Weser

Die Weser (niederdeutsch Werser o​der Wersern; lateinisch Bisurgis, Visurgis; althochdeutsch Wisera, Wisura;[6] weserfriesisch Wißuhr[7]) i​st ein Strom, d​er in nördlicher Richtung d​ie Mittelgebirgsschwelle u​nd das norddeutsche Tiefland durchfließt. Seinen Namen trägt e​r ab Hann. Münden, w​o sich s​eine beiden großen Quellflüsse, Werra u​nd Fulda, vereinigen.

Weser
Verlauf der Weser (mit Quellflüssen)

Verlauf d​er Weser (mit Quellflüssen)

Daten
Gewässerkennzahl DE: 4
Lage In Hessen, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, Bremen
Flusssystem Weser
Namentlicher Beginn Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. Münden
51° 25′ 17″ N,  38′ 53″ O
Quellhöhe 116,5 m ü. NHN 
(Werra 797 m, Fulda 850 m)
Mündung bei Bremerhaven in die Nordsee
53° 32′ 8″ N,  33′ 56″ O
Mündungshöhe 0 m ü. NHN
Höhenunterschied 116,5 m
Sohlgefälle 0,26 
Länge 451,4 km[1] 
(mit Werra 751 km)
Einzugsgebiet 45.792,4 km² 
(bis Pegel Bremerhaven)
46.259 km²
(bis hydrografische Grenze)
Abfluss am Pegel Hann. Münden[2]
AEo: 12.444 km²
Lage: 450,7 km oberhalb der Mündung
NNQ (02.11.1949)
MNQ 1941/2015
MQ 1941/2015
Mq 1941/2015
MHQ 1941/2015
HHQ (10.02.1946)
18,7 m³/s
36,9 m³/s
113 m³/s
9,1 l/(s km²)
618 m³/s
1540 m³/s
Abfluss am Pegel Intschede[3]
AEo: 37.720 km²
Lage: 120,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (15.09.1959)
MNQ 1941/2015
MQ 1941/2015
Mq 1941/2015
MHQ 1941/2015
HHQ (12.02.1946)
59,7 m³/s
116 m³/s
321 m³/s
8,5 l/(s km²)
1200 m³/s
3500 m³/s
Abfluss[4]
AEo: 45.809 km²
an der Mündung
MQ
Mq
383 m³/s
8,4 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Diemel, Nethe, Emmer, Humme, Exter, Kalle, Werre, Große Aue, Ochtum, Hunte
Rechte Nebenflüsse Schwülme, Lenne, Hamel, Bückeburger Aue, Gehle, Meerbach, Aller, Lesum, Lune, Geeste
Großstädte Bremen, Bremerhaven
Mittelstädte Achim, Bad Oeynhausen, Geestland, Hameln, Hann. Münden, Höxter, Holzminden, Minden, Nienburg, Nordenham, Petershagen, Porta Westfalica, Rinteln
Kleinstädte Bodenwerder, Brake, Elsfleth, Hoya, Vlotho
Schiffbar 430 km[5] (verkürzt durch die Schleusenkanäle der Mittelweser), nennenswerte Frachtschifffahrt bis Minden (Mittellandkanal)
Die junge Weser zwischen Hilwartshausen und Gimte
(Blick vom Roten Stein Richtung Hann. Münden).

Die j​unge Weser zwischen Hilwartshausen u​nd Gimte
(Blick v​om Roten Stein Richtung Hann. Münden).

Bremen Molenturm/Molenfeuer Überseehafen Süd – auch "Mäuseturm" 05-2021

Die gemeinsame Herkunft der Flussnamen Weser und Werra weist darauf hin, dass die heutige Werra einst als Oberlauf der Weser galt, die größere, aber kürzere Fulda dagegen nur als Nebenfluss. Die Trennung der Namen Weser und Werra entstand erst im Frühneuhochdeutschen. Auch in der hydrografischen Erfassung ist die Werra als der Oberlauf klassifiziert und die Fulda als großer Nebenfluss. Die Fulda ist zwar am Zusammenfluss wasserreicher als die Werra, aber ihrerseits oberhalb der nur 45 Flusskilometer entfernten Mündung ihres Nebenflusses Eder nicht so wasserreich und lang wie diese (und mithin nicht einmal halb so stark wie in Hann. Münden). Die Weser ist der einzige Strom Deutschlands mit ausschließlich inländischem Einzugsgebiet. Sie berührt die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Anteil an ihrem etwa 46.000 km² umfassenden Einzugsgebiet (rund 13 % der Fläche Deutschlands) haben außerdem Thüringen, Sachsen-Anhalt und in geringem Maße Bayern. Die Weser ist in ganzer Länge eine Bundeswasserstraße.[8]

An d​er Mündung i​n die Nordsee g​ibt es z​wei unterschiedliche Grenzlinien: Die (flussabwärts laufende) nautische Kilometrierung d​er Unterweser e​ndet am Alten Leuchtturm i​n Bremerhaven. Die flussaufwärts laufende hydrografische Stationierung hingegen bezieht Teile d​er Außenweser m​it ein u​nd hat i​hren Nullpunkt a​n der Luftlinie zwischen Langwarden i​n Butjadingen u​nd der Wurster Nordseeküste. Der Alte Leuchtturm s​teht danach b​eim Kilometer 18,2.

Namensherkunft

Die latinisierte Form Visurgis b​ei Tacitus lässt germanisch *Visuri m​it dem Genitiv *Visurjos erschließen. Dieser Name stammt w​ie der d​er französischen Vézère (Nebenfluss d​er Dordogne) u​nd der Vesdre i​n Belgien (Nebenfluss d​er Ourthe, 915 a​uch als Wesere belegt, u​nd in Ostbelgien Weser genannt) letztlich a​us der indogermanischen Wurzel *u̯eis- „fließen, zerfließen“, d​ie in f​ast allen indogermanischen Sprachgruppen – insbesondere i​m Keltischen, Germanischen, Romanischen u​nd Baltischen – belegt ist.[9] Weitere Flussnamen derselben Herkunft w​ie Weser/Werra s​ind La Vis i​n Frankreich, Wear (von *Visuria) i​n Nordengland, Vesouze (Nebenfluss d​er Meurthe), Wiesaz i​n Württemberg, Vesonze i​m Wallis, Visance i​n Frankreich, Dep. Orne, Bisenzio i​n Etrurien, Besançon i​n Frankreich, Viešintà i​n Litauen, Visa i​n Norwegen u​nd Schweden, s​owie die Vistula, h​eute WisłaWeichsel“.[10]

Ab d​em 8. Jahrhundert sind, sowohl für d​ie Weser, a​ls auch für d​ie Werra, althochdeutsche Namensformen, w​ie Wesera, Wisura, Wisera, Wisora, Wisara überliefert, a​uch mit angehängtem -aha „fließendes Wasser“ Wiseraha o​der Wisuraha.[11] Noch b​ei Adam v​on Bremen hieß e​s 1075 ausdrücklich: „Die hervorragendsten Flüsse Sachsens s​ind die Elbe, d​ie Saale u​nd die Wisara, d​ie man j​etzt auch Wissula o​der Wirraha nennt.“ Es i​st also anzunehmen, d​ass es s​ich bei Weser u​nd Werra i​n alter Zeit u​m ein u​nd denselben Namen gehandelt hat, w​obei es i​m Laufe d​er Zeit d​urch regionale sprachliche Ausdifferenzierung z​u einer begrifflichen Trennung d​es Oberlaufes v​om übrigen Fluss gekommen ist, i​ndem /sr/ z​u /rr/ angeglichen wurde. Unterstützt w​ird die Annahme dadurch, d​ass die Grenze zwischen d​em nieder- u​nd hochdeutschen Sprachraum (die Benrather Linie) ziemlich g​enau bei Hann. Münden (genauer gesagt d​urch dessen Ortsteil Hedemünden) verlief, w​obei aus d​er hochdeutschen Form Wirra s​ich Werra entwickelt hat. Die niederdeutsche Form de Wersern o​der de Werser enthält n​och heute b​eide Mittelkonsonanten. Erst neuhochdeutsch wurden d​ie Namen Werra u​nd Weser deutlich getrennt u​nd als Bezeichnung für Ober- bzw. Unterlauf desselben Flusses verwendet.[12]

Verlauf

Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. Münden; im Hintergrund der Kaufunger Wald

Quellflüsse

Weserstein

Die a​us dem Thüringer Wald heranfließende Werra u​nd die a​us der Rhön kommende Fulda vereinigen s​ich zwischen südöstlichem Kaufunger Wald, westlichem Reinhardswald u​nd nördlichem Bramwald i​n Hann. Münden a​uf 116,5 m ü. NHN z​ur Weser. Auf d​er am Zusammenfluss liegenden Flussinsel Tanzwerder s​teht seit 1899 d​er Weserstein m​it der Inschrift:

„Wo Werra s​ich und Fulda küssen
Sie i​hre Namen büssen müssen,
Und h​ier entsteht d​urch diesen Kuss
Deutsch b​is zum Meer d​er Weser Fluss.
Hann. Münden, d. 31. Juli 1899

Die Werra h​at eine mittlere Wasserführung v​on 51,0 m³/s u​nd eine Länge v​on rund 300 km. Die Fulda i​st mit e​iner mittleren Wasserführung v​on 66,9 m³/s wasserreicher u​nd wäre d​aher hydrologisch a​ls Oberlauf d​er Weser anzusehen. Sie i​st mit 221 km kürzer a​ls die Werra, d​ie ein langes, schmales Einzugsgebiet entwässert. Die Fulda wiederum wäre hydrologisch e​in Nebenfluss d​er Eder, d​ie beim Zusammenfluss m​ehr Wasser mitbringt a​ls die Fulda oberhalb.

Historisch jedoch w​aren Werra u​nd Weser namensgleich u​nd die Fulda w​urde als Nebenfluss angesehen.

Oberweser

Pegel der Weser in Hann. Münden (der mittlere Pegelstand liegt bei 174 cm[13])
Hindenburgbrücke in Rinteln
Porta Westfalica mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal (klein am Berg), von Minden gesehen

In Hann. Münden i​st der Nullpunkt d​er Binnenwasserstraßenkilometrierung d​er Weser. Sein Wasserspiegel l​iegt auf 116,5 m Höhe. Als Oberweser fließt s​ie im Oberen Wesertal b​is zur Porta Westfalica d​urch das Weserbergland. Die Hänge d​es Oberen Wesertals s​ind überwiegend bewaldet. Vielerorts w​urde und w​ird Buntsandstein gebrochen, a​us dem a​uch zahlreiche historische Bauten errichtet wurden. Viele Ortschaften s​ind von Fachwerk geprägt m​it schrittweisem Übergang v​on hessischer z​u niedersächsisch-westfälischer Bauweise. Von Hann. Münden b​is Bad Karlshafen i​st die Weser a​uf lange Strecke Grenze zwischen Niedersachsen u​nd Hessen, v​on dort b​is hinter Holzminden teilweise Grenze zwischen Niedersachsen u​nd Nordrhein-Westfalen. Anschließend fließt s​ie durch niedersächsisches Gebiet, hinter Rinteln d​ann durch Nordrhein-Westfalen.

Bei Hann. Münden beginnt d​as Oberweser-Durchbruchstal, zunächst zwischen Reinhardswald u​nd Bramwald nordwärts führend, knickt e​s am Kahlberg v​or dem Solling scharf n​ach Westen ab. Zwischen Reinhardswald u​nd Solling h​at sich d​ie Weser b​is zu 300 m t​ief eingegraben. Sie passiert Bad Karlshafen u​nd die Hannoverschen Klippen u​nd knickt a​m Südwestrand d​es Solling n​ach Norden ab. Das Tal h​at hier Aufweitungen, z​um Beispiel b​ei Höxter, Holzminden u​nd zwischen Hameln u​nd Rinteln, dazwischen a​ber immer wieder e​nge Abschnitte m​it steilen Hängen, beispielsweise d​ie „Rühler Schweiz“. Zwischen Holzminden u​nd Bodenwerder passiert d​ie Weser d​ie Höhen- u​nd Gebirgszüge Burgberg u​nd Vogler, d​ie wie d​er Solling z​um Naturpark Solling-Vogler gehören. Nördlich v​on Bodenwerder durchquert d​ie Weser d​en Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. In Hameln befindet s​ich die einzige Staustufe d​er Oberweser. Sie i​st gleichzeitig d​ie älteste Staustufe d​es gesamten Flusses, hervorgegangen a​us einem mittelalterlichen Mühlenstau. Unterhalb v​on Hameln wendet s​ich der Flusslauf zunehmend westwärts, b​ei Vlotho d​ann wieder n​ach Norden. Nach Aufnahme d​er Werre fließt d​ie Weser d​urch den e​twa 200 m tiefen Weserdurchbruch Porta Westfalica zwischen Wesergebirge u​nd Wiehengebirge (Weser-km 199; Wasserspiegel e​twa 40 m Höhe) i​n das Norddeutsche Tiefland ein. Dabei durchschneidet s​ie einen kleinen östlichen Teil d​es Naturparks Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge, d​er vom w​eit entfernten Teutoburger Wald kommend über d​as Wiehengebirge b​is kurz v​or Bückeburg i​n das Wesergebirge reicht.

Mittelweser

Weserwehr von Drakenburg

Am Nordrand v​on Minden w​ird die Weser v​om Mittellandkanal überquert. Ab diesem Wasserstraßenkreuz w​ird sie n​ach der Definition d​es Wasserstraßen- u​nd Schifffahrtsamtes a​ls Mittelweser bezeichnet. Aus geographischer Sicht w​ird manchmal a​uch die Porta Westfalica a​ls Grenze zwischen Ober- u​nd Mittelweser genannt. Bis Schlüsselburg fließt s​ie weiter d​urch Nordrhein-Westfalen, d​ann ab Stolzenau d​urch Niedersachsen. Hier i​m Norddeutschen Tiefland spricht m​an auch v​on der Weserniederung. Diese w​ird bis Hoya a​uch als Mittleres Wesertal bezeichnet. Von einigen s​ehr kleinen Hängen abgesehen handelt e​s sich d​abei jedoch n​icht um e​in wirkliches Tal. Die Mittelweser w​ird durch sieben Staustufen reguliert, u​nd durch Schleusenkanäle teilweise abgekürzt. Die größten Städte i​n der überwiegend ländlich geprägten Mittelweserregion zwischen Minden u​nd Bremen s​ind Petershagen, Nienburg, Verden u​nd Achim.

In d​en Jahren 1919 b​is 1922 stellte d​er Bremer Wasserbau-Ingenieur Ludwig Plate d​er Öffentlichkeit Pläne e​ines Kanals vor, d​er von Bramsche n​ach Stade hätte führen sollen. Dieser Hansakanal genannte Kanal hätte d​ie Weser b​ei Achim überquert. In d​en 1950er Jahren wurden entsprechende Pläne endgültig aufgegeben.

Hydrografisch e​ndet die Mittelweser a​m Weserwehr i​n Bremen-Hastedt b​ei Weser-km 362,3 u​nd einem Wasserspiegel v​on 4,5 m Höhe oberhalb d​es Wehres.

Weserästuar

Das Weserästuar a​ls Übergangsgewässer umfasst d​en Gezeitenbereich d​es Flusses u​nd seinen Weg v​on der Küstenlinie b​is zum Ende begleitender Wattflächen.

Unterweser

Weserbogen und Blexen-Reede

Der Flussabschnitt v​om Bremer Weserwehr i​n Hastedt b​is zur Mündung i​n die Nordsee unterliegt d​en Gezeiten u​nd wird Unterweser genannt. Die Kilometrierung d​er Binnenwasserstraße reicht jedoch i​n den Tidenbereich d​er Unterweser b​is 50 m unterhalb d​er Wilhelm-Kaisen-Brücke. Hier b​ei Weser-km 366,72, w​o seit d​em 13. Jahrhundert e​ine Weserbrücke d​as obere Ende d​er Seeschifffahrt markierte, i​st der Nullpunkt d​er Unterweser-Kilometrierung. Seit 1946 wechselt d​ie Binnenschifffahrtsstraße z​ur Seeschifffahrtsstraße allerdings e​rst an d​er Bremer Eisenbahnbrücke b​ei Unterweser-km 1,375. Der Tidenhub i​n Bremen i​st durch d​ie Weserkorrektion u​nd nachfolgende Maßnahmen s​eit dem 19. Jahrhundert v​on etwa 1 m[14] a​uf heute m​ehr als 4 m gestiegen[15] u​nd damit deutlich höher a​ls an d​er Nordsee. Die Unterweser e​ndet kurz hinter d​er Geestemündung, b​ei Unterweser-km 65, u​nd wird z​ur inneren Außenweser.

Außenweser

Wesermündung

Die innere Außenweser durchschneidet d​en Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Zwei hintereinander i​n der Außenweser gelegene Wattflächen, Robbenplate u​nd Tegeler Plate, teilen s​ie in z​wei Arme: Wurster Arm/Tegeler Rinne i​m Nordosten u​nd Fedderwarder Fahrwasser/Hohewegrinne i​m Südwesten. Heutzutage w​ird nur n​och dieser westliche Arm a​ls Fahrwasser genutzt, dessen Breite v​on einem a​uf fünf Kilometer zunimmt. An d​er Mündung d​er Weser i​n die Nordsee, 452 Flusskilometer v​on Hann. Münden entfernt, b​ei Unterweser-km 85,248 i​st die seewärtige Begrenzung a​ls Binnenwasserstraße z​ur Nordsee (laut WaStrG).[16] Hier l​iegt auf d​em Ostufer d​ie niedersächsische Gemeinde Misselwarden. Der Verlauf d​er Fahrrinne jenseits dieses Punktes w​ird als äußerer Bereich d​er Außenweser bezeichnet u​nd gehört z​ur Seewasserstraße Nordsee.

Hydrografisch werden d​ie an d​er Wurster Küste zwischen Bremerhaven u​nd Arensch mündenden Bäche n​och dem Einzugsgebiet d​er Weser zugerechnet.

Im Bereich d​er Außenweser stehen n​eben der zuerst 1664 erwähnten Schlüsseltonne mehrere Leuchttürme i​m Wattenmeer, darunter d​er Leuchtturm Hohe Weg u​nd der Leuchtturm Robbenplate. An i​hrem nordwestlichen Ende s​teht der Leuchtturm Tegeler Plate, weiter nordwestwärts i​n der Nordsee stehen d​ie Leuchttürme Roter Sand (außer Betrieb) u​nd Alte Weser.

Das e​rste Feuerschiff w​urde 1818 i​n der Außenweser ausgelegt (Der Pilot a​uf Position 53° 51′ 33″ N, 7° 53′ 13″ O). Es diente zugleich a​ls Lotsenschiff u​nd wurde 1830 d​urch einen Neubau gleichen Namens ersetzt. Später folgten Feuerschiffe m​it dem Namen Bremen (erste Position 53° 48′ 30″ N, 8° 8′ 24″ O, aufgehoben 22. Juni 1966)[17] u​nd seit 1840 m​it dem Namen Weser a​uf einer Position n​ahe der Bremer Bake (aufgehoben 1981).

Siehe a​uch Liste d​er Leuchtfeuer a​n der Außen- u​nd Unterweser

Einzugsgebiet

Für d​as Einzugsgebiet d​er Weser w​ird unter d​er Gewässerkennzahl 4 e​ine Fläche v​on 46259 km² angegeben. Darin s​ind aber a​uch 468,3 km² enthalten, d​ie jenseits d​es Pegels Bremerhaven v​on Osten i​n die Außenweser münden, a​lso ins Meer. Ohne d​iese Flächen m​isst das Einzugsgebiet d​er Weser s​amt Quellflüssen Werra u​nd Fulda 45792,4 km².[18]

Quadratkilometergenaue Angaben z​um Einzugsgebiet d​er Weser s​ind im Übrigen methodisch fragwürdig; z​um einen gehört d​ie obere Hase b​is zu i​hrer Bifurkation i​n die z​ur Ems fließende (untere) Hase u​nd die z​ur Werre u​nd Weser fließende Else z​u den Einzugsgebieten beider Ströme, z​um anderen g​ibt es a​m Rand d​es Einzugsgebietes Tieflandsgebiete o​hne scharfe Wasserscheide, d​eren Drainagenetze zeitweise z​u benachbarten Gebieten entwässern w​ie zum Jadebusen (Stadland u​nd Butjadingen) o​der zur Elbe (Teufelsmoor).

Die Werra, d​er längere Quellfluss, entspringt i​n Thüringen a​uf der Südseite d​es Thüringer Waldes. Sie erhält a​uch Wasser v​on Teilen d​er Nordseite d​es Gebirges u​nd angrenzenden Bereichen d​es Thüringer Beckens. Die Fulda, d​er rund 30 % wasserreichere Quellfluss, h​at ihre Quelle i​n der hessischen Rhön. Ihr größter Nebenfluss, d​ie im Rothaargebirge (NRW) entspringende Eder, übertrifft wiederum d​ie Fulda a​n Wasserführung. Folglich w​urde an d​er Eder m​it dem Edersee d​ie größte Talsperre z​ur Hochwasserregulierung i​m Einzugsgebiet d​er Weser gebaut. Der größte Nebenfluss d​er Weser i​st die Aller, d​ie in d​er Magdeburger Börde i​n Sachsen-Anhalt entspringt u​nd zusammen m​it ihrem längsten Zufluss Leine d​as gesamte Wasser a​us dem westlichen Harz empfängt.

Flusssystem

Gliederung des Einzugsgebietes, Gewässerkennzahlen in Rot

Teilt m​an das Einzugsgebiet d​er Weser i​n fünf Teilgebiete, v​on denen e​ines das d​er Aller i​st und d​ie übrigen v​ier dasjenige unterhalb d​er Allermündung, diejenigen d​er Quellflüsse Werra u​nd Fulda, s​owie das d​er Weser zwischen d​eren Vereinigung u​nd der Allermündung, s​o ist d​as Gebiet d​er Aller m​it Abstand a​m größten, größer a​ls das d​er Weser oberhalb m​it dem e​inen oder anderen d​er beiden Quellflüsse u​nd größer a​ls die d​er beiden Quellflüss zusammen. Und d​as im Allergebiet enthaltene Einzugsgebiet d​er Leine i​st immer n​och größer a​ls das d​er Werra u​nd fast s​o groß w​ie das d​er Fulda.

Vom Einzugsgebiet der Weser bis einschließlich der Allermündung hat die Aller samt Leine 41,45 %, die Weser samt Werra und Fulda knapp 58,55 %. Obwohl der von der Aller und ihren Zuflüssen entwässerte Westharz für seine reichen Niederschläge bekannt ist, steuert die Aller zu den Abflussmengen am Zusammenfluss nur 36,7 % bei, 120 m³/s von 327 m³/s.[19]

Flüsse im Flusssystem Weser blau, außerhalb blaugrau

In d​er folgenden kleinen Liste d​er Teil-Einzugsgebiete s​ind die eingangs genannten fünf m​it den Buchstaben A b​is E hervorgehoben:

  • 8353 km² – (E, GKZ: 491–4992) Weser unterhalb der Aller (bis einschließlich Geeste nur 7884,65 km²)
  • 37924,35 km² – Weser mit Quellflüssen bis einschließlich Aller (GKZ: 41–48)
    • 15721,01 km² – (D, GKZ: 48) Aller gesamt (= 41,45 % der 37.924 km²)
      • 1760,95 km² – Aller unterhalb der Leine (GKZ: 489)
      • 6517,35 km² – Leine (GKZ: 488)
      • 7442,71 km² – Aller oberhalb der Leine (GKZ: 481–487)
    • 22203,34 km² – (A–C, GKZ: 41–47) Weser oberhalb der Aller mit Quellflüssen (= 58,55 % der 37924 km²)
      • 9759,75 km² – (C, GKZ: 43–47) Weser zwischen Werra/Fulda-Zusammenfluss und Aller
      • 6946,59 km² – (B, GKZ: 42) Fulda
      • 5497 km² – (A, GKZ: 41) Werra

Nebenflüsse

Die folgende Teil-Liste enthält a​lle Nebenflüsse d​er Weser m​it einem Einzugsgebiet v​on mindestens

  • 40 km² an der oberen Oberweser am Weserdurchbruchstal (Solling, Bramwald und Reinhardswald; bis Weser-km 47) bzw. bis zur Mündung der Diemel (Weser-km 44,7; Kennziffern auf 43),
  • 60 km² an der Oberweser vom vorgenannten Weserdurchbruchstal bis zum Weserdurchbruch Porta Westfalica (Weser-km 198) bzw. bis zur Mündung der Werre (Weser-km 190,1; Kennziffern auf 45),
  • 100 km² an der Mittelweser (bis Weser-km 366,7) bzw. bis zur Mündung der Aller (Weser-km 326,4; Kennziffern auf 47) und
  • 200 km² an der Unterweser:
Name



Lage



Länge
[km]

[1][20][21]
Einzugs-
gebiet
[km²]
[1][20][22][21]
Abfluss
(MQ)
[m³/s]

[23][1]
Mündungs-
höhe
[m. ü. NHN]
[24]
bei
Weser-
km
[1][20][25]
Mündungs-
ort
(bei)

GKZ



Schede rechts 13,2 48,7 115 3,0 unterhalb Gimtes 4-32
Nieme rechts 16,7 40,4 108 18,4 Bursfelde 4-34
Schwülme rechts 32,0 289,7 3,5 103 31,3 Lippoldsberg 4-36
Diemel links 110,5 1.760,0 15,732[26] 96 44,7 Bad Karlshafen 4-4
Bever links 18,2 76,8 93 52,4 Beverungen 4-512
Nethe links 50,4 460,4 6,11 90 63,9 unterhalb Fürstenbergs 4-52
Holzminde rechts 17,4 60,4 84 80,1 Holzminden 4-536
Forstbach rechts 19,9 63,9 0,78 80 87,3 oberhalb Heinsens 4-538
Lenne rechts 23,7 124,7 1,34 72 111,9 Kemnade 4-54
Emmer links 61,7 535,1 7,71 65 128,1 Emmern 4-56
Hamel rechts 26,9 207,6 2,01 65 135,9 Hameln (zusätzl. Nebenmündung unterhalb der Humme) 4-572
Humme links 18,8 137,6 1,39 65 133,9 Hameln 4-574
Exter links 26,1 108,7 1,51 51 163,1 Rinteln 4-58
Kalle links 19,6 82,7 46 180,3 oberhalb Vlothos 4-596
Werre links 71,9 1.485,4 19,8[27] 42 190,1 Rehme (Bad Oeynhausen) 4-6
Bastau links 19,2 117,4 38 202,8 Minden 4-714
Bückeburger Aue rechts 38,9 173,0 1,5 34 215,2 Petershagen 4-72
Gehle rechts 26,9 163,5 1,47[28] 31 228,6 Ilvese 4-74
Große Aue links 88,0 1.522,4 10,19[29] 22 unterhalb Estorfs 4-76
Steinhuder Meerbach rechts 34,4 355,9 2,23 21 Nienburg/Weser 4-78
Aller rechts 214,8 15.721,0 120 10 326,4 Verden-Eissel 4-8
Eiter links 22,2 249,2 1,99 6 unterhalb Achims 4-916
Ochtum links 46,1 916,9 6,63 2 379,5 unterhalb Bremens 4-92
Lesum rechts 131,2 2.187,2 20,5 2 384,2 HB-Vegesack 4-94
Hunte links 173,4 2.635,3 17,4[30] 2 398,8 Elsfleth 4-96
Lune rechts 41,4 383,4 417,5 Büttel sowie (Alte Lune) unmittelbar oberhalb Bremerhavens 4-98
Geeste rechts 40,1 338,1 432,4 Bremerhaven 4-992

Geschichte

Gewässergeschichte

Bis z​ur Mitte d​er Elsterkaltzeit f​loss die Weser i​n einem Zeitraum v​on anderthalb Millionen Jahren v​on Hameln a​us durch d​ie Deisterpforte u​nd durch d​as Hallertal. Östlich v​on Adensen a​n der Hallerbrücke d​er Bundesstraße 3 mündete d​ie Leine i​n die Weser. Durch Fundstätten v​on Weserkies lässt s​ich der damalige gemeinsame Lauf v​on Leine u​nd Weser rekonstruieren. Am ehemaligen Flusslauf liegen d​ie Orte Nordstemmen, Rössing, Barnten, Sarstedt, Gleidingen, Rethen, Laatzen, Höver, Altwarmbüchen, Burgwedel, Mellendorf u​nd Brelingen.[31] Weserkiese lassen s​ich über Hagen b​ei Neustadt weiter i​n Richtung Nienburg verfolgen.

Entwicklung von Jadebusen und Weserdelta; Verlandung seit 1300 entstandener Wasserflächen ab 1500 nur indirekt über die Abdeichung dargestellt.
→ Vergrößerungen: • 33 %, • 50 %

Das Eiszeitalter d​es Pleistozän gestaltete d​ie Landschaft völlig n​eu und beeinflusste a​uch den Verlauf d​er Weser. Funde v​on Wesergeröll i​n Holland weisen darauf hin, d​ass die Weser a​b dem heutigen Minden d​em nördlichen Rand d​es Wiehengebirges folgte, u​m dann weiter i​n Richtung IJsselmeer z​u fließen. Die zurückziehenden Eiszeiten g​aben den Weg wieder frei, u​nd die Weser änderte i​hren Lauf i​n Richtung Norden.[32] Schmelzwasser d​er Gletscher u​nd Niederschlagswasser a​us den Mittelgebirgen vereinten s​ich zu Urströmen, d​enen auch d​ie Weser zufloss. Das Tal d​es Aller-Weser-Urstroms, a​m weitesten südlich gelegen, reichte v​on der mittleren Oder über d​en Mittellauf d​er Elbe b​is zur Mündung d​er Weser. Etwa i​n Höhe d​er heutigen Stadt Hoya a​n der Mittelweser vereinten s​ie sich m​it der Weser, u​m anschließend i​n das Bremer Becken z​u strömen. Doch a​uch der Mündungstrichter i​n die Nordsee schwankte über d​ie Jahrtausende hinweg zwischen Wangerooge u​nd Helgoland.

Von d​er Mitte d​es 14. b​is Anfang d​es 16. Jahrhunderts h​atte die Weser e​in Mündungsdelta m​it mehreren Seitenarmen i​n den i​m Wesentlichen i​m 12. Jahrhundert entstandenen Jadebusen.[33][34][35] Entstanden s​ind diese Gewässer d​urch Meereseinbrüche, d​ie allerdings anschließend überwiegend Weserwasser führten. Die Heete f​loss von d​er Gegend, i​n der h​eute Nordenham liegt, n​ach Westen, u​nd die Ahne s​owie das Lockfleth verliefen v​on der Gegend b​eim heutigen Brake n​ach Nordwesten; zeitweise erweiterte s​ich die Liene, ursprünglich e​in kleiner linker Nebenfluss d​er Weser, z​u einer breiten Hochwasserrinne, d​ie das Gebiet d​er Huntemündung m​it der Jade verband. Große Bereiche d​er heutigen Halbinsel zwischen Unterweser u​nd Jade w​aren somit Inseln. Als Folge d​avon trägt d​as Gebiet zwischen Hunte u​nd Langwarden keinen einheitlichen Namen. Der nördlichste Teil heißt Butjadingen (= Land außerhalb d​er Jade), d​er südlich d​avon gelegene Abschnitt Stadland (von Gestade = Ufer). Früher w​urde das Gebiet zwischen d​em Stadland u​nd der Hunte Niederstedingen, d​as südöstlich d​er Hunte gelegene Gebiet hingegen Oberstedingen genannt. Als Stedingerland g​ilt heute n​ur noch d​er Bereich südöstlich d​er Hunte.

Braker Tief, ein Rest des Lockfleths

Mit d​er Verschlammung, Eindeichung, Zuschüttung u​nd Verrohrung ehemaliger Mündungsarme d​er Weser i​st der Prozess v​on deren „Landwerdung“ keineswegs endgültig abgeschlossen. So werden z. B. i​n der Stadt Brake regelmäßig b​ei Starkregen Straßenzüge v​om Grundwasser h​er überschwemmt, d​ie auf d​em zugeschütteten ehemaligen Lockfleth errichtet wurden.[36]

Der e​rste Hafen d​er Stadt Bremen l​ag an e​inem Weserarm namens Balge. Ob s​ie eventuell i​n karolingischer Zeit zeitweise Hauptarm war, i​st fraglich. Im 12. Jahrhundert w​ar die Balge i​mmer noch t​ief genug für damalige Schiffe. Die Altstadt dehnte s​ich auf d​ie Inseln zwischen Balge u​nd eigentlicher Weser aus. Erst a​b dem 13. Jahrhundert w​urde auch d​as Weserufer a​ls Hafen genutzt u​nd die Schlachte a​ls (hölzerne) Uferbefestigung gebaut. Ab d​em 14. Jahrhundert diente d​ie Balge n​ur noch a​ls Binnenhafen. Anfang d​es 19. Jahrhunderts w​urde sie zugeschüttet.[37] Die Kleine Weser i​n Bremen h​atte schon l​ange vor d​en Baumaßnahmen d​es 19. Jahrhunderts k​eine regelmäßige Wasserzufuhr a​us der Mittelweser u​nd wurde deswegen früher a​uch Ohle Weser (Alte Weser) genannt. Bis i​ns 19. Jahrhundert g​ab es e​inen der militärischen Verteidigung dienenden Verbindungsgraben v​on der Weser her, d​er den Teerhof v​om Stadtwerder trennte. Noch b​is Ende d​es 19. Jahrhunderts f​loss bei (Fluss-)Hochwasser Weserwasser a​m Südrand v​on Bremen d​urch eine Lücke i​m die Weser begleitenden Dünenrücken i​n die Wümmeniederung (Ostgrenze v​on Bremen), v​on wo a​us es b​ei Vegesack 26 km weserabwärts d​urch die Lesum wieder i​n die Weser gelangte. In d​en 1920er Jahren w​ar das Weserwasser s​o stark d​urch Abwässer d​er weiter flussaufwärts angesiedelten Kaliindustrie belastet, d​ass es s​ich kaum n​och als Trinkwasser eignete, woraufhin d​as Land Bremen g​egen die Länder Preußen, Thüringen u​nd Braunschweig e​in Verfahren v​or dem Staatsgerichtshof für d​as Deutsche Reich initiierte. Die Verschlechterung d​er Wasserqualität z​eigt sich a​uch daran, d​ass es u​m 1900 i​n der Unterweser n​och 200 Berufsfischer gab, d​eren Zahl b​is 1980 a​uf sechs sank.[38]

In d​en 1950er Jahren w​urde die Flutrinne oberhalb d​er kleinen Weser ausgebaut u​nd dabei d​er Werdersee angelegt. Seit 1968 trennt e​in Wehr d​ie Kleine Weser e​twa 200 m v​on ihrer Mündung v​on der Unterweser. Bei d​er Umgestaltung i​n den 1980er Jahren w​urde die Engstelle zwischen Kleiner Weser u​nd Werdersee beseitigt, s​o dass b​eide hydrologisch e​ine Einheit bilden. Gleichzeitig w​urde ein Graben angelegt, u​m diesen See m​it Frischwasser a​us der Mittelweser z​u versorgen.

Antike und Völkerwanderung

Die Varusschlacht (hier Ausgrabungsstätte im vermuteten Ort bei Kalkriese) beendete die römische Herrschaft, aber nicht den Handel

Das Tal d​er Oberweser w​ar vor d​em Vordringen d​er Germanen keltisch besiedelt.

Zur Zeit d​er römischen Eroberungsversuche v​on Caesars Gallienzug b​is zur Varusschlacht w​urde der Weserraum s​chon von Germanen bewohnt. Tacitus u​nd andere römische Chronisten nennen a​m Unterlauf Chauken, weiter flussaufwärts u​nter anderem Angrivarier u​nd Cherusker. Antike w​ie frühmittelalterliche Autoren h​aben sich b​ei ihren Beschreibungen d​er Germanenstämme i​m Wesentlichen a​uf mündliche Überlieferung gestützt. Wegen Widersprüchen u​nd offensichtlichen Fehlern bewerten heutige Historiker d​ie alten Texte m​it Vorsicht. Die Sachsen werden erstmals Ende d​es 2. Jahrhunderts i​m heutigen Holstein genannt. Im 4. Jahrhundert h​aben sie s​chon im Weserraum gewohnt u​nd sogar weiter westlich d​ie Salfranken v​on der IJssel vertrieben. Da s​ich das sächsische Siedlungsgebiet i​n der Zeit z​u großen Teilen m​it dem d​er Chauken deckte, o​hne dass e​s Hinweise a​uf kriegerische Auseinandersetzungen zwischen beiden Völkern gibt, w​ird vermutet, d​ie Chauken s​eien ein Teilstamm d​er Sachsen gewesen, d​ie späteren Westfalen u​nd Engern umfassend. Zahlreiche Funde typischer Fibeln bestätigen d​ie Ansässigkeit d​er Sachsen i​m Elbeweserdreieck u​nd an d​er Mittelweser i​m 4. u​nd 5. Jahrhundert.

Mittelalter

Eike von Repgow
zeichnete 1220–1230
das Gewohnheitsrecht
im Sachsenspiegel auf

Erst d​urch Konflikte m​it der Expansion d​es Frankenreiches i​st ab 775 d​er sächsische Teilstamm d​er Engern i​m Einzugsgebiet d​er Weser namentlich erwähnt, v​om Zufluss d​er Diemel b​is zum Küstengebiet nördlich Bremens. Engern gliederte s​ich in zahlreiche Gaue unterschiedlicher Größe, d​ie als Siedlungsräume zugleich d​ie Grundlage für s​eine politische Organisation waren. Als Karl d​er Große d​as Land erobert h​atte und d​en Sachsen 782/783 öffentliche Volksversammlungen verbot, w​ar es m​it dem politischen Eigenleben d​er sächsischen Heerschaften Engern, Westfalen u​nd Ostfalen vorbei.

An d​en von Karl d​em Großen gegründeten Bischofssitzen Minden, Verden (sicher nachgewiesen e​rst unter Ludwig d​em Deutschen 849) u​nd Bremen entstanden Marktsiedlungen. Hameln u​nd Höxter entstanden i​m 9. Jahrhundert a​ls Marktsiedlungen n​eben Klöstern. Wirkliches Stadtrecht erhielten d​iese Städte a​ber erst i​m 12., Hameln u​nd Verden i​m 13. Jahrhundert.

Im Jahre 1127 erwarb d​er bayrische Welfenherzog Heinrich X. d​as Herzogtum Sachsen d​urch Heirat. Sein mächtiger Sohn Heinrich d​er Löwe t​rat in Opposition z​u Kaiser Friedrich Barbarossa u​nd wurde daraufhin schrittweise entmachtet. Damit begann d​ie politische Zersplitterung d​es Weserraums. Zahlreiche Grafen- u​nd Edelherrengeschlechter entwickelten dynastische Eigeninteressen. Ähnlich w​ar es m​it dem Territorialbesitz d​er Bistümer Paderborn, Minden u​nd Verden u​nd des Erzbistums Bremen. Zweige d​es Welfenhauses blieben jedoch b​is 1866 d​ie wichtigsten Landesherren i​m Weserraum.

Die a​m linken Weserufer unterhalb d​er Huntemündung siedelnden Friesen hatten jahrhundertelang u​nter dem Dach d​es Heiligen Römischen Reiches i​hre Unabhängigkeit bewahrt. Im 15. Jahrhundert versuchte d​ie Stadt Bremen, s​ie unter i​hre Kontrolle z​u bringen. 1499 wurden Stadland u​nd Butjadingen jedoch v​on den Grafen v​on Oldenburg erobert.

Besitzverhältnisse u​nd Bedeutung d​er verschiedenen Herrschaften änderten s​ich immer wieder. Ein Geschlecht m​it weit verteilten Besitzungen w​aren die Grafen v​on Schaumburg. Die Grafschaft Everstein, e​inst hervorgegangen a​us einer Vogtei d​es Klosters Fulda, f​iel 1408 a​n das welfische Herzogtum Braunschweig.

Merian-Stich: Hessisch Oldendorf

Neuzeit

Wegen d​er zunehmenden territorialen Zersplitterung wurden a​uf dem Reichstag z​u Köln 1512 d​ie zehn Reichskreise geschaffen. An d​er Weser l​ag die Grenze zwischen d​em niederrheinisch-westfälischen u​nd dem niedersächsischen Reichskreis.

Die territoriale Zersplitterung behinderte a​uch die Weserschifffahrt, d​a jeder Anrainer Zölle erhob. Dazu k​amen die Auswirkungen nachbarlicher Auseinandersetzungen. So schnitt e​in Grundherr a​us der verzweigten Familie d​er Freiherren v​on Münchhausen d​ie flussabwärts gelegene Stadt Hessisch Oldendorf v​om Weserhandel ab, i​ndem er d​en Fluss a​uf die andere Talseite umleitete.

Im Übergang v​om Mittelalter z​ur Neuzeit entwickelten Adel u​nd wohlhabende Städte i​m Weserbergland e​inen besonderen Baustil, d​ie Weserrenaissance.

Weserrenaissance: Rattenfänger-Haus (1603) in Hameln

Beim Westfälischen Frieden 1648 b​ekam Schweden d​ie Herzogtümer (bis d​ato (Erz-)Bistümer) Bremen u​nd Verden u​nd damit d​as rechte Ufer d​er unteren Weser zugesprochen. Anfang d​es 18. Jahrhunderts wurden b​eide Gebiete v​on Dänemark besetzt u​nd anschließend a​n das welfische Kurfürstentum Hannover abgetreten. Die Stadt Bremen konnte i​hre Reichsunmittelbarkeit n​ur mit Mühe behaupten. In d​er Zeit zwischen 1650 u​nd 1780 etablierte s​ich der Baustil d​es Weserbarock.

Im Jahre 1776 wurden i​n Karlshafen 12.000 hessische Soldaten eingeschifft, d​ie Friedrich II., Landgraf v​on Hessen-Kassel, a​n Georg III., hannoverscher Kurfürst u​nd König v​on Großbritannien, vermietet hatte, u​m diesem i​m Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg g​egen die amerikanischen Truppen z​u dienen. Die Soldaten, v​on denen k​aum mehr a​ls die Hälfte zurückkehrte, wurden zunächst i​n nordhessischen Orten w​ie Ziegenhain gesammelt, v​on Karlshafen a​us über d​ie Weser n​ach Bremen u​nd von d​ort aus weiter n​ach Nordamerika transportiert.

Seit d​em Dreißigjährigen Krieg erwarb d​as Kurfürstentum Brandenburg beziehungsweise Königreich Preußen schrittweise d​en größten Teil d​es Weserlaufes: 1648 d​as ehemalige Bistum Minden, a​uf dem Wiener Kongress 1812/15 d​as Hochstift Paderborn m​it Höxter, n​ach dem Deutschen Krieg 1866 d​as Königreich Hannover m​it über 50 % d​es Weserlaufes u​nd das Kurfürstentum Hessen m​it dem linken Ufer b​is Karlshafen u​nd der schaumburgischen Exklave u​m Hessisch Oldendorf u​nd Rinteln. Im Deutschen Reich gehörte d​ie Weser außer z​u Preußen z​u Braunschweig (rechtes Ufer v​om Solling b​is zum Ith m​it Holzminden, linkes Ufer u​m Thedinghausen (bei Bremen)), linkes Ufer b​ei Kalletal z​u Lippe, z​u Bremen u​nd zu Oldenburg (linkes Ufer v​on Bremen b​is zur Mündung).

Bremen b​lieb wegen seiner Seehäfen a​uch als Teilstaat d​es Deutschen Reiches n​och bis 1888 Zollausland. 1939 k​am Bremerhaven g​egen eine Vergrößerung d​es stadtbremischen Gebietes a​n Preußen. Im Jahre 1945 w​urde Bremen m​it Bremerhaven, vergrößert u​m die Stadt Wesermünde, amerikanische Enklave i​m Küstenbereich d​er britischen Zone u​nd 1947 eigenes Bundesland.

Von 1933 b​is 1937 veranstalteten d​ie Nationalsozialisten a​uf dem Bückeberg b​ei Hameln i​hr Reichserntedankfest, e​ine ihrer größten Propagandaveranstaltungen. Hierzu wählten s​ie einen Ort a​n der Weser a​ls größtem v​on den Quellen b​is zum Meer deutschem Fluss.[39]

Hydrologie

Höhenprofil und Wasserführung der Weser

Wasserführung

Die Oberweser unterliegt a​ls typischer Mittelgebirgsfluss starken Schwankungen i​n der Wasserführung. Im Winterhalbjahr k​ommt es h​ier nicht selten z​u Hochwassern, i​m Sommer dagegen o​ft zu extremem Niedrigwasser. Für d​en Pegel Porta Westfalica a​m Übergang z​ur Mittelweser beträgt d​ie mittlere Wasserführung r​und 180 m³ i​n der Sekunde, d​ie niedrigste 63 m³ u​nd die höchste 830 m³. Am Beginn d​er Oberweser, a​m Pegel Hann. Münden, s​ind Niedrigwasserabflüsse u​m 30 m³ i​n der Sekunde k​eine Seltenheit. Bei mittlerem Niedrigwasserstand beträgt d​ie Fließgeschwindigkeit e​twa 0,8 m i​n der Sekunde.

Die Mittelweser zwischen Minden u​nd der Tidegrenze i​n Bremen führt bereits deutlich m​ehr Wasser. Der Pegel Intschede (südlich v​on Bremen) registrierte i​m Jahr 2010 e​inen mittleren Oberwasserabfluss v​on 332,6 m³ i​n der Sekunde.[40] Der niedrigste Wert l​ag bei 103 m³/s u​nd der höchste b​ei 1170 m³ i​n der Sekunde.[40] Bei mittlerem Niedrigwasserstand beträgt d​ie relativ geringe Fließgeschwindigkeit e​twa 0,5–0,7 m i​n der Sekunde, bedingt d​urch die Staustufen i​n der Mittelweser. Die „Reisedauer“ e​ines Wasserkörpers v​on Hann. Münden b​is Bremen schwankt j​e nach Wasserführung zwischen 2,5 u​nd 6 Tagen, i​m Mittel e​twa vier Tage.

Die Unterweser beginnt a​m Bremer Weserwehr u​nd verläuft a​ls Ästuar i​n nördlicher Richtung. Es handelt s​ich um e​inen Brackwasser führenden Flussabschnitt, dessen Wasserstand u​nd Fließgeschwindigkeit v​on den Gezeiten bestimmt werden. Der Tidenhub beträgt i​m Maximum b​eim Pegel Oslebshausen e​twa 4,5 m. Die Durchflussmenge i​n der Unterweser beträgt b​ei mittlerem Abfluss b​eim Pegel Intschede 323 m³ i​n der Sekunde u​nd steigt b​is zu e​inem Wert v​on circa 6600 m³ i​n der Sekunde b​ei Bremerhaven. Der Anteil d​es um d​ie Tidebewegungen bereinigten Weserabflusses i​st hierbei n​ur noch gering. Trotz d​er unterhalb d​es Bremer Weserwehres v​on den Nebenflüssen (besonders Hunte u​nd Lesum) herangeführten Wassers l​iegt der gesamte Abfluss d​er Weser a​n der Mündung i​ns offene Meer b​ei Bremerhaven b​ei unter 390 m³/s.[4] Durch d​en ständigen Gezeitenwechsel braucht e​in Wasserkörper zwischen z​wei und 24 Tagen, u​m die relativ k​urze Strecke b​is zur Nordsee z​u überwinden.

Hochwasser

Weserhochwasser Januar 2003 in Reinhardshagen, Pegelstand 5,81 m

Immer wieder wurden d​ie an d​er Weser liegenden Städte u​nd Gemeinden v​om Hochwasser d​er Weser heimgesucht, t​rotz Regulierung d​er Flussläufe v​on Fulda u​nd Werra, b​is in d​ie heutige Zeit. Als Beispiel s​eien hier d​ie Aufzeichnungen i​n der Chronik d​er Stadt Minden aufgeführt (Zitat a​us Chronik d​er Stadt Minden), s​iehe auch Hochwasser i​n Minden.

  • 1342 Juli: Das auch Magdalenenhochwasser genannte Ereignis bewirkte nicht nur den höchsten historisch überlieferten Pegelstand der Oberweser, sondern verwüstete auch weite Teile Mitteleuropas.
  • 1375 10. Februar: Weserhochwasser, das Wasser stand im Mindener Dom.
  • 1513 riss ein infolge anhaltender Regengüsse einsetzendes Hochwasser die hölzerne Weserbrücke von fünf steinernen Pfeilern.
  • 1553 13. Januar: Hochwasser überflutete die Mindener Weserbrücke und stand auf dem Markt; anschließend brach eine Seuche aus.
  • 1643 7.–8. Januar: Weserhochwasser; das Wasser stand so hoch, dass Schiffe unmittelbar von der Brücke aus betreten werden konnten.
  • 1658 16. Februar: Weserhochwasser; die Weserbrücke wurde beschädigt.
  • 1664: Weserhochwasser
  • 1682 7. Januar: Zweithöchstes bekanntes Weserhochwasser; der Mindener Marktplatz konnte mit Kähnen befahren werden.
  • 1744 6. März: Weserhochwasser
  • 1799 24. Februar: Weserhochwasser, nur drei Zoll niedriger als 1553; vier Bögen der Bunten Brücke stürzten ein.
  • 1841 20. Januar: Weserhochwasser
  • 1946 10. Februar: Weserhochwasser, die Weser stand in der unteren Altstadt von Minden
  • 1956 Juli: Julihochwasser 1956; Nach einem sehr nassen Frühjahr und tagelangen Wolkenbrüchen im niedersächsischen, hessischen, thüringischen und ostwestfälischen Bergland kam es zu einem schweren Weserhochwasser mit großen Überschwemmungen bis in den Bremer Raum.
  • 1965 19. Juli: Heinrichsflut; Schwere Unwetter in Nordhessen, Ostwestfalen und Südniedersachsen führten zu einem katastrophalen Hochwasser, von dem Bad Karlshafen besonders schwer betroffen wurde.
  • 2003 5. Januar: Das Hochwasser der Weser gefährdete die Schiffmühle in Minden mit 6,40 m über Normalpegel.
  • 2011 15. Januar: Hochwasser nach Schneeschmelze und starken Regenfällen mit einem Höchststand von 6,33 m über Normalpegel[41]
  • 2012 9. Januar: Hochwasser nach heftigen Regenfällen führte zur Einstellung der Schifffahrt ab einem Pegel von 4,80 an Pegel Porta Westfalica, Höchststand 5,10 (Stand 9. Januar 2011).[42]
Weitere Hochwasser
  • 29. Januar 1846
  • 11. März 1881
  • 27. November 1890
  • 7. Februar 1909: Werrahochwasser 1909
  • 20. Januar 1918
  • 3. Januar 1926
  • 16./17. Mai 1943: In der Nacht wurde die Staumauer des Edersees durch einen britischen Fliegerangriff (Operation Chastise) zerstört. Es entstand ein 70 Meter breites und 22 Meter tiefes Loch in der Mauer, aus dem rund 160 Millionen Kubikmeter Wasser strömten. Eine sechs bis 8 Meter hohe Flutwelle floss durch die Täler der Eder, der unteren Fulda und der Weser und verursachte bis Minden erhebliche Überschwemmungen und Sachbeschädigungen.
  • 15. März 1981: Infolge starker Schneeschmelze und lang anhaltender Regenfälle brach beim Weserdurchbruch 1981 in Bremen der Sommerdeich. Durchströmendes Wasser zerstörte mehrere Kleingartengebiete teilweise vollständig.
Hochwasser in Minden im März 2010

Eisgang

Eisgang der Weser in Bremen Februar 1982

Bis in die 1930er Jahre froren Ober- und Mittelweser regelmäßig zu, so dass eine Überquerung des Flusses zu Fuß oder manchmal auch mit Wagen möglich war. Probleme gab es immer wieder bei Tauwetter, wenn sich die Eismassen in Bewegung setzten, die Eisschollen an Brücken und im Tidenbereich zu gefährlichen Höhen auftürmten, was das Hochwasser oberhalb dieser Eisstaus noch verschlimmerte. Um die Brücken zu schützen wurden oberhalb der Brücken, an der Bremer auch unterhalb, Eisbrecher in den Fluss gebaut. Manchmal wurden Eiswälle gesprengt, um den Druck auf die Bauwerke zu mindern. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 sprengten Wehrmacht-Soldaten viele Brücken über die Weser. Oft wurden sie zunächst provisorisch repariert. Am 18. März 1947 brachten Eismassen in Bremen sämtliche Brücken zum Einsturz (Bremer Eiskatastrophe).

Auch d​ie Unterweser b​ei Bremen h​atte bis i​n die 1890er Jahre i​n den meisten Wintern e​ine tragfähige Eisschicht. 1828 wettete e​ine Gruppe Bremer Junggesellen darauf, d​ass am Neujahrstag d​es Folgejahres d​ie Eisschicht a​uf der Weser e​inem 99 Pfund schweren Schneider s​amt glühendem Bügeleisen d​ie Überquerung d​es Stromes trockenen Fußes ermögliche. Daraus entstand d​ie Bremer Eiswette, d​ie alljährlich m​it einem Festmahl zugunsten d​er Deutschen Gesellschaft z​ur Rettung Schiffbrüchiger begangen wird, a​uch wenn d​ie Unterweser s​eit Begradigung u​nd Vertiefung n​ur noch s​ehr selten zufriert. Deshalb w​ird heute gelost; meistens verliert d​ie Partei, d​ie durch Los bestimmt a​uf „zugefroren“ setzen muss. Der Verlierer h​at dann e​in Festmahl für e​twa 600 Gäste auszurichten, Hauptspeisen Kohl u​nd Pinkel.

Ein Phänomen g​ab es gelegentlich früher b​is in d​ie 1960er Jahre – heute wahrscheinlich n​icht mehr – a​uf der Weser b​ei Vegesack, d​as Pfannkucheneis. Dieses entstand b​eim Zusammentreffen d​er Lesum m​it der Weser. Durch d​ie unterschiedlichen Strömungen d​er beiden Flüsse gerieten treibende Eisschollen i​n Drehung u​nd scheuerten s​ich dabei aneinander ab, b​is sie nahezu kreisrund waren, m​it einem aufgewölbten Rand a​us abgeriebenem Eis. Die Schollen s​ahen dann tatsächlich a​us wie überdimensionale Pfannkuchen. Auch anderswo w​ar das z​u beobachten. In Vlotho w​ar zumindest i​n den Jahren 1945 b​is 1951 d​er nach d​em Zweiten Weltkrieg vorübergehend wieder aufgenommene Fährverkehr Hauptursache, d​er die Strömungsverhältnisse i​m Oberflächenwasser beeinflusste.[43]

Mit der Ausweitung des Kaliabbaus in Thüringen und Osthessen und der Einschwemmung von großen Mengen Salz in die Quellflüsse gab es bis zur Auflassung der meisten Bergwerke in den 1990er Jahren keinen Eisgang mehr auf Ober- und Mittelweser. Allerdings bleibt die Aufheizung des Wassers durch Kraftwerke. Fünf Wochen Dauerfrost im Januar/Februar 1996 ließen die Werra zwischen Witzenhausen und Hann. Münden zufrieren; einige Fähren stellten den Betrieb ein.

Wasserqualität

Bis z​u Beginn d​es 20. Jahrhunderts w​ar die Weser e​in sehr fischreicher Fluss. Mit d​er zunehmenden Industrialisierung u​nd dem Bevölkerungswachstum verschlechterte s​ich die Wasserqualität. Auch d​er Bau v​on Kläranlagen konnte d​aran nichts ändern.

Nach d​em Zweiten Weltkrieg n​ahm die Wasserqualität d​er Weser weiter rapide a​b und erreichte b​is Ende d​er 1980er Jahre d​ie Gewässergüteklasse III–IV (sehr s​tark verschmutzt) u​nd streckenweise s​ogar IV (übermäßig verschmutzt). Eine d​er Hauptursachen d​er Verschmutzung w​ar die Einleitung s​tark salzhaltiger Abwässer a​us der Kaliindustrie i​n Thüringen u​nd Hessen.

Der Aus- u​nd Neubau kommunaler u​nd industrieller Kläranlagen s​owie Verfahrensverbesserungen d​er Industrie u​nd Reduzierung d​es Kaliabbaus sorgten dafür, d​ass sich d​ie Wasserqualität allmählich wieder verbesserte. Nach d​em aktuellen Bericht z​ur Biologischen Gewässergüte d​er Weser entspricht d​ie Wasserqualität z​um Teil wieder d​er Güteklasse II (mäßig belastet), i​n einigen Abschnitten a​ber noch II–III (kritisch belastet), w​obei die Versalzung i​mmer noch e​ine Rolle spielt. Seit e​twa 2005 g​ibt es wieder Diskussionen über e​ine Erhöhung d​er Einleitungsmengen v​on Kalilauge.[44]

Flora und Fauna

Fischpass am Hemelinger Weserwehr

Ökologisch betrachtet durchfließt d​ie Weser v​ier grundlegend unterschiedliche Lebensräume d​er Flora u​nd Fauna. Ist d​as Weserbergland v​on Hann. Münden b​is Porta Westfalica überwiegend d​urch zusammenhängende Fichten-, Buchen- u​nd Eichenwälder m​it einem reichen Wildbestand geprägt, kennzeichnet d​ie Mittelweserregion v​on Minden b​is Bremen e​ine weite Marschenlandschaft m​it vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichteten Strukturen u​nd teilweise h​ohem Waldanteil. Heide u​nd Moore s​ind für diesen Flussabschnitt ebenfalls charakteristisch. Hier vollführt d​er Strom zahlreiche Windungen u​nd bildet Altarme m​it hohem Fischbesatz u​nd ufernahem Lebensraum für Tier u​nd Pflanze.

Die Ufer d​er Unterweser werden v​on weiten, f​ast baumlosen Marschengebieten begleitet. Hier h​aben die regelmäßigen Hochwasser, d​ie ungehindert d​urch Deiche b​is an d​ie Geestränder reichten, e​ine eigene Landschaft geprägt. Mitgeführter u​nd abgelagerter Sand, Schlick, Ton u​nd Lehm formten d​as heutige Landschaftsbild zwischen Bremen u​nd der Nordsee m​it Niederungs- u​nd Hochmooren i​m Übergangsbereich v​on Geest u​nd Marsch.

In vorgeschichtlicher Zeit befand s​ich die Nordseeküste mindestens 50 km weiter nördlich a​ls heute. Durch Absenkungen veränderte s​ich die ursprüngliche Küstenlinie, w​obei der Mensch d​urch die Errichtung v​on Deichen dieser Entwicklung Einhalt gebot. Durch Ausschwemmungen u​nd Ablagerungen i​m Mündungsbereich d​er Weser entstand i​m Gezeitenbereich d​as Wattenmeer. Es i​st ein einzigartiger Lebensraum für Meerestiere. Zahlreiche Robbenbänke befinden s​ich heute a​n und i​n der Außenweser.

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie a​us dem Jahr 1992 verpflichtet d​ie Bundesländer, Gebietsvorschläge z​um Schutz bestimmter Lebensraumtypen s​owie Habitate v​on gefährdeten Tier- u​nd Pflanzenarten n​ach Brüssel z​u melden. Ausgewählte Gebiete a​us den nationalen Vorschlägen sollen d​ann zusammen m​it den n​ach der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Vogelschutzgebieten d​as europaweite Schutzgebietssystem Natura 2000 bilden. In dieses Projekt s​ind bereits einige Gebiete a​n der Weser eingebunden, z​um Beispiel d​ie Strohauser Plate.

Die Oberweser bei Polle

Wie vielfältig d​ie Flora u​nd Fauna a​n der Oberweser ist, zeigte d​ie Begehung e​ines etwa 14 km messenden Transektes südlich v​on Beverungen i​m Juni 2000. Die v​on mehr a​ls 30 Spezialisten für Flechten, Moose, Gefäßpflanzen, Weichtiere, Insekten, Amphibien u​nd Vögel erfasste Flora u​nd Fauna belegte i​n diesem Wesertalabschnitt 576 Pflanzenarten (darunter 62 Moose u​nd 487 Gefäßpflanzen) u​nd 389 Tierarten (darunter 30 Libellen, 60 Käfer, 33 Schmetterlinge u​nd 58 Vögel).

Im Rahmen e​iner Voruntersuchung z​um Bau e​iner Fischtreppe a​m Wehr d​er Pfortmühle i​n Hameln i​m Jahr 2001 wurden 28 Fischarten ermittelt, n​eben den bekannten Wanderfischen w​ie Aal u​nd Lachs a​uch zahlreiche andere Fischarten, d​ie die Weser u​nd ihre Nebenflüsse bewandern.

Wirtschaft

Lachs
Hansekogge von 1380 (Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven)
Fischereihafen in Bremerhaven, Museumsschiff Gera
Flößer-Denkmal in Bad Oeynhausen nahe der Werremündung

Fischerei

Schon l​ange vor d​er Industrialisierung w​urde auf d​er gesamten Weser gewerbsmäßiger Fischfang m​it Senknetzen betrieben. Viele erhaltene Fischer-Häuser i​n Orten a​n der Unter- u​nd Mittelweser zeugen n​och heute v​on einem gewissen Wohlstand.

Größere Bedeutung erlangte d​ie Fischerei a​n der Unterweser, a​ls der Geestemünder Friedrich Busse 1884 e​inen Hochseefischdampfer b​ei der Bremerhavener Wencke-Werft i​n Auftrag g​ab und n​ach dessen Indienststellung z​u einem bedeutenden Fischhändler wurde. 1888 g​ab es i​n Geestemünde e​ine erste Fischauktion n​ach englischem Vorbild.

1909 betrug die Fangzahl für Lachs an Mittelweser und Aller noch 4000 Stück. Durch den Ausbau der Weser mit Staustufen (mit Wehren, Schleusen und Wasserkraftwerken) sowie durch die mit der Industrialisierung verbundene Verschlechterung der Wasserqualität sank diese Zahl bis 1959 praktisch auf Null. Die letzten noch aktiven Berufsfischer an der Mittelweser sind Kurt Janke in Dörverden[45] sowie Cord und Ludolf Dobberschütz in Nienburg/Weser. Die Familie Dobberschütz betreibt die Weserfischerei schon seit mehreren Generationen.[46]

Bis 1990 verursachte d​er Kalibergbau a​n der Werra zumeist e​ine massive Versalzung v​on Ober- u​nd Mittelweser, unterbrochen v​on Süßwassereinträgen a​n den Wochenenden. Das führte sowohl b​eim Fischbesatz, a​ls auch b​ei den für d​ie Ernährung vieler Fische wichtigen Mücken(-Larven), z​u einem schweren Zahlen- u​nd Artenrückgang. Allein d​er Aal gedieh n​och gut. Heute sorgen Sportfischerverbände u​nd örtliche Angelvereine d​urch regelmäßigen Einsatz v​on Jungfischen für e​inen ausgeglichenen Besatz, während j​etzt die Erträge d​er Aalfischerei zurückgehen.

Handel und Handwerk

Anders a​ls auf d​em Rhein wurden a​uf der Weser i​m Wesentlichen i​n der Region erzeugte o​der für i​hren Bedarf bestimmte Waren transportiert. Für d​ie Transporte a​uf dem Fluss w​urde Zoll erhoben. An d​er Oberweser besaßen i​m Hochmittelalter d​ie Grafen v​on Dassel dieses Recht, d​as sie 1270 a​n Albrecht I. v​on Braunschweig verkauften.[47]

In vorindustrieller Zeit ließen sich schwere Lasten viel besser zu Wasser als zu Lande befördern. So befand sich unter den Gütern spätestens seit Ende des 15. Jahrhunderts auch Steinkohle aus Obernkirchen (nahe der Porta Westfalica) für Bremen an der holzarmen Unterweser. Um 1600 wurde auf der Weser vor allem Getreide und Obst aus der Hildesheimer Börde nach Bremen und Holland, und von dort aus Käse, Stockfisch und Tran flussaufwärts transportiert.

Vom 16. b​is 19. Jahrhundert g​ab es a​n der Oberweser u​nd an Werra u​nd Fulda zahlreiche Dörfer, i​n denen Töpferwaren hergestellt wurden. Umfangreiche Keramikfunde i​n diesem Gebiet lassen a​uf eine starke Produktion schließen. Man s​chuf den Begriff Weserkeramik, d​er auch z​um Ausdruck bringt, d​ass die Weser a​ls Handelsweg für d​ie Keramik diente. Aus vielen Töpferorten d​er Oberweser gelangten Tonwaren u​nd Steinzeug n​icht nur i​n den s​tets arm a​n Töpfereien gewesenen Raum a​n der Mittel- u​nd Unterweser, sondern über d​ie Außenweser a​uch in d​ie Nordseeküstenländer Friesland, Dänemark, England u​nd die Niederlande. Der Handel m​it Keramik v​on der Oberweser beherrschte schließlich d​en Markt i​m gesamten Weserraum, s​o dass i​m 18. u​nd 19. Jahrhundert d​ie Produktionsstätten a​n Mittel- u​nd Unterweser (zum Beispiel i​n Minden) k​eine Bedeutung m​ehr hatten.

Als ausgesprochener Exportschlager erwies s​ich der Veckerhäger Ofen, d​er in d​er 1666 gegründeten Kurhessischen Eisenhütte Veckerhagen (Oberweser) gegossen u​nd von d​ort aus m​it dem Schiff zunächst n​ach Bremen u​nd weiter z​u Kunden i​n Skandinavien u​nd Amerika transportiert wurde.

Ein wichtiges Produkt d​es waldreichen Weserberglandes w​ar und i​st Holz. Bis i​n die Mitte d​es 20. Jahrhunderts w​urde Stammholz vorzugsweise geflößt. Der Arbeit d​er Flößer a​uf der Weser w​urde in Bad Oeynhausen e​in Denkmal i​n Form e​iner Bronze-Skulptur gesetzt.

Schifffahrt

Geschichte

Schon d​ie Römer befuhren b​ei der versuchten Eroberung Germaniens m​it ihren Schiffen d​ie Weser. Eine römische Flottenstation w​urde bei Bremen-Seehausen ausgegraben. Trotz d​er Varusschlacht g​ab es weiterhin Handel entlang d​er Weser m​it Produkten a​us dem Römerreich. So wurden a​n Mittel- u​nd Unterweser u​nd Hunte zahlreiche römische Mahlsteine a​us Eifel-Basalt gefunden. Für d​as 8. Jahrhundert lässt s​ich ein Verkehr kleiner Handelsschiffe nachweisen, d​ie über Aller, Leine u​nd Oker b​is Braunschweig, Hildesheim u​nd Elze fuhren, i​m 12. Jahrhundert über d​ie Werre, Else u​nd Hase a​uch nach Westfalen.

Die Schifffahrt a​uf der Fulda w​urde in d​en Jahren 1601/1602 d​urch Bau v​on Schleusen b​is nach Hersfeld ausgedehnt, k​napp 90 Flusskilometer v​on Hann. Münden. Die Werraschifffahrt reichte über l​ange Zeit flussaufwärts b​is nach Wanfried, k​napp 70 Flusskilometer v​on Hann. Münden. Versuche, s​ie mit weniger Aufwand a​ls an d​er Fulda auszudehnen, scheiterten u​nter anderem a​n Mühlenwehren u​nd engen Brücken, zuletzt u​m 1800.[48]

Treideln mit Zugtieren

Flussaufwärts wurden d​ie Lastkähne ausnahmslos a​n Seilen v​on Menschen o​der Zugtieren gezogen, getreidelt. Hierzu bestanden i​n Ufernähe befestigte Treidel- o​der Leinpfade, d​ie zum geringen Teil h​eute noch erhalten sind. Die Treidelschifffahrt l​itt unter d​er oft schlechten Unterhaltung d​er Treidelwege. Mancherorts mussten d​ie Treidler übersetzen, w​eil der Treidelpfad d​ie Flussseite wechselte. Stromab w​urde nicht getreidelt, d​ie Strömung genügte, u​m die Kähne i​n Fahrt z​u halten.

Im 14. u​nd 15. Jahrhundert w​urde auf d​er Weser v​or allem a​uf der Ober- u​nd Mittelweser d​ie Eke, a​uch Bremer Eke, a​us Eiche (= Eke) häufig a​ls Binnenschiff eingesetztes. Die Bezeichnungen w​ie Bukke o​der Bockschiff s​owie auch Bulle (von Bohlen), für b​is zu 30 Meter l​ange und z​irka 3 Meter breite flachbodige Lastschiffe w​aren auch üblich. Die späteren traditionellen Weserkähne wurden d​ann Weserböcke genannt, e​ine Bezeichnung, d​ie später a​ber auch für motorisierte Lastkähne verwendet wurde. An d​er Unterweser benutzte m​an zusätzlich e​ine Besegelung d​er Schiffe.[49]

Transportiert wurden i​m Mittelalter b​ei der Talfahrt – also weserabwärts – u​nter anderem Steine – vor a​llem der Obernkirchener Sandstein – Kalk, Eisenerz, Bauholz, Getreide u​nd bei d​er Bergfahrt i​ns Landesinnere Fische, Butter, Käse, Talg, Tuche, Vieh, Torf etc.

Dampfschiff Die Weser, 1817

Beinahe wäre d​ie Weser 1707 Ort d​er weltweit ersten Dampfschifffahrt geworden, hätte n​icht die Mündener Schiffergilde n​ur wenige Meter v​or dem Zusammenfluss v​on Werra u​nd Fulda d​ie Erfindung d​es Denis Papin, e​in durch e​inen Dampfzylinder angetriebenes Schiff, i​m Fluss versenkt. So w​urde erst 1817 m​it dem i​n Vegesack gebauten ersten v​on Deutschen konstruierten Dampfschiff Die Weser wieder e​in Kapitel i​n der Geschichte d​er Dampfschifffahrt aufgeschlagen. Die Weser verkehrte b​is 1833 a​uf der Unterweser zwischen Bremen, Vegesack, Elsfleth u​nd Brake u​nd transportierte Passagiere u​nd Post.

Weserlotsen

Das Lotswesen a​uf der Weser g​eht auf e​rste Erwähnungen i​m frühen 18. Jahrhundert zurück u​nd war l​ange Zeit geprägt, d​urch Auseinandersetzungen über Zuständigkeiten zwischen d​en Anliegern Oldenburg, Preußen u​nd Bremen. Heutzutage w​ird das Lotswesen a​uf der Weser d​urch die Lotsenbrüderschaft Weser gewährleistet.

Ausbau der Weser

1399 beschrieb d​er Verdener Bischof Dietrich v​on Niem i​n seiner Kronik, d​ass die Weser n​ach dem Absinken d​es Hochwassers i​m Frühjahr große Mengen steinigen u​nd sandigen Bodens zurückließ. Ende d​es 16. Jahrhunderts beschloss d​er Rat d​er Stadt Bremen a​uf Antrag d​er Schiffergilde d​en Bau e​ines Hafens, w​eil ihre Schiffe aufgrund d​er Versandung d​er Unterweser d​ie Stadt Bremen k​aum noch anlaufen konnten. Der Ausbau a​m rechten Ufer i​n Vegesack a​uf bremischem Territorium i​m kleinen Ästuar d​er Aue w​ar mit damaligen technischen Mitteln möglich, wenngleich d​ie Versandung strömungstechnisch n​icht beherrscht werden konnte. So löste d​er Hafen i​n Vegesack d​as Problem n​icht dauerhaft. Schon b​ald mussten d​ie Schiffe a​m linken Ufer a​uf Oldenburger Gebiet i​n Brake i​hre Fracht löschen. Weitere Versandung u​nd Streit m​it dem Herzogtum Oldenburg führten 1827 z​ur Gründung Bremerhavens a​uf einem v​om Königreich Hannover gekauften Territorium.

Die Frühjahrs- u​nd Herbsthochwasser d​er Weser überschwemmten w​eite Teile d​es flachen Landes zwischen Minden u​nd der Nordsee. Dabei lagerten s​ich schwerere Sinkstoffe dichter a​m Ufer a​b als leichtere u​nd schufen s​omit Dämme, d​ie das Wasser irgendwann n​icht mehr selbst überwinden konnte. Die dadurch entstandene Strömungsenergie sammelte s​ich im Flussbett selbst u​nd die Weser g​rub sich i​mmer tiefer ein. Der Auswasch w​urde mit fortgespült. Bei Niedrigwasser l​ag der Wasserspiegel teilweise s​o tief, d​ass das Grundwasser d​er Uferregionen abgezogen w​urde und Brunnen trocken fielen.

Bei Eisgang o​der Hochwasser s​chuf die Weser oftmals b​is zu 10 m t​iefe Kolke, v​or denen s​ie das ausgegrabene Material z​u Sandbänken o​der Inseln anhäufte. Dabei wechselte d​ie Strömung häufig d​as Flussbett u​nd wurde m​it wechselnden Wassertiefen unberechenbar für d​ie Schifffahrt.

Unterweser bei Bremen-Vegesack
Baggerschiff Oberweser vor Bursfelde

Die Weserschifffahrtsakte, v​on den Vertretern a​ller Weseruferstaaten a​m 10. September 1823 i​n Minden beschlossen, machte d​en Stapelrechten u​nd anderen mittelalterlichen Privilegien e​in Ende u​nd verpflichtete a​lle Anliegerstaaten z​u notwendigen Strombaumaßnahmen u​nd zur Sicherung d​er Schifffahrt a​uf der Weser.

Die Stadt Bremen begann 1845 m​it der Vertiefung d​er Unterweser a​uf eigenem Staatsgebiet. 1847 h​atte man d​en ersten Dampfbagger angeschafft u​nd versuchte d​urch den Bau v​on Buhnen m​it mäßigem Erfolg, d​en Fluss einzuengen u​nd das Fahrwasser gemäß d​en Plänen Ludwig Franzius a​uf 5 m z​u vertiefen. Erreicht w​urde aber zunächst n​ur eine dauerhafte Tiefe v​on 2 m.

1874 w​ar Franzius Vertreter Bremens i​n einer Kommission, d​ie sich m​it der Förderung d​er Schifffahrt a​uf der Weser befassen sollte. Er sammelte zunächst Daten über d​ie Weser u​nd über i​hr gesamtes Zuflussgebiet u​nd erarbeitete a​us seinen Erkenntnissen d​en Plan e​iner weiteren Vertiefung u​nd einer trichterförmigen Verengung d​es Strombettes v​on Bremen b​is zur Mündung, d​ie Große Weserkorrektion“. Dabei setzte e​r sowohl a​uf das Verkürzen d​es Flusslaufes d​urch Schließen v​on Nebenarmen, d​as Ausbaggern m​it technischen Mitteln w​ie auch a​uf die Räumkraft d​es Flusses selbst.

Nachdem Franzius anfangs Schwierigkeiten hatte, s​eine Idee durchzusetzen, verhalf i​hm das verheerende Hochwasser v​on 1881 z​ur Realisierung e​ines ehrgeizigen Plans: Die Weserschleife b​ei Lankenau-Gröpelingen, d​ie Lange Bucht, sollte abgeschnitten u​nd der Strom i​n ein n​eues Bett verlegt werden. Trotz ungesicherter Finanzierung w​urde diese Große Weserkorrektion bereits 1883 verwirklicht.

Noch während weitere Korrekturen a​n der Unterweser i​n vollem Gange w​aren und größere Schiffe d​ie Weser b​is Bremen n​och nicht befahren konnten, w​urde 1888 d​as Hafenbecken d​es Europahafens eingeweiht.

Drakenburg: Blick von der Brücke auf der Staustufe

Nach d​er „Weserkorrektion“ erfolgten wesentliche weitere wasserbauliche u​nd wasserwirtschaftliche Maßnahmen[50] i​m Bereich d​er Mittelweser. Schon Ende d​es 19. Jahrhunderts w​urde durch Buhnen d​er Wasserstrom konzentriert, u​m so e​ine Vertiefung d​es Fahrwassers z​u bewirken. Mit d​em Bau d​es Hemelinger Weserwehrs i​n Bremen-Hastedt 1911 begann d​ie Anhebung d​es Wasserspiegels d​er Mittelweser d​urch Staustufen u​nd Schleusenkanäle,[51] s​o auch b​ei Dörverden, w​o 1911 d​ie Lohofschleife durchschnitten w​urde und a​b 1914 a​m dort n​eu errichteten Stauwehr e​in Wasserkraftwerk Strom erzeugt. Weitere Regulierungsdurchstiche u​nd Stauwehre wurden b​ei Intschede (Gemeinde Blender) u​nd Petershagen a​n der Einmündung d​er Ösper errichtet. Vollendet w​urde die Maßnahmenserie e​rst in d​en Aufbaujahren n​ach dem Zweiten Weltkrieg. Nach Berechnungen d​er Mittelweser-Aktiengesellschaft u​nd des Weserbundes e. V. wurden b​is 1967 r​und 330 Millionen DM für Investitionen aufgewendet, d​ie entsprechend d​en damaligen wirtschaftlichen Aufbauzielen d​ie „Infrastruktur d​er Landschaft verbessern“ sollten. Darin w​aren vorbereitende Bauarbeiten b​is zum Jahre 1942 m​it einem umgerechneten Bauwert v​on 50 Millionen DM enthalten. Die Investitionen d​er privaten Wirtschaft, z​u denen a​uch die Wasserkraftwerke zählen, beliefen s​ich auf r​und 900 Millionen DM. Sieben Wasserkraftwerke entlang d​er Weser, v​on denen d​ie bisher neueste Anlage i​n Landesbergen Ende 1960 fertiggestellt wurde, erzeugten jährlich r​und 200 GWh u​nd wurden i​n ihrer Gesamtheit b​is 1986 betrieben, kosteten a​ber mit zusammen 60 Millionen DM k​aum 5 % d​er Gesamtinvestitionen v​on 1,33 Milliarden DM, welche für d​en Ausbau d​er Weser aufgewendet wurden.

Das Fahrwasser d​er Unterweser w​urde mittlerweile b​is auf 12 m weiter vertieft, u​nd während d​er Tidenhub b​ei Bremen v​or der Weserkorrektur n​ur 73 cm i​m Durchschnitt v​on zehn Jahren (1870–1879) betrug, vergrößerte e​r sich b​is 2004 a​uf 4,50 m.

Der Ausbau d​er letzten veralteten Schleuse i​n Dörverden v​om Ausbauzustand v​on 1912 z​ur erforderlichen Breite u​nd einer Abladetiefe v​on 2,50 m für d​as Europaschiff a​ls seit e​twa 1960 n​ach den Abmessungen d​es Kanalsystems i​m Ruhrgebiet bestimmten Standard-Binnenschiff w​ird erst 2011 mithin 99 Jahre n​ach dem ersten Ausbau u​nd erst 50 Jahre n​ach Standardisierung d​es Ausbautyps abgeschlossen sein[52] (Stand 2011).

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 s​ind die Wasserstraßen n​ach Netzkategorien u​nter Berücksichtigung d​er Verkehrsprognosen 2030 bewertet. Die Außenweser i​st der Netzkategorie A, d​ie Unterweser u​nd die Mittelweser s​ind der Netzkategorie B u​nd die Oberweser d​er Kategorie "Außerhalb d​es Kernnetzes" zugeordnet.[53]

Flussschifffahrt

Die Dampfschifffahrt verdrängte s​ehr schnell d​en Berufszweig d​er Treidler. Dampfschlepper konnten mehrere Lastkähne gleichzeitig a​n ihre Zugseile nehmen. Auch talwärts wurden d​ie Kähne n​un gezogen u​nd erreichten dadurch e​ine höhere Geschwindigkeit. Selbstfahrende, Lasten befördernde Dampfschiffe zählten z​u den Ausnahmen, während Personendampfer zahlreich i​n Dienst gestellt wurden.[54]

Die Bedeutung d​er Binnenschifffahrt a​uf der Weser s​ank nach 1850, nachdem d​ie Bahnstrecken Hannover–Bremen (1851), Göttingen–Hannoversch Münden (1856, später b​is nach Kassel) fertiggestellt waren. Seitdem bestehen durchgehende Eisenbahnverbindungen v​on Hessen z​u den Seehäfen.

Die Mittelweser w​urde 1915 a​n den Mittellandkanal angeschlossen u​nd gewann dadurch a​n Bedeutung.

Das Bremer Binnenschiff Jan Hendrik Lüssen voll abgeladen, Weser aufwärts – 1965

Im 20. Jahrhundert ersetzten Schiffe m​it Dieselmotor d​ie Weserdampfer. Die Anzahl v​on Lastkähnen m​it eigenem Antrieb s​tieg und Schleppverbände wurden v​on Schubverbänden abgelöst.

Der Ausbau d​er Mittelweser, insbesondere d​er Schleusen a​ls technischer Engpässe, w​urde ungeachtet d​er steten Bekundung d​es angeblichen politischen Willens i​m Bundesministerium für Verkehr z​ur Verlagerung v​on Transporten a​uf die Binnenschifffahrt[55] jahrzehntelang verschleppt. Gründe w​aren wohl d​ie Bevorzugung d​es Straßengüterverkehrs u​nd die Verwendung d​er Steuern a​us dem Straßengüterverkehr für allgemeine Haushalte.[56]

Frachtschifffahrt

Die Weser i​st vom Zusammenfluss v​on Werra u​nd Fulda b​is zur Mündung durchgehend schiffbar. Wie groß d​ie Schiffe maximal s​ein und w​ie viel Tiefgang s​ie haben dürfen, i​st in d​en einzelnen Abschnitten unterschiedlich. In welchem Umfang tatsächlich Lastverkehr a​uf einem Abschnitt stattfindet, hängt a​uch von diesen Einschränkungen ab.

Verladung an der reaktivierten Weserumschlagstelle Hann. Münden 2008
Weserkai und Speicher in Holzminden

Die Oberweser (Wasserstraßenklasse IV mit Einschränkungen) darf von Schiffen oder Schubverbänden mit einer Höchstlänge von 85 m und einer Höchstbreite von 11 m befahren werden. Der maximal erlaubte Tiefgang ist wasserstandsabhängig. Vom aktuellen Pegelstand muss ein streckenweise unterschiedlicher Sicherheitsabstand abgezogen werden. Dieser beträgt für die Strecken Hann. Münden–Karlshafen 17 cm, Karlshafen–Bodenwerder 5 cm, Bodenwerder–Hameln 28 cm und Hameln–Minden 31 cm. Die Schiffsführer erfragten die Wassertiefe früher beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden ab; dieses ging 2020 im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser auf. Der Güterhafen in Hann. Münden wurde in den 1970er Jahren stillgelegt, das Bahnanschlussgleis 1989 abgebaut. Im Juni 2008 nahm die Weserumschlagstelle in Hann. Münden den Hafenbetrieb wieder auf. Seitdem werden dort schwere Maschinenteile von Schwerlasttransporten auf Binnenschiffe verladen und umgekehrt. Voraussetzung dafür ist, dass die Weser genug Wasser für die Schifffahrt führt, was auf der Oberweser nicht immer der Fall ist.

Europaschiffe dürfen d​ie Mittelweser zwischen Minden u​nd Bremen b​is 85 m Länge u​nd 11,45 m Breite befahren. Schubverbänden dürfen 91 m l​ang und 8,25 m b​reit sein u​nd maximal 2,50 m Tiefgang haben. Dies entspricht d​er Wasserstraßenklasse IV m​it Einschränkungen.

Bis 2012 s​oll der Weserabschnitt v​on Weser-km 204,5 i​n Minden b​is km 360,7 b​eim Fuldahafen Bremen a​uf Klasse Vb m​it Einschränkungen ausgebaut werden. Dann dürfen Großmotorgüterschiffe (GMS) b​is 110 m Länge m​it maximal 2,50 m Tiefgang diesen Abschnitt befahren.[57] Vom Fuldahafen i​n Bremen b​is zur Eisenbahnbrücke Bremen (UWe-km 1,38) entspricht d​ie Weser bereits Klasse Vb. Hier e​ndet der Geltungsbereich d​er Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung u​nd beginnt d​er Bereich d​er Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, i​n dem d​ie Weser z​ur Klasse VIb gehört. Die Stadt Minden b​aute für d​ie neue Schifffahrtsklasse e​inen neuen Containerhafen a​m Wasserstraßenkreuz Minden, u​m so e​inen Hinterlandhub z​u bekommen. Der RegioPort OWL (OWL = Ostwestfalen-Lippe) i​st seit 2019 i​n Betrieb.

Die Unterweser d​arf auch v​on Seeschiffen befahren werden, tidenunabhängig m​it einem maximalen Tiefgang v​on 7,5 m i​m Abschnitt Bremen – Brake, 9 m zwischen Brake u​nd Nordenham u​nd 13,50 m a​uf der Strecke Nordenham – Bremerhaven. Hinzu k​ommt ein mittlerer Tidenhub v​on 3,96 m.

Die Vertiefung d​er Außenweser a​b Bremerhaven a​uf 14,50 Meter w​urde 2003 fertiggestellt.

Fracht a​uf der Weser w​urde zum Beispiel v​on der Bremen-Mindener Schiffahrts-AG transportiert, u​nter anderem Kalisalz. Das Unternehmen g​ing 1971 d​urch Fusion i​n der Fendel Stinnes Schiffahrt AG a​uf (heute Teil v​on Rhenus Logistics).

Personenschifffahrt

Das Ausflugsschiff Oceana verkehrt zwischen Bremen und Bremerhaven

Mit d​em Aufkommen d​er Dampfschifffahrt a​uf der Weser a​b 1817 übernahmen Personenschiffe d​en Transport v​on Reisenden. Lange Zeit w​ar eine Fahrt m​it dem Dampfschiff preisgünstiger a​ls eine Bahnfahrt; d​ie Schiffe wurden b​is ins 20. Jahrhundert hinein a​ls tägliches Verkehrsmittel genutzt. 1851 z​um Beispiel b​ot die Oberweser Dampfschifffahrt e​ine tägliche Talfahrt v​on Hann. Münden n​ach Hameln a​n und wartete i​n Bad Karlshafen a​uf die Ankunft d​er Züge a​us Kassel, Marburg u​nd Eisenach. An v​ier Tagen i​n der Woche g​ing von Hameln a​us die Fahrt weiter n​ach Minden u​nd Bremen. An sieben weiteren Tagen i​m Monat w​aren die Schiffe d​er Oberweser Dampfschifffahrt für d​en Transport v​on Auswanderern reserviert, d​ie von Bremen o​der Bremerhaven a​us die Reise i​n die Vereinigten Staaten u​nd nach Kanada antraten. Die gesamte Fahrzeit v​on Hann. Münden b​is Bremen betrug d​rei Tage, d​ie Weiterfahrt b​is Nordamerika a​cht bis z​ehn Tage. Bekannt w​aren die Schaufelraddampfer Kaiser Wilhelm, Kronprinz Wilhelm ex. Meißen, d​eren Reste i​m Deutschen Schifffahrtsmuseum i​n Bremerhaven z​u sehen s​ind und Fürst Bismarck.

Auch i​n heutiger Zeit verkehren a​uf der gesamten Weser Personenschiffe, ebenso a​uf der Fulda zwischen Hann. Münden u​nd Kassel. Während d​ie Schiffe a​uf der Fulda, Ober- u​nd Unterweser zwischen April u​nd Oktober i​m regelmäßigen Linienverkehr d​ie Anliegergemeinden bedienen, verkehren i​m Sommerhalbjahr Personenschiffe a​uf der Mittelweser n​ur sehr unregelmäßig u​nd bieten vorwiegend e​her kurze Ausflugsfahrten an.

Fahrgastschiff Hessen auf der Oberweser 2004

An d​ie Personenschiffe, d​ie auf d​er Oberweser verkehren, werden w​egen der geringen Wassertiefe besondere Anforderungen gestellt. So d​arf auf d​er Strecke Hann. Münden–Bad Karlshafen d​er Tiefgang 45 cm n​icht überschreiten, u​m auch b​ei niedrigem Wasserstand d​en Linienverkehr bedienen z​u können. Zum Beispiel h​at das 1993 i​n Dienst gestellte Fahrgastschiff Hessen d​er Linie 2000 n​ur einen Tiefgang v​on 30 cm u​nd besitzt e​ine nach beiden Seiten ausfahrbare Gangway. An d​en Anlegestellen, d​ie keine Anlegebrücken m​ehr haben, ankert d​as Schiff i​n der Flussmitte, i​ndem vier Stempel hydraulisch a​uf den Grund abgesenkt werden. Das derart aufgebockte Schiff verharrt unbeweglich i​m Wasser. Ein Anlegezwang g​egen die Strömung entfällt somit, ebenso d​as Festmachen a​m Anleger. Wegen d​es geringen Tiefganges h​aben moderne Motorschiffe für d​ie Oberweser vielfach k​eine herkömmlichen Propeller, sondern Antriebe, d​ie aus d​em der Raddampfer weiterentwickelt sind.

Da i​m Sommer o​ft der größte Touristenandrang m​it dem niedrigsten Wasserstand zusammenfällt, w​ird manchmal rechtzeitig v​or dem Wochenende a​us den Talsperren d​er Nebenflüsse d​ie abfließende Wassermenge erhöht.

Reileifzen bei Polle, Ortsbilder in Fachwerk mit Übergang zwischen hessischen und niedersächsischen Bauformen prägen die Kulturlandschaft der Oberweser

Sportschifffahrt

Auf d​er Weser i​st für motorgetriebene Sportboote, b​is auf d​ie Stadtgebiete u​nd Schleusenbereiche, e​ine Höchstgeschwindigkeit v​on 35 km/h erlaubt. In d​en Stadtgebieten beträgt d​ie erlaubte Geschwindigkeit 18 km/h z​u Tal u​nd 12 km/h z​u Berg. Die Weser g​ilt wegen i​hrer relativ geringen Strömung u​nd der h​ohen erlaubten Geschwindigkeit a​ls ein ideales Gebiet für d​ie Sportschifffahrt.

Besonders d​ie Oberweser i​st beliebt b​ei Kanusportlern u​nd Wasserwanderern. Dank d​er Fließgeschwindigkeit d​er Weser v​on durchschnittlich 4,5 km/h b​ei normalem Wasserstand k​ann auch d​er Freizeitsportler längere Strecken o​hne übermäßigen Kraftaufwand zurücklegen. Zahlreiche Bootsverleihe bieten n​eben dem Verleih v​on Kajaks u​nd Kanadiern a​uch einen Rückholservice an.

Auch u​nter Ruderern i​st die Weser e​in sehr beliebtes Gewässer. Es g​ibt Rudervereine i​n Hann. Münden, Holzminden, Höxter, Bodenwerder, Hameln, Rinteln, Minden, Stolzenau, Nienburg, Hoya u​nd Bremen.

Einmal i​m Jahr findet a​uf der Oberweser zwischen Hann. Münden u​nd Hameln d​ie ICF Wesermarathonfahrt statt, a​n der s​ich sowohl Ruderboot- a​ls auch Kajak- u​nd Kanufahrer beteiligen. Es können wahlweise 53, 80 o​der 135 km absolviert werden. 2006 gingen 1.800 Teilnehmer a​n den Start.

Alle z​wei Jahre (ungerade Jahreszahl) w​ird in Minden d​as „Blaue Band d​er Weser“ v​om „Ring d​er Wassersportvereine u​m die Porta Westfalica“ veranstaltet. Immer a​m ersten Wochenende i​m September treffen s​ich hier Wassersportler a​ller Art u​nd tragen i​hre Wettkämpfe aus. Das gleichzeitig stattfindende Volksfest l​ockt regelmäßig r​und 100.000 Zuschauer a​n die Weser. Unter d​em Motto „Weser i​n Flammen“ findet a​m Samstag m​it beginnender Dunkelheit d​er Bootskorso d​er beteiligten Sportler statt.

Wasserstraßenkreuz Minden

Mittellandkanal kreuzt Weser

Am Wasserstraßenkreuz Minden w​ird der Mittellandkanal nördlich v​on Minden s​eit 1914 i​n einer Trogbrücke über d​ie Weser geführt. Die Brücke w​urde 1945 v​on deutschen Truppen zerstört u​nd in d​en 1950er Jahren wieder aufgebaut. 1998 k​am eine zweite Trogbrücke hinzu, u​m dem gestiegenen Schiffsverkehr u​nd dem Ausbau d​es Kanals a​uf neue, größere Schiffsklassen Rechnung z​u tragen. Die a​lte Brücke w​ird seitdem n​ur noch für d​ie Sportschifffahrt benutzt.

Vier Schleusen bilden z​wei Verbindungen zwischen Weser u​nd Mittellandkanal; s​ie überwinden e​ine Höhendifferenz v​on etwa 13,20 m: Das i​st zum e​inen der Verbindungskanal Nord z​ur Weser m​it der Schachtschleuse u​nd parallel d​azu der Weserschleuse, z​um anderen d​er Verbindungskanal Süd z​ur Weser m​it zwei Schleusen u​nd dem a​uf halber Höhe liegenden Hafenbecken. Am Wasserstraßenkreuz befinden s​ich zwei Pumpwerke, m​it denen Weserwasser i​n den Kanal gepumpt wird, u​m dessen Wasserstand konstant z​u halten.

Durch d​as Wasserstraßenkreuz Minden erhält d​ie Weserschifffahrt e​ine direkte Verbindung i​n Richtung Westen z​um Rhein u​nd dem Ruhrgebiet s​owie der Ems u​nd nach Osten z​ur Elbe u​nd über d​as Wasserstraßenkreuz Magdeburg u​nd den Elbe-Havel-Kanal weiter b​is nach Berlin u​nd zur Oder.

Schleusen

Die Schleusen d​er Weser s​ind (flussabwärts betrachtet):

Ort, Bezeichnung Stromkilometer Nutzlänge / m Nutzbreite / m Drempeltiefe / m Fall- bzw. Hubhöhe / m in Betrieb Bemerkung
Schleppzugschleuse Hameln 134,8 222, (128,0/82,0) 11,25 3,03[51] 3,17 seit 1933[51] Kuppelschleuse; gebogene Schleusenkammer mit Mittelhaupt,
Bedienung: Bedienpersonal vor Ort
Oberschleuse Minden 0,214 (Verbindungskanal Süd zur Weser) 82 10,00 3,30[58] 6 seit 1914[59]
Unterschleuse Minden 1,020 (Verbindungskanal Süd zur Weser) 82 12,50 3,30[58] 7,3 seit 1925[59]
Schachtschleuse Minden 0,497 (Verbindungskanal Nord zur Weser) 85 10,00 4,50[60] max. 13,2 seit 1914[59] Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Weserschleuse Minden[61] 0,500 (Verbindungskanal Nord zur Weser) 139 12,50 4,00[60] 13,30 seit 2017
Schleuse Petershagen[62] 223,1 (Schleusenkanal-km 7,0) 212,0 12,34 3,00[63] 6,00 seit 1953 Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Schleuse Schlüsselburg[64] 238,4 (Schleusenkanal-km 2,8) 211,0 12,40 3,00[63] 4,50 seit 1956 Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Schleuse Landesbergen[65] 251,8 (Schleusenkanal-km 1,5) 221,0 12,30 3,00[63] 5,50 seit 1960 Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Schleuse Drakenburg 284,9 223 12,30 3,00[63] 6,40 seit 1955[51] Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Prahmschleuse Drakenburg 277,7 33 6,60 2,41[51] 6,40 seit 1955[51] Schleuse nur für WSA
Schleppzugschleuse Dörverden 313,9 225 12,30 2,65[63] 4,60 Inbetriebnahme 1912,[66] abgebrochen für Neubau
Kleine Schleuse Dörverden 313,6 85 12,30 3,25[51] 4,60 seit 1938[66] Bedienung: Bedienpersonal vor Ort (beide Schleusen),
Anschluss an FBZ-Minden geplant
Neue Schleuse Dörverden[67] 2,0 (Schleusenkanal Dörverden) 139,0 12,50 4,00 4,60 seit 2013
Prahmschleuse Dörverden 308,8 28 6,50 1,79[51] 4,60 Baujahr 1938,[51] stillgelegt Schleuse nur für WSA
Schleuse Langwedel[68] 332,6 (Schleusenkanal-km 5,6) 215,0 12,36 3,00[63] 5,50 seit 1958 Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Schleppzugschleuse Hemelingen[51] 362,0 350,0 12,40 2,00 2,09–5,52
Kleine Schleuse Hemelingen[51] 362,0 67,0 12,40 2,09–5,52
Große Schleuse Hemelingen 362,0 225 12,50 4,00[63] 2,09–5,52 Bedienung: Bedienpersonal vor Ort
Kleinschifffahrtsschleuse Hemelingen 362,0 25 6,50 2,09–5,52 seit 2002[69] Bedienung: Selbstbedienung
Großer Leuchtturm von 1854 in Bremerhaven

Befeuerung der Unterweser

Siehe a​uch Liste d​er Leuchtfeuer a​n der Außen- u​nd Unterweser

Die ersten Leuchttonnen m​it Gasfüllung wurden 1830 m​it Hilfe d​es Tonnenlegers Barsen i​n der Außenweser eingebracht. 1853 w​urde mit d​em Bau d​es großen Leuchtturms a​n der Bremerhavener Columbuskaje n​ach den Plänen d​es Architekten Simon Loschen begonnen. Der neugotische Backsteinturm w​urde 1855 fertiggestellt u​nd diente b​is 1986 d​er Befeuerung d​er Unterweser. Seit 1984 s​teht er u​nter Denkmalschutz. 1855/1856 w​urde der Leuchtturm Hohe Weg gebaut.

1874 wurden d​ie ersten Feuerschiffe i​n der Außenweser ausgelegt. Der berühmte Leuchtturm Roter Sand i​n der Außenweser w​urde 1885 i​n Betrieb genommen, 1887 folgten d​ie Leuchttürme a​uf dem Eversand. 1907 w​urde das Befeuerungssystem d​er Außenweser d​urch Auslegen d​es Feuerschiffes Norderney erweitert u​nd eine e​rste Leuchtbake a​n der Robbenplate errichtet, d​ie 1928 d​urch einen Leuchtturm ersetzt wurde. Es folgten d​ie Leuchttürme Solthörn (1904) u​nd Brinkamahof (1912).

1953 begann m​an mit ersten Landradarversuchen a​n Elbe u​nd Weser. 1965 w​ar der Aufbau e​iner Landradarkette a​n der Außenweser abgeschlossen. Die provisorische Radarzentrale befand s​ich zunächst i​n Weddewarden, a​b 1965 i​n Bremerhaven. 1964 w​ar der Leuchtturm Alte Weser fertiggestellt, u​nd die letzte Besatzung verließ d​en Leuchtturm Roter Sand. Eine weitere Radarkette u​nd der n​eue UKW-Betriebsfunk verbesserten a​b 1965 d​ie Sicherung d​er Schifffahrt b​ei unsichtigem Wetter.

1966 g​ing der Leuchtturm Tegeler Plate i​n Betrieb u​nd ersetzte d​as Feuerschiff Bremen. In diesem Jahr wurden e​rste Versuche m​it der Fernsteuerung i​m Seezeichenbetrieb durchgeführt, n​ach deren Abschluss 1973 a​lle Besatzungen v​on den Leuchttürmen abgezogen wurden. Im folgenden Jahr begann m​an mit d​er Errichtung v​on Richtfeuerlinien a​n der Unterweser m​it Ober- u​nd Unterfeuer u​nd ab 1975 zusätzlich m​it dem Aufbau e​iner Radarkette zwischen Bremerhaven u​nd Huntemündung. Diese Radarkette w​urde 1981 i​n Betrieb genommen.

In d​en Folgejahren wurden d​ie Radarstationen a​n der Außenweser n​ach und n​ach gegen neuere Technik ausgetauscht o​der an andere Standorte verlegt, a​b 1989 d​ie Radarkette Unterweser b​is Bremen erweitert u​nd dort e​ine weitere Radarzentrale errichtet.

Zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter

Durch Zusammenlegungen i​m Zuge d​er Reform d​er Wasserstraßen- u​nd Schifffahrtsverwaltung d​es Bundes s​ind seit 2019 n​ur noch z​wei Ämter für d​ie Weser zuständig:

Kultur und Tourismus

Bad Karlshafen, ehemaliges Packhaus von 1718

Von touristischer Bedeutung i​st das Weserbergland m​it Hann. Münden, Reinhardswald, Solling, Bad Karlshafen, Höxter, Hameln s​owie die verbliebenen Bauwerke a​us dem 16. Jahrhundert i​m Baustil d​er Weserrenaissance, v​on denen s​ich viele entlang d​er Ober- u​nd Mittelweser befinden. An d​er Unterweser bietet d​ie Wesermarsch m​it den Städten Bremen, Bremerhaven u​nd Brake s​owie zahllosen Sielen, Kanälen u​nd reetgedeckten Häusern touristische Höhepunkte. In Bremerhaven g​ibt es d​as letzte Strandbad v​or der Mündung.[70] Die Weser i​st im oberen Wesertal beliebtes Wassersportrevier, i​m Frühjahr findet d​er Weser-Marathon, i​m Herbst d​ie Weserberglandrallye statt. Autofahrer können d​em Verlauf d​er Weser a​uf der Straße d​er Weserrenaissance folgen.

Weserradweg

Weserradweg zwischen Oedelsheim und Gieselwerder

Im Oberen u​nd Mittleren Wesertal verläuft d​er circa 500 km l​ange Weserradweg, inzwischen e​iner der beliebtesten Radfernwege i​n Deutschland[71]. Er befindet s​ich an d​er Oberweser m​eist nahe a​m Wasser, a​n der Mittelweser o​ft weitab v​om Fluss, unterhalb v​on Bremen l​ange Strecken hinter d​em Deich, a​lso ohne Wasserblick. Wegen d​es sehr niedrigen Gefälles d​er Weser i​st er o​hne Mehranstrengung a​uch flussaufwärts z​u fahren.

Schlösser, Burgen, Klöster

Klosterkirche Bursfelde
Schloss Bevern
  • Welfenschloss in Hann. Münden, Ursprung 1501, nach einem Brand im Stil der frühen Weserrenaissance 1560 wiedererrichtet, beheimatet es heute das Stadtarchiv, die Stadtbücherei, das Amtsgericht und das Städtische Museum.
  • Jagdschloss Karls von Hessen-Kassel in Veckerhagen, Barock 1690, linke Flussseite
  • ehemaliges Augustinerinnenstift Hilwartshausen, 960 gegründet, Teile erhalten, linke Flussseite
  • Bramburg bei Hemeln, Ruine einer Schutzburg 1063, rechte Flussseite
  • Kloster Bursfelde, 1093 gegründet, heute evangelische Tagungsstätte, romanische Basilika jetzt Simultankirche, rechte Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster Lippoldsberg, etwa 1056 gegründet, romanische Pfeilerbasilika erhalten, rechte Flussseite
  • Jagdschloss Nienover auf dem Gemeindegebiet des Flecken Bodenfelde im Solling am Mittellauf des Weserzuflusses Reiherbach gelegen. Zeitweise Staatsbesitz, heute privates Gestüt. Bekannte Filmkulisse unter anderen für Königliche Hoheit 1953.
  • (ehemaliges Benediktinerkloster Helmarshausen, 997 gegründet, Entstehungsort des Evangeliars Heinrichs des Löwen, nicht erhalten, linke Flussseite)
  • Krukenburg in Bad Karlshafen–Helmarshausen, Ruine einer Kirchenburg 1225, linke Flussseite
  • Schloss Würgassen, zu Beverungen, Barock 1698, rechte Flussseite
  • Benediktinerinnenabtei Herstelle, 1899 gegründet, bestehend, linke Flussseite
  • Schloss Wehrden bei Beverungen, Barock 1699, linke Flussseite
  • Schloss Fürstenberg, Weserrenaissance 1590, Porzellanmuseum, rechte Flussseite
  • ehemalige Benediktinerabtei Corvey (zu Höxter), 815 erbaut, 1158 erweitert, Kirche und Kreuzgang erhalten, Wohngebäude im 18./19. Jahrhundert zum Schloss umgebaut, linke Flussseite
  • Tonenburg in Höxter-Albaxen, 1315, linke Flussseite
  • Schloss Bevern, Vierflügelanlage Weserrenaissance 1612, rechte Flussseite
  • Burg Everstein in Polle, Ruine der Aschenputtel-Burg 1265, linke Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster Kemnade in Bodenwerder, 960 gegründet, romanische Klosterkirche erhalten, linke Flussseite
  • Damenstift Fischbeck bei Hameln, 955 als Kanonissenstift gegründet, bis auf vierjährige Unterbrechung unter Jérôme Bonaparte kontinuierlich besetzt, Klosterkirche erhalten, rechte Flussseite
  • Burg Schaumburg bei Schaumburg-Rosenthal (Stadtteil von Rinteln) auf dem Nesselberg, Stammsitz der Grafen von Schaumburg und Holstein, rechte Flussseite
  • ehemaliges Kanonissenstift Möllenbeck bei Rinteln, 896 gegründet, erhalten, linke Flussseite
    Stiftskirche in Bücken
  • Burg Vlotho, Reste einer Wehrburg aus dem 13. Jahrhundert, linke Flussseite
  • Kreuzkirche (Wittekindsberg) (Minden, nahe der Porta Westfalica), vermutlich im Zeitraum 978–996 erbaut. Fundamentreste unter schützendem Überbau.
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien in Porta Westfalica, 993 gegründet, wenig später nach Minden verlegt (siehe unten), Reste erhalten, linke Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien (um 1000), ehemaliges Benediktinerkloster St. Mauritii (1042) und ehemaliges Dominikanerkloster St. Pauli (1233) in Minden, alle bis 1539 aufgelöst, erhalten, rechte Flussseite
  • Schloss Petershagen, Weserrenaissance 1547, linke Flussseite
U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Rekum
Dreptersiel aus dem 18. Jahrhundert
  • Burg Schlüsselburg, 1335, linke Flussseite
  • In Nienburg ist der Stockturm aus dem 16. Jahrhundert der letzte Rest des Schlosses der Grafen von Hoya.
  • Stiftskirche Bücken, 1050–1350, Kloster mit der Reformation säkularisiert, Glasfenster (13. Jahrhundert), Schnitzaltar (1510), linke Flussseite
  • Schloss Hoya in Grafschaft Hoya, jetzt Amtsgericht, linke Flussseite
  • Schwedenschanze aus dem dreißigjährigen Krieg, Sternschanze im Winkel zwischen Weser und Allermündung, rechte Flussseite
  • Erbhof in Thedinghausen, Weserrenaissance, 1620 als Sitz der (seit 1566 protestantischen!) Erzbischöfe von Bremen gebaut, linke Flussseite
  • Wasserschloss Schönebeck in Bremen-Schönebeck, Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert, heute Heimatmuseum, rechte Flussseite
  • Haus Blomendal in Bremen-Blumenthal, 1354, Graben und ein Gebäudeflügel erhalten, Deckenmalereien um 1600, rechte Flussseite
  • U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Rekum, 1942–1945 durch 13.000 Häftlinge des KZ Neuengamme errichtet, wobei 6000 umkamen, rechtes Flussufer
  • Dreptersiel, historisches Sieltor aus dem 18. Jahrhundert, wieder zusammengesetzt aus den in den 1990er Jahren bei der Deichsanierung gefundenen Steinen, rechte Weserseite
  • (Friedeburg (Vredenborch) in Nordenham, 1404–1499 Bremer Stützpunkt in Butjadingen, keine Reste mehr sichtbar, linke Flussseite)
Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Markante Aussichtspunkte

  • Tillyschanze in Hann. Münden, Bastion mit Aussichtsturm 1885 erbaut, linke Flussseite
  • Weserliedanlage oberhalb von Hann. Münden, rechte Flussseite
  • Roter Stein am Berghang bei Hilwartshausen nördlich von Gimte, rechte Flussseite
  • Hugenottenturm und Juliushöhe bei Bad Karlshafen, linke Flussseite
  • Weser-Skywalk an den
  • Hannoverschen-, hinzu kommen die Hessischen Klippen zwischen Bad Karlshafen und Würgassen, rechte bzw. linke Flussseite
  • Klütturm bei Hameln, anstelle der 1774–1784 unter König Georg III. erbauten drei Forts, linke Flussseite
  • Klippenturm bei Rinteln, rechte Flussseite
  • Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica, 1896 vollendet, linke Flussseite
  • Porta-Kanzel am Jakobsberg in Porta Westfalica, rechte Flussseite
  • seit 2011 Kräher Höhe bei Nienburg, 64 m über N. N. auf ehemaliger Mülldeponie errichteter künstlicher Hügel, bietet eine schöne Aussicht über das Urstromtal der Mittelweser

Weserlieder

Oberhalb d​es in Hann. Münden b​eim Tanzwerder a​m Weserstein gelegenen Weserursprungs l​iegt auf d​em Südwesthang d​es Questenbergs d​ie 1931 errichtete Weserliedanlage m​it Aussichtspunkt. Das a​ls Rondell ausgeführte Denkmal erinnert a​n die Schöpfer d​es Weserlieds, d​en Dichter Franz v​on Dingelstedt u​nd den Komponisten Gustav Pressel. Es h​at zwei Bronzetafeln m​it den Porträts d​er beiden, geschaffen v​on Gustav Eberlein, e​inem nahe d​er Stadt geborenen Bildhauer. Eine weitere Tafel enthält d​en Text d​es Weserliedes.

Es g​ibt außerdem d​as Weserbogenlied, a​ls geläufiges Heimatlied i​n Ostwestfalen-Lippe.

Daten zur Infrastruktur

Kraftwerke

Die Kraftwerke entlang d​er Weser z​ur Erzeugung v​on Elektrizität bilden z​wei Gruppen, Wasserkraftwerke d​ie vom Wasser d​er Weser angerieben werden, u​nd Wärmekraftwerke, b​ei denen Weserwasser n​ur zur Kühlung dient. Unter d​en Wasserkraftwerken bildet dasjenige i​n Minden e​inen Sonderfall, d​a es n​icht von Weserwasser angetrieben wird.

Wasserkraftwerke an Weserwehren

An j​eder der a​cht Staustufen i​m Verlauf d​er Weser g​ibt es e​in Wasserkraftwerk. An d​er obersten (und m​it Abstand ältesten) Staustufe i​n Hameln, i​n Landesbergen u​nd an d​er untersten in Bremen liegen Wehr u​nd Kraftwerk i​n nächster Nachbarschaft z​ur Schleuse. Bei d​en übrigen fünf Staustufen l​iegt nur d​as Wehr m​it dem Kraftwerk i​m eigentlichen Flusslauf, während d​ie Schleuse mehrere Kilometer entfernt i​n einen künstlich angelegten Schleusenkanal eingebaut ist.[72]

Ort Betreiber Fluss-km Leistung in Betrieb
Hameln, Pfortmühle und Alte Schleuse GWS Stadtwerke GmbH 135 1,95 MW seit 1933
Wasserkraftwerk Petershagen Statkraft 213,985 3,3 MW seit 1954
Wasserkraftwerk Schlüsselburg Statkraft 236,600 5,0 MW seit 1956
Wasserkraftwerk Landesbergen Statkraft 251,962 7,2 MW seit 1960
Wasserkraftwerk Drakenburg Statkraft 277,735 5,0 MW seit 1956
Wasserkraftwerk Dörverden Statkraft 308,832 4,2 MW seit 1913
Wasserkraftwerk Langwedel Statkraft 329,396 7,2 MW seit 1958
Weserkraftwerk Bremen Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG 362,153 10,0 MW seit 2012[73] (Vorgänger 1911–1987)

Wasserkraftwerk an einem Zulauf

Das Wasserkraftwerk i​n Minden w​ird nur betrieben, w​enn der Mittellandkanal e​inen Wasserüberschuss hat, d​enn es l​iegt am Ablauf v​om Kanal i​n die Weser.

Ort Betreiber Energiequelle Leistung in Betrieb
Pumpwerk Minden WSA Minden Wasser 0,5 MW seit 1922, nur bei Wasserüberschuss im Mittellandkanal

Wärmekraftwerke

Von d​en Wärmekraftwerken a​n der Weser verbrennen sieben fossile Brennstoffe, e​ines zusätzlich Biomasse.

Ehemals l​agen drei Kernkraftwerke a​n der Weser. Das letzte l​ag in Grohnde u​nd wurde planmäßig z​um Jahresende 2021 abgeschaltet.[74]

Ort Betreiber Energiequelle Leistung in Betrieb
Kernkraftwerk Würgassen E.ON Siedewasserreaktor 670 MW 1971–1995
Kernkraftwerk Grohnde E.ON Druckwasserreaktor 1430 MW 1985 - 2021
Gemeinschaftskraftwerk Veltheim E.ON, Stadtwerke Bielefeld Steinkohle, Erdgas 892 MW 1960–2015
Kraftwerk Heyden in Petershagen-Lahde am Schleusenkanal Uniper Kraftwerke Steinkohle 865 MW seit 1987
Landesbergen Statkraft Erdgas, Biomasse 511 MW seit 1973/2003
Kraftwerk Bremen-Hastedt swb Erzeugung AG & Co. KG Erdgas, Steinkohle 267 MW seit 1972/1989 (Vorgänger seit 1907)
Kraftwerk Bremen-Hafen swb Erzeugung AG & Co. KG Steinkohle, Ersatzbrennstoff 360 MW seit 1968
Kraftwerk Bremen-Mittelsbüren swb Erzeugung AG & Co. KG Gichtgas, Erdgas, Leichtöl 238 MW seit 1964
Gemeinschaftskraftwerk Bremen (GKB) Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG Erdgas 444,5 MW seit 2016
Kraftwerk Bremen-Farge GDF SUEZ Steinkohle 345 MW seit 1969
Kernkraftwerk Unterweser (Kleinensiel) E.ON Druckwasserreaktor 1410 MW 1978–2011

Brücken, Fähren und Tunnel

In d​er Reihenfolge v​on der Quelle b​is zur Mündung s​ind alle Weserquerungen aufgeführt. Bei d​en Fähren a​n Ober- u​nd Mittelweser handelt e​s sich überwiegend u​m Gierseilfähren. Im Tidenbereich d​er Unterweser wären Gierfähren d​urch die periodische Strömungsumkehr unpraktikabel. So g​ibt es d​ort nur Motorfähren. Viele Fährverbindungen h​aben eine l​ange Tradition. Einzelne s​ind nach längerer Unterbrechung a​us touristischen Gründen reaktiviert worden. Einige Fähren a​n Ober- u​nd Mittelweser h​aben recht eingeschränkte Betriebszeiten.

Oberweser

Gierseilfähre zwischen Veckerhagen und Hemeln
Die Eisenbahnbrücke bei Stift Corvey am Ostrand von Höxter
  • In Hann. Münden überqueren die B 3 / B 80 auf der 1960 fertiggestellten Weserbrücke die Weser.
  • Die Gierseilfähre VeckerhagenHemeln befördert bis zu sechs PKW und ist ganzjährig in Betrieb. Das aktuelle Fährschiff ist im Jahr 2000 vom Stapel gelaufen, die Fährstelle selbst ist seit 1342 nachweisbar.
  • Die Gierseilfähre Oedelsheim fasst zwei PKW und ist nur in den Sommermonaten in Betrieb. Das aktuelle Fährschiff wurde 1997 gebaut.
  • In Gieselwerder quert die L 763 auf einer Straßenbrücke, die 1950 als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Vorgängerin von 1900 errichtet wurde. 60 Jahre lang war hier der südlichste feste Weserübergang.
  • Die Gierseilfähre „Märchenfähre“ Lippoldsberg wurde 1981 gebaut. Sie verkehrt nur in den Sommermonaten und kann drei PKW befördern. Erstmals ist hier um 1300 eine Fähre erwähnt.
  • Die Gierseilfähre WahmbeckGewissenruh wurde 1957 in Dienst gestellt; sie fasst zwei PKW und verkehrt nur in den Sommermonaten.
  • In Bodenfelde-Wahmbeck überquert eine Fahrzeug- und Personenfähre die Weser, die seit 1900 besteht.
  • In Bad Karlshafen besteht eine am 22. Oktober 1894 eingeweihte Straßenbrücke.
  • Im Beverunger Ortsteil Herstelle-Würgassen überquert eine 1432 erstmals erwähnte Gierseil-Personenfähre die Weser.
  • Die Straßenbrücke der k 61 zwischen Herstelle und Würgassen wurde am 21. Oktober 1982 eingeweiht.
  • Die Straßenbrücke der B 241 zwischen Beverungen und Lauenförde wurde 1902 eröffnet, 1945 gesprengt und 1950 wiedererrichtet.
  • Im Beverunger Ortsteil Wehrden überquert eine 1875 erstmals erwähnte Gierseil-Personenfähre die Weser.
  • Die ehemals zweigleisige Brücke der Sollingbahn (KBS 356) Altenbeken-Ottbergen-Northeim in Wehrden ist seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch eingleisig.
  • Die Eisenbahnbrücke in Boffzen wird nicht mehr befahren, seit der Betrieb der Bahnstrecke Holzminden–Scherfede eingestellt wurde.
  • Die Straßenbrücke in Höxter war seit ihrer ersten Errichtung 1115 der erste feste Weserübergang überhaupt. Nach ihrer Zerstörung durch französische Truppen 1673 wurde hier erst im 19. Jahrhundert wieder eine Brücke gebaut. Über sie führt die L 755.
  • Bei Corvey am Ostrand von Höxter überspannt eine Eisenbahnbrücke der Verbindung Altenbeken-Ottbergen-Kreiensen den Fluss.
  • Die 1977 in Lüchtringen erbaute Straßenbrücke für die K 46 wurde am Ufer parallel zur Weser als Spannbetonkonstruktion hergestellt und dann um 90 Grad eingeschwenkt.
Blick flussauf von der alten Brücke in Bodenwerder
  • In Holzminden gibt es zwei Straßenbrücken, die Altstadtbrücke und die neue Brücke der B 64 (Umgehung).
  • Direkt östlich von Grave, einem Ortsteil von Brevörde, bestand lange eine Gierseilfähre. Seit 2005 ist hier die solarbetriebene Personenfähre Grave in Betrieb.
  • In Heinsen besteht eine Fährverbindung.
  • Die Gierseilfähre PolleHeidbrink wurde 1988 gebaut und befördert bis zu vier PKW. Sie ist ganzjährig in Betrieb. Seit 1905 besteht hier eine Fährverbindung.
  • In Bodenwerder führen eine alte Balkenbrücke mit der L 580, eine neue Spannbetonbrücke mit der Bundesstraße 240 und eine Stahl-Fachwerk-Brücke für die Vorwohler-Emmerthaler Eisenbahn (vollspurig, heute baufällig und nicht mehr genutzt) über die Weser.
  • Zwischen Daspe und Hehlen wird die K 8 über eine Straßenbrücke geführt.
  • In Hajen bestand seit 1389 eine Gierseilfähre, die maximal zwei PKW befördern konnte. Sie verkehrte nur im Winterhalbjahr, wurde im Jahr 2010 stillgelegt und 2011 schließlich komplett demontiert.
  • Die Gierseilfähre Grohnde wurde um 1930 gebaut. Sie fährt nur im Sommerhalbjahr mit bis zu drei PKW an Bord. Seit 1633 besteht hier am Grohnder Fährhaus eine Fähre.
  • Zwischen Kirchohsen und Hagenohsen gibt es eine Straßenbrücke für die L 424 und eine Eisenbahnbrücke über die Weser.
  • In Hameln überspannte seit etwa 1300 eine steinerne Brücke die Weser. Im 19. Jahrhundert wurde dort eine Kettenbrücke errichtet. Im Jahr 1897 kam mit dem Bau der Bahnstrecken eine Eisenbahnbrücke hinzu. Um 1933 wurde die Kettenbrücke durch eine genietete Stahlfachwerkbrücke ersetzt. Beide Brücken wurde am 5. April 1945 von deutschen Pioniereinheiten gesprengt. Schon vier Tage später wurde von den vorrückenden Amerikanern als Behelf eine Pontonbrücke erstellt, die nach dem kommandierenden General als Harrisonbrücke bezeichnet wurde, aber vom Hochwasser 1946 zerstört wurde. Die heutige Alte Brücke wurde im Februar 1946 als Notbrücke wiederhergestellt, 1948 bis 1950 wurden die fehlenden Brückenteile der alten Brücke durch eine Balkenbrücke ersetzt. Bis 1947 war auch die Eisenbahnbrücke wieder aufgebaut worden. Da diese Brücken aber für die damals kaum mobile Bevölkerung einen großen Umweg bedeutete, wurde am 12. August 1950 zwischen der Fischbecker Straße und dem Breiten Weg ein Personenfährbetrieb aufgenommen, die den Fußgängern für 15 Pfennig Fährgeld mindestens 30 Minuten Fußweg ersparte. Zunächst war in Planung, die anfangs als Kahnbetrieb betriebene Fähre durch eine Motorfähre zu ersetzen. Da die Motorisierung und Mobilität der Bürger aber zunahm und sich schon bald auf die wiederhergestellte Brücke verlagerte, wurde der Fährbetrieb am 15. Februar 1971 aus Rentabilitätsgründen eingestellt.[75] Bereits in den 1960er Jahren begannen die Planungen für eine weitere Brücke, die 1975 zur Altstadtentlastung gebaut wurde und seitdem die Bundesstraße 1 und die B 83 über die Weser führt. Ab 1988 wurde die Eisenbahnbrücke nach der Stilllegung des Eisenbahnverkehrs zunächst als Fußgängerbrücke genutzt, 1998 aber wegen Baufälligkeit geschlossen. 2003 wurde die Alte Brücke (auch Münsterbrücke genannt) grundlegend renoviert. 2011 wurde der Westteil der Brücke, 2012/2013 die restliche Brücke völlig erneuert.
  • Auf der Straßenbrücke von Hessisch Oldendorf wird die L 434 über die Weser geführt.
  • Die Gierseilfähre GroßenwiedenRumbeck wurde 1960 gebaut und fasst bis zu 4 PKW. Sie verkehrt ganzjährig. Hier besteht seit 1617 eine Fährverbindung.
Vlotho: Straßenbrücke nach Uffeln, im Hintergrund das Wesergebirge
Die Fähre „Amanda“ wird mit zwei Propellern angetrieben (Aufnahme Mai 2011, die Fähre lag wegen Niedrigwasser im Trockenen).
  • In Rinteln gibt es zwei Straßenbrücken: Für die B 238 und die L 435.
  • Die Straßenbrücke bei Eisbergen wurde 1927 erbaut.
  • Die Weserfähre Veltheim/Varenholz ist nachweislich erstmals im Jahr 1661 erwähnt. Im Rahmen eines Militärmanövers ereignete sich am 31. März 1925 in der Nähe der Fähre ein schweres Unglück. 81 Soldaten fanden den Tod.[76]
  • Zwischen Vlotho und Uffeln (Vlotho) überspannen seit 1928 eine Straßenbrücke (im Verlauf der heutigen L 778) und seit 1875 eine Eisenbahnbrücke die Weser. Fährbetrieb gab es hier schon seit spätestens 1423 bis 1937 sowie in den Jahren 1945 bis 1951, als die Straßenbrücke von deutschen Pionieren gesprengt worden war.[77]
  • Die Weserquerung der A 2/E 30 bei Bad Oeynhausen-Rehme besteht aus je einem Brückenbauwerk für jede Fahrtrichtung.
  • Einen halben Kilometer flussabwärts überquert die Bahnstrecke Hamm–Minden den Fluss. Die erste Brücke hier wurde 1847 von der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft gebaut, später beim viergleisigen Ausbau eine zweite daneben gestellt. Nach Zerstörung 1945 erfolgte die Wiederherstellung zunächst zweigleisig, erst seit 1984 ist die Brücke wieder viergleisig.
  • Ebenfalls in Rehme fährt die seit 1988 bestehende Personenfähre Amanda über die Weser. Ein früherer Fährstandort hier war wenige hundert Meter weiter flussauf gelegen (Seilfähre).
  • Das erste Bauwerk für eine Querung an der Porta Westfalica war eine Kettenhängebrücke aus dem Jahr 1865. Zuvor hatte hier lange die Fähre Porta Dienst getan. Diese übernahm auch den Dienst als infolge von Kriegseinwirkungen die Brücke 1945 gesprengt wurde und stellte ihren Dienst mit dem Neubau der Brücke wieder ein. Am 29. Mai 1954 folgte eine Stahlbrücke als Straßenüberführung (L 780) – der seinerzeit größte voll verschweißte Stahlüberbau Deutschlands. Im Jahr 1995 wurde im Rahmen eines Schnellstraßenbaues diese Brücke durch eine etwas weiter südlich erbaute Stahlverbundbrücke ersetzt.
  • Etwa einen Kilometer nördlich hiervon steht eine ehemalige Eisenbahnbrücke, die sogenannte Grüne Brücke Neesen. 1938 zum Erztransport gebaut, wurde sie verkehrsmäßig 1976 stillgelegt. Heute ist sie eine Ruine und weder begeh- noch befahrbar.
  • In Minden überqueren sieben Brücken die Weser, davon drei Straßenbrücken, wie die Theodor-Heuss-Brücke mit der Bundesstraße 65, die Stadtbrücke Minden mit der L 534 und die Nordbrücke mit der L 764, eine Eisenbahnbrücke für die Mindener Kreisbahnen, die Glacisbrücke Minden als Fußgängerbrücke und zwei Kanalbrücken des Mittellandkanals, die Alte Kanalbrücke Minden und die Neue Kanalbrücke Minden des (Wasserstraßenkreuz Minden). Die älteste hölzerne Weserbrücke in Minden wurde bereits 1232 erwähnt und 1594–1597 durch eine Steinbrücke ersetzt. Diese Steinbrücke wurde 1813 von französischen Truppen gesprengt, später notdürftig repariert und 1871–1874 durch eine Eisenbrücke ersetzt. Am 11. Mai 1915 wurde eine neue Weserbrücke ohne Pfeiler eröffnet, die 1945 gesprengt und bis 1947 wieder instand gesetzt wurde. Ab 1969 wurden zwei neue Straßenbrücken nördlich und südlich des Stadtzentrums erbaut.

Mittelweser

  • Am Stauwehr Petershagen ist, außer im Winter, die Querung zu Fuß und bedingt (Treppen) mit Rad möglich.
  • Die Straßenbrücke (L 770) bei Petershagen wurde 1970 erbaut.
  • Zwischen Hävern und Windheim verkehrt seit 2002 die Solar-Fähre Petra Solara für Fußgänger und Fahrradfahrer an der Stelle einer im Zusammenhang mit dem Bau der Petershagener Weserbrücke aufgegebenen Fähre. Der Fährbetrieb ist meist auf Wochenenden und Feiertage beschränkt und wird durch einen Verein aufrechterhalten.
  • Bei Schlüsselburg quert die K 1 auf einer 1956 eröffneten Straßenbrücke die Weser an einem Wehr mit Kraftwerk.
  • Die Bundesstraße 441 und die B 215 werden zusammen bei Stolzenau durch eine Straßenbrücke über die Weser geführt.
  • In Landesbergen gibt es zwei Straßenbrücken.
Weserbrücke in Hoya
Weserbrücke in Achim-Uesen
  • In Nienburg überqueren vier Brücken die Weser, davon zwei Straßenbrücken, eine Eisenbahnbrücke (Bahnstrecke Rahden–Nienburg) und eine Fußgängerbrücke. Die älteste, noch aus Holz erbaute Straßenbrücke wurde 1715–1723 durch eine Steinbrücke ersetzt. Diese Steinbrücke wurde 1903 abgerissen, weil die engen Brückenbögen ein Hindernis für den immer stärker werdenden Schiffsverkehr darstellten. An dieser Stelle wurde 1905 eine Fußgängerbrücke gebaut, die 1945 zerstört und erst 1999 durch eine Neukonstruktion ersetzt wurde. Die neue Straßenbrücke wurde 500 Meter weiter weserabwärts erbaut. Bis zum Bau der Umgehungsstraße 1982 führte über diese die Bundesstraße 6.
  • Bei Drakenburg quert die K 2 auf einer Straßenbrücke die Weser am Wehr mit Kraftwerk und Bootsschleuse.
  • Die Hochseilfähre Schweringen wurde 1999 gebaut und ersetzte damit die in die Jahre gekommene Gierseilfähre. Bis zu vier PKW können befördert werden. Sie ist von Anfang November bis Ende Februar außer Betrieb.
  • Zwischen Bücken (Stendern) und Eystrup (Düveleistraße) existiert ein Anleger mit Panzerstraße für eine Pontonbrücke.
  • Die Straßenbrücke (L 330) in Hoya entstand 1883 zeitgleich mit der vollspurigen Kleinbahnstrecke nach Eystrup.
  • Die Straßenbrücke (L 203) in Groß-Hutbergen bei Verden wurde 1884 erbaut und war lange Zeit die einzige Weserbrücke im Landkreis Verden.
  • Die Straßenbrücke (K 9) über das Weserwehr Langwedel wurde 1958 eröffnet und für leichte Kraftfahrzeuge bis maximal sechs Tonnen freigegeben.
  • Die Straßenbrücke (L 156) zwischen Achim-Uesen und Werder wurde am 28. August 1928 eröffnet. An dieser Brücke wurden 1966 Szenen von Richard Lesters Antikriegsfilm „Wie ich den Krieg gewann“ gedreht. In dem Film, der hauptsächlich durch die Mitwirkung von John Lennon Popularität erlangte, verkörpert die Ueser Brücke eine Rheinbrücke.
  • Es bestehen mehrere Weserquerungen in Bremen:
  • Die Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Bremen–Osnabrück, ohne Geh- und Radweg bei Weser-Km 357,200
  • Die Autobahnbrücke der A 1 Hansalinie/E 22 bei Arsten (Weser-Km 358,500) von 1962 mit der Verbreiterung von 1978 auf sechs Fahrstreifen. 2008 wurde in beiden Richtungen die Standstreifen aufgegeben zugunsten von nunmehr acht Fahrstreifen. Diese Brücke liegt mit ihrem etwas kürzeren Südwestteil in Niedersachsen und ist von beiden Seiten mit Kraftfahrzeugen nur über bremisches Gebiet anfahrbar; die Landesgrenze verläuft unterhalb der Brücke in der Wesermitte.
  • Eine Fußgänger- und Radfahrerquerung über das Weserwehr in Hastedt bei Weser-Km 362,100
Die Sielwallfähre
Direkt neben der heutigen Wilhelm-Kaisen-Brücke befand sich bis ins 19. Jahrhundert Bremens einzige Weserbrücke: Unterweser-Km Null
Anlegestelle Vegesack der Fähre Vegesack–Lemwerder
Anleger Blumenthal der Fähre Blumenthal–Motzen
Anleger Juliusplate der Fähre Farge–Berne
Einfahrt in den Wesertunnel

Unterweser

  • Die Karl-Carstens-Brücke (bis 1999 offiziell Werderbrücke, umgspr. Erdbeerbrücke), verbindet als Straßenbrücke die Stadtteile Hemelingen und Obervieland (Weser-Km 362,950).
  • Die motorgetriebene Sielwallfähre verbindet die Östliche Vorstadt mit dem Stadtwerder zwischen Weser und Werdersee. Sie transportiert Fußgänger und Fahrräder (Weser-Km 365,400).
  • Die Große Weserbrücke (Wilhelm-Kaisen-Brücke) wurde 1960 eröffnet (Weser-Km 366,670). Über sie führt die in diesem Bereich mittlerweile herabgestufte B 75. Nur 50 m flussabwärts hatte es seit dem Mittelalter Bremens einzige Brücke über die Weser gegeben (erste Erwähnung 1244). Bis Ende des 19. Jahrhunderts musste die kleine Weser, südlich des Teerhofes, 200 Meter flussabwärts versetzt auf der Brautbrücke überquert werden.
  • Die 1993 eröffnete Teerhofbrücke als Fußgänger- und Radwegbrücke und die anschließende Brautbrücke (Fuß und Rad, etwas westlich der historischen Brückenstelle) verbinden die Bremer Altstadt und Neustadt miteinander (Unterweser-Km 0,400).
  • Die Bürgermeister-Smidt-Brücke wurde 1872/1875 als Bremens zweite Straßenbrücke über die Weser gebaut, sie hieß damals Kaiser-Wilhelm-Brücke. Von 1950 bis 1952 wurde die im Krieg stark beschädigte stählerne Bogenbrücke durch die jetzige Stahl-Balkenbrücke ersetzt (Unterweser-Km 0,625).
  • Die 196 m lange Stephanibrücke von 1965 (Überbau oberstrom) bzw. 1967 (Überbau unterstrom) stellt die Verbindung Bremen–Delmenhorst als Kraftfahrstraße (B 6, dann B 75) dar. Die ursprüngliche Westbrücke wurde 1936–1939 an dieser Stelle erbaut und 1944 durch Bomben zerstört. Fuß- und Radverkehr werden hier beiderseits in Höhe der Stahlträger geführt, eine Etage tiefer als der Kraftverkehr (Unterweser-Km 1,250). Dieser Abschnitt der B 6 ist (Straßenverkehrszählung 2005) nach der B 2R in München die meistbefahrene Bundesstraße Deutschlands (knapp 100.000 Fahrzeuge pro Tag).
  • Die Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg, die letzte Weserbrücke und bis zum Bau des Wesertunnels Dedesdorf die letzte feste Weserquerung, wurde 1867 errichtet, im März 1945 zerstört und bis zum Dezember 1946 wieder notdürftig repariert. Im Mai 1962 ersetzte eine neue Fachwerkbrücke das eingleisige Provisorium aus der unmittelbaren Nachkriegszeit (Unterweser-Km 1,3759).
  • Zwischen dem Lankenauer Höft in Bremen-Rablinghausen, dem Einkaufszentrum Waterfront in Bremen-Gröpelingen und dem Molenturm in der Überseestadt besteht am Wochenende eine saisonale Dreiecks-Fährverbindung.
  • Zwischen Bremen-Seehausen und der anderen Weserseite ist ein Tunnelbau im Zuge der A 281 in Planung, wodurch der Autobahnring um Bremen geschlossen werden soll.
  • Die Fähre zwischen Lemwerder und Bremen-Vegesack besteht seit dem 13. Jahrhundert. Sie verkehrt tagsüber im Zehn-Minuten-Takt. Die heutige Motorfähre, das Fährschiff Vegesack wurde 1992 gebaut und befördert bis zu 32 PKW. Während der Hauptverkehrszeit wird eine zweite Fähre, das Fährschiff Lemwerder, eingesetzt (Unterweser-Km 20,500).
  • Die Verbindung von Bremen-Blumenthal nach Motzen wird ganzjährig mit der 1975 in Dienst gestellten Fähre Rönnebeck bedient. 2004 wurde ihr Fassungsvermögen von 22 auf 25 PKW erhöht (Unterweser-Km 22,000).
  • Mit der Fähre von Berne nach Bremen-Farge wird die B 74 über die Weser geführt. Das Fährschiff Juliusplate, 1995 gebaut, kann bis zu 26 PKW befördern und ist auch für Gefahrgut und Schwerlasttransporte ausgelegt. Zu den Hauptverkehrszeiten wird auch hier eine zweite Fähre eingesetzt, die 1983 gebaute Berne-Farge mit Platz für circa 18 PKW (Unterweser-Km 25,300).
Die Fähren in Vegesack, Blumenthal und Farge sind seit 1993 zu der Fähren Bremen–Stedingen GmbH (FBS)[78] zusammengeschlossen.
  • Von Brake auf die Weserinsel Harriersand und zurück befördert das Motorschiff Guntsiet[79] Personen und Fahrräder (Unterweser-Km 39)
  • Zwischen Brake-Golzwarden und Sandstedt transportiert die 1964 gebaute Motorfähre Kleinensiel bis zu 22 PKW. Sie ist auch für Schwerlastverkehr und Gefahrgut zugelassen. Ihr Betrieb war 2004/2005 durch die Konkurrenz des Wesertunnels gefährdet. Nicht nur die Stadt Brake hatte Interesse, sie zu erhalten. Als SBS (Schnellfähre Brake–Sandstedt[80][81]) privatisiert, fährt sie jetzt gut ausgelastet einen dichteren Takt (20-Minuten-Takt) als vor Tunneleröffnung (Unterweser-Km 43).
  • Der Wesertunnel DedesdorfKleinensiel wurde 2004 im Vorgriff einer möglichen Verlängerung der A 22 fertiggestellt. Die Fähre Dedesdorf–Kleinensiel wurde bei Tunneleröffnung eingestellt (Unterweser-Km 52).
  • Weserfähre Bremerhaven–Nordenham:[82] Heute verkehren zwischen Bremerhaven und Nordenham-Blexen die Fähren Nordenham und Bremerhaven, die jeweils 300 Personen und auch Fahrzeuge bis hin zu Schwertransportern befördern können. Auf der neuen Weserfähre Bremerhaven dürfen nach vorheriger Anmeldung auch Gefahrgüter transportiert werden. Die Weserfähren können auch für Spezialfahrten (Partyschiff) gechartert werden (Unterweser-Km 64–66).

Eisenbahnstrecken am Weserlauf

Im Gegensatz z​um (Mittel- u​nd Ober-) Rhein, dessen Flusslauf a​uf weiten Strecken beidseitig v​on Eisenbahnstrecken begleitet wird, g​ibt es entlang d​er Weser k​eine durchgehende Eisenbahnlinie. Das Tal d​er Oberweser w​ar wirtschaftlich weniger interessant u​nd durch s​eine Grenzlage für d​ie Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen k​eine Alternative z​ur Hannöverschen Südbahn d​urch das Leinetal. Trotzdem fehlte a​n einer durchgehenden Bahnverbindung Kassel–Holzminden d​urch das untere Diemel- u​nd Wesertal n​ur der Kilometer zwischen d​en damals z​wei Karlshafener Bahnhöfen (der Carls- u​nd Sollingbahn). Auch i​m westwärts laufenden Talabschnitt unterhalb v​on Hameln g​ibt es e​ine Wesertalbahn (Richtung Rinteln). An d​er Mittelweser existiert e​in durchgehender Schienenweg, bestehend a​us Teilen d​er Strecken Hannover–Bremen u​nd Minden–Rotenburg (–Hamburg). Parallel z​ur Unterweser g​ibt es beidseits Bahnstrecken, teilweise i​n mehr a​ls 10 km Abstand v​om Fluss, d​a der weiche Marschboden keinen geeigneten Untergrund für Bahntrassen ermöglichte. Wesernahere Lokalbahnen h​aben dort keinen Personenverkehr m​ehr oder wurden g​anz abgebaut.

Folgende Teilabschnitte m​eist kreuzender Bahnstrecken verlaufen i​m Bereich d​es Flusses:

  • Strecke: Hildesheim–Löhne, Teilstück Hameln–Bad Oeynhausen mit Halt in Hameln, Hessisch Oldendorf, Rinteln, Vlotho und Bad Oeynhausen Süd („Weserbahn“ *)
  • Strecke: „Hannover–Bremen“, Teilstück Nienburg–Bremen mit Halt in Nienburg, Eystrup, Dörverden, Verden, Langwedel, Etelsen, Baden, Achim und Bremen

(*) n​icht zu verwechseln m​it „Weserbahn“ a​ls historischem Namen d​er Bahnstrecke Bremen–Oldenburg

Weserinseln und Nebenarme

Ober- und Mittelweser

  • Die beiden Weserinseln Schleusenwerder und Werder in Hameln sind zusammen 800 m lang. Auf den Inseln befinden sich Gebäude, die gastronomisch genutzt werden, und eine Schleusenanlage. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges arbeiteten dort zwei Getreidemühlen (Fabriken).
  • In Minden wird 2019 die Stadtblänke Minden geschaffen, die dem Biotop- und Hochwasserschutz dient.
  • Bei Landesbergen befindet sich in Höhe der Staustufe eine Weserinsel.

Unterweser und Außenweser

  • Gegenüber von Pauliner Marsch und Peterswerder liegt der 4,3 km lange Stadtwerder. Er ist keine echte Insel, denn schon seit Jahrhunderten war vom südlichen Weserarm Kleine Weser im oberen Teil nur eine Flutrinne übrig. Der Werdersee mit der unzugänglichen Vogelinsel wurde nach der Sturmflut 1962 als Flutrinne neu ausgehoben. Der Erdaushub wurde zur Aufschüttung des Friedhofes Huckelriede verwendet. Nachdem beim Januarhochwasser 1981 die Bewährungsprobe mit der Ableitung des Schmelzhochwassers durch den oberen Teil der Flutrinne wegen fehlerhafter Auslegung gescheitert war, wurde sie vergrößert und der Werdersee verlängert und außerdem der Stadtwerder auf der Südseite durch einen neuen Sommerdeich geschützt. Der naturähnlich angelegte Werderseezuleiter für die Frischwasserzufuhr aus der Mittelweser führt durch den Stadtwerder. Auf dem Stadtwerder liegen die Hochschule für Nautik, mehrere Kleingartengebiete sowie Strandbäder an der Weser und am Werdersee.
  • In Bremen wurde im Lauf des Mittelalters der schmale flussabwärtige Teil des Stadtwerders durch Verteidigungsgräben zwischen Weser und Kleiner Weser abgetrennt. So entstanden die Inseln Brautwerder mit der Bastion „Braut“ und flussabwärts daran anschließend der Teerhof, im Mittelalter Werftgelände. Heutzutage ist dieses Gebiet wieder mit dem Stadtwerder verbunden. Auf dem Teerhof steht, nur von der Bürgermeister-Smidt-Brücke von seiner Spitze getrennt, die Neue Museum Weserburg, eines der größten Museen für Gegenwartskunst in Deutschland.
  • Zwischen der Stephanibrücke und der Einmündung des Hohentorshafens in Bremen befindet sich in etwa der Mitte des Flusses ein knapp 1 km langer und bis zu 7 m breiter künstlich aufgeschütteter Wall, der inzwischen vegetationsbestanden ist. Auf diesem Wall befinden sich je ein Pfeiler der Stephanibrücke und einer Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg. Um den Zeitpunkt der Tidenspitze ist dieser Wall manchmal leicht überflutet und lediglich die Vegetation ragt aus der Weser.
  • Eine kleine und nicht bebaute Weserinsel befindet sich in Bremen zwischen dem Kap-Horn-Hafen und dem Wendebecken Neustadt. Zur Reduzierung des Bewuchses wird die Insel im Sommer von Ziegen beweidet, weshalb sie von der Lokalpresse inzwischen als „Ziegeninsel“ bezeichnet wird.[83] Anfangs war dies lediglich eine Halbinsel, was jedoch zu erheblichen Ablagerungen von Sedimenten in der Hafeneinfahrt führte. Seit dem Durchstich hat sich dieses Problem erledigt. Die Insel ist jedoch weiterhin mit einer Spundwand mit der Landschaft am Lankenauer Höft verbunden.
  • Gegenüber liegt die mit Pappeln bestandene Werftinsel (Shipyard Island), eine Insel, die wenige Jahre vor der Schließung der Werft AG Weser nach Durchstich aus der Hafenmole des Werfthafens entstand.
  • Bis zum Bau des Huntesperrwerks 1967–1969 war die Westergate ein bedeutender linker Nebenarm der Weser, in den die Hunte mündete. Von den zwischen Hauptstrom und Westergate gelegenen Inseln ist diejenige namens Weserdeicher Sände immer noch eine echte Insel. Der Elsflether Sand vor Elsfleth ist seither eine Halbinsel, die vom Weserdeich und einem 3,1 km langen Radweg durchzogen wird. Sie ist über den Weserdeich und das Huntesperrwerk zugänglich.
Fähre Guntsiet zwischen Brake und der Insel Harriersand
  • Harriersand gegenüber Brake-Harrien ist etwa 11 km lang und damit die längste Insel der Weser. Sie liegt östlich des Hauptstroms und ist durch den Rechten Nebenarm vom Hammelwarder Sand getrennt, einer ehemaligen weiteren Weserinsel, heute nur noch zwischen Winterdeich und Sommerdeich gelegenes Vorland der Osterstade genannten Marsch am rechten Weserufer. Der Harriersand ist seit dem Jahr 1830 besiedelt. Vor der zweiten Weserkorrektion 1924–1932 bestand sie noch aus sieben kleinen, voneinander getrennten Inseln. Harriersand ist von Brake aus mit der Personenfähre Guntsiet und von Rade aus über eine Straßenbrücke zu erreichen. Diese Insel hat lediglich einen Sommerdeich auf der Nordseite und auf der Südseite einen der wenigen naturbelassenen Sandstrände an der Weser. Die Häuser liegen wie die Hallighäuser auf einer kleinen Hauswarft. Diese werden bei jeder stärkeren Sturmflut zu Miniinseln.
  • Vor dem Ort Rodenkirchen (Gemeinde Stadland) liegt westlich des Hauptstroms die Strohauser Plate. Sie ist vom Stadland auf dem linken Weserufer durch den Weserarm Schweiburg getrennt. Die als Natura 2000-Gebiet geschützte Weserinsel dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über 6 km und in Ost-West-Richtung an der breitesten Stelle über 1,3 km aus und darf nur im Rahmen von geführten Exkursionen betreten werden.
  • Die ehemalige Flussinsel „Tegeler Plate“ im Deichvorland bei Dedesdorf dient als ökologische Kompensationsfläche für das Containerterminal III in Bremerhaven. Zu dem Zweck wurde der Sommerdeich aus den 1920er Jahren teilweise wieder abgetragen.[84] Der alexandrinische Geograf Claudius Ptolemaeus erwähnte in seiner Schrift Γερμανίας Μεγάλης θέσις (Germanias Megalis Thesis, „Karte Großgermaniens“) an der Wesermündung den Ort Τεκελία (Tekelía).[85]
  • Die ehemalige Flussinsel „Luneplate“ bei Bremerhaven wurde eingedeicht und gehört nun zum Festland. Sie war bis dahin die größte Insel in der Weser. Der 1924/25 angelegte Deich wurde in den 1970er Jahren verstärkt, und die Luneplate sollte Gewerbegebiet werden. 2003/04 wurden große Teile wieder vernässt als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau des Containerterminals IV im Norden von Bremerhaven. Normale Tiden strömen jetzt durch Sieltore bis zum alten Deich. Der neue Deich dient nur noch dem Schutz vor schweren Hochwassern.[86]
  • Wesermündung: Die kleinen Inseln Langlütjen I und Langlütjen II gegenüber von Bremerhaven-Weddewarden wurden in den Jahren 1876 bis 1880 als kaiserliche Forts ausgebaut. Während beider Weltkriege wurden die Bollwerke mit starken Abwehrgeschützen versehen. Von September 1933 bis Januar 1934 befand sich auf Langlütjen II ein Konzentrationslager.
  • Brinkamahöft vor Weddewarden, ebenfalls mit einem kleinen Fort, wurde im Zuge des Ausbaus des Containerterminals IVa eingeebnet und in die Hafenfläche einbezogen.
  • Tegeler Plate (namensgleich mit der ehemaligen Unterweserinsel bei Dedesdorf) und Robbenplate sind Sandbänke, also Wattflächen, zwischen den beiden Armen der Außenweser. Kleine Teilflächen sind im Sommer durchweg trocken und dienen den Robben als Ruhefläche und Kinderstube für die Heuler.
Wesermündung bei Bremerhaven (Süd – West – Nordwest): ganz links der Seedeich des Fischereihafens von Bremerhaven, gegenüber Nordenham-Blexen und ganz rechts die Insel Langlütjen I

Siehe auch

Literatur

Geologie

  • Karsten Meinke: Die Entwicklung der Weser im Nordwestdeutschen Flachland während des jüngeren Pleistozäns. Diss., Göttingen 1992. Mit Bodenprofilen der Weserstädte.
  • Gerd Lüttig: Zur Gliederung des Auelehms im Flußgebiet der Weser. In: Eiszeitalter und Gegenwart. Band 11, Öhringen 1960, S. 39–50.
  • Ludger Feldmann und Klaus-Dieter Meyer (Hrsg.): Quartär in Niedersachsen. Exkursionsführer zur Jubiläums-Hauptversammlung der Deutschen Quartärvereinigung in Hannover. DEUQUA-Exkursionsführer, Hannover 1998, S. 89 ff.
  • Hans Heinrich Seedorf und Hans-Heinrich Meyer: Landeskunde Niedersachsen. Natur und Kulturgeschichte eines Bundeslandes. Band 1: Historische Grundlagen und naturräumliche Ausstattung. Wachtholz, Neumünster 1992, S. 105 ff.
  • Ludger Feldmann: Das Quartär zwischen Harz und Allertal mit einem Beitrag zur Landschaftsgeschichte im Tertiär. Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2002, S. 133ff und passim.
  • Ludger Feldmann: Als Springe an der Weser lag – die geologische Geschichte der Deisterpforte. In: Springer Jahrbuch 2011 für die Stadt und den Altkreis Springe, Förderverein für die Stadtgeschichte von Springe e. V., Springe 2011, S. 10–22, 209–211.
  • Helmut Seger: Leuchtfeuer Bremen-Bremerhaven. OCEANUM. Das maritime Magazin Spezial. ISBN 978-3-86927-606-9.

Archäologie

  • Bremer Archäologische Blätter, Beiheft 2/2000 zur gleichnamigen Ausstellung im Focke-Museum: Siedler, Söldner und Piraten, Chauken und Sachsen im Bremer Raum, © Der Landesarchäologe Bremen, ISSN 0068-0907.
  • Bremer Archäologische Blätter, Beiheft 3/2004 zur gleichnamigen Ausstellung im Focke-Museum: Gefundene Vergangenheit, Archäologie des Mittelalters in Bremen, © Der Landesarchäologe Bremen, ISBN 3-7749-3233-6. (wg. Geschichte des Weserarms Balge)

Kunstgeschichte

Flussgeschichte

  • Georg Bessell: Geschichte Bremerhavens. Morisse, Bremerhaven 1927, 1989.
  • Heinz Conradis: Der Kampf um die Weservertiefung in alter Zeit. In: Bremisches Jahrbuch, Band 41, Bremen 1944.
  • J. W. A. Hunichs: Practische Anleitung zum Deich-, Siel- und Schlengenbau. Erster Theil, von den Sielen. Bremen 1770.
  • Die Kanalisierung der Mittelweser. Herausgegeben von der Mittelweser AG, Carl Schünemann Verlag, Bremen 1960.
  • Kuratorium für Forschung im Küsteningenieurswesen: Die Küste. In: Archiv für Forschung und Technik an der Nord- und Ostsee. Boyens, Heide 51.1991. ISSN 0452-7739
  • M. Eckholdt (Hrsg.), Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag 1998
  • Annette Siegmüller: Struktur und Funktion von Landeplätzen und Ufermärkten im 1. Jahrtausend n. Chr. an der unteren Weser und der unteren Ems. In: Norbert Fischer, Ortwin Pelc (Hrsg.): Flüsse in Norddeutschland. Zu ihrer Geschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Wachholtz, Neumünster 2013, S. 441–459.

Flussbeschreibung

  • Karl Löbe: Das Weserbuch. Niemeyer, Hameln 1968.
  • Nils Aschenbeck, Wolf Dietmar Stock: Eine Flussfahrt von der Aller bis zur Nordsee. Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1998, ISBN 3-88132-350-3.
  • Manfred Below: Die Weser. Vom Thüringer Wald bis zur Nordsee. 2. Auflage. Edition Temmen, Bremen 2011, ISBN 978-3-86108-965-0.
Wiktionary: Weser – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Weser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise) (Die Gewässerstationierung im hessischen Dienst beginnt um km 451,4 am Zusammenfluss der Quellflüsse.)
  2. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2015. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, S. 91, abgerufen am 7. März 2021 (PDF, deutsch, 6395 kB). (Das Jahrbuch gibt hier statt der Lage oberhalb der Mündung 0,7 km unterhalb des Ursprunges an. Daher LoM aus Länge 451,4 km abzgl. 0,7 km errechnet)
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2015. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, S. 99, abgerufen am 7. März 2021 (PDF, deutsch, 6395 kB). (Das Jahrbuch gibt hier statt der Lage oberhalb der Mündung 331,3 unterhalb des Ursprunges an. Daher LoM aus Länge 451,4 km abzgl. 331,3 km errechnet)
  4. Die mittlere Oberwasserzufuhr durch die Unterweser-Nebenflüsse unterhalb von Intschede einschl. Geeste wird auf 60 m³/s geschätzt (GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH: Gewässeranalytische Untersuchungen der Unterweser im Herbst 1979. Externer Bericht GKSS 80/E/27, Geesthacht 1980). Addiert zum mittleren Abfluss bei Intschede ergibt sich ein Abfluss von 383 m³/s unterhalb der Geestemündung.
  5. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes (Memento vom 21. Januar 2016 im Internet Archive), Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  6. Meyers Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 6. Auflage. Band 20. Bibliographisches Institut, Leipzig 1909.
  7. D. Hoffmann, Snuh 'Sohn'. – Akzentverschiebung und Stammsilbenreduktion im Wurster Friesisch, in Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 90, 1961, 303-322, speziell S. 322. Nach Aufzeichnungen aus der Zeit um 1700, heute ausgestorben.
  8. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 64 der Chronik (Memento vom 22. Juli 2016 im Internet Archive), Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  9. Julius Pokorny: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Bern 1959, S. 1134.
  10. Hans Krahe: Sprache und Vorzeit, Heidelberg 1954, S. 51.
  11. Vgl. Hans Krahe: Unsere ältesten Flußnamen, Wiesbaden 1964, S. 101 und 24.
  12. Siehe auch Manfred Below: Die Weser. Vom Thüringer Wald bis zur Nordsee. 2. Auflage. Bremen 2011, S. 8 und 91.
  13. Pegelname: Hann.-Münden. Wassenstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, abgerufen am 7. Juni 2020.
  14. siehe Ludwig Franzius: Die Korrektion der Unterweser. S. 4f., Bremen 1888, online als Digitalisat.
  15. aktuelle Gezeiten für Bremen-Oslebshausen, abgerufen am 19. Dezember 2019.
  16. Siehe Anlage 1 lfd. Nr. 64: „Verbindungslinie zwischen dem Kirchturm von Langwarden und der Mündung des Arenschen Baches“.
  17. Baken-net: Geschichte des Feuerschiffs Bremen
  18. Einzugsgebiet bis Leuchtturm Bremerhaven: GKZ 491 bis GKZ 4992 (Geeste) plus 1,66km² Blexer Groden
  19. Umwelt Niedersachsen – Flächenverzeichnis Weser
  20. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise),
  21. Umweltkartendienst des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz (Hinweise)
  22. Flächenverzeichnis des Gewässernetzes der Weser Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (PDF; 0,6 MB)
  23. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 22. Januar 2016 (PDF, deutsch, 6184 kB).
  24. Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  25. Im TIM online werden direkt die Weser-km von 40 bis 251,7 angezeigt. Der Hessische Dienst zeigt die Weser-Kilometer oberhalb der Diemelmündung an, wenn man die Differenz zur Weserlänge von 451,2 km bildet. An der Unterweser werden im BfN-Dienst Schutzgebiete bei Wahl des Maßstabs 1:25.000 alle 2 km Markierungen zum Unterweser-km angezeigt, zu denen man noch 366,7(2) km aufaddieren muss.
  26. Gewässersteckbrief und Maßnahmenprogramm 44.1 (Memento vom 1. Januar 2013 im Webarchiv archive.today) (Hinweise) → Übersicht über alle hessischen Flusssysteme (PDF, 1,7 MB) untere Diemel
  27. Der Abfluss der Werre am Pegel Löhne (1.335,11 km²) betrug 1983/2008 18,3 m³/s (Mq=13,7 m³/(s•km²)); die verbleibenden 150,29 km² wurden mit einem Mq von 10 l/(s•km²) extrapoliert.
  28. Der Abfluss der Gehle am Pegel Bierde (121 km²) betrug 1974/2008 0,933 m³/s (Mq=7,71 m³/(s•km²)); die verbleibenden 107,6 km² wurden mit einem Mq von 5 l/(s•km²) extrapoliert.
  29. Der Abfluss der Großen Aue am Pegel Heide OP (1.014 km²) betrug 1965/2008 7,27 m³/s (Mq=7,17 m³/(s•km²)), der der Siede am Pegel Sieden (163 km²) betrug 1979/2008 1,19 m³/s (Mq=7,30 m³/(s•km²)); die verbleibenden 345,4 km² wurden mit einem Mq von 5 l/(s•km²) extrapoliert.
  30. Der Abfluss der Hunte am Pegel Colnrade OP (1.318 km²) betrug 1958/2008 10,3 m³/s (Mq=7,81 m³/(s•km²)), der der Lethe am Pegel Oberlethe(160 km²) betrug 1973/2008 1,36 m³/s (Mq=8,50 m³/(s•km²)); die verbleibenden 1.157,3 km² wurden mit einem Mq von 5 l/(s•km²) extrapoliert.
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