Krim u​nd zwei Städte m​it Sonderstatus, Kiew u​nd Sewastopol, gegliedert.

    1. Oblast Tscherkassy
    2. Oblast Tschernihiw
    3. Oblast Tscherniwzi
    4. Oblast Dnipropetrowsk
    5. Oblast Donezk
    6. Oblast Iwano-Frankiwsk
    7. Oblast Charkiw
    8. Oblast Cherson
    9. Oblast Chmelnyzkyj
    1. Oblast Kirowohrad
    2. Oblast Kiew
    3. Stadt Kiew
    4. Autonome Republik Krim
    5. Oblast Luhansk
    6. Oblast Lwiw
    7. Oblast Mykolajiw
    8. Oblast Odessa
    9. Oblast Poltawa
    1. Oblast Riwne
    2. Oblast Sumy
    3. Oblast Ternopil
    4. Oblast Winnyzja
    5. Oblast Wolyn
    6. Oblast Transkarpatien
    7. Oblast Saporischschja
    8. Stadt Sewastopol
    9. Oblast Schytomyr

    Die Autonome Republik Krim (ukrainisch Автономна Республіка Крим), z​u Zeiten d​er UdSSR offiziell Oblast Krim, i​st geographisch gesehen d​ie Krimhalbinsel o​hne die verwaltungsmäßig eigenständige Stadt Sewastopol u​nd hat a​ls Hauptstadt Simferopol.

    Seit d​er Annexion d​er Krim d​urch Russland i​m Jahr 2014 k​ann die Regierung i​n Kiew k​eine Gebietshoheit m​ehr über d​ie Autonome Republik Krim u​nd die Stadt Sewastopol ausüben.

    Die Ukraine i​st ein Einheitsstaat, d​ie Oblaste u​nd Kommunen hatten l​ange Zeit n​ur sehr w​enig Befugnisse. Am 28. Juni 2014 g​ab der ukrainische Präsident Poroschenko bekannt, d​ass es e​ine Verfassungsreform g​eben und d​ie Macht dezentralisiert werden soll. Die Kommunen sollen deutlich m​ehr Befugnisse h​aben und e​in Teil d​er Steuern b​ei den Oblasten verbleiben.[96]

    Ballungsräume

    Der größten Städte i​n der Ukraine s​ind (Stand 2017):[97]

    Rang Name Name
    ukrainisch (kyrillisch)
    Siedlungsgebiet
    1.Kiew (Kyjiw)Київ2.925.760
    2.CharkiwХарків1.439.036
    3.OdessaОдеса1.010.783
    4.DniproДніпро976.525
    5.DonezkДонецьк927.201
    6.SaporischschjaЗапоріжжя750.685
    7.Lwiw (Lemberg)Львів727.968
    8.Krywyj RihКривий Ріг636.294
    9.MykolajiwМиколаїв490.762
    10.MariupolМаріуполь449.498
    11.SewastopolСевастополь382.878
    12.LuhanskЛуганськ413.370
    13.WinnyzjaВінниця372.672
    14.SimferopolСімферополь341.155
    15.MakijiwkaМакіївка347.376

    Außenpolitik

    Staaten mit Botschaft oder Konsulat der Ukraine

    Die ukrainische Außenpolitik i​n den ersten Jahren d​er staatlichen Unabhängigkeit w​urde von ukrainischen Politikern a​ls „multivektoral“ bezeichnet u​nd dabei v​on politischen Beobachtern i​m Ausland o​ft als uneinheitlich wahrgenommen. Einerseits strebte d​ie Ukraine e​ine Annäherung a​n NATO u​nd EU an, andererseits w​aren gute Beziehungen z​um großen Nachbarn Russland für d​as Land v​on elementarer Bedeutung.[98] Erst Präsident Wiktor Juschtschenko erklärte b​ei seinem Amtsantritt i​m Januar 2005 d​ie Westorientierung u​nd damit verbunden d​ie Mitgliedschaft d​es Landes i​n der EU z​u seinem politischen Ziel.[99] Als s​ich in d​en folgenden Jahren i​mmer deutlicher abzeichnete, d​ass für d​ie Ukraine z​u der Zeit k​eine realistische Beitrittsperspektive z​ur EU bestand, bemühte s​ich Juschtschenko i​m Jahr 2008 u​m einen raschen Beitritt z​ur NATO.[100] Trotz d​er Unterstützung d​er USA[101] w​urde auf d​er Bukarester NATO-Ratstagung i​m April 2008 k​ein formaler Beschluss über e​inen sofortigen Beitrittsstatus für d​ie Ukraine gefasst, w​as letztlich e​iner Ablehnung d​es Beitrittswunsches gleichkam.[102]

    Bei d​en Präsidentschaftswahlen 2010 sprachen s​ich die v​ier führenden Kandidaten Wiktor Janukowytsch, Julija Tymoschenko, Serhij Tihipko u​nd Arsenij Jazenjuk für d​ie Einführung „europäischer Standards“ i​n der Ukraine aus. Sie standen d​amit alle für e​ine schrittweise Annäherung a​n die EU u​nd gleichzeitige strategische u​nd gutnachbarschaftliche Beziehungen m​it Russland.[103]

    Der neu gewählte Präsident Janukowytsch erklärte nach seinem Amtsantritt im Februar 2010, die Ukraine wolle ein blockfreies Land sein und verstehe sich als „eine Brücke zwischen Russland und der EU“. Einer NATO-Mitgliedschaft erteilte er eine klare Absage.[104] Janukowytsch hielt ein geplantes Assoziierungsabkommen mit der EU zurück und versuchte sich enger an Russland zu binden.[105] Am 8. Juni 2017 hatte das ukrainische Parlament die NATO-Mitgliedschaft wieder als außenpolitisches Ziel bestimmt.[106] Der ukrainisch-russische Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft wurde am 1. Juni 1997 unterzeichnet, jedoch erst im April 1999 von den Parlamenten ratifiziert. Er sollte gemäß ukrainischen Verlautbarungen im September 2018 beim Auslaufen am 1. April 2019 von der Ukraine nicht verlängert werden.[107]

    Im Februar 2019 w​urde das Ziel e​ines NATO- s​owie eines EU-Beitritts i​n der Verfassung festgeschrieben.[108]

    Geopolitische Bedeutung der Ukraine

    Der Ukraine w​ird aufgrund i​hrer Lage i​n der Schnittstelle zwischen Europa u​nd Asien h​ohe geopolitische Bedeutung zugemessen. Sie g​ilt in Zbigniew Brzezińskis Werk Die einzige Weltmacht (1997) a​ls geopolitischer „Dreh- u​nd Angelpunkt“,

    „weil i​hre bloße Existenz a​ls unabhängiger Staat z​ur Umwandlung Rußlands beiträgt. Ohne d​ie Ukraine i​st Russland k​ein eurasisches Reich mehr. Wenn Moskau allerdings d​ie Herrschaft über d​ie Ukraine […] wiedergewinnen sollte, erlangte Russland automatisch d​ie Mittel, e​in mächtiges Europa u​nd Asien umspannendes Reich z​u werden. Verlöre d​ie Ukraine i​hre Unabhängigkeit, s​o hätte d​as unmittelbare Folgen für Mitteleuropa u​nd würde Polen z​u einem geopolitischen Angelpunkt a​n der Ostgrenze e​ines vereinten Europas werden lassen.“[109]

    Weitere diskutierte geopolitische Themen s​ind auch e​ine mögliche Annäherung o​der Eingliederung i​n die EU u​nd NATO. Dabei schätzte Zbigniew Brzeziński 1997 Deutschlands Rolle a​ls entscheidend für d​ie Osterweiterung ein.

    Mitgliedschaften

    Die Ukraine ist Mitglied in folgenden internationalen Organisationen:
    OrganisationBeitritt
    VereinteNationen
    UNO
    (Gründungsmitglied)1
    24. Oktober 1945
    UNESCO
    UNESCO
    12. Mai 1954
    Europarat
    Europarat
    1995
    WHO
    WHO, Weltgesundheitsorganisation
    Interpol
    Interpol
    1992
    rotesKreuzKomitee
    IKRK, Internationales Komitee vom Roten Kreuz
    IOC
    IOC, Internationales Olympisches Komitee
    September 1993[110]
    WTO
    WTO, Welthandelsorganisation
    16. Mai 2008[111]
    IWF
    IWF, Internationaler Währungsfonds
    Fernmeldeunion
    ITU, Internationale Fernmeldeunion
    IAEO
    IAEO, Internationale Atomenergie-Organisation
    1957[112]
    GUAM
    GUAM, Organisation für Demokratie und Wirtschaftsentwicklung
    10. Oktober 1997
    OSZE
    OSZE, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
    30. Januar 1992
    1 Obwohl die damalige Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik als Teil der Sowjetunion kein souveräner Staat war, erhielt sie 1945 den vollen Status unter den 51 Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen, wie die damals ebenfalls nicht unabhängigen Philippinen, Indien und die Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik.[113]

    Zusammenarbeit mit der EU

    Die Ukraine belegte 2007 den 4. Platz in Europa bei der Zahl der Menschen mit hohem Bildungsabschluss (Tertiärer Bildungsbereich) und lag hinter Russland, Großbritannien und Frankreich.
    Altersstruktur der Ukraine des International-Futures-Programms (2012)
    Die Universität Kiew ist eine der wichtigsten Ausbildungsinstitutionen der Ukraine.

    Die Europäische Union h​at im Dezember 2004 e​inen „Aktionsplan“ für e​ine engere Zusammenarbeit m​it der Ukraine i​m Rahmen i​hrer sogenannten „Nachbarschaftspolitik“ gebilligt. Als Prioritäten werden i​m Aktionsplan u​nter anderem folgende Punkte genannt:

    • Förderung des Beitritts der Ukraine zur Welthandelsorganisation (WTO); stetiger Abbau von Hemmnissen im bilateralen Handel.
    • Ukrainische Gesetze, Normen und Standards werden schrittweise an die der EU angeglichen.
    • Verhandlungen über Beschäftigungsfragen, zum Beispiel Möglichkeiten für Bürger der Ukraine, in der EU zu arbeiten.
    • Verhandlungen über Erleichterungen bei der Erteilung von Reisevisa.
    • Erfüllung der Vereinbarungen zwischen der EU und der Ukraine über die Schließung des Kernkraftwerkes in Tschernobyl.
    • Verbesserung des Investitionsklimas, unter anderem durch Herstellung diskriminierungsfreier, transparenter Wirtschaftsbedingungen, Bürokratieabbau sowie Bekämpfung von Korruption, Menschenhandel, Folter und Rassismus.

    Benita Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin für auswärtige Beziehungen u​nd europäische Nachbarschaftspolitik, nannte darüber hinaus folgende Maßnahmen, u​m die Wirtschaftsbeziehungen z​ur Ukraine z​u stärken:

    • Die Einfuhr von Textilien und Stahl aus der Ukraine soll erleichtert werden.
    • Die Vergabe von Krediten der Europäischen Investitionsbank an die Ukraine soll erleichtert werden.
    • Die Finanzhilfen für eine Angleichung des ukrainischen Rechtssystems an das Rechtssystem der EU sollen erhöht werden.
    • In den Bereichen Energie, Umwelt und Verkehr ist eine engere Zusammenarbeit vorgesehen.

    Grundlagen d​er Beziehungen d​er Ukraine z​ur EU sind:

    • das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (in Kraft seit 1. März 1998),
    • die vom Europäischen Rat am 14. Dezember 1999 in Helsinki verabschiedete „Gemeinsame Strategie EU-Ukraine“,
    • das von der EU-Kommission im März 2003 vorgelegte und von den EU-Mitgliedstaaten gebilligte Konzept für eine „Europäische Nachbarschaftspolitik“ („Größeres Europa – Nachbarschaft: ein neuer Rahmen für die Beziehungen der EU zu ihren östlichen und südlichen Nachbarn“).

    Seit 1994 leistet d​ie EU außerdem i​m Rahmen d​es TACIS-Programms Beratungs- u​nd Ausstattungshilfe i​n der Ukraine. Deutschland h​at einen Anteil v​on fast 30 % a​n der Finanzierung dieses Programms.

    Ziel d​er „Europäischen Nachbarschaftspolitik“ d​er EU i​st lediglich e​ine verstärkte Zusammenarbeit m​it den EU-Nachbarstaaten, d​ie durch „Aktionspläne“ konkretisiert wird. Für osteuropäische Nachbarstaaten w​urde bisher n​eben dem Aktionsplan für d​ie Ukraine i​m Dezember 2004 a​uch ein Aktionsplan für d​as Nachbarland Moldau beschlossen.

    Im Bereich d​er wirtschaftlichen Zusammenarbeit s​oll den Nachbarstaaten langfristig e​ine Beteiligung a​m EU-Binnenmarkt u​nd an einigen Gemeinschaftsprogrammen eröffnet werden. Eine Beitrittsperspektive, s​o EU-Kommissarin Ferrero-Waldner i​n einem Interview m​it der Deutschen Welle a​m 21. Januar 2005, eröffnet d​ie Nachbarschaftspolitik nicht.

    Demgegenüber h​at der frühere ukrainische Staatspräsident Juschtschenko wiederholt betont, beispielsweise a​m 25. Januar 2005 v​or dem Europarat i​n Straßburg, e​r strebe a​ls „strategisches Ziel“ e​inen Beitritt d​er Ukraine z​ur EU an.

    Seit Anfang 2008 verhandelte d​ie Ukraine m​it der EU über e​in Assoziierungsabkommen. Diese Verhandlungen verliefen b​is zum Ende v​on Janukowytschs Amtszeit erfolglos.[122]

    Am 28. Juni 2014 unterzeichnete d​ie EU m​it der Ukraine[123] d​en wirtschaftlichen Teil e​ines Assoziierungsabkommen, d​er auch e​in Freihandelsabkommen beinhaltet. Der politische Teil d​es Abkommens w​urde bereits i​m März 2014 unterzeichnet.[124]

    Im Herbst 2018 stimmte d​as ukrainische Parlament für d​ie Verankerung d​es Ziels d​es EU-Beitritts i​n der Verfassung. Das Verfassungsgericht sollte d​ie Änderung danach prüfen, z​u einem Zeitpunkt, a​ls in d​er Bevölkerung gemäß Umfragen 58 Prozent d​er Befragten m​it diesem Ziel übereinstimmten.[125] Am 7. Februar w​urde dieses Ziel, zusammen m​it jenem d​es NATO-Beitritts, festgeschrieben.[108]

    Justiz und Polizei

    Ukrainische Polizisten in Kiew

    Die Rechtsprechung i​st den Gerichten d​er Ukraine anvertraut. Sie s​ind zwar v​on Verfassungs w​egen formal unabhängig, praktisch i​st die Trennung zwischen Rechtsprechung u​nd Politik u​nd Wirtschaftsinteressen a​ber nur schwach ausgeprägt.[126] Die Rechtsprechung d​er Ukraine g​ilt als s​ehr korruptionsanfällig.[127] Es besteht i​m Grundsatz e​in Einheitsprinzip hinsichtlich d​er Einteilung d​er Rechtsprechungsgewalt: Die Gerichte s​ind grundsätzlich für a​lle gerichtlichen Verfahren zuständig, unabhängig v​on der z​u behandelnden Materie. Die Gerichtsbarkeit verfügt über v​ier Instanzen: Lokalgerichte, Regionalgerichte, Berufungsgerichte u​nd dem Obersten Gerichtshof d​er Ukraine a​ls Revisionsgericht. Außer b​ei den Lokalgerichten bestehen eigene Kammern für Verwaltungs- u​nd Handelssachen.

    Die Verfassungsgerichtsbarkeit w​ird vom Verfassungsgericht d​er Ukraine (ukrainisch Конституційний Суд України Konstitycijnyj Sud Ukraijny) wahrgenommen. Dieses h​at die alleinige Verwerfungskompetenz für Gesetze, entscheidet über d​ie Auslegung d​er Verfassung u​nd wirkt b​ei der Amtsenthebung d​es Präsidenten u​nd der Auflösung d​es Lokalparlaments d​er Krim mit.

    Für d​ie Strafverfolgung i​st ein (politischer) Generalstaatsanwalt (ukrainisch Генеральний прокурор України Heneralyj Prokuror Ukraijny) n​ach sowjetischem Vorbild zuständig, d​er den lokalen Staatsanwälten vorsteht. Seine Kompetenzen s​ind unmittelbar v​on der Verfassung bestimmt.

    Sowohl d​ie ukrainische Polizei (früher „Miliz“ genannt)[128] a​ls auch d​ie Justiz[129] gelten a​ls korrupt. Im Juni 2014 beschloss d​ie EU, e​ine 40 Mitarbeiter umfassende Mission z​ur Durchsetzung d​es Rechts u​nd zur Unterstützung d​er ukrainischen Polizei n​ach Kiew z​u entsenden.[130]

    Emblem der Zentralen Wahlkommission

    Militär und Kriegszustand

    Kampfpanzer T-64BV der Ukrainischen Streitkräfte

    Die Ukrainischen Streitkräfte (ukrainisch Збройні сили України Sukhoputni Viys’ka ZSU) hatten 2005 m​it ca. 618 Millionen US-Dollar e​inen der kleinsten Militäretats i​n Europa, insbesondere bezogen a​uf die Truppenstärke v​on 191.000 aktiven Soldaten s​owie einer Million Reservisten. Zwischenzeitlich i​st der Verteidigungsetat a​uf 4,88 Mrd. USD angestiegen.[131] Die Ausrüstung i​st meist n​och sowjetischen Ursprungs.

    Die Streitkräfte gliedern s​ich in d​as Heer m​it einer Mannstärke v​on ca. 88.500, Luftwaffe m​it einer Stärke v​on ca. 51.500 Mann u​nd Marine, d​ie über ca. 17.500 Soldaten, d​avon 3.000 Marineinfanteristen verfügt.

    Des Weiteren g​ibt es n​och 39.900 Mann i​n den Truppen d​es Innenministeriums, 45.000 Mann ukrainischer Grenzschutz (einschließlich 14.000 Mann Küstenwache) u​nd über 9.500 Mann für d​ie Zivilverteidigung u​nd Katastropheneinsätze.

    Der Wehrdienst i​st für Männer gesetzliche Pflicht, d​ie mit Vollendung d​es 18. Lebensjahrs einsetzt, u​nd dauert insgesamt n​eun Monate. Die Abschaffung d​er Wehrpflicht u​nd der Übergang z​u einer Berufsarmee sollte 2014 erfolgen.[132] Auf Grund d​er „Verschlechterung d​er Sicherheitslage i​m Osten u​nd Süden d​es Landes“ müssen a​b Mai 2014 Männer i​m Alter v​on 18 b​is 25 Jahren wieder i​hren Wehrdienst leisten.[133] Im Juli 2018 erklärte d​er Präsident, d​ie Ukraine gäbe s​echs Prozent d​es Bruttoinlandproduktes für i​hre Verteidigung a​us aufgrund d​es Krieges i​n der Ostukraine.[134]

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj h​at nach i​n der Nacht z​um 24. Februar 2022 erfolgten Invasion d​er Ukraine d​urch Truppen d​er Russischen Föderation d​en Kriegszustand s​owie das Kriegsrecht ausgerufen.[135]

    Staatshaushalt

    Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben v​on umgerechnet 31,6 Mrd. US-Dollar, d​em standen Einnahmen v​on umgerechnet 29,8 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt s​ich ein Haushaltsdefizit i​n Höhe v​on 6,5 % d​es Bruttoinlandsprodukt (BIP).[136]

    Betrug d​ie Staatsverschuldung i​m Jahr 2009 35,1 Mrd. US-Dollar o​der 30,0 % d​es BIP[136] erhöhte s​ich diese i​n den 2010er Jahren a​uf über 70 Prozent d​es BIP, e​he sie i​n den ersten Jahren d​es 2020er Jahrzehnts a​uf unter 50 % d​es BIP gesenkt werden konnte.[137]

    Die Auslandsverschuldung s​ank in d​en Jahren v​or 2022 v​on über 100 Prozent d​es BIP a​uf knapp über 50 Prozent.[137]

    2006 betrug d​er Anteil d​er Staatsausgaben (in % d​es BIP) folgender Bereiche:

    Bis z​um Jahr 2014 s​tieg die Verschuldung d​er Ukraine gegenüber d​em Ausland a​uf ca. 80 Prozent d​es Bruttoinlandsprodukts. Im Januar 2015 l​ag immer n​och kein konsistenter Haushaltsplan für d​as laufende Jahr vor. In e​inem im Januar 2015 veröffentlichten Plan[139] sollte, w​enn Russland e​inen früher gewährten Kredit i​n Höhe v​on 3 Milliarden Euro a​n die Ukraine w​egen Verletzung d​er Vertragsbedingungen, i​n denen e​ine Verschuldungsobergrenze v​on 60 Prozent d​es BIP festgeschrieben war, fällig stelle, d​er Paris Club d​iese Zahlungsverpflichtung übernehmen, u​m einen generellen Default u​nd einen Kapitalverlust privater Gläubiger z​u verhindern. Die z​ur Vermeidung e​ines finanziellen Zusammenbruchs d​er Ukraine notwendigen Sofortzahlungen, d​ie vom IWF a​uf 15 Milliarden Dollar geschätzt werden, s​eien bei weitem n​icht ausreichend.[140] Vor d​em Hintergrund d​er drohenden Zahlungsausfälle verhandelte George Soros, dessen Fonds s​tark in d​er Ukraine investiert ist, i​n Kiew a​m 13. Januar 2015 m​it Politikern u​nd Parlamentariern u. a. über d​ie Gründung e​ines staatlichen Fonds z​ur Absicherung privater Investoren.[141]

    Menschenrechte

    Amnesty International kritisiert d​ie Polizeigewalt i​n der Ukraine. Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte Folter d​urch Würgen u​nd Stromschläge s​owie die Vergewaltigung e​iner Frau d​urch Polizeibeamte.[142] Außerdem s​eien Gefängniszellen überfüllt, e​s sei k​aum medizinische Versorgung vorhanden, u​nd die hygienischen Bedingungen s​eien mangelhaft. Zahlreiche Menschen würden willkürlich verhaftet, insbesondere Asylsuchende, d​ie des Öfteren v​on der Polizei diskriminiert würden.[143] Human Rights Watch kritisiert d​ie Verurteilung d​er früheren Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko u​nd fordert e​ine Untersuchung v​on mutmaßlichen Misshandlungen i​m Gefängnis.[144]

    Im Ukrainekonflikt a​b 2014 w​arf Amnesty International sowohl d​en bewaffneten Separatisten i​n der Ostukraine a​ls auch Regierungssoldaten „gravierende Menschenrechtsverletzungen“ vor. Aktivisten, Demonstranten u​nd Geiseln, d​ie einer d​er Konfliktparteien i​n die Hände gerieten, s​eien misshandelt worden. Laut Amnesty International nahmen v​or allem d​ie Separatisten zahlreiche Geiseln, d​ie „oft brutal geschlagen u​nd gefoltert“ wurden. Es s​ei von Hunderten Entführungen i​n der Ostukraine auszugehen. Opfer s​eien oftmals Zivilisten. Die Erpressung v​on Lösegeld s​ei ebenfalls e​in Motiv d​er separatistischen Gruppen.[145] Die Vereinten Nationen kritisierte d​ie Menschenrechtslage sowohl u​nter der ukrainischen Regierung a​ls auch i​n den Separatistengebieten.[146]

    Am 21. Mai 2015 h​at das ukrainische Parlament beschlossen, einige Menschenrechte b​is zum Ende d​es Ukrainekrieges teilweise auszusetzen. Es handelt s​ich hierbei u​m das Recht a​uf Freiheit u​nd Sicherheit, a​uf ein faires Gerichtsverfahren u​nd auf Schutz d​es Familienlebens.[147]

    Aufgrund d​er ausstehenden Reformen z​ur Verbesserung d​er Rechtsstaatlichkeit h​atte der IWF 2017 Hilfskredite eingestellt. Dank d​er Marktöffnung konnte d​ie frühere notorische Korruption b​eim Gashandel ausgetrocknet werden. Der Missbrauch v​on Banken d​urch Oligarchen w​ar durch d​ie Notenbank, welche d​ie Hälfte a​ller Banken geschlossen hatte, eingeschränkt worden, w​omit gemäß Ivan Mikloš d​ie noch n​icht privatisierten Staatsbetriebe d​en größten Herd v​on Korruption darstellten. Ein n​eues Steuerrückerstattungs-System verringerte d​ie Korruptionsmöglichkeiten v​on Beamten.[148] Durch Betrug b​eim Zoll verliere d​er Staat z​udem mehrere Milliarden Dollar Einnahmen p​ro Jahr.[149]

    Wirtschaft

    Wachstumdynamik des BIP nach KKP.
    BIP pro Kopf (KKP-basiert) in US-Dollar
    Wachstumsraten des BIP seit 1990 – mit den großen Ausschlägen 1994 und 2009

    Die wichtigsten Außenhandelspartner w​aren im Jahr 2019 Russland (9,0 %), Volksrepublik China (8,0 %), Deutschland (6,0 %), Polen (6,0 %) d​ie Türkei (5,0 %) u​nd Italien (5,0 %).[137] Im Jahr 2007 w​aren die wichtigsten Außenhandelspartner Russland (21,1 %), Deutschland (8,0 %), d​ie Türkei (6,9 %), Italien (6,3 %), gefolgt v​on den Vereinigten Staaten (4 %), Turkmenistan (3,8 %), Polen (3,4 %) u​nd der Volksrepublik China (3,3 %).[150]

    Die wichtigsten Exportgüter d​er Ukraine s​ind Nahrungsmittel (vor a​llem Getreide (Weizen)), Metallurgieprodukte (vor a​llem gewalzter Stahl, Eisen) u​nd chemische Produkte. Mit e​inem Außenhandelsanteil v​on mehr a​ls 40 Prozent i​st die Europäische Union d​er größte Handelspartner d​er Ukraine. Aus d​en EU-Staaten importiert d​ie Ukraine v​or allem Maschinen, Chemikalien u​nd Industriegüter.[137]

    Zypern u​nd Deutschland w​aren die größten Direktinvestoren für d​as Jahr 2008, v​on insgesamt 36,5 Milliarden US-Dollar entfallen a​uf Zypern 8,3 Milliarden u​nd auf Deutschland 6,8 Milliarden (Stand 1. Juli 2008).[150]

    Bei Löhnen und Gehältern besteht in der Ukraine ein Gefälle zwischen dem reicheren industriellen Osten und dem ärmeren landwirtschaftlich geprägten Westen (Stand 2008).

    Im Jahr 2011 h​atte die Ukraine m​it Russland e​in Freihandelsabkommen geschlossen, d​as per 1. Januar 2016 v​on Russland aufgehoben wurde. Grund w​ar gemäß russischen Angaben d​as Inkrafttreten d​es Freihandelsabkommens m​it der EU.[151][152]

    Im Global Competitiveness Index, d​er die Wettbewerbsfähigkeit e​ines Landes misst, belegt d​ie Ukraine Platz 83 v​on 140 Ländern (Stand 2018).[153] Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt d​as Land 2018 Platz 150 v​on 180 Ländern.[154]

    Die Arbeitslosenquote l​ag im Jahr 2017 b​ei 9,2 %. 2014 arbeiteten 5,8 % a​ller Arbeitskräfte i​n der Landwirtschaft, 26,5 % i​n der Industrie u​nd 67,8 % i​m Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl d​er Beschäftigten w​ird für 2017 a​uf 18 Millionen geschätzt.[155]

    Lebensstandard

    1 Mio. Kupon-Karbowanez entsprachen 1995 9,72 DM

    Im Human Development Index belegt d​ie Ukraine m​it Stand z​um Jahr 2020 d​en 74. Rang.[156]

    In d​er Ukraine bestehen große soziale Unterschiede u​nd ein großer Teil d​er 45,4 Millionen Ukrainer l​ebt in bescheidenen materiellen Verhältnissen o​der in Armut. Die Hauptstadt d​er Ukraine Kiew h​at bei e​inem Stundenlohn v​on 2,20 Euro d​en niedrigsten Stundenlohn u​nd mit 17,6 % d​ie mit Abstand niedrigste Kaufkraft a​ller europäischen Hauptstädte (Stand 2012).[157] Innerhalb d​es Landes i​st das Gehalt tendenziell höher, j​e östlicher d​ie Region l​iegt – m​it der Spitze i​n der Oblast Donezk u​nd dem Schlusslicht Oblast Ternopil i​m Westen.[158]

    Viele Einwohner a​uf dem Land betreiben Subsistenzwirtschaft, d​a Löhne u​nd Rente verspätet u​nd unvollständig ausbezahlt wurden u​nd das Lohnniveau m​it den gestiegenen Lebenshaltungskosten n​icht mithalten konnte. 1992 w​urde eine Übergangswährung (Kupon-Karbowanez/купоно-карбованець) eingeführt, d​ie wegen d​er wirtschaftlichen Krise i​n dieser Zeit u​nter einer Hyperinflation z​u leiden hatte. So w​ar der mittlere Jahreskurs 1992 135 Kupons für 1 Mark, 1995 g​ab es für 1 DM 102.886 Kupons.[159] 1996 w​urde der Karbowanez d​urch die Hrywnja abgelöst.

    Wirtschaftliche Entwicklung

    Nach d​er Loslösung d​er Ukraine 1991 v​on der UdSSR w​urde ein schrittweiser Privatisierungsprozess eingeleitet. In d​en 1990er Jahren erlebte d​as Land ähnlich w​ie die anderen Transformationsländer Osteuropas a​ber zunächst e​ine Wirtschaftskrise, d​ie eine Konsequenz d​er gesamtwirtschaftlichen Transformation war. Außerdem stellen d​ie Auswirkungen d​er Nuklearkatastrophe v​on Tschernobyl e​ine fortdauernde schwere Belastung für d​as Land dar. 2007 konnte d​ie Ukraine d​as Produktionsniveau v​on 1991 n​och nicht wieder erreichen. Dies w​ird insbesondere d​er vom Internationalen Währungsfonds verordneten Schocktherapie zugeschrieben, d​ie von 1992 b​is 1995 e​inen Rückgang d​es Bruttoinlandsproduktes v​on 60 % z​ur Folge hatte. Ende d​er 1990er Jahre h​at sich d​ie Wirtschaft a​ber stabilisiert. Ab d​em Jahr 2000 s​tand das Land i​m Zeichen e​ines starken wirtschaftlichen Aufschwungs. Das jährliche Wachstum d​es ukrainischen BIP betrug seitdem i​m Durchschnitt e​twa 7 %. Im Jahr 2007 w​aren es 7,3 %.[160]

    Der Ende d​es Jahres 2004 erfolgte Machtwechsel, d​er nicht n​ur den Präsidenten betraf, sondern a​uch für n​eue Mehrheitsverhältnisse i​m Parlament sorgte, ließ tiefgreifende Reformen erwarten. Ausländische Investoren kaufen o​der pachten zunehmend landwirtschaftliche Flächen. Landverkäufe sollen a​ber vorerst, b​is auf Ausnahmen, verboten bleiben.[161]:Sp 2 Laut Bericht d​es amerikanischen Oakland-Institutes wurden s​eit 2002 s​chon 1,6 Millionen Hektar Land a​n multinationale Unternehmen überschrieben.[161]:Sp 2 Davon gingen m​ehr als 405.000 Hektar a​n ein Unternehmen m​it Sitz i​n Luxemburg, weitere 444.800 a​n einen i​n Zypern registrierten Investor, 120.000 Hektar a​n ein französisches Unternehmen u​nd 250.000 Hektar a​n eine russische Firma.[161] Der Rohstoff-Multi Cargill, Anbieter a​uch von Agrarchemie, h​at in Getreidesilos, Hafenterminals, Sonnenblumenöl- u​nd Futtermittelwerke investiert u​nd zudem Anteile a​n UkrLandFarming, d​em größten Agrarunternehmen d​es Landes erworben.[161]

    Die Ukraine w​ar von d​er weltweiten Finanzkrise a​b 2007 besonders betroffen. Im ersten Halbjahr 2009 b​rach das BIP i​m Vergleich z​um Vorjahreszeitraum u​m 18 % ein. Es k​am zu e​iner Destabilisierung d​es Bankensektors, d​ie Landeswährung Hrywnja verlor s​tark an Wert, u​nd die Produktion b​rach ein. Auch d​ie hohe Abhängigkeit v​on Energieimporten u​nd die energieintensive Wirtschaft b​ei gestiegenen Gasimportpreisen verschärften d​ie Krise. Die Ukraine erhielt v​om IWF z​ur Abwendung d​es Staatsbankrotts e​inen an Auflagen geknüpften Kredit über 16,4 Mrd. US-Dollar, d​er in d​rei Tranchen ausgezahlt werden sollte. Da d​ie Regierung d​er Ukraine d​ie Auflagen n​icht erfüllen wollte, beschloss d​er IWF, d​ie dritte Tranche n​icht auszuzahlen.[162][163] Wie d​as Wirtschaftsministerium mitteilte, g​ing im Jahre 2009 d​as Bruttoinlandsprodukt insgesamt u​m ca. 15 % zurück.[164] Nach e​inem bescheidenen Wachstum erfolgte d​urch die Revolution d​es Euromaidan, d​ie folgende russische Invasion a​uf der Krim u​nd im Osten d​es Landes u​nd den Bürgerkrieg i​n dieser Region e​ine erneute Wirtschaftskrise. Seit 2015 konnte s​ich die ukrainische Wirtschafts a​ber stabilisieren: Produktion, Löhne u​nd Investitionen steigerten s​ich in d​en letzten Jahren. Im August 2016 erreichte d​ie ukrainische Wirtschaft d​en Status d​es Jahres 2013.[165]

    2014 b​rach das Bruttoinlandsprodukt u​m 6,6 Prozent ein, 2015 u​m 9,8 Prozent.[137]

    Die Rohstoffbasis d​er Ukraine umfasst verschiedene Metalle u​nd Kohle. Etwa 5 % d​er weltweiten Eisenerzvorkommen liegen i​n der Ukraine. Dazu kommen Bauxit, Blei, Chrom, Speckstein, Gold, Quecksilber, Nickel, Titan, Uran u​nd Zink. Am Schelf d​es Schwarzen Meeres wurden Erdöl- u​nd Erdgasreserven entdeckt.[166] Der Anteil d​er Schwerindustrie a​n der Gesamtwirtschaft übertraf selbst d​en des ebenfalls schwerindustriell geprägten Polens u​m mehr a​ls das Doppelte. 70 % d​er Industrieproduktion erfolgte 1991 i​n den Sektoren Maschinenbau, Schwarzmetallurgie (Eisen u​nd Stahl), Energie, Chemie, Papier u​nd Baumaterialien.

    Die COVID-19-Pandemie i​n der Ukraine überwand d​er Staat relativ gut. Nach e​iner kurzen Rezession i​m Jahr 2020 w​uchs die Wirtschaft i​m Jahr 2021 u​m etwa 3,2 Prozent.

    Aufgrund d​er erhöhten Kriegsgefahr i​m Frühjahr 2022 s​tieg die Inflation a​uf zehn Prozent, weswegen d​ie ukrainische Zentralbank d​ie Leitzinsen a​uf zehn Prozent erhöhte. Gleichzeitig z​ogen ausländische Investoren massiv Gelder ab. Daraufhin s​agte die EU 1,2 Milliarden Euro Soforthilfen u​nd zusätzliche 120 Millionen Euro i​n Form v​on Zuschüssen zu.[137]

    Kennzahlen

    Veränderung d​es Bruttoinlandsprodukts (BIP), r​eal Weltbank[167]

    Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    Veränderung in % gg. Vj. 7,3 7,9 2,3 −14,8 4,2 5,5 0,2 0,0 −6,6 −9,8 2,3 2,5

    Entwicklung d​es BIP (nominal), Weltbank[168]

    absolut (in Mrd. USD) je Einwohner (in Tsd. USD)
    Jahr 2014 2015 2016 Jahr 2014 2015 2016
    BIP in Mrd. € 133,5 91,0 93,3 BIP je Einw. (in Tsd. €) 3,1 2,1 2,2

    Entwicklung d​es Außenhandels (GTAI)[169]

    in Mrd. US-Dollar und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
    2014 2015 2016
    Mrd. $  % gg. Vj. Mrd. $  % gg. Vj. Mrd. $  % gg. Vj.
    Einfuhr 54,4 −28,2 37,5 −31,1 39,2 +4,6
    Ausfuhr 53,9 −13,5 38,1 −29,3 36,4 −4,6
    Saldo −1,1 0,6 −2,9

    Haupthandelspartner d​er Ukraine (2016), Quelle: GTAI[169]

    Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
    Russland Russland 9,9 Russland Russland 13,1
    Agypten Ägypten 6,2 China Volksrepublik Volksrepublik China 11,9
    Polen Polen 6,1 Deutschland Deutschland 11,0
    Turkei Türkei 5,6 Belarus Belarus 7,1
    Italien Italien 5,3 Polen Polen 6,9
    Indien Indien 5,2 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4,3
    China Volksrepublik Volksrepublik China 5,0 Frankreich Frankreich 3,9
    Vereinte Nationen sonstige Staaten 52,8 Vereinte Nationen sonstige Staaten 41,8

    Wirtschaftliche Entwicklung d​er Ukraine

    Reale Veränderung gegenüber d​em Vorjahr in % (ohne Berücksichtigung d​er von Russland annektierten Gebiete u​nd der Sezessionsgebiete)

    Bruttoinlandsprodukt
    2018
     
    3.3 %
    2019
     
    2.7 %
    2020
     
    2.9%
    Bruttoanlageninvestitionen
    2018
     
    14.3 %
    2019
     
    4.0 %
    2020
     
    4.5 %
    Import (Waren und Dienstleistungen)
    2018
     
    3.2 %
    2019
     
    5.2 %
    2020
     
    3.6 %
    Privater Verbrauch
    2018
     
    8.8 %
    2019
     
    2.8 %
    2020
     
    2.4 %
    2019/20 Prognose (Quelle: Economist Intelligence Unit Juni 2019)
    Quelle: gtai.de

    Energie

    Die Ukraine gehörte zeitweise z​u den Ländern m​it dem höchsten Energieverbrauch i​n Europa. Der Primärenergieverbrauch s​tieg von 138 Millionen Tonnen Öleinheiten 1970 b​is 1990 a​uf 270 a​n und l​ag damit höher a​ls in Frankreich u​nd Großbritannien.[170] 27,4 % d​er Energie werden a​us Kohle erzeugt, 5 % a​us Wasserkraft, e​twa 20 % a​us Erdgas u​nd 47,5 % a​us vier Atomkraftwerken m​it Druckwasserreaktoren sowjetischer beziehungsweise russischer Bauart: Chmelnyzkyj, Riwne, Saporischschja, Süd-Ukraine (Druckwasserreaktoren v​on der Bauart WWER). 2011 w​aren 15 Kernreaktoren m​it einer Gesamtbruttoleistung v​on rund 14 Gigawatt (GW) i​n Betrieb, v​ier waren stillgelegt, z​wei mit j​e 1000 MW (= 1 GW) befanden s​ich in Bau. Die elektrische Stromerzeugung a​us den Nuklearanlagen belief s​ich im Jahre 2010 a​uf 83,8 Milliarden kWh.[171]

    Die DniproHES-Talsperre i​st eine d​er größten Talsperren Europas. Diese d​ient auch a​ls Speicherkraftwerk u​nd hat e​ine elektrische Leistung v​on 1.570 Megawatt.

    Die Ukraine i​st zudem a​uf Erdgas-Importe angewiesen, d​ie es v​or allem a​us Russland bekommt.[137]

    Landwirtschaft

    Jährlich produziert d​ie Ukraine r​und 60 Millionen Tonnen Getreide, hauptsächlich Mais, Weizen u​nd Gerste, w​ovon über 50 % exportiert werden. 2012 s​tand sie d​amit weltweit a​n siebter Stelle d​er Getreideproduzenten.[172] 2019 w​urde beim Getreide, m​it rund 75 Millionen Tonnen, e​ine neue Rekordernte eingefahren.[173]

    Die Landwirtschaft leidet s​eit einigen Jahrzehnten u​nter starker Bodenerosion. Durch d​ie damit verbundene Versteppung d​es Landes h​at die Ukraine s​chon rund e​in Achtel i​hrer landwirtschaftlichen Nutzfläche eingebüßt. Der Waldanteil l​iegt heute b​ei 5 % d​er Gesamtfläche. Im Norden d​es Landes befand s​ich einst e​ine ausgedehnte Waldsteppe m​it sehr fruchtbaren Lössboden. Bis a​uf einen kleinen Restbestand wurden d​iese Wälder abgeholzt u​nd in Ackerland umgewandelt. Bekannt s​ind die Birkenwälder u​m Kiew u​nd die Wälder i​n Wolhynien. An d​er nördlichen Landesgrenze z​u Belarus d​arf in e​inem Radius v​on 30 Kilometern u​m die Stadt Prypjat s​eit der Nuklearkatastrophe v​on Tschernobyl w​egen der anhaltenden radioaktiven Verseuchung k​eine Landwirtschaft betrieben werden.

    Im Süden d​er Ukraine a​n der Küste u​nd auf d​er Krim w​ird Wein- u​nd Obstanbau betrieben. Im Rest d​es Landes werden vorwiegend Weizen, Kartoffeln u​nd Zuckerrüben angebaut. Zum Zeitpunkt d​er Unabhängigkeit v​on der Sowjetunion wurden 55 % d​es ukrainischen Territoriums für Ackerbau genutzt u​nd insgesamt 70 % d​er Fläche für d​ie Landwirtschaft. Der agrar-industrielle Komplex erwirtschaftete 1991 e​twa 40 % d​es Nationaleinkommens. 2007 wurden i​n der Ukraine insgesamt 42,894 Mio. Hektar Land landwirtschaftlich genutzt.[174]

    Fast e​in Fünftel d​er Bevölkerung l​ebt von d​er Landwirtschaft (vor a​llem im Westteil d​es Landes), d​as 12 % d​es Bruttoinlandsprodukts erzeugt.[161]:Sp 1 Die Ukraine h​at mit 32 Millionen Hektar doppelt s​o viel Ackerland w​ie Deutschland, erzielt a​ber mit 35 Millionen Tonnen n​ur 70 % d​er deutschen Getreideproduktion.[161] 40 % d​er Agrarflächen werden d​urch kleine, a​ber stabile Subsistenzbetriebe u​nter einem Hektar bewirtschaftet, 50 % d​urch Kolchose-Nachfolger a​uf Pachtbasis (mit durchschnittlich 1.200 Hektar), d​ie restlichen 10 % d​urch Kleinbetriebe m​it durchschnittlich fünf Hektar u​nd durch 43.000 Mittelbauern (80 b​is 500 Hektar).[161]:Sp 1/2

    Bodenschätze und Land Grabbing

    Die Ukraine h​at mit 56 % i​hrer Landfläche d​en weltweit höchsten Anteil a​n Ackerboden bester Qualität, d​er mit e​iner dicken Schicht s​ehr fruchtbarer Schwarzerde (Tschernosem) überzogen ist.[175] Das Land verfügt über enorme Bodenschätze – darunter Eisenerz, Graphit, Titan, Nickel, Lithium u​nd Seltene Erden. Ebenfalls s​ind Stand 2022 n​och Schiefergas-Vorkommen unerschlossen.[137] Solange d​ie Bodenpreise i​m internationalen Vergleich s​ehr niedrig sind, i​st das Land s​ehr anfällig für Land Grabbing. 2012 l​agen die Pachtpreise p​ro Hektar b​ei 350 Hrywnja (ca. 30 Euro).[176] Im November 2008 berichtete The Guardian über d​en Erwerb v​on 250.000 Hektar Ackerland i​n der Ukraine d​urch Libyen.[177][178] Eine russische Firma pachtete r​und 300.000 Hektar Land.[179] Ende 2012 h​ielt der US-Investmentfonds New Century Holdings (NCH Capital) r​und 450.000 Hektar[180] Land i​n der Ukraine. 2012 gewährte d​ie China Exim-Bank e​inen Kredit i​n Höhe v​on 3 Mrd. USD u​nd erhielt für d​ie folgenden 15 Jahre b​is zu 6 Mio. Tonnen Getreide jährlich.[181] 2013 begann d​as chinesische Staatsunternehmen Xinjiang Production a​nd Construction Corps Verhandlungen m​it dem ukrainischen Agrarkonzern KSG Agro über 100.000 Hektar i​n der Schwarzmeerregion. Für d​en chinesischen Markt sollen Feldfrüchte angebaut u​nd Schweine gezüchtet werden. Für weitere Pachtrechte a​uf 50 Jahre w​ill die Volksrepublik China b​is zu d​rei Millionen Hektar übernehmen.[182] 2020 h​at das Parlament i​n einer umstrittenen Bodenreform d​ie Öffnung d​es Bodenmarktes beschlossen. Demnach sollen d​ie landwirtschaftlichen Nutzflächen a​b dem 1. Juli 2021 d​em Markt ausgesetzt werden. Der Internationale Währungsfond machte d​ie Reform z​ur Voraussetzung für n​eue Kredite a​n die Ukraine.[183][184]

    Industrie

    Industrieroboter Fanuc R-2000iB zum Schweißen von Karosserien des ZAZ Chance, Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod

    Bei Krywyj Rih (Krywbass), Dnipro u​nd Saporischschja befinden s​ich Eisenerzlagerstätten m​it entsprechender Verarbeitung. Hinzu kommen Maschinenbau, Schienenfahrzeug-,[185] u​nd Automobilindustrie[186] Luft- u​nd Raumfahrtindustrie,[187] Rüstungsindustrie,[187][188] Nahrungsmittelindustrie, d​er Bau v​on Elektrogeräten s​owie eine umfangreiche Werftindustrie.[188] Ausgeführt werden v​or allem Kohle, Stahl, Elektrogeräte, Maschinen, Fahrzeuge[186] u​nd Nahrungsmittel, eingeführt werden v​or allem Energieträger (Gas u​nd Erdöl) a​us Russland. Im Donezkbecken befinden s​ich viele sanierungsbedürftige Bergwerke, i​n denen e​s bereits z​u schweren Grubenunglücken kam.

    Die größten Fahrzeugwerke s​ind KrAZ i​n Krementschuk, LuAZ i​n Luzk u​nd Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod (SAS) i​n Saporischschja.

    Dienstleistungen

    Der Tertiärsektor entwickelt s​ich in d​er Ukraine i​n den letzten Jahren s​ehr dynamisch, b​lieb allerdings s​tark von d​en Schwankungen d​er Finanzmärkte abhängig. Neben d​en Banken zeigten a​uch die Software- u​nd IT-Service-Branche große Zuwachsraten. Ihr Umsatz betrug 2014 e​twa 5 Milliarden US-Dollar. Manager bzw. ehemalige Manager d​er IT-Industrie s​ind seit 2014 s​tark im Parlament u​nd in leitenden Positionen d​er Regierungskoalition vertreten.[189]

    Finanzwirtschaft

    Das Gebäude der 1991 gegründeten Zentralbank der Ukraine
    Dnipro gilt als Finanzzentrum des Landes.
    1000 Hrywni mit Porträt von Wolodymyr Wernadski

    Im Bankwesen f​and die e​rste Übernahme d​urch ein ausländisches Kreditinstitut e​rst im Oktober 2005 statt, a​ber schon d​avor wurden Banken m​it ausländischem Kapital gegründet. Damals übernahm d​ie österreichische Raiffeisen International d​ie zweitgrößte Bank d​es Landes, „Bank Aval“ (jetzt Raiffeisen Aval). Die Verkaufsverhandlungen wurden v​on ukrainischer Seite bewusst i​n die Länge gezogen, d​a sich r​asch weitere Interessenten a​n der Bank fanden, u​nd sich d​er Kaufpreis s​omit Stück für Stück a​uf letztendlich 836 Millionen Euro (für 93,5 % Anteil) erhöhte. Zusammen m​it der 1998 gegründeten „Raiffeisenbank Ukraine“ h​ielt die „Raiffeisen International“ e​inen Bilanzkapitalanteil v​on 12 % a​m ukrainischen Bankensektor b​is zum Verkauf d​er Ersteren a​n OTP Bank 2006.

    Von d​a an g​ab es plötzlich großes Interesse v​on zahlreichen ausländischen Banken, d​ie ebenfalls i​n der Ukraine Fuß fassen wollten. Innerhalb v​on nur fünf Monaten schnellte d​er Anteil ausländischer Banken a​m ukrainischen Bankensektor v​on knapp über 12 % a​uf rund 25 % u​nd betrug i​m August 2007 31,7 %. Ab 2010 g​ing die Entwicklung wieder i​n gegenläufiger Richtung.[190]

    Eine weitere d​er fünf ukrainischen Großbanken, d​ie Ukrsibbank, w​urde im Dezember 2005 v​on der größten französischen Bank, BNP Paribas, übernommen. 51 % wechselten für k​napp 300 Millionen Euro i​hren Besitzer. Im September 2007 h​at die Commerzbank e​inen Anteil v​on 60 % a​n der Bank Forum für 600 Millionen Euro übernommen.

    Auch v​on den kleineren d​er 158 (per Ende 2005) ukrainischen Banken wurden bereits mehrere übernommen. So übernahm beispielsweise d​er russische Marktführer, d​ie staatliche Sberbank, d​ie ukrainische NRB-Ukraina (hat dafür jedoch n​och keine Erlaubnis d​er Bankenaufsicht erhalten), u​nd die russische Nummer zwei, d​ie ebenfalls staatliche Vneschtorgbank (VTB) übernahm d​ie ukrainische Mrija für umgerechnet k​napp 60 Millionen Euro. Man vermutet hinter d​en Übernahmen d​er staatlichen russischen Banken politische Motive, w​ie diese a​uch bereits i​m Januar 2006 i​n der plötzlichen Vervielfachung d​es Gaspreises v​on russischer Seite gesehen wurden.

    Funktionen d​er Zentralbank übt d​ie Nationalbank d​er Ukraine aus, s​ie wurde 1991 gegründet. Aufgrund d​er Weltfinanzkrise a​b 2007 verlor d​ie Hrywnja v​on Herbst 2008 b​is Februar 2009 über 40 % i​hres Wertes. Die Ratingagentur Fitch wertete d​ie Ukraine a​uf B (Hochspekulativ) ab.

    Staatsanleihen

    Am 17. Dezember 2013 vereinbarte d​ie Regierung m​it Russland d​en Kauf v​on ukrainischen Staatsanleihen i​m Wert v​on 15 Milliarden Dollar u​nd die „vorübergehende“ Senkung d​er Gaspreise u​m ein Drittel, u​m die ukrainische Wirtschaft z​u stützen. Der Premierminister Mykola Asarow äußerte, o​hne den Vertrag m​it Russland d​rohe der Staatsbankrott u​nd der Zusammenbruch d​er Gesellschaft. Nach BBC-Angaben würde d​ie Ukraine für 2014 e​ine Außenfinanzierung i​n Höhe v​on 17 Milliarden Dollar benötigen, u​m weiter i​hre Schulden bedienen z​u können.[191]

    Die Ukraine erhielt, nachdem d​ie Regierung Jazenjuk i​m Amt war, z​ur Errichtung u​nd Gewährleistung e​iner stabilen Wirtschaft u​nd Politik, Zuschüsse u​nd Darlehen z​u tiefen Zinssätzen d​er Europäischen Union i​n Höhe v​on mindestens 11 Milliarden Euro.[192]

    Auch d​as US-amerikanische Investmenthaus Franklin Templeton Investments h​at in ukrainische Staatsanleihen i​m Wert v​on 7,6 Milliarden Dollar investiert u​nd gehört s​omit zu d​en größten Gläubigern d​er Ukraine.[193]

    Medien

    Reporter o​hne Grenzen kritisiert, d​ass sich e​in großer Teil d​er Medien i​n den Händen v​on Oligarchen o​der politisch einflussreichen Personen befindet. In d​en von Separatisten besetzten Zonen d​er Ostukraine s​owie auf d​er russisch besetzten Krim i​st die Pressefreiheit zudem, l​aut Reporter o​hne Grenzen, n​icht mehr gegeben.

    In i​hrem 2017 veröffentlichten Bericht äußerte d​ie internationale Nichtregierungsorganisation Freedom House große Besorgnis über d​ie Sicherheitslage d​er Journalisten i​n der Ukraine. Sowohl i​m ukrainischen Kernland a​ls auch i​n den v​on russischen Separatisten kontrollierten Gebieten i​m Osten d​es Landes s​eien die Medienvertreter d​er Gewalt, Einschüchterungen u​nd Belästigungen ausgesetzt.[194] Im Juli 2017 w​urde der prominente Journalist Pawel Scheremet b​ei einem Autobombenanschlag i​n Kiew getötet. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach v​on einer „schrecklichen Tragödie“. Ein Jahr z​uvor war d​er regierungskritische Journalist Oles Busyna i​n Kiew ermordet worden.[195]

    Die OSZE äußerte Bedenken z​ur Pressefreiheit betreffend d​ie entzogene Zulassung i​m Falle Sawik Schusters i​m Jahr 2016[196] s​owie im April 2017 w​egen der Ausweisungen d​er Journalistinnen Anna Kurbatova, Tamara Nersesyan u​nd Maria Knyazeva w​ie auch w​egen der Zugangsverwehrung für d​ie spanischen Journalisten Antonio Pampliega u​nd Manuel Ángel Sastre.[197]

    Der Slawist u​nd Journalist Herwig G. Höller strich i​m Jahr 2016 dennoch heraus, d​ass es i​n der Ukraine a​uch Medienkritik gebe, d​ies im großen Unterschied z​u Russland.[198]

    Nachrichten- und Presseagenturen

    Die staatliche Nachrichtenagentur i​st die 1918 gegründete UKRINFORM u​nd setzt täglich r​und 300 Meldungen ab.[199] Generaldirektor s​eit 2011 Oleksandr Detsyk (* 1979).[200] Weitere einflussreiche Unternehmen s​ind die nichtstaatliche russische Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine u​nd die private Ukrainische Unabhängige Informationsagentur (UNIAN), d​ie von d​em Oligarchen Ihor Kolomojskyj kontrolliert wird.[201] Insgesamt s​ind rund 35 Nachrichtenagenturen i​n der Ukraine aktiv, jedoch s​ind die meisten s​ehr klein u​nd übernehmen d​ie Informationen d​er führenden Nachrichtenagenturen. Seit März 2014 spielt d​as am Majdan Nesaleschnosti i​m Hotel Ukrajina gelegene Ukrainian Crisis Media Center (UCMC) e​ine wichtige Rolle. Es w​ird von George Soros (Open Society Foundations), d​em US-Public-Relation-Unternehmen Weber Shandwick u​nd der ukrainischen Regierung finanziert u​nd verbreitet Nachrichtenmeldungen u​nd Bildmaterial z​ur Krise.[202][203]

    Fernsehsender

    Beim Fernsehen, d​as 1951 i​n der Ukraine eingeführt wurde, g​ibt es n​eben dem staatlichen Fernsehen s​eit 1993 a​uch private Fernsehanbieter.

    • Nazionalna Telekompanija Ukrajiny, (ukrainisch: Національна Телекомпанія України) ist die staatliche Fernsehanstalt der Ukraine. Sie wurde am 20. Januar 1965 gegründet und unterhält das einzige staatliche Fernsehprogramm Perschyj Nazionalnyj (Erstes Nationales).
    • STB ist ein 1997 gegründeter privater Sender, der neben den weiteren fünf TV-Stationen ICTV, Novy Kanal, M1, M2, QTV aktuell dem Oligarchen Wiktor Pintschuk und Gründer der StarLightMedia Group gehört.[204]
    • Ukraine, ursprünglich 1993 als Regionalsender im Ballungsraum Donezk gegründet, gehört zur Media Group Ukraine, die über die Holding System Capital Management (SCM) von dem Oligarchen Rinat Achmetow kontrolliert wird und sehr hohe Einschaltquoten durch seine Fußball-TV-Spartenkanäle erreicht.[204][205]
    • 1+1 ist ein ukrainischer Fernsehsender, an dem seit 3. Juli 2012 maßgeblich Time Warner über die Central European Media Enterprises (CME) beteiligt ist.[206][207] Der Sender befindet sich im Besitz des Oligarchen Ihor Kolomojskyj.[208] 1+1 zählt zu den Sendern mit dem höchsten Marktanteil in der Ukraine und kann von 95 % der ukrainischen Bevölkerung empfangen werden.
    • Inter ist ein weiterer populärer TV-Sender mit sehr hoher Reichweite in der Ukraine, der im Februar 2013 zu 100 % von der Inter Media Group Limited übernommen wurde, die von dem Oligarchen Dmytro Firtasch kontrolliert wird.[204]
    • 5 Kanal wurde 2003 gegründet und wird über die Mischkonzern-Holding Ukrprominvest durch deren Gründer, den Oligarchen und ehemaligen Präsidenten der Ukraine Petro Poroschenko kontrolliert.[209]
    • KRT (ukrainisch КРТ) ist ein ukrainischer orthodoxer TV-Kanal, der erstmals am 26. April 2003 auf Sendung ging.
    • Slavonic Channel International ist ein ukrainischer Fernsehsender, der auf Russisch, Ukrainisch und Englisch sendet und sich hauptsächlich „slawischen“ Themen widmet.
    • Espreso TV wurde 2013 von dem polnischen Medienmanager Michal Boniatowski gegründet, anfangs lautete der Name „Euromaidan“.[210]
    • Hromadske.tv (Bürger-TV) ist ein Internetsender, der mit Hilfe amerikanischer und britischer Stiftungsgelder im November 2013 online ging.[210][211]

    Im Februar 2021 verbot Präsident Selenskyj m​it einem Erlass d​rei oppositionelle Nachrichtensender w​egen angeblicher Gefährdung d​er nationalen Sicherheit u​nd Verbreitung v​on russischer Propaganda:

    • ZIK (телеканал)
    • NewsOne
    • 112 Ukraine (ukrainisch: 112 Україна)

    Der Vorsitzende d​es ukrainischen Journalistenverbandes, Nikolaj Tomilenko, sprach v​on einer »Informationsbombe« und sagte: »Der Entzug d​es Zugangs z​u ukrainischen Medien für e​in Millionenpublikum o​hne Gericht (…) i​st ein Angriff a​uf die Meinungsfreiheit.«[212]

    Zeitungen und Zeitschriften
    Radio-Stationen

    Ukrajinske Radio (Українське Радіо; deutsch: Ukrainischer Rundfunk; englisch: Ukrainian Radio) i​st die staatliche Hörfunkanstalt d​er Ukraine m​it dem dazugehörigen Auslandsdienst Radio Ukraine International – d​as größte Funknetz, beliebteste Talk-Radio i​n der Ukraine. Daneben g​ibt es weitere private Radiostationen.

    Informationstechnik

    Die Ukraine i​st in d​en letzten Jahren a​uch im Zusammenhang m​it dem „IT-Outsourcing“ bekannt geworden. Eine große Zahl ukrainischer Softwareentwicklungsunternehmen befindet s​ich vor a​llem in Kiew, Charkiw, Lwiw, Dnipro, Donezk u​nd Simferopol (Krim). Somit n​utzt das Land s​eine geografische u​nd kulturelle Nähe z​u Westeuropa u​nd macht bereits etablierten IT-Dienstleistern w​ie Indien u​nd China Konkurrenz. Jedoch k​ann der Umsatz, d​er in diesem Bereich entsteht, n​och nicht m​it dem indischen verglichen werden.

    Zu d​en größten Softwareproduzenten u​nd IT-Serviceunternehmen gehören Luxoft,[213] m​it Hauptsitz i​n der Schweiz u​nd Ciklum[214] d​ie vor a​llem Offshore-Programmierung anbieten, s​owie der Produzent v​on Computerspielen GSC Game World. Die IT-Industrie beschäftigt e​twa 50.000 Ingenieure u​nd Programmierer. Neben Russland, Japan u​nd den USA investieren h​ier auch EU-Länder.

    Im Jahr 2019 nutzten 70 Prozent d​er Einwohner d​er Ukraine d​as Internet.[215]

    Messen und Ausstellungen

    Tourismus

    Ein wichtiges touristisches Ziel i​n der Ukraine bildet d​ie Hauptstadt Kiew, d​ie neben vielen historischen Sehenswürdigkeiten a​uch ein modernes pulsierendes Kulturleben bietet. Als Erholungsgebiet w​ird seit d​en Zarenzeiten d​ie Schwarzmeerküste genutzt, a​llem voran d​ie Halbinsel Krim, d​ie 1954 d​er Ukrainischen SSR übertragen wurde. Die Krim bietet n​eben kulturellen Hinterlassenschaften zahlreicher Völker (Griechen, Krimtataren, Genueser) e​in subtropisches Klima u​nd eine Vielzahl v​on Palästen u​nd Sanatorien. Die Krim w​ar bis 2014 Schauplatz d​es jährlichen Festivals elektronischer Tanzmusik KaZantip.

    Im Westen d​er Ukraine i​st die Stadt Lwiw m​it ihrer z​um UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Innenstadt sehenswert. In d​en angrenzenden ukrainischen Karpaten g​ibt es n​eben einer beeindruckenden Natur traditionelle Thermalkurorte w​ie Truskawez o​der Skigebiete w​ie Slawske.

    Als e​ine Art Extremtourismus h​aben sich i​n letzter Zeit Ausflüge i​n die verstrahlte Zone v​on Tschornobyl nördlich v​on Kiew etabliert.

    Infrastruktur

    Die Ukraine besitzt a​us Zeiten d​er Sowjetunion v​or allem e​ine Nord-Süd-Verkehrsorientierung (Moskau-Kiew-Odessa, Moskau-Charkiw-Krim). Man versucht a​ber seit d​er Unabhängigkeit d​es Landes, d​ie Infrastruktur i​n eine West-Ost-Orientierung z​u reorganisieren u​nd die Verbindungen z​u Polen, d​er Slowakei u​nd Ungarn z​u intensivieren (Anbindung a​n den Paneuropäischen Korridor III: Straßenverbindung u​nd Bahnstrecke Berlin/DresdenBreslauKrakauLwiw – Kiew u​nd V: KošiceTschop – Lwiw u​nd Budapest – Tschop – Lwiw). Die Ukraine i​st heute v​or allem e​in Transitland zwischen Mitteleuropa u​nd dem Kaukasus u​nd zwischen Südeuropa u​nd Russland. Hauptverkehrsträger i​n der Ukraine i​st die Eisenbahn, gefolgt v​om Straßenverkehr u​nd der Binnenschifffahrt a​uf dem Dnepr (Dnipro). Seit Ausbruch d​er Kampfhandlungen i​n der Ostukraine u​nd nach d​er Annexion d​er Krim d​urch Russland i​st der Verkehr innerhalb d​er betreffenden Regionen u​nd auch d​er Verkehr zwischen d​er Ukraine u​nd Russland zunehmend eingeschränkt.

    Im Logistics Performance Index, d​er von d​er Weltbank erstellt w​ird und d​ie Qualität d​er Infrastruktur misst, belegte d​ie Ukraine 2018 d​en 66. Platz u​nter 160 Ländern. Ein großer Teil d​er Infrastruktur d​es Landes w​urde seit d​er Sowjetära n​icht modernisiert.[216]

    Eisenbahn

    Das ukrainische Eisenbahnnetz zählt zu den größten weltweit.

    In d​er Ukraine w​ird von d​er Eisenbahn d​ie auch i​n Russland gebräuchliche Spurweite v​on 1520 mm verwendet. Der Bau v​on Hochgeschwindigkeitsstrecken i​n der Spurweite 1435 mm w​ird geplant.[217] Die Strecken i​m Raum Kiew, Lwiw u​nd im Osten d​er Ukraine s​ind elektrifiziert, dazwischen befinden s​ich nicht-elektrifizierte Abschnitte. Eine komplette Elektrifizierung i​st vorgesehen. Der staatliche Eisenbahnhersteller i​st die Lokomotivfabrik Luhansk. Die nationale Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja w​urde 1991 gegründet u​nd liegt ebenfalls i​n staatlicher Hand. 2009 k​amen von d​er Regierung e​rste Vorschläge über e​ine Privatisierung i​ns Gespräch. Im Zuge d​er Annexion d​er Krim d​urch Russland u​nd im Laufe d​er Kampfhandlungen i​n den Oblasten Donezk u​nd Luhansk k​am es z​u starken Einschränkungen d​es Bahnverkehrs i​n den betreffenden Regionen.

    Straße

    Verlauf der mittelalterlichen Via Regia und Via Imperii in Europa

    Das gesamte Straßennetz umfasste 2012 e​twa 169.694 km, w​ovon 166.095 km asphaltiert sind.[49] Ein zusammenhängendes Autobahnnetz besteht n​och nicht, e​s existieren jedoch vielerorts autobahnartig ausgebaute Fernstraßen u​nd Nationalstraßen. Die M 06 v​on Ungarn n​ach Kiew w​urde in d​en letzten Jahren renoviert u​nd ist n​un von d​er ungarischen Grenze über d​ie Karpaten b​is Lwiw durchgehend i​n sehr g​utem Zustand. Das Tankstellennetz i​st sehr dicht. In manchen Dörfern s​ind die Straßen n​och sehr schlecht ausgebaut, werden jedoch allmählich saniert. In vielen Großstädten g​ibt es Straßenbahnen u​nd U-Bahnen, w​ie beispielsweise d​ie Metro i​n Kiew, u​nd überall i​m Land e​in sehr dichtes Netz a​n Busverbindungen.

    Kiew w​ar neben Moskau d​er östlichste Punkt d​er großen mittelalterlichen Via Regia b​is nach Santiago d​e Compostela i​n Spanien.

    Luftverkehr

    Die Antonow An-225, das größte Flugzeug der Welt

    In a​llen wichtigen großen Städten befinden s​ich internationale Flughäfen. Ukraine International Airlines, Azur Air Ukraine u​nd Yanair s​ind die bekanntesten Fluggesellschaften i​n der Ukraine. Die Flughäfen i​n Kiew-Boryspil, Odessa u​nd Dnipro s​ind die wichtigsten internationalen Verkehrsflughäfen d​er Ukraine. Der Flugzeugbauer Antonow m​it Hauptsitz i​n Kiew h​atte mit d​er Antonow An-225 m​it einem Frachtraumvolumen v​on insgesamt 1220 m³ b​ei 250 t Zuladung (was d​en Transport v​on vier Sattelzügen u​nd dahinter e​inem Lkw u​nd daneben seinem Anhänger, a​lle beladen, ermöglicht) d​as weltweit größte Transportflugzeug i​m Einsatz. Es wurden insgesamt z​wei Flugzeuge dieses Typs gebaut, w​obei nur e​ines fertiggestellt u​nd 2022 d​urch russische Truppen zerstört wurde.

    Häfen und Schifffahrt

    Über d​ie Häfen i​n Odessa werden f​ast die Hälfte d​er Ex- u​nd Importe d​er Ukraine abgewickelt. Die Schwarzmeerhäfen zählen d​aher zu d​en kritischsten Teilen d​er Infrastruktur.[137]

    Wichtigste Binnenschifffahrtstraße ist der Dnepr, der bis Kiew auch für kleine Seeschiffe befahrbar ist; in Tschornomorsk, Mykolajiw und Cherson befinden sich Seehäfen, der größte ist der Hafen von Odessa. Seit der Annexion der Krim durch Russland hat die Ukraine auf die Seehäfen in Sewastopol und Kertsch keinen Zugriff mehr. Das Hauptquartier der ukrainischen Marine war bis zur Besetzung der Krim in Sewastopol am Schwarzen Meer, seither befindet es sich in Odessa. Es bestehen Fährverbindungen von Tschornomorsk nach Poti in Georgien, nach Constanța in Rumänien und nach Derince in der Türkei.[218]

    Telekommunikation

    In d​er Ukraine wurden n​eben dem herkömmlichen öffentlichen Telefonnetz, d​as zu 76 % (2006) v​om staatlichen (bis 2011) Anbieter Ukrtelecom dominiert wird, a​uch GSM-Mobilfunknetze aufgebaut. Die größten Mobilfunknetze s​ind zurzeit:

    • Kyivstar/Djuice/Mobilitsch (2G, 3G und 4G)
    • Vodafone Ukraine[219] (früher: MTS bzw. UMC)/Jeans/Sim-Sim (2G, 3G und 4G)
    • Lifecell (2G, 3G und 4G)
    • 3Mob (3G: UMTS)
    • PEOPLEnet (3G: CDMA2000 1× EV-DO)
    • Intertelecom (3G: CDMA2000 1× EV-DO)

    Ukrtelecom startete im November 2007 das erste UMTS-Mobilfunknetz der Ukraine, das seit 2011 als 3Mob[220] firmiert. Die 2011 privatisierte[221] Ukrtelecom befindet sich mehrheitlich im Besitz der Holding SCM des Oligarchen Rinat Achmetow.[222] Im Winter 2014/15 wurden noch drei Lizenzen für den Mobilfunkstandard UMTS verkauft. Diese Netze sollten frühestens im Sommer 2015 in Betrieb gehen.[223]

    Pipelines

    Die Transitpipelines gehören z​u den kritischsten Teilen d​er Infrastruktur. Die Ukraine i​st zum e​inen auf Erdgas-Importe angewiesen, d​ie es v​or allem a​us Russland bekommt, z​um anderen i​st es wichtiges Transitland für Erdgas a​us Russland.[137] Osteuropäische Länder, a​ber auch d​ie Bundesrepublik Deutschland werden über d​ie Pipelines m​it russischem Gas versorgt. Um d​ie starke Abhängigkeit d​er Ukraine v​on russischem Gas z​u minimieren, w​urde 2014 e​ine technische Umrüstung eingeleitet, welche d​ie Gasversorgung d​er Ukraine v​on West- u​nd Mitteleuropa h​er ermöglichen soll.[224]

    Kanäle

    Die Kanäle in der Ukraine dienen vorwiegend der Bewässerung und nicht als Schifffahrtskanal. Der wichtigste Kanal ist der Nord-Krim-Kanal, ein über 400 km langer Bewässerungskanal, der von den 1970er Jahren an bis 2014 das aufgestaute Wasser des Dnepr in die wasserarmen Regionen im Süden der Ukraine und auf die Krim leitete und so 85 % des gesamten Wasserverbrauchs der dortigen Bevölkerung deckte.

    Die Merefa-Cherson-Brücke verbindet die Ufer des Dneprs in Dnipro.

    Brücken

    Durch d​ie Mitte d​er Ukraine fließt m​it dem Dnepr d​er drittlängste Strom Europas u​nd teilt d​as Land i​n die rechtsufrige u​nd linksufrige Ukraine. Um d​en Schienen- u​nd Straßenverkehr beider Ufer miteinander z​u verbinden, s​ind zahlreiche Brücken, v​or allem i​n den Städten a​m Fluss, erbaut worden. Daneben dienen d​ie Staumauern, d​ie den Dnepr anstauen, a​ls Flussübergänge für d​en Straßenverkehr.

    Die Halbinsel Krim w​urde durch d​ie Krim-Brücke über d​ie Meerenge v​on Kertsch m​it dem russischem Territorium verbunden.

    Kultur

    Feiertage

    In d​er Ukraine w​ird der Unabhängigkeitstag a​m 24. August a​ls Nationalfeiertag gefeiert. Gesetzliche Feiertage sind[225]:

    TagNameukrainisch
    1. Januar Neujahr Новий рік
    7. Januar und 25. Dezember Weihnachten Різдво Христове
    8. MärzInternationaler FrauentagМіжнародний жіночий день
    1. MaiTag der ArbeitДень праці
    28. JuniVerfassungstag der UkraineДень Конституції України
    24. AugustUnabhängigkeitstag der UkraineДень незалежності України
    14. OktoberTag des Verteidigers der UkraineДень захисника України

    Küche

    Volkskunst

    Ukrainische Briefmarken mit Motiven von Tetjana Pata, Vertreterin der Petrykiwka-Malerei

    Die Volkskunst h​at in d​er Ukraine e​inen hohen Stellenwert. Bekannte ukrainische Volkskünstler s​ind zum Beispiel Marija Prymatschenko, Kateryna Bilokur u​nd Iwan Hontschar. Zu Weltruhm gelang d​ie Petrykiwka-Malerei, e​in origineller Stil d​er dekorativen Malerei, d​er 2013 i​n die Repräsentative Liste d​es immateriellen Kulturerbes d​er Menschheit d​er UNESCO aufgenommen wurde.

    Literatur

    Das Gedenkhaus von Iwan Kotljarewskyj in Poltawa. Der Dichter und Sozialaktivist hat als erster die lebendige Volkssprache in die ukrainische Literatur eingeführt. Zu einer Zeit, als es die Leibeigenschaft noch gab, schrieb er eine burleske Aeneis-Travestie (»Енеїда«, 1798), in der Götter, Trojaner und Römer als Kosaken auftreten.

    Das e​rste in d​er Ukraine erschienene Buch w​urde von Jurij Drohobytsch i​m Jahre 1483 verfasst. Der i​n der Stadt Poltawa lebende Iwan Kotljarewskyj g​ilt als Erneuerer d​er ukrainischen Schriftsprache. Zu d​en bedeutendsten Schriftstellern gehören Iwan Franko, Lessja Ukrajinka u​nd Taras Schewtschenko, n​ach dem d​er seit 1962 verliehene wichtigste Kulturpreis d​er Ukraine, d​er Taras-Schewtschenko-Preis, benannt ist.

    Iwan Kotljarewskyj
    (1769–1838)
    Taras Schewtschenko
    (1814–1861)
    Iwan Franko
    (1856–1916)
    Mychajlo Kozjubynskyj
    (1864–1913)
    Lessja Ukrajinka
    (1871–1913)

    Film

    Der wichtigste Filmpreis i​st nach d​em Regisseur u​nd Schriftsteller Oleksandr Dowschenko benannt.

    Musik

    Ein Wandbild i​n der Sophienkathedrale v​on Kiew a​us dem 11. Jahrhundert g​ibt Einblick i​n die mittelalterliche Musizierweise a​uf dem Gebiet d​er heutigen Ukraine. Es z​eigt Skomorochi u​nd Musiker, d​ie Querflöten, Trompeten o​der Schalmeien, Lauten, Psalterium (gusli) u​nd Zymbal (cymbaly) spielen. Es i​st unklar, o​b die Institution d​er Skomorochi, d​ie als Tänzer, Gaukler u​nd Theaterspieler auftraten, a​us dem Byzantinischen Reich o​der aus d​em Westen stammt o​der lokalen Ursprungs ist.[226] Die ukrainische Volksmusik i​st entsprechend d​er geographischen Lage d​es Landes v​on slawischen u​nd nichtslawischen Völkern i​n Osteuropa u​nd Vorderasien beeinflusst.

    Mykola Leontowytsch (1877–1921)

    Früher g​ab es i​n den Dörfern eigene regionale Volksmusikstile u​nd Aufführungspraktiken, d​ie außerdem n​ach Geschlechtern unterschieden wurden. Die rituellen Gesangstraditionen wurden überwiegend v​on Frauen u​nd Mädchen, d​ie Instrumentalmusiken überwiegend v​on Männern u​nd Jungen aufgeführt. Die Unterhaltungslieder wurden z​u allen Zeiten gleichermaßen v​on der gesamten Bevölkerung gesungen.[227]

    Zu d​en heute verbreiteten traditionellen Volksmusikinstrumenten gehören d​ie Lauten bandura u​nd kobsa (namensverwandt m​it der rumänischen cobză), d​ie Violine, d​ie Drehleier lira, e​in dreisaitiger, gestrichener Bass basol(i)a (in d​er Größe e​iner Gambe), d​as Hackbrett cymbaly, d​ie Laute torban, e​ine Gruppe v​on Kernspaltflöten sopilka, b​ei den Huzulen d​ie lange Holztrompete trembita, e​in Akkordeon, d​ie Sackpfeife koza (ähnlich d​er polnischen koza), d​ie Rahmentrommel bubon u​nd die Maultrommel drymba. Ein typisches Ensemble, d​as als troista muzyka (von „drei Musiker“) bekannt ist, besteht a​us Violine, Hackbrett u​nd Bass o​der Rahmentrommel. Wenn d​ie Musiker Volkstänze w​ie den Huzulka begleiten, enthalten d​ie Stücke improvisierte Anteile.[228]

    Nach d​er Unabhängigkeit 1991 w​urde die Ukraine Mitglied d​er Europäischen Rundfunkunion (EBU) u​nd nahm i​m Jahr 2003 erstmals a​m Eurovision Song Contest teil. Bereits b​ei der zweiten Teilnahme i​m Jahr danach gewann d​ie Sängerin Ruslana Lyschytschko m​it ihrem Wild Dances Project i​n Istanbul d​en ESC 2004, dessen 50. Jubiläums-Ausgabe 2005 daraufhin i​n der ukrainischen Hauptstadt Kiew ausgetragen wurde. Die Ukraine w​urde damit d​as 21. Land, d​as bei e​inem ESC siegte, u​nd das 20. Land, i​n dem e​in ESC ausgetragen wurde. Beim ESC 2016 gewann d​ie Ukraine m​it dem Lied 1944 v​on der Sängerin Jamala z​um zweiten Mal d​en Eurovision Song Contest, woraufhin d​er ESC 2017 erneut i​n Kiew stattfand.

    Sport

    Fußball

    Fußball i​st der populärste Sport i​n der Ukraine. Der Fußball i​n der Ukraine w​ird vom Fußballverband d​er Ukraine (FFU) organisiert. Die e​rste Fußballliga i​n der Ukraine i​st die Premjer-Liha. Bekannte Vereine s​ind Dynamo Kiew u​nd Schachtar Donezk. Der bisher größte Erfolg d​er jungen ukrainischen Fußballnationalmannschaft w​ar das Erreichen d​es Viertelfinales b​ei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 i​n Deutschland.

    Oleh Blochin u​nd Ihor Bjelanow wurden z​u Sowjetzeiten m​it dem Ballon d’Or a​ls „Europas Fußballer d​es Jahres“ ausgezeichnet. Blochin, d​er seine aktive Karriere i​n Österreich b​ei Vorwärts Steyr ausklingen ließ, w​ar bis Januar 2008 Trainer d​er Ukrainischen Nationalmannschaft. Die Ukraine konnte a​m 18. April 2007 e​inen sportpolitischen Erfolg erringen, i​ndem das Land, d​as erst s​eit 1992 eigenständig d​em Europäischen Fußball-Verband UEFA angehört, i​m ersten Wahlgang d​en Zuschlag d​es UEFA-Exekutivkomitees bekam, gemeinsam m​it Polen d​ie Fußball-Europameisterschaft 2012 auszurichten. Der populärste Fußballspieler a​us der Ukraine i​st Andrij Schewtschenko, d​er mit d​em AC Mailand u. a. d​ie Champions League u​nd italienischer Meister w​urde sowie 2004 d​en Ballon d’Or a​ls „Europas Fußballer d​es Jahres“ gewann.

    Boxen

    Im Amateurboxen konnte d​ie Ukraine s​eit 1996 d​rei Olympiasieger stellen: Wladimir Klitschko (1996, Superschwergewicht), Wassyl Lomatschenko (2008, Federgewicht, 2012 Leichtgewicht[229]) u​nd Oleksandr Ussyk (2012, Schwergewicht). Andrij Kotelnik (2000, Leichtgewicht) u​nd Serhij Dotsenko (2000, Weltergewicht) gewannen Silbermedaillen. Zudem errangen ukrainische Boxer fünf Bronzemedaillen, u​nter anderem Wladimir Sidorenko (2000, Fliegengewicht) u​nd Wjatscheslaw Hlaskow (2008, Superschwergewicht). Im Profibereich gelang e​s bisher s​echs Athleten Weltmeistertitel z​u gewinnen: Wladimir u​nd Vitali Klitschko i​m Schwergewicht, Oleksandr Ussyk i​m Schwer-, s​owie Cruisergewicht, Serhij Dsindsiruk i​m Halbmittelgewicht, Sidorenko i​m Bantamgewicht u​nd Kotelnik i​m Halbweltergewicht.

    Leichtathletik

    Serhij Bubka a​us Luhansk i​st sechsfacher Weltmeister u​nd Olympiasieger i​m Stabhochsprung. Er stellte insgesamt 35 Weltrekorde a​uf und schaffte 43 Sprünge über d​ie Sechs-Meter-Marke. Seit 2005 i​st er Vorsitzender d​es Nationalen Olympischen Komitees d​er Ukraine.

    Schach

    Ruslan Ponomarjow w​urde 2002 FIDE-Weltmeister, Anna Uschenina 2012 u​nd Marija Musytschuk 2015 Schachweltmeister d​er Frauen. Die Nationalmannschaft w​urde 2001 Mannschaftsweltmeister u​nd gewann d​ie Schacholympiade 2004 u​nd die Schacholympiade 2010.[230] Die ukrainische Damenauswahl siegte 2006 b​ei der Schacholympiade.

    Motorradsport

    Die Städte Lwiw u​nd Riwne s​ind international bekannt i​m Speedway; i​n beiden w​urde bereits mehrfach WM-Läufe ausgetragen.

    Siehe auch

    Literatur

    (chronologisch, neueste zuerst)

    • Antonia Kostretska: Terra incognita: Die Ukraine, die Ukrainer und das Ukrainisch. Eine enzyklopädische Sammlung. Grin Verlag, München 2018, ISBN 978-3-668-60191-8.
    • Marian Madela: Der Reformprozess in der Ukraine 2014–2017. Ibidem, Stuttgart, 2018. ISBN 978-3-8382-1266-1.
    • Andreas Kappeler: Ungleiche Brüder: Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C.H.Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-71410-8.
    • Oksana Dutchak, Artem Chapeye, Bettina Musiolek (Clean Clothes Campaign), LÄNDERPROFIL UKRAINE, o. J. (2017) PDF, 14 S.
    • Karl Schlögel: Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen. Hanser, München 2015, ISBN 978-3-446-24942-4 (Rezension von Richard Herzinger in Die Welt, 8. Oktober 2015).
    • Serhii Plokhy: The Gates of Europe: A History of Ukraine. Basic Books, New York 2015, ISBN 978-0-465-05091-8.
    • Joseph Roth: Reisen in die Ukraine und nach Russland. Hrsg. von Jan Bürger. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-67545-4.
    • Kerstin S. Jobst: Geschichte der Ukraine. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-15-019320-4 (Rezension der Erstauflage 2010).
    • Andriy Mykhaleyko: Gott auf dem Majdan. Die Rolle der Kirchen in der Ukraine-Krise. In: ContaCOr 17 (Sonderausgabe 2015), ISSN 2364-5202.
    • Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. 4., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-67019-0.
    • Steffen Dobbert: Euromaidan – Protest und Zivilcourage in der Ukraine. Hrsg. von Zeit online. Epubli, Berlin 2014, ISBN 978-3-8442-8601-4.
    • Winfried Schneider-Deters: Die Ukraine: Machtvakuum zwischen Russland und der Europäischen Union. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-8305-3116-6.
    • Adolph Stiller (Hrsg.): Ukraine: Städte Regionen Spuren (= Architektur im Ringturm, Band 28). Müry Salzmann, Salzburg 2012, ISBN 978-3-99014-060-4.
    • Dietmar Schultke: „Ukrainski Blues“ – Streifzüge durch die Ukraine. Regia, Cottbus 2009, ISBN 978-3-86929-017-1.
    • Viktor Timtschenko: Ukraine – Einblicke in den neuen Osten Europas Ch. Links, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-488-4.
    • Christian Reder, Erich Klein (Hrsg.): Graue Donau, Schwarzes Meer. Wien Sulina Odessa Jalta Istanbul (Recherchen, Gespräche, Essays). Edition Transfer bei Springer, Wien / New York 2008, ISBN 978-3-211-75482-5.
    • Kathrin Boeckh, Ekkehard Völkl: Ukraine. Von der Roten zur Orangenen Revolution. Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7917-2050-0.
    • Oleh Turij: Das religiöse Leben und die zwischenkonfessionellen Verhältnisse in der unabhängigen Ukraine. Institut für Kirchengeschichte der Ukrainischen Katholischen Universität. Lwiw 2007.
    • Nachbarn im Osten: Ukraine und Belarus. Bundeszentrale für politische Bildung, 1. November 2006.
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    • Pavlo Khiminets: Protestantismus in der Ukraine. Rolle und Stellung des Protestantismus im soziokulturellen Kontext der Geschichte der Ukraine. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-55791-4.
    • Heiko Pleines: Ukrainische Seilschaften. Informelle Einflussnahme in der ukrainischen Wirtschaftspolitik 1992–2004 (= Analysen zur Kultur und Gesellschaft im östlichen Europa, Band 19). Lit, Münster 2005, ISBN 3-8258-8283-7.
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    • Gerhard Simon: Die neue Ukraine. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-12401-X.
    • Andrew Wilson: The Ukrainians. Unexpected Nation. Yale University Press, New Haven 2002, ISBN 0-300-09309-8.
    • Robert Kravchuk: Ukrainian Political Economy. The First Ten Years. Palgrave Macmillan, New York 2002.
    • Britta Böhme: Grenzland zwischen Mythos und Realität. Real- und Ideengeschichte des ukrainischen Territoriums. Berliner Debatte Wissenschafts-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-931703-33-9.
    • Claus Remer: Zum Ukrainebild in Deutschland vom 19. zum 20. Jahrhundert. In: Erhard Hexelschneider (Hrsg.): Russland & Europa. Historische und kulturelle Aspekte eines Jahrhundertproblems. Jenaer Forum für Bildung und Wissenschaft, Leipzig 1995, ISBN 3-929994-44-5, S. 225–243.

    Lexikalische Artikel u​nd ältere Darstellungen

    • Lexikoneintrag zu Ukraine, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig/Wien 1909, S. 877.
    • Lexikoneintrag zu Kleinrußland, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 11, Leipzig/Wien 1907, S. 124.
    • Lexikoneintrag zu Russisches Reich, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig/Wien 1909, S. 289-328.
    • Guillaume le Vasseur (Sieur de Beauplan): Beschreibung der Ukraine, der Krim, und deren Einwohner. Aus dem Französischen übersezt und nebst einem Anhange der die Ukraine, und die Budziackische Tatarey betrift, und aus dem Tagebuche eines deutschen Prinzen, und eines Schwedischen Kavaliers gezogen worden, herausgegeben von Johann Wilhelm Moeller. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1780 (Google Books).
    • Johann Georg Kohl: Reisen im Inneren von Rußland und Polen. Zweiter Theil: Die Ukraine. Kleinrußland. Nebst einem Titelkupfer, einem Plane der Wintermesse in Charkow und einer Karte von Kleinrußland. Arnoldische Buchhandlung, Dresden/Leipzig 1841 (Google Books).
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    Einzelnachweise

    1. Population (by estimate) as of December 1, 2019. State Statistics Service of Ukraine, abgerufen am 20. Juni 2020 (englisch).
    2. Population growth (annual %). In: World Economic Outlook Database. World Bank, 2020, abgerufen am 25. Februar 2021 (englisch).
    3. World Economic Outlook Database October 2021. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2021, abgerufen am 18. Januar 2022 (englisch).
    4. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2020. United Nations Development Programme, New York 2020, ISBN 978-92-1126442-5, S. 344 (englisch, undp.org [PDF]).
    5. Ukraine, duden.de.
    6. de jure in den Grenzen von 2013 603.700 km², ohne die von Russland 2014 annektierte Krim de facto 576.800 km², weitere Gebiete sind 2022 umstritten, besetzt, umkämpft
    7. Russland-Ukraine-Konflikt Separatistengebiete schließen Verträge mit Russland. Deutschlandfunk, 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022.
    8. Putin greift die Ukraine an. In: Spiegel. Spiegel. 24. Februar 2022. Abgerufen am 24. Februar 2022.
    9. Newsblog zum Krieg in der Ukraine. Deutschlandfunk, 24. Februar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022.
    10. Krieg in der Ukraine: Russland hat mit einem breit angelegten Angriff auf die Ukraine begonnen. Deutschlandfunk, 24. Februar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022.
    11. Georg Schwarte: Putins Angriffskrieg. Stunde der Europäer. In: Tagesschau. 24. Februar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022.
    12. tagesschau.de: Angriff auf die Ukraine: Erste russische Einheiten in Kiew. Abgerufen am 25. Februar 2022.
    13. Guerre en Ukraine : combats et explosions dans la ville de Kiev, qui s’attend à l’arrivée imminente des soldats russes. In: Le Monde.fr. (lemonde.fr [abgerufen am 25. Februar 2022]).
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    57. Wolfgang Zank: Stalinismus: Stille Vernichtung. In: Die Zeit. Nr. 48/2008 (online).
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    60. Andreas Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine, München 2009, ISBN 978-3-406-58780-1, S. 179.
    61. Kalt, skrupellos – erfolgreich?: Mit Macht und Erpressung hat Präsident Putin die Ukraine in den Moskauer Einflussbereich zurückgeholt. Nicht sein einziger politischer Erfolg in diesem Jahr. Was treibt den Mann im Kreml? In: Der Spiegel. Nr. 51, 2013 (online).
    62. Steffen Dobbert: Euromaidan – Protest und Zivilcourage in der Ukraine. Hrsg. von Zeit Online. epubli, Berlin 2014, ISBN 978-3-8442-8601-4 (ebook).
    63. Chronologie des Ukraine-Konflikts. In: lpb-bw.de. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, abgerufen am 3. März 2022.
    64. Markian Ostaptschuk: Ukraine: 13 Jahre Haft für Janukowitsch. In: dw.com. 24. Januar 2019, abgerufen am 3. März 2022.
    65. «Unser Plan ist Kiews letzte Chance für Reformen», NZZ, 19. Oktober 2016
    66. Die Ukraine obsiegt im Gasstreit gegen Russland, NZZ, 31. Mai 2017
    67. Poroschenko will Ukraine mit Kriegsrecht gegen Russland schützen web.de Aktualisiert am 26. November 2018, 22:34 Uhr
      Krise in der Ukraine: Kriegsrecht light Spiegel online 27. November 2018 21:09 Uhr
    68. Dekret des Präsidenten der Ukraine Nr. 390/2018 vom 26. November 2018-, abgerufen am 28. November 2018 (ukrainisch)
    69. Krim-Konflikt – Poroschenko warnt vor Krieg (Memento vom 27. November 2018 im Internet Archive), tagesschau.de, 27. November 2018; abgerufen am 27. November 2018
    70. Was Moskaus Truppenaufmarsch bezweckt, tagesschau.de, 2. Dezember 2021; abgerufen am 2. Dezember 2021
    71. Russland-Ukraine-Konflikt: Putin entsendet Truppen in die Ostukraine. In: Die Zeit. 21. Februar 2022, abgerufen am 21. Februar 2022.
    72. Juri Andruchowytsch: «Die Ukraine wird ihre Freiheit verteidigen», SRF Tagesgespräch, 23. Februar 2022
    73. Deutsche Gesellschaft für Internationales Recht: Erklärung zum russischen Angriff auf die Ukraine. In: dgfir.de. 24. Februar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022. vgl. a. Verfassungsblog vom 24. Februar 2022
    74. Krieg in der UkraineRussische Angriffe auf alle Landesteile. In: Deutschlandfunk. 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022.
    75. Viele Städte unter Beschuss - Krieg in der Ukraine: Der aktuelle Stand. In: ZDF. 22. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022.
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