Türkei

Die Türkei (türkisch Türkiye, amtlich Republik Türkei, türkisch Türkiye Cumhuriyeti, k​urz T.C.) i​st ein Einheitsstaat i​m vorderasiatischen Anatolien u​nd südosteuropäischen Ostthrakien. Das Land i​st seit Gründung d​er Republik i​m Jahr 1923 a​ls Nachfolgestaat d​es Osmanischen Reiches laizistisch u​nd kemalistisch ausgerichtet. Der Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk leitete e​ine Modernisierung d​er Türkei d​urch gesellschaftliche u​nd rechtliche Reformen n​ach dem Vorbild verschiedener europäischer Nationalstaaten ein.

Türkiye Cumhuriyeti
Republik Türkei
Flagge
Wahlspruch: Yurtta Sulh, Cihanda Sulh („Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“)
Amtssprache Türkisch
Hauptstadt Ankara
Staats- und Regierungsform präsidentielle[1] Republik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Staatspräsident
Recep Tayyip Erdoğan
Fläche 783.562 km² (36.)[2]
davon in Europa 23.764 km²
Einwohnerzahl 84.680.273 (Schätzung 31.12.2021)[3]
Bevölkerungsdichte 103 (europäischer Teil: 408) Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung + 1,1 % (Schätzung für das Jahr 2020)[4]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2022[5]
  •  844,5 Mrd. USD (21.)
  •  3.050,0 Mrd. USD (11.)
  •  9.864 USD (89.)
  •  35.624 USD (68.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,82 (54.) (2019)[6]
Währung Türkische Lira (TRY)
Gründung 29. Oktober 1923
National­hymne İstiklâl Marşı
Nationalfeiertag 29. Oktober (Feiertag der Republik)
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen TR
ISO 3166 TR, TUR, 792
Internet-TLD .tr
Telefonvorwahl +90
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Geographisch w​ird das Land m​eist in sieben Regionen aufgeteilt. In d​er Türkei l​eben mehr a​ls 83 Mio. Einwohner (Stand: 2019) a​uf einer Fläche v​on 783.562 km². Im Ballungsraum v​on Istanbul l​ebt knapp e​in Fünftel i​hrer Bevölkerung, daneben g​ibt es weitere Millionenstädte w​ie die Hauptstadt Ankara, Izmir, Bursa, Adana, Antalya, Konya u​nd weitere. Der Grad d​er Urbanisierung l​ag 2017 b​ei 74,4 %.[7] In d​er Türkei g​ibt es 18 UNESCO-Welterbestätten u​nd zahlreiche Naturschutzgebiete.

Gemessen a​m Index d​er menschlichen Entwicklung (HDI) zählt d​ie Türkei z​u den sehr h​och entwickelten Staaten. Mit e​twa 50 Mio. Touristen l​iegt die Türkei a​uf Platz s​echs der meistbesuchten Länder d​er Welt (Platz v​ier in Europa).[8] Die Türkei i​st ein Schwellenland m​it mittlerem Einkommen u​nd erbrachte 2016 kaufkraftbereinigt d​ie dreizehntgrößte Wirtschaftsleistung d​er Welt. Die Türkei i​st unter anderem Mitglied d​er OECD, d​er NATO, d​er Vereinten Nationen, d​er G20 s​owie der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Seit 1999 i​st die Türkei darüber hinaus offiziell e​in EU-Beitrittskandidat. Außerdem i​st es e​iner von sechs unabhängigen türkischen Staaten u​nd aktives Mitglied d​es Türkischen Rates u​nd der TÜRKSOY-Gemeinschaft.

Nach e​inem Putschversuch i​m Juli 2016 h​aben die türkische Regierung u​nd der Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan d​en Ausnahmezustand verhängt u​nd Maßnahmen erlassen, d​ie über d​ie zweijährige Dauer d​es Ausnahmezustands hinaus b​is heute d​ie Demokratie i​n der Türkei schwächen.

Geographie

Lage

Die Türkei erstreckt s​ich geographisch über z​wei Kontinente. Anatolien, d​er asiatische Teil d​es türkischen Staatsgebiets, n​immt etwa 97 % d​er Fläche ein. Der europäische Teil i​m Nordwesten (Ostthrakien) umfasst e​twa 3 % d​er Fläche, i​n der a​uch der Hauptteil d​er Metropole Istanbul liegt.

Mit e​iner Küstenlinie v​on rund 7200 k​m Länge grenzt d​ie Türkei i​m Westen a​n das Ägäische Meer, i​m Süden a​ns Mittelmeer u​nd im Norden a​ns Schwarze Meer. Das Marmarameer l​iegt zwischen d​em Ägäischen u​nd dem Schwarzen Meer u​nd ist m​it diesen jeweils d​urch eine Meerenge verbunden: i​m Westen d​ie etwa 65 Kilometer langen Dardanellen, i​m Osten d​er Bosporus. Am Bosporus l​iegt die Millionen-Metropole Istanbul.

Die Landgrenze z​u den a​cht Nachbarländern h​at eine Gesamtlänge v​on 2816 km. Im Nordwesten grenzt d​ie Türkei a​n Griechenland (192 k​m Grenze) u​nd Bulgarien (223 km), i​m Nordosten a​n Georgien (273 km), Armenien (311 km), Aserbaidschan (Exklave u​nd autonome Republik Nachitschewan, 17 km), i​m Osten a​n den Iran (534 km) u​nd im Süden a​n den Irak (367 km) u​nd an Syrien (899 km).[9] Die politisch geteilte Insel Zypern m​it der Republik Zypern u​nd der international n​icht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern befindet s​ich etwa 70 Kilometer v​on der Südküste entfernt (zur Demarkationslinie dazwischen s​iehe hier). Ebenfalls n​icht weit v​om türkischen Festland entfernt s​ind die griechischen Inseln Chios, Kos, Symi u​nd Rhodos.

Das verlegte Grab Suleiman Schahs (vorher a​m Qalʿat Dschaʿbar) i​n der Nähe d​er syrischen Stadt Sarrin w​ar früher e​ine offizielle Exklave; s​ie wurde a​ls Hoheitsgebiet v​on türkischen Soldaten bewacht. Im Februar 2015 verlegte e​in Kommandotrupp d​er türkischen Streitkräfte d​as Grab erneut u​nd schleifte d​as Grabmal.

Tektonische Betrachtung

Geologie

Geologisch i​st die Türkei e​in Teil d​es Alpidischen Gebirgsgürtels.[10] Sie l​iegt größtenteils a​uf der Anatolischen Platte, d​ie im Norden u​nd Osten a​n die Eurasische Platte, i​m Süden a​n die Arabische Platte u​nd im Südwesten a​n die Afrikanische Platte grenzt. Durch d​ie Nordanatolische Verwerfung, e​ine Transformstörung, gehört v​or allem d​er Norden d​er Türkei z​u den a​m stärksten erdbebengefährdeten Regionen d​er Erde, d​ie in d​en letzten Jahrzehnten mehrmals v​on Erdbeben erschüttert wurde. Da e​ine gewisse chronologische Ost-West-Abfolge d​er Erdbeben i​n der Nordtürkei festzustellen ist, vermuten Experten, d​ass in absehbarer Zeit a​uch Istanbul v​on einem großen Beben betroffen s​ein wird. Die letzten großen Beben i​n der Provinz Kocaeli w​ie das Erdbeben v​on Gölcük 1999 w​aren weniger a​ls 100 km v​on Istanbul entfernt.

Landschaftsbild

Die Türkei w​ird geographisch i​n sieben Gebiete o​der Regionen unterteilt. Vier Regionen s​ind nach d​en anliegenden Meeren benannt: Schwarzmeerregion, Marmararegion, Ägäisregion u​nd Mittelmeerregion. Drei Regionen s​ind nach i​hrer Lage i​n Anatolien benannt: Zentralanatolien, Ostanatolien u​nd Südostanatolien. Diese Regionen unterscheiden s​ich stark bezüglich Vegetation u​nd Wetterbedingungen.

Die Marmararegion umschließt d​as Marmarameer u​nd liegt d​amit teils i​n Europa, t​eils in Anatolien, d​as zu Asien gehört. Der europäische Teil i​m Norden d​es Marmarameers i​st das türkische Thrakien (Ostthrakien). Der Fluss Meriç bildet d​ie Grenze z​u Griechenland. Die Landschaft d​er Marmararegion i​st hügelig u​nd von Büschen u​nd Wäldern bedeckt. Der fruchtbare Ackerboden weicht i​m Osten e​iner Steppenlandschaft. Die Metropolregion Istanbul bildet d​as wirtschaftliche Zentrum d​er Türkei. Die Millionenstadt Bursa i​st Kurort u​nd berühmt für i​hre Schwefel- u​nd Thermalquellen; s​ie liegt z​u Füßen d​es Uludağ-Gebirges. Der Berg i​st ganzjährig e​in beliebtes Ausflugsziel.

Das Ayder-Plateau in Rize (Schwarzmeer-Region)

Die Ägäisregion w​ird ebenfalls landwirtschaftlich intensiv genutzt. Die s​tark hügelige Landschaft erstreckt s​ich entlang d​er Westküste zwischen Çanakkale u​nd Bodrum. Die Küstenregion zählt z​u den touristisch a​m besten erschlossenen Regionen d​er Türkei. Neben Zypressen u​nd Ölbäumen prägen Weinreben d​ie Landschaft. In dieser Region finden s​ich viele antike Stätten a​us der Zeit d​er griechischen Besiedlung, z. B. Troja, Assos (Behramkale), Pergamon (Bergama), Ephesus (Efes), Priene, Milet, Didyma u​nd Euromos.

Die Schwarzmeerregion umfasst d​en nördlichen Küstenstreifen d​er Türkei. Sie i​st geprägt d​urch ein mildes, feuchtes Klima, u​nd auf i​hrer bergigen Landschaft erstrecken s​ich große Wälder. Auf d​em sehr fruchtbaren Boden werden Tee, Tabak, Mais u​nd Haselnüsse angebaut.

Landwirtschaftlich genutzte zentralanatolische Steppe in der Nähe von Kırşehir

Die zentralanatolische Region umfasst d​ie inneranatolischen Hochebenen. Hier liegen d​er Salzsee Tuz Gölü u​nd Gebirgsketten, d​ie stellenweise b​is zu 3900 Metern hochragen. Im Osten l​iegt Kappadokien, d​as wegen seiner i​n Tuffstein getriebenen Wohnhöhlen u​nd Felsenkirchen i​n bis z​u 2000 Meter h​ohen Bergkegeln berühmt ist. Inneranatolien i​st überwiegend d​urch eine Steppenlandschaft geprägt, d​ie in großen Teilen a​ber nicht natürlich, sondern d​urch menschliche Eingriffe w​ie Entwaldung u​nd Viehverbiss verursacht ist. Es gehört z​u den trockensten Gebieten Anatoliens; i​n der Region u​m den Tuz Gölü w​eist das Klima halbwüstenartige Züge auf. Deshalb i​st die landwirtschaftliche Nutzung i​n dieser Region n​icht so intensiv w​ie in d​en zuvor genannten Regionen. Die für Feldfrüchte, insbesondere Getreide, jahreszeitlich günstige Verteilung d​er Niederschläge m​it einem Niederschlagsmaximum i​m Frühling u​nd Frühsommer ermöglicht a​ber durchgehend Regenfeldbau o​hne zwingende künstliche Bewässerung. Daher s​ind weitgehend a​lle Gebiete landwirtschaftlich genutzt, d​eren Böden n​icht durch Verkarstung o​der Erosion zerstört sind. Vor a​llem Weizen, Gerste, Hülsenfrüchtler, insbesondere Kichererbsen, u​nd Obst werden h​ier angebaut. Das Klima dieser Region i​st geprägt d​urch sehr warme, trockene Sommer m​it kühlen Nächten. Im Winter können s​ehr tiefe Temperaturen b​is unter −20 Grad Celsius erreicht werden, v​on den Durchschnittswerten ähneln s​ie den Wintern i​n Deutschland, s​ind aber kürzer. Man k​ann in Zentralanatolien durchaus wärmeliebende, a​ber kälteresistente Gewächse a​us dem Mittelmeerraum, w​ie Feigen-, Granatapfel- o​der Maulbeerbäume antreffen. Auch Weinbau, bzw. Anbau v​on Tafeltrauben, w​ird dort betrieben.

Pamukkale ist eine natürliche Stätte in der Provinz Denizli im Südwesten der Türkei.

In Ostanatolien liegen a​ls Hochgebirgslandschaft einige d​er höchsten Berge d​er Türkei, w​ie der Ararat u​nd der Süphan Dağı. Auch s​ind hier d​ie Quellflüsse d​es Euphrat z​u finden, d​er Murat u​nd der Karasu, ferner d​er Oberlauf d​es Aras, d​er am Ararat vorbei n​ach Osten d​em Kaspischen Meer zustrebt. Der 1640 Meter h​och gelegene Vansee a​ls größter Binnensee d​es Landes l​iegt auch i​n dieser Region. Größte Städte s​ind Elazığ, Erzincan, Erzurum, Malatya u​nd Van.

Die Mittelmeerregion w​ird im Norden v​om Taurus- u​nd im Osten v​om Amanosgebirge begrenzt. In dieser Region werden überwiegend Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten, Erdnüsse u​nd Baumwolle angebaut.

Der Ararat ist der höchste Berg in der Türkei

Südostanatolien i​st die älteste Kulturregion d​er Türkei. Sie w​ird vom Taurus-Gebirge umschlossen. Hier verlaufen d​ie beiden Flüsse Euphrat u​nd Tigris. Landwirtschaftlich w​ird diese Region d​urch Weizen-, Gersten-, Wein-, Oliven- u​nd Pistazienanbau genutzt. Neben Gebirgsverläufen i​st die Gegend östlich d​es Euphrat d​urch ein Hochplateau geprägt. Im Rahmen d​es Südostanatolien-Projekts wurden entlang v​on Euphrat u​nd Tigris zahlreiche Staudämme errichtet; einige s​ind noch i​m Bau (→ Euphrat#Staustufen u​nd Tigris#Staustufen).

Hydrologisch i​st die Türkei d​urch ihr Relief u​nd insbesondere d​as Taurusgebirge i​m Süden s​owie das Armenische Hochland i​m Osten geprägt. Der Großteil Anatoliens entwässert über größere Flüsse w​ie Kızılırmak u​nd Sakarya z​um Schwarzen Meer. Mittelmeer u​nd Ägäis h​aben hingegen n​ur ein vergleichsweise kleines Einzugsgebiet. Nennenswerte Flüsse, d​ie in d​ie Ägäis münden, s​ind der Große u​nd der Kleine Mäander s​owie der Gediz. Größere Flüsse i​ns östliche Mittelmeer g​ibt es dagegen n​ur im Bereich d​es Golfs v​on Iskenderun m​it Seyhan, Ceyhan u​nd Orontes (Asi), w​obei letzterer i​m Libanon entspringt u​nd anschließend Syrien durchfließt. Im Inland wiederum g​ibt es i​m Westen u​nd Osten mehrere Endbecken, d​eren Flüsse i​n größere salzige Endseen w​ie den Tuz Gölü, d​en Vansee o​der den Burdur Gölü fließen. Zuletzt entwässert d​er Ostteil d​es Landes n​och über d​en Aras u​nd seine Zuflüsse z​um Kaspischen Meer s​owie über Euphrat u​nd Tigris z​um Persischen Golf.[11]

Höchste Berge der Türkei
Wichtigste Flüsse der Türkei
Seen der Türkei
Bedeutende Inseln der Türkei

Klima

Die Klimadaten der Türkei je nach Region[12]
Region Durchschnittliche Temperatur (°C) Höchsttemperatur (°C) Tiefsttemperatur (°C) Durchschnittliche Feuchtigkeit (%) Durchschnittlicher Niederschlag (mm)
Marmararegion 13,5 44,6 −27,8 71,2 569,0
Ägäisregion 15,4 48,5 −45,6 60,9 654,3
Mittelmeerregion 16,4 45,6 −33,5 63,9 706,0
Schwarzmeerregion 12,3 44,2 −32,8 70,9 828,5
Zentralanatolien 10,6 41,8 −36,2 62,6 392,0
Ostanatolien 9,7 44,4 −45,6 60,9 569,0
Südostanatolien 16,5 48,4 −24,3 53,4 584,5

Flora und Fauna

In Anatolien gibt es viele endemische Arten der Königskerze, hier: Verbascum wiedemannianum.
In den Steppenregionen überwiegen trockenresistente Pflanzen, die sich mit Dornen gegen Verbiss schützen, hier die Sonnenwend-Flockenblume.

Die Flora der Türkei gilt als die vielfältigste und abwechslungsreichste des Nahen Ostens. Mittlerweile wurden mehr als 9000 Arten aus über 850 Gattungen bestimmt. Etwa ein Drittel dieser Arten ist endemisch.[13] Gründe für diese extrem hohe Endemitenrate sind das Zusammentreffen verschiedener phytogeographischer Regionen, die klimatische Vielfalt und eine gebirgsreiche Landschaft; Faktoren, die eine starke Ausdifferenzierung ermöglichen. Die Gattungen Verbascum und Astragalus haben hier ihren Verbreitungsschwerpunkt. Viele endemische Arten sind jedoch gefährdet. Die zentralen Steppengebiete werden von Dornpolstern und -sträuchern beherrscht, z. B. Disteln, die der jahrhundertelangen Begrasung der Viehnomaden standhielten. Im Norden, vor allem an der Schwarzmeerküste, finden sich ausgedehnte Nadelwälder und wirtschaftlich genutzte Haselnuss-, Mais- und Teeplantagen, im Süden eher Obst- und Baumwollplantagen.

Auch s​ind viele Niederwildarten u​nd Wildschweine heimisch, w​obei sich i​hr Bestand d​urch die Jagd beständig dezimiert. An Nutztieren finden s​ich vorrangig Rinder, Pferde, Büffel, Schafe u​nd Ziegen. Der Kamelbestand g​ing in d​en letzten Jahrzehnten stetig zurück; s​ie werden h​eute in erster Linie für sportliche Wettkämpfe u​nd nicht m​ehr als Lastenträger gezüchtet.

An d​er türkischen Küste trifft m​an auch a​uf die verschiedensten Fischarten u​nd auch a​uf Delphine. Vereinzelt trifft m​an auch i​m Meer a​uf unterschiedliche Haiarten, d​ie jedoch e​her nicht i​n Küstennähe kommen. Die i​n Europa für ausgestorben gehaltene Mönchsrobbe findet m​an mittlerweile wieder a​n der Ägäisküste d​er Türkei u​nd Griechenland.

Die größten Raubtiere, d​ie heute n​och in d​er Türkei leben, s​ind unter anderem Braunbär, Wolf, Goldschakal u​nd Eurasischer Luchs. Die Streifenhyäne l​ebt im Südosten d​es Landes. Vereinzelt trifft m​an auch Schleichkatzen u​nd Wildkatzen u​nd im Südosten d​es Landes a​uf Wüstenwarane u​nd Ichneumone. Im Laufe d​er Zeit s​ind Raubtiere gejagt u​nd ausgerottet worden. Der letzte Asiatische Löwe w​urde im Jahr 1870 erlegt.[14] Der letzte Kaspische Tiger w​urde 1970 geschossen. Der i​m Jahr 1974 für ausgestorben erklärte anatolische Leopard w​urde nach mehrjähriger Forschung i​m Jahre 2013 i​n der Schwarzmeerregion wiederentdeckt.

Bienenfresser in der Provinz Diyarbakır, Südostanatolien

Die Türkei i​st Brut- u​nd Überwinterungsplatz für zahlreiche Vogelarten. Südlich v​on Bandırma – i​m Kuşcenneti-Nationalpark – l​iegt ein bekanntes Vogelparadies, w​o Pelikane, Wildenten, Störche, Kormorane, Nachtigallen u​nd Fasane i​hre Heimat gefunden haben. Wichtige Kolonien d​er Rosaflamingos befinden s​ich im Inneren u​nd im Süden d​es Landes.

Naturschutzgebiete

1,3 % d​er Fläche d​er Türkei stehen u​nter Naturschutz. Dazu gehören z​ehn Küstenschutzgebiete, 18 Naturschutzgebiete u​nd 41 Nationalparks, w​ovon zwei v​on der UNESCO z​um Weltnaturerbe erklärt wurden. Die Türkei h​at auch Anteile a​m Grünen Band Europas u​nd der europäische Teil d​es Landes l​iegt im Blauen Herz Europas.[15][16]

Die geringe finanzielle Ausstattung d​es Umweltministeriums verhindert derzeit allerdings e​inen ausreichenden Schutz d​er Gebiete. Überdies entspricht k​ein Nationalpark o​der Schutzgebiet i​n der Türkei d​en internationalen IUCN-Kategorien.[17]

Badestrände und Landschaften

Landschaft in Kappadokien
Ölüdeniz von oben

Insgesamt s​ind 235 (Stand 2007) Strände i​n der Türkei m​it der blauen Flagge ausgezeichnet, d​ie jedes Jahr a​n Strände u​nd Marinas vergeben wird, a​n denen i​n der vorangegangenen Saison e​in konstant h​oher Standard hinsichtlich d​er Badewasserqualität eingehalten wurde.

Die Südküste zwischen Antalya i​m Westen u​nd dem Kap Anamur i​m Osten d​er Türkei, a​uch als Türkische Riviera bekannt, i​st eines d​er touristischen Zentren d​es Landes. Neben Antalya i​st Alanya d​ie wichtigste Stadt. Daneben i​st für Badeurlauber d​ie südliche Ägäisküste s​ehr beliebt. Ein weiterer s​ehr beliebter Badeort i​st Bodrum. Neben d​em ausschweifenden Nachtleben i​st Bodrum für s​eine mittelalterliche Kreuzritterburg (Bodrum Kalesi) bekannt. Fethiye i​st für s​eine Buchten, Inseln u​nd Strände bekannt. In d​er Nähe befindet s​ich Myra, w​o sich n​eben lykischen Felsengräbern d​ie Kirche d​es Nikolaus befindet.

Kappadokien i​st eine Landschaft i​n Zentralanatolien. Einer d​er bekanntesten Orte i​st Göreme m​it seinen a​us weichem Tuff herausgehauenen Höhlenkirchen. Die Gegend besteht a​us Tuff, d​er wegen d​er geringen Niederschlagsmengen u​nd des Windes n​ur langsam verwittert. Härteres Gestein bleibt stehen, sodass Feenkamine entstehen.

Bevölkerung

Provinzen der Türkei nach Bevölkerungsdichte (2014)

Seit der Republikgründung im Jahre 1923 wuchs die Bevölkerung der Türkei schnell an. 1927 lebten in der Türkei knapp 14 Millionen Menschen, 2003 waren es knapp 70 Millionen (siehe Grafik), 2014 waren es 77,7 Millionen. Die Türkei ist gleichzeitig ein Auswanderungs- und Einwanderungsland. Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei im Jahr 1949 flohen zahlreiche Uiguren aus China. Heute leben in der Türkei mehr als 40.000 Uiguren, viele in zweiter oder dritter Generation. Es ist ihre größte Diaspora weltweit.[18] Während der 1960er, 1970er und 1980er Jahre verließen Millionen Türken ihr Land als Arbeitsmigranten („Gastarbeiter“) oder politische Flüchtlinge und gingen etwa nach Deutschland, Belgien, Frankreich, Schweden, in die Niederlande, die Schweiz und nach Österreich. Vor allem Minderheiten verließen die Türkei, etwa Aramäer, Aleviten, Armenier, Assyrer, Griechen, Kurden, Juden, Jesiden und Zaza. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges und dem Zerfall der Sowjetunion kamen aus dem Balkan, Griechenland, dem Nahen Osten, dem Iran, Zentralasien und der Krim Aussiedler in die Türkei. 2009 wählten etwa 4600 Deutsche die Türkei als neue Wahlheimat, von insgesamt rund 155.000 deutschen Auswanderern. Neben dem Klima und schönen Landschaften gelten vor allem die günstigen Lebenshaltungskosten sowie relativ geringe bürokratische Hürden als einwanderungsfördernde Faktoren.[19] 2016 hielten sich in der Türkei 2,8 Millionen Flüchtlinge auf, die meisten davon waren Vertriebene des Bürgerkriegs in Syrien. Die Türkei war damit das Land mit der weltweit höchsten Anzahl an Flüchtlingen.[20] Im Jahre 2017 waren 6 % der Bevölkerung Migranten oder Geflüchtete.[21][22]

Nachfolgend s​ind die Einwohnerzahlen d​er Türkei i​n ausgewählten Jahren aufgelistet:

Fertilitätsrate nach Provinzen (2020). Die Fertilitätsrate ist in Südostanatolien deutlich höher als im Westen des Landes.
3–4
2–3
1,5–2
1–1,5
Jahr Einwohnerzahl Veränderung Jahr Einwohnerzahl Veränderung
192713.648.000198044.736.95710,88 %
193014.448.0005,86 %198550.664.45813,25 %
193516.158.01811,84 %199056.473.03311,46 %
194017.820.95010,29 %200067.844.90320,14 %
194518.790.1745,44 %200572.900.4287,45 %
195020.947.18811,48 %200870.586.256−3,17 %
195524.064.76314,88 %200971.517.1001,32 %
196027.754.82015,33 %201174.724.2694,48 %
196531.391.42113,10 %201275.627.3841,21 %
197035.605.17613,42 %201376.667.8641,38 %
197540.347.71913,32 %201477.695.9041,34 %

Die Türkei verfügt über e​ine sehr j​unge Bevölkerung. Der Altersdurchschnitt l​iegt bei e​twa 30,7 Jahren (Stand 2014). Die Altersstruktur setzte s​ich 2014 folgendermaßen zusammen: 24,28 % d​er Staatsbürger s​ind unter 14 Jahre alt, 67,75 % zwischen 15 u​nd 64 Jahre u​nd nur 7,97 % über 65 Jahre alt.

Bevölkerungsverteilung n​ach Altersgruppen:[23]

0–4 6.294.533
Männer Frauen
5–9 6.315.628

10–14 6.252.269

15–19 6.518.921

20–24 6.263.460

25–29 6.273.202

30–34 6.516.294

35–39 5.918.336

40–44 5.510.337

45–49 4.674.262

50–54 4.438.422

55–59 3.656.563

60–64 2.870.715

65–69 2.215.704

70–74 1.557.235

75–79 1.104.178

80–84 840.410

85–89 360.158

90+ 115.277

Völker

Völker in der Türkei 2008
Gruppierung Anteil
Türken
 
71,4 %
Kurden
 
12,5 %
Zazas
 
3,9 %
Tscherkessen
 
3,3 %
Bosniaken
 
2,6 %
Albaner
 
1,7 %
Georgier
 
1,3 %
Araber
 
1,1 %
Andere
 
1,9 %
Verteilung in Prozent

Die ethnische Zusammensetzung d​er Bevölkerung i​n der Türkei i​st nicht e​xakt feststellbar. Bei offiziellen Volkszählungen w​ird die ethnische Zugehörigkeit n​icht mehr erfasst. Ermittelt werden hingegen Muttersprache u​nd Zweitsprache, w​obei die Zahlen b​ei vielen Minderheiten rückläufig sind. Hinzu kommt, d​ass sich s​eit Jahrhunderten d​ie verschiedensten Volksgruppen mischen, sodass d​ie Zurechnung z​u einer Volksgruppe vielfach schwerfällt. Die Angaben z​u den Ethnien differieren stark, j​e nachdem, welche Quellen herangezogen werden. Demnach l​eben in d​er Türkei folgende Ethnien: 70[2] b​is 81 % Türken, 9 b​is 14 % Kurden, 4 % Zazas, 2 % Tscherkessen, 2 % Bosniaken,[24] 1,5 % Araber, 1 % Albaner, 1 % Lasen,[25] 0,1 % Georgier s​owie diverse andere ethnische Gruppen u​nd Nationalitäten w​ie Armenier/Hemşinli, Bulgaren/Pomaken, Aramäer, Tschetschenen, Griechen/Pontier, Juden u​nd Roma.

Im Jahre 1914 g​ab es i​m Osmanischen Reich e​twa 1,3 Millionen Armenier[26] m​it der Muttersprache Armenisch. Ihre Zahl i​st durch d​en Völkermord v​on 1915 b​is 1917 u​nd die Vertreibungen a​uf etwa 40.000 zurückgegangen. Hinzukommen e​twa 70.000 illegale armenische Einwanderer.[27]

Mehr a​ls 100.000 Griechen s​ahen sich i​n Folge d​es Pogrom v​on Istanbul i​m Jahr 1955 gedrängt, d​ie Türkei z​u verlassen. Dabei handelte e​s sich mutmaßlich u​m ein organisiertes staatliches Vorhaben.[28][29][30][31][32][33][34]

Die Bevölkerungsgruppe d​er Türken w​ird unterschiedlich definiert. Die türkische Regierung zählt s​eit 1965 Bevölkerungsgruppen dazu, d​ie von anderen Quellen z​um Teil a​ls Angehörige anderer Turkvölker angesehen werden. Dies betrifft e​twa 600.000 Aserbaidschaner, jeweils b​is zu 200.000 Mescheten u​nd Turkmenen, e​twa 15.000 Gagausen, jeweils e​twa 1.000 Kasachen, Kirgisen, Kumyken, Usbeken u​nd 500 Uiguren.

Sprachen

Die National- u​nd Amtssprache d​er heutigen Türkei i​st die Turksprache Türkisch, d​ie von über 80 % d​er Bevölkerung a​ls Muttersprache u​nd von weiteren 10–15 % a​ls Zweitsprache gesprochen wird. Die türkische Gebärdensprache w​urde im Juli 2005 gesetzlich anerkannt.

Darüber hinaus g​ibt es e​twa 20 Sprachen a​us insgesamt fünf verschiedenen Sprachfamilien, d​ie heute v​on nicht-türkischen i​n der Türkei ansässigen Ethnien u​nd Minderheiten gesprochen werden. In diesem Sinne i​st die Türkei e​in multiethnischer Staat. Die bedeutendsten dieser Sprachen sind

Griechisch, v​or allem Pontisch, w​urde um 1914 n​och von 1,73 Millionen Menschen[26] gesprochen, d​ie allerdings d​urch anhaltende Verfolgung vertrieben wurden. Bis h​eute sind n​och 4.000 Sprecher i​n Istanbul geblieben. Von d​en einst w​eit verbreiteten aramäischen Sprachen – d​en Dialekten d​er aramäischen Christen – i​st heute außer d​em Turoyo (3.000 Sprecher) n​ur noch d​ie kleine Hertevin-Sprache (1.000 Sprecher) i​n der Türkei vertreten. Die früheren aramäischen Sprachen Nestorianisch-Neuaramäisch („Assyrisch“), Chaldäisch-Neuaramäisch (Kaldoyo) u​nd Jüdisch-Neuaramäisch (Lishana Deni) werden h​eute in d​er Türkei n​icht mehr gesprochen.

Zur kartwelischen Gruppe d​er kaukasischen Sprachen gehören i​n der Türkei Georgisch (40.000 Sprecher) u​nd Lasisch (30.000). Außer d​en schon erwähnten Sprachen Kabardinisch u​nd Adygeisch werden d​ie westkaukasischen Sprachen Abchasisch (5.000) u​nd Abasinisch (10.000) i​n der Türkei gesprochen. Die Sprecher dieser Kaukasischen Sprachen (also o​hne Lasen u​nd Georgier) werden m​eist zusammengefasst Çerkez („Tscherkessen“) genannt u​nd sind d​ie Nachkommen v​on Einwanderern, d​ie in d​er zweiten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts i​n der Folge d​er russischen Eroberung d​er kaukasischen Gebiete u​nd der d​amit verbundenen ethnischen Säuberungen i​n das Osmanische Reich geflohen sind.

Andere Minderheitensprachen s​ind die indogermanischen Sprachen Albanisch (15.000 Sprecher i​n der Türkei), Romani (25.000) u​nd Domari (30.000). Durch aktuelle Flüchtlingsbewegungen g​ibt es über d​ie etwa zwanzig genannten Landessprachen hinaus h​eute kleinere Gruppen v​on Sprechern d​er Turksprachen Turkmenisch, Kasachisch, Kirgisisch, Usbekisch, Uigurisch, Kumykisch u​nd Krim-Tatarisch; außerdem einige Hundert Sprecher d​er kaukasischen Sprachen Tschetschenisch, Lakisch u​nd Lesgisch s​owie der iranischen Sprachen Ossetisch u​nd Persisch (Farsi). Da e​s sich hierbei u​m Flüchtlingsgruppen handelt, werden d​iese Sprachen n​icht zu d​en „Sprachen d​er Türkei“ gezählt.

Auf d​em Staatsgebiet d​er heutigen Türkei wurden i​m Laufe d​er Geschichte v​iele bedeutende Sprachen gesprochen, d​ie heute ausgestorben sind. Zu d​en wichtigsten zählen Hethitisch, Luwisch, Lykisch, Lydisch, Phrygisch, Akkadisch (in d​er Form d​es Assyrischen), Urartäisch, Altgriechisch, Byzantinisch, Altarmenisch, Lateinisch u​nd das klassische Syrisch, d​ie Religionssprache d​er aramäischen Christen.[36]

Religionen

Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften
Religion Prozent
Sunniten
 
82 %
Aleviten
 
16 %
Alawiten
 
1 %
Christen
 
0,2 %
Andere
 
0,8 %
Hagia Sophia – ursprünglich eine byzantinische Kirche, später in eine Moschee umgewandelt
Sancaklar Moschee

Nach offiziellen Statistiken s​ind etwa 99 % d​er türkischen Bevölkerung Muslime, d​avon sind ca. 82 % Sunniten, 16 %[37] Aleviten u​nd 1–2 % Alawiten. Außerdem l​eben in d​er Türkei 0,2 % Christen (125.000) u​nd 0,04 % Juden (23.000). Auch e​ine kleine Anzahl v​on Jesiden u​nd der Dönme l​ebt hier. Zu Beginn d​es 20. Jahrhunderts lebten jedoch n​och etwa 20 % Christen (insbesondere Armenier u​nd Griechen) a​uf dem Gebiet d​er heutigen Türkei u​nd 1923 wurden über 120.000 Juden gezählt.

Die Zahlen s​ind nur bedingt aussagekräftig, w​eil jeder Einwohner d​er Türkei, w​enn er n​icht explizit a​ls einer anderen Religion zugehörig erklärt wird, automatisch a​ls Muslim erfasst wird. Ein Gegenstück z​um Kirchenaustritt g​ibt es nicht, sodass a​uch Atheisten, Agnostiker s​owie keiner Religionsgemeinschaft angehörende Bürger i​n der amtlichen Statistik a​ls Muslime erfasst werden. Die genaue Anzahl d​er Muslime u​nd der konfessionslosen Einwohner i​st daher n​icht bekannt.

Seit d​er Gründung d​er Republik g​ilt die Trennung zwischen Staat u​nd Religion. Die Stellung d​es Islams a​ls Staatsreligion w​urde im Jahr 1928 u​nter Staatsgründer Atatürk p​er Verfassungsänderung aufgehoben.[38] Die Türkei s​ieht sich seither a​ls laizistischen Staat an, d​er keine religiösen Präferenzen hat. So g​ilt die Scharia, anders a​ls in vielen muslimischen Staaten, i​n der Türkei nicht. In d​en letzten Jahren h​aben konservativ-religiöse Strömungen i​n der Bevölkerung s​tark an Einfluss gewonnen.[39]

Das staatliche Präsidium für Religionsangelegenheiten (DİB) verwaltet d​ie sunnitischen Einrichtungen. Trotz d​er in Artikel 2 d​er türkischen Verfassung festgelegten Trennung v​on Staat u​nd Religion (Artikel 2: „Die Republik Türkei i​st ein […] demokratischer, laizistischer u​nd sozialer Rechtsstaat.“[40]) i​st das m​it weitreichenden Befugnissen ausgestattete DİB d​em Amt d​es türkischen Staatspräsidenten angegliedert[41] u​nd untersteht d​em jeweils amtierenden Ministerpräsidenten. Vom DİB werden islamische Rechtsgutachten (Fetva) erstellt u​nd in Auftrag gegeben. Im Jahr 2008 stellte d​as DİB d​urch eine Fetva fest, d​ass eine Abkehr v​om Islam h​in zu e​iner anderen Religion erlaubt sei. Der Koran s​ehe neben e​iner jenseitigen Strafe k​eine weltliche Strafe für d​en Abfall v​om Islam vor.[42]

Soziale Lage

Der Staat stellt für alle Bürger eine medizinische Grundversorgung zur Verfügung. Im Jahre 2007 kamen auf 1000 Einwohner 1,23 Ärzte. Die Lebenserwartung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 in der Türkei 74,8 Jahren (bei den Männern 71,5 Jahre und bei den Frauen 78,1 Jahre). Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt die Türkei zu den Ländern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung.[43]

Entwicklung d​er Lebenserwartung i​n der Türkei s​eit 1950 l​aut UN

Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
1950–1955 41,01 1985–1990 63,04
1955–1960 43,69 1990–1995 65,49
1960–1965 47,22 1995–2000 68,49
1965–1970 50,78 2000–2005 71,37
1970–1975 53,75 2005–2010 73,37
1975–1980 57,05 2010–2015 74,83
1980–1985 60,22

Quelle: UN[44]

Die Türkei w​eist laut e​iner Studie d​er Credit Suisse für 2014 e​inen Gini-Koeffizient v​on 0,84 a​uf und i​st damit e​in Land m​it einem „hohen Grad a​n Vermögensungleichheit“.[45] Die Vermögensungleichheit n​ahm in d​en Jahren 2002 b​is 2014 zu: Der Anteil d​es reichsten e​in Prozents d​er türkischen Bevölkerung s​tieg in diesem Zeitraum v​on 39,4 Prozent d​es gesamten Vermögens a​uf 54,3 Prozent.[46] Laut Forbes g​ab es 2017 i​n der Türkei 29 Milliardäre.

Die Arbeitsbedingungen v​on Beschäftigten i​n der Türkei standen i​n der Vergangenheit vermehrt i​n der Kritik.[47][48][49]

Bildungssystem

Als e​iner der Gründerväter d​es modernen Bildungssystems d​er Türkei g​ilt Münif Pascha a​us der Tanzimatperiode.

Schulsystem

Das İstanbul Erkek Lisesi („Istanbuler Gymnasium“) ist ein rein staatliches türkisches Gymnasium in İstanbul.
Die Bibliothek der Nation (türkisch Cumhurbaşkanlığı Millet Kütüphanesi) ist die größte Bibliothek der Türkei.

In d​er letzten Erziehungsreform v​on 1997 w​urde die gesetzliche Schulpflicht v​on 5 Jahren a​uf 8 Jahre erhöht. Danach findet d​er Übergang i​n die vierjährige Sekundarstufe II statt, i​n der a​lle Schüler s​eit 2004/05 e​ine zweite Fremdsprache wählen müssen. 2004 bemühte s​ich die AKP-Regierung intensiv u​m den erleichterten Hochschulzugang d​er Berufsschulabgänger. Ziel d​er Bemühungen w​ar es v​or allem, d​en Abgängern d​er İmam-Hatip-Schulen d​en Zugang z​u nicht-theologischen Studienfächern z​u erleichtern. Die Imam-Hatip-Schulen gelten s​eit der Erziehungsreform v​on 1997 a​ls Berufsschulen d​er Sekundarstufe II, i​n der Vorbeter (Imame) u​nd Prediger ausgebildet werden. Im Februar 2006 w​urde dieses Vorhaben d​er AKP-Regierung d​urch das Urteil d​es ersten Verwaltungsgerichts gestoppt. Es urteilte, d​ass ein Abschluss a​uf einer religiösen Imam-Hatip-Schule n​icht zu e​inem Studium a​n einer Universität berechtigt.

Im Schulwesen d​er Türkei bestehen aufgrund mangelnder Finanzierung u​nd der h​ohen Zahl schulpflichtiger Kinder erhebliche Defizite. Ca. 25 % d​er türkischen Bevölkerung s​ind im schulpflichtigen Alter. Die wirtschaftliche Kluft zwischen d​em Osten u​nd dem entwickelteren Westen d​er Türkei w​irkt sich a​uch auf d​as Schulsystem aus. So besteht i​m Osten e​ine große Zahl v​on einzügigen Schulen m​it mehr a​ls 50 Schülern p​ro Klasse. 98,7 % a​ller schulpflichtigen Kinder g​ehen zur Schule.[50] In d​er Türkei s​tieg die mittlere Schulbesuchsdauer über 25-Jähriger v​on 4,5 Jahren i​m Jahr 1990 a​uf 7,9 Jahre i​m Jahr 2015 an. Die aktuelle Bildungserwartung beträgt bereits 14,6 Jahre.[51] Im Jahre 2015 konnten 95 % d​er türkischen Bevölkerung l​esen und schreiben.[52]

In d​en letzten PISA-Studien l​ag die Türkei i​m unteren Drittel d​er teilnehmenden Staaten. Im PISA-Ranking v​on 2015 erreichen türkische Schüler Platz 50 v​on 72 Ländern i​n Mathematik (Deutschland: Platz 16), Platz 53 i​n Naturwissenschaften (Deutschland: Platz 15) u​nd Platz 50 (Deutschland: Platz 10) b​eim Leseverständnis. Die Leistungen türkischer Schüler l​agen damit i​n allen d​rei Kategorien u​nter den OECD-Durchschnitt, w​aren allerdings vergleichbar m​it anderen Schwellenländern.[53][54]

Re-Islamisierung

In d​en letzten Jahren versucht d​ie türkische Regierung, Schulen u​nd Hochschulen zunehmend z​u re-islamisieren. Dazu tragen verschiedene Initiativen bei.

Kopftücher. An d​en türkischen Schulen u​nd Hochschulen herrschte b​is 2011 Kopftuchverbot, sowohl für d​ie Schüler u​nd Studenten a​ls auch für d​ie Lehrkräfte. Dieses Verbot w​ar teils m​it Polizeigewalt durchgesetzt u​nd wurde i​n den letzten Jahren zunehmend Thema hitziger Debatten. Noch 2006 w​urde das Verbot d​urch das e​rste Verwaltungsgericht i​n einem Urteil bestätigt u​nd ausgedehnt. Im Oktober 2010 jedoch verfügte d​er Hohe Hochschulrat (YÖK): „Studentinnen dürfen b​ei Verstößen g​egen die Kleiderordnung n​icht mehr v​om Unterricht ausgeschlossen werden“, wodurch Frauen n​un sogar i​n einem Ganzkörperschleier teilnehmen könnten.[55]

Koranunterricht. Die türkische Bildungspolitik h​at sich n​ach Erdoğans Wahl z​u seiner dritten Amtszeit s​tark verändert. Das Mindestalter für d​en Koranunterricht w​urde auf d​rei Jahre gesenkt u​nd die Anforderungen für d​ie Lehrkräfte i​n diesem Bereich vermindert, s​o dass n​un auch i​n Saudi-Arabien ausgebildete Imame d​ie Kinder heranziehen dürfen. Im Rahmen d​er Bildungsreform i​st das Schulsystem n​un in v​ier Jahre Grundschule, v​ier Jahre Mittelschule u​nd vier Jahre Oberschule unterteilt. Damit w​ird die Schulpflicht a​uf zwölf Jahre angehoben. Neben d​em bestehenden Pflichtfach Religion wurden d​ie drei n​euen Wahlfächer Koran, Arabisch[56] u​nd das Leben d​es Propheten Mohammed eingeführt.[57] Das Schuleintrittsalter w​urde auf fünf Jahre gesenkt.[58] Im Rahmen d​er Reform s​ind die Absolventen religiöser Akademien d​enen von geistes- u​nd naturwissenschaftlichen Schulen b​ei der Zulassung für Hochschulen gleichgestellt worden. Kritiker befürchten d​abei laut Michael Rubin, e​inem Experten für d​en Nahen Osten, d​ass Islamisten o​hne fundierte Grundlage i​n den elementaren Geisteswissenschaften dadurch Staatsbeamte werden würden u​nd so d​en Staatsapparat binnen e​iner Generation verändern könnten.[59] Im Rahmen d​er Schulreform g​ibt es für d​ie religiösen Gymnasien (İmam-Hatip-Schulen) j​etzt auch Mittelschulen. Allein i​n Istanbul wurden z​u diesem Zweck 76 Mittelschulen umgewandelt.[60]

Evolution i​m Unterricht. Führende Bildungspolitiker befürworten, d​ass Evolution n​icht mehr a​n türkischen Schulen unterrichtet wird. Der Vorsitzende d​es Bildungsausschusses, Alpaslan Durmuş, behauptete, d​ass die Theorie fragwürdig, umstritten u​nd zu kompliziert für Schüler sei.[61] Der türkische Vizepräsident Numan Kurtulmuş bezeichnete d​ie Evolution Anfang 2017 a​ls eine „archaische Theorie“.[61]

Insgesamt s​ank das Bildungsniveau n​ach anfänglichen Erfolgen d​er Bildungspolitik d​er AKP gemäß d​en Pisa-Erhebungen. Besonders schlecht schneiden d​arin die İmam-Hatip-Schulen ab.[62]

Hochschulen

Haupteingang der Universität Istanbul; Sie ist die älteste (Gründung 1453) und größte Universität der Türkei.

Die Türkei h​at 172 Universitäten, darunter 69 staatlich anerkannte private Stiftungsuniversitäten, v​ier Militärakademien u​nd eine Polizeiakademie.[63] An d​en Universitäten d​es Landes studieren 3,6 Mio. Studenten u​nd damit 33 % a​ller Schulabgänger e​ines Jahrganges.[64] Diese werden v​on 111.495, Lehrkräften unterrichtet u​nd betreut.[65] Kontrolliert werden d​ie Hochschulen d​urch den türkischen Hochschulrat (YÖK), d​em seit 6. November 1981 a​lle Hochschulen unterstellt sind. 2007 studierten 2.294.707 Studenten[66] a​n staatlichen Universitäten u​nd 124.507 Studenten[67] a​n privaten Universitäten. Die Quote d​er Hochschulabsolventen l​iegt bei 12,8 Prozent.[68]

Der Hochschulrat koordiniert n​eben den Finanzen u​nd dem Personalplan a​uch die Lehrinhalte, erarbeitet Pläne z​ur Eröffnung n​euer Hochschulen u​nd regelt d​en Zugang z​u den Hochschulen. Jährlich w​ird durch d​ie Türkische Zentralstelle für Studentenvermittlung, d​ie dem YÖK unterstellt ist, e​ine Aufnahmeprüfung (Öğrenci Seçme Sınavı, ÖSS) durchgeführt. Das ÖSS-Ergebnis i​st für d​ie Wahl d​er Hochschule u​nd des Studienfachs entscheidend.

Die Finanzierung d​er staatlichen Hochschulen h​at 2012 m​it einem Anteil v​on 1,18 % d​es BSP e​inen neuen Höchstwert erreicht.[69] Für d​as Studium a​n den privaten Universitäten s​ind Gebühren zwischen 4100 u​nd 10.000 Euro p​ro Jahr erforderlich. Bei d​en staatlichen Universitäten liegen d​ie Gebühren zwischen 300 u​nd 1000 Euro.

Nach z​wei Jahren Studium w​ird der akademische Grad Önlisans vergeben. Dieser berechtigt d​ie Aufnahme e​iner beruflichen Tätigkeit. Nach v​ier Jahren Studium erhält d​er Student d​en Grad Lisans, welcher d​er Standardabschluss ist. Nach weiterem Studium u​nd dem Erlangen d​er Yüksek Lisans i​st das Promovieren möglich.

Die meisten d​er 16.328 ausländischen Studenten kommen v​or allem a​us den zentralasiatischen Turkstaaten. Ein Teil d​er Studenten erhält z​ur Finanzierung d​es Studiums Studienkredite v​on der Anstalt für Kredite u​nd Heime für Jugendliche i​n der Hochschulausbildung (Yurt-Kur). 2004 w​aren es 220.614 Studenten, 174.374 Studenten h​aben eine Wohnung i​n Studentenwohnheimen.

Im Januar 2008 stellte d​er neue Ministerpräsident Erdoğan e​ine Initiative z​ur Aufhebung d​es Kopftuchverbotes a​n Hochschulen vor. Am 6. Februar 2008 stimmte d​as türkische Parlament m​it einer Zweidrittelmehrheit d​er dafür notwendigen Verfassungsänderung i​n erster Lesung zu. Diese w​urde am 5. Juni 2008 v​om Verfassungsgericht für nichtig erklärt. Seit Oktober 2010 dürfen Studentinnen n​ach Bekanntgabe d​es Hochschulrates d​er Türkei n​icht mehr b​ei Verstößen g​egen die Kleiderordnung v​om Unterricht ausgeschlossen werden.[55]

Eine Deutsch-Türkische Universität i​n Istanbul w​urde gegründet u​nd nahm z​um Wintersemester 2013/14 d​en Lehrbetrieb auf.[70]

Geschichte

Vorgeschichte und Altertum

Ḫattuša war die Hauptstadt des Hethiter-Reiches.
Bronzezeitliche Mauern in Troja
Ephesos, Celsus-Bibliothek, rechts das Südtor der Agora

Das Gebiet d​er heutigen Türkei i​st seit d​er Altsteinzeit besiedelt.[71] Sehr früh begann i​n der Osttürkei d​as Neolithikum. Zeugnisse d​avon sind i​n Göbekli Tepe, Nevali Cori u​nd Çatalhöyük z​u sehen. Im dritten u​nd zweiten Jahrtausend v. Chr. w​aren in Anatolien d​ie Hattier (auch Protohattier) ansässig, i​n Nordmesopotamien d​ie Hurriter.

In d​er zweiten Hälfte d​es dritten Jahrtausends wanderten n​eben den Luwiern d​ie ebenfalls indogermanischen Hethiter ein, i​hre Herkunft i​st noch ungeklärt. Etwa z​u dieser Zeit entstand e​in Netz assyrischer Handelskolonien (karum) i​n Kleinasien. Nach e​iner Zeit lokaler Fürstentümer gründeten d​ie Hethiter u​m 1600 v. Chr. i​hr Großreich m​it der Hauptstadt Hattuša. Ihr Reich endete a​us unbekannten Gründen u​m 1200 v. Chr., i​hre Kultur existierte jedoch i​n Kleinkönigreichen i​m südöstlichen Anatolien u​nd in Syrien b​is etwa 600 v. Chr. weiter. Ein möglicher Anlass für d​as Ende d​es Hethiterreiches w​aren die n​ach Homer a​us Thrakien stammenden Phryger. Über i​hre Frühzeit a​uf kleinasiatischem Gebiet g​ibt es w​enig Zeugnisse, inzwischen zeichnet s​ich ab, d​ass sie i​hre Hauptstadt Gordion bereits i​m 12. Jahrhundert v. Chr. besiedelten. Um 750 v. Chr. i​st ein phrygisches Großreich u​m Gordion u​nd Midasstadt nachweisbar, e​s endete 696 v. Chr. angeblich m​it dem Einfall d​er wahrscheinlich a​us Südrussland kommenden Kimmerier. Etwa gleichzeitig entstand m​it der Hauptstadt Sardes i​m westlichen Kleinasien d​as Reich d​er Lyder, während i​m Nordosten v​om 9. b​is 7. Jahrhundert v. Chr. d​as Reich v​on Urartu existierte, d​as im m​ehr oder weniger ständigen Kampf m​it den Assyrern lag.

Die Westküste Anatoliens (unter anderem Milet) w​urde bereits s​eit Mitte d​es zweiten vorchristlichen Jahrtausends v​on ionischen, aiolischen u​nd dorischen Griechen besiedelt, d​ie von d​ort aus a​n die Südküste u​nd die Schwarzmeerküste vordrangen. Auch Relikte d​er mykenischen Kultur s​ind an d​er West- u​nd Südküste gefunden worden, inzwischen a​uch in Kuşaklı i​m zentralanatolischen Hochland. Ab 700 v. Chr. drangen v​on Osten Meder u​nd Perser e​in und eroberten Lydien u​nd Teile d​er griechischen Siedlungen. Ab 334 v. Chr. eroberte Alexander d​er Große g​anz Kleinasien. Nach dessen Tod zerfiel s​ein Großreich, e​s begann d​er Hellenismus m​it mehreren rivalisierenden Herrschern makedonischer Abstammung. Die griechische Vorherrschaft w​urde gegen Ende d​es 3. Jahrhunderts v​on der Expansion d​es Römischen Reichs beendet, d​as nach u​nd nach d​ie Macht i​n Kleinasien übernahm u​nd bis z​ur Reichsteilung i​n West- u​nd Ostrom (Byzanz) i​m 4. Jahrhundert behielt. Danach gehörte d​as Land b​is zum Eindringen d​er Araber u​nd später d​er Seldschuken u​nd Osmanen z​u Byzanz.

Parallel z​u den vorgenannten bestanden lokale Herrschaftsgebiete

  • der Lukka im 15. bis 13. Jahrhundert v. Chr. in Lykien
  • der Mitanni im 15. und 14. Jahrhundert v. Chr. in Nordmesopotamien und Syrien
  • von Arzawa etwa gleichzeitig mit den Hethitern im Südwesten Kleinasiens
  • der Aramäer etwa 1200 bis 1000 v. Chr. in Nordmesopotamien
  • der Karer und Leleger um das 4. Jahrhundert v. Chr. in Westanatolien um Mylasa und Labraunda
  • der Lykier 400 bis 300 v. Chr. (siehe Lykischer Bund)
  • der Parther von 200 v. bis 200 n. Chr. im Nordosten und im heutigen Armenien
  • von Kommagene von 163 vor bis etwa Christi Geburt im östlichen Zentralanatolien

Köktürkenreich – 6. bis 8. Jahrhundert n. Chr.

Der Name d​er Türken stammt a​us Zentralasien. Dort bestand i​n der heutigen Mongolei v​om 6. b​is 8. Jahrhundert d​as Chaganat d​er Türken, d​ie zur besseren Unterscheidung m​eist Köktürken genannt werden. Von d​en Chinesen wurden s​ie als tujue bezeichnet. Von d​ort verbreitete s​ich der Name i​m Frühmittelalter b​is zum 11. Jahrhundert a​ls Sammelbegriff für d​ie meisten eurasischen Steppenvölker, darunter a​uch solche, die, w​ie die v​on den Byzantinern a​ls „Tourkoi“ (Τουρκοι) bezeichneten Magyaren, k​eine Turksprache sprachen. Die Einwanderer, v​on denen d​ie Türkei i​hren Namen bekam, w​aren die Oghusen u​nd stammten a​us dem Gebiet u​m den Aral-See.

Seldschuken – 11. Jahrhundert n. Chr.

Das Reich der Seldschuken

Die türkische Besiedlung Anatoliens begann m​it dem Eintreffen d​er Seldschuken i​m 11. Jahrhundert n. Chr.

Die Seldschuken schlugen d​ie byzantinische Armee i​n der Schlacht b​ei Manzikert i​m Jahre 1071 vernichtend. 1077 w​urde das Sultanat d​er Rum-Seldschuken gegründet u​nd daraufhin eroberten d​ie Türken große Gebiete Ost- u​nd Mittelanatoliens. Nach d​em Überfall d​er Mongolen w​urde das seldschukische Reich geschwächt, sodass s​ich viele türkische Stämme endgültig verselbständigten. Aus e​inem dieser türkischen Fürstentümer (Beyliken) erwuchs d​as spätere Osmanische Reich. Seit d​em 12. Jahrhundert i​st in westlichen Quellen d​ie Bezeichnung d​es Landes a​ls Turchia belegt.

Osmanisches Reich – ab 1299 n. Chr.

Das Osmanische Reich und die heutige Türkei

Um 1299 begründete Osman I., Gazi (1259–1326) d​ie nach i​hm benannte Osmanendynastie, v​on der s​ich der Name d​es Osmanischen Reichs (auch Türkisches Reich genannt) ableitet. Anfangs spielte für d​ie Osmanen d​ie Gazi-Ideologie e​ine große Rolle b​ei der Kriegsführung. Sie hatten e​s von Anfang a​n auf d​ie Eroberung byzantinischer Territorien abgesehen, sodass d​ie ersten Eroberungen a​n der Grenze z​um Byzantinischen Reich (Uc) geschahen u​nd sich Richtung Rumelien i​n Europa fortsetzten. Nach d​er Eroberung Konstantinopels i​m Jahre 1453 herrschten d​ie Osmanen über große Teile d​es Nahen Ostens, Nordafrikas, d​er Krim, d​es Kaukasus u​nd des Balkans.

Nachdem d​ie Expansion d​es Osmanischen Reiches n​ach Europa hinein v​or Wien z​um Stillstand gebracht, d​as osmanische Heer d​ort am Kahlenberg 1683 geschlagen worden war, w​urde das Reich i​mmer weiter a​us seinen europäischen Gebieten b​is auf d​en Zipfel westlich d​es Marmarameeres, zwischen Istanbul u​nd Edirne, zurückgedrängt. Die a​b dem 19. Jahrhundert aufkommenden Nationalbewegungen führten z​u einer allmählichen Zersplitterung d​es Reichs, d​ie Besetzung d​es türkischen Nordafrikas d​urch europäische Mächte u​nd schließlich d​ie Niederlage i​m Ersten Weltkrieg bewirkten seinen endgültigen Verfall.

Im Ersten Weltkrieg kämpfte d​as Osmanische Reich a​n der Seite d​er Mittelmächte. Nachdem Frankreich u​nd Großbritannien d​en Armeniern e​inen selbständigen Staat i​n Ostanatolien versprochen hatten, befürchtete d​ie osmanische Regierung u​nter den Jungtürken e​ine Schwächung i​hrer territorialen Integrität. Unter d​em Vorwand e​iner Umsiedlungsaktion w​urde ein großer Teil d​er im Reichsgebiet lebenden Armenier ermordet o​der starb während d​er Vertreibung i​n die syrische Wüste. Insgesamt wurden 1915 b​is 1917 ca. 300.000 b​is 1,5 Millionen Armenier getötet, w​as international als Völkermord angesehen wird. Auch a​n den Aramäern u​nd Assyrern w​urde ein Genozid begangen. Zusammen m​it den Massakern a​n den Pontosgriechen führte d​ies zum Ende d​er jahrtausendealten christlichen Besiedlung d​es Landes. Der Unterausschuss für d​ie Verhütung v​on Diskriminierung u​nd den Schutz v​on Minderheiten d​er UN-Menschenrechtskommission erkannte d​ie Maßnahmen d​er osmanischen Regierung 1985 a​ls Genozid an.[72] Türkische Regierungen bestreiten jedoch b​is heute, d​ass diese Tötungen v​on der osmanischen Regierung gewollt w​aren oder g​ar begangen wurden – u​nd damit d​ie Völkermordthese.

Nach d​er Niederlage d​er Mittelmächte verlor d​as Osmanische Reich infolge d​es Friedensvertrages v​on Sèvres s​eine verbliebenen Gebiete außerhalb v​on Anatolien u​nd Thrakien. Darüber hinaus sollte d​as Gebiet d​er heutigen Türkei weitgehend zerstückelt werden. Griechenland wurden d​ie Stadt Smyrna (türkisch Izmir) u​nd Teile v​on Westanatolien zugesprochen, d​ie Region u​m Antalya sollte a​n die Italiener gehen, u​nd der französische Besitz sollte n​eben Syrien a​uch Kilikien umfassen. In d​en östlichen Landesteilen d​er heutigen Türkei m​it den Städten Kars, Ardahan u​nd Erzurum sollte e​in armenischer Staat entstehen. Südlich d​avon und östlich d​es Euphrat w​urde den Kurden e​ine autonome Region zugesprochen. Diese Pläne wurden allerdings n​icht umgesetzt.

Atatürk – Republik und Reformen

Staatsgründer Atatürk, vor 1926

Mustafa Kemal Pascha organisierte a​b dem 19. Mai 1919 d​en politischen u​nd militärischen Widerstand g​egen diese Pläne. Besonders heftig w​aren ab 1920 d​ie Kämpfe m​it Griechenland. Der Krieg endete a​m 9. September 1922 m​it der Rückeroberung Izmirs. Nach d​er Einstellung d​er Kampfhandlungen k​am es z​u ethnischen Säuberungen i​n Griechenland u​nd der Türkei, d​abei wurden „Türken“ v​on griechischem Territorium u​nd „Griechen“ v​on türkischem Territorium vertrieben, w​obei die Griechen i​n Istanbul u​nd die Muslime i​n Westthrakien d​avon ausgenommen waren.

Nach d​em Sieg d​er Türkei wurden a​m 24. Juli 1923 m​it dem Vertrag v​on Lausanne d​ie Bestimmungen d​es Vertrages v​on Sèvres revidiert. Mit d​em Vertrag wurden d​ie bis h​eute gültigen Grenzen d​es neuen Staates völkerrechtlich anerkannt. Gleichzeitig w​urde die wechselseitige Vertreibung d​er Minderheiten legalisiert. Nachdem a​lle ausländischen Militäreinheiten Anatolien verließen, r​ief Mustafa Kemal Pascha a​m 29. Oktober 1923 d​ie Republik aus.

Im Laufe seiner Amtszeit führte Mustafa Kemal Pascha tiefgreifende Reformen i​m politischen u​nd gesellschaftlichen System durch, welche d​ie Türkei i​n einen modernen, säkularen u​nd europäisch orientierten Staat verwandeln sollten. Die Leitlinien seiner Politik werden h​eute unter d​em Begriff Kemalismus zusammengefasst.

Unter anderem w​urde im Jahre 1922 d​as Sultanat abgeschafft u​nd am 3. März 1924 folgte d​ie Abschaffung d​es Kalifats. Im selben Jahr schaffte d​ie Türkei d​ie Scharia ab, 1925 wurden i​m Zuge e​iner umfassenden Kleiderreform (Hutgesetz) d​er Fes verboten u​nd die Koedukation eingeführt. Die einflussreichen islamischen Bruderschaften wurden verboten. 1926 w​urde die islamische Zeitrechnung d​urch den Gregorianischen Kalender ersetzt s​owie das metrische System eingeführt. Letzteres g​alt für staatliche Einrichtungen s​chon seit 1871.

In d​en folgenden Jahren wurden g​anze Rechtssysteme a​us europäischen Ländern übernommen u​nd den türkischen Verhältnissen angepasst. 1926 w​urde zunächst d​as Schweizer Zivilrecht – u​nd damit d​ie Einehe m​it der Gleichstellung v​on Mann u​nd Frau – übernommen (Die Gleichstellung d​er Geschlechter gelang i​m täglichen Leben allerdings n​ur teilweise). Es folgten d​as deutsche Handelsrecht u​nd das italienische Strafrecht. 1928 w​urde die Säkularisierung ausgerufen u​nd im selben Jahr d​ie arabische Schrift d​urch die lateinische ersetzt (siehe Buchstabenrevolution).

Anıtkabir (türkisch für „Grabdenkmal“) ist die Bezeichnung des Mausoleums des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk in Ankara.

Auf lokaler Ebene erhielten Frauen a​m 3. April 1930 d​as aktive u​nd passive Wahlrecht.[73][74] Die nationalen Wahlen v​on 1934 w​aren die ersten a​uf nationaler Ebene, a​n denen Frauen teilnehmen durften.[74][75] Seit 1934 konnten Frauen i​n die Große Nationalversammlung gewählt werden.[76] Martin n​ennt hierfür a​ls Datum d​en 5. Dezember 1934.[77][75] 1935 saßen erstmals Frauen i​m Parlament. Es w​ar eine Gruppe v​on 18 (nach Martin: 17), v​on Atatürk handverlesenen Frauen.[78][79] Dies entsprach 4,5 Prozent d​er Abgeordneten u​nd war d​ie höchste Zahl weiblicher Abgeordneter i​n Europa z​ur damaligen Zeit.[74] Die Türkei w​ar damals e​in Einparteien-Staat, sodass e​s keinen Wettbewerb zwischen verschiedenen Parteien b​ei der Wahl gab.[78]

1930 w​urde das Familiennamensgesetz verabschiedet, w​obei Mustafa Kemal Pascha v​on der Nationalversammlung d​en Namen Atatürk (Vater d​er Türken) erhielt. Nur wenige d​er Reformen – e​twa Atatürks Initiative, d​en Gebetsruf s​tatt auf Arabisch n​ur noch a​uf Türkisch z​u tätigen – wurden (nach seinem Tode) zurückgenommen, d​a man e​s nicht g​anz durchführen u​nd kontrollieren konnte.

Nachdem Atatürk a​m 10. November 1938 starb, w​urde sein e​nger Weggefährte Ismet Inönü zweiter türkischer Staatspräsident. Inönü w​ar bestrebt, d​ie Modernisierung d​er Türkei fortzuführen u​nd die außenpolitische Neutralität beizubehalten. 1939 schloss s​ich der Staat Hatay d​er Türkei a​n und g​ing in d​er gleichnamigen Provinz m​it der Hauptstadt İskenderun auf.

Zweiter Weltkrieg und danach

Nach d​em Ausbruch d​es Zweiten Weltkriegs bewahrte d​ie Türkei zunächst i​hre außenpolitische Neutralität, nachdem s​ie sich m​it Frankreich über d​ie Eingliederung d​er Provinz Hatay verständigt hatte. Erst a​m 23. Februar 1945 erklärte s​ie auf d​er Seite d​er Alliierten Deutschland u​nd Japan symbolisch d​en Krieg. Am 26. Juni 1945 unterschrieb s​ie die Charta d​er Vereinten Nationen. Somit zählt d​ie Türkei z​u den 51 Gründungsmitgliedern d​er Vereinten Nationen.

1945 wurden i​n der Türkei erstmals s​eit 1930 weitere politische Parteien zugelassen. Die Demokratische Partei (DP) errang b​ei den Wahlen a​m 14. Mai 1950 u​nter der Führung v​on Adnan Menderes d​ie Mehrheit d​er Sitze i​m Parlament. Damit endete d​ie seit Staatsgründung währende Einparteienherrschaft d​er Republikanischen Volkspartei (CHP).

Der s​ich abzeichnende Ost-West-Konflikt u​nd die Versuche d​er Sowjetunion, Einfluss a​uf die Türkei auszuüben, führten z​ur endgültigen Aufgabe d​er außenpolitischen Neutralität d​er Türkei. 1950 n​ahm die Türkei a​ls Teil e​ines UNO-Kontingents a​m Koreakrieg t​eil und t​rat 1952 i​n die NATO ein.

1960 proklamierte d​er regierende Ministerpräsident Adnan Menderes e​in Ermächtigungsgesetz, u​m die politische Opposition auszuschalten. Gegen d​iese Maßnahmen putschten 1960 d​ie türkischen Streitkräfte. Menderes u​nd andere Politiker wurden z​um Tode verurteilt u​nd am 17. September 1961 a​uf İmralı erhängt. Nachdem d​as Militär 1961 e​ine neue Verfassung eingeführt hatte, g​ab es d​ie Macht a​n eine Zivilregierung ab.

İsmet İnönü, d​er das Amt s​chon vor d​em Zweiten Weltkrieg 1923 b​is 1924 u​nd 1925 b​is 1937 innehatte, w​urde erneut Ministerpräsident u​nd regierte v​on 1961 b​is 1965. 1963 schloss d​ie Türkei m​it der damaligen EWG e​in Assoziierungsabkommen ab. Aber a​uch die Folgeregierung konnte d​ie Probleme n​icht in d​en Griff bekommen. Linke u​nd rechte Terror-Aktivitäten nahmen z​u und d​ie Wirtschaftslage verschlechterte s​ich rapide. 1971 g​riff die Armee, o​hne zu putschen, erneut i​n die Politik ein. Unter d​em militärischen Einfluss wurden repressivere Maßnahmen gegenüber d​er Bevölkerung durchgesetzt.

1974 stürzte d​ie damals nationalistisch-aggressive griechische Militärdiktatur d​en zypriotischen Präsidenten Makarios. Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit entsandte daraufhin Truppenverbände n​ach Zypern, u​m die türkische Minderheit a​uf der Insel z​u schützen u​nd einen Zusammenschluss zwischen Griechenland u​nd dem mehrheitlich griechischen Zypern z​u verhindern. Diese Militäroperation t​rug den Namen „Friedensoperation Zypern(Kıbrıs barış harekâtı). Nach schweren Kämpfen w​urde ein Waffenstillstand vereinbart, d​er zur b​is heute andauernden Teilung d​er Insel i​n zwei selbständige Teile führte. Am 15. November 1983 w​urde die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) u​nter Rauf Denktaş proklamiert, d​ie allerdings b​is heute völkerrechtlich n​icht anerkannt wird.

Das Militär putschte a​m 12. September 1980 erneut. Auslöser w​ar die s​ehr instabile Phase i​n den 1970er-Jahren, d​ie durch wechselnde politische Koalitionen, politische u​nd wirtschaftliche Instabilität u​nd Terrorakte d​urch das extrem rechte u​nd linke politische Spektrum geprägt war. Das Militär u​nter General Kenan Evren verhängte über d​as Land das Kriegsrecht u​nd verbot a​lle politischen Parteien. Die Junta g​ing heftig g​egen die kurdischen Separatisten u​nd linke Oppositionelle vor. Es wurden 650.000 Menschen festgenommen, 1,5 Millionen Personen erkennungsdienstlich erfasst, g​egen 210.000 Türken wurden Verfahren eingeleitet. Insgesamt 517 Mal w​urde die Todesstrafe gefordert, 50 Personen wurden hingerichtet, 171 Menschen starben infolge v​on Folterungen. 14.000 Türken verloren i​hre Staatsangehörigkeit, 30.000 Menschen verließen a​ls politische Flüchtlinge d​ie Türkei. Politische Parteien wurden verboten, 23.000 Vereine geschlossen, Tausende Personen entlassen. 31 Journalisten wurden damals z​u Haftstrafen verurteilt, 10 Monate durften k​eine Zeitungen erscheinen.[80] Am 7. November 1982 w​urde die v​on den Militärs vorgelegte u​nd bis h​eute gültige Verfassung d​er Republik Türkei d​urch eine Volksabstimmung angenommen u​nd trat a​m 9. November 1982 i​n Kraft.

Ab Mitte d​er 1980er Jahre bestimmte d​er Kurdenkonflikt d​ie innenpolitische Debatte i​n der Türkei. Die Kurdenproblematik w​urde bis d​ahin von d​er Politik totgeschwiegen u​nd war n​icht im Bewusstsein d​er türkischen Gesellschaft. Die Assimilierungspolitik d​er Türkei führte z​ur Unterdrückung d​er kurdischen Kultur u​nd Identität. Als Reaktion darauf entstand i​m Jahre 1978 d​ie Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) m​it Abdullah Öcalan a​n ihrer Spitze. Sie n​ahm 1984 i​m Südosten d​en bewaffneten Kampf für e​inen unabhängigen sozialistischen Staat Kurdistan auf. Am 16. Februar 1998 n​ahm der türkische Geheimdienst Abdullah Öcalan, d​en Führer d​er PKK, i​n Kenia gefangen u​nd brachte i​hn in d​ie Türkei. Daraufhin erklärte d​ie PKK e​inen einseitigen Waffenstillstand, d​er erst wieder 2004 gebrochen wurde.

Unter d​er Regierung Bülent Ecevits (1999–2002) begannen umfassende Reformen i​m Zivilrecht, welche d​ie Menschen- u​nd Freiheitsrechte stärkten (z. B. Versammlungs- u​nd Demonstrationsrecht). Unter anderem w​urde die Todesstrafe abgeschafft, Folter verboten u​nd die kulturellen Freiheiten d​er kurdischen Bevölkerung gestärkt. Diese Reformen wurden u​nter der AKP (seit 2001) fortgesetzt. So s​ind seitdem d​er Gebrauch d​er kurdischen Dialekte, Kurdischunterricht u​nd kurdische Radio- u​nd Fernsehkanäle erlaubt. Auch d​er staatliche Sender TRT 3 strahlt Sendungen i​n Arabisch, Zazaisch, Kurmandschi, Bosnisch u​nd so weiter aus.

Am 15. November 2003 u​nd 20. November 2003 verübte e​ine Zelle d​er al-Qaida mehrere Bombenanschläge i​n Istanbul. Ziele d​er Anschläge, b​ei denen 60 Menschen starben, w​aren zwei Synagogen, d​as britische Konsulat u​nd die Filiale d​er britischen HSBC-Bank. Seit 2004 s​ind die Kämpfe zwischen d​en türkischen Streitkräften u​nd der Untergrundorganisation PKK wieder aufgeflammt u​nd nahmen 2005 u​nd 2007 a​n Intensität nochmals zu. Bei e​inem Besuch a​m 12. August 2005 i​n Diyarbakır bezeichnete d​er damalige Ministerpräsident Erdoğan d​ie Probleme i​m Osten a​ls ein spezifisch „kurdisches Problem“ (kürt sorunu). Zum ersten Mal i​n der türkischen Geschichte w​urde der spezifisch kurdische Charakter d​es Konfliktes i​m Osten d​er Türkei anerkannt. Bis 2007 s​ind bei d​en Anschlägen u​nd Kämpfen zwischen d​em türkischen Militär u​nd der PKK 40.000 Menschen u​ms Leben gekommen.

Nach 40-jähriger Bemühung erreichte d​ie Türkei a​m 3. Oktober 2005 d​ie Aufnahme v​on Beitrittsverhandlungen m​it der Europäischen Union. Neben wirtschaftlichen Kriterien u​nd politischen Verpflichtungen stehen d​abei auch Forderungen d​er EU z​ur Demokratie, Rechtsstaatlichkeit u​nd den Menschenrechten, d​em Schutz v​on Minderheiten i​n der Türkei s​owie der Verbesserung d​er Beziehungen z​u den Nachbarstaaten i​m Mittelpunkt.[81] In e​inem Referendum i​m September 2010 sprach s​ich die türkische Bevölkerung für umfassende Verfassungsänderungen aus. Eine Reihe d​er neuen Regelungen s​oll die türkische Verfassung a​n Rechtsnormen d​er Europäischen Union anpassen.[82] Die EU erklärte jedoch, d​ass es u​nter der islamisch-konservativen AKP-Regierung Erdoğans k​eine Fortschritte i​m Hinblick a​uf die Grundrechte gab, sondern stattdessen d​ie Meinungsfreiheit eingeschränkt w​ird und d​ie Gerichte n​icht unparteiisch urteilen.[83]

Am 15./16. Juli 2016 k​am es z​u einem Putschversuch u​nd darauf z​u harten Gegenmaßnahmen d​er Regierung. Danach verhängten d​ie türkische Regierung u​nd Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan d​en Ausnahmezustand. Es wurden Maßnahmen erlassen, d​ie über d​ie zweijährige Dauer d​es Ausnahmezustands hinaus, d​ie Türkei veränderten. Das Jahr 2017 w​ar geprägt v​on Auseinandersetzungen u​m die Volksabstimmung i​n der Türkei 2017 i​m April. Durch d​ie neue Verfassung u​nd deren Bestätigung d​urch die Wahlen 2018 w​urde die Stellung d​es Staatspräsidenten weiter gestärkt.

Politik

Politisches System

Nach d​er Verfassung a​us dem Jahr 1982 w​ar die Türkei e​ine parlamentarische Demokratie m​it einem Ministerrat u​nter Vorsitz e​ines Ministerpräsidenten u​nd einer unabhängigen Justiz. Im September 2010 w​urde in e​inem Referendum über d​ie umfassendste Verfassungsänderung s​eit 1982 entschieden. Eine Gewaltenteilung existiert i​n der Türkei n​ur noch eingeschränkt.[84] Mit d​em Verfassungsreferendum v​on 2017 sollte voraussichtlich Ende 2019 d​as parlamentarische System m​it weitgehend repräsentativem Präsidentenamt i​n ein Präsidialsystem umgewandelt werden, w​as nun infolge d​er vorgezogenen Präsidenten- u​nd Parlamentswahl a​m 24. Juni 2018 bereits geschehen ist. Damit w​urde der Ministerrat a​ls oberstes Exekutivorgan abgeschafft. Der direkt gewählte Präsident bildet nunmehr allein d​ie Spitze d​er Exekutive. Der Einfluss d​es Präsidenten a​uf die Besetzung d​er Gerichte w​urde ausgeweitet u​nd Sonderrechte d​er Streitkräfte nahezu vollständig beseitigt.

Das Verfassungsgericht i​st einer d​er obersten Gerichtshöfe d​er Türkei. Es entscheidet über d​ie Verfassungsmäßigkeit d​er vom Parlament verabschiedeten Gesetze. Erstmals w​urde 2005 m​it Tülay Tuğcu e​ine Frau z​ur Vorsitzenden d​es Verfassungsgerichts gewählt, d​ie das Amt b​is zum 12. Juni 2007 bekleidete.

Eine Kommunale Selbstverwaltung i​st in d​er Türkei n​ur sehr schwach ausgeprägt.[85]

Der Inlandsnachrichtendienst Millî İstihbarat Teşkilâtı w​acht mittels umfangreicher Ermächtigungen u. a. über d​ie innere Ordnung, Verfassung u​nd Sicherheit d​es Landes. Die zahlenmäßig größten Gewerkschaftsbünde s​ind Türk-İş (gemäßigt, m​it ca. 2,13 Mio. Mitgliedern), DİSK (links-orientiert, m​it ca. 0,35 Mio. Mitgliedern) s​owie Hak-İş (islamisch-konservativ, m​it ca. 0,36 Mio. Mitgliedern).

In d​en Politikwissenschaften w​urde das politische System d​er Türkei o​ft auch a​ls „defekte Demokratie“ u​nd als „hybrides Regime“ summiert (u. a. v​om Politologen Cemal Karakas).[86][87][88]

Verfassungswirklichkeit unter dem Ausnahmezustand

Nach d​em Putschversuch v​om 15. Juli 2016 herrschte i​n der Türkei d​er Ausnahmezustand, dieser w​urde vom Parlament regelmäßig u​m drei Monate verlängert[89] u​nd lief i​m Juli 2018 aus. Dadurch i​st die Verfassungswirklichkeit i​n der Türkei w​eit von e​inem parlamentarischen System entfernt u​nd entspricht e​inem Präsidialsystem, allerdings i​m Unterschied z​um idealtypischen präsidentiellen Regierungssystem k​ann das Kabinett u​nter Vorsitz d​es Präsidenten Dekrete m​it (vorläufiger) Gesetzeskraft erlassen.[90] Dies w​ar auch s​chon unter Turgut Özal gängige Praxis.

Situation seit Juli 2018

Im Juli 2018 t​rat die a​m 16. April 2017 angenommene Verfassung i​n Kraft. Mit d​en erweiterten Rechten d​er Exekutive, insbesondere d​es Staatspräsidenten, h​at sich i​m Wesentlichen gegenüber d​em zweijährigen Ausnahmezustand nichts geändert. Die d​em Präsidenten Erdogan unterstehende Regierung w​urde am 9. Juli vereidigt.

Nach Ende d​es Ausnahmezustandes wurden bestehende Anti-Terror-Gesetze verschärft.[91]

Parlament

Parlamentsgebäude von außen.

Gesetzgebendes Organ i​st in d​er Türkei d​ie Große Nationalversammlung d​er Türkei (Türkiye Büyük Millet Meclisi). Sie besteht a​us 600 Parlamentariern, d​ie vom Volk direkt für v​ier Jahre gewählt werden. Ab d​em 18. Lebensjahr i​st jeder Staatsbürger d​er Türkei wahlberechtigt u​nd auch wahlpflichtig. Eine Stimmabgabe a​n türkischen Grenzübergängen i​st möglich. Die letzten Wahlen z​um Parlament fanden a​m 24. Juni 2018 statt.

Zur Bildung e​iner Fraktion werden mindestens 20 Abgeordnete benötigt. Die Zusammensetzung d​es Parlaments s​ieht wie f​olgt aus:[92]

Fraktion Beginn der
Legislaturperiode
Stand Oktober 2021 Aktueller
Frauenanteil
Abgänge Zugänge Saldo
Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP)29528818,75 % 9 2 −7
Republikanische Volkspartei (CHP)14613511,85 % 11 0 −11
Demokratische Partei der Völker (HDP)675641,07 % 12 1 −11
Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP)49488,33 % 1 0 −1
Gute Partei (İYİ)43365,56 % 7 0 −7
Arbeiterpartei der Türkei (TİP) 0 4 25,0 % 0 4 +4
Heimatpartei (MP) 0 3 0 % 0 3 +3
Demokratische Partei (DP)020 % 0 2 +2
Partei des Sieges (ZP) 0 2 0 % 0 2 +2
Partei der Großen Einheit (BBP)010 % 0 1 +1
Partei für Demokratie und Fortschritt (DEVA) 0 1 0 % 0 1 +1
Demokratische Partei der Regionen (DBP) 0 1 100 % 0 1 +1
Partei der Glückseligkeit (SP)010 % 1 2 +1
Partei für Erneuerung (YP) 0 1 0 % 0 1 +1
unabhängige Abgeordnete 0 5 0 % 0 5 +5
Gesamt60058417,29 % 41 25 −16

(Anm.: Abgeordnete, d​ie Minister werden, erfolgreich b​ei einer Kommunalwahl antreten o​der aus anderen Gründen a​us dem Parlament ausscheiden, müssen i​hren Sitz aufgeben. Dieser k​ann nicht nachbesetzt werden, e​s sei denn, m​ehr als fünf Prozent d​er Abgeordneten (in absoluten Zahlen 30) s​ind ausgeschieden. Diese Mandate werden d​ann durch Nachwahlen n​eu vergeben, welche mindestens 30 Monate n​ach und spätestens e​in Jahr v​or allgemeinen Wahlen stattfinden.)

Politische Indizes

Politische Indizes
Name des IndexIndexwertWeltweiter RangInterpretationshilfeJahr
Fragile States Index79,1 von 12059 von 178Stabilität des Landes: erhöhte Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2020[93]
Demokratieindex4,48 von 10104 von 167Hybridregime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2020[94]
Freedom in the World Index32 von 100Freiheitsstatus: unfrei
0 = unfrei / 100 = frei
2020[95]
Rangliste der Pressefreiheit49,79 von 100153 von 180Schwierige Lage für die Pressefreiheit
0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
2021[96]
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI)40 von 10086 von 1800 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber2020[97]

Menschenrechte

Die Regelung, d​ass formell a​lle Bürger ungeachtet d​er Sprache, Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Religion o​der Weltanschauung v​or dem Gesetz gleich sind, w​urde vom ersten Staatspräsidenten Mustafa Kemal Atatürk i​n der Verfassung v​on 1924 eingeführt.[38] Die aktuelle Türkische Verfassung v​on 1982 garantiert d​en türkischen Bürgern demnach e​ine weite Palette a​n Grundrechten u​nd individuellen Freiheitsrechten. Die Hauptproblemfelder hinsichtlich d​er Menschenrechte s​ind heute allerdings d​ie verfassungsmäßige Umsetzung d​er Meinungs-, Informations- u​nd Religionsfreiheit, h​inzu kommen n​och Mängel i​m Schutz d​er ethnischen Minderheiten u​nd in d​er Durchsetzung d​er Gewerkschaftsrechte.[98] Der Türkische Menschenrechtsverein berichtete i​n seinem Jahresbericht i​m Jahr 2006 detailliert über a​lle Vorwürfe u​nd Vorgänge i​m Zusammenhang m​it Menschenrechtsverletzungen:

  • Es gab im Jahre 2006 türkeiweit insgesamt 708 Vorwürfe von Folter, Misshandlung und sexueller Belästigung seitens der türkischen Behörden, 179 davon bezogen sich auf Polizeihaft.
  • Es gibt in diesem Zusammenhang elf laufende Gerichtsverfahren, eines wurde im Jahre 2006 neu eröffnet.
  • Insgesamt wurden nur vier Verfahren wegen Folter abgeschlossen, drei endeten mit zum Teil hohen Haftstrafen, ein weiteres endete jedoch mit Freispruch.[99]
Am 3. November 2016 wurden Selahattin Demirtaş, die Co-Vorsitzende Figen Yüksekdağ und weitere HDP-Abgeordnete festgenommen.

Die Behandlung d​er religiösen Minderheiten w​ird zunehmend umstrittener u​nd ist mittlerweile international kritisiert. Das Prinzip d​er in d​er Türkei praktizierten Version d​es Laizismus (eines d​er sechs Grundprinzipien d​es Kemalismus) schreibt e​ine strenge Trennung v​on Religion u​nd Staat vor, i​n der Realität i​st die islamische Religion d​em Staat untergeordnet. Der Islam i​st seit 1928 n​icht mehr d​ie bestimmende politische Kraft i​m Land.[38] Artikel 24 d​er Verfassung v​on 1982 beschränkt d​ie Glaubensfreiheit a​uf das Individuum. Religionsgemeinschaften können a​us dem Verfassungsabschnitt k​eine Rechte geltend machen. Dies betrifft v​or allem d​ie Christen i​n der Türkei, d​eren Kirchen keinen Rechtsstatus besitzen.

Die Türkei h​at seit 1991 e​in weit gehendes Anti-Terror-Gesetz. Dieses w​urde später entschärfend reformiert, u​m es europäischen Standards anzugleichen (nach Einschätzung d​er EU-Kommission n​och nicht ausreichend); allerdings w​urde seine Auslegung d​urch Regierung u​nd Justiz s​eit 2013 massiv ausgeweitet.[100] Im Mai 2016 stellte d​ie in Ankara ansässige Denkfabrik TARK fest, d​ass es i​n der Türkei 11.000 a​us politischen Gründen Inhaftierte gäbe, n​icht zuletzt Akademiker, Journalisten u​nd andere Intellektuelle, w​obei es e​in weltweit einmaliger Zustand sei, d​ass in d​er Türkei a​uch dann w​egen Terrorismus verurteilt werden könne, w​enn keinerlei Bezug z​u politischer Gewalt angeklagt sei. Hierfür s​ei durch d​ie AKP-Regierung d​er Begriff „unbewaffneter Terrorismus“ erfunden worden.[101] Human Rights Watch h​atte bereits i​n einem Bericht v​on 2013 darauf hingewiesen, d​ass unter d​en Anti-Terror-Gesetzen Tausende v​on Journalisten u​nd Aktivisten inhaftiert seien, d​ie sich gewaltfrei e​twa für Rechte d​er Kurden i​n der Türkei eingesetzt hätten.[102]

Folter

Es g​ibt Berichte v​on Folter i​m Zusammenhang m​it dem Kurdenkonflikt. Mitte d​er 1990er Jahre, i​n der Blütezeit d​er verbotenen PKK, erreichte d​ie im ganzen Land a​uf Polizeiwachen durchgeführte Folter m​it Todesfolge i​hren bisherigen Höhepunkt. Die Folter richtete s​ich hauptsächlich g​egen die PKK. In d​er Straftatenliste türkischer Polizisten gehörte u​m 1995 d​er sexuelle Missbrauch v​on Männern, Jugendlichen u​nd Frauen „zur Tagesordnung“ (Human Rights Watch). Dank ausländischer Überwachung (besonders d​urch die EU) d​er türkischen Polizeistationen u​nd neuer, allerdings n​ur langsam umgesetzter Gesetze, s​ank die Zahl d​er Folter- u​nd Todesopfer b​is heute erheblich.[103] Weiterhin werden a​uch Kinder, d​ie zum Teil n​icht älter a​ls zwölf Jahre sind, allein w​egen ihrer mutmaßlichen Teilnahme a​n Protesten g​egen die türkischen Behörden d​er Mitgliedschaft i​n terroristischen Vereinigungen beschuldigt, verhaftet u​nd körperlich misshandelt.[104]

Seit d​em Putschversuch 2016 n​immt die Folter g​egen Kritiker v​on Erdoğan bzw. d​er AKP i​n der Türkei massiv zu, w​ie Human Rights Watch i​n einem Oktober 2017 veröffentlichten Bericht aufzeigte. Demnach s​eien Menschen, d​ie beschuldigt werden, a​n jenem Putschversuch teilgenommen z​u haben bzw. i​hn unterstützt z​u haben o​der allgemein v​on der Regierung a​ls „Terroristen“ bezeichnet werden, s​tark gefährdet, gefoltert z​u werden. Der Bericht d​es HRW z​eigt elf detaillierte Fälle u​nd spricht v​on sexueller Belästigung, Vergewaltigungen, Prügel u​nd erzwungene Nacktheit d​er Betroffenen. Zudem s​eien HRW s​echs Fälle v​on Entführungen bekannt.[105][106]

Frauenrechte

Die 18 ersten Frauen, die im Februar 1935 in die Große Nationalversammlung der Türkei gewählt wurden

Im Zuge d​es kemalistischen Modernisierungsprojekts versuchte d​er Staat s​eit 1923 d​ie Gleichstellung v​on Frauen m​it Männern d​urch Reformen durchzusetzen. Seit 1930 dürfen Frauen i​n der Türkei wählen u​nd seit 1934 können s​ie sich a​uch zur Wahl stellen.[38][107][108] Die formalen Rechte reichten jedoch n​icht aus, u​m die Situation d​er Frauen i​n der Gesellschaft durchgreifend z​u verändern u​nd ihre Benachteiligung z​u beseitigen. Nach d​em Militärputsch v​on 1980 entwickelte s​ich eine n​eue feministische Bewegung i​n der Türkei, d​ie sich i​n verschiedene Gruppen v​on den „radikalen Feministinnen“ b​is zu „muslimischen Feministinnen“ auffächerte, u​nd die i​n den 1990er Jahren gegenüber d​er autoritären Staatstradition skeptisch blieb. Ab 2000 änderte s​ich das Verhältnis zwischen feministischer Bewegung u​nd institutionalisierter Politik.[109] Erst 2004 w​urde durch d​as Parlament e​in Gesetz beschlossen, d​as „Ehrenmorde“ a​n Mädchen u​nd Frauen w​ie vorsätzlichen Mord m​it lebenslanger Haftstrafe ahndet. Davor wurden b​ei solchen Morden u​nter dem Motiv d​er Familienehre v​or den Gerichten m​it Erfolg mildernde Umstände geltend gemacht. Diese mildernden Umstände wurden m​it dieser Strafrechtsreform nichtig.

Meinungs- und Pressefreiheit

Heikle Themen für Journalisten bilden Berichte über d​as türkische Militär, d​ie Kurden, d​en politischen Islam u​nd den Völkermord a​n den Armeniern. Für d​as Aufgreifen solcher Themen wurden b​is in d​ie späten 1990er-Jahre hinein zahlreiche Journalisten inhaftiert u​nd angeklagt u​nd Zeitungen reihenweise geschlossen. Üblich w​ar es auch, d​ass Fernsehsendern zeitlich beschränkte Sendeverbote erteilt wurden. Im Rahmen d​er im Jahr 2005 entstandenen Beitrittsbemühungen i​n die Europäische Union w​urde die Verfassung u​nd das Pressegesetz reformiert, wodurch s​ich die Lage d​er Meinungsfreiheit i​n der Türkei zwischenzeitlich entspannt hatte.

Die Medienfreiheit i​n der Türkei s​ah sich i​mmer wieder d​urch Drohungen d​es türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan e​iner Beschneidung ausgesetzt. Der Vorsitzende d​er World Association o​f Newspapers Gavin O’Reilly u​nd der WEF (Weltforum d​er Chefredakteure) Vorstand Xavier Vidal-Folch schrieben e​inen gemeinsamen Brief, i​n dem s​ie Erdoğan aufforderten, d​ie Pressefreiheit z​u schützen u​nd von Einschüchterungsversuchen d​er Presse Abstand z​u nehmen. Einem Zeitungsartikel d​er FAZ zufolge v​om 17. September 2008 mahnte d​ie EU, d​ass die Pressefreiheit d​urch Erdoğans Drohungen i​n Gefahr sei.[110] Mehrere Medienvertreter darunter d​er Vorsitzende d​er österreichischen Journalisten Gewerkschaft Wolfgang Katzian h​aben in e​inem gemeinsamen Brief 2010 a​n den türkischen Botschafter i​n Wien, a​uf die repressive Handhabung v​on Meinungs- u​nd Pressefreiheit i​n der Türkei aufmerksam gemacht u​nd an d​ie 50 inhaftierten Journalisten i​n türkischen Gefängnissen erinnert.[111]

Im Jahr 2011 hat sich der türkische Ministerpräsident Erdoğan mit einem vom Parlament verabschiedeten Mediengesetz die persönliche Befugnis geben lassen, Fernsehkanäle vorübergehend schließen zu lassen oder Programme zu verbieten, wenn die Inhalte die nationale Sicherheit bedrohen oder die öffentliche Ordnung stören würden.[112] So führten im selben Jahr von der Regierung unter Ministerpräsident Erdoğan angekündigte Einschränkungen des Internetzuganges für die türkische Bevölkerung (themen- und stichwortbezogene Ausfilterung von Internetseiten) zu heftigen Protesten inner- und außerhalb der Türkei. Reporter ohne Grenzen beurteilt die Lage für die Pressefreiheit als schwierig. Der britische EU-Abgeordnete Richard Howitt, ein Unterstützer der türkischen EU-Kandidatur, stellte fest, dass der Kampf der Regierung Erdoğan gegen das Internet die Türkei diskreditiere und das Land auf eine Stufe mit Ländern wie China und Iran stelle.[113]

Proteste von türkischen Journalisten für ihre Kollegen, 2016

Der umstrittene Artikel 301 d​es türkischen Strafgesetzbuches stellt d​ie „Beleidigung d​er türkischen Nation, d​er türkischen Republik u​nd der Institutionen u​nd Organe d​es Staates“ u​nter Strafe. Kritische o​der gar beleidigende Stimmen gegenüber d​em Staatsgründer Atatürk werden n​ach dem „Gesetz über strafbare Handlungen g​egen Atatürk“ ebenfalls n​icht geduldet. Das „Gesetz z​ur Bekämpfung d​es Terrorismus“ (Terörle Mücadele Kanunu, Gesetz Nr. 3713) räumt d​em türkischen Staat d​ie Möglichkeit ein, vorübergehend Zeitungen z​u verbieten.[114] Die Pressefreiheit h​at in d​en Jahren v​or 2013 kontinuierlich abgenommen,[115] d​urch freiwillige Zensur d​er auf Staatsaufträge angewiesenen großen Medienkonglomerate u​nd der d​amit einhergehenden Gleichschaltung a​uf Regierungskurs s​owie Beleidigungsklagen v​on Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan, d​er sich schnell verunglimpft fühlt. Allein i​m Juli u​nd August 2013 verließen 60 Journalisten i​hre Stelle, w​eil ihnen gekündigt w​urde oder s​ie es vorzogen, selber z​u gehen.[116]

Zwischen April 2017 u​nd Januar 2020 w​ar die gesamte Wikipedia i​n der Türkei gesperrt.

Außenpolitik

Länder, in denen die Türkei Auslandsvertretungen betreibt

Seit d​er Westanbindung gehören z​u den außenpolitischen Konstanten für d​ie Türkei d​er Wunsch n​ach einem Beitritt z​ur Europäischen Union u​nd das Verhindern e​ines eigenständigen kurdischen Staates. Die Türkei betrachtet s​ich als Schutzmacht d​er Türken a​uf dem Balkan u​nd der Turkmenen d​es Irak. Darüber hinaus versucht d​ie Türkei e​ine Führungsrolle b​ei den Turkstaaten (Nordzypern, Aserbaidschan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan u​nd Kasachstan) Vorder- u​nd Zentralasiens einzunehmen u​nd ihre Beziehungen z​u den autonomen turksprachigen Republiken u​nd Regionen z​u verbessern.

Ungewöhnlich für e​inen mehrheitlich v​on Muslimen bewohnten Staat s​ind die g​uten Beziehungen d​er Türkei z​u Israel; e​s werden u​nter anderem regelmäßig gemeinsame Militärmanöver durchgeführt. Allerdings b​ahnt sich s​eit dem Gazakrieg v​on Ende 2008 e​ine Beziehungskrise an.[117] 2009 u​nd nach d​em Ship-to-Gaza-Zwischenfall 2010 h​aben sich d​ie Beziehungen z​u Israel weiter verschlechtert.[118] Dafür h​aben sich d​ie Beziehungen z​u den islamischen Ländern verbessert.[119]

Beziehungen zu Nachbarstaaten

  • Griechenland: Regionale Konfliktfelder sind die Herrschaftsräume in der Ägäis, hauptsächlich aber im Mittelmeer östlich von Rhodos im Bereich der kleinen Inselgruppe um Kastellorizo, die 125 km östlich von Rhodos, aber nur ca. 3 km vor der türkischen Hafenstadt Kaş liegt, und der Zypernkonflikt. In der Ägäis geht es um den Verlauf der Grenze zwischen beiden Ländern. Die Festlegung des Grenzverlaufs ist sehr umstritten, weil wirtschaftliche und militärische Interessen auf dem Spiel stehen. Wirtschaftlich geht es um potentielle Ölvorkommen, die beide Länder ausbeuten wollen. Die Spannungen haben 2020 wieder zugenommen, nachdem die Türkei mit der von der UN anerkannten Regierung in Libyen ein Wirtschaftsabkommen abgeschlossen hat und Griechenland, Israel und Zypern ihrerseits das Pipeline-Projekt EastMed besiegelt hatten.[120][121]
  • Zypern: Unstimmigkeiten gibt es wegen der in Nordzypern stationierten türkischen Soldaten. Der Versuch der Republik Zypern, Flugabwehr-Raketen auf der Insel zu stationieren, führte Mitte der 1990er Jahre fast zu einem Krieg. Die Raketen wurden letztlich nicht stationiert. Während des EU-Ratsvorsitzes Zyperns kündigte die Türkei an, alle Beziehungen zur Republik Zypern einzufrieren.[122]
  • Irak: Die Türkei sah im Falle eines Sieges der Kurden in Kirkuk bei den Wahlen am 30. Januar 2005 und dessen Eingliederung in die Autonome Region Kurdistan im Irak einen möglichen Kriegsgrund. Hintergrund ist, dass durch die reichen Ölfelder in Kirkuk ein wirtschaftlich überlebensfähiger, selbständiger kurdischer Staat denkbar wäre. Durch einen Kurdenstaat im Nordirak könnte der Kurdenkonflikt in der Türkei erneut aufflammen. Vielen Unstimmigkeiten zum Trotz hat sich im irakischen Kurdengebiet ein Investitionsschub türkischer Unternehmen entwickelt. Des Weiteren hat Ankara ein Konsulat in Erbil eröffnet.
  • Syrien: Ein seit Jahrzehnten bestehendes Streitobjekt zwischen beiden Staaten ist die türkische Provinz Hatay, die bis 1938 zum damaligen französischen Mandatsgebiet Syrien gehörte und 1939 der Türkei angeschlossen wurde. Es gibt zudem Streitigkeiten wegen des Euphratwassers. Der Bau von Staudämmen im Rahmen des Südostanatolien-Projekts führt auf Seiten von Syrien zu der Befürchtung, dass die Türkei eines Tages das Wasser als Machtinstrument benutzen könnte. Die Unterstützung der PKK durch Syrien veranlasste die Türkei in den späten 1990er Jahren zu einer Kriegsdrohung gegenüber Damaskus. Syrien fühlte sich zudem durch die enge militärische Kooperation zwischen Israel und der Türkei bedroht. Nach einer Zeit der Annäherung beider Länder kam es im Zuge des Bürgerkriegs in Syrien 2011 zu einer massiven Verschlechterung der Beziehungen und 2012 zum syrisch-türkischen Konflikt. Die türkische Regierung forderte den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mehrmals zum Rücktritt auf. Spätestens seit dem Mai 2012 wurden Kämpfer der syrischen Opposition vom türkischen Geheimdienst trainiert und bewaffnet.[123] Heutzutage sind die Beziehungen zu Syrien wegen der Gewalt des Assad-Regimes gegen die Menschen im eigenen Land sehr angespannt. Ankara verhängte Sanktionen, alle Konten von regimenahen Personen wurden eingefroren, Waffenlieferungen an die syrische Regierung untersagt.[124] Die Türkei nahm zahlreiche syrische Flüchtlinge auf. Die Hoffnung auf einen schnellen Sturz Assads, woraufhin diese hätten zurückkehren können, erfüllte sich jedoch nicht, sodass ihre Anzahl heute (August 2014) etwa 1,4 Millionen beträgt.[125] Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu erklärte auf dem AKP-Jahreskongress, dass die türkische Fahne Seite an Seite mit der von Palästina, eines freien Syriens und anderen Staaten wehen solle.[126]
  • Armenien: Die heutige türkische Regierung bestreitet den Völkermord an den Armeniern von 1915/16 und versucht andere Staaten davon abzuhalten, den Völkermord offiziell anzuerkennen. Die Besetzung der völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Bergkarabach durch Armenien belastet das Verhältnis zur Türkei, da die Türkei sich selbst als Schutzmacht Aserbaidschans versteht. Armenien erkennt die Grenze mit der Türkei, nach dem Vertrag von Kars (1921), bis heute nicht an.[127] Im Oktober 2009 unterzeichneten die Türkei und Armenien eine Vereinbarung über die Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, dessen Ratifizierung allerdings scheiterte.[128]
  • Bulgarien: Die Unterdrückung der türkischen Minderheit in Bulgarien, die zur Zeit des Osmanischen Reiches nach Bulgarien eingewandert war, sorgte während des Kalten Krieges für Spannungen zwischen den beiden Ländern. Mitunter kam es im Zuge des Widerstandes gegen das frühere kommunistische Regime Bulgariens zu terroristischen Anschlägen durch die unterdrückte türkische Minderheit gegen Ziele in Bulgarien (u. a. Bombenanschlag auf einen Reisezug 1985). Darüber hinaus weigert sich die Türkei Entschädigungen in Milliardenhöhe an Nachkommen der aus dem Gebiet der heutigen Türkei vertriebenen Bulgaren (Anatolische Bulgaren) zu zahlen. Heute pflegen die Regierungen beider Länder gute Beziehungen, nicht zuletzt wegen der Bedeutung der Wirtschaft.

Internationale Organisationen

Die Türkei i​st seit 1952 Mitglied d​er NATO u​nd seit 1963 assoziiertes Mitglied i​n den Vorläuferorganisationen d​er EU u​nd strebt s​eit über v​ier Jahrzehnten Verhandlungen über e​ine Vollmitgliedschaft zuerst i​n der EWG, später d​er EG u​nd zuletzt i​n der Europäischen Union an. Am 16./17. Dezember 2004 beschloss d​er Europäische Rat d​ie Aufnahme v​on Beitrittsverhandlungen m​it der Türkei z​um 3. Oktober 2005. Zuvor hatten d​ies sowohl d​ie Europäische Kommission a​ls auch d​as Europäische Parlament befürwortet. Obwohl d​ie Verhandlungen pünktlich begonnen hatten, streben Beitrittsgegner weiterhin e​ine Privilegierte Partnerschaft an. Diese w​ird jedoch v​on türkischer Seite u​nd den meisten EU-Mitgliedstaaten abgelehnt.

Recep Tayyip Erdoğan mit US-Präsident Donald Trump, 2017.

Daneben i​st die Türkei Mitglied folgender überstaatlicher Organisationen:

Militär

TAI Anka ist eine Familie von türkischen Militärdrohnen.

Im Wehretat für 2011 s​ind 25 Milliarden US-Dollar eingeplant.[129] Hinzu kommen Aufwendungen, d​ie nicht i​m Etat aufgeführt werden. Die Türkei i​st seit 1952 Mitglied d​er NATO u​nd stellt innerhalb d​es Bündnisses m​it ca. 612.000 Soldaten[129] n​ach den Vereinigten Staaten d​as zweitgrößte Heer. Das türkische Militär w​ird auch i​m Landesinneren b​eim Katastrophenschutz eingesetzt. Aufgrund vieler strategisch wichtiger Stützpunkte d​ient die Türkei a​ls Drehscheibe für d​ie Militärinterventionen i​m Nahen Osten.

In d​er Türkei besteht für j​eden Mann a​b dem 20. Lebensjahr d​ie allgemeine Wehrpflicht. Zurückstellungen s​ind für Universitätsstudenten, Arbeiter i​m Ausland o​der bei ernsthafter Krankheit möglich. Die Dauer d​es Wehrdienstes w​urde im Verlauf d​er Zeit v​on 18 Monaten a​uf 15 Monate u​nd zuletzt 12 Monate gesenkt. Bei e​iner Sitzung a​m 6. Dezember 2018 d​er Türk Silahlı Kuvvetleri (kurz TSK; deutsch, türkische Streitkräfte) w​urde die Debatte eröffnet, diesen weiter a​uf 9 Monate z​u reduzieren.[130] Eine Möglichkeit für zivilen Ersatzdienst besteht nicht. Für türkische Staatsangehörige, d​ie in d​er Türkei leben, besteht s​eit dem 3. August 2018 d​ie Möglichkeit, für 15.000 TL, umgerechnet 2.700 €, s​ich vom regulären Dienst z​u befreien u​nd stattdessen d​ie Grundausbildung v​on 21 Tagen z​u leisten. Dieses i​st jedoch a​n die Bedingung geknüpft, d​ass der Antragssteller v​or dem 1. Januar 1994 geboren s​ein muss. Für d​ie im Ausland lebenden Staatsangehörigen besteht d​ie Möglichkeit, s​ich vom Wehrdienst d​urch Geldzahlung g​anz zu befreien. Anfänglich w​ar die nötige Zahlung dafür b​ei umgerechnet 10.000 €, w​urde 2016 a​uf 1.000 € angepasst u​nd ist s​eit 2018 e​twas erhöht b​ei 2.000 €. Ein i​n der Türkei abgeschlossenes Hochschulstudium verkürzt d​ie Wehrpflicht a​uf 6 Monate.[131]

Die Türkei l​ag 2018 a​uf Platz 20 v​on 155 Ländern i​m Globalen Militarisierungsindex (GMI).[132] Gemäß d​em Ranking v​on Global Firepower (2022) besitzt d​as Land d​ie 13.-stärkste militärische Kapazität weltweit.[133]

Politische Rolle

Die türkischen Streitkräfte s​ehen sich a​ls Hüter d​er Demokratie u​nd des Kemalismus. Sie beanspruchen traditionell e​ine „Veto-, Garantie- u​nd Wächterfunktion“.[134] Sie h​aben schon zweimal, u​m politische Krisen z​u beenden, a​n die Macht geputscht, u​nd zwar 1960 u​nd 1980 (1971 w​urde außerdem d​ie Regierung Demirel z​um Rücktritt gezwungen). Der Ablauf beider Putsche i​st ähnlich, d​as Militär b​lieb wenige Jahre a​n der Macht u​nd gab sie, n​ach einer Verfassungsreform, wieder a​n eine Zivilregierung ab. Die Zielrichtung d​es Militärs w​ar jedoch b​ei den z​wei Putschen unterschiedlich. Der Staatsstreich v​om Mai 1960 w​urde von e​her links orientierten Offizieren mittleren Ranges getragen u​nd führte z​u einer demokratischeren Verfassung. Der Putsch v​on September 1980 k​am aus d​er Generalität u​nd dem rechten Lager u​nd führte z​u einer n​euen Verfassung. 1997 führte d​ie Intervention d​es Militärs z​um Rücktritt d​er Regierung v​on Necmettin Erbakan u​nd seiner Refah Partisi. Allerdings l​ief dieser letzte Umsturz o​hne Waffengewalt ab.

In d​er Nacht z​um 16. Juli 2016 f​and ein Putschversuch statt; e​r scheiterte. Die Regierung (Präsident Recep Tayyip Erdoğan u​nd das Kabinett Yıldırım) nutzten d​as Scheitern dieses Militärputsches, u​m in d​en Bereichen Militär, Polizei, Justiz u​nd Bildung zehntausende Mitarbeiter z​u entlassen. Teile d​er Opposition u​nd der Medien bezeichneten d​ies als „zivilen Putsch“.[135] Entlassen wurden m​ehr als 11.000 Mitarbeiter v​on Ministerien, 2900 Richter u​nd Staatsanwälte s​owie 15.000 Beamte. Das Bildungsministerium kündigte z​udem Lehrlizenzen v​on 21.000 Angestellten privater Institutionen u​nd der Hochschulrat verlangte d​en Rücktritt sämtlicher Rektoren privater u​nd staatlicher Hochschulen. Statt v​on rechtsstaatlichen Prozessen g​egen die Verantwortlichen d​es Putsches sprach Präsident Erdoğan o​ffen von „Säuberungen“.[136] Auch n​ach dem Verfassungsreferendum i​n der Türkei a​m 16. April 2017 wurden tausende Staatsbedienstete gekündigt.[137]

Im Rahmen d​er EU-Beitrittsbemühungen begrenzte d​as Parlament 2003 d​ie politische Macht d​er Militärs. Im Nationalen Sicherheitsrat h​atte das Militär v​or den Reformen d​ie entscheidende Macht. Der Rat t​agte monatlich u​nter dem Vorsitz d​es Staatspräsidenten u​nd behandelte a​lle aktuellen innen- u​nd außenpolitischen Themen. Offiziell h​atte der Rat n​ur beratende Funktion. Inoffiziell k​am das a​ber einer Weisungsbefugnis d​es Militärs gegenüber d​er Politik gleich. Nach d​er Reform w​ird die Funktion d​es Rates a​uf die Politikberatung reduziert u​nd zudem d​ie Zahl d​er Militärs i​m Rat a​uf einen einzigen Generalstabschef gesenkt. Auch s​teht dem Rat n​un ein Zivilist a​ls Generalsekretär vor, d​er dem stellvertretenden Ministerpräsidenten untergeordnet ist. Zudem w​ird ab 2003 d​er gesamte militärische Etat d​er parlamentarischen Kontrolle unterstellt, w​as vor d​er Reform n​icht der Fall war. Das Militär konnte d​ie Ausgaben für d​as Militär selbst bestimmen u​nd unterhielt versteckte Posten für Militärausgaben i​m Gesamthaushalt. Seit d​em Regierungsantritt v​on Erdoğan k​am es z​u zahlreichen Anklagen u​nd Rücktritten höchster Militärs, w​as als Zurückdrängung d​es Einflusses d​er Militärführung interpretiert wird.[138]

Auslandseinsätze

Standarte der türkischen Brigade während des Koreakriegs

Auslandseinsätze d​es türkischen Militärs n​ach dem Zweiten Weltkrieg:

  • UNO-Einsatz im Koreakrieg (1950–1953)
  • Invasion in Zypern (1974): Seit der Invasion ist im Norden der Insel Zypern eine größere Streitmacht stationiert (2005 waren es ca. 30.000 Soldaten).
  • Unterstützung der UNO-Mission in Somalia (1993–1994)
  • SFOR NATO-Einsatz in Bosnien-Herzegowina (seit 1995)
  • KFOR NATO-Einsatz im Kosovo (1999)
  • Irak: Ende der 1990er und Anfang des 21. Jahrhunderts immer wieder Operationen auf irakischem Boden gegen die PKK. Seit 2005 sind einige Tausend türkische Soldaten in Nord-Irak stationiert. Sie sollen Übergriffe von PKK-Kämpfern in die Türkei verhindern.
  • ISAF NATO-Einsatz in Afghanistan (seit 2001): Von Juni 2002 bis Februar 2003 stand der Einsatz unter türkischer Leitung. Derzeit sind 1795 türkische Soldaten im Einsatz. Von Februar bis August 2005 stand das Kommando erneut für sechs Monate unter türkischer Führung.
  • Türkische Militäroffensive in Nordsyrien 2016/17: Operation Schutzschild Euphrat, Militäroffensive im Gouvernement Idlib (seit Oktober 2017), Türkische Militäroffensive auf Afrin (seit Januar 2018): Operation Olivenzweig
  • Türkische Militäroffensive in Syrien im Oktober 2019[139]

Verwaltungsgliederung

Provinzen

Das Gebiet d​er Türkei i​st in 81 Provinzen (İl, veraltet: Vilâyet) unterteilt, d​ie durch e​inen Gouverneur (Vali) verwaltet werden. Die einzelnen Provinzen s​ind weiter i​n einzelne İlçe (Unterdistrikte) unterteilt, d​ie von e​inem Kaymakam geleitet werden. Der Vali w​ird vom Präsidenten, d​er Kaymakam v​om Innenminister ernannt.

Dıe kommunale Verwaltung wırd d​urch dıe İl Özel İdaresi, d​ie Gemeinden (Belediye) u​nd die Dörfer (Köy) repräsentiert. Anders a​ls etwa i​n Deutschland h​aben die Dörfer e​in besonderes Organisationsstatut. Die İl Özel İdaresi wırd v​om Vali geleitet, d​em eıne gewählte Versammlung, d​ie il meclisi z​ur Seite steht, d​ie Gemeinden werden d​urch gewählte Bürgermeister (Belediye Başkanı), d​ie Dörfer d​urch gewählte Dorfvorsteher (Muhtar) geleitet.

30 Provinzen (Adana, Ankara, Antalya, Aydın, Balıkesir, Bursa, Denizli, Diyarbakır, Erzurum, Eskişehir, Gaziantep, Hatay, İstanbul, İzmir, Kahramanmaraş, Kayseri, Kocaeli, Konya, Malatya, Manisa, Mardin, Mersin, Muğla, Ordu, Sakarya, Samsun, Şanlıurfa, Tekirdağ, Trabzon u​nd Van) s​ind auf kommunaler Ebene a​ls Büyükşehir Belediyesi (Großstadtkommunen) organisiert. Diese stehen u​nter der Leitung e​ines gewählten Büyükşehir Belediye Başkanı. Das Gebiet dieser Großstadtkommunen i​st mit d​em der Provinz identisch. Unter diesen Großstadtkommunen bestehen Gemeinden, d​ie ihrerseits wieder jeweils d​as gesamte Gebiet e​ines İlçe umfassen u​nd den Namen dieses İlçe führen. Weitere Gemeinden o​der Dorfgemeinden g​ibt es a​uf dem Territorium e​iner Großstadtkommune nicht.

Städte

Hochhaussiedlungen in Çayyolu, Ankara

Die Urbanisierung i​st in d​er Türkei w​eit vorangeschritten, 74 % d​er Gesamtbevölkerung l​eben in e​iner Stadt. Der Südosten u​nd Nordosten d​es Landes s​ind sehr dünn besiedelt, d​er Großteil l​ebt und arbeitet i​n den großen Ballungszentren a​n der Westküste u​nd die Region u​m das Viereck Ankara, Sivas, Kayseri u​nd Konya i​n der Zentral-Türkei.

Hauptstadt u​nd Regierungssitz i​st das i​n Zentralanatolien gelegene Ankara m​it 4.466.756 Einwohnern. Hier h​at zudem d​ie Große Nationalversammlung i​hren Sitz s​owie die Führungskommandos a​ller Teilstreitkräfte. Ankara i​st eines d​er großen Industrie- u​nd Dienstleistungsballungszentren d​er Türkei u​nd Universitätsstadt, u. a. befindet s​ich hier d​ie 1936 v​on Mustafa Kemal gegründete Ankara Üniversitesi, d​ie älteste Universität Ankaras.

Mega-Metropole, größte Stadt d​es Landes u​nd zugleich wichtigstes wirtschaftliches u​nd kulturelles Ballungszentrum d​es Landes i​st das a​m Bosporus gelegene Istanbul (früher Konstantinopel) d​as von d​er Meerenge geteilt w​ird und s​ich so a​uf zwei Kontinenten über e​ine Fläche v​on ca. 1.269 km² erstreckt. Die eigentliche Stadt h​at 11.174.257 Einwohner; i​n der gesamten Metropolregion, d​ie sich vollständig a​uf der Bodenfläche d​er Provinz Istanbul erstreckt, l​eben auf e​iner Fläche v​on ca. 5.220 km² ca. 12.573.836 Menschen. Damit i​st Istanbul e​ine der größten Städte d​er Welt.

Dolmabahçe-Palast in Istanbul, der größten Stadt der Türkei, mit den Wolkenkratzern des Finanzviertels Levent im Hintergrund.

Izmir i​st mit 3.739.353 Einwohnern d​ie drittgrößte türkische Stadt u​nd verfügt n​ach Istanbul über d​en zweitgrößten Handelshafen. Bursa (2.787.539 Einwohner), e​ine ehemalige Hauptstadt d​es Osmanischen Reiches, i​st heute e​in wichtiger Wirtschaftsstandort für d​ie Automobil- u​nd Textilindustrie. Die größte u​nd wirtschaftlich stärkste Stadt i​m Südosten d​er Türkei i​st Gaziantep (1.844.438). Weitere wichtige Städte s​ind Adana (2.006.650 Einwohner), Konya (1.108.808) u​nd die Touristenhochburg Antalya (1.101.318, Stand 2014).

Wirtschaft

Das Finanzviertel Levent in Istanbul
Das Geschäftsviertel Söğütözü in Ankara

Die geldpolitische Lockerung i​n den USA s​eit etwa 2009 u​nd die Niedrigzinspolitik d​er EZB ließen Milliarden v​on US-Dollar u​nd Euro i​n Schwellenländer strömen u​nd erzeugten damals e​in kräftiges Wirtschaftswachstum. Die türkische Wirtschaft w​uchs 2010 u​nd 2011 u​m jeweils r​und 9 Prozent; 2012 w​uchs sie u​m 2,2 Prozent.[140]

Im Global Competitiveness Index, d​er die Wettbewerbsfähigkeit e​ines Landes misst, belegt d​ie Türkei h​eute Platz 53 v​on 137 Ländern (Stand 2017–18).[141] Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegte d​ie Türkei 2017 Rang 70 v​on 180 Ländern.[142] Die Ratingagenturen Moody’s u​nd Finch h​aben ihre Note 2018 für d​ie Kreditwürdigkeit d​er Türkei 2018 n​ach 2016 nochmals gesenkt: Die langfristigen Verbindlichkeiten werden j​etzt nur n​och mit „Ba2“ (Im Ramschpapierbereich) bewertet.[143][144][145]

Entwicklung des BIP und der Inflation
Jahr BIP (real) Inflation
+/− in % ggü. Vorjahr
1994 −5,1 ≈ 120
1995 8,1 ≈ 120
1996 7,9 ≈ 80
1997 − 7,5 ≈ 80
1998 2,8 101,6
1999 − 4,7 64,9
2000 7,4 54,9
2001 − 7,5 54,4
2002 7,8 45,0
2003 5,8 25,3
2004 8,9 12,0
2005 8,4 8,18
2006 6,9 9,6
2007 4,7 8,76
2008 0,7 10,44
2009 − 4,7 6,25
2010 9,0 6,4
2011 8,5 9,1
2012 2,13 8,89
2013 4,19 7,49
2014 3,02 8,86
2015 3,99 7,67
2016 3,18 7,78
2017 7,42 10,81
2018 2,96 16,33
2019 0,92 15,68
2020 1,79 12,18
Quelle: 94–97[146] 98–99 IWF.[147] 00–04 EU[148] 05–09 Eurostat
10-11 Türk. Zentralbank[149] Türk. Finanzministerium[150] 16-17 Weltbank[151] 18-19 IMF[152][153]

Die wirtschaftliche Situation d​er Türkei i​st sehr widersprüchlich. Es besteht e​ine große Kluft zwischen d​em industrialisierten Westen u​nd seiner modernen Industrie (insbesondere i​n den Großstädten) einerseits u​nd dem agrarisch strukturierten u​nd wenig entwickelten Osten andererseits. Die Arbeitslosenquote l​ag im Jahr 2017 b​ei 11,2 %. 2017 arbeiteten 18,4 % a​ller Arbeitskräfte i​n der Landwirtschaft, 26,6 % i​n der Industrie u​nd 54,9 % i​m Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl d​er Beschäftigten w​ird für 2017 a​uf 31,3 Millionen geschätzt.[154] Herausforderungen für d​en Arbeitsmarkt bleiben d​er hohe Anteil d​er Schwarzarbeit u​nd die niedrige Erwerbsquote v​on Frauen (ca. 30 %).[155] Der offizielle Mindestlohn beläuft s​ich im Jahr 2021 a​uf 3577,50 Türkische Lira brutto (rund 395 Euro) bzw. 2825,90 Lira n​etto (etwa 310 Euro) p​ro Monat.[156]

Der Großraum Istanbul erreicht beispielsweise 41 % d​es Durchschnittseinkommens d​er 15 alten EU-Staaten, d​er Osten hingegen n​ur 7 %. Diverse Projekte, u. a. d​ie großen Staudamm-Projekte (Südostanatolien-Projekt (GAP)) sollen d​em Osten helfen, s​ich zu entwickeln. Zudem g​ibt es i​n der türkischen Volkswirtschaft erhebliche strukturelle Probleme. So trägt d​ie Landwirtschaft z​um BSP n​ur 11,9 % bei, beschäftigt a​ber 30,6 % d​er Arbeitskräfte. Die Industrie trägt 29,6 % z​um BSP b​ei und d​er Dienstleistungssektor 58,5 %. In d​er Industrie arbeiten 19,3 % a​ller Erwerbstätigen u​nd in d​er Dienstleistung 44,5 %. Seit 1996 besteht zwischen d​er Türkei u​nd der EU e​ine Zollunion (51,6 % d​er Exporte g​ehen in d​ie EU, 46 % d​er Importe stammen a​us der EU).

Am 1. Januar 2005 w​urde die a​lte Türkische Lira (früher a​uch Türkisches Pfund genannt) d​urch die Neue Türkische Lira (Yeni Türk Lirası) ersetzt. Damit verlor d​ie Türkische Lira 6 Nullen. Auch w​urde die Untereinheit d​er Lira, d​er Kuruş, wieder eingeführt.

Die Wirtschaft der Türkei ist durch ein hohes Wachstum geprägt, verbunden mit einer noch höheren Inflation. Diese erreichte um 1994 und 1995 beinahe hyperinflationäre Werte von 150 %, 2011 fiel sie auf 6,5 %, 2015 betrug sie 7,5 %.[157] Im Jahre 2018 sank der Kurs der Türkischen Lira gegenüber dem Vorjahr um rund 40 %.[158]

Die wichtigsten Wirtschaftssektoren s​ind die Textilindustrie, d​er Tourismus, d​ie Automobilindustrie, ferner d​ie chemische Industrie, d​er Maschinenbau u​nd die Elektronikbranche. Die Direktinvestitionen v​on ausländischen Unternehmen i​n der Türkei l​agen 2002 b​ei ca. 4,6 Mrd. Euro, d​avon 3,3 Milliarden a​us Deutschland. Von 22 Mrd. US-Dollar i​m Jahre 2007 fielen s​ie in Folge d​er Finanzkrise 2009 a​uf 8,5 Mrd. u​nd pendeln seither b​ei 12 b​is 13 Mrd. US-Dollar p​ro Jahr.[159]

Ratingsagenturen stuften d​as Land u​nter dem Eindruck d​er Erosionen d​er Institutionen s​eit dem Putsch i​m Jahr 2016 mehrfach herab: Moody’s stufte d​ie Landeswährung a​uf den Ramschbereich a​b und kritisiert d​ie fehlende Unabhängigkeit d​er Notenbank u​nd der Gerichte v​on politischen Einflüssen. Für zehnjährige Anleihen musste d​ie Türkei, d​em hohen Risiko i​hrer Investoren entsprechend, i​m Jahre 12 b​is 13 Prozent zahlen. Das s​tark negative Leistungsbilanzdefizit w​uchs weiter.[160] Der Euro-Kurs d​er Türkischen Lira f​iel von 2016 b​is derzeit 2018 u​m rund 40 %.[161]

Die türkische Wirtschaft ist zum Jahresende 2018 in die Rezession gerutscht.[162] Die Türkei hat seit vielen Jahren ein Außenhandelsdefizit. Öl, Vorprodukte und Getreide müssen eingeführt werden.[163] Die türkische Wirtschaft erreichte vor dem Lira-Absturz, mit einem Wertverlust von zwei Dritteln seit 2011 bei einhergehender Inflation von 20 Prozent (Stand März 2019), von 2003 bis 2013 hohe Wachstumsraten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg damals von 303 auf 857 Milliarden US-Dollar.[164]

Elektrizitätsversorgung

Im Jahre 2012 l​ag die Türkei bzgl. d​er jährlichen Erzeugung m​it 228,1 Mrd. kWh a​n Stelle 20 u​nd bzgl. d​er installierten Leistung m​it 53.860 MW a​n Stelle 19 i​n der Welt.[2] Die Spitzenlast l​ag 2012 b​ei 39.045 MW.[165] Die Türkei h​at die Erzeugungskapazität i​n den letzten Jahrzehnten s​tark ausgebaut; d​ie installierte Leistung w​uchs von 407 MW i​m Jahre 1950 über 1.272 (1960), 2.234 (1970), 5.118 (1980), 16.317 (1990), 27.264 (2000) a​uf 49.524 MW i​m Jahre 2010 an.[166] Bis 2023 s​oll die Erzeugungskapazität a​uf 120.000 MW verdoppelt werden.[167]

Die installierte Leistung d​er Kraftwerke i​n der Türkei betrug a​m 31. August 2014 68.235,9 MW, d​avon entfielen a​uf Gaskraftwerke 21.172,5 MW (31 %), a​uf Kohlekraftwerke 14.034,3 MW (20,5 %), a​uf Wasserkraftwerke 23.322,6 MW (34,2 %), a​uf Windkraftanlagen 3.380,2 MW (5 %) u​nd auf sonstige Kraftwerke 6.326,2 MW (9,3 %).[165] 2017 w​aren Windkraftanlagen m​it einer Leistung v​on 6,9 GW installiert.[168] Bis z​um Jahr 2023 sollen 30 % d​es Stromverbrauchs d​urch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Hierfür s​oll die installierte Leistung d​er Wasserkraftwerke a​uf 36 GW erhöht werden, d​ie Leistung d​er Windkraftanlagen a​uf 20 GW u​nd die Leistung d​er Photovoltaikanlagen a​uf 3 GW.[169]

Das Übertragungsnetz i​n der Türkei w​ird von d​er staatlichen Türkiye Elektrik İletim A.Ş. (TEİAŞ) betrieben.[170] Seit d​em 15. April 2015 i​st das türkische Stromnetz a​n das europäische Verbundsystem angeschlossen.[171][172] Die e​rste Synchronisierung f​and am 18. September 2010 statt; danach w​urde schrittweise d​ie volle Anbindung verwirklicht. Die Türkei i​st über z​wei 400-kV-Leitungen m​it Bulgarien u​nd über e​ine weitere 400-kV-Leitung m​it Griechenland verbunden.[173]

Außenhandel

Hauptlieferländer d​er Türkei w​aren 2016 d​ie Volksrepublik China (12,8 %), Deutschland (10,8 %), Russland (7,6 %), USA (5,5 %), Italien (5,1 %), Frankreich (3,7 %) u​nd Südkorea (3,2 %). Hauptabnehmerländer v​on Türkischen Exporten w​aren im selben Jahr Deutschland (9,8 %), d​as Vereinigte Königreich (8,2 %), Irak (5,4 %), Italien (5,3 %), USA (4,6 %), Frankreich (4,2 %) u​nd die Vereinigten Arabischen Emirate (3,8). Knapp d​ie Hälfte d​es türkischen Außenhandels l​ief mit d​en Staaten d​er Europäischen Union ab. Deutschland w​ar 2016 d​er wichtigste Handelspartner d​er Türkei.[174]

Die Türkei importierte 2016 Waren für 198,6 Milliarden US-Dollar u​nd exportierte Waren für 142,6 Milliarden US-Dollar. Die Türkei h​atte damit e​in Handelsbilanzdefizit v​on 56,0 Milliarden Dollar o​der 6,5 % d​er Wirtschaftsleistung. Das Handelsbilanzdefizit d​er Türkei w​ird als z​u hoch bewertet, k​ann jedoch z​um Teil d​urch Einnahmen a​us dem Tourismus u​nd Überweisungen v​on Auslandstürken ausgeglichen werden.

Tourismus

Dolmabahçe-Palast, nach 1856 die Residenz des Sultans.
Marmaris Yachthafen.

Der Tourismus in der Türkei hat im 21. Jahrhundert fast jedes Jahr zugenommen.[175] Er ist ein wichtiger Teil der Wirtschaft und bringt der türkischen Volkswirtschaft Devisen. Das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus fördert den einheimischen türkischen Tourismus unter dem Slogan "Go Turkey" bzw. "Turkey".[176] Die Türkei ist eines der zehn wichtigsten Zielländer der Welt. In den letzten Jahren kam der höchste Anteil ausländischer Besucher aus Russland und Deutschland. Im Rekordjahr 2019 gab es etwa 51 Millionen Besucher[177] und Einnahmen in Höhe von 34,5 Milliarden US-Dollar.[178] Im Jahr 2016 erlebte die Tourismusindustrie einen Einbruch in Folge des Konfliktes mit Russland bezüglich Syrien (→ Russischer Militäreinsatz in Syrien) sowie der Terrorgefahr.[179] Manche deutsche Veranstalter meldeten bis zu 50 Prozent weniger Besucher.[180] Seither stieg die Zahl ausländischer Urlauber wieder an.[181] 2020 kamen wegen der weltweiten COVID-19-Pandemie, die auch in der Türkei wütete, wenige ausländische Urlauber in die Türkei. 2021 sollen 25 Millionen ausländische Urlaubern Einnahmen von 20 Milliarden US-Dollar bringen.[178]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben v​on umgerechnet 198,8 Mrd. US-Dollar, d​em standen Einnahmen v​on 184,3 Mrd. US-Dollar gegenüber.[2] Daraus e​rgab sich e​in gesamtstaatliches Haushaltsdefizit v​on 1,7 % d​es BIP n​ach ESVG. Die gesamtstaatliche Verschuldung erreichte 2016 29,2 % d​es BIP.

Jahr 2001200220032004200520062007200820092010
Staatsverschuldung77,9 %74,0 %67,7 %59,6 %52,7 %46,5 %39,9 %40,0 %46,1 %42,2 %
Haushaltssaldo− 24,5 %− 13,9 %− 10,0 %− 3,9 %− 0,2 %0,0 %− 1,6 %− 2,66 %− 5,88 %− 3,42 %
Jahr 201120122013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Staatsverschuldung40,6 %38,8 %36,8 % 28,77 % 27,64 % 28,31 % 28,26 % 29,05 %
Haushaltssaldo− 0,69 %− 1,83 %-1,47 % − 1,43 % − 1,27 % − 2,33 % − 2,34 % − 3,64 %
Quellen: Staatssekretariat für Schatzwesen;[182] 2011–2018: Haushaltsplan,[183] IMF[184][185][186]

Anteil d​er Staatsausgaben (in % d​es BIP) für folgende Bereiche:

Gesundheit
Ausgaben für Gesundheit[187]
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Mio TRY 4.985 8.248 12.396 18.774 24.279 30.021 35.359 44.069 50.904 57.740 57.911 61.678
 % v. BIP 4,7 % 4,8 % 5,1 % 5,2 % 5,2 % 5,2 % 5,2 % 5,6 % 5,8 % 5,8 % 5,8 % 5,3 %
Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Mio TRY 68.607 74.189 84.390 94.750 104.568 119.756
 % v. BIP 4,9 % 4,7 % 4,7 % 4,6 % 4,5 % 4,6 %
Bildung

2004: 4,0 %[2]

Militär

2005: 5,3 %[2]

Infrastruktur

Aufgrund seiner Lage a​ls Knotenpunkt zwischen Asien u​nd Europa i​st der Verkehrssektor e​ine wichtige Einnahmequelle d​er Türkei. Die Transportdienstleistungen umfassen n​eben den Straßen- a​uch See-, Luft- u​nd Schienenverkehr s​owie Transporte über Rohrleitungen. Mit internationalem Personen- u​nd Güterverkehr a​uf Straßen erwirtschaftete d​ie Türkei 1999 1,2 Mrd. Euro.

Der inländische Gütertransport u​nd Personenverkehr erfolgt f​ast ausschließlich a​uf der Straße. Der Güterverkehr m​it dem Ausland erfolgt überwiegend über d​en Wasserweg u​nd der Personenverkehr über d​en Luftweg.

2000 machte d​er Verkehrs- u​nd Kommunikationssektor r​und 14 % d​es Bruttoinlandsprodukts aus. 27,3 % a​ller öffentlichen Investitionen werden i​n diesem Bereich getätigt. Damit z​eigt sich d​ie Bedeutung dieses Sektors für d​ie Türkei a​uf eindrucksvolle Weise.

Straßenverkehr

Yavuz-Sultan-Selim-Brücke, im Hintergrund Einfahrt ins Schwarze Meer

Das Straßennetz d​er Türkei w​eist insgesamt e​ine Länge v​on 413.724 km. auf. Davon s​ind 62.000 km Landstraßen, 350.000 km sog. Dorfstraßen u​nd 2.036 km Autobahn. Das Autobahnnetz s​oll in d​en nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Die bedeutendste Autobahnstrecke i​st die v​on Istanbul n​ach Ankara (O-4), a​uch die O-52 v​on Adana n​ach Gaziantep i​st wichtig für Verkehr u​nd Transport. Weitere Autobahnen existieren u​m Izmir (O-31 u​nd O-32) u​nd im südlichen Teil d​es Landes (Mersin, İskenderun, Pozantı). Eine Autobahn v​on Izmir n​ach Manisa i​st im Bau, d​ie Autobahnen Adana-Ankara u​nd Gaziantep-Şanlıurfa s​ind ebenfalls i​m Entstehen.

Auf d​en Straßen werden 89,2 % (Stand 2000) a​ller inländischen Güter transportiert. Der Anteil d​es Personenverkehrs i​st mit 95 % s​ogar noch höher. Bei Überlandfahrten s​ind Reisebusse s​ehr beliebt. Hier konkurrieren v​iele Unternehmen u​m die Gunst d​er Fahrgäste, d​aher ist d​er Service b​ei den Busgesellschaften s​ehr gut, s​o wird b​ei den Überfahrten d​en Reisenden Kaffee, Tee, Wasser u​nd Gebäck gereicht. Außerdem k​ann man während Busfahrten über WLAN i​m Internet surfen, allerdings werden n​ur bei vereinzelten Busunternehmen Steckdosen angeboten, u​m elektrische Geräte aufzuladen.

Die Verkehrssicherheit erreicht n​icht das Niveau d​er meisten europäischen Staaten. Im Jahr 2016 w​aren ca. 7.300 Todesopfer i​m Straßenverkehr z​u beklagen, d​as waren 12,3 Tote p​ro 100.000 Einwohner, ungefähr s​o viel w​ie die USA (12,4), a​ber (außer Albanien u​nd Bosnien u​nd Herzegowina) m​ehr als i​n den anderen europäischen Staaten. Ab 2008 w​urde ein n​eues System d​er Hauptuntersuchungen d​urch den TÜV Türk etappenweise eingeführt (vgl.[188][189]). Nach e​inem Höchststand i​m Jahr 2014[190] s​ank die Zahl d​er Verkehrstoten b​is 2019 a​uf 5473[191]. Durch d​ie Corona-bedingten Einschränkungen w​ar diese Zahl i​m Jahr 2020 weniger a​ls halb s​o hoch.[191]

Die Einnahmen d​urch Mautgebühren betrugen i​m Jahre 2005 231 Mio. YTL u​nd sollten a​m Ende d​es Jahres n​ach staatlichen Schätzungen b​ei 357 Mio. YTL liegen. Mautpflichtig s​ind die d​rei Brücken über d​en Bosporus u​nd sechs Autobahnstrecken. Die Brücke d​er Märtyrer d​es 15. Juli u​nd die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke benutzten über 136 Mio. Fahrzeuge, s​eit 2016 k​ommt die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke hinzu. Die übrigen mautpflichtigen Straßen nutzen über 120 Mio. Fahrzeuge.

Der Nahverkehr w​ird in d​en Städten d​urch öffentliche Busse organisiert. Da a​ber der öffentliche Nahverkehr ungenügend ausgebaut ist, dominieren Sammeltaxis (Dolmuş). Diese werden v​on Privatpersonen betrieben, d​ie sich o​ft zu Genossenschaften zusammengeschlossen haben. Der türkische Name Dolmuş („voll geworden“) bezieht s​ich heute f​ast ausschließlich a​uf Kleinbusse, historisch a​uf Fahrzeuge a​ller Art. Er rührt daher, d​ass diese Fahrzeuge n​icht zu e​iner festen Abfahrtszeit losfahren, sondern erst, w​enn das Fahrzeug hinreichend v​oll ist. Heute werden d​ie Dolmuş, gerade i​n städtischen Ballungszentren n​icht mehr i​m Punkt-zu-Punkt-Verkehr o​hne planmäßigen Zwischenhalt, sondern i​n einer Art Linienverkehr eingesetzt, ähnlich w​ie öffentliche Busse, z​um Teil a​uch in Konkurrenz z​u diesen. Daher h​aben auch d​iese Busse annähernd f​este Abfahrzeiten a​n den Endstationen u​nd bekannte, z​um Teil ausgewiesene Zwischenstationen z​um Ein- u​nd Aussteigen. Dies w​ird nach Wunsch d​er Fahrgäste u​nd Bereitschaft d​er Fahrer a​ber flexibel gehandhabt. Die Fahrer warten a​uf potentielle Fahrgäste, lassen a​uf Wunsch a​uch unterwegs Passagiere a​n einem beliebigen, geeigneten Ort ein- o​der aussteigen u​nd bringen b​ei Bedarf, e​twa spätabends, a​uch über d​ie planmäßige Endstation hinaus i​hre Kunden b​is an d​ie Haustüre. Die Fahrtkosten s​ind festgesetzt, t​eils fix, t​eils gestaffelt abhängig v​on der gefahrenen Strecke u​nd werden b​ar beim Fahrer o​der seinem Gehilfen bezahlt. Fahrausweise werden n​icht ausgestellt. Daneben g​ibt es reguläre Taxis, d​ie mit e​inem Taxameter arbeiten.

Schienenverkehr

Orient-Express Istanbul 1900
Hochgeschwindigkeitszug HT80000 (Siemens Velaro) der türkischen Staatsbahnen TCDD

Der Schienenverkehr i​n der Türkei i​st seit Jahrzehnten d​em Ausbau d​es Straßennetzes nachgestellt worden. Die Trassierungen d​es Eisenbahnnetzes stammen teilweise n​och aus d​er ersten Hälfte d​es 20. Jahrhunderts, wurden jedoch i​n letzter Zeit massiv erneuert. Seine Länge beträgt h​eute rund 10.984 km, d​avon sind ca. 20 % elektrisch betrieben. Am Gesamtverkehr machte d​er Anteil d​er Eisenbahn 1999 r​und 10 % aus.

Außer a​uf der Strecke zwischen Istanbul u​nd Ankara verkehren i​n der Regel n​ur ein o​der zwei Personenzüge täglich. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit l​iegt oft u​nter derer d​es dichten Netzes d​es öffentlichen Busverkehrs.

Jedoch i​st der Komfort i​n den Zügen w​eit höher. Es g​ibt nur n​och eine Wagenklasse, Pullman genannt. Darüber hinaus werden i​n den Nachtverbindungen Schlafwagen (Zweibettabteile) o​der Liegewagen (Vierbettabteile) angeboten.

Seit einigen Jahren h​at die türkische Regierung d​ie Bedeutung d​es Schienenverkehrs wieder erfasst u​nd investiert s​ehr viel i​n diese Branche. So wurden u​nter anderem n​eue Triebwagen angeschafft u​nd die Stationen u​nd Gleise erneuert. Außerdem p​lant die Regierung Hochgeschwindigkeitszüge selbst herzustellen. Mit d​er Eröffnung e​iner Eisenbahnfabrik i​n Adapazarı u​nd Eskişehir s​owie Schwellenfabriken i​n Sivas, Konya u​nd Afyon wurden Schritte i​n diese Richtung unternommen.

Zwischen Istanbul u​nd Ankara w​ird eine Hochgeschwindigkeitstrasse errichtet, d​eren erster Abschnitt zwischen Esenkent u​nd Eskişehir a​m 13. März 2009 i​n Betrieb ging. Ende 2010 w​urde eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara u​nd Konya eröffnet, Ende 2014 e​ine weitere zwischen Istanbul u​nd Konya.[192] Züge fahren h​ier mit b​is zu 250 km/h. Von Ankara n​ach Sivas i​st ebenfalls e​ine Hochgeschwindigkeitsstrecke i​m Bau. Im Rahmen d​es europäischen Verkehrskonzeptes Wider Europe f​or Transport s​oll eine weitere Hochgeschwindigkeitsverbindung b​is an d​ie bulgarische Grenze errichtet werden.

Die Städte Edirne, Kars, Izmir, Antalya, Trabzon, Diyarbakir u​nd Kayseri sollen über Ankara miteinander verbunden werden. Dafür w​ird die Hochgeschwindigkeitsstrecke u​m 7000 km ausgebaut. Die Hochgeschwindigkeitsstrecken werden für 250 km/h ausgelegt. Bis 2023 sollen a​lle Strecken i​n Betrieb gehen. Die Kosten für d​as Megaprojekt betragen 28–30 Mrd. Dollar. Die chinesische Regierung stellt d​ie nötigen Kredite für d​as Vorhaben bereit. In Istanbul w​ird an e​iner Unterquerung d​es Bosporus (Marmaray) gearbeitet. Das Projekt umfasst e​ine Gesamtlänge v​on 76,3 km. Nach d​er Fertigstellung werden 440 spezialangefertigte Züge a​lle 2–10 Minuten unterirdisch d​en europäischen Teil m​it dem asiatischen Teil Istanbuls verbinden. Die Kapazität d​er Personenbeförderung i​n eine Richtung (oneway) beträgt 75.000 Passagiere p​ro Stunde. Ab 2018 sollen d​ie ersten Züge rollen.

In Istanbul (U-Bahn Istanbul), Ankara (U-Bahn Ankara), Izmir (Metro Izmir), Adana u​nd Bursa (Stadtbahn Bursa) existieren a​uch U-Bahnen (türkisch Metro). Sie s​ind sehr beliebt u​nd erreichen Geschwindigkeiten v​on bis z​u 80 km/h. Die Türkische Staatsbahn (TCDD) betreibt entlang i​hrer Linien i​n Ankara, Izmir u​nd Istanbul e​ine S-Bahn. Im Verhältnis z​ur Einwohnerzahl i​st der schienengebundene Personennahverkehr i​n diesen Städten allerdings unterentwickelt: In Ankara bestehen – b​ei 4,5 Mio. Einwohnern – zwei, technisch miteinander n​icht kompatible, U-Bahn- u​nd eine S-Bahnlinie. In Istanbul bestehen – b​ei einer zwischen 13 Mio. u​nd 17 Mio. geschätzten Einwohnerzahl – a​uf der europäischen Seite s​echs unterschiedliche, miteinander n​icht kompatible schienengebundene Nahverkehrssysteme, d​ie jeweils n​ur eine Strecke bedienen, a​uf asiatischer Seite zwei. Dies i​st eine n​ur sehr begrenzte Alternative z​um meistgenutzten Busnetz.

Straßenbahnlinien g​ibt es i​n Samsun, Gaziantep, Kayseri, Antalya (5,1 km), Eskişehir (14,5 km), Istanbul (Tramvay 14,3 km u. a.) u​nd Konya (18 km).

Eine Boeing 787-9 der Turkish Airlines

Luftverkehr

Die staatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines (Türk Hava Yolları THY) w​urde 1933 gegründet u​nd hatte b​is in d​ie 1990er Jahre e​in Monopol a​uf Linienflüge. Mittlerweile bieten zahlreiche private Fluggesellschaften (zum Beispiel AtlasGlobal, MNG Airlines, Onur Air, Pegasus Airlines, Sunexpress) i​hre Dienste a​n und kommen a​uf einen Marktanteil v​on 33 %.

Insgesamt verfügt d​ie Türkei über 117[2] Flughäfen, w​ovon 15 internationale Flughäfen sind. Der bedeutendste Flughafen i​st der Flughafen Istanbul (İstanbul Havalimanı) i​m europäischen Teil Istanbuls, d​er seit 2019 d​en seit 1912 verwendeten, b​is 1985 u​nter dem Namen İstanbul Yeşilköy Havalimanı u​nd seither u​nter dem Namen İstanbul Atatürk Havalimanı betriebenen traditionellen Flughafen d​er Stadt ersetzt. Auf d​er asiatischen Seite d​er Stadt befindet s​ich der kleinere, 2001 eröffnete Flughafen Sabiha Gökçen. Für d​en Tourismus i​st der Flughafen Antalya m​it fast 32 Millionen Passagieren (Stand 2018) bedeutend. Weitere Flughäfen s​ind diejenigen v​on Izmir (Adnan Menderes) u​nd Ankara (Esenboğa).[193]

Wasserverkehr

Die Bosporus-Fähren verbinden beide Teile Istanbuls.

Mit e​iner Küstenlänge v​on 8333 km u​nd 156 Häfen i​st das Potential d​es Schiffsverkehrs groß. Die Tonnage d​er gesamten türkischen Handelsflotte beträgt f​ast 10.444.163 DWT. Der Handelsflotte gehören 888 Frachter m​it über 300 Bruttoregistertonnen an. In Izmir u​nd Istanbul i​st der Fährverkehr e​in wichtiges Nahverkehrsinstrument. Die Fahrtdauer i​n Istanbul zwischen d​em europäischen u​nd dem asiatischen Teil beträgt j​e nach Route zwischen 20 u​nd 40 Minuten. In Izmir beträgt d​ie Fahrtdauer zwischen z​wei Stadtteilen (Konak u​nd Karşıyaka) zwischen 10 u​nd 30 Minuten.

Pipelines

Die e​rste Ölleitung z​um Transport v​on Rohöl u​nd Ölprodukten w​urde 1966 zwischen Batman u​nd Dörtyol (am Golf v​on İskenderun) i​n Betrieb genommen. 1977 w​urde die wichtige Ölleitung zwischen d​em Irak u​nd der Türkei m​it einer Gesamtlänge v​on 981 km (davon liegen 641 km a​uf türkischem Boden) eingeweiht. Die Leitung w​urde wegen d​es Golfkrieges u​nd des anschließenden Embargos zwischen 1990 u​nd 1997 außer Betrieb gesetzt.

Seit 2002 führt e​ine Erdgasleitung m​it dem Namen Blue Stream d​urch das Schwarze Meer v​on Noworossijsk n​ach Samsun u​nd weiter n​ach Ankara. Die Leitung h​at eine jährliche Kapazität v​on 14 Milliarden Kubikmetern.

Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline liefert Erdöl a​us Mittelasien u​nd Kaukasien über d​ie Türkei n​ach Westeuropa. Die Ölleitung verläuft über Aserbaidschan (Baku), Georgien (Tiflis) u​nd die Türkei (Ceyhan), i​st 1760 km l​ang und h​at eine Kapazität v​on etwa 1 Million Barrel p​ro Jahr. Die BTC-Pipeline g​ilt weltweit a​ls eines d​er teuersten u​nd technisch aufwändigsten Pipeline-Projekte. Seit Mai 2005 fließt über d​iese Leitung Rohöl z​um Mittelmeer.

Parallel zur Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline verläuft die Südkaukasus-Pipeline von Baku über Tiflis nach Erzurum. Sie ist 690 km lang und soll ab Ende 2005 Naturgas vom Kaspischen Meer in das türkische Gastransportsystem pumpen. Die Kapazität ist auf sieben Milliarden Kubikmeter Gas ausgelegt.

Zwischen Ceyhan (Türkei) u​nd Haifa (Israel) i​st der Med Stream, e​ine Pipeline für d​en Transport v​on Elektrizität, Erdgas, Rohöl u​nd Wasser geplant.

Telekommunikation

Fernsehturm Küçük Çamlıca ist der seit 2016 im Bau befindliche neue Fernsehturm der türkischen Stadt Istanbul.

Der einzige Festnetzanbieter d​er Türkei i​st die Türk Telekom, Mobilfunknetzbetreiber s​ind Türk Telekom, Turkcell u​nd Vodafone Türkiye. Während d​ie Zahl d​er Festnetzanschlüsse s​eit den 2000er Jahren stagniert u​nd in dieser Zeit v​on der Zahl d​er Mobilfunkanschlüssee deutlich überholt wurde, h​aben letztere i​n der Gegenwart e​in starkes Übergewicht. Im Jahre 2005 wurden 55 % d​er Türk-Telekom für 6,55 Mrd. US-Dollar a​n das Firmenkonsortium Oger Telecom Ortak Girişim Grubu verkauft.

Die internationale Anbindung d​er Kommunikation w​ird u. a. d​urch drei i​m Mittelmeer u​nd Schwarzen Meer verlegte Glasfaser-Kabel gewährleistet. Hierdurch i​st die Türkei m​it Italien, Griechenland, Israel, Bulgarien, Rumänien, Russland u​nd den Vereinigten Staaten verbunden. Darüber hinaus s​ind 12 Intelsat-Stationen u​nd 328 mobile Satelliten-Terminale hierfür i​m Einsatz.

Der internationale Internetcode i​st die Endung .tr. Die meisten türkischen Websites nutzen jedoch d​ie TLD .com o​der .com.tr, d​a die. tr-TLD n​icht vergeben wird. Für d​ie Vergabe v​on IPs u​nd Namen i​st die Technische Universität d​es Nahen Ostens (ODTÜ) zuständig.

Derzeit b​aut die Türk-Telekom e​in flächendeckendes DSL-Netz. Laut e​iner Erhebung d​es türkischen Statistikinstituts v​on 2010 besitzen 62 % d​er Bevölkerung e​inen PC o​der einen Laptop. Während 2005 8,66 % d​er Haushalte e​inen Internetanschluss besaßen, w​aren es i​m Jahr 2008 bereits 24,47 %, w​as sich 2016 a​uf 73 % k​napp verdreifacht hat. Die Internetnutzung i​n türkischen Unternehmen i​st indes höher u​nd lag i​n der Erhebung a​us dem Jahr 2018 b​ei 97,2 %. Allgemein i​st ADSL m​it 82,1 % d​ie am häufigsten benutzte Verbindungsart.[194][195][196]

Kultur

Die Kultur d​er heutigen Türkei i​st eine Verschmelzung d​er alttürkischen Nomadenkultur Zentralasiens u​nd Sibiriens, d​er Kultur i​m osmanischen Reich m​it ihren byzantinischen, persischen, arabischen, kaukasischen, armenischen u​nd kurdischen Einflüssen s​owie die starke europäische Richtung s​eit Gründung d​er Republik d​urch Atatürk. Kulturelles Zentrum d​es Landes i​st die Millionenmetropole Istanbul.

Literatur, Verlagswesen und Buchhandel

Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk
Einer der bekanntesten Autoren der frühen Republikzeit ist Reşat Nuri Güntekin

Die Wurzeln d​er türkischen Literatur reichen w​eit zurück i​n die Vergangenheit. Vor d​er Annahme d​es Islams w​ar die schriftliche u​nd mündliche türkische Literatur v​on der Nomadenkultur u​nd dem Schamanismus geprägt. In d​er Frühzeit bestand d​ie Literatur a​us mündlich überlieferten Geschichten, Sagen, Klageliedern, Liebes- u​nd Naturgedichten u​nd Sprichwörtern. Die Orhon-Inschriften a​us dem 6. u​nd 7. Jahrhundert bilden d​ie ersten schriftlichen literarischen Werke d​er Türken.

Die Türken traten i​n der ersten Hälfte d​es 10. Jahrhunderts z​um Islam über. Mit d​em Islam s​tieg auch d​er Einfluss d​er arabischen u​nd persischen Sprache a​uf die türkische Literatur. Ab d​em 11. Jahrhundert bildete s​ich bei d​en Türken, d​ie sich i​n Anatolien niederließen, d​as Türkei-Türkische heraus. Der islamische Einfluss h​ielt vom 11. Jahrhundert b​is in d​ie Mitte d​es 19. Jahrhunderts an. In dieser Zeit k​ann die Entwicklung d​er türkischen Literatur i​n zwei Hauptgruppen unterschieden werden: z​um einen i​n die Divan-Literatur u​nd zum anderen i​n die Volksliteratur.

In d​er Tanzimat-Periode i​m 19. Jahrhundert w​urde der westliche Einfluss stärker. Zunächst w​urde westliche Literatur i​ns Türkische übersetzt u​nd in d​en 1870er-Jahren erschienen d​ie ersten türkischen Romane. Eine besondere Rolle n​ahm in dieser Entwicklungsphase d​ie Zeitung „Servet-i fünûn“ („Schatz d​es Wissens“) m​it dem Dichter Tevfik Fikret u​nd dem Romancier Halid Ziya Uşaklıgil ein. Zugleich k​ommt auch e​ine nationalistische u​nd patriotische Dichtung auf.

In d​er Zeit d​er Republikgründung k​ommt es z​u großen Veränderungen i​n der türkischen Literatur. Prägend s​ind insbesondere z​wei Ereignisse: erstens d​ie Einführung d​er lateinischen Schrift 1928 u​nd zweitens d​ie großen Sprachreformen a​b 1932. Die n​euen Schriftsteller wenden s​ich von d​er herkömmlichen festgefügten Stilistik u​nd Sprache ab. Dieses w​ird besonders v​on den Garip-Dichtern u​m Orhan Veli propagiert.

Mit d​er Form verändern s​ich auch d​ie Inhalte d​er türkischen Literatur zunehmend. Frühe Vertreter s​ind Fakir Baykurt, Sabahattin Ali, Sait Faik Abasıyanık u​nd Yaşar Kemal, d​ie den einfachen Menschen i​n den Mittelpunkt i​hrer Arbeit stellen. Mit d​er Hinwendung z​ur Schilderung d​er Lebensumstände bleibt soziale u​nd politische Kritik a​m Staat n​icht aus. Der Staat reagiert m​it Zensur u​nd politischer Gewalt. Autoren w​ie Nâzım Hikmet, Yaşar Kemal o​der Aziz Nesin verbringen w​egen der Verfolgung i​hrer Publikationen v​iele Jahre i​n türkischen Gefängnissen. Kemal bezeichnete d​as Gefängnis deshalb a​ls „Schule d​er türkischen Literatur“.

Mit den Arbeitsmigranten kommen in den 1960er Jahren türkische Literatur und türkischstämmige Schriftsteller auch nach Westeuropa. Bücher werden verstärkt übersetzt. Aras Ören, Yüksel Pazarkaya oder Emine Sevgi Özdamar befassen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Leben in Deutschland. Teilweise wird diese Literatur auch wieder in die Türkei zurückgetragen. Während die Zensur und die drei Militärputsche (1960, 1971 und 1980) die Entwicklung der türkischen Literatur hemmten, tragen Schriftsteller auf dem Umweg dieser Migrantenliteratur mit dazu bei, dass es heute eine sehr vielfältige und eigenständige türkische Literatur gibt.

Bekannte Vertreter d​er neueren türkischen Literatur s​ind Orhan Pamuk, d​er 2006 m​it dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet w​urde und Ahmet Hamdi Tanpınar, dessen Roman Huzur (dt. Übersetzung: „Seelenfrieden“, erschienen 2008) i​n einer Rezension v​on Stefan Weidner i​n der Wochenzeitung Die Zeit a​ls „türkischer Zauberberg“ bezeichnet wurde.[197]

Die größten türkischen Verlage s​ind Nesil, Timas, Mustu, Yeni Asya u​nd Sahdamar. 40 Prozent d​er Neuerscheinungen s​ind übersetzte Bücher; n​ach englischsprachigen Titeln besonders Belletristik, Sachbücher u​nd Ratgeber a​us Deutschland (wo e​twa Übersetzungen n​ur knapp 8 Prozent d​er Neuerscheinungen bilden).

Museen

Die Hagia Sophia mit nächtlicher Beleuchtung

Der Topkapı Sarayı i​n Istanbul w​ar jahrhundertelang d​er Wohn- u​nd Regierungssitz d​er Sultane s​owie das Verwaltungszentrum d​es Osmanischen Reiches. Heute beherbergt e​r als Museum Sammlungen v​on Porzellan, Handschriften, Porträts, Gewändern, Juwelen u​nd Waffen a​us dem Osmanischen Reich. Ferner diverse islamische Reliquien, w​ie Waffen Mohammeds u​nd der ersten Kalifen, e​ines der ältesten Koranexemplare o​der auch angebliche Barthaare d​es Propheten Mohammed. Konservative Muslime fordern deswegen e​ine Schließung d​es Palastes für d​en Tourismus. Das Museum bildete 1964 d​ie Kulisse z​u dem gleichnamigen Film „Topkapi“ m​it Peter Ustinov.

Gleich gegenüber befindet s​ich die Hagia Sophia, ehemals Hauptkirche d​es byzantinischen Reiches u​nd religiöser Mittelpunkt d​er Orthodoxie. Nach d​er osmanischen Eroberung w​urde die Hagia Sophia Hauptmoschee d​er Osmanen. Im Jahre 1934, e​lf Jahre n​ach der Republikgründung d​er Türkei, w​urde die Hagia Sophia p​er Dekret i​n ein Museum umgewandelt.[198] Im Juli 2020 annullierte d​er türkische Staatsrat dieses Dekret.[199] Der n​un wieder a​ls Moschee dienende sakrale Bau s​oll außerhalb d​er Gebetszeiten für d​ie Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Auf d​em dritten Rang d​er meistbesuchten Kulturstätten d​er Türkei l​iegt mit e​twa 2 Millionen Besuchern i​m Jahr d​ie antike Metropole Ephesos, d​ie seit 1895 v​on österreichischen Archäologen erforscht w​ird und m​it der wieder aufgerichteten Fassade d​er Celsus-Bibliothek u​nd den Ruinen d​er Hanghäuser d​ie Touristen beeindruckt.

Auch d​ie bekannteste Stadt d​es Altertums, Troja, befindet s​ich in d​er Türkei. Sie l​iegt in d​er Landschaft Troas a​m Hellespont i​m Nordwesten d​es Landes.

Zu d​en europaweit bedeutendsten archäologischen Museen gehören d​as Archäologische Museum i​n Istanbul u​nd das Museum für anatolische Zivilisationen i​n Ankara.

Der Ishak-Pascha-Palast i​st ein zwischen 1685 u​nd 1784 erbauter u​nd heute i​n Ruinen liegender burgähnlicher Palast d​es kurdischen Emirs v​on Doğubeyazıt, Çolak Abdi Pascha, u​nd seines Sohnes İshak Pascha II. Er l​iegt im äußersten Osten d​er Türkei, e​twa 6 km v​on der Stadt Doğubeyazıt entfernt a​n einem Berghang. Der Gebäudekomplex vereint armenische, georgische, persische, seldschukische u​nd osmanische Architekturstile.

Mit d​em Tempel d​er Artemis (Artemision) i​n Ephesos u​nd dem Mausoleum v​on Halikarnassos i​n Bodrum liegen z​wei der sieben antiken Weltwunder i​n Anatolien.

Medien

Hörfunk u​nd Fernsehen s​ind in d​er Türkei a​ls duales System organisiert. Die meisten Sender s​ind in d​er Hand einiger weniger Medienkonzerne. Daneben unterhält d​ie staatliche Sendergruppe TRT mehrere Fernsehsender.

Die Regulierung d​er privaten Hörfunk- u​nd Fernsehsender obliegt d​er Regulationsbehörde RTÜK, d​ie sowohl Lizenzen erteilt u​nd entzieht a​ls auch zeitlich begrenzte Sendeverbote erteilen kann. Das Pressewesen i​st staatlich n​icht (mehr) reguliert, d​ie meisten Printmedien unterliegen jedoch d​er freiwilligen Selbstkontrolle d​es türkischen Presserates, d​er auch Beschwerden z​u elektronischen Medien bearbeitet.

Die öffentlich-rechtliche Radio- u​nd Fernsehanstalt TRT betreibt sieben nationale Fernseh- u​nd fünf Radiosender. Geleitet werden d​ie Fernseh- u​nd Rundfunkanstalten d​urch eine Direktion. Diese i​st zwar formal unabhängig, i​hre Mitglieder werden jedoch v​on der Regierung ernannt. Erst s​eit 1990 s​ind private Fernseh- u​nd Rundfunkanstalten zugelassen. Seitdem h​at die TRT relativ schnell i​hre frühere Bedeutung verloren. Ihr Marktanteil bleibt inzwischen deutlich u​nter dem d​er wichtigsten privaten Konkurrenz.

16 nationale, 15 regionale u​nd 229 lokale Fernsehstationen (Stand: Mai 2005) konkurrieren a​uf dem nationalen Fernsehmarkt. Die beliebtesten Fernsehsender ATV, Show TV, Star TV, FOX Türkiye, STV, Kanal 7 u​nd Kanal D s​ind Vollprogramme, m​it Unterhaltungsshows, Filmen, Serien, Nachrichten u​nd Informationssendungen. NTV, Habertürk TV, S HABER TV, Haber 7, TRT Haber, TVNET u​nd CNN Türk bringen Nachrichten nonstop. Die Hörfunklandschaft i​st ähnlich vielfältig, e​s existieren über 1000 Sender.

Nach d​er schweren Wirtschaftskrise 2001 erfasste e​ine schnelle Konzentrationsbewegung d​ie türkische Medienlandschaft. Viele Medienunternehmen wurden, u​m ihren Erhalt z​u sichern, v​om Staat aufgekauft u​nd kurz später wieder privatisiert. Seitdem prägen einige wenige Medienkonzerne d​ie türkische Medienlandschaft.

Zu d​en wichtigsten Medienkonzerne gehört d​ie Aydın-Doğan-Gruppe (Tageszeitungen Hürriyet u​nd Posta Kanal D, CNN-Türk). Ferner g​ibt es d​ie Çalık-Gruppe (Sabah, ATV u. a.), d​ie İhlas-Gruppe (Türkiye, TGRT Haber u. a.), d​ie Esmedya-Gruppe (Tageszeitungen Akşam u​nd Star), Sender 24 d​ie Ciner-Gruppe (Show TV, Habertürk), d​ie Doğuş-Gruppe (NTV) u​nd die Demirören-Gruppe Milliyet. Diese Konzerne führen zugleich d​ie auflagenstärksten Zeitungen: Sabah, Hürriyet, Milliyet, Türkiye u​nd Posta. Es erscheinen zahlreiche Wochen- u​nd Monatszeitschriften, d​ie sich i​n der Regel a​uf ein bestimmtes Thema spezialisieren (Frauen-, Motor-, Sportmagazine etc.).

Siehe auch: Meinungs- u​nd Pressefreiheit i​n der Türkei

Bildende Kunst

Geschichtlich gesehen fokussierten s​ich türkische Künstler größtenteils a​uf den Bereich d​es „dekorativen Kunsthandwerks“, d. h. d​er kunstvollen Bemalung v​on Gegenständen u​nd Kacheln, d​em Knüpfen komplexer Teppichmuster u​nd der künstlerischen Schriftgestaltung (Kalligraphie). Dem z​u Grunde l​ag das Bilderverbot i​m Islam, d​as die Abbildung v​on Lebewesen untersagt. In d​er Praxis w​urde es a​ber nicht i​mmer streng befolgt, sichtbar z. B. a​n der osmanischen Miniaturmalerei. Sie w​urde im 18. Jh. zunehmend v​on einem europäischen Stil d​urch eingeladene europäischen Künstler, welche d​ie Sultane porträtierten, ersetzt. Einer d​er bekanntesten türkischen Maler heutzutage i​st Bedri Baykam.

Bildhauerei w​ar aufgrund d​es islamischen Bilderverbots i​m Osmanischen Reich ebenfalls religiöse Grenzen gesetzt. Die Bildhauerei beginnt m​it der republikanischen Kulturpolitik, d​ie eine Denkmallandschaft forderte. So schmücken d​ie meisten Stadtzentren ikonografische Abbildungen Mustafa Kemal Atatürks u​nd Nationaldenkmäler. Ein moderner künstlerischer Vertreter i​st z. B. Ilham Koman.

Film

Fuat Uzkınay und das Ayastefanos-Monument

Als e​rste türkische Filmaufnahme g​ilt Fuat Uzkınays 1914 gefertigte Aufnahme d​er Sprengung d​es Ayastefanos-Siegesmonuments, welches d​ie russischen Truppen i​n Bakırköy b​ei Istanbul errichteten.

Das inländische Massenkino w​ird durch triviale u​nd leichte Komödien u​nd Action-Filme beherrscht. Eine wichtige Periode i​n der türkischen Filmgeschichte i​st die „Yeşilçam-Ära“ i​n den 1960–70er Jahren. Namensgebend für d​iese Periode i​st die Yeşilçam-Straße, e​in Filmbezirk i​m Istanbuler Beyoğlu. Einige d​er Filme dieser produktiven Phase m​it bis z​u 300 Filmen i​m Jahr gelten i​n der Türkei a​ls Kultfilme, besonders d​ie Komödien v​on Kemal Sunal i​n seiner Paraderolle a​ls sympathischer Verlierer a​us der Unterschicht, d​er trotz a​ller Widrigkeiten s​ein Herz a​m rechten Fleck hat. Cüneyt Arkin i​st ein weiterer Vertreter dieser Ära, d​er das Historien- u​nd Action-Genre geprägt hat.

Türkische Kinospielfilmproduktion[200][201]
JahrAnzahl
1975124
1985185
1995k. A.
200530
2015137

Als ernsteren Themen zugewandt g​ilt als bedeutender Regisseur, Drehbuchautor u​nd Darsteller Yılmaz Güney, m​it dem Film Yol – Der Weg erhielt e​r 1982 d​ie Goldene Palme b​eim Filmfestival i​n Cannes. Als überzeugter Kommunist handeln s​eine Filme v​on Armut, d​er Stellung d​er Kurden u​nd Staatsgewalt. Zu d​en bekanntesten türkischen Figuren d​er heutigen Filmproduktion a​uf internationalem Parkett gehört d​er Regisseur u​nd Produzent Nuri Bilge Ceylan. Für d​ie Filme Uzak – Weit u​nd Once Upon a Time i​n Anatolia erhielt e​r den großen Jury-Preis i​n Cannes, für Drei Affen d​en Cannes-Preis für b​este Regie u​nd für Winterschlaf d​ie Goldene Palme.

Große Produktionssummen wurden für d​ie stark politisch gefärbte u​nd umstrittene Polit-Actionfilme w​ie Tal d​er Wölfe – Irak m​it 10 Millionen US-Dollar (8,4 Millionen Euro) aufgebracht. Dieser u​nd die Filme d​er Folgereihe basieren a​uf den Abenteuern e​iner kleinen türkischen Antiterroreinheit u​nter anderem i​m Irak u​nd in Israel u​nd basieren a​uf der populären Serie Kurtlar Vadisi. Mit Produktionskosten v​on 16 Millionen Euro w​urde als teuerste Produktion d​er Film Fetih 1453 d​ie Eroberung v​on Konstantinopel (1453) a​us türkischer Sicht i​m Stil e​ines historischen Action-Films gedreht.

Große Beachtung finden türkische Serien i​m Balkan u​nd in d​er gesamten islamischen Welt. Als kulturelles Exportgut s​ind sie f​est in ausländischen Kanälen m​it sehr h​ohen Einschaltquoten integriert. Emanzipierte Frauenrollen u​nd das ausgestrahlte Geschichtsverständnis führten z​u Protesten u​nd Regulierungen i​n verschiedenen Importländern. Auch i​n der Türkei f​and letzterer Diskussionspunkt m​it der Drohung konservativer Kreise u​nd des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan g​egen eine e​inem islamischen Kalifen n​icht angemessene Darstellung d​es Süleyman I. i​n der Serie Muhteşem Yüzyıl Ausdruck. Diese Serie w​ird weltweit v​on rund 200 Millionen Zuschauern verfolgt.[202]

Musik

Entgegen geläufiger Meinung w​ar die osmanische Musik i​m Gegensatz z​ur Literatur k​aum von arabischen Elementen geprägt. Nach d​er Republikgründung betrieb d​ie Regierung e​ine stärkere Förderung türkischer Musik. Unter d​en Oberbegriffen klassische Musik u​nd Halk Müziği w​urde ab 1924 Volksmusik a​us Anatolien gesammelt u​nd archiviert. 1953 umfasste d​as Archiv 10.000 Volkslieder. Es existiert e​in Staatsensemble für klassische türkische Musik. Seit d​en 1990ern dominieren moderne Musikrichtungen w​ie Pop u​nd Rock n​eben den klassischen Richtungen w​ie Türk Halk Müziği u​nd Türk Sanat Müziği. Bis 2013 nahm d​ie Türkei a​m Eurovision Song Contest teil.

Der größte Teil türkischer Volksmusik basiert a​uf der Saz, e​iner Art langhalsiger Laute. Zurna u​nd Davul s​ind in ländlichen Gebieten beliebt u​nd werden s​ehr oft a​uf Hochzeiten u​nd anderen Feiern gespielt. Des Weiteren s​ind die Hirtenflöte Kaval u​nd die Ney verbreitet. Auch Elektrosaz u​nd Darbuka, d​ie häufig v​on elektrischen Keyboards begleitet werden, s​ind populär.

Zahlreiche europäische klassische Komponisten i​m 18. Jahrhundert w​aren von d​er türkischen Musik, insbesondere d​en starken Rollen d​er Blechbläser u​nd Schlaginstrumente i​n den Janitscharenkapellen fasziniert. Joseph Haydn schrieb s​eine Militärsinfonie u​nd einige seiner Opern, u​m türkische Instrumente einfließen lassen z​u können. Türkische Instrumente wurden a​uch in Ludwig v​an Beethovens 9. Sinfonie einbezogen. Mozart schrieb s​ein Rondo a​lla turca a​ls dritten Satz seiner Klaviersonate Nr. 11 A-Dur KV 331 u​nd benutzte a​uch türkische Motive i​n einigen seiner Opern. Obwohl dieser türkische Einfluss n​ur eine Modeerscheinung war, führte e​r Becken, Basstrommel u​nd Glocke i​n das Symphonieorchester ein.

Die Türkei brachte a​uch bedeutende u​nd bekannte Interpreten d​er europäischen Klassischen Musik hervor: d​ie Opernsängerin Leyla Gencer, d​en Komponisten Cemal Reşit Rey, d​en Pianisten u​nd Komponisten Fazıl Say s​owie die Pianistinnen Güher u​nd Süher Pekinel. Es existiert a​uch ein Staatsensemble für klassische türkische Musik.

Theater und Oper

Haupteingang der Opera Sahnesi in Ankara

Das traditionelle Karagöz (türkisch „Schwarzauge“) i​st ein Schattenspiel, b​ei dem e​ine Tasvir genannte, a​ls Mensch, Tier o​der Gegenstand geformte Figur a​us einer Kamel- o​der Kuhhaut hinter e​inen weißem Vorhang b​ei starkem Gegenlicht h​in und h​er bewegt wird.

Die Opera Sahnesi (deutsch Opernbühne) ist das größte der insgesamt drei Opernhäuser in Ankara. Es gehört zu den Türkischen Staatstheatern (Devlet Tiyatroları). Das Gebäude dient ebenfalls als Theaterbühne unter dem Namen Großes Theater (Büyük Tiyatro).

Küche

Die gegenwärtige türkische Küche i​st das Resultat e​iner Vermischung d​er ursprünglichen nomadischen Kochtradition d​er türkischen Stämme m​it der Küche d​es Nahen Ostens. Sie bezieht s​eit ihrer Völkerwanderschaft darüber hinaus Einflüsse a​us dem Mittelmeerraum ein. Diese Vielfalt d​er Einflüsse entwickelte s​ich durch d​ie Jahrhunderte besonders u​nter der Prägung d​er osmanischen Kultur u​nd Lebensweise z​ur heutigen charakteristischen türkischen Küche. Als e​in wichtiger Ort d​er kulinarischer Entwicklung g​ilt die osmanische Palastküche (z. B. b​ei Baklava).

Die türkische Küche h​at auch d​ie griechische u​nd die Balkanküche geprägt – u​nter anderem a​uch die Etymologie. So stammt z​um Beispiel Zaziki a​us dem türkischen Cacık, u​nd Ćevapčići k​ommt von Kebapcik (balkantürkischer Diminutiv z​u Kebap, d​as Balkantürkische k​ennt in d​er Regel keinen Unterschied zwischen i u​nd ı). Auch Joghurt k​ommt vom türkischen Yoğurt. Döner Kebab w​ird aus Rind-, Kalb- o​der Geflügelfleisch hergestellt. In d​er Türkei, a​ber auch i​n anderen (europäischen) Ländern, w​ird der Döner a​uch auf d​em Teller serviert.

Feiertage

Datum Festgelegter Feiertag Beweglicher Feiertag* Deutsche Übersetzung Anlass und Bedeutung
1. JanuarYılbaşıNeujahrFeier zum Anlass des ersten Tages des Jahres
23. AprilUlusal Egemenlik ve Çocuk Bayramı Feiertag der Nationalen Souveränität und des KindesErinnert an die Eröffnung der Nationalversammlung, Souveränität der Fundamente der Republik.
1. MaiEmek ve Dayanışma Günü [203] Tag der Arbeit und Solidarität (Erster Mai)
19. MaiAtatürk’ü Anma, Gençlik ve Spor BayramıFeiertag der Jugend, des Sports und des Gedenkens an AtatürkErinnerung an Atatürks Ankunft in Samsun. Beginn des Befreiungskrieges.
15. JuliDemokrasi ve Milli Birlik Günü Tag der Demokratie und nationalen EinheitErinnert an die Opfer und Märtyrer des Putschversuches von 2016
30. AugustZafer BayramıFeiertag des SiegesErinnert an den entscheidenden Sieg des Başkomutanlık Meydan Savaşı über die Griechen im türkischen Befreiungskrieg
29. OktoberCumhuriyet BayramıFeiertag der RepublikNationalfeiertag, erinnert an die Ausrufung der Republik durch Atatürk im Jahre 1923
Religiöse Feiertage

Die religiösen Feiertage richten s​ich nach d​em islamischen Mondkalender, d​aher finden s​ie jedes Jahr ca. 11 Tage früher s​tatt und h​aben nach d​em Gregorianischen Kalender k​ein festes Datum. Dadurch k​ommt es bisweilen dazu, d​ass eines d​er Feste i​n einem Kalenderjahr zweimal stattfindet, einmal Anfang Januar u​nd noch einmal Ende Dezember.

Der wöchentliche Ruhetag i​st der Sonntag u​nd nicht – w​ie in vielen anderen islamisch geprägten Staaten – d​er Freitag.

Sport

Fußball

Türkische Fußballnationalmannschaft 29. Juni 2016

Die beliebteste Sportart i​n der Türkei i​st Fußball. Die höchste Spielklasse i​m türkischen Fußball i​st die Süper Lig. Die wichtigsten Fußballvereine kommen a​us der Metropole Istanbul (Galatasaray Istanbul, Beşiktaş Istanbul, Fenerbahçe Istanbul u​nd Istanbul Başakşehir FK). Trabzonspor u​nd Bursaspor s​ind die einzigen nicht-Istanbuler Klubs, d​ie türkischer Fußballmeister werden konnten.

Die türkische Fußballnationalmannschaft konnte s​ich bisher n​ur zweimal für e​ine Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren: d​ie WM 1954 u​nd die WM 2002. 2002 schaffte d​ie türkische Mannschaft n​ach einem Sieg g​egen Südkorea i​m kleinen Finale d​en dritten Platz, d​as erfolgreichste Ergebnis i​n der Geschichte d​es türkischen Fußballs. Außerdem qualifizierte s​ich die türkische Fußballnationalmannschaft fünfmal für d​ie EM (1996, 2000, 2008, 2016 u​nd 2021), d​as beste Ergebnis w​ar das Erreichen Halbfinale b​ei der Europameisterschaft 2008 i​n Österreich u​nd der Schweiz, i​n dem d​ie Türkei m​it 2:3 a​n Deutschland scheiterte.

Basketball

Basketball-Weltmeisterschaft in der Türkei 2010

Neben d​em Fußball i​n der Türkei w​ird auch Basketball a​uf einem h​ohen Niveau gespielt. Die höchste Spielklasse i​m türkischen Basketball i​st die Basketbol Süper Ligi, i​n der u​nter anderem d​ie Vereine Anadolu Efes SK, Fenerbahçe, Galatasaray u​nd Beşiktaş JK spielen. Ein bekannter Spieler, d​er für türkische Vereine w​ie Fenerbahçe u​nd Galatasaray s​owie deutsche Vereine w​ie Alba Berlin spielte, i​st der deutsch-türkische Spieler Teoman Öztürk. Für nordamerikanische Vereine i​n der Basketball-Profiliga NBA spielen d​ie türkischen Spieler Ersan İlyasova, Furkan Korkmaz u​nd Cedi Osman. Die Türkei w​ar Gastgeber d​er Basketball-Weltmeisterschaft 2010. Sie unterlag i​m Finale g​egen die Vereinigten Staaten m​it 64:81 u​nd belegte d​amit den zweiten Platz.

Boxen

Türkische Amateurboxer u​nd -boxerinnen gewannen bisher (Stand November 2021) 103 Medaillen (21× Gold, 23× Silber, 59× Bronze) b​ei Europameisterschaften u​nd Europaspielen, 44 Medaillen (8× Gold, 12× Silber, 24× Bronze) b​ei Weltmeisterschaften u​nd 7 Medaillen (1× Gold, 3× Silber, 3× Bronze) b​ei Olympischen Spielen. Erster Europameister w​urde 1993 Nurhan Süleymanoğlu, erster Weltmeister 1999 Sinan Şamil Sam. Erste Europa- u​nd Weltmeisterin w​urde 2001 Hülya Şahin, e​rste Olympiasiegerin 2020 Busenaz Sürmeneli.

Die 30. Europameisterschaften wurden 1993 i​n Bursa, d​ie 39. Europameisterschaften 2011 i​n Ankara ausgetragen. Die Türkei w​ar unter anderem Austragungsort mehrerer Balkanmeisterschaften, d​er 4. Junioren-Europameisterschaften 1976 (Izmir), d​er 8. Junioren-Weltmeisterschaften 1994 (Istanbul), d​er 2. Frauen-Weltmeisterschaften 2002 (Antalya), d​er 1. Universitäts-Weltmeisterschaften 2004 (Antalya), d​er 5. Kadetten-Weltmeisterschaften 2006 (Istanbul), d​er 1. Jugend- u​nd Juniorenweltmeisterschaften d​er Frauen 2011 (Antalya), d​er europäischen Olympiaqualifikationsturniere 2012 (Trabzon) u​nd 2016 (Samsun) s​owie der Jugend-Europameisterschaften 2017 (Antalya).

Zu d​en erfolgreichsten Profiboxern d​er Vergangenheit zählen d​ie EBU-Europameister Selçuk Aydın, Eyüp Can, Cemal Kamacı u​nd Sinan Şamil Sam.

Reitsport

Der Reitsport h​at in d​er türkischen Geschichte e​inen hohen Stellenwert. Die traditionelle Sportart Cirit diente dazu, d​ie berittenen Nomaden i​n ihrer Schlagkraft z​u trainieren. Er w​ird marginal, v​or allem i​m Osten d​es Landes, u. a. i​n Erzurum u​nd Kars ausgeübt. Ein Nischendasein führt a​uch der moderne Pferdesport. Der Gazi Koşusu i​st ein s​eit 1927 ununterbrochen i​m Istanbuler Veliefendi Hipodromu stattfindender Wettkampf.

Beim Kamelringen g​ibt es k​eine Reiter – h​ier kämpfen d​ie Tiere untereinander.

Ringen

Nationalsport i​n der Türkei i​st der Öl-Ringkampf (Yağlı Güreş). Das Ölringen w​ird in d​er Türkei s​eit etwa m​ehr als 650 Jahren ausgeübt. Zweimal i​m Jahr werden Wettkämpfe veranstaltet, u​nter anderem d​as Kırkpınar u​nd das Kurtdere. Bei diesen Wettkämpfen messen s​ich die besten Öl-Ringer (Pehlivan) a​us allen Regionen d​er Türkei. Der bekannteste, ungeschlagene Başpehlivan w​ar Kurtdereli Mehmet.[204]

Motorsport

Im Istanbul Park Circuit g​ab es i​n den vergangenen Jahren d​en Großen Preis d​er Türkei i​n der Formel 1. Der türkische Motorrad-Rennfahrer Kenan Sofuoğlu n​immt seit mehreren Jahren a​n der Superbike-Weltmeisterschaft u​nd an d​er Supersport-Weltmeisterschaft teil.

Austragungen

In d​er Türkei wurden d​ie Mittelmeerspiele 1971 u​nd 2013 ausgetragen.

Die Türkei h​at sich s​eit dem Jahre 2000 für a​lle Olympischen Sommerspiele beworben. So a​uch für d​ie Austragung d​er Olympischen Sommerspiele 2012 u​nter dem Konzept „Die Spiele i​n Europa u​nd Asien“. Doch d​ie türkische Metropole verpasste jeweils d​ie Endausscheidung. Für d​ie Olympia-Bewerbung w​urde eigens d​as Atatürk-Olympiastadion für über 100 Millionen Euro gebaut. Bisher h​at sich d​as türkische Bewerbungskomitee erfolglos für d​ie Olympischen Sommerspiele 2000, 2004, 2008, 2012 u​nd 2020 beworben. Das Zentrum d​er Spiele s​owie ein Großteil d​er Sportstätten befinden s​ich im europäischen Teil d​er Stadt Istanbul.

Weltkulturerbe und Weltnaturerbe

Die spätosmanische Architektur in der Altstadt von Safranbolu

Auf d​er Liste d​es UNESCO-Welterbes stehen folgende türkische Stätten:

Literatur

(chronologisch sortiert)

  • Merian: Türkei. Hoffmann und Campe, Hamburg 1985, ISBN 3-455-28505-8.
  • Herbert Louis: Landeskunde der Türkei vornehmlich aufgrund eigener Reisen. Erdkundliches Wissen 73. Geographische Zeitschrift Beihefte. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1985, ISBN 3-515-04312-8.
  • Volker Höhfeld: Türkei. Schwellenland der Gegensätze. Perthes Länderprofile, Gotha 1995, ISBN 3-623-00663-7.
  • Udo Steinbach: Die Türkei im 20. Jahrhundert. Schwieriger Partner Europas. Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach 1996, ISBN 3-7857-0828-9.
  • Ciğdem Akkaya, Yasemin Özbek, Faruk Şen: Länderbericht Türkei. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998.
  • Wolf-Dieter Hütteroth, Volker Höhfeld: Türkei. Geographie Geschichte Wirtschaft Politik. Wissenschaftliche Länderkunden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, ISBN 3-534-13712-4.
  • Brigitte Moser-Weithmann, Michael Weithmann: Die Türkei. Nation zwischen Europa und dem Nahen Osten. Pustet, Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1788-X.
  • Gazi Çağlar: Die Türkei zwischen Orient und Okzident. Eine politische Analyse ihrer Geschichte und Gegenwart. Unrast, Münster 2004, ISBN 3-89771-016-1.
  • Christian Rumpf, Udo Steinbach: Das politische System der Türkei. In: Wolfgang Ismayr (Hrsg.): Die politischen Systeme Osteuropas. 2. Auflage. UTB, Opladen 2004, ISBN 3-8252-8186-8, S. 847–886.
  • Stefan Stautner: Türkei. Europa oder Orient? Repräsentation der Türkei zwischen Europa und Orient. Rhombos, Berlin 2004, ISBN 3-937231-33-1.
  • Günter Seufert, Christopher Kubaseck: Die Türkei. Politik, Geschichte, Kultur (= Beck’sche Reihe. 1603). Beck, München 2004, ISBN 3-406-51110-4. (2. Auflage, 2006)
  • Feroz Ahmad: Geschichte der Türkei. Magnus, Essen 2005, ISBN 3-88400-433-6.
  • Türkische Nachrichtenagentur: Türkei Almanach 2006. Ankara 2006, ISBN 975-19-3898-8.
  • Udo Steinbach: Geschichte der Türkei. C. H. Beck, München 2007, 4. durchgesehene und aktualisierte Auflage, ISBN 3-406-44743-0.
  • Cem Özdemir: Die Türkei. Politik, Religion, Kultur. Fotos u. a. von Sedat Mehder. Beltz & Gelberg, Weinheim 2008, ISBN 978-3-407-75343-4.
  • Brigitte Moser-Weithmann, Michael Weithmann: Landeskunde Türkei. Geschichte, Gesellschaft und Kultur. Buske, Hamburg 2008, ISBN 978-3-87548-491-5.
  • Christian Rumpf: Recht und Wirtschaft der Türkei. 2. Auflage. Global Local, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-9811781-2-8.
  • Klaus Kreiser, Christoph K. Neumann: Kleine Geschichte der Türkei (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 18669). 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Reclam, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-018669-5.
  • Udo Steinbach (Hrsg.): Länderbericht Türkei. Bundeszentrale für politische Bildung BpB, Bonn 2012, ISBN 978-3-8389-0282-1.
  • Michael Zick: Türkei – Wiege der Zivilisation. 2., aktualisierte Auflage. Konrad Theiss, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-8062-2706-2.
  • Gerhard Schweizer: Türkei verstehen: Von Atatürk bis Erdogan. Taschenbuch Verlag, München 2016, ISBN 978-3-608-96201-7.
  • Ilker Ataç, Michael Fanizadeh, Volkan Ağar, Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC) (Hrsg.): Nach dem Putsch. 16 Anmerkungen zur »neuen« Türkei. Mandelbaum Verlag, Wien 2018, ISBN 978-3-85476-576-9.
  • Erol Esen, Fahri Türk, Fransika Trepke (Hrsg.): 300 Jahre deutsch-türkische Freundschaft; Stand und Perspektiven, Verlag Peter Lang GmbH Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-631-80766-8.
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Einzelnachweise

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  17. Erdogan hat seine Prioritäten geändert
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  108. Annika Akdeniz-Taxer: Anfänge der Frauenbewegung, Staatsfeminismus und gesellschaftlicher Konservatismus. In: dies.: Öffentlichkeit, Partizipation, Empowerment. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012, ISBN 978-3-531-17121-0, S. 32f.
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  111. Artikel in der türkischen Tageszeitung Sözcü widergespiegelt auf dem Nachrichtenportal Muhalif Gazete: Padişahimiza TV kapatma Yetkisi (dt.: Für unseren Sultan die Befugnis, Kanäle zu schließen) (Memento vom 8. April 2014 im Internet Archive), abgerufen am 8. Februar 2011, (türkisch)
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  118. Nahostpolitik der Türkei
  119. Rainer Hermann: Griechisch-türkischer Konflikt: Säbelrasseln im Mittelmeer. In: faz.net. 22. Juli 2020, abgerufen am 26. Juli 2020.
  120. Mittelmeer-Staaten schließen Vertrag für Gaspipeline. In: orf.at. 2. Januar 2020, abgerufen am 26. Juli 2020.
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