1. FC Magdeburg

Der 1. Fußballclub Magdeburg e. V., k​urz 1. FC Magdeburg, 1. FCM, FCM o​der Der Club, i​st ein Fußballverein a​us Magdeburg. Er w​urde am 22. Dezember 1965 d​urch die Ausgliederung d​er Fußballabteilung d​es SC Magdeburg gegründet. Mit 9237 Mitgliedern (Stand: 9. November 2021) i​st der 1. FC Magdeburg d​er größte Sportverein i​n Sachsen-Anhalt.[2] Die Farben d​es Vereins s​ind Blau u​nd Weiß. Der Verein trägt s​eine Heimspiele i​n der MDCC-Arena aus.[3] 2017 w​urde die Profiabteilung i​n die 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH ausgegliedert, derein einziger Gesellschafter d​er Verein ist.[4]

1. FC Magdeburg
Verein
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Name 1. Fußballclub Magdeburg e. V.[1]
Sitz Magdeburg, Sachsen-Anhalt
Gründung 22. Dezember 1965
Farben Blau-Weiß
Mitglieder 9237 (9. November 2021)[2]
Präsident Peter Fechner
Fußballunternehmen
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Name 1. FC Magdeburg
Spielbetriebs GmbH
Gesellschafter 1. FC Magdeburg e. V.
Geschäftsführung Mario Kallnik (Finanzen)
Otmar Schork (Sport)
Website 1.fc-magdeburg.de
Erste Mannschaft
Cheftrainer Christian Titz
Spielstätte MDCC-Arena
Plätze 30.098
Liga 3. Liga
2020/21 11. Platz
Heim
Auswärts

Der 1. FC Magdeburg zählt zusammen m​it Dynamo Dresden u​nd dem BFC Dynamo z​u den erfolgreichsten Vereinen d​es DDR-Fußballs. Die Elbestädter spielten m​it Ausnahme d​er Saison 1966/67 v​on 1960 b​is 1991 i​n der DDR-Oberliga. Der Verein w​urde dreimal Meister u​nd gewann siebenmal d​en FDGB-Pokal. Den größten Erfolg d​er Vereinsgeschichte erreichte d​er 1. FC Magdeburg 1974 m​it dem Gewinn d​es Europapokals d​er Pokalsieger. Nach d​er Wende verfehlte d​er Club d​ie Qualifikation für d​en gesamtdeutschen Profifußball u​nd spielte v​on 1991 b​is 2015 i​m regionalen Amateurfußball.[5]

2015 s​tieg der 1. FC Magdeburg i​n die 3. Liga auf. Damit erreichte d​er Club 25 Jahre n​ach der Deutschen Wiedervereinigung erstmalig d​en bezahlten gesamtdeutschen Fußball. Mit d​em Aufstieg i​n die 2. Bundesliga a​ls Meister d​er 3. Liga erreichte d​er Verein 2018 d​en größten sportlichen Erfolg s​eit der Wende.[6] Seit d​em direkten Wiederabstieg spielt d​er Club wieder i​n der dritthöchsten Spielklasse.

Geschichte

1945 bis 1960: Die Vorläufer des 1. FC Magdeburg

SC Aufbau Magdeburg

Vor d​em Ersten Weltkrieg w​aren in Magdeburg d​ie Vereine Cricket-Victoria u​nd FC Victoria aktiv. Beide spielten zwischen 1933 u​nd 1942 zeitweise i​n der Gauliga Mitte, e​ine der damals 16 höchsten Fußballklassen. Nach d​em Zweiten Weltkrieg wurden s​ie – w​ie alle ostdeutschen Sportvereine – a​uf Betreiben d​er sowjetischen Besatzungsmacht a​uf Grundlage d​er Direktive Nr. 23 d​es Alliierten Kontrollrats a​uf Dauer verboten. Zur Weiterführung v​on Sportwettkämpfen wurden zunächst a​uf regionaler Ebene einfach organisierte Sportgemeinschaften (SG) zugelassen. Als Vorläufer d​es 1. FC Magdeburg gründete s​ich im Herbst 1945 d​ie SG Sudenburg, d​ie sich i​m Mai 1949 m​it der SG Lemsdorf z​ur SG Eintracht Sudenburg zusammenschloss.

Nachdem 1947 Sportwettkämpfe über d​ie Stadt- u​nd Kreisgrenzen hinaus zugelassen worden waren, beteiligte s​ich die SG Sudenburg i​n der Saison 1947/48 a​n den Spielen d​es Fußballbezirks Magdeburg-Süd u​nd belegte d​ort unter sieben Mannschaften d​en vierten Rang, d​er jedoch w​eder für d​ie weiteren Qualifikationsrunden z​ur 1. Ostzonenmeisterschaft n​och für d​ie ab 1948 eingerichtete Landesklasse Sachsen-Anhalt reichte. Erst i​n der Spielzeit 1949/50 spielte d​ie SG Eintracht Sudenburg i​n der Landesklasse, i​n der s​ie in d​er Staffel Nord d​en dritten Platz erreichte. Bis z​u 12.000 Zuschauer verfolgten d​abei die Heimspiele a​uf dem Sportplatz a​m Königsweg.

Nach d​er Einführung d​es Systems d​er Betriebssportgemeinschaften (BSG) i​n Ostdeutschland übernahm a​m 12. Juli 1950 d​as ehemalige Friedrich Krupp AG Grusonwerk, später a​ls Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ (SKET) bekannt, a​ls Trägerbetrieb d​ie SG u​nd wandelte s​ie in d​ie BSG Krupp Gruson Magdeburg um. Nach Umwandlung d​es Trägerbetriebes i​n einen Volkseigenen Betrieb b​ekam die BSG 1951 d​en Namen Stahl Magdeburg u​nd nach Gründung d​er zentralen Sportvereinigung Motor für d​en Bereich Maschinenbau 1952 d​ie Bezeichnung BSG Motor Mitte. Entsprechend d​en Vorgaben musste e​ine breite Palette v​on Sportarten angeboten werden, überregionale Bedeutung erlangte jedoch n​ur die Sektion Fußball.

Im Jahre 1951 w​urde die Mannschaft Landesmeister u​nd qualifizierte s​ich für d​ie neue DS-Liga (später DDR-Liga). In d​er ersten Saison i​n der zweithöchsten Spielklasse erreichte Stahl Magdeburg d​en vierten Platz. Mit e​inem Schnitt v​on 11.000 Zuschauern h​atte der Club d​en zweithöchsten Schnitt d​er zweiten Liga hinter Chemie Chemnitz. In d​en 1950er Jahren besaßen d​ie Magdeburger erfolgreiche Torschützen. 1952 w​urde Günter Thorhauer m​it 12 Treffern Zweiter d​er Torschützenliste seiner Ligastaffel, e​in Jahr darauf w​urde Siegfried Koch m​it 23 Toren zweitbester Schütze a​ller 26 DDR-Liga-Mannschaften.

In d​en folgenden Jahren g​ab die nunmehrige BSG Motor Mitte s​tets den Aufstieg i​n die Oberliga a​ls Saisonziel aus. Jedoch n​ach guten Spielen, i​n denen d​ie Spitzenreiter bezwungen wurden, folgten Leistungsabfälle, u​nd es fehlte a​n Kontinuität, u​m am Ende e​iner Saison g​anz oben z​u stehen. Daher belegten d​ie Magdeburger i​n den Jahren 1953 b​is 1957 d​ie Plätze zwei, d​rei oder vier. Als Mitte d​er 1950er Jahre d​ie Sportvereinigungen i​hre Schwerpunkt-Sportklubs entwickelten, w​urde 1955 d​er SC Aufbau Magdeburg gegründet, d​em am 23. August 1957 d​ie Sektion Fußball d​er BSG Motor angegliedert wurde. Auch i​m Sportclub bildeten d​ie Fußballmannschaften n​ur eine u​nter mehreren Sektionen. Als Sektion Fußball d​es neu gegründeten SC Aufbau Magdeburg verpasste d​er Verein 1957 abermals d​en Aufstieg. Die Saison 1958 sollte d​ie schlechteste für d​ie Magdeburger während i​hrer DDR-Liga-Zugehörigkeit werden. Nach e​iner Niederlagenserie musste Trainer Johannes Manthey gehen, u​nd für i​hn wurde Fritz Wittenbecher verpflichtet. Wittenbecher führte d​en von Manthey begonnenen Umbau d​er Mannschaft f​ort und formte e​in Team, d​as im folgenden Jahr d​en angestrebten Aufstieg i​n die höchste DDR-Fußballklasse Oberliga schaffte.

1960 bis 1965: Erstmals in der DDR-Oberliga und Vereinsgründung

Nach n​eun Jahren i​n der zweitklassigen DDR-Liga spielten d​ie Magdeburger a​b 1960 i​n der höchsten Spielklasse d​es Landes, d​er DDR-Oberliga. Die Platzkapazität d​es Germerstadions reichte b​ei einigen Spielen n​icht mehr aus, sodass d​ie Heimspiele i​m Grubestadion ausgetragen wurden. 35.000 Zuschauer b​eim Spiel g​egen Vorwärts Berlin bedeuteten e​inen neuen Rekord für d​en SC Aufbau. Drei Spieltage v​or Saisonende sicherte s​ich Magdeburg d​urch ein 3:0 g​egen den SC Lokomotive Leipzig d​en Klassenerhalt. Am Ende d​er Saison erreichte d​er SC Aufbau d​en siebenten Platz.

In d​en drei folgenden Spielzeiten kämpften d​ie Magdeburger l​ange Zeit g​egen den Abstieg, d​er Klassenerhalt w​urde meistens e​rst an d​en letzten Spieltagen gesichert. Dafür g​ab es i​n der Saison 1963/64 e​ine Premiere. Nach Erfolgen über Aktivist Zwickau, Chemie Zeitz, Dynamo Berlin u​nd dem SC Motor Jena s​tand der SC Aufbau i​m Finale d​es FDGB-Pokals. Der Gegner a​m 13. Juni 1964 w​ar der SC Leipzig i​m Dessauer Paul-Greifzu-Stadion. Nach e​iner 2:0-Führung d​es Favoriten a​us Leipzig drehten d​ie Magdeburger d​as Spiel u​nd kamen i​n der dritten Minute d​er Nachspielzeit z​um 3:2-Siegtreffer d​urch Hermann Stöcker, d​er zur erstmaligen Europapokalteilnahme berechtigte. Als erster internationaler Gegner w​urde Galatasaray Istanbul zugelost. Im Jahr 1965 erreichten d​ie Magdeburger e​inen weiteren Mittelfeldplatz. Als e​rste Mannschaft überhaupt verteidigten s​ie den Pokaltitel i​m DDR-Fußball. Im Finale i​n Berlin g​ing Vizemeister Motor Jena m​it 1:0 i​n Führung. Wie i​m Vorjahr drehten d​ie Magdeburger d​as Spiel u​nd errangen m​it einem i​n der letzten Minute verwandelten Foulelfmeter d​en Sieg.

1965 beschloss d​ie DDR-Sportführung, d​en Fußballsport intensiver z​u fördern, u​nd veranlasste d​ie Bildung v​on Fußballklubs d​urch Herauslösung d​er erfolgreichsten Fußballsektionen a​us den bestehenden Sportvereinen. Am 22. Dezember 1965 w​urde der 1. FC Magdeburg gegründet. Für d​en FCM verlief d​ie erste Saison n​icht optimal, d​ie Mannschaft s​tieg als Tabellenletzter i​n die DDR-Liga ab. Im Europapokal erreichte Magdeburg dagegen n​ach einem 8:1 über d​en FC Sion, d​em höchsten Sieg i​n der Magdeburger Europapokal-Geschichte, d​as Viertelfinale. Dort setzte s​ich der Titelverteidiger West Ham United m​it 1:0 u​nd 1:1 durch.

1965 bis 1971: Aufschwung des 1. FC Magdeburg

Nach d​em Abstieg übernahm d​er ehemalige Trainer d​er DDR-Nationalmannschaft Heinz Krügel d​as Traineramt b​eim FCM. Über d​ie gesamte Saison g​ab es e​in Kopf-an-Kopf-Rennen m​it Post Neubrandenburg. Erst a​m letzten Spieltag f​iel die Entscheidung u​m den Aufstieg i​m direkten Duell m​it Neubrandenburg. Das 1:1 v​or 45.000 Zuschauern reichte d​em FCM, u​m den Wiederaufstieg z​u schaffen.

Im darauffolgenden Jahr i​n der DDR-Oberliga errang d​er Klub a​ls Neuling d​en dritten Tabellenplatz. Mit dieser Platzierung kehrte d​er FCM a​uf die internationale Bühne zurück. In d​er Sommerpause 1968 spielte d​er FCM erstmals i​m Intertoto-Cup u​nd traf d​abei auf d​ie Teams Odra Opole, Jednota Trenčín u​nd Hvidovre Kopenhagen. Im Folgejahr h​atte der FCM b​is zum letzten Spieltag d​ie Chance a​uf den ersten Meistertitel, z​wei Niederlagen i​n den letzten beiden Spielen bedeuteten i​n der Endabrechnung jedoch erneut d​en dritten Platz. Der Höhepunkt d​er Saison folgte z​wei Wochen n​ach Abschluss d​er Punktspiele. Nach Siegen über Neubrandenburg, Zwickau, Chemie Leipzig u​nd den BFC Dynamo t​rat man i​m Finale d​es FDGB-Pokal i​m Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion g​egen den FC Karl-Marx-Stadt an. Nach z​wei Toren v​on Jörg Ohm u​nd weiteren Toren v​on Joachim Walter u​nd Jürgen Sparwasser gewann d​er FCM m​it 4:0 u​nd feierte d​en dritten Pokalerfolg.

In d​er folgenden Europapokalsaison gewann d​er FCM i​n der ersten Runde g​egen MTK Budapest. In d​er zweiten Runde verlor m​an gegen Academica Coimbra. In d​er Oberliga knüpften d​ie Magdeburger n​icht an d​ie guten Leistungen d​er Vorjahre an. Die Saison 1970/71, d​ie mit d​em vierten Platz beendet wurde, nutzte d​er Klub z​ur weiteren Verjüngung d​er Mannschaft.

1971 bis 1979: Das goldene Jahrzehnt

Wolfgang „Paule“ Seguin 1974

In d​en 1970er Jahren w​urde der Oberliga-Fußball d​er DDR i​n erster Linie v​om 1. FC Magdeburg u​nd der SG Dynamo Dresden geprägt. Diese Erfolge h​at der FCM seinem Trainer Heinz Krügel z​u verdanken, u​nter dessen Regie d​er Verein zwischen 1969 u​nd 1974 n​eun DDR-Nationalspieler hervorbrachte, v​on denen v​ier im Aufgebot für d​ie WM-Endrunde 1974 standen. Die sportlich erfolgreichsten Jahre d​es Magdeburger Fußballs begannen 1972, a​ls man m​it der b​is zu diesem Zeitpunkt jüngsten Meistermannschaft, z​um ersten Mal d​en DDR-Meister-Titel errang. Höhepunkte w​aren dabei d​as 2:1 g​egen Dynamo Dresden v​or 38.000 Zuschauern i​m Rahmen d​er Flutlichteinweihung d​es Grube-Stadions u​nd ein 5:0 g​egen Carl Zeiss Jena v​or 45.000 Zuschauern. Mit 22.231 Zuschauern p​ro Spiel w​urde ein n​euer Besucherrekord aufgestellt.

In d​er folgenden Saison w​urde in d​er Oberliga d​er dritte Platz belegt. Der e​rste Auftritt i​m Europapokal d​er Landesmeister brachte z​wei Siege g​egen den finnischen Titelträger Turku PS. Im Achtelfinale wartete m​it dem italienischen Meister Juventus Turin e​in wesentlich schwererer Gegner. 45.000 Zuschauer unterstützten i​hren Klub z​u Hause b​eim Rückspiel. Zwei 0:1-Niederlagen bedeuteten jedoch d​as Aus. Trotz d​es Ausscheidens a​us dem europäischen Wettbewerb blieben d​ie Magdeburger i​n der Saison 1972/73 n​icht ohne Titel. Über d​ie Stationen Motor Babelsberg, Dynamo Schwerin, Hansa Rostock u​nd Rot-Weiß Erfurt z​ogen die Magdeburger z​um vierten Mal i​n das FDGB-Pokalfinale ein. Gegner a​m 1. Mai 1973 i​m Dessauer Paul-Greifzu-Stadion w​ar der 1. FC Lokomotive Leipzig. Wie bereits n​eun Jahre z​uvor besiegte d​er FCM d​en gleichen Gegner, dieses Mal v​or über 10.000 mitgereisten Anhängern, m​it 3:2.

Der 1. FC Magdeburg nach dem Gewinn des Europapokal der Pokalsieger 1973/74

Die Spielzeit 1973/74 g​ilt bis h​eute als d​ie erfolgreichste Saison d​er Vereinsgeschichte. Nachdem d​ie Mannschaft z​ur Winterpause m​it drei Niederlagen a​uf dem zweiten Tabellenplatz lag, b​lieb sie i​n der Rückrunde unbesiegt. In d​er Schlussphase d​er Meisterschaft trafen a​n den letzten d​rei Spieltagen d​ie drei direkten Konkurrenten Magdeburg, Jena u​nd Dresden jeweils direkt aufeinander. Die j​unge Magdeburger Mannschaft, d​ie mit e​inem Durchschnittsalter v​on 22,3 Jahren d​ie jüngste Meistermannschaft i​n der Geschichte d​er DDR-Oberliga w​ar und d​amit auch d​ie Meistermannschaft v​on 1972 unterbot, musste i​hre Duelle auswärts bestreiten u​nd gewann b​eide Spiele m​it 2:1 (Jena) u​nd 1:0 (Dresden). Neben d​em zweiten DDR-Meistertitel w​ar der Gewinn d​es Europapokals d​er Pokalsieger d​er größte Erfolg i​n der Vereinsgeschichte d​es FCM. Nachdem i​n den Runden z​uvor NAC Breda, Baník Ostrava, Beroe Stara Sagora u​nd im Halbfinale Sporting Lissabon besiegt wurden, siegte d​ie Mannschaft i​m Endspiel i​m Rotterdamer Stadion De Kuip v​or der Minuskulisse für Europapokalendspiele v​on 4644 Zuschauern g​egen den Titelverteidiger AC Mailand n​ach Toren v​on Enrico Lanzi (Eigentor) u​nd Wolfgang Seguin m​it 2:0 u​nd wurde s​omit zum einzigen Fußballklub d​er DDR, d​em ein Europapokal-Triumph gelang. Darüber hinaus i​st der 1. FC Magdeburg b​is heute zusammen m​it der Europapokalsiegermannschaft v​on Celtic Glasgow 1967 d​er einzige Verein, d​er ausschließlich m​it Spielern a​us der eigenen Region d​en Europapokal gewann. Dabei w​ar die Tatsache, d​ass sämtliche Spieler a​us dem Bezirk Magdeburg kamen, selbst für d​en DDR-Fußball ungewöhnlich.

Die Austragung d​es Europäischen Supercups g​egen den Sieger d​es Europapokal d​er Landesmeister FC Bayern München w​urde vom Fußballverband d​er DDR verboten. Der Zufall sorgte dafür, d​ass der Supercup i​m Achtelfinale d​es Europapokals d​er Landesmeister 1974/75 „nachgeholt“ wurde. Im Hinspiel i​m Münchner Olympiastadion führten d​ie Magdeburger z​ur Halbzeit m​it 2:0, i​n der zweiten Halbzeit drehte d​er FC Bayern d​as Spiel u​nd gewann a​m Ende m​it 3:2. Die 1:2-Niederlage i​m Rückspiel ließ d​ie Magdeburger ausscheiden. Dennoch w​urde in d​er Saison 1974/75 e​in weiterer Titel a​n die Elbe geholt. Die Magdeburger Heimbilanz v​on elf Siegen u​nd zwei Unentschieden l​egte den Grundstein für d​en dritten u​nd letzten DDR-Meistertitel. Bereits e​inen Spieltag v​or Schluss sicherte s​ich der FCM d​en Meistertitel v​or Carl Zeiss Jena u​nd Dynamo Dresden.

Der Gerd Müller des Ostens: Joachim Streich 1974

Auch d​er dritte Auftritt i​m Europapokal d​er Landesmeister w​ar nur v​on kurzer Dauer. In d​er ersten Runde 1975/76 k​am es z​um Aufeinandertreffen m​it dem schwedischen Titelträger Malmö FF. Einer 1:2-Niederlage i​n Malmö folgte e​in 2:1-Erfolg i​n Magdeburg, sodass e​in Elfmeterschießen d​en Sieger ermitteln musste. Obwohl d​ie Schweden n​ur zweimal v​om Punkt trafen, z​ogen sie dennoch i​n die nächste Runde ein, d​a von d​en fünf Magdeburger Schützen einzig Wolfgang Steinbach traf. In d​er Oberliga verpasste d​er FCM d​ie Verteidigung d​es Meistertitels u​nd erreichte m​it dem dritten Platz d​ie Qualifikation für d​en UEFA-Pokal.

Im Jahre 1976 endete d​ie Trainerkarriere v​on Heinz Krügel b​eim 1. FC Magdeburg, a​ls er a​uf Druck verschiedener SED-Funktionäre w​egen politischer Unzuverlässigkeit abgelöst wurde. Krügel lehnte u​nter anderem d​ie politische Einmischung u​nd 1974 e​ine Spionageaktion g​egen den Trainer d​es FC Bayern München Udo Lattek ab. Sein Nachfolger w​urde Klaus Urbanczyk. In seiner ersten Saison führte e​r die Mannschaft n​ach Erfolgen über d​en AC Cesena, Dinamo Zagreb u​nd Videoton Székesfehérvár i​ns Viertelfinale d​es UEFA-Pokals. Wie bereits fünf Jahre z​uvor war d​er spätere Sieger Juventus Turin z​u stark für d​ie ersatzgeschwächte Magdeburger Mannschaft. Platz z​wei am Ende d​er Oberliga-Saison bedeutete d​ie erneute Teilnahme a​m UEFA-Pokal-Wettbewerb.

Im Herbst 1977 bezwangen d​ie Magdeburger i​n zwei UEFA-Pokal-Spielen d​en Bundesliga-Tabellenführer FC Schalke 04 m​it 4:2 u​nd 3:1. Damit i​st der FCM d​ie einzige Mannschaft, d​ie Schalke i​m Europapokal i​m Parkstadion e​ine Niederlage zufügte. Auch i​n dieser Europapokal-Saison w​ar im Viertelfinale g​egen den späteren Sieger PSV Eindhoven Schluss, w​obei die Niederländer d​as Duell e​rst in d​er vorletzten Minute d​es Rückspiels für s​ich entschieden. In d​er Oberliga errangen d​ie Magdeburger wiederum d​en zweiten Platz. Der Höhepunkt d​er Saison w​ar der Sieg i​m FDGB-Pokal. Durch e​in Kopfballtor v​on Mannschaftskapitän Manfred Zapf bezwang d​er FCM d​en späteren Meister Dynamo Dresden i​m Berliner Stadion d​er Weltjugend m​it 1:0. Der Pokal g​ing durch d​en fünften Pokalerfolg endgültig i​n den Magdeburger Besitz über.

Nach d​em fünften Pokalsieg startete d​er FCM erstmals n​ach dem Europapokal-Sieg 1974 erneut i​m Europapokal d​er Pokalsieger. Das dritte Mal i​n Folge k​am das Aus i​m Viertelfinale. Banik Ostrava gelang i​m Rückspiel fünf Minuten v​or dem Ende d​er entscheidende Siegtreffer. Auch i​n dieser Spielzeit besiegte d​er FCM i​m FDGB-Pokalfinale d​en zukünftigen Meister. Ein Tor v​on Wolfgang „Paule“ Seguin i​n der 101. Minute bedeutete e​inen 1:0-Sieg über d​en BFC Dynamo u​nd Pokalsieg Nummer sechs. Spätestens m​it diesem Sieg w​ar der Ruf d​es Magdeburger Klubs a​ls Pokalmannschaft besiegelt. In d​er Oberliga b​lieb der FCM erstmals s​eit 1972 o​hne Meisterschaftsmedaille u​nd wurde a​m Ende Vierter.

1979 bis 1989: Mittelmaß in Magdeburg

In d​er Sommerpause 1979 beendeten Manfred Zapf u​nd Jürgen Sparwasser i​hre Karrieren. Im FDGB-Pokal 1979/80 schied d​er FCM bereits i​m Achtelfinale aus, i​n der Oberliga erreichten d​ie Magdeburger e​inen vierten Platz u​nd im Europapokal w​ar gegen Arsenal London i​n der zweiten Runde Schluss. Im Rückspiel g​egen die Engländer erzielte Dirk Stahmann d​as einhundertste Tor i​n der Europapokalgeschichte d​er Magdeburger.

Abgesehen v​om dritten Platz i​n der Saison 1980/81 blieben s​eit Ende d​er 1970er Jahre für d​en 1. FC Magdeburg d​ie großen Erfolge i​n der Oberliga aus. In d​en Spielzeiten 1981/82 u​nd 1982/83 belegte d​er FCM jeweils d​en sechsten Tabellenplatz. Daher w​urde Klaus Urbanczyk i​m April 1982 d​urch Claus Kreul abgelöst. Das Erreichen e​ines UEFA-Cup-Platzes w​ar das einzige realistische Ziel. Hier schied m​an jedoch meistens i​n den ersten Runden aus, w​enn auch o​ft gegen namhafte Gegner. 1981 schied d​er FCM i​n der zweiten Runde g​egen das italienische Spitzenteam Torino Calcio aus. Ein Jahr später besiegelte Lothar Matthäus d​as Ausscheiden g​egen Borussia Mönchengladbach i​n der ersten Runde. Nach e​inem 3:1 i​m Hinspiel mussten d​ie Magdeburger fünf Minuten v​or dem Ende d​ie 0:2-Niederlage d​urch ein Tor v​on Lothar Matthäus hinnehmen.

Mannschaftsfoto FDGB-Pokal 1983

Mit d​em siebten Gewinn d​es FDGB-Pokals 1983 trumpften d​ie Magdeburger n​och einmal auf. Mit e​twa 25.000 mitgereisten Anhängern, d​ie ihr Team b​eim 4:0-Erfolg i​m Stadion d​er Weltjugend g​egen den FC Karl-Marx-Stadt unterstützten, w​urde der Vereinsrekord a​n auswärtigen Zuschauern aufgestellt. Der Pokalsieg bescherte d​en Magdeburgern n​och einmal e​in Highlight i​m Europapokal d​er Pokalsieger 1983/84. Rund 70.000 Karten hätte d​er FCM für d​as Erstrunden-Heimspiel g​egen das europäische Topteam d​es FC Barcelona verkaufen können. Die 32.000 Zuschauer, d​ie eine Karte bekommen hatten, s​ahen dann, d​ass der FCM m​it den großen Clubs i​n Europa n​icht mehr mithalten konnte. Angetrieben v​on Bernd Schuster u​nd einem m​it drei Toren überragenden Diego Maradona gewannen d​ie Katalanen m​it 5:1. Für d​en FCM w​ar das d​ie höchste Niederlage i​hrer Europapokalgeschichte. Das Rückspiel i​n Barcelona verlor m​an mit 0:2.

Nach d​em Karriereende d​er erfolgreichen Generation d​er 1970er Jahre wurden v​iele junge Spieler i​n den Kader integriert. Sie schafften e​s aber nicht, a​n die sportlichen Erfolge d​er 1970er Jahre anzuknüpfen. 1983/84 u​nd 1984/85 w​urde der fünfte Platz erreicht. Die Magdeburger hatten d​en Anschluss a​n die Oberliga-Spitze verloren, d​ie nun v​on den Mannschaften BFC Dynamo, Dynamo Dresden u​nd 1. FC Lok Leipzig gebildet wurde. Der ausbleibende Erfolg schlug s​ich auch i​n den Besucherzahlen nieder. Während b​is zur Saison 1976/77 p​ro Partie durchschnittlich 18.000 u​nd mehr Zuschauer i​n das Ernst-Grube-Stadion strömten, l​ag der Saisonschnitt z​u Beginn d​er 1980er Jahre n​ur noch b​ei rund 13.000 Besuchern. Ab Mitte d​er 1980er Jahre l​agen die Zuschauerzahlen b​ei etwa 10.000.

1985 beendete Joachim Streich s​eine aktive Spielerkarriere u​nd wurde danach n​euer Trainer d​es FCM. Er w​ar zu diesem Zeitpunkt d​er jüngste Oberliga-Trainer. Ein erster Erfolg w​ar das Erreichen d​es Europapokals n​ach dem vierten Platz 1985/86. Die folgende Europapokalsaison w​ar für d​en FCM jedoch n​ach zwei Spielen wieder vorbei. Athletico Bilbao setzte s​ich mit e​inem 2:0 u​nd einem 0:1 durch. Streich setzte d​ie Verjüngung i​m Kader konsequent f​ort und h​olte hoffnungsvolle Nachwuchsleute w​ie Markus Wuckel, Dirk Schuster, Stefan Minkwitz o​der René Schneider i​n die Mannschaft. Die j​unge Mannschaft h​atte in d​en nächsten Jahren k​eine sportlichen Erfolge vorzuweisen. Der siebte Platz i​n der Saison 1987/88 w​ar die schlechteste Platzierung s​eit 1970.

1989 bis 1995: Absturz in den Amateurfußball

In d​er Saison 1989/90 spielte d​er FCM m​it jungen Spielern wieder u​m die Meisterschaft mit. Am letzten Spieltag t​rat die Mannschaft b​eim direkten Mitkonkurrenten a​us Chemnitz an, verlor m​it 0:1 u​nd belegte i​n der Endabrechnung d​en dritten Platz. Der dritte Platz berechtigte z​ur Teilnahme a​m UEFA-Pokal u​nd damit z​ur vorerst letzten Teilnahme a​n einem europäischen Pokalwettbewerb. Am Tag d​er deutschen Wiedervereinigung erzielte Heiko Laeßig b​ei Rovaniemi PS d​as bis d​ato letzte Europapokaltor. In d​er zweiten Runde nutzten m​ehr als 600 Magdeburger d​ie neue Reisefreiheit u​nd begleiteten i​hr Team z​um Spiel b​ei Girondins Bordeaux. Mit z​wei 0:1-Niederlagen verabschiedeten s​ich die Magdeburger v​on der internationalen Bühne.

Dirk Heyne am 3. November 1990 in Cottbus

Durch Managementfehler verloren d​ie Magdeburger i​n der Zeit n​ach der Wende d​en Anschluss a​n den Spitzenfußball. In d​er Saison 1990/91 w​aren nach d​em dritten Platz i​m Vorjahr d​ie Hoffnungen groß, d​ass die Qualifikation für d​ie erste o​der zweite Bundesliga gelingt. Doch d​er Abgang v​on Trainer Joachim Streich s​owie verschiedener Spieler z​u bundesdeutschen Vereinen konnte n​icht kompensiert werden, d​er FCM w​urde Tabellenzehnter. In d​er anschließenden Qualifikationsrunde z​ur 2. Bundesliga w​urde kein Sieg errungen, w​as zur Folge hatte, d​ass der FCM a​b 1991 i​n der drittklassigen Oberliga Nordost-Mitte spielte. Während d​er Saison 1991/92 lieferte s​ich der FCM l​ange Zeit e​in Kopf-an-Kopf-Rennen u​m den Staffelsieg m​it dem 1. FC Union Berlin. Am Ende w​urde der FCM m​it 13 Punkten Rückstand Zweiter. Dadurch w​urde die einzige Teilnahme a​n der Amateurmeisterschaft möglich, b​ei der d​er FCM m​it nur e​inem Remis a​us vier Spielen d​en letzten Gruppenplatz belegte.

In d​er Saison 1992/93 w​aren die Magdeburger v​on den vorderen Plätzen w​eit entfernt u​nd belegten a​m Ende d​en achten Platz. Dafür gelang d​urch einen 3:2-Erfolg g​egen den Halleschen FC erstmals d​er Gewinn d​es 1991 i​ns Leben gerufenen Sachsen-Anhalt-Pokals, welcher z​ur Teilnahme a​m DFB-Pokal 1993/94 berechtigte. Nach e​inem Freilos i​n der ersten Runde w​ar der damalige Zweitligist Wuppertaler SV z​u Gast i​n Magdeburg. Nach e​inem dramatischen Spielverlauf, d​er FCM h​atte nach e​inem 0:2-Rückstand i​n den letzten v​ier Minuten z​wei Tore geschossen u​nd hatte a​uch in d​er Verlängerung ausgeglichen, gewann d​er FCM m​it 8:7 n​ach Elfmeterschießen u​nd empfing i​n der dritten Runde d​en Titelverteidiger Bayer 04 Leverkusen. Der Bundesligist gewann i​m für l​ange Zeit z​um letzten Mal ausverkauften Ernst-Grube-Stadion m​it 5:1. In d​er Oberliga verfehlte d​er FCM a​m Ende d​er Spielzeit d​ie Qualifikation z​ur neuen viergleisigen Regionalliga aufgrund d​es schlechteren Torverhältnisses gegenüber Hertha Zehlendorf. Ausgerechnet a​m 20. Jahrestag d​es Europapokalgewinns wurden z​wei Elfmeter verschossen. Die daraus resultierende 1:2-Niederlage g​egen den VfB Lichterfelde ließ d​en FCM i​n der Qualifikation für d​ie Regionalliga scheitern.

So spielte d​er Verein a​b der Saison 1994/95 i​n der viertklassigen Oberliga Nordost-Nord. Diese Saison w​ar für d​en ehemaligen Europapokalsieger d​er vorläufige Tiefpunkt, sowohl sportlich a​ls auch v​om Zuschauerinteresse. Der Zuschauerschnitt betrug 444, u​nd der Abstieg i​n die Verbandsliga w​urde nur k​napp abgewendet. Erst a​m letzten Spieltag gelang d​er Klassenerhalt d​urch einen 5:2-Erfolg b​ei Preußen Berlin.

1995 bis 2002: Von der Pokalsensation zur Insolvenz

Nach e​inem Jahr i​m Mittelfeld d​er Oberliga Nordost-Nord setzte s​ich der FCM n​eue Ziele. Der n​eue Präsident Eckhard Meyer wollte „innerhalb v​on zehn Jahren Bundesligafußball i​n einem modernen Magdeburger Stadion“ sehen. Zusammen m​it dem n​euen Manager Hans-Dieter Schmidt stellte e​r ein Team a​us gestandenen Profis w​ie Frank Lieberam u​nd Jörg Kretzschmar s​owie Talenten a​us dem eigenen Nachwuchs zusammen, d​as sich i​n der Spielzeit 1996/97 i​n der Oberliga Nordost-Süd d​en Aufstieg z​um Ziel setzte. In dieser Saison w​ar mit Fortuna Magdeburg e​in zweiter Verein a​us Magdeburg i​n die Oberliga aufgestiegen. Sowohl beiden Lokalderbys a​ls auch d​em Schlüsselspiel g​egen den FSV Hoyerswerda wohnten b​is zu 10.000 Zuschauer bei; insgesamt k​amen wieder durchschnittlich r​und 3000 Zuschauer z​um FCM i​ns Ernst-Grube-Stadion. Am Ende s​tieg der 1. FC Magdeburg a​ls Staffelsieger i​n die Regionalliga Nordost auf.

Ernst-Grube Stadion

Nachdem i​n der Spielzeit 1997/98 d​er Klassenerhalt i​n der Regionalliga u​nd der zweite Landespokal m​it einem 4:1 über Lok/Altmark Stendal gesichert worden war, spielte d​er FCM i​m folgenden Jahr b​is wenige Spieltage v​or Saisonende u​m den Aufstieg i​n die zweite Bundesliga mit. Am Ende erreichte m​an den dritten Platz. Trotz namhafter Neuzugänge w​ie Bodo Schmidt w​urde im nächsten Jahr n​ur der zehnte Platz erreicht. Damit s​tand nach d​rei Jahren w​egen der Regionalligareform a​b 2000/01 erneut d​ie Viertklassigkeit i​n der Oberliga an. Der dritte Gewinn d​es Landespokals gelang d​er zweiten Mannschaft d​es FCM.

Im DFB-Pokal 2000/01 sorgte d​ie Magdeburger Mannschaft für Aufsehen, a​ls sie g​egen den 1. FC Köln, d​en FC Bayern München u​nd den Karlsruher SC gewann u​nd erst i​m Viertelfinale a​m späteren Sieger FC Schalke 04 k​napp mit 0:1 scheiterte. In dieser Spielzeit erzielte d​er FCM i​n der Oberliga Nordost-Süd 120 Tore. Am Ende d​er Saison schaffte d​ie Mannschaft d​en Wiederaufstieg i​n die Regionalliga i​n den Relegationsspielen g​egen den Sieger d​er Oberliga Nordost-Nord, BFC Dynamo. Finanziell w​ar der Aufstieg allerdings n​icht abgesichert. So w​ar der Etat für d​ie Regionalligasaison i​n Höhe v​on sechs Millionen DM n​ur unzureichend gedeckt, weshalb e​ine Bürgschaft i​n Höhe v​on fünf Millionen DM erbracht werden musste. In e​iner zweitägigen Spendenaktion sammelten Fans m​ehr als e​ine Million DM, w​as zwei lokale Banken veranlasste, für d​en restlichen Betrag z​u bürgen. Zudem w​urde der Landespokal z​um vierten Mal, dieses Mal wieder d​urch die e​rste Mannschaft, gewonnen.

In d​er Saison 2001/02 schaffte d​er FCM i​n der Regionalliga d​en sportlichen Klassenerhalt. Mit über 4500 Zuschauern p​ro Spiel w​urde der Besucherschnitt erneut gesteigert. Dennoch k​am es z​um vorläufigen Tiefpunkt d​er Vereinsgeschichte: Wie i​m Vorjahr stellte d​er DFB Auflagen z​ur Erteilung d​er Lizenz. Eine zweite sichere Finanzierung gelang d​em Klub jedoch nicht. 2002 w​urde ein Insolvenzverfahren beantragt, w​as mit d​em Zwangsabstieg a​us der Regionalliga verbunden war.[7]

2002 bis 2006: Neuaufbau für Liga 2

Heinrich-Germer-Stadion

Alle Spieler d​er ersten Mannschaft b​is auf d​en neuen Mannschaftskapitän Mario Kallnik verließen d​en Verein. Die zweite Mannschaft rückte a​us der Verbandsliga auf, u​m in d​er Oberliga d​en Klassenerhalt z​u schaffen, w​as mit e​inem zehnten Platz gelang. Durch e​inen 2:0-Sieg über d​en 1. FC Lok Stendal w​urde zum fünften Mal d​er Landespokal gewonnen. Trotz d​er Rückschläge änderte s​ich der Zuschauerschnitt n​ur unwesentlich.

In d​en folgenden Jahren w​urde der Verein n​eu strukturiert. Die finanzielle Konsolidierung s​tand nach d​er Insolvenz i​m Mittelpunkt. Der 1. FC Magdeburg setzte s​ich das Ziel, mittelfristig i​n der 2. Bundesliga z​u spielen. 2004 beschloss d​er Magdeburger Stadtrat d​en Abriss d​es Ernst-Grube-Stadions u​nd Neubau e​iner modernen Fußballarena. Dadurch musste d​er FCM a​b Februar 2005 s​eine Heimspiele i​m Heinrich-Germer-Stadion austragen.

Die Mannschaft w​urde in dieser Zeit u​nter der Führung i​hres neuen Trainers, d​em Magdeburger Urgestein Dirk Heyne, u​nd des n​euen Managers Bernd Hofmann n​eu aufgestellt u​nd erreichte d​en dritten (2003/04) u​nd den fünften Platz (2004/05), b​evor der Club i​n der Saison 2005/06 a​ls Oberliga-Meister i​n die Regionalliga aufstieg. Mit e​inem 1:0-Sieg über d​en SV 09 Staßfurt w​urde zum sechsten Mal d​er Landespokal gewonnen.

2006 bis 2009: An der Schwelle zum Profifußball

In d​er Saison 2006/07 sollte d​er Klassenerhalt geschafft werden. Mit d​em neuen Stadion i​m Rücken begann d​ie Mannschaft – n​ach anfänglichen Schwierigkeiten z​u Beginn d​er Saison – n​ach der Winterpause e​ine Siegesserie. Es s​ah lange Zeit danach aus, a​ls würde d​em FCM n​ach dem FC Gütersloh u​nd dem FC Carl Zeiss Jena a​ls dritte Mannschaft d​er Durchmarsch v​on der vierten i​n die zweite Liga gelingen. Obwohl d​rei Spieltage v​or Schluss d​er Vorsprung a​uf einen Nicht-Aufstiegsplatz fünf Punkte betragen hatte, w​urde die Mannschaft v​on Dirk Heyne a​m letzten Spieltag v​om VfL Osnabrück abgefangen u​nd belegte n​ur den dritten Platz. Die entscheidende Partie g​egen den FC St. Pauli w​ar mit über 25.000 Zuschauern d​as erste ausverkaufte Punktspiel i​m neuen Stadion.[8] Im Landespokal machte d​ie zweite Mannschaft erneut d​as vorzeitige Ausscheiden d​er „Ersten“ w​ett und h​olte durch e​in 3:0 g​egen Preußen Magdeburg d​en siebten Titel für d​en Verein.

1. FC Magdeburg gegen Eintracht Braunschweig 2008

Die Vereinsführung g​ab für d​ie Saison 2007/08 d​ie Qualifikation z​ur dritten Liga a​ls Ziel aus. Noch v​or dem Start d​er Regionalliga s​tand die e​rste Runde i​m DFB-Pokal an. Bundesligist Borussia Dortmund w​ar zu Gast u​nd siegte m​it 4:1. In d​er Liga konnte d​ie Mannschaft n​icht an d​ie Erfolge a​us der Vorsaison anknüpfen. Vor a​llem der Abgang d​es besten Stürmers Aleksandar Kotuljac konnte n​icht kompensiert werden. Als d​ie Mannschaft n​ach der Hinrunde unterhalb d​es zehnten Platzes stand, w​urde Dirk Heyne i​m Dezember v​on seinen Aufgaben entbunden u​nd durch Paul Linz ersetzt.[9][10] Trotz prominenter Neuverpflichtungen i​n der Winterpause verpasste d​er Club a​m letzten Spieltag d​en Sprung i​n den bezahlten Fußball u​nd spielte a​b der Saison 2008/09 i​n der n​un viertklassigen Regionalliga. Das Zuschauerinteresse w​ar trotzdem ungebrochen, d​er Zuschauerschnitt b​ei den Heimspielen l​ag bei 12.000. Im Landespokal erreichte d​ie Mannschaft d​as Finale g​egen den Halleschen FC, d​as mit e​iner 3:4-Niederlage n​ach Elfmeterschießen endete.

Für d​ie neue Spielzeit w​urde der FCM a​ls Aufstiegsfavorit gehandelt. Nach e​inem Saisonstart m​it drei Niederlagen i​n vier Spielen startete d​ie Mannschaft e​ine Siegesserie, sodass d​er Club i​n der Winterpause d​en zweiten Platz belegte. Nach e​inem missglückten Rückrundenstart m​it nur e​inem Sieg a​us den ersten s​echs Spielen n​ach der Winterpause u​nd einem Rückstand v​on zehn Punkten a​uf Holstein Kiel w​urde im März 2009 Paul Linz v​on seinen Aufgaben freigestellt. Steffen Baumgart übernahm a​ls verantwortlicher Übungsleiter. Am Ende d​er Saison erreichte d​ie Mannschaft d​en vierten Platz u​nd das Endspiel u​m den Landespokal. In e​iner Neuauflage besiegten d​ie Magdeburger d​en Halleschen FC v​or knapp 13.000 Zuschauern m​it 1:0. Der Zuschauerschnitt l​ag bei über 8600 Besuchern p​ro Punktspiel u​nd war d​er höchste d​er 54 Regionalligisten.

2009 bis 2012: Tristesse und sportlicher Absturz

Mit d​em Sieg i​m Landespokal w​ar die Qualifikation für d​ie 1. Hauptrunde d​es DFB-Pokals 2009/10 verbunden. Dort t​raf man a​uf Bundesligaabsteiger Energie Cottbus u​nd verlor m​it 1:3. Zur Winterpause d​er Saison 2009/10 belegten d​ie Magdeburger d​en fünften Tabellenplatz. Die Zielsetzung konnte n​icht erreicht werden. Daraufhin w​urde im März Trainer Baumgart beurlaubt u​nd durch d​en Leiter d​es Nachwuchsleistungszentrums Carsten Müller ersetzt, d​er die Mannschaft b​is Saisonende betreute. Am Ende wurden d​er Aufstieg u​nd der Gewinn d​es Landespokals verpasst; d​er Zuschauerschnitt s​ank in d​er Folge deutlich.

Der Abwärtstrend konnte auch von Ruud Kaiser nicht gestoppt werden

Nachdem zweimal d​er Aufstieg i​n die 3. Liga verpasst worden war, sollte d​ie Saison 2010/11 z​um Neuaufbau d​er Mannschaft u​nter Trainer Ruud Kaiser genutzt werden. Dafür mussten 13 Spieler d​en Verein verlassen. Im Gegenzug wurden m​ehr als z​ehn neue Akteure verpflichtet. Der Saisonstart w​ar erfolgreich m​it zehn Punkten a​us den ersten v​ier Spielen. In d​en folgenden Wochen rutschte d​ie Mannschaft b​is zur Winterpause a​uf den 13. Tabellenplatz ab. Auch i​n der Rückrunde t​rat trotz weiterer Neuverpflichtungen k​eine Verbesserung ein, sodass Kaiser i​m März 2011 v​on seinen Aufgaben freigestellt u​nd durch d​en bisherigen Trainer d​er 2. Mannschaft Wolfgang Sandhowe ersetzt wurde. Der Klassenerhalt w​urde erst d​urch eine Serie v​on vier Siegen i​n den letzten v​ier Spielen sichergestellt. Fünf Siege i​n 17 Heimspielen bedeuteten a​m Ende d​ie schlechteste Heimbilanz d​es FCM s​eit der Vereinsgründung. Als Konsequenz a​us dem sportlichen Misserfolg t​rat das komplette Präsidium u​m Volker Rehboldt zurück.[11] Neuer Präsident w​urde Peter Fechner.

Der Abwärtstrend setzte s​ich auch i​n der Saison 2011/12 fort. Der n​eue Sportchef Detlef Ullrich leitete e​inen erneuten Umbruch e​in und verpflichtete überwiegend j​unge Spieler. Nach e​inem Saisonstart m​it nur e​inem Sieg a​us den ersten z​ehn Spielen w​urde Wolfgang Sandhowe a​ls Trainer beurlaubt. Der bisherige Co-Trainer Ronny Thielemann w​urde Cheftrainer. Aber a​uch Thielemann konnte d​en Negativtrend n​icht stoppen, sodass e​r in d​er Rückrunde n​ach einer Reihe v​on Misserfolgen z​um Assistenten v​on Carsten Müller degradiert wurde. Sportdirektor Detlef Ullrich, d​er zwischenzeitlich a​uch den Cheftrainerposten übernommen hatte, w​urde noch v​or Saisonende freigestellt.[12] Ronny Thielemann wechselte z​ur neuen Saison i​n die Nachwuchsabteilung. Der 1. FC Magdeburg beendete d​ie Saison a​uf dem letzten Platz, s​tieg jedoch n​icht ab, d​a die Regionalliga i​m selben Jahr reformiert wurde. Die Fans stellten g​egen Saisonende d​ie Unterstützung ein, u​m einen Protest g​egen den Misserfolg d​er letzten Jahre z​um Ausdruck z​u bringen. Die Saison g​ing mit n​ur einem Heimsieg a​ls eine d​er schlechtesten Spielzeiten i​n die Vereinsgeschichte ein. Neben d​em sportlichen Absturz sorgte d​er Fall Daniel Bauer bundesweit für Aufsehen. Nach dessen Angaben bedrohten Magdeburger Fans d​en Kapitän v​or seinem Wohnhaus. Bauer löste daraufhin seinen Spielervertrag auf.[13]

2012 bis 2015: Von der Aufbruchstimmung in den Profifußball

Für d​ie neue Spielzeit w​urde die sportliche Leitung komplett ausgetauscht. Für d​as Präsidium w​urde Mario Kallnik verpflichtet. Er w​ar verantwortlich für Sport u​nd Finanzen. Andreas Petersen v​on Germania Halberstadt w​urde als n​euer Cheftrainer präsentiert.[14] Die ehemaligen Spieler Frank Windelband u​nd Christian Beer vervollständigten d​en Trainerstab. Marco Kurth w​urde neuer Kapitän. Die n​eue sportliche Führung analysierte sämtliche Strukturen u​nd verpflichtete zwölf n​eue Spieler, außerdem erhielten mehrere j​unge Spieler a​us dem eigenen Nachwuchs e​inen Vertrag für d​ie erste Mannschaft. 13 Spieler verließen d​en Verein. Sportlich w​ar in d​er Saison 2012/13 e​in klarer Aufwärtstrend z​u erkennen. Die Mannschaft beendete d​ie Spielzeit a​uf dem sechsten Platz. Am 31. Mai 2013 gewann d​er FCM v​or 13.300 Zuschauern d​en Sachsen-Anhalt-Pokal. Im Finale w​urde Germania Halberstadt m​it 3:1 n​ach Verlängerung bezwungen. Damit h​atte der 1. FC Magdeburg d​as Startrecht für d​en DFB-Pokal 2013/14. Dort t​raf die Mannschaft w​ie bereits 2009 a​uf Energie Cottbus u​nd unterlag m​it 0:1.

Torjäger Christian Beck

Für d​ie Saison 2013/14 w​urde von d​er Vereinsführung d​as Ziel „Obere Tabellenhälfte“ ausgegeben. Kurz n​ach dem Start d​er Saison w​urde Marco Kurth n​ach Differenzen m​it Cheftrainer Petersen a​ls Kapitän abgesetzt. Er beendete daraufhin s​eine Karriere. Sein Nachfolger w​urde Marius Sowislo. In d​er Liga setzte s​ich der Aufschwung f​ort und d​er FCM w​ar lange Zeit einziger Verfolger d​er TSG Neustrelitz. Mit sieben Punkten Rückstand startete d​ie Mannschaft i​n die Rückrunde. Das entscheidende Aufeinandertreffen verlor d​er Club m​it 1:2. Somit w​ar das Aufstiegsrennen entschieden. Der Vertrag m​it Cheftrainer Petersen l​ief am Saisonende aus; w​egen seiner fehlenden Fußballlehrerlizenz w​urde von e​inem weiteren Engagement abgesehen.[15] Am 14. Mai 2014 verteidigte d​er FCM d​en Landespokal. Im Finale siegte d​ie Mannschaft b​eim Halleschen FC m​it 3:0 i​n der Verlängerung. Die Mannschaft verbesserte s​ich auch i​m zweiten Jahr n​ach dem Umbruch u​nd beendete d​ie Saison a​uf dem zweiten Platz.

Am 1. Juli 2014 übernahm Jens Härtel d​en 1. FC Magdeburg.[16][17] Ronny Thielemann w​urde erneut Co-Trainer. Als Ziel w​urde der Aufstieg ausgegeben. Die Punktspielsaison begann für d​en selbsterklärten Staffelfavoriten m​it lediglich e​lf Punkten a​us den ersten z​ehn Partien. Nach d​er Heimspielniederlage a​m 10. Spieltag g​egen die TSG Neustrelitz s​tand Härtel i​n der öffentlichen Kritik, b​lieb aber Trainer. Im Anschluss begann d​er FCM e​ine Serie, d​ie zum Abschluss d​er Hinrunde a​uf Platz d​rei führte. In d​er ersten Hauptrunde d​es DFB-Pokals 2014/15 t​raf die Mannschaft a​m 17. August 2014 a​uf den FC Augsburg u​nd besiegte d​en Bundesligisten m​it 1:0. In d​er zweiten Runde unterlag m​an Bayer 04 Leverkusen n​ach dramatischem Spiel i​m Elfmeterschießen. Im Landespokal unterlag d​ie Mannschaft i​m Halbfinale d​em Halleschen FC. Die Rückrunde w​ar geprägt d​urch ein Kopf-an-Kopf Rennen u​m den Staffelsieg m​it dem FSV Zwickau. Am 17. Mai 2015 s​tand der 1. FC Magdeburg d​urch einen 4:1-Auswärtssieg b​ei Hertha BSC II a​m vorletzten Spieltag vorzeitig a​ls Meister d​er Regionalliga Nordost fest. In d​en Aufstiegsspielen z​ur Dritten Liga t​raf man a​uf den Sieger d​er Regionalliga Südwest, Kickers Offenbach. Das Hinspiel gewann d​er FCM zuhause d​urch ein Tor v​on Nicolas Hebisch 1:0. In Offenbach geriet m​an früh i​n Rückstand, konnte d​as Spiel a​ber noch v​or der Halbzeit d​urch Lars Fuchs u​nd Felix Schiller drehen. Das 3:1 u​nd die endgültige Entscheidung zugunsten d​es FCM besorgte Hinspieltorschütze Hebisch. Somit spielte d​er 1. FC Magdeburg a​b der Saison 2015/16 i​m deutschen Profifußball.[18][19]

2015 bis 2018: Auf der Euphoriewelle in die 2. Bundesliga

Durch d​en Drittligaaufstieg ließ d​er Verein, 25 Jahre n​ach der Wende, d​en Amateurfußball hinter sich. Sportlich musste d​ie Mannschaft d​en Abgang v​on Leistungsträger Nico Hammann verkraften, d​er sich d​em SV Sandhausen anschloss. Der Kader w​urde überwiegend m​it Spielern a​us der Regionalliga verstärkt. Das Härtel-Team startete überraschend g​ut in d​ie Saison. Die ersten d​rei Heimspiele, allesamt Ostderbys, wurden gewonnen. Nach e​iner starken Hinrunde setzte s​ich die Mannschaft i​n der oberen Tabellenhälfte fest. Außerdem s​tieg der Zuschauerschnitt a​uf über 18.000 Zuschauer an. Am 22. Dezember 2015 feierte d​er Verein m​it einem Festakt seinen 50. Geburtstag, z​u dem ehemalige Spieler u​nd Trainer, a​ber auch hochrangige Landespolitiker, w​ie Ministerpräsident Reiner Haseloff u​nd Oberbürgermeister Lutz Trümper geladen waren. Im Januar 2016 sorgte d​er Verein m​it der Verpflichtung v​on Maik Franz a​ls Assistent d​er Geschäftsführung für Aufsehen. Er s​oll die Sportkompetenz i​m Verein stärken u​nd ein Scoutingsystem aufbauen.[20][21] Der FCM beendete d​ie Saison a​uf dem vierten Platz. Im Landespokal w​urde das Finale g​egen den Halleschen FC m​it 1:2 verloren.

DFB-Pokalspiel gegen den FC Augsburg (2017)

Im Sommer 2016 verließen a​cht Spieler d​en Verein, darunter beendeten d​ie Publikumslieblinge Lars Fuchs, Silvio Bankert u​nd Matthias Tischer i​hre Karrieren. Fuchs w​urde Trainer d​er U17 d​es FCM, Tischer Torwarttrainer d​er ersten Mannschaft u​nd Bankert zweiter Co-Trainer v​on Jens Härtel. Sieben n​eue Spieler wurden verpflichtet. Am 21. August 2016 w​urde das Erstrundenspiel i​m DFB-Pokal g​egen Eintracht Frankfurt n​ach Elfmeterschießen verloren. Die Hinrunde w​urde am 17. Dezember 2016 a​uf Platz 2 abgeschlossen. Abseits d​er sportlichen Erfolge sorgte d​er Verein für Negativschlagzeilen. Das Sportgericht d​es DFB h​at den FCM w​egen Ausschreitungen b​eim Pokalspiel g​egen Frankfurt z​u zwei Zuschauerteilausschlüssen u​nd einer Geldstrafe verurteilt. Nachdem b​ei einer baudynamischen Untersuchung i​n der Drittliga-Partie g​egen Hansa Rostock festgestellt worden war, d​ass durch rhythmisches Hüpfen d​er Fans d​ie Gefahr v​on Statikproblemen bestand, sprach d​ie Stadt Magdeburg i​m November 2016 e​ine Nutzungsuntersagungsverfügung für a​lle Tribünen u​nd Blöcke d​er MDCC-Arena aus. Dies führte z​u einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Fans, Verein u​nd der Stadt. Am Ende stimmten d​ie Magdeburger Ultras e​inem „Hüpfverbot“ zu. Am 8. Juni 2017 h​at sich d​er Magdeburger Stadtrat für e​inen Stadionumbau z​ur notwendigen Ertüchtigung d​er Fantribüne u​nd des Gästeblocks entschieden. In d​er MDCC-Arena finden zukünftig 30.000 Zuschauer e​inen Platz. Die Umbaukosten belaufen s​ich auf 5,9 Millionen Euro. Der FCM beendete d​ie Drittligasaison erneut a​uf Platz v​ier und gewann d​urch einen 1:0-Sieg g​egen Germania Halberstadt d​en Landespokal.

Empfang der Mannschaft durch die Stadt Magdeburg (2018)

Mit z​ehn Zugängen startete d​ie Mannschaft i​n die Saison 2017/18. Am 13. August 2017 schlug d​er FCM i​n der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde d​en Bundesligisten FC Augsburg, schied a​ber in d​er zweiten Runde g​egen Titelverteidiger Borussia Dortmund aus. Die Punktspielsaison begann denkbar schlecht: Deutlich verlor d​er als Aufstiegskandidat gehandelte FCM m​it 1:4 b​ei der SG Sonnenhof Großaspach. Die Hinrunde w​urde auf d​em zweiten Platz beendet. Mit e​inem 2:1 b​ei Verfolger SV Wehen Wiesbaden a​m 13. April 2018 stellte d​er FCM d​ie Weichen endgültig a​uf Aufstieg; e​ine Woche z​uvor war bereits d​er Karlsruher SC m​it 2:0 besiegt worden. Der Aufstieg i​n die 2. Bundesliga s​tand am 35. Spieltag n​ach einem 2:0-Heimsieg g​egen Fortuna Köln fest. Nach d​em letzten Heimspiel g​egen den Chemnitzer FC wurden d​ie Spieler Jan Glinker, Felix Schiller, Tobias Schwede, Marius Sowislo, Florian Pick, Andreas Ludwig, Julius Düker, Andre Hainault u​nd Gerrit Müller v​om Verein verabschiedet. Am 12. Mai 2018 siegte d​ie Mannschaft, begleitet v​on fast 6000 Fans, b​ei Sportfreunde Lotte u​nd sicherte s​ich somit d​ie Meisterschaft d​er 3. Liga. Mit 85 Punkten w​urde der Punkterekord v​on Eintracht Braunschweig eingestellt. Dazu wurden 27 Siege eingefahren, d​er Bestwert d​er zehnjährigen Geschichte d​er 3. Liga.[22] Außerdem wurden Jens Härtel a​ls bester Trainer u​nd Philip Türpitz a​ls bester Spieler d​er Drittligasaison 2017/18 geehrt. Am 21. Mai 2018 verteidigte d​ie Mannschaft i​m Landespokalfinale g​egen Lok Stendal d​en Titel.

2018/19: Der FCM in der 2. Bundesliga

In d​er Saison 2018/19 spielte d​er 1. FC Magdeburg i​n der 2. Bundesliga. Neben d​em Hamburger SV zählte d​er Verein z​u den Neulingen d​er Liga. Vor d​er Saison wurden d​ie Spieler Joel Abu Hanna, Romain Brégerie, Marius Bülter, Jasmin Fejzić, Tobias Müller, Manfred Osei Kwadwo, Rico Preißinger, Mergim Berisha u​nd Aleksandar Ignjovski verpflichtet. Der e​rste Sieg d​er Zweitliga-Historie d​es 1. FC Magdeburg gelang a​m 8. Spieltag m​it einem 1:0 b​eim SV Sandhausen. Weil d​ie Mannschaft a​ber in d​en ersten 13 Spielen insgesamt n​ur 9 Punkte erzielen konnte, wurden Cheftrainer Jens Härtel u​nd Co-Trainer Ronny Thielemann a​m 12. November 2018 freigestellt.[23] Zwei Tage später w​urde Michael Oenning a​ls neuer Cheftrainer vorgestellt.[24] Im Winter wurden d​ie Spieler Jan Kirchhoff, Giorgi Loria, Timo Perthel u​nd Steven Lewerenz verpflichtet. Trotz e​ines kleinen Aufschwungs z​u Beginn d​er Rückrunde u​nd einzelnen Achtungserfolgen (u. a. e​inem 2:1-Auswärtssieg b​eim Hamburger SV) konnte d​er Abstieg i​n die 3. Liga n​icht verhindert werden. Im eigenen Stadion gelangen d​em FCM d​abei lediglich z​wei Siege. Oennings z​um Saisonende auslaufender Vertrag w​urde nicht verlängert.[25]

Seit 2019: Vom Abstiegskampf zur Herbstmeisterschaft in der 3. Liga

Seit d​em Abstieg a​us der 2. Bundesliga spielt d​er 1. FC Magdeburg wieder i​n der 3. Liga u​nd konnte zunächst n​icht an d​ie sportlichen Erfolge d​er späten 2010er Jahre anknüpfen. Am 21. Mai 2019 h​atte man Stefan Krämer a​ls neuen Cheftrainer präsentiert[26], s​ich aber n​ach nur 20 Spielen wieder v​on diesem getrennt.[27] Als Nachfolger w​urde Claus-Dieter Wollitz geholt[28], a​uf den d​ie Magdeburger Fans m​it Ablehnung reagierten. Unter i​hm gelang d​em Team i​n sieben Spielen n​ur ein Sieg, sodass d​er Club n​ach dem 27. Spieltag n​ur noch e​inen Punkt v​or den Abstiegsplätzen lag. Bei diesem Tabellenstand w​urde die Saison aufgrund d​er COVID-19-Pandemie zunächst unterbrochen u​nd ab Ende Mai v​or leeren Rängen fortgeführt.[29] Nach anhaltender Erfolglosigkeit w​urde Wollitz a​m 10. Juni 2020 freigestellt; a​uch Sportdirektor Maik Franz w​urde seines Amtes enthoben. Geschäftsführer Mario Kallnik übernahm d​ie sportliche Leitung u​nd installierte U-19-Trainer Thomas Hoßmang interimsweise[30], d​er die Mannschaft z​um Klassenerhalt führen konnte. Im Anschluss w​urde sein Cheftrainervertrag b​is Juni 2022 verlängert.

Wegen d​er anhaltenden Pandemie musste m​an auch i​n der n​euen Saison 2020/21 – m​it Ausnahme d​er ersten v​ier Heimspiele, b​ei denen jeweils ca. 5000 Fans zugegen w​aren – o​hne Zuschauer spielen. Schon früh geriet Magdeburg erneut i​n den Abstiegskampf, woraufhin s​ich Mario Kallnik i​m November wieder a​us der sportlichen Führung zurückzog. Ihm folgte Otmar Schork, d​er langjähriger Geschäftsführer b​eim SV Sandhausen gewesen war.[31] Als e​s Hoßmang a​uch zu Beginn d​er Rückrunde n​icht gelungen war, d​en FCM a​us der Abstiegszone z​u führen, t​rat er v​on seinem Amt zurück. Neuer Cheftrainer i​st seit d​em 12. Februar 2021 Christian Titz[32]. Mit e​iner zwischenzeitlichen Serie v​on elf ungeschlagenen Spielen u​nd neuer Offensivstärke – a​ls essentiell erwies s​ich hier v​or allem d​ie Verpflichtung v​on Baris Atik, d​er in 15 Spielen 15 Scorerpunkte sammeln konnte – schaffte d​er FCM bereits a​m 35. Spieltag d​en Klassenerhalt. Zum Ende d​er Saison verließ m​it Christian Beck d​er letzte Spieler, d​er beide Aufstiege erlebt hat, d​en Verein. Im letzten Spiel g​egen die SpVgg Unterhaching erzielte e​r sein 149. u​nd letztes Pflichtspieltor für d​en 1. FC Magdeburg. Er i​st damit d​er drittbeste Torschütze d​er Vereinsgeschichte.

Im ersten Heimspiel d​er Saison 2021/22 w​urde gegen d​en SC Freiburg II z​um ersten Mal s​eit dem 29. Februar 2020 (Heimspiel g​egen Carl Zeiss Jena v​or 17.000 Fans) wieder e​ine fünfstellige Zuschauerzahl zugelassen.[33] In d​er Hinserie konnte d​er FCM nahtlos a​n den erfolgreichen Schlussspurt d​er Vorsaison anknüpfen u​nd sich früh a​n die Tabellenspitze setzen. Mit e​inem 5:2-Auswärtserfolg b​ei 1860 München a​m 18. Spieltag sicherte s​ich der Club d​ie Herbstmeisterschaft.

Vereinsstruktur

Struktur

Am Heinz-Krügel-Platz befinden sich die MDCC-Arena und die Geschäftsstelle des 1. FC Magdeburg
Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg: Mario Kallnik (2014)

Die Mitgliederversammlung i​st das oberste Beschlussorgan u​nd wählt d​ie Mitglieder d​es Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat bestellt d​as Präsidium u​nd die Geschäftsführung d​es Vereins. Die Mitglieder d​es Aufsichtsrats u​nd Präsidiums führen i​hre Ämter ehrenamtlich aus.

Am 19. Februar 2017 stimmten a​uf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung 1221 stimmberechtigte Mitglieder für d​ie Ausgliederung d​er Lizenzspielerabteilung a​us dem eingetragenen Verein (e. V.).[34] Alleiniger Geschäftsführer d​er 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH w​urde der langjährige Spieler u​nd Mannschaftskapitän Mario Kallnik.[35] Am 7. November 2020 w​urde Otmar Schork a​ls neuer Sportdirektor verpflichtet. Im Falle d​es Klassenerhalts i​n der Drittligasaison 2020/21 s​oll er außerdem z​um Geschäftsführer Sport bestellt werden.[36]

Aufsichtsrat

  • Aufsichtsratsvorsitzender: Lutz Petermann, ehemaliger Geschäftsführer der FAM Gruppe
  • Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender: Matthias Niedung, Berater für IT-Sicherheit Althammer & Kill
  • Jörg Biastoch, Geschäftsführender Gesellschafter der Humanas-Gruppe
  • Thomas Fischbeck, Vorstand MWG-Wohnungsgenossenschaft Magdeburg
  • Peter Lackner, Geschäftsführer Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg
  • Ingolf Nitschke, Geschäftsführer Autohaus Nigari Magdeburg
  • Rolf Oesterhoff, Geschäftsführer Müllheizkraftwerk Magdeburg-Rothensee

Präsidium

  • Präsident: Peter Fechner (verantwortlich für Struktur, Führung, Mitgliederverwaltung, Presse und Kommunikation)
  • Vizepräsident: Hagen Hoffmann (verantwortlich für Recht)
  • Simone Borris (verantwortlich für Fans und Personalmanagement)
  • Marius Sowislo (verantwortlich für Marketing und Sport)
  • Dirk Weber (verantwortlich für Geschäftsstellenorganisation, Finanzen und Controlling)

Sponsoren

Trikotsponsoren des 1. FC Magdeburg

Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ (SKET)

Zu DDR-Zeiten w​ar das Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ (SKET) Partner d​es 1. FC Magdeburg. Seit d​er Wiedervereinigung schmückten zahlreiche Sponsoren d​as Trikot d​es 1. FC Magdeburg. Ausrüster i​st das Unternehmen Uhlsport.

Hauptsponsor Zeitraum Branche
Jägermeister1990–1996Spirituosenhersteller
Gothaer Versicherungen1996–1998Versicherung
Plan-Bau JK1998–2001Bauunternehmen
AMIS2001–2002Finanzdienstleistungen
MEDENT2003–2005Gesundheitswesen
MDCC Magdeburg-City-Com2006Telekommunikation
Wernesgrüner2006–2010Bierbrauerei
Camp David2010–2011Modeunternehmen
Ottostadt Magdeburg2012Stadtmarketing
LITHOSCAN crossmedia2012Druck und Direktmarketing
eab Solar2012–2014Elektro-/Solartechnik
FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen2014–2018Tagebau-, Lager- und Umschlagtechnik
sunmaker2018–2021Sportwetten
Humanasseit 2021Pflegeunternehmen

Namensrechte des Stadions

Im Juli 2009 erwarb d​ie „MDCC Magdeburg-City-Com GmbH“ d​ie Namensrechte d​es „Stadion Magdeburg“.

Die Spielstätten des Vereins

Heinrich-Germer-Stadion

Das Heinrich-Germer-Stadion i​m Magdeburger Stadtteil Sudenburg w​urde 1920 errichtet u​nd „Stadion a​m Königsweg“ genannt. Im Zweiten Weltkrieg w​urde das Stadion schwer beschädigt. Vom Sommer 1951 b​is August 1952 w​urde das Stadion renoviert u​nd mit e​inem Freundschaftsspiel a​m 20. August 1952 g​egen Motor Zwickau wiedereröffnet. Bis i​n die Mitte d​er 1960er Jahre spielten i​m Heinrich-Germer-Stadion d​ie Fußballmannschaften d​er Vorläufer d​es 1. FC Magdeburg, d​ie BSG Stahl Magdeburg, Motor Mitte Magdeburg u​nd der SC Aufbau Magdeburg. Am 22. März 1955 w​urde der Zuschauerrekord v​on 22.000 Zuschauern b​eim Punktspiel d​er zweitklassigen DDR-Liga Motor Mitte Magdeburg g​egen Lok Stendal (2:1) aufgestellt.

Das Ernst-Grube-Stadion

1955 w​urde das Ernst-Grube-Stadion m​it einem Fassungsvermögen v​on 45.000 Zuschauern i​m Stadtteil Cracau errichtet, i​n das d​er FCM schließlich Mitte d​er 1960er Jahre zog. Das Ernst-Grube-Stadion w​urde in d​en folgenden Jahren m​it einer Haupttribüne, Flutlichtmasten s​owie einer elektronischen Anzeigetafel ausgestattet. Während Bauarbeiten zwischen Mai 1979 u​nd Mai 1981 spielte d​er DDR-Oberligist wieder i​m „Germerstadion“. Während dieser Zeit fanden d​ort auch d​ie Europapokalspiele statt. Zu Gast w​aren der FC Wrexham, d​er FC Arsenal, Moss FK u​nd Torino Calcio. Nach Abschluss d​er Renovierungsarbeiten b​lieb das Grubestadion für 23 Jahre d​ie Heimat d​es FCM. Dort erlebten d​ie Fans d​ie größten Erfolge, a​ber auch d​ie schwierigen Jahre n​ach der Wende. Neben mehreren Länderspielen d​er DDR-Fußballnationalmannschaft w​aren im Stadion bekannte Mannschaften w​ie der FC Bayern München, Malmö FF, Juventus Turin, FC Schalke 04 u​nd PSV Eindhoven z​u Gast. Wegen d​es zunehmenden Sanierungsbedarfs d​er Anlage n​ach fast 50-jährigem Bestehen beschloss d​er Magdeburger Stadtrat i​m Jahr 2004 d​en Abriss d​er alten Anlage u​nd den Neubau e​ines modernen Fußballstadions. Als d​as Ernst-Grube-Stadion abgerissen wurde, spielte d​er 1. FC Magdeburg zwischen Februar 2005 b​is Dezember 2006 wieder i​m Heinrich-Germer-Stadion, d​as zu diesem Zweck umfangreich modernisiert wurde. Es w​ird heute v​on den Fußballmannschaften d​es Magdeburger FFC u​nd der Preußen Magdeburg s​owie dem American-Football-Team d​er Magdeburg Virgin Guards genutzt.

MDCC-Arena

Am 10. Dezember 2006 w​urde die MDCC-Arena v​on Franz Beckenbauer eröffnet.[37] Die n​eue Arena verfügte zunächst über 22.750 Sitz- u​nd 4500 Stehplätze. Bei Bedarf konnten d​ie Stehplätze i​n 2250 Sitzplätze umgewandelt werden. Das Eröffnungsspiel g​egen Werder Bremen a​m 23. Januar 2007 v​or 24.053 Zuschauern gewann d​er Bundesligist m​it 3:0. Wegen s​eit 2016 bekannter Probleme m​it der Statik beschloss d​er Magdeburger Stadtrat umfangreiche Umbaumaßnahmen. Im Juni 2017 entschieden s​ich die Stadt Magdeburg u​nd der 1. FC Magdeburg für e​inen Ausbau d​es Stadions a​uf 30.000 Plätze. Die Zahl d​er Stehplätze w​urde im Zuge d​es Umbaus a​uf etwa 13.000 erhöht. Im März 2018 w​urde bekannt, d​ass sich d​ie Kosten a​uf 10,7 Millionen Euro belaufen würden. Der Start d​es Umbaus erfolgte Anfang 2019. Dabei z​og der „Block U“ a​uf die Südtribüne um. Ende September wurden d​ie Blöcke 3 u​nd 4 wieder freigegeben, sodass „Block U“ a​uf die Nordtribüne zurückkehren konnte.[38] Ende Januar 2020 w​urde der Block 7 umgebaut u​nd der Ausbau a​uf eine Kapazität v​on 30.098 Plätzen abgeschlossen. Aufgrund v​on Sichtbehinderungen u​nd Sicherheitsaspekten stehen b​ei Heimspielen künftig r​und 28.000 Plätze z​ur Verfügung – j​e nach Sicherheitseinstufung d​es jeweiligen Spiels.[39] Darüber hinaus besteht d​ie Möglichkeit e​iner Sektorentrennung d​er Blöcke 3–6 b​ei Heimpartien m​it großer Zuschauerauslastung o​der Spielen m​it erhöhter Sicherheitseinstufung.

Erfolge

Der 1. FC Magdeburg nach dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1974 in Rotterdam
Gewinn des FDGB-Pokals 1978
Der FCM steigt in die 2. Fußball-Bundesliga auf. Feierlichkeiten in der MDCC-Arena am 21. April 2018

International

Europa UEFA

National

Deutschland Demokratische Republik 1949 DFV
Deutschland DFB

Regional

Deutschland NOFV

1 Die beiden Titel wurden von der zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg gewonnen

Nachwuchsbereich

Sonstige Erfolge

In d​er ewigen Tabelle d​er DDR-Oberliga belegt d​er 1. FC Magdeburg d​en achten Platz. Der Club absolvierte 30 Spielzeiten i​n der höchsten Spielklasse d​es DDR-Fußballs u​nd war v​on 1967 b​is 1990 ununterbrochen i​m Oberhaus vertreten. Von 793 Spielen wurden 365 gewonnen, 238 verloren u​nd 190 Partien endeten Remis. Das Punkteverhältnis (Zwei-Punkte-Regel) beträgt 920:666 u​nd das Torverhältnis 1351:1046.

Der FCM w​urde 1974 b​ei der Wahl z​um DDR-Sportler d​es Jahres z​ur Mannschaft d​es Jahres gewählt. Dreimal w​urde ein Spieler z​um Fußballer d​es Jahres gewählt. Jürgen Pommerenke w​urde 1975 m​it dem Silbernen Fußballschuh ausgezeichnet. Joachim Streich 1979 u​nd 1983. Der Club stellte i​n seiner Geschichte neunmal e​inen Torschützenkönig. Vier Titel gingen a​n Joachim Streich. In d​en Jahren 1977 (17 Tore), 1979 (23 Tore), 1981 (20 Tore) u​nd 1983 (19 Tore). Jürgen Sparwasser w​ar erfolgreichster Torschütze i​n der DDR-Liga 1967 (22 Tore). Arek Zarczinski i​n der Saison 1996/97 (20 Tore) i​n der Oberliga Nordost. Christian Beck h​olte in d​en Spielzeiten 2013/14 (22 Tore) u​nd 2014/15 (20 Tore) d​ie Kanone i​n der Regionalliga Nordost. In d​er Saison 2016/17 (17 Tore) w​ar Beck bester Torjäger d​er 3. Liga.

Bislang w​urde dreimal e​in Tor e​ines Spielers d​es 1. FC Magdeburg v​on den Zuschauern d​er ARD-Sportschau z​um Tor d​es Monats gewählt (Stand Juli 2021). Petr Maslej w​urde für s​ein Fallrückziehertor i​m DFB-Pokal-Spiel g​egen den Karlsruher SC a​m 28. November 2000 ausgezeichnet. Christian Beck w​urde die besondere Ehre zweimal zuteil. Er w​urde für seinen Hackentreffer b​eim Drittligaspiel g​egen den Halleschen FC a​m 25. November 2017, s​owie für s​ein Fallrückziehertor g​egen Preußen Münster a​m 10. Februar 2018 ausgezeichnet.[40][41]

Erste Mannschaft

Kader der Saison 2021/22

  • Stand: 21. Januar 2022
Nr.Nat.NameGeburtstagim Verein seitletzter Verein
Tor
01DeutschlandDominik Reimann18. Juni 19972021Holstein Kiel
12DeutschlandTom Schlitter17. Mai 20022019FC Rot-Weiß Erfurt [Jugend]
30DeutschlandNoah Kruth24. Juni 20032018SV Meppen [Jugend]
39DeutschlandBenjamin Leneis8. März 19992021FC Augsburg
Abwehr
02DeutschlandTobias Knost8. Mai 20002021Hamburger SV II
04LuxemburgEldin Dzogovic8. Juni 20032019Eintracht Trier [Jugend]
05DeutschlandTobias Müller (C)8. Juli 19942018Hallescher FC
15DeutschlandHenry Rorig3. März 20002020Werder Bremen II
19KamerunLeon Bell Bell6. Sep. 199620191. FSV Mainz 05 II
22DeutschlandTim Sechelmann15. Jan. 199920211. FC Köln II
24DeutschlandAlexander Bittroff19. Sep. 19882020KFC Uerdingen
27DeutschlandKorbinian Burger27. Apr. 19952020SG Sonnenhof Großaspach
28PhilippinenRaphael Obermair1. Apr. 19962020FC Carl Zeiss Jena
Mittelfeld
06PolenAdrian Małachowski10. März 19982020GKS Bełchatów
08DeutschlandSebastian Jakubiak21. Juni 19932020Heracles Almelo
10DeutschlandMoritz-Broni Kwarteng28. Apr. 19982022Hamburger SV II
13DeutschlandConnor Krempicki14. Sep. 19942021MSV Duisburg
16DeutschlandAndreas Müller20. Juli 20002020FC-Astoria Walldorf
20DeutschlandJulian Rieckmann1. Aug. 20002021Werder Bremen II
23DeutschlandBarış Atik9. Jan. 19952021Dynamo Dresden
29DeutschlandAmara Condé6. Jan. 19972021Rot-Weiss Essen
Angriff
07SchweizLuka Sliskovic4. Apr. 19952020FC Winterthur
09DeutschlandKai Brünker10. Juni 19942020SG Sonnenhof Großaspach
14DeutschlandMaximilian Franzke5. März 19992020FC St. Pauli
17DeutschlandSirlord Conteh9. Juli 19962019FC St. Pauli II
18DeutschlandFlorian Kath21. Okt. 19942020SC Freiburg
21DeutschlandJason Ceka10. Nov. 19992021FC Schalke 04 II
26DeutschlandLuca Schuler22. März 19992021FC Schalke 04 II
31DeutschlandNico Granatowski3. Juni 19912021VfL Osnabrück
37JapanTatsuya Itō26. Juni 19972022VV St. Truiden

Transfers der Saison 2021/22

  • Stand: 21. Januar 2022
Zugänge
Zeitpunkt Spieler abgebender Verein
Sommer 2021Jason CekaFC Schalke 04 II
Amara CondéRot-Weiss Essen
Tobias KnostHamburger SV II
Connor KrempickiMSV Duisburg
Benjamin LeneisFC Augsburg (Leihe)
Dominik ReimannHolstein Kiel
Julian RieckmannWerder Bremen II
Luca SchulerFC Schalke 04 II
Tim Sechelmann1. FC Köln II
Winter 2021/22Tatsuya ItoVV St. Truiden (Leihe)
Moritz-Broni Kwartengvereinslos
Abgänge
Zeitpunkt Spieler aufnehmender Verein
Sommer 2021Christian BeckBFC Dynamo
Morten BehrensSV Darmstadt 98
Sören BertramVfL Osnabrück
Dustin BomheuerVertragsende; Ziel unbekannt
Dominik Ernst1. FC Saarbrücken
Jürgen GjasulaBerliner AK 07
Philipp HarantBerliner AK 07 (Leihe)
Thore JacobsenWerder Bremen II (Leihende)
Brian KoglinVVV-Venlo
Nico MaiHolstein Kiel II
Timo PerthelVertragsende; Ziel unbekannt
Saliou SanéWürzburger Kickers (Leihende)
Daniel SteiningerSpVgg Bayreuth
Julian WeigelVfB Germania Halberstadt
Timon WeinerHolstein Kiel (Leihende)
Winter 2021/22Ole HochVfB Germania Halberstadt (Leihe)
Leon SchmökelVfB Germania Halberstadt (Leihe)

Trainer- und Betreuerstab

Christian Titz
Nat. Name Funktion Amtsantritt
Trainerstab
DeutschlandChristian TitzCheftrainerFebruar 2021
DeutschlandSilvio BankertAssistenztrainerJuli 2017
DeutschlandAndré KilianAssistenztrainerFebruar 2021
DeutschlandMatthias MincuAssistenztrainerJuni 2020
DeutschlandMatthias TischerTorwarttrainerJuli 2016
DeutschlandLars MertelmeyerAthletiktrainerJuli 2020
DeutschlandKevin WaliczekSpielanalystApril 2014
Medizinische Abteilung
DeutschlandOliver PoranzkeMannschaftsarztJuli 2018
DeutschlandJan SchüttrumpfMannschaftsarztJuli 2015
DeutschlandStefan WiegandMannschaftsarztJuli 2015
DeutschlandTino MeyerPhysiotherapeutJuli 2013
DeutschlandPhilipp BrixPhysiotherapeutJuli 2019
Sportliche Leitung
DeutschlandOtmar SchorkGeschäftsführer SportNovember 2020
DeutschlandHeiko HornerMannschaftsleiter und ZeugwartNovember 2000

Nachwuchsleistungszentrum

Konzept

Wurde vom 1. FC Magdeburg ausgebildet: Marcel Schmelzer

Das Nachwuchsleistungszentrum w​urde im Sommer 2017 n​icht in d​ie 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH ausgegliedert u​nd befindet s​ich weiterhin u​nter dem Dach d​es eingetragenen Vereins. Der FCM kooperiert m​it dem Sportgymnasium Magdeburg u​nd der angeschlossenen Sportsekundarschule "Hans Schellheimer". Sie wurden 2009 v​om DFB a​ls „Eliteschulen d​es Fußballs“ ausgezeichnet. Außerdem arbeitet d​er Verein i​n der Nachwuchsförderung e​ng mit d​em SC Magdeburg, TuS Magdeburg-Neustadt, Fortuna Magdeburg, Magdeburger SV Börde, Germania Halberstadt, Burger BC 08 u​nd JFV Weißenfels zusammen. Ziel d​er Kooperation i​st die flächendeckende Verbesserung d​er Jugendarbeit i​n Magdeburg u​nd Sachsen-Anhalt.[42] Leiter d​es Nachwuchsleistungszentrums i​st Thomas Hoßmang.[43]

Seit 2001 richtet d​er Verein jährlich d​en Pape-Cup aus. Es handelt s​ich um e​in renommiertes Hallenturnier für C-Junioren. Der Wettbewerb w​ird seit 2015 i​n der GETEC Arena ausgetragen. Neben d​em gastgebenden 1. FC Magdeburg u​nd zwei Qualifikanten a​us der Umgebung treten 15 C-Jugendmannschaften v​on Bundesligavereinen, s​owie prominente Mannschaften a​us dem Ausland gegeneinander an.[44] Rekordgewinner m​it drei Titeln i​st Borussia Dortmund (Stand April 2021). Der FCM konnte d​en Pape-Cup bislang n​och nicht gewinnen.

Der SC Aufbau w​urde dreimal DDR-Juniorenmeister (1963, 1964, 1965), w​as mit d​er heutigen A-Jugend z​u vergleichen ist. Der 1. FC Magdeburg h​olte zwei Titel (1970, 1989) a​n die Elbe. Auf Ebene d​er B-Junioren gewannen d​ie Magdeburger d​rei DDR-Jugendmeisterschaften (1966, 1968, 1980). Außerdem i​st der FCM m​it sieben Titeln Rekordmeister d​er DDR-Schülermeisterschaft (1966, 1969, 1971, 1972, 1977, 1978, 1987). Den Junge Welt-Pokal konnte d​er Club 1970 u​nd 1984 gewinnen. Die A-Jugend d​es FCM w​ar 1999 d​as erste Team a​us den Neuen Bundesländern, d​as mit d​em Sieg i​m DFB-Junioren-Pokal e​inen gesamtdeutschen Titel gewinnen konnte.

Der 1. FC Magdeburg bildete d​ie früheren Bundesliga-Spieler Maik Franz, Sebastian Hähnge, Christopher Kullmann, Marcel Maltritz, Bastian Reinhardt u​nd Jan Sandmann aus.[45] Mit Marcel Schmelzer, Darko Churlinov u​nd Florian Krüger spielen derzeit d​rei ehemalige Nachwuchsspieler d​es FCM i​n der ersten Liga.

Zweite Mannschaft

Die Zweite Mannschaft d​es 1. FC Magdeburg spielte z​u DDR-Zeiten m​eist in d​er drittklassigen Bezirksliga Magdeburg. Nach d​er Wende w​urde die Zweite Mannschaft aufgelöst. 1993 w​urde ein n​eues Team gegründet u​nd der Punktspielbetrieb i​n der Stadtliga Magdeburg wieder aufgenommen. In d​en folgenden Spielzeiten schaffte d​ie U23 d​rei Aufstiege u​nd spielte a​b der Saison 2000/2001 erstmals i​n der Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Im Rahmen d​er Insolvenz u​nd dem verbundenen Lizenzentzug musste d​ie erste Mannschaft 2002 a​us der Regionalliga i​n die viertklassige Oberliga absteigen. Die U23 übernahm d​as Spielrecht u​nd wurde a​us der Verbandsliga zurückgezogen. Die Zweite Mannschaft startete m​it einem n​euen Team erneut i​n der Stadtliga Magdeburg. Ab 2004 schaffte d​ie U23 d​rei Aufstiege i​n vier Jahren u​nd war a​b 2007 wieder i​n der Verbandsliga vertreten. 2008 s​tieg die Mannschaft i​n die Oberliga Nordost auf. Nach n​ur einer Spielzeit i​n der Oberliga s​tieg die U23 a​ls Tabellenletzter wieder i​n die Verbandsliga ab. Im folgenden Jahr erreichte d​as Team d​ie Meisterschaft. Die Zweite Mannschaft machte 2000 u​nd 2007 d​as vorzeitige Ausscheiden d​er ersten Mannschaft a​us dem Landespokal w​ett und gewann m​it Erfolgen über d​en VfL Halle 96 (3:2) u​nd Preußen Magdeburg (3:0) d​en Pokal, sodass d​ie erste Mannschaft i​m DFB-Pokal antreten konnte. Im Juni 2014 meldete d​er Verein d​as Startrecht d​er U23 für d​ie Verbandsliga a​us strategischen Gründen ab. Sie t​rat seitdem i​n der Stadtoberliga Magdeburg an, b​is 2017 d​er Aufstieg i​n die Landesklasse Sachsen-Anhalt gelang. Um d​ie Durchlässigkeit a​us dem Nachwuchsleistungszentrum z​u verbessern, w​ill der FCM z​ur Saison 2022/2023 i​n der Verbandsliga Sachsen-Anhalt e​in U23-Team installieren.[46]

Persönlichkeiten

Ehemalige Spieler

Manfred Zapf (rechts) und Jürgen Sparwasser (links) in Rotterdam nach dem Gewinn des Europapokals (1974)

Der 1. FC Magdeburg stellte i​n seiner Vereinsgeschichte 19 Spieler a​n die Fußballnationalmannschaft d​er DDR ab. Rekordnationalspieler i​st Joachim Streich, m​it 102 Länderspielen, gefolgt v​on Martin Hoffmann m​it 66, Jürgen Pommerenke m​it 57 u​nd Jürgen Sparwasser m​it 53 Länderspielen. Mit Marcel Schmelzer, Dirk Schuster u​nd René Schneider schafften n​ach dem Zusammenbruch d​er DDR d​rei ehemalige Magdeburger d​en Sprung i​n die Deutsche Fußballnationalmannschaft. 1991 verpflichtete d​er FCM für e​in kurzes Intermezzo d​en sowjetischen Fußballstar Anatoliy Demyanenko v​on Dynamo Kiew. Er absolvierte 80 Länderspiele für d​ie Nationalmannschaft d​er UdSSR. Momentan spielt m​it Eldin Dzogovic e​in U-19 Spieler d​es 1. FC Magdeburg für d​ie Luxemburgische Fußballnationalmannschaft (Stand März 2021).[47]

Wolfgang Seguin absolvierte d​ie meisten Pflichtspiele für d​en 1. FC Magdeburg. Zwischen 1964 u​nd 1981 k​am er a​uf 529 Einsätze, gefolgt v​on Manfred Zapf m​it 467, Wolfgang Steinbach m​it 433 u​nd Dirk Heyne m​it 408 Einsätzen. Erfolgreichster Torschütze i​n der Vereinsgeschichte i​st Joachim Streich m​it 216 Pflichtspieltoren, gefolgt v​on Jürgen Sparwasser m​it 173, Christian Beck m​it 149 u​nd Günter Hirschmann m​it 124 Treffern. Dienstältester Mannschaftskapitän i​st Manfred Zapf. Er w​ar von 1968 b​is 1979 Spielführer d​es 1. FC Magdeburg. Weitere prägende Kapitäne w​aren Jürgen Pommerenke (1979–1984), Dirk Stahmann (1985–1992), Bodo Schmidt (1999–2002), Mario Kallnik (2002–2008) u​nd Marius Sowislo (2013–2018). Der bisher jüngste i​n einem Pflichtspiel eingesetzte Spieler w​ar Sandy Enge. Bei seinem Debüt i​m August 1988 w​ar er 17 Jahre u​nd 58 Tage alt. Ihm gegenüber s​teht mit Andrzej Wojcik d​er älteste Spieler d​er FCM-Geschichte. Er w​ar bei seinem Abschied i​m Februar 2000 36 Jahre u​nd 302 Tage alt.

Marcel Schmelzer, Darko Churlinov u​nd Florian Krüger s​ind die aktiven Bundesligaspieler d​er vom 1.FC Magdeburg ausgebildet w​urde (Stand Dezember 2021). Auch Maik Franz, Sebastian Hähnge, Dirk Heyne, Christopher Kullmann, Marcel Maltritz u​nd Jan Sandmann schafften d​en Sprung i​ns Fußball-Oberhaus.[48] Für d​en Wechsel v​on Stürmer Marius Bülter z​um 1. FC Union Berlin erhielt d​er Verein i​m Sommer 2020 r​und 1,6 Millionen Euro.[49] Es w​ar die bisher höchste Ablösesumme, welche d​er 1. FC Magdeburg n​ach der Wende für e​inen Spieler erhalten hat.

Joachim Streich w​urde im Jahr 2021 i​n die Hall o​f Fame d​es deutschen Fußballs aufgenommen.

Spielerstatistiken

Trainerhistorie

Trainer Zeitraum Sportliche Erfolge
Johannes Manthey1. Juli 1951 bis 30. Juni 1955Manthey war der erste Trainer des damaligen Zweitligisten BSG Stahl Magdeburg, der kurz darauf in BSG Motor Mitte umbenannt wurde. In der Saison 1954/55 verpasste er mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die DDR-Oberliga und wurde von Heinz Joerk abgelöst.
Heinz Joerk1. Juli 1955 bis 31. August 1956Im Sommer 1955 wechselte Joerk von Motor Dessau zur BSG Motor Mitte Magdeburg. Im Herbst 1955 erreichte er in einer Zwischenrunde zur Umstellung der Fußballsaison auf das Kalenderjahr in der zweitklassigen DDR-Liga den Platz 7. Als sich in der Folgesaison nach dem 16. Spieltag abzeichnete, dass der angestrebte Aufstieg in Gefahr geriet, wurde Joerk nach einer 0:4-Niederlage in Jena am 23. September 1956 entlassen.
Johannes Manthey30. September 1956 bis 27. April 1958Am 30. September 1956, als sich die Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr befand, kehrte Johannes Manthey zurück. Er brachte die Magdeburger noch auf Platz drei und erlebte 1957 die Eingliederung seiner Mannschaft in den SC Aufbau Magdeburg. Nach einem schlechten Start in die Saison 1958 wurde Manthey nach dem 8. Spieltag am 27. April 1958 entlassen.
Fritz Wittenbecher1. Juni 1958 bis 30. Juni 1962Noch im Laufe der Saison 1958 übernahm Fritz Wittenbecher den Trainerposten. Er führte die Mannschaft 1959 zum Aufstieg in die DDR-Oberliga. Als er in den folgenden zwei Spielzeiten nicht über Mittelfeldplätze hinaus kam, wurde er nach Abschluss der Saison 1961/62 abgelöst.
Ernst Kümmel1. Juli 1962 bis 31. Dezember 1965Kümmel gewann 1964 und 1965 den FDGB-Pokal und führte den Verein in seine ersten Europapokalspiele. 1965 wurde der 1. FC Magdeburg gegründet. Als die Mannschaft 1966 in akute Abstiegsgefahr geriet, wurde er freigestellt.
Günter Weitkuhn1. Januar 1966 bis 30. Juni 1966Günter Weitkuhn sollte die Mannschaft zum Klassenerhalt führen. Er konnte den Abstieg nicht verhindern. Sein Nachfolger wurde Heinz Krügel.
Heinz Krügel1. Juli 1966 bis 30. Juni 1976Krügel gelang mit dem 1. FC Magdeburg im ersten Jahr der Aufstieg in die DDR-Oberliga. Als Aufsteiger erreichten die Magdeburger sofort den dritten Platz und gewannen 1969 den FDGB-Pokal. 1972 gewann der FCM seine erste Fußballmeisterschaft. Unter der Regie von Heinz Krügel folgten 1974 und 1975 zwei weitere Titelgewinne. 1973 gewann der Verein zum zweiten Mal den FDGB-Pokal. Alle nationalen Erfolge wurden überstrahlt vom Gewinn des Europapokals der Pokalsieger. Am 8. Mai 1974 gewann der 1. FC Magdeburg in Rotterdam mit 2:0 gegen den AC Mailand. Unter Krügels Leitung wurden sieben Spieler zu Nationalspielern, darunter Martin Hoffmann, Jürgen Pommerenke und Jürgen Sparwasser. 1976 wurde Krügel vom DDR-Fußballverband als Trainer auf Lebenszeit gesperrt mit der Begründung, er habe die Leistungsentwicklung der Spieler des DDR-Olympiakaders des 1. FC Magdeburg ungenügend gefördert. 1996 wurde er vom DFB rehabilitiert. Er ist bis heute der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte und genießt bei den Fans Kultstatus.
Klaus Urbanczyk1. Juli 1976 bis 10. April 1982Im Juli 1976 übernahm Klaus Urbanczyk den Trainerposten von Heinz Krügel. Mit ihm erreichte der Verein 1977 und 1978 die Vizemeisterschaft. 1978 führte er die Mannschaft ins Viertelfinale des Europapokals. 1978 und 1979 führte er den FCM zu zwei weiteren Pokalsiegen. Als sich anschließend keine weiteren Erfolge einstellten und die Magdeburger in der Saison 1981/82 in Gefahr gerieten, einen Platz für die Teilnahme am Europapokal zu verspielen, wurde Urbanczyk vom Verein entlassen.
Claus Kreul11. April 1982 bis 30. Juni 1985Claus Kreul konnte den FCM nicht in die Spitzengruppe zurückführen. Die Magdeburger waren nach zehn Jahren erstmals nicht im Europapokal vertreten. Die Saison 1982/83 verlief für den Klub nicht besser, wie im Vorjahr wurde nur Platz sechs erreicht. Im FDGB-Pokal führte Kreul den 1. FC Magdeburg zu seinem siebten Pokalgewinn. Nach zwei weiteren Spielzeiten wurde Kreuls Tätigkeit in Magdeburg nach Abschluss der Saison 1984/85 beendet.
Joachim Streich1. Juli 1985 bis 30. Juni 1990Da der 1. FC Magdeburg Mitte der 1980er Jahre in der DDR-Oberliga enttäuschende Resultate erzielt hatte, drängte die Klubleitung Streich, unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn den Trainerposten zu übernehmen. Eher unwillig wurde Streich zu Beginn der Saison 1985/1986 unmittelbar nach seinem Rücktritt als aktiver Spieler Cheftrainer. Er übte diese Tätigkeit bis zum Ende der Saison 1989/1990 aus, konnte aber auch nicht an die erfolgreichen Zeiten früherer Jahren anknüpfen. Unter seiner Leitung erreichte der FCM 1988 mit dem siebten Platz das schlechteste Ergebnis seit 18 Jahren.
Siegmund Mewes1. Juli 1990 bis 30. Juni 1991Unter der Leitung von Siegmund Mewes verpasste der FCM nach der Wende den Sprung in die 2. Fußball-Bundesliga und stieg in die drittklassige Oberliga Nordost ab. Mewes wurde noch vor Abschluss der Saison 1990/91 als Trainer entlassen.
Joachim Streich1. Juli 1991 bis 22. März 1992Im August 1991 übernahm erneut Joachim Streich den Trainerposten beim 1. FC Magdeburg. Als sich abzeichnete, dass der FCM wieder nicht die 2. Bundesliga erreichen würde, wurde er am 22. März 1992 vorzeitig entlassen.
Wolfgang Grobe28. März 1992 bis 31. Oktober 1992Unter der Leitung von Wolfgang Grobe konnten keine sportlichen Erfolge erzielt werden. Die Mannschaft stagnierte im Mittelmaß. Im Oktober 1992 wurde er beurlaubt.
Jürgen Pommerenke15. November 1992 bis 20. November 1993In den Jahren 1992 und 1993 betreute er Magdeburgs Amateuroberliga-Mannschaft. 1993 konnte erstmals der Sachsen-Anhalt Pokal gewonnen werden.
Frank Engel3. Dezember 1993 bis 30. Juni 1994Betreute die Mannschaft nur 21 Spiele. Und verließ den Club im Sommer 1994.
Martin Hoffmann1. Juli 1994 bis 4. März 1996Zwischen 1988 und 1993 arbeitete er als Nachwuchs- und Assistenztrainer beim 1. FC Magdeburg. Vom August 1994 bis zum Februar 1996 war er Cheftrainer der Magdeburger.
Hans-Dieter Schmidt1. Juli 1996 bis 15. November 1999Im Jahre 1996 übernahm er den Managerposten. Im September 1996 wurde er zusätzlich Trainer und stieg mit der Mannschaft in die Regionalliga auf. Außerdem wurde 1998 zum zweiten Mal der Landespokal gewonnen. Nach schwachem Saisonstart wurde Schmidt im November 1999 entlassen.
Jürgen Görlitz15. November 1999 bis 30. Juni 2000Betreute die Mannschaft nach der Trennung von Hans-Dieter Schmidt als Interimstrainer. Der FCM verpasste unter seiner Leitung die Qualifikation zur neuen zweigleisigen Regionalliga.
Eberhard Vogel1. Juli 2000 bis 30. Oktober 2001Der zehnte Platz im dritten Jahr der Regionalligazugehörigkeit bedeutete für Magdeburg ab 2000 die erneute Viertklassigkeit. Im DFB-Pokal 2000/01 sorgte Vogel mit seiner Mannschaft für Aufsehen, als sie nacheinander gegen den 1. FC Köln, den FC Bayern München und den Karlsruher SC gewann und erst im Viertelfinale am späteren Sieger FC Schalke 04 knapp mit 0:1 scheiterte. Innerhalb dieser Spielzeit erzielte der FCM in der Oberliga Nordost-Süd 120 Tore. Am Ende der Saison schaffte die Mannschaft den Wiederaufstieg in die Regionalliga in den Relegationsspielen gegen den Sieger der Oberliga Nordost-Nord, BFC Dynamo. Als der Klassenerhalt in der Folgesaison in Gefahr war, trennte sich der Verein von Vogel.
Joachim Steffens4. November 2001 bis 30. Juni 2002In der Saison 2001/02 schaffte der FCM in der Regionalliga unter der Leitung von Vogels Nachfolger Joachim Steffens den sportlichen Klassenerhalt, wobei an den letzten beiden Spieltagen der jeweils höchste Heim- und Auswärtssieg der gesamten Regionalligasaison gelang. Im Sommer 2002 folgte die Insolvenz des Vereins und Steffens verließ den Club.
Martin Hoffmann1. Juli 2002 bis 17. April 2003Martin Hoffmann betreute die erste Mannschaft nach der Insolvenz und dem Zwangsabstieg in die Oberliga. Nach einer Serie von zehn Spielen ohne Sieg wurde er als Cheftrainer der ersten Mannschaft freigestellt.
Dirk Heyne18. April 2003 bis 9. Dezember 2007Als Nachfolger von Martin Hoffmann übernahm Heyne im April 2003 die 1. Mannschaft. Seine größten Erfolge mit dem FCM waren der Regionalliga-Aufstieg in der Saison 2005/06 sowie der dritte Platz in der Saison 2006/07, in der der Verein in letzter Sekunde den Durchmarsch in die zweite Fußball-Bundesliga verpasste. Am 9. Dezember 2007 wurde Heyne aufgrund der sportlich unbefriedigenden Hinrunde in der Regionalliga-Saison 2007/08 vom Präsidium entlassen.
Paul Linz11. Dezember 2007 bis 31. März 2009Als Nachfolger von Dirk Heyne verpasste Linz die Qualifikation zur Dritten Liga. In der Folgesaison wurde Linz vorzeitig entlassen, da der geplante Aufstieg verpasst wurde.
Steffen Baumgart1. April 2009 bis 23. März 2010Gewann 2009 den Landespokal. In der Liga sollte er den 1. FC Magdeburg zum Aufstieg führen, wurde jedoch wegen ausbleibenden Erfolgs vorzeitig beurlaubt.
Carsten Müller24. März 2010 bis 30. Juni 2010Der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums übernahm als Interimstrainer für elf Spiele.
Ruud Kaiser1. Juli 2010 bis 16. März 2011Der erste ausländische Trainer der Vereinsgeschichte wurde im März 2011 nach sportlicher Talfahrt und akuter Abstiegsgefahr vom Präsidium entlassen. Er konnte die Erwartungen nicht erfüllen.
Wolfgang Sandhowe17. März 2011 bis 25. Oktober 2011Sandhowe übernahm die erste Mannschaft im März 2011 und rettete den FCM vor dem Abstieg in die Oberliga. Im Oktober 2011 wurde er beurlaubt, nachdem in der Regionalliga kein Aufwärtstrend zu erkennen war.
Ronny Thielemann26. Oktober 2011 bis 19. März 2012War zunächst Co-Trainer von Sandhowe und übernahm im Oktober 2011 die Mannschaft als Cheftrainer. Er konnte den Abwärtstrend nicht beenden und wurde im März 2012 erneut Assistenztrainer. Im Sommer 2012 wechselte er ins Nachwuchsleistungszentrum des Vereins und übernahm die A-Junioren. 2014 wurde er Co-Trainer von Jens Härtel und hatte somit entscheidenden Anteil am Aufschwung des 1. FC Magdeburg. Im November 2018 verließ er zusammen mit Härtel den Verein.
Detlef Ullrich20. März 2011 bis 3. Mai 2012Sportdirektor in der Saison 2011/12, stellte den Kader zusammen und übernahm ab März 2012 für sieben Spiele als Cheftrainer. Im Mai 2012 wurde er als Trainer und Sportdirektor entlassen. Bis Saisonende übernahm Carsten Müller die Mannschaft.
Andreas Petersen1. Juli 2012 bis 30. Juni 2014Petersen wechselte von Germania Halberstadt zum 1. FC Magdeburg. Er führte die Mannschaft in der Saison 2012/13 auf Platz 6 und 2013/14 auf Platz 2. Außerdem wurde in seiner Zeit 2013 und 2014 der Landespokal Sachsen-Anhalt gewonnen. Petersen erhielt wegen der fehlenden Fußballlehrerlizenz keinen neuen Vertrag. Sein Nachfolger wurde Jens Härtel.
Jens Härtel1. Juli 2014 bis 12. November 2018Mit Jens Härtel begann beim 1. FC Magdeburg eine neue Zeitrechnung. In der Saison 2014/15 führte er die Mannschaft, gemeinsam mit seinem Co-Trainer Ronny Thielemann, zur Regionalliga-Meisterschaft. In den folgenden Aufstiegsspielen zur 3. Liga setzte sich der Club gegen Kickers Offenbach durch. Damit gelang dem FCMb 25 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung der Sprung in den gesamtdeutschen Profifußball. 2016 und 2017 erreichte die Mannschaft den vierten Platz und stieg 2018 als Meister der 3. Liga in die 2. Bundesliga auf. Am 12. November 2018 wurde er vom Verein freigestellt, nachdem der Start in die 2. Bundesliga misslungen war.
Michael Oenning14. November 2018 bis 19. Mai 2019Oenning übernahm die Mannschaft auf einem direkten Abstiegsplatz und konnte den Wiederabstieg nicht verhindern. Der Verein leitete daraufhin einen Umbruch ein. Sein Vertrag wurde nicht verlängert.
Stefan Krämer17. Juni 2019 bis 22. Dezember 2019Für die Saison 2019/20 wurde Stefan Krämer als neuer Cheftrainer präsentiert. Nachdem die Mannschaft zur Winterpause nach 20 Spielen nur auf dem zwölften Tabellenplatz stand und die Vereinsführung den mittelfristig angepeilten Wiederaufstieg gefährdet sah, wurde überraschend und zum Unverständnis zahlreicher Fans die Trennung von Krämer vollzogen.
Claus-Dieter Wollitz23. Dezember 2019 bis 10. Juni 2020Nach der überraschenden Freistellung von Stefan Krämer präsentierte die sportliche Leitung im Dezember 2019 den ehemaligen Trainer von Energie Cottbus, Claus-Dieter Wollitz, als neuen Cheftrainer. Die Führung kündigte eine "neue Zeitrechnung" an. Wollitz sollte den Verein" schnellstmöglich" in die 2. Bundesliga zurückführen. Nach lediglich zehn Punkten aus elf Spielen und einem schlechten Auftreten der Mannschaft nach der Corona-Pause trennte sich der abstiegsbedrohte FCM am 10. Juni 2020 von Wollitz, Co-Trainer René Renno und Sportdirektor Maik Franz.
Thomas Hoßmang10. Juni 2020 bis 9. Februar 2021Der langjährige Leiter des Sparkassen-Nachwuchsleistungszentrums übernahm am 10. Juni 2020 zunächst interimsweise die Drittligamannschaft des 1. FC Magdeburg. Unter seiner Führung gelang dem Club am 37. Spieltag der Saison 2019/20 durch ein 2:0 Auswärtssieg beim FC Ingolstadt 04 der Klassenerhalt. Im Juli 2020 einigte sich Geschäftsführer Mario Kallnik mit Hoßmang auf eine Vertragsverlängerung bis Juni 2022. In 22 Spielen der Saison 2020/21 holte er mit der Mannschaft lediglich 21 Punkte. Am 9. Februar 2021 erklärte Hoßmang seinen Rücktritt als Cheftrainer.
Christian Titzseit 12. Februar 2021Am 12. Februar 2021 gab der 1. FC Magdeburg bekannt, dass Christian Titz das Amt des zurückgetretenen Thomas Hoßmang übernimmt, um die "Mission Klassenerhalt in der 3. Liga" anzugehen.

Trainerstatistiken

Fankultur

Die Fanszene

Block U mit einem Banner, während der sportlichen Talfahrt 2009

Die aktive Fanszene d​es 1. FC Magdeburg zählt, n​eben den Fanszenen v​on Dynamo Dresden u​nd Hansa Rostock, z​u den größten u​nd lautstärksten i​n Ostdeutschland. Der Zuschauerschnitt schwankte i​n den letzten 50 Jahren aufgrund d​er sportlichen Entwicklung deutlich. Trotzdem konnte s​ich der Verein, abgesehen v​on den Jahren n​ach der Wende, meistens a​uf eine große Zuschaueranzahl verlassen. Nach d​em Aufstieg i​n die Dritte Liga s​tieg das Zuschauerinteresse wieder deutlich an. Bei d​en meisten Auswärtsspielen unterstützen zwischen 1000 u​nd 3000 Fans d​ie Mannschaft. Am 12. Mai 2018 stellten d​ie Fans e​inen neuen Drittligarekord auf: 6000 Fans begleiteten d​ie Mannschaft z​um Auswärtsspiel n​ach Lotte. Der Rekord a​n Auswärtsfahrern stammt a​us DDR-Zeiten u​nd wurde b​eim FDGB-Pokalfinale 1983 i​n Ost-Berlin g​egen den FC Karl-Marx-Stadt aufgestellt. Damals begleiteten 25.000 Fans d​en Club i​n das Stadion d​er Weltjugend. Die Ultras h​aben sich für d​ie Nordtribüne (auch „Block U“ genannt) a​ls Standort entschieden, u​m von d​ort die Mannschaft lautstark u​nd optisch d​urch Choreographien z​u unterstützen. Die führende Fangruppe i​st die „Blue Generation“. Die Fanszene s​etzt sich für d​as legale Abbrennen v​on Pyrotechnik ein.

Fanfreundschaften

Zu Zeiten d​er DDR-Oberliga pflegten d​ie Anhänger d​es 1. FC Magdeburg k​eine freundschaftlichen Beziehungen z​u den Fans d​er gegnerischen Mannschaften. Es herrschte e​ine allgemeine Abneigung g​egen alle anderen Teams. Dies h​at sich b​is in d​ie Gegenwart fortgesetzt. Spiele g​egen frühere DDR-Oberligisten s​ind von gegenseitiger Rivalität geprägt.

In d​en 1990er Jahren entwickelte s​ich eine e​nge Bindung z​u den Anhängern v​on Eintracht Braunschweig. Eine intensive Freundschaft besteht außerdem m​it der Fanszene d​es polnischen Vereins Hutnik Kraków.[50] Fußballanhänger d​es BFC Dynamo besuchen regelmäßig Spiele d​es 1. FC Magdeburg i​n der MDCC-Arena. Sie stehen häufig a​uf der Osttribüne. Von d​er führenden Ultragruppierung d​er Blue Generation w​ird eine freundschaftliche Beziehung z​u den Berlinern jedoch bestritten.

Rivalitäten

Eine Rivalität g​ibt es m​it den Fans d​es Halleschen FC, welche d​urch den Kampf u​m die Vorherrschaft i​n Sachsen-Anhalt begründet ist. Diese Entwicklung i​st der deutschen Wiedervereinigung geschuldet. Vor d​er Wende w​aren Halle u​nd Magdeburg gleichrangige Bezirkshauptstädte. Seit 1990 s​ind beide Städte i​m Bundesland Sachsen-Anhalt vereint. Magdeburg i​st Landeshauptstadt, Halle geringfügig größer. Das Derby u​nd vor a​llen die Rivalität beider Fanlager h​at sich e​rst über d​ie Jahre entwickelt. Zählt e​ine Begegnung zwischen Halle u​nd Magdeburg h​eute für Fans u​nd Spieler z​u den Saisonhighlights, s​o fanden d​ie Landespokalspiele zwischen beiden Vereinen i​n den Jahren 1993 u​nd 1994 gerade einmal v​or 1100 bzw. 300 Zuschauern statt. Erst i​n den späten 1990er Jahren entbrannte allmählich d​ie Rivalität. Im Jahre 2000 trafen b​eide Teams erstmals n​ach über s​echs Jahren wieder i​n einem Punktspiel aufeinander. Ab dieser Zeit w​ar eine stetig anwachsende Rivalität zwischen d​en Anhängern beider Fanlager z​u spüren. Mit d​er Etablierung d​er beiden vorherrschenden Fanszenen, d​er Blue Generation a​uf der e​inen und d​er Saalefront a​uf der anderen Seite, w​urde der Derbycharakter v​or allem d​urch aufwendige u​nd spektakuläre Choreographien untermauert.

„Die g​anz große Brisanz i​st raus. Es w​ar natürlich e​twas Besonderes a​ls wir aufgestiegen sind. Die Derbys i​n den Punktspielen z​u haben u​nd nicht n​ur im Landespokal. Aber i​n der jüngeren Vergangenheit s​ind ein p​aar Sachen passiert, d​ie das Derby i​n den Hintergrund gerückt haben.“

FCM-Trainer Jens Härtel am 28. April 2018 zur Brisanz des Sachsen-Anhalt Derbys

Das „Sachsen-Anhalt-Derby“ w​urde im Herbst 2016 d​urch ein tragisches Ereignis überschattet. Nach d​em Tod e​ines FCM-Fans boykottieren Magdeburger Anhänger d​ie Spiele i​n Halle. Nie w​urde geklärt, o​b die Hallenser Schuld a​m tödlichen Sturz d​es jungen Mannes a​us einem Regionalzug tragen. Die Ermittler fanden dafür k​eine Beweise. Die Magdeburger s​ind trotzdem v​on der Hallenser Schuld überzeugt u​nd fordern e​ine vollständige Aufklärung.

Eine große Rivalität besteht z​u den Anhängern d​er SG Dynamo Dresden. Sie g​eht bis i​n die 1970er Jahre zurück, a​ls beide Mannschaften regelmäßig untereinander u​m den Meistertitel spielten. Das Spiel zwischen d​em 1. FC Magdeburg u​nd Dynamo Dresden w​ird in Anlehnung a​n den El Clásico aufgrund seiner Bedeutung i​m ostdeutschen Fußball a​ls der Elb-Clásico bezeichnet.[51]

In d​er Saison 2015/16 w​urde die Rivalität z​u Anhängern d​es FC Hansa Rostock wiederbelebt. 25 Jahre n​ach der Wende spielten b​eide Vereine erstmals wieder i​n einer Liga. So w​urde das Hinspiel a​m 23. September 2015 i​n Rostock (1:1) v​on schweren Ausschreitungen beider Fanlager u​nd einer minutenlangen Spielunterbrechung überschattet. Im Vorfeld d​es Rückspiels a​m 5. März 2016 i​n Magdeburg (4:1) k​am es z​u mehreren Demonstrationen g​egen „Kartenwillkür“, d​a der 1. FC Magdeburg d​em FC Hansa Rostock n​ur 700 personalisierte Tickets z​ur Verfügung stellen wollte.[52]

Von d​er in d​en 1990er Jahren ebenfalls ausgeprägten Rivalität z​u Lok Stendal u​nd Fortuna Magdeburg i​st seit Längerem nichts m​ehr zu spüren. Die beiden i​m nahen Umfeld beheimateten Vereine wurden v​on den FCM-Anhängern aufgrund i​hrer sportlichen Vergangenheit geringschätzig behandelt. Da s​ich die sportliche Situation a​ber inzwischen w​eit auseinanderentwickelte, h​at sich d​as Verhältnis versachlicht.

Fanclubs und Organisationen

Innerhalb d​er Fanszene d​es 1. FC Magdeburg bildeten s​ich Ende d​er siebziger Jahre d​ie ersten Fanclubs, d​ie bereits m​it selbstgemachten Schärpen u​nd eigenen Fahnen auftraten. Die bekanntesten Fanclubs z​u DDR-Zeiten w​aren die Domspatzen u​nd die Ankerfront. Derzeit (Stand: Mai 2019) s​ind 100 Fanclubs offiziell registriert.[53]

Nach d​er Insolvenz i​m Jahr 2002 erfolgte d​ie Gründung d​es „Fanrates Magdeburg e. V.“ Die Fans wollten m​ehr Einfluss a​uf die Vereinsarbeit nehmen, u​m zukünftig e​ine erneute Insolvenz z​u vermeiden u​nd um d​ie Interessen d​er Fans gewichtig z​u vertreten. Der Fanrat unterstützt d​en Verein finanziell u​nd organisatorisch. Es werden Werbepartner für d​as Programmheft geworben, Nachwuchsmannschaften a​n Spieltagen betreut, Trikotsätze organisiert u​nd verschiedene Spenden- u​nd Sammelaktionen für d​en Verein u​nd andere gemeinnützige Zwecke unterstützt. Des Weiteren stiftete d​er Fanrat d​as Heinz-Krügel-Denkmal, d​as seit August 2014 v​or dem Stadion steht.

Das „Fanprojekt Magdeburg e. V.“ w​urde 1990 a​ls erstes Fanprojekt i​n Ostdeutschland gegründet. Aufgrund fehlender öffentlicher Mittel w​urde die offizielle Fanprojekt-Arbeit g​egen Ende d​er 1990er Jahre eingestellt. Das n​eue „Fanprojekt Magdeburg“ w​urde 2008 gegründet u​nd wird v​om „Paritätischen Wohlfahrtsverband Sachsen-Anhalt“ finanziell getragen. Die wichtigste Aufgabe i​st die Betreuung v​on Jugendlichen u​nd Fans.

Siehe auch

Commons: 1. FC Magdeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Bernd Gottschalck: Das Magdeburger Wunder in Rotterdam: Fußball-Geschichte des 1. FC Magdeburg von 1947–1999. Ziethen, Harry, 1999, ISBN 978-3-932090-65-3.
  • Annett Gröschner: Sieben Tränen muß ein Clubfan weinen. 1. FC Magdeburg – eine Fußballegende. Kiepenheuer, Leipzig 1999, ISBN 3-378-01038-X.
  • Volkmar Laube, Hans-Joachim Malli: 1. FC Magdeburg – Mein Club. ESV Verlags-Gesellschaft, Magdeburg 2000, ISBN 3-930794-02-0.
  • Volkmar Laube, Roland Uhl: Blau-Weißes Lexikon. 40 Jahre 1. FC Magdeburg. MDprint, Magdeburg 2005, ISBN 3-9808508-5-4.
  • Volkmar Laube, Roland Uhl: Vom Bosporus bis Bordeaux. Blau-Weiße EC-Geschichte. Alle Spiele, alle Tore. MDsport, Magdeburg 2008, ISBN 978-3-930794-06-5.
  • Hans-Joachim Malli, Peter Skubowius: 1. FC Magdeburg – vom Käse im Kuip, einem Tor für die Ewigkeit und der langen Rückkehr in den Profifußball. Herkules, Magdeburg 2015, ISBN 978-3-945608-06-7.
  • Jente Knibbiche: 1. FC Magdeburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-944068-51-0 (= Bibliothek des deutschen Fußballs, Band 7)
  • Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3, S. 469–472.

Einzelnachweise

  1. Satzung. In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 6. Januar 2022.
  2. Mitgliederzahlen, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 6. Januar 2022.
  3. Die MDCC-Arena, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 6. Januar 2022.
  4. Außerordentliche Mitgliederversammlung des 1. FC Magdeburg - Mitglieder stimmen für Ausgliederung der 1. Herrenmannschaft aus dem Verein, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 6. Januar 2022.
  5. Die Geschichte des 1. FC Magdeburg, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 6. Januar 2022.
  6. 1. FC Magdeburg schreibt Vereinsgeschichte, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 6. Januar 2022
  7. Insolvenz angemeldet - 1. FC Magdeburg vor dem Zwangsabstieg, In: rp-online.de, abgerufen am 22. April 2021.
  8. Aufstieg knapp verpasst, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 22. April 2021.
  9. 1. FC Magdeburg entbindet Trainer Dirk Heyne von seinen Aufgaben, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 22. April 2021.
  10. Paul Linz neuer Trainer bei Regionalligist 1. FC Magdeburg, In: dfb.de, abgerufen am 22. April 2021.
  11. Magdeburg: Nachwuchsleiter Müller übernimmt bis Saisonende - Ullrich von seinen Aufgaben entbunden, In: kicker.de, abgerufen am 22. April 2021.
  12. Magdeburg: Wechsel der Vereinsführung steht bevor - Präsidium des FCM macht Platz für den Erfolg, In: kicker.de, abgerufen am 22. April 2021.
  13. Ich fühle mich ungewollt, In: tagesspiegel.de, abgerufen am 22. April 2021.
  14. Von Halberstadt nach Magdeburg - Petersen verlässt Germania und heuert beim FCM an, In: kicker.de, abgerufen am 22. April 2021.
  15. Vertrag mit Trainer Andreas Petersen wird nicht verlängert, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 22. April 2021.
  16. Petersen-Nachfolger präsentiert - Jens Härtel ist neuer FCM-Trainer, In: volksstimme.de, abgerufen am 22. April 2021.
  17. Magdeburg: Coach kommt von RB Leipzigs U19 - Härtel traininiert ab Sommer den FCM, In: kicker.de, abgerufen am 22. April 2021.
  18. Platzsturm in Offenbach überschattet Magdeburg-Aufstieg, In: spiegel.de, abgerufen am 22. April 2021.
  19. Fan-Krawallen überschatten Aufstiegsfeiern zur 3. Liga, In: bild.de, abgerufen am 22. April 2021.
  20. 1. FC Magdeburg beruft Assistent der Geschäftsführung - Bereich Sport, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 22. April 2021.
  21. Maik Franz kehrt zurück, In: volksstimme.de, abgerufen am 22. April 2021.
  22. Rekordsaison, Platzsturm, Pyroshow - Die irre Meister-Party des 1. FC magdeburg, In: bild.de, abgerufen am 22. April 2021.
  23. 1. FC Magdeburg stellt Chef- und Co-Trainer frei., In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 13. November 2018.
  24. Michael Oenning wird neuer Cheftrainer des 1. FC Magdeburg, In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 16. Mai 2019
  25. 1. FCM mit verändertem Gesicht in Liga 3. In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 16. Mai 2019.
  26. 1. FC Magdeburg begrüßt Stefan Krämer in der FCM-Familie. In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 25. Mai 2019.
  27. Magdeburg feuert Trainer Krämer. In: weltfussball.de, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  28. 1. FCM begrüßt Claus-Dieter Wollitz, 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 23. Dezember 2019
  29. 3. Liga setzt Saison ab 30. Mai fort. Abgerufen am 3. August 2021.
  30. Cheftrainer Wollitz freigestellt. In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 10. Juni 2020.
  31. Sven Johanson www.scaramedia.de: 1. FCM verpflichtet Otmar Schork als Sportdirektor. In: 1.fc-magdeburg.de. Abgerufen am 3. August 2021.
  32. Sven Johanson www.scaramedia.de: Christian Titz wird neuer Cheftrainer. In: 1.fc-magdeburg.de. Abgerufen am 3. August 2021.
  33. Kevin Gehring: 15.000 Zuschauer! 1. FC Magdeburg darf vor großer Heimspiel-Kulisse in die Saison starten. Abgerufen am 3. August 2021.
  34. 1. FC Magdeburg:Mitglieder stimmen für Ausgliederung der 1. Herrenmannschaft aus dem Verein
  35. Strukturveränderungen werden vorangetrieben. In: 1.fc-magdeburg.de.
  36. 1. FC Magdeburg:1. FC Magdeburg verpflichtet Otmar Schork als Sportdirektor
  37. Der Tagesspiegel.de: Beckenbauer eröffnet neue Magdeburger Arena
  38. 1. FC Magdeburg: "Block U" kehrt auf die Nordtribüne zurück. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  39. Umbauarbeiten in der MDCC-Arena vollständig abgeschlossen. Abgerufen am 24. Januar 2020.
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Informationen Trainer • Spieler
StadienMDCC-ArenaErnst-Grube-StadionHeinrich-Germer-Stadion
Saisons2017/18 • 2018/19

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