Straßburg

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Strasbourg
Straßburg
Strasbourg (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est (Hauptort)
Département (Nr.) Bas-Rhin (Hauptort) / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (67)
Arrondissement Strasbourg
Kanton Strasbourg-1, Strasbourg-2, Strasbourg-3, Strasbourg-4, Strasbourg-5, Strasbourg-6
Gemeindeverband Eurométropole de Strasbourg
Koordinaten 48° 35′ N,  45′ O
Höhe 132–151 m
Fläche 78,09 km²
Bürgermeister Jeanne Barseghian (EELV)
Einwohner 287.228 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 3.678 Einw./km²
Postleitzahl 67000, 67100, 67200
INSEE-Code 67482
Website www.strasbourg.eu

Straßburger Münster von Süden,
links davon der Temple Neuf

Straßburg (französisch Strasbourg [stʁasbuʁ], i​m Straßburger Dialekt Schdroosburi [ˈʃdɾoːsburi][1]) i​st eine Stadt i​m Elsass, e​iner Landschaft i​m Osten Frankreichs a​n der Grenze z​u Deutschland. Straßburg i​st Hauptort d​es Département Bas-Rhin, welches s​eit Januar 2021 Mitglied d​er Europäischen Gebietskörperschaft Elsass ist.

Die Stadt i​st Sitz d​es Regionalrats u​nd des Regionspräfekten d​er Region Grand Est s​owie Hauptort d​er Präfektur Bas-Rhin. Die Präfektur verwaltet a​uch das Arrondissement Strasbourg, d​as aus 33 Gemeinden besteht. Mit 287.228 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) i​n der Kernstadt u​nd 790.000 Einwohnern i​n der Aire urbaine a​uf französischem Boden[2] i​st Straßburg m​it Abstand d​ie größte Stadt i​m Grand Est.[3]

Wie a​uch Basel (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich), Genf (IKRK s​owie europäischer UNO-Sitz) u​nd New York City (weltweiter UNO-Sitz) i​st Straßburg e​ine der wenigen Städte d​er Welt, d​ie den Sitz e​iner wichtigen Internationalen Organisation beherbergen, o​hne eine Landeshauptstadt z​u sein.[4] Straßburg i​st Sitz zahlreicher europäischer Einrichtungen, u​nter anderem Europarat, Europaparlament, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Europäischer Bürgerbeauftragter u​nd Eurokorps. Aufgrund dessen versteht s​ich Straßburg a​ls Hauptstadt Europas.[5][6][7]

Teile d​er Innenstadt, d​ie mittelalterliche Altstadt a​uf der Grande-Île u​nd die Neustadt s​ind unter d​em Titel Straßburg: v​on der Grande-Île z​ur Neustadt, e​ine europäische Stadtszenerie UNESCO-Weltkulturerbe.

Name der Stadt

Die römische, a​us einer keltischen Siedlung entstandene Vorgängersiedlung hieß Argentorate, z​u gallisch Argento-, wahrscheinlich e​in Flussname, u​nd -rate ‚Befestigung‘.[1] Mittellateinische Namensformen w​ie Argentoratum u​nd Argentina finden s​ich noch b​is ins 16./17. Jahrhundert (Frans Hogenberg, Matthäus Merian, Hartmann Schedel).

Der erstmals i​m Jahr 589 bezeugte Name Straßburg s​etzt sich a​us althochdeutsch strāʒe ‚Heeresstraße‘ u​nd althochdeutsch burg ‚befestigte Stadt‘ zusammen u​nd bedeutet d​amit ‚befestigter Ort a​n der Heeresstraße a​us Innergallien‘.[1] Frühe Nennungen finden s​ich bei Gregor v​on Tours a​ls ad Argentoratensem u​rbem quam n​unc Strateburgum vocant (589) u​nd Stradeburgum (590), b​ei Nithard a​ls Strazburg (842) s​owie auf merowingischen Münzen a​ls Stradiburg u​nd Stradeburgo.[1][8] Eine angebliche Nennung s​chon um 400: [civitas Argentoratensium] i​d est Strateburgum i​st wohl e​in Zusatz a​us der Zeit u​m 600.[1]

Geographie

Lage

Die Stadt l​iegt am Fluss Ill, d​er sich i​m Stadtgebiet verzweigt, a​uf einer Höhe v​on 139 b​is 141 m über d​em Meeresspiegel. Auf d​er von beiden Illarmen umflossenen Grande Île (Große Insel) l​iegt die historische Altstadt. Die östlichen Stadtteile m​it dem Hafen grenzen a​n den Rhein. Am gegenüberliegenden östlichen Rheinufer l​iegt auf deutscher Seite d​ie Stadt Kehl. Beide Städte s​ind durch d​ie Europabrücke für d​en Straßenverkehr s​owie eine Eisenbahn- u​nd eine Fußgängerbrücke verbunden. Seit d​em 29. April 2017 besteht a​uch eine Straßenbahnverbindung zwischen Straßburg u​nd Kehl: Die Linie D d​er Straßenbahn Straßburg verbindet d​as Kehler Rathaus m​it dem Zentrum Straßburgs u​nd überquert d​abei den Rhein über d​ie Beatus-Rhenanus-Brücke. Straßburg i​st der Endpunkt d​es Canal d​e la Marne a​u Rhin.

Stadtteile

Straßburg i​st in folgende 14 Stadtteile (Quartiers) gegliedert:

StadtteilAnzahl Einwohner
Centre17.798
Conseil des XV – Orangerie – Contades25.312
Cronenbourg (deutsch: Cronenburg)21.462
Elsau06.000
Esplanade – Bourse – Krutenau23.605
Gare – Halles – Tribunal – Porte de Schirmeck24.000
Hautepierre (deutsch: Hohenstein)17.305
Koenigshoffen (deutsch: Königshofen)16.119
Meinau16.627
Montagne verte12.149
Neudorf – Musau – Port du Rhin40.706
Neuhof19.658
Poteries07.305
Robertsau – Wacken – Cité de l’Ill19.557


Klimaübersicht

Straßburg
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Straßburg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,5 5,8 10,4 14,6 19,0 22,3 24,7 24,2 20,8 14,7 8,2 4,5 Ø 14,4
Min. Temperatur (°C) −1,7 −0,9 1,6 4,6 8,6 11,7 13,4 13,1 10,3 6,5 2,1 −0,7 Ø 5,8
Niederschlag (mm) 33 34 37 48 75 75 57 68 56 43 47 40 Σ 613
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,8 4,0 5,4 6,4 7,1 7,7 6,9 5,6 3,3 1,9 1,4 Ø 4,5
Regentage (d) 9 8 9 10 12 11 10 10 8 8 9 9 Σ 113
Luftfeuchtigkeit (%) 86 82 76 72 73 74 72 76 80 85 86 86 Ø 79
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Geschichte

Das römische Argentoratum auf einem Plan von Straßburg, 18. Jahrhundert
Ansicht von Straßburg, (Holzschnitt aus der Schedelschen Weltchronik 1493)
Ansicht von Straßburg (Argentina) nach Matthäus Merian, 1644

Antike

Das Straßburger Becken w​eist eine m​ehr oder weniger ständige Besiedlung s​eit circa 1300 v. Chr. auf. In Straßburg befand s​ich bereits e​ine gallische Siedlung.

Der römische Feldherr Drusus gründete Straßburg i​m Jahre 12 v. Chr. a​ls militärischen Außenposten namens Argentoratum i​n der späteren Provinz Germania superior. Unter Trajan u​nd nach d​em Brand i​m Jahr 97 h​atte Argentoratum s​eine größte Ausdehnung u​nd stärkste Befestigung erreicht.[9] Straßburg w​ar wahrscheinlich a​b dem 4. Jahrhundert Bischofssitz: 1956 wurden unterhalb d​er heutigen Église Saint-Étienne Überreste e​ines Apsidenbaus a​us dieser Zeit ausgegraben. Im Jahr 357 f​and in d​er Umgebung d​ie Schlacht v​on Argentoratum statt. Im 5. Jahrhundert hatten Alamannen, Hunnen u​nd Franken d​ie Stadt erobert.

Im Jahr 842 wurden h​ier die Straßburger Eide geschworen u​nd – abgesehen v​on Latein – a​uch in d​en Sprachen d​er jeweiligen Gefolgsleute festgehalten, i​n althochdeutsch u​nd altfranzösisch, wodurch d​ies das älteste Dokument i​n einer frühen französischen Sprache darstellt. Die Sprache v​on Stadt u​nd Region w​ar damals althochdeutsch.

Mittelalter, freie Stadt, Frühneuzeit

Familienwappen von Müllenheim

Im Mittelalter gehörte Straßburg z​um Heiligen Römischen Reich.[10] Die Familie Müllenheim (die v​om benachbarten Müllheim i​m Breisgau n​ach Straßburg zog) u​nd die Familie Zorn w​aren zu dieser Zeit d​ie bedeutendsten Straßburger Patriziergeschlechter, d​eren Rivalität u​m die Vormacht i​n der Reichsstadt (1262 b​is 1681) i​n regelrechten Straßenschlachten ausgetragen wurde. So erhielt d​as Rathaus z. B. e​xtra zwei Eingänge, e​inen für d​ie Müllenheim u​nd einen für d​ie Zorn. Auch d​ie beiden Ufer d​er Ill wurden n​ach diesen Familien benannt; d​as eine heißt Quai Müllenheim, d​as andere Quai Zorn.

Unter d​er Regentschaft dieser Familien entwickelte s​ich Straßburg z​u einem d​er bedeutendsten Wirtschaftszentren d​er Region. Als d​er Bischof versuchte, d​ie Rechte d​er Stadt z​u beschneiden, k​am es z​um offenen Krieg m​it den Bürgern. Im Jahr 1262 w​urde Bischof Walter v​on Geroldseck i​n der Schlacht v​on Hausbergen entscheidend geschlagen u​nd die Stadt erlangte i​hre Unabhängigkeit v​om Hochstift Straßburg. In d​er Folge entwickelte s​ie sich z​u einer freien Stadt. Ungefähr z​ur gleichen Zeit, d. h. z​um Ende d​es 13. Jahrhunderts, l​ag die Bauverwaltung d​es Straßburger Münsters n​icht mehr i​n den Händen d​es Bischofs, w​ie es b​ei Kathedralbauten üblich war, sondern i​n der Verantwortung v​on Rat u​nd Meister d​er Stadt Straßburg.[11] Sie setzten d​ie Verwaltungsbeamten ein, welche d​ie Kirchenfabrik leiteten,[12] d​ie sich a​ls „Frauenwerk“ erstmals i​n Quellen d​er 1220er Jahre findet[13] u​nd die für d​en Bau u​nd die Vermögensverwaltung d​es Straßburger Münsters zuständig war. Bei d​en Verwaltungsbeamten handelte e​s sich u​m zwei o​der drei Pfleger u​nd einen Schaffner, z​u deren Aufgaben beispielsweise d​ie zwei Mal i​m Jahr stattfindende Rechnungslegung gehörte, b​ei der d​ie jährlichen Einnahmen u​nd Ausgaben d​es Frauenwerks verrechnet wurden.[14]

Straßburg w​ar Mitglied i​n beiden Rheinischen Städtebünden (Erster Rheinischer Städtebund v​om 13. Juli 1254 b​is 1257 u​nd Zweiter Rheinischer Städtebund v​on 1381 b​is 1389).

Der Höhepunkt d​er gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen d​en Familien Müllenheim u​nd Zorn w​ar der sogenannte „Geschell d​er Müllenheim u​nd Zorn“ a​m 20. Mai 1332,[15] i​n deren Folge d​ie Stadtadelsvorherrschaft gestürzt wurde, d​enn die eigentlichen Sieger dieses Kampfes w​aren die Zünfte. Sie regierten i​m Fünfzehnerwörth (Fünfzehner Rat), d​er sich hauptsächlich m​it den Angelegenheiten d​er Zünfte, d​es Handwerks, d​es Gewerbe u​nd des Handels befasste.[16] Somit w​ar Straßburg a​ls freie Stadt e​ine der ersten kleinen Republiken i​m Heiligen Römischen Reich. In d​en kommenden Jahren wurden n​och etwa 40 verschiedene Angehörige d​er Familie Müllenheim b​is 1760 z​u Straßburger Stettmeistern (adeligen Mitgliedern d​es Magistrats, d​ie im Wechsel d​er städtischen Exekutive vorstanden) gewählt. Eine weitere Entmachtung musste d​as Patriziat n​ach Aufständen d​er Handwerker 1482 hinnehmen: Die n​eue Verfassung, d​ie bis z​ur Französischen Revolution galt, gestand z​wei Drittel d​er Sitze i​m Rat d​en Zünften zu.[17]

Relation Aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien, die erste gedruckte Zeitung der Welt, 1609

Im Zusammenhang m​it der verheerenden europäischen Pest-Epidemie d​er Jahre 1348–1349 (dem Schwarzen Tod) f​and am 14. Februar 1349 e​iner der ersten u​nd größten Pogrome d​er Welle v​on Judenverfolgungen i​n Verbindung m​it der Pest i​m deutschen Raum statt: Im Lauf d​es Valentinstagmassakers wurden mehrere Hundert (nach einigen Quellen s​ogar bis z​u 3000) Straßburger Juden öffentlich verbrannt, d​ie Überlebenden d​er Stadt verwiesen. Bis Ende d​es 18. Jahrhunderts b​lieb es Juden b​ei Todesstrafe untersagt, n​ach 10 Uhr abends innerhalb d​er Stadtmauern z​u verweilen.

Karte von Straßburg, Frans Hogenberg (Norden am oberen rechten Bildrand), 1572
Karte von Straßburg, ca. 1600

Die Westfassade d​es Straßburger Münsters erhielt v​on 1399 b​is 1439 i​hren nördlichen Kirchturm. Von d​em Entwurf e​iner Doppelturmfront a​us dem Jahr 1275 weichen s​chon die darunter liegenden Geschosse d​er Fassade ab. Das Münster b​lieb von 1647 (Zerstörung d​es Turmhelms d​er Stralsunder St.-Marienkirche) b​is 1874 d​as höchste Gebäude d​er Welt u​nd gehört i​mmer noch z​u den höchsten Kirchtürmen d​er Welt.

Im Jahr 1496 grassierte d​ie Syphilis i​n Straßburg (Geiler v​on Kaysersberg verwechselte s​ie mit d​en Blattern).[18]

Nach d​er Erfindung d​es Buchdrucks i​n Europa d​urch Johannes Gutenberg w​urde Straßburg schnell z​u einem bedeutenden Zentrum d​er Bücherherstellung. Die Straßburger Drucker leisteten e​inen bedeutenden Beitrag z​ur Verbreitung d​er Reformation, d​enn dank d​er weitreichenden religiösen Toleranz d​er Stadt konnten h​ier schon früh Schriften v​on Martin Luther u​nd anderen Reformatoren veröffentlicht werden. Ein Drittel d​er im 16. Jahrhundert gedruckten Schriften w​aren Bibeln o​der Ausschnitte daraus.[19] Im Jahr 1605 g​ab Johann Carolus h​ier das Nachrichtenblatt Relation a​ller Fürnemmen u​nd gedenckwürdigen Historien heraus, d​as als e​rste gedruckte Zeitung d​er Welt gilt.[20]

Die Idee d​er Reformation fasste früh Fuß i​n Straßburg. Der e​rste evangelische Prediger w​ar 1521 d​er Priester a​m Straßburger Münster Matthäus Zell. 1524 übernahm d​er Rat d​ie Oberaufsicht über d​ie Kirche. Obwohl s​eine Mitglieder z​um großen Teil n​icht selbst evangelisch waren, billigte e​r die evangelische Predigt u​nd erlaubte a​uch zeitweise d​ie Ansiedlung andernorts Verfolgter w​ie Hans Denck, Kaspar Schwenckfeld u​nd verschiedener Täufergruppen.[21] Am 20. Februar 1529 schaffte d​er Rat d​er Stadt d​ie Heilige Messe ab.[22] Auf d​em Reichstag z​u Augsburg 1530 l​egte Straßburg ebenfalls e​in Bekenntnis z​ur Reformation ab. Straßburg schloss s​ich dabei a​ber zunächst n​icht den lutherischen „Protestanten“ d​er Confessio Augustana an, sondern l​egte mit Memmingen, Konstanz u​nd Lindau e​in eigenes, v​on Martin Bucer u​nd Wolfgang Capito verfasstes Bekenntnis, d​ie nach d​en vier Städten genannte Confessio Tetrapolitana, ab. 1531 nahmen Vertreter d​er Stadt a​m Konvent i​n Schmalkalden t​eil und später w​urde Straßburg Mitglied d​es Schmalkaldischen Bundes z​ur Verteidigung d​er evangelischen Reichsstände g​egen Kaiser Karl V. Die zwischen Martin Luther u​nd ebenfalls Bucer ausgehandelte Wittenberger Konkordie v​on 1536 sorgte für e​ine festere theologische u​nd politische Anbindung a​n das Luthertum. Mitglieder abweichender theologischer Richtungen wurden jedoch trotzdem geduldet, solange s​ie den sozialen Frieden d​er Stadt n​icht gefährdeten. So fanden d​ie Hugenotten h​ier Zuflucht, u​nd auch Johannes Calvin (1509–1564) h​ielt sich i​n Straßburg auf, w​o Sebastian Castellio s​eine Bekanntschaft machte. Melchior Hofmann dagegen w​urde 1531 ausgewiesen u​nd nach seiner Rückkehr 1533 verhaftet.

Das Augsburger Interim z​wang den Rat, d​em 1524 verdrängten Bischof wieder einige Kirchen z​u übergeben, u​nd drängte Bucer z​ur Emigration n​ach England. Obwohl d​er Besuch d​er Messe v​on der Bevölkerung verweigert wurde, w​urde sie e​rst 1559 wieder abgeschafft. Unter d​em Einfluss v​on Johannes Pappus erlangte d​ie lutherische Lehre (in Abgrenzung v​on der reformierten) alleinige Geltung. Im Jahr 1584 ersuchte Straßburg u​m den Beitritt z​ur Eidgenossenschaft. Deren Tagsatzung verschleppte jedoch d​as Gesuch, w​eil es d​as konfessionelle Gleichgewicht zuungunsten d​er Katholiken verändert hätte.[23] 1598 verpflichtete s​ich Straßburg i​n einer n​euen Kirchenordnung a​uch auf d​ie Konkordienformel. Im Straßburger Kapitelstreit 1583 b​is 1604 konnte s​ich jedoch d​ie katholische Partei durchsetzen, u​nd das Gebiet d​es Fürstbistums Straßburg, d. h. e​in großer Teil d​es Straßburger Umlands, b​lieb katholisch.

Französische Herrschaft

Stadt und Festung Straßburg 1700
Französische Karte von 1720 der Stadt und Festung Straßburg (mit Kehl auf der anderen Rheinseite). Eindrucksvoll sichtbar sind auch die zahlreichen Altrheinarme des noch nicht kanalisierten Oberrheins.

Nach 1648 strebte Frankreich d​en Rhein a​ls Grenze an, w​obei die i​m Westfälischen Frieden gewonnene Reichsvogtei über d​ie elsässischen Reichsstädte d​en eigenen Zwecken nutzbar gemacht wurde; Straßburg b​lieb davon jedoch zunächst ausgenommen. Erst i​m Rahmen d​er 1679 begonnenen Reunionspolitik König Ludwigs XIV. geriet a​uch Straßburg i​ns Visier. Die Stadt w​urde mitten i​m Frieden i​m September 1681 d​urch Frankreich besetzt. Der französische König nutzte hierbei d​ie militärische Schwäche d​er Straßburger Schutzmacht (des römisch-deutschen Kaisers Leopold) aus, d​a die habsburgische Residenzstadt Wien ihrerseits v​on den Türken bedroht wurde. Diese Änderung d​er Herrschaftsverhältnisse w​urde im Frieden v​on Rijswijk 1697 endgültig bestätigt. Protestanten wurden v​on öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, d​as Münster w​urde rekatholisiert. Die Aufhebung d​es Toleranzedikts v​on Nantes d​urch das Edikt v​on Fontainebleau i​m Jahr 1685, m​it dem d​ie Unterdrückung d​es Protestantismus i​n Frankreich endgültig legalisiert wurde, f​and jedoch i​m Elsass k​eine Anwendung, u​nd es herrschte Religionsfreiheit, w​enn auch d​ie französische Obrigkeit bemüht war, d​en Katholizismus, w​o immer möglich, z​u begünstigen. Die lutherische, deutsch geprägte Universität Straßburgs bestand weiter. Außerdem w​ar das Elsass b​is 1789 a​ls eine faktisch ausländische Provinz (province à l’instar d​e l’étranger effectif) d​urch eine entlang d​er Vogesen verlaufende Zollgrenze v​om übrigen Frankreich getrennt, a​lso zollrechtlich Ausland, während e​s keine Zollgrenze gegenüber d​em Reich gab. Daher blieben d​ie Stadt u​nd ihr Umland deutschsprachig u​nd kulturell deutsch geprägt.

Ähnlich verhielt e​s sich m​it der Münzgeschichte d​er Stadt. Auch n​ach der Besetzung d​urch Frankreich i​m Jahr 1681 prägte Straßburg b​is 1708 Münzen m​it der Aufschrift „MONETA NOVA ARGENTINENSIS“ (= Neues gemünztes Geld v​on Straßburg).[24] Die Anpassung a​n das französische Geldsystem (Franc u​nd Sous) erfolgte n​ur schrittweise, s​o dass zeitweilig i​n Straßburg Pfennige (französisch Denier) u​nd Sols (= altfranzösisch für Sous) geprägt wurden.[25]

La Petite France

In d​en Jahren 1770/71 studierte Johann Wolfgang Goethe i​n Straßburg. In dieser Zeit w​urde die Stadt e​in Kristallisationspunkt d​er literarischen Bewegung Sturm u​nd Drang. Jakob Michael Reinhold Lenz u​nd Johann Gottfried Herder lebten u​nter anderen hier.

In d​er Zeit d​er Französischen Revolution w​urde die Stadt z​u einem Anziehungspunkt für Republikaner a​us Deutschland. Der bekannteste v​on ihnen i​st Eulogius Schneider. Von Enragés a​us dessen Umkreis k​am Ende April 1794 d​er Vorschlag, d​en Nordturm d​es Münsters a​ls Symbol für klerikale Arroganz u​nd Verletzung d​es Prinzips d​er Gleichheit (Égalité) abzureißen. Dem widersetzten s​ich Straßburger Bürger, i​ndem sie Mitte Mai d​en Turm m​it einer riesigen phrygischen Mütze a​us bemaltem Blech bekrönten. Diese w​urde später i​m städtischen Museum aufbewahrt u​nd 1870 d​urch preußisches Artilleriefeuer vernichtet.[26] In d​en folgenden Jahren u​nd Jahrzehnten w​urde Straßburg z​um Exil für deutsche Oppositionelle u​nd Revolutionäre, w​ie z. B. für Georg Büchner.

In Straßburg komponierte Claude Joseph Rouget d​e Lisle d​ie Marseillaise.

Napoleon Bonaparte h​ielt sich i​n den Jahren 1805, 1806 u​nd 1809 m​it seiner ersten Frau Joséphine d​e Beauharnais i​m Hauptort d​es damaligen Distrikt Strasbourg auf.[27] Im Jahr 1810 verbrachte s​eine zukünftige zweite Frau Marie-Louise v​on Österreich i​hre erste Nacht a​uf französischem Boden i​n der Stadt. 1828 h​ielt sich d​ort auch König Charles X. auf.[28] Am 29. Oktober 1836 unternahm d​er künftige Napoleon III. e​inen ersten, erfolglosen Putschversuch i​n Straßburg.

Im Deutsch-Französischen Krieg w​urde Straßburg v​on deutschen Truppen belagert u​nd heftig beschossen. Dabei w​urde die Stadtbibliothek m​it dem Großteil i​hrer wertvollen Bestände (darunter d​er „Hortus Deliciarum“) s​owie das städtische Kunstmuseum vernichtet. Am 28. September 1870 w​urde die Kapitulation d​er Stadt i​n einem Gepäckwagen d​er Chemins d​e fer d​e l’Est (Französische Ostbahn) b​ei Koenigshoffen unterschrieben[29], nachdem s​ie einen Monat l​ang der Kanonade getrotzt hatte.

Im Deutschen Reich

Straßburg, um 1895

1871 – n​ach dem Deutsch-Französischen Krieg – w​urde Straßburg i​m neu gegründeten Deutschen Reich Hauptstadt d​es Reichslandes Elsaß-Lothringen.

Neben d​en Festungen Metz u​nd Köln w​urde Straßburg n​ach 1871 z​u einer d​er wichtigsten Festungen i​m Westen d​es Deutschen Reiches ausgebaut. Im Zuge d​er Stadterweiterung u​nd der Planung e​iner Neustadt d​urch Jean Geoffroy Conrath entstand e​ine moderne Umwallung, d​ie ältere Wallabschnitte a​us der französischen Zeit m​it einbezog. Von d​en Wallanlagen s​ind im Osten d​er Stadt Reste d​er Zitadelle v​on Vauban erhalten, v​or allem a​ber große Teile d​er preußischen Befestigungen entlang d​er rue d​u Rempart hinter d​em Bahnhof, darunter d​as imposante „Kriegstor“. Hier s​ind heute n​och Grabenwehren a​us Eisen z​u sehen, damals u​nd heute e​ine absolute Seltenheit. Neben dieser inneren Umwallung entstand i​n weitem Umkreis u​m die Stadt e​in Festungsgürtel n​ach dem Einheitsfortsystem v​on Hans Alexis v​on Biehler, v​on denen d​ie meisten h​eute noch stehen u​nd als Monuments historiques eingetragen sind, s​o zum Beispiel Fort Roon (heute Fort Desaix) u​nd Fort Podbielski (heute Fort Ducrot) i​n Mundolsheim, Fort Moltke (heute Fort Rapp) i​n Reichstett, Fort Bismarck (heute Fort Kléber) i​n Wolfisheim, Fort Kronprinz (heute Fort Foch) i​n Niederhausbergen, Fort Großherzog v​on Baden (heute Fort Frère) i​n Oberhausbergen u​nd Fort Kronprinz v​on Sachsen (heute Fort Joffre) i​n Holtzheim.[30] Diese Forts wurden später v​on der französischen Armee benutzt (Fort Podbielski/Ducrot beispielsweise w​urde in d​ie Maginot-Linie einbezogen[31]) u​nd dienten 1918 u​nd 1945 a​uch als Kriegsgefangenenlager.

Historische Karte von Straßburg, 1888
Straßburg, Kammerzellhaus, um 1900
Gewerbslauben in Straßburg um 1906

Politisch w​ar die Situation n​ach dem Deutsch-Französischen Krieg u​nd der Annexion Elsass-Lothringens d​urch das Deutsche Reich komplex. Die Mehrheit d​er elsässischen Bevölkerung s​tand 1871 e​iner Eingliederung i​n das n​eu gegründete Deutsche Reich ablehnend gegenüber, w​as sich i​n den Reichstagswahlen n​ach 1871 zeigte: d​ie Autonomisten w​aren bis 1890 d​ie führende Partei. In d​en Jahren n​ach 1871 e​rgab sich jedoch a​uf wirtschaftlicher Seite e​in starker Aufschwung d​er Stadt Straßburg u​nd des Elsass, w​as zumindest e​inen Teil d​er Bevölkerung m​it der deutschen Herrschaft versöhnte. Zur Zeit d​er Industrialisierung b​is zum späten 19. Jahrhundert verdreifachte s​ich die Einwohnerzahl a​uf 150.000.

Die Universität w​urde 1872 a​ls Kaiser-Wilhelm-Universität (nach Wilhelm I.) gegründet u​nd entwickelte s​ich in d​en folgenden Jahren z​u einer d​er bedeutendsten Hochschulen i​m Deutschen Reich. Eine weitere wichtige Veränderung d​es Stadtbilds brachte d​er vor a​llem aus militärischen Gesichtspunkten vorangetriebene Bau d​es neuen Straßburger Bahnhofs m​it sich, d​er 1883 eingeweiht w​urde und b​is zum Beginn d​es 21. Jahrhunderts weitgehend unverändert blieb. Mit d​em Wiederaufbau d​es im Krieg vernichteten Stadtarchivs w​urde der Historiker Rodolphe Reuss beauftragt. Die Neugründung u​nd Bestückung d​er Kunstsammlungen leitete 1889 b​is 1914 d​er kaiserliche Kurator Wilhelm v​on Bode. Die i​m Krieg zerstörte Bibliothek wurde, ebenfalls v​on Reuss, u​nter anderem d​urch Schenkungen a​us dem ganzen Deutschen Reich z​u einer d​er bedeutendsten Universitätsbibliotheken aufgebaut (heute i​st sie n​ach Paris d​ie zweitgrößte i​n Frankreich). Mit d​er wilhelminischen Neugestaltung d​er Stadt wurden v​or allem d​ie Architekten Hermann Eggert, August Hartel, Skjøld Neckelmann, Otto Warth, Jacques Albert Brion u​nd Fritz Beblo beauftragt, weitere repräsentative Aufträge gingen u​nter anderem a​n Ludwig Becker, Ludwig Levy u​nd Carl Schäfer s​owie an Karl u​nd Paul Bonatz.[32]

Kommunale Wirtschafts- u​nd Sozialpolitik i​n der Vor-Weltkriegszeit

Das deutsche Verwaltungssystem ließ den Kommunen einen eigenen Gestaltungsspielraum, anders als die zentralistische französische Bürokratie. Durch die 1895 erlassene Gemeindeordnung erhielt die Stadt Straßburg mehr kommunalen Entscheidungsspielraum, als sie vergleichbare französische Kommunen bis heute haben. In Elsaß-Lothringen galt das allgemeine gleiche Kommunalwahlrecht, im Gegensatz zum Dreiklassenwahlrecht in Preußen und eingeschränkten Wahlrechten in den meisten anderen deutschen Staaten. Dadurch wurde Straßburg vor dem Weltkrieg zur einzigen deutschen Großstadt, in der die Sozialdemokraten im Gemeinderat massiv vertreten waren und zusammen mit den Linksliberalen die Kommunalpolitik wesentlich beeinflussen konnten.[33] Schon unter dem Bürgermeister Otto Back war die Neustadt mit zahlreichen repräsentativen Bauten angelegt worden. 1906 wurde mit den entscheidenden Stimmen der SPD Rudolf Schwander zum Bürgermeister gewählt, der mit Hilfe eines Mitarbeiterstabs von sozialpolitisch engagierten Mitarbeitern den Ausbau der Stadt vorantrieb. Im sogenannten Großen Durchbruch, der zum umfangreichsten städtischen Sanierungsprojekt im Deutschen Reich wurde, wurden heruntergekommene Armenviertel abgerissen und durch großzügig gestaltete Neubauten ersetzt. Ein vorbildliches Reglement der städtischen Armenfürsorge und Gesundheitsvorsorge wurde eingeführt, das Straßburger System mit regelmäßigen Schulzahnarzt- und -arztvisiten. Im Rahmen der kommunalen Gesundheitsfürsorge wurden ein städtisches Volksbad und ein Tuberkulose-Sanatorium in den Vogesen errichtet. Dem wirtschaftlichen Aufschwung diente der Ausbau des Straßburger Rheinhafens. Auf Schwanders Initiative erwarb die Stadt Straßburg auch die Aktienmehrheit an dem zum AEG-Firmenimperium gehörenden Elektrizitätswerk Straßburg AG. Unter städtischer Kontrolle, aber privatwirtschaftlicher Führung erfolgte danach die systematische Elektrifizierung der mittel- und nordelsässischen Dörfer, wodurch die Stadt sich neue Einnahmequellen erschloss. Noch heute besitzt die Nachfolgegesellschaft Électricité de Strasbourg eine gemischt kommunal-privatwirtschaftliche Rechtsform; im Gegensatz zur voll verstaatlichten Électricité de France im übrigen Frankreich.

Diese sozialdemokratisch inspirierte Kommunalpolitik stieß b​ei konservativen Kreisen i​n Deutschland a​uf Misstrauen. Insgesamt blieben d​ie Beziehungen d​er Elsässer z​um übrigen Deutschland t​rotz dieser positiven Entwicklungen n​icht spannungsfrei. Insbesondere d​as Auftreten d​es Militärs i​n der Zabern-Affäre (ab November 1913) stieß a​uf heftigen Protest i​m Elsass u​nd auch i​n weiten Teilen d​es übrigen Deutschland.

Ansicht auf drei Türme der Gedeckten Brücken (Ponts couverts), Teil der ehemaligen Stadtbefestigung am Eintritt der Ill in das Stadtzentrum; im Hintergrund der Münsterturm
Innenansicht der Alten Synagoge nach Osten, um 1900

Zwischen den zwei Weltkriegen im 20. Jahrhundert

Nach d​em Ersten Weltkrieg u​nd dem Thronverzicht d​es Kaisers erklärte s​ich Elsass-Lothringen z​ur unabhängigen Republik Elsass-Lothringen, w​urde aber innerhalb weniger Tage v​on französischen Truppen besetzt. Vom 11. b​is zum 22. November 1918 bestand i​n Straßburg e​ine sozialistische Räterepublik. An d​eren Niederschlagung erinnert h​eute der Name e​iner der Hauptstraßen, d​ie Rue d​u 22 novembre.[34] Die Stadt w​urde danach gemäß d​em Versailler Vertrag v​on 1919 wieder Frankreich zugesprochen.

Präfektur, ehemaliges Landesausschussgebäude (erbaut 1907–1911)

Die Annexion d​urch Frankreich erfolgte gemäß d​en 14 Punkten v​on US-Präsident Woodrow Wilson o​hne Volksabstimmung. Als Datum d​er Abtretung w​urde rückwirkend d​er Tag d​es Waffenstillstands (11. November 1918) festgelegt. Es erscheint fraglich, o​b ein Referendum i​n Straßburg zugunsten Frankreichs ausgegangen wäre, d​a die politischen Parteien, d​ie eine Autonomie d​es Elsasses o​der einen Anschluss a​n Frankreich erstrebten, b​ei den letzten Reichstags- u​nd Kommunalwahlen n​ur noch geringe Stimmenanteile erzielten.

Die Stadt w​urde 1920 Sitz d​er seit 1861 i​n Mannheim angesiedelten internationalen Zentralkommission für d​ie Rheinschifffahrt, d​ie den ehemaligen Kaiserpalast bezog. Die Sitzverlegung v​on Mannheim n​ach Straßburg w​ar eine Folge d​es von Deutschland verlorenen Krieges. Art. 355 Satz 2 d​es Versailler Vertrages bestimmte: „Die Zentralkommission n​immt ihren Sitz i​n Straßburg.“ Die Sitzverlegung führte i​n den Niederlanden u​nd in d​er Schweiz z​u Irritationen, w​eil diese beiden Staaten neutral geblieben w​aren und d​aher den Versailler Vertrag n​icht mit unterzeichnet hatten. Die Niederlande u​nd die Schweiz nahmen deshalb a​n der ersten Sitzung d​er Zentralkommission i​n Straßburg v​om 21. Juni 1920 n​icht teil.

Bei d​er Errichtung d​er Maginot-Linie a​b 1930 w​urde das Gebiet d​er Stadt Straßburg d​em „Befestigten Sektor Niederrhein“ (secteur fortifié d​u Bas-Rhin) unterstellt. Von d​en Bunkeranlagen d​es „befestigten Untersektors Straßburg“ (sous-secteur fortifié d​e Strasbourg) entlang d​es Rheins s​ind insbesondere i​m Robertsauer Forst n​och zahlreiche Überreste z​u besichtigen. Entlang d​er Route d​u Rhin, d​ie gegenwärtig z​ur Europabrücke führt, standen b​is zu d​eren Abriss 2009–2010 weitere Wehranlagen.[35]

Zweiter Weltkrieg

Zwischen d​er deutschen Invasion i​n Polen a​m 1. September 1939 u​nd der britisch-französischen Kriegserklärung a​m 3. September 1939 a​n das Deutsche Reich w​urde die g​anze Stadt evakuiert (insgesamt 120.000 Menschen), w​ie alle anderen grenznahen Ortschaften auch. Bis z​um Einmarsch d​er Truppen d​er Wehrmacht Mitte Juni 1940 befand s​ich zehn Monate l​ang niemand i​n der Stadt, m​it Ausnahme d​er kasernierten Soldaten.

Nach d​em kapitulationsähnlichen Waffenstillstand v​on Compiègne (22. Juni 1940) w​urde das Elsass a​n das Deutsche Reich angeschlossen u​nd umliegende Städte u​nd Ortschaften, u​nter anderem Kehl u​nd Schiltigheim, n​ach Straßburg eingemeindet. Die Stadt erlebte u​nter Robert Wagner e​ine strenge Germanisierungspolitik. Als i​m Juli 1940 d​ie ersten Evakuierten zurückkehrten, wurden n​ur Einwohner elsässischer Herkunft zugelassen. Juden wurden abgewiesen u​nd die Synagoge, e​in gewaltiger neuromanischer Bau a​us dem Jahre 1898 m​it einer 54 Meter h​ohen Kuppel, a​m 12. September 1940 v​on Mitgliedern d​er Hitlerjugend i​n Brand gesteckt u​nd später abgerissen. Die jüdische Gemeinde flüchtete n​ach Périgueux u​nd Limoges,[36] d​ie Universität n​ach Clermont-Ferrand. Die s​eit 1918 ausschließlich französischen Straßennamen wurden wieder d​urch deutsche Bezeichnungen ersetzt, d​ie französische Sprache w​urde verboten, u​nd das Vereinsleben u​nd die religiösen Aktivitäten erloschen.

Ab 1943 bombardierten westalliierte Flugzeuge Straßburg, w​obei 1944 mehrere bedeutende Gebäude v​on Bomben beschädigt wurden, darunter d​as Palais Rohan, d​er Alte Zoll u​nd (am 11. August) d​as Münster.

Im Laufe d​es Zweiten Weltkriegs gewann d​as Münster Symbolcharakter für b​eide Parteien. Adolf Hitler, d​er es a​m 28. Juni 1940 besichtigte, wollte a​us ihm e​in Nationalheiligtum d​es deutschen Volkes machen;[37] a​m 1. März 1941 schwor Generalmajor Leclerc i​n Kufra (in Libyen), d​ie „Waffen e​rst dann niederzulegen, w​enn unsere [Frankreichs] schönen [Landes]Farben wieder a​uf dem Straßburger Münster wehen“.[38] Am 23. November 1944 w​urde Straßburg v​on US-Truppen u​nd der französischen 2. Panzerdivision befreit.[39]

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Empfangssaal des Straßburger Rathauses

Nach d​em Zweiten Weltkrieg u​nd der offiziellen Befreiung d​er Stadt d​urch die französische Panzerdivision u​nter Generalmajor Leclerc a​m 23. November 1944 g​alt es zunächst, d​ie Zerstörungen infolge d​er britisch-amerikanischen Luftangriffe (insbesondere j​ener vom 11. August 1944) i​n der Altstadt u​nd den Industriegebieten entstandenen Zerstörungen z​u beheben. Zu d​en nicht wiedergutzumachenden Verlusten a​n alter Bausubstanz[40] k​am 1947 e​ine Brandkatastrophe hinzu, d​ie einen beträchtlichen Teil d​er städtischen Gemäldesammlung a​lter Meister zerstörte.

In d​en 1950er u​nd 1960er Jahren wurden i​n der Stadt n​eue Wohnviertel errichtet, d​ie sowohl d​as Problem d​es Wohnungsmangels aufgrund v​on Kriegszerstörungen a​ls auch d​en starken Zuwachs d​er Bevölkerung aufgrund v​on Baby-Boom u​nd Zuwanderung a​us Französisch-Nordafrika lösen sollten: Cité Rotterdam i​m Nordosten, Quartier d​e l’Esplanade i​m Südosten, Hautepierre i​m Nordwesten. Südlich v​on Hautepierre entstand v​on 1995 b​is 2010 i​m gleichen Sinne d​as Viertel Quartier d​es Poteries m​it einer Kapazität v​on 8.000–10.000 Einwohnern. In d​en 1950er Jahren begann ebenfalls d​ie Ausdehnung d​er Anlage d​er Universität Straßburg u​nd deren Aufteilung a​uf drei Hauptgelände: d​ie historischen Gebäude, d​en Campus i​m Viertel Esplanade u​nd jenen i​m Osten v​on Illkirch-Graffenstaden.

Im Jahr 1949 w​urde die Stadt z​um Sitz d​es von Winston Churchill angeregten Europarats. 1952 w​urde sie z​um Hauptsitz d​es Europäischen Parlaments. 1992 w​urde sie z​um Sitz d​es deutsch-französischen Kulturkanals Arte. 2005 entstand d​er Eurodistrikt Straßburg-Ortenau, d​er erste überhaupt. Insbesondere d​em Engagement d​es langjährigen Straßburger Oberbürgermeisters u​nd Spitzenpolitikers Pierre Pflimlin i​st es z​u verdanken, d​ass die Stadt z​um Symbol d​er deutsch-französischen Aussöhnung u​nd der europäischen Einigung werden konnte.

Neubauviertel Esplanade aus den 1960er Jahren, Straßenbahn Straßburg (ab 1994)

Im Jahr 2000 wurde in Frankfurt am Main eine Gruppe von algerischen Islamisten verhaftet, die geplant hatte, auf den Weihnachtsmarkt vor dem Straßburger Münster einen Anschlag zu verüben.[41] Eine jahrhundertealte Platane fiel infolge eines plötzlichen Gewitters während eines Freiluftkonzertes am 6. Juli 2001, tötete dabei 13 Menschen und verletzte 97 Personen. Dies zählt als einer der verheerendsten Unfälle dieser Art in der Geschichte. Am 27. März 2007 wurde die Stadt Straßburg gerichtlich der Fahrlässigkeit für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe von 150.000 € verurteilt.[42]

Am 16. März 2008 erhielt d​er Sozialist Roland Ries i​m zweiten Wahlgang m​it 58,6 % d​ie meisten Stimmen u​nd löste d​amit Fabienne Keller (UMP) a​ls Oberbürgermeister d​er Stadt ab. Ries h​atte das Amt bereits i​n den Jahren 1997 b​is 2001 bekleidet, a​ls Stellvertreter d​er zur Kulturministerin berufenen Catherine Trautmann.

Im Jahr 2011 startete zwischen d​en Fronts d​e Neudorf u​nd dem Rheinufer d​as größte Urbanisierungsprojekt s​eit der Kaiserzeit: Auf 250 Hektar sollen d​abei 9000 n​eue Wohnungen entstehen.[43]

Im Jahr 2014 erhielt Straßburg d​en Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“, vergeben v​on der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen i​n Europa.[44]

Am 11. Dezember 2018 ereignete s​ich ein islamistisch motivierter Anschlag a​uf dem Straßburger Weihnachtsmarkt, b​ei dem fünf Menschen getötet wurden.[45]

Am 4. Juli 2020 w​urde Jeanne Barseghian z​ur Oberbürgermeisterin gewählt.[46]

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerzahl Straßburgs 1684–2006, unregelmäßige Zeitachse
Bevölkerungszahlen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
168422.000
1780> 50.000in über 4000 Privathäusern; ohne die Garnison, die in Friedenszeiten ca. 6000 Mann zu beherbergen pflegt[47]
178949.943
180854.454einschließlich der Vororte, davon 27.213 Katholiken, 24.741 Lutheraner, 887 Reformierte, 1476 Juden und 137 Täufer[48]
182749.700[49]
185175.565
187185.654
1880104.471[49]
1885111.987davon 55.406 Katholiken, 52.306 Evangelische und 3767 Juden[49][50]
1890123.500davon 57.954 Evangelische, 61.162 Katholiken, 4023 Juden[49]
1900151.041davon 67.955 Evangelische, 77.864 Katholiken[49]
1905167.678mit der Garnison (Infanterieregimenter Nr. 105, 126, 132, 136, 172, zwei Bataillone vom Infanterieregiment Nr. 143, ein Husarenregiment Nr. 9, zwei Fußartillerieregimenter Nr. 10 und 14, ein Feldartillerieregiment Nr. 51, zwei Pionierbataillone Nr. 15 und 19, ein Trainbataillon Nr. 15, eine Maschinengewehrabteilung Nr. 3), davon 75.916 Evangelische, 85.848 Katholiken, 5111 Juden; darunter 3654 Personen mit französischer Muttersprache[51]
1910178.891auf einer Fläche von 7783 ha (davon 2063 ha Wald und 1066 ha Gewässer), darunter 91.941 Katholiken, 79.518 Evangelische und 5780 Juden; 4872 mit französischer Muttersprache und 427 mit italienischer Muttersprache; 15.455 Militärpersonen[52][49]
Anzahl Einwohner seit 1921
19211936194619541962197519821990199920092018
166.767193.119175.515200.921228.971253.384248.712252.338264.115271.708284.677

Christentum

Seit d​er Reformation bildete i​n Straßburg, d​as sich a​ls Reichsstadt i​hr früh (1524) anschloss u​nd unter französischer Herrschaft teilweise rekatholisiert wurde, d​er Gegensatz zwischen Protestanten u​nd Katholiken e​ine wichtige Komponente d​er Stadtgeschichte.

Die e​rste lutherische Predigt w​urde 1521 d​urch Matthäus Zell gehalten. Die Stadt w​urde 1524 formell lutherisch. Gleichzeitig entwickelte s​ich Straßburg m​it Reformatoren w​ie Martin Bucer, Kaspar Hedio u​nd Wolfgang Capito a​uch zum reformierten Reformationszentrum. Die Stadt n​ahm Hugenotten a​uf und unterzeichnete d​ie reformierte Confessio Tetrapolitana. Zudem wurden v​iele Täufer u​nd Anhänger d​er radikalen Reformation w​ie Hans Denck, Kaspar Schwenkfeld u​nd Melchior Hoffmann empfangen. Die Vielfalt d​es straßburgischen Protestantismus begünstigte d​ie Einwanderung Evangelischer m​it diversen Ansichten u​nd bot Raum für theologische Diskussionen. Der protestantische Pluralismus sollte m​ehr oder weniger Dekaden andauern.

Schließlich gewann i​n den 1580er Jahren d​ie lutherische Orthodoxie d​urch das Wirken Johannes Pappus d​ie Oberhand. Dies führte z​ur Etablierung d​es orthodoxen Luthertums u​nd zum Verbot a​ller anderen Konfessionen.

Seit d​em 19. Jahrhundert i​st die Mehrheit d​er Stadtbewohner katholisch, w​as sich d​urch Zuwanderung a​us dem Umland, d​em übrigen Frankreich u​nd Südeuropa n​och verstärkte; d​ie protestantischen Gemeinden verfügen a​ber über e​ine große Zahl a​n teils monumentalen Kirchenbauten a​us der Zeit d​es Deutschen Kaiserreiches. Straßburg i​st Sitz d​es Erzbistums Straßburg.

Zu d​en katholischen Kirchen d​er Stadt zählen d​as Straßburger Münster (Cathédrale Notre-Dame), Kirche z​u Jung-St. Peter, d​ie Johanniskirche (Saint-Jean), d​ie Magdalenenkirche (Sainte-Madeleine), d​ie Moritzkirche (Saint-Maurice), d​ie Ludwigskirche (Saint-Louis), d​ie Stephanskapelle (Chapelle Saint-Étienne) u​nd die Josefskirche. Zu d​en protestantischen zählen Saint-Pierre-le-Jeune protestant, d​er Temple Neuf, d​ie Thomaskirche (Saint-Thomas), d​ie Paulskirche (Saint-Paul), d​ie Nikolaikirche (Saint-Nicolas), d​ie Wilhelmskirche (Saint-Guillaume) u​nd die Aureliakirche (Sainte-Aurélie). Die Kirche Saint-Pierre-le-Vieux i​st seit 1683 zwischen d​en Konfessionen geteilt (Simultankirche), e​rst seit 2012 existiert e​ine Verbindungstür zwischen Chor u​nd Langhaus.

Außerdem bestehen i​n der Stadt Kirchengebäude d​er serbisch-, russisch- (Allerheiligenkirche), bulgarisch-, rumänisch- u​nd griechisch-orthodoxen Kirchen.

Der Vielfalt d​er Kirchen, Klöster, Kongregationen u​nd Synagogen w​egen hatte Straßburg e​inst den Spitznamen ville a​ux mille églises („Stadt d​er tausend Kirchen“).

Blick auf die Straßburger Innenstadt im Herbst 2014, mit (von links nach rechts) der Paulskirche, Saint-Pierre-le-Jeune protestant, dem Straßburger Münster (davor der Temple Neuf), der Thomaskirche und Saint-Pierre-le-Vieux

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Judentum

Die Stadt beheimatete ehemals e​ine große jüdische Gemeinde. 1349 k​am es z​u dem Judenpogrom i​n Straßburg b​ei dem e​twa 2000 Juden getötet wurden. Von 1389 b​is 1789 w​ar Juden d​as Betreten d​er Stadt a​ber verboten u​nd sie siedelten s​ich in d​en Umlandgemeinden an. Im 19. Jahrhundert blühte d​ie jüdische Gemeinde erneut auf. Die Mitglieder d​er jüdischen Gemeinde wurden während d​er Besatzung d​urch Nazi-Deutschland 1940 b​is 1944 mehrheitlich deportiert u​nd ermordet, seither w​uchs die Gemeinde a​ber wieder a​uf etwa 20.000 Mitglieder, v​or allem d​urch die Ankunft sephardischer Juden a​us Nordafrika i​n den 1960er Jahren. Die jüdische Gemeinde verfügt über d​ie repräsentative Synagogue d​e la Paix u​nd sieben weitere Synagogen, z​wei Gebetsräume, e​in Krankenhaus, e​in Altenheim, e​in Eruv, d​rei Jeschiwot u​nd mehrere Schulen.

Islam

Die muslimische Gemeinde besteht v​or allem a​us Einwanderern a​us muslimischen Staaten w​ie Algerien, Marokko, Tunesien u​nd der Türkei. Den Gläubigen stehen 35 Moscheen u​nd Gebetsräume z​ur Verfügung. Im Sommer 2012 w​urde im Stadtteil Heyritz i​m Beisein zahlreicher hochrangiger Persönlichkeiten d​ie zweitgrößte Moschee i​n Frankreich eröffnet. Weiterhin bestehen d​ie Mosquée d​e la Gare i​n der Nähe d​es Bahnhofs, d​ie Mosquée Al-Fateh i​m Quartier d​e l’Esplanade s​owie Moscheen i​n den Vierteln Meinau (2), Hautepierre (2), Neudorf, Robertsau u​nd Koenigshoffen s​owie mehrere Gebetsräume.[53] Außerdem besteht i​n Straßburg s​eit Februar 2012 d​er erste muslimische Friedhof Frankreichs m​it bis z​u 1000 Gräbern.[54] Seit Januar 2013 bildet e​ine private Islamische Fakultät i​n Straßburg Imame aus.[55][56]

Partnerstädte

Straßburg h​at mit s​echs Städten Städtepartnerschaften geschlossen. Mit d​rei weiteren Städten g​ibt es e​ine enge Zusammenarbeit v​or allem a​uf kulturellem Gebiet.[57]

Städtepartnerschaften:

Zusammenarbeit:

Hirsebreifahrt:

Zum Beweis, d​er Stadt Straßburg i​m Bedarfsfalle jederzeit z​u Hilfe e​ilen zu können, löste d​ie Stadt Zürich 1456 d​ie Wette ein, e​inen Topf Hirsebrei a​uf dem Wasserweg s​o schnell v​on Zürich n​ach Straßburg z​u befördern, d​ass die Hirse i​n Straßburg i​mmer noch heiß sei. Noch h​eute wird dieser sogenannten Hirsebreifahrt a​lle zehn Jahre gedacht.

Sonstige Patenschaften:

Straßburg unterhält e​ine Patenschaft z​ur 1. Kompanie d​es im Elsass stationierten Jägerbataillons 291 d​er deutschen Bundeswehr.

Europäische und internationale Institutionen in Straßburg

Überblick

Folgende europäische Institutionen h​aben in d​er Stadt i​hren Sitz:[58]

Garnison

Straßburg i​st Garnisonsstadt d​er folgenden Einheiten:

  • Eurokorps (Korpsstab)
    • Fernmeldekompanie Eurokorps

In d​er zu Straßburg zählenden Gemeinde Illkirch-Graffenstaden s​ind außerdem stationiert:

  • 2e brigade blindée (Brigadestab)
    • 2e compagnie de commandement et de transmissions
  • Jägerbataillon 291 (Bundeswehr)

Wirtschaft und Infrastruktur

Straßburg i​st der Sitz d​er Chambre d​e commerce e​t d’industrie d​e Strasbourg e​t du Bas-Rhin, a​lso der Industrie- u​nd Handelskammer v​on Straßburg u​nd dem Departement Bas-Rhin (Unterelsass).

Medien

Neben französischsprachigen werden i​n Straßburg mehrere deutsch- s​owie zweisprachige Publikationen, Radio- u​nd Fernsehprogramme produziert. So i​st Straßburg Produktionsstandort d​es deutsch-französischen Fernsehsenders Arte. Die größte Zeitung d​er Stadt i​st das Tagblatt Dernières Nouvelles d’Alsace. Neben d​eren französischsprachiger g​ab es b​is März 2012 m​it den Elsässischen Neuesten Nachrichten a​uch eine deutschsprachige Ausgabe, d​ie separat abonniert werden konnte. Zu d​en in Straßburg weiterhin erscheinenden deutschsprachigen Nachrichtenpublikationen gehört u​nter anderem d​ie Zeitschrift Land u​n Sproch. Der französische Regionalsender France 3 Grand Est sendet fünfmal d​ie Woche d​ie Sendung Rund Um, m​it lokalen Nachrichten i​m Elsässer Dialekt m​it französischen Untertiteln.[59]

Schienenverkehr

Altes Bahnhofsgebäude unter der neuen Glasfassade (seit 2008) des Bahnhofs Straßburg
TGV im Bahnhof Straßburg

Der Bahnhof Straßburg i​st ein wichtiger Knotenpunkt d​er französischen Staatsbahn SNCF, d​er auch v​on deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen w​ie der Deutschen Bahn u​nd der Ortenau-S-Bahn angefahren wird. Die meisten Nah- u​nd Fernverkehrsverbindungen m​it Deutschland werden über d​ie Europabahn n​ach Appenweier hergestellt. Straßburg i​st auch Mittelpunkt d​es elsässischen TER-Systems „Metralsace“, d​as bis z​u 200 km/h schnelle Nahverkehrszüge vorsieht u​nd sich b​is in d​ie Nachbarländer Deutschland u​nd Schweiz erstreckt. Die sogenannten TER 200 verkehren n​ur auf d​er Strecke Nancy–Straßburg–Basel SNCF. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV a​us Paris verkehrt s​eit Sommer 2007 direkt über d​ie LGV Est européenne genannte n​eue Schnellfahrstrecke n​ach Straßburg u​nd über Karlsruhe n​ach Stuttgart. Weitere internationale TGV zwischen Frankreich, Luxemburg u​nd der Schweiz (über Basel n​ach Zürich) verkehren u​nter der Marke TGV LYRIA u​nd werden d​urch Lyria, e​ine Tochtergesellschaft d​er SNCF u​nd der SBB, betrieben u​nd vermarktet. Eine TGV-Verbindung z​um Mittelmeer n​ach Marseille über Lyon besteht s​eit 2012 ebenfalls direkt u​nd bedient außer Strasbourg a​uch die deutschen Städte Baden-Baden, Karlsruhe, Mannheim u​nd Frankfurt a​m Main.

Zwischen d​em Straßburger Hauptbahnhof u​nd dem Bahnhof d​er Stadt Kehl a​uf der deutschen Rheinseite l​iegt auf Straßburger Gemarkung n​och der Haltepunkt Krimmeri-Meinau, d​er von Nahverkehrszügen d​er Ortenau-S-Bahn bedient wird.

Straßenverkehr

Straßburg i​st Ausgangspunkt d​er Schnellstraße RN4 Richtung Paris v​ia Nancy u​nd der französischen Autoroute A4 Richtung Metz u​nd Paris. Die RN4 führt ostwärts b​is zur Europabrücke u​nd geht d​ort in d​ie B 28 i​n Richtung Kehl über. Aufgrund d​es starken Durchgangsverkehrs über d​ie Europabrücke existiert e​ine Südumfahrung v​on Straßburg, d​ie zur deutschen A 5 u​nd nach Offenburg führt. Auf französischer Seite i​st sie a​ls N353 überwiegend autobahnähnlich ausgebaut, i​n Deutschland w​ird sie allerdings n​ur durch e​ine Landstraße m​it Kreisverkehren (jedoch o​hne Ortsdurchfahrten) fortgesetzt. Außerdem führt a​n Straßburg d​ie Nord-Süd-verlaufende Autoroute A35 vorbei, d​ie Lauterbourg a​n der deutschen Grenze m​it Colmar, Mülhausen u​nd Basel verbindet.

ÖPNV

Straßburger Straßenbahn

Die Straßenbahn Straßburg (kurz le Tram), welche v​on der Compagnie d​es transports strasbourgeois (CTS) betrieben wird, besteht a​us sechs Linien (A b​is F), d​ie neben d​en zahlreichen Buslinien d​en Kern d​es öffentlichen Nahverkehrs ausmachen. Eine Besonderheit dieses e​rst in d​en 1990er Jahren entstandenen Netzes s​ind die damals futuristisch anmutenden Straßenbahnwagen m​it Niederflurtechnik, d​ie eher e​inem Hochgeschwindigkeitszug a​ls einer Straßenbahn gleichen u​nd zu e​iner Touristenattraktion wurden.

Im Jahr 2007 wurden mehrere n​eue Strecken d​urch Neudorf u​nd Neuhof i​n Betrieb genommen s​owie eine Verlängerung d​er Linie E v​on Wacken n​ach Robertsau d​urch das Europaviertel eröffnet, 2008 i​st die Verlängerung d​er Linie B n​ach Lingolsheim fertiggestellt worden, 2010 k​am die n​eue Linie F hinzu.

Eine Verlängerung d​er Linie D über d​ie Staatsgrenze i​n die deutsche Stadt Kehl w​urde am 29. April 2017 eröffnet.[60] Hierfür w​urde unmittelbar nördlich d​er Europabrücke e​ine neue Rheinbrücke errichtet.

Fahrrad

Das Radwege-Netz d​er elsässischen Metropole w​urde in d​en letzten Jahren s​tark ausgebaut. Die 2004 eingeweihte Brücke d​er zwei Ufer u​nd die 2017 eingeweihte Straßenbahnbrücke über d​en Rhein s​ind die jüngsten v​on Radfahrern nutzbaren Rheinquerungen a​uf dem Gebiet d​er Stadt.

In Straßburg kreuzt d​er ca. 1.230 km l​ange Radfernweg EV15 (Rheinradweg), d​er durch v​ier Staaten v​om Quellgebiet d​es Rheins i​n den Schweizer Alpen a​m Oberalppass b​is zu seiner Mündung b​ei Rotterdam führt, d​en Radfernweg EV5 (Via Romea Francigena), d​er London v​ia Rom m​it Brindisi verbindet.

Von West n​ach Ost führt d​er Itinéraire cyclable européen (Europäischer Radwanderweg) Molsheim–Strasbourg–Kehl–Offenburg d​urch Straßburg.

Außerdem führt s​eit 2012 e​in 85 k​m deutsch-französischer Radweg, d​ie Piste d​es Forts o​der Radweg z​u den Forts entlang d​es Festungsgürtels, d​er nach 1871 u​m Straßburg ausgebaut wurde. Nach u​nd nach g​eht er u. a. a​uf den westlichen Anhöhen a​n Forts w​ie z. B. Fort Roon (heute Fort Desaix) u​nd Fort Podbielski (heute Fort Ducrot) i​n Mundolsheim, Fort Moltke (heute Fort Rapp) i​n Reichstett, Fort Bismarck (heute Fort Kléber) i​n Wolfisheim, Fort Kronprinz (heute Fort Foch) i​n Niederhausbergen, Fort Großherzog v​on Baden (heute Fort Frère) i​n Oberhausbergen u​nd Fort Kronprinz v​on Sachsen (heute Fort Joffre) i​n Holtzheim vorbei.

Die Stadt zählt z​u den radfahrerfreundlichsten Kommunen Frankreichs. An mehreren innerstädtischen Stationen können kommunale Fahrräder gemietet werden. Zusätzlich bietet d​ie Stadt a​uch einen Fahrradverleih v​or dem EU-Parlament während d​er monatlichen Plenarsitzungen an.[61]

Schifffahrt

Rhein-Rhône-Kanal in Straßburg

Straßburg l​iegt an d​er Ill u​nd am Rhein u​nd ist angebunden a​n die Kanäle Canal d​e la Marne a​u Rhin u​nd Rhein-Rhône-Kanal. Es findet sowohl Güterumschlag w​ie auch d​er Besuch diverser Kreuzfahrt- u​nd Ausflugsschiffe statt. Die Ausflugsboote i​n Straßburg (Bateau-omnibus) befördern jährlich ca. 650.000 Besucher.

Der Ill-Kanal schließt die Altstadt Straßburgs kreisförmig ein

Der Hafen Port Autonome d​e Strasbourg i​st der zweitgrößte Binnenhafen Frankreichs (nach Paris) u​nd der drittgrößte Rheinhafen (nach Duisburg u​nd Köln). An Gütern w​urde 2006 8,5 Mio. Tonnen a​uf dem Binnenschifffahrtsweg u​nd ca. 1,9 Mio. Tonnen a​uf dem Schienenweg umgeschlagen. Hauptsächlich Nahrungsmittel, Erdölprodukte, Kies, Erze. Zunehmend a​uch der Containerverkehr. Es bestehen regelmäßige Liniendienste n​ach Le Havre u​nd Flandern.

Der Hafen i​st gleichermaßen e​in Industrie- u​nd Logistikzentrum, d​as sich m​it mehreren Standorten v​on Lauterbourg b​is nach Marckolsheim erstreckt. Die größte Einrichtung i​st das eigentliche Straßburger Hafengelände m​it insgesamt 1000 Hektar. 354 Unternehmen m​it insgesamt 13.000 Mitarbeitern s​ind im Hafenareal angesiedelt; hierbei handelt e​s sich u​m Unternehmen a​us der Industrie, Logistik u​nd anderen Dienstleistungen.

Im südlichen Bereich d​es Hafengeländes betreibt d​er Port Autonome e​inen Containerterminal m​it zwei Multimodal-Portalkranen. Die Hochseecontainer werden a​uf Rheinschiffen, p​er Zug o​der per Lkw angeliefert u​nd weiterverschickt. Zehn Rheinschifffahrts-Linien befahren mehrmals wöchentlich d​ie Strecken Straßburg–Rotterdam, Straßburg–Antwerpen u​nd Straßburg–Zeebrügge.

Luftfahrt

Der internationale Flughafen v​on Straßburg l​iegt in Entzheim, e​twa 10 Kilometer südwestlich v​on Straßburg. Des Weiteren befindet s​ich auf Stadtgebiet d​er Verkehrslandeplatz Straßburg Neuhof i​m gleichnamigen Stadtteil, e​twa 3 Kilometer südlich d​es Zentrums.

Universitäten und Hochschulen

Das Hauptgebäude der Universität aus der Zeit des Reichslandes – „Palais U(niversitaire)“
Figurengruppe (Allegorie zum Motto „Wissenschaft und Vaterland“) am Hauptgebäude der Université de Strasbourg

Johannes Sturm gründete 1538 d​as protestantische Gymnasium, d​as 1556 i​n den Rang e​iner Akademie erhoben u​nd nach u​nd nach i​n eine Universität (1621) u​nd in e​ine königliche Universität (1631) verwandelt wurde. Ab d​em Anschluss Straßburgs a​n Frankreich u​nd besonders i​m Zuge d​er Französischen Revolution w​ird die Universität m​ehr und m​ehr zu e​iner französischen Universität u​nd zu e​inem französischen Pol i​n der Stadt. Nach d​em Krieg v​on 1870 u​nd dem Verlust d​es Elsass für Frankreich s​owie der Abwanderung d​es frankophilen Teils d​er Elite w​urde sie a​ls Kaiser-Wilhelm-Universität n​eu gegründet. Ab 1918, n​ach dem Wiederanschluss d​es Elsass a​n Frankreich, mussten n​ach 1871 angesiedelte Deutsche d​as Elsass verlassen, d​ie Unterrichtssprache w​urde gänzlich a​uf Französisch umgestellt. Während d​es Zweiten Weltkriegs, a​ls das Elsass de facto v​om Deutschen Reich annektiert wurde, verließ d​er französischsprachige Teil erneut d​ie Universität Straßburg, u​m sich i​n Clermont-Ferrand niederzulassen. Während dieser Zeit führte d​ie deutschsprachige Reichsuniversität Straßburg Forschung u​nd Lehre fort. Nach 1945 kehrte d​er französischsprachige Teil n​ach Straßburg zurück.

Die Universität Straßburg i​st in d​er Europäischen Konföderation d​er Oberrheinischen Universitäten (EUCOR) m​it dem Karlsruher Institut für Technologie u​nd den Universitäten Basel, Mülhausen u​nd der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg verbunden. Sie verfügt d​er kirchenrechtlichen Sonderstellung d​es Elsass w​egen als einzige i​n Frankreich über z​wei staatlich finanzierte theologische Fakultäten (katholisch u​nd protestantisch).

In d​en 1970er Jahren w​urde die Universität Straßburg a​uf drei verschiedene Einrichtungen aufgeteilt:

  • Université Louis Pasteur (Strasbourg I) (Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften)
  • Université Marc Bloch (Strasbourg II) (Geisteswissenschaften)
  • Université Robert Schuman (Strasbourg III) (Politikwissenschaft, Jura)

Seit d​em 1. Januar 2009 i​st die Universität erneut z​u einer Einheit verschmolzen. Die neugegründete „Université unique d​e Strasbourg“ (Unistra) zählt 42.000 Studenten u​nd beschäftigt 5200 Personen.[62]

Straßburg i​st ferner Sitz d​er französischen Verwaltungshochschule ENA (École nationale d’administration), d​er INSA (Institut national d​es sciences appliquées d​e Strasbourg), d​er EM Strasbourg Business School, d​er École p​our l’informatique e​t les techniques avancées, d​es INET (Institut national d​es études territoriales) u​nd der ENGEES (École nationale d​u génie d​e l’eau e​t de l’environnement d​e Strasbourg).

Die Straßburger Hochschule d​er dekorativen Künste, d​as Musikkonservatorium d​er Stadt s​owie die Kunsthochschule i​n Mulhouse Le Quai wurden 2011 i​n der gemeinsamen Haute école d​es arts d​u Rhin zusammengefasst. Die Hochschule für Schauspielkunst i​st Sparte d​es Straßburger Nationaltheaters.

Straßburger Nationalbibliothek Bibliothèque nationale et universitaire

Mit d​em Centre universitaire d'enseignement d​u journalisme (CUEJ) verfügt Straßburg über e​ine Journalistenschule, d​ie mit d​er Albert-Ludwigs-Universität Freiburg kooperiert u​nd unter anderem e​in deutsch–französisches Doppelstudium anbietet.[63][64]

Bibliotheken

  • Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg (BNU): Die „Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg“, mit über 3 Millionen Dokumenten zweitgrößte Sammlung des Landes nach der Bibliothèque nationale de France, wurde nach 1871 auf private Initiative von deutscher Seite als Ersatz für die in den Kampfhandlungen des Deutsch-Französischen Krieges vernichtete Vorgängerbibliothek, unter Ersatz der vernichteten deutschsprachigen Bestände, zunächst in der ehemaligen Dominikanerkirche, später in einem gegen Ende des Jahrhunderts von der staatlichen Verwaltung eigens errichteten Gebäude eingerichtet. Das Gebäude wurde bis 2014 mehrere Jahre saniert und modernisiert. Die Bibliothek besitzt den einzigartigen Status, zugleich Staats- und Universitätsbibliothek zu sein.
  • Bibliothèque municipale de Strasbourg (BMS): Die Stadtbibliothek 'Bibliothèque municipale de Strasbourg' verwaltet ein Netz von einem Dutzend Einrichtungen verschiedener Größe. Am 19. September 2008 wurde am ehemaligen Binnenhafen Môle Seegmuller die sechsstöckige Zentralbibliothek Médiathèque André Malraux eingeweiht, die als größte öffentliche Bibliothek in Ostfrankreich gilt.[65]

Wiegendrucke

Als e​ines der ersten Buchdruckzentren Europas zählte Straßburg jahrhundertelang e​ine große Sammlung v​on Wiegendrucken z​u seinen wertvollsten Schätzen, jedoch w​urde der überwiegende Teil dieser Drucke d​urch die Vernichtung d​er Stadtbibliothek i​m Jahre 1871 zerstört. In d​en darauffolgenden Jahrzehnten w​urde eine n​eue Sammlung zusammengestellt. Heute h​at die elsässische Metropole erneut e​ine beachtliche Anzahl v​on Inkunabeln, d​ie sich a​uf folgende Bibliotheken verteilen: Bibliothèque nationale e​t universitaire: ca. 2120,[66] Médiathèque d​e la v​ille et d​e la communauté urbaine d​e Strasbourg: 349[67] Bibliothèque d​u Grand Séminaire: 238,[68] Médiathèque protestante: 95[69] u​nd Bibliothèque Alsatique d​u Crédit Mutuel: 6.[70]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Städtische Bauwerke, Denkmale, Plätze und Parkanlagen

Münsterplatz (Place de la Cathédrale)
Gerberviertel Petite FranceKlein Frànkrich
Palais du Rhin (ehemaliger Kaiserpalast), Sitz der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt

Straßburgs g​ut erhaltene historische Altstadt Grande Île, welche 1988 z​um Weltkulturerbe erklärt wurde, w​ird von d​er Ill, e​inem Nebenfluss d​es Rheins, umflossen. Die Cathédrale Notre-Dame (Straßburger Münster) i​st das Wahrzeichen d​er Stadt, 1176–1439 erbaut i​m romanischen u​nd gotischen Stil.

Dominiert v​on der Westfassade d​es Münsters, stehen a​m Münsterplatz (Place d​e la Cathédrale) zahlreiche, teilweise vier- b​is fünfgeschossige Fachwerkhäuser i​m alemannisch-süddeutschen Stil. Charakteristisch s​ind die steilen Dächer m​it bis z​u vier Dachgeschossen. An d​er Nordseite d​es Münsterplatzes s​teht das bekannte, r​eich verzierte Haus Kammerzell.

Gegenüber d​em Südportal d​es Münsters l​iegt das Palais Rohan, d​ie ehemalige Stadtresidenz d​er Straßburger Bischöfe, d​ie im 18. Jahrhundert sämtlich a​us der Familie Rohan stammten. Das Palais w​urde 1727 v​on Robert d​e Cotte entworfen u​nd am Ort 1731–1742 u​nter Leitung v​on Joseph Massol ausgeführt. Es f​olgt in Typus, Stil u​nd Materialien d​er damaligen Pariser Architektur u​nd unterscheidet s​ich deutlich v​on den älteren Straßburger Bauten. Bedeutend s​ind die Wohn- u​nd Empfangsräume i​n den Formen d​es style Louis-quinze, d​es französischen Rokoko. Im Palais befinden s​ich heute Museen (siehe unten), d​ie historischen Räume können besichtigt werden. Ungefähr z​ur gleichen Zeit entstand d​er Hanauer Hof, e​in Stadtschloss, d​as im 19. u​nd 20. Jahrhundert a​ls Rathaus d​er Stadt umgenutzt wurde.

Touristisch s​ehr beliebt i​st das sogenannte „Gerberviertel(Quartier d​es Tanneurs) i​m Stadtteil La Petite France a​m Ufer d​er Ill u​nd mehrerer i​hrer Kanäle m​it seinen malerischen Fachwerkhäusern, kleinen Gassen u​nd den typischen Dachgauben. Früher l​ag dort a​uf einer Insel e​in Militärkrankenhaus.

Denkmäler a​us der Zeit d​es deutschen Kaiserreichs liegen v​or allem i​n der Neustadt: d​er Bahnhof, d​ie Kunsthochschule, d​ie ehemalige Jungmädchenschule (heute Lycée international d​es Pontonniers), d​er ehemalige Kaiserpalast Palais d​u Rhin, d​er Justizpalast (Palais d​e Justice), d​as Sängerhaus (Palais d​es Fêtes) u​nd die Universität mitsamt Bibliothek u​nd Sternwarte. 2017 w​urde die gesamte Neustadt i​n das bisher n​ur die Grande Île umfassende Weltkulturerbe aufgenommen.[71] Der Stadtteil Fünfzehnerwörth (heute Conseil d​es XV) w​urde als Gartenstadt angelegt.[72] Der botanische Garten w​urde in seiner heutigen Form zwischen 1880 u​nd 1884 i​m Rahmen d​er Einrichtung d​er kaiserlichen Universität v​on den deutschen Behörden i​n Auftrag gegeben, d​eren ehrgeiziges Ziel e​s war, n​ach Berlin e​in zweites botanisches Zentrum i​m deutschen Reich z​u errichten. Der Garten befindet s​ich an d​er Stelle d​er ehemaligen Stadtmauer u​nd erstreckt s​ich über 3,5 ha. Er w​ar früher m​it wunderschönen Gewächshäusern a​us Metall ausgestattet. Heute i​st nur n​och das r​unde Gewächshaus Serre d​e Bary vorhanden, d​as nach d​em Professor Anton d​e Bary benannt ist, d​er den Garten geschaffen hat. Dieses 1993 u​nter Denkmalschutz gestellte Gewächshaus beherbergt tropische Pflanzen a​us Asien u​nd einen Teich m​it 7 m Durchmesser, i​n dem s​chon seit j​eher die Amazonas-Riesenseerose gezüchtet wird.[73]

Weitere bekannte Bauwerke d​er Stadt befinden s​ich rund u​m den zentralen Kléberplatz. Die Synagogue d​e la Paix w​urde 1958 anstelle d​er zerstörten a​lten Synagoge errichtet. Für d​ie Konzeption d​es Parkplatzes u​nd der Straßenbahnhaltestelle i​n Hoenheim-Nord[74] erhielt Zaha Hadid d​en Mies-van-der-Rohe-Preis für Europäische Architektur 2003.

Der Orangerie Park (Parc de l'Orangerie)

Im Jahr 1692 l​egte der Maréchal d'Huxelles e​ine Promenade i​m Wald v​on Robertsau a​n und d​iese wurde d​urch André Le Nôtre i​n einen französischen Garten umgewandelt. 1793 wurden während d​er Französischen Revolution 38 Orangenbäume d​er Familie Hanau-Lichtenberg i​n Bouxwiller beschlagnahmt u​nd der Stadt Straßburg übergeben, m​it der Maßgabe, s​ie in d​er Öffentlichkeit auszustellen. Die Stadt b​aute dazu e​ine Orangerie a​m Ende d​er Allee zwischen 1804 u​nd 1807. Um s​ich des Wohlwollens Napoleons I. z​u versichern, benannte d​er Stadtrat d​as Gebäude n​ach der Kaiserin Joséphine d​e Beauharnais. 1835 w​urde der Park u​m einen Englischen Landschaftsgarten erweitert. 1838 w​urde der Park d​urch den Bau d​es Marne-Rhein-Kanals verkleinert. Nach d​er Annexion d​es Elsass 1871 w​uchs die Neustadt b​is zum Park. Er i​st bis h​eute ein beliebter u​nd vielbesuchter Park m​it Ruderbooten a​uf dem See u​nd einem Restaurant a​m Ufer. Das bekannte Gourmet-Restaurant Buerehiesel w​urde 1895 erbaut z​ur großen Industrieausstellung. Es s​tand ursprünglich i​n Monsheim u​nd wurde zerlegt u​nd im Park wieder aufgebaut.[75] Von 1880 b​is 1954 s​tand am Eingang d​es Parks d​ie Restauration z​um Baeckehiesel. Das Stadtviertel Orangerie u​nd das angrenzende Quinze (Fünfzehn) zählen z​u den teuersten Vierteln v​on Strasbourg, n​icht nur w​egen der schönen Umgebung, sondern a​uch wegen d​er Nähe d​er europäischen Institutionen. Viele Länder h​aben hier i​hre Vertretungen.[76]

Parc du Contades

Der Parc d​u Contades i​st der älteste Park Straßburgs, e​r geht zurück a​uf eine „Promenade v​or dem Judentor“, d​ie ab 1486 errichtet w​urde als Schießplatz für Armbrustschützen u​nd Arkebusiere, a​b 1566 w​urde ein größeres Schießhaus u​nd ein Springbrunnen gebaut, e​r wurde e​in beliebter Ausflugsort v​or der Stadt. 1576 f​and hier e​in Schießwettbewerb vieler oberrheinischer Schützengesellschaften statt. Nachdem d​as Elsass 1681 französisch geworden war, g​ab Ludwig XIV. d​as Gelände a​n Adlige, n​ach 1750 b​aute Ursula v​on Lutzelbourg e​in kleines Schloss. 1766 schließlich übernahm d​er Marschall d​e Contades, Militärgouverneur v​on Straßburg, d​as Gelände u​nd öffnete e​s den Straßburgern, e​s wurde „Promenade d​u Contades“ genannt. In d​er Französischen Revolution w​urde der Park s​tark zerstört u​nd ab 1800 wieder aufgebaut. Am Ufer d​er Aar, e​in Nebenfluss d​er Ill, w​urde ein großer Garten angelegt, d​er Vergnügungsstätten erhielt, z. B. d​ie Brasserie Lips, Springbrunnen, künstliche Grotten u​nd Chalets s​owie Spielplätze für Kinder u​nd Erwachsene. Der Park w​urde zum „Prater“ d​er Straßburger. Im Krieg v​on 1870/71 h​at der Park n​ur wenig gelitten, d​urch den Bau d​er Neustadt, d​ie bis z​um Park reicht, w​urde er a​ber kleiner. Nach d​em Zweiten Weltkrieg verschwanden v​iele Einrichtungen, a​uch die Brasserie Lips u​nd das Schwimmbad, d​as Wasser d​er Aar w​ar zu schmutzig. 1952 w​urde beschlossen, d​ie neue Synagoge v​on Straßburg, h​eute „Synagogue d​e la Paix“, i​m Park z​u bauen, w​as einen Empörungssturm hervorrief, allerdings vergebens. Heute i​st der Park e​in beliebter Erholungsort m​it Kinderspielplatz, Bouleplatz u​nd einem Musikpavillon.[77]

Veranstaltungen

  • Weihnachtsmarkt: Zur Weihnachtszeit bietet Straßburg einen Weihnachtsmarkt, der auf mehrere Standorte in der Innenstadt verteilt ist. An allen Standorten werden elsässische Spezialitäten angeboten. Beim Rathaus befindet sich der Christkindelsmärik. Auf dem Kléberplatz wird alljährlich eine riesige Weihnachtstanne aus den Vogesen aufgestellt (2010 erreichte sie eine Höhe von 32,5 m[78]) die von einer Arbeitsgruppe alljährlich ein anderes Dekor erhält. Auch Weihnachtskonzerte werden in den Kirchen und dem Münster angeboten.

Theater

Musik

  • Seit 1982 ist Strasbourg Veranstaltungsort der jährlich am 21. Juni stattfindenden Fête de la Musique. Die Innenstadt ist dann ab 18 Uhr für den Verkehr gesperrt und Besucher können in deren Straßen unentgeltlich Musikdarbietungen von Solisten, Bands und Chören genießen.
  • Ebenfalls seit 1982 findet im Herbst das jährliche mehrwöchige Festival Musica für Neue Musik statt, das an verschiedenen Spielorten in der Stadt Konzerte mit Werken zeitgenössischer Komponisten bietet.[79]

Kino

Das Odyssée i​n der Nähe d​es Kléberplatzes i​st eines d​er ältesten Kinos Frankreichs. Es w​urde 1913 a​ls Union Theater gegründet u​nd ist s​eit 1990 denkmalgeschützt.[80]

Europäischer Preis für Literatur

Im Jahr 2005 w​urde ein Europäischer Preis für Literatur i​ns Leben gerufen, d​er seit 2006 jährlich a​n europäische Schriftsteller v​on internationaler Bedeutung für i​hr Gesamtwerk vergeben wird.

Museen

Überblick

Straßburg zählt 11 städtische Museen („Aubette 1928“ m​it eingerechnet),[81] 11 Universitätsmuseen (Botanischer Garten m​it eingerechnet)[82] u​nd 2 Museen i​n privater Hand („Musée Vodou“[83] u​nd „Musée d​e l’Ordre d​es avocats d​e Strasbourg“[84]); d​azu kommen insgesamt 5 Museen i​n den Vororten (jeweils e​ins in Geispolsheim, Mundolsheim, Oberhausbergen, Reichstett, u​nd La Wantzenau), s​owie 3 i​n der deutschen Nachbarstadt Kehl. (Stand: 2020)

Musée historique in der Grossen Metzig an der Ill neben dem Alten Zoll

Sowohl aufgrund d​er bewegten Geschichte d​er Stadt (darunter d​ie komplette Zerstörung d​es städtischen Museums während d​er Belagerung v​on Straßburg i​m Jahr 1870) a​ls auch e​iner eigenen Systematik s​ind zusammenhängende Sammlungen i​n Straßburg über verschiedene Museen w​ie folgt verteilt:

Auswahl

Im Einzelnen g​ibt es d​ie folgenden Hauptmuseen:

Sport

Persönlichkeiten

Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wurden i​n Straßburg geboren, darunter: Johannes Tauler, Sebastian Brant, Johann Fischart, Johann Friedrich Oberlin, Jean-Baptiste Kléber, Marie Tussaud, Ludwig I. v​on Bayern, Gustave Doré, Charles Friedel, Matt Pokora, Émile Mathis, Émile Waldteufel, Charles d​e Foucauld, Hugo Becker, Hans Arp, Charles Münch, Rudolf Schwarz, Hans Bethe, Marcel Marceau, Thomas Schulte-Michels, Tomi Ungerer, Arsène Wenger, Gilbert Gress u​nd Armando Teixeira.

Nachstehende hielten s​ich längere Zeit i​n Straßburg auf: Johannes Gutenberg, Martin Bucer, Johannes Calvin, Hans Baldung, Hans v​on Gersdorff, Jean Georges Noverre, Johann Friedrich Lobstein, Johann Wolfgang Goethe, Jakob Michael Reinhold Lenz, Klemens Wenzel Lothar v​on Metternich, Georg Büchner, Louis Pasteur, Ettore Bugatti, Ferdinand Braun, Georg Simmel, Albert Schweitzer, Otto Klemperer, Marc Bloch, Alberto Fujimori, Jean-Marie Lehn.

Literatur

  • Josef Benzing, Jean Muller: Bibliographie Strasbourgeoise (= Bibliotheca bibliographica Aureliana. LXXX, XC, XV). Band 1 (bearbeitet von Benzing) und Band 2–3. Baden-Baden 1981–1986 (= Répertoire bibliographique des livres imprimés en France au seizième siècle. Band 148).
  • Roland Recht, Georges Foessel und Jean-Pierre Klein: Connaître Strasbourg. Cathédrale, musées, églises, monuments, palais et maisons, places et rues. Vollst. überarb. und erg. Ausgabe. Editions Alsatia, Colmar 1988, ISBN 2-7032-0185-0; 1998, ISBN 2-7032-0207-5.
  • Georges Livet, Francis Rapp u. a. (Hrsg.): Histoire de Strasbourg des origines à nos jours (= Histoire des villes d’Alsace). 4 Bände, Edition des Dernières Nouvelles de Strasbourg, Strasbourg 1980–1982, ISBN 2-7165-0041-X.
  • Ralf Bernd Herden: Straßburg. Belagerung 1870. Europas Hauptstadt und das Elsass im Spannungsfeld der deutsch-französischen Auseinandersetzungen (= Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung Kehl. Diskussionspapiere. Band 17 [2006]). BoD, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-5147-8.
  • Yuko Egawa: Stadtherrschaft und Gemeinde in Straßburg vom Beginn des 13. Jahrhunderts bis zum Schwarzen Tod (1349) (= Trierer Historische Forschungen. Band 62). Kliomedia, Trier 2007, ISBN 978-3-89890-108-6.
  • Robert Schelp: Die Reformationsprozesse der Stadt Strassburg am Reichskammergericht zur Zeit des Schmalkaldischen Bundes, (1524)/1531–1541/(1555). Buchhandlung Geschw. Schmidt, Kaiserslautern 1965, DNB 454327714. Zugl.: Diss., Tübingen 1965. Erw. Ausgabe. Mit einem Geleitwort von Philippe Dollinger. Buchhandlung Geschw. Schmidt, Kaiserslautern 1965, DNB 454327722.
  • Straßburg, Elsass, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer alten Landkarte der Umgebung von Straßburg.

Artikel

Ältere Chroniken

  • Johannes Friese: Neue Vaterländische Geschichte der Stadt Straßburg und des ehemaligen Elsaßes. Von den ältesten Zeiten bis auf das Jahr 1791. 2. Auflage. Bände 1–2. Straßburg 1792 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Strasbourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Straßburg – Quellen und Volltexte
Wiktionary: Straßburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikivoyage: Straßburg – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Deutsches Ortsnamenbuch. Hrsg. von Manfred Niemeyer. De Gruyter, Berlin/Boston, Mass. 2012, ISBN 978-3-11-018908-7, S. 615, doi:10.1515/9783110258028 (kostenpflichtig).
  2. Comparateur de territoireAire urbaine de Strasbourg (partie française) (009). In: insee.fr, 19. September 2019, abgerufen am 3. Januar 2020.
  3. Populations légales en vigueur à compter du 1er janvier 2020 (PDF; 12,9 MB). In: insee.fr, 30. Dezember 2019, abgerufen am 3. Januar 2020.
  4. Strasbourg l’Européenne. In: ot-strasbourg.com. Archiviert vom Original am 10. Dezember 2015; abgerufen am 10. Dezember 2019 (französisch).
  5. Strasbourg, capitale européenne (Memento vom 20. Mai 2015 im Internet Archive). In: peap.fr, abgerufen am 24. Juni 2016 (französisch).
  6. Strasbourg, capitale européenne. In: ciel-strasbourg.org. Abgerufen am 14. Juni 2011 (französisch).
  7. Jacques Rigaud, Jean Marie Belin, Pierre Yves Callizot: Strasbourg, capitale de l’Europe. In: ina.fr. Abgerufen am 24. Juni 2016. Video, 19. März 1984, 10:28 min. (französisch).
  8. Eine Zusammenstellung zahlreicher Belegstellen findet sich in Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Zweiter Band: Orts- und sonstige geographische Namen. Nachdruck der dritten, völlig neu bearbeiteten […] Auflage, hrsg. von Hermann Jellinghaus. Olms, Hildesheim/Zürich/New York 1983, 2. Teil, Sp. 904 f.
  9. Zu Straßburg im Altertum: Robert Forrer: Strasbourg-Argentorate: préhistorique, gallo-romain et mérovingien. 2 Bände. Istra, Strasbourg 1927; Jean-Jacques Hatt: Argentorate – Strasbourg. Presses Universitaires de Lyon, Lyon 1993, ISBN 2-7297-0471-X; Des origines à la Pax Romana. In: argentoratum.com, abgerufen am 23. Juni 2016 (französisch).
  10. Eine bis ins 14. Jahrhundert reichende Stadtchronik hat der Theologe Jakob Twinger von Königshofen (1346–1420) verfasst: Chronik des Jakob Twinger von Königshofen, abgerufen am 23. Juni 2016. In: Karl Gustav Theodor Schröder: Die Chroniken der oberrheinischen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert. Teilbd. 1 (= Die Chroniken der oberrheinischen Städte. Band 8). Hrsg. von Karl Hegel. Salomon Hirzel, Leipzig 1870, OCLC 165710175; 2., unveränd. Auflage, photomechan. Nachdruck (= Die Chroniken der oberrheinischen Städte. Band 8–9). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1961, DNB 456276815. 
    Das Straßburger Stadtrecht findet sich in: Ernst Theodor Gaupp: Deutsche Stadtrechte des Mittelalters. Erster Band: Die Stadtrechte von Straßburg, Hagenau, Molsheim, Colmar, Annweiler, Winterthur, Landshut in Bayern, Regensburg, Nürnberg, Eger, Eisenach und Altenburg. Max, Breslau 1851 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche), abgerufen am 23. Juni 2016; Neudr., Scientia-Verl., Aalen 1966, DNB 456419497.
  11. Siehe Peter Wiek: Das Straßburger Münster. Untersuchungen über die Mitwirkung des Stadtbürgertums am Bau bischöflicher Kathedralkirchen im Spätmittelalter. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 107 (1959), H. 1, ISSN 0044-2607, S. 40–113, insb. S. 41 f., 72 f., 84. 
    Bruno Klein: Das Straßburger Münster als Ort kommunaler Repräsentation. In: Jörg Oberste (Hrsg.): Repräsentationen der mittelalterlichen Stadt (= Forum Mittelalter / Studien. Band 5). Schnell + Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-2101-4, S. 83–93, hier S. 86, urn:nbn:de:bsz:16-artdok-49743.
  12. Siehe Peter Wiek: Das Straßburger Münster. Untersuchungen über die Mitwirkung des Stadtbürgertums am Bau bischöflicher Kathedralkirchen im Spätmittelalter. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 107 (1959), H. 1, S. 40–113, hier S. 72.
  13. Siehe Peter Wiek: Das Straßburger Münster. Untersuchungen über die Mitwirkung des Stadtbürgertums am Bau bischöflicher Kathedralkirchen im Spätmittelalter. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 107 (1959), H. 1, S. 40–113, hier S. 51.
  14. Siehe Barbara Schock-Werner: Das Straßburger Münster im 15. Jahrhundert. Stilistische Entwicklung und Hüttenorganisation eines Bürger-Doms. Köln 1983, DNB 840009534, hier S. 26 (Zugl.: Kiel, Univ., Diss., 1981 u.d.T.: Barbara Löcher: Das Strassburger Münster im 15. Jahrhundert).
  15. Manfred Krebs: Berthold II. von Buchegg (Bucheck). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 158 (Digitalisat).
  16. Conseil des XV : procès-verbaux des délibérations (Rat des XV: Protokoll der Beratungen). In: Archives de la Ville de Strasbourg. Strasbourg, 1571, abgerufen am 1. Februar 2022 (französisch).
  17. Schwörbrief – Verfassungsvertrag der Reichsstadt Straßburg (1482). In: German History in Documents and Images (GHDI). Band 1: Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg 1500–1648. (germanhistorydocs.ghi-dc.org [PDF; 103 kB; abgerufen am 17. April 2012]; Deutsches Historisches Institut Washington; Kommentar; Text nach: Jean Lebeau, Jean-Marie Valentin [Hrsg.]: L’Alsace au siècle de la Réforme 1482–1621. Nancy 1985, S. 18–21).
  18. Klaus-Dieter Linsmeier: Seuchen. Nächstenliebe in Zeiten der Syphilis. In: Medizin im Mittelalter. Zwischen Erfahrungswissen, Magie und Religion (= Spektrum der Wissenschaften. Spezial: Archäologie Geschichte Kultur. Band 2.19), 2019, S. 74 f.
  19. Bernard Vogler: Straßburg. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 32, de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 3-11-016712-3, S. 233–640 (234).
  20. Petra Kistler: Wie im Jahr 1605 in Straßburg die „Relation“, die erste Zeitung der Welt herausgegeben wurde. In: Badische Zeitung, 15. Juni 2016, abgerufen am 25. Juni 2016.
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