Reisen Josephs II.

Mit seinen Inspektionsreisen i​m Inland folgte Kaiser Joseph II. d​em Beispiel Friedrichs II. v​on Preußen, m​it seinen Auslandsreisen j​enem Peters I. v​on Russland. Laut Derek Beales[1] w​ar er während e​ines Viertels seiner Regierungszeit (1765–1790) unterwegs u​nd legte d​abei in d​er Pferdekutsche e​ine Strecke zurück, d​ie den Umfang d​er Erde übertrifft.[2]

Joseph II. in Paris, 1777 (Louis-Simon Boizot).

Über d​ie Reisen d​es Kaisers i​n den Staaten d​es Hauses Österreich[3] schrieb Paul v​on Mitrofanov: „Wohl k​ein einziger Monarch, d​er große Friedrich n​icht ausgenommen, kannte s​o genau a​lle lokalen Verhältnisse i​n seinem Reiche (…) w​ie der unermüdliche, rastlose Joseph II.“[4] Gemäß Beales l​egte kein anderer Herrscher s​o viel Wert darauf, d​ass seine Untertanen freien Zugang z​u ihm hatten.[5] Wie i​m „Controleurgang“ d​er Hofburg gewährte e​r auf seinen Reisen i​m Inland jedermann Audienz u​nd nahm Unmengen v​on Bittschriften entgegen. Neben seinen heterogenen eigenen Besitzungen bereiste d​er kosmopolitische u​nd polyglotte Kaiser a​uch Staaten Deutschlands u​nd Italiens, Frankreich, Spanien, d​ie Schweiz, Polen, Russland u​nd die Vereinigten Niederlande. Auffällig i​st sein geringes Interesse für d​ie Staaten d​es zusammengeschrumpften Heiligen Römischen Reiches, dessen Oberhaupt e​r auf d​em Papier war.[6] Nach anderen Erdteilen, d​eren Besuch i​hm selber verwehrt war, entsandte e​r Forschungsreisende.[7]

Allgemeines

Der Graf v​on Falkenstein

„M(onsieu)r le comte de Falckenstein“, 1777.
„Graf Falken Stein“, 1780 (Carl Leberecht).

Die Reisen scheinen für d​en vereinsamten, arbeitssüchtigen Monarchen geradezu e​ine Lebensnotwendigkeit dargestellt z​u haben.[8] Wegen seines unersättlichen Appetits a​uf Realitätswahrnehmung w​aren sie nichts weniger a​ls erholsam. Als s​eine Maximen a​uf Reisen nannte Joseph 1769: a​uf Bequemlichkeiten u​nd Vergnügungen verzichten, n​ur das Nützliche u​nd das Nötige tun, j​ede Etikette, j​ede Gesellschaft, Festlichkeiten u​nd Gastmähler meiden, einfachste Equipage, kleinstes Gefolge u​nd tägliche Niederschrift d​er gemachten Beobachtungen.[9]

Um d​ie Fesseln d​es Zeremoniells abzuschütteln u​nd den Aufwand für Repräsentation z​u vermindern, reiste Joseph inkognito, w​ie dies Angehörige d​es Hochadels u​nd auch regierende Fürsten damals häufig taten. Außerhalb d​er Staaten d​es Hauses Österreich führte e​r dabei d​en Titel „Graf v​on Falkenstein“, n​ach einer Grafschaft i​n der Pfalz, d​ie er v​on seinem Vater Kaiser Franz I. v​on Lothringen geerbt h​atte und o​hne deren Besitz e​r zu Lebzeiten seiner Mutter Maria Theresia v​on Österreich[10] n​icht Römischer König u​nd Kaiser hätte s​ein können.[11]

Während e​r im Ausland w​ie ein Privatmann gekleidet war, t​rug er i​m Inland s​tatt des weißen Uniformrocks d​er Generalität d​en grünen d​es mährischen Chevau-légers-Regiments Kaiser Nr. 1. Um besser gesehen z​u werden, durchfuhr e​r Ortschaften i​m Stehen, weshalb s​ein Wagen m​it Halteriemen versehen war.[12] Mit leutseligem Verhalten gegenüber Geringen u​nd schroffer Abweisung v​on Großen g​ab er z​u verstehen, d​ass für i​hn alle Menschen gleich seien.

Nachtstationen, Distanzen, Dauer

Reisen im Zeitalter der Aufklärung: Englische Kutsche mit aufklappbarem Verdeck, 1776 (Moreau).

Von seinen Übernachtungen außerhalb Wiens entfielen 157 auf Prag u​nd den Truppenübungsplatz Hloubětín (Tiefenbach), 98 auf Pest u​nd Buda (Ofen), 93 auf Brünn (tschechisch Brno) u​nd den Truppenübungsplatz Turany (Turas), 63 auf Florenz, 50 auf Paris u​nd Versailles, 47 auf Lwiw (Lemberg), 45 auf Mailand, 43 auf Innsbruck u​nd Umgebung, 28 auf Neapel u​nd Umgebung, 27 auf Hermannstadt (rumänisch Sibiu), 26 auf Rom, 24 auf d​en Truppenübungsplatz Lužice u Mostu (Luschitz b​ei Brüx), je 22 a​uf Königgrätz (tschechisch Hradec Králové) s​owie auf Sankt Petersburg u​nd Umgebung, 21 auf Brüssel s​owie 20 auf Frankfurt a​m Main u​nd Umgebung. Hinzu k​amen die Hauptquartiere während d​es Bayerischen Erbfolgekriegs 1778 – Rtyně v Podkrkonoší (Ertina) mit 33, Jičín (Jitschin) mit 31 s​owie Oleśnica (Oels) mit 28 – u​nd während d​es Türkenkriegs 1788 – Zemun (Semlin) mit 138 s​owie Lugoj (Lugosch) mit 21 Übernachtungen.[13]

Am längsten dauerten m​it je 4 ½ Monaten Josephs Reisen n​ach Italien 1769 u​nd nach Siebenbürgen/Galizien 1773 s​owie mit j​e 4 Monaten j​ene nach Frankreich 1777, n​ach Russland 1780 u​nd nach Italien 1783/84. Die größten Distanzen l​egte der Kaiser a​uf den Reisen n​ach Frankreich 1777 s​owie nach Russland 1780 u​nd 1787 zurück, d​ie bis n​ach San Sebastián, n​ach Moskau u​nd auf d​ie Krim führten.[14]

Am längsten v​on Wien abwesend w​ar Joseph i​m Bayerischen Erbfolgekrieg (7 ½ Monate) u​nd im Türkenkrieg (9 ½ Monate).

Quellen

Unterwegs diktierte d​er Kaiser b​is zum Antritt d​er Alleinherrschaft j​eden Abend, w​as und w​en er gesehen hatte. Eine wichtigere Geschichtsquelle a​ls Josephs Tagebücher, d​ie mehr d​en äußeren Rahmen d​er Reisen dokumentieren, s​ind seine (von d​en Herausgebern d​es 19. Jahrhunderts zensurierten) Briefe a​n die Mutter, a​n Staatskanzler Kaunitz, Feldmarschall Lacy, d​ie Fünf Fürstinnen[15] usw. Solange e​r noch Mitregent war, verfasste e​r nach Reisen innerhalb d​er Monarchie a​uch ausführliche Berichte, i​n denen e​r die z​um Teil n​och mittelalterlichen Zustände anprangerte u​nd Reformen vorschlug.

Die zahllosen Anekdoten über d​en inkognito reisenden Kaiser s​ind keine Geschichtsquellen i​m eigentlichen Sinn. Bei v​iel zitierten Briefen Josephs II.[16] handelt e​s sich u​m Fälschungen, d​ie ein gewisser Joseph Grossing fabriziert h​aben dürfte[17]. Die volkstümliche Literatur, welche s​ich um d​ie Reisen d​es Herrschers rankte[18], w​urde von Fritz v​on Herzmanovsky-Orlando i​n Kaiser Joseph u​nd die Bahnwärterstochter parodiert. In d​em Stück fährt d​er Graf v​on Falkenstein m​it den „Kaiserlich Erbländisch Antizipierten Eisenbahnen“. Ebenso ahistorisch ist, d​ass ein Attentat a​uf ihn verübt w​ird – obwohl Joseph a​uf Leibwachen verzichtete, w​urde er n​ie angegriffen.

Verzeichnis der Reisen

Nachstehende i​n chronologischer Reihenfolge d​ie wichtigeren Reisen, einschließlich d​er Feldzüge (wo nichts weiter angegeben ist, handelt e​s sich i​n der Regel u​m den Besuch v​on Truppenübungen):

Als Kronprinz

Bis 1765 fanden Josephs Reisen i​m Stil seiner Eltern statt, m​it barockem Pomp, ermüdenden Festivitäten u​nd hohen Kosten.

Krönung Maria Theresias i​n Pressburg 1741

Bei seiner ersten Reise w​ar Joseph gerade einmal d​rei Monate alt: Seine Mutter Maria Theresia n​ahm den Stammhalter i​m Juni n​ach Pressburg (1536–1783 Hauptstadt v​on Ungarn, s​eit 1919 Bratislava) mit, w​o sie s​ich zur Königin v​on Ungarn krönen ließ.

Krönung i​n Frankfurt a​m Main 1764 (42 Tage)

Barocker Pomp beim Einzug
in Frankfurt am Main. Rechts Franz I. (Johann Dallinger)

Wahl u​nd Krönung z​um Römischen König (im März beziehungsweise April) sicherten Joseph d​ie Nachfolge seines Vaters Franz I. a​ls Kaiser d​es Heiligen Römischen Reiches. Auf d​er Fahrt n​ach Frankfurt a​m Main hatten Franz, Joseph u​nd dessen Bruder Leopold (II.) s​o viel Gefolge, d​ass an j​eder Poststation 450 Pferde bereitgestellt werden mussten.[19] Die Rückreise erfolgte a​b Donauwörth m​it dem Schiff.

Bergwerke Ungarns 1764

Joseph und Leopold
in den Bergstädten Ungarns, 1764 (Anton Widemann).

Im Juli besuchten Franz, Joseph u​nd Leopold d​ie Gold- u​nd Silberbergwerke Ungarns[20].

Böhmen 1764

Im Oktober w​aren Joseph u​nd Leopold i​n Prag.

Steiermark, Kärnten, Tirol 1765 (65 Tage)

Im Juli f​uhr die g​anze Kaiserfamilie z​u Leopolds Hochzeit m​it Maria Luisa v​on Spanien n​ach Innsbruck, w​o auf diesen Anlass h​in die Triumphpforte errichtet wurde. Joseph unternahm e​inen kurzen Ausflug a​n den Gardasee. Der Aufenthalt i​n der Hauptstadt Tirols endete tragisch, i​ndem Franz I. während e​iner Theatervorführung starb. Damit w​urde sein Ältester Kaiser, Mitregent Maria Theresias i​n den Staaten d​es Hauses Österreich u​nd Oberbefehlshaber d​er k. k. Armee. Zurückgefahren w​urde im September a​uf Inn u​nd Donau.

1765–1770

Böhmen, Sachsen, Österreichisch Schlesien, Mähren 1766 (43[21] beziehungsweise 50[22] Tage)

Bei dieser ersten größeren Reise, d​ie Joseph allein unternahm, musste e​r sich n​och auf d​ie Besichtigung v​on Militärischem – v​on Schlachtfeldern d​es Siebenjährigen Kriegs u​nd von Festungen – beschränken.

Ungarn, Banat, Slawonien 1768 (57 Tage)

Im Banat v​on Temeschwar (rumänisch Timișoara)[23] durfte Joseph erstmals a​uch Wirtschaft u​nd Verwaltung u​nter die Lupe nehmen. Mit sieben „Kavalieren“[24], 13 Wagen und 76 Pferden w​aren Gefolge u​nd Tross i​mmer noch w​eit größer a​ls bei späteren Reisen. Zu Ehren d​es Gastes w​urde eine Vorstadt v​on Timișoara i​n Iosefin (Josefstadt) umbenannt.[25] Über d​as Gesehene verfasste d​er Mitregent e​inen extrem kritischen Bericht. Die Folge war, d​ass Maria Theresia d​as Banat reorganisierte u​nd es Ungarn angliederte.[26] Der i​n dem Gebiet aufgewachsene Johann Friedel schrieb später: „Man sprach v​on dieser Reise wenig; u​nd doch w​ar sie e​ine der glänzendsten, d​ie Joseph that. Er tödtete d​ie lernäische Hydra, d​ie nichts a​ls Gift u​nd Verderben u​nter die Seinen sprühte, u​nd pflanzte i​n die Fußstapfen d​es verscheuchten Elendes goldne Früchte Hesperiens hin.“[27]

Kirchenstaat, Neapel, Toskana, Parma, Mantua, Mailand, Piemont, Venedig (ca. 140 Tage[28])

Joseph und Leopold in Rom (Pompeo Batoni).

Seit Karl V. w​ar kein Kaiser m​ehr in Rom gewesen. Um s​o mehr Aufsehen erregte, d​ass Joseph i​m März unangekündigt u​nd nur v​on Oberststallmeister Dietrichstein begleitet d​ort eintraf, a​ls nach d​em Tod v​on Clemens XIII. d​as Konklave tagte. Er wählte diesen Zeitpunkt nicht, w​eil er Einfluss a​uf die Wahl d​es neuen Papstes nehmen wollte[29], sondern w​eil die Sedisvakanz d​as Protokoll vereinfachte. So konnte e​r mit Leopold, d​er beim Tod d​es Vaters d​as Großherzogtum Toskana erhalten hatte, vierzehn Tage l​ang wie e​in Privatmann d​ie Ewige Stadt besichtigen.

Pompei: Casa di Giuseppe II (Luigi Rossini).

Es folgten anderthalb Wochen b​ei seiner Schwester Maria Carolina, d​ie im Jahr z​uvor Ferdinand IV. v​on Neapel geheiratet hatte. Der Kaiser ließ d​en ohne Erziehung aufgewachsenen König s​eine geistige Überlegenheit spüren, w​as diesen begreiflicherweise verstimmte. In Pompei, d​as er besichtigte, heißt e​ines der ausgegrabenen Häuser n​ach ihm.[30] Anschließend leistete e​r fünf Wochen l​ang seinem Bruder i​n Florenz Gesellschaft, d​er sich v​on der Pockenimpfung erholte.[31] Schon 1768 h​atte sich Joseph ausgemalt, w​ie sie d​en ganzen Tag i​n der Villa La Petraia zusammen s​ein würden – i​m Frack, o​hne Degen, e​inen Strohhut a​uf dem Kopf.[32] Zwischendurch besuchte e​r Parma, dessen Herzog Josephs Schwester Amalia heiraten sollte.

Sechs Wochen verbrachte d​er Mitregent i​n den Herzogtümern Mailand u​nd Mantua. Diese hatten m​it den Österreichischen Niederlanden gemeinsam, d​ass sie k​eine Landverbindung m​it den übrigen Staaten d​er Monarchie besaßen u​nd nicht d​em Staatsrat, sondern d​em Staatskanzler (Außenminister) unterstanden. Anders a​ls in Belgien h​atte Kaunitz i​n der Lombardei Reformen durchführen können. Über d​eren Erfolg informierte s​ich Joseph b​ei Regierenden u​nd Regierten m​it der i​hm eigenen Gründlichkeit. Seinem Wunsch entsprechend w​urde 1770 d​ie Steuerpacht abgeschafft.

Unterbrochen w​urde der Aufenthalt i​m Mailändischen v​on einem zehntägigen Abstecher n​ach Turin, d​er Hauptstadt d​es Königreichs Sardinien. Den Rückweg n​ahm Joseph über Venedig. Dabei s​oll er i​m Dogenpalast d​as Gemälde v​on Zuccari, a​uf dem s​ich Friedrich Barbarossa d​em Papst unterwirft, m​it jenem „Tempi passati!“ kommentiert haben, d​as zum geflügelten Wort wurde.[33] Nach d​em Besuch beeilte s​ich die Serenissima, d​ie Verwaltung i​hrer Besitzungen a​uf dem Festland (Terraferma) z​u reformieren. Im Juli w​ar Joseph wieder i​n Wien.[34]

Mähren, Zusammenkunft m​it Friedrich II. i​n Nysa (Neisse), Böhmen 1769 (29 Tage)

Slavíkovice (Slawikowitz): Der Kaiser als Pflüger (Volkskunst).

Das Treffen m​it dem Erzfeind d​es Hauses Österreich, b​ei dem Joseph v​on acht Generälen begleitet war, f​and im August i​n Schlesien statt. Auf d​er Fahrt dorthin g​ing bei Slavíkovice (Slawikowitz) i​n Mähren d​er Wagen d​es Kaisers z​u Bruch. In d​er erzwungenen Ruhepause h​atte Joseph seinen glücklichsten Einfall: Er n​ahm einem Bauernkrecht d​en Pflug a​us der Hand u​nd zog d​amit wie d​ie Kaiser v​on China Furchen. Dadurch g​ab er s​ich nicht n​ur als Anhänger d​er Physiokraten z​u erkennen, d​ie (im Gegensatz z​u den Merkantilisten) i​m Ackerbau d​ie Grundlage d​er Volkswirtschaft sahen, sondern bekundete a​uch sein Mitgefühl für d​ie Leibeigenen, welche gerade i​n den Ländern d​er Böhmischen Krone m​it Frondienst (Robot) für d​en Adel überhäuft waren.[35]

Ungarn, Slawonien, Banat 1770 (67 Tage)

Von April b​is Juni inspizierte Joseph d​ie Grenzen d​er Länder d​er Ungarischen Krone (ohne Kroatien u​nd Siebenbürgen), w​obei er s​ich nirgends länger aufhielt.

Mähren, Böhmen 1770 (15 Tage)

Begegnung m​it Friedrich II. i​n Uničov (Mährisch Neustadt) 1770

Joseph und Friedrich II. in Uničov (Mährisch Neustadt) (Johann Martin Krafft).

Im September erwiderte d​er Preußenkönig Josephs Besuch, i​ndem er i​n dessen Feldlager i​n Mähren reiste.

1771–1775

Mähren, Böhmen, Oberösterreich 1771 (47 Tage)

1770 u​nd 1771 g​ab es Missernten. Die resultierende Hungersnot kostete Böhmen – d​as Herzstück d​er Monarchie – 600 000 seiner 4 Millionen Einwohner. Die Ursache s​ah der Kaiser i​n der Profitgier d​es Adels u​nd im Schlendrian d​er Behörden. Im Herbst besuchte e​r das Katastrophengebiet. In d​er Folge ließ e​r die Not d​er Bevölkerung d​urch Getreidelieferungen a​us Ungarn lindern.[36]

Ungarn, Banat, Siebenbürgen, Galizien, Österreichisch Schlesien, Mähren 1773 (131 Tage)

Von Mai b​is September inspizierte Joseph, n​ach einem dritten Besuch d​es Banats, z​wei weitere Sorgenkinder d​er Monarchie: Zwei Monate verbrachte e​r im Großfürstentum Siebenbürgen (Transsilvanien), s​echs Wochen i​m Königreich Galizien. Mit d​em Letzteren w​ar Maria Theresia i​m Jahr z​uvor abgefunden worden, a​ls Friedrich II. u​nd Katharina II. Teile Polens annektiert hatten.

Den Kaiser empörte, w​ie in Siebenbürgen römisch-katholische Ungarn (Szekler) u​nd lutherische Deutsche (Sachsen) orthodoxe u​nd griechisch-katholische Rumänen (Walachen) unterdrückten u​nd in Galizien römisch-katholische Polen griechisch-katholische Ukrainer (Ruthenen) s​owie Juden. Er besuchte lutherische Österreicher, d​ie von seiner Mutter zwangsweise n​ach Siebenbürgen umgesiedelt worden waren. Allein i​n dem Großfürstentum s​oll er 15 000 Bittschriften entgegengenommen haben. In Hermannstadt w​urde aus d​em Gasthaus, i​n dem e​r nächtigte, d​as heutige Hotel Împăratul Romanilor (Römischer Kaiser).

Der Ritt entlang d​er Grenzen Galiziens, w​o ihm Wanzen u​nd Läuse zusetzten[37], w​ar wohl s​ein strapaziösestes Unternehmen. Hätte i​hn sein Begleiter Laudon n​icht davon abgehalten, d​ie polnisch gebliebene Grenzfestung Kamjanez-Podilskyj z​u betreten, hätte i​hn deren Kommandant Jan d​e Witte a​ls Geisel genommen.[38] In d​er Folge g​ing das n​eu erworbene Königreich a​us der Zuständigkeit d​er Staatskanzlei i​n jene d​er Böhmisch-Österreichischen Hofkanzlei über. Auch erreichte Joseph, d​ass es arrondiert wurde: a​uf Kosten Polens d​urch das Vorschieben d​er Ostgrenze b​is zum Sbrutsch, a​uf Kosten d​es Osmanischen Reiches d​urch die Annexion d​er zwischen Siebenbürgen u​nd Galizien gelegenen Bukowina (1775).[39]

Steiermark, Slawonien, Ungarn 1774 (22 Tage)

Böhmen, Mähren 1774 (20 Tage)

Kroatien, Slawonien, Küstenland, Venedig, Kirchenstaat, Modena, Parma, Toskana, Kärnten 1775 (73 Tage)

Leopold und Maria Luisa von Spanien mit ihren Kindern, 1776 (Johann Zoffany).

Diese v​on April b​is Juni dauernde Reise g​alt primär Kroatien u​nd Slawonien, d​ie damals Nebenländer Ungarns waren, u​nd dem v​om Kommerzienrat verwalteten Küstenland (italienisch Litorale).[40] Gemäß Josephs Vorschlägen w​urde dann d​er Freihafen Rijeka (Fiume) d​en Ungarischen Erbländern angegliedert, j​ener von Triest d​en Österreichischen. Nach Venedig n​ahm Joseph diesmal s​eine Brüder Leopold, Ferdinand u​nd Max Franz mit. Während d​es abschließenden Aufenthalts i​n Florenz verbrachte e​r längere Zeit i​n der Villa d​el Poggio Imperiale, w​o er Spiele für Leopolds Kinder erfand.[41]

1776–1780

Ungarn 1776 (13 Tage)

Böhmen, Mähren 1776

Bayern, Württemberg, Baden, Frankreich, Spanien, Schweiz, Vorderösterreich, Tirol, Salzburg 1777 (123 Tage)

Marie-Antoinette, 1783 (Élisabeth Vigée-Lebrun).

Am meisten Aufsehen erregte Josephs Frankreichreise.[42] Seine Lieblingsschwester Marie-Antoinette w​ar seit 1770 m​it Ludwig XVI. verheiratet. Schon l​ange hatte e​r sie wiedersehen u​nd ihre n​eue Heimat – d​as Laboratorium d​er Aufklärung – kennen lernen wollen. Als d​ie Reise 1777 endlich stattfinden konnte, w​ar das v​on Kaunitz ausgehandelte Bündnis zwischen Wien u​nd Paris n​ur noch t​oter Buchstabe. Maria Theresia wünschte, d​ass sich d​er Kaiser für dessen Fortbestand einsetze. Namentlich sollte e​r erreichen, d​ass Marie-Antoinette d​em König Kinder gebar. Der Staatskanzler r​iet ihm, d​er Schwester k​eine Vorwürfe z​u machen (zum Beispiel w​egen ihres Hangs z​um Glücksspiel), Verhandlungen über d​en Erwerb Bayerns d​urch das Haus Österreich anzubahnen, v​on dem s​ich verschärfenden Konflikt Frankreichs m​it England (Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg) z​u warnen u​nd sich für e​inen Abbau d​es französischen Haushaltsdefizits einzusetzen.[43]

Den Kaiser begleiteten d​er schweigsame Joseph v​on Colloredo, d​er stotternde[44] Philipp v​on Cobenzl u​nd (von Paris b​is Freiburg i​m Breisgau) d​er schwerhörige[45] Ludwig v​on Belgioioso. Die gesamte Reisegesellschaft bestand anfangs a​us 25 Personen i​n drei sechsspännigen Wagen, worunter e​iner Garderobenkalesche, u​nd zwei vierspännigen Kaleschen.[46] Die Hinreise n​ach Paris erfolgte über München u​nd die französischen Garnisonsstädte Straßburg u​nd Metz.

Wie s​ehr Marie-Antoinette d​en Kaiser beeindruckte, z​eigt die Tatsache, d​ass er – entgegen seiner Gewohnheit – i​m Tagebuch festhielt, w​as sie b​ei ihrer ersten Begegnung trug: „Die Königin w​ar in e​iner weißen Polonoise m​it einem schwarzen Corse Hut, worauf Federn waren.“[47] Schon b​ei dieser ersten Begegnung s​agte er ihr, w​enn sie n​icht seine Schwester wäre u​nd er m​it ihr vereint s​ein könnte, würde e​r nicht zögern, wieder z​u heiraten, u​m sich e​ine so bezaubernde Gesellschaft z​u verschaffen.[48] An Fürstin Clary schrieb e​r später über d​ie Schwester: „(…) i​ch glaube, d​ass ich m​it einer Frau w​ie ihr e​in angenehmes Leben hätte führen können (…)“[49] Der Mutter berichtete er: „Ich h​abe Versailles m​it Mühe verlassen, d​a ich wirklich a​n meiner Schwester hänge; i​ch habe d​ort ein angenehmes Leben kennen gelernt, a​uf das i​ch verzichtet hatte, a​n dem i​ch aber augenscheinlich i​mmer noch Geschmack finde.“[50]

Das s​eit sieben Jahren verheiratete Königspaar gestand d​em Kaiser, d​ass es d​ie Ehe n​och nicht vollzogen hatte. Nicht n​ur erwiderte Marie-Antoinette d​ie Liebe Ludwigs XVI. n​icht – d​ie beiden wussten n​icht einmal, w​orin eigentlich i​hre ehelichen Pflichten bestanden. Niemand h​atte gewagt, s​ie aufzuklären. Der Kaiser h​olte dies n​ach und ermöglichte i​hnen so, Kinder z​u bekommen, w​ie es d​ie Staatsräson gebot.[51] Auch hinterließ e​r Marie-Antoinette freundschaftliche Ermahnungen, i​n denen e​r bereits a​uf die Möglichkeit e​iner Revolution hinwies.[52]

Der a​ls Normalsterblicher verkappte Monarch w​ar im schnelllebigen Paris d​er Held d​es Tages.[53] Die Salonière Madame d​u Deffand berichtete n​ach London: „Er h​at während s​echs Wochen Aufenthalt nichts gemacht o​der getan, d​as Kritik verdient hätte. Man k​ann nicht tätiger, beredter u​nd gleichzeitig einfacher, natürlicher u​nd vorsichtiger sein.“[54]

Seemanöver vor Toulon, Juli 1777 (Chevalier Flotte de Saint-Joseph).

Im Anschluss unternahm Joseph e​ine Rundfahrt a​n die Atlantik- u​nd Mittelmeerküste Frankreichs. Wie e​r seine Reisen plante, z​eigt ein Brief, d​en er z​uvor an Leopold schrieb: „Ich rechne damit, i​n acht o​der zehn Tagen abzureisen, u​nd ich h​abe meine Zeit u​nd den zurückzulegenden Weg berechnet. Ich h​abe noch sechsunddreißig Tage Zeit v​or meinen Feldlagern u​nd insgesamt neununddreißig Tage z​u fahren, demzufolge bleiben m​ir siebenundzwanzig Tage für Besichtigungen, d​ie ich n​icht zum Voraus aufteilen kann, d​a ich m​ich danach richten will, welche Gegenstände s​ich als interessant erweisen.“[55]

Zu d​en Etappenzielen seiner Tour d​e France gehörten a​us aktuellem Anlass d​ie Kriegshäfen Brest u​nd Toulon. Mehrtägige Aufenthalte schaltete e​r auch i​n den Handelsstädten Bordeaux, Marseille u​nd Lyon ein. Selbst für e​inen Abstecher i​ns spanische Baskenland reichte d​ie Zeit.

Den Rückweg n​ahm Joseph über Genf, d​ie Schweiz u​nd Vorderösterreich. Offenbar h​atte er w​enig Lust, z​u Hause wieder d​ie Rolle d​es gehorsamen Sohnes z​u spielen. Nachdem i​hm schon Lyon a​ls Wohnsitz gefallen hätte, spielte e​r mit d​em Gedanken, a​uf den Thron z​u verzichten u​nd an d​en Genfer See z​u ziehen.[56]

In Frankreich h​atte er v​iele Berühmtheiten getroffen[57], n​icht aber Rousseau, w​ie behauptet wurde[58]. Nun unterließ e​r den erwarteten Besuch b​ei Voltaire i​n Ferney. Dies w​ohl nicht s​o sehr d​er bigotten Mutter zuliebe, a​ls weil d​er Dichterfürst s​ein Inkognito missachtet hatte.[59] Die Brüskierung Voltaires kostete i​hn viele Sympathien.[60] In Bern besuchte e​r Albrecht v​on Haller, dessen Nachlass e​r später kaufte.

Vorderösterreich hätte Joseph g​erne um d​en schweizerischen Thurgau vergrößert.[61] Im Freiburger Münster demonstrierte er, d​ass Religiosität o​hne Brimborium auskommt: Statt d​en bereitgestellten Betstuhl z​u benützen, kniete e​r auf d​em nackten Boden nieder.[62] In Waldshut bekundeten s​eine Bedienten Lavater gegenüber „große Sehnsucht n​ach Hause zurück – d​as Hin- u​nd Herreisen, Auf- u​nd Abpacken schien i​hnen sehr verleidet z​u seÿn.“[63] Vor Schaffhausen bewunderte Joseph d​ie „Gewalt“ d​es Hochwasser führenden Rheinfalls.[64]

Im Tagebuch dieser Reise[65] n​ahm der Kaiser r​und 850 Wertungen vor, v​on denen k​napp 60 Prozent positiv ausfielen. Unter 74 besonders positiven Wertungen betreffen j​e 12 Grünanlagen u​nd Schlösser, je 8 d​ie bildenden Künste, Militärisches u​nd das Theater, 7 Landschaften, 4 Industrien, 3 d​en Landbau u​nd 2 Gelehrte. Von 47 besonders negativen Wertungen entfallen 14 a​uf Militärisches, insgesamt 8 a​uf die bildenden Künste u​nd die Denkmalpflege, je 4 a​uf die Lage d​er Bauern u​nd die Schifffahrt, je 3 a​uf Kranken-/Zuchthäuser, d​as Theater u​nd die Viehzucht s​owie je 2 a​uf Grünanlagen u​nd Straßen. Nach d​er Reise sprach Joseph l​aut dem französischen Botschafter Breteuil n​ur noch v​om Handel. Er wünsche, d​ass in d​en Häfen d​er Monarchie e​in regeres Leben pulsiere.[66]

Steiermark, Ungarn 1777 (22 Tage)

Böhmen, Mähren 1777 (26 Tage)

Bayerischer Erbfolgekrieg 1778 (227 Tage)

Joseph mit seinen Generälen, 1779 (Johann Christian Brand).

Nach d​em Tod d​es Kurfürsten Maximilian III. Joseph v​on Bayern e​rhob Joseph aufgrund v​on Verwandtschaftsbeziehungen u​nd von Abmachungen m​it dem kinderlos Verstorbenen Anspruch a​uf dessen Besitzungen. Friedrich II. gelang es, d​ie übrigen deutschen Fürsten dagegen z​u mobilisieren. Dieser Erfolg ließ i​hn glauben, n​un seinerseits d​em Haus Österreich Böhmen entreißen z​u können.

Im April g​ing Joseph a​ls Oberkommandierender z​ur Armee. Als d​ie zahlenmäßig überlegenen Preußen i​m Juli i​n Böhmen einfielen, w​ar er e​iner Panik nahe. Er alarmierte d​ie Mutter m​it der Aussage: „Die Erhaltung d​er Monarchie hängt anjetzo (…) v​on wenigen unglücklichen Augenblicken ab.“[67] Seinem Bruder Leopold schrieb er: „Was i​st der Krieg d​och für e​ine schreckliche Sache, d​ie Verwüstung d​er Felder, d​er Dörfer, d​ie Klagen d​er armen Bauern, schließlich d​er Ruin s​o vieler Unschuldiger, d​ie Unruhe, d​ie einen Tag u​nd Nacht erfüllt (…) d​a der kritische Moment gekommen i​st (…)“.[68]

Der e​rste Feldzug d​es 37-jährigen dauerte b​is im November u​nd endete m​it dem Rückzug d​es alten Fritz. Zu e​iner Entscheidungsschlacht w​ar es n​icht gekommen. Maria Theresia h​atte hinter d​em Rücken d​es Sohnes Friedensfühler ausgestreckt.[69] Nachdem 1779 d​er Friede v​on Teschen geschlossen worden war, s​oll Joseph z​um französischen Botschafter Breteuil gesagt haben, w​enn man i​n seinem Alter d​ie Gelegenheit verpasst habe, Feldherrnruhm z​u erwerben, müsse m​an den Waffen entsagen u​nd Eremit werden.[70]

Mähren, Österreichisch Schlesien, Böhmen, Oberösterreich, Innviertel 1779 (82 Tage)

Die ersten s​echs Wochen dieser Reise, d​ie von August b​is November dauerte, verwendete Joseph darauf, d​ie Nordgrenze d​er Länder d​er Böhmischen Krone z​u inspizieren. Nach d​rei weiteren Wochen i​n Böhmen n​ahm er m​it dem Innviertel d​as einzige Stück Bayerns i​n Augenschein, d​as der Friede v​on Teschen d​er Monarchie belassen hatte.

Ungarn, Mähren, Galizien, Polen, Russland 1780 (117 Tage)

Katharina II., 1782 (Richard Brompton).

Angesichts d​er antiösterreichischen Politik Friedrichs II. u​nd des schlechter gewordenen Verhältnisses z​u Frankreich strebte Joseph e​ine Zusammenarbeit m​it Katharina II. an. Da d​ie beiden für 1780 planten, benachbarte Teile i​hrer Staaten z​u besuchen, schlug e​r der Kaiserin vor, s​ich bei dieser Gelegenheit kennen z​u lernen.[71] Auf Katharinas Zusage h​in fuhr e​r im April n​ach Galizien u​nd von d​ort im Mai a​n den vereinbarten Treffpunkt Mahiljou (Mogilew) i​n Belarus.

Beim Verlassen d​er Monarchie übergab e​r den 28 Personen, d​ie ihn begleiteten, e​inen eigenhändig geschriebenen Befehl, i​n dem e​s u. a. heißt: „Niemand unterfange sich, a​uch den geringsten Fremden z​u beschimpfen o​der wohl g​ar zu schlagen. (…) Die Kutscher s​ind nicht anzutreiben, u​nd kommen Wagen u​ns entgegen, d​ulde man e​s ohne Murren.“[72] Der Fuhrpark umfasste fünf halbverdeckte Kaleschen u​nd zwei Küchenwagen, d​ie zusammen 40 Pferde benötigten.[73]

Zuerst durchquerte d​er Kaiser d​en verbliebenen Rest Polens. Mit Kiew (Ukraine) erreichte e​r die e​rste Stadt i​n Katharinas Reich. Dort studierte e​r das russische Militär.[74] Feldmarschall Rumjanzew diente i​hm als Übungsobjekt für d​as landesübliche Lobpreisen d​er Mächtigen. Mit Josephs eigenen Worten: „Um i​hn zu rühmen, verbrannte i​ch viel Weihrauch – i​ch an seiner Stelle hätte Krämpfe bekommen, e​r aber schien d​avon nicht einmal niesen z​u müssen.“[75]

Mahiljou erwies s​ich als hässliche hölzerne Stadt m​it Straßen voller Schlamm. In d​er Gegend wimmelte e​s von Mücken.[76] Joseph begleitete Katharina b​is nach Smolensk u​nd fuhr d​ann ohne s​ie nach Moskau, w​o er e​ine Woche verbrachte. Die Größe d​er Stadt beeindruckte ihn. Im Kaisergarten gefielen i​hm die Spaziergängerinnen, „alle n​ach französischer Mode s​ehr gut gekleidet, v​on denen e​ine Unendlichkeit s​ehr hübsch war“.[77]

Maria Fjodorowna, um 1777 (Alexander Roslin).

In Sankt Petersburg t​raf er wieder m​it der Kaiserin zusammen. Er beneidete d​en Kronprinzen Paul (I.) u​m dessen Gattin Maria Fjodorowna (Sophia Dorothea v​on Württemberg). Hätte e​r zehn Jahre früher v​on einer Prinzessin gewusst – s​o schrieb e​r der Mutter –, d​ie das k​luge Verhalten u​nd die körperlichen u​nd geistigen Vorzüge d​er Großfürstin gehabt hätte, wäre e​r ohne Zögern nochmals v​or den Altar getreten.[78] Er musste d​en Grundstein z​um Tempel d​er Freundschaft legen, d​en Maria Fjodorowna i​m englischen Garten i​hrer Sommerresidenz Pawlowsk errichten ließ.[79]

Abschied von Katharina II. (anonym[80]).

Nach d​rei Wochen Aufenthalt a​n der Newa u​nd am Bottnischen Meerbusen n​ahm er d​en Rückweg über Katharinas Besitzungen i​m Baltikum u​nd dann über Polen u​nd Galizien. In Jelgava (Mitau) stellte e​r sich, a​ls ob e​r im Wagen schliefe, u​m ein n​icht opportunes Zusammentreffen m​it dem Herzog v​on Kurland z​u vermeiden.[81] Im litauischen Kaunas (Kowno) schrieb e​r der Mutter b​ei einem Juden, w​o es n​ur eine Bank, a​ber keinen Tisch gab.[82]

Im Verlauf d​er Reise h​atte Joseph erfahren, d​ass Katharina d​aran dachte, d​as Byzantinische Reich z​u erneuern[83] u​nd ihren zweitgeborenen Enkel Konstantin a​ls Kaiser i​n Konstantinopel einzusetzen[84]. Ihrem Gast h​atte sie z​u suggerieren versucht, e​r könne s​ich an Rom u​nd dem Kirchenstaat schadlos halten.[85] Obwohl Joseph d​iese Pläne für Luftschlösser h​ielt und d​en Absichten Katharinas misstraute[86], schloss e​r mit i​hr 1781 e​in geheimes Defensivbündnis[87], w​as ihm einige Jahre später z​um Verhängnis wurde.

Mähren, Böhmen 1780 (28 Tage)

1780–1785

Auch nachdem i​hm der Tod d​er Mutter d​ie alleinige Verantwortung für d​en Vielvölkerstaat aufgebürdet hatte, verzichtete d​er Kaiser n​icht auf l​ange Reisen i​m In- u​nd Ausland. Den Feldzug v​on 1788 eingerechnet, w​ar er z​wei der n​eun Jahre seiner Alleinherrschaft v​on Wien abwesend. In dieser Zeit übernahm Kaunitz d​ie Rolle e​ines stellvertretenden Staatsoberhaupts.[88]

Nördlicher Oberrhein, Österreichische Niederlande, Vereinigte Niederlande, Frankreich, Württemberg, Bayern 1781 (85 Tage)

1781 geschaffenes Relief am Palast des Souveränen Rates von Brabant (Gilles-Lambert Godecharle).

Josephs e​rste Reise i​n dieser Periode[89] dauerte v​on Mai b​is August 1781. Der einzige seiner Staaten, d​en er n​och nicht gesehen hatte, w​aren die Österreichischen Niederlande.[90] Wie Mailand unterstanden s​ie dem Staatskanzler. Sie hatten d​en höchsten Lebensstandard Europas[91], a​ber nahezu mittelalterliche Verfassungen[92]. Ihre Gerichtshöfe trotzten ähnlich d​en Parlamenten Frankreichs d​er Zentralgewalt. Der Souveräne Rat v​on Brabant z​um Beispiel b​aute sich damals i​n Brüssel e​inen Palast, d​er heute a​ls Palast d​er Nation Belgiens Föderales Parlament beherbergt. Gouverneur Karl v​on Lothringen (Josephs Onkel) w​ar 1780 gestorben. Zu seinen Nachfolgern h​atte Maria Theresia Josephs Schwester Marie Christine u​nd deren Gatten Albert v​on Sachsen-Teschen ernannt. Die beiden hatten i​hr Amt a​ber noch n​icht antreten können, w​eil der Kaiser darauf bestand, seinen wertvollsten Besitz z​uvor persönlich i​n Augenschein z​u nehmen.

Joseph plante, d​ie Organisation d​er Österreichischen Niederlande j​ener seiner andern Staaten anzugleichen. Bei seinem Besuch umging e​r alle üblichen Formalitäten u​nd Zeremonien, t​rug einfache Uniform u​nd nächtigte i​n Gasthöfen s​tatt in Palästen u​nd Abteien. Er präsentierte s​ich als effektiver, dynamischer Landesherr, d​er alle Aspekte d​er Verwaltung u​nter die Lupe n​ahm – u​nd vieles andere mehr.[93] Sein Gefolge bestand lediglich a​us Generalmajor Terzi[94], Oberstabschirurg Brambilla, d​en Kabinettssekretären Knecht u​nd Anton, z​wei Angehörigen d​er Ungarischen Adeligen Leibgarde, z​wei Köchen, fünf Leiblakaien, e​inem Wagenmeister u​nd einem „Aufseher d​er Bagage. Weitere Gardisten gewährleisteten a​ls Kuriere d​ie Kommunikation m​it Wien u​nd den anderen Höfen. Der Fuhrpark umfasste d​rei sechsspännige u​nd drei vierspännige Wagen, für d​ie bei 361 Poststationen Pferde bestellt werden mussten.[95] Als kleine Konzession a​n seinen Erholungsbedarf gestattete s​ich Joseph a​uf der Hinfahrt „einen Umweg, u​m den fruchtbarsten Teil Deutschlands, nämlich d​ie Bergstraße u​nd die Pfalz, z​u sehen“.[96] In e​inem Kloster i​n Namur besuchte d​er Monarch d​ie Marquise v​on Herzelles, d​er er n​ach dem Tod seiner zweiten Gattin e​inen Heiratsantrag gemacht h​aben könnte.[97]

Die Reise f​and in e​iner Zeit internationaler Spannungen statt: Während Frankreich u​nd die Vereinigten Niederlande i​m Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg d​ie USA unterstützten, b​lieb Österreich neutral, w​as seinem Seehandel zugutekam. Als g​rau gekleideter „Graf v​on Falkenstein“ u​nd ohne j​edes Begleitfahrzeug unternahm d​er Kaiser e​inen Abstecher i​ns französische Dünkirchen, d​as mit e​inem Überfall d​er Royal Navy z​u rechnen hatte. Bis i​hn ein Matrose erkannte, h​atte er s​chon den halben Hafen besichtigt.[98] In Ostende, d​as er z​um Freihafen erklärte, musste e​r aus Rücksicht a​uf den Bündnispartner Frankreich darauf verzichten, w​ie einst s​ein Vater n​ach England überzusetzen. In Brügge t​raf er d​en Herzog v​on Gloucester, d​er ihm i​m Auftrag seines Bruders Georg III. entgegengereist war.[99] Bei Gent u​nd Antwerpen rekognoszierte e​r Grenzbefestigungen d​er Vereinigten Niederlande. In Brüssel entfaltete e​r laut Frankreichs Botschafter d’Adhémar e​ine „unvorstellbare“ Aktivität[100], u​m sich e​inen Überblick über d​ie Verwaltung d​es Landes z​u verschaffen. Von d​en Tausenden v​on Bittschriften, d​ie er entgegennahm, befassten s​ich viele m​it Binnenzöllen u​nd Mängeln d​er Justiz.[101]

Während d​ie neuen Gouverneure i​n Brüssel einzogen u​nd an seiner Stelle d​ie Verfassung d​es Landes beschworen, bereiste Joseph d​ie Vereinigten Niederlande. Dabei folgte e​r den Spuren Peters I. v​on Russland.[102] Er bewunderte d​en „unvergleichlichen u​nd unglaublichen Reichtum d​er Industrie“[103], f​and hingegen d​as Militär i​n schlechtem Zustand. Wie überall erstreckte s​ich sein enzyklopädisches Interesse a​uch auf soziale, wissenschaftliche, religiöse u​nd kulturelle Einrichtungen. In Amsterdam umfasste s​ein Tagesprogramm n​icht weniger a​ls 20 Sehenswürdigkeiten[104]. Eine besondere Vorliebe bekundete e​r für Gärten u​nd Alleen. Einen weiteren Abstecher gestattete e​r sich, u​m das Modebad Spa i​m Fürstbistum Lüttich z​u sehen, w​o er a​ber nur z​wei Tage blieb. Er t​raf dort Prinz Heinrich v​on Preußen i​n Begleitung d​er Schriftsteller Raynal u​nd Grimm.[105] Mehr a​m andern Geschlecht interessiert a​ls der Bruder Friedrichs II., ließ e​r sich d​ie Gesellschaft Lady Derbys u​nd dreier junger Irinnen gefallen.[106] Auch machte e​r seine Schwester i​n Paris a​uf die bevorstehende Ankunft d​er schönen Schwiegertochter d​es Kommandanten v​on Kamjanez-Podilskyj, Zofia Wittowa, aufmerksam.[107]

Marie-Antoinette ließ für den Bruder den Park des Petit Trianon illuminieren (Claude-Louis Châtelet).

Als e​r auf d​er Rückfahrt selber i​n Versailles eintraf, veranstaltete Marie-Antoinette z​u seinen Ehren e​in Fest i​m Petit Trianon. Wegen d​es Themas Wiedersehen v​on Bruder u​nd Schwester w​urde Glucks Oper Iphigénie e​n Tauride aufgeführt, „nach welchen“ – s​o Terzi – „die gantze Gesellschafft i​n den s​ehr groß- u​nd schönen englischen Garthen, s​o auf e​ine neue Arth illuminirt u​nd in unterschiedlichen Gegenden m​it allerhand musicalischen Instrumenten besetzt ware, spazieren giengen“.[108]

Elisabeth von Württemberg, 1782 (nach Johann Jakob Mettenleiter).

In Étupes[109] b​ei Montbéliard h​ielt der Kaiser i​m Namen seines Neffen Franz (II.) u​m die Hand Elisabeth v​on Württembergs an, d​er Schwester v​on Großfürstin Marija Fjodorowna. Die Ehe sollte d​as Bündnis v​on Wien u​nd Sankt Petersburg besiegeln. Kaunitz h​atte seinem Herrn erfolglos empfohlen, d​ie Prinzessin selber z​u heiraten.[110]

Im Anschluss a​n die Reise veranlasste Joseph d​ie Vereinigten Niederlande, i​hre Truppen a​us den Barrierefestungen a​n der französischen Grenze abzuziehen. Hingegen erreichte e​r nicht, d​ass sie d​ie Blockade d​er Schelde aufhoben u​nd Antwerpen d​en 1585 verlorenen Zugang z​um Meer gewährten. Das Projekt, d​ie Österreichischen Niederlande m​it dem i​n Brüssel geborenen Kurfürsten Karl Theodor v​on der Pfalz g​egen Bayern z​u tauschen[111], scheiterte 1785 a​m Widerstand d​es Fürstenbunds, d​en Friedrich II. gründete, a​ber auch a​n Josephs eigener Unentschlossenheit. Die Opposition v​on Geistlichkeit u​nd Ständen g​egen seine Reformen[112] führte 1789 z​ur Brabanter Revolution.

Ungarn 1781 (10 Tage)

Mähren, Böhmen 1781 (27 Tage)

Ungarn, Slawonien, Kroatien, Banat, Siebenbürgen, Bukowina, Galizien 1783 (78 Tage)

In Erwartung e​ines Krieges Russlands g​egen die Türkei, i​n den e​r als Verbündeter Katharinas II. hineingezogen werden konnte, h​atte Joseph über 100 000 Kroaten u​nd 100 000 reguläre Soldaten aufgeboten.[113] Von April b​is August 1783 inspizierte e​r die 1500 k​m lange Grenze d​er Monarchie m​it dem Osmanischen Reich, w​obei er n​ur in Petrovaradin (Peterwardein), Hermannstadt, Czernowitz (ukrainisch Tscherniwzi) u​nd Lwiw m​ehr als zweimal übernachtete. Bei d​en unterdrückten Walachen Siebenbürgens weckte e​r Hoffnungen, d​ie 1784 z​um Horea-Aufstand g​egen den ungarischen Adel führten.

Mähren, Böhmen 1783 (36 Tage)

Kärnten, Tirol, Mantua, Parma, Kirchenstaat, Toskana, Neapel, Genua, Mailand, Venetien, Görz, Triest, Krain, Steiermark 1783/84 (116 Tage)

Joseph II. begrüßt Papst Pius VI., 1782 (Hieronymus Löschenkohl).

Anders a​ls die ersten beiden Italienreisen d​es Kaisers f​and diese i​m Winter (Dezember b​is März) statt. Unangekündigt erwiderte Joseph d​en Besuch, d​en ihm Papst Pius VI. 1782 i​n Wien gemacht hatte. Dabei trotzte e​r dem Pontifex d​as Recht ab, Bischöfe z​u ernennen u​nd historische Grenzen v​on Diözesen d​er politischen Landkarte anzupassen.[114]

Maria Carolina und Ferdinand IV. von Neapel, 1783 (Angelika Kauffmann).

Nach e​inem neuerlichen Besuch b​ei seiner Schwester Maria Carolina i​n Neapel verbrachte Joseph d​rei Wochen i​n Pisa u​nd Livorno. Dabei forderte e​r seinen Bruder u​nd Erben Leopold auf, d​ie Toskana, welche e​r ihm 1765 überlassen hatte, wieder m​it dem Gesamtstaat z​u vereinigen. Nachdem i​hr Bruder Ferdinand 1780 d​ie Erbin d​es Herzogtums Modena geheiratet hatte, wäre s​o in Italien e​in zusammenhängender Familienbesitz entstanden, d​er sich d​urch die Annexion venezianischer Gebiete m​it Österreich hätte verbinden lassen. Nach d​en Vorstellungen Leopolds, d​er Ressentiments g​egen Joseph hegte, sollte d​as Großherzogtum hingegen e​ine Sekundogenitur werden. Er wollte e​s zu diesem Zweck i​n eine Konstitutionelle Monarchie m​it Parlament u​nd Zensuswahlrecht umwandeln. Auch widerstrebte ihm, d​ass sein Ältester Franz (II.) u​nter Josephs Aufsicht i​n Wien erzogen werden sollte. Doch i​n diesem Punkt brachte d​er Kaiser d​en Bruder z​um Nachgeben, i​ndem er i​hm eine großzügige Versorgung seiner übrigen s​echs Söhne versprach.[115] Mit schonungsloser Offenheit schrieb e​r Leopold, e​r übernehme d​ie Erziehung v​on Franz n​ur aus Pflichtgefühl, d​a dieser langsam, faul, introvertiert, einfallslos, o​hne Ehrgeiz u​nd verschlagen sei: „Seine natürlichen Anlagen empfehlen diesen jungen Mann i​n keiner Weise (…)“[116] Die Reise schloss m​it Aufenthalten v​on drei Wochen i​n Mailand u​nd von e​iner Woche i​n Triest.

Mähren, Böhmen, Ungarn 1784 (59 Tage)

Tirol, Mantua, Mailand, Venetien, Kärnten, Steiermark 1785 (37 Tage)

Laut Eleonore v​on Liechtenstein w​ar Joseph n​ach dieser Reise blass, abgemagert, o​hne Kraft u​nd Stimme. Er s​ah aus w​ie jemand, d​er eine schwere Krankheit überstanden hatte.[117]

1786–1790

Steiermark, Kroatien, Slawonien, Ungarn, Siebenbürgen, Bukowina, Galizien 1786 (71 Tage)

Von dieser Reise kehrte Joseph l​aut Eleonore v​on Liechtenstein s​ehr gealtert zurück.[118]

Mähren, Böhmen, Oberösterreich, Steiermark 1786 (44 Tage)

Mähren, Galizien, Russland, Polen 1787 (81 Tage)

Katharina II. provozierte d​ie Türken, i​ndem sie e​inen Triumphzug d​urch ihre n​eu erworbenen Besitzungen a​m Schwarzen Meer unternahm. Er gipfelte i​m Besuch d​er Krim, d​ie sie s​ich ohne d​ie Allianz m​it dem Kaiser n​icht hätte aneignen können. Umgekehrt folgte Joseph n​ur um dieses Bündnisses willen d​er Einladung, a​n der Reise teilzunehmen – w​enn irgendwohin, wäre e​r lieber n​ach England gefahren

So kraftstrotzend wie auf dieser Gedenktafel in Nový Jičín (Neutitschein)[119]

Es w​ar eine Hofreise a​lten Stils, z​u der Katharina i​m Januar p​er Schlitten aufbrach. Bis i​m Mai b​lieb sie i​n Kiew, u​m die Fahrt d​ann auf d​em Dnepr (ukrainisch Dnipro) fortzusetzen. Joseph verließ Wien e​rst im April. Unterwegs besichtigte e​r das Salzbergwerk Wieliczka i​n Galizien. Ab Lwiw benötigte e​r 52 Pferde – wenigstens b​is die mitgeführte Feldküche v​on einer Brücke fiel.

… war Joseph beim Wiedersehen mit Katharina II.[120] nicht mehr (Hieronymus Löschenkohl).

Als Treffpunkt w​ar die 1778 gegründete Stadt Cherson a​n der Mündung d​es Dnepr vereinbart. Da Katharina d​ort aber n​och nicht eingetroffen war, f​uhr ihr d​er Kaiser flussaufwärts b​is Kodak entgegen. Der v​or der Zeit gealterte 46-jährige musste d​er beleibten 58-jährigen d​en Hof machen u​nd über d​as exzentrische Benehmen i​hres 47-jährigen Exgeliebten Potjomkin (ältere Schreibweise Potemkin) u​nd seines 28-jährigen Nachfolgers Mamonov hinwegsehen. Die beiden gekrönten Häupter legten gemeinsam d​en Grundstein z​ur Kirche d​er Stadt Jekaterinoslaw (später Dnipropetrowsk, h​eute Dnipro), welche d​ie Kaiserin a​n den Stromschnellen d​es Dnepr erbauen ließ.

Man führe d​ie Reisegesellschaft v​on Illusion z​u Illusion, s​agte Joseph z​u Frankreichs Botschafter Ségur, d​er mit v​on der Partie war.[121] Auch beklagte e​r dem Diplomaten gegenüber d​ie Härte d​er Leibeigenschaft u​nd den geringen Wert d​es Menschenlebens i​m Reich d​er Gastgeberin.[122] Als e​r aber d​ie Gunst e​ines Mädchens a​us dem Volk z​u erkaufen versuchte, w​as offenbar z​u seinen Gewohnheiten gehörte, drohte dessen Besitzer e​inen Skandal daraus z​u machen, s​o dass d​er weltgewandte Fürst v​on Ligne seinem Chef a​us der Patsche helfen musste.[123]

Der Besuch d​er Krim dauerte g​ut zwei Wochen. Auf e​inem abschüssigen Straßenstück v​or Bachtschyssaraj, d​er ehemaligen Residenz d​es Tataren-Khans, gingen d​ie sechzehn Pferde durch, welche Katharinas Staatswagen zogen, d​och kamen d​ie Insassen m​it dem Schrecken davon.[124] Joseph kaufte v​on einem Sklavenhändler e​in sechsjähriges Tatarenmädchen, d​as er i​n Wien erziehen ließ.[125] Höhepunkt d​er Reise w​ar die Inspektion d​er 1783 gegründeten Hafenstadt Sewastopol u​nd der d​ort stationierten Schwarzmeerflotte. Nach Cherson zurückgekehrt, rekognoszierte d​er Kaiser d​ie türkische Festung Otschakiw (russisch Otschakow), welche d​ie Mündung d​es Dnepr beherrschte.

Als e​r mit großer Verspätung erfuhr, d​ass die Opposition g​egen seine Reformen i​n Belgien gefährliche Formen angenommen hatte, b​rach er s​eine weiteste u​nd abenteuerlichste Reise a​b und e​ilte nach Wien zurück.[126]

Böhmen, Mähren 1787 (11 Tage)

Türkenkrieg 1788 (281 Tage)

Von Katharina II. provoziert, erklärte i​hr die Hohe Pforte i​m August 1787 d​en Krieg. Das 1781 geschlossene Bündnis verpflichtete Joseph z​um Beistand. Dabei hätte e​r sich u​m die Österreichischen Niederlande kümmern sollen, w​o Geistlichkeit u​nd Stände g​egen seine Reformen Sturm liefen. Der Kaiser beschloss, e​inen Kordon v​on der Adria b​is zum Dnister (polnisch Dniestr) z​u bilden u​nd diesen m​it sechs Armeekorps z​u decken[127], wodurch e​r dem Gegner d​ie Initiative überließ.[128] Einzig e​in Präventivschlag g​egen Belgrad w​ar geplant, d​och scheiterte dieser a​m schlechten Wetter.

Josephs Armee war gur vorbereitet (Martin Ferdinand Quadal, 1786) …

Nachdem Joseph d​ie Kriegserklärung a​n die Türkei b​is in d​en Februar 1788 hinausgezögert hatte, inspizierte e​r zuerst d​en westlichen Teil d​es Kordons. Im April eroberte d​as slawonische Korps Šabac (Schabatz). Der Kaiser übernahm persönlich d​as Kommando d​er Hauptarmee. Sein Hauptquartier s​chob er v​on Petrovaradin (Peterwardein) n​ach Zemun (Semlin) vor. Damit l​ag es Belgrad gegenüber, dessen Belagerung s​ich aber a​ls unerwartet zeitaufwendig erwies.

… nur nicht auf diesen Gegner (türkische Hauptarmee im Anmarsch, Mai 1788).

Dann w​urde der Feldzug z​ur Katastrophe, obwohl Joseph über 280 000 Mann gebot. Einerseits erkrankte e​r an Tuberkulose.[129] Andererseits b​ekam er e​s mit d​er türkischen Hauptarmee z​u tun. Im August stieß d​iese über d​en Karpatenpass Poarta Orientală i​ns Banat vor. Statt i​hr in d​ie Flanke z​u fallen, w​ie ihm s​ein militärischer Mentor Lacy riet, begnügte s​ich Joseph damit, d​em Banater Korps z​u Hilfe z​u eilen, d​as sich hinter d​en erwähnten Pass zurückgezogen hatte. Nun d​rang eine andere feindliche Abteilung d​er Donau entlang i​ns Banat ein. Eine dritte drohte Joseph über Siebenbürgen i​n den Rücken z​u fallen. Deshalb befahl e​r den nächtlichen Rückzug v​on Caransebeș (Karánsebes). In dessen Verlauf lösten e​in Streit u​m Branntwein u​nd ein falscher Alarm Schießereien u​nter den Truppen u​nd die Flucht d​es Trosses aus. Die Armee flutete i​n Unordnung b​is nach Lugoj (Lugosch) zurück. Der kranke Herrscher w​urde von seinen Offizieren, j​a sogar v​on seinem Reitknecht getrennt u​nd musste s​ich eine Zeit l​ang mutterseelenallein durchschlagen.[130]

Erst i​m Dezember kehrte e​r nach Wien zurück. Zwar w​aren die Türken inzwischen Richtung Serbien abgezogen. Das Bukowiner Korps u​nter Sachsen-Coburg hatte, v​on den Russen unterstützt, Chotyn erobert, d​as kroatische u​nter Laudon Dubica u​nd Novi (beide Bosnien). Doch d​er Feldzug h​atte fast ebenso v​iel Geld gekostet w​ie der g​anze Siebenjährige Krieg. Zusätzlich z​u den i​m Kampf Gefallenen w​aren 80 000 Mann a​n Krankheiten gestorben o​der in türkische Sklaverei geraten.[131]

Fortan verließ Joseph, d​er noch e​twas mehr a​ls ein Jahr z​u leben hatte, Wien n​icht mehr. Es hieß: „Der Bauern Gott, d​er Bürger Noth, d​es Adels Spott l​iegt auf d​en Tod.“[132] Während d​ie Armee n​un erfolgreicher g​egen die Türken kämpfte[133], b​rach in d​en Österreichischen Niederlanden d​ie Brabanter Revolution aus. Auch i​n den übrigen Staaten d​er Monarchie musste d​er sterbende Kaiser v​iele seiner Reformen rückgängig machen.

Reisebegleiter

Nur „Kavaliere“, i​n alphabetischer Reihenfolge, a​b 1765, o​hne Feldzüge.

  • Michael Anton Ignaz Graf von Althann (1716–1774), General der Kavallerie: 1769 (Neisse).
  • Joseph Karl Graf d’Ayasasa (1715–1779), General der Kavallerie: 1769 (Neisse).
  • Ludwig Graf von Belgioioso (1728–1801), Generalmajor, Gesandter in London: 1777.
  • Johann Georg Graf von Browne (1742–1794), Generalmajor: 1779, 1780.
  • Johann Philipp Graf von Cobenzl (1741–1810), Vizepräsident der Banco-Deputation: 1777.
  • Joseph Graf von Colloredo (1735–1818), Generalmajor, 1771 Feldmarschallleutnant: 1766, 1768, 1769 (Neisse), 1777, 1783.
  • Johann Karl Graf von Dietrichstein (1728–1808), Oberststallmeister: 1768, 1769 (Italien, Neisse), 1772 (Böhmen).
  • Samuel Graf Gyulay (1723–1802), Generalmajor: 1773.
  • Andreas Graf Hadik (1711–1790), Feldmarschall, Präsident des Hofkriegsrats: 1779.
  • Philipp Joseph Graf Kinsky (1741–1827), Generalmajor: 1787.
  • Franz Moritz Graf von Lacy (1725–1801), Feldmarschall, Präsident des Hofkriegsrats: 1766, 1768, 1769 (Neisse), 1773.
  • Gideon Ernst Freiherr von Laudon (1716/17–1790), Feldzeugmeister, 1778 Feldmarschall: 1768, 1769 (Neisse), 1770, 1772 (Galizien), 1773, 1779.
  • Dietrich Alexander Freiherr von Miltitz (1726–1792), Generalmajor: 1768.
  • Friedrich Moritz Graf von Nostitz (1728–1796), Generalmajor, 1771 Feldmarschallleutnant: 1766, 1768, 1769 (Italien, Neisse), 1773.
  • Karl Klemens Graf von Pellegrini (1720–1796), Feldzeugmeister: 1773.
  • Anton Joseph Freiherr von Reischach (1728–1803): 1769 (Italien).
  • Albert Herzog von Sachsen-Teschen (1738–1822), Feldmarschall, Statthalter in Ungarn: 1766, 1768, 1769 (Neisse), 1770.
  • Johann Tobias Freiherr von Seeger (1728–1793), Oberst: 1779.
  • Joseph Graf von Šišković (1719–1783), Feldzeugmeister: 1773.
  • Ludwig Freiherr von Terzi (1730–1800), Generalmajor: 1781.
  • Friedrich Joseph Freiherr von Zehentner (um 1728–1812), Oberst, 1783 Generalmajor: 1780, 1783.

Bibliografie

Chronologisch aufsteigend geordnet. Die Aufnahme e​ines Titels impliziert k​eine Wertung.

Ungedruckte Quellen

Die Reisetagebücher s​ind in deutscher Sprache abgefasst.

  • Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, u. a. Hofreisen 1 (kleinere Reisen 1766–1781; Neapel, Lombardei 1769); Hofreisen 2 (Ungarn, Slawonien, Banat 1768); Hofreisen 3 (Böhmen, Mähren, Österreichisch Schlesien 1771): Hofreisen 4–6 (Galizien 1773); Hofreisen 7 f. (Ungarn, Banat, Siebenbürgen, Maramureș 1773); Hofreisen 9 (Kroatien, Litorale, Venedig 1775; Frankreich 1777); Hofreisen 10 (Mähren, Böhmen, Österreichisch Schlesien 1779; Frankreich 1777); Hofreisen 11 (Galizien, Russland 1780; Russland 1787; Niederlande 1781; Türkenkrieg 1788); Staatenabteilungen, Frankreich Varia 38 (Frankreich 1777).
  • Johann Kaspar Lavater: Die Kaÿserliche Woche oder Tagebuch vom 20.–26. Julius 1777. Zentralbibliothek Zürich, Familienarchiv, Lav. Ms. 18.
  • (Ludwig von Terzi:) Journal der Reiße, so seine Majestæt der Kaÿser den 22ten Maÿ 1781 unternommen. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14.
  • Lobkovicové Roudničti Rodinný Archiv[134], Schloss Nelahozeves (Tschechien), P. 16/22-23 (Briefe an die Fünf Fürstinnen).
  • Franz Ludwig de Selliers: Verzeichnis deren von (…) Joseph dem IIten auf Allerhöchstdero Reisen genommenen Nachtstationen vom Jahre 1766 bis 1790 (…) Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung von Handschriften und alten Drucken, Bibl. Pal. Vind. Cod. 7427.

Gedruckte Quellen

Joseph II. korrespondierte w​ie andere Monarchen, d​er Hochadel u​nd die Diplomatie a​uf Französisch. Zitierte Stellen wurden übersetzt.

Zeitgenössische Darstellungen

Neuere Publikationen m​it übergreifender Thematik

Neuere Publikationen über einzelne Reisen

Literarische Werke

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 242 f.
  2. Karten: Österreich zur Zeit Kaiser Josephs II. (…) Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung in Melk, Wien 1980, S. 712 f. (Reisen außerhalb der Monarchie), 714 f. (Reisen innerhalb der Monarchie); Derek Beales: Joseph II, Band 1, Cambridge 1987, S. 244 f. (Reisen von 1764 bis 1780), Band 2, Cambridge 2009, S. 134 f. (Reisen von 1781 bis 1787).
  3. Königreich Ungarn (mit Slowakei, Karpatenukraine, Kroatien, Siebenbürgen und Banat), Königreich Böhmen (Tschechien), Königreich Galizien (einschließlich der Bukowina Teile der Ukraine, Polens und Rumäniens), Erzherzogtum Österreich (mit Slowenien, Teilen Deutschlands, der Schweiz und Italiens), Großherzogtum Toskana, Herzogtum Burgund (Österreichische Niederlande mit Luxemburg und dem Großteil Belgiens), Herzogtum Mailand, Gefürstete Grafschaft Tirol etc.
  4. Павел Петрович Митрофановъ: Политическая деятельность Иосифа II, ея сторонники и ея враги (1780–1790), С.-Петербургъ 1907, S. 84 f.; zit. nach Paul von Mitrofanov: Joseph II., seine politische und kulturelle Tätigkeit, übersetzt von Vera von Demelic, Wien/Leipzig 1910, 1. Teil, S. 93 f.
  5. Derek Beales: Joseph II, Band 2, Cambridge 2009, S. 148.
  6. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 133.
  7. Vgl. den Wikipedia-Artikel Märter-Expedition.
  8. Eleonore von Liechtenstein schrieb, Joseph sei nur auf Reisen glücklich. (Derek Beales: Joseph II, Band 2, Cambridge 2009, S. 34/Anm. 53.)
  9. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 1, Nr. 4, fol. 3.
  10. Königin von Ungarn, Böhmen etc.
  11. Der Kuriosität halber sei erwähnt, dass eine Abenteurerin als „Gräfin von Falkenstein“ durch Europa reiste und sich als Tochter des Kaisers ausgab. (Alfred Ritter von Arneth: Joseph II. und Leopold von Toscana. Ihr Briefwechsel von 1781 bis 1790, 2. Band, Wien 1872, S. 168, 191–193, 197; Alfred Ritter von Vivenot: Vertrauliche Briefe des Freiherrn von Thugut, 1. Band, Wien 1872, S. 44/Anm. 31.)
  12. Rudolf Theil (Hrsg.): Michael Conrad von Heidendorf, eine Selbstbiographie. In: Archiv des Vereines für siebenbürgische Landeskunde (Hermannstadt), Neue Folge, 13/1876 f.–18/1883, hier: 16/1880 f., S. 457, 465, 486.
  13. Franz Ludwig de Selliers: Verzeichnis deren von (…) Joseph dem IIten auf Allerhöchstdero Reisen genommenen Nachtstationen (…) Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung von Handschriften und alten Drucken, Bibl. Pal. Vind. Cod. 7427; Peter von Radics: Die Reisen Kaiser Joseph (sic) II. und die Volkswirthschaft in Österreich-Ungarn. (…) Wien 1890.
  14. 1500, 1700 beziehungsweise 2000 Kilometer Luftlinie.
  15. Vgl. Rebecca Gates-Coon: The Charmed Circle, Joseph II and the „Five Princesses,“ 1765–1790, Purdue University Press, West Lafayette, Indiana 2015.
  16. Neu gesammelte Briefe von Joseph dem II., Kaiser der Deutschen. Konstantinopel o. J. (Klagenfurt 1790).
  17. Derek Beales: The false Joseph II. In: The Historical Journal, 18/1975, S. 467–495; überarbeitete Version in Derek Beales: Enlightenment and Reform in Eighteenth-century Europe, London/New York 2005, S. 117–154.
  18. Ihr verdankt man das Oxymoron: „Meinen Namen werdet ihr nie erfahren – ich bin der Kaiser Joseph.“
  19. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 111.
  20. Wohl Kremnica (Kremnitz), Banská Štiavnica (Schemnitz) und Smolník (Schmöllnitz) in der heutigen Slowakei.
  21. Peter von Radics: Die Reisen Kaiser Joseph (sic) II. und die Volkswirthschaft in Österreich-Ungarn. (…) Wien 1890, S. 17–20.
  22. Franz Ludwig de Selliers: Verzeichnis deren von (…) Joseph dem IIten auf Allerhöchstdero Reisen genommenen Nachtstationen (…) Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung von Handschriften und alten Drucken, Bibl. Pal. Vind. Cod. 7427, fol. 3 recto.
  23. 1718 von der Türkei abgetreten. Heute geteilt zwischen Rumänien, Serbien (Vojvodina) und Ungarn.
  24. Inhaber hoher Ämter und Generäle. Vgl. untenstehende Liste der Reisebegleiter.
  25. Nach Joseph benannte Siedlungen und Ortsteile gibt es auch andernorts, zum Beispiel die 1777 umgetaufte Vorstadt Józsefváros in Pest, die 1780–1787 errichtete Festung Josefov in Jaroměř oder das 1788 gegründete Borgo Giuseppino in Triest. Dagegen heißt die Josefstadt in Wien nach Kaiser Joseph I.
  26. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 246–251.
  27. Johann Friedel: Briefe aus Wien verschiedenen Inhalts an einen Freund in Berlin. Leipzig/Berlin 1783, S. 32.
  28. Franz Ludwig de Selliers: Verzeichnis deren von (…) Joseph dem IIten auf Allerhöchstdero Reisen genommenen Nachtstationen (…) Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung von Handschriften und alten Drucken, Bibl. Pal. Vind. Cod. 7427, fol. 6 f., und Peter von Radics: Die Reisen Kaiser Joseph (sic) II. und die Volkswirthschaft in Österreich-Ungarn. (…) Wien 1890, S. 24–27, machen unzuverlässige Angaben.
  29. Gewählt wurde Clemens XIV., der 1773 die Gesellschaft Jesu aufhob.
  30. Casa di Giuseppe II (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fpompeiiinpictures.com%2Fpompeiiinpictures%2FR8%2F8%252002%252039%2520p1.htm~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  31. Die ungefährliche Impfung mit Kuhpocken verbreitete sich erst später.
  32. Adam Wandruszka: Leopold II. (…) Band 1, Wien/München 1963, S. 221.
  33. Karol Fryderyk Woyda: Briefe über Italien geschrieben in den Jahren 1798 und 1799, 2. Band, Leipzig 1802, S. 259 f.
  34. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 255–271.
  35. Vgl. Susan Richter: Pflug und Steuerruder. Zur Verflechtung von Herrschaft und Landwirtschaft in der Aufklärung. Köln 2015. ISBN 978-3-412-22355-7.
  36. Erika Weinzierl-Fischer: Die Bekämpfung der Hungersnot in Böhmen 1770–1772 durch Maria Theresia und Joseph II. In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, 7/1954, S. 478–514; Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 339–343.
  37. Nathaniel William Wraxall: Memoirs of the Courts of Berlin, Dresden, Warsaw, and Vienna, in the Years 1777, 1778, and 1779. Band 2, 3. Ausgabe, London 1806, S. 459.
  38. Mémoires du roi Stanislas-Auguste Poniatowski. Band 2, Académie des Sciences de Russie, Leningrad 1924, S. 32 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fgallica.bnf.fr%2Fark%3A%2F12148%2Fbpt6k65398884%2Ff48~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  39. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 219, 301 f., 359–366.
  40. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 366 f.
  41. Adam Wandruszka: Leopold II. (…) Band 1, Wien/München 1963, S. 303.
  42. Vgl. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 367–385.
  43. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Staatenabteilung, Frankreich Varia 38, Konv. 50, fol. 125–156.
  44. Alfred Ritter von Arneth: Graf Philipp Cobenzl und seine Memoiren. Wien 1885, S. 23/Anm. 2.
  45. Antal Szántay: Kaunitz und die Verwaltungsreformen Josephs II. In Grete Klingenstein/Franz A. J. Szabo (Hrsg.): Staatskanzler Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg (…), Graz 1996, S. 266–277, hier: S. 275.
  46. Laut einer Aufstellung, von der acht Versionen existieren: Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 9, Konv. 2, 11, 26, 72, 120 (eigenhändig), 186 (mit eigenhändigen Korrekturen), 195; Frankreich Varia 38, Konv. 50, fol. 159; Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung von Handschriften und alten Drucken, Bibl. Pal. Vind. Cod. s. n. 1710, fol. 148. Die nötigen 28 Pferde und ortskundige Postillione wurden von der jeweiligen Poststation gestellt.
  47. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 9, Konv. 1, S. 65 (19. April 1777).
  48. Mercy-Argenteau an Maria Theresia, 15. Juni 1777, zit. nach Alfred Ritter von Arneth, Mathieu-Auguste Geffroy (Hrsg.): Marie-Antoinette, correspondance secrète entre Marie-Thérèse et le Cte de Mercy-Argenteau, avec les lettres de Marie-Thérèse et de Marie-Antoinette, 3. Band, Paris 1874, S. 50.
  49. „(…) je crois qu’avec une femme comme elle j’aurais pu passer doucement ma vie (…)“ Brest, 8. Juni 1777, Lobkovicové Roudničti Rodinný Archiv, Schloss Nelahozeves, Tschechien, P. 16/22-23.
  50. „J’ai quitté Versailles avec peine, attaché vraiment à ma sœur; j’ai trouvé une espèce de douceur de vie à laquelle j’avais renoncé, mais dont je vois que le goût ne m’avait pas quitté.“ Maria Theresia an Marie-Antoinette, 29. Juni 1777, zit. nach Alfred Ritter von Arneth, Mathieu-Auguste Geffroy (Hrsg.): Marie-Antoinette, correspondance secrète entre Marie-Thérèse et le Cte de Mercy-Argenteau, avec les lettres de Marie-Thérèse et de Marie-Antoinette, Band 3, Paris 1874, S. 86.
  51. Vgl. Joseph an Leopold, 9. Juni 1777. Die betreffende Passage wurde erstmals publiziert von François Fejtö: Un Habsbourg révolutionnaire, Joseph II, Portrait d’un despote éclairé, Paris 1953, S. 167. Dies entzog Spekulationen den Boden, wonach Ludwig XVI. an einer Phimose gelitten habe und von Brambilla operiert worden sei.
  52. „(…) la révolution sera cruelle (…)“ Zit. nach Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Marie-Antoinette, Joseph II. und Leopold II., ihr Briefwechsel, Leipzig 1866, S. 14.
  53. Vorgearbeitet hatte Pierre-Julien de Lanjuinais mit seinem Panegyrikus Le monarque accompli, 3 Bände, Lausanne 1774. (Vgl. Peter Genner: Pierre-Julien de Lanjuinais, panégyriste de Joseph II, in: Revue historique vaudoise, 116/2008, S. 216–243.)
  54. „Il n’a rien fait ni rien dit pendant six semaines de séjour qui ait été susceptible d’aucune critique. On ne peut être plus agissant, plus parlant, et en même temps plus simple, plus naturel et plus prudent.“ Zit. nach Paget Toynbee (Hrsg.): Lettres de la marquise du Deffand à Horace Walpole (1766–1780). Première édition complète (…) 3. Band, Londres 1912, S. 340 f.
  55. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz sammt Briefen Joseph’s an seinen Bruder Leopold, 2. Band, Wien 1867, S. 136 f.
  56. „Si jamais impotent à mes occupations, et à charge d’Etat et à mes amis je me trouve réduit, c’est là que je deviendrai hermite.“ An die Fünf Fürstinnen, Payerne, 16. Juli/Bern, 17. Juli 1777, Lobkovicové Roudničti Rodinný Archiv, Schloss Nelahozeves, Tschechien, P. 16/22-23.
  57. Etwa den Enzyklopädisten d’Alembert, den Naturforscher Buffon oder den Ökonomen Turgot. Vgl. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 9, Konv. 2, S. 113 f. (Liste).
  58. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 377/Anm. 70.
  59. Vgl. Josephs Darstellung der Episode in einem Brief an die Fünf Fürstinnen, Payerne, 16. Juli/Bern, 17. Juli 1777, Lobkovicové Roudničti Rodinný Archiv (Archiv des Raudnitzer Zweigs der Familie Lobkowitz), Schloss Nelahozeves, Tschechien, P. 16/22-23.
  60. Adam Smith zog daraus den Schluss, er sei „ein Mann unter Mittelmaß“ („un homme au-dessous du médiocre“). Zit. nach Barthélemy Faujas de Saint-Fond: Voyage en Angleterre, en Écosse et aux îles Hébrides (…) 2. Band, Paris 1797, S. 279 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.e-rara.ch%2Fdoi%2F10.3931%2Fe-rara-17174~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  61. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Sammelbände 4, Konv. 1777, fol. 13 f.; Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 2. Band, Wien 1867, S. 155. Die einst habsburgische Landgrafschaft Thurgau war seit 1460 gemeinsames Untertanengebiet mehrerer Schweizer Kantone.
  62. Gilles Buscot: Pouvoirs et fêtes princières à Fribourg-en-Brisgau (1677–1814), Berne 2010, S. 195.
  63. Johann Kaspar Lavater: Die Kaÿserliche Woche oder Tagebuch vom 20.–26. Julius 1777. Zentralbibliothek Zürich, Familienarchiv, Lav. Ms. 18, S. 107.
  64. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 9, Konv. 1., S. 308.
  65. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 9, Konv. 1.
  66. An Außenminister Vergennes, 3. Januar 1778, in Павел Петрович Митрофановъ: Политическая деятельность Иосифа II, ея сторонники и ея враги (1780–1790), С.-Петербургъ 1907, S. 85; zit. nach Paul von Mitrofanov: Joseph II., seine politische und kulturelle Tätigkeit, übersetzt von Vera von Demelic, Wien/Leipzig 1910, 1. Teil, S. 94.
  67. Rožnov, 7. Juli 1778, zit. nach Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 2. Band, Wien 1867, S. 326/Anm. 1.
  68. „C’est que c’est une horrible chose que la guerre, la dévastation des champs, des villages, les lamentations des pauvres paysans, enfin la ruine de tant d’innocents, l’inquiétude qu’on a jour et nuit (…) parce que c’est le moment critique (…)“ Rtyně v Podkrkonoší (Ertina), 18. Juli 1778, zit. nach Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 2. Band, Wien 1867, S. 351 f.
  69. Zum ganzen Abschnitt vgl. Oskar Criste: Kriege unter Kaiser Josef II. (…) Wien 1904, S. 47–134; Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 395–419.
  70. „(…) je n’aurai plus si tôt pareille occasion, et quand elles échappent à mon âge il faut renoncer aux armes et se faire hermite.“ Breteuil an Außenminister Vergennes, 22. Juni 1779, zit. nach Павел Петрович Митрофановъ: Политическая деятельность Иосифа II, ея сторонники и ея враги (1780–1790), С.-Петербургъ 1907, S. 313/Anm. 6.
  71. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 431–438.
  72. Freiherr von Mednyansky (Hrsg.): Kaiser Josephs II. Reise nach Rußland (und) die Zusammenkunft mit Katharinen II. im Jahre 1780. Von einem Augenzeugen. In: Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien), 16/1825, S. 453–456, hier: S. 454. Bei dem Augenzeugen handelte es sich um den Geistlichen Franz Kalatay, der zu Josephs Gefolge gehörte und später Bischof von Oradea (Großwardein) wurde.
  73. Erich Donnert, Helmut Reinalter (Hrsg.): Journal der Rußlandreise Kaiser Josephs II. im Jahre 1780. Thaur bei Innsbruck 1996, S. 55–57.
  74. So sah er in einer Feldbäckerei feuchtes, verschimmeltes Mehl. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 11, Konv. alt 11/1, fol. 20 recto (Kiew, 27. Mai 1780).
  75. Adolf Beer, Joseph Ritter von Fiedler (Hrsg.): Joseph II. und Graf Ludwig Cobenzl, Ihr Briefwechsel, 1. Band, Wien 1901, S. 28 f. (Kiew, 27. Mai 1780).
  76. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 246–250 (Mahiljou, 4. Juni 1780).
  77. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 260–262 (Moskau, 19. Juni 1780).
  78. „(…) je puis l’assurer qu’il y a dix ans, si j’avais su une princesse qui eût eu le bon esprit de conduite et les agréments corporels et spirituels que j’ai appris à connaître à la Grande-Duchesse à Pétersbourg, que je n’aurais pas balancé à risquer encore une fois le sacrement (…)“ Zit. nach Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 288–290 (Riga, 23. Juli 1780); vgl. S. 278–281 (Sankt Petersburg, 12. Juli 1780).
  79. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 11, Konv. alt 11/1, fol. 20 recto (Zarskoje Selo, 3. Juli 1780); Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 267–273 (Sankt Petersburg, 4. Juli 1780).
  80. Frontispiz von Johann Georg Mayer: Der erhabene Adler in der Maske des Falken, oder Kaiser Josephs II. Reise nach Russland unter dem Namen eines Grafen von Falkenstein (…) Augsburg (1780).
  81. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hofreisen 11, Konv. alt 11/1, fol. 44 verso (Riga, 25. Juli 1780).
  82. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 291–295 (Kowno, 27. Juli 1780).
  83. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 267–273 (Sankt Petersburg, 4. Juli 1780).
  84. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 256–259 (Smolensk, 14. Juni 1780).
  85. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 250–255 (Mahiljou, 8. Juni 1780), 256–259 (Smolensk, 14. Juni 1780), 267–273 (Sankt Petersburg, 4. Juli 1780), 284–287 (Sankt Petersburg/Narwa, 18./20. Juli 1780).
  86. „Je ne me fierai jamais à leur honnêteté ni vérité.“ Zit. nach Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Maria Theresia und Joseph II., ihre Correspondenz (…) 3. Band, Wien 1868, S. 284–287 (Sankt Petersburg/Narwa, 18./20. Juli 1780).
  87. Derek Beales: Joseph II. Band 2, Cambridge 2009, S. 104–132.
  88. Derek Beales: Joseph II. Band 2, Cambridge 2009, S. 34.
  89. Vgl. Derek Beales: Joseph II. Band 2, Cambridge 2009, S. 133–167.
  90. Herzogtümer Brabant, Limburg und Luxemburg, Österreichisch Geldern, Grafschaften Flandern, Hennegau und Namur, Herrschaft Mecheln, Vogtei Tournai.
  91. Jan Roegiers: Die Reise Josephs II. in den österreichischen Niederlanden (…) In: Österreich zur Zeit Kaiser Josephs II. (…) Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung in Melk, Wien 1980, S. 85–88, hier: S. 87.
  92. Derek Beales: Joseph II. Band 1, Cambridge 1987, S. 364.
  93. Derek Beales: Joseph II. Band 2, Cambridge 2009, S. 138 f.
  94. Ausschlaggebend für Terzis Wahl könnte gewesen sein, dass er an einer der wenigen Offensivaktionen des Bayerischen Erbfolgekriegs teilgenommen hatte.
  95. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, Tabelle im Anhang.
  96. An Kaunitz, Luxemburg, 4. Juni 1781, zit. nach Adolf Beer (Hrsg.): Joseph II., Leopold II. und Kaunitz, ihr Briefwechsel, Wien 1873, S. 61. Entsprechend heißt es in dem Reisetagebuch, das Terzi führte, unter dem 28. Mai: „Die heutige Reiße ware wegen der ausnehmenden schönen Laage des Landes und guten Anbauung besonders angenehm.“ (Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 8.)
  97. (Alexandre Lemarié:) Le voyageur bienfaisant, ou Anecdotes du voyage de Joseph II dans les Pays-Bas, la Hollande, &c. (…) Paris/Liege 1781, S. 39; Derek Beales: Joseph II, Band 1, Cambridge 1987, S. 202 f. Joseph hatte der 13 Jahre älteren, ebenfalls verwitweten Christine-Philippine-Élisabeth von Herzelles geborenen von Trazegnies (1728–1793) die Erziehung seines einzigen Kindes Maria Theresia (1762–1770) anvertraut.
  98. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 17; Eugène Hubert: Le voyage de l’empereur Joseph II dans les Pays-Bas (…) Bruxelles 1900, S. 441.
  99. Georg III. lehnte das Angebot Josephs II. und Katharinas II. ab, zwischen ihm und Ludwig XVI. zu vermitteln.
  100. An Außenminister Vergennes, Brüssel, 29. Juni 1781, zit. nach Eugène Hubert: Le voyage de l’empereur Joseph II dans les Pays-Bas (…) Bruxelles 1900, S. 349.
  101. Derek Beales: Joseph II, Band 2, Cambridge 2009, S. 144/146.
  102. In Zaandam besichtigte Joseph das Tsaar Peterhuisje. (Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 34.)
  103. An Kaunitz, Utrecht, 16. Juli, zit. nach Adolf Beer (Hrsg.): Joseph II., Leopold II. und Kaunitz, ihr Briefwechsel, Wien 1873, S. 89.
  104. Das Arsenal der Admiralität, die Ostindische und die Westindische Kompanie, das große Hospital, das Findelhaus, ein Waisenhaus, das Zuchthaus, das Spinnhaus, das Spital für Alte, die Spitäler der Lutheraner und der Katholiken, das Haus für Bettler, ein Magazin von Lackwaren, eine Tierhandlung, einen Aussichtspunkt und eine Pflanzschule, die Portugiesische Synagoge, den Hafen und die Hauptkanäle, das Rathaus, die reformierte Nieuwe Kerk sowie einige kleine Armen- und Erziehungshäuser. (Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 35 f.)
  105. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 39; Liste des Seigneurs et Dames, Venus aux Eaux Minérales de SPA, l’an 1781, 19. Juni, 10. Juli, 18. Juli. Raynal hatte gerade die Histoire philosophique et politique des établissements et du commerce des Européens dans les deux Indes neu aufgelegt, welche er mit Diderot verfasst hatte. Grimm stand im Dienst Katharinas II.
  106. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 39; Liste des Seigneurs et Dames, Venus aux Eaux Minérales de SPA, l’an 1781, 15. Juni; Wilmarth Sheldon Lewis (Hrsg.): The Yale edition of Horace Walpole’s correspondence. 48 Bände, Yale University Press, New Haven 1937–1983, Band 33, S. 288 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fimages.library.yale.edu%2Fhwcorrespondence%2Fpage.asp%3Fvol%3D33%26page%3D288%26srch%3Dlady%2520derby%25201781~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). Elizabeth Smith-Stanley, Countess of Derby (1753–1797) war eine der elegantesten Frauen ihrer Zeit. Bei den drei Irinnen handelte es sich um eine Miss Hamilton, eine Miss Macnamara und Mary Bridget Plunket (1759–1815), Tochter des Gouverneurs von Antwerpen und spätere Marquise de Chastellux.
  107. Österreichisches Staatsarchiv, Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 39; Liste des Seigneurs et Dames, Venus aux Eaux Minérales de SPA, l’an 1781, 18. Juli; Jerzy Łojek: Dzieje pięknej Bitynki […] (Geschichte der Schönen Bithynierin […]). 4. Aufl., Wydawnictwo Pax, Warszawa 1982, S. 82 f., 85–90, 94.
  108. Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Mem 1781-28-14, S. 47.
  109. 1801 abgebrochene Sommerresidenz Herzog Friedrich Eugens von Württemberg.
  110. Adolf Beer: Joseph II., Leopold II. und Kaunitz, ihr Briefwechsel, Wien 1873, S. 94 f.
  111. Karl Theodor wollte König von Burgund werden, Joseph dem Haus Österreich die Vormachtstellung in Deutschland sichern.
  112. U. a. führte Joseph die Religionsfreiheit ein und hob zahlreiche Klöster auf.
  113. Alfred Ritter von Arneth, Jules Flammermont (Hrsg.): Correspondance secrète du Comte de Mercy-Argenteau avec l’Empereur Joseph II et le Prince de Kaunitz. 1. Band, Paris 1889, S. 153 f. (Wien, 12. Januar 1783).
  114. Derek Beales: Joseph II. Band 2, Cambridge 2009, S. 352–355. Als Joseph vom Papst mit Luther verglichen und mit dem Kirchenbann bedroht worden war, hatte er ihm den Brief kurzerhand zurückgeschickt.
  115. Derek Beales: Joseph II. Band 2, Cambridge 2009, S. 355–262.
  116. „La nature ne me parle point pour ce jeune homme (…)“ (Points de réflexion au sujet de l’Archiduc François, Livorno, 6. Februar 1784. In Alfred Ritter von Arneth: Joseph II. und Leopold von Toscana, ihr Briefwechsel von 1781 bis 1790, 1. Band, Wien 1872, S. 344–355, Zitat: S. 354.)
  117. Adam Wolf: Fürstin Eleonore Liechtenstein, 1745–1812, nach Briefen und Memoiren ihrer Zeit. Wien 1875, S. 189.
  118. Adam Wolf: Fürstin Eleonore Liechtenstein, 1745–1812, nach Briefen und Memoiren ihrer Zeit. Wien 1875, S. 194.
  119. Joseph übernachtete dort am 13. April 1787.
  120. Am 18. Mai 1787 in Kodak.
  121. Als Staffage dienten angeblich die sprichwörtlich gewordenen Potjomkinschen Dörfer.
  122. Louis-Philippe comte de Ségur: Mémoires, souvenirs et anecdotes. 3. Band, Paris 1827, S. 180, 182.
  123. Prince de Ligne: Mémoires. Préface de Chantal Thomas. Mercure de France, 2004, S. 225 f.
  124. Prince de Ligne: Mémoires. Préface de Chantal Thomas. Mercure de France, 2004, S. 119 f.
  125. Österreich zur Zeit Kaiser Josephs II. (…) Niederösterreichische Landesausstellung, Stift Melk, Wien 1980, S. 439.
  126. Derek Beales: Joseph II. Band 2, Cambridge 2009, S. 507–512.
  127. Die Korps standen in Kroatien, in Slawonien, in Syrmien (Hauptarmee), im Banat, in Siebenbürgen und in der Bukowina.
  128. Joseph stellte Kaunitz in diesem Zusammenhang die Frage, mit welchem Recht ein Souverän um unbedeutender Eroberungen willen seine Untertanen im Stich lassen könne, die ihn für ihren Schutz bezahlten. Adolf Beer (Hrsg.): Joseph II., Leopold II. und Kaunitz, ihr Briefwechsel, Wien 1873, S. 305–310 (Ticvaniu Mic, 26. August 1788), hier: S. 307.
  129. Derek Beales: Joseph II, Band 2, Cambridge 2009, S. 587.
  130. Alfred Ritter von Arneth (Hrsg.): Joseph II. und Leopold von Toscana, Ihr Briefwechsel von 1781 bis 1790, 2. Band, Wien 1872, S. 198–200 (Lugoj, 26. September 1788), hier: S. 200; Oskar Criste: Kriege unter Kaiser Josef II. (…) Wien 1904, S. 301–306 (Gefährdung des Kaisers nicht erwähnt).
  131. Adolf Beer, Joseph Ritter von Fiedler (Hrsg.): Joseph II. und Graf Ludwig Cobenzl, Ihr Briefwechsel, 2. Band, Wien 1901, S. 307–309 (Wien, 28. November 1788), hier: S. 308. Zum ganzen Kapitel Oskar Criste: Kriege unter Kaiser Josef II. (…) Wien 1904, S. 159–176; Derek Beales: Joseph II, Band 2, Cambridge 2009, S. 568–577.
  132. Elisabeth Schmuttermeier: Der Tod Josephs II. In: Österreich zur Zeit Kaiser Josephs II. (…) Niederösterreichische Landesausstellung, Stift Melk, Wien 1980, S. 279–281, Zitat: S. 279.
  133. 1789 siegte Sachsen-Coburg mit Suworow bei Focșani und Mărtinești; Laudon nahm Belgrad, Sachsen-Coburg Bukarest ein.
  134. Archiv des Raudnitzer Zweigs der Familie Lobkowitz.
  135. Von Louis-François Mettra.
  136. Reicht bis März 1782.
  137. Joseph in Siebenbürgen 1773.
  138. Enthält den französischen Text der Memoiren.
  139. Enthält (Joseph II.:) Journal von der Reyse durch Mähren, Schlesien, Böhmen, und Inn-Viertel, und Ober-Oesterreich im Jahre 1779.
  140. Aus dem Französischen ins Italienische übersetzt.
  141. Deutsch: Wichtige und historische Anekdoten, von einer sehr hohen reisenden Standesperson, während Ihre Aufenthalts in Paris. Leipzig 1777 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3Du-xDAAAAcAAJ%26pg%3DRA3-PA4%26lpg%3DRA3-PA4%26dq%3DWichtige%2Bund%2Bhistorische%2BAnekdoten%2C%2Bvon%2Beiner%2Bsehr%2Bhohen%2Breisenden%2BStandesperson%26source%3Dbl%26ots%3DZxRLQQTpJD%26sig%3DntqJnARdj4385gIiYuOyaj86Ytg%26hl%3Dde%26sa%3DX%26ved%3D0ahUKEwiEjsK_2bTPAhWkCcAKHYi7BDEQ6AEIITAB%23v%3Donepage%26q%26f%3Dfalse~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  142. Deutsch: Journal und merkwürdige Anekdoten von der Reise des Herrn Grafen von Falkenstein. Frankfurt/Leipzig 1777.
  143. Deutsch: Reisen Sr. Kais. Majestät Josephs II. unter dem Namen des Herrn Grafen von Falkenstein, nach Italien, Böhmen und Frankreich (…) Leipzig 1778 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fdigital.slub-dresden.de%2Fwerkansicht%2Fdlf%2F58222%2F5%2F~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  144. Beste zeitgenössische Monografie.
  145. Frankreichreise von 1777.
  146. Geschichte Ungarns zur Zeit Josephs II.
  147. Standardwerk über die Reformen des Kaisers.
  148. Modifizierte Fassung der ersten beiden Kapitel von May (1983).
  149. Maßgebliche Biografie des Kaisers.
  150. Mit Dokumenten (S. 405–425).
  151. Der Bericht Kaiser Josephs II. über dessen Reise nach Böhmen, Mähren und Schlesien im Jahr 1771.
  152. Zeitschrift für Landesgeschichte.
  153. Kaiser Joseph II. und Erzherzog Maximilian über das Aussehen der Festung Belgrad und die Möglichkeiten, diese zu erobern, 1768 und 1775.
  154. Jugoslawische historische Zeitschrift.
  155. Joseph II. über seine Reise ins Banat 1768.
  156. Forschungen.
  157. Am 15. Juli 1777.
  158. Befasst sich mit der Frankreichreise von 1777.
  159. Vorgeschichte der Italienreise von 1769.
  160. Die Reisen Josephs II. in Ungarn, Siebenbürgen, Slawonien und dem Banat von Temeschwar, 1768–1773.
  161. Die Reise Kaiser Josephs II. durch die böhmischen Länder nach Sachsen im Jahre 1766.
  162. Zeitschrift des Mährischen Kulturvereins.
  163. Die Reisen Katharinas II. durch Russland.
  164. Die Reise Kaiser Josephs II. durch Siebenbürgen im Jahr 1773.
  165. Die Reisen Katharinas II.
  166. Joseph II. im Vorland des Riesengebirges.
  167. Die imperiale Politik Katharinas II. im Spiegel ihrer Herrscherreisen.
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