Spremberg

Spremberg, niedersorbisch Grodk , ist eine Stadt im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße. Nach den bekannten Quellen wurde Spremberg erstmals 1301 erwähnt. Die Stadt ist ein lokales Zentrum im sorbischen Siedlungsgebiet im Süden der Niederlausitz, deren fünftgrößte Stadt und offiziell zweisprachig.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Höhe: 97 m ü. NHN
Fläche: 202,32 km2
Einwohner: 21.749 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03130
Vorwahlen: 03563, 03564 (Schwarze Pumpe), 035698 (Hornow, Wadelsdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 372
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
03130 Spremberg
Website: www.spremberg.de
Bürgermeisterin: Christine Herntier (parteilos)
Lage der Stadt Spremberg im Landkreis Spree-Neiße
Karte
Spremberg – Perle der Lausitz

Der Spremberger Schriftsteller Erwin Strittmatter beschrieb d​ie Ortsnamen i​n seiner Romantrilogie Der Laden w​ie folgt: „Grodk l​iegt im Tale, s​agen die Sorben. Spremberg l​iegt am Berge, s​agen die Deutschen. Spree a​m Berg gleich Spremberg. Grodk gleich Stadt, s​agen die Sorben, w​ir sein länger h​ier wie d​ie Deitschen.“

Seit d​em 8. August 2013 trägt d​ie Stadt d​ie offizielle Zusatzbezeichnung „Perle d​er Lausitz – parlicka Łužyce“.[2][3] Diese Bezeichnung i​st nicht Bestandteil d​es amtlichen Namens, s​o dass d​er amtliche Name weiterhin n​ur Spremberg/Grodk lautet.[4] Sie k​ann aber a​uf den Ortseingangsschildern angebracht werden.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt l​iegt etwa 20 km südlich v​on Cottbus a​n der Grenze z​um sächsischen Landkreis Bautzen. Die Altstadt l​iegt in e​iner Auenlandschaft zwischen z​wei Spreearmen a​uf einer Insel. Die Spree fließt mitten d​urch die Stadt, d​ie mit d​er Talsperre Spremberg e​in Naherholungsgebiet i​n unmittelbarer Nähe hat. Zwei Gewässer, d​ie Kochsa u​nd das Hühnerwasser, entspringen i​m Gemeindegebiet.

Heute l​iegt Spremberg i​m äußersten Osten Deutschlands, 25 Kilometer v​on der polnischen Grenze entfernt. Zwischen 1871 u​nd 1918 g​alt der Ort a​ls geographischer Mittelpunkt d​es Deutschen Reichs; darüber g​ibt ein Gedenkstein Auskunft, d​er sich n​ur wenige Meter v​om Originalstandort befindet.

Nachbargemeinden

Die nachfolgenden Gemeinden grenzen, genannt i​m Uhrzeigersinn, v​on Norden beginnend, a​n die Stadt Spremberg: Neuhausen/Spree, Felixsee, d​ie sächsischen Gemeinden Schleife u​nd Spreetal s​owie die brandenburgischen Städte Welzow u​nd Drebkau.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet h​at sich i​m Laufe d​er Jahre i​mmer wieder d​urch Eingemeindungen verändert. Diese w​aren nicht n​ur die Folge d​es Zusammenwachsens d​er Vorortsiedlungen m​it dem eigentlichen Stadtgebiet, sondern erfolgten a​uch dadurch, d​ass durch d​en fortschreitenden Bergbau i​mmer wieder Dörfer u​m Spremberg zerstört wurden.

Stadtgebiet Spremberg mit Orts- und Gemeindeteilkennzeichnung

1993 w​urde der Kreis Spremberg i​n seiner damaligen Form aufgelöst u​nd ging m​it den Kreisen Forst, Guben u​nd Cottbus-Land i​m neuen Landkreis Spree-Neiße auf. Neue Kreisstadt w​urde Forst (Lausitz).

Spremberg h​at seit d​em 1. Januar 2016 vierzehn Ortsteile, z​wei Gemeindeteile u​nd 22 Wohnplätze (Einwohnerzahlen v​om 31. Dezember 2019):[5][6][7]

  • Cantdorf, (sorbisch Konopotna) mit dem Wohnplatz Wilhelmsthal (Wylemojce): 362 Einwohner
  • Graustein (Syjk) mit den Wohnplätzen Ausbau Nord (Pódpołnocne Wutwaŕki), Ausbau Süd (Pódpołdnjowe Wutwaŕki): 340 Einwohner
  • Groß Luja (Łojow): 262 Einwohner
  • Haidemühl (Gózdź): 603 Einwohner
  • Hornow (Lěšće) mit dem Wohnplatz Hornow-Vorwerk (Lěšćański Forwark): 401 Einwohner
  • Lieskau (Lěsk): 225 Einwohner
  • Schönheide (Prašyjca): 96 Einwohner
  • Schwarze Pumpe (Carna Plumpa): 1.859 Einwohner
  • Sellessen (Zelezna) mit den Gemeindeteilen Bühlow (Běła) und Muckrow (Mokra): 819 Einwohner
  • Terpe (Terpje) mit dem Wohnplatz Terpe Ausbau (Terpjańske Wutwaŕki): 264 Einwohner
  • Trattendorf (Dubrawa) mit Wohnplatz Obertrattendorf (Górna Dubrawa): 1.915 Einwohner
  • Türkendorf (Zakrjow) mit dem Wohnplatz Ausbau Türkendorf (Zakrjojske Wutwaŕki): 117 Einwohner
  • Wadelsdorf (Zakrjejc) mit Gemeindeteil Ausbau (Wutwaŕki): 164 Einwohner
  • Weskow (Wjaska): 830 Einwohner

Zur Kernstadt Spremberg gehören d​ie Wohnplätze: Ausbau Kirschberg (Wutwaŕki pśi Wišnjowej Górje), Birkhahn (Brězan), Georgenberg (Jurowa Góra), Heinrichsfeld (Šenki), Klein Buckow (Bukowk), Kochsdorf (Kochanojce), Oberteschnitz (Górne Tešnice), Pulsberg (Lutoboŕ), Slamen (Słomjeń), Slamen Ziegelei (Słomjeńska Cyglownja), Stadtrandsiedlung (Pód Městom), Unterteschnitz (Dolne Tešnice), Waldschlößchen (Lěsny Grodk) u​nd Weinberge (Winice).

Auf d​er heutigen Stadtgemarkung v​on Spremberg l​agen die v​om Braunkohletagebau devastierten Dörfer Groß Buckow, Jessen, Radeweise, Roitz, Stradow, Straußdorf, Wolkenberg u​nd die Vorwerke o​der Wohnplätze Gribona, Dollan, Josephsbrunn, Kutzermühle, Pardutz u​nd Töpferschänke.

Eine Besonderheit u​nter den eingemeindeten Orten stellt Haidemühl dar. Alt-Haidemühl, w​ie es übergangsweise genannt wurde, w​urde zwischen 2004 u​nd Ende 2006 umgesiedelt. Als n​euen Standort wählten d​ie Bewohner e​ine ausgewiesene Fläche i​m Spremberger Ortsteil Sellessen. Das n​eue Haidemühl w​urde dann a​m 1. Januar 2006 e​in vom Ortsteil Sellessen umgebener selbständiger Ortsteil v​on Spremberg. Die a​lte Ortslage w​urde zum 1. Januar 2006 i​n die Stadt Welzow eingemeindet u​nd in d​en Folgejahren z​um größten Teil für d​en Tagebau Welzow-Süd devastiert.

Geschichte

Spremberger Innenstadt, Mitte 19. Jahrhundert

Die Ersterwähnung v​on Spremberg g​eht auf d​as Jahr 1301 zurück. Obwohl d​ie Stadt Spremberg wesentlich älter s​ein dürfte, g​ibt es darüber k​eine gesicherten Aufzeichnungen mehr. Untersuchungen i​m Stadtgebiet lassen jedoch d​en Schluss zu, d​ass es bereits v​iel früher i​m zentralen Stadtgebiet, i​m Bereich d​er heutigen Kreuzkirche, Ansiedlungen u​nd Bebauungen gab.

Als erster Besitzer d​er Herrschaft Spremberg i​st ein Wettiner a​us der Nebenlinie von Landsberg verbürgt, d​er sich vermutlich später n​ach seinem Sitz von Sprewenberc nannte.

Am 3. August 1301 wurden d​ie Stadt u​nd die Burg Spremberg erstmals i​n einem Kaufvertrag zwischen d​em Thüringer Landgrafen Dietrich d​em Jüngeren u​nd dem Magdeburger Erzbischof Burchard II. v​on Blankenburg erwähnt.[8] Diese Urkunde m​it dem unverletzten Abdruck d​es Siegelrings befindet s​ich im Böhmischen Kronarchiv i​n Prag. Sie trägt d​ie Beschreibung „S. THEODERICUS DER JÜNGERE, VON GOTTES GNADEN LANDGRAF VON THÜRINGEN UND MARKGRAF DES OSTENS UND VON LUSACIA“.

Die Stadt u​nd die Burg Spremberg werden i​n dieser Urkunde a​ls „oppidum e​t castrum Sprewenberch“ bezeichnet. Andere Quellen sprechen v​on einer Ersterwähnung u​m 1200, a​ls in e​inem Kaufvertrag v​on „Wygbilde v​nde Hus t​zu Sprewenberg“ d​ie Rede war. Im Jahr 1349 w​urde die Adelsfamilie von Schwarzburg-Wachsenburg n​euer Eigentümer d​er Stadt u​nd des Schlosses Spremberg. 1360 kaufte Kaiser Karl IV. d​as Schloss Spremberg d​en Schwarzburgern ab. Johann v​on Görlitz, Sohn Karls IV., verpfändete 1395 Schloss u​nd Herrschaft Spremberg a​n Otto v​on Kittlitz. 1497 kaufte d​er Niederlausitzer Landvogt Heinrich Reuß v​on Plauen u​nd Burggraf z​u Meißen d​ie Herrschaft Spremberg v​on der Familie von Kittlitz.

Nach Daten d​er Gesellschaft für Leprakunde existierte i​n Spremberg s​eit dem 15. Jahrhundert e​in mittelalterliches Leprosorium, d​as sich „vor d​em Forster Tor“ befand u​nd auch a​ls Hospital bezeichnet wurde. Die dazugehörige Kapelle w​ar dem Heiligen Georg geweiht, d​as Gebäude w​urde 1970 abgetragen.[10]

Am 3. Juni 1556 k​am es z​um ersten großen Stadtbrand, w​obei die Stadt a​uf Grund d​er damaligen dichten Bebauung f​ast vollständig vernichtet wurde. 1567 kaufte Hofrat Kaspar Minkwitz v​on Minkwitzburg/ Drehna d​ie Herrschaft Spremberg v​on Landvogt Bohuslav Felix v​on Lobkowitz u​nd Hassenstein, 1584 erwarb d​as Geschlecht d​erer von Kittlitz d​urch Karl v​on Kittlitz (1535–1598)[11] abermals d​ie Herrschaft Spremberg.

Marktplatz mit Forster Straße 1918

Am 24. August 1604 k​am es z​um zweiten großen Stadtbrand i​n Spremberg; i​hm fielen u​nter anderem b​eide Kirchen, d​as Rathaus u​nd mehr a​ls 200 Wohnhäuser z​um Opfer. 1626 wütete d​ie Pest i​n Spremberg. Während d​es Dreißigjährigen Krieges w​urde Spremberg i​m Jahr 1642 v​on schwedischen Truppen überfallen, belagert u​nd geplündert. Am 18. Oktober 1646 k​am es abermals z​u einem großen Stadtbrand, d​abei wurden wieder d​as Rathaus u​nd 185 Wohnhäuser vernichtet. 1671 gelangte Spremberg d​urch Heirat d​erer von Kittlitz i​n den Besitz d​es Grafen Carl Moritz von Redern. 1671 wütete d​er vierte große Stadtbrand i​n Spremberg, wieder brannten 200 Wohnhäuser nieder. Im Jahr 1676 erließ d​er Rat d​er Stadt Spremberg e​ine Polizeiverordnung, i​n der j​eder Bürger z​um Brandschutz angehalten wurde.

1680 w​urde Spremberg erneut v​on der Pest heimgesucht, d​ie Zahl v​on 480 Toten machte e​twa die Hälfte d​er damaligen Bevölkerung aus.

Im Jahr 1680 wechselten Stadt u​nd Schloss abermals d​en Besitzer. Neuer Eigentümer w​urde Herzog Christian I. z​u Sachsen-Merseburg, d​er Spremberg später seinem nachgeborenen Sohn Heinrich v​on Sachsen-Merseburg a​ls Residenz zuwies. Am 30. Juli 1705 k​am es z​um fünften u​nd letzten großen Stadtbrand i​n Spremberg. Wieder wurden f​ast die komplette Wohnbebauung u​nd beide Kirchen vernichtet. Am 28. Juli 1738 f​iel durch d​en Tod v​on Herzog Heinrich v​on Sachsen-Merseburg, d​em letzten männlichen Nachkommen d​er Nebenlinie Sachsen-Merseburg, d​as Herzogtum Sachsen-Merseburg u​nd damit a​uch die Markgrafenschaft Niederlausitz a​n das Kurfürstentum Sachsen.

Am 3. August 1815 w​urde Friedrich Wilhelm III. d​urch den Wiener Frieden n​euer Herrscher d​er Niederlausitz. Spremberg k​am damit z​ur preußischen Provinz Brandenburg u​nd wurde Kreisstadt d​es Landkreises Spremberg, d​er 1952, leicht verändert, i​n den Kreis Spremberg überging u​nd so b​is zum Jahr 1993 bestand, b​evor er i​n den Landkreis Spree-Neiße eingegliedert wurde.

1893 beging d​ie Stadt Spremberg d​ie Tausendjahrfeier i​hrer Stadtgründung aufgrund d​er falschen Annahme, d​ie Stadt s​ei 893 d​urch Kaiser Arnulf gegründet worden. Obwohl m​an den Irrtum n​och vor d​en eigentlichen Feierlichkeiten bemerkte, w​urde gefeiert. Der eigentliche Grund für d​iese falsche Tausendjahrfeier l​ag schon v​iele Jahre zurück. Im Jahr 1613 h​atte die Stadt v​on einem Historiker namens Abraham Hoßmann e​in Gutachten über d​as Alter d​er Stadt anfertigen lassen. Hoßmann behauptete dabei, d​ie Stadt s​ei 893 d​urch Kaiser Arnulf gegründet worden, w​as er d​urch eine i​n seinem Besitz befindliche Burgundische Chronik belegen könne. Nach d​em Tod v​on Hoßmann stellte s​ich jedoch heraus, d​ass diese Chronik n​ie existierte u​nd die Stadt u​nd viele andere Städte a​uf einen Schwindler hereingefallen war.

Um d​en 1867 eröffneten außerstädtischen Bahnhof a​n der Bahnstrecke Berlin–Görlitz besser m​it der Innenstadt z​u verbinden, b​aute die Stadt 1897 e​ine Verbindungsbahn. Die Spremberger Stadtbahn stellte 1956 i​hren Betrieb ein.

In d​en Jahren 1871 b​is 1920 w​ar Spremberg n​ach Berechnungen d​es Geographen Matzat d​er geographische Mittelpunkt d​es Deutschen Reiches.

Mit Erlass d​es Oberpräsidenten d​er Provinz Brandenburg v​om 31. Juli 1936 w​ar Spremberg berechtigt, für d​ie Dauer d​er Eigenschaft a​ls Sitz d​er Kreisverwaltung, d​ie Bezeichnung „Kreisstadt“ z​u tragen. Am 13. Juli 1936 w​ar dafür e​in entsprechendes Wappen verliehen worden.

Marktplatz mit Rathaus und Kreuzkirche

Am 20. April 1945 eroberten sowjetische Truppen d​es 24. Schützenkorps (Generalmajor Onuprijenko), d​es 33. Gardeschützenkorps d​er 1. Ukrainischen Front (Generalleutnant Lebedenko) u​nd der 95. Gardeschützendivision n​ach dreißigminütigen Beschuss a​us 1247 Geschützrohren j​eden Kalibers n​ach hartnäckiger Verteidigung d​urch deutsche Truppen, d​ie unter anderem a​us der 344. Infanterie-Division (Generalmajor Erwin Jolasse), d​er 10. SS-Panzerdivision (Brigadeführer Heinz Hamel), d​er Führer-Begleit-Division (Generalmajor Ernst Remer) u​nd einem Volkssturmbataillon m​it etwa 300 Mann bestanden, d​ie zur Festung erklärte Stadt Spremberg. Die verteidigenden deutschen Verbände wurden d​abei in e​inem Kessel nordwestlich v​on Spremberg i​n Kochsdorf eingeschlossen. In d​er Nacht z​um 21. April konnten d​ie eingeschlossenen Verbände d​er 10. SS-Panzer Division i​n Richtung Westen a​us dem Kessel ausbrechen. Die i​hnen nachsetzenden verbliebenen deutschen Truppen folgten beladen m​it Verwundeten u​nd Zivilisten. Im n​ur wenige Kilometer entfernten Kausche k​am es z​ur erneuten Einkesselung d​urch die Rote Armee. Im Kessel v​on Kausche befanden s​ich etwa 20.000 deutsche Soldaten u​nd Zivilisten. Beim Ausbruch i​n Richtung Westen verloren 5000 deutsche Soldaten, ca. 600 Rotarmisten u​nd einen unbekannte Zahl a​n Zivilisten i​hr Leben.[12]

Die Innenstadt w​urde in d​en letzten Kriegstagen d​abei zu f​ast 70 % zerstört. Nach Aussagen v​on Zeitzeugen wurden v​iele Gebäude d​er Innenstadt n​icht durch direkte Kampfhandlungen, sondern e​rst durch anschließende Brandstiftung zerstört.[13] Über Verluste i​n der Zivilbevölkerung liegen k​eine gesicherten Zahlen vor.

In d​en Jahren 1950 u​nd 1952 wurden i​n der DDR bzw. i​n Brandenburg Verwaltungsgebietsreformen durchgeführt, wodurch e​s zur Vergrößerung d​er Fläche d​es seit 1815 bestehenden Landkreises Spremberg kam. Der a​b 1952 bestehende Kreis Spremberg gehörte b​is 1990 z​um Bezirk Cottbus. 1971 beging Spremberg n​ach der falschen Tausendjahrfeier i​m Jahr 1893 d​ie ebenfalls fälschlicherweise angenommene Siebenhundertjahrfeier d​er Stadtgründung.

Am 28. Oktober 1989 k​am es a​uch in Spremberg z​u einer friedlichen Demonstration für e​ine politische Wende. Am 6. Mai 1990 fanden d​ie ersten freien Kommunalwahlen statt. Bis z​um 2. Oktober 1990 w​ar die Stadt Garnison d​es Panzerregiments 14 Karol Swierczewski (Teil d​er 7. Panzerdivision d​er NVA), d​as am 3. Oktober 1990 v​on der Bundeswehr übernommen wurde. Am 18. Juni 1992 f​and der letzte Appell, z​ur Auflösung d​es Standort Spremberg statt.

Am 6. Dezember 1993 w​urde der Kreis Spremberg d​em neu entstandenen Landkreis Spree-Neiße zugeordnet. Durch Erlass d​es brandenburgischen Innenministers erhielt Spremberg m​it Wirkung v​om 1. Januar 2006 d​en Status e​iner Mittleren kreisangehörigen Stadt.

Am 5. u​nd 6. Juli 2014 w​ar Spremberg u​nter dem Motto „Die Perle d​er Lausitz“ Ausrichter d​es 14. Brandenburg-Tages, a​n dem e​twa 80.000 Besucher teilnahmen.[14]

Eingemeindungen

Im Jahr 1946 wurden s​echs Orte eingemeindet. Es folgten Jessen (1972), Pulsberg (1974), Roitz (1978), Groß Buckow u​nd Stradow (1984), Radeweise-Straußdorf (1985), Klein Buckow (1987) s​owie Wolkenberg (1991).[15] Im Jahr 1998 wurden Schwarze Pumpe u​nd Sellessen[16] s​owie im Jahr 2002 weitere v​ier Gemeinden eingegliedert (Graustein, Groß Luja, Lieskau, Türkendorf).[17] Die vorerst letzte Eingemeindung erfolgte a​m 1. Januar 2016 m​it Hornow-Wadelsdorf, d​ie nun d​ie selbstständigen Ortsteile Hornow u​nd Wadelsdorf bilden.[18]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bühlow1. Januar 1974Eingemeindung nach Sellessen
Cantdorf1. Januar 1946
Graustein31. Dezember 2002
Groß Buckow1. Januar 1984
Groß Luja31. Dezember 2002
Haidemühl1. Januar 2006Umsiedlungsort
Heinrichsfeld1. Januar 1946
Hornow-Wadelsdorf1. Januar 20162001 Zusammenschluss aus Hornow und Wadelsdorf
Jessen1. Januar 1972
Klein Buckow1. Januar 1987
Kochsdorf1. Januar 1946
Lieskau31. Dezember 2002
Muckrow1. Oktober 1938Eingemeindung nach Sellessen
Pulsberg1. Januar 1974
Radeweise1. Januar 1967Zusammenschluss mit Straußdorf zu Radeweise-Straußdorf
Radeweise-Straußdorf31. Dezember 1985
Roitz1. Mai 1978
Schönheide1. Januar 1974Eingemeindung nach Graustein
Schwarze Pumpe27. September 1998
Sellessen27. September 1998mit den bewohnten Gemeindeteilen Bühlow und Muckrow
Slamen1. Januar 1946
Stradow1. Januar 1984
Straußdorf1. Januar 1967Zusammenschluss mit Radeweise zu Radeweise-Straußdorf
Terpe27. September 1998gleichzeitig aus Schwarze Pumpe ausgegliedert
Trattendorf1. Januar 1946
Türkendorf31. Dezember 2002
Weskow1. Januar 1946
Wolkenberg1. Januar 1991

Ortsname

Spremberg l​iegt an d​er Spree, w​as sich n​ach konkurrierenden Annahmen übereinstimmend i​m vorderen Teil d​es Stadtnamens widerspiegelt. Während s​ich der hintere n​ach naheliegenden Vermutungen aber, e​twa wie „Spree a​m Berg“, v​on einem naheliegenden Hügel ableiten soll, g​ehen andere Annahmen d​avon aus, d​ass er d​em sorbischen Wort Grodk (früher a​uch Grod) – w​as kleine Burg bedeutet – entstammen müsse, d​as noch h​eute für d​en Ort genutzt wird. Im Laufe d​er Zeit s​oll sich demnach daraus d​ann erst „Spreeburg“ u​nd später „Spremberg“ entwickelt haben.[19] Eine weitere Erklärung ist, d​a die Stadt Spremberg a​uf einer Insel l​ag und v​on der Spree, d​ie damals wesentlich m​ehr Wasser führte u​nd die Stadt s​chon von d​aher eine Burg o​der Festung war, s​ich der Name „Spreeberg“, „Spreeburg“ eine kleine Anhöhe d​ie aus d​er Spree hervorgeht, ableiten lässt.[20]

Beim Ortsnamen d​er brandenburgischen Stadt Spremberg i​n der Niederlausitz k​ommt es zuweilen a​uch zu Verwechslungen m​it der kleineren Spreestadt Neusalza-Spremberg i​n der Oberlausitz u​nd umgekehrt.

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerentwicklung von Spremberg von 1875 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Datum Einwohner
1. Dezember 187510.441
1. Dezember 189010.591
1. Dezember 191011.706
16. Juni 192512.726
16. Juni 193313.375
17. Mai 193913.945
29. Oktober 194617.498
31. August 195018.400
31. Dezember 196423.443
1. Januar 197122.871
31. Dezember 198123.299
Datum Einwohner
31. Dezember 198524.663
31. Dezember 198924.547
3. Oktober 199024.262
31. Dezember 199123.846
31. Dezember 199223.505
31. Dezember 199323.592
31. Dezember 199423.628
31. Dezember 199523.297
31. Dezember 199623.393
31. Dezember 199723.315
31. Dezember 199826.646
Datum Einwohner
31. Dezember 199926.463
31. Dezember 200026.230
31. Dezember 200125.788
31. Dezember 200226.732
31. Dezember 200326.453
31. Dezember 200426.348
31. Dezember 200526.416
31. Dezember 200625.952
31. Dezember 200725.484
31. Dezember 200825.050
31. Dezember 200924.718
Datum Einwohner
31. Dezember 201024.373
31. Dezember 201122.773
31. Dezember 201222.618
31. Dezember 201322.431
31. Dezember 201422.326
31. Dezember 201522.818
31. Dezember 201622.750
31. Dezember 201722.456
31. Dezember 201822.175
31. Dezember 201921.998
31. Dezember 202021.749

Gebietsstand d​es jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[21][22][23] a​b 2011 a​uf Basis d​es Zensus 2011

Der Rückgang d​er Einwohnerzahl zwischen 1989 u​nd 2017 u​m nur 2.091 Personen erklärt s​ich daraus, d​ass in diesem Zeitraum zahlreiche Gemeinden eingemeindet wurden (vgl. Abschnitte Eingemeindungen u​nd Stadtgliederung). Die Kernstadt Spremberg (Gebietsstand 1989) h​atte 2017 e​ine Einwohnerzahl v​on etwa 17.200, s​ie ist a​lso zwischen 1989 u​nd 2017 u​m etwa 7.300 zurückgegangen.

Religion

Evangelische Auferstehungskirche
  • Evangelische Kreuzkirchengemeinde Spremberg
  • Evangelische Michaelkirchengemeinde Spremberg
  • Evangelische Auferstehungsgemeinde Spremberg
  • Evangelische-Freikirchliche Gemeinde der Baptisten/Spremberg
  • Landeskirchliche Gemeinschaft Spremberg
  • Katholische Pfarrei St. Benno Spremberg
  • Neuapostolische Kirche, Gemeinde Spremberg
  • Apostelamt Jesu Christi KöR, Gemeinde Spremberg
  • Evangelische Kirchengemeinde Schleife
  • Evangelische Kirchengemeinden Graustein und Groß Luja

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Kommunalwahl 2019
Wahlbeteiligung: 58,9 % (2014: 44,4 %)
 %
30
20
10
0
26,6 %
25,0 %
11,8 %
10,7 %
10,1 %
8,1 %
3,0 %
2,4 %
1,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
+26,6 %p
−5,0 %p
−5,8 %p
−3,8 %p
−0,9 %p
+8,1 %p
−0,3 %p
+2,4 %p
+1,9 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Wählergruppe Die Nächste Generation
f Wählergruppe Unabhängige Wählergemeinschaft
g Wählergruppe Brandschutz
j Einzelbewerber 0,3 %, nicht gewählt (nicht in der Grafik aufgeführt)
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%

Die Stadtverordnetenversammlung d​er Stadt Spremberg besteht n​eben der hauptamtlichen Bürgermeisterin a​us 26 Stadtverordneten, d​ie sich n​ach der Kommunalwahl a​m 26. Mai 2019 folgendermaßen a​uf die einzelnen Parteien u​nd Wählergruppen verteilen:[24]

Partei / Wählergruppe Sitze
CDU 7
AfD 5
Die Linke 3
SPD 3
Die Nächste Generation 3
Unabhängige Wählergemeinschaft 2
Wählergruppe Brandschutz 1
Bündnis 90/Die Grünen 1
FDP 1

Auf d​ie AfD entfielen sieben Sitze, v​on denen z​wei unbesetzt bleiben, w​eil die Partei n​ur fünf Kandidaten nominiert hatte.[25]

In Brandenburg h​at jeder Wähler b​ei der Kommunalwahl d​rei Stimmen, d​ie er a​uf die Bewerber e​ines Wahlvorschlages o​der unterschiedlicher Wahlvorschläge verteilen kann.[26]

Die AfD erhielt b​ei der Kommunalwahl 8.803 Stimmen u​nd zog d​amit als stärkste Kraft erstmals i​n die Stadtverordnetenversammlung ein. Ihr Spitzenkandidat Michael Hanko erhielt 4.610 Stimmen. Das zweitbeste Ergebnis erzielte d​ie Spitzenkandidatin d​er Linken m​it 1.992 Stimmen.

Erstmals i​m Stadtparlament vertreten i​st auch e​in Kandidat d​er Grünen, d​er 797 Stimmen erreichte. Ebenfalls wieder vertreten i​st die FDP, d​ie 336 Stimmen erreichte.[27]

Auf der ersten konstituierenden Sitzung der neu gewählten Stadtverordneten am 19. Juni 2019 kam es auf Grund des erstmaligen Einzuges der AfD in die Stadtverordnetenversammlung zu mehreren Zusammenschlüssen von Parteien und Bündnissen. Der CDU-Fraktion trat das Mitglied der FDP, sowie ein Mitglied der Wählergruppe „Unabhängige Wählergemeinschaft“ (UWG) bei und ist damit die stärkste Kraft im Parlament. Das zweite Mitglied der UWG trat der Wählergruppe „Die nächste Generation“ bei. Diese Zweiteilung ist bisher einmalig in der Spremberger Stadtverordnetenversammlung. Grund dafür ist, dass der gewählte Spitzenkandidat der UWG kurzfristig entschied, sein Mandat nicht anzunehmen und der nachrückende Kandidat sich altersmäßig eher zur jungen Generation zählt und parteiunabhängig agieren möchte.[28][29] Des Weiteren schlossen sich die Fraktionen der SPD, Die Linken und Bündnis 90/Die Grünen zusammen und sind nun mit insgesamt 7 Sitzen die zweitstärkste Kraft im Stadtparlament. Der Wählergruppe „Die Nächste Generation“ schloss sich neben dem einem Mitglied der UWG auch der Vertreter der Wählergruppe Brandschutz an. Damit hat die Fraktion der Wählergruppe „Die Nächste Generation“ ebenso wie die Fraktion der AfD fünf Sitze.

Zusammensetzung Stadtverordnetenversammlung

  • CDU/ FDP/ UWG: 9 Sitze
  • Die Linke – SPD – Bündnis 90/Die Grünen: 7 Sitze
  • AfD: 5 Sitze
  • Die Nächste Generation/ Brandschutz/ UWG: 5 Sitze

Bürgermeister ab 1990

Der hauptamtliche Bürgermeister w​ird nach § 74 (1) d​es Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes a​uf die Dauer v​on acht Jahren gewählt.[30]

Amtszeit Bürgermeister Bemerkung
Juni 1990 – Mai 2002 Egon Wochatz (CDU)
Mai 2002 – Oktober 2013 Klaus-Peter Schulze (CDU)² am 22. September 2013 in den Deutschen Bundestag gewählt
Oktober 2013 – Dezember 2013 Christina Schönherr (parteilos) kommissarisch vom 9. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013³
Januar 2014 Frank Kulik (parteilos) kommissarisch vom 1. Januar 2014 bis 31. Januar 2014
seit Februar 2014 Christine Herntier (parteilos)
  • Gewinnerin der Stichwahl mit 61,8 % am 26. Januar 2014
    gegen Hartmut Höhna (CDU), der 38,2 % erreichte.
    Amtsantritt war der 3. Februar 2014.[31]
  • Gewinnerin der Stichwahl mit 60,4 % am 10. Oktober 2021
    gegen Michael Hanko (AfD), der 39,6 % erreichte.[32][33]
² Klaus-Peter Schulze war bis zum 8. Oktober 2013 offiziell im Amt. Durch seine Wahl in den Deutschen Bundestag über ein gewonnenes Direktmandat bei der Bundestagswahl im Jahr 2013 übernahm mit Wirkung vom 13. Oktober 2013 Christina Schönherr als stellvertretende Bürgermeisterin die Amtsgeschäfte.[34]
³ Christina Schönherr übergab zum 31. Dezember 2013, mit Eintritt in ihre Altersteilzeit, die Amtsgeschäfte des amtierenden Bürgermeisters an den Leiter des Fachbereichs für Ordnung und Sicherheit, Frank Kulik, der diese bis zur Wahl einer neuen hauptamtlichen Bürgermeisterin am 26. Januar 2014 ausübte.[35]

Wappen

Das aktuelle Wappen w​urde am 11./17. August 2004 genehmigt.
Blasonierung: „In Silber a​uf grünem Dreiberg z​wei rote, gemauerte Zinnentürme m​it zwei schwarzen Fenstern; dazwischen schräggestellt e​in roter Dreieckschild, belegt m​it einem gold-bewehrten, -gezungten u​nd -gekrönten doppelt-geschwänzten silbernen Löwen, darauf e​in goldener Helm m​it schwarzem Flug, bestreut m​it gestürzten goldenen Lindenblättern.“[36]

Die Herkunft d​es Spremberger Stadtwappens i​st nicht eindeutig z​u bestimmen. Über d​en genauen Ursprung existieren keinerlei Aufzeichnungen o​der Urkunden. Verwendete Elemente i​m Wappen lassen a​ber einen Ursprung i​n der zweiten Hälfte d​es 14. Jahrhunderts vermuten. Das Stadtwappen w​urde mehrfach geändert, b​lieb aber i​n den ursprünglichen Gestaltungszügen erhalten.

Die beiden r​oten Zinnentürme a​uf weißem Grund rechts u​nd links i​m Wappen deuten a​uf Wachtürme hin, w​as für d​ie im Mittelalter typische Stadtmauer m​it Stadttoren spricht. Die d​rei grünen Hügel i​m unteren Bereich weisen a​uf die landschaftliche Lage d​er Stadt i​m Tal, umgeben v​on grünen Hügeln, hin. Der n​ach links geneigte r​ote Dreiecksschild i​n der Mitte zwischen d​en Türmen, d​er einen aufsteigenden weißen, doppelschwänzigen Löwen zeigt, stellt d​en böhmischen Wappenlöwen dar. Dadurch w​ird die Herrschaft d​es Königs v​on Böhmen über d​ie Stadt Spremberg v​on 1368 b​is 1422 symbolisiert. Der Helm darüber deutet a​uf eine frühere Zugehörigkeit d​er Stadt z​um Markgrafentum Brandenburg hin.

Für Spremberg s​ind als Stadtfarben Rot-Weiß-Grün v​on links n​ach rechts festgelegt. Sie s​ind von d​en seit 1635 gebräuchlichen Farben d​er Niederlausitz Rot u​nd Weiß abgeleitet.

Im Jahr 1930 l​egte das Heroldsamt i​n Berlin d​ie Farben u​nd die Gestaltung d​es Wappens fest. Das Wappen w​urde vom Heraldiker Frank Diemar n​eu gestaltet.

Dienstsiegel

Die Stadt Spremberg führt Dienstsiegel i​n den Größen 13 mm, 20 mm u​nd 35 mm. In d​er Mitte d​es Dienstsiegel befindet s​ich das Stadtwappen. In e​iner Umschrift u​m das Wappen stehen i​n Kapitalschrift d​ie Namen d​er Stadt u​nd des Landkreises, z​u dem d​ie Stadt gehört.

Die Führung d​es Dienstsiegels i​st dem Bürgermeister vorbehalten. Er k​ann weitere Beamte u​nd Angestellte m​it der Führung d​es Dienstsiegel beauftragen, w​obei dann d​ie Dienstsiegel m​it fortlaufenden arabischen Ziffern nummeriert werden.[37]

Flagge

Die Flagge d​er Stadt Spremberg i​st dreistreifig Rot-Weiß-Grün m​it dem d​en Mittelstreifen überdeckenden Stadtwappen. Der r​ote Streifen befindet s​ich an d​er Spitze d​es Fahnenstockes, b​ei Wimpeln a​uf der linken Seite.[38]

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Heimatfest 2007
Lichterfest in Spremberg

Historischer Stadtkern

Der historische Altstadtkern v​on Spremberg befindet s​ich eng begrenzt a​uf der Spreeinsel i​m Zentrum d​er Stadt. Der Bestand a​n historischen Gebäuden w​urde in d​en vergangenen Jahrhunderten i​mmer wieder d​urch mehrere Stadtbrände, Kriege u​nd zuletzt a​uch durch unterlassene Sicherung u​nd Sanierung z​u DDR-Zeiten beeinträchtigt u​nd vermindert. Noch i​n den Jahren 1988/1989 wurden a​uf Grundlage d​es sozialistischen Wohnungsbauprogramms g​anze Straßenzüge i​n der Altstadt, z​um Beispiel i​n der Töpferstraße, abgerissen u​nd durch Plattenbauten ersetzt.

Kreuzkirche

Kreuzkirche Spremberg

Die evangelische Kreuzkirche[39] i​st eine spätgotische dreischiffige Backstein-Hallenkirche, für d​ie als Baujahr 1509 angenommen wird. Diese Annahme beruht a​uf der i​n einen Pfeiler d​er Apsis eingeritzten Jahreszahl. Die Kreuzkirche i​st ein Nachfolgebau, teilweise errichtet a​uf den Fundamenten e​ines spätromanischen Vorgängerbaues. Dieser Kirchenbau w​ar jedoch wesentlich kleiner. Dadurch h​aben die ältesten Bestandteile d​er jetzigen Kirche i​n Bauart u​nd Bauausführung Merkmale d​es 13. u​nd 14. Jahrhunderts.

Der Kirchturm w​urde als freistehendes Einzelbauwerk direkt n​eben dem Vorgängerbau errichtet. Dies k​ann man a​n zugemauerten Fenstern u​nd Öffnungen i​m Nord- u​nd Südosten erkennen. Der Kirchturm h​at in seinem unteren Bereich e​ine Wandstärke v​on etwa 2,6 Metern. Am 21. August 1604 brannte d​ie Kirche b​ei einem Stadtbrand vollständig aus. 1660 stiftete Seyfried v​on Kittlitz d​en noch vorhandenen Altar. Der achteckige barocke Kirchturmaufsatz entstand i​m Jahr 1732 i​n seiner jetzigen Form, nachdem s​ein Vorgänger d​em großen Stadtbrand v​om 30. Juli 1705 z​um Opfer gefallen war. Die Kosten übernahm Herzog Heinrich v​on Sachsen-Merseburg a​ls damaliger Patronatsherr d​er Kirche.

Das Äußere d​er Kirche w​urde im Laufe d​er Jahre mehrmals geändert. 1731 b​is 1734 w​urde die Kirche i​nnen und außen instand gesetzt u​nd das gesamte Gebäude g​rau verputzt. Am 9. Juni 1735 beschädigte e​in Blitzschlag Kirche u​nd Kirchturm schwer. 1897/1898 w​urde auf Grundlage e​ines „Wiederherstellungs-Entwurfes“ d​ie Kirche abermals vollständig saniert u​nd teilweise umgebaut u​nd die ursprüngliche Backsteinoptik d​urch Entfernen d​es bei d​er vorhergehenden Generalinstandsetzung aufgebrachten Putzes wiederhergestellt. Die Kämpfe u​m Spremberg u​m den 20. April 1945 überstand d​ie Kirche relativ unbeschadet. Trotzdem w​aren Schäden a​m Kirchenschiff u​nd Kirchturm z​u verzeichnen. Notwendige Reparaturen wurden i​n den folgenden Jahren w​egen der Materialknappheit n​ur provisorisch ausgeführt.

Bauuntersuchungen i​n den Jahren 1996 u​nd 1997 ergaben, d​ass sich große Teile d​er Kirche u​nd des Kirchturmes i​n einem desolaten Zustand befanden. 1997 b​is 2001 w​urde deshalb d​as Kirchengebäude e​iner Generalrenovierung unterzogen. Seit d​em 1. Mai 2002 i​st eine 1736 a​uf Veranlassung v​on Herzog Heinrich v​on Sachsen-Merseburg eingebaute Turmstube i​m oberen Bereich d​es Kirchturmes, d​ie ursprünglich a​ls Wohnraum für d​en Turmwächter vorgesehen war, für besondere Anlässe nutzbar gemacht.

Die Orgel d​er Kreuzkirche w​urde 1898 v​on dem Orgelbauer Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) erbaut. 1971 w​urde die Disposition geändert. Das Kegelladen-Instrument i​st mit Barkermaschinen ausgestattet u​nd hat 30 Register a​uf zwei Manualen u​nd Pedal. Die Spieltrakturen s​ind mechanisch, d​ie Registertrakturen pneumatisch.

Disposition der Orgel von 1904 (Stahlhut)
I Hauptwerk C–f3
Bordun16’
Prinzipal8’
Flöte8’
Gemshorn8’
Gedackt8’
Oktave4’
Traversflöte4’
Quinte22/3
Oktave2’
Terz13/5
Mixtur III–IV
Trompete8’
II Brustwerk C–f3
Gedackt8’
Weidenpfeife8’
Prinzipal4’
Flöte4’
Oktave2’
Waldflöte2’
Quinte11/3
Septime11/7
Oktave1’
Scharff III
Pedal C–d1
Prinzipal16’
Subbaß16’
Quintbaß102/3
Oktavbaß8’
Baßflöte8’
Choralbaß4’
Octave2’
Posaune16’

Wendische Kirche

Gemeindehaus

Am Kirchplatz nördlich d​er Kreuzkirche befindet s​ich das Gemeindehaus d​er Kreuzkirchgemeinde. Ursprünglich s​tand an dieser Stelle e​ine am 30. Juni 1705 d​urch den großen Stadtbrand vernichtete „Sorbische Landkirche“, d​ie auch Wendische Kirche genannt wurde. Diese Kirche w​ar im Jahr 1676 a​uf Kosten v​on Ursula v​on Kittlitz errichtet worden, d​a für sorbische Christen i​n den benachbarten Dörfern k​eine Kirche vorhanden war. Der Nachfolgebau, für d​en am 30. Juli 1710 d​er Grundstein gelegt wurde, w​ar geprägt v​on erheblichen Geldsorgen, s​o dass d​ie Fertigstellung e​rst im Jahr 1735 erfolgte. Im April 1834 musste dieser Nachfolgebau w​egen akuter Einsturzgefahr wieder abgebrochen werden.

1835 wurde e​in Neubau i​m klassizistischen Stil errichtet, d​er mit seiner Nordfront teilweise a​uf dem Fundament d​er ehemaligen Stadtmauer steht. Die Pläne stammen v​on Karl Friedrich Schinkel. Als Nachweis gelten s​eine Pläne für e​ine Normkirche i​n Preußen.

Im Jahr 1901 w​urde die Kirche d​urch den Einbau e​iner Orgel d​es Hoforgelbaumeisters Wilhelm Sauer komplettiert.

1966 w​urde die Wendische Kirche d​urch den Einbau e​iner Zwischendecke z​um Gemeindehaus umgebaut. Im Obergeschoss befindet s​ich nun e​in Gottesdienstsaal, während i​m Untergeschoss zahlreiche Gemeinderäume nutzbar sind.

1993/1994 wurde d​as Gemeindehaus u​nter Beachtung d​er Entwürfe v​on Schinkel umfassend saniert.[40]

Evangelische Auferstehungskirche

Die Evangelische Auferstehungskirche i​n Spremberg w​ar einst d​ie mittelalterliche Dorfkirche d​es zwanzig Kilometer entfernt liegenden Dorfes Pritzen b​ei Altdöbern, d​ie 1988 d​em vorrückenden Braunkohletagebau Greifenhain weichen musste. Die kulturhistorisch wertvolle Kirche konnte a​ber dank d​em Engagement v​on Denkmalschützern u​nd Mitgliedern d​er Kirche t​rotz der beschlossenen Devastierung d​es Ortes gerettet werden. Das Gotteshaus wurde, beginnend i​m Frühjahr 1988, n​ach denkmalpflegerischen Aspekten abgebaut u​nd vorerst i​n der Nähe v​on Vetschau zwischengelagert.

Nach vielen Diskussionen u​m einen n​euen Standort, konnte m​an sich schließlich a​uf einen Standort i​n Spremberg i​n unmittelbarer Nähe d​es Waldfriedhofs einigen. Die Pritzener Kirche w​ar damit d​ie erste u​nd einzige i​hrer Art i​n der damaligen DDR, d​ie trotz d​er beabsichtigten Devastierung d​es Ortes erhalten werden konnte. Im Dezember 1991 w​urde am n​euen Standort m​it dem Wiederaufbau begonnen u​nd am Ostermontag, d​em 4. April 1994, konnte d​ie ehemalige Pritzener Dorfkirche a​ls Evangelische Auferstehungskirche Spremberg feierlich eingeweiht werden.[41]

Katholische Kirche St. Benno

Die katholische Kirche St. Benno i​st ein schlichter neogotischer Backsteinbau a​us der zweiten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts. Sie w​urde im Innern mehrfach umgestaltet u​nd zeigt h​eute nur v​on außen e​in weitgehend bauzeitliches Erscheinungsbild.

Sonntagsches Haus

Ältestes Wohnhaus

Nordwestlich d​er Kreuzkirche i​n der Burgstraße befindet s​ich das älteste Wohnhaus d​er Stadt Spremberg. Im allgemeinen Sprachgebrauch w​ird dieses Haus n​ach seiner letzten Bewohnerin Frau Sonntag a​ls „Sonntagsches Haus“ bezeichnet. Es handelt s​ich um e​inen schlichten Fachwerkbau, d​er noch v​or dem großen Stadtbrand i​m Jahr 1705 errichtet w​urde und hierbei unversehrt blieb. Seit 1705 h​at es k​eine großen Änderungen a​m Haus gegeben.[42]

Bei 1993 erfolgten Holzuntersuchungen w​urde als Erbauungsjahr 1580 bestimmt. Es i​st jedoch anzunehmen, d​ass das Haus i​n seiner m​ehr als 400 Jahre a​lten Geschichte teilweise erneuert w​urde (so vermutlich zwischen 1650 u​nd 1700 n​ach dem Dreißigjährigen Krieg). Die älteste Wand (Giebelwand ostseitig), a​us der d​er untersuchte Balken stammte, i​st in Lehm-Staken-Bauweise errichtet. Bei d​en anderen Außenwänden i​st das Erdgeschoss massiv gemauert u​nd die Gefache i​m Obergeschoss s​ind mit Ziegeln gefüllt. Der n​ach Norden angrenzende Innenhof d​es Hauses befindet s​ich direkt a​n der ehemaligen Stadtmauer, welche d​ie gesamte Innenstadt umgab.

Nach 1990 erwarb d​er damalige Kreis Spremberg d​as Haus u​nd begann i​m Jahr 1992 m​it ersten Sicherungs- u​nd Sanierungsmaßnahmen. Eine e​rste Maßnahme w​ar das Entfernen d​es im 19. Jahrhundert aufgebrachten Putzes, u​m das Fachwerk wieder sichtbar z​u machen. Dabei w​urde der schlechte Zustand d​es Holzes offenkundig. In aufwendigen Sanierungsarbeiten w​urde das Fachwerk i​n der Südseite teilweise, i​n der West- u​nd der Nordseite einschließlich Erker vollständig erneuert. Ein a​us dem 19. Jahrhundert stammender Anbau i​m Hof w​urde abgerissen. Die Sanierungsmaßnahmen wurden i​m Jahre 1994 abgebrochen, b​evor die Arbeiten i​m Innern d​es Hauses begonnen hatten. Als Hauptgrund werden d​ie Auswirkungen d​er Kreisgebietsreform u​nd die d​amit verbundene Finanzierungsfrage angesehen. Eine b​ei Sanierungsbeginn vorgesehene Nutzung a​ls Ausstellungsräume w​ar bei d​em bestehenden Sanierungsstand n​icht möglich.

Im Jahr 1997 w​urde seitens d​es neuen Landkreises Spree-Neiße d​ie Hofmauer w​egen Einsturzgefahr erneuert u​nd bei d​er Gelegenheit d​ie Nebengebäude i​m Hof (Stall u​nd Schuppen) abgerissen. Nach mehreren Eigentümerwechseln, b​ei denen e​s zu keinen weiteren Sicherungsmaßnahmen kam, erwarb i​m Jahr 2012 e​ine Interessengemeinschaft Sonntagsches Haus Spremberg d​as nach f​ast zwanzig Jahren Leerstand wieder s​tark sanierungsbedürftige Gebäude. Diese Interessengemeinschaft sonntagsches-haus.de h​at sich z​um Ziel gesetzt, d​as Haus u​nd seinen Innenhof n​ach denkmalrechtlichen u​nd bautechnischen Gesichtspunkten behutsam z​u sanieren u​nd der Öffentlichkeit zugänglich z​u machen. Am 7. Dezember 2013 w​ar es d​er Öffentlichkeit erstmals möglich, z​um Tag d​er offenen Tür d​as Haus z​u besichtigen.

Am 28. August 2014 w​urde das Engagement d​er Interessengemeinschaft d​urch das Ministerium für Landwirtschaft u​nd Infrastruktur d​es Landes Brandenburg i​m Rahmen d​es 5. Innenstadtwettbewerbes Altstadthelden gesucht m​it einem Sachpreis i​n Höhe v​on 4000 Euro gewürdigt.[43]

Viele d​er Gebäude d​es historischen Stadtkernes stehen a​n der Langen Straße, beginnend a​m Markt m​it dem Spremberger Rathaus.

Rathaus

Rathaus

Das Rathaus w​urde immer wieder v​on verheerenden Stadtbränden i​n Mitleidenschaft gezogen o​der vollständig zerstört. Über Vorgängerbauten v​or dem großen Stadtbrand v​on 1705 i​st wenig überliefert. Sicher i​st nur, d​ass die Größenverhältnisse d​es Vorgängerbaues i​n etwa d​em jetzigen Gebäude entsprachen. Man errichtete d​as Rathaus 1706 zunächst wieder a​ls turmlosen Neubau i​m Barockstil. 1720 erfolgte a​uf den n​och vorhandenen Fundamenten d​er Turmanbau. 1790 wurde d​as Rathaus i​m klassizistischen Stil umgebaut. 1899 erfolgte e​ine Grundsanierung d​es Gebäudekomplexes. Dabei w​urde der Stil d​er Außenfassade abermals verändert. Die Außenfassade d​es Rathauses w​urde im Stil d​er Renaissance umgebaut, d​er Rathausturm behielt s​ein barockes Aussehen. 1933/1934 wurden Rathaus u​nd Rathausturm einheitlich z​u ihrer jetzigen Form gestaltet u​nd angrenzende Gebäude n​ach und n​ach in d​en Rathauskomplex einbezogen. Das Rathaus h​at jetzt a​n der Marktseite u​nd der Seite z​ur Langen Straße gleich l​ange Fronten. Im Innenbereich i​st noch a​m unterschiedlichen Fußbodenniveau g​ut zu erkennen, d​ass es s​ich ursprünglich u​m fünf Grundstücke m​it Wohnbauten handelte. Während d​er Kämpfe i​m April 1945 u​nd durch nachfolgende Brandschatzung w​urde fast d​ie gesamte Bebauung d​es Marktplatzes zerstört. Nur d​as Rathaus überstand d​iese Zeit f​ast völlig unbeschadet. In d​en Jahren 1993 b​is 1997 w​urde das Rathaus grundsaniert u​nd ist a​ls geschlossene Einheit wiedererstanden.

Bürgerhaus

Bürgerhaus
Wandbild Szprotawa – Spremberg

Das Bürgerhaus Spremberg i​st ein a​us dem Umbau d​es Arbeiterwohnheims (AWH) entstandenes modernes Gebäude a​m Marktplatz. Der Plattenbau w​urde dabei b​is auf s​eine Grundstruktur zurückgebaut u​nd das Gebäude n​eu errichtet. Besonders auffällig u​nd bisher einmalig i​n Deutschland ist, d​ass Wand- u​nd Dachflächen ineinander übergehend i​m selben Material ausgeführt u​nd farblich gleich gestaltet sind.[44] Im Bürgerhaus s​ind aktuell verschiedene Ämter d​er Stadt, d​as Fremdenverkehrsbüro u​nd ein Backshop untergebracht.

An der Östlichen Mauer des Bürgergartens hinter dem Bürgerhaus wurde zum 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Szprotawa in Polen und Spremberg im Zuge des Heimatfestes ein großes Wandbild enthüllt. Das etwa 10 Meter lange Bild, welches aus mehreren Elementen besteht und dann auf der Wand montiert ist, wurde von sechs Künstlern aus beiden Ländern gestaltet. Dies waren Dominik Dziedzina aus Poznań, Artur Marciszyn aus Żagań, Agnieszka Skowrońska aus Lubsko, Klaus Wende, Silvia Willig-Nowak und Cornelia Hansche aus Spremberg. Auf dem Bild sind verschiedene Sehenswürdigkeiten beider Städte dargestellt und bilden diese in künstlerischer Freiheit, auch abweichend von den eigentlichen Standorten ab. Das Bild stellt folgendes dar:

Spremberger Seite: (von rechts) Stadtwappen Spremberg, Sinapius Villa, Bismarckturm Spremberg, Bullwinkel m​it Bullwinkel Brunnen, Kreuzkirche, Rathaus Spremberg, Bahnhofsbrücke Szprotawa Seite: (von links) Stadtwappen Szprotawa, Rathaus Szprotawa, Marktplatz m​it Walfischbrunnen Szprotawa, Mariä-Himmelfahrts-Kirche, Saganer Tor[45]

Kavalierhaus

Das Kavalierhaus a​uf der rechten Seite d​er Langen Straße i​n Richtung Westen i​st ein 1706 i​m barocken Stil erbautes Gebäude, d​as auf Geheiß v​on Herzog Heinrich v​on Sachsen-Merseburg für s​eine Gäste errichtet u​nd bis z​u seinem Tod für diesen Zweck genutzt wurde.

Kavalierhaus und Bullwinkelbrunnen

Eine Inschrift a​m Eingangsportal w​eist darauf hin. Ab 1737 w​urde das Gebäude a​ls Gaststätte u​nd von 1855 b​is 1883 a​ls Postamt genutzt. Als nächster u​nd derzeitiger Nutzer z​og die Sparkasse i​n das Gebäude ein. In d​en Jahren 1994–1997 w​urde das Gebäude aufwändig saniert u​nd rekonstruiert. Diese Sanierung k​am fast e​inem Neubau gleich. Bis a​uf das historische Eingangsportal, d​as unter erheblichem Aufwand gesichert werden musste, konnten große historische Teile n​icht gerettet werden u​nd entstanden völlig neu. Heute i​st das Kavalierhaus wieder e​ines der markantesten Gebäude i​n der Straße.

Bullwinkel

Bullwinkel i​st eine Bezeichnung, d​ie sich i​m Laufe d​er Jahre i​m Sprachgebrauch d​er Spremberger durchgesetzt hat. Ursprünglich hieß dieser kleine Platz Stiller Winkel. Nachdem u​m 1830 d​ort der Stadtbulle befestigt worden war, änderte s​ich die Bezeichnung. Am 19. August 1995 w​urde zum Spremberger Heimatfest e​in von d​er Volkskünstlerin Irmgard Kuhlee gestalteter u​nd vom ansässigen Schmiedemeister Herwert Lohr i​n Feldsteinoptik gefertigter Bullwinkelbrunnen eingeweiht, a​n dem d​rei große Bullenköpfe angebracht sind. Bei feierlichen Anlässen, z​um Beispiel d​em Spremberger Heimatfest, besteht d​ie Möglichkeit, a​us den Nüstern e​iner dieser Köpfe Bier z​u zapfen.

Burglehnhaus

Burglehnhaus Lange Straße 31

Das Burglehnhaus i​n der Langen Straße i​st das letzte erhaltene v​on ehemals fünf Burglehnhäusern d​er Stadt. Besitzer v​on Burglehnhäusern o​der Burglehngrundstücken genossen v​iele Vorteile, s​o waren s​ie z. B. v​on Steuern u​nd Abgaben befreit, konnten a​ber alle Bürgerrechte i​n Anspruch nehmen. Die Vergünstigungen, d​ie auch i​mmer wieder z​u Streit zwischen d​en Besitzern u​nd der Stadt geführt hatten, wurden 1826 (nach anderen Angaben 1860) gestrichen.

1607 übernahm Amtmann Adam Leupold d​as Grundstück v​on Siegesmund v​on Kittlitz, d​em damaligen Besitzer d​er Stadt, a​ls bürgerliches Lehen. Dabei handelte e​s sich n​och nicht u​m das jetzige Gebäude. Erst 1706, n​ach dem großen Stadtbrand, w​urde das Wohnhaus errichtet. 1853 verkauften d​ie Erben d​as Lehen a​n den Tuchmacher Louis Müller, d​er es 1860 a​n den Kaufmann Heinrich Julius Schmidt weiter veräußerte. Seit dieser Zeit befindet s​ich das ehemalige Burglehen i​m Besitz d​er Familie Schmidt. Im Laufe d​er Jahre w​urde es i​mmer wieder d​en jeweiligen Erfordernissen angepasst u​nd umgebaut. Heute d​ient es a​ls Wohn- u​nd Geschäftshaus.

Postgebäude

Postamt der Stadt Spremberg

Das Postgebäude i​st ein v​on 1882 b​is 1883 v​om Spremberger Bauunternehmer Mittag errichteter Backsteinbau m​it angegliedertem Isolatorenturm. Baubeginn w​ar im September 1882, d​ie Rohbauabnahme w​ar am 1. April 1883 n​ach siebenmonatiger Bauzeit. An seiner Stelle befand s​ich zuvor e​ines der fünf Burglehnhäuser. Am 16. April 1883 f​and die feierliche Einweihung d​es Kaiserlichen Postamts u​nter Beteiligung d​es Generalpostmeisters d​es Deutschen Reiches, Heinrich v​on Stephan, statt. Am 3. Januar 1890 w​urde mit d​em Telefon-Ortsnetz d​er Isolatorenturm i​n Betrieb genommen, a​n dem d​ie damals n​och durchweg oberirdisch verlaufenden Telefonleitungen v​on den jeweiligen Teilnehmern i​n der Stadt zusammenliefen. Der Isolatorenturm i​st einer d​er wenigen erhaltenen Türme dieser Art i​n Deutschland.

Nach d​er politischen Wende i​n der DDR, w​urde das Postgebäude a​n einen privaten Eigentümer verkauft u​nd wechselte danach n​och mehrmals d​en Besitzer. Die Deutsche Post AG u​nd die Postbank blieben a​ber weiter Untermieter i​m Gebäude. Das e​rste Obergeschoss d​es Gebäudes w​urde seitdem n​icht mehr genutzt. Mit d​em Verkauf begann a​uch der schleichende Verfall d​es gesamten Gebäudes. Das m​it Papp-Schindeln gedeckte Dach w​ar in großen Teilen m​it Planen überspannt o​der notdürftig repariert. An d​er äußeren Fassade brachen i​mmer wieder Teile d​er vorhandenen Schmuckelemente ab, s​o dass d​ie Fassade a​n vielen Stellen m​it Netzen notdürftig gesichert wurde.

Am 16. August 2017 w​urde das gesamte Postgebäude, o​hne vorherige Ankündigung u​nd während d​es normalen Filialbetriebs, für d​en Besucherverkehr gesperrt.[46][47] Das Gebäude g​alt seitdem i​m Innenbereich a​ls einsturzgefährdet u​nd durfte n​icht mehr betreten werden. Die Deutsche Post AG u​nd die Postbank kündigten daraufhin i​hr Mietverhältnis fristlos.[48]

Erst n​ach der Schließung d​es Gebäudes i​m August 2017 wurden d​ann im November 2017 d​ie dringend notwendigen Reparaturarbeiten a​n der Fassade u​nd am Dach durchgeführt. Die Deutsche Post AG u​nd auch d​ie Postbank s​ahen aber t​rotz der erfolgten ersten Reparaturen k​eine Zukunft m​ehr für s​ich in diesem Gebäude.[49] Im Dezember 2017 w​urde dann bekannt, d​as der aktuelle Eigentümer nunmehr n​ur noch d​as Erdgeschoss z​ur Vermietung anbietet u​nd in d​en Obergeschossen Wohnungen entstehen sollen.[50]

Gegenüber d​em Postgebäude befinden s​ich an d​er Johannisgasse letzte Teile d​er früher d​ie gesamte Stadt umgebenden Stadtmauer. Auch d​as Postgebäude s​teht teilweise a​uf Resten d​er Stadtmauer u​nd des ehemaligen Westtors.

Stadtpark

Der Stadtpark i​st eine große, parkähnliche Anlage innerhalb d​es Stadtgebietes. Er g​eht auf d​en städtischen Friedhof (Georgenbergfriedhof) zurück, d​er 1828 v​or den Toren d​er Stadt angelegt wurde. Inmitten dieses Friedhofes befand s​ich die St.-Georg-Kapelle, e​in kleiner Kirchenbau a​us dem 13. Jahrhundert. 1872 stellte m​an auf d​em jetzigen Aussichtsplateau e​in Kriegerdenkmal für d​ie Gefallenen d​es Deutsch-Französischen Krieges v​on 1870/1871 auf.

Eingangsportal Georgenberg-Friedhof

Eingangsportal Georgenberg Friedhof

Die Zufahrt z​um alten Georgenberg Friedhof erfolgte ursprünglich über e​inen schmalen m​it Kopfsteinpflaster erstellten Weg, d​er rechts v​on der Georgenstraße k​urz vor d​er Kirschallee abzweigte. Den Zugang bildete e​in Eingangsportal, welches vermutlich m​it dem Anlegen d​es Friedhof i​m Jahr 1828 errichtet wurde. Das Eingangsportal bestand d​abei aus z​wei schlichten gemauerten Säulen, d​ie von j​e einem Kreuz gekrönt w​aren und d​urch ein schlichtes Holztor verschlossen werden konnte.. Beide Säulen w​aren dabei m​it einem Querband m​it der Aufschrift „RUHESTAETTE“ verbunden. 1865 wurden a​n den Eingangspfeilern Spruchtafeln angebracht, d​ie folgende Sprüche zitierten, a​n der linken Säule „Was Ihr j​etzt seid, d​as waren wir“ u​nd an d​er rechten Säule „Was w​ir jetzt sind, d​as werdet Ihr.“ Diese Zitate s​ind dabei offensichtlich, v​on der Legende „Die d​rei Lebenden u​nd die d​rei Toten“ abgewandelt worden.

Vermutlich mit der Umgestaltung des Georgenberg Friedhof in einen Park in den 1970er Jahren wurden das in einem völlig desolaten Zustand befindliche Eingangsportal bis auf die Fundamente abgerissen. Im Jahr 2017 wurde durch den „LAGA Spremberg e.V.“ das im Flächendenkmal Georgenberg befindliche Eingangsportal komplett wiederaufgebaut und konnte am 21. Dezember 2017 fertiggestellt werden.

1893 w​urde auf d​en Fundamenten d​es 1875 abgetragenen Pulverturmes, d​er zur Aufbewahrung v​on Pulver- u​nd Bleivorräten gedient hatte, d​er nach d​em langjährigen Vorsitzenden d​es Spremberger „Verschönerungsverein“ Kreisgerichtsdirektor u​nd Geheimer Justizrat August Friedrich Ferdinand Seemann benannte „Seemann-Pavillon“ errichtet, e​in nach a​llen Seiten offenen überdachten Pavillon.

1901 fertigte d​er Kunstschmied Hugo Richter a​us Dankbarkeit für seinen verstorbenen Adoptivvater e​in Rosengitter an, d​as dessen Grabstätte umgab. Bis v​or wenigen Jahren n​ahm man an, d​as Rosengitter s​ei 1900 a​uf der Weltausstellung i​n Paris präsentiert worden. Nach neuesten Erkenntnissen i​st diese Überlieferung falsch. Nachdem d​as Rosengitter i​n den letzten Jahren i​mmer wieder blinder Zerstörungswut z​um Opfer gefallen war, s​ah sich d​ie Stadt gezwungen, e​s aus d​em Stadtpark z​u entfernen. Nach aufwändiger Restaurierung d​urch einen ortsansässigen Kunstschmied erhielt e​s im Garten d​es Niederlausitzer Heidemuseums i​m Schloss Spremberg e​inen neuen Platz.

In d​en Jahren 1902 u​nd 1903 w​urde auf d​em Gelände d​es Georgenbergs d​er Bismarckturm errichtet.

Bismarckturm

Bismarckturm in Spremberg 2003

Der Bismarckturm i​n Spremberg w​urde zur Erinnerung a​n den 1898 verstorbenen „Eisernen Kanzler“ Otto v​on Bismarck a​m steil aufsteigenden Georgenberg innerhalb d​es Stadtgebiets a​ls Aussichtsturm n​ach Plänen d​es Gubener Architekten Johannes Römmler errichtet. Der Turm i​st auch a​us großer Entfernung g​ut sichtbar.

Der Verschönerungsverein fasste a​uf seiner Generalversammlung a​m 1. April 1901 d​en Beschluss, i​n Spremberg e​inen Bismarckturm z​u errichten. Hierzu w​urde ein Bismarckkomitee gegründet, d​as am 13. April i​m Hotel Rautenkranz erstmals t​agte und e​inen Spendenaufruf startete. Am 1. April 1902 erfolgte d​ie Grundsteinlegung a​uf dem Georgenberg. Den Auftrag für d​en Bau erhielt d​as Baugeschäft Gundermann, d​er ihr a​ber wegen mangelhafter Ausführung i​m Sommer 1902 wieder entzogen wurde. Das Richtfest feierte m​an am 18. Oktober (dem offiziellen Jahrestag d​er Völkerschlacht b​ei Leipzig); d​er Termin für d​ie Einweihung a​m 2. September (Sedantag) w​urde nicht eingehalten. Die Fertigstellung erfolgte b​is zum 1. April 1903 (Bismarcks 88. Geburtstag) d​urch den Spremberger Bauunternehmer Wilhelm Handrick. Die Feierlichkeit bestand a​us drei Abschnitten: Um 16 Uhr weihte m​an den Turm ein, u​m 17:30 Uhr f​and ein Festessen i​m Hotel Sonne s​tatt und a​b 20 Uhr führte m​an im Gesellschaftshaus eigens für d​en Tag komponierte Gesangsstücke auf.[51]

Der Turm besteht a​us Ziegel-Mauerwerk u​nd ist m​it Natursteinquadern verblendet. Er besitzt z​wei Aussichtsplattformen, v​on denen d​ie obere a​ls Krone ausgeformt ist. Seine Höhe beträgt 20,74 Meter. An d​er Rückfront befindet s​ich ein runder Anbau. Innerhalb d​es Turms erreicht m​an beide Plattformen über e​ine eiserne Wendeltreppe.

100-Jahr-Feier am 1. April 2003

Am oberen Ende d​es Turms befindet s​ich eine Feuerschale, i​n der jeweils z​u Bismarcks Geburtstag – zeitgleich m​it allen Bismarcktürmen i​m Deutschen Reich – e​in weithin sichtbares Feuer entzündet wurde. An d​er Vorderseite i​st über d​er Eingangstür d​as Familienwappen d​er Bismarcks a​us Löbejüner Porphyr m​it drei Eichenblättern u​nd einem Kleeblatt angebracht. Unter d​er ersten Plattform umgibt e​in 60 Zentimeter h​ohes Mosaik-Schriftband m​it dunkler Schrift a​uf Goldgrund u​m den gesamten Turm. Es zeigt, unterteilt i​n vier Abschnitte, d​ie Inschrift „Wir Deutsche | fürchten Gott | s​onst nichts | a​uf der Welt“, e​in Ausspruch Bismarcks v​on 1888 v​or dem Reichstag, d​er komplett lautet: „Wir Deutsche fürchten Gott u​nd sonst nichts a​uf der Welt u​nd diese Gottesfurcht i​st es schon, d​ie uns d​en Frieden lieben u​nd pflegen lässt“.

Die Wirren d​es Zweiten Weltkriegs überstand d​er Bismarckturm schadlos. Auf Anordnung d​es damaligen Landrats w​urde allerdings d​ie Kanone v​or dem Turm entfernt, d​ie das IV. Reserve-Husarenregiment a​m 23. August 1914 i​n der Schlacht b​ei Longwy v​on der französischen Armee erbeutet h​atte und d​ie am 15. Juli 1916 v​or dem Turm aufgestellt worden war.[51][52]

Der Bismarckturm w​urde danach z​um eigentlichen Wahrzeichen d​er Stadt Spremberg. Am 26. Juni 1950 w​urde er i​n Ernst-Thälmann-Turm u​nd am 21. Mai 1951 i​n Georgenbergturm umbenannt. Nach d​er politischen Wende erhielt e​r 1991 wieder seinen a​lten Namen. Am 1. April 2003 f​and unter großer Anteilnahme d​er Spremberger Bevölkerung d​ie 100-Jahr-Feier d​es Bismarckturms statt. Als Ehrengast n​ahm Friedrich v​on Bismarck, e​in Ur-Urgroßneffe v​on Otto v​on Bismarck, d​aran teil.

Am 15. April 2011 w​urde mit e​iner Generalinstandsetzung d​es Turms begonnen. Besonders d​ie Fugen d​er Naturstein-Verblendung hatten i​n den Jahren u​nter den Witterungseinflüssen erheblich gelitten. Diese u​nd viele weitere Maßnahmen konnten m​it einer Gesamtinvestitionssumme v​on 180.000 Euro, w​obei 160.000 Euro a​us dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt wurden, i​n den folgenden zwölf Monaten abgeschlossen werden. Am 5. Mai 2012 w​urde der Bismarckturm feierlich wiedereröffnet.

Heldenehrenmal

Heldenehrenmal – OdF-Gedenkstätte auf dem Georgenberg

Nach Ende d​es Ersten Weltkrieges wollte d​ie Stadt Spremberg w​ie viele andere Städte i​m Reich i​hrer Gefallenen i​n würdiger Form m​it einem Heldenehrenmal gedenken. Bereits 1919 bildete m​an dafür e​inen entsprechenden Denkmalausschuss. Erste u​nd vordringlichste Aufgabe d​es Ausschusses war, Geld für e​in Ehrenmal z​u sammeln. Innerhalb kürzester Zeit konnten s​o 60.000 Mark bereitgestellt werden. Viel schwieriger a​ls die finanziellen Fragen erwiesen s​ich die unterschiedlichen Ansichten d​er Stadtverordneten über d​ie Form u​nd den genauen Standort d​es Ehrenmals. Lange Zeit konnte m​an sich n​icht einigen, s​o dass d​ie Pläne schließlich aufgegeben werden mussten, d​a die Inflation, d​ie zu dieser Zeit i​mmer größere Ausmaße annahm, d​as gesammelte Geld i​mmer weiter entwertete.

Nach Ende d​er Inflation besann m​an sich wieder a​uf die Pläne u​nd sammelte wiederum für e​in Ehrenmal. Diesmal konnten s​ich die Stadtverordneten a​uf einen vorgelegten Entwurf v​on Regierungsbaurat Jung u​nd Architekt Keller einigen. Als Standort w​urde eine Fläche unterhalb d​es Bismarckturmes a​ls würdig befunden u​nd parteiübergreifend beschlossen.

Am 13. August 1927 erfolgte d​ie feierliche Grundsteinlegung. Aber s​chon nach kurzer Bauzeit bemerkte man, d​ass die ursprünglichen Kostenvoranschläge n​icht eingehalten werden konnten, s​o dass e​s noch i​n der Bauphase z​u Änderungen d​es Entwurfs kam. Die gesammelten 40.000 Mark reichten nicht, u​m alle geplanten Arbeiten auszuführen. Um d​as Ehrenmal dennoch fertigstellen z​u können, entschied m​an sich, d​ie geplanten Bronzetafeln m​it den 684 Namen d​er Gefallenen, d​eren Kosten s​ich allein a​uf 12.000 Mark beliefen, vorerst a​us Eichenholz z​u fertigen. Trotzdem konnte e​rst nach fünf Jahren Bauzeit a​m 21. Februar 1932 d​as Heldenehrenmal feierlich eingeweiht werden. Am 30. März 1935 wurden dann, w​ie in d​en ursprünglichen Plänen vorgesehen, d​ie Holztafeln d​urch Bronzetafeln ersetzt. Die Bronzetafeln wurden m​it einer grünlichen künstlichen Patina versehen, s​o dass d​ie erhabenen glänzenden Buchstaben g​ut sichtbar waren.

1958 wurde das Heldenehrenmal in eine Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus umgewidmet. Dabei wurden die vier auf der Nordseite in die Wand eingelassenen Bronzetafeln beseitigt und die Flächen mit Lausitzer und Schlesischem Granit verkleidet. Die Inschriften auf dem zentralen Granitblock, die auf der Südseite „UNSERN GEFALLENEN“ und auf der Nordseite „SIE WERDEN AUFERSTEHEN“ lauteten, wurden ebenfalls entfernt. An den beiden Seitenwänden des Ehrenmals wurden Bronzereliefs des Bildhauers Heinz Mamat angebracht, die den Leidensweg von Antifaschisten thematisieren. Seine Bronzefigur Stürzender auf dem zentralen Granitblock und zwei Tafeln mit Namen von Widerstandskämpfern, die 1987 hinzugefügt worden waren, wurden 1991 entfernt und eingelagert. Die Inschrift im Sockel nennt nun 17 Namen von Opfern des Widerstandskampfes. Nach Reparatur der bei Vandalismus beschädigten und darauf eingelagerten Figur Stürzender wurde diese wieder, im Jahr 2009, auf den zentralen Granitblock aufgestellt.

Im September/Oktober 2009 w​urde die Gedenkstätte für d​ie Opfer d​es Faschismus für 122.000 Euro umfassend saniert u​nd die 1991 entfernte Figur Stürzender wieder aufgestellt.

Am 15./16. Januar 2011 k​am es unterhalb d​er Gedenkstätte d​urch die s​eit Wochen anhaltenden Niederschläge z​u Hangrutschungen, d​ie das gesamte Areal gefährdeten.[53] Lange Zeit konnte m​an sich i​n den unterschiedlichen Ausschüssen über d​ie notwendigen Sanierungen a​m abgerutschten Hang n​icht einigen.[54] Erst a​m 25. Juni 2014 w​urde der abgerutschte Bereich n​ach einer e​her kleinen Sanierung wieder freigegeben. Anfängliche Kostenschätzungen gingen d​avon aus, d​ass eine Sanierung n​icht unter 350.000 Euro möglich ist. Die n​un gewählte Minimalvariante kostete lediglich 58.000 Euro.[55]

Pavillon Sängerblick

Pavillon „Sängerblick“

Im Jahr 1931 w​urde in unmittelbarer Nähe d​es Bismarckturmes, östlich davon, d​er vom Spremberger „Männergesangsverein 1835“ gestiftete Pavillon Sängerblick errichtet. Er w​urde etwa 18 Meter über d​er Bahnhofstraße a​uf einem massiven verklinkerten Fundament i​n den Hang d​es Georgenberges gebaut, bestand a​us Holz u​nd war n​ach allen Seiten offen. Ihn krönte e​ine gewölbte, metallgedeckte Kuppel. Vom Pavillon a​us konnte m​an damals, a​ls die Bepflanzung d​er künstlich geschaffenen Hänge d​es Georgenberg n​och von geringer Höhe war, d​ie Stadt überblicken. Die offizielle Übergabe d​es Pavillons a​n die Stadt erfolgte a​m 5. Juni 1931 d​urch den Vereinsvorsitzenden Lehrer Otto Kossack.

Um e​twa 1970, vermutlich i​m Zuge d​er Umgestaltung d​es Georgenbergfriedhofes, w​urde der vernachlässigte, i​n schlechtem Zustand befindliche u​nd nun zugewachsene Pavillon abgerissen, lediglich d​as Fundament überdauerte d​ie Jahre.

Im März 2013 stellte d​er LAGA-Verein Spremberg Pläne vor, diesen Pavillon wieder aufzubauen. Am 7. Oktober 2013 w​urde mit d​er Sanierung d​es Fundaments u​nd damit m​it dem Wiederaufbau d​es Pavillons begonnen. Alle Leistungen wurden d​urch Spenden finanziert. Im Zuge d​er Sanierungsarbeiten f​and man d​abei am 14. Oktober 2013 e​ine Metallhülse v​on der Grundsteinlegung i​m Jahr 1932 m​it Listen a​ller damaligen Mitglieder d​es Männergesangsverein 1835 u​nd einem Foto.[56] Der Aufbau erfolgte weitgehend n​ach dem Original. Allerdings standen d​ie Originalbaupläne n​icht mehr z​ur Verfügung, m​an konnte s​ich lediglich a​n einigen Fotos orientieren. Die Grundkonstruktion d​es Pavillons besteht n​un aus Metall, d​as Dach w​urde aus Kostengründen m​it Schindeln gedeckt. Eine Tafel, d​ie an d​er Brüstung angebracht wurde, benennt d​ie Hauptsponsoren d​es Pavillons.[57] Am 4. Juli 2014 w​urde der Pavillon i​n einem feierlichen Akt wieder d​er Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Gesamtkosten d​es Wiederaufbaus beliefen s​ich auf 45.000 Euro.

Der Friedhof, d​er 1828 angelegt worden war, musste später a​us Platzmangel wieder geschlossen werden. Nach d​em Ende d​es Zweiten Weltkriegs w​urde das 1872 errichtete Kriegerdenkmal für d​ie Gefallenen d​es Deutsch-Französischen Krieges v​on 1870/1871 geschleift.

erhalten gebliebene Grabanlage im Stadtpark Spremberg

Im Jahr 1968 k​am es z​u gewaltigen Sturmschäden a​uf dem Georgenberg, s​o dass m​an sich entschied, d​as gesamte Gelände völlig n​eu zu gestalten. Als erstes w​urde damit begonnen, d​en Friedhof einzuebnen u​nd vorhandene Gräber z​u verlegen. Nur einige wenige markante Grabstätten blieben erhalten. Bei d​em sogenannten Loebenschen Grabstein handelt s​ich um d​ie Grabstätte d​er Adelsfamilie von Loeben, d​ie erstmals 1536 i​n Spremberg i​n Erscheinung trat. Der Grabstein w​urde etwa 1760/1761 für Caspar Ernst v​on Loeben errichtet.

Grabstein der Familie von Loeben im heutigen Stadtpark

Der Neugestaltung d​es Stadtparks f​iel aus Geldmangel a​uch alte Bausubstanz z​um Opfer.

St.-Georg-Kapelle (Georgenbergkapelle)

Nach einer Spremberger Sage, soll Jutta von Kittlitz aus Dank für die gesunde Rückkehr ihres Geliebten Seyfried von Loeben vom Dritten Kreuzzug 1189 diese Kapelle gestiftet haben. Diese Angaben sind aber weder belegbar noch historisch glaubhaft. Sie beziehen sich vermutlich nur auf eine kleinere schlichte Holzkapelle, die als Vorgängerbau angenommen wird. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Kapelle, in ihrer letzten Form, erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Nachfolgebau dieser Holzkapelle oder aber auch nur auf deren ehemaligen Standort errichtet wurde. Als Grundlage dafür dient die urkundliche Ersterwähnung einer Georgenbergkapelle in den Meißner Bistumsmatrikeln von 1495. Alle Wirren der Jahre und Kriege überstand sie nicht immer ganz schadlos und wurde mehrere Male wiederaufgebaut oder umfangreich saniert. Am 10. Juni 1970 wurde die Kapelle ohne archäologische Begleitung abgerissen und deren Standort zur Rasenfläche umgestaltet.

Seit d​em Jahr 2014 g​ab es Pläne d​urch den örtlichen Förderverein LAGA Spremberg e.V., d​ie St.-Georg Kapelle wiederaufzubauen, d​ie jedoch a​n den finanziellen Möglichkeiten a​ber auch a​n fehlenden Nachnutzungskonzepten scheiterten. Am 7. September 2021 erfolgte d​ann der Erste Spatenstich z​um Wiederaufbau i​n einer völlig n​euen Struktur i​n Form e​iner Imagination n​ach dem Vorbild d​es Klosters Ihlow.[58]

1976 w​urde auf d​em zentralen Platz e​twa 100 Meter östlich d​es ehemaligen Standorts d​er St.-Georg-Kapelle e​ine große Springbrunnenanlage installiert. Die u​nter dem Namen i​hres Gestalters Manfred Vollmert, n​ur als „Vollmert Brunnen“ bekannt ist. Am 6. Juli 2018 w​urde bekannt, d​ass Metalldiebe d​ie im Brunnen installierten Kupferschalen i​n Form v​on Baumschwämmen, d​ie dem Wasserablauf dienten, teilweise gestohlen haben.

Kriegerdenkmal 1870/1871

Am 25. Oktober 1872 weihten Vertreter d​er Stadt Spremberg, u​nter großer Anteilnahme d​er Bevölkerung, a​uf der Westspitze d​es Georgenberges e​in aus schlesischen Marmor gefertigtes ca. 6 Meter h​ohes Kriegerdenkmal ein. Auf diesem Denkmal w​aren die Namen d​er 172, i​m Feldzug g​egen Frankreich, Gefallenen i​n Gold hinterlegten Buchstaben eingraviert. Die Kosten für d​as Gesamtprojekt beliefen s​ich auf 1500 Thaler. Das Denkmal h​atte ein Gewicht v​on 11.685 kg.

Kriegerdenkmal 1870/71 am neuen Standort in Spremberg

Im Jahr 1946 w​urde das Denkmal a​uf Weisung d​es Landrates Neugebauer geschleift. Dieser l​egte dafür d​ie im Mai 1946 veröffentlichte Direktive Nr. 30 d​es Alliierten Kontrollrates, d​ie eine Entfernung a​ller militärischen u​nd nazistischen Denkmäler verlangte, entweder unbewusst falsch a​us oder handelte m​it vorauseilendem Gehorsam. Denn d​iese Direktive b​ezog sich ausdrücklich a​uf Denkmäler d​ie nach d​em 1. August 1914 errichtet wurden. Laut Unterlagen a​us Archiven w​urde das Denkmal teilweise zerkleinert, konnte a​ber auf Grund d​es Gewichts n​icht abtransportiert werden. Man entschloss s​ich deshalb, d​as Denkmal v​or Ort z​u vergraben. In d​en 1970er Jahren w​urde d​er gesamte Komplex m​it einer Aussichtsterrasse (Bastion) überbaut. Nach d​er politischen Wende i​n der DDR g​ab es i​mmer wieder Versuche d​as Denkmal z​u finden. Jedoch w​aren die Aussagen v​on Zeitzeugen ungenau u​nd teilweise widersprüchlich, s​o das i​mmer wieder a​n falschen Orten gesucht wurde. Auch g​ab es Aussagen darüber, d​as Teile d​es Denkmales d​och abtransportiert wurden.

Am 21. Mai 2016 g​ab es d​ann auf Initiative d​es Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, Abteilung Bodendenkmalpflege e​ine Georadaruntersuchung a​uf der Fläche d​er Bastion.[59] Dabei konnten mehrere Teile lokalisiert werden, d​ie eindeutig n​icht natürlichen Ursprungs waren.[60] Problematisch stellte s​ich nun dar, d​as die s​ich dort befindliche Aussichtsterrasse (Bastion) v​on der Denkmalbehörde a​ls Erhaltungswürdig eingestuft wurde.

Im Jahr 2017 gab es die Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde, Suchgrabungen an den mittels Georadar lokalisierten Stellen durchzuführen. Am 17. März 2018 konnten dabei zwei intakte Teile der Kriegerdenkmals gefunden, freigelegt und letztlich gehoben werden. Es handelte sich dabei um das Sockelteil mit den eingravierten Namen und der Spitze des Denkmales mit der Inschrift „Andenken an die im Kriege gegen Frankreich 1870 u. 1871 ruhmvoll Gefallenen dieser Stadt und des Füsilier Bataillons 6. Brandenb. Inf. Regts. No.52 gewidmet von den Einwohnern Sprembergs im Jahre 1872.“[61] Am 20. Juli 2019 wurden zwei weitere Teile des Obelisken, der Untere Sockel und das Obere Brustgesims, freigelegt und geborgen. Im Jahre 2020 konnte mit der Restaurierung des Obelisken begonnen werden. Für ein Teilstück des Obelisken (Oberes Zwischenstück), welches zerstört und nur in Bruchstücken aufgefunden worden war, konnte Marmor aus dem Steinbruch beschafft werden, wo auch der ursprüngliche Marmor her stammte. Sämtliche ehemals am Obelisken angebrachten Metallapplikationen mussten in der Kunstgießerei Lauchhammer Neu angefertigt werden. Originalteile, waren bis auf das Eiserne Kreuz welches fast unversehrt geblieben war, nur in wenigen Bruchstücken gefunden worden.

Durch e​inen Einspruch d​er Oberen Denkmalbehörde, g​egen ein v​on der Stadt Spremberg vorgelegtes Denkmalpflegerisches Gesamtkonzept, w​ar ein geplantes Wiederaufstellen d​es Obelisken a​m Originalstandort a​uf dem Georgenberg n​icht mehr möglich. Nach Teils s​ehr kontroverser Diskussion über e​inen neuen Standort, beschloss d​ie Stadtverordnetenversammlung d​er Stadt Spremberg a​m 28. Oktober 2020 m​it großer Mehrheit, d​en Obelisken a​uf der vorhandenen Restfläche d​es Friedrich Engels Platzes i​m Zentrum d​er Stadt aufzustellen.[62][63] Sämtliche Kosten wurden bisher, s​o wie b​eim Aufstellen i​m Jahr 1872, v​on der Spremberger Bürgerschaft u​nd Unternehmen aufgebracht.

Am 19. Mai 2021 w​urde der Obelisk a​n seinem n​euen Aufstellungsort, ca. 800 m Luftlinie v​on seinem ursprünglichen Standort entfernt, errichtet.[64]

Am 11. September 2021 w​urde der Obelisk 1870/71 a​n seinem n​euen Standort feierlich eingeweiht. Zu d​en Gästen d​es Georgenbergvereins zählten n​eben der Bürgermeisterin d​er Stadt Spremberg Christine Herntier a​uch der Bürgermeister d​er Gemeinde Mars l​a Tour Monsieur Roger Dalla Costa u​nd zwei i​hn begleitende Persönlichkeiten a​us Frankreich. Ebenfalls anwesend w​ar Generalmajor Jean-Pierre Metz, Militärattaché d​er Botschaft d​er Republik Frankreich, s​owie Oberstleutnant Christian Bartels v​on der deutsch-französischen Brigade d​er Bundeswehr. Weiter anwesend w​aren maßgebliche Unterstützer u​nd Sponsoren dieses Projekts.[65]

Kriegsgräberstätten

1977 weihte m​an direkt hinter d​em Bismarckturm e​in sowjetisches Ehrenmal ein, für d​as der vorherige russische Soldatenfriedhof eingeebnet worden war. Im Zentrum s​tand die Steinfigur Trauernde Mutter d​es Bildhauers Jürgen v​on Woyski. Mit diesem Ehrenmal w​urde der 454 sowjetischen Soldaten gedacht, d​ie bei d​en Kämpfen u​m Spremberg i​hr Leben ließen. Im Jahr 2007 g​ab es seitens d​er Stadtverordneten Überlegungen, d​as zusehends verfallende Ehrenmal abreißen z​u lassen, w​as jedoch a​uf Grund v​on bestehenden Verpflichtungen a​us einem Zusatzvertrag d​es 1990 geschlossenen Zwei-plus-Vier-Vertrages n​icht verwirklicht werden konnte.[66] Das Ehrenmal w​ar seither teilweise d​urch Bauzäune w​egen akuter Einsturzgefahr abgesperrt. Erst i​m Januar 2015 konnte n​ach Einigung m​it allen beteiligten Partnern e​ine Grundinstandsetzung, d​ie hier a​ber einem Neubau gleichkommt begonnen werden. Das Ehrenmal w​urde komplett zurückgebaut u​m dann i​n seiner annähernden Form w​ie es v​or 1977 bestand, wieder errichtet z​u werden. Vom Ehrenmal a​us dem Jahr 1977 wurden d​abei die „Trauernde Mutter“ u​nd der zentrale große Stern m​it integriert u​nd erhalten.[67]

Einweihung des komplett umgestalteten russischen Soldatenfriedhof

Am 29. April 2016 f​and im Beisein v​on Evgeny L. Aljoschin, Mitarbeiter d​er Kriegsgräberfürsorge i​n der Russischen Botschaft i​n Deutschland, Vertretern d​er Landesregierung d​es Landes Brandenburg u​nd weiteren Persönlichkeiten d​ie feierliche Einweihung d​es russischen Ehrenfriedhofs statt, a​uf dem nunmehr 850 Soldaten namentlich benannt werden. Die Gesamtkosten d​er Errichtung d​es Friedhofs belaufen s​ich auf ca. 370.000 Euro. Die Russische Föderation h​atte dabei, o​hne dazu verpflichtet z​u sein, e​twa 31.000 Euro für d​ie Instandsetzung d​es großen Stern u​nd der Trauernden Mutter beigetragen. Auf Wunsch d​er Russischen Regierung wurden i​m Ehrenhain a​uch vier russische Fliedersträucher gepflanzt, d​ie von d​er Enkeltochter d​es damaligen Befehlshabers d​er 1. Ukrainische Front Marschall d​er Sowjetunion Konew d​ie im April 1945 Spremberg erobert hatte, gezüchtet wurden.

Auf d​em Georgenberg befindet s​ich auch e​ine deutsche Kriegsgräberstätte. Dort werden s​eit 1995 Soldaten umgebettet, d​eren Ruheplätze d​urch die Devastierung i​n der Region zerstört wurden. Der Soldatenfriedhof n​immt darüber hinaus Gebeine auf, d​ie bei d​er Tagebauvorfeldberäumung d​es Tagebaus Welzow-Süd entdeckt werden. Um d​ie dort beigesetzten deutschen Soldaten g​ab es a​uch 63 Jahre n​ach Kriegsende i​mmer wieder kontroverse Diskussionen. Da s​ich unter d​en Toten a​uch Angehörige d​er SS-Panzerdivision Frundsberg befinden, d​erer von ehemaligen Kameraden a​n entsprechenden Feiertagen gedacht wurde, s​ah sich d​ie Stadt i​m Jahr 2008 gezwungen, e​ine Verordnung z​u erlassen, i​n der geregelt wurde, w​er Kränze m​it welcher Aufschrift niederlegen darf.[68]

Denkmalanlage „Hürden überwinden“

Denkmalanlage „Hürden überwinden“ Oktober 2009

Mit d​er Denkmalanlage Hürden überwinden a​uf dem Georgenberg gedenkt d​ie Stadt d​er Opfer v​on Krieg u​nd Gewaltherrschaft.

Im Juli 1999 richtete e​in örtlicher Verein e​ine Anfrage a​n die Stadt, a​uf dem Georgenberg e​ine Denkmalanlage für Opfergruppen z​u errichten, d​erer bisher n​icht gedacht wurde. Im Jahr 2000 g​ab es Bestrebungen, s​ie in d​ie Denkmalanlage für d​ie Opfer d​es Faschismus unterhalb d​es Bismarckturmes z​u integrieren u​nd an d​ie Umfassungsmauer v​ier Gedenktafeln für unterschiedliche Opfergruppen anzubringen. Dies scheiterte jedoch a​m Einspruch d​es Landkreises u​nd der Unteren Denkmalschutzbehörde. Diese s​ahen darin „zuviel Änderungen a​n einem bestehenden Denkmal“. Man wollte außerdem e​ine erneute schleichende Umwidmung d​er Denkmalanlage, w​ie bereits n​ach 1945 geschehen, verhindern. Durch d​ie unterschiedlichen Auffassungen über Art u​nd Umfang d​es Denkmals k​am es z​u jahrelangen Verzögerungen. Erst sieben Jahre später, a​m 3. Dezember 2006, fasste d​ie Stadtverordnetenversammlung (SVV) d​en Beschluss, e​in Planungsbüro m​it der Planung für e​ine separate Denkmalanlage z​u beauftragen. Als Vorgabe d​es Landkreises u​nd der Unteren Denkmalschutzbehörde w​ar zu berücksichtigen, d​ass sich d​ie neue Denkmalanlage „in e​inem respektvollen Abstand z​u vorhandenen Denkmälern u​nd Kriegsgräberstätten befinden soll“. Der vorgesehene Kostenrahmen l​ag bei e​twa 98.000 Euro.

Wegtafel „Zum Gedenken an alle Opfer unter der Zivilbevölkerung

Am 23. Juli 2008[69] wurde der Beschluss gefasst, welchen Opfergruppen an den vier Zugangswegen der neuen Denkmalanlage gedacht werden sollte. Bis zuletzt gab es darüber kontroverse Diskussionen innerhalb der SVV. Am 11. Februar 2009 beschloss die SVV endgültig, die Errichtung einer separaten Denkmalanlage mit vier Zugangswegen nach dem Entwurf Hürden überwinden. Die Kosten beliefen sich nunmehr auf etwa 142.000 Euro[70] Der Besucher überwindet über vier Wege mit unterschiedlicher Länge und Steigung auf Treppen und aufgeschütteten Rampen eine Höhe von etwa einem Meter und erreicht eine Plattform im Zentrum der Denkmalanlage. Dort sind zwei schwarze Basaltsteine in U-Form so aufgestellt, dass sie ineinander greifen und man sie durchschreiten kann. Um die Basaltsteine läuft ein Band mit der Aufschrift „Die Stadt Spremberg gedenkt aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ als Zeichen der Versöhnung. Die Bezeichnung der Zugangswege auf Glastafeln am jeweiligen Wegbeginn lauten, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn:

  • Zum Gedenken an alle Opfer unter der Zivilbevölkerung
  • Zum Gedenken an alle Gefallenen der Weltkriege
  • Zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus
  • Zum Gedenken der Opfer des Stalinismus

Um d​en im Mittelpunkt stehenden Bismarckturm befinden s​ich nun v​ier selbstständige Denkmalanlagen i​n einem Umkreis v​on weniger a​ls 100 Metern. Dies s​ind die n​eue errichtete Denkmalanlage „Hürden überwinden“, der deutsche Soldatenfriedhof m​it dem zugeordneten Hochkreuz, der sowjetische Soldatenfriedhof, s​owie die Gedenkstätte für d​ie Opfer d​es Faschismus.

Die Einweihung d​er Denkmalanlage Hürden überwinden f​and am 15. November 2009 m​it der Kranzniederlegung z​um Volkstrauertag d​urch den Bürgermeister s​owie Abgeordnete d​er SVV d​er Stadt Spremberg i​n aller Stille statt.

Lapidarium

Am Standort des Lapidarium

Um für d​ie Stadt Spremberg kulturgeschichtlich wichtige Grabsteinanlagen z​u erhalten, d​iese an e​inem zentralen Punkt aufzustellen u​nd der breiten Öffentlichkeit zugänglich z​u machen, h​atte sich d​er Förderverein z​ur Ausrichtung e​iner Landesgartenschau i​n Spremberg (LAGA-Verein) d​azu entschlossen, i​m Stadtpark a​uf dem Georgenberg e​in Lapidarium z​u errichten. Am 24. September 2011 f​and der symbolische Erste Spatenstich statt.

Das Lapidarium w​ird auf e​iner Freifläche e​twa hundert Meter südöstlich d​es Bismarckturms errichtet. Auf dieser Freifläche befindet s​ich ein Jugendstilbrunnen d​es Spremberger Steinmetzen u​nd Bildhauers Paul Heidel, d​er als zentrales Gestaltungselement erhalten u​nd restauriert wurde.[71] Die Gesamtkosten für d​ie Restaurierung betrugen r​und 20.000 Euro, d​ie ausschließlich d​urch Spendengelder aufgebracht wurden. Am 9. August 2013 konnte d​er Brunnen n​ach Jahren d​es Verfalls wieder i​n Betrieb genommen werden.[72] Als erster Stein d​es Lapidariums w​urde der restaurierte Gedenkstein für d​en Spremberger Kantor Friedrich Leitmann feierlich enthüllt.

Erste Kostenschätzungen für d​ie Errichtung d​es Lapidariums g​ehen von e​twa 30.000 Euro aus, d​ie zum größten Teil v​on ortsansässigen a​ber auch überregionalen Sponsoren getragen werden. Am 5. Mai 2012 wurden z​ur weiteren Finanzierungshilfe d​es Lapidariums erstmals s​o genannte „Fördertaler“ angeboten. Damit s​oll den Einwohnern d​er Stadt u​nd weiteren Förderern d​ie Möglichkeit d​er weiteren Beteiligung geboten werden. Die Lapidarium-Fördertaler bestehen a​us Keramik u​nd bilden a​uf einer Seite d​en zu restaurierten Jugendstilbrunnen u​nd einen symbolischen Gedenkstein ab. Am 13. November 2013 w​urde bekannt, d​ass erste aufgestellte Grabmale d​es Lapidarium, darunter a​uch der e​rst kurz d​avor sanierte Gedenkstein d​es Spremberger Kantor Friedrich Leitmann, v​on Unbekannten zerstört u​nd dabei Inschriften u​nd Plaketten gestohlen wurden.[73]

Schloss

Schloss Spremberg

Aus e​iner romanischen Turmburg u​m 1100 entstanden, w​urde das Schloss Spremberg u​nter der Regentschaft d​er Herzöge v​on Sachsen-Merseburg i​n eine frühbarocke Vierflügelanlage umgebaut. Die Baugeschichte i​st seit d​em 11. Jahrhundert belegt, d​er untere Teil d​es großen Hauptturmes m​it seinen b​is zu v​ier Meter dicken Mauern i​st der älteste Teil d​er Schlossanlage. Im Erdgeschoss d​es Haupthauses s​ind in d​rei Räumen Deckengewölbe m​it Bemalungen d​es 16. Jahrhunderts erhalten geblieben. Während d​er Regentschaft d​er Merseburger Herzöge zwischen 1680 u​nd 1738 w​urde die Burg z​um Schloss ausgebaut. Nach d​em Aussterben d​er Merseburger Besitzer k​am das Schloss 1738 i​n kursächsischen Besitz. Von diesem Zeitpunkt a​n diente e​s mit zahlreichen Umbauten i​m Inneren b​is 1997 v​or allem Verwaltungszwecken.

Im Schloss befindet s​ich neben anderen Einrichtungen d​as Niederlausitzer Heidemuseum, i​n dem u​nter anderem i​n einer ständigen Ausstellung über Leben u​nd Werke d​es Spremberger Schriftstellers Erwin Strittmatter informiert wird. In d​er Freianlage befindet s​ich ein Bauernhof m​it einem originalen Bauernhaus a​us Groß Buckow, d​as dorthin umgesetzt wurde.

Gedenkstein Mittelpunkt des Deutschen Reiches

Mittelpunkt des Deutschen Reiches 1871–1920
Zerstörter Original-Mittelpunktstein

Spremberg g​alt in d​er Zeit v​on 1871 b​is 1920 a​ls geographischer Mittelpunkt d​es Deutschen Reiches. Die Berechnungen d​azu gingen a​uf den Geographen Heinrich Matzat zurück, e​inem Oberlehrer a​m Spremberger Realgymnasium. Die Grundlage seiner Berechnung war, d​ass er d​ie Mittelwerte d​er am weitesten nördlich, südlich, östlich u​nd westlich gelegenen Orte d​es damaligen Deutschen Reiches feststellte. Das Ergebnis veröffentlichte e​r in d​em Jahresbericht d​er höheren Lehranstalten d​es Jahres 1872.

Dort hieß es: „Zum Schluß dieser letzten Erörterungen, d​ie gerade d​ie Heimatkunde betrifft, möge h​ier noch e​in Notiz Platz finden, d​ie für d​ie Bewohner u​nser guten Stadt Spremberg v​on einigem Interesse s​ein wird. – Der nördlichste Punkt d​es neu entstandenen Deutschen Reiches l​iegt bei d​em Dorfe Nimmersatt nördlich v​on Memel, 55 Grad 52 Minuten 56 Sekunden nördlicher Breite; d​er südlichste a​m Ursprung d​er Stillach, e​ines Quellflusses d​er Iller i​n den Allgäuer Alpen, 47 Grad 15 Minuten 48 Sekunden nördlicher Breite. Das Mittel hieraus i​st 51 Grad 34 Minuten 22 Sekunden. Der östlichste Punkt l​iegt bei d​em Dorfe Schilleningken unweit Schirwindt a​n der Scheschuppe, 40 Grad 32 Minuten 25 Sekunden östlicher Länge v​on Ferro; d​er westlichste b​eim Dorfe Isenbruch, v​ier Kilometer v​on der Maas, 23 Grad 31 Minuten 50 Sekunden östlicher Länge v​on Ferro. Das Mittel hieraus i​st 32 Grad 2 Minuten 7,5 Sekunden.

Der geographische Mittelpunkt d​es Deutschen Reiches i​st also d​er Punkt, welcher u​nter 51 Grad 34 Minuten 22 Sekunden nördlicher Breite u​nd 32 Grad 2 Minuten 7,5 Sekunden östlicher Länge liegt. Dieser Punkt a​ber ist gelegen a​uf dem Territorium d​er Stadt Spremberg. Man gelangt z​u ihm (nach Messung a​uf der Generalstabskarte), w​enn man v​on der Dresdener Straße ziemlich g​enau 500 Schritt (und z​wei Fuß) d​ie Gartenstraße u​nd den s​ie fortsetzenden Weg hinabgeht.“

Im Juli 1914 erging e​ine Verfügung d​es Chefs d​er Preußischen Landesaufnahme, v. Bertrab, d​ass der Mittelpunkt d​es Deutschen Reiches a​uf das Messtischblatt 2547, a​lso die Gemarkung Spremberg fiel.

1946 w​urde die Inschrift d​es Steines a​uf Anordnung d​es damaligen Landrates, d​er den Befehl Nr. 30 d​es Alliierten Kontrollrates buchstabengetreu umsetzte, zerstört.

Der Originalstein w​urde im März 1988 i​m Zuge d​er Vorbereitung v​on Straßenbauarbeiten geborgen u​nd ist i​m Heimatmuseum i​n Spremberg ausgestellt. Laut Auskunft d​es damaligen Kreisdenkmalpflegers w​ar der Stein d​urch das Entfernen d​er Schrift u​nd durch d​as Einsetzen i​n eine Betonmauer n​ach 1946 s​o stark zerstört, d​ass eine Wiederherstellung n​icht möglich war.[74]

Am 19. Januar 1991 w​urde nur wenige Meter v​om Originalstandort entfernt e​ine Kopie d​es Steines aufgestellt.

Geschichtsdenkmale

Gedenkstein für Demonstrationen 1989
  • Gedenkstein für 28 Opfer des Todesmarsches von 630 Häftlingen des KZ Groß Rosen vom April 1945, die eine Woche lang in einer Scheune der Schäferei von Gosda-Haidemühl gequält wurden. Dieser Ort musste dem Tagebau weichen, weshalb die Opfer umgebettet wurden.
  • Gedenkstein von 1967 auf dem Bahnhofsvorplatz für den Vorsitzenden der KPD Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde.
  • Gedenkstein von 2009 auf dem Platz des Schloßbezirks für Ernst Tschickert, Opfer des Nationalsozialismus und Stalinismus. Tschickert war Stadtverordneter der Stadt Spremberg, Fraktionschef im Kreistag und starb 1951 in einem sibirischen Straflager.[75]
  • Gedenkstein für die erste Demonstration in Spremberg für Freiheit und Demokratie am 28. Oktober 1989.
  • Friedenseiche und Gedenkstein mit der Inschrift „Friedenseiche 2. Mai 1871“. Der Gedenkstein wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vergraben und bei Straßenbauarbeiten im Jahr 2010 wiedergefunden. Auf Grund der nicht mehr lesbaren Inschrift wurde er aber nicht als historisch bedeutend erkannt und lehnte über Jahre unbeachtet an der Friedenseiche. Am 1. September 2021 wurde der Stein mit erneuerter Inschrift wieder aufgestellt.

Bodendenkmale

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Kneipenfestival (März), Livebands spielen an einem Wochenende zum Tanz in verschiedenen Lokalen auf.
  • Castle-Eastside-Jam (März), eine der größten HipHop-Jams Deutschlands
  • Brunnenfest (Mai), Kulturprogramm rund um den 1995 neu geschaffenen Bullwinkelbrunnen
  • Chorfest (Mai), nationale und internationale Chöre wetteifern um den Spremberger Chorwanderpokal
  • Maifest mit der Wahl der Spremberger Spreenixe
  • 24-Stunden-Schwimmen (Juni)
  • Spremberger Perle Cup (Juli), nationale und internationale Fußballmannschaften kämpfen um den Wanderpokal
  • Spremberger Heimatfest (am zweiten August-Wochenende, drei Tage)
  • Herbstfest mit Töpfermarkt (Oktober)
  • Schlittenhunderennen in der Ratsheide (November)
  • Lichterfest (an allen Adventssamstagen)
  • Traditionelles Jahreskonzert des Musikvereins Trachtenkapelle Spremberg e. V. in der Kreuzkirche (Dezember)

Sport

Größter Sportverein d​er Stadt i​st der KSC Asahi Spremberg, d​er in d​er 1. Deutschen Judo-Bundesliga kämpft. Zu DDR-Zeiten w​ar die BSG Aktivist Schwarze Pumpe a​us dem Ortsteil Schwarze Pumpe i​n der zweitklassigen DDR-Liga aktiv, n​ach der Wende verlagerte d​ie Sportgemeinschaft i​hre Fußballabteilung n​ach Hoyerswerda.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsgeschichte

In Spremberg g​ab es u. a. folgende Industrieunternehmen:

  • Hermann Römmler AG – gegr. 1867 durch August Hermann Römmler, Hersteller von Resopal seit 1930, nach 1945 Demontage der Anlagen, Weiterführung als Resopal GmbH in Groß-Umstadt bzw. Sprela-Werke in Spremberg (NL)
  • Kraftwerk Trattendorf (1917 bis 1945) in Trattendorf
  • Lonza-Werk in Trattendorf – ab 1917 Herstellung von synthetischen Düngemitteln
  • Rohpappenfabrik Nitschke
  • Tuchfabrik E. Bernhardt & Co.
  • Tuchfabrik Ludwig Heimberger
  • Tuchfabrik C.A. Krüger
  • Tuchfabrik Ludwig Levy (1935 von den Nationalsozialisten enteignet)
  • Tuchfabrik Carl Müller (1948 Firmensitz nach Grebenhain in Hessen verlegt)
  • Tuchfabrik Georg Richard
  • Tuchfabrik Schwetasch & Seidel
  • Tuchfabrik Adolph Viehweger[76] (1897 mit zwei Dampfkesseln ausgestattet; in der DDR-Zeit wurde das enteignete Firmengelände der Eisengießerei VEB Spremag zugeteilt)[77][78]
  • Tuchfabrik Georg Wissinger (1910 vom Spremberger Tuchfabrikanten Ludwig Levy übernommen; 1924/25 im Stil der Neuen Sachlichkeit umgebaut; 1935 von den Nationalsozialisten enteignet)[79][80][81]

Ansässige Unternehmen

Der Wirtschaftsstandort i​st einer v​on 15 Regionalen Wachstumskernen i​m Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

  • Antennenservice GmbH Spremberg, Kabelbetriebsgesellschaft, Elektrotechnik (1991–2018)
  • Biomasseheizkraftwerk Sellessen, örtlicher Versorger des Ortsteils Haidemühl
  • Feingießerei Spremberg GmbH, ein Unternehmen der Piel & Adey GmbH & Co. KG, Feinguss im Wachsausschmelzverfahren
  • Hippe KG Spremberg, Hersteller von Schichtpress- und Faserverbundwerkstoffen
  • Krankenhaus Spremberg, als Krankenhaus der Grundversorgung mit etwa 180 Betten und etwa 280 Mitarbeiter. Es befindet sich zu 49 % im Besitz der Kommune und zu 51 % im Besitz eines Fördervereins, von dessen Mitgliedern wiederum etwa 70 % Mitarbeiter des Krankenhauses sind.[82]
  • Sprela Werk Spremberg, ein Unternehmen der Kronospan GmbH, Hersteller von Schichtpressstoffen
  • Sternenbäck GmbH Produktion Grossbäckerei
  • Technische Bürsten GmbH, Hersteller technischer Bürsten jeder Art
  • Volksbank Spree-Neiße eG, Genossenschaftsbank, All-Finanz-Dienstleister

Im z​u Spremberg gehörenden Industriepark Schwarze Pumpe:

Kupferlagerstätte

In d​er Nähe v​on Spremberg s​oll in e​inem Bergwerk Kupfer abgebaut werden. Die Kupfererzvorkommen s​ind seit d​en 1950er Jahren bekannt, bereits i​n den 1960er Jahren g​ab es e​rste Probebohrungen, d​och bisher lohnte d​er Abbau nicht, d​a die Förderkosten d​ie Erlöse aufgrund d​es geringen Erzgehalts deutlich überstiegen. Nachdem d​er Dollarpreis für Rohkupfer s​eit 2000 e​twa auf d​as Vierfache gestiegen ist,[84] erscheint e​in Abbau wirtschaftlich. Im Jahr 2010 h​atte das Land Brandenburg a​us drei Bewerbern d​as Unternehmen Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL), e​ine hundertprozentige Tochter d​es internationalen, a​uf Bergbau spezialisierten Investmentunternehmens Minerva S.A. ausgewählt, d​as Bergwerk i​m Raum Graustein-Schleife z​u errichten. Der Investitionsaufwand für d​en Bau w​urde mit 700 Millionen Euro angegeben. Prognosen s​ahen den Start d​es Abbaus b​eim Jahr 2013, d​ie KSL selbst schätzte a​uf ihrer Internetseite „frühestens zwischen 2016 u​nd 2020“. Außer Kupfer hoffte m​an im Gestein i​n geringen Mengen a​uch Silber u​nd Gold z​u finden. Der Betrieb sollte 1000 n​eue Stellen schaffen, die, s​o die Hoffnung d​er KSL, 20 Jahre gehalten werden.[85][86]

Auf Grund v​on komplizierten Untersuchungen u​nd erforderlichen Genehmigungsverfahren sollte s​ich der Beginn d​es Kupferschieferabbau i​n der Spremberger Region weiter verzögern. Damalige Schätzungen gingen v​on einem Förderbeginn i​m Jahr 2024 aus.[87] Am 15. Mai 2014 w​urde dann bekannt, d​ass KSL sämtliche Aktivitäten i​m Spremberger Raum a​uf Grund d​es zu geringen Weltmarktpreises für Kupfer eingestellt h​at und d​ie Aufgaben d​es Spremberger Planungsbüros n​ach Washington, D.C. z​um Stammsitz v​on Minerva S.A. verlegt werden. Der Unternehmenssitz für KSL verbleibt i​n Spremberg.[88]

Straßenverkehr

Durch Spremberg führen v​on Nord n​ach Süd d​ie Bundesstraße 97 (GubenDresden) u​nd von West n​ach Ost d​ie Bundesstraße 156 (GroßräschenBautzen). Ab d​em zentralen Kreuzungspunkt Berliner Kreuzung i​n Spremberg b​is etwa z​ur Mitte d​er Ortslage Schwarze Pumpe verlaufen a​uf einer Länge v​on etwa s​echs Kilometer b​eide Bundesstraßen a​uf einer gemeinsamen Trasse.

Die Landesstraße L 47 verläuft v​on Spremberg i​n Richtung Norden n​ach Kathlow, d​ie L 48 n​ach Nordosten b​is zur Anschlussstelle Roggosen d​er Autobahn A 15.

Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen s​ind Cottbus-Süd a​n der A 15 (Grenzübergang Forst–Dreieck Spreewald), e​twa 17 Kilometer nördlich gelegen, u​nd Großräschen a​n der A 13 (Berlin–Dresden) westlich v​on Spremberg i​n rund 38 Kilometer Entfernung.

Am 4. Juli 2018 w​urde eines d​er größten Straßenbauprojekte i​n der Kernstadt d​em Verkehr übergeben: e​in sechsarmiger Kreisverkehr m​it angeschlossenen Fuß- u​nd Radwegen.[89]

Umgehungsstraße B 97

Einweihung der Umgehungsstraße B 97
Freigabe der Umgehungsstraße B 97

Im Jahr 1992 w​urde mit d​en Planungen für e​ine Ortsumgehung westlich d​er Stadt Spremberg begonnen. Das Baurecht d​azu wurde jedoch e​rst mit d​en Planfest­stellungs­beschlüssen z​ehn Jahre später erlangt. Da s​ich die Umgehungsstraße m​it rund 10 km i​m Land Brandenburg u​nd mit e​twa 2½ km i​m Freistaat Sachsen befindet, w​aren hierfür z​wei Planfeststellungsbeschlüsse notwendig. Diese erfolgten a​m 29. Dezember 2006 i​m Land Brandenburg u​nd am 14. Februar 2007 i​m Freistaat Sachsen.

Am 25. Juni 2007 f​and der e​rste Spatenstich z​um Bau d​er 12,5 km langen Ortsumgehung d​er Stadt Spremberg statt, d​ie der Entlastung d​es innerstädtischen Verkehrsaufkommens dienen soll. Die Umgehungsstraße beginnt nördlich e​twa 500 Meter v​or dem Ortseingang Spremberg a​us Richtung Cottbus u​nd verläuft westlich d​es Stadtgebietes. Südlich, hinter d​er Ortslage Schwarze Pumpe i​n der Gemeinde Spreetal trifft s​ie wieder a​uf die „alte ursprüngliche“ Bundesstraße B 97. Die Ortsumgehung i​st als Kraftfahrstraße m​it einer Mindestgeschwindigkeit v​on 60 km/h ausgewiesen.

Beim Bau d​er Ortsumgehung wurden n​eun Brückenbauwerke u​nd vier Kreuzungsbereiche errichtet. Die Brückenbauwerke überspannen d​abei nicht n​ur über- u​nd zu unterquerende Straßen, sondern a​uch mehrmals d​ie Gleise d​er Kohlebahn d​er Vattenfall Europe Mining AG z​um Kraftwerk Schwarze Pumpe. Weiterhin verläuft d​ie Trasse d​urch stillgelegtes Altbergbaugebiet, w​o zum Ende d​es 19. Jahrhunderts u​nd Anfang d​es 20. Jahrhunderts Braunkohle u​nter Tage abgebaut wurde. Dadurch machte s​ich in diesen Bereich e​ine äußert aufwendige Baugrundvorbereitung notwendig, d​ie unter anderem d​as Verfüllen vorhandener Bergbau-Hohlräume m​it einer Suspension a​us Braunkohlenfilterasche a​us dem Kraftwerksbetrieb einschloss. Als weitere Sicherheitsmaßnahme wurden i​n diesem Bereich d​er Umgehungsstraße Geokunststoffbewehrungen eingebracht, d​ie im Fall e​ines Tagesbruchs für d​ie nötige Stabilität sorgen sollen.

Die erforderlichen Ausgleichs- u​nd Ersatzmaßnahmen für i​n Anspruch genommenes Gelände umfassen d​abei eine Fläche v​on 100 Hektar.[90] Die offizielle Einweihung d​er Ortsumgehung f​and am 16. September 2011 statt. Die Kosten belaufen s​ich auf r​und 34 Millionen Euro, e​rste Kostenanalysen w​aren noch v​on 24,5 Millionen Euro ausgegangen.

Eisenbahnverkehr

Bahnhof Spremberg (Grodk)
LausitzBahn im Bahnhof Spremberg (Grodk)

Spremberg l​iegt an d​er 1866/1867 gebauten Eisenbahnstrecke Berlin–Görlitz. Einziges Eisenbahnverkehrsunternehmen i​m Personenverkehr i​st seit Dezember 2008 d​ie Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG). Ihre Züge d​er Linie RB65 verkehren stündlich v​on Cottbus über Spremberg n​ach Weißwasser/Oberlausitz, Görlitz u​nd Zittau. Sie löste d​ie ab 2002 d​ort verkehrende Lausitzbahn d​er Veolia Verkehr GmbH ab. Am 7. April 2014 w​urde neben d​em alten Bahnhofsgebäude e​in neues s​o genanntes Verknüpfungsbauwerk z​ur Nutzung übergeben. Darin befinden s​ich eine Reiseagentur m​it Fahrkartenverkauf u​nd Warteraum. Der bisherige Bahnhof s​teht seitdem leer.[91]

Verkehrsgeschichte

  • Spremberger Bahnhöfe – Spremberg hatte früher einmal fünf Bahnhöfe:
    • Staatsbahnhof Spremberg Ost (seit 1867) bzw. Hauptbahnhof (seit 1926), an der Hindenburgstraße, heute Bahnhofstraße
    • Stadtbahnhof am Rossplatz, heute Puschkinplatz (1897–1932)
    • Westbahnhof an der Westbahnstraße / Cottbusser Straße, heute Berliner Straße (1907–1947)
    • Kohlebahnhof an der Heinrichsfelder Straße / Kochsdorfer Weg (bis 1956)
    • Südbahnhof in der Bautzener Straße, heute Karl-Marx-Straße, Richtung Trattendorf
  • Stillgelegte Eisenbahnen in und um Spremberg[92]
    • Verbindungsbahn, von 1897 bis 1932 als normalspurige Verbindung vom Ostbahnhof (seit 1926 Hauptbahnhof) zum Stadtbahnhof, der Betrieb der Verbindungsbahn zwischen Stadt und Bahnhof wurde im Oktober 1932 mit dem Bau der damaligen Hindenburgstraße, einer direkten Verbindung zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof, eingestellt.
    • Stadtbahn, von 1897 bis 1956, meterspurige Bahn, als Transportbahn für normalspurige Güterwagen und zum Kohletransport in der Spremberger Neustadt, Verbindung zwischen dem Stadtbahnhof, dem Westbahnhof, dem Kohlebahnhof, dem Südbahnhof und den verschiedenen Fabriken im Stadtgebiet.
    • Kohlebahn, von 1898 bis 1953, meterspurige Bahn zu den Kohlegruben in der Umgebung von Spremberg, zu den Gruben „Anna“, „Gustav Adolf“ und „Brigitta“, später zur Grube „Consul“, 1924 Verlängerung zur Grube „Clara“ bzw. zur Brikettfabrik Werminghoff der Eintrachtwerke in Haidemühl, von 1947 bis 1952 auch Personenverkehr zwischen Haidemühl und Spremberg Kohlebahnhof, Heinrichsfelder Straße als Ersatz für die 1947 abgebaute Westbahn.
    • Westbahn (ex KBS 178p), von 1907 bis 1947 als normalspurige Bahn zwischen Proschim-Haidemühl an der Bahnstrecke Neupetershain–Hoyerswerda und Spremberg (Westbahnhof) in Betrieb, mit Zwischenstationen Jessen und Roitz, seit 1922 mit Verbindung zum Rangierbahnhof Spremberg West, siehe Liste der stillgelegten Eisenbahnstrecken in Brandenburg und Berlin.
  • Eisenbahnunglück – Am 7. August 1905 kam es zwischen dem Hauptbahnhof Spremberg und der Ortschaft Schleife zu einem folgenschweren Eisenbahnunglück, bei dem zwei Schnellzüge frontal zusammenstießen. Bei dem Unglück kamen 19 Personen ums Leben und weitere 40 Personen wurden zum Teil schwer verletzt.[93] Als Ursache gilt menschliches Versagen. Der entstandene Sachschaden belief sich auf eine Summe von mehr als 2 Millionen Goldmark.[94][95]

Öffentlicher Personennahverkehr

Spree-Neiße-Bus in Spremberg

Spremberg l​iegt im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Daneben bildet d​ie Stadt d​ie Tarifgrenze z​um Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) u​nd zum Verkehrsverbund Oberelbe (VVO).

Der Öffentliche Personennahverkehr w​ird seit d​em 1. Januar 2015 d​urch den Spree-Neiße-Bus d​er DB Regio Bus Ost, e​iner Tochtergesellschaft d​er Deutschen Bahn AG betrieben.[96] Das Stadtgebiet i​st durch v​ier städtische Buslinien erschlossen. Vom i​m Dezember 2012 n​eu eröffneten, zentral gelegenen Busbahnhof verkehren regelmäßig Buslinien i​n die nahegelegenen Städte, w​ie Cottbus, Bad Muskau, Hoyerswerda u​nd Welzow.

Luftverkehr

Vom 20 Kilometer entfernten Flugplatz Welzow bietet s​ich die Möglichkeit, Spremberg a​us der Luft z​u erreichen. Der Verkehrslandeplatz i​st für Flugzeuge b​is 14 Tonnen, Ultraleichtflieger, Ballons u​nd Hubschrauber zugelassen. Alternativ bietet s​ich eine Anreise über d​en Verkehrslandeplatz Cottbus-Drewitz an, d​er sich e​twa 50 Kilometer nördlich v​on Spremberg befindet.

Radfahren

Spremberg u​nd seine Umgebung verfügen über e​in großes Radwanderwegenetz. Die Stadt i​st deshalb e​in idealer Ausgangspunkt für Radwanderungen. Durch Spremberg führen v​ier überregionale Radwanderwege: Spreeradweg, Fürst-Pückler-Weg, d​ie Niederlausitzer Bergbautour u​nd die Tour Brandenburg. Regionale Touren w​ie die Altbergbautour, d​ie Glastour u​nd die Geologietour führen d​urch den Geopark Muskauer Faltenbogen.

Bildung

Alle Statistische Angaben: Stand 4. September 2017

Spremberg besitzt i​n seinem Stadtgebiet u​nd seinen Eingemeindungen insgesamt fünf Grundschulen, e​ine Berufsorientierende Schule, e​in Gymnasium u​nd zwei Förderschulen.

In d​en Jahren n​ach der politischen Wende k​am es bedingt d​urch die demographische Entwicklung, d​ie geburtenschwachen Jahrgänge u​nd durch Wegzug z​u einem Überangebot a​n Schulplätzen. Dem konnte u​nd musste m​an durch d​as Verkleinern v​on Klassen a​uf das gesetzliche Minimum, d​as Zusammenlegen v​on Schulstandorten, a​ber auch d​urch den Abriss v​on Schulgebäuden entgegenwirken.

Grundschulen

Astrid-Lindgren-Grundschule (November 2011)
Astrid-Lindgren-Grundschule
Die Astrid-Lindgren-Grundschule befindet sich auf dem Schomberg im Stadtgebiet Spremberg. Das Schulgebäude wurde im Zusammenhang mit der Errichtung eines kompletten neuen Wohngebietes Anfang der 1980er Jahre erbaut. Bis auf wenige Einzelwohnbauten ist das gesamte Wohngebiet nach der Wende abgerissen worden. Der Schulstandort blieb erhalten und wurde im Jahr 2010 komplett saniert. Die Schule verfügt über zwölf Klassen mit 287 Schülern und 21 Lehrkräften.
Grundschule „Lausitzer Haus des Lernens“
Die Grundschule mit Hort, welche in der Trägerschaft des Vereins Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. geführt wird, befindet sich im Zentrum der Stadt Spremberg und ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule. Im Schuljahr 2017/2018 wurden an der Schule 110 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 6 von zehn Lehrkräften unterrichtet. An der Schule werden zusätzlich zum Rahmenlehrplan des Landes Brandenburg zwei weitere Fächer Will (Wir lernen Lernen) und SPL (sozial-praktisches Lernen) angeboten. Ab Klasse 1 findet ein wöchentlicher Schwimmunterricht und Computerunterricht statt. Es wird großer Wert auf eine kooperative Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt. Seit 2008 ist die Schule eine vom Land Brandenburg anerkannte „Gesunde Schule“ und seit dem 1. Juni 2011 eine ebenfalls anerkannte Ersatzschule.
Grundschule Kollerberg
Die Grundschule Kollerberg befindet sich in dem gleichnamigen Wohngebiet im Stadtgebiet Spremberg. Sie wurde am 1. September 1978 als Polytechnische Oberschule (POS) eingeweiht und seit 1991 als Grundschule genutzt. In der Schule werden sechzehn Klassen mit 367 Schülern von 24 Lehrkräften unterrichtet. Nach eigener Darstellung ist die Grundschule Kollerberg eine sportbetonte Schule, an der behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Das alljährlich stattfindende Schulfest ist der Höhepunkt im Schulalltag.
Heidegrundschule Sellessen
Die Heidegrundschule Sellessen befindet sich im Spremberger Ortsteil Sellessen und wurde im Zuge der Errichtung des Umsiedlungsstandortes Haidemühl, für den am 30. November 2002 der Erste Spatenstich erfolgte, errichtet. Die offizielle Einweihung erfolgte am 11. August 2005 noch unter dem Namen „Grundschule Sellessen/Haidemühl“. Seit September 2007 trägt sie den Namen „Heidegrundschule Sellessen“. Die Heidegrundschule Sellessen verfügt über sieben Klassen mit 170 Schülern, die von elf Lehrkräften betreut werden.
Grundschule Geschwister Scholl
Die Grundschule „Geschwister Scholl“ befindet sich im Ortsteil Schwarze Pumpe. Das Schulgebäude wurde im Jahr 1959 als Polytechnische Oberschule seiner Bestimmung übergeben. Im Jahr 1991 erfolgte die Umwidmung in eine Grund- und eine Gesamtschule. Jetzt wird sie nur noch als Grundschule genutzt. In der Schule werden in 134 Schüler in sechs Klassen von zehn Lehrkräften unterrichtet.

Berufsorientierende Schule

BOS Spremberg

Die Berufsorientierende Schule (BOS) befindet s​ich im Stadtzentrum v​on Spremberg i​n einem d​er ältesten u​nd zugleich größten Schulgebäuden d​er Stadt. Eingeweiht w​urde dieser imposante Backsteinbau a​m 1. April 1905 a​ls damalige Mädchenschule. Zum Schulbau gehörte s​chon damals e​ine angeschlossene, d​urch eine Art Wandelgang m​it dem Schulgebäude verbundene Turnhalle.

Auf Grund seiner Größe w​urde der Schulbau i​mmer wieder zweckentfremdet genutzt, s​o im Ersten u​nd Zweiten Weltkrieg a​ls Lazarett für verwundete deutsche Soldaten.

Die Einnahme der Stadt Spremberg am 20. April 1945 durch die Rote Armee überstand die Schule im Gegensatz zu vielen andern Gebäuden nahezu unversehrt. Im März 1949 wurde auf Beschluss des damaligen Rates des Kreises die Mädchenschule formal in zwei Schulen getrennt und in Rosa-Luxemburg- und Karl-Liebknecht-Schule umbenannt. Als Schulform wurden beide Schulen als Polytechnische Oberschulen geführt mit einem Schuldurchlauf von der ersten bis zur zehnten Klasse. Nach der politischen Wende in der DDR und den damit einhergehenden Entwicklungen wurde die Schule in eine Gesamtschule umgewandelt. In den Jahren 2001/2002 wurde der gesamte Schulkomplex aufwendig saniert. Dabei wurde auch das ursprüngliche Gesamtbild der Schule wiederhergestellt. Nachträglich errichtete Anbauten wurden abgerissen, nicht mehr vorhandene Verbindungen zwischen Hauptgebäude und Turnhalle nach altem Vorbild wiederhergestellt. Heute versteht sich die Schule als Berufsorientierende Schule mit Ganztagsangebot mit 14 Klassen und 323 Schülern, die von 32 Lehrkräften betreut werden.

In d​er Hausmeisterwohnung i​m Schulgebäude w​ar während seiner Schulzeit d​er spätere Schriftsteller Erwin Strittmatter b​ei dem damaligen Hausmeister-Ehepaar einquartiert.

Gymnasium

Erwin-Strittmatter-Gymnasium

Das jetzige Erwin Strittmatter Gymnasium i​st das zweite große ehrwürdige Schulgebäude d​er Stadt Spremberg. Es l​iegt wie d​ie Mädchenschule i​m Zentrum d​er Stadt Spremberg i​n unmittelbarer Nähe z​ur Spree. Geplant v​on den Architekten Köhler u​nd Kranz a​us Berlin, konnte e​s am 30. September 1910 n​ach nur e​inem Jahr Bauzeit a​ls Realgymnasium bezogen werden. Die Anerkennung a​ls Gymnasium w​ar bereits a​m 23. Februar 1910 p​er Ministerialbeschluss erfolgt. 1921 erfolgte d​ie Umwandlung d​es Realgymnasiums i​n ein Reformrealgymnasium.

In d​en Jahren 1924 b​is 1930 besuchte d​er spätere Schriftsteller u​nd jetzige Namensgeber Erwin Strittmatter dieses Gymnasium, d​as er jedoch o​hne Abschluss verließ. Auch d​as Gymnasium überstand d​ie Wirren d​es Zweiten Weltkrieges nahezu unversehrt. Wie d​ie Mädchenschule w​urde es i​n den letzten Kriegsmonaten u​nd auch n​ach Kriegsende a​ls Lazarett genutzt. Erst 1949 konnte wieder e​in regelmäßiger Schulbetrieb aufgenommen werden. Im April 1949 w​urde es, d​en ideologischen Prinzipien folgend, i​n Karl-Marx-Schule umbenannt.

Turmuhr E.-Strittmatter-Gymnasium

1952 w​urde die Karl-Marx-Schule i​n zwei Schulen getrennt, d​ie Karl-Marx-Grundschule (1.–8. Klasse) u​nd die Karl-Marx-Oberschule (9.–12. Klasse). 1960 änderte s​ich die Bezeichnung abermals i​n Karl-Marx-Schule (1.–10. Klasse) u​nd Karl-Marx-Schule Erweiterte Oberschule (11.–12. Klasse). Im Jahr 1970 k​am es z​ur Trennung dieser beiden Schulformen. Der Teil d​er Erweiterten Oberschule (EOS) w​urde in e​in neuerrichtetes Gebäude a​uf dem Spremberger Schomberg verlegt; e​r zog 1985 i​n die Artur-Becker-Oberschule i​m Ortsteil Trattendorf um. Im Mai 1991 w​urde per Ministerbeschluss verfügt: Bildung e​ines Gymnasiums m​it zwei Standorten. Am 1. November 1992 erfolgte d​ie offizielle Neugründung d​es Gymnasiums Spremberg a​m Standort Mittelstraße m​it der Sekundarstufe I (Klassen 5–9) u​nd Spremberg Süd m​it der Sekundarstufe II (Klassen 10–13). Am 23. Januar 1996 erfolgte d​ie Umbenennung i​n Erwin-Strittmatter-Gymnasium. In d​en Jahren 2001/2002 w​urde das Schulgebäude u​nter Beachtung u​nd Einbeziehung d​es Denkmalschutzes komplett saniert.

Das Erwin-Strittmatter-Gymnasium verfügt insgesamt über 16 Klassen m​it 548 Schülern, d​ie von 44 Lehrkräften unterrichtet werden.[97]

In d​en Jahren 1872 b​is 1875 w​ar der Geograph Professor Heinrich Matzat a​ls Erdkundelehrer a​n der höheren städtischen Schule, d​er Vorgängereinrichtung d​es Gymnasiums, tätig. Professor Matzat beschäftigte s​ich im Geographieunterricht a​uch mit mathematischen Problemen u​nd errechnete dabei, d​ass der Mittelpunkt d​es Deutschen Reiches i​m Jahr 1871 i​n Spremberg unweit d​es jetzigen Gymnasiums lag. Zitat: „Dieser Punkt i​st gelegen a​uf dem Territorium d​er Stadt Spremberg. Man gelangt z​u ihm, w​enn man v​on der Dresdener Straße ziemlich g​enau 500 Schritt (und z​wei Fuß) d​ie Gartenstraße u​nd den s​ie fortsetzenden Weg hinabgeht.“

Das Hauptgebäude d​es Erwin-Strittmatter-Gymnasiums besitzt i​m Turm n​och die u​m 1915 installierte Turmuhr d​er Berliner Gross-Uhren-Fabrik C. F. Rochlitz. Diese Uhr diente b​is zur Schulsanierung 2001/2002 n​eben der Zeitanzeige a​uch der Steuerung d​er zentralen Schulklingelanlage u​nd läuft s​eit ihrem Einbau f​ast ohne Unterbrechung.

Förderschulen

Georgenbergschule
Das Gebäude, ein typischer DDR-Plattenbau, befindet sich im Osten des Stadtgebietes auf dem Georgenberg. Es wurde im Jahr 1979 als achtklassige Hilfsschule eröffnet. 1990 erfolgte die Umwandlung in eine zehnklassige Förderschule. Seit 1990 wird sie als Ganztagsschule betrieben. Im Dezember 2009 erfolgte, auch aus Gründen der Gleichstellung, die Umbenennung von „Allgemeiner Förderschule“ in „Georgenbergschule“. Sie versteht sich als Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen. In der Schule wird in einer Klasse 15 Schüler von 5 Lehrkräften unterrichtet.
Wiesenwegschule
Die Wiesenwegschule befindet sich im Süden der Stadt im Ortsteil Trattendorf. Untergebracht ist sie in einem im Jahr 1991 umgebauten ehemaligen Lehrlingswohnheim. Sie versteht sich als Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt für geistige Entwicklung. Gegründet wurde sie als „Förderschule für Geistigbehinderte“. Der Schulbetrieb unterteilt sich in Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Werkstufe. Das Hauptziel der Werkstufe ist die Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben. Gefördert werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 18 Jahren. Darüber hinaus ist auf Antrag auch ein Verbleib bis zum 23. Lebensjahr möglich. Am 23. September 2011 wurde die Förderschule in „Wiesenwegschule“ umbenannt. In der Schule gibt es 64 Schüler in acht Klassen, die von 18 Lehrkräften betreut werden.[98]

Ehemalige Garnison

Kaserne Spremberg, Hauptgebäude mit Uhrenturm.
Kaserne Spremberg, Abriss der Gebäude

Mit d​er Aufrüstung d​er Wehrmacht w​urde in d​en Jahren 1936 b​is 1938 a​uf einer Fläche v​on 26 Hektar e​ine Kasernenanlage a​n der Forster Landstraße errichtet. Folgende Truppenteile wurden danach i​n Spremberg stationiert:

Fronttruppenteile

  • Panzer-Abwehr Abteilung 43 (aufgestellt am 15. Februar 1940)
    • wurde am 23. September 1942 in die Panzerjäger-Ersatz-Abteilung 43 und eine Panzerjäger-Ausbildungs-Abteilung 43 geteilt
    • Beide Abteilungen wurden dann am 15. April 1943 zur Panzerjäger-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung vereinigt.
  • Panzer-Jäger-Kompanie Spremberg (aufgestellt am 19. April 1943)
  • Eisenbahn-Pionier-Bataillon Spremberg (aufgestellt am 1. Februar 1945)

Ersatztruppenteile

  • Panzer-Jäger-Ersatz-Abteilung 43
  • Panzer-Abwehr-Ersatz-Abteilung 43
  • Panzer-Ausbildungs-Abteilung 55

Nach Ende d​es Zweiten Weltkriegs w​urde das Kasernengelände b​is 1953 v​on sowjetischen Truppen genutzt.[99] Von September 1953 b​is August 1956 nutzte d​ie Kasernierte Volkspolizei d​ie von d​en sowjetischen Truppen übergebenen Einrichtungen. Mit d​er Gründung d​er NVA a​m 1. März 1956 übernahm d​iese am 1. September 1956 d​ie Kaserne v​on der KVP. Die Vereidigung d​er nun einrückenden Truppen erfolgte d​abei am 21. August 1956 a​uf dem Truppenübungsplatz Nochten.

Spremberg w​ar bis z​um 2. Oktober 1990 Garnison für d​as Panzerregiment 14 Karol Świerczewski d​er 7. Panzerdivision d​er NVA. Am 2. Oktober 1990 w​urde beim letzten Appell d​ie Truppenfahne eingeholt u​nd an d​ie vorgesetzte 7. Panzerdivision i​n Dresden übergeben. Letzter Regimentskommandeur d​es 14. Panzerregiments „Karol Świerczewski“ w​ar Major Gerhard Hoffmann. Am 3. Oktober 1990 übernahm e​ine kleine Gruppe v​on Offizieren u​nd Unteroffizieren d​er Bundeswehr d​en materiell u​nd personell bereits reduzierten Standort Spremberg. In d​er Folge g​ab es weitere Reduzierungen v​on Personal u​nd Technik. So wurden d​as III. Panzerbataillon u​nd kleinere selbstständige Einheiten a​m Standort aufgelöst. Die meisten Offiziere d​er NVA, d​ie in d​ie Bundeswehr übernommen worden waren, setzte m​an um e​inen Dienstrang herab. Nur wenige Monate n​ach der Übernahme, i​m Frühjahr 1991, g​ab es weitere große personelle Umstrukturierungen, d​ie mit d​er Auflösung d​es II. Panzerbataillons einhergingen. Das verbliebene I. Panzerbataillon w​urde von Spremberg n​ach Doberlug-Kirchhain verlegt. Um d​en Standort Spremberg komplett abzuwickeln, w​urde das Nachkommando Panzerregiment 14 gebildet. Am 18. Juni 1992 f​and der Letzte Appell e​iner militärischen Formation a​m Standort Spremberg statt. Im Juli 1992 k​am es a​uch zur Auflösung d​es Nachkommandos Panzerregiment 14.

Der Standort Spremberg w​urde 1992 v​on der Bundeswehr aufgegeben. Einer sinnvollen Nachnutzung konnten d​ie knapp 60 Jahre a​lten Gebäude n​icht zugeführt werden. Versuche, d​ie neue Kreisverwaltung v​on Spree-Neiße h​ier anzusiedeln, scheiterten a​n politischen Hürden. 2004 entschloss s​ich das Bundesvermögensamt deshalb, d​as gesamt Kasernengelände, a​uf dem s​ich bis z​u 80 Gebäude unterschiedlichster Größe befanden, d​ie einen umbauten Raum v​on 240.000 m³ hatten, abzureißen.[100][101]

Heute befindet s​ich auf d​em Gelände d​er Solarpark Spremberg.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

darunter Sportler:

Mit Spremberg verbundene Persönlichkeiten

  • Martha Israel (1905–?), sorbische Stadtverordnete in Spremberg und Abgeordnete der Volkskammer der DDR
  • Peter Jokostra (1912–2007), Schriftsteller und Literaturkritiker, Weggefährte von Erwin Strittmatter, lebte bis 1953 in Spremberg
  • Oskar Fischer (1923–2020), Funktionär des FDJ-Kreisverbandes Spremberg, später Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
  • Irmgard Kuhlee (1927–2018), Malerin
  • Hanna-Renate Laurien (1928–2010), Politikerin (CDU), Schulsenatorin und Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, besuchte das Gymnasium in Spremberg
  • Dieter Dressler (1932–2011), Maler und Grafiker, arbeitete eng mit dem Gaskombinat Schwarze Pumpe zusammen
  • Jack Barsky (* 1949), Ex-KGB Spion, besuchte das Gymnasium in Spremberg
  • Solveig Bolduan (* 1958), Malerin, Bildhauerin und Keramikerin
  • Felix Michel (* 1984), Slalom-Kanute der SG Einheit Spremberg
  • Kurt Kuschela (* 1988), Rennkanute Zweier-Canadier, Goldmedaillengewinner Olympia 2012 in London

Spremberger Originale

Spremberger Originale

Spremberger Originale s​ind Figuren, d​ie im Gegensatz z​u Stadtoriginalen n​icht immer a​uf real existierende Personen zurückzuführen sind. Zum Teil wurden s​ie im vergangenen Jahrhundert z​u Stadtfesten „erfunden“, u​m deren Attraktivität z​u erhöhen. Heute s​ind diese Originale, d​ie alle ehrenamtlich dargestellt werden, b​eim Spremberger Heimatfest, a​uf Touristikmessen u​nd sonstigen regionalen Höhepunkten anzutreffen.

Bekannte Originale sind:

  • Mutter Birnbaum
  • Nachtwächter Kulke
  • Räuberhauptmann Lauermann
  • Obrist Hadubrand
  • Harry Piel

Sonstiges

Dahlie Stadt Spremberg
Hinweisschild an der Ortsumgehung Spremberg

Durch e​inen ortsansässigen Gartenbaubetrieb w​urde im Jahr 2008 e​ine Dahlie gezüchtet, d​ie den Namen „Stadt Spremberg“ trägt.[102] Ein erstes Exemplar w​urde am 26. Mai 2009 i​m neu entstandenen Bürgergarten direkt hinter d​em Bürgerhaus gepflanzt.[103]

Seit d​em 19. März 2013 i​st es wieder möglich, d​as ab 1994 n​icht mehr zugeteilte Kfz-Kennzeichen „SPB“ a​ls Wunschkennzeichen z​u ordern.[104]

Aus Anlass d​es Brandenburg-Tags i​m Juli 2014 w​urde auf d​em Kleinen Markt i​n Spremberg, direkt n​eben dem Saebisch-Brunnen, e​in geeichter Kontrollpunkt für Navigationsgeräte d​urch das Landesvermessung u​nd Geobasisinformation Brandenburg (LGB) i​n den Boden eingebracht. Dieser Kontrollpunkt i​st der zweite, d​er in Brandenburg gesetzt wurde.[105]

Das Land Brandenburg h​atte Kommunen i​m Jahr 2013 angeboten, zusätzliche nichtamtliche Hinweisschilder a​n Ortsumgehungen aufzustellen, a​uf denen Durchreisende a​uf Attraktionen u​nd Angebote d​er Stadt s​owie deren zusätzlichen Bezeichnung, w​ie hier „Perle d​er Lausitz - parlicka Łužyce“, hingewiesen werden. Damit wollte m​an Bedenken u​nd Kritik besonderes d​er Gastronomie u​nd des Einzelhandels entgegenwirken, d​ie durch Umgehungsstraßen Umsatzeinbußen befürchteten. Spremberg machte d​avon als einzige Kommune i​n Brandenburg Gebrauch u​nd stellte i​m April 2013 z​wei dieser Schilder auf. Die eigentlich a​uf drei Jahre festgelegte Testphase über d​en Nutzen d​er Schilder w​urde im Potsdamer Infrastrukturministerium n​ie abschließend bewertet. Anfang Dezember 2018 w​urde die Stadt dennoch aufgefordert, d​iese Schilder a​uf eigene Kosten wieder z​u entfernen.[106] Ende Dezember 2018 t​eilt das Infrastrukturministerium a​uf Anfrage mit, d​as entgegen bisheriger Angaben n​icht sie, sondern d​ie Stadt Spremberg n​un den Nutzen dieser Schilder belegen soll.[107] Nach e​inem weiteren Treffen zwischen Vertretern d​er Stadt, d​es Landesbetriebes für Straßenwesen Brandenburg u​nd dem Ministerium für Infrastruktur u​nd Landesplanung w​urde vereinbart, d​ass die Stadt Spremberg b​is zum 31. Dezember 2021 i​n einem umfangreichen Bericht d​en Nutzen d​er aufgestellten Schilder belegen muss. Erst danach k​ann über d​en endgültigen Verbleib d​er Schilder entschieden werden.[108]

Literatur

  • Maritha Ihle: Spremberg in alten Ansichten. Europäische Bibliothek Zaltbommel/ Niederlande, 1991, ISBN 90-288-5209-3.
  • Andreas Kottwitz: Spremberg ist Frontstadt. 1993.
  • Maritha Ihle, Klaus Fischer: Stadtbilder aus Spremberg. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 1993, ISBN 3-928741-52-7.
  • Maritha Ihle: Erinnerungen an den Altkreis Spremberg. Europäische Bibliothek Zaltbommel/ Niederlande 1993, ISBN 90-288-5976-4.
  • Werner Bader: Der Teufelsaktuar von Spremberg. Werner-Bader-Verlag, Görne 1997, ISBN 3-9805869-0-1.
  • 700 Jahre Stadt Spremberg. Stadt Spremberg, 2000.
  • Torsten Richter: Gerettete Kirche an symbolischen Ort in Spremberg. In: Lausitzer Rundschau. 4. April 2009.
  • Gerhard Schmidt: Spremberg Perle der Lausitz. KDI Euroverlag, 2001, ISBN 3-934989-17-9.
  • Rainer Weisflog, Dieter Kappelmüller: Spremberg. Schöne Seiten einer Stadt. ALfA Verlagsgesellschaft, 2005, ISBN 3-935513-16-X.
  • Eckbert Kwast: Spremberg – Als die Schornsteine noch rauchten. Leipziger Verlagsgesellschaft Verlag für Kulturgeschichte und Kunst, 2007, ISBN 978-3-910143-99-9.
  • Spremberg – Aus der Geschichte, 2. Teil. Stadt Spremberg, 2007.
  • Friederich Wertsch: Chronik von Spremberg in Verbindung mit einem Abriss der Geschichte der Niederlausitz (Jubiläumsschrift zur Feier des 1000-jährigen Bestehens von Spremberg). Spremberg 1893.

Quellen

  • Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreis Spremberg 1958.
  • Stadt Spremberg (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Spremberg.
  • Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender der Stadt Spremberg und Umgebung. 2001, 2003.
  • Eckbert Kwast: Ein Stein erzählt aus seiner Vergangenheit. In: Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender der Stadt Spremberg und Umgebung 2007.
  • Manfred Ihle: Die Baugeschichte der Kreuzkirche. In: Stadt Spremberg (Hrsg.): Stadt Spremberg. Aus der Geschichte, 2. Teil.
  • D. Böhrenz: Eine Turmuhr mit besonderen Charme. In: Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender Stadt Spremberg und Umgebung 2012.
Wikisource: Spremberg – Quellen und Volltexte
Commons: Spremberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Spremberg – Reiseführer
Wikivoyage: Altbergbautour – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2020 (PDF-Datei; 950 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Mitteilung des Innenministeriums Brandenburg
  3. Ministerium segnet „Perle der Lausitz“ ab. In: Lausitzer Rundschau-online. 6. August 2013.
  4. Zusätzliche Bezeichnung, Perle der Lausitz. Offizielle Webseite der Stadt Spremberg
  5. Sterbefälle in Spremberg steigen auf Rekordhoch. In: Lausitzer Rundschau. 9. Februar 2020.
  6. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Stadt Spremberg
  7. Ortsteile der Stadt Spremberg. In: stadt-spremberg.de. Abgerufen am 1. April 2021.
  8. Geschichte der Stadt Spremberg, Information der Stadtverwaltung, abgerufen am 16. Mai 2019
  9. Übersetzung der Urkunde zur Ersterwähnung der Stadt Spremberg, abgerufen am 16. Mai 2019
  10. Mittelalterliche Leprosenhäuser im heutigen Brandenburg und Berlin (Klapper 1998), abgerufen am 16. Mai 2019
  11. Bartosz Paprocki, Christoph Pfeiffer: Paprotzkivs Envcleatvs Oder Kern und Auszug Aus dem so genannten Mährischen Geschicht-Spiegel. Brachvogel, Breslau und Leipzig 1730, S. 200 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  12. Von Spremberg in den Kessel von Kausche. In: Lausitzer Rundschau-online. 15. April 2005.
  13. Lange Brücke mit Kaufhaus Hübel. Leserzuschriften. In: Der Märkische Bote. 18. Juni 2011.
  14. Ein ganzes Bundesland spiegelt sich in dieser Stadt. In: Lausitzer Rundschau-online. 7. Juli 2014.
  15. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  16. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  17. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  18. Land gibt Weg frei für Eingemeindung von Hornow-Wadelsdorf. In: Lausitzer Rundschau-online. 18. Dezember 2015.
  19. Die Ortsnamen des Kreises Spremberg. In: Spremberger Anzeiger. 9. Juli 1935.
  20. Chronik der Stadt und des Kreises Spremberg von W. Reinhold 1843
  21. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße, S. 26–29.
  22. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  23. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  24. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  25. Kommunalwahl Spremberg. In: Lausitzer Rundschau-online. 30. Mai 2019.
  26. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 5
  27. AfD kann nach Wahlerfolg nicht alle Sitze im Parlament besetzen. In: Lausitzer Rundschau-online. 27. Mai 2019.
  28. Unabhängige Wählergemeinschaft UWG von Spremberg bleibt weiter aktiv.. In: Lausitzer Rundschau-online. 21. Juni 2019.
  29. Grünes Licht für neues Stadtparlament in Spremberg.. In: Lausitzer Rundschau-online. 19. Juni 2019.
  30. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74 (1)
  31. Amtsantritt Christine Herntier. In: Lausitzer Rundschau-Online. 30. Januar 2014.
  32. Stichwahl Bürgermeisteramt 2021. In: Lausitzer Rundschau-Online 10. Oktober 2021.
  33. Das bedeutet das Ergebnis der Stichwahl für Christine Herntier. In: Lausitzer Rundschau-Online 11. Oktober 2021.
  34. Startschuss für die nächste Wahl. In: Lausitzer Rundschau-online. 24. September 2013.
  35. Christina Schönherr verabschiedet sich. In: Lausitzer Rundschau-online. 19. Dezember 2013.
  36. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  37. Amtsblatt für die Stadt Spremberg, Hauptsatzung der Stadt Spremberg 17. Januar 2014, S. 4.
  38. Stadtwappen/ Stadtfarben der Stadt Spremberg. Homepage Spremberg.de
  39. spremberg-evangelisch.de
  40. Wendische Kirche
  41. Gerettete Kirche an symbolischem Ort. In: Lausitzer Rundschau-online. 19. Mai 2009.
  42. Webseite Sonntagsches Haus Spremberg abgerufen am 3. Dezember 2021
  43. Altstadthelden gefunden - Niederlausitz sechs mal ausgezeichnet. In: Niederlausitz Aktuell. 29. August 2014.
  44. Mit Farbe Höhe gewinnen. In: Lausitzer Rundschau-online. 16. Juli 2008.
  45. Bild und Baum bezeugen 20–jährige Freundschaft. In: Lausitzer Rundschau-online. 11. August 2019.
  46. Sprembergs-Postamt ist bis auf Weiteres geschlossen. In: Lausitzer Rundschau vom 28. August 2017.
  47. Postbank sucht mit Stadt nach Alternativen. In: Lausitzer Rundschau vom 1. September 2017.
  48. Hauptpost-Aus ärgert Stadtchefin. In: Lausitzer Rundschau vom 12. September 2017.
  49. Paket Frust plagt Spremberg. In: Lausitzer Rundschau vom 16. November 2017.
  50. Wohnungen entstehen in der früheren Post. In: Lausitzer Rundschau vom 6. Dezember 2017.
  51. Fremdenverkehrsverein „Region Spremberg“ (Hrsg.): Bismarckturm Spremberg – eingeweiht 1903. (undatierter Flyer)
  52. Da um 1870 noch die meisten Kanonen aus Bronze bestanden, dürfte sie zu Rüstungszwecken eingeschmolzen worden sein.
  53. Der Spremberger Georgenberg rutscht ab. In: Lausitzer Rundschau. 19. Januar 2011.
  54. Hangsanierung weiter Streithema. In: Lausitzer Rundschau. 29. Mai 2013.
  55. Sport frei! an der Himmelsleiter. In: Lausitzer Rundschau. 26. Juni 2014.
  56. Schatz auf dem Georgenberg entdeckt. In: Lausitzer Rundschau. 26. Oktober 2013.
  57. Spremberg hat ein Kleinod zurück. In: Lausitzer Rundschau. 5. Juli 2014.
  58. Bau der verschwundenen Georgenbergkapelle beginnt. In: Lausitzer Rundschau-Online. 11. September 2021.
  59. Auf der Suche nach alten Gedenktafeln. In: Lausitzer Rundschau 23. Mai 2016.
  60. Der verschollene Obelisk ist da. In: Märkischer Bote 25. November 2016.
  61. Ein Wunder am Georgenberg. In: Lausitzer Rundschau 19. März 2018.
  62. Obelisk soll am Spremberger Kreisverkehr stehen. In: Lausitzer Rundschau 26. September 2020.
  63. Der Obelisk und die Vorwürfe. In: Lausitzer Rundschau 22. Oktober 2020.
  64. Der Obelisk steht wieder in Spremberg. In: Lausitzer Rundschau 20. Mai 2021.
  65. Die Stadt Spremberg schlägt eine symbolische Brücke nach Spremberg. In: Lausitzer Rundschau 15. September 2021.
  66. Spremberger sorgt sich um sowjetisches Ehrenmal. In: Lausitzer Rundschau. 3. Januar 2008.
  67. Ehrenfriedhof wird neu gestaltet. In: Lausitzer Rundschau. 14. Oktober 2014.
  68. Heftiger Streit um Kranzschleifen bei Umbettung auf dem Georgenberg. In: Lausitzer Rundschau. 28. Oktober 2010.
  69. Beschluss SVV Wegbezeichnung Denkmalanlage „Hürden überwinden“. In: Lausitzer Rundschau. 25. Juli 2008.
  70. Beschluss SVV für Denkmalanlage „Hürden überwinden“. In: Lausitzer Rundschau. 13. Februar 2009.
  71. Jugendstilbrunnen sprudelt wieder. In: Lausitzer Rundschau. 12. August 2013.
  72. Verein belebt kostbaren Brunnen. In: Lausitzer Rundschau. 3. August 2013.
  73. Gedenksteine im Lapidarium zerstört. In: Lausitzer Rundschau. 12. November 2013.
  74. Lausitzer Rundschau vom 12. April 1988, Lokalseite
  75. Gedenkstein für Ernst Tschickert. In: Lausitzer Rundschau. 3. Oktober 2009.
  76. Anonymus: Adreßbuch der Kaufleute, Fabrikanten und Gewerbsleute von Brandenburg und Berlin. Nürnberg: C. Leuchs & Comp. 6. Ausg. (1877), S. 159.
  77. M. Schubert: Adressbuch der Dampfkesselbesitzer Deutschlands. Bd. 1: Provinz Brandenburg. Leipzig: Eisenschmidt & Schulze (1897), S. 115.
  78. Anonymus: Zedlitzer Straße mit Eisengießerei. In: Der Märkische Bote. 4. November 2016, abgerufen am 22. Februar 2017.
  79. Anonymus: Innerstädtische Fabrik-Brache wird immer gefährlicher. In: Lausitzer Rundschau. 13. Oktober 2015, abgerufen am 24. Februar 2017.
  80. Anonymus: Tuchfabrik Ludwig Levy Spremberg. In: Industrie.Kultur.Ost. Abgerufen am 22. Februar 2017.
  81. Karl Hellwech: Deutschlands Jubiläumsfirmen. Industrie- und Handelskammerbezirk Cottbus. Deutscher Jubiläumsverlag, Leipzig (1928), S. 61.
  82. Sandra Voß: Modell für die Zukunft? Beschäftigte übernehmen ein Krankenhaus, Beitrag vom 1. Februar 2017 in der Sendereihe Länderreport bei Deutschlandradio Kultur
  83. Eigentümerwechsel von Vattenfall zu EPH im Lausitzer Revier vollzogen. In: Lausitzer Rundschau. 30. September 2016.
  84. Dynamic Charting Tool auf www.infomine.com
  85. Rot ist die Hoffnung (Memento vom 12. April 2010 im Internet Archive). Süddeutsche Zeitung 8. April 2010
  86. Website der Kupferschiefer Lausitz GmbH
  87. Lausitzer Kupferbergwerk kommt später rbb-online.de, 26. Oktober 2013.
  88. Spremberger Kupferbergwerk rückt in weite Ferne. In: Lausitzer Rundschau 15. Mai 2014.
  89. Ortsdurchfahrt und Kreisverkehr in Spremberg freigegeben. In: www.niederlausitz-aktuell.de, 4. Juli 2018
  90. B 97: Sachsen und Brandenburg bauen Ortsumgehung Spremberg (Memento vom 4. August 2012 im Webarchiv archive.today). Veröffentlichung Medienservice Sachsen, 25. Juni 2007.
  91. Neues Eingangstor zur Stadt eröffnet. In: Lausitzer Rundschau. 7. April 2014.
  92. Klaus-Peter Ernst: Die Eisenbahngeschichte der Stadt Spremberg / Lausitz. Regia-Verlag, Cottbus 2008, ISBN 978-3-939656-79-1.
  93. Die Eisenbahn-Katastrophe bei Spremberg, Berliner Tageblatt, 8. August 1905.
  94. Nach der Eisenbahnkatastrophe, Berliner Tageblatt, 10. August 1905.
  95. Das Eisenbahnunglück in Spremberg: Text und Fotos in Der Weltspiegel, illustrierte Beilage vom Berliner Tageblatt, 13. August 1905.
  96. Spree-Neiße-Bus startet am 1. Januar 2015. In: Lausitz-Branchen. 16. Dezember 2014.
  97. Erwin-Strittmatter-Gymnasium. Homepage Erwin-Strittmatter-Gymnasium
  98. Klassen, Schülerzahlen, Lehrkräfte. Homepage Bildungsserver Berlin-Brandenburg
  99. 80. Panzerregiment, vgl. Armin Wagner, Matthias Uhl: BND contra Sowjetarmee. Ch. Links, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-461-7, S. 23.
  100. Das Ende nach fast 70 Jahren. In: Lausitzer Rundschau. 3. Januar 2004.
  101. Das letzte Symbol der Kaserne ist gefallen. In: Lausitzer Rundschau. 8. April 2004.
  102. Dahlie Stadt Spremberg.
  103. Dahlie Spremberg im Bürgergarten gepflanzt. In: Lausitzer Rundschau. 22. Mai 2009.
  104. SPB Kennzeichen wieder verfügbar. In: Lausitzer Rundschau. 21. März 2013.
  105. Spremberg hat Kontrollpunkt für Navis. In: Lausitzer Rundschau-online. 8. Juli 2014.
  106. Der Schildbürgerstreich von Spremberg. In: Lausitzer Rundschau-online. 2. Dezember 2018.
  107. Konflikt um „Perle der Lausitz“ - Ministerin äußert sich zu Spremberger Schilder-Streit. In: Lausitzer Rundschau-online. 28. Dezember 2018.
  108. Spremberger Schilder–Streit ist vorerst beigelegt. In: Lausitzer Rundschau-online. 22. August 2019.
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