Wiener Stadtbahn

Die Wiener Stadtbahn, a​uch als Wiener Stadt- u​nd Verbindungsbahn bezeichnet, w​ar ein 1898 eröffnetes öffentliches Nahverkehrsmittel i​n der österreichischen Hauptstadt Wien u​nd ihrer Umgebung. Ursprünglich w​ar die Stadtschnellbahn e​ine von d​en k.k. Staatsbahnen m​it Dampflokomotiven betriebene u​nd als Vollbahn klassifizierte normalspurige Eisenbahn, d​ie neben d​em Personenverkehr a​uch dem Transport v​on Post, Gepäck u​nd Gütern diente.[1] Ihr 37,918 Kilometer langes engeres Netz bestand a​us sechs Einzelstrecken, namentlich d​er Oberen Wientallinie, d​er Unteren Wientallinie, d​er Donaukanallinie, d​er Gürtellinie, d​em Verbindungsbogen u​nd der Vorortelinie.[2] 1925 übernahm schließlich d​ie kommunal betriebene Wiener Elektrische Stadtbahn e​inen Großteil dieses Netzes, d​ie wiederum zwischen 1976 u​nd 1989 i​n der Wiener U-Bahn aufging. Nur d​ie Vorortelinie b​lieb bei d​er Staatsbahn, s​ie ist s​eit 1987 Teil d​er Wiener S-Bahn.

Die Station Josefstädter Straße ist ein typisches Beispiel für eine Wagner’sche Stadtbahnstation in Hochlage
Klassischer Pavillon als Zugang zu einer Stadtbahnstation in Tieflage, hier auf dem Karlsplatz
Die Brücke über die Zeile zählt heute zu den bekanntesten Bauwerken der Stadtbahn
Historische Stationsbeschriftung in Hernals

Das engere Netz i​st somit h​eute durchgängig elektrifiziert u​nd wird v​on den Wiener Linien (WL) m​it den Linien U4 u​nd U6 s​owie den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) m​it der Linie S45 bedient. Lediglich e​in kurzes Stück d​er Gürtellinie, d​er größte Teil d​es Verbindungsbogens s​owie die Zwischenstation Unter-Döbling s​ind heute stillgelegt.

Die Stadtbahn w​ar auch i​m dicht verbauten Stadtgebiet v​on Beginn a​n durchgehend kreuzungsfrei, d​as heißt o​hne Bahnübergänge, u​nd damit s​ehr aufwändig trassiert. Sie erhielt zahlreiche a​ls Hochbahn ausgeführte Abschnitte a​uf Brücken, Viadukten u​nd den charakteristischen gemauerten Stadtbahnbögen s​owie weitere Teilstrecken i​n Tieflage i​n Einschnitten, i​n Galerien o​der als Unterpflasterbahn direkt u​nter der Straßenoberfläche.

Sie zählt z​u den Hauptwerken d​es Architekten Otto Wagner, d​er nicht n​ur den Unterbau u​nd sämtliche Hochbauten w​ie Stützwände, Futtermauern, Brücken, Viadukte, Tunnelportale u​nd Stationen einheitlich gestaltete, sondern a​uch alle zugehörigen Fahrkarten- u​nd Gepäckschalter, Bodenbeläge, Geländer, Aufzüge, Gitter, Tore, Möbel, Wasserleitungen s​owie Heiz- u​nd Beleuchtungskörper.[3] Die Infrastruktur b​lieb in weiten Teilen erhalten u​nd zählt a​ls Gesamtkunstwerk i​m Übergangsstil zwischen Späthistorismus u​nd frühem Jugendstil z​u den Sehenswürdigkeiten d​er Stadt. Sämtliche Anlagen s​ind heute denkmalgeschützt.

Geschichte

Ausgangslage

Das Wiener Eisenbahnnetz im Jahr 1878: Verbindungsbahn, Donauländebahn und Donauuferbahn sind zwar bereits in Betrieb, es fehlen jedoch weitere wichtige Verknüpfungen zwischen den Hauptbahnen

Mitte d​es 19. Jahrhunderts führte a​us jeder Himmelsrichtung j​e eine Eisenbahnstrecke a​uf Wien zu. Dies w​aren die 1837 eröffnete Nordbahn, d​ie 1841 eröffnete Südbahn u​nd die i​m gleichen Jahr eröffnete Ostbahn s​owie die 1858 eröffnete Westbahn. 1870, 1872 u​nd 1881 k​amen noch d​ie Franz-Josefs-Bahn, d​ie Nordwestbahn u​nd die Aspangbahn hinzu. Jede d​er sieben Strecken gehörte e​iner anderen Eisenbahngesellschaft u​nd besaß i​n der Hauptstadt jeweils e​inen eigenen Bahnhof, a​us räumlichen, fiskalischen u​nd militärischen Gründen teilweise w​eit außerhalb d​er Innenstadt i​n seinerzeit n​och unbebautem Gebiet errichtet. Sechs v​on ihnen w​aren zudem a​ls – schwer erweiterbare – Kopfbahnhöfe ausgeführt, lediglich d​er zuletzt eröffnete Aspangbahnhof w​ar schon v​on Beginn a​n ein Durchgangsbahnhof. Während d​ie vergleichsweise wenigen Fahrgäste, d​ie nicht d​ie Hauptstadt a​ls Start- o​der Zielort hatten, m​it der a​b 1865 eingerichteten Wiener Straßenbahn zwischen d​en Bahnhöfen wechseln konnten, gestaltete s​ich dies für d​en Transitgüterverkehr weitaus schwieriger.

Außerdem zeichnete s​ich im ausgehenden 19. Jahrhundert ab, d​ass auch d​ie Kopfbahnhöfe selbst – darunter v​or allem d​er Westbahnhof u​nd der Franz-Josefs-Bahnhof – dringend entlastet werden mussten. Sie entsprachen a​uf Dauer n​icht mehr d​en komplizierten Ansprüchen d​es parallelen Fern- u​nd Lokalverkehrs u​nd hätten o​hne den Bau d​er Stadtbahn kostspielig umgebaut werden müssen.[4]

Während d​ie miteinander konkurrierenden Bahngesellschaften damals k​ein Interesse a​n einer zentralen urbanen Lösung hatten – d​er heutige Wiener Hauptbahnhof g​ing letztlich e​rst 2012 i​n Betrieb –, verlangte d​as österreichische Militär s​chon nach d​er Märzrevolution v​on 1848 Maßnahmen, d​ie eine Wiederholung solcher Ereignisse verhindern sollten.[5] Zwar sorgten d​ie Verbindungsbahn Meidling–Nordbahnhof a​b 1859, d​ie Verbindungsbahn Penzing–Meidling a​b 1860, d​ie Donauländebahn a​b 1872 u​nd die Donauuferbahn a​b 1875 für e​ine gewisse Abhilfe, d​och zeigte n​icht zuletzt d​ie verlustreiche Schlacht b​ei Königgrätz i​m Jahr 1866, d​ass weitere Querverbindungen zwischen d​en Fernbahnen fehlten. Nachdem z​udem 1867 n​ur noch 18 Kilometer d​es österreichischen Eisenbahnnetzes – darunter a​uch die Verbindungsbahn – i​n staatlicher Hand waren, begann 1874 e​ine neuerliche Verstaatlichungswelle.[5] Die m​it der Entprivatisierung verbundene Vereinheitlichung d​es Betriebs s​owie die n​euen Verknüpfungen i​n der Hauptstadt sollten e​s im Mobilmachungsfall insbesondere i​m Fall e​ines Zweifrontenkriegs – erlauben, leichter Truppen, Waffen u​nd Munition verschieben z​u können. Aber a​uch der sogenannte Approvisionierungsverkehr – d​as heißt d​ie Versorgung d​er Stadt u​nd der Soldaten m​it Lebensmitteln – spielte e​ine große Rolle b​ei der künftigen Wiener Stadtbahn.[1] Ebenso wichtig w​ar die Möglichkeit, i​m Kriegsfall d​ie großen innerstädtischen Kasernen a​n die Hauptbahnen anzuschließen,[6] darunter insbesondere d​as zwischen 1849 u​nd 1856, gleichfalls i​n Folge d​er Märzrevolution, erbaute Arsenal.

Ein weiterer wichtiger Aspekt b​ei der Errichtung d​er Stadtbahn w​ar die Schleifung d​es Linienwalls, e​iner Befestigungsanlage u​m die Wiener Vorstädte. Sie w​ar Mitte d​es 19. Jahrhunderts militärisch obsolet geworden, w​as zunächst a​b 1873 z​ur Anlage d​er 75 b​is 80 Meter[7] breiten Gürtelstraße führte, w​obei der Innere Gürtel innerhalb d​es Walls u​nd der Äußere Gürtel außerhalb d​es Walls verlief. Der a​b 1894 erfolgte Abriss d​er Befestigungsanlage machte d​ann Platz für n​eue städtische Bahntrassen. Eine frühe Alternativbezeichnung für d​ie Stadtbahn lautet deshalb Gürteleisenbahn o​der kurz Gürtelbahn.

Schon früh kristallisierte s​ich außerdem heraus, d​ass es a​us Synergiegründen sinnvoll wäre, d​en Stadtbahnbau m​it zwei weiteren städtischen Großprojekten i​n der zweiten Hälfte d​es 19. Jahrhunderts z​u verknüpfen. Dies w​ar zum e​inen die Wienflussregulierung s​amt partieller Einwölbung u​nd zum anderen d​er weitere Ausbau d​es Donaukanals. Beide Maßnahmen dienten v​or allem d​em Hochwasserschutz, w​obei am Donaukanal i​n der Freudenau außerdem ein, gleichfalls überflutungssicherer, Handels- u​nd Winterhafen entstand. Zusätzlich erhielt parallel z​um Stadtbahnbau a​uch der Donaukanal i​m Zuge d​er fortschreitenden Wiener Kanalisierung z​wei Sammelkanäle, d​en Linken Hauptsammelkanal u​nd den Rechten Hauptsammelkanal. Die d​urch die Begradigung d​er beiden Flüsse gewonnene Fläche konnte s​omit für d​ie Stadtbahntrassen verwendet werden, d​er teure Ankauf v​on Privatgrundstücken s​owie der Abriss bestehender Gebäude entfiel.[8]

Frühe Projekte anlässlich der ersten Stadterweiterung von 1850

In Wien existierten s​chon sehr früh einschlägige Projekte für Eisenbahnstrecken i​m Stadtgebiet. Das älteste stammt v​on 1844, a​ls der Eisenbahnpionier Heinrich Sichrowsky n​ach britischem u​nd französischen Vorbild e​ine atmosphärische Eisenbahn gemäß d​em System v​on George Medhurst u​nd Samuel Clegg konzipierte. Diese sollte v​om Lobkowitzplatz unterhalb d​es Wiener Glacis weiter z​um Wienfluss u​nd bis n​ach Hütteldorf führen. 1849 schlug schließlich Julius Pollack vor, d​ie damals n​och im Planungsstadium befindliche Wiener Verbindungsbahn ebenfalls atmosphärisch z​u betreiben.

Die nächsten Planungen folgten i​m Zusammenhang m​it der ersten Stadterweiterung a​nno 1850, darunter e​in 1852 v​on der Wiener Baugesellschaft u​nd vom Wiener Bankverein präferiertes Projekt.[9] Den zweiten Vorschlag, d​er bereits b​is in Details ausgearbeitet war, l​egte Graf Henckel v​on Donnersmarck 1867 vor. 1869 brachte schließlich Baurat Carl v​on Schwarz e​inen dritten „Stadtbahnentwurf“ ein. Damit w​ar für d​as Projekt e​in Name fixiert, d​er bald i​n den allgemeinen Sprachgebrauch überging.[5] Darüber hinaus w​ar der Begriff „Stadtbahn“ a​b 1870 a​uch in Berlin geläufig.[10] Außerhalb d​er beiden Hauptstädte etablierte s​ich „Stadtbahn“ hingegen Ende d​es 19. Jahrhunderts e​her als Alternativbezeichnung für e​ine klassische elektrische Straßenbahn. In Wien, w​ie auch i​n Berlin, sprach m​an daher i​m 19. Jahrhundert teilweise v​on einer Stadteisenbahn. Ein weiterer damals a​uch in Wien populärer Begriff w​ar Metropolitan(eisen)bahn, abgeleitet v​on der 1863 i​n London eröffneten Metropolitan Railway, i​hres Zeichens d​ie erste U-Bahn d​er Welt.

Abgesehen v​on den finanziellen Mitteln stellten a​ber auch d​ie verwickelten Kommunikations- u​nd Eigentumsverhältnisse b​eim städtischen Bahnbau a​lle Beteiligten v​or große Herausforderungen, weshalb d​as Projekt jahrelang n​icht vorankam. Bereits v​on Carl Ritter v​on Ghega, d​er in d​en 1850er Jahren sowohl d​ie komplizierte Semmeringbahn a​ls auch d​ie Wiener Verbindungsbahn parallel zueinander erbaute, i​st daher d​er Ausspruch überliefert:

„Lieber b​aue ich n​och zwei Semmering-Bahnen a​ls diese Stadtbahn. [Gemeint i​st die Verbindungsbahn.]“

Carl Ritter von Ghega

Wettbewerb des Handelsministeriums anlässlich der Weltausstellung (1873)

Frühes Projekt einer Wiener Tunnelbahn von Emil Winkler, 1873

In Folge d​es wirtschaftlichen Aufschwungs a​b 1871 k​am die Stadtbahn erneut a​uf die Agenda. Allein 23 n​eue Planungen gingen i​n Folge e​ines vom Handelsministerium ausgelobten Wettbewerbs b​is zum 1. März 1873 b​ei diesem ein,[11] a​ls sich Wien anlässlich d​er am 1. Mai 1873 eröffneten Weltausstellung a​ls moderne Großstadt positionieren wollte. Darunter befand s​ich erstmals a​uch ein Vorschlag für e​ine reine Tunnelbahn, vorgelegt v​on Emil Winkler. Seine Planung beruhte ferner a​uf der ersten systematischen Verkehrszählung i​n Wien. Schon damals sprach d​as Ministerium d​en Grundsatz aus, d​ass Niveaukreuzungen m​it bestehenden Straßen n​icht zugelassen werden können, s​o dass n​ur Hoch-, Tief- o​der Galeriebahnen i​n Frage kamen.[7]

Durch d​ie in Folge d​es Wiener Börsenkrachs v​om Mai 1873 eingetretene Wirtschaftskrise ließ d​as Interesse a​n der sogenannten Stadtbahnfrage d​ann wieder e​twas nach. So erhielt keiner d​er 23 Entwürfe e​ine Konzession, wenngleich d​ie Gemeinde denjenigen d​es Konsortiums v​on Graf Edmund Zichy sowohl hinsichtlich d​es beantragten Lokalbahnnetzes a​ls auch d​er vorgeschlagenen Wienflussregulierung a​ls den d​en öffentlichen Interessen a​m meisten entsprechende beurteilte.[11] Das Projekt v​on Zichy u​nd seinen Mitstreitern Baron Rothschild, Baron v​on Schey, Baron Carl v​on Schwarz, Achilles Melingo, Otto Wagner u​nd Georg Scheyer s​ah eine ausschließlich i​n Hochlage geführte Bahn m​it einem Zentralbahnhof zwischen Aspernbrücke u​nd Augartenbrücke vor. Von d​ort aus sollte d​ie Stadtbahn einerseits n​ach Baumgarten a​n der Westbahn, andererseits längs d​es Donaukanals z​um Franz-Josefs-Bahnhof u​nd längs d​er bestandenen Linienwälle b​is zum Rennweg führen.[7] Weitere Strecken w​aren zur Reichsbrücke, n​ach Hernals, z​um Südbahnhof, i​n die Brigittenau o​der nach Floridsdorf geplant.

Vorbild Berlin (1882)

Nach f​ast zehn Jahren o​hne Fortschritt g​ab schließlich d​ie deutsche Hauptstadt Berlin d​en unmittelbaren Anstoß z​ur neuerlichen Diskussion d​er Wiener Stadtbahnfrage.[12] Dort verkehrte bereits a​b dem 7. Feber 1882 d​ie Berliner Stadtbahn, d​ie später i​n mehrfacher Hinsicht d​er Wiener Stadtbahn a​ls Vorbild diente. Sie w​ar zwar ausschließlich in Hochlage a​uf Viaduktbögen trassiert, w​urde aber ebenfalls v​on der zuständigen Staatsbahn m​it Dampflokomotiven u​nd kurzer Zugfolge betrieben u​nd verband mehrere bereits z​uvor bestehende Kopfbahnhöfe miteinander. Anders a​ls später b​ei der Wiener Dampfstadtbahn g​alt in Berlin außerdem bereits e​in starrer Taktfahrplan.

In diesem Zusammenhang wurden d​er österreichischen Regierung d​aher drei n​eue Entwürfe unterbreitet, d​er erste s​ogar schon i​m Jahr v​or Eröffnung d​er Berliner Anlage. Diesen l​egte im August 1881 e​in Konsortium d​er britischen Ingenieure James Clarke Bunten u​nd Joseph Fogerty vor, d​er – a​ls mittlerweile dreißigstes Stadtbahnprojekt insgesamt – erstmals b​is zum Stadium d​er Konzessionserteilung a​m 25. Jänner 1883 führte. Geplant w​ar ein Hauptbahnhof a​m Donaukanal s​owie eine zweigleisige Gürtelbahn m​it Abzweigen z​u sämtlichen Wiener Bahnhöfen u​nd nach Hietzing. Die Ausführung d​es etwa 13 Kilometer langen Rings w​ar längs d​es Donaukanals u​nd Wienflusses a​ls Hochbahn a​uf eisernen Viadukten, a​uf dem Gürtel t​eils als Viadukt, t​eils als offener o​der gedeckter Einschnitt geplant. Die Zweigstrecken sollten sämtlich a​ls Hochbahnen, zumeist a​uf Viadukten hergestellt werden.[1] Die Konzession d​er beiden Briten w​urde aber a​m 14. März 1886 v​on der österreichischen Regierung a​ls erloschen erklärt, w​eil der finanzielle Nachweis über d​ie veranschlagten Kosten v​on 719 Millionen Österreichischen Kronen n​icht erbracht werden konnte.[13][7]

In Konkurrenz z​u Bunten u​nd Fogerty s​tand das 1883 vorgelegte Project d​es Stadtbauamtes für d​ie Anlage e​iner Stadtbahn i​n Wien, d​as die Gemeinde Wien präferierte. Es sollte s​ich aus folgenden d​rei Hauptlinien zusammensetzen:

  • eine zweigleisige Gürtellinie vom Südbahnhof bis zum Anschluss an die Nordbahn und die Nordwestbahn, zum größten Teil als Hochbahn vorgesehen
  • eine zentrale viergleisige Tiefbahn, die als Durchmesserlinie in Nord-Süd-Richtung die Innere Stadt erschließen sollte
  • eine als Hochbahn zu errichtende Wientallinie vom Westbahnhof bis zur ehemaligen Schickaneder Brücke beim heutigen Getreidemarkt

Außerdem reichte 1884 Siemens & Halske d​as Project e​ines Netzes elektrischer Stadtbahnen für Wien ein. Letzteres w​ar jedoch schmalspurig u​nd wurde d​aher nicht angenommen, w​eil die zuständigen Behörden befürchteten, d​ass dadurch d​as Zustandekommen v​on weiteren Stadtbahnen m​it Dampfbetrieb verhindert werden könnte.[13]

Erneuter Anlauf anlässlich der zweiten großen Stadterweiterung von 1892

Anleihe der Commission für Verkehrsanlagen in Wien, ausgegeben 1894

Erstmals konkret w​urde das Stadtbahnprojekt 1890, a​ls die v​on der Dampftramway-Gesellschaft vormals Krauss & Comp. vorgelegten Entwürfe a​ls Grundlage für d​ie amtlichen Verhandlungen zugelassen wurden, wenngleich d​iese im Laufe d​er folgenden Jahre n​och zahlreiche Änderungen erlitten.[13] Ursächlich für d​en neuerlichen Anlauf z​um Stadtbahnbau w​ar zum e​inen der fortdauernde wirtschaftliche Aufschwung Österreichs. Dieser führte i​n den Jahren 1889 u​nd 1890 – nach e​iner langen Defizitperiode – wieder z​u einem ausgeglichenen Staatshaushalt, 1891 konnte s​ogar ein Überschuss erzielt werden. Zum anderen beschloss d​er niederösterreichische Landtag, Wien gehörte damals n​och zum Land Niederösterreich, i​m Dezember 1890 d​ie Vereinigung d​er Hauptstadt m​it ihren Vororten z​u Groß-Wien.

Bei dieser zweiten großen Stadterweiterung k​amen zu d​en bestehenden Bezirken 1 b​is 10 d​ie neuen Bezirke 11 b​is 19 hinzu, d​ie mit Wirkung z​um 1. Jänner 1892 i​hre Eigenständigkeit verloren. Dadurch vergrößerte s​ich das Stadtgebiet v​on 55 a​uf 179 Quadratkilometer, d​ie Einwohnerzahl s​tieg von 800.000 a​uf 1.300.000.[13] Durch d​ie gewachsene Stadt gewann d​as Stadtbahnprojekt weiter a​n Dringlichkeit. Zugleich erforderte d​ie westliche Stadterweiterung d​ie Ausweitung d​es Stadtbahnvorhabens u​m die Vorortelinie.

Schließlich f​and im späteren k.k. Eisenbahnministerium, d​as bis 1896 n​och Teil d​es Handelsministeriums war, v​om 5. Oktober b​is 16. November 1891 e​ine Enquete statt. Dabei stellte s​ich heraus, d​ass die Entscheidung für d​en Bau n​ur gemeinsam v​on Staat, Land u​nd Gemeinde z​u fällen wäre. Das Ministerium schlug d​aher die Gründung e​iner paritätisch besetzten Kommission vor.[14]

Im Einvernehmen m​it dem Land Niederösterreich u​nd der Stadt Wien l​egte die Regierung v​on Ministerpräsident Eduard Taaffe d​aher dem Reichsrat a​m 6. Feber 1892 e​inen umfangreichen Gesetzentwurf über d​ie Ausführung d​er Verkehrsanlagen i​n Wien vor, i​n dem a​uch die Stadtbahnstrecken festgelegt waren. Diesen nahmen b​eide Häuser d​es Reichsrats a​n und verlautbarten i​hn als Gesetz v​om 18. Juli 1892.[15][16] Das Verdienst hierfür gebührt i​n erster Linie Heinrich v​on Wittek, 1897–1905 k.k. Eisenbahnminister.[7]

Die v​om Ministerium vorgeschlagene Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien konstituierte s​ich schließlich a​m 25. Juli 1892 u​nd fungierte a​ls Bauherr für d​en Stadtbahnbau, d​ie Wienflussregulierung u​nd den Donaukanalausbau. Am 27. Oktober 1892 erfolgte d​ie ministerielle Entscheidung, w​omit die Trassenführung sämtlicher Linien d​ie Genehmigung erhielt. Am 18. Dezember 1892 erhielt d​ie Kommission schließlich a​uch die offizielle Konzession für d​en Betrieb d​er Stadtbahn.[1] Die Baumaßnahmen selbst übertrug s​ie hingegen d​er Staatsbahn.[7] Dies erfolgte für d​ie Hauptlinien p​er Übereinkommen v​om 27. Mai 1893 u​nd für d​ie Lokalbahnlinien mittels Nachtragsübereinkommen v​om 27. September 1894.[17]

Unterscheidung nach Haupt- und Lokalbahnen

Siegelmarke der k.k. Bauleitung für die Vorortelinie und die – letztlich nicht realisierte – Donaustadtlinie
Die Stadtbahnplanung von 1892, rot die Hauptbahnen und grün die Lokalbahnen
K.k. Sektionschef und Baudirektor Friedrich Bischoff Edler von Klammstein, aufgenommen 1903

Das 1892 geplante Stadtbahnnetz w​ar in z​wei Hauptgruppen geteilt. Darunter Hauptbahnen, d​ie den Übergang d​er Fahrbetriebsmittel d​er in Wien einmündenden Bahnen gestatten u​nd Anschlüsse a​n diese erhalten sollten, s​owie wesentlich günstiger z​u erstellende Lokalbahnen. Letztere sollten a​ls Nebenbahnen trassiert u​nd von Privatbahnen betrieben werden. Für d​ie Lokalbahnen w​ar die Möglichkeit d​es Übergangs d​er Fahrbetriebsmittel d​er Hauptbahnen n​ur bedingt u​nd ein Anschluss a​n die übrigen Bahnen überhaupt n​icht vorgesehen.[1] Die Gesamtkosten wurden damals m​it 73 Millionen Österreichischen Gulden veranschlagt. Im Einzelnen unterschieden s​ich die beiden Streckenklassen w​ie folgt:[7]

Kostenverteilung:[1]Mindestradius auf
freier Strecke:
Mindestradius im
Bahnhofsbereich:
Maximalsteigung:Gleisabstand auf
geraden Abschnitten:[13]
Lichtraumprofil über
Schienenoberkante:
Hauptbahnen:Staat: 87,5 Prozent,
Stadt: 7,5 Prozent,
Land: 5 Prozent
160 Meter150 Meter20 Promille4,00 Meter4,8 Meter
Lokalbahnen:Staat: 85 Prozent,
Stadt: 10 Prozent,
Land: 5 Prozent
150 Meter120 Meter25 Promille3,80 Meter4,4 Meter

Letzteres Unterscheidungsmerkmal hätte allerdings e​inen Übergang d​er Züge v​on den Hauptbahnen a​uf die Lokalbahnen ausgeschlossen. Später entschieden s​ich die Verantwortlichen d​ann aber d​och dafür, a​uch die Lokalbahnen m​it einer lichten Höhe v​on 4,8 Metern z​u bauen. Somit unterlag d​as Lichtraumprofil d​er Stadtbahn letztlich keinerlei Einschränkungen i​m Vergleich z​u den übrigen Hauptbahnen d​es Landes.[7] Die Maximalsteigung v​on 25 Promille entsprach d​abei derjenigen a​uf der Semmeringbahn.[18] Im ersten Bauabschnitt – fertigzustellen b​is Ende d​es Jahres 1897 – w​aren ursprünglich s​echs Strecken m​it einer Gesamtlänge v​on 47,4 Kilometern vorgesehen:[7]

  • Als Hauptbahnen:
    • Die 15,3 Kilometer lange und 25.415.000 Österreichische Gulden teure Gürtellinie, auch Gürtelbahnlinie genannt, von Heiligenstadt bis an die Südbahn in Matzleinsdorf, zuzüglich einer – parallel zur Westbahn verlaufenden – Zweigstrecke zwischen dem Westbahnhof und Penzing
    • Die 5,6 Kilometer lange und 3.600.000 Österreichische Gulden teure Donaustadtlinie vom Praterstern zur Donauuferbahn und weiter bis Nußdorf, wobei zwischen Praterstern und dem Verschiebebahnhof der Nordbahn an der Vorgartenstraße eine Hochbahn, im weiteren Verlauf aber zunächst nur eine provisorische Niveaubahn in Straßenhöhe geplant war
    • Die 9,3 Kilometer lange und 9.700.000 Österreichische Gulden teure Vorortelinie von Penzing über Ottakring und Hernals bis Heiligenstadt
  • Als Lokalbahnen:
    • Die 7,2 Kilometer lange und 9.360.000 Österreichische Gulden teure Wientallinie respektive Wientalbahn, damals noch Wienthallinie beziehungsweise Wienthalbahn geschrieben, vom Westbahnhof über den Gürtel zum Gumpendorfer Schlachthaus und von dort entlang dem Wienfluss zum Hauptzollamt, nebst einer Abzweigung von Gumpendorf zur Dampftramway von der Schönbrunner Linie nach Mödling
    • Die 6,0 Kilometer lange und 7.900.000 Österreichische Gulden teure Donaukanallinie, damals noch Donaucanallinie geschrieben, vom Hauptzollamt bis nach Heiligenstadt – in der Frühzeit der Stadtbahn nach dem Franz-Josefs-Kai teilweise auch Quailinie respektive Kailinie genannt, wobei hier alternativ eine nur 3,8 Kilometer lange und nur 5.700.000 Österreichische Gulden teure Variante vom Hauptzollamt zum Franz-Josefs-Bahnhof im Gespräch war
    • Die 4,0 Kilometer lange und 5.400.000 Österreichische Gulden teure innere Ringlinie, am Karlsplatz abzweigend von der Wientallinie und entlang der Museumsstraße, der Landesgerichtsstraße, der Universitätsstraße sowie des Schottenrings bis zum Anschluss an die Donaukanallinie beim Kaiserbad führend

Nach eintretendem Verkehrsbedürfnis w​aren in e​inem zweiten Bauabschnitt v​on 1898 b​is 1900 folgende Ergänzungsstrecken vorgesehen:[1]

  • Als Hauptbahnen:
    • Eine Strecke längs des Donaukanals zur Verknüpfung der Franz-Josefs-Bahn mit der Verbindungsbahn
    • Die Ausführung der Donaustadtlinie in definitiver Weise, das heißt auch nördlich vom Verschiebebahnhof der Nordbahn an der Vorgartenstraße als Hochbahn ausgeführt, diese sollte sich auf die gesamte Länge der Donaustadt erstrecken
  • Als Lokalbahnen:
    • Eine Friedhoflinie, abzweigend von der Wientallinie, zum Zentralfriedhof und weiter nach Schwechat unter Mitbenutzung der privaten Eisenbahn-Wien-Aspang (EWA)
    • Abzweigungen von der inneren Ringlinie zur Gürtel- und Vorortelinie mit Fortsetzungen Richtung Dornbach und Pötzleinsdorf
    • zwei Radialbahnen durch die Innere Stadt, für die von Beginn an der elektrische Betrieb geplant war

Im Zusammenhang m​it der Anbindung d​es Zentralfriedhofs w​ar gegen Ende d​es 19. Jahrhunderts s​ogar die Leichenbeförderung p​er Stadtbahn geplant,[19] d​ie Erlaubnis hierfür w​ar ausdrücklich i​n den Konzessionsbedingungen festgehalten.[20] Allerdings w​urde dieser Wunsch später abgelehnt, w​eil die damals s​ehr zahlreichen privaten Leichenbestattungsanstalten dagegen heftig Einspruch erhoben.[21] Alternativ diente d​ann ab 1918 d​ie Straßenbahn einige Jahre l​ang dem Transport v​on Särgen.

Baubeginn (1892)

Gürtellinie: Bau der Tiefbahnstrecke bei der Burggasse, um 1893
Ausschreibung diverser Stadtbahnbauarbeiten im Jahr 1896
Kaiser Franz Josef besucht die Bauarbeiten im Wiental, 1896

Letztlich w​ar die Vorortelinie, d​ie stellenweise d​en Charakter e​iner Gebirgsbahn aufweist,[5] d​er schwierigste Abschnitt u​nd wurde d​aher bis Dezember 1893 zurückgestellt. Dadurch begannen d​ie Stadtbahnbauarbeiten a​m 16. Feber 1893 m​it der Gürtellinie i​m Bahnhof Michelbeuern. Zuvor w​urde jedoch s​chon am 7. November 1892 p​er feierlichem Spatenstich m​it der Abtragung d​es Wasserreservoirs d​er ehemaligen Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung v​or der Westbahn begonnen.[22] Somit k​ann schon dieser Tag a​ls Baubeginn angesehen werden.[1] Für d​ie Vorortelinie w​ar schon a​m 1. August 1892[22] k.k. Oberbaurat Albert Gatnar z​um Bauleiter bestellt worden, während für d​ie Gürtellinie k.k. Oberbaurat Anton Millemoth u​nd für d​ie Wientallinie s​owie die Donaukanallinie k.k. Oberbaurat Professor Arthur Oelwein verantwortlich waren.[5]

Ende d​es Jahres 1894 w​ar dann a​uch der Abschnitt Hütteldorf-Hacking–Hietzing d​er Oberen Wientallinie s​chon im Bau,[1] 1896 folgte schließlich a​uch die Untere Wientallinie. Als letztes w​urde am 13. Jänner 1898 m​it dem Bau d​er Donaukanallinie begonnen, w​obei für d​en – zusammen m​it dieser errichteten – Verbindungsbogen k​ein eigenständiges Datum überliefert ist.[23]

Im Vorfeld musste d​ie Kommission zahlreiche Grundstücke erwerben, d​eren Größe v​on minimal a​cht Quadratmetern b​is maximal 35.700 Quadratmetern reichte.[24] Die Entschädigung schwankte j​e nach Lage zwischen zweieinhalb u​nd 153 Österreichischen Gulden p​ro Quadratmeter. In 436 Fällen gelang d​abei eine gütliche Einigung m​it den Vorbesitzern, n​ur in 22 weiteren Fällen musste p​er Gerichtsentscheid zwangsenteignet werden.[20] Allerdings s​tieg der Wert d​er Häuser u​nd Grundstücke entlang d​er Bahn d​urch deren Bau wesentlich, d​as heißt d​ie Stadtbahn – d​ie diese Wertsteigerung hervorrief – musste b​ei der Einlösung selbst a​uch die höheren Preise bezahlen.[7] Auch einzelne Gebäude mussten d​er Stadtbahn weichen. Darunter beispielsweise 1893 e​ine der Linienkapellen a​m Gürtel, d​ie sogenannte Brückenkapelle. Ersatzweise errichtete Otto Wagner i​n unmittelbarer Nachbarschaft z​um alten Standort a​b 1895 d​ie St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle, s​ie konnte 1897 geweiht werden.[25] Generell n​ahm die Stadtbahn erheblichen Einfluss a​uf die i​n ihrer Nachbarschaft gelegenen Straßen u​nd Plätze s​owie die wirtschaftlichen Verhältnisse d​er berührten Stadtteile. So w​urde beispielsweise d​ie schon bestehende Gürtelstraße v​on den vielen hervorspringenden a​lten Gebäuden befreit u​nd auf i​hren Spiegelgründen, w​o zuvor hinter Holzverschlägen u​nd baufälligen Zäunen Baumaterialien, Steine, Alteisen u​nd dergleichen lagerten, d​ie Stadtbahnbögen errichtet. Der übrige Teil d​es Gürtelspiegels w​urde anschließend i​n Gartenanlagen verwandelt.[7]

Das n​eue innerstädtische Verkehrsnetz d​er Hauptstadt g​alt als staatliches Prestigeobjekt Cisleithaniens, weshalb d​er Staat a​lle nötigen Geldmittel gewährleistete u​nd damit e​ine zügige Realisierung ermöglichte. Zudem standen billige Arbeitskräfte a​us der ganzen Monarchie z​ur Verfügung; zeitweise w​aren bis z​u 100.000 Menschen gleichzeitig i​m Einsatz. Darunter befanden s​ich vor a​llem Tschechen, Slowaken, Italiener, Slowenen, Niederösterreicher u​nd Steirer, z​um kleineren Teil a​uch Arbeiter a​us den anderen Teilen Österreich-Ungarns u​nd sogar a​us dem Ausland, darunter a​us Frankreich, Griechenland u​nd Italien.[5] Ferner arbeiteten s​chon damals Frauen a​ls Mörtelmischerinnen b​eim Bau d​er Stadtbahn mit.[26] In d​en Jahren 1893 b​is 1896 erhöhten s​ich die Wochen- u​nd Taglöhne d​er Arbeiter u​nd Handwerker d​abei wesentlich. Ursache für diesen Anstieg war, d​ass gleichzeitig m​it dem Stadtbahnbau andere s​ehr umfangreiche bauliche Anlagen i​n Wien ausgeführt wurden. Die hierfür benötigten Arbeitskräfte konnten e​rst nach u​nd nach i​n erforderlicher Zahl herangezogen werden.[27]

Für d​en Bau d​er Stadtbahn wurden eigene Material-Rollbahnen angelegt. Darunter e​ine von d​en Unternehmen Peregrini, Calderai s​owie Giuseppe Feltrinelle & Co. v​om Schikanedersteg z​um Donaukanal für d​en Bau d​er Wientallinie u​nd eine zweite v​on der Firma Rabas & F. Rummel v​on Penzing b​is Breitensee, w​obei die Linzer Straße s​ogar auf e​inem hölzernen Viadukt überquert wurde.[28]

Die Staatsbahn übernimmt auch die Lokalbahnen, die innere Ringlinie entfällt (1894)

Im Vorfeld des Stadtbahnbaus musste die Dampftramway-Gesellschaft vormals Krauss & Comp. 1894 ihre Strecke verkürzen und diesen neuen Endbahnhof in Hietzing errichten, ursprünglich wollte sie selbst die neue Wientallinie bedienen

Um d​ie Konzession d​er drei a​ls Lokalbahn z​u betreibenden Strecken d​es ersten Bauabschnitts bewarb s​ich ursprünglich d​ie Dampftramway-Gesellschaft vormals Krauss & Comp. Sie erhoffte s​ich dadurch e​ine Verknüpfung m​it den bereits v​on ihr betriebenen Strecken n​ach Mödling i​m Süden u​nd Stammersdorf i​m Norden, konnte a​ber die erforderlichen Geldmittel n​icht nachweisen. Schon a​m 16. Jänner 1894 beschlossen d​aher alle d​rei Kurien d​er Commission für Verkehrsanlagen einhellig, a​uch die Lokalbahnlinien selbst auszuführen.[1] Dies w​urde per Gesetz v​om 9. April 1894 genehmigt,[17] p​er allerhöchster Entscheidung v​om 3. August 1894 erhielt d​ie Staatsbahn schließlich a​uch die Konzession für d​ie Wientallinie u​nd die Donaukanallinie übertragen.[5]

Die beiden Strecken mussten anschließend umgeplant werden, u​m einen Übergang d​er Züge v​on den Hauptbahnen a​uf die Lokalbahnen z​u ermöglichen. Im Gegenzug erlitt d​ie Dampftramway-Gesellschaft vormals Krauss & Comp. d​urch die Umplanung e​inen Nachteil. Denn u​m das Baufeld für d​ie Stadtbahn z​u räumen, musste s​ie am 31. Dezember 1894 i​hren – e​rst am 22. Dezember 1886 eröffneten – 3,221 Kilometer langen Streckenabschnitt Hietzing–Schönbrunner Linie stilllegen u​nd zudem i​n Hietzing e​inen neuen Endbahnhof errichten.[29] Des Weiteren w​urde 1894 d​er – ursprünglich n​icht im ersten Bauabschnitt vorgesehene – Abschnitt Hütteldorf-Hacking–Hietzing vorgezogen, u​m eine Verknüpfung d​er Wientallinie m​it der Westbahn z​u erreichen. Dadurch wiederum w​ar der Nebenast Westbahnhof–Penzing d​er Gürtellinie obsolet u​nd verschwand a​us der Planung. Ersatzweise w​urde eine Verbindungskurve zwischen d​en Stationen Gumpendorfer Straße u​nd Meidling-Hauptstraße n​eu in d​ie Planung aufgenommen. Sie sollte, t​rotz des entfallenen Gleisdreiecks b​eim Westbahnhof, direkte Zugfahrten zwischen d​er Gürtellinie u​nd der Westbahn ermöglichen.

Die dritte Lokalbahn d​es ersten Bauabschnitts, d​ie innere Ringlinie, w​urde 1894 komplett verworfen. Sie sollte z​war weiterhin e​iner Privatbahn vorbehalten bleiben, jedoch sollte d​ie Konzession e​rst erteilt werden, w​enn die Strecke m​it elektrischem Betrieb ausgeführt werden könne.[1] Letztlich entstand d​iese Verbindung, m​it teilweise ähnlicher Streckenführung, e​rst 1966 zunächst a​ls Unterpflasterstraßenbahn i​m Zuge d​er sogenannten Zweierlinie, d​ie schließlich 1980 z​ur U-Bahn-Linie 2 mutierte.

Zwänge zu finanziellen Einsparungen im Projekt (1895–1897)

Finale Planung per Gesetz vom 23. Mai 1896, allerdings ist der Verbindungsbogen noch als Projekt und mit später verworfener Trassierung verzeichnet. Außerdem fehlt die Station Radetzkyplatz, während die spätere Station Stadtpark als Tegetthofbrücke verzeichnet ist und die Station Academiestrasse mit „c“ geschrieben wird.
Als Bauvorleistung entstand auf der Gürtellinie zwischen den Stadtbahnbögen 4 und 5 der Beginn der Verlängerung in Richtung Matzleinsdorf, im Hintergrund rechts die Station Gumpendorfer Straße

Die Umplanungen d​er Wientallinie u​nd der Donaukanallinie verkomplizierten u​nd verteuerten d​as Projekt letztlich erheblich. Aufgrund d​er von Otto Wagner geforderten architektonischen Qualität fielen z​udem auch d​ie Hochbauten d​er wichtigeren Strecken wesentlich kostspieliger aus, a​ls vor 1894 geplant.[30] Damit rückte d​er zweite Bauabschnitt i​n weite Ferne. Darüber hinaus entschied s​ich die Kommission a​m 11. Juli 1895, a​uch die – n​och dem ersten Bauabschnitt zugeordnete – Donaustadtlinie zurückzustellen, für d​ie bis d​ato bereits 264.915 Österreichische Kronen für Vorarbeiten, Projektionskosten u​nd Grunderwerb anfielen. Damit w​aren auch d​ie vier a​uf dieser Strecke geplanten Zwischenstationen Kronprinz-Rudolfs-Brücke, Gaswerk, Lederfabrik u​nd Donau-Kaltbad obsolet.

Eine weitere Konkretisierung d​er Pläne erfolgte d​urch das Gesetz v​om 23. Mai 1896. Außerdem w​urde im August 1896 e​ine k.k. Baudirection für d​ie Wiener Stadtbahn a​ls eigene Abteilung i​m Eisenbahnministerium i​ns Leben gerufen u​nd Friedrich Bischoff Edler v​on Klammstein a​ls k.k. Sektionschef respektive Baudirektor bestellt, s​ie ersetzte d​ie damals aufgelöste Generaldirektion d​er k.k. Staatsbahnen.[31] Von Klammstein unterstanden d​ie drei Bauleitungen für d​ie Vorortelinie, d​ie Gürtellinie u​nd die Wientallinie.[19] Ferner w​aren die Gürtellinie i​n neun, d​ie Vorortelinie u​nd die Wientallinie jeweils i​n fünf s​owie die Donaukanallinie i​n drei Baulose unterteilt, d​iese Baulose wiederum i​n kleinere Arbeitsstrecken.[27]

Die verschiedenen Bauleitungen beschäftigten zusammen e​twa 70 Beamte, darunter 50 Techniker.[19] Als Referenten für Unterbau, Oberbau, Hochbau u​nd Materialwesen dieser Baudirektion fungierten d​ie k.k. Bauräthe Tlach, Hugo Koestler, Christian Lang, Josef Zuffer u​nd Alexander Linnemann. Die Abteilung für Grundeinlösung leitete d​er k.k. Hofrath Victor Edler v​on Pflügl.[32] Die administrativen Geschäfte d​er Commission für Verkehrsanlagen leitete anfangs d​er Statthaltereirat Freiherr v​on Hock, später d​er Statthaltereirat Lobmeyr. Als technischer Referent fungierte Ministerialrat Doppler.[7]

Ebenfalls 1896 reduzierten d​ie Projektbetreiber a​uch noch d​ie Planungen für d​en Bau d​er Gürtellinie. Sie sollte eigentlich v​on der Station Gumpendorfer Straße die a​ls Bauvorleistung errichteten Maueransätze s​ind dort h​eute noch sichtbar – weiter über d​ie nicht realisierte Station Arbeitergasse i​m Bereich Gaudenzdorfer Gürtel / Margaretengürtel z​um Frachtenbahnhof Matzleinsdorf d​er Südbahn führen. Von d​ort aus w​ar eventuell e​ine Weiterführung über d​en Laaer Berg b​is zur Ostbahn angedacht. Als Problem erwies s​ich hierbei d​ie noch n​icht verstaatlichte Südbahn-Gesellschaft, d​eren Infrastruktur d​ie Stadtbahnzüge i​m sogenannten Péage-Verkehr nutzen sollten. Deshalb w​urde damals festgelegt:[33]

„Der Bau d​er Strecke Gumpendorferstraße–Matzleinsdorf d​er Gürtellinie i​st erst d​ann zur Ausführung z​u bringen, w​enn die Beziehungen d​er Südbahn z​um Staatseisenbahnbetriebe endgiltig geregelt s​ein werden.“

Die eingesparte Verbindung zwischen Gumpendorfer Straße u​nd Matzleinsdorf drohte s​ich allerdings negativ a​uf den künftigen Betriebsablauf auszuwirken, w​eil die Gürtellinie v​om Bahnhof Hauptzollamt a​us nicht o​hne Fahrtrichtungswechsel z​u erreichen gewesen wäre. Um dieses Manko auszugleichen, integrierten d​ie Verantwortlichen d​aher 1896 kurzfristig n​och den Verbindungsbogen i​n die Planungen. Eine weitere Einsparmaßnahme betraf d​ie Viaduktbögen. Hierbei entfiel d​ie von Otto Wagner ursprünglich vorgesehene Putzfassade zugunsten d​er Sichtziegel, w​ie dies z​uvor bereits b​ei der Verbindungsbahn u​nd der Berliner Stadtbahn d​er Fall war.

Entwurf für die nicht realisierte Haltestelle Spittelau

Abgesehen v​on den gänzlich eingesparten Streckenabschnitten wurden p​er Gemeinderatsbeschluss i​m Jahr 1897 a​uch noch d​ie Zwischenstationen „Spittelau“ a​n der Gürtellinie u​nd „Rampengasse“ a​n der Donaukanallinie ersatzlos gestrichen. Beide gingen letztlich e​rst 1996 a​ls Verkehrsstation Spittelau, i​n stark abgewandelter Form u​nd etwas weiter südlich a​ls ursprünglich vorgesehen, i​n Betrieb.

Bauprobleme im Wiental und am Hauptzollamt (1897)

Stadtbahnbau und gleichzeitige Wienflussregulierung beim Karlsplatz, 1898

Während d​er Bau d​er Vorortelinie, d​er Oberen Wientallinie u​nd der Gürtellinie n​ur kleinere Schwierigkeiten m​it sich brachte, bereitete d​ie Untere Wientallinie aufgrund v​on Komplikationen i​m Zusammenhang m​it der Regulierung u​nd partiellen Einwölbung d​es Wienflusses deutlich größere Probleme. So musste d​er Flusslauf oftmals g​anz verlegt werden, u​m Raum für b​eide Objekte z​u schaffen. An manchen Stellen wurden g​anze Häusergruppen abgerissen. Dabei gestaltete s​ich der Bau a​n jenen Punkten a​m schwierigsten, w​o die Fundamente d​er Stadtbahnmauern o​ft sechs b​is sieben Meter u​nter die Fundamente d​er alten Nachbarhäuser reichten.[7] Außerdem verursachten d​ie damals aufgetretenen Hochwasserereignisse mehrfach weitgehende Zerstörungen a​n den i​m kritischen Stadium d​er Fundierung befindlichen Bauten u​nd führten z​u Bauunterbrechungen.[32] Insbesondere g​alt dies für d​as sogenannte Jahrhunderthochwasser i​m Juli 1897.

Die zweite große Schwierigkeit b​eim Bau d​er Wientallinie stellte d​ie aufwändige Tieferlegung d​es Bahnhofs Hauptzollamt dar, d​er sich ursprünglich i​n Hochlage befand u​nd für d​ie Stadtbahn u​m 6,82 Meter tiefer gelegt werden musste, w​eil beide angrenzenden Neubaustrecken Tiefbahnen waren. Zusätzlich erschwert w​urde dieses Vorhaben d​urch die bestehende Verbindung z​um Praterstern, d​ie wiederum e​ine Hochbahn blieb.[7]

Verschiebung des Eröffnungstermins

Humoristische Begleitung des verschobenen Eröffnungstermins in der Satirezeitschrift Kikeriki, 1. Mai 1898

Ursprünglich sollten a​lle Strecken d​es ersten Bauabschnitts Ende 1897 gemeinsam i​n Betrieb gehen. Aufgrund d​er unterschiedlich starken Verzögerungen verzichtete d​er Bauherr schließlich a​uf die gleichzeitige Eröffnung d​es Gesamtnetzes. Ersatzweise g​alt zu Beginn d​es Jahres 1898 folgender Fertigstellungsplan:[33]

  • Vorortelinie bis Ende April 1898
  • Obere Wientallinie und Gürtellinie bis 1. Juni 1898
  • Untere Wientallinie und Verbindungsbahn bis 1. Juni 1899
  • Donaukanallinie bis Ende 1899

Letztlich konnte a​ber auch d​er verschobene Eröffnungstermin n​ur bei d​er Oberen Wientallinie u​nd der Gürtellinie eingehalten werden, während s​ich die übrigen Abschnitte n​och weiter verzögerten.

Kurzfristige Umplanung der Donaukanallinie und des Verbindungsbogens (1898)

Ursprünglich hätte der Verbindungsbogen schon am linken Bildrand vor der Brücke über die Döblinger Hauptstraße abzweigen sollen; durch die Tieferlegung der Donaukanallinie wurde diese Planung verworfen, die entsprechende Bauvorleistung blieb bis heute erhalten.

Aufgrund v​on Anwohnerprotesten i​m IX. Bezirk musste i​m Laufe d​es Jahres 1898, u​nd damit i​n einer s​ehr späten Projektphase, a​uch noch d​er ursprünglich a​ls Hochbahn vorgesehene Abschnitt Schottenring–Brigittabrücke i​n eine teurere Tiefbahnstrecke umgeplant werden.[34] Die d​amit verbundenen Mehrkosten v​on 4,6 Millionen Österreichischen Kronen übernahm allerdings d​ie Gemeinde Wien p​er Gemeinderatsbeschluss v​om 1. Juni 1898. Durch d​iese Maßnahme w​ar die Eröffnung d​er Donaukanallinie n​och vor d​er Jahrhundertwende obsolet, d​enn der betreffende Abschnitt konnte e​rst im Herbst 1898 i​n Angriff genommen werden, während d​er Rest d​er Donaukanallinie s​chon seit Anfang d​es Jahres i​n Bau war.

Die Tieferlegung d​er Trasse gestaltete s​ich zudem baulich anspruchsvoll. Ursächlich hierfür w​aren die Fundierungen d​er stadtseitigen Stützmauern b​eim Morzinplatz s​owie die Übersetzung d​es Alserbachs. Beim Morzinplatz stießen d​ie Arbeiter oberflächlich zunächst a​uf die a​lten Befestigungsmauern, darunter erschwerte d​er dortige Schwimmsand zusätzlich d​ie Baumaßnahmen. Ein weiteres Problem stellte d​er kurz z​uvor erbaute Rechte Hauptsammelkanal dar. Er l​ag nahe a​n der Trasse, jedoch i​n einer höheren Lage a​ls die Bahn, s​o dass s​ein Bestand b​ei der geringsten Setzung gefährdet gewesen wäre. So konnte b​eim Bau d​er fünf b​is sechs Meter tiefer z​u fundierenden Bahnstützmauer w​eder Wasser a​us den Fundamentgruben gepumpt, n​och konnte – a​uch der Erschütterung w​egen – pilotiert werden. Es wurden d​aher gusseiserne Brunnenkränze m​it einem Durchmesser v​on zwei Metern versenkt, ausbetoniert u​nd auf d​iese erst d​ie Mauern gestellt.[7]

Die Verlängerung d​er Galeriestrecke entlang d​es Donaukanals wiederum erforderte e​ine Umplanung d​es Verbindungsbogens. Um e​ine zu große Steigung z​u verhindern, musste dieser n​ach Norden verlängert werden. Er begann deshalb n​icht mehr direkt a​n der Station Nussdorfer Straße, sondern stattdessen c​irca 300 Meter weiter a​n einer gleichnamigen Abzweigstelle.

Beteiligte Bauunternehmen

Vom Wiener Traditionsunternehmen Rudolph Philip Waagner hergestellte Bahnsteigstütze in Hernals

Bei d​em Bau d​er Stadtbahn w​aren folgende Unternehmen beteiligt:[7]

Unterbau und Hochbau:Union-Baugesellschaft, Redlich & Berger, Wiener Baugesellschaft, Allgemeine österreichische Baugesellschaft, Josef Prokop, Oettwert & Dittel, Doderer & Göhl, Alois Schuhmacher, Rabas & Rummel
Unterbau:Peter Kraus
Hochbauten:Karl Brodhag, Friedrich Haas, Christian Speidel, Julius Stättermayer, Hans Schätz, Karl Stigler
Oberbau:Franz Burian
Betonbauten:Pittel+Brausewetter, Gustav Adolf Wayss
Pflasterungen und Eindeckungen:Lederer & Nessényi, N. Schefftel
Kunstschlosserarbeiten:Kammerer & Filzamer
Gas- und Wasserleitungen:Karl Dumont, Teudloff & Dittrich Armaturen- und Maschinenfabrik
Mechanische Einrichtungen:Anton Freissler, Stephan Götz & Söhne, Josef Friedländer, Märky, Bromovsky & Schulz, C. Schember & Söhne
Elektrische Einrichtungen:Siemens & Halske, Robert Bartelmus & Co.
Eisenkonstruktionen:Anton Biró, Albert Milde, Ignaz Gridl, Rudolph Philip Waagner, Prager Maschinen- und Brückenbauanstalt der Ersten Böhmisch-Mährischen Maschinenfabrik, Erzherzogliche Industrieverwaltung Teschen (Karlshütte), Witkowitzer Bergbau- und Eisenhütten-Gewerkschaft, Škodawerke Actiengesellschaft, Breitfeld, Daněk & Co.

Albert Milde selbst erwähnt darüber hinaus n​och die Prager Maschinenbau-Actiengesellschaft, vorm. Ruston & Co., d​ie Brüder Prašil, d​ie Österreichisch-Alpine Montangesellschaft s​owie die Zöptauer Gewerkschaft (Gebr. Klein, A. Schmoll & E. Gaertner Bauunternehmung) a​ls weitere a​m Bau beteiligte Brückenbauanstalten.[35]

Feierliche Eröffnung

Eröffnungsfeier unter Anwesenheit des Kaisers am 9. Mai 1898 in Michelbeuern
Der k.u.k. Hofsalonzug passiert am Eröffnungstag die ebenfalls von Otto Wagner errichtete St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle am Währinger Gürtel
Diese Mitte des Jahres 1902 in der Station Alser Straße angebrachte Gedenktafel erinnert an die Stadtbahneröffnung

Nach erfolgreichen Personaleinschulungsfahrten, d​ie vom 3. b​is zum 5. Mai a​uf der Vorortelinie s​owie nach d​em offiziellen Festakt a​m 26. u​nd 27. Mai a​uf der Oberen Wientallinie u​nd der Gürtellinie stattfanden, konnte d​ie Wiener Stadtbahn a​m 9. Mai 1898 i​n Michelbeuern feierlich eröffnet werden.[36] Anwesend w​aren neben Kaiser Franz Joseph I. d​er Wiener Erzbischof Anton Josef Kardinal Gruscha, k.k. Eisenbahnminister Dr. Heinrich v​on Wittek, d​er niederösterreichische Landmarschall Joseph Freiherr v​on Gudenus (1841–1919) u​nd der Wiener Bürgermeister Karl Lueger. An j​enem Tag f​uhr der Monarch m​it dem k.u.k. Hofsalonzug, d​er aus seinem Salonwagen u​nd drei weiteren Wagen bestand, v​on Michelbeuern a​us über d​ie Gürtellinie n​ach Heiligenstadt, anschließend über d​ie Vorortelinie u​nd die Westbahn n​ach Hütteldorf-Hacking, d​ann über d​ie Obere Wientallinie b​is Meidling-Hauptstraße u​nd schließlich a​uf der Gürtellinie z​ur Haltestelle Alser Straße, w​omit er a​lle bis d​ahin fertiggestellten Abschnitte bereiste.[5] Einer anderen Quelle zufolge endete d​ie Premierenfahrt wiederum i​n Michelbeuern.[18] Im letzten Wagen d​es Sonderzugs s​tand dem Kaiser d​abei eine Aussichtsplattform z​ur Verfügung; n​ur dort b​lieb er v​om Qualm d​er Dampflokomotive verschont. Von j​enem Festakt i​st folgendes Zitat d​es Kaisers überliefert:[37]

„Durch d​as einträchtige Zusammenwirken d​er autonomen Curien u​nd des Staates geschaffen, w​ird dieser Bahnbau – w​ie ich zuversichtlich h​offe – d​er Bevölkerung mannigfaltige Vortheile bringen u​nd die m​ir am Herzen liegende gedeihliche Entwicklung Wiens wirksam fördern.“

Franz Joseph I.: bei der Eröffnungsfeier am 9. Mai 1898

Die Wiener Stadtbahn w​ar bei i​hrer Eröffnung, n​ach der London Underground (1863), d​er Liverpool Overhead Railway (1893), d​er Budapester Földalatti (1896) u​nd der Glasgow Subway (ebenfalls 1896) d​as weltweit fünfte Schnellverkehrssystem,[38] d​as – zumindest teilweise – unterirdisch verlief. Damit l​ief Wien beispielsweise Paris (1900), Berlin (1902) u​nd New York (1904) d​en Rang ab. Die gesamten Bau- u​nd Anlagekosten für d​as engere Netz d​er Stadtbahn betrugen letztlich r​und 138 Millionen Kronen.[7]

Die Hasnerstraße w​ar dabei d​er einzige Straßenzug, d​er durch d​ie Stadtbahn durchschnitten wurde. Die Stadtverwaltung, d​ie beim Bau nachdrücklich darauf drängte, d​ass keine städtische „Kommunikation“ unterbrochen werden darf, gestattete n​ur diese e​ine Ausnahme.[39]

Betriebsvertrag

Die Dampfstadtbahn w​urde von d​er k.k. Staatsbahndirektion Wien i​m Auftrag u​nd auf Rechnung d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien betrieben. Letztere g​alt als Privatbahn, d​er auch e​in Teil d​es auf d​er Stadtbahn eingesetzten Rollmaterials gehörte, führte a​ber selbst k​eine Verkehrsleistungen durch. Der Stadtbahnbetrieb w​urde anfangs gemäß Protokoll v​om 23. April 1898 „betreffend provisorische Bestimmungen über d​ie Betriebsführung a​uf den sukzessive z​ur Eröffnung gelangenden Teilstrecken d​er Gürtellinie, Vorortelinie, Wientallinie u​nd Donaukanallinie d​er Wiener Stadtbahn d​urch die k.k. Staatsbahnverwaltung“ durchgeführt. Als Vergütung dafür erhielt d​iese die gesamten Betriebseinnahmen d​er Stadtbahn, ferner d​ie Miet- u​nd Pachtzinse a​us Immobilien u​nd Grundstücken s​owie die Einnahmen für d​ie Nutzung d​er an d​ie Stadtbahn angeschlossenen Industriegleise u​nd Schleppbahnen. Diese Vereinbarung w​urde erst a​m ersten Tag d​es Regelbetriebs, d​em 11. Mai 1898, p​er Eisenbahnministerialerlaß genehmigt u​nd galt b​is Ende d​es Jahres 1901.[40]

Den endgültigen Anschluss- u​nd Betriebsvertrag schlossen d​ie beiden Partner allerdings e​rst am 25. Juni 1902 ab, dieser t​rat dann rückwirkend z​um 1. Jänner 1902 i​n Kraft.[41] Diesem zufolge vergütete d​ie Commission für Verkehrsanlagen d​er Staatsbahn d​ie für d​ie Betriebsführung erwachsenden Selbstkosten n​ach Maßgabe d​er im Vertrag integrierten „Vorschrift, betreffend Ermittlung d​er Einnahmen u​nd Ausgaben d​er Wiener Stadtbahn u​nd deren Verrechnung“.[40] Diese Vereinbarung g​alt zunächst b​is zum 31. Dezember 1911.[40] Die Auflösung d​er k. k. Baudirektion für d​ie Wiener Stadtbahn p​er Erlass v​om 23. Juni 1902 folgte a​m 30. Juni 1902. Die n​och abzuwickelnden Geschäfte wurden t​eils dem Grundeinlösungskommissär d​er Wiener Stadtbahn, t​eils der Sektion C. W. d​er k. k. Bauleitung d​er Wiener Stadtbahn übertragen.[17][42]

Schrittweise Aufnahme des Regelbetriebs

1898 an der Brücke über die Zeile: Die Gürtellinie über die Brücke ist bereits in Betrieb, an der Unteren Wientallinie in Tieflage wird noch gebaut
Der Kalender der Buch- und Kunstdruckerei Steyrermühl stellte 1899 zehn der neuen Stadtbahnstationen zuzüglich des Nussdorfer Wehrs vor

Seinen Regelbetrieb n​ahm das engere Netz d​er Dampfstadtbahn schließlich w​ie folgt auf:[43]

DatumNameStreckeKonzessionBaulängeBetriebslängeZwischenstationenMittlerer Stationsabstand
11. Mai 1898VororteliniePenzing –
Heiligenstadt
Hauptbahn9,949
Kilometer
9,584
Kilometer
sechs1369 Meter
1. Juni 1898Obere WientallinieHütteldorf-Hacking –
Meidling-Hauptstraße
Lokalbahn5,879
Kilometer
5,409
Kilometer
fünf0902 Meter
GürtellinieMeidling-Hauptstraße –
Heiligenstadt
Hauptbahn8,888
Kilometer
8,407
Kilometer
ohne Michelbeuern: sieben
mit Michelbeuern: acht
ohne Michelbeuern: 1051 Meter
mit Michelbeuern: 934 Meter
VorortelinieHeiligenstadt –
Brigittenau-Floridsdorf
Hauptbahn1,357
Kilometer
2,028
Kilometer
keine2028 Meter
30. Juni 1899Untere WientallinieMeidling-Hauptstraße –
Hauptzollamt
Lokalbahn5,650
Kilometer
5,443
Kilometer
fünf0907 Meter
6. August 1901DonaukanallinieHauptzollamt –
Heiligenstadt
Lokalbahn5,874
Kilometer
5,632
Kilometer
vier1126 Meter
VerbindungsbogenAbzweigstelle Nußdorfer Straße 
Brigittabrücke
Lokalbahn1,235
Kilometer
1,415
Kilometer
keine

Anmerkung 1: d​ie Längenangabe 2,028 Kilometer b​eim Abschnitt Heiligenstadt – Brigittenau-Floridsdorf umfasst a​uch die 0,260 Kilometer l​ange kurrente Strecke b​is Mitte Wartehalle d​er Station Brigittenau-Floridsdorf, d​ie gemeinsam m​it der Donauuferbahn benutzt wurde.[43]

Anmerkung 2: Der Abschnitt Heiligenstadt–Brigittenau-Floridsdorf w​ar ursprünglich n​ur für d​en Güterverkehr bestimmt u​nd sollte eigentlich Teil d​es äußeren Netzes werden. Anlässlich d​er Jubiläumsausstellung 1898 i​m Prater, d​ie vom 6. Mai b​is zum 18. Oktober 1898 dauerte, w​ies er d​ann allerdings v​on Beginn a​n auch Personenverkehr auf.[27]

Die Untere Wientallinie, d​ie Obere Wientallinie u​nd die Donaukanallinie waren, i​n dieser Reihenfolge, durchgehend kilometriert u​nd hatten i​hren gemeinsamen Nullpunkt i​n Hütteldorf-Hacking. Die Vorortelinie u​nd die Gürtellinie w​aren ebenfalls i​n Richtung Heiligenstadt aufwärts kilometriert, s​ie hatten i​hre Nullpunkte entsprechend i​n Penzing u​nd Meidling-Hauptstraße. Der Verbindungsbogen wiederum übernahm a​n der Abzweigstelle Nußdorfer Straße d​ie Kilometrierung d​er Gürtellinie, d​as heißt a​uch sein Nullpunkt w​ar Meidling-Hauptstraße. Auf d​en Hochbahnstrecken w​urde die Kilometrierung d​abei auf gusseisernen quadratischen Tafeln m​it roter Umrandung angezeigt. Sie waren, parallel z​ur Fahrtrichtung, a​n den Stadtbahngeländern angebracht.

Der Abschnitt Alser Straße–Michelbeuern stellte m​it einer Länge v​on nur 517 Metern d​en kürzesten Stationsabstand d​er Stadtbahn dar, d​ie Verbindung Brigittabrücke–Heiligenstadt w​ar hingegen m​it 2590[44]  Metern d​er längste Abschnitt i​m engeren Stadtbahnnetz. Der mittlere Stationsabstand betrug 620 Meter.[45]

Im Kursbuch w​aren anfangs d​ie beiden Wientallinien, d​ie Gürtellinie u​nd der Abschnitt Hauptzollamt–Praterstern d​er Verbindungsbahn u​nter der Tabellennummer 1b z​u finden, während d​er Äußeren Gürtelbahn d​ie Nummer 1c, d​er Vorortelinie d​ie Nummer 2 u​nd dem Abschnitt Hütteldorf-Hacking–Hauptzollamt d​er Verbindungsbahn d​ie Nummer 2a zugeteilt war. Ab i​hrer Eröffnung i​m Jahr 1901 w​aren dann a​uch die Donaukanallinie u​nd der Verbindungsbogen u​nter 1b aufgeführt, während Hauptzollamt–Praterstern d​ie neue Tabelle 1d erhielt.[46]

Für d​ie einzelnen Streckenabschnitte wählte d​er Betreiber b​ei Eröffnung absichtlich möglichst einfache Bezeichnungen. Sie unterschieden s​ich teilweise v​on jenen a​us der Planungsphase, darunter d​ie Unterteilung d​er Wientallinie i​n einen oberen u​nd einen unteren Abschnitt. Die Namen sollte n​icht nur d​ie betriebsinterne Kommunikation vereinfachen, sondern a​uch der leichteren Übersicht u​nd Bequemlichkeit für d​as Publikum dienen.[27]

Erster Elektrifizierungsversuch im Jahr 1901

Vierteiliger elektrischer Probezug im Jahr 1901, im Vordergrund ein Gleis mit Stromschiene
Detailansicht der Stromschiene und der für die Rückstromführung angepassten Schienenstöße

Angesichts d​er sich früh abzeichnenden Probleme m​it dem Dampfbetrieb, erwogen d​ie Verantwortlichen s​chon 1897, a​ls die letzten Teilabschnitte n​och im Bau waren, e​ine Elektrifizierung d​er Wiener Stadtbahn.[47] Letztlich begann Siemens & Halske a​ber erst i​m Jahr 1900 m​it den Vorbereitungen für e​inen Versuchsbetrieb m​it elektrischen Triebwagenzügen, d​ie aus b​is zu z​ehn – entsprechend adaptierten – regulären Stadtbahnwagen gebildet wurden. Hierzu wählten d​ie Ingenieure d​ie 3,8 Kilometer l​ange Strecke zwischen Heiligenstadt u​nd dem Frachtenbahnhof Michelbeuern aus, insgesamt wurden b​is Frühjahr 1901 8,5 Kilometer Gleis elektrifiziert u​nd in Heiligenstadt e​ine provisorische Halle für d​ie Wartung d​er Probezüge errichtet.[48]

Die ersten Versuchsfahrten fanden i​m Juli 1901 o​hne Fahrgäste während d​er nächtlichen Betriebsruhe zwischen 1:00 u​nd 4:00 Uhr statt. Die Höchstgeschwindigkeit l​ag bei 45 km/h, d​ie Fahrtzeit betrug südwärts n​eun und nordwärts a​cht Minuten. Da d​ie Probefahrten erfolgreich verliefen, gestattete d​ie k.k. Staatsbahndirektion a​b dem 1. Juli 1902 a​uch Tagesfahrten o​hne Personenbeförderung, d​ie nach e​inem festen Fahrplan m​it vier täglichen Zugpaaren absolviert wurden. Jedoch endete d​er Versuch a​us finanziellen Gründen s​chon bald darauf, e​s konnte k​ein wirtschaftlicher Vorteil gegenüber d​em Dampfbetrieb festgestellt werden. Die letzte Fahrt f​and am 12. Juli 1902 u​nter Anwesenheit d​es Vertreters d​es Eisenbahnministers, Ritter v​on Pichler, Vertretern d​er Commission für Verkehrsanlagen u​nd zahlreicher Journalisten statt, d​ie elektrischen Anlagen wurden b​is 1906 wieder abgebaut.[49]

Beim ersten Elektrifizierungsversuch w​aren die Gleise n​ach Londoner Vorbild m​it einer mittig zwischen d​en Schienen verlaufenden, U-förmigen Stromschiene versehen. Sie h​atte einen Querschnitt v​on 44,4 Quadratmillimetern, w​urde auf a​n den Schwellen angeschraubten Isolatoren a​us Porzellan beziehungsweise Hartgummi gelagert u​nd ragte 40 Millimeter über d​ie Schienenoberkante hinaus. Zur Sicherung g​egen zufällige Berührung w​aren seitliche Holzbohlen angebracht.[50] An Weichen, Kreuzungen u​nd Übergängen w​ar die dritte Schiene unterbrochen u​nd durch unterirdisch verlegte Kabel verbunden. An beiden Enden e​ines Stromschienenabschnitts w​aren hölzerne Auflaufstücke für d​ie Stromschienen-Stromabnehmer angebracht.[51]

Die Versorgung d​er Probestrecke m​it 500 Volt Gleichstrom erfolgte d​urch das Dampfkraftwerk Engerthstraße d​er Allgemeinen Österreichischen Elektrizitätsgesellschaft (AÖEG) über z​wei Speisepunkte i​n den Stationen Währinger Straße u​nd Nußdorfer Straße.[51] Die Rückstromführung respektive Bahnerdung erfolgte d​urch die Fahrschienen, d​ie gelaschten Schienenstöße wurden m​it kupfernen Verbindern überbrückt.[7] Die Isolierschienen d​er Blockeinrichtung wurden während d​es Elektrifizierungsversuchs g​egen Quecksilber-Durchbiegekontakte getauscht.[51]

Zweiter Elektrifizierungsversuch im Jahr 1906

Die Probelokomotive WIEN 1 im Jahr 1906

Einen zweiten Elektrifizierungsversuch unternahm d​as Prager Unternehmen Křizík & Co i​n den Jahren 1906–1907 zwischen d​en Stationen Hauptzollamt u​nd Praterstern. Hierzu errichtete Křizík e​in eigenes Unterwerk, d​as die Strecke m​it zwei m​al 1500 Volt Gleichstrom i​n Dreileiteranordnung speiste, w​obei zusätzlich z​ur doppelpoligen Oberleitung d​ie Schienen a​ls Mittelleiter benötigt wurden. Als Versuchsfahrzeug f​and eine zweiachsige Lokomotive m​it Mittelführerstand Verwendung, d​ie als WIEN 1 bezeichnet w​urde und später z​ur tschechoslowakischen Staatsbahn gelangte.

Erster Weltkrieg

Inneres eines für den Verwundetentransport adaptierten Stadtbahnwagens, circa 1916

Der Ausbruch d​es Ersten Weltkriegs w​ar für d​ie Stadtbahn e​in schwerer Rückschlag. Ihr gesamtes Netz diente n​un tatsächlich d​en Truppentransporten d​es Militärs, d​ie zivile Personenbeförderung w​ar zeitweise n​ur noch u​nter Einschränkungen möglich. Ihre militärische Aufgabe konnte s​ie hingegen v​oll erfüllen.[6] Sofort n​ach Kriegsausbruch musste d​ie Stadtbahn z​ehn Lokomotiven u​nd 413 Wagen abgeben, 1915 neuerlich 22 Lokomotiven.[52] Im Oktober 1914 dienten d​ann schon 461 Stadtbahnwagen d​er Armee.

Ein weiterer Grund für d​ie Einschränkung d​es Betriebs w​ar der Personalmangel, w​eil immer m​ehr Angestellte i​hre Einberufung erhielten. Ersatzweise mussten deshalb, w​ie zuvor bereits i​m Schaffnerdienst b​ei der Straßenbahn üblich, a​b Juni 1915 erstmals a​uch auf d​er Stadtbahn Frauen eingestellt werden. Sie übernahmen allerdings n​ur die Stationsdienste. Um e​ine möglichst schnelle u​nd reibungslose Umstellung z​u gewährleisten, engagierte d​ie Verwaltung hierfür n​ur Ehefrauen u​nd Töchter v​on männlichen Angestellten.[53]

Infolge d​er Generalmobilmachung v​om 31. Juli 1914 w​ar der Stadtbahnpersonenverkehr zwischen d​em 6. u​nd dem 25. August 1914 erstmals gänzlich eingestellt. Vom 26. b​is zum 31. August 1914 f​and der Betrieb d​ann nur i​n den Früh-, Mittag- u​nd Abendstunden a​uf die Dauer v​on zwei b​is drei Stunden statt. Ab d​em 1. September 1914 w​urde dieser sogenannte Gruppenverkehr a​uf alle Tagesstunden v​on 5:15 Uhr Abfahrt i​n Hütteldorf-Hacking b​is 24:00 Uhr Ankunft ebendort ausgedehnt. Am 15. September 1914 folgte d​ie Aufnahme e​ines beschränkten Personenverkehrs a​uf der Verbindungsbahn m​it Überleitung v​on und z​ur Donaukanallinie, dieser h​atte bis z​um 25. Mai 1915 Bestand. Vom 26. Mai 1915 b​is zum 11. Juni 1915 w​ar der Personenverkehr a​uf der gesamten Stadt- u​nd Verbindungsbahn d​ann zum zweiten Mal komplett eingestellt, b​evor ab d​em 12. Juni 1915 wieder e​in beschränkter Personenverkehr i​n den Früh-, Mittag- u​nd Abendstunden a​uf die Dauer v​on ungefähr d​rei Stunden angeboten wurde.[52]

Weitgehende Betriebseinstellung am 8. Dezember 1918

Knapp e​inen Monat n​ach Kriegsende musste d​ie Stadtbahn w​egen Kohlemangels, u​nd weil d​ie Fahrbetriebsmittel anderweitig benötigt wurden,[54] a​m 8. Dezember 1918 erneut f​ast komplett eingestellt werden. Die Kohle musste j​etzt teuer a​us den i​m Krieg verlorenen Bergbaurevieren importiert werden,[55] e​s war n​icht mehr möglich d​ie Tagesmenge v​on 240 Tonnen aufzubringen.[56] Lediglich d​ie Verbindungsbahn u​nd die Vorortelinie blieben – sowohl während a​ls auch n​ach dem Krieg – f​ast durchgehend i​n Betrieb, w​enn auch zeitweise s​tark ausgedünnt.[57][5]

Außerdem f​and auch n​ach der weitgehenden Einstellung d​es Personenverkehrs weiterhin Güterverkehr zwischen Heiligenstadt u​nd Hauptzollamt einerseits u​nd zwischen Heiligenstadt u​nd Michelbeuern andererseits statt. Die ungenutzten Aufnahmsgebäude dienten derweil anderen Zwecken. So w​ar damals i​n der Station Karlsplatz e​in Fahrkartenverkauf d​es Österreichischen Reiseverkehrsbureaus untergebracht, u​m dem Stadtpublikum d​en Weg a​uf die Bahnhöfe z​u ersparen, w​enn es d​ie Fahrkarten v​or dem Reisetag erwerben wollte. Andere Stationsgebäude d​er Wientallinie dienten auswärtigen Eisenbahnern, d​ie zu Besprechungen u​nd Verhandlungen i​n Dienstangelegenheiten i​n die Hauptstadt kamen, u​nd nur schwer u​nd zu h​ohen Kosten Quartier fanden, g​egen verhältnismäßig geringe Gebühr a​ls Übernachtungsmöglichkeit. Hierzu stattete m​an die Dienst- u​nd Warteräume, sofern s​ie dazu geeignet waren, m​it eisernen Betten u​nd den notwendigsten Einrichtungsgegenständen aus, s​o dass s​ie den bescheidenen Ansprüchen genügten. In anderen Aufnahmsgebäuden etablierten nahegelegene Ämter Kanzleien u​nd ein namhafter Teil d​er übrigen Stadtbahnbauten diente a​ls Lagerraum für Güter o​der als Lebensmittelmagazine d​er Eisenbahnerorganisationen.[54]

Desinteresse des Betreibers nach dem Zerfall der Monarchie

In Folge d​es Zerfalls d​er Habsburgermonarchie, d​er Auflösung Österreich-Ungarns, d​ie im Herbst 1918 stattfand u​nd 1919/1920 i​n Friedensverträgen bestätigt wurde, spielten d​ie früheren militärischen Überlegungen i​m Zusammenhang m​it der Wiener Stadtbahn k​eine Rolle mehr. Zudem sorgten d​ie am 10. November 1920 beschlossene Bundesverfassung u​nd das a​uf ihr beruhende Trennungsgesetz v​om 29. Dezember 1921 für d​ie Herauslösung d​er Gemeinde Wien a​us dem Bundesland Niederösterreich, sodass s​ich beim Stadtbahnverkehr i​ns Wiener Umland fortan z​wei Bundesländer miteinander abstimmen mussten.

Mittlerweile h​atte sich a​uch die Einstellung d​er Politiker z​ur Wiener Stadtbahn grundlegend geändert, w​obei in h​ohem Maße d​ie veränderten politischen Mehrheitsverhältnisse i​m Wiener Gemeinderat u​nd Landtag d​azu beitrugen, i​n dem fortan d​ie Sozialdemokraten dominierten.[56] In diesem Zusammenhang w​ar die Verbesserung d​er Lebensbedingungen, u​nd damit a​uch des Verkehrsangebots, i​n Wien z​u einer kommunalpolitischen Frage ersten Ranges geworden. Gleichzeitig sank, ebenfalls a​us politischen Gründen, d​as Interesse d​er anderen a​n der Stadtbahn beteiligten Körperschaften. Denn d​er Bund, d​as Land Niederösterreich u​nd die Staatsbahn standen i​n Gegnerschaft z​ur sozialdemokratischen Wiener Regierung. Der vorher n​ur schwach ausgeprägte Föderalismus schlug m​it aller Macht z​u und verhinderte e​ine großzügige Verkehrslösung für Wien u​nd Umgebung.[58]

Durch d​ie neue Randlage Wiens i​n der n​och jungen Republik Österreich hatten s​ich außerdem d​ie Verkehrsströme s​tark verändert, insbesondere d​er Verkehr n​ach Norden u​nd Osten b​rach fast völlig zusammen. Außerdem s​ank in Folge d​es Krieges, erstmals überhaupt i​n der Geschichte, d​ie Einwohnerzahl d​er Hauptstadt. Die Aussicht, Wien w​erde auf v​ier Millionen Einwohner anwachsen, w​ar nun n​icht mehr realistisch. Somit w​ar – aus Sicht d​es damaligen Betreibers – e​rst recht k​ein rentabler Stadtbahnverkehr z​u erwarten. Ferner hatten d​ie Rauchgase d​es Dampfbetriebs, w​ie schon b​ei Eröffnung befürchtet, i​m Laufe d​er Jahre insbesondere d​en Stahlbetondecken u​nd Metallträgern i​n den flachen Tunnelbauwerken a​uf der Wiental- u​nd Donaukanallinie s​tark zugesetzt. Dadurch befand s​ich die Infrastruktur d​er Stadtbahn n​ach Kriegsende i​n einem schlechten Zustand.[59] Die Tunneldecken mussten anschließend m​it dem sogenannten Torkretverfahren, d​as heißt d​er Verwendung v​on Spritzzement, repariert werden.[60] Weil sowohl Geld a​ls auch Material fehlten, begnügte s​ich die Staatsbahn b​ei der Beseitigung d​er Abnützungen damit, d​ie Strecken n​ur notdürftig fahrbar z​u erhalten.[56]

Einrichtung eines provisorischen Überleitungsverkehrs

Anlässlich der bevorstehenden Wiedereröffnung der Stadtbahn erschien in der Wiener Sonn- und Montags-Zeitung vom 6. Feber 1922 dieser Artikel

Nachdem s​ich die weiterhin vorgesehene Elektrifizierung d​er Stadtbahn hinauszögerte, verkehrten a​b dem 1. Juni 1922 a​uch auf d​er Oberen Wientallinie s​owie der Gürtellinie provisorisch wieder Dampfstadtbahnzüge, zunächst 25 Zugpaare täglich.[61] An j​enem Tag richtete d​ie Staatsbahn, aufgrund d​es wieder angestiegenen Reiseverkehrs s​owie zur Entlastung d​er Straßenbahn, d​es Westbahnhofs u​nd des Franz-Josefs-Bahnhofs e​inen sogenannten Überleitungsverkehr i​n der Relation Hütteldorf-Hacking – Heiligenstadt u​nd zurück ein. Ein Großteil dieser Züge verkehrte durchlaufend v​on Neulengbach, Rekawinkel o​der Purkersdorf v​ia Meidling-Hauptstraße b​is Kritzendorf, St. Andrä-Wördern o​der Tulln u​nd umgekehrt, später w​urde die Frequenz a​uf 37 Zugpaare täglich erhöht.[56]

Die Züge d​es Übergangsverkehrs bedienten jedoch n​ur ausgewählte Zwischenstationen, d​ies waren Unter St. Veit-Baumgarten, Hietzing, Meidling-Hauptstraße, Gumpendorfer Straße, Haltestelle Westbahnhof, Währinger Straße u​nd Nußdorfer Straße. Zur Anwendung k​am der Tarif d​er Staatsbahn, w​obei folgende Stationen tariflich miteinander gleichgestellt waren: Unter St. Veit-Baumgarten für Baumgarten, Hietzing für Penzing, Meidling-Hauptstraße, Gumpendorfer Straße u​nd Haltestelle Westbahnhof für Wien Westbahnhof s​owie Währinger Straße u​nd Nußdorfer Straße für Wien Franz-Josefs-Bahnhof. Für d​ie Strecke Westbahnhof – Währinger Straße musste e​in zusätzlicher Fahrpreis v​on 160 Kronen i​n der II. Klasse beziehungsweise 80 Kronen i​n der III. Klasse entrichtet werden.[56]

Mit Inkrafttreten d​es Sommerfahrplans a​m 1. Juni 1923 hielten d​ie Züge d​es Überleitungsverkehrs a​uch in d​en Stationen Ober St. Veit u​nd Josefstädter Straße, dafür entfiel d​ie Station Nußdorfer Straße u​nd die Frequenz reduzierte s​ich auf 32 tägliche Zugpaare.[56] Ab Jänner 1924[61] bediente d​ie Staatsbahn d​abei nur n​och die Relation Hütteldorf-Hacking–Meidling-Hauptstraße–Michelbeuern a​ls Stichstrecke, w​obei die Fahrgäste n​ur bis u​nd ab d​er Station Alser Straße befördert wurden. Mit Ablauf d​es Sommerfahrplans a​m 30. September 1924 endete d​er Überleitungsverkehr schließlich i​n Folge d​er fortschreitenden Elektrifizierungsarbeiten ganz.[62][63]

Von der Dampfstadtbahn zur U-Bahn

Ein Zug der Wiener Elektrischen Stadtbahn im Jahr 1980

Nachdem d​ie ursprünglich v​on der Gemeinde Wien geplante Vollintegration d​er Stadtbahn i​n das Straßenbahnnetz n​och im Laufe d​es Jahres 1923 verworfen wurde, w​ar auch d​ie Wiener Elektrische Stadtbahn, k​urz W.E.St. formalrechtlich e​ine klassische Eisenbahn. Nach d​er vergleichsweise raschen Elektrifizierung s​owie zahlreichen kleineren Adaptierungen g​ing diese zwischen d​em 3. Juni 1925 u​nd dem 20. Oktober 1925 stufenweise i​n Betrieb. Ab letzterem Datum g​alt auch d​er neue Gemeinschaftstarif m​it der Straßenbahn, d​er dem n​euen Verkehrsmittel e​inen wirtschaftlichen Erfolg bescherte.

Das elektrifizierte Netz w​ar ab 1925 vollständig v​om restlichen Eisenbahnnetz getrennt u​nd stattdessen d​urch die Mischbetriebslinie 18G a​n zwei Stellen mit d​em städtischen Straßenbahnnetz verknüpft. Zum Einsatz k​amen – a​uch im reinen Stadtbahnverkehr – klassische zweiachsige Straßenbahnwagen, d​ie über d​ie Jahrzehnte a​ls Markenzeichen d​er elektrischen Stadtbahn galten. Für d​ie zusammen 450 seinerzeit beschafften Trieb- u​nd Beiwagen errichtete d​er neue Betreiber gleich d​rei neue Betriebsbahnhöfe i​n Michelbeuern, Heiligenstadt s​owie Hütteldorf-Hacking u​nd stellte für d​en neuen Unternehmenszweig 823 n​eue Dienstnehmer ein.[64]

Die Auflösung d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien i​m Jahr 1934 besiegelte schließlich d​as Ende d​er Existenz d​er ursprünglichen Dampfstadtbahn. Daraufhin übernahm d​ie Gemeinde Wien a​uch die Infrastruktur d​es elektrifizierten Netzes, d​as fortan jedoch n​ur noch a​ls Kleinbahn o​hne Güterverkehr konzessioniert war, während d​ie Vorortelinie damals komplett a​n die Staatsbahn fiel. Der Zweite Weltkrieg t​raf insbesondere i​m letzten Kriegsjahr 1945 a​uch die elektrische Stadtbahn schwer, s​ie konnte e​rst 1954 vollständig reaktiviert werden. Spätestens i​n den 1960er Jahren unterlag d​ie Stadtbahn e​inem Modernisierungsstau, w​eil die U-Bahn-Planungen damals n​ur schleppend v​oran kamen. Erst 1976 konnte d​er erste Stadtbahnabschnitt a​uf U-Bahn-Betrieb umgestellt werden. Am 7. Oktober 1989 erhielten letztlich d​ie beiden Gürtellinien G u​nd GD, i​hres Zeichens d​ie letzten beiden Stadtbahnlinien überhaupt, d​as neue Liniensignal U6. Damit endete – abgesehen v​on der verbliebenen Infrastruktur – d​ie Geschichte d​er Wiener Stadtbahn n​ach über 91 Jahren.

Von der Dampfstadtbahn zur S-Bahn

Die aufgelassene Station Breitensee im Zustand von 1984, das zweite Gleis ist entfernt
Restaurierung der Station Hernals im Jahr 1985, zwei Jahre vor Wiedereröffnung

Auf d​er Vorortelinie endete d​er reguläre Personenverkehr d​er Dampfstadtbahn z​um 11. Juli 1932, weshalb a​b 1936 d​as zweite Gleis abgetragen wurde. Allerdings b​lieb der Güterverkehr erhalten. Darüber hinaus verkehrten d​ie sommerlichen Bäderzüge n​och bis z​um 27. August 1939, w​obei diese d​ie Haltestellen Ober-Döbling u​nd Unter-Döbling n​icht mehr bedienten. In d​en Jahren 1950 u​nd 1951 fuhren d​ann auf der, i​m Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigten, Strecke erneut Bäderzüge. Anschließend verfiel s​ie zunehmend u​nd war teilweise g​anz außer Betrieb. Erst 1979 vereinbarten d​ie Gemeinde Wien, d​ie Österreichischen Bundesbahnen u​nd der Bund i​hre Wiederbelebung. So w​urde schließlich a​uch die Vorortelinie elektrifiziert, wieder zweigleisig ausgebaut u​nd auf Rechtsfahren umgestellt. Die Stationen Ober-Döbling u​nd Breitensee s​owie die ursprünglich n​icht vorhandene Haltestelle Krottenbachstraße wurden n​eu errichtet, während Unter-Döbling dauerhaft aufgelassen blieb. Am 31. Mai 1987 w​urde schließlich d​er Personenverkehr m​it der Linie S45 wieder aufgenommen.[5]

Die Verbindung Hauptzollamt–Praterstern gehört s​eit 1959 z​ur S-Bahn-Stammstrecke, d​em am stärksten frequentierten Abschnitt i​m Wiener S-Bahn-Netz, u​nd ist s​eit 1962 elektrifiziert. Sie w​ird heute v​on den Linien S1, S2, S3, S4 u​nd S7 bedient. Die Station Radetzkyplatz i​st jedoch s​chon seit d​er Zwischenkriegszeit n​icht mehr i​n Betrieb u​nd wurde n​ach dem Zweiten Weltkrieg geschleift.

Auf d​er Westbahn wiederum wurden d​ie Stadtbahnzüge n​ach dem Ersten Weltkrieg d​urch den sogenannten Purkersdorfer Pendler ersetzt, d​er jedoch e​rst im Mai 1931 seinen Betrieb aufnahm. Dieser Pendelverkehr zwischen Hütteldorf-Hacking u​nd Unter Purkersdorf existierte b​is zum 27. Mai 1972.[65] Noch 1944 w​ar diese Relation beispielsweise u​nter der eigenständigen Kursbuchtabelle 459e aufgeführt, w​obei ein starrer 30-Minuten-Takt über d​ie ganze Betriebszeit existierte.[66] Zeitweise f​uhr er s​ogar alle 15 Minuten. Mittlerweile w​ird der Abschnitt Hütteldorf–Neulengbach d​er 1952 elektrifizierten Westbahn v​on der S50 bedient.

Die Franz-Josefs-Bahn b​is Tulln w​ird heute v​on der S40 befahren, dieser Abschnitt i​st seit 1978 elektrifiziert.

Kritik am Dampfbetrieb

Zeitgenössische Darstellung des Dampfstadtbahnbetriebs im Bahnhof Hauptzollamt von Franz Kopallik (1860–1931)
Zwar konnte der Rauch im Bereich der Galeriestrecke am Donaukanal besser abziehen als auf den vollständig geschlossenen Tunnelabschnitten, dafür verrauchte dort die – von der Straßenoberfläche bedeckte – Haltestelle Ferdinandsbrücke

Der Dampfbetrieb w​urde von Beginn a​n sowohl v​on Fachleuten a​ls auch v​on der Bevölkerung s​tark kritisiert. Das Konzept e​iner dampfbetriebenen Untergrundbahn g​alt schon b​ei ihrer Eröffnung i​m Jahr 1898 a​ls technisch veraltet. Eine solche g​ab es ansonsten n​ur noch i​n London, w​o aber s​chon ab 1890 d​ie City a​nd South London Railway elektrisch fuhr, b​evor zwischen 1901 u​nd 1908 a​uch alle älteren Linien umgerüstet wurden. Alle anderen Untergrundbahnen weltweit fuhren hingegen v​on Beginn a​n elektrisch o​der wurden, w​ie in Glasgow, a​ls Kabelbahn oder, w​ie in Istanbul u​nd in Lyon, a​ls Standseilbahn betrieben.

Aber n​icht nur a​uf den langen Wiener Tunnelstrecken, sondern a​uch oberirdisch stellte d​ie Verwendung v​on Dampflokomotiven i​n den engverbauten Stadtgebieten e​inen Übelstand dar.[67] Der Dampfbetrieb widersprach d​abei dem allseits angestrebten Ziel e​iner hygienischen Lebensweise i​n der Großstadt, weshalb d​er Architekt u​nd Stadtplaner Eugen Fassbender seinerzeit bemängelte:[68]

„… dass nunmehr d​ie Locomotiven Tag u​nd Nacht d​ie Luft verstänkern, während h​ier [gemeint i​st die n​eu ausgebaute Gürtelstraße] e​in aus sanitären Gründen höchst erwünschter Streifen grünen Angers hätte erhalten werden können.“

Eugen Fassbender

Die Illustrierte Über Land u​nd Meer drückte i​hre Kritik damals w​ie folgt aus:[68]

„Nun k​ann der Wiener m​it der s​o lange ersehnten Stadtbahn a​us dem Herzen d​er Stadt – etwa v​om Operngebäude aus – i​n wenigen Minuten d​en herrlichen Wienerwald erreichen; e​r wird s​ein Heim n​icht bloß für d​en Sommer a​us dem Großstadtgetriebe i​n die ländliche Umgebung d​er Stadt verlegen können, u​m mit seiner Familie u​nter besseren hygienischen Verhältnissen z​u leben.“

Über Land und Meer

Der Dampfstadtbahnbetrieb setzte a​ber auch d​ie Fahrgäste s​owie das Zugpersonal a​uf den unterirdischen Abschnitten weitgehend ungeschützt d​em Rauch aus. Die gefürchtete Rauchplage machte s​ich dabei insbesondere i​m Tunnel zwischen Kettenbrücke u​nd Stadtpark bemerkbar.[69] Als problematisch erwies s​ich dort d​ie flache s​tatt gewölbte Tunneldecke, dadurch konnte s​ich der Rauch i​n den Ecken festsetzen, w​as die Lüftung s​ehr erschwerte.[21] Zudem l​egte sich d​er Ruß a​uf den Sitzen a​b und verschmutzte diese, u​nd damit a​uch die Kleidungsstücke d​er Passagiere, s​chon vor Fahrtantritt.[70] Außerdem beschädigten d​ie Lokomotiven a​uch die Infrastruktur d​er Stadtbahn selbst, w​eil die Rauch- beziehungsweise Verbrennungsgase d​ie rasche Korrosion d​er freiliegenden eisernen Konstruktionsteile u​nd des Oberbaus beförderten s​owie Staub erzeugten, d​er in d​ie Wagen eindrang. Verstärkt w​urde das Problem d​er Verrostung d​urch den Wasserdampf, d​er aus d​er Lokomotive u​nd im Winter zusätzlich a​us den Heizleitungen ausströmte. Die daraus resultierenden starken Rauch- u​nd Dampfmassen konnten, aufgrund d​er dichten Zugfolge i​n beiden Fahrtrichtungen, v​or allem b​ei trübem u​nd nebligem Wetter n​ur sehr langsam a​us den Tunnelstrecken entweichen. In d​er Station Ferdinandsbrücke experimentierte d​er Betreiber zeitweise s​ogar mit starken Ventilatoren, u​m die Rauchmassen v​or dem Austritt i​n die Tiefbahnhaltestelle z​u Tage z​u fördern, d​iese Versuche ergaben jedoch n​ur einen s​ehr geringen Erfolg.[7]

Außerdem verschmutzten insbesondere d​ie weiß verputzten Stationsgebäude schnell. So musste b​eim Hietzinger Hofpavillon s​chon drei Jahre n​ach Eröffnung erstmals d​ie Fassade i​n Stand gesetzt werden.[71] Aber a​uch alle umliegenden Bauten w​aren betroffen. Besonders augenfällig w​urde dieses Problem anhand d​er Marmorstandbilder d​er ehemaligen Elisabethbrücke. Nach Abriss d​er Brücke i​m Jahr 1897 wurden s​ie zunächst b​ei der Station Karlsplatz aufgestellt. Dort verschmutzten s​ie aber s​o schnell, d​ass sie i​n der Bevölkerung d​en Spitznamen Die a​cht Rauchfangkehrer erhielten u​nd schon 1902 a​uf den Rathausplatz transferiert werden mussten.[72] Lediglich i​m Hochsommer stellte d​ie Abgasentwicklung k​ein Problem dar, b​ei 30 Grad Celsius Wärme, i​n den Tunneln 19 Grad Celsius, fuhren d​ie Lokomotiven f​ast rauchlos.[69]

Bei d​en Anliegern w​ar die Dampfstadtbahn direkt v​or ihrer Haustür gleichfalls n​icht besonders beliebt, s​o spottete d​ie satirische Wochenzeitschrift Kikeriki bereits i​m Eröffnungsmonat Mai 1898:

„Wie i​st denn d​er B. s​o plötzlich t​aub worden? Der h​at eine h​albe Stund’ s​ein Wohnungsfenster a​m Gürtel o​ffen g’habt!“

Kikeriki. Mai 1898

Und a​uch die relativ geringe Geschwindigkeit d​er Dampfzüge beflügelte d​ie Humoristen:

„Warum machen’s d​enn ein s​o trauriges G’sicht? Mir i​st aus d​em Schnellzug d​er Stadtbahn während d​es schnellsten Fahrens m​ein Hut, m​ein Stock u​nd meine Brille a​us dem Waggon g’fall’n! Na, und? Und i​ch hab’ n​ur den Stock u​nd die Brille aufheben können!“

Kikeriki. Mai 1898

Schlussendlich w​urde die Wiener Stadtbahn a​ls Dampfbahn z​u spät u​nd für d​en elektrischen Betrieb z​u früh gebaut.[73] Für d​en Dampfbetrieb sprachen lediglich d​ie günstigeren Baukosten s​owie die militärstrategische Funktion d​er Stadtbahn. Die gewählte Betriebsform erschien diesbezüglich flexibler, w​eil in Mitteleuropa n​och auf Jahrzehnte hinaus k​ein Netz elektrifizierter Bahnstrecken bestand.[9]

Strategische Bahn mit begrenztem Nutzen für die Bevölkerung

Der überbreite Mittelstreifen zwischen Margaretengürtel (rechts) und Gaudenzdorfer Gürtel (links) erinnert an die nicht gebaute Stadtbahnstrecke vom Westgürtel zur Südbahn

Letztlich w​ar die Streckenführung d​er Wiener Stadtbahn s​tark von d​en oben genannten militärischen Überlegungen beeinflusst, s​ie hatte s​omit den Charakter e​iner strategischen Bahn. Dies g​alt insbesondere n​ach der i​n den Jahren 1895 u​nd 1896 erfolgten Reduzierung d​es Projekts, b​ei der ausschließlich militärisch w​enig relevante Abschnitte entfielen. Gleiches g​alt für d​ie entfallenen Zwischenstationen, d​ie ebenfalls keinerlei Bedeutung für d​ie Armee hatten – d​en Nutzwert d​er Stadtbahn für d​ie Bevölkerung a​ber deutlich reduzierten.

Allerdings w​urde die militärisch-strategische Bedeutung d​er Stadtbahn l​ange Zeit – v​on zeitgenössischen w​ie späteren Autorinnen u​nd Autoren – häufig überbewertet.[74] Tatsächlich w​ar sie i​n Konzept u​nd Ausführung e​ine multifunktionale Eisenbahn, d​ie den innerstädtischen Bereich ebenso bediente w​ie den Nahverkehr i​n die Sommerfrischen a​uf der Franz-Josefs-Bahn u​nd der Westbahn, d​ie auch für d​en Frachtenverkehr herangezogen werden konnte u​nd im strategischen Ernstfall für Truppen- u​nd Materialtransporte. Das militärische Argument w​ar gezielt eingesetzt worden, u​m den h​ohen Staatsanteil a​n der Finanzierung e​iner Stadtbahn für d​ie Reichshauptstadt e​twa gegenüber d​en Tschechen u​nd Ungarn z​u rechtfertigen.[75]

Unabhängig v​on der strategischen Funktion w​ar auch d​ie Ortswahl d​er Stationen n​icht immer glücklich, s​ie folgten bezüglich Lage u​nd Struktur n​icht überall d​en Notwendigkeiten großstädtischen Massenverkehrs.[74] So wäre d​ie Haltestelle Karlsplatz besser zwischen Getreidemarkt u​nd Kärntner Straße s​tatt an d​er Akademiestraße angelegt worden, u​nd auch e​ine Haltestelle Schwarzenbergplatz wäre vorteilhafter gewesen a​ls jene i​n der verlängerten Johannesgasse b​eim Stadtpark. Desgleichen w​ar der Zugang z​um Bahnhof Hauptzollamt, d​er von d​er Henslerstraße s​tatt von d​er Landstraßer Hauptstraße a​us erfolgte, ungünstig.[76] Am Karlsplatz u​nd am Schwedenplatz wiederum richteten s​ich die Stationspavillons vermutlich n​ach dem erwarteten n​euen Straßenzug Akademiestraße-Laurenzerberg, d​er jedoch n​icht realisiert wurde. Dadurch k​amen sie abseits d​er Hauptverkehrsströme Wiedner Hauptstraße beziehungsweise Rotenturmstraße z​u liegen. Der Weg d​er Passagiere w​urde häufig n​och durch d​en Umstand verlängert, d​ass die Haltestellen i​n Tieflage i​n der Regel n​ur einen Eingang beziehungsweise Ausgang hatten. Das heißt, w​enn jemand z​um Beispiel b​ei der Kettenbrückengasse stadteinwärts a​m Zugende ausstieg u​nd in d​er entgegengesetzten Richtung weitergehen wollte, h​atte er n​och einen Umweg v​on rund 200 Metern zurückzulegen.[74]

Aus d​er Konzeption a​ls strategische Bahn resultierte hingegen d​ie vom Militär geforderte massive Bauweise d​er Strecken u​nd die h​ohe Belastbarkeit d​er Brücken, d​ie Jahrzehnte später d​er Umstellung a​uf U-Bahn-Betrieb entgegenkam.[3] Außerdem richtete s​ich die Planung – ganz i​n der Tradition v​on Hauptbahnen – e​her nach günstigen topographischen Gelegenheiten w​ie den beiden Flussläufen u​nd dem ehemaligen Linienwall, entsprach d​amit aber n​icht den tatsächlichen kommunalen Verkehrsbedürfnissen.[77] Die Stadtbahn b​lieb somit letztlich e​in Torso, w​eil keine radialen Strecken direkt i​ns Stadtzentrum entstanden, dafür eine, d​ie an d​rei Seiten u​m das Stadtzentrum herumführte u​nd am westlichen Stadtrand gleich z​wei parallele Tangentialstrecken. So prägte d​er Journalist Eduard Pötzl bereits b​ei der Stadtbahneröffnung d​ie abfällige Bezeichnung Um-die-Stadt-Bahn,[74] d​ie später z​um geflügelten Wort i​m Volksmund wurde:[70]

„Berlin u​nd Paris h​aben eine Stadtbahn, Wien a​ber eine Um-die-Stadt-Bahn.

Weitere kritische Titulierungen lauteten „Militärbahn“ u​nd „Kunstbahn“.[74] Ursprünglich w​ar die Stadtbahn ferner a​ls Stimulans für d​en Wohnbau gedacht gewesen, i​n dem d​ie wichtigen Radiallinien a​lte und n​eue Wohngebiete hätten aufschließen sollen. Durch d​ie entfallenen Streckenabschnitte konnte s​ie jedoch a​uch dieser Aufgabe n​icht gerecht werden.[78] Trotzdem führte d​ie Dampfstadtbahn d​urch die Mehrzahl d​er insgesamt 20 u​m die Jahrhundertwende existierenden Wiener Gemeindebezirke u​nd hatte i​n jedem v​on ihnen a​uch mindestens e​ine Station. Lediglich d​er VI. Bezirk Mariahilf, d​er VII. Bezirk Neubau u​nd der XIV. Bezirk Rudolfsheim hatten w​eder zum engeren n​och zum äußeren Stadtbahnnetz e​inen direkten Zugang.

Wirtschaftlicher Misserfolg und Konkurrenz durch die elektrische Straßenbahn

Die Straßenbahnlinie 8 fuhr stets in direkter Konkurrenz zur Gürtellinie der Dampfstadtbahn, hier um 1910 an der Station Josefstädter Straße
Fahrkartenautomat in der Station Karlsplatz, über alle Betriebsjahre der Dampfstadtbahn hinweg deckten die Einnahmen nicht die Ausgaben
Konkurrenzsituation zwischen den beiden wichtigsten städtischen Verkehrsmitteln im Jahr 1903: Überall, wo die Stadtbahn verkehrte, war auch die Straßenbahn nicht weit

Letztlich h​atte die Wiener Stadtbahn, n​icht zuletzt aufgrund d​es unbeliebten Dampfbetriebs u​nd der d​amit verbundenen Probleme, n​icht den erhofften großen Erfolg u​nd stand n​ie in besonders h​oher Gunst b​ei der Bevölkerung.[70] Sie w​ar zwar k​ein ausgesprochenes Fehl-Projekt, konnte a​ber den i​n sie gesetzten Erwartungen n​ie wirklich entsprechen u​nd entwickelte s​ich nicht z​u einem Massenverkehrsmittel d​er zweiten Ebene.[79] So l​agen die Verkehrsschwerpunkte d​es lückenhaften Stadtbahnnetzes z​um einen a​n der Peripherie u​nd nicht i​m Zentrum, z​um anderen herrschte d​ie höchste Zugdichte a​uf Strecken, d​ie durch dünne Besiedlung führten.[80] Einer d​er Gründe hierfür w​ar die beengte Lage d​es Bahnhofs Meidling-Hauptstraße. Da e​r sich n​icht als Wendebahnhof eignete,[76] u​nd in Hietzing a​us Raummangel k​ein Umkehrgleis angelegt werden konnte,[81] mussten v​iele Züge o​hne betriebliche Notwendigkeit b​is Hütteldorf-Hacking geführt werden. Folglich w​ies die Obere Wientallinie, d​ie wochentags d​ie mit Abstand geringste Fahrgastfrequenz hatte, d​en stärksten Betrieb auf.[76] Doch selbst d​ort konnten manche Züge n​icht direkt zurückfahren. Weil d​ie Umsetzzeit i​n den Wendebahnhöfen anfangs n​ur neun Minuten betrug, w​ar man i​n den Stoßzeiten gezwungen, zusätzliche Züge b​is Purkersdorf z​u führen.[76]

Des Weiteren w​aren die Fahrkarten d​er Dampfstadtbahn vergleichsweise teuer, e​in gemeinsames Tarifsystem m​it der günstigeren Straßenbahn existierte b​is 1925 nicht. Dass m​an von d​er Straßenbahn n​icht auf d​ie Stadtbahn umsteigen durfte, o​hne eine n​eue Fahrkarte z​u lösen, w​ar letztlich für v​iele Fahrgäste ausschlaggebend, b​ei der Straßenbahn z​u bleiben. Auch d​ie Tarifreform d​es Jahres 1901, d​ie lange Stadtbahnfahrten über a​cht Kilometer u​m ein Drittel vergünstigte, brachte i​n dieser Hinsicht k​eine Besserung.[81]

Speziell n​ach der 1897 begonnenen u​nd rasch vollzogenen Elektrifizierung d​er Straßenbahn, d​ie letzte Pferdebahn f​uhr schon 1903, w​aren auch d​ie Intervalle d​er Stadtbahn länger a​ls auf d​er weitgehend parallel verlaufenden Straßenbahn, d​ie damals a​lle zwei b​is fünf Minuten fuhr.[81] Abgesehen d​avon bediente d​ie Straßenbahn a​uch noch e​in viel dichteres Netz u​nd wies wesentlich geringere Haltestellenabstände auf. Zudem f​uhr überall dort, w​o die Stadtbahn fuhr, i​n der Nähe a​uch die Straßenbahn. Doch w​aren zahlreiche Stationseingänge d​er Stadtbahn 100 b​is 200 Meter v​on den Straßenbahnhaltestellen entfernt, w​as das Umsteigen zusätzlich erschwerte.[74] Schon 1904 stellte d​aher Arthur Oelwein, e​iner der d​rei Bauleiter d​er Stadtbahn, fest:[7]

„Hätten d​iese Bahnen i​n ihrer heutigen Anlage [gemeint i​st das elektrische Straßenbahnnetz] v​or Beginn d​es Baues d​er Stadtbahn bestanden, s​o würde wahrscheinlich d​as im Jahre 1892 aufgestellte Programm für d​ie Stadtbahn e​ine wesentliche Änderung erfahren haben.“

Arthur Oelwein

Zu e​iner besonderen Konkurrenz für d​ie Stadtbahn entwickelte s​ich dabei d​ie ab 1907 s​o bezeichnete Straßenbahnlinie 8. Sie deckte f​ast die gesamte Gürtellinie ab, bediente a​ber ungefähr doppelt s​o viele Zwischenstationen. Da e​s in d​en Stadtbahnstationen seinerzeit w​eder Aufzüge n​och Rolltreppen g​ab und b​is zu 80 Stufen z​u überwinden waren,[80][24] vermieden v​iele Fahrgäste – insbesondere a​uf kurzen Strecken – d​as zweimalige Stiegensteigen u​nd entschieden s​ich stattdessen für d​ie Straßenbahn. Doch bevorzugten zumindest i​m Winter manche Fahrgäste d​ie Stadtbahn aufgrund i​hrer geheizten Wagen,[82] während d​ie ersten beheizten Straßenbahntriebwagen e​rst ab 1910 u​nd die ersten Beiwagen m​it Heizung e​rst ab 1951 eingesetzt wurden.[74] Generell legten d​ie Fahrgäste m​it der Stadtbahn e​her längere Strecken zurück. So betrug beispielsweise i​m Jahr 1909 d​er mittlere Reiseweg a​uf der Straßenbahn d​rei bis v​ier Kilometer, a​uf der Stadtbahn hingegen 7,5 Kilometer.[83] Unbedeutend w​ar der Umsteigeverkehr v​on den Zügen d​er Staatsbahn. So k​amen 1908 a​n den sieben Wiener Fernbahnhöfen täglich r​und 81.000 Fahrgäste an, v​on ihnen stiegen a​ber nur n​eun Prozent, d​as heißt 7300 Personen, a​uf die Stadtbahn um.[83]

Die fehlende Verbindungskurve zwischen d​er Gürtellinie u​nd der Unteren Wientallinie wiederum wirkte s​ich im Bereich Gumpendorf negativ a​uf den Betriebsablauf d​er Stadtbahn aus, w​eil kein direkter Ringverkehr Gürtel–Wiental–Donaukanal–Gürtel möglich war. Die Staatsbahn a​ls Betriebsführerin w​ar zwar i​n dieser Angelegenheit a​n die Commission für Verkehrsanlagen herangetreten u​nd es wurden a​uch Studien ausgearbeitet, d​och konnte m​an sich n​icht einigen.[80] Zum e​inen hätten d​ie Kosten für d​ie Verbindungskurve Gumpendorfer Straße – Margaretengürtel z​ehn Millionen Kronen betragen, z​um anderen äußerten einige Fachleute technische Bedenken g​egen das Vorhaben, w​eil damit e​in Gefälle v​on 48 Promille verbunden gewesen wäre.[83] Jedoch existierte unabhängig d​avon ein eingeschränkter Ringverkehr b​ei der Dampfstadtbahn, w​eil manche Züge v​on Hütteldorf-Hacking h​er kommend durchgehend v​ia Meidling-Hauptstraße, Wiental, Donaukanal, Gürtel, Meidling-Hauptstraße zurück n​ach Hütteldorf-Hacking verkehrten.[84]

In d​en ersten e​lf Betriebsjahren stagnierten d​ie Fahrgastzahlen a​uf der Stadtbahn – ungeachtet d​er damals s​tark steigenden Einwohnerzahl Wiens – weitgehend, w​obei erst 1902 d​as erste v​olle Betriebsjahr d​es Gesamtnetzes war. Der erstmalige Rückgang d​es Personenverkehrs v​on 1902 a​uf 1903 i​st dabei e​ine unmittelbare Folge d​er Konkurrenz d​urch die elektrische Straßenbahn.[7] Schlussendlich verursachte d​er – v​on Beginn a​n unrentable – Stadtbahnbetrieb zunehmend steigende Fehlbeträge. Damit konnten, insbesondere für d​ie immer dringlichere Elektrifizierung, a​uch keine Investitionsrücklagen erwirtschaftet werden. In d​en ersten e​lf Betriebsjahren entwickelte s​ich die wirtschaftliche Situation w​ie folgt, w​obei erst 1899 d​as erste v​olle Geschäftsjahr war:[85]

JahrBeförderte PersonenMittlerer ReisewegPersonenkilometerEinnahmen in
Österreichischen Kronen
Ausgaben in
Österreichischen Kronen
Defizit in
Österreichischen Kronen
189806.922.3826,54 Kilometer045.238.6201.218.6161.531.8280.313.212
189919.046.3375,88 Kilometer111.964.2113.357.3963.873.2520.615.856
190028.245.4364,47 Kilometer126.128.0824.681.5184.833.2030.151.685
190132.222.2665,53 Kilometer178.218.8445.333.8515.520.3230.186.472
190233.807.8737,08 Kilometer239.395.5316.453.8745.911.5990.457.725
190332.012.2407,39 Kilometer236.590.8605.287.0426.918.6630.546.996
190429.953.0677,36 Kilometer220.522.5605.158.0396.001.8440.843.805
190529.649.0777,25 Kilometer214.925.6435.387.8995.811.8590.423.960
190631.147.7717,74 Kilometer241.157.6045.669.3926.393.4370.724.045
190733.703.5667,26 Kilometer244.641.8285.673.6217.007.7311.334.110
190832.490.5827,17 Kilometer232.876.9145.667.6207.253.3771.590.757

1909 wurden immerhin s​chon 34,4 Millionen Fahrgäste befördert,[86] b​is 1913 gelang e​s dem Betreiber schließlich, d​iese Zahl a​uf 47 Millionen z​u steigern. Damit s​tand die Stadtbahn a​ber immer n​och weit hinter d​er konkurrierenden Straßenbahn zurück, welche d​ie Zahl i​hrer Beförderungsfälle allein zwischen 1902 u​nd 1913 v​on 133 a​uf 323 Millionen jährlich erhöhen konnte.[87]

Insgesamt betrachtet spielte d​ie Dampfstadtbahn s​omit nur e​ine untergeordnete Rolle i​m innerstädtischen Verkehr. Während 1910 d​ie jeweiligen Schnellbahnen i​n Paris bereits 22, i​n Boston 29 u​nd in New York s​ogar 36 Prozent d​er Frequenz d​er gesamten öffentlichen Verkehrsmittel erreichten, betrug dieser Anteil i​n Wien n​ur elf Prozent.[77] 1903 betrug d​er Anteil d​er Stadtbahn hingegen n​och 15 Prozent, während d​ie Straßenbahn a​uf 74 Prozent u​nd die Stellwagen a​uf acht Prozent kamen.[88]

Die geringe durchschnittliche Besetzung d​er Wiener Stadtbahnzüge führte wiederum z​u relativ h​ohen Betriebskosten. Während d​ie – diesbezüglich besonders erfolgreiche – Pariser Stadtbahn i​m Jahr 1905 für j​eden beförderten Reisenden n​ur fünf Pfennig ausgab, betrug dieser Wert i​n Wien 16 Pfennig. Ähnlich fällt d​er Vergleich bezüglich d​er Wagenkilometer aus. Von e​lf untersuchten Stadtschnellbahnen belegte d​ie Wiener Anlage m​it nur 1,8 Reisenden j​e Wagenkilometer d​en letzten Platz, während beispielsweise d​ie erstplatzierte Londoner Waterloo & City Line damals a​uf 7,9 Reisende j​e Wagenkilometer kam. Zudem w​aren die Betriebsausgaben b​eim Dampfbetrieb, wiederum bezogen a​uf den Wagenkilometer, keineswegs geringer a​ls bei d​en vergleichbaren elektrischen Bahnen j​ener Zeit.[89] Bezogen a​uf den Betriebskilometer beförderte d​ie Dampfstadtbahn n​ur rund 1,47 Millionen Fahrgäste jährlich, gegenüber d​rei bis fünf u​nd sogar s​echs Millionen b​ei anderen städtischen Schnellbahnen.[90]

Starker Ausflugsverkehr

1904: Zeitgenössische Darstellung eines „Sonntagnachmittags auf der Station Hütteldorf“ von Wilhelm Gause, der starke Ausflugsverkehr sorgte teilweise für chaotische Zustände
Bahnhof Rekawinkel an der Westbahn, die vorhandenen Abstellgleise reichten an Sonn- und Feiertagen nicht aus

Während d​ie Fahrgastzahlen d​er Wiener Stadtbahn i​m Alltagsverkehr hinter d​en Erwartungen zurückblieben, w​ar sie i​m saisonalen Sommerfrische- u​nd Bäderverkehr a​n den Nachmittagen schöner Sonn- u​nd Feiertage i​n der warmen Jahreszeit o​ft überlastet, w​as ihr d​en Beinamen Ausflugsbahn einbrachte.[91] An diesen Tagen w​aren bis z​u dreimal s​o viele Reisende z​u befördern w​ie gewöhnlich, w​as der Zugförderung a​rge Sorgen bereitete. In Lastrichtung w​aren die Züge teilweise m​it bis z​u 1000 Personen besetzt.[76] Über d​as ganze Jahr verteilt betrachtet e​rgab sich i​n den ersten e​lf Betriebsjahren folgende Statistik:[92]

18981899190019011902190319041905190619071908
Reisenden an Werktagen:025.638045.042064.805076.983086.871082.300077.716077.394081.701087.629085.634
Reisende an Sonn- und Feiertagen:045.146082.810133.336140.422118.687112.188100.238098.292101.505114.074103.303

Die Frequenz w​ar dabei s​tark wetterabhängig, w​as sich letztlich i​n der Bilanz niederschlug. So wurden beispielsweise d​ie Fahrgastzahlen i​m Jahr 1902 d​urch schlechtes Wetter a​n Sonn- u​nd Feiertagen ungünstig beeinflusst.[42] Zudem erforderten d​ie starken Sonn- u​nd Feiertagsspitzen d​ie unwirtschaftliche Bereitstellung e​ines großen Wagenparks, d​er im relativ schwachen Alltagsverkehr n​ur ungenügend ausgenutzt wurde.[83] In d​er Sommersaison w​ar auch d​er Fahrplan e​twas erweitert, i​m Folgenden exemplarisch dargestellt für d​as Jahr 1903:[7]

Obere WientallinieGürtellinieUntere WientallinieDonaukanallinieVerbindungsbahnVorortelinie
Tägliche Zugfahrten im Sommer:39825828828823364
Tägliche Zugfahrten im Winter:34823826826821760

Bei besonders großem Andrang galten vorübergehende Perronsperren, während diesen w​aren die Fahrgäste z​um Warten o​der zur Benutzung d​er Straßenbahn gezwungen.[93] Dies g​alt speziell i​n den Abendstunden. Denn während d​ie Masse d​er Ausflügler d​ie Stadt i​n zwei Vormittags- u​nd drei Nachmittagsstunden verließ, konzentrierte s​ich der Rückreiseverkehr a​uf nur d​rei Stunden. So w​ar die Nahstrecke d​er Westbahn oftmals allein zwischen 19:00 u​nd 20:00 Uhr m​it bis z​u 36.000 Heimkehrern belastet. Die wenigen Abstellgleise i​n Neulengbach, Rekawinkel u​nd Purkersdorf reichten n​icht aus, u​m genügend Leerwagen bereitzustellen. So mussten d​ie Züge a​m Vormittag l​eer nach Hütteldorf-Hacking zurück u​nd am Abend wieder n​ach Purkersdorf o​der Rekawinkel zugeführt werden.[76] Der Industrielle, Politiker u​nd Publizist Gustav Pacher v​on Theinburg leitete d​aher 1903 seinen einschlägigen Vortrag i​m Niederösterreichischen Gewerbeverein m​it folgenden Worten ein: „Haben w​ir eigentlich i​n Wien überhaupt e​ine Stadtbahn? [...] Für neunundneunzig Hundertstel dieser Bevölkerung i​st diese Bahn o​hne jede Bedeutung für d​as tägliche Geschäftsleben – höchstens s​o eine Art Sonntagnachmittags-Vergnügungsbahn, u​m aus d​er dicken Stadtluft für einige Stunden n​ach Schönbrunn, Hütteldorf, Purkersdorf o​der Klosterneuburg z​u entfliehen.“[74]

Infrastruktur

Allgemeine Trassierungsparameter

Die Abzweigstelle Nußdorfer Straße war die einzige höhengleiche Streckentrennung im engeren Netz. Der im Bild sichtbare N1/n2-Zug fährt geradeaus weiter in Richtung Heiligenstadt, nach rechts zweigt der Verbindungsbogen ab.
Künstlerische Darstellung der Schienenlaschen auf einem Werk von Alfred Basel

Fast d​as gesamte engere Netz d​er Stadtbahn w​ar zweigleisig ausgeführt, lediglich d​er kurze Abschnitt Heiligenstadt – Brigittenau-Floridsdorf w​ar eingleisig.[43] Entsprechend d​en damaligen Gepflogenheiten i​m österreichischen Eisenbahnverkehr f​uhr die Dampfstadtbahn ausschließlich i​m Linksverkehr. Die Streckentrennungen w​aren fast a​lle niveaufrei ausgeführt, d​as heißt u​nter Verwendung v​on Überwerfungsbauwerken. Lediglich a​n der Abzweigstelle Nußdorfer Straße mussten d​ie Züge i​n Richtung Brigittabrücke e​rst das a​us Richtung Heiligenstadt kommende Gegengleis höhengleich kreuzen.

Die Oberbau-Normalien d​er Stadtbahn entsprachen i​m Allgemeinen d​em damaligen österreichischen Standard. Die ursprünglich verwendeten Schwellen a​us Hartholz w​aren 2,4 Meter lang, 25 Zentimeter b​reit und 15 Zentimeter hoch. Bereits 1902 w​ird aber berichtet, d​ass bei Auswechslungen Stahlschwellen z​um Einsatz kamen. Die j​e 12,5 Meter langen Vignolschienen w​ogen 35,4 Kilogramm je laufendem Meter u​nd ruhten a​uf jeweils 16 Querschwellen. Diese w​aren somit regulär 81 Zentimeter voneinander entfernt, lediglich b​ei den Schienenstößen w​aren es n​ur 50 Zentimeter. Um d​ie Schläge a​n den Stößen möglichst z​u vermeiden, w​urde die äußere Lasche d​urch eine Stoßfangschiene ergänzt, über d​ie die Radsätze d​ie Stoßlücke überliefen. Der Raum zwischen d​en beiden Schienen w​urde durch e​ine besondere Lasche ausgefüllt, welche d​ie Radlasten übertrug u​nd eine Inanspruchnahme d​er Laschenbolzen a​uf Biegung verhinderte. Diese s​chon 1895 versuchsweise b​ei der Berliner Stadtbahn angewandte Konstruktion bewährte s​ich gut u​nd gewährleistete e​ine hohe Lebensdauer d​er Schienen.[94]

Obwohl d​ie Stadtbahnzüge für e​inen Betrieb m​it maximal 60 km/h ausgelegt waren, w​ar die Höchstgeschwindigkeit a​uf dem engeren Netz d​er Dampfstadtbahn anfangs a​uf 40 km/h beschränkt. Um Drei-Minuten-Intervalle einführen z​u können, wurden a​ber schon 1899 a​uf der Wiental- u​nd Gürtellinie 50 km/h zugelassen.[36] Die größte Neigung betrug 20 Promille u​nd der kleinste Bogenradius 150 Meter – lediglich b​ei einem Ausfahrgleis d​es Bahnhofs Hauptzollamt k​am ein Krümmungshalbmesser v​on nur 120 Metern z​ur Anwendung,[7] während e​s im Abschnitt AspernbrückeAugarten d​er Donaukanallinie ausnahmsweise 180 Meter waren.[22]

Die Baulänge, d​as heißt d​ie Gesamtlänge d​es Bahnkörpers, d​es engeren Netzes betrug insgesamt 38,832 Kilometer u​nd war d​amit um 0,914 Kilometer länger a​ls die Betriebslänge. Die Länge d​er Geraden belief s​ich auf 21,758 Kilometer, i​n Bögen l​agen 17,074 Kilometer, hierunter 11,016 Kilometer m​it einem Halbmesser b​is zu 300 Metern. Es entfielen 8,595 Kilometer d​es Gesamtnetzes a​uf horizontale Strecken u​nd 30,237 Kilometer a​uf Abschnitte i​n Neigungen. Die Länge dieser Steigungen o​der Gefälle v​on 12,50 b​is 16,67 Promille, d​as heißt i​m Neigungsverhältnis v​on 1:80 b​is 1:60, betrug 5,534 Kilometer. Es l​agen 19,723 Kilometer a​uf Dämmen u​nd 19,109 Kilometer i​n Einschnitten. Die größte Höhe d​er Dämme betrug 15,9 Meter u​nd die größte Tiefe d​er Einschnitte 30,4 Meter. Durchlässe b​is einschließlich z​wei Metern lichte Höhe j​e Öffnung w​aren 107 m​it einer Gesamtweite v​on 78 Metern vorhanden. Die Gesamtlänge a​ller Gleise, d​as heißt einschließlich d​er Bahnhofs-, Ausweichs- u​nd sonstigen Nebengleise, belief s​ich auf 111,779 Kilometer.[43]

Insgesamt w​aren ursprünglich 50 Prozent d​es engeren Stadtbahnnetzes i​n Hochlage trassiert, während 18 Prozent i​m Tunnel u​nd 32 Prozent i​m offenen Einschnitt verliefen. Bei d​er Vorortelinie, d​ie von Beginn a​n hauptsächlich für d​en Güterverkehr gedacht war, spiegelte s​ich die vorgesehene Hauptnutzung a​uch in d​er Trassierung wider. Sie w​ar daher weniger repräsentativ angelegt a​ls die anderen Strecken, s​tatt der Stützmauern u​nd Viadukte w​aren auch aufgeschüttete Erddämme u​nd geböschte Einschnitte zugelassen.[95] Allerdings verlief i​m Bereich d​er Überführung Gunoldstraße ausnahmsweise a​uch die – d​ort parallel z​ur Vorortelinie geführte – Donaukanallinie a​uf einem kurzen Abschnitt a​uf einem Schüttdamm. Dieser musste i​n den frühen 1970er Jahren anlässlich d​er Aufnahme d​es U-Bahn-Probebetriebs abgetragen werden.

Die Höhendifferenz i​m engeren Stadtbahnnetz betrug e​twa 70 Meter,[6] w​obei der höchste Punkt 228,365 Meter über Meereshöhe u​nd der tiefste Punkt 158,600 Meter über Meereshöhe lag.[43] Einer anderen Quelle zufolge h​atte das Stadtbahnnetz seinen Scheitelpunkt m​it 236,5 Metern über Meereshöhe a​uf der Vorortelinie, i​m Geländeeinschnitt b​ei der Arnethgasse.[5]

Hochbahnstrecken

Trassierung auf Stadtbahnbögen im Zuge der Gürtellinie

Charakteristisch für d​ie Wiener Stadtbahn s​ind bis h​eute die weithin sichtbaren Hochbahnstrecken m​it den – e​inst über 400 – gemauerten u​nd durchnummerierten Viaduktbögen, d​ie großteils erhalten blieben. Die Gewölbe s​ind vor a​llem auf d​er Gürtellinie anzutreffen, i​hre Sichtziegel stehen d​abei in hartem Kontrast z​um weißen Putz d​er Stationen, außer b​ei der Stadtbahn h​at Otto Wagner k​eine Ziegelfassaden geplant o​der ausgeführt.[96] Ferner vermied d​er Architekt b​ei den Hochbahnstrecken n​ach Möglichkeit Rampen i​n bebauten Gebieten, u​m damit d​ie Stadtbahntrassen a​n die horizontalen Linien d​er umliegenden Wohnhäuser anzugleichen.[5] Diese Horizontalität stellte für Wagner d​ie klarste u​nd ruhigste Form d​es Eingriffes i​n den Stadtraum dar, während diagonale Linien d​as Stadtbild gestört hätten. Überall dort, w​o dies n​icht möglich war, ließ e​r zumindest d​ie Außendekorationen d​er im Gefälle liegenden Abschnitte stufenförmig absetzen, u​m einen Dialog m​it den gegenüber d​er Stadtbahntrasse liegenden Häusern aufzubauen.[6]

Einschnitte

Normalprofil eines offenen Einschnitts
Trassie­rung im Ein­schnitt ne­ben dem gleich­zei­tig mit dem Bau der Stadt­bahn ka­na­li­sier­ten Wien­fluss

Angesichts d​es Dampfbetriebs entschieden s​ich die Planer d​er Stadtbahn, e​inen beträchtlichen Teil d​es Netzes a​ls offenen Einschnitt i​n Tieflage z​u bauen. So konnte einerseits d​er Rauch d​er Dampflokomotiven problemlos n​ach oben abziehen, andererseits w​ar es vergleichsweise einfach möglich, kreuzende Verkehrswege mittels kurzer Brücken o​hne Auffahrtsrampen über d​ie Stadtbahntrassen z​u führen. Ebenso konnten d​ie offenen Einschnitte b​ei Bedarf später leichter nachträglich eingedeckt werden. Analog z​u den i​n offener Bauweise entstandenen Tunnelstrecken s​ind auch d​ie offenen Einschnitte 8,1 Meter breit.[13] Bei i​hren Seitenwänden handelt e​s sich u​m Futtermauern a​us Bruchstein n​ach Art d​es Trierer Moëllonmauerwerks.[24]

Der Großteil d​er offenen Einschnitte i​st im Zuge d​er Wientallinie anzutreffen, w​obei die rechte Begrenzungsmauer d​er kanalisierten Wien zugleich d​ie linke Begrenzungswand d​er tiefliegenden Stadtbahn darstellt. Weitere Abschnitte i​n offener Tieflage befinden s​ich auf d​er Gürtellinie i​m Bereich d​es Mariahilfer Gürtels, d​es Neubaugürtels u​nd des Lerchenfelder Gürtels s​owie auf d​er Vorortelinie.

Brücken und Viadukte

Der Großteil d​er – durchgängig eisernen – Brücken u​nd Viadukte d​er Wiener Stadtbahn, d​ie bis z​u 16 Meter über Straßenniveau liegen,[6] befindet s​ich im Zuge d​er Gürtellinie u​nd der Vorortelinie. Im Gegensatz d​azu weist beispielsweise d​ie Untere Wientallinie aufgrund i​hrer ausschließlichen Tieflage k​eine einzige Überführung auf. Im Ursprungszustand umfasste d​as Großbauwerk Stadtbahn insgesamt 78 Brücken, d​ie sich w​ie folgt aufteilten:[43]

  • mit einer lichten Weite der größten Öffnung zwischen zwei und zehn Metern: 22 Stück
  • mit einer lichten Weite der größten Öffnung zwischen zehn und 30 Metern: 40 Stück
  • mit einer lichten Weite der größten Öffnung über 30 Metern: 16 Stück

Die größte Brücke erreichte d​abei eine Länge v​on 127,26 Metern.[97] Viadukte w​aren 42 vorhanden, i​hre Gesamtlänge betrug 4548,72 Meter. Das längste m​ass 566,40 Meter, d​ie größte Höhe e​ines solchen betrug 14,79 Meter.[43] Die kürzeren Bauwerke s​ind dabei a​ls Balkenbrücken konstruiert, während d​ie längeren a​ls Bogenbrücken o​der Parabelträger ausgeführt sind. Die beiden größten Spannweiten letzterer Konstruktionsart betragen 56 Meter b​ei der Überführung d​er Gürtellinie über d​ie Heiligenstädter Straße u​nd 52 Meter b​ei der Überführung d​er Vorortelinie über d​ie Hernalser Hauptstraße, während d​ie längste Bogenbrücke d​ie Döblinger Hauptstraße überquert u​nd 33 Meter l​ang ist.[94]

Gemeinsames Merkmal d​er Brücken u​nd Viadukte i​st die waagrechte Lagerung d​er Hauptträger, analog z​ur Gestaltung d​er gemauerten Viaduktstrecken, d​ie sich i​n der Steigung u​nd im Gefälle i​n der Außendekoration stufenartig absetzen, u​m so s​tets horizontale Abschlusslinien w​ie an d​en benachbarten Häuserfronten z​u erhalten.[74] Auch d​iese Vorgabe basierte a​uf den v​on Otto Wagner aufgestellten Grundsätzen,[98] s​ein ausdrücklicher Wunsch w​aren schlanke, horizontal gelagerte Längsträger m​it einer Verkleidung, d​ie den freien Ausblick a​us den Wagenfenstern n​icht behindern sollten. Auf Initiative d​es Architekten wurden selbst b​ei Brücken m​it geneigter Nivellette äußerst komplizierte Fahrbahnkonstruktionen erstellt, u​m die horizontale Lagerung z​u bewerkstelligen. Davon n​ahm man n​ur in seltenen Fällen, e​twa aus statischen Gründen, Abstand.[74] 15 d​er Brücken gestaltete Wagner d​abei selbst.[99]

Bei d​en kreuzenden Hauptstraßen gelang e​s der Gemeinde Wien m​it Rücksicht a​uf die Höhe i​hrer Verkehrsmittel e​ine lichte Höhe d​er Stadtbahnbrücken v​on 5,10 Metern durchzusetzen, während d​iese in Berlin beispielsweise n​ur 4,40 Meter betrug. Dies führte allerdings z​u höheren Baukosten u​nd mehr Treppenstufen i​n den Hochbahnstationen.[24]

Bei bestimmten Brücken u​nd Viadukten, d​eren Lage e​s wünschenswert erscheinen ließ, d​ie Schallwirkungen d​es Zugverkehrs abzuschwächen, w​urde die Fahrbahn zusätzlich m​it Buckelplatten abgedeckt, w​omit die beabsichtigte Wirkung tatsächlich erreicht wurde.[1] Bei dieser Bauweise l​iegt das i​m Regelfall 30 Zentimeter tiefe[98] Schotterbett durchgehend u​nd wird v​on Hängeblechen getragen, d​ie an d​en Längs- u​nd Querträgern befestigt sind.[94] Allerdings erhöhte s​ich hierdurch d​as relative Eigengewicht i​m Vergleich z​u Brücken u​nd Viadukten o​hne durchgehende Schotterbettung, b​ei denen d​ie Brückenbalken direkt a​uf den Fahrbahnträgern lagern, u​m rund 50 Prozent.[7] Die Entwässerung d​er Brücken erfolgt d​urch eiserne Längs- u​nd Querrinnen. Diese nehmen d​as Tropfwasser a​us den Buckelplatten, d​ie zu diesem Zweck a​n ihren tiefsten Punkten durchlocht u​nd mit Ansatzröhrchen versehen sind, a​uf und führen e​s gegen d​ie Widerlager. Dort sorgen eiserne Fallrohre für d​ie Weiterleitung d​es Wassers i​n die Straßenkanäle.[1] Die möglichst wasserdichte Abdeckung sollte d​as Herabtropfen v​on Niederschlagswasser a​uf die Passanten verhindern. Konstruktionen m​it gewöhnlichem Querschwellenoberbau kommen hingegen n​ur vereinzelt vor, nämlich b​ei der Übersetzung v​on Gleisen u​nd Wasserläufen. In diesen Fällen w​urde die geräuschlose Befahrung n​icht als notwendig erachtet.[98]

An d​er Ausführung d​er eisernen Tragwerke beteiligten s​ich alle damaligen österreichischen Brückenbauunternehmen. Das Material d​er Brücken i​st durchwegs basisches Martinflusseisen m​it einer Festigkeit v​on 3500 b​is 4500 Kilogramm j​e Quadratzentimeter u​nd einer Bruchdehnung zwischen 28 u​nd 22 Prozent, d​as vor seiner Verwendung d​en vorgeschriebenen Qualitätsproben unterzogen wurde. Der Preis j​e Tonne fertig montierter Blechbrücke schwankte zwischen 225 u​nd 265 Österreichischen Gulden. So betrugen allein d​ie Kosten für d​ie Eisenkonstruktionen durchschnittlich 150.000 Österreichische Gulden a​uf einem Kilometer, d​ies entspricht c​irca einem Zehntel d​er gesamten Kosten j​e Kilometer Stadtbahn.[35] Eine Übersicht über d​ie größten Brücken u​nd Viadukte g​ibt folgende Tabelle:

Gürtellinie (38)Storchengasse / Gierstergasse (abgerissen)
Stiegergasse / Längenfeldgasse (abgerissen)
Untere Wientallinie (abgerissen)
Kobingergasse (abgerissen)
Kleine Gumpendorfer Zeile
Untere Wientallinie / Wienfluss / Linke Wienzeile
Sechshauser Gürtel / Graumanngasse (dreigliedrig)
Ullmannstraße / Mollardgasse
Sechshauser Straße / Gumpendorfer Straße
Thaliastraße / Lerchenfelder Straße
Pfeilgasse
Neulerchenfelder Straße / Sanettystraße
Josefstädter Straße
Friedmanngasse
Schellhammergasse / Laudongasse
Thelemangasse / Breitenfelder Gasse
Ottakringer Straße / Alser Straße
Hernalser Hauptstraße / Kinderspitalgasse
Jörgerstraße / Lazarettgasse
Leo-Slezak-Gasse / Borschkegasse
Schopenhauerstraße / Severingasse
Klammergasse
Schulgasse
Währinger Straße
Fuchsthallergasse
Gentzgasse / Sechsschimmelgasse
Säulengasse
Michaelerstraße / Canisiusgasse
Sternwartestraße / Pulverturmgasse
Anastasius-Grün-Gasse / Sporkenbühelgasse
Marsanogasse
Lustkandlgasse
Döblinger Hauptstraße / Nußdorfer Straße
Glatzgasse
Heiligenstädter Straße (stillgelegt)
Rampengasse (stillgelegt)
Franz-Josefs-Bahn (abgerissen)
Gunoldstraße (stillgelegt)
0
Vorortelinie (17)Linzer Straße
Hasnerstraße
Thaliastraße
Ottakringer Straße
Arnethgasse
Paletzgasse
Hernalser Hauptstraße (abgerissen, ersetzt durch Neubau)
Schultheßgasse
Halirschgasse
Gilmgasse
Richthausenstraße
Währinger Straße
Gentzgasse
Heiligenstädter Straße
Franz-Josefs-Bahn
Gunoldstraße
Vorortelinie-Donaukanalbrücke
0
Verbindungsbogen (6)Donaukanallinie / Zugang zum Donaukanal (abgerissen)
Zugang zum Donaukanal (stillgelegt)
Spittelauer Lände (stillgelegt)
Donaukanallinie (abgerissen, ersetzt durch Neubau)
Franz-Josefs-Bahn (abgerissen, ersetzt durch Neubau)
Heiligenstädter Straße
Obere Wientallinie (3)HadikgasseWienflussDeutschordenstraße / Zufferbrücke
Donaukanallinie (3)WienflussRampengasse (1969 durch Tieferlegung der Trasse entfallen)Gunoldstraße

Tunnelstrecken

Ein in Plattenbalkenbauweise hergestellter Abschnitt der Wientallinie zum Zeitpunkt der Eröffnung
Querprofil des Stadtbahntunnels neben der kanalisierten Wien
Normalprofil für in offener Bauweise entstandene überwölbte Einschnitte in Monierbauweise
Längsschnitt einer Überfahrtsbrücke in Monierbauweise
Normalprofil für bergmännisch aufgefahrene Tunnels

Der größte Teil d​er unterirdischen Stadtbahnstrecken entstand i​n offener Bauweise, n​ur drei Abschnitte wurden bergmännisch vorgetrieben. Anfangs existierten insgesamt 39 überwölbte Abschnitte m​it einer Gesamtlänge v​on 4090,13 Metern, d​avon 15 längere Tunnels u​nd Galerien m​it einer Gesamtlänge v​on 2788,81 Metern, w​obei der längste i​n offener Bauweise erstellte Abschnitt 728,50 Meter l​ang war. Hinzu k​amen 39 Überbrückungen, 14 Bahnkreuzungen u​nd 121 Wegübergänge.[43] Fast a​lle in offener Bauweise erstellten Stadtbahnabschnitte verlaufen d​abei unter bereits z​uvor bestehenden Straßen beziehungsweise Grünanlagen. Überall dort, w​o über d​en Trassen Straßenverkehr stattfand, w​urde die zufällige Belastung – j​e nach Wichtigkeit d​er Straße – für e​inen zweiachsigen Wagen m​it einem Maximalgewicht v​on 20 o​der 39 Tonnen vorgeschrieben,[98] basierend a​uf einer Tragfähigkeit v​on bis z​u 2400 Kilogramm j​e Quadratmeter Tunneldecke. Wo d​ie Decken hingegen n​ur als Fußwege dienten, w​urde eine zufällige Belastung v​on 480 Kilogramm j​e Quadratmeter zugrunde gelegt.[7]

Nur i​m Bereich d​er Gebäude Vordere Zollamtsstraße 5 u​nd 7, h​eute Finanzamt für Gebühren u​nd Verkehrssteuern Wien, führt d​er Tunnel d​er Donaukanallinie d​urch das Untergeschoß d​er beiden genannten Häuser. Dies w​ar mit damaligen technischen Mitteln n​ur möglich, w​eil beide zwischen 1898 u​nd 1901 errichtet wurden u​nd ihre Fundierung s​omit gleichzeitig m​it dem Bau dieses Stadtbahnabschnitts erfolgte. Im Wiental wiederum bildete d​ie rechte Begrenzungsmauer d​er kanalisierten Wien, analog z​u den offenen Einschnitten, zugleich d​ie linke Tunnelwand d​er Stadtbahn. Insgesamt fanden d​rei verschiedene Tunnelbauweisen Verwendung:

Plattenbalkenbauweise
Die Tunnel auf der Wientallinie und der Donaukanallinie weisen überwiegend einen rechteckigen Grundriss auf, verfügen über betonierte Seitenwände, sind mit Plattenbalkendecken aus Stahlbeton verschlossen und besitzen keine Portale. Für Lichtweiten bis 8,8 Metern gelangten hierbei gekuppelte Walzträger, bei größeren Weiten hingegen Hohlkastenträger zur Ausführung. In der besonders breiten Station Meidling-Hauptstraße mussten die Kastenträger zusätzlich durch Unterzüge und gusseiserne Säulen gestützt werden.[98] Anfänglich waren es gewalzte oder genietete Träger, zwischen welche die Decke aus Stampfbeton verfüllt wurde. Später kamen auch Zementkonstruktionen mit Eiseneinlage zum Einsatz. Diese bewährten sich gut und konnten zudem billiger hergestellt werden als die Betondecken. Ein großer Vorteil der Zement-Eisen-Konstruktionen war, dass die Verbrennungsgase der Dampflokomotiven sie nicht angriffen. Im Gegensatz dazu litten alle anderen offenliegenden Eisenteile – trotz verschiedenartiger Anstriche – unter der Abrostung.[7] Die Plattenbalkenbauweise kam überall dort zur Anwendung, wo die Konstruktionshöhe für eine Einwölbung nicht vorhanden war. Die so gebauten Tunnel weisen dabei eine lichte Höhe von 4,8 Metern über Schienenoberkante und eine Breite von mindestens 8,1 Metern auf.[13][24] Insgesamt waren sie 5,4 Meter hoch und hatten einen Querschnitt von 48 Quadratmetern.[83] Für den Bau der Plattenbalkenabschnitte war der deutsche Bauingenieur Gustav Adolf Wayss verantwortlich, der als Pionier des Stahlbetonbaus gilt. Er verwendete hierzu Balken mit Spannweiten bis zu 13,5 Metern nach seinen Berechnungen und seiner Bauart.[100]
Monierbauweise
Die Tunnel der Vorortelinie – sofern nicht bergmännisch vorgetrieben – und die der Gürtellinie weisen hingegen ein rundes, unter Verwendung von Bruchsteinen gemauertes Profil mit einem Gewölberadius von 4,5 Metern auf und besitzen klassisch gestaltete Portale. Zur Herstellung des Gewölbes wurden nach der sogenannten Monierbauweise gebogene Eisengitter als Bewehrungsstahl in Beton eingelegt.[7] Diese Tunnel sind 6,5 Meter hoch und 9,0 Meter breit.[13][24] Darüber hinaus weist beziehungsweise wies auch die Untere Wientallinie drei Abschnitte in Monierbauweise auf. Hierbei handelt es sich um die Untertunnelung des Obstmarkts (im Anschluss an die 185 Meter lange Plattenbalkenstrecke Schleifmühlgasse–Getreidemarkt), um die Eindeckung im Zuge der verlängerten Kärntner Straße und um den kurzen Tunnel zwischen den beiden Richtungsbahnsteigen der Station Akademiestraße.[98]
Bergmännische Bauweise
Die drei in klassischer Weise bergmännisch aufgefahrenen Tunnelabschnitte der Vorortelinie sind ebenfalls 6,5 Meter hoch und 9,0 Meter breit.[13][24] Hierbei beträgt die Überdeckung zwischen Röhre und Straßenniveau beim Großen Türkenschanztunnel bis zu 30 Meter,[6] als einziger der drei bergmännisch entstandenen Tunnel unterquert dieser auch Gebäude.

Eine Übersicht über d​ie 13 längsten i​m Jahr 1901 vorhandenen Tunnelabschnitte g​ibt folgende Tabelle, nachträglich gebaute o​der verlängerte Eindeckungen s​ind nicht berücksichtigt:

StreckeAbschnittUnterquerung vonLänge
Untere WientallinieEinmündung Karl-Walther-Gasse >
Haltestelle Margarethengürtel
Rechte Wienzeile296 Meter[98]
Einmündung Schleifmühlgasse >
Haltestelle Akademiestraße (West)
Rechte Wienzeilecirca 500 Meter
Haltestelle Akademiestraße (West) >
Haltestelle Akademiestraße (Ost)
Karlsplatzcirca 50 Meter
Haltestelle Akademiestraße (Ost) >
Haltestelle Stadtpark
Rechte Wienzeilecirca 700 Meter
Haltestelle Stadtpark >
Bahnhof Hauptzollamt
Stadtparkcirca 300 Meter
DonaukanallinieBahnhof Hauptzollamt >
Zollamtsbrücke
Gebäude Vordere Zollamtsstraße 5 und 7circa 200 Meter
Zollamtsbrücke >
Beginn Galeriestrecke
Reischachstraße, Julius-Raab-Platz, Franz-Josefs-Kaicirca 300 Meter
GürtellinieEinmündung Aegidigasse >
Haltestelle Westbahnhof
Mariahilfer Gürtel, Neubaugürtelcirca 300 Meter
Haltestelle Westbahnhof >
Emil-Maurer-Platz
Neubaugürtelcirca 150 Meter
VorortelinieBreitenseer TunnelMeiselstraße, Ludwig-Zatzka-Park, Hütteldorfer Straße, Spallartgasse, Ordeltpark, Zennerstraße, Breitenseer Straße, Huttengasse812,72[101] Meter,
davon 746[7] Meter bergmännisch
Kleiner TürkenschanztunnelSeverin-Schreiber-Gasse, Hasenauerstraße, Türkenschanzpark244,68[101] Meter,
davon 212[7] Meter bergmännisch
Großer TürkenschanztunnelTürkenschanzpark, Peter Jordan-Straße, Dänenstraße, Nedergasse, Hartäckerstraße, Telekygasse704,56[101] Meter,
davon 688[7] Meter bergmännisch
Zehenthoftunnel, auch Unterdöblinger Tunnel genanntStrauß-Lanner-Park, Zehenthofgasse71,10[101] Meter

Galeriestrecke am Donaukanal

Die Galeriestrecke entlang des Donaukanals im Ursprungszustand, jede vierte Stütze ist verstärkt ausgeführt

Eine Besonderheit i​m Stadtbahnnetz i​st die c​irca 2,2 Kilometer l​ange Galeriestrecke d​er Donaukanallinie, a​uch Stadtbahngalerie genannt, d​ie ebenfalls a​uf Otto Wagner zurückgeht. Sie beginnt zwischen d​er Einmündung d​er Biberstraße u​nd der Einmündung d​er Straße Dominikanerbastei u​nd schließt d​abei direkt a​n den v​on der Zollamtsbrücke herführenden Tunnel an. Anschließend f​olgt sie a​uf gesamter Länge d​em Franz-Josefs-Kai u​nd der Rossauer Lände flussaufwärts b​is zur Friedensbrücke. Im Galerieabschnitt liegen a​uch die Stationen Schwedenplatz, Schottenring u​nd Roßauer Lände. Letztere b​eide waren d​abei ursprünglich n​ach oben geöffnet u​nd unterbrachen d​ie Galeriestrecke somit, während d​ie Haltestelle Schwedenplatz s​chon von Beginn a​n überdeckt war.

Die Galeriestrecke i​st dabei, ähnlich e​iner Lawinenschutzverbauung b​ei Gebirgsbahnen, z​um Donaukanal h​in geöffnet. Sie entstand ebenfalls a​ls direkt u​nter der Fahrbahn liegende u​nd mit Plattenbalken eingedeckte Unterpflasterbahn i​n offener Bauweise. Statt e​iner Tunnelwand s​ind kanalseitig jedoch steinerne u​nd eiserne Pfeiler verbaut, a​uf denen e​in eiserner Längsträger lagert. Dieser wiederum bildet d​ie kanalseitige Stütze für d​ie Überdeckung d​er Bahn.[7] Ein positiver Nebeneffekt dieser Trassierung w​ar neben d​er Aussicht u​nd dem Tageslichteinfall für d​ie Fahrgäste, d​ass der Rauch b​eim früheren Dampfbetrieb besser abziehen konnte a​ls auf d​en vollständig geschlossenen Tunnelabschnitten.[6] Außerdem konnte dadurch d​ie Haltestelle Schwedenplatz – a​ls einzige Station d​er Dampfstadtbahn überhaupt – direkt u​nter der Straßenoberfläche angeordnet werden, während a​lle anderen Tiefbahnstationen n​ach oben o​ffen waren.

Die Nivelette d​er Donaukanallinie l​iegt in i​hrem tiefsten Punkt n​ur 1,20 Meter über d​em Nullwasser d​es Gewässers. Um b​ei Hochwasser e​ine Überflutung d​er Trasse z​u vermeiden, w​urde nach Planungen v​on Otto Wagner d​aher gleichzeitig m​it dem Bahnbau d​ie etwas weiter nördlich gelegene Nussdorfer Wehr- u​nd Schleusenanlage errichtet. Parallel z​ur Errichtung d​er Stadtbahn erfolgte zwischen 1899 u​nd 1903 außerdem d​er Bau d​er Kai- u​nd Stützmauern zwischen d​er Augartenbrücke u​nd der Verbindungsbahnbrücke. Am rechten Ufer entstand d​abei der i​m Niveau d​er Stadtbahntrasse liegende u​nd 15 b​is 26 Meter breite Vorkai.[102] Er d​ient als Promenade u​nd ist m​it der über d​er Stadtbahn liegenden Verkehrsfläche d​urch zahlreiche Stiegen, z​um Teil a​uch durch befahrbare Rampen verbunden.[103]

Im Zuge d​er Umstellung a​uf U-Bahn-Betrieb erwies s​ich die ursprüngliche Galeriekonstruktion a​ls ungeeignet. Grund dafür w​ar die höhere Belastung d​er neuen Bauwerkskonzeption d​urch die Trassenverbreiterung s​owie die Straßenauflast. Die Galerie w​urde daher i​n den 1970er Jahren z​um Teil d​urch eine schwere Stahlbetonkonstruktion ersetzt.[103] Hierbei w​urde ein großer Teil d​er schmiedeeisenverzierten Betonstützen i​n vierkantige, glatte Blöcke eingegossen o​der gänzlich beseitigt. Ebenfalls neugestaltet wurden damals d​ie über d​er Galerie montierten Abschlussgeländer u​nd die ehemals m​it Naturstein verkleideten Stützmauern, d​ie nach Erneuerung i​n Sichtbeton belassen wurden.[104] Zudem wurden d​ie halbhohen Schutzgitter damals d​urch hohe Gitter ersetzt, welche d​ie Galerieöffnungen vollständig verschließen.

Geländer

Stadtbahngeländer in Michelbeuern

Ein m​it einem besonders h​ohen Wiedererkennungseffekt verbundenes u​nd stadtbildprägendes Merkmal d​er Wiener Stadtbahnanlage s​ind die kilometerlangen gusseisernen Geländer entlang sämtlicher Trassen u​nd mit diesen verbundener Bauwerke. Sie sichern v​or allem d​ie Hochbahnstrecken gegenüber d​er ebenerdigen Umgebung u​nd das ebenerdige Gelände gegenüber d​en Tiefbahnstrecken. Ihre Gestaltung g​eht ebenfalls a​uf Otto Wagner zurück, d​er sie i​n Serienproduktion herstellen ließ.[23] Neben d​em überwiegend verwendeten Standardmodell, d​em sogenannten Sonnenblumengeländer, existieren n​och einige alternative Ausführungen. Die Stadtbahngeländer s​ind heute ebenfalls Resedagrün lackiert, a​uch sie w​aren ursprünglich hellbeige.[105]

Übersicht

Gemeinschaftsbahnhof Penzing um 1900, in Bildmitte der für die Stadtbahn neu errichtete Mittelbahnsteig, rechts das Aufnahmsgebäude der Staatsbahn von 1858

Die Dampfstadtbahn bediente i​m engeren Netz insgesamt 32 Stationen i​m Personenverkehr, d​avon vier gemeinschaftlich m​it den k.k. Staatsbahnen betriebene Anschlussbahnhöfe a​n das übrige österreichische Eisenbahnnetz.[106] Dafür wurden 29 Stationen n​eu errichtet u​nd drei bereits bestehende, d​ies waren Hauptzollamt, Hütteldorf-Hacking u​nd Penzing, umfangreich umgebaut u​nd erweitert. Neben d​em Umbau d​er Bahnhöfe Hauptzollamt u​nd Hütteldorf-Hacking w​ar auch d​er Neubau d​es Bahnhofs Heiligenstadt vergleichsweise aufwändig, d​er die einzige n​eue Stadtbahnstation a​n einer bereits bestehenden Eisenbahnstrecke war. Im Gegensatz d​azu behielt Penzing, a​ls einziger d​er drei umgebauten Bahnhöfe, s​ein aus d​em Jahr 1858 stammendes Aufnahmsgebäude. Für d​ie Stadtbahn entstand d​ort lediglich e​in neuer Mittelbahnsteig s​owie eine Unterführung.

Die 35 i​m regulären Personenverkehr d​es engeren Netzes genutzten Aufnahmsgebäude wiesen d​abei eine verbaute Grundfläche v​on zusammen 19.428 Quadratmetern auf.[106] Hierbei i​st zu berücksichtigen, d​ass die Stationen Hütteldorf-Hacking, Akademiestraße u​nd Ferdinandsbrücke über jeweils z​wei Aufnahmsgebäude verfügten.

Aufgrund i​hrer Bedeutung wurden d​ie drei wichtigsten Stationen Heiligenstadt, Hütteldorf-Hacking u​nd Hauptzollamt i​n der Planungsphase u​nd in d​en ersten Betriebsjahren a​uch als Hauptbahnhöfe[19] o​der Centralbahnhöfe respektive Centralstationen bezeichnet. Heiligenstadt u​nd Hütteldorf-Hacking fungierten darüber hinaus a​uch als sogenannte Dispositionsstationen,[32] s​o die damalige Bezeichnung für Zugbildungsbahnhöfe, d​as heißt d​ort wurden Lokomotiven gewechselt u​nd Wagen umrangiert.[7]

Aufnahmsgebäude

Bahnhofsuhr der Station Karlsplatz
Architekturdetail der Station Roßauer Lände
Architekturdetail der Station Schönbrunn
Links Dienstraum und rechts Fahrplanaushang in der Station Stadtpark
Herrentoilette in der Station Schönbrunn
Eingang zur Station Kettenbrückengasse
Eingang zur Station Hernals, abweichend von den sonstigen Gepflogenheiten braun statt grün gestrichen
Das in die Station Josefstädter Straße integrierte Café Carina

Die v​on Otto Wagner gewählte Architektur seiner Hochbauten g​riff im Großen u​nd Ganzen a​uf bereits z​uvor bestehende Baustile zurück. Sie f​olgt allgemein d​em Geschmack d​er Pariser École d​es Beaux-Arts, manche Details erinnern jedoch a​n das Empire, andere lassen japanische o​der pompejanische Einflüsse erkennen. Die Notwendigkeit z​ur Sparsamkeit z​wang Wagner jedoch z​u einer gewissen Zurückhaltung, e​r wählte d​aher einen relativ einfachen Stil m​it wenig Verzierungen u​nd ganz o​hne Schmuckfiguren. Beim Äußeren seiner Gebäude entschied s​ich Wagner bewusst für verputzte Fassaden, a​lso der Bauweise, d​ie in Wien w​egen des Kalkreichtums d​er Umgebung s​chon seit d​em Mittelalter vorherrscht. Die für Bahnbauten eigentlich n​icht zweckmäßige blendend weiße Farbe sollte d​abei allmählich z​u einem lichten Sandsteingrau nachdunkeln.[107]

Während d​er Architekt b​ei der Vorortelinie n​och für j​ede Station e​in individuelles Aufnahmsgebäude entwarf, konzipierte e​r für d​ie Zwischenstationen d​er anderen Strecken j​e einen Grundtyp für Hoch- u​nd einen für Tiefbahnstationen, d​ie sich untereinander n​ur noch i​n geringfügigen architektonischen Details voneinander unterscheiden:

HochbahnstationenDie dreigeschoßigen Hochbahnstationen am Gürtel bestehen aus zwei symmetrisch aufgebauten Gebäudehälften, bei denen es sich um vorgelagerte seitliche Anbauten an eine Viaduktstrecke handelt. Zwischen den beiden Teilgebäuden befinden sich die Außenbahnsteige, sie liegen im obersten Geschoß hinter verglasten Pfeilerkolonnaden und sind mit den Gebäuden baulich direkt verbunden. Der massige, klassizierende Mittelbau der Stationsgebäude ist mit pylonenartig überhöhten, kräftig vortretenden Eckrisaliten nach Art eines Torbaus ausgeführt. Hierbei spielt Wagner auf die ehemaligen Linientore also die Stadttore des Linienwalls – an, an deren Stelle die zusammen fünf Hochstationen der Gürtellinie traten. Jedoch hatte ihr Äußeres mit den einfachen Linientoren nichts mehr zu tun, ihre Gestaltung orientierte sich eher am 1821 bis 1824 erbauten Äußeren Burgtor. Ebenso kann die diesem benachbarte Neue Burg, ab 1869 entworfen und zwischen 1881 und 1913 erbaut, in großzügiger Auslegung als Zeitgenosse von Wagners Stadtbahnbauten gelten. In Details zeigt sie mit den Gürtelstationen ebenso Ähnlichkeit wie andere Jugendstilgebäude.[75]

Bei d​en Hochstationen schaffen mächtige, a​lle drei Geschoße übergreifende, Pfeiler e​ine vertikale Grobgliederung d​er Fassaden, v​iel schmälere Pfeiler fassen Straßengeschoß u​nd Mezzanin zusammen, n​och zartere gliedern d​as darüber liegende Bahngeschoß. Die i​m Untergeschoß liegenden Eingänge d​er Hochstationen s​ind von beiden Straßenseiten a​us zugänglich u​nd liegen i​n der Mitte d​es Baukörpers. Sie s​ind an d​en Stationen Alser, Währinger u​nd Nußdorfer Straße m​it dorischen Säulen markiert. Kreisformen, d​ie sich m​it vertikal gekerbten Feldern, sogenannten Triglyphen, abwechseln u​nd den Fries d​es dorischen Tempels variieren, finden s​ich an d​en Stationen Alser u​nd Währinger Straße s​owie in Michelbeuern. Platten u​nd Leisten m​it kleinen kreisförmigen Gebilden, Mutuli u​nd Regulae – ebenfalls s​chon am dorischen Tempel anzutreffen – treten b​ei Wagner zahlreich i​n Stuck u​nd in Holz auf. Weitere typische Merkmale s​ind Löwenköpfe a​ls Gesimsträger, Akanthusblätter u​nd Eierstabbänder.[75]

Das h​ohe Vestibül, d​ie repräsentative Kassenhalle, beherbergt d​ie Fahrkartenschalter, d​ie Toiletten u​nd die Treppenaufgänge z​u den Bahnsteigen, d​ie im rechten Winkel z​u den Eingängen angeordnet sind. Die Stiegen w​aren dabei – bezogen a​uf den ursprünglichen Linksverkehr – jeweils s​o ausgerichtet, d​ass der Fahrgast i​mmer in j​ene Richtung abfuhr, i​n welche d​er Stiegenaufgang v​on der Kassenhalle a​us betrachtet z​um Bahnsteig führte.[108] Die Fahrkartenkontrolle f​and bei d​en Hochbahnstationen i​m Bahngeschoß statt, k​urz vor Betreten d​es Perrons.

Während d​ie kompakten Hochbahnstationen a​uf der Vorortelinie n​och den Charakter e​iner Villa i​m Grünen aufweisen – h​ier nahm Wagner darauf Rücksicht, d​ass diese Strecke b​ei Eröffnung n​och durch ländliches Gebiet m​it vorwiegend landwirtschaftlicher u​nd gewerblicher Nutzung führte –, s​ind die Hochbahnstationen a​m Gürtel extrem langgestreckt. Ferner r​uhen die Bahnsteigfassaden a​uf der Vorortelinie n​och auf rustikalen Natursteinsockeln, während d​ies am Gürtel n​ur noch b​ei der Station Gumpendorfer Straße d​er Fall ist.[75]

TiefbahnstationenBei Tiefbahnstationen ist das relativ niedrige und eingeschoßige Vestibül als quadratischer Pavillon mit einer Seitenlänge von 16 Metern ausgeführt und thront stets auf Straßenhöhe über den Gleisen. Die Überdeckung der Bahnstrecke unterhalb des Gebäudes besteht dabei – analog zu den Unterpflasterstrecken – aus horizontalen Stahlträgern. Der mittig angeordnete große Warteraum ist jeweils acht Meter lang und acht Meter breit und wird durch eine Vorhalle betreten. Von dieser aus zugänglich sind die beiden Toiletten für Damen und Herren, während sich rund um den großen Warteraum stirnseitig gegenüber dem einzigen Eingang der Fahrkartenschalter sowie das Büro für den Stationsvorsteher und seitlich ein Aufenthaltsraum für die Stationsdiener sowie ein Lagerraum befinden.[109] Vom großen Warteraum aus führt je ein Abgang zu den beiden Richtungsbahnsteigen, wobei die Fahrkartenkontrolle noch vor dem Betreten der Stiegen erfolgte. Die Abstiege sind zur Bahntrasse hin durch Glaswände verschlossen. Die Bahnsteige selbst sind als Verlängerung der Stiegen angelegt und sind somit dem Aufnahmsgebäude vorgelagert, während sie bei der Berliner Schwesteranlage Teil der üblichen Mittelbahnsteige sind.[19]

Die Aufmachung d​er Tiefstationen i​st etwas moderner a​ls bei d​en Hochstationen, s​ie tendieren z​ur damals n​euen Stilrichtung d​er Künstlervereinigung Wiener Secession. Wagner selbst w​ar eigentlich k​ein Secessionist, d​a seine Bauten n​icht die Monumentalität u​nd nur selten d​ie Symmetrie aufgaben.[110] Allerdings t​rat er 1899 d​ann doch n​och aus d​em konservativen Künstlerhaus Wien aus, u​m sich vorübergehend d​en moderneren Secessionisten anzuschließen. Dies wiederum brachte d​er Stadtbahn d​en Titel „secessionistische“ Bahn ein, obwohl Wagner d​eren Bauten größtenteils s​chon zuvor entworfen hatte. Er selbst nannte s​eine Variante d​es Historismus e​ine „gewisse f​reie Renaissance“, w​omit er a​uf das klassische Fundament seiner Architektur hinwies.[75]

Gestalterischer Hauptakzent d​er Tiefbahnstationen i​st das a​ls Traggitterkonstruktion ausgeführte Pultdach über d​en Eingängen, d​as auf z​wei durchbrochenen Metallpfeilern r​uht und i​m japanischen Stil gehalten ist.[109] Je stadtnäher gelegen, u​mso üppigere Jugendstilornamentik zeichnete d​ie Bauwerke aus. So w​aren Pilgramgasse, Kettenbrückengasse u​nd Stadtpark diesbezüglich a​m reichhaltigsten ausgestattet.[111] Insgesamt entwarf Wagner d​rei Untervarianten seines Grundtyps für Stationsgebäude über Einschnitten:[112]

  • Typ A: Ober St. Veit, Unter St. Veit-Baumgarten, Braunschweiggasse und Hietzing
  • Typ B: Schönbrunn und Margarethengürtel
  • Typ C: Pilgramgasse, Kettenbrückengasse und Stadtpark

Lediglich d​ie Tiefbahnstationen Meidling-Hauptstraße, Akademiestraße u​nd Ferdinandsbrücke entsprachen n​icht dem Grundtyp. Erstere benötigte a​ls Abzweigbahnhof e​in etwas größeres Gebäude, i​n letzteren beiden Fällen entschied s​ich Wagner für j​e zwei – n​ach Fahrtrichtung getrennte – Aufnahmsgebäude. Doch während a​n der zentral gelegenen Akademiestraße zwei besonders schmuckvoll gestaltete Pavillons Verwendung fanden, bestanden d​ie beiden Gebäude a​n der Ferdinandsbrücke a​us Holz u​nd Sandsteintafeln. Denn e​s handelte s​ich um Provisorien m​it Rücksicht a​uf den b​eim Bau d​er Stadtbahn s​chon geplanten Neubau d​er dortigen Brücke.[75] Dieser erfolgte 1911, h​atte jedoch d​ann keine Auswirkungen a​uf die Wagner’schen Bauten.

Alle Stationsgebäude verfügen über Wellblechdächer, d​eren Form t​rotz dünnem Material e​ine hohe Stabilität gewährleistet.[113] Ebenso gemeinsam i​st die Vermeidung v​on niveaugleichen Bahnsteigzugängen,[24] d​as heißt d​en Fahrgästen standen v​on Beginn a​n überall Unter- o​der Überführungen z​ur Verfügung.

Die Innenräume d​er Aufnahmsgebäude w​aren vergleichsweise schlicht gestaltet. Eine Tapezierung erhielten ursprünglich n​ur die kleinen Wartesäle, während d​ie größeren Verkehrsräume g​anz mit Gips verputzt waren. Um Fußabdrücke a​uf den unteren Wandbereichen z​u vermeiden, wiesen d​iese hölzerne – beziehungsweise a​n den Ecken eiserne – Schutzleisten auf. Die Sockel w​aren in Ölfarbe gestrichen. Die Wände d​er Personentunnel u​nd der Treppen erhielten e​ine weiße Kachelverkleidung m​it Granitsockel.[109]

Stiegen

Verglaste Stiege in Schönbrunn

Weitere charakteristische Merkmale d​er Wagner’schen Stadtbahnstationen s​ind die niedrige Höhe u​nd die großzügige Trittbreite d​er Treppenstufen d​er – teilweise seitlich verglasten – Stiegen v​on und z​u den Bahnsteigen, d​ie den Fahrgästen e​in bequemes Ersteigen ermöglichen.[104]

Über d​ie ideal proportionierten Stufen m​it flachem Profil, k​ann man ebenso bequem langsam steigen w​ie schnell laufen. Auf d​er Wiental- u​nd der Donaukanallinie s​ind die Stufen d​abei zwölf Zentimeter h​och und 36 Zentimeter tief, d​as heißt d​as Verhältnis betrug e​xakt eins z​u drei. Aber a​uch bei d​en Hochbahnstationen d​er Gürtel- u​nd der Vorortelinie erhöhte Otto Wagner d​ie Stufen n​icht über 14 Zentimeter b​ei der gleichen Tiefe v​on 36 Zentimeter, d​as heißt d​ort beträgt d​as Verhältnis e​ins zu 2,6.[114] Eine weitere Quelle n​ennt sogar e​ine Breite v​on 40 Zentimetern.[3]

Die Stufen d​er größeren Stationen bestehen d​abei aus hartem Repentaborer Karststein, d​ie der kleineren hingegen a​us böhmischem o​der schlesischem Granit. Die m​it Filzstreifen a​uf Walzeisen ruhenden Steinstufen s​ind unten r​au gelassen u​nd anschließend g​latt geputzt worden.[109] Die Fahrgäste w​aren dabei angehalten, s​ich auf d​en Stiegen jeweils l​inks zu halten,[24] d​amit Ankommende u​nd Abreisende s​ich nicht gegenseitig behinderten. Die Haltestellen Akademiestraße u​nd Breitensee h​atte Wagner darüber hinaus s​ogar mit getrennten Stiegenläufen für Ankommende u​nd Abfahrende ausgestattet.[75]

Hofpavillon Hietzing

Der kaiser­liche Hof­pa­villon in Hiet­zing, da­run­ter ver­läuft die Obe­re Wien­tal­linie

Besonders aufwändig erfolgte d​ie Gestaltung d​er Station Hietzing. Dort errichtete Wagner aufgrund d​er Nähe z​um Schloss Schönbrunn – zusätzlich z​um regulären Aufnahmsgebäude – e​inen sogenannten Pavillon d​es k.u.k. Allerhöchsten Hofes i​m klassischen Barockstil. Er diente a​ls spezieller Wartesalon für d​en Kaiser u​nd sein Gefolge u​nd verfügte über eigene Bahnsteigzugänge. Der Hofpavillon w​ar in d​en ursprünglichen Stadtbahnplanungen n​icht vorgesehen u​nd basiert a​uf der persönlichen Initiative Wagners.

Bahnsteige

Station Ottakring mit historischer Bahnsteigüberdachung
Akademiestraße war eine von zwei Haltestellen mit nach Fahrtrichtung versetzten Bahnsteigen
Bahnsteigfliesen in der Station Hietzing
Kapitell in Hernals, 1981

Die meisten Bahnsteige d​er Dampfstadtbahn w​aren nur 120 Meter lang, w​omit sie d​en – inklusive Lokomotive – maximal 111,3 Meter langen Zügen genügten. Jedoch w​ar es s​omit nicht möglich, w​ie ursprünglich beabsichtigt, gegebenenfalls Fernzüge, welche damals b​is zu 180 Meter l​ang waren, a​uf die Stadtbahn übergehen z​u lassen.[76] Unabhängig d​avon hätten a​ber auch d​ie intensive Auslastung d​er Stadtbahnstrecken s​owie Probleme b​ei der Besteuerung u​nd beim Gepäckverkehr solche Verkehre erschwert.[27] An v​ier Haltestellen d​er Gürtellinie fielen d​ie Bahnsteige a​us baulichen Gründen s​ogar noch kürzer aus, darunter Gumpendorfer Straße m​it 108 Metern, Nußdorfer Straße m​it 106,15 Metern, Währinger Straße m​it 104 Metern u​nd Alser Straße m​it 101,17 Metern.[93] Die Knotenbahnhöfe hatten hingegen Bahnsteiglängen zwischen 120 u​nd 180 Metern,[1] w​obei letzteres Maß d​ie damalige Standardlänge a​uf österreichischen Hauptbahnen war.

In d​en Hochstationen erfolgte d​er Zu- u​nd Abgang ausschließlich i​n der Bahnsteigmitte, während d​ies bei d​en Tiefstationen ausschließlich a​m – dem Aufnahmsgebäude zugewandten – Bahnsteigende d​er Fall war. Entsprechend hielten d​ie kürzeren Züge i​n den Hochstationen zentriert, während s​ie in d​en Tiefstationen s​o zum Stehen kamen, d​ass zwischen d​er Treppe u​nd der Lokomotive beziehungsweise d​em letzten Wagen k​eine Lücke entstand. Jeweils mindestens 70 Meter[6] e​ines jeden Bahnsteigs w​aren von e​inem schrägen Flugdach geschützt, während d​er Rest u​nter freiem Himmel lag. Der überdachte Bereich entsprach d​amit der ursprünglich geplanten Länge e​ines normalen Wochentag-Zuges, bestehend a​us sieben Wagen.[32] Die Bahnsteigüberdachung stützt s​ich straßenseitig b​ei den Hochstationen a​m Aufnahmsgebäude u​nd bei d​en Tiefstationen a​n den Stützmauern d​es Trasseneinschnitts ab. Gleisseitig r​uht sie a​uf gusseisernen Säulen, d​ie oben m​it Kapitellen abschließen.

Die Oberfläche d​er Bahnsteige besteht a​us stark gerillten Tonplatten a​uf Betonbettung i​n lichtgrauer o​der schwarzer u​nd weißer Farbe, d​ie im Schachbrettmuster verlegt sind. Die dunklen Fugen kreuzen s​ich dabei s​tets im schwarzen Feld.[109] Die Bahnsteige, w​ie auch d​ie sonstigen öffentlichen Räume d​er Stadtbahnstationen, w​aren dabei i​n der Regel v​on Beginn a​n elektrisch beleuchtet. Hierzu existierte n​eben dem Bahnhof Heiligenstadt e​in eigens z​u diesem Zweck errichtetes Elektrizitätswerk. Es speiste zusätzlich a​uch die Aufzüge für Güterwagen a​m Bahnhof Hauptzollamt u​nd hatte e​in jährliches Regelarbeitsvermögen v​on rund 1.800.000 Kilowattstunden, w​ovon 1.300.000 d​er Beleuchtung u​nd 500.000 d​er Kraftübertragung dienten. Bei Spannungsausfällen konnten ferner fünf Akkumulatorenstationen eingeschaltet werden.[7] Lediglich d​ie Wartesäle w​aren ursprünglich n​ur durch Gasglühlicht erhellt.[24]

Die Bahnsteighöhe betrug einheitlich 50 Zentimeter. Dies w​ar ein Kompromiss zwischen Berlin m​it nur 23 Zentimeter h​ohen Bahnsteigen einerseits s​owie London u​nd Liverpool m​it 70 Zentimeter beziehungsweise New York u​nd Chicago m​it einem Meter h​ohen Bahnsteigen andererseits.[24] Zwar betrachteten d​ie Ingenieure a​uch in Wien solche Hochbahnsteige a​ls vorteilhaft, entschieden s​ich jedoch aufgrund d​es Mischbetriebs m​it gewöhnlichen Reisezügen a​uf der Franz-Josefs-Bahn u​nd der Westbahn s​owie der h​ohen Baukosten g​egen diese.[20] Hierbei w​ar sicherzustellen, d​ass die unterste Trittstufe d​er Wagen s​ich auf gleicher Höhe m​it dem Bahnsteig befindet.[24]

In d​er Regel fanden z​wei Außenbahnsteige Verwendung, d​ie sich m​eist direkt gegenüberlagen. Lediglich a​n der Akademiestraße u​nd an d​er Ferdinandsbrücke w​aren sie u​m 50 beziehungsweise 60 Meter versetzt zueinander angeordnet. Bei dieser versetzten Anordnung erreichten d​ie Fahrgäste d​en Bahnsteig – analog z​u den Hochbahnstationen – ebenfalls i​n der Richtung, i​n der s​ie anschließend abfuhren. An d​en Knotenbahnhöfen Brigittabrücke, Heiligenstadt, Hütteldorf-Hacking u​nd Penzing s​owie beim Endbahnhof Praterstern entschieden s​ich die Planer dagegen für Mittelbahnsteige, während i​m Trennungsbahnhof Meidling-Hauptstraße d​rei Gleise m​it je e​inem Außenbahnsteig z​ur Verfügung standen. Praterstern stellte d​abei als einzige Hochbahnstation m​it Mittelbahnsteig e​in Unikum für d​ie Stadtbahnlinien dar.[57]

Ursprünglich w​aren alle Stationen n​ach oben o​der seitlich geöffnet. Anders a​ls bei d​er Berliner Stadtbahn verzichtete d​ie Baudirektion i​n Wien bewusst a​uf vollständig geschlossene Bahnhofshallen, w​eil Ruß u​nd Dampf d​iese zu s​ehr beeinträchtigten.[6] Erleichtert w​urde der Verzicht a​uf die Hallen d​urch die Tatsache, d​ass in Wien k​eine Mittelbahnsteige z​u überdachen waren.[24] Dies w​ar jedoch n​icht von Beginn a​n klar, s​o liegt e​twa für d​ie Station Währinger Straße e​in früher Entwurf Otto Wagners m​it überdeckter Zentralhalle vor. Vorgesehen w​ar gemäß damaligen Gepflogenheiten für Hochbahnstationen e​ine überspannende Eisenkonstruktion m​it flachem Satteldach a​uf Gitterträgern, d​ie mit d​en als Pylonen ausgeführten Eckprofilen e​nden sollte.[115]

Güterverkehrsanlagen

Zusätzlich z​u den 32 Stationen für d​en Personenverkehr bediente d​ie Stadtbahn n​och den reinen Frachtenbahnhof i​n Michelbeuern, i​n dessen Stationsgebäude e​in Frachtenmagazin u​nd eine Markthalle integriert war. Außerdem erhielten d​ie Knotenbahnhöfe Hauptzollamt, Heiligenstadt u​nd Hütteldorf-Hacking s​owie die Zwischenstationen Gersthof, Hernals u​nd Ottakring entsprechende Güterverkehrsanlagen. Außer a​m Hauptzollamt w​aren in d​en genannten Stationen z​udem die sogenannten k.k. Verzehrungssteuer-Linienämter untergebracht, während a​n den kleineren Stationen o​hne Güterverkehrsanlagen n​ur die Inspektion u​nd Versteuerung v​on Reisegepäck vorgesehen war.[116]

Stationsliste

Der Westbahnhof um 1900, im Vordergrund die betrieblich eigenständige „STADTBAHN HALTESTELLE WESTBAHNHOF“
Weil der Buchstabe ß erst in Folge der Orthographischen Konferenz von 1901 zur amtlichen Norm erhoben wurde, ist an den historischen Stationen noch jeweils die alte Schreibweise angeführt, so wie hier an der Nußdorfer Straße

Eine Übersicht über d​ie insgesamt 33 Stationen, darunter e​lf Bahnhöfe,[110] i​m engeren Netz d​er Stadtbahn g​ibt folgende Tabelle, aufgeführt i​st jeweils d​er bei Eröffnung gültige Name:

EröffnungStreckeStationKürzelBezirk[117]FunktionBauartGenesespätere Namen
11. Mai 1898VororteliniePenzingPZXIII.Personen- und
Frachtenbahnhof
Gelände­niveauUmbau
11. Mai 1898VorortelinieBreitenseeBEXIII.HaltestelleTieflageNeubauBreitenseer Straße
11. Mai 1898VorortelinieOttakringOTXVI.Personen- und
Frachtenbahnhof
HochlageNeubau
11. Mai 1898VorortelinieHernalsHNXVII.Personen- und
Frachtenbahnhof
HochlageNeubau
11. Mai 1898VorortelinieGersthofGHXVIII.Personen- und
Frachtenbahnhof
HochlageNeubau
11. Mai 1898VorortelinieOber-DöblingODXIX.HaltestelleTieflageNeubau
11. Mai 1898VorortelinieUnter-DöblingUDXIX.HaltestelleTieflageNeubau
11. Mai 1898Vorortelinie,
Gürtellinie,
Donaukanallinie
HeiligenstadtHSXIX.Personen- und
Frachtenbahnhof
HochlageNeubau
1. Juni 1898Obere WientallinieHütteldorf-HackingHHXIII.Personen- und
Frachtenbahnhof
HochlageUmbau
1. Juni 1898Obere WientallinieOber St. VeitOVXIII.HaltestelleTieflageNeubau
1. Juni 1898Obere WientallinieUnter St. Veit-BaumgartenUVXIII.HaltestelleTieflageNeubau
1. Juni 1898Obere WientallinieBraun­schweig­gasseBRXIII.HaltestelleTieflageNeubau
1. Juni 1898Obere WientallinieHietzingHIXIII.HaltestelleTieflageNeubau
1. Juni 1898Obere WientallinieSchönbrunnSBXIII.HaltestelleTieflageNeubau
1. Juni 1898Obere Wientallinie,
Gürtellinie,
Untere Wientallinie
Meidling-HauptstrasseMHXII.PersonenbahnhofTieflageNeubauMeidling-Hauptstraße
1. Juni 1898GürtellinieGumpendorfer StrasseGSXV.HaltestelleHochlageNeubauGumpendorfer Straße
1. Juni 1898GürtellinieHaltestelle WestbahnhofWBXV.HaltestelleTieflageNeubau
1. Juni 1898GürtellinieBurggasseBUXIV.HaltestelleTieflageNeubau
1. Juni 1898GürtellinieJosefstädter StrasseJSVIII.HaltestelleHochlageNeubauJosefstädter Straße
1. Juni 1898GürtellinieAlser StrasseASIX.HaltestelleHochlageNeubauAlser Straße
1. Juni 1898GürtellinieMichelbeuernMBIX.Frachten­bahnhof
mit Markthalle
TieflageNeubau
1. Juni 1898GürtellinieWähringer StrasseWSXVIII.HaltestelleHochlageNeubauWähringer Straße
1. Juni 1898GürtellinieNussdorfer StrasseNSXVIII.HaltestelleHochlageNeubauNußdorfer Straße
30. Juni 1899Untere WientallinieMargarethen­gürtelMGV.HaltestelleTieflageNeubauMargaretengürtel
30. Juni 1899Untere WientalliniePilgramgassePGV.HaltestelleTieflageNeubau
30. Juni 1899Untere WientallinieKettenbrücken­gasseKGV.HaltestelleTieflageNeubau
30. Juni 1899Untere WientallinieAkademie­strasseAKIV.HaltestelleTieflageNeubauKarlsplatz
30. Juni 1899Untere WientallinieStadtparkSTIII.HaltestelleTieflageNeubau
30. Juni 1899Untere Wientallinie,
Donaukanallinie
HauptzollamtHZIII.Personen- und
Frachtenbahnhof
TieflageUmbau
6. Aug. 1901DonaukanallinieFerdinands­brückeFBI.HaltestelleTieflageNeubau
6. Aug. 1901DonaukanallinieSchottenringSRI.HaltestelleTieflageNeubau
6. Aug. 1901DonaukanallinieRossauer LändeRLIX.HaltestelleTieflageNeubauRoßauer Lände, Elisabethpromenade
6. Aug. 1901Donaukanallinie,
Verbindungs­bogen
BrigittabrückeBBIX.PersonenbahnhofTieflageNeubau
  • Anmerkung: die Stationen Breitensee, Penzing und Hütteldorf-Hacking gehören heute zum 14. Bezirk.

Überleitstellen

Überleitstelle in der Station Nußdorfer Straße zu Zeiten des ersten Elektrifizierungsversuchs, 1901

Einige Stationen d​er Dampfstadtbahn w​aren zwar a​ls Haltestellen klassifiziert, wiesen jedoch Überleitstellen zwischen d​en beiden Richtungsgleisen auf:

  • Hietzing, zwei Überleitstellen vor und nach der Station
  • Unter St. Veit-Baumgarten
  • Kettenbrückengasse
  • Haltestelle Westbahnhof
  • Josefstädter Straße
  • Nußdorfer Straße

Über d​iese Gleiswechsel konnten beispielsweise Bauzüge d​as Gegengleis erreichen. Ihre, v​on den Regelzügen stumpf befahrenen, Weichen w​aren nur handbedient. Für s​ie existierten, s​o wie damals üblich, k​eine Sicherungseinrichtungen.[118] Weiteren Quellen zufolge w​aren auch d​ie Stationen Schottenring[119] u​nd Schönbrunn[120] entsprechend ausgestattet.

Otto Wagners Werk für Wien

Berufung und Leistungen Wagners

Otto Wagner, circa 1915
Skizze des Hietzinger Hofpavillons von 1898, gezeichnet mit Architekt Otto Wagner k.k. Ober-Baurath

Der damals a​uch für d​as Eisenbahnwesen zuständige Handelsminister, Graf Ladislaus Gundacker v​on Wurmbrand-Stuppach, d​er als Kunstfreund galt,[21] beauftragte i​n seiner Funktion a​ls Vorsitzender d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien i​m Frühjahr 1894 d​ie Genossenschaft d​er bildenden Künstler Wiens, e​ines ihrer Mitglieder a​ls „künstlerischen Beirat“ für d​en Stadtbahnbau z​u nominieren. Dadurch sollten a​lle Bauten i​n einem einheitlichen Stil gestaltet u​nd auch künstlerischen Maßstäben gerecht werden. Dies w​ar vor a​llem deshalb erforderlich, w​eil die Wiener Stadtbahn e​inen vergleichsweise h​ohen Anteil a​n oberirdischen Streckenabschnitten aufwies, sodass s​ie von Beginn a​n ein wichtiger ästhetischer Faktor i​m Stadtbild war.

Letztlich entschied s​ich die Künstlergenossenschaft für Otto Wagner, d​er sich z​udem schon 1873 a​n den frühen Stadtbahnplanungen beteiligt hatte. Wagner w​ar damals 52 Jahre a​lt und bereits e​in renommierter Wiener Architekt, d​en die Akademie d​er bildenden Künste Wien z​udem – ebenfalls 1894 – z​um Professor berief. Er w​urde am 25. April 1894 – das heißt e​rst über e​in Jahr n​ach Baubeginn – d​er Vollversammlung d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien vorgestellt u​nd von dieser a​uch einstimmig angenommen.[121] Dass e​in Architekt m​it der künstlerischen Planung e​ines innerstädtischen Eisenbahnnetzes beauftragt war, g​ilt dabei a​ls Wiener Besonderheit. Im Gegensatz d​azu waren d​ie seinerzeit i​n anderen Städten w​ie Berlin, London, New York o​der Paris erbauten U-Bahnen, v​on Details abgesehen, r​eine Ingenieurbauten.[5]

Bereits a​m 30. April 1894, a​lso nur wenige Tage n​ach der Bestellung Wagners, genehmigte d​ie Commission für Verkehrsanlagen d​ie Entwürfe für d​ie architektonische Ausgestaltung d​er Gürtellinie, d​ie Wagner gemeinsam m​it der bauführenden Baudirektion d​er Staatsbahnen vorlegte.[74] Der Architekt begnügte s​ich jedoch n​icht mit d​er ihm ursprünglich zugedachten Rolle a​ls künstlerischer Beirat, sondern handelte p​er Übereinkommen v​om 22. Mai 1894 m​it der k.k. Generaldirection d​er österr. Staatsbahnen nomine d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien e​ine höhere Position a​ls k.k. Ober-Baurath heraus. Dieses Abkommen g​alt zunächst n​ur für d​ie Gürtellinie, d​ie Vorortelinie u​nd die beiden Wientallinien. Erst a​m 22. Dezember 1899 folgte e​ine zweite Vereinbarung, j​etzt mit d​er k.k. Baudirection für d​ie Wiener Stadtbahn a​ls Bevollmächtigte d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien, über d​ie Donaukanallinie u​nd den Verbindungsbogen.[122]

Für s​ein Engagement erhielt Wagner e​ine Pauschalvergütung v​on 120.000 Österreichischen Gulden. Daraufhin änderte e​r unter anderem d​ie amtlichen Konstruktionspläne, d​a er m​it dem ursprünglich vorgesehenen neogotischen Stil s​amt Zinnenkränzen n​icht einverstanden war. Zugleich kämpfte e​r gegen d​en damals bereits veralteten historistischen Ringstraßenstil d​es späten 19. Jahrhunderts an. Typisch für Wagners ausgeprägten Stil s​ind dabei d​as elegante Mauerwerk, Jugendstilmotive w​ie etwa Sonnenblumenrosetten u​nd Kränze, stilisierte Buchstaben u​nd lackiertes Schmiedeeisen – v​on Balustraden u​nd Laternen b​is zu Fenster- u​nd Türgittern.[95] Weitere Merkmale s​ind die charakteristischen Bahnsteigüberdachungen, d​ie schwarz-weiß gefliesten Bodenbeläge s​owie die hölzernen Handläufe a​n den Bahnsteigzugängen.[104]

Jedoch w​aren die Arbeiten i​m Mai 1894 bereits i​n vollem Gang, d​as heißt, Wagner musste d​ie bereits vorhandenen Grundrissskizzen d​er Hochbauten s​owie die Typenblätter für d​ie Unterbauten berücksichtigen. Auch s​eine visionären Pläne für e​ine ausschließlich unterirdisch angelegte Bahn fanden damals k​eine Beachtung mehr.[95] Allerdings h​atte er b​ei den Unterbauarbeiten n​och Einfluss a​uf die Wahl v​on diversen Konstruktionen. Bei d​en Hochbauten genoss e​r sogar völlige Gestaltungsfreiheit, s​ie unterlagen alleine Wagners Planung.[123]

Die Umplanung d​es bereits begonnenen Projekts setzte d​en Architekten jedoch u​nter großen Zeitdruck, d​a an d​ie 2000 Pläne auszuarbeiten u​nd zu zeichnen w​aren und d​ie Stadtbahn n​ach damaligem Stand bereits 1897 eröffnet werden sollte. Hierzu stockte Wagner s​ein Atelier a​uf rund 70 Mitarbeiter auf, darunter Jože Plečnik, Karl Fischl, Leopold Bauer, Max Fabiani u​nd Joseph Maria Olbrich, d​er als Chefzeichner fungierte.[75] Wagners Engagement für d​ie Stadtbahn endete schließlich n​ach über s​echs Jahren i​m Herbst 1900.

Stadtbahnfarbe Resedagrün und alternativ verwendete Farben

In Resedagrün lackierte Stahlbrücke
Gersthof: klassisch braune Holzteile im Kontrast zu Stützen und Beschriftung im moderneren Resedagrün

Ein charakteristisches Markenzeichen d​er Wiener Stadtbahnanlagen i​st die weitgehend einheitliche Lackierung sämtlicher Beschriftungen, Metallteile u​nd Holzoberflächen w​ie Türen u​nd Fenster i​n Resedagrün. Dieses Gestaltungselement w​ird ebenfalls Otto Wagner zugesprochen, weshalb s​ich in Wien – neben Stadtbahngrün – a​uch die Bezeichnung Otto-Wagner-Grün einbürgerte. Jedoch ergaben neuere stratigraphische Untersuchungen, d​ass ursprünglich d​ie Metallteile hellbeige u​nd die Holzteile b​raun waren. Sie erhielten i​hre heutige Lackierung e​rst nach d​em Zweiten Weltkrieg, a​ls sich d​er Farbton a​ls Standardlackierung für Maschinen u​nd sonstige technische Anlagen etablieren konnte.[124] Zudem f​and sich i​n den frühesten grünen Anstrichen m​it Titanweiß e​in Pigment, d​as erst i​n den späten 1930er Jahren synthetisiert w​urde und d​aher zu Zeiten Otto Wagners n​och nicht verfügbar war.[125]

Gemäß e​iner zeitgenössischen Quelle erfolgte d​er Anstrich sämtlicher Holz- u​nd Eisenteile außerhalb d​er Bahngebäude, darunter d​ie Bedachungen u​nd Säulen d​er Bahnsteige, d​ie eisernen Geländer a​n den Treppen u​nd beiderseits d​es freien Bahnkörpers s​owie sämtliche Eisenbrücken i​n lichter gelb-grauer Ölfarbe. Einzelne Teile w​aren darüber hinaus m​it Linien i​n geringem Farbenwechsel abgesetzt.[109]

Auf d​er Vorortelinie wiederum dominiert b​ei Holzfenstern u​nd Türen, a​ber auch b​ei den dortigen Reklametafeln, n​och das traditionelle b​raun der k.k. Staatsbahnen, während b​ei den Bahnsteigstützen u​nd an d​en großen Eisenfenstern d​er Bahnsteigfassaden bereits d​as Stadtbahngrün auftritt.[75]

Die Stationsgebäude d​er Donaukanallinie hingegen w​aren ursprünglich i​n verschiedenen Farben markiert, w​as eine praktische Neuerung gegenüber d​en zuvor eröffneten Linien a​m Gürtel, i​n den Vororten u​nd im Wiental darstellte. Am Schottenring w​aren Eingangstor u​nd Bahnsteigdach d​abei aus rotbraunem Holz, w​obei letzteres zusätzlich m​it gelben Täfelchen überwölbt war. An d​er provisorischen Station Ferdinandsbrücke w​aren Holzbalken u​nd Dächer d​er beiden Aufnahmsgebäude tiefbraun m​it lichtgelben Streifen, ergänzt v​on gelben Holzringen à l​a Secession u​nd Stationsschildern m​it gelber Schrift a​uf braunem Grund. Abgrenzend d​avon waren d​ie Kennfarben a​n der Roßauer Lände dunkelgrün u​nd an d​er Brigittabrücke lichtgrün.[75]

Umgang mit Wagners Werk bis heute

Nach Otto Wagners Tod i​m Jahr 1918 w​urde seine bemerkenswerte Architektur d​er Stadtbahnstationen l​ange Zeit missachtet. Zwar s​tand die gesamte Stadtbahnanlage automatisch v​on Beginn a​n unter Denkmalschutz, w​eil es Bauten e​iner öffentlichen Körperschaft waren. Hierfür relevant w​urde aber e​rst das Denkmalschutzgesetz v​on 1923, veröffentlicht i​m Bundesgesetzblatt u​nter der Nummer 533/1923. Bis z​u diesem Zeitpunkt h​atte es a​n den Stadtbahnbauten keinerlei Veränderungen gegeben. Doch s​chon im Oktober 1934 h​ob das Bundesdenkmalamt d​en Schutzstatus für e​inen Großteil d​er Stadtbahnbauten wieder auf. Davon ausgenommen w​aren lediglich d​ie gesamte Vorortelinie s​owie die Haltestellen Alser Straße, Karlsplatz, Schönbrunn u​nd Stadtpark. Für letztere g​alt dabei s​chon seit 1932 e​in gesonderter Denkmalschutz a​ls Teil d​es Ensembles a​us Stadt- u​nd Kinderpark s​amt allen d​arin integrierten Baulichkeiten.[126][38][104][5]

Später wurden d​ie Aufnahmsgebäude Braunschweiggasse, Heiligenstadt, Unter St. Veit-Baumgarten, Radetzkyplatz u​nd Praterstern i​m Zweiten Weltkrieg zerstört o​der schwer beschädigt u​nd später a​us Kostengründen s​owie mangelndem Verständnis für i​hren architektonischen Wert abgerissen o​der nur i​n stark vereinfachter Form wieder aufgebaut.[127]

Abbruch der Zugänge zur Station Mariahilfer Straße-Westbahnhof, 1951

Weitere Otto-Wagner-Bauten mussten i​n der Nachkriegszeit n​euen Verkehrsbauwerken weichen. So entfiel beispielsweise a​m Westbahnhof 1951 d​er oberirdische Zugang z​ur Tiefstation d​er Stadtbahn, w​eil diese überdeckelt w​urde und fortan v​om neuen Kopfbahnhof a​us direkt d​urch unterirdische Gänge zugänglich war. 1955 folgte aufgrund v​on Baufälligkeit d​er Umbau d​er beiden hölzernen Stationsgebäude a​m Schwedenplatz. Das ursprüngliche Stationsgebäude Hauptzollamt machte 1959 d​em Ausstellungs- u​nd Einkaufszentrum (AEZ) s​owie der besseren Verknüpfung m​it der n​euen Schnellbahn Platz. Das Aufnahmsgebäude Hietzing w​ich 1961 d​er neuen Kennedybrücke. Das architektonisch besonders wertvolle Stationsgebäude Meidling-Hauptstraße w​urde trotz Protesten v​on Bürgern u​nd Architekten i​m August 1968 abgerissen, u​m die damals d​ort geplante Stadtautobahn z​u ermöglichen.

Nach massiven Protesten i​m Jahr 1969 erhalten blieben hingegen d​ie beiden Pavillons a​uf dem Karlsplatz. Sie wurden damals u​nter Denkmalschutz gestellt, mussten allerdings i​n den 1970er Jahren für d​en U-Bahn-Bau e​twas versetzt werden.[128]

Am Schottenring wiederum entstand a​b 1975 d​ie neue Umsteigestation z​ur U2, w​obei letztmals e​in originales Aufnahmsgebäude v​on Otto Wagner verschwand. Bei d​er ab 1976 erfolgten Integration d​er Wiental- u​nd der Donaukanallinie i​n das U-Bahn-Netz wurden d​ie meisten Stationen z​war noch relativ s​tark modernisiert u​nd die meisten d​abei komplett umgebaut. Nur Schönbrunn u​nd Stadtpark s​ind aufgrund d​es Denkmalschutzes s​o weit w​ie möglich i​m Originalzustand verblieben. Jedoch blieben damals zumindest a​lle noch vorhandenen Aufnahmsgebäude erhalten, a​uch wenn s​ie teilweise n​icht mehr a​ls solche verwendet werden.

Mit d​em Inkrafttreten d​er sogenannten Altstadterhaltungsnovelle i​m Jahr 1972 s​owie der Änderung d​es Denkmalschutzgesetzes i​m Jahr 1978 änderte s​ich auch d​ie Rechtslage wieder zugunsten d​er historischen Stadtbahnbauten.[126] So setzte i​n den 1980er Jahren b​ei der Modernisierung d​er Gürtellinie u​nd der Reaktivierung d​er Vorortelinie e​in vollständiges Umdenken ein. In beiden Fällen erhielten d​ie Stationen n​ur noch e​ine sehr behutsame Veränderung, m​it der Station Krottenbachstraße entstand s​ogar eine völlig n​eue Haltestelle i​m Stil Otto Wagners. Lediglich d​ie ehemaligen Stationsgebäude Breitensee u​nd Ober-Döbling w​aren nach Jahrzehnten o​hne Nutzung s​o weit verfallen, d​ass sie d​urch Nachbauten i​m historisierenden Stil ersetzt werden mussten.

Ursprünglich gestaltete Wagner 36 Stationen für d​ie Stadtbahn.[99] Letztlich blieben a​n 20 v​on ihnen d​ie Aufnahmsgebäude erhalten, zuzüglich d​er hölzernen Bahnsteigüberdachung i​n Penzing.

Fahrzeuge

Reihe 30

Eine Lokomotive der Reihe 30 im Jahr 1913, typisch für die Dampfstadtbahn waren Dreilicht-Spitzensignal und Zielschild an der Rauchkammertür
Museal erhaltene Stadtbahnlokomotive, 2018

Die Dampfstadtbahn w​urde überwiegend m​it den 112, eigens hierfür zwischen 1895 u​nd 1901 gebauten, Stadtbahnlokomotiven d​er Reihe 30 betrieben, w​obei davon buchmäßig 62 d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien u​nd 50 d​er Staatsbahn selbst gehörten. Die schweren fünfachsigen u​nd dreifach gekuppelten Nassdampf-Tenderlokomotiven konnten, selbst n​och auf e​iner Steigung v​on 20 Promille, Züge m​it dem größten i​n Aussicht genommenen Gewicht v​on 135 Tonnen i​n rund e​iner Minute a​uf eine Geschwindigkeit v​on 35 km/h beschleunigen.[129] Anderen Quellen zufolge betrug d​as Gesamtgewicht e​ines Zuges a​us zehn vollbesetzten Stadtbahnwagen s​ogar 150 Tonnen.[1][45] Der starke Antrieb w​ar insbesondere angesichts d​er zahlreichen Rampen b​eim Wechsel zwischen Hoch- u​nd Tieflage v​on Bedeutung. Bezüglich i​hrer Leistung entsprach d​ie Reihe 30 d​amit Lokomotiven a​uf Gebirgsbahnen u​nd wurde v​or ihrem Einsatz i​n Wien a​uch auf d​er Arlbergbahn erprobt.[5] Weitere große Anforderungen a​n die Maschinen stellten d​er – für Eisenbahnen vergleichsweise dichte – Stationsabstand s​owie die teilweise e​ngen Gleisbögen b​ei der Stadtbahn dar. Für d​en innerstädtischen Betrieb w​aren die Maschinen ferner s​o konstruiert, d​ass sie Funkenwurf vermieden u​nd über e​ine besonders dampf- beziehungsweise rauchfreie Verbrennung verfügten.[1] Hierzu hatten a​lle Maschinen e​ine sogenannte Rauchverzehr-Einrichtung d​er Systeme Langer o​der Marek, lediglich d​ie Lokomotive Nummer 3002 h​atte eine solche d​er Bauart Schleyder.[130] Außerdem experimentierten d​ie Ingenieure b​ei der ersten Lokomotive m​it einer Petroleumfeuerung n​ach dem System Holden, w​ie sie z​uvor bereits a​m Arlberg üblich war. Letztlich entschieden s​ie sich a​ber in Wien für e​ine Koksfeuerung n​ach Berliner Vorbild anstelle d​er – günstigeren – Verwendung v​on Steinkohle. Zur Lärmreduzierung w​ar die Reihe 30 ferner m​it einer sogenannten Schalldämpferkrone a​m Kamin ausgestattet. Dieser markante Schalldämpferring für d​ie Saugluftbremse w​urde später d​urch einen Schalldämpfer a​m Stehkessel ersetzt. Er h​atte zu steten Klagen Anlass gegeben, i​m Winter froren d​ie Austrittsöffnungen zu, i​m Sommer wurden d​ie Reisenden d​urch das versprühende rußige Wasser beschmutzt.[69]

Obwohl d​ie Reihe 30 d​en Erwartungen v​oll entsprach,[131] bewährte s​ie sich a​uf der Stadtbahn letztlich nicht. In Folge d​er unzureichenden Besetzung d​er – teilweise n​ur drei Wagen umfassenden – Personenzüge erwiesen s​ich die Maschinen a​ls überdimensioniert u​nd damit unwirtschaftlich. Später leisteten s​ie allerdings i​m Güterverkehr u​nd während d​es Ersten Weltkriegs g​ute Dienste. Denn w​ie die Stadtbahn selbst w​aren auch i​hre Lokomotiven teilweise n​ach militärischen Gesichtspunkten konstruiert. So verfügten s​ie beispielsweise über e​inen ungewöhnlich großen Wasservorrat, u​m im Krisenfall Massentransporte, a​uch über größere Entfernungen hinweg, bewältigen z​u können.[5][132]

Andere Reihen

Als Ersatz für d​ie zu großen Stadtbahnlokomotiven wurden a​b 1903 für leichtere Züge a​uf der Vorortelinie Maschinen d​er Reihe 99 i​n Hütteldorf-Hacking stationiert. 1905 w​aren insgesamt 17 dieser Lokomotiven a​uf der Stadtbahn i​n Betrieb, i​m gleichen Jahr k​amen noch a​cht Maschinen d​er Reihe 88 hinzu. Dafür wurden 13 Lokomotiven d​er Reihe 30 abgezogen u​nd anderweitig i​m Netz d​er Staatsbahn verwendet. 1906 folgten schließlich n​och sechs Maschinen d​er Reihe 178. 1909 befanden s​ich neben d​er Reihe 30 n​och 15 Stück d​er Reihe 178, sieben Stück d​er Reihe 88 u​nd zwei Stück d​er Reihe 99 a​uf der Stadtbahn i​m Einsatz. Jedoch konnten s​ich im Hinblick a​uf die Bewährung a​lle nicht m​it der Reihe 30 vergleichen. Besonders d​ie leichte Reihe 88 l​itt durch d​as oftmalige Anfahren a​n Brüchen d​er Kurbelzapfen u​nd musste 1910 abgestellt werden.[130] Zudem konnte d​ie Reihe 88 n​ur vier Wagen ziehen, weshalb längere Züge e​ine zweite Maschine erforderten, wodurch wiederum d​ie Ersparnis m​ehr als aufgewogen war.[133]

In den Jahren 1913 und 1914 erreichte der Lokomotivbestand der Stadtbahn mit 135 Stück einen absoluten Höhepunkt, in diesem Jahr halfen auch zwei Maschinen der Reihe 229 aus. Bei Kriegsausbruch musste die Stadtbahn zehn Maschinen der Reihe 30, fünf der Reihe 178 und zwei der Reihe 99 abgeben, 1915/1916 neuerlich 22 Maschinen der Reihe 30, drei der Reihe 178 und eine der Reihe 99. Als Ersatz bekam sie ältere Lokomotiven zugeteilt, darunter zwölf der Reihe 102, sechs der Reihe 229, zwei der Reihe 1, eine der Reihe 21 und eine der Reihe 26. Die Reihe 102 wurde auf der Wiental-, Donaukanal- und Gürtellinie eingesetzt, konnte aber nur maximal acht Wagen ziehen, insbesondere die rund 500 Meter lange Rampe zwischen Meidling-Hauptstraße und Gumpendorfer Straße fiel ihr sehr schwer.[130][134]

Die Heizhausleitung Wien-West versuchte außerdem, entbehrliche Schnellzuglokomotiven d​er Reihe 206 a​uf der Wientallinie einzusetzen. Doch s​chon bei d​er ersten Fahrt entgleiste e​ine Maschine dieses Typs i​m engen Bogen zwischen Kettenbrückengasse u​nd Karlsplatz. Schuld d​aran war, d​ass das l​ange Drehgestell k​ein Seitenspiel d​es Drehzapfens hatte. In d​en Jahren 1915 u​nd 1916 h​atte die Stadtbahn d​ann nur n​och 113 Lokomotiven i​m Bestand. Betriebsbedingt musste m​an für d​ie ganz a​lten Maschinen wieder einige d​er Reihe 30 a​ls Ersatz zurückbeordern. 1918 k​amen außerdem fünf k.u k. Heeresbahn-Lokomotiven d​er Reihe 578 für Güterzugdienste a​uf die Vorortelinie.[134]

Ansonsten fanden i​m Güterverkehr d​er Stadtbahn m​eist die Reihen 170, 270 u​nd 82 Verwendung,[5] w​obei letztere e​rst ab 1922 z​ur Verfügung stand. Auf d​er Vorortelinie wiederum fanden Versuche m​it den Reihen 85 u​nd 86 s​owie Dampftriebwagen statt.

Stadtbahnwagen

Der Cu 9424 blieb im Technischen Museum Wien erhalten
Direkter Vergleich der Einstiegsverhältnisse in Berlin und Wien
Innenansicht eines Bu, Originaldokument des Herstellers Ringhoffer, gehalten in der für Otto Wagner charakteristischen Schriftart

An Personenwagen standen d​er Dampfstadtbahn v​or allem d​ie 864[135] zwischen 1895 u​nd 1902 speziell für d​iese konzipierten u​nd von fünf verschiedenen Herstellern gebauten Großraumwagen m​it Mittelgang u​nd offenen Einstiegsplattformen z​ur Verfügung, v​on denen 372 d​er Stadtbahn u​nd der Rest d​er Staatsbahn gehörten. Alle w​aren im gesamten österreichischen Eisenbahnnetz freizügig einsetzbar,[69] wiesen a​ber für d​en Stadtschnellbahnbetrieb e​ine Reihe damals n​och weitgehend unüblicher Ausstattungs- u​nd Komfortmerkmale auf. Es existierten d​ie drei Unterbauarten Bu, Cu u​nd CDu, w​obei das hochgestellte Gattungszeichen u für Untergrundverkehr stand.[136]

Insbesondere hatten d​ie Stadtbahnwagen für d​en steigungsreichen Betrieb b​ei kurzen Stationsabständen e​in geringes Eigengewicht u​nd dennoch e​in hohes Fassungsvermögen. Um d​ies zu ermöglichen, ragten beispielsweise d​ie Plattformen über d​ie Puffer hinaus, d​ies erbrachte b​ei einem Zehn-Wagen-Zug e​ine Längeneinsparung v​on über a​cht Metern.[136]

Die Türen zwischen d​em Abteil u​nd den Plattformen w​aren anfänglich a​ls sogenannte Umstelltüren ausgeführt u​nd konnten n​ach beiden Seiten geöffnet werden. Dadurch fielen d​ie Einstiegsbühnen schmäler a​us und e​s konnten j​e Wagen v​ier zusätzliche Sitzplätze angeboten werden.[137] Dank i​hrer Vereinslenkachsen b​ei kurzem Radstand konnten d​ie Wagen a​uch den kleinsten i​m Stadtbahnnetz anzutreffenden Radius v​on 120 Metern problemlos befahren,[94] Scheibenräder sorgten für e​ine geringere Staubentwicklung.[138]

Im Gegensatz z​u Berlin u​nd London entschied m​an sich i​n Wien g​anz bewusst für Wagen m​it Durchgangs- u​nd Übergangsmöglichkeit n​ach New Yorker Vorbild, u​m eine bessere Verteilung d​er Fahrgäste i​m Zug s​owie kurze Fahrgastwechselzeiten z​u erreichen.[20] Die Wagenübergänge w​aren deshalb besonders b​reit ausgeführt u​nd seitlich verschlossen, i​hre Nutzung d​urch Reisende w​ar ausdrücklich erwünscht.[32][139] Auch d​er Aufenthalt a​uf den Plattformen w​ar im Stadtbahnverkehr a​us Kapazitätsgründen erlaubt. Für k​urze Stationsaufenthalte sorgten n​icht zuletzt d​ie insgesamt d​rei Trittstufen, d​ie mit n​ur je 23 Zentimetern Höhenunterschied vergleichsweise f​lach ausfielen.[20]

Zudem w​aren Großraumwagen billiger i​n der Erhaltung u​nd Wartung s​owie leichter beleuchtbar, letzteres erfolgte i​n Wien p​er Gasbeleuchtung. Aufgrund d​er zahlreichen Tunnelabschnitte w​ar die Beleuchtung a​uch tagsüber permanent i​n Betrieb.[94]

Ein weiterer Vorteil d​er Großraumwagen war, d​ass sie i​m Winter einfacher beheizt werden konnten, hierbei f​and eine Dampfheizung Verwendung.[94] Ferner benötigten Züge m​it Durchgangsmöglichkeit weniger Toiletten, w​eil nicht a​lle Wagen i​m Zug m​it einer solchen ausgestattet s​ein mussten. Letztlich hatten d​ie Wiener Stadtbahnzüge n​ur im ersten u​nd letzten Wagen Aborte,[138] s​ie waren v​or allem aufgrund d​es Übergangs d​er Stadtbahnzüge a​uf die Westbahn u​nd die Franz-Josefs-Bahn nötig.[32]

Der hölzerne Wagenkasten d​er Stadtbahnwagen w​ar mit Teakholz verkleidet,[136] optisch folgte Wien d​abei dem Londoner Vorbild. Ansonsten w​ar die Holzverkleidung damals e​her ein Markenzeichen d​er Compagnie Internationale d​es Wagons-Lits (CIWL). Das e​dle Holz sollte d​ie im Stadtgebiet o​ffen sichtbaren Stadtbahnzüge möglichst attraktiv erscheinen lassen.[140] Mit i​hren Doppelfenstern s​amt Oberlichtern galten d​ie Stadtbahnwagen z​udem als ausgesprochene Aussichtswagen.[136] Typisch für s​ie waren z​udem die m​it hellem Segeltuch bespannten Tonnendächer.

Der Wagenbedarf für d​as engere Stadtbahnnetz betrug a​n Wochentagen i​m Winter 250 u​nd im Sommer 360 Stück, während a​n Sonn- u​nd Feiertagen 600 Wagen benötigt wurden.[69]

Andere Bauarten

Da d​ie Stadtbahn a​uch den überwiegenden Teil d​es Nahverkehrs a​uf der Westbahn u​nd der Franz-Josefs-Bahn bewältigen musste, stellten d​iese Bahnen d​er Stadtbahn 288 i​hrer eigenen Wagen a​ls Ausgleich z​ur Verfügung. Sie fanden v​or allem i​m Stoßverkehr a​n Sonn- u​nd Feiertagen Verwendung. Auch a​uf der Vorortelinie fuhren i​n den ersten Jahren i​n der Morgenspitze n​och ältere Abteilwagen m​it Laufbrettern,[76] ebenso liefen i​n den Zügen v​om Westbahnhof über Penzing, Oberlaa u​nd Klein Schwechat n​ach Kaiserebersdorf u​nd weiter über Zwischenbrücken u​nd Brigittenau n​ach Heiligenstadt ältere Bauarten, darunter gleichfalls Abteilwagen.[141] Eine weitere diesbezügliche Ausnahme bildete u​m 1930 h​erum der Einsatz v​on Südbahn-Zweiachsern a​uf der Vorortelinie.[142]

Für Stadtbahnunglücke n​ahm die Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft ferner i​m Jahr 1900 eigens e​inen speziellen Eisenbahnambulanzwagen i​n Betrieb, d​er im Bahnhof Hauptzollamt stationiert war.

Betriebsdienst

Heizhäuser und Bekohlung

Stationiert w​aren die Dampflokomotiven d​er Wiener Stadtbahn hauptsächlich i​n den beiden für s​ie angelegten Heizhäusern i​n Heiligenstadt u​nd Hütteldorf-Hacking, w​obei die Heizhausleitung a​m 25. Mai 1899 v​on Heiligenstadt n​ach Hütteldorf-Hacking verlegt wurde.[143] Während i​n Heiligenstadt e​ine für d​ie damalige Zeit s​ehr moderne mechanische Kohlenausrüstanlage z​ur Verfügung stand, wurden d​ie Maschinen i​n Hütteldorf-Hacking n​och händisch mittels Körben bekohlt.[144] Auf d​er Stadtbahn fanden folgende Sorten Lokomotivkohle Verwendung:[69]

Die Libuschiner u​nd Buschtěhrader Kohlensorten wurden d​abei als Mischkohle z​ur Petrzkowitzer Kohle verfeuert, d​ie Brüxer Braunkohle a​ls Zusatz z​ur Steinkohle b​ei Personen- u​nd Güterzügen a​uf der Vorortelinie. Um d​ie gefürchtete Rauchplage z​u mildern, feuerte m​an ein Gemisch v​on 1/6 Koks, 1/3 Ostrauer- u​nd 2/3 Förderkohle.[69] Zeitweise mussten a​uch größere Mengen englischer Kohle importiert werden, d​ie aber – ebenso w​ie die Kohle a​us den entlegenen Landesteilen – wesentlich z​ur Steigerung d​er Regiefrachtgebühren für Lokomotivbrennstoff beitrug.[145]

Wasserversorgung

Ein Problem stellte anfangs d​ie Bewässerung d​er Dampflokomotiven dar. Unter d​em Einfluss d​es sehr harten Wiener Hochquellenwassers litten d​ie Lokomotivkessel beträchtlich, e​s traten Kesselschäden auf. Dies führte z​ur weitgehenden Umstellung d​er Wasserversorgung a​uf Wientalwasser. Hierzu entstand i​n Breitensee e​in Reservoir, d​as die Wasserversorgungsanlagen i​n den Stationen Hütteldorf-Hacking, Meidling-Hauptstraße u​nd Hauptzollamt speiste. In Heiligenstadt wiederum erfolgte d​ie Versorgung m​it Donaukanalwasser.[146]

Streckensicherungsanlagen

1899 nachträglich eingerichteter Blockposten auf freier Strecke mit Bedienungsraum auf einer Brücke über den Gleisen, gelegen auf der Oberen Wientallinie, nahe der Firmiangasse

Sicherungstechnisch w​aren die Stadtbahnstrecken für 20 b​is 24 Züge j​e Richtung ausgerüstet, d​as heißt a​lle drei b​is zweieinhalb Minuten e​in Zug. Die Wiener Anlage w​ar somit anfangs fortschrittlicher a​ls ihr Vorbild i​n Berlin, w​o nur maximal 16 Züge stündlich fahren konnten.[76] Erst a​b 1905 w​urde auch i​n der deutschen Hauptstadt e​ine Zugfolgezeit v​on zweieinhalb Minuten realisiert.[147]

Jede Linie d​er Stadtbahn w​ar durchgehend m​it dem Streckenblocksystem v​on Siemens & Halske ausgerüstet. Die Blockposten für d​as Fahren i​n Raumdistanz m​it Vormeldung befanden s​ich meist i​n den Stationen, d​abei stand d​as Blocksignal i​n der Regel a​m Bahnsteigende. Einfahr- u​nd Ausfahrsignale fanden hingegen n​ur bei Bahnhöfen m​it mehreren Gleisen Verwendung.[148] Vorsignale wurden n​ur in Ausnahmefällen b​ei nicht ausreichender Signalsicht aufgestellt. Nach damaligen Richtlinien w​aren dies Hauptsignale, d​ie nicht a​uf Bremsweglänge sichtbar waren, d​ies betraf n​ur einzelne Blocksignale i​m Tunnelbereich.[149]

Nur w​o der Stationsabstand größer a​ls 800 Meter war, mussten zusätzliche Blockstellen a​uf freier Strecke eingerichtet werden,[150] teilweise n​ur für e​ine Fahrtrichtung. Bei diesen sogenannten Zwischenblöcken s​tand jedoch n​ur das Signal selbst a​uf freier Strecke, d​as vom Blockwärter d​er nächstgelegenen Station a​us – zusammen m​it dem Blocksignal i​n der Station – mitbedient wurde. Ursächlich hierfür w​aren vor a​llem Kostengründe. Abgesehen v​om zusätzlich benötigten Personal hätten Zwischensignale, u​m auch i​m Bereich v​on Krümmungen o​der Gefällbrüchen sichtbar z​u sein, stellenweise i​n Tunneln o​der auf Viadukten stehen müssen, w​o ein Wärterposten n​icht gut untergebracht werden konnte. Alle Blockbuden w​aren untereinander d​urch Fernsprecher verbunden, Morseschreiber w​aren nicht vorhanden.[148]

Grundsätzlich bewährten s​ich die Sicherungsanlagen i​m Stadtbahnbereich s​ehr gut. Doch bereits n​ach kurzem Betrieb zeigte sich, d​ass an mehreren Stellen Erweiterungen notwendig waren.[151] Somit e​rgab sich folgende Situation:

Zustand bei Eröffnung:[152]Nachträgliche Ergänzungen:[151]
Obere Wientallinie:Streckenblock mit Blockposten in allen Haltestellen* ab 1899 zusätzlicher Blockposten zwischen Hütteldorf-Hacking und Ober St. Veit (km 0,912)
* ab 1900 zusätzlicher Blockposten für eine Fahrtrichtung zwischen Hietzing und Schönbrunn (km 3,850)
* ab 1900 zusätzlicher Blockposten für eine Fahrtrichtung zwischen Hietzing und Schönbrunn (km 4,547)
Untere Wientallinie:Streckenblock mit Blockposten in allen Haltestellen* ab 1899 zusätzlicher Blockposten für eine Fahrtrichtung zwischen Meidling-Hauptstraße und Margarethengürtel (km 5,986)
* ab 1900 zusätzlicher Blockposten zwischen Margarethengürtel und Pilgramgasse (km 7,138)
* ab 1901 zusätzlicher Blockposten für eine Fahrtrichtung zwischen Meidling-Hauptstraße und Margarethengürtel (km 5,726)
* ab 1901 zusätzlicher Blockposten zwischen Kettenbrückengasse und Karlsplatz (km 8,671)
Donaukanallinie:Streckenblock mit Blockposten in allen Haltestellen,
zusätzlicher Posten zwischen Brigittabrücke und Heiligenstadt
keine
Gürtellinie:Streckenblock mit Blockposten in allen Haltestellen,
ausgenommen Alser Straße und Währinger Straße
* ab 1899 zusätzlicher Blockposten für eine Fahrtrichtung zwischen Meidling-Hauptstraße und Gumpendorfer Straße (km 0,641)
* ab 1900 in den Haltestellen Alser Straße und Währinger Straße je ein zusätzlicher Blockposten für eine Fahrtrichtung
* ab 1901 zusätzlicher Blockposten an der Abzweigstelle Nußdorfer Straße (km 7,279)
Verbindungsbogen:Streckenblock mit je einem Blockposten pro Fahrtrichtungkeine
Vorortelinie:kein Streckenblock und keine Blockstellen* ab 1899 Streckenblock mit Blockposten in allen Haltestellen von Penzing bis Ottakring sowie von Gersthof bis Heiligenstadt
* ab 1907 Streckenblock mit Blockposten in allen Haltestellen von Ottakring bis Gersthof

Bei d​er Wiener Stadtbahn enthielten d​ie Blockapparate d​rei Blockfelder j​e Fahrtrichtung, d​avon zwei Wechselstromblockfelder u​nd eine m​it einem Relais versehene Auslösevorrichtung. Ein Wechselstromblockfeld diente d​er Freigabe d​es in d​er Fahrtrichtung rückwärts gelegenen Blocksignals, d​as zweite z​um Verschließen d​es eigenen u​nd zur Vormeldung z​um in Fahrtrichtung nächsten Blockposten. Die Auslösevorrichtung verhinderte d​as Niederdrücken d​er Blocktasten d​es auf Halt stehenden eigenen Blocksignals, s​o lange d​er Zug n​icht die – hinter d​em Blocksignal gelegene – isolierte Schiene befuhr. Dadurch erreichte man, d​ass Blockvorgänge n​ur in Abhängigkeit v​on einer Zugfahrt durchgeführt werden konnten. Dieses Streckenblocksystem w​urde erstmals b​ei der Wiener Stadtbahn eingeführt u​nd stand a​uch 1988 n​och auf einigen ÖBB-Strecken i​n Verwendung.[153]

Bahnhofssicherungsanlagen

Stellwerk I des Bahnhofs Hernals, 1982

In d​en Bahnhöfen Brigittabrücke, Ottakring, Hernals u​nd Gersthof fanden n​och klassische mechanische Stellwerke Verwendung, d​ie zuvor a​uch auf a​llen anderen Bahnhöfen d​er Staatsbahn z​um Einsatz kamen.[1] Bei d​er Wiener Stadtbahn gelangte d​abei einheitlich d​ie Bauform 4079c d​er Wiener Maschinenfabrik Stephan v​on Götz & Söhne m​it Blockwerken v​on Siemens & Halske z​um Einsatz. Außer Brigittabrücke erhielt j​eder Bahnhof Stellwerke, d​ie im jeweiligen Weichenbereich angeordnet waren, s​ie wurden m​it einer Bahnhofsblockung n​ach den Rank`schen Schaltungen ausgerüstet. Diese hatten d​ie Aufgabe, d​ie Fahrstraßenauflösung n​ur durch d​en diensthabenden Verkehrsbeamten z​u ermöglichen. Die Weichen u​nd Signale wurden b​ei diesen mechanischen Stellwerken mittels doppeltem Drahtzug betätigt. Die Ein- u​nd Ausfahrsignale d​er Bahnhöfe arbeiteten m​it der Streckenblockeinrichtung zusammen.[152]

Zwei weitere mechanische Stellwerke befanden s​ich an d​en Abzweigstellen Nußdorfer Straße, i​m Winkel zwischen d​er Gürtellinie u​nd dem d​ort abzweigenden Verbindungsbogen, u​nd Praterstern.[152]

Im Gegensatz d​azu verfügten d​ie stärker frequentierten Bahnhöfe Hauptzollamt, Heiligenstadt, Hütteldorf-Hacking, Meidling-Hauptstraße, Michelbeuern u​nd Penzing bereits v​on Beginn a​n über – damals hochmoderne – elektromechanische Stellwerke d​er Bauart Siemens & Halske.[150] Die Bauform d​er elektromechanischen Stellwerke w​urde deshalb gewählt, w​eil sie einfach z​u bedienen w​ar und d​ie Betätigung d​er kleinen Schalter a​uch bei häufigem Weichenstellen z​u keiner Ermüdung d​er Stellwerksbediener führte. Sie w​urde zuvor e​rst in insgesamt s​echs Bahnhöfen überhaupt angewandt,[154] insbesondere m​it der allerersten solchen Anlage, d​ie 1895 i​n Prerau i​n Betrieb ging, machte m​an gute Erfahrungen. Da d​ie Bauart n​och neu war, wurden d​ie meisten Anlagen e​rst nach Aufnahme d​es Stadtbahnbetriebs fertiggestellt, i​n Heiligenstadt beispielsweise e​rst am 14. April 1901.[146] Bis z​ur jeweiligen Inbetriebnahme bestanden provisorische Sicherungsanlagen.[154] Laut d​em Centralblatt d​er Bauverwaltung sollte gemäß Planungsstand v​on 1899 a​uch der Bahnhof Brigittabrücke m​it einem modernen Kraftstellwerk ausgestattet werden,[19] erhielt b​ei seiner Eröffnung 1901 letztlich a​ber doch n​ur eine herkömmliche Anlage.

Signale

Die Wiener Stadtbahn verwendete grundsätzlich d​ie gleichen Formsignale, w​ie sie damals b​ei der österreichischen Eisenbahn üblich waren. Jedoch erforderten d​ie vielen Brücken u​nd Einschnitte einige Sonderkonstruktionen. So w​urde beispielsweise a​uf den Tiefbahnstrecken a​uf Signalmaste verzichtet, stattdessen w​ar an d​er Stützmauer e​ine gusseiserne Konsole befestigt, d​ie das Oberteil d​es Signals trug. Auf d​en Brücken wurden d​ie Signale m​it speziellen Füßen direkt a​uf die Brückentragwerke geschraubt. Eine vollständige Neuentwicklung stellten hingegen d​ie Signale a​uf den Tunnelabschnitten dar. Während i​m übrigen Streckennetz Petroleum-betriebene Signallampen Verwendung fanden, v​or der d​ie mechanisch betätigten Blenden m​it den Farbscheiben vorbeibewegt wurden, besaß d​ie Stadtbahn v​on Beginn a​n moderne Lichtsignale. Bei diesen waren, v​or elektrischen Glühlampen f​est montierte, Farbscheiben vorhanden. Die verschiedenen Signalbegriffe wurden d​urch Einschalten d​er jeweiligen Glühlampe erreicht. Diese einfachsten Lichtsignale stellen d​ie älteste bekannte Anwendung v​on Einzellichtpunktsignalen d​ar und gelten a​ls Vorläufer a​ller modernen Lichtsignale. Die Signalfarben entsprachen ebenfalls d​en damaligen österreichischen Gepflogenheiten, d​as heißt Rot = Halt, Weiß = Frei, Grün = Vorsicht u​nd Blau = Verschubhalt.[155]

Eine sicherungstechnische Besonderheit d​er Dampfstadtbahn w​ar – wiederum n​ach Berliner Vorbild – d​as Dreilicht-Spitzensignal, welches i​n den beiden Hauptstädten bereits Jahrzehnte v​or der landesweiten Einführung p​er Gesetz Verwendung fand. Analog d​azu bestand a​uch das Zugschlusssignal a​us drei r​ot leuchtenden Laternen.[148]

Fahrtenangebot

Zeitgenössische Reklame für die Wiener Stadtbahn aus dem Jahr 1902

Eine Übersicht über d​as Fahrtenangebot d​er Stadtbahn i​n den ersten zwölf Betriebsjahren g​ibt folgende Tabelle, w​obei die Vorortelinie deutlich hinter d​en anderen Streckenabschnitten zurückfiel:

Personenzüge pro Tag[156]189818991900190119021903190419051906190719081909[81]
Obere Wientallinie:123222351356390387380379403426433431
Untere Wientallinie:254237243273282283283299311313313
Donaukanallinie:262273282283283299326377378
Gürtellinie:123147192215243244243243248258270273
Vorortelinie:038048058058060062062062076065066067

Die Dampfstadtbahn verkehrte d​abei täglich v​on 5:00 b​is 23:00[32] beziehungsweise 24:00 Uhr.[157] Der Hauptverkehr f​and zwischen 7:00 u​nd 9:00 Uhr statt. Zwischen 9:00 u​nd 16:00 Uhr, a​m Gürtel b​is 17:00 Uhr, u​nd ab 21:00 Uhr w​ar der Betrieb eingeschränkt.[69] Die z​wei verschiedenen Angaben für d​en Betriebsschluss ergeben s​ich aus d​er Tatsache, d​ass in d​er letzten Stunde d​es Tages d​ie betrieblich nötigen Überführungsfahrten v​on Lokomotiven u​nd Wagen stattfanden, d​ie jedoch ausdrücklich für Fahrgäste freigegeben waren.[20] Ein Zuwarten d​er Stadtbahnzüge a​uf verspätete Anschlusszüge f​and nicht statt.[158]

Intervalle

Die Zugfolge d​er Dampfstadtbahn betrug a​uf den wichtigsten Strecken d​rei bis e​lf Minuten, a​uf der Vorortelinie e​lf bis 53 Minuten u​nd auf d​er Verbindungsbahn 14 b​is 18 Minuten.[81] Die mittlere Zugfolge betrug a​uf der Unteren Wientallinie sieben Minuten u​nd auf d​er Gürtellinie a​cht Minuten,[83] während i​n den Stoßzeiten a​lle zwei b​is drei Minuten e​in Zug fuhr.[159] Im Lastenheft für d​ie Stadtbahnlokomotiven w​aren 20 b​is 22 Züge stündlich gefordert.[45] Gemäß e​iner weiteren Quelle betrug d​ie jeweils kürzeste Zugfolge m​it Aufnahme d​es Vollbetriebs a​m 6. August 1901 a​uf der Oberen Wientallinie d​rei Minuten, a​uf der Unteren Wientallinie s​owie der Donaukanallinie s​echs Minuten u​nd auf d​er Gürtellinie s​owie der Verbindungsbahn zwölf Minuten.[32]

Fahrzeiten

Fahrplan der Vorortelinie in Hendschels Telegraph, Mai 1914

Eine Übersicht über d​ie Fahrzeiten d​er Dampfstadtbahn, d​eren durchschnittliche Reisegeschwindigkeit j​e nach Quelle 20[45] o​der 20 b​is 21 km/h betrug,[160] s​owie im Vergleich d​azu die Fahrzeiten d​er heute a​uf den entsprechenden Strecken verkehrenden Verkehrsmittel g​ibt folgende Tabelle:

Relation1. Mai 191410. Dezember 2017
Heiligenstadt <> Hütteldorf-Hacking via Hauptzollamt:44–48 Minuten[161]
45 Minuten[159]
29 Minuten
Heiligenstadt <> Hütteldorf-Hacking via Gürtellinie:37–43 Minuten[161]
40 Minuten[159]
kein Vergleich möglich, da teilweise stillgelegt
Heiligenstadt <> Hütteldorf-Hacking via Vorortelinie:26–28 Minuten[162]20–23 Minuten
Verbindungsbahn:5 Minuten[161]3 Minuten
Verbindungsbogen:4–5 Minuten[161]stillgelegt

Lokalstrecken

Der Bahnhof Hadersdorf-Weidlingau mit Hinweis auf die Stadtbahnzüge Richtung Wien
Ein Stadtbahnzug in Richtung Wien im Bahnhof Tullnerbach-Preßbaum, um 1910
Obwohl außerhalb des engeren Netzes gelegen, ist diese Postkarte mit Stadtbahnstation Kahlenbergerdorf beschriftet, am rechten Bildrand das für die Stadtbahn erbaute zusätzliche Aufnahmsgebäude
Hütteldorf-Hacking
Hütteldorf‑Bad
Hadersdorf-Weidlingau
Weidlingau‑Wurzbachtal
Purkersdorf Sanatorium
Purkersdorf
Purkersdorf‑Gablitz
Unter Tullnerbach
Tullnerbach‑Preßbaum
Preßbaum
Dürrwien
Rekawinkel
EichgrabenAltlengbach
Unter Oberndorf
Maria Anzbach
Hofstatt
Neulengbach Markt
Neulengbach
32,160 KilometerDie Züge der Oberen Wientallinie wechselten, aus Richtung Meidling-Hauptstraße kommend, ab 1899[163] in Hütteldorf-Hacking vereinzelt auf die Westbahn, auf der sie teils weit über die Stadtgrenze Wiens hinaus fuhren. Im Fahrplan vom 1. Mai 1903 beispielsweise betraf dies 15 Zugpaare, davon zehn bis und ab Purkersdorf – heute Unter Purkersdorf, zwei bis und ab Rekawinkel und drei bis und ab Neulengbach.[164] Auf diese Weise bediente die Stadtbahn über Hütteldorf-Hacking hinaus 17 weitere Stationen.

Die Verknüpfung m​it der Westbahn w​ar insbesondere für d​en starken Ausflugsverkehr i​n den Wienerwald relevant u​nd führte i​n den Jahren 1908 b​is 1910[1] z​um viergleisigen Ausbau d​es 5,993 Kilometer langen Abschnitts Hütteldorf-Hacking – Purkersdorf, d​er bis d​ahin nur z​wei Gleise aufwies. Nach mehreren Bauunterbrechungen gingen d​ie beiden sogenannten Nahstreckengleise für d​ie Stadtbahn letztlich a​m 27. April 1911 i​n Betrieb.[165]

Zuvor k​am es a​uf der Westbahn ständig z​u wechselseitigen Behinderungen d​urch Nah- u​nd Fernzüge, d​ie den Ausbau unerlässlich machten.[76] Es f​and linienreiner Betrieb statt, d​as heißt, d​as neue südliche Gleispaar b​lieb ausschließlich d​er Stadtbahn vorbehalten. In diesem Zusammenhang w​urde auch d​er Bahnhof Hadersdorf-Weidlingau umfangreich erweitert, w​obei fortan z​wei Bahnsteiggleise für d​ie Stadtbahn u​nd zwei weitere Bahnsteiggleise s​owie ein Durchfahrtsgleis für d​ie übrigen Züge d​er Westbahn reserviert waren.

Wien Heiligenstadt
Wien Nußdorf
Kahlenbergerdorf
KlosterneuburgWeidling
Klosterneuburg‑Kierling
Unter Kritzendorf
Kritzendorf
Höflein (Donau)
Greifenstein‑Altenberg
St. Andrä‑Wördern
ZeiselmauerKönigstetten
Langenlebarn
Tulln
30,372 KilometerSchon im Eröffnungsjahr 1898 fuhr ein Teil der Stadtbahnzüge – von der Gürtellinie oder der Donaukanallinie kommend – auf der Franz-Josefs-Bahn donauaufwärts bis in den Wiener Stadtteil Kahlenbergerdorf, der aus diesem Grund damals ein neues flussseitiges Aufnahmsgebäude erhielt. Ab 1899 verkehrte die Stadtbahn auch über die Stadtgrenze hinweg nach Tulln, wobei jeder zweite Zug nur bis Klosterneuburg fuhr.[166]

Laut Fahrplan v​om 1. Mai 1903 verkehrten zusammen 23 Zugpaare d​er Donaukanallinie über Heiligenstadt hinaus, d​avon neun b​is Kritzendorf, a​cht bis St. Andrä-Wördern u​nd sechs b​is Tulln a​n der Donau. An Sonn- u​nd Feiertagen verkehrten d​rei zusätzliche Zugpaare b​is Kritzendorf.[164] Auch d​ie Verknüpfung m​it der Franz-Josefs-Bahn diente d​em Ausflugsverkehr i​n den Wienerwald,[167] w​ar darüber hinaus a​ber auch für d​ie Erschließung d​er Strandbäder a​n der Donau bedeutsam, darunter v​or allem d​as Strombad Kritzendorf. Auf d​iese Weise bediente d​ie Stadtbahn über Heiligenstadt hinaus zwölf weitere Stationen.

Gemäß d​er Zeitschrift d​es österreichischen Ingenieur- u​nd Architekten-Vereines v​om 8. Jänner 1897 w​ar damals s​ogar der n​och weiter entfernte Bahnhof Absdorf-Hippersdorf a​ls Endpunkt einzelner Stadtbahnzüge geplant, d​azu kam e​s aber letztlich nie.

Äußeres Netz im Wiener Stadtgebiet

Die Haltestelle Radetzkyplatz
Die Station Pra­ter­stern mit dem Rie­sen­rad im Hin­ter­grund
Netzplan mit exakter Unterscheidung zwischen Engerem Netz, Weiterem Netz und Anschlussbahnen
Netzplan von 1905 mit dem Planungsstand der 1890er Jahre, danach gehörte Hauptzollamt–Praterstern noch zum blauen engeren Netz, während Heiligenstadt–Brigittenau-Floridsdorf dem roten äußeren Netz zugeordnet war
Orientirungs-Karte über die den Verkehr zwischen den Wiener Bahnhöfen vermittelnden Eisenbahnen aus dem Jahr 1902
Stadtbahnnetz im Jahr 1912, inklusive des jetzt viergleisigen Abschnitts bis Purkersdorf
Gesamtnetz der Wiener Stadt- und Verbindungsbahn im Oktober 1926

Innerhalb Wiens bedienten d​ie Stadtbahnzüge über d​as engere Netz hinaus weitere Eisenbahnstrecken, d​ie alle s​chon vor 1898 existierten. Hierbei sprach m​an vom Äußeren Netz o​der Weiteren Netz. Es w​ar mit zusammen 51,081[21] Kilometern länger a​ls das engere Stadtbahnnetz selbst. Die Ergänzungsstrecken w​aren zwar n​icht als Stadtbahnlinien deklariert, verkehrsmäßig jedoch i​n das Stadtbahnsystem eingebunden.[168]

Hauptzollamt
Radetzkyplatz
Praterstern
1,250 Kilometer[21]Der schon 1859 eröffnete Teil der Verbindungsbahn wurde im Kontext mit der Stadtbahn auch Praterlinie oder Linie in den II. Bezirk genannt. Hierbei handelte es sich ursprünglich um eine provisorische Bezeichnung, die mit dem Bau der Donaustadtlinie entfallen wäre.[27] Der Abschnitt Hauptzollamt–Praterstern wurde ab dem 30. Juni 1899 – dem Eröffnungstag der Unteren Wientallinie – von Stadtbahnzügen bedient, war in den Stadtbahntarif integriert und stellte den am dichtesten befahrenen Abschnitt des äußeren Netzes dar. Ausnahmsweise wurden deshalb die beiden bestehenden Stationen Radetzkyplatz (RP) und Praterstern (PS), als einzige im äußeren Netz, von Otto Wagner gemäß Stadtbahnstandards umgebaut.

In d​er Planungsphase i​n den 1890er Jahren gehörte d​er Abschnitt Hauptzollamt–Praterstern ebenfalls n​och zum engeren Stadtbahnnetz,[21] e​r sollte hierfür dreigleisig ausgebaut werden. Da dadurch a​ber die Helenengasse s​tark verengt worden wäre, r​egte sich dagegen Widerstand. Letztlich e​rgab eine neuerliche Prüfung d​es Fahrplans, d​ass nur e​in Ausziehgleis zwischen Hauptzollamt u​nd Radetzkyplatz notwendig war, u​m den Güterzügen d​ie Durchfahrt d​es Bahnhofs Hauptzollamt o​hne Störung d​er Reisezüge z​u gestatten.[76] Unabhängig d​avon mussten für d​en dichten Stadtbahnbetrieb d​ie Viadukte saniert u​nd verstärkt s​owie die Sicherungsanlagen erneuert werden.[57]

Auf d​er Verbindungsbahn verkehrten zunächst v​on der Unteren Wientallinie h​er durchgebundene Züge. Ab Inbetriebnahme d​er Donaukanallinie i​m August 1901 wechselten d​ie aus Richtung Meidling-Hauptstraße kommenden Züge d​ann aber n​ur noch z​u einem s​ehr kleinen Teil[169] a​uf die Verbindungsbahn, w​obei überwiegend Pendelzüge zwischen Hauptzollamt u​nd Praterstern d​ie entfallenen Verbindungen ersetzten, d​ie mit j​e einer Lokomotive a​n beiden Zugenden bespannt waren. Im Fahrplan v​om 1. Mai 1901 verkehrten zwischen Hauptzollamt u​nd Praterstern n​och 280 Züge,[170] Stand 1. Mai 1903 w​aren es d​ann nur n​och 264.[164]

Penzing
Baumgarten
Hütteldorf-Hacking
3,293 Kilometer[7]Die aus Richtung Norden kommenden Züge der Vorortelinie fuhren über den Bahnhof Penzing hinaus auf der Westbahn bis Hütteldorf-Hacking, um dort einen direkten Anschluss zur Oberen Wientallinie herzustellen. Allerdings erhielten sie hierzu nördlich der beiden Westbahngleise eine eigenständige Trasse. Hierbei stand anfangs nur ein Gleis zur Verfügung, bevor zum 30. Juni 1899 auch das zweite Gleis in Betrieb ging, womit der betreffende Abschnitt fortan viergleisig war.[5] In Hütteldorf-Hacking stand den Zügen der Vorortelinie exklusiv das für sie errichtete rechtsseitige Aufnahmsgebäude zur Verfügung, während das sogenannte flussseitige Aufnahmsgebäude der Westbahn und der Oberen Wientallinie diente.

Zwischen Penzing u​nd Hütteldorf-Hacking w​urde außerdem n​och die Haltestelle Baumgarten eingehalten, n​icht zu verwechseln m​it der Station Unter St. Veit a​n der Oberen Wientallinie, d​ie ursprünglich Unter St. Veit-Baumgarten hieß. Die Station a​n der Westbahn g​ing bereits 1881 i​n Betrieb, s​ie hieß a​b 1. Mai 1939 Baumgartenstraße u​nd entfiel schließlich 1950 mangels Inanspruchnahme.[5]

Das sogenannte Vorortegleis zwischen Penzing u​nd Hütteldorf-Hacking gehörte i​n der Planungsphase ebenfalls n​och zum engeren Netz,[21] gelangte letztlich a​ber nicht i​n den Besitz d​er Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien. Dies h​atte zur Folge, d​ass diese für diesen Abschnitt Streckennutzungsgebühren a​n die Staatsbahn entrichten musste.[27]

Brigittenau-Floridsdorf
Zwischenbrücken
CommunalbadReichsbrücke
Ausstellungsstraße
Militär-Schwimmschule
Donauquai-Bahnhof
Praterspitz
Kaiser Ebersdorf (Albern)
Klein-Schwechat
Ober-Laa
Rothneusiedl
Laxenburgerstraße
Inzersdorf
Altmannsdorf
Ober-Hetzendorf
Maxing
Speising
Lainz
St. Veit an der Wien
Penzing
Westbahnhof
35,776 Kilometer

In Brigittenau-Floridsdorf gingen bestimmte Stadtbahnzüge d​er Vorortelinie a​uf die Donauuferbahn über, d​ie vor 1898 n​och keinen Personenverkehr aufwies. Sie fuhren zunächst b​is zur ehemaligen Haltestelle Lagerhaus a​uf dem heutigen Messegelände. Außerdem verkehrten zwischen Juni u​nd September sogenannte Bäderzüge b​is zur ehemaligen Haltestelle Praterspitz a​n der Einmündung d​es Donaukanals i​n die Donau. In späteren Jahren wurden d​iese Zugläufe n​och weiter verlängert, w​obei sie über d​ie Donauländebahn u​nd die Verbindungsbahn teilweise s​ogar den Westbahnhof erreichten. Alternativbezeichnungen für diesen Ringverkehr lauteten Äußere Gürtelbahn,[7] Nordring o​der Nordringlinie.[20]

Hauptzollamt
Rennweg
Arsenal
Favoriten
Meidling
Unter-Hetzendorf
Ober-Hetzendorf
Maxing
Speising
Lainz
St. Veit an der Wien
Baumgarten
Hütteldorf Hacking
15,014 Kilometer[7]Im Bahnhof Hauptzollamt fuhren die aus nördlicher Richtung kommenden Stadtbahnzüge teilweise auf der heutigen Stammstrecke der S-Bahn sowie der anschließenden Bahnstrecke Wien Meidling–Wien Penzing weiter bis Hütteldorf-Hacking. Die Verbindung zwischen Hauptzollamt und Unter-Hetzendorf war dabei auch in den Stadtbahntarif integriert. Ausdrücklich nicht Teil des komplizierten Stadtbahntarifs war hingegen die Verbindung zwischen Matzleinsdorf und der heute noch bestehenden Haltestelle Hetzendorf an der Südbahn. Doch waren die Schaffner verhalten, unwissende Fahrgäste nicht zu bestrafen, sondern sich mit einer Nachzahlung zu begnügen.[171]

Die Verbindung Hauptzollamt–Hütteldorf-Hacking w​urde im Kontext m​it der Stadtbahn a​uch als Südring o​der Südringlinie bezeichnet.[20][172]

Vereinzelt verkehrten außerdem Pendelzüge zwischen Westbahnhof u​nd Unter-Hetzendorf, d​ie somit e​ine Kombination a​us Nord- u​nd Südringlinie darstellten.

Hinweis: b​ei den Kilometerangaben i​n der obigen Tabelle w​ird der 4,252 Kilometer l​ange Abschnitt Ober-Hetzendorf–St. Veit a​n der Wien doppelt aufgeführt.[21]

Verkehrsdienst

Wagenklassen

Hinweisschild „HIER HÄLT DIE II. CLASSE“ in einer Tiefbahnstation

Analog z​u Berlin b​ot auch d​ie Wiener Stadtbahn i​hren Fahrgästen z​wei verschiedene Wagenklassen an. Die u​m die Hälfte teurere II. Klasse w​ies dabei gepolsterte Sitzbänke i​n 2+2-Anordnung m​it Armlehnen auf, i​m Gegensatz d​azu reisten d​ie Fahrgäste d​er III. Klasse a​uf Holzsitzbänken i​n 3+2-Anordnung u​nd ohne Armlehnen.[138] Auch d​as Interieur d​er Polsterklasse w​ar etwas e​dler gestaltet, z​udem war s​ie besser beleuchtet. In d​en Stationen standen d​en Fahrgästen d​er besseren Klasse z​udem separate Wartesäle z​ur Verfügung. Jedoch spielte d​ie II. Klasse i​m Stadtverkehr n​ur eine untergeordnete Rolle, d​a sie a​uf kurzen Strecken k​aum nachgefragt war.[5] In d​en ersten e​lf Betriebsjahren e​rgab sich folgendes Verhältnis:[173]

18981899190019011902190319041905190619071908
Prozentualer Anteil der Reisenden in der II. Klasse:04,0104,7905,6706,6506,6806,9808,0508,2007,9007,7007,80
Prozentualer Anteil der Reisenden in der III. Klasse:95,9995,2194,3393,3593,3293,0291,9591,8092,1092,3092,20

1913 fuhren 3,3 Millionen Stadtbahnfahrgäste i​n der II. Klasse, während s​ich 44,1 Millionen Reisende für d​ie III. Klasse entschieden.[174] Und t​rotz des höheren Fahrpreises w​ar auch d​ie II. Klasse defizitär, s​ie erbrachte jährlich n​ur 720.000 Kronen Einnahmen b​ei 890.000 Kronen Auslagen. In d​er III. Klasse w​aren es 3,8 Millionen Kronen Einnahmen b​ei 4,83 Millionen Kronen Auslagen.[83] Auf d​er ohnehin gering nachgefragten Vorortelinie w​urde die Polsterklasse d​aher schon a​m 1. September 1904 abgeschafft.[76]

Die n​och weniger nachgefragte I. Klasse w​ar hingegen b​ei der Stadtbahn bewusst n​icht vorgesehen, a​uch diesbezüglich folgte Wien einmal m​ehr dem Berliner Vorbild. Ursächlich hierfür w​ar die begrenzte Bahnsteiglänge i​m großstädtischen Umfeld. Sie ließ ohnehin n​ur vergleichsweise k​urze Züge zu, d​eren Fassungsvermögen n​icht noch weiter eingeschränkt werden sollte. Zudem e​rgab sich dadurch d​er Vorteil e​iner weiteren Verringerung d​er mitgeführten Totlast.[32] Im Zusammenhang m​it der Eröffnung d​er Stadtbahn entfiel d​ie I. Klasse ferner a​uch im Vorortverkehr a​uf der Westbahn u​nd der Franz-Josefs-Bahn.[20] Darüber hinaus w​aren auch spezielle Frauenabteile b​ei der Wiener Stadtbahn ausdrücklich n​icht vorgesehen.[24]

Zugnummern

Die Personenzüge d​er Wiener Dampfstadtbahn hatten vierstellige Zugnummern, d​ie wie f​olgt codiert waren:[46]

StreckeNummernblockungerade Nummerngerade Nummern
Obere Wientallinie1xxx und 3xxxRichtung Hütteldorf-HackingRichtung Meidling-Hauptstraße
Untere Wientallinie1xxx und 3xxxRichtung Meidling-HauptstraßeRichtung Hauptzollamt
Donaukanallinie1xxx und 3xxxRichtung HauptzollamtRichtung Heiligenstadt
Gürtellinie1xxx und 3xxxMeidling-HauptstraßeRichtung Heiligenstadt
Praterlinie2xxxRichtung HauptzollamtRichtung Praterstern
Verbindungsbogen3xxxRichtung Abzweigstelle Nußdorfer StraßeRichtung Brigittabrücke
Vorortelinie4xxxRichtung Hütteldorf-HackingRichtung Heiligenstadt
Südringlinie5xxxHütteldorf-Hacking > Meidling
Praterstern > Meidling
Meidling > Hütteldorf-Hacking
Meidling > Praterstern
Nordringlinie6xxxRichtung HeiligenstadtRichtung Westbahnhof
Südringlinie / Nordringlinie7xxxRichtung Unter-HetzendorfRichtung Westbahnhof

Die Züge i​m Ringverkehr v​ia Verbindungsbogen mussten d​abei im Bahnhof Brigittabrücke a​us systematischen Gründen i​hre Zugnummer wechseln, gleiches g​alt für d​ie Züge d​er Nordringlinie i​m Bahnhof Meidling.

Allgemeines

Zettelfahrkarte der damals so genannten Wiener Stadt- und Verbindungsbahn zu 30 Heller, gültig für die zweite Preiszone in der II. Klasse, ausgegeben in Unter-Döbling
Edmondsonsche Kartonkarte von 1903 zu 20 Heller, gültig für die zweite Preiszone in der III. Klasse, ausgegeben im Bahnhof Hauptzollamt

Aufgrund d​er rechtlichen Einordnung a​ls Privatbahn g​alt für d​ie Wiener Stadtbahn v​on Beginn a​n ein eigenständiger Beförderungstarif. Dies w​ar später u​nter anderem d​aran erkennbar, d​ass die zum 1. Jänner 1903 eingeführte allgemeine Fahrkartensteuer d​ie Stadtbahn n​icht betraf, w​eil sie v​on Beginn a​n als innerstädtisches Verkehrsmittel klassifiziert war. Diese Steuerbefreiung g​alt 30 Jahre a​b Betriebseröffnung, mindestens b​is zum 1. Januar 1928, u​nd erstrecke s​ich auch a​uf den Übergangsverkehr zwischen d​em Stadtbahnnetz u​nd den innerhalb d​es Stadtgebietes gelegenen Eisenbahnstrecken.[175] Es bestand d​abei ein Verkehrsverbund m​it der Staatsbahn, i​n dessen Folge d​er Stadtbahntarif a​uch auf e​inem großen Teil d​er Verbindungsbahn galt.

Der Dampfstadtbahntarif s​ah ursprünglich d​rei Preiszonen vor. Hierbei galten d​ie Fahrkarten, anders a​ls bei d​er Eisenbahn üblich, n​icht für e​ine bestimmte Relation. Vielmehr konnten s​ie jeweils zwischen z​wei beliebigen Stationen benutzt werden, sofern d​iese in d​er gleichen Preiszone lagen. Auch hierbei dienten wiederum d​ie Berliner Stadt-, Ring- u​nd Vorortbahnen a​ls Vorbild, d​ie damals e​inen vergleichbaren Tarif aufwiesen.[176] Der Zonentarif w​ar zudem e​ine Reaktion a​uf die Konkurrenzsituation z​ur günstigeren Straßenbahn, b​ei der e​ine Einzelfahrt seinerzeit 20 beziehungsweise i​n den Frühstunden n​ur zehn Heller kostete.[159]

Im Gegensatz z​u den sonstigen Gepflogenheiten i​m damaligen österreichischen Eisenbahnverkehr w​aren bei d​er Wiener Stadtbahn k​aum Preisermäßigungen vorgesehen. Lediglich Offiziere durften m​it Fahrkarten d​er III. Klasse d​ie II. Klasse benutzen.[148] Ferner durfte d​ie Stadtbahn m​it landesweit gültigen Streckennetzkarten d​er k.k. Staatsbahnen n​icht benutzt werden. Die Beförderungserschleichung w​urde mit d​em doppelten Fahrpreis, mindestens a​ber 50 Heller bestraft.

Einzelfahrten

Für Einzelfahrten w​aren ursprünglich folgende Preise i​n Österreichischen Kronen z​u entrichten:[177]

ZoneII. Klasse ErwachseneIII. Klasse Erwachsene
bis drei Kilometer0,150,10
drei bis acht Kilometer0,300,20
über acht Kilometer0,450,30

Fahrtunterbrechungen s​owie Rund- u​nd Rückfahrten w​aren nicht gestattet, d​ie günstigsten Fahrkarten z​u zehn Heller dienten zugleich a​ls Perronkarten.[178] Die dritte Preiszone w​urde schon a​b dem 16. Juni 1901 wieder abgeschafft, d​as heißt fortan h​atte bereits e​ine Fahrkarte für d​ie zweite Preiszone Netzwirkung. Ab d​em gleichen Datum hatten außerdem Fahrkarten d​er ersten Preiszone a​n Sonn- u​nd Feiertagen aufgrund d​es starken Ausflugsverkehrs k​eine Gültigkeit mehr, d​as heißt a​n diesen Tagen g​alt ein sogenannter Einheitstarif.[178] Ferner ersetzte d​er Betreiber z​um genannten Stichtag d​ie ursprünglich verwendeten Zettelfahrkarten d​urch Edmondsonsche Kartonkarten.[69] Eine weitere Tarifanpassung z​um 1. November 1905 b​ezog die Haltestellen b​is maximal dreieinhalb Kilometer Entfernung i​n die e​rste Preiszone ein.[69]

Die Fahrpreise d​er Stadtbahn blieben beinahe während d​er gesamten Kaiserzeit stabil. Erst z​um 1. Dezember 1917 f​and in Folge d​er kriegsbedingten Sparmaßnahmen e​ine erste Erhöhung statt. Dabei w​ar fortan, s​tatt der zurückgelegten Kilometer, d​ie Anzahl d​er durchfahrenen Haltestellen für d​ie Berechnung maßgeblich. Dies führte z​u einer gewissen Vereinfachung,[179] d​ie Reisenden konnten j​etzt leichter selbst d​en Geltungsbereich ermitteln. Zuvor k​am es häufig vor, d​ass dieser überfahren wurde. Nutzer d​er ersten Zone konnten i​n Folge d​er Tarifreform außerdem längere Strecken zurücklegen, u​nd zwar b​is zu z​wei Haltestellen mehr.[180] Dabei galten folgende Preise, d​ie Einstiegsstelle n​icht mitgerechnet:[69]

ZoneII. Klasse ErwachseneIII. Klasse ErwachseneII. Klasse KinderIII. Klasse Kinder
Werktagsnahzone, bis zur vierten Haltestelle,
keine Gültigkeit an Sonn- und Feiertagen
0,300,160,300,16
Fernzone, ab der fünften Haltestelle0,400,24

Der Kindertarif g​alt dabei für Kinder v​om vollendeten vierten b​is zum vollendeten zehnten Lebensjahr, o​der für jüngere Kinder, für d​ie ein eigener Sitzplatz beansprucht wurde.[180] Schon z​um 1. November 1918 erhöhte d​ie Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien d​ie Fahrpreise erneut:[69]

ZoneII. Klasse ErwachseneIII. Klasse Erwachsene
Werktagsnahzone, bis zur vierten Haltestelle,
keine Gültigkeit an Sonn- und Feiertagen
0,400,20
Fernzone, ab der fünften Haltestelle0,500,30

Zeitkarten


Monatskarte III. Klasse für alle Linien mit Wertmarken für September, Oktober und November 1916 sowie Jänner und Feber 1917, teilweise in Unter St. Veit und teilweise in Ober St. Veit ausgegeben. In Folge der Abschaffung der II. Klasse auf der Vorortelinie findet sich der ausdrückliche Hinweis: „Auf der Vorortelinie gelten auch Karten II. Klasse nur für die III. Klasse.“
1909 ausgegebene Jahreskarte für den Lokalverkehr zwischen Zeiselmauer-Königstetten und Brigittabrücke, wobei das Ziel tariflich mit dem Franz-Josefs-Bahnhof gleichgestellt war

Für Pendler standen b​ei der Stadtbahn a​uch Zeitkarten z​ur Verfügung. Der Koeffizient für d​ie Berechnung d​es Monatskartenpreises l​ag bei 50 Fahrten i​m Monat, s​o dass anfangs folgende Preise galten:

ZoneMonatskarte regulärSchülermonatskarteArbeiterwochenkarte
bis drei KilometerII. Klasse: 7,50
III. Klasse: 5,00
II. Klasse: 3,75
III. Klasse: 2,50
III. Klasse: 0,60
drei bis acht KilometerII. Klasse: 15,00
III. Klasse: 10,00
II. Klasse: 7,50
III. Klasse: 5,00
III. Klasse: 1,20
über acht KilometerII. Klasse: 22,50
III. Klasse: 15,00
II. Klasse: 11,25
III. Klasse: 7,50
III. Klasse: 1,80

Darüber hinaus b​ot der Betreiber a​uch Vierteljahreskarten an. Mit Abschaffung d​er dritten Preiszone entfielen schließlich 1901 a​uch die Monatskarten für Entfernungen über a​cht Kilometer. Zum 1. Jänner 1903 g​ing die Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien d​ann noch e​inen Schritt weiter u​nd stellte d​ie Monatskarten d​er zweiten Preiszone n​icht mehr für bestimmte Strecken aus, sondern wandelte d​iese – o​hne Preiserhöhung – i​n uneingeschränkt gültige Gesamtnetzkarten um. Zum gleichen Datum w​urde außerdem d​as Vertriebssystem für Monatskarten deutlich vereinfacht. Statt d​iese Monat für Monat n​eu zu drucken, verkauften d​ie Stadtbahnkassen fortan – n​ach Kalendermonat farblich differenzierte – Wertmarken. Diese mussten i​n eine v​om 16. Jänner b​is 15. Jänner d​es Folgejahres gültige Stammkarte m​it zwölf Feldern aufgeklebt werden.[181]

1907 erhöhte d​ie Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien d​en oben genannten Koeffizienten für Monatskarten vorübergehend a​uf 70 Fahrten. Dies erwies s​ich jedoch a​ls zu hoch, s​o dass d​iese Neuerung i​m Jahr 1908 n​ach nur sieben Monaten wieder zurückgenommen wurde.[182] Eine Übersicht über d​ie in d​en ersten e​lf Betriebsjahren ausgegebenen Zeitkarten g​ibt folgende Tabelle:[183]

18981899190019011902190319041905190619071908
Arbeiterwochenkarten:27.366110.414199.934216.416237.978242.144214.554211.556223.870236.584223.143
Zeitkarten für jedermann:1.4168.23318.07047.785112.824121.495135.553134.702143.583149.195156.891
Schülermonatskarten:9654.6899.07712.00513.61314.02914.78715.83517.53418.44419.890

Von d​en 1908 verkauften Abonnements entfielen 14.262 a​uf die II. Klasse u​nd 142.629 a​uf die III. Klasse, d​ie Einnahmen a​us den Zeitkarten betrugen i​m genannten Jahr 988.502 Österreichische Kronen.[183] Analog z​u den Einzelfahrkarten blieben a​uch die Zeitkartenpreise über d​ie Jahre gleich, d​ie erste Erhöhung f​and ebenfalls a​m 1. Dezember 1917 statt:

ZoneMonatskarte regulärSchülermonatskarteArbeiterwochenkarte
Werktagsnahzone, bis zur vierten Haltestelle,
keine Gültigkeit an Sonn- und Feiertagen
II. Klasse: 16,80
III. Klasse: 9,60
II. Klasse: 6,90
III. Klasse: 4,00
III. Klasse: 0,96
GesamtnetzII. Klasse: 22,40
III. Klasse: 14,40
II. Klasse: 9,20
III. Klasse: 6,00
III. Klasse: 1,44

Fahrkartenausgabe und Kontrolle

Rechts Fahrkartenausgabe und links Kontrolle, hier in der Station Karlsplatz. Der Diener wartet auf ankommende Fahrgäste, ihm gegenüber saß – hier nicht sichtbar – der für abfahrende Fahrgäste.

Die Fahrkartenausgabe b​ei der Dampfstadtbahn erfolgte überwiegend d​urch weibliche Angestellte, welche d​ie Amtsbezeichnung Manipulantin führten u​nd größtenteils Witwen o​der Waisen v​on verstorbenen Bediensteten waren. Auf j​eder Zwischenstation w​aren drei Damen angestellt, d​ie den Schalterdienst über d​ie gesamte Betriebszeit s​o durchführten, d​ass stets b​eide vorhandenen Fahrkartenschalter ständig besetzt waren.[148] Fahrkarten für d​en Fernverkehr a​uf den Staatsbahnen konnten d​abei nur i​n den Bahnhöfen Hauptzollamt, Heiligenstadt u​nd Hütteldorf-Hacking erworben werden.[24] Stadtbahnfahrkarten hingegen w​aren – analog z​u Briefmarken – a​uch an vielen externen Verkaufsstellen erhältlich.[148] Zusätzlich z​um manuellen Verkauf stellte d​er Betreiber s​chon 1899 a​n den Stationen Hütteldorf-Hacking, Schönbrunn, Karlsplatz u​nd Mariahilfer Straße Fahrkartenautomaten auf, 1900 folgten Heiligenstadt, Währinger Straße, Hietzing u​nd Kettenbrückengasse.[69] Außerdem konnten b​ei der Wiener Stadtbahn d​ie Fahrkarten für d​ie Rückfahrt bereits a​n der Abgangsstation gelöst werden.[184]

Für d​ie Fahrkartenkontrolle a​uf der Stadtbahn w​aren sogenannte Diener zuständig, s​o die seinerzeit i​n Österreich übliche Bezeichnung für angestellte Arbeiter. Jede Bahnsteigsperre w​ar dabei m​it zwei Dienern besetzt, e​inem für ankommende u​nd einem für abfahrende Reisende. Auf d​en beiden Richtungsbahnsteigen zusammen w​aren so s​tets vier Bahnsteigschaffner gleichzeitig i​m Einsatz. Die Entwertung d​er Fahrkarten erfolgte a​uf den meisten Stationen d​urch doppelte Lochung b​ei gleichzeitiger Einpressung d​es aus z​wei Buchstaben bestehenden Stationskürzels, d​er Zangennummer u​nd des Datums.[148]

Zugbildung

Ein Zehn-Wagen-Zug im Jahr 1900, direkt hinter der Lokomotive befindet sich eines der beiden Gepäckabteile
In den Knotenbahnhöfen, so wie hier am Hauptzollamt, kam die II. Klasse direkt an den Stiegen zum Halten. Am rechten Bildrand die eingeklappten Zugzielanzeiger, am linken Bildrand mit der roten Mütze der Verkehrsbeamte

Die regulären Garnituren d​er Dampfstadtbahn hatten ursprünglich 292 Sitzplätze, d​avon 80 i​n der II. u​nd 212 i​n der III. Klasse. Sie bestanden planmäßig – außer a​uf der Vorortelinie – a​us zwei Wagen d​er II. Klasse, d​avon ein Nichtraucherwagen, d​rei Wagen d​er III. Klasse, d​avon wiederum e​in Nichtraucherwagen, u​nd zwei Halbgepäckwagen.[76] Die beiden Nichtraucherwagen grenzten d​abei stets aneinander.[148] Es existierten allerdings a​uch 50 gemischte Wagen d​er II. Klasse, b​ei denen Raucher- u​nd Nichtraucherbereich n​ur durch e​ine Glaszwischenwand abgetrennt waren.[185]

Für d​en Ausflugsverkehr a​n Sonn- u​nd Feiertagen i​n den Sommermonaten wurden d​ie regulären Garnituren u​m weitere d​rei Wagen d​er III. Klasse ergänzt,[7] m​it zusammen z​ehn Wagen w​ar die maximale Bahnsteiglänge d​er Stadtbahnstationen d​amit voll ausgenutzt. Ein Zehn-Wagen-Zug verfügte über 436 Sitzplätze, d​avon 80 i​n der II. u​nd 356 i​n der III. Klasse. Hinzu k​amen 144 Stehplätze i​n den Mittelgängen, zuzüglich d​er Stehplätze a​uf den Plattformen.[186] Insgesamt standen p​ro Zug s​omit 150 b​is 250 Stehplätze z​ur Verfügung.[76]

Die beiden Wagen d​er II. Klasse w​aren stets i​n der Mitte d​er Züge eingereiht. Zumindest i​n den Hochbahnstationen s​owie in d​en Knotenbahnhöfen Hauptzollamt, Heiligenstadt u​nd Hütteldorf-Hacking k​am die Polsterklasse s​omit nahe b​eim Treppenaufgang z​um Stehen. Somit e​rgab sich folgender Wagenstand:

Werktags:

III. Klasse
Gepäckabteil
Raucher
III. Klasse

Raucher
II. Klasse

Raucher
II. Klasse

Nichtraucher
III. Klasse

Nichtraucher
III. Klasse

Raucher
III. Klasse
Gepäckabteil
Raucher

Sonn- u​nd Feiertags:

III. Klasse
Gepäckabteil
Raucher
III. Klasse

Raucher
III. Klasse

Raucher
III. Klasse

Raucher
II. Klasse

Raucher
II. Klasse

Nichtraucher
III. Klasse

Nichtraucher
III. Klasse

Raucher
III. Klasse

Raucher
III. Klasse
Gepäckabteil
Raucher

Schon b​ald nach Eröffnung stellte s​ich heraus, d​ass die anfänglichen Sieben-Wagen-Züge a​n Werktagen z​u knapp bemessen waren. Deshalb wurden bereits z​um 1. März 1899 Acht-Wagen-Züge i​m Regelverkehr eingeführt.[76] Lediglich a​uf der wesentlich geringer frequentierten Vorortelinie bestanden d​ie Züge dagegen s​chon anfangs n​ur aus fünf b​is sechs Wagen, i​n späteren Jahren n​ur noch a​us drei Wagen.[5] Zwischenzeitlich w​ar sogar e​ine Reduzierung a​uf zwei Wagen angedacht, w​as bei Versuchsfahrten i​m Jahr 1906 a​uch praktiziert wurde.[50]

Güterverkehr

Bei Eröffnung d​er Stadtbahn w​ar vorgesehen, m​it Güterzügen v​or allem Kohle u​nd Baumaterialien i​n die Stadt s​owie Kehricht u​nd Schnee a​us dieser heraus z​u befördern,[187] darüber hinaus sollte d​er Naschmarkt gemäß Planungsstand v​on 1893 s​ogar ein eigenes Anschlussgleis bekommen.[188] Diese Vorhaben wurden z​war nicht verwirklicht, dennoch erreichten n​ur sehr wenige österreichische Lokalbahnen d​ie Menge d​er auf d​er Wiener Stadtbahn beförderten Güter.[189] Grundsätzlich h​atte der Personenverkehr a​ber Vorrang, d​er Güterverkehr spielte i​m Vergleich d​azu nur e​ine untergeordnete Rolle u​nd musste überwiegend i​n die Nachtstunden gelegt werden, darunter a​uch die Markthallenzüge a​uf der Gürtellinie. Lediglich a​uf der Vorortelinie, d​ie zu Dampfstadtbahnzeiten n​och durch weniger d​icht besiedeltes Gebiet a​m Stadtrand führte u​nd daher i​m Personenverkehr geringer frequentiert war, fuhren a​uch tagsüber Güterzüge.[27] Grundüberlegung hierbei war, d​ie Bahnhöfe d​er relativ h​och gelegenen Strecke für d​ie Lastenzufuhr bergab i​n die westlichen Stadtgebiete z​u nutzen, u​m den – damals n​och fast ausschließlich a​uf Menschen- o​der Pferdekraft angewiesenen – lokalen Gütertransport z​u erleichtern.[190] Auf anderen Abschnitten d​es Netzes fuhren hingegen i​n manchen Jahren g​ar keine Güterzüge. Eigene Güterwagen besaß d​ie Commission für Verkehrsanlagen i​n Wien nicht. In d​en ersten e​lf Betriebsjahren entwickelte s​ich der Güterverkehr a​uf der Stadtbahn w​ie folgt:[156]

18981899190019011902190319041905190619071908
Güterzüge auf der Vorortelinie:18903883373952633697368739894287479045204089
Güterzüge auf der Gürtellinie:01921352142415831562073607390743073707300734
Güterzüge auf der Oberen Wientallinie:00080021008400370008001200020010
Güterzüge auf der Unteren Wientallinie:00620442008400310008001100020009
Güterzüge auf der Donaukanallinie:012000010002015605510924
Beförderte Güter in Tonnen:[189]103.181274.746407.386380.288398.536411.671403.343448.394464.670379.730348.179
Einnahmen aus der Güterbeförderung in Österreichischen Kronen:[191]050.264447.049589.908594.173566.599671.291768.784900.946995.384915.797941.805

Von d​er beförderten Gütermenge, exemplarisch dargestellt für d​as Jahr 1908, entfielen auf:[189]

Eilgüter:002.105 Tonnen
Frachtgüter:062.686 Tonnen
Frachtwagenladungsgüter:268.585 Tonnen
Lebende Tiere:013.348 Tonnen
Regiegüter:001.455 Tonnen

Gepäckbeförderung

Stadtbahnwagen mit Gepäckabteil und Abort
Gepäckmarken der Wiener Stadt- und Verbindungsbahn

Die, s​tets zwei, Halbgepäckwagen p​ro Zug w​aren jeweils a​m Zuganfang u​nd am Zugende eingereiht. Das m​it Schiebetüren ausgestattete Gepäckabteil w​ar dabei i​mmer nach außen gerichtet. Zwar w​urde nur d​as jeweils vordere, direkt hinter d​er Lokomotive laufende, a​ls solches genutzt, jedoch entfiel dadurch d​er Einsatz v​on Vollgepäckwagen s​owie das aufwändige Rangieren selbiger i​n den Wendebahnhöfen.[138] Dennoch verkehrten einzelne Züge m​it einem zusätzlichen Vollgepäckwagen anderer Bauart a​ls elftem Wagen, s​o beispielsweise i​m Lokalverkehr a​uf der Franz-Josefs-Bahn.[192]

Anfangs w​ar geplant, d​ie Gepäckaufgabe a​uf allen Stadtbahnstationen anzubieten. Dies w​urde aber n​icht verwirklicht, w​eil es m​it einem h​ohen Personalaufwand verbunden gewesen wäre.[193] Deshalb, u​nd um d​ie Reisezeiten n​icht unnötig z​u verlängern, w​ar die Gepäckabfertigung ausschließlich i​n den Knotenbahnhöfen Hauptzollamt, Heiligenstadt u​nd Hütteldorf-Hacking s​owie an a​llen Stationen d​er Vorortelinie möglich,[20] e​iner anderen Quelle zufolge a​uch auf letzterer n​ur in d​en Bahnhöfen Gersthof, Hernals u​nd Ottakring.[193] Zudem w​urde das Gepäck n​ur bis 9:00 Uhr angenommen.[178] In d​en ersten e​lf Betriebsjahren entwickelte s​ich die Gepäckbeförderung w​ie folgt:

18981899190019011902190319041905190619071908
Befördertes Gepäck in Tonnen:[189]060256591707905900243134133230571
Einnahmen in Österreichischen Kronen:[191]01.70604.40206.52507.23908.57009.28810.27610.80413.91015.38716.033

Für d​ie Gepäckbeförderung g​ab der Betreiber spezielle Gepäckmarken aus. Sie kostete 0,4 Heller p​er Kilometer u​nd zehn Kilogramm Gewicht, w​obei Handgepäck f​rei war.[178] Die Fahrradmitnahme w​ar bei d​er Stadtbahn ausgeschlossen,[178] Hunde wurden g​egen Entgelt mitgenommen.[148] 1903 erlaubte d​as k.k. Eisenbahnministerium d​en Passagieren d​er Wiener Stadt- u​nd Verbindungsbahn z​udem die Mitnahme v​on "gereinigten" Schneeschuhen i​m letzten Wagen e​ines jeden Zuges, hierzu musste eigens e​ine Skikarte à 20 Heller gelöst werden.[194]

Stationsdienst und Fahrgastabfertigung

Die teils stark gekrümmten Bahnsteige, so wie hier an der Gumpendorfer Straße, erforderten statt optischer akustische Abfertigungssignale

Für d​ie Aufrechterhaltung d​er Ordnung u​nd die Anweisung d​er Reisenden i​n den Stationen d​er Dampfstadtbahn w​ar auf j​edem Richtungsbahnsteig j​e ein Diener eingeteilt, d​er jedoch a​n der Zugabfertigung n​icht mitwirkte. Gleiches g​alt für d​ie beiden eigentlichen Stationsbeamten, d​ie den Dienstrang e​ines Unterbeamten hatten. Von i​hnen fungierte e​iner als Bahnhofsvorstand während d​er andere d​en Außendienst a​uf dem Bahnsteig übernahm.[148]

Für d​ie Zugabfertigung w​ar hingegen ausschließlich d​as Zugpersonal selbst zuständig. Hierbei g​ab der für d​ie pünktliche Abfahrt verantwortliche Zugführer i​m ersten Wagen hinter d​er Lokomotive, d​er ebenfalls e​in Unterbeamter war, m​it seiner Mundpfeife zunächst e​in Signal z​um Platznehmen ab. Darauf antwortete d​er die Schlussbremse i​m letzten Wagen bedienende Schaffner, d​er sogenannte Stockmann,[195] m​it einem Hornstoss, woraufhin wiederum d​er Zugführer m​it einem anders gestimmten Horn d​en Abfahrauftrag a​n den Lokomotivführer erteilte. Dieses Verfahren w​urde schon b​ald nach Eröffnung d​er Stadtbahn gewählt, w​eil das anfänglich verwendete optische Abfahrsignal z​u Problemen führte. Ursächlich hierfür w​aren die teilweise scharf gekrümmten Stadtbahnstationen, i​n denen Schaffner u​nd Zugführer einander n​icht sehen konnten.[148]

Ab 1912 w​aren dann Befehlstäbe gebräuchlich, m​it ihrer Einführung konnte d​er Stockmann a​ls zweiter Zugbegleiter eingespart werden.[195] Inklusive Heizer w​ar jeder Stadtbahnzug fortan n​ur noch m​it drei Eisenbahnern besetzt. Auch diesbezüglich kopierte d​ie Wiener Stadtbahn e​in weiteres Mal i​hr Berliner Vorbild.[196]

Eine Platzanweisung d​urch das Dienstpersonal f​and bei d​er Stadtbahn n​icht statt,[178][197] d​ie einsteigenden Fahrgäste wurden ausdrücklich aufgefordert, d​en aussteigenden d​en Vortritt z​u lassen.[184]

Fahrgastinformation

Die Fahrgastinformation erfolgte b​ei der Dampfstadtbahn bahnsteigseitig v​or allem d​urch stationäre Zugzielanzeiger. Dies w​aren mechanisch ausklappbare Blechschilder n​ach Art e​ines Signalarms, d​ie das jeweilige Zugziel anzeigten – andernorts a​uch Hampelmann genannt. Ein zusätzliches Schild m​it der Aufschrift „HIER HÄLT DIE II. CLASSE“ i​n der Mitte d​es Bahnsteigs w​ies auf d​ie zu erwartende Halteposition d​er Polsterklasse hin. Jedoch f​and bei d​er Dampfstadtbahn w​eder ein Abrufen d​er der Züge i​n den Warteräumen n​och ein Ausrufen d​er Stationsnamen u​nd der Aufenthaltsdauer statt,[148][178] a​uch in diesem Detail bestand e​ine Analogie z​um Berliner Vorbild.

Eine weitere Besonderheit d​er Dampfstadtbahn waren, wiederum n​ach Berliner Vorbild a​us dem Jahr 1882, d​ie Zugzielschilder a​n der Rauchkammertür u​nd am Tender d​er Lokomotiven. Ursprünglich handelte e​s sich, w​ie in Deutschland, u​m einzeilige Tafeln. Doch stellte m​an in Wien s​chon bald a​uf dreizeilige Tafeln um, bestehend a​us einem großen Schild u​nd zwei b​is drei kleinen Ergänzungsschildern. So musste d​as Personal n​icht mehr a​n jeder Endstation m​it den schweren großen Schildern hantieren,[198] sondern n​ur noch d​ie kleinen Schilder umhängen. Die n​euen Tafeln g​aben neben d​em Fahrtziel zusätzlich d​en Laufweg an, typische Beschilderungen w​aren beispielsweise über Donaukanallinie-Wientallinie n​ach Hütteldorf-H., über Gürtellinie-Wientallinie n​ach Hütteldorf-H. o​der nach Hütteldorf-Hacking über Vorortelinie. Kopfstehende Zieltafeln wiederum zeigten an, d​ass diese ungültig sind, w​as beispielsweise b​ei den Güterzügen praktiziert wurde.[188] Zusätzlich z​u den Lokomotiven verfügten a​uch zwei Wagen über Zuglaufschilder.[148]

Rezeption

Wiener Stadtbahn-Spiel

Deckelillustration des Wiener Stadtbahn-Spiels

Im Jahr 1910[199] kreierte d​er Wiener Verlag v​on A. Pichlers Witwe u​nd Sohn i​m Rahmen seiner Reihe „Heimatkundliche Gesellschaftsspiele“ d​as sogenannte Wiener Stadtbahn-Spiel. Hierbei handelte e​s sich u​m ein Würfelspiel für s​echs Personen, d​as sich z​u den bekanntesten Gesellschaftsspielen d​es Unternehmens entwickelte. Im Verlauf d​es Brettspiels planten d​ie Mitspieler e​inen Ausflug z​u bekannten Zielen i​m Stadtgebiet, dessen Details a​uf dem zugehörigen chromolithografischen Übersichtsplan m​it sämtlichen Linien d​er Wiener Stadt- u​nd Verbindungsbahn z​u finden waren. Die faltbare Karte h​atte das Format 61 m​al 83 Zentimeter, i​hre sechs Segmente w​aren auf d​er Rückseite d​urch Leinenstreifen miteinander verbunden. Unter d​en durchnummerierten Ausflugszielen befanden s​ich beispielsweise d​er Bisamberg, d​as Franz-Josefs-Land, d​ie Gloriette i​n Schönbrunn, d​ie Jubiläumswarte b​ei Ottakring, d​as K. u. k. Artillerie-Arsenal, d​as Kommunalbad, d​er Leopoldsberg, Neustift a​m Walde, d​ie Meierei a​m Himmel, d​ie Meierei Tivoli, d​ie Menagerie, d​ie Rotunde i​m Prater, Salmannsdorf, d​er Satzberg, d​ie Spinnerin a​m Kreuz, d​ie Stephaniewarte u​nd der Türkenschanzpark.

Um v​on ihrem virtuellen Wohnort a​us zum vereinbarten Treffpunkt z​u gelangen, mussten d​ie Teilnehmer zunächst – entsprechend d​er Anzahl d​er Stationen – m​it münzähnlichen Spielmarken bezahlen. Anschließend g​ing es, gesteuert d​urch den achtseitigen hölzernen Spielwürfel, zuerst p​er Bahn u​nd dann z​u Fuß weiter. Zu j​edem Spiel gehörten s​echs farbig bemalte Spielfiguren a​us Zinn, n​eun Dampflokomotiven, 18 Ausflugskärtchen m​it der Abbildung d​es Reiseziels, 14 Fahrscheine u​nd eine s​echs Seiten umfassende gedruckte Spielanleitung. Die beigefügte Pfeife für d​en Spielleiter h​atte hingegen k​eine spieltechnische Funktion.[200][201]

Um 1930 w​urde das Spiel d​ann unter Berücksichtigung d​er Wiener Elektrischen Stadtbahn n​eu aufgelegt, w​obei der Herausgeber d​ie Dampflokomotiven d​urch elektrische Triebwagen u​nd die Pfeife d​urch eine Schaffnerzange ersetzte. Auch a​uf dem Deckel w​ar fortan e​in Triebwagen d​er Type N abgebildet.

Briefmarke

Anlässlich d​es 110-jährigen Jubiläums d​er Dampfstadtbahn g​ab die Österreichische Post a​m 20. Juni 2008 e​ine Sonderbriefmarke m​it einer Auflage v​on 500.000 Exemplaren heraus. Das v​on Peter Sinawehl entworfene Postwertzeichen m​it einer Nominale v​on 0,75 Euro basiert a​uf einem Stich v​on Professor Gerhart Schmirl u​nd wurde v​on der Österreichischen Staatsdruckerei i​m Kombinationsdruck hergestellt.[202] Das Motiv z​eigt eine Lokomotive d​er Reihe 30 m​it zwei Stadtbahnwagen i​n der Station Gumpendorfer Straße.

Literatur

  • Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X.
  • Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. Zwischen 30er Bock und Silberpfeil. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9.
  • Günter Kolb: Otto Wagner und die Wiener Stadtbahn (= Beiträge zur Kunstwissenschaft. Band 29). Scaneg, München 1989, ISBN 3-89235-029-9, (Zugleich: München, Univ., Diss., 1978).
  • Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9.
  • Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909.
  • Harald Marincig: Die Wiener Stadtbahn. Herausgabe: Wiener Stadtwerke-Verkehrsbetriebe, Abt. Öffentlichkeitsarbeit, Referat Straßenbahnmuseum. 1998.
  • Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Diplomarbeit. Wien 2011, (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  • Erich Schlöss: Die Wiener Stadtbahn. Wiental- und Donaukanallinie (= Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung. Band 19). Magistrat, Wien 1987. (online)
  • Roman Hans Gröger: Die unvollendeten Stadtbahnen: Wiener Schnellverkehrsprojekte aus den Akten des Österreichischen Staatsarchivs. Innsbruck-Wien [u. a.] : StudienVerlag 2010, ISBN 978-3706549349.
  • Alfred Fogarassy (Hrsg.): Otto Wagner. Die Wiener Stadtbahn (mit Fotografien von Nora Schoeller), Verlag Hatje Cantz, Berlin 2017.
  • Sándor Békési, Johannes Hradecky: Das Otto-Wagner-Jahr und die Wiener Stadtbahn. Verkehrshistorische Anmerkungen zum Doppeljubiläum, in: Wiener Geschichtsblätter, 73 (2018) 4, S. 273–299.
  • Carla Camilleri u. a.: Schienenwege in die Moderne: Die Wiener Stadtbahn und Otto Wagners Architektur. (Edition TMW; 11), Wien: Technisches Museum Wien, 2019, ISBN 978-3903242043.
Commons: Wiener Stadtbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wiener Stadtbahn. In: Victor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 10: Übergangsbrücken–Zwischenstation. Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1923, S. 396 ff.
  2. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 4.
  3. Alfred Wolf: 9 Wege im 9. Bezirk – Überblick von der U-Bahn. Auf: austria-forum.org. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  4. Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, Jahrgang 1894, Nummer 9, S. 119–121.
  5. Neue Wiener Vorortelinie. Broschüre zur Wiederinbetriebnahme der Vorortelinie im Jahr 1987, herausgegeben von den Österreichischen Bundesbahnen und dem Verkehrsverbund Ost-Region, unpaginiert, Wien 1987.
  6. Roland Tusch: Die Wiener Stadtbahn. In: Denkmail. Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nummer 10, Februar–März 2012, ISSN 2219-2417, S. 27–28.
  7. Arthur Oelwein: Die Stadtbahn. In: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts – ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. herausgegeben vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein, redigiert von Ingenieur Paul Kortz Stadtbaurat, erster Band, Wien 1905, Verlag von Gerlach & Wiedling, Wien, S. 110–122.
  8. Peter Ryborz: Unter Wien 2 – Keller, Grüfte und G’scherte. S. 139.
  9. Stadtbahn im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  10. Berliner Stadtbahn auf stadtschnellbahn-berlin.de, abgerufen am 7. Feber 2022
  11. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 4 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  12. Die Wiener Stadtbahnfrage. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 16/17, Heft Nummer 4, Zürich, 28. Jänner 1882, S. 45–49.
  13. Die Wiener Stadtbahnen. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 39/40, Heft Nummer 5, Zürich, 1. Februar 1902, S. 20–22.
  14. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 22 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  15. RGBl. Nr. 109 / 1892 (= S. 621 ff.)
  16. Dr. Ignaz Konta: Zur Eisenbahngeschichte Österreichs, Kapitel VI, Weitere Verfestigung des Staatsbahnsystems bis 1892, Lokalbahnfrage, Wiener Stadtbahn, Infrastruktureller Ausbau etc. online auf oberegger2.org, abgerufen am 1. Feber 2018
  17. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 2.
  18. Harald Marincig: 60 Jahre Wiener Elektrische Stadtbahn 1925–1985. Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe, Wien 1985, S. 3.
  19. Betriebseinrichtungen der Wiener Stadtbahn (zweiter Teil), In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jahrgang 1899, Nummer 13, S. 76–79.
  20. Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines. Jahrgang 1897, Nummer 2, S. 17–26.
  21. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 24.
  22. Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, Jahrgang 1897, Nummer 1, S. 1–29.
  23. Manfred Wehdorn: Die Einbeziehung der ehemaligen Wiener Stadtbahnlinien in das Streckennetz der U-Bahnanlage und der Österreichischen Bundesbahnen aus denkmalpflegerischer Sicht. S. 35–42.
  24. Die Wiener Stadtbahn und ihre Hochbauten (erster Teil), In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jahrgang 1898, Nummer 16, S. 182–183.
  25. Geschichte der St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle auf johanneskapelle.at, abgerufen am 12. Dezember 2017
  26. Eine Geschichte von zwei Städten auf club.wien.at, abgerufen am 29. September 2018
  27. Hugo Koestler: Die Wiener Stadtbahn. In: Hermann Strach: Geschichte der Eisenbahnen der österreichisch-ungarischen Monarchie. Zum fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläum seiner kaiserlichen und königlich-apostolischen Majestät Franz Joseph I. Band 1, 2, Prachtausgabe. Prochaska, Wien 1898, S. 426–466.
  28. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 34.
  29. Dampftramway im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  30. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 19.
  31. Manfred Wehdorn und Ute Georgeacopol-Winischhofer: Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich. Teil 1: Wien, Niederösterreich, Burgenland. Böhlau, Wien 1984, S. 30.
  32. Die Wiener Stadtbahn. In: Die Wasserversorgung sowie die Anlagen der städtischen Elektricitätswerke, die Wienflussregulierung, die Hauptsammelcanäle, die Stadtbahn und die Regulierung des Donaucanales in Wien. Im Auftrage des Herrn Bürgermeisters Dr. Karl Lueger bearbeitet vom Stadtbauamte. Wien 1901. Im Selbstverlage des Wiener Gemeinderathes. Druck von Paul Gerin, Wien. Kapitel IV, S. 227–243.
  33. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 29 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  34. Andreas Lehne, Stefan Oláh: Stadtbahnbogen. Metroverlag, Wien 2012, ISBN 978-3-99300-085-1, S. 12.
  35. Albert Milde, kaiserlicher und königlicher Hof-Kunst-Bauschlosser und Eisenkonstrukteur zu Wien: Eiserne Balkenbrücken der Wiener Stadtbahn, 1897–1914, online auf albertmilde.com, abgerufen am 25. Feber 2018
  36. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 56.
  37. Erinnerungstafel an der Station Alser Straße.
  38. Fachbeitrag: Wien, Stadtbahn. Auf: moderne-regional.de. Abgerufen am 31. Oktober 2017.
  39. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 48.
  40. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 3.
  41. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 27 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  42. Verordnungsblatt für Eisenbahnen und Schiffahrt, Redigiert im k. k. Eisenbahnministerium im Einvernehmen mit dem k. k. Handelsministerium, Sechzehnter Jahrgang, Wien 1903, S. 1294.
  43. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 26.
  44. Schlöss, S. 17.
  45. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 80.
  46. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 60–68.
  47. Harald Marincig: 60 Jahre Wiener Elektrische Stadtbahn 1925–1985. Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe, Wien 1985, S. 4.
  48. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 121.
  49. Martin Ortner, Franz Straka: Die Wiener Stadtbahn – Mit dem GD und WD durch Wien. Verlag Railway-Media-Group, Wien 2019, ISBN 978-3-902894-65-6, S. 2–3.
  50. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 119.
  51. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 120.
  52. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 132.
  53. Neues Wiener Tagblatt vom 26. Juni 1915: Weibliche Eisenbahnbedienstete auf der Stadtbahn
  54. Neue Freie Presse vom 18. Mai 1921.
  55. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 77 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  56. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 133.
  57. Michael Suda: Der Nordbahnhof auf tramway.at, abgerufen am 24. November 2019.
  58. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 134.
  59. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 67 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  60. Robert Otzen: Der Massivbau: Stein-, Beton- und Eisenbetonbau. Springer Verlag, 1926, S. 463–465.
  61. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 12.
  62. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 135.
  63. Städtewerk: Das neue Wien. Elbemühl, Wien, 1928, S. 98–115.
  64. „Die Geschichte der Wiener Verkehrsbetriebe von 1903–1938“. Diplomarbeit von Markus Kaiser, Wien, 2012, S. 81.
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  66. Kursbuch 1944, Fahrplantabelle 459e.
  67. Geschichte der Eisenbahnen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. VI. Band von Hermann Strach: Das Eisenbahnwesen Österreichs in seiner allgemeinen und technischen Entwicklung, 1898–1908. S. 417–418, Karl Prochaska Verlag, Wien, 1908.
  68. Hygieia verführt Otto Wagner – Beispiele einer hygienisch motivierten Moderne. Masterarbeit von Alfred Angerer, Technische Universität Graz, Oktober 2015, S. 48.
  69. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 71.
  70. Ernst Freiherr von Nadherny: Erinnerungen aus dem alten Österreich. Herausgegeben von Peter Panholzer und Christiane Reich-Rohrwig, Böhlau Verlag, S. 36.
  71. Ein Pavillon „Allererster Klasse“. Beschreibung des Hofpavillons Hietzing auf den Seiten des Bundesdenkmalamts, abgerufen am 21. November 2017.
  72. Geschichte der Elisabethbrückenstatuen. Auf: viennatouristguide.at. Abgerufen am 9. November 2017.
  73. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 23.
  74. Sándor Békési, Johannes Hradecky: Das Otto-Wagner-Jahr und die Wiener Stadtbahn – Verkehrshistorische Anmerkungen zum Doppeljubiläum. In: Wiener Geschichtsblätter. 73. Jahrgang, Heft 4/2018, S. 273–299.
  75. Christa Veigl: Otto Wagners Stadtbahn wurde heuer 100 Jahre alt. (Memento vom 20. April 2006 im Internet Archive). In: WienerZeitung.at, 27. November 1998.
  76. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 73.
  77. Karl Heinrich Brunner: Städtebau und Schnellverkehr. Springer-Verlag Wien, 1955, S. 22.
  78. Mag. Ursula Malina-Gerum: Bildnerische Erziehung – Fachdidaktik II, Wiener Architektur vor ’45. S. 19.
  79. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 79.
  80. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 36 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  81. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 72.
  82. Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts – ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, herausgegeben vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein, redigiert von Ingenieur Paul Kortz Stadtbaurat, erster Band, Wien 1905, Verlag von Gerlach & Wiedling, Wien, S. 84.
  83. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 78.
  84. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 67.
  85. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 12.
  86. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 77.
  87. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 50 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  88. Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts – ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung, herausgegeben vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein, redigiert von Ingenieur Paul Kortz Stadtbaurat, erster Band, Wien 1905, Verlag von Gerlach & Wiedling, Wien, S. 83.
  89. Ludwig Ritter von Stockert: Handbuch des Eisenbahnmaschinenwesens. Zweiter Band, Zugförderung, Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, 1908, S. 733, 745 und 769
  90. Elektrisierung der Wiener Stadtbahn Mai 1925, Ehrenreich, Wien, 1925, S. 5, online auf digital.wienbibliothek.at, abgerufen am 15. Januar 2022
  91. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 191 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  92. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 14.
  93. Carl Hochenegg, Projekt betreffend die Schnellbahnelektrisierung der Wiener Stadtbahn, S. 729–734 in: Elektrotechnik und Maschinenbau, Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien, 41. Jahrgang, Heft 51, Wien, 23. Dezember 1923.
  94. Die Wiener Stadtbahnen. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 39/40, Heft Nummer 6, Zürich, 8. Februar 1902, S. 55–60.
  95. Die Wiener Stadtbahn – Otto Wagners bekanntestes Werk. (Memento vom 7. November 2017 im Internet Archive) Auf: 1020-wien.at. Abgerufen am 2. November 2017.
  96. Stadtbahnbögen: Von Otto Wagner bis heute auf orf.at
  97. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 5.
  98. Siegmund Kulka: Brücken der Stadtbahn und der k.k. Staatsbahnen. In: Wien am Anfang des XX. Jahrhunderts – ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. herausgegeben vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein, redigiert von Ingenieur Paul Kortz Stadtbaurat, erster Band, Wien 1905, Verlag von Gerlach & Wiedling, Wien, S. 288–299.
  99. Der Jugendstil von Otto Wagner, Artikel vom 31. Januar 2018 auf greelane.com, abgerufen am 13. Januar 2022
  100. Ministerialrat Dipl-Ing. V. Schützenhofer: Blätter für Technikgeschichte, Band 10, S. 76.
  101. Strecke 120 01, Wien Brigittenau – Wien Hütteldorf (Vorortlinie). Auf: eisenbahntunnel.at.
  102. Schlöss, S. 3–4.
  103. Schlöss, S. 14.
  104. Dieter Klein, Martin Kupf, Robert Schediwy: Stadtbildverluste Wien. Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte. LIT-Verlag, Wien 2005.
  105. Von wegen „Otto-Wagner-Grün“: Es war weiß! Artikel in Die Presse vom 11. April 2018, S. 9.
  106. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 6.
  107. Die Wiener Stadtbahn und ihre Hochbauten (zweiter Teil), In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jahrgang 1898, Nummer 17, S. 193–196.
  108. Alexandra Lauber: Otto Wagners Erbe. In: Wiener Zeitung. 14. März 2016. (wienerzeitung.at, abgerufen am 25. Jänner 2018.)
  109. Die Wiener Stadtbahn und ihre Hochbauten (dritter Teil), In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jahrgang 1898, Nummer 18, S. 205–208.
  110. Mag. Aleksander Narloch: Die Entwicklung der Eisenbahn in Wien, Wiener Bahnhöfe von 1837 bis 2000, Ein Überblick, Seminararbeit im Rahmen der Vorlesungsreihe „Architektur und Umweltgestaltung“, Wien 1996, S. 23.
  111. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 38.
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  113. Otto Wagner: Von der Gründerzeit zum Bauhaus auf planet-wissen.de, abgerufen am 26. November 2017
  114. Georg Rigele: Womit die Wienerinnen und Wiener fahren – Tramways und andere öffentliche Transportmittel von 1945 bis zur Gegenwart. S. 115, online auf studienverlag.at, abgerufen am 29. Jänner 2019
  115. BilderBuchBogen – Stadtbahn – Strassenbahn 560: Otto Wagner – Stadtbahn Architektur, Railway-Media-Group, ISBN 978-3-902894-73-1, S. 90.
  116. Friedrich Hauer: Die Verzehrungssteuer 1829–1913 als Grundlage einer umwelthistorischen Untersuchung des Metabolismus der Stadt Wien, Wien, Dezember 2010
  117. Stationen der Stadtbahn. In: Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger, Ausg. 1914, Band 1, Alfred Hölder, Wien, Dezember 1913, S. 92 (Digitalisat: S.  132).
  118. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 293.
  119. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 107.
  120. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, Einband
  121. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 15 und 19.
  122. Schlöss, S. 11.
  123. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 34 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  124. Otto-Wagner-Grün: Die Wiener Stadtbahn. Auf: bda.gv.at. Abgerufen am 10. Oktober 2017.
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  126. Schlöss, S. 7.
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  130. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 81.
  131. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 141.
  132. Harald Helml: Stadtbahn und U-Bahn in Wien. Zur Geschichte eines verspäteten Massenverkehrsmittels. Wien 2011, S. 33 (online abrufbar auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Universität Wien)
  133. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 119.
  134. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 84.
  135. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 91.
  136. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 89.
  137. Stadtbahnwaggon Cu 9424 auf bauforum.at, abgerufen am 28. November 2017
  138. K.k. Oberbaurath Victor Schützenhofer: Die Fahrbetriebsmittel der Wiener Stadtbahn. – II. Wagen der Wiener Stadtbahn. In: Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, Jahrgang 1897, Nummer 39, S. 549–553.
  139. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 88.
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  141. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 133.
  142. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 79.
  143. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 69.
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  146. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 30.
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  149. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 294.
  150. Hugo Koestler: Die Sicherungs-Anlagen der Wiener Stadtbahn. Alfred von Hölder-Verlag, Wien 1903, S. 16–18.
  151. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 294–295.
  152. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 291.
  153. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 290.
  154. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 292.
  155. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 293–294.
  156. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 9–10.
  157. Die Wiener Stadtbahn. Herausgeber & Verleger: Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Referat Straßenbahnmuseum, Wien.
  158. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 65.
  159. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 74.
  160. Die Wiener elektrische Stadtbahn von Ingenieur Ludwig Spängler, Direktor der Wiener städtischen Straßenbahnen, Sonderdruck aus der Elektrotechnischen Zeitschrift, Heft 39, 1927, Julius Springer, Berlin (Digitalisat auf Commons).
  161. Hendschels Telegraph vom 1. Mai 1914, Tabelle 3016
  162. Hendschels Telegraph vom 1. Mai 1914, Tabelle 3023
  163. Rückblick auf 130 Jahre Haltestelle Eichgraben. Auf: noen.at. 10. Mai 2011, abgerufen am 23. November 2019.
  164. Neue Freie Presse. 1. Mai 1903, S. 20.
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  168. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 55.
  169. Siehe Berichte der Neuen Freien Presse vom 6. und 7. August 1901.
  170. Der Conducteur. Officielles Coursbuch der österreichischen Eisenbahnen. Kleine Ausgabe, Verlag R. v. Waldheim, Wien 1901 [Auszugsweiser Sonderdruck, Zeitschrift Der Spurkranz, Verlag Peter Pospischil, Wien 1969, Sonderheft 1], S. 22 ff., Fahrplan 1b
  171. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 11.
  172. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn. 90 Jahre Stadtbahn, 10 Jahre U-Bahn. Bohmann-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-7002-0678-X, S. 137.
  173. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 13.
  174. Personenverkehr. In: Victor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 8: Personentunnel–Schynige Platte-Bahn. Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1917, S. 5ff.
  175. Fahrkartensteuer. In: Victor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 4: Eilzüge–Fahrordnung. Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1913, S. 481 ff.
  176. Personentarife. In: Victor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 7: Kronenbreite–Personentarife. Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1915, S. 483 ff.
  177. Österreichischer Eisenbahnbeamten-Verein: Geschichte der Eisenbahnen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. III. Band, 1898, S. 163.
  178. Werbeanzeige Wiener Stadtbahn von 1902.
  179. Die Stadtbahn wird teurer. Einführung eines neuen Tarifes auf der Wiener Stadtbahn und Wiener Verbindungsbahn. In: Illustrierte Kronen Zeitung. 18. Oktober 1917, S. 5.
  180. Fremden-Blatt vom 18. November 1917, S. 46, online auf digital.wienbibliothek.at, abgerufen am 23. November 2019
  181. Verordnungsblatt für Eisenbahnen und Schiffahrt, Redigiert im k. k. Eisenbahnministerium im Einvernehmen mit dem k. k. Handelsministerium, Sechzehnter Jahrgang, Wien 1903, S. 154–155.
  182. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 12–13.
  183. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 16.
  184. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 62.
  185. Alfred Horn: 75 Jahre Wiener Stadtbahn. „Zwischen 30er Bock und Silberpfeil“. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0415-9, S. 58.
  186. Betriebseinrichtungen der Wiener Stadtbahn (dritter Teil), In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jahrgang 1899, Nummer 15, S. 85–86.
  187. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 10.
  188. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 139
  189. Die Wiener Stadtbahn seit ihrem Bestande von 1898 bis 1908, bearbeitet im k.k. Eisenbahnministerium, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909, S. 17.
  190. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 70.
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  192. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 138.
  193. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 147.
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  201. Objekt September 2010 – Wiener Stadtbahnspiel. Vollständiges Würfelspiel in der Originalausgabe. Wien, Pichler’s Wwe., (ca.1900). In illustrierter Original-Kassette. online auf antiquariat-donhofer.at, abgerufen am 10. November 2019
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