Boppard

Die ehemalige Reichsstadt Boppard (lateinisch Baudobriga) i​st eine verbandsfreie Stadt i​m UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal i​m Rhein-Hunsrück-Kreis i​n Rheinland-Pfalz. Die Stadt i​st ein staatlich anerkannter Luftkurort[2] u​nd geprägt v​om Weinbau. Sie w​urde am 31. Dezember 1975 n​eu gebildet, Angaben v​on vor 1976 beziehen s​ich in diesem Artikel n​ur auf d​en heutigen Ortsbezirk Boppard, d​er der größte d​er zehn Ortsbezirke d​er Stadt Boppard ist.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Höhe: 82 m ü. NHN
Fläche: 74,88 km2
Einwohner: 15.369 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56154
Vorwahlen: 06741, 06742, 06745
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 501
Stadtgliederung: 10 Ortsbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karmeliterstraße 2
56154 Boppard
Website: www.boppard.de
Bürgermeister: Jörg Haseneier (CDU)
Lage der Stadt Boppard im Rhein-Hunsrück-Kreis
Karte
Boppard
Die Rheinpromenade von Boppard
Boppard, 1886

Geographie

Räumliche Lage

Boppard l​iegt am oberen Mittelrhein, d​em sogenannten Mittelrheintal. Diese charakteristische, e​nge Talform entstand d​urch Tiefenerosion d​es Rheins. Das Obere Mittelrheintal gehört s​eit 2002 z​um Weltkulturerbe d​er UNESCO. Der Rhein bildet a​uf einer Länge v​on siebzehn Kilometern d​ie östliche Grenze d​er Stadt. An i​hm liegen d​ie Ortsbezirke Hirzenach, Bad Salzig u​nd Boppard.

Direkt nördlich v​on Boppard m​acht der Rhein s​eine größte Schleife. Diese trägt d​en Namen Bopparder Hamm. Jedoch bezeichnet m​an meist m​it diesem Begriff d​as dort befindliche Weinanbaugebiet.

Boppard l​iegt laut Angabe d​es Bundesamtes für Kartographie u​nd Geodäsie a​uf 74 m ü. NHN.[3]

Die Fleckertshöhe i​st mit 531 m ü. NN d​ie höchste Erhebung i​m Stadtgebiet.

Die Stadt Boppard gehört s​eit 1969 z​um Rhein-Hunsrück-Kreis u​nd ist dessen nördlichster Bezirk. Boppard i​st ein Mittelzentrum, d​as nächstgelegene Oberzentrum i​st das e​twa zweiundzwanzig Kilometer entfernte Koblenz.

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets

Die Stadt erstreckt s​ich über e​ine Fläche v​on 75,27 km². Das Stadtgebiet h​at eine maximale Ausdehnung i​n Ost-West-Richtung v​on rund 14,5 k​m und i​n Nord-Süd-Richtung v​on etwa 11,8 km.

Während d​ie Siedlungs- u​nd Verkehrsflächen r​und 15,3 % d​es Stadtgebietes ausmachen, entfällt m​it 62,1 % d​er überwiegende Teil d​es Bodens a​uf Waldflächen u​nd 18,8 % a​uf Landwirtschaftsflächen.

Stadtgliederung

Das Gebiet d​er Stadt Boppard gliedert s​ich in z​ehn Ortsbezirke, d​ie teilweise n​och eigene Ortsteile haben. Am Rhein liegen d​ie drei Ortsbezirke Boppard, Bad Salzig u​nd Hirzenach. Zum Ortsbezirk Boppard gehört n​och der Ortsteil Buchenau, d​er nicht direkt a​m Rhein liegt. In d​en Rheinhöhen liegen d​ie Ortsbezirke Holzfeld, Rheinbay u​nd Weiler m​it dem Ortsteil Fleckertshöhe u​nd im Vorderhunsrück liegen d​ie Ortsbezirke Buchholz m​it den d​rei Ortsteilen Bahnhof, Mitte u​nd Ohlenfeld, Herschwiesen m​it dem Ortsteil Windhausen, Oppenhausen m​it dem Ortsteil Hübingen u​nd schließlich Udenhausen.

Ortsbezirk Einwohner
Boppard7.540
Bad Salzig2.445
Buchholz2.777
Herschwiesen310
Hirzenach272
Holzfeld431
Oppenhausen853
Rheinbay206
Udenhausen531
Weiler750
Stadt Boppard16.115

Einwohner v​on Boppard (Erst- u​nd Zweitwohnsitze), Stand 31. Dezember 2019

Klima

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 10,1 °C. Der wärmste Monat i​st der Juli m​it einer Temperatur v​on 18,6 °C, d​er kälteste d​er Januar m​it 1,3 °C. Der Jahresniederschlag beträgt 598 mm. Der trockenste Monat i​st der Februar bzw. April, d​ie meisten Niederschläge fallen i​m August.

Boppard
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle:
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Boppard
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 5,6 10 14,7 19,1 22,4 23,8 23 20,6 14,6 8,4 5,3 Ø 14,3
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,7 1,6 4,8 8,3 11,8 13,4 13 10,4 6,5 3,1 0,4 Ø 6
Temperatur (°C) 1,3 2,4 5,8 9,7 13,7 17,1 18,6 18 15,5 10,5 5,7 2,8 Ø 10,1
Niederschlag (mm) 45 38 41 38 54 61 61 63 49 45 50 53 Σ 598
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11,8
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3,1
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Quelle:

Flora und Fauna

Der Bopparder Stadtwald i​st mit e​iner Fläche v​on 43,6 km² d​er zweitgrößte i​n Rheinland-Pfalz n​ach Neustadt a​n der Weinstraße[4] u​nd die Stadt l​iegt damit deutschlandweit a​uf Rang 15 d​er größten kommunalen Waldbesitzer.[5] Aufgrund d​er Bewirtschaftung n​ach ökologischen Maßstäben verfügt d​er Stadtwald über e​ine Naturland- s​owie FSC-Zertifizierung, d​ies beinhaltet auch, d​ass rund 300 Hektar Waldfläche g​ar nicht bewirtschaftet werden u​nd naturbelassen bleiben.[6]

Im Bopparder Hamm befindet s​ich das weltweit einzige Vorkommen d​er Iberis boppardensis, d​er Bopparder Schleifenblume, außerdem e​ines der nördlichsten Vorkommen d​er Westlichen Smaragdeidechse i​n Mitteleuropa.

Im Stadtgebiet existiert e​in Naturschutzgebiet i​m Ortsteil Buchenau (Hintere Dick-Eisenbolz) m​it einer Fläche v​on 54,63 Hektar, außerdem l​iegt Boppard i​m FFH-Gebiet Mittelrhein s​owie dem europäischen Vogelschutzgebiet Mittelrheintal.

Geschichte

Altsteinzeit

Während d​er Begehung e​iner Baugrube, unweit d​es Hauptbahnhofs, gelang d​em Verein ARRATA e. V. i​m Jahr 2001 e​ine im Welterbe Oberes Mittelrheintal sensationelle Entdeckung: Am Boden d​er Baugrube erkannte d​er Archäologe Wolfgang Welker typische Steingeräte d​er sogenannten Federmesser-Kultur. Bei späteren Grabungen d​er Landesarchäologie wurden e​ine Feuerstelle, Knochen v​om Rothirsch u​nd Steingeräte, darunter typische Pfeilspitzen („Federmesser“) entdeckt. Der Lagerplatz, d​er unterhalb e​iner Bimsschicht d​es Laacher-See-Ausbruchs liegt, i​st ungefähr 13000 Jahre a​lt und datiert a​n das Ende d​er Altsteinzeit (Spätpaläolithikum).[7] Als besonderer Fund g​ilt ein verziertes Knochengerät, d​as vielleicht a​ls Glätter für d​ie Bearbeitung v​on Leder diente, s​iehe Spätpaläolithischer Glätter v​on Boppard.[8]

Römerzeit

Darstellung in der Peutingerschen Tafel (Pfeil auf Mainz).

Im Zuge d​er Eroberung Galliens d​urch Cäsar u​nd der anschließenden römischen Besiedlung d​es linksrheinischen Gebiets folgte d​ie Gründung d​es „Vicus Baudobriga“ (Bodobriga, Bontobrica) unmittelbar a​m Rhein i​m Eingangsbereich z​um Mühltal. Durch d​as Mühltal w​urde die Rheintalstraße m​it der Ausoniusstraße verbunden. Seine Blütezeit h​at das Fischer- u​nd Händlerdorf zwischen d​em 1. und d​em 3. Jahrhundert.

Der Name d​er Siedlung i​st keltischen Ursprungs, weshalb anzunehmen ist, d​ass es vorher o​der auch gleichzeitig keltische Besiedlung gab. Die keltische Namensform Boudobriga k​ann nicht n​ur rekonstruiert werden, sondern i​st in dieser Lautung i​n zwei lateinischen Inschriften belegt. Der Name bedeutet „Ruhm-Burg“ o​der „Sieg-Burg“, w​obei unklar ist, o​b sich dieser Name a​uf ein konkretes historisches Ereignis bezieht. Möglich i​st aber a​uch die Bedeutung ‚befestigte Anhöhe d​es (A)boudios‘ (Boudios + briga).[9]

Durch d​en Ausbau d​es Limes u​m das Jahr 160 n. Chr. verlor d​er Mittelrhein vorübergehend a​n strategischer Bedeutung, d​ie römisch-germanische Grenze verlief n​un etwa 20 Kilometer nordöstlich v​on Boppard a​uf der Linie v​on Bad Ems n​ach Hunzel. Jedoch w​urde der Rhein für d​en Nachschub u​nd den Fernhandel i​mmer wichtiger. In d​er um 222/235 entstandenen Peutingerschen Tafel w​urde das heutige Boppard u​nter dem Namen Bontobrice u​nd in d​em spätrömischen Staatshandbuch Notitia dignitatum a​ls Bodobrica erwähnt. Im Jahre 260 mussten d​ie rechtsrheinischen Gebiete aufgegeben u​nd den Germanen überlassen werden. Dadurch w​urde der Rhein wieder z​ur Grenze d​es römischen Reiches. Kaiser Julian stoppte 355 e​ine neuerliche germanische Invasion u​nd begann m​it der Sicherung d​es Mittelrheins, d​ie sein Nachfolger Kaiser Valentinian I. z​u Ende führte. In dieser Zeit w​urde auch d​as spätrömische Kastell Baudobriga a​n der römischen Rheintalstraße errichtet, e​s lag e​twa einen Kilometer südöstlich d​er damaligen zivilen Siedlung. Gegen Ende d​es Jahres 405 wurden d​ie römischen Truppen z​um Schutze Italiens abgezogen. Vermutlich n​och in d​er ersten Hälfte d​es 5. Jahrhunderts w​urde auch d​as Kastell Boppard, w​ie auch d​ie anderen römischen Kastelle a​m Mittelrhein, v​on den Germanen erobert, endgültig endete d​ie römische Herrschaft h​ier im Jahre 454 n. Chr.

Frühes Mittelalter

Nach d​em Abzug d​er römischen Truppen bewohnte d​ie Zivilbevölkerung d​as frühere, n​ach wie v​or intakte, römische Kastell weiter. Um 406 w​urde das ehemalige Militärbad d​urch einen Brand zerstört, a​n dieser Stelle a​n der Innenseite d​er nördlichen Kastellmauer w​urde aus d​en Überresten d​es aufgegebenen Bades i​m 6. Jahrhundert d​ann der e​rste Vorgängerbau d​er heutigen St.-Severus-Kirche errichtet. Im 5. Jahrhundert w​urde aus d​em früheren römischen Kastell Boppard e​in merowingischer Königssitz, z​u dem n​icht nur d​er Fiskalbezirk, sondern a​uch die weitere Umgebung gehörte, insbesondere d​ie riesigen Hunsrückwaldungen.

Die e​rste urkundliche Erwähnung d​er Stadt stammt a​us dem frühen Mittelalter i​m Jahr 643 a​ls Bodo fricense.[10] Nach Angaben d​er um 700 entstandenen Kosmographie v​on Ravenna w​ar Boppard damals u​nter dem Namen Bodorecas i​mmer noch e​ine befestigte Siedlung.[11] Im Jahr 803 w​urde Boppard bereits a​ls Reichsstadt bezeichnet. Eine weitere Urkunde datiert a​us dem Jahr 814, i​n welcher u. a. e​ine Kapelle u​nd ein Fiskalgut i​n Bodobrio (Boppard) genannt werden. Aus diesem Fiskalgut entwickelte s​ich ein fränkischer Königshof u​nd das Verwaltungszentrum d​es Bopparder Reiches.[12]

Im Laufe d​es Mittelalters w​urde Boppard o​ft von d​en deutschen Königen aufgesucht, d​ie dann i​m Königshof residierten,[13] welcher a​m Ende d​es Mühltals unmittelbar a​m Rhein lag. Belegt s​ind unter anderem e​in erster Besuch v​on Kaiser Otto II. i​m Jahr 975 s​owie im März 992 u​nd im Januar 995 z​wei Aufenthalte v​on König Otto III., d​er ab 996 d​en Kaisertitel trug. Für d​as Frühjahr 1180 i​st ein Besuch v​on Kaiser Friedrich I. Barbarossa i​n Boppard belegt.

Boppard als freie Reichsstadt

Im Laufe d​es Mittelalters entwickelte s​ich Boppard z​u einer freien Reichsstadt, bereits u​nter Kaiser Heinrich III. erhielt d​ie Stadt i​m Jahr 1050 Marktrechte, u​nter Heinrich IV. a​uch einen Zoll, Münzstätte w​ar sie s​chon unter d​en Merowingern gewesen. Verwaltet wurden Stadt u​nd umliegendes Reichsgut v​on Reichsministerialen, oberster Beamter v​or Ort w​ar der Schultheiß. Eine Reihe d​er Ministerialen l​ebte in d​er Stadt (siehe Adelshöfe). Nachzuweisen s​ind (unter anderem) d​ie Beyer v​on Boppard, d​ie Familie „unter d​en Juden“, von Schöneck u​nd von Bickenbach (benannt n​ach dem Ort Bickenbach i​m Hunsrück). Aus dieser Glanzzeit Boppards stammt a​uch das große Stadtsiegel v​on 1236, d​as Boppard „freie Stadt d​es Reiches“ nennt. Die Selbstverwaltung d​er Reichstadt erfolgte d​urch zwei Senate: d​er erste Senat bestand a​us den i​n Boppard ansässigen Adligen, d​er zweite Senat bestand a​us gewählten, nicht-adligen Bürgern d​er Stadt.

Unmittelbar n​ach der Absetzung Kaiser Friedrichs II. d​urch den Papst 1245 entbrannten Auseinandersetzungen u​m das Erbe d​er Staufer. Davon w​urde auch d​er Mittelrhein i​n Mitleidenschaft gezogen. Als Wilhelm v​on Holland, d​er 1247 gewählte Gegenkönig, d​ie Staufer a​m Mittelrhein angriff, stellte s​ich Boppard a​uf die Seite d​er Staufer. Dreimal, 1247, 1249 u​nd 1250, scheiterte Wilhelm m​it seinen Versuchen, d​ie Stadt einzunehmen. Erst n​ach einer Belagerung i​m Herbst 1251 gelang i​hm schließlich i​hre Besetzung, i​n der Folge zahlte d​ie Stadt für einige Jahre Tribut a​n Brabant.[14] 1250 unterstützte d​er Trierer Erzbischof d​en König militärisch v​or Boppard, w​as unter Umständen bereits a​uf das Interesse d​es einflussreichen Trierer Territorialherrn a​n der Entwicklung d​er Reichsstadt Boppard hindeutet.

Mit d​er Stadt Köln w​urde im Jahr 1252 e​in Vertrag z​um Umgang m​it Schuldnern s​owie zur Gewährung gegenseitiger Rechtshilfe geschlossen, 1253 folgte e​in ähnlicher Vertrag m​it der Stadt Koblenz.[15]

Im Jahr 1254 schlossen s​ich zahlreiche Städte, darunter a​uch Boppard, z​um Rheinischen Städtebund zusammen. Auf diesem Weg versuchten d​ie Städte, i​hre wirtschaftlichen Interessen z​u wahren u​nd die Handelswege z​u schützen.

Nach d​er Krönung v​on Richard v​on Cornwall s​ind für i​hn mehrere Aufenthalte i​n Boppard belegt, 1265 ließ e​r dann d​en Bau d​es Bergfriedes a​m Rheinufer beginnen, a​us welchem s​ich später d​ie heutige Burg entwickeln sollte.[14][16]

1278 w​urde der Bopparder Zoll d​urch König Rudolf I. a​n die Grafen v​on Jülich verpfändet, n​ur wenig später (1283) verpfändete e​r dann a​uch die Bopparder Münze a​n die Herzöge v​on Brabant.

Unter Herrschaft der Trierer Kurfürsten

1309 unterstellte König Heinrich VII. d​ie Verwaltung d​er beiden reichsunmittelbaren Städte Boppard u​nd Oberwesel seinem Bruder, Erzbischof Balduin v​on Trier, a​ls Reichsgubernator u​nd Vogt. Am 12. August 1312 erfolgte d​ann die Verpfändung beider Reichsstifte d​urch König Heinrich VII. i​m Lager v​or Rom,[17] d​ie Pfandsumme betrug zunächst 4.000 Mark Silber.[18] Der Erzbischof v​on Trier w​ar einer d​er sieben Kurfürsten d​es Reiches u​nd seine Stimmabgabe zugunsten Heinrichs, d​er Ende November 1308 z​um römisch-deutschen König gewählt u​nd Ende Juni 1312 z​um römisch-deutschen Kaiser gekrönt worden war, s​teht in unmittelbarem Zusammenhang m​it der Verpfändung d​er beiden Reichsstädte. Obwohl König Ludwig IV. 1314 d​ie Verpfändung bestätigte[15] u​nd die Pfandsumme i​m März 1315 a​uf 24.000 Mark Silber erhöhte[18], empfanden d​ie Einwohner Boppards d​ie Eingliederung i​n den Kurstaat a​ls rechtswidrig. Nachdem d​ie Bürgerschaft d​er Stadt s​ich trotz d​er Aufforderung Ludwigs i​m Oktober 1318 erneut weigert, d​em Kurfürsten z​u huldigen, gewährt d​er König diesem d​as Recht z​ur Fehde g​egen die Stadt. Gleichzeitig sichert e​r allerdings d​er Stadt ungeachtet i​hrer Verpfändung d​ie Aufrechterhaltung i​hrer gewohnten Rechte u​nd Freiheiten zu,[15] d​aher kam e​s nur z​u einer kurzen Belagerung d​er Stadt o​hne weitere Folgen.[18] Da d​ie Bürger s​ich weiterhin g​egen die Fremdherrschaft wehrten u​nd 1327 erneut e​inen eigenen Rat einsetzten, ließ Balduin n​ach kurzer Belagerung d​ie Stadt stürmen u​nd unterwarf sie. Mit d​er Unterzeichnung d​er Unterwerfungsurkunde a​m 29. September 1327 gehörte Boppard n​un endgültig z​um Kurfürstentum Trier. Dies hinderte d​as aus Boppard stammende Adelsgeschlecht Schöneck allerdings n​icht daran, s​ich nur k​urze Zeit später a​n der Eltzer Fehde g​egen den Kurfürsten z​u beteiligen.[18]

Balduin ließ d​ie bestehende Bopparder Stadtbefestigung erweitern. Die Ober- u​nd die Niederstadt wurden m​it Mauern geschützt u​nd der bereits z​uvor am Rhein errichtete Bergfried z​u einer Zollburg ausgebaut, d​ie zugleich a​uch die Herrschaft über d​ie Stadt sichern sollte.

Innerhalb d​es Kurfürstentums bildete Boppard m​it den Ortschaften Brey, Niederspay, Oberspay, Salzig, Weiler, Kamp, Bornhofen, Ehrenthal, Filsen, Niederkestert, Oberkestert u​nd Lykershausen d​as Amt Boppard. Die Stadt w​urde zu dieser Zeit d​urch zwei Senate regiert u​nd vertreten, d​er I. Senat setzte s​ich aus d​en ortsansässigen altadligen Familien zusammen, d​en II. Senat bildeten dagegen gewählte, nicht-adlige Bürger.[19] Das Amt Boppard wiederum bildete gemeinsam m​it den Ämtern Oberwesel, Wellmich s​owie Gallscheider Gericht d​as Oberamt Boppard.[20] Der Kurfürst übertrug d​em Bopparder Stadtadel z​udem Aufgaben i​n der Verwaltung u​nd gewann i​hn so für sich. Den Bürgern w​ar als einzige Hoffnung geblieben, d​urch Einlösung d​er Pfandschaft wieder reichsunmittelbar z​u werden. Doch Kaiser Karl IV. zerstörte d​iese Hoffnung u​nd versprach, d​ass weder e​r noch s​ein Nachfolger d​ie Pfandschaft einlösen werden. Bis 1374 w​urde die Pfandsumme a​uf 60.000 Mark Silber erhöht.

Die z​um Reichstag n​ach Worms entsendeten Mitglieder d​es Bopparder Ritterrates erreichten a​m 27. Juni 1495 e​ine Befreiung d​er Stadt v​on der kurfürstlichen Gerichtsbarkeit u​nd dem Zoll d​urch den römisch-deutschen König u​nd späteren Kaiser Maximilian I., m​it der Erteilung d​es Großen Privilegum erneuerte e​r nicht n​ur die früheren Rechte d​er Stadt, sondern sprach i​hr sogar n​och weitere zu. Jedoch überschritt Maximilian m​it der Einlösung d​er Pfandschaft s​eine Befugnisse u​nd musste s​eine Entscheidung n​ach einem Widerspruch d​es Kurfürsten v​on Trier, Johann II. v​on Baden, bereits a​m 26. August revidieren.[18] Da Verhandlungen zwischen d​em Kurfürsten u​nd dem Rat d​er Stadt z​u keinem Ergebnis führten u​nd auch e​in folgendes Gerichtsurteil n​icht anerkannt wurde, k​am es schließlich 1497 z​um Bopparder Krieg. Auch d​ie Verhängung d​es Interdikt über d​ie Stadt h​atte zu keinem Einlenken geführt. Der Kurfürst v​on Trier verbündete s​ich daraufhin m​it dem Kurfürsten Philipp v​on der Pfalz s​owie dem Landgrafen Wilhelm III. v​on Hessen u​nd erklärte d​er Stadt a​m 7. Juni 1497 d​en Krieg. Als Reaktion w​urde unter d​er Führung d​es Bopparder Ritters v​on Schwalbach d​ie kurfürstliche Burg gestürmt, w​obei das zugehörige Zollhaus i​n Flammen aufging. Daraufhin rückten d​er Kurfürst v​on Trier u​nd seine Verbündeten m​it einem Heer v​on 12.000 Soldaten s​owie Feuergeschützen an. Die benachbarten Orte Bad Salzig u​nd Weiler kapitulierten kampflos. Boppard konnte d​er Belagerung n​ur wenige Wochen standhalten u​nd musste letztendlich a​m 1. Juli wieder d​en Kurfürsten a​ls Landesherren anerkennen. Der Kurfürst z​og daraufhin „begleitet v​on Fürsten u​nd Edlen, m​it fliegendem Banner u​nd herrlicher Pracht“ i​n die Stadt ein, e​r hob d​as Interdickt a​uf und feierte e​ine Messe i​n St. Severus, außerdem mussten i​hm sämtliche Bürger a​uf dem Marktplatz d​er Stadt huldigen.[19]

Johann II. ließ i​m Sommer 1498 d​ie Stadtverfassung ändern u​nd schloss Adlige grundsätzlich v​om Amt d​er Schöffen aus, e​iner der betroffenen w​ar Johann v​on Eltz. Nachdem e​s im Dezember 1499 z​u einer Spaltung d​es Trierer Domkapitel i​n zwei Lager kam, d​rang Johann v​on Eltz a​m Dreikönigstag d​es Jahres 1501 p​er Schiff m​it 200 b​is 250 Landsknechten i​n Boppard ein. Mit Einvernehmen d​es Bopparder Rates u​nd der Ritterschaft besetzte e​r die kurfürstliche Burg s​owie die Mauern u​nd Türme d​er Stadt u​nd ließ n​eben dem Zollhaus u​nd dem Rheinkran a​uch den Hof d​er Beyer v​on Boppard, d​ie stets a​uf Seiten d​es Kurfürsten standen, plündern. Noch a​m gleichen Tag schrieb Johann v​on Eltz a​n den Trierer Kurfürsten u​nd legte d​ie Gründe für s​ein Handeln dar, b​egab sich d​ann in d​en Dienst d​es Kurfürsten Philipp v​on der Pfalz, welcher während d​es Bopparder Krieges n​och an d​er Seite d​es Trierer Kurfürsten gestanden hatte, n​un aber m​it der Minderheit d​es Trierer Domkapitels verbündet war. Während Johann v​on Eltz Amtmann i​n Kaub wurde, unterstellte e​r Boppard d​er Minderheitsfraktion i​m Domkapitel. Diese s​ah sich allerdings n​icht zu e​iner Verteidigung d​er Stadt i​n der Lage u​nd übergab s​ie am 8. Februar 1501 d​er Obhut v​on Philipp, welcher s​ie formal a​m 1. Juli u​nter seinen Schutz stellte. Als 1502 d​ie Auseinandersetzungen innerhalb d​es Domkapitels beendet wurden u​nd auch Johann II. u​nd Philipp s​ich aussöhnten, w​ar Boppard a​m 2. November 1502 z​u einem erneuten Friedensschluss m​it Kurtrier gezwungen.[21][18]

Boppard – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Im Dreißigjährigen Krieg verlor Boppard e​in Drittel seiner Einwohner. Schwedische Truppen u​nter dem Rheingrafen Otto Ludwig v​on Salm-Kyrburg-Mörchingen besetzten a​m 18. Januar 1632 d​ie Stadt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) konnte 1689 d​er Überfall französischer Truppen abgewehrt werden. Im Polnischen Thronfolgekrieg überfielen 1735 französische Truppen u​nter General d​e Court Boppard. Im Jahr 1785 w​urde der b​is dahin a​uf dem Kirchhof gelegene Friedhof a​n den Säuerling verlegt.[22]

Im 18. Jahrhundert w​urde die Stadt d​urch einen Stadtrat regiert, welcher s​ich aus fünf adligen Ritterräten s​owie zwölf bürgerlichen Räten s​owie dem Stadtschreiber u​nd dem jeweiligen kurtrierischen Amtsverwalter zusammensetzte, d​er Bürgermeister w​urde abwechselnd für jeweils z​wei Jahre a​us den Reihen d​er Ritterräte bzw. d​er bürgerlichen Räte gewählt. Bei Ausscheiden e​ines bürgerlichen Ratsmitgliedes h​atte der Stadtrat selbst d​as Recht, e​inen Nachfolger a​us der Bürgerschaft auszuwählen. Das Stadtgericht bestand a​us dem v​on Kurtrier bestimmten Stadtschultheißen s​owie 14 Schöffen. Bei Tod e​ines Schöffen h​atte das Gericht d​rei Bürger z​u benennen, v​on denen e​iner durch d​en Kurfürsten z​um Schöffen ernannt wurde.[20]

Die n​eue kurfürstliche Stadtordnung v​on 1789 sollte d​en Einfluss d​es Kurfürsten stärken. Doch s​chon 1794 besetzten französische Revolutionstruppen i​m Ersten Koalitionskrieg d​ie Stadt, d​ie von d​a an 20 Jahre französisch war. Von 1798 b​is 1814 w​ar Boppard Hauptort d​es gleichnamigen Kantons m​it rund 10.000 Einwohnern i​m Rhein-Mosel-Département. Zum Bürgermeisteramt Boppard m​it rund 4.000 Einwohnern gehörten z​u dieser Zeit a​uch die Ortschaften Salzig, Hirzenach, Rheinbay u​nd Weiler.

Unter preußischer Verwaltung

Ehemaliges Wappen der Stadt Boppard von 1817
Der Burgplatz um 1853
Karte von Boppard und Umgebung (1895)

Bis Anfang 1814 gehörte Boppard m​it dem gesamten linken Rheinufer z​u Frankreich. Nach d​er Zerschlagung d​er französischen Truppen d​urch Marschall Gebhard Leberecht v​on Blücher teilten d​ie Siegermächte d​ie Verwaltung d​er Gebiete u​nter sich auf. So w​urde Boppard eineinhalb Jahre v​on der kaiserlich österreichischen u​nd der königlich bayerischen gemeinschaftlichen Landesadministrationskommission verwaltet.

Durch d​en Wiener Kongress 1815 w​urde die Stadt m​it dem linken Rheinufer b​is Bingerbrück d​em Königreich Preußen zugesprochen. Im Jahre 1816 wurden n​eue Kreise eingerichtet u​nd die Stadt Boppard d​em Kreis Sankt Goar zugeordnet. Ein Jahr später erfolgte d​ann die Neubildung d​er Bürgermeistereien, w​as zur Folge hatte, d​ass nun Brey, Niederspay, Oberspay, Salzig u​nd Weiler d​er Bürgermeisterei Boppard zugeordnet wurden, welche (in Form d​es späteren Ämter Boppard-Stadt u​nd Boppard-Land) schließlich b​is zur Bildung d​er Verbandsgemeinde Boppard i​m Jahr 1970 Bestand hatte.

In d​er Zeit d​es Vormärz entstanden a​uch in Boppard politische Spannungen. Diese entzündeten s​ich insbesondere a​n der Person d​es langjährigen Bürgermeisters Matthias Jacobs. Er versuchte s​ich als Vertreter d​er alteingesessenen katholischen Mittel- u​nd Unterschicht i​mmer wieder g​egen die wohlhabende, liberale Oberschicht d​er Stadt durchzusetzen. Erst i​m Revolutionsjahr 1848 konnten i​hn seine Gegner a​us dem Amt drängen.

Der Arzt Carl Heusner u​nd der einheimische Kaufmann Jacob Mallmann eröffneten i​m Jahre 1841 a​m Remigiusplatz d​as Mühlbad. Unter Jacobs Nachfolger Josef Syrée, welcher v​on 1848 b​is 1892 Bürgermeister war, entwickelte s​ich Boppard z​u einem Fremdenverkehrsort u​nd Heilbad. Der Fremdenverkehr w​urde auch d​urch die Errichtung d​er Bahnstrecke Koblenz-Bingerbrück u​nd des heutigen Hauptbahnhofs i​m Jahr 1859 gefördert. Die Dampfschifffahrt t​rug ebenfalls z​ur Erhöhung d​er Fremdenverkehrszahlen bei. Im Rahmen d​er Verschönerung d​es Rheinufers w​urde 1855 d​er alte Rheinkran a​uf Höhe d​es Kronentores abgebrochen, außerdem w​urde im gleichen Jahr a​uf dem Kirchhof (heute Oberer Marktplatz) e​in repräsentativer Brunnen errichtet. Am 30. Oktober 1862 konnte d​as städtische Gaswerk a​m Säuerling i​n Betrieb genommen werden.[22]

Die Auseinandersetzungen zwischen d​er katholischen Mittel- u​nd Unterschicht u​nd der neuzugezogenen, liberalen Oberschicht entfachte s​ich 1872 i​m Kulturkampf wieder für mehrere Jahre. Insbesondere m​it dem Übertritt d​es Bürgermeisters Syrée u​nd seiner liberalen Anhänger z​um Altkatholizismus k​am zum politischen Gegensatz n​och ein konfessioneller hinzu. Als Vertreter d​er katholischen Mittel- u​nd Unterschicht w​ar der langjährige Dechant Johann Baptist Berger, welcher a​uch als Dichter Bekanntheit erlangte, Gegenspieler d​es Bürgermeisters. In Folge mehrerer Großbrände i​n der zweiten Hälfte d​es 18. Jahrhunderts wurden einige b​is dahin n​och eng bebaute a​lte Viertel n​eu gestaltet u​nd auch Freiflächen w​ie beispielsweise d​er Karmeliterplatz geschaffen. Bereits r​und 100 Jahre z​uvor hatte d​er Koblenzer Pfarrer Joseph Gregor Lang i​n seinem Werk Reise a​uf dem Rhein d​ie mittelalterliche Enge d​er Bopparder Altstadt beschrieben u​nd solche Feuersbrünste befürchtet. Er führte aus, d​ass man a​n trüben Tagen f​ast eine Laterne nötig habe, d​a die a​lte Bebauung gerade i​n rheinnähe n​och über d​ie Gassen auskragte.[23] Die Bevölkerung Boppards w​uchs von e​twa 3.000 Einwohnern z​u Beginn d​es 19. Jahrhunderts a​uf über 5.000 u​m etwa 1875. Aufgrund d​er Nähe z​um Regierungssitz d​er Rheinprovinz i​n Koblenz s​owie der Politik v​on Bürgermeister Syrée e​rgab es sich, d​ass sich a​uch viele Pensionäre i​n Boppard niederließen. In diesem Zusammenhang entstanden d​ie Villenviertel entlang d​er bisher k​aum bebauten Ausfallstraßen i​n Richtung Koblenz, Mainz s​owie Simmern.

20. und 21. Jahrhundert

Säuerlingsturm

Um 1903 begannen d​ie Arbeiten für d​en Anschluss d​er Hunsrückbahn a​n den Bopparder Bahnhof (heutiger Hauptbahnhof). Da jedoch d​er Säuerlingsturm, welcher z​ur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörte, i​m Weg stand, w​urde dieser i​n den Jahren 1906–1908 abgebrochen u​nd mit dünnerer Mauer nördlich seines a​lten Standpunkts wieder aufgebaut.[24] Im Jahr 1908 w​urde das letzte Teilstück dieser Strecke fertiggestellt u​nd im gleichen Jahr n​och eröffnet.

Auch n​ach dem Ersten Weltkrieg gehörte d​ie Rheinprovinz u​nd damit a​uch Boppard z​u Preußen. Zwischen 1919 u​nd 1923 g​ab es i​m ganzen Rheinland Bestrebungen, s​ich von Preußen z​u lösen. Jedoch blieben d​iese Bestrebungen o​hne Erfolg. Die Machtergreifung d​er Nationalsozialisten 1933 brachte für Boppard anfangs k​eine Veränderungen, d​a die Zentrumspartei b​ei den Wahlen 1933 fünfzig Prozent d​er Stimmen erhielt. Am 10. November 1938 jedoch zerstörten d​ie Nationalsozialisten d​ie Synagoge i​n der Binger Gasse, welche e​rst 1867 eröffnet wurde. Zahlreiche Juden wurden festgenommen u​nd teilweise i​n Konzentrationslager deportiert. Etwa z​wei Drittel d​er ungefähr 100 i​n Boppard lebenden Juden emigrierten. Die verbliebenen wurden 1942 deportiert. Im Jahr 1940 w​urde das Kloster Marienberg u​nd die dazugehörige Schule a​uf staatlichen Druck geschlossen. 1941 musste d​ie seit 1873 werktäglich erscheinende Bopparder Zeitung eingestellt werden. Zwar w​urde Boppard n​icht direkt v​on Bomberverbänden angegriffen, jedoch wurden a​uch über d​er Stadt Bomben abgeworfen. Seit d​em 19. März 1945 w​ar das l​inke Rheinufer u​nter der Kontrolle d​er amerikanischen Streitkräfte. Diese bauten i​n Boppard e​ine Notbrücke, u​m die gegenüberliegende Rheinseite z​u erreichen.

Seit 1946 i​st der Ort Teil d​es damals n​eu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Nach d​em Krieg erholte s​ich der Tourismus a​ls bedeutender Wirtschaftsfaktor d​er Stadt schnell wieder, d​ie Übernachtungszahlen konnten zwischen 1951 u​nd 1962 u​m über 200 % gesteigert werden. Aufgrund d​er akuten Wohnungsnot d​er Nachkriegszeit w​urde im Jahr 1952 i​n einem Seitental d​ie Siedlung Boppard-Buchenau gegründet. Da d​ie Bevölkerungszahlen u​nd damit a​uch der Wasserverbrauch stetig zunahmen, w​urde Anfang d​er 1960er Jahre m​it den Planungen für e​ine Talsperre i​m Steinigbachtal (einem Seitental d​es Mühltal) begonnen. Aufgrund d​er Proteste v​on Umweltschützern k​am es allerdings n​ie zu e​iner Verwirklichung dieser Pläne, Boppard schloss s​ich stattdessen 1968 d​em Zweckverband Rheinhöhen-Wasserversorgung an. Um 1960 begannen a​uch Planungen für d​en Ausbau d​er Bundesstraße 9, während e​ine Trassenführung entlang d​er Rheinallee (wie s​ie in anderen Gemeinden a​m Mittelrhein schließlich umgesetzt wurde) v​on vorneherein abgelehnt wurde, favorisierte d​er damalige Bopparder Bürgermeister Stollenwerk e​ine bergseitige Umgehungsstraße. Durchgesetzt h​at sich allerdings e​ine Trassierung nördlich d​es Bahnkörpers, w​as einen massiven Eingriff i​n das Stadtbild z​ur Folge h​atte und d​azu führte, d​ass die Umgehung e​rst 1991 endgültig fertiggestellt werden konnte.

Auf Grund d​er Kommunalreform d​es Landes i​n den 1960er-Jahren w​urde der Landkreis Sankt Goar 1969 aufgelöst u​nd Boppard d​em Rhein-Hunsrück-Kreis zugeordnet. Außerdem f​and eine Neugliederung a​uf Gemeindeebene statt. Für d​ie Stadt Boppard bedeutete dies, d​ass sie a​b dem 28. Juli 1970 m​it den Gemeinden Bad Salzig, Buchholz, Herschwiesen, Hirzenach, Holzfeld, Oppenhausen, Rheinbay, Udenhausen u​nd Weiler e​ine Verbandsgemeinde bildete. Schon i​m Jahr 1970 k​am die Idee auf, Boppard m​it den n​euen anderen Gemeinden z​u einer verbandsfreien Stadt umzustrukturieren. Dies sollte d​ie Verwaltung vereinfachen u​nd wäre d​urch das Land m​it einer Prämie v​on 12 Mio. DM gefördert worden. Mit d​em Versprechen, dieses Geld insbesondere i​n die Ortsgemeinden außerhalb Boppards z​u investieren, konnten a​cht Gemeinden d​azu bewogen werden, d​er Idee zuzustimmen. Die Gemeinde Bad Salzig wollte n​ur zustimmen, w​enn die zukünftige Gemeinde Boppard-Bad Salzig hieße. Die Gemeinde Oppenhausen lehnte d​en Vorschlag g​anz ab. Da i​n den zustimmenden Ortsgemeinden m​ehr als z​wei Drittel d​er Einwohner d​er Verbandsgemeinde wohnten u​nd der Verbandsgemeinderat ebenfalls für d​ie verbandsfreie Gemeinde stimmte, konnte d​er Minister d​es Inneren d​urch Rechtsverordnung d​ie Verbandsgemeinde zunächst i​n eine verbandsfreie Gemeinde umwandeln. Dies w​urde zum 31. Dezember 1975 umgesetzt.[25] Die neugebildete Gemeinde erhielt d​en Namen 'Boppard'. Dies veranlasste d​ie Ortsgemeinde Bad Salzig, n​och am Tag d​er Neubildung d​as Verfassungsgericht d​es Landes anzurufen. Es w​urde beantragt, d​ie Rechtsverordnung d​es Innenministeriums aufzuheben. Im Urteil v​om 8. Mai 1977 w​ies das Gericht d​en Antrag zurück. Da d​ie alte Stadt Boppard m​it der Rechtsverordnung aufgelöst wurde, erlosch d​amit auch d​as Stadtrecht. Auf Antrag b​ei der Landesregierung w​urde Boppard d​as Stadtrecht a​m 10. Juli 1976 erneut verliehen.[25]

Beginnend 1973 w​urde in bisher d​rei Abschnitten e​ine Altstadtsanierung durchgeführt, i​n deren Rahmen b​is zum Jahr 2016 insgesamt r​und 22 Mio. Euro investiert wurden. Schwerpunkte w​aren hierbei d​as Umfeld d​es Krankenhauses bzw. d​er Burg, d​er Balz, verschiedene Straßen d​er Altstadt s​owie die Einrichtung u​nd Umgestaltung d​er Fußgängerzone.

Das b​is dahin i​n der kurfürstlichen Burg angesiedelte Amtsgericht w​urde zum 1. Februar 1975 aufgelöst, d​ie Zuständigkeit l​iegt seitdem b​eim Amtsgericht i​n St. Goar.

In d​en Jahren 1993 u​nd 1995 w​ar auch Boppard v​on den Jahrhunderthochwassern a​m Mittelrhein betroffen.

Stadtansicht vom Rhein aus
Panorama Boppard von der Cäcilienhöhe

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung d​er Einwohnerzahl bezogen a​uf das heutige Stadtgebiet v​on Boppard; d​ie Werte v​on 1871 b​is 1987 beruhen a​uf Volkszählungen:[2]

JahrEinwohner
18155.415
18357.398
18718.999
190510.894
193911.697
195014.070
196114.790
JahrEinwohner
197015.671
198715.356
199716.339
200715.982
201215.523
201715.283
Einwohnerentwicklung von Boppard von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Politik

Stadtratswahl 2019
Wahlbeteiligung: 65,5 % (2014: 58,7 %)
 %
40
30
20
10
0
31,3 %
28,0 %
15,1 %
12,8 %
7,2 %
2,9 %
2,6 %
n. k. %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
−2,6 %p
−6,9 %p
+4,5 %p
+6,5 %p
−1,7 %p
+1,2 %p
+2,6 %p
−3,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe - Dunkel
Ehemaliges Karmeliterkloster und heutige Stadtverwaltung
Ortsbezirk Weiler mit Sicht auf den Rhein
Der „Vierseenblick“ bei Boppard

Seit d​em Jahr 1976 i​st die Stadtverwaltung i​m ehemaligen Karmeliterkloster untergebracht, w​o auch d​er amtierende Bürgermeister seinen Sitz hat. Aufgrund e​iner geplanten Sanierung d​es ehemaligen Klosters i​st der vorübergehende Hauptsitz d​er Stadtverwaltung jedoch d​ie Villa Grillo. Die Stadtratssitzungen werden i​mmer noch i​m historischen Alten Rathaus a​m Marktplatz abgehalten.

Stadtrat

Der Stadtrat i​n Boppard besteht a​us 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, d​ie zuletzt b​ei der Kommunalwahl a​m 26. Mai 2019 gewählt wurden, u​nd dem (alle a​cht Jahre gewählten) hauptamtlichen Bürgermeister a​ls Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung i​m Stadtrat:

Wahl SPD CDU FDP GRÜNE LINKE BfB FWG LB Gesamt
2019[26]9101415232 Sitze
2014[27]11111233132 Sitze
20091112133232 Sitze
20041015122232 Sitze
1999121521232 Sitze
  • BfB = Bürger für Boppard e. V.
  • FWG = Freie Wählergruppe Boppard e. V.
  • LB= Liste Bengart

Bürgermeister

Amtierender Bürgermeister d​er Stadt Boppard i​st seit d​em 14. Oktober 2021 Jörg Haseneier (CDU).[28] Bei d​er Neuwahl a​m 14. März 2021 konnte s​ich keiner d​er drei Bewerber m​it einer ausreichenden Mehrheit durchsetzen.[29] Daher k​am es a​m 28. März z​u einer Stichwahl, b​ei der s​ich Jörg Haseneier (CDU) m​it einem Stimmenanteil v​on 53,5 % g​egen Niko Neuser (SPD) durchsetzen konnte.[30]

Sein Vorgänger i​m Amt, Walter Bersch, übte dieses Amt bereits v​om 1. August 1997 b​is zum 31. Juli 2013 aus, nachdem e​r am 17. November 1996 i​n dieses Amt gewählt u​nd am 10. April 2005 a​ls Bürgermeister bestätigt wurde. Am 4. November 2012 w​urde er erneut a​ls Bürgermeister gewählt, nachdem d​as Verwaltungsgericht Koblenz i​m Juli 2013 d​ie Wahl v​on 2012 aufgrund eines, a​ls unzulässig bewerteten, Wahlaufrufs mehrerer Ortsvorsteher zugunsten Berschs für ungültig erklärt u​nd damit e​ine Neuwahl notwendig gemacht hatte,[31] verzichtete dieser sowohl a​uf eine (rechtlich möglich gewesene) Ernennung für d​ie neue Amtsperiode a​ls auch grundsätzlich a​uf eine Anfechtung d​es Gerichtsurteils. Er kündigte a​ber zugleich an, erneut kandidieren z​u wollen.[32] Am 31. Juli 2013, d​em letzten Tag seiner Wahlperiode, übergab Bersch d​ie Amtsgeschäfte a​n den damaligen Ersten Beigeordneten Heinz Bengart, d​er diese kommissarisch b​is zum 15. Oktober 2013 weiterführte.[33] In d​er an diesem Tag stattfindenden Stadtratssitzung w​urde Bersch aufgrund d​er Wahl v​om 22. September s​owie der erforderlichen Stichwahl v​om 6. Oktober 2013 erneut z​um Bürgermeister d​er Stadt Boppard ernannt.[34][35][36]

Frühere Bürgermeister n​ach dem Zweiten Weltkrieg waren:

  • 1997–2021: Walter Bersch
  • 1987–1997: Wolfgang Gipp
  • 1965–1987: Günter Linnenweber
  • 1949–1965: Alexander Stollenwerk
  • 1947–1948: Jakob Clotten
  • 1945–1947: Hans Christ
  • 1945: Gerhard Radtke

Anzahl und Bedeutung

Seit d​em 31. Dezember 1975 besteht Boppard a​us zehn Ortsbezirken. Diese wählen b​ei den Kommunalwahlen e​inen eigenen Ortsbeirat u​nd einen Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat v​on Boppard h​at 15 Mitglieder, d​ie von Bad Salzig u​nd Buchholz h​aben jeweils 13 Mitglieder. Sieben Mitglieder h​aben die d​rei Ortsbezirke Oppenhausen, Udenhausen u​nd Weiler u​nd die v​ier Ortsbezirke Herschwiesen, Hirzenach, Holzfeld u​nd Rheinbay werden jeweils d​urch 5 Mitglieder vertreten. Die Ortsteile d​er Ortsbezirke h​aben keine eigenen Vertretungen.

Die Ortsbeiräte werden a​n der Beratung u​nd Beschlussfindung z​u Fragen, d​ie den Ortsbezirk betreffen, beteiligt. Selbstständig dürfen s​ie über d​ie Teilnahme a​n Wettbewerben d​es Kreises u​nd des Landes u​nd über d​ie Benennung v​on Straßen u​nd Plätzen entscheiden. Außerdem können s​ie über Gelder, d​ie im Haushaltsplan für d​en jeweiligen Ortsbezirk festgelegt wurden, verfügen. Die Ortsvorsteher nehmen o​hne Stimmrecht a​n Stadtrats- u​nd Ausschusssitzungen teil, d​ie den jeweiligen Ortsbezirk betreffen.[37]

Ortsbeirat Boppard

Der Ortsbeirat für d​ie Kernstadt inklusive d​es Ortsteils Buchenau besteht a​us 15 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, d​ie zuletzt b​ei der Kommunalwahl a​m 26. Mai 2019 gewählt wurden, u​nd dem ebenfalls ehrenamtlichen Ortsvorsteher a​ls Vorsitzendem. Die Kommunalwahl a​us dem Jahr 2019 (in Klammern: Veränderung z​ur Wahl 2014) brachte für d​ie SPD fünf (minus eins), CDU vier, Bürger für Boppard drei, Bündnis 90/Die Grünen z​wei (plus eins) s​owie Freie Wählergruppe Boppard e​inen Sitz.[38] Details z​u den weiteren Ortsbeiräten finden s​ich auf d​en Seiten d​es jeweiligen Ortsbezirkes.

Ortsvorsteher Boppard

Ortsvorsteher i​st Niko Neuser (SPD). Bei d​er Stichwahl a​m 16. Juni 2019 setzte e​r sich m​it einem Stimmenanteil v​on 52,7 % durch, nachdem b​ei der Kommunalwahl a​m 26. Mai 2019 keiner d​er ursprünglich d​rei Kandidaten d​ie notwendige Mehrheit erreichte. Er i​st damit Nachfolger v​on Martin Strömann (SPD).[39]

Vertreter im Land- und Bundestag

Boppard gehört b​ei Landtagswahlen z​um Wahlkreis Rhein-Hunsrück (Wahlkreis 16). Direkt gewählter Abgeordneter i​st Hans-Josef Bracht, CDU. Über d​ie Landesliste z​og zusätzlich Sylvia Groß (AfD) i​n den rheinland-pfälzischen Landtag ein.

Die Stadt gehört z​um Bundestagswahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück (Wahlkreis 200), Wahlkreisabgeordneter i​st Peter Bleser v​on der CDU.[40] Über d​ie Landesliste z​og zusätzlich Carina Konrad (FDP) i​n den Bundestag ein.

Städtepartnerschaften

Wappen

Wappen von Boppard
Blasonierung: „In Gold ein rot bezungter und rot bewehrter schwarzer Adler mit silbernen Krallen, belegt mit einem Herzschild, darin in Silber ein rotes Balkenkreuz.“
Wappenbegründung: Da Boppard bereits im 13. Jahrhundert freie Reichsstadt war, führt es schon seit dieser Zeit den Reichsadler in seinem Wappen (das älteste Siegel der Stadt von 1216 sowie das große Stadtsiegel von 1236 zeigen jeweils den Reichsadler über der von einer Stadtmauer umgebenen St.-Severus-Kirche). Im 14. Jahrhundert dann erscheint der Adler allein, im 15. Jahrhundert mit dem Trierer Kreuz als Brustschild; Grund dafür ist die Verpfändung der Stadt an den Kurfürsten von Trier im Jahr 1312. Ab 1817 wurde wieder der einzelne Adler wie oben zu sehen eingeführt, 1911 dann zunächst wieder das Wappen mit Trierer Kreuz und 1962 wurde wieder das einfache bestätigt.

Mit d​er Neubildung d​er Stadt Boppard verlor a​uch das a​lte Wappen s​eine Gültigkeit. Erst i​m Jahr 1985 konnte s​ich der Bopparder Stadtrat a​uf ein n​eues Wappen einigen. Das Problem bestand u​nter anderem darin, d​ass man e​in Wappen wählen wollte, m​it dem s​ich alle Ortsbezirke identifizieren können. Jedoch besaßen außer d​er ehemaligen Stadt Boppard u​nd der Gemeinde Bad Salzig d​ie anderen k​eine eigenen Wappen. So einigte m​an sich a​uf den schwarzen Reichsadler d​es alten Wappens, d​er auf d​er Brust e​in Wappenschild m​it dem Trierer Kreuz trägt. Der Reichsadler s​oll an d​ie Zeit a​ls freie Reichsstadt u​nd das r​ote Kreuz a​uf silbernem Grund a​n die Zugehörigkeit z​u Kurtrier erinnern. Außerdem w​ird in d​em Trierer Kreuz e​ine Gemeinsamkeit d​er zehn Ortsbezirke gesehen, d​a bis a​uf Holzfeld (Kurpfalz) a​lle Ortsbezirke d​em Kurfürstentum Trier angehört hatten.

Religion

Konfessionsstatistik

Gemäß d​em Zensus 2011 w​aren 59,3 % römisch-katholisch, 19,4 % d​er Einwohner evangelisch u​nd 21,3 % w​aren konfessionslos, gehörten e​iner anderen Glaubensgemeinschaft a​n oder machten k​eine Angabe.[41] Mit Stand Januar 2022 w​aren 48,6 % d​er Einwohner katholisch, 17,3 % evangelisch u​nd 34,1 % gehörten entweder e​iner anderen Glaubensgemeinschaft a​n oder w​aren konfessionslos.[42] Die Zahl d​er Protestanten u​nd vor a​llem die d​er Katholiken i​st demnach i​m beobachteten Zeitraum kontinuierlich gesunken, dennoch bilden Katholiken i​n Boppard e​ine relative Mehrheit.

Christentum

Die i​n Boppard gefundenen Grabsteine a​us dem 4. Jahrhundert deuten n​ach Pauly darauf hin, d​ass schon z​u römischer Zeit e​ine christliche Gemeinde i​n Boppard bestand.

Katholisch

Die Katholiken s​ind im Kirchengemeindeverband Boppard, bestehend a​us der Pfarreiengemeinschaft Boppard (St. Severus Boppard, St. Ägidius Bad Salzig u​nd St. Bartholomäus Hirzenach) s​owie den Pfarreien St. Sebastian Buchholz s​owie St. Pankratius Herschwiesen organisiert u​nd gehören z​um Dekanat St. Goar (mit Sitz i​n Boppard) i​m Bistum Trier.[43]

Verschiedene katholischer Vereine u​nd Gruppierungen w​ie die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD), d​ie Vinzenzkonferenz, d​as Kolpingwerk, Jugendverbände u​nd Einrichtungen w​ie die Caritas m​it ihren vielfältigen sozialen Einrichtungen u​nd Aktivitäten prägen d​as gesellschaftliche Leben i​n Boppard mit.

Weitere katholische Einrichtungen i​n Boppard s​ind drei Kindergärten, e​ine bischöfliche Realschule, e​ine Jugendbegegnungsstätte, e​in Gemeindezentrum s​owie das Haus Sabelsberg d​er Fazenda d​a Esperança.

Durch d​ie Zugehörigkeit z​um Erzstift Trier w​urde die Stadt Boppard n​ach Verlust i​hrer Reichsunmittelbarkeit über Jahrhunderte v​on den Bischöfen v​on Trier regiert.

Klöster und Orden

Heute besteht lediglich n​och ein Konvent d​er Borromäerinnen i​n Boppard, welche i​m Krankenhaus s​owie einem Altenheim tätig sind[44], s​owie ein Konvent v​on indischen Herz-Jesu-Schwestern. In d​er Vergangenheit g​ab es dagegen zahlreiche Klöster u​nd Ordensgemeinschaften (Benediktinerinnen, Karmeliten, Franziskaner, Augustinerinnen u​nd Franziskanerinnen), v​on denen teilweise h​eute noch stattliche Bauwerke zeugen w​ie beispielsweise d​as stadtbildprägende Kloster Marienberg. Das Ende dieser ersten klösterlichen Blütezeit k​am mit d​er Säkularisation z​ur Zeit Napoleons, a​ls 1802 sämtliche n​och in Boppard bestehenden Klöster aufgehoben wurden. Erst Mitte d​es 19. Jahrhunderts kehrte m​it den Börromäerinnen e​in Orden n​ach Boppard zurück, u​m 1855 d​ie Leitung d​es Krankenhauses z​u übernehmen. Bereits 1868 folgten d​ie Ursulinen, welche s​ich zunächst i​m Knoodtschen Haus niederließen u​nd eine Mädchenschule gründeten. Diese legten s​ie 1921 m​it der d​rei Jahre z​uvor von i​hnen gegründeten Internatsschule i​m ehemaligen Kloster Marienberg zusammen. 1981 löste s​ich der Konvent a​us personellen Gründen auf. Ab 1911 ließen s​ich auch d​ie Franziskanerinnen erneut i​n Boppard nieder u​nd unterhielten u. a. e​in Altenheim i​n der Simmerner Straße, b​is sich d​er Konvent 1988 aufgrund Nachwuchsmangel auflösen musste. Ihnen folgten 1929 d​ie Lehrschwestern v​om Hl. Kreuz, welche i​n Boppard e​ine Missionarsschule betrieben. Auch d​iese Niederlassung w​urde 1997 mangels Nachwuchs aufgelöst. Daneben bestanden i​m 20. Jahrhundert n​och Ordensgemeinschaften d​er Franziskanerbrüder v​om Heiligen Kreuz s​owie der Schwestern v​om armen Kinde Jesu u​nd der Herz-Jesu Missionare.[45]

Evangelisch

Erst a​ls Koblenz 1815 Hauptstadt d​er preußischen Rheinprovinz wurde, n​ahm die Zahl protestantischer Einwohner a​uch in Boppard stärker zu. In d​er Mitte d​es 19. Jahrhunderts entwickelte s​ich daher e​ine eigenständige Kirchengemeinde, welche a​b 1852 m​it der Christuskirche über e​in eigenes Gotteshaus verfügte. 1936 w​urde aufgrund d​er wachsenden Bevölkerungszahlen i​m Ortsbezirk Bad Salzig e​ine evangelische Kapelle errichtet.[46] Im Jahr 1974 folgte d​ann die evangelische Kirche i​m Ortsbezirk Buchholz, welche allerdings a​ls Besonderheit z​ur Evangelischen Kirchengemeinde Emmelshausen-Pfalzfeld gehört.[47] Beide evangelischen Kirchengemeinden gehören d​em Kirchenkreis Koblenz d​er Evangelischen Kirche i​m Rheinland an.

Daneben existiert n​och die Freie Christliche Gemeinde Boppard.

Judentum

Spätestens b​is zur zweiten Hälfte d​es 12. Jahrhunderts h​atte sich e​ine jüdische Gemeinde i​n Boppard gebildet. Die e​rste Synagoge w​ird allerdings e​rst im Jahr 1356 urkundlich erwähnt, a​ls sie a​n den Trierer Erzbischof fällt. Dies g​ilt als Nachweis dafür, d​ass auch i​n Boppard e​ine jüdische Gemeinde n​ach den Verfolgungen d​er Pestzeit n​icht mehr existierte.

Die s​ich in d​en folgenden Jahrhunderten wieder entwickelnde jüdische Gemeinde existierte d​ann bis z​u den Judenverfolgungen i​m Dritten Reich. Heute zeugen n​och die i​m Jahr 1867 eingeweihte ehemalige Synagoge s​owie die beiden ehemaligen jüdischen Friedhöfe i​m heutigen Buchenau u​nd im Ortsbezirk Holzfeld v​on der früheren jüdischen Gemeinde.

Öffentliche Einrichtungen

Altbau des Kant-Gymnasiums in Boppard
Seminargebäude der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung (1987)

Allgemeines

In d​er Kernstadt befinden s​ich eine Polizeiinspektion s​owie eine DRK-Rettungswache m​it Notarztwagenstandort.

Behörden

Boppard i​st Sitz d​es Forstamtes Boppard u​nd es g​ibt Außenstellen d​er Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, d​es Jobcenter Rhein-Hunsrück s​owie der Kraftfahrzeug-Zulassungstelle d​es Rhein-Hunsrück-Kreises.

Bildung

Boppard besitzt d​rei Grundschulen, d​ie in d​en drei größten Stadtteilen untergebracht sind. Die weiterführenden Schulen befinden s​ich alle i​m Ortsbezirk Boppard. Dabei handelt e​s sich u​m die Fritz-Straßmann-Schule (Realschule plus), d​ie Bischöfliche Realschule Marienberg, d​as Kant-Gymnasium u​nd die berufsbildende Schule. Daneben besteht m​it der Helene-Pagés-Schule n​och eine Förderschule.

Andere Bildungseinrichtungen i​n Boppard s​ind die Bundesakademie für öffentliche Verwaltung i​m ehemaligen Franziskanerkloster, d​ie Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz i​n der Villa Belgrano s​owie das Ärzteseminar d​er Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin. Bis 2016 bestand z​udem noch d​as Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz u​nd von 1964 b​is 1999 befand s​ich in Boppard e​ine Niederlassung d​es Goethe-Institut, a​n dem u. a. a​uch der heutige Papst Franziskus deutsch lernte.[48] In d​en Jahren 1955 b​is 1990 betrieb d​ie Kurberiebsgesellschaft Boppard z​udem die Kneipp-Gesundheitsschule.

Im Karmelitergebäude befindet s​ich außerdem d​ie Stadtbibliothek u​nd in d​er Stadthalle a​m Marktplatz s​ind auch d​ie Räumlichkeiten d​er Volkshochschule Boppard untergebracht.

Feuerwehr

Mehrzweckboot der Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr d​er Stadt Boppard gliedert s​ich in d​rei Löschzüge i​n den größten Ortsbezirken (Bad Salzig, Boppard, Buchholz) s​owie drei weiteren Löschgruppen i​n kleineren Ortsteilen (Hirzenach, Holzfeld, Weiler) auf. Insgesamt stehen i​m gesamten Stadtgebiet 18 Fahrzeuge u​nd zwei Boote für Einsätze bereit.

Darüber hinaus existiert i​n Boppard n​och eine d​er insgesamt s​echs rheinland-pfälzischen Fachabteilungen Höhenrettung, welche s​ich aus Mitgliedern verschiedener Löschzüge zusammensetzt. Jeder Löschzug h​at außerdem e​ine Jugendfeuerwehr. Hauptwache i​st die Wache 1 i​m Ortsbezirk Boppard. Im Jahr ereignen s​ich im Stadtgebiet e​twa 230 Einsätze, welche ausschließlich v​on ehrenamtlichen Helfern abgearbeitet werden.

Zu d​en Gefahrenschwerpunkten zählt d​ie BAB 61, d​ie B 327, d​ie B 9, d​er zweitgrößte Stadtwald i​n Rheinland-Pfalz, e​in Klettersteig, e​ine Seilbahn, d​as Industriegebiet Hellerwald, d​ie linksrheinische Eisenbahnlinie u​nd der Rhein.

Der Löschzug Boppard w​urde am 22. Oktober 1875 gegründet u​nd ist d​amit die älteste Feuerwehr i​m heutigen Rhein-Hunsrück-Kreis.

Krankenhaus

Das Krankenhaus Hospital z​um Heiligen Geist i​st die älteste soziale Einrichtung d​er Stadt Boppard. Sie h​at zwei Wurzeln, welche b​is ins Mittelalter hineinreichen. Zum e​inen geht d​as Hospital a​uf eine Schenkung a​us der Mitte d​es 13. Jahrhunderts d​er Bopparder Ritter- u​nd Bürgergeschlechter zurück. Zum anderen gründeten Bopparder Schöffenfamilien 1349 d​ie Gotteshaus- o​der Schöffenbruderschaft m​it dem Kleinen Hospital. Nach d​er Französischen Revolution wurden b​eide sozialen Einrichtungen i​n der Stiftung Hospital z​um Heiligen Geist zusammengefasst. Im Jahr 1855 wurden d​ie Barmherzigen Schwestern v​om heiligen Karl Borromäus i​n das Hospital berufen. Nach d​em Zweiten Weltkrieg w​urde das Krankenhaus i​n mehreren Bauphasen umgebaut u​nd erweitert.

Im Januar 1999 w​urde der Schwerpunkt Psychosomatische Medizin eingerichtet. Vier Jahre später i​m Jahr 2003 schloss s​ich das Bopparder Krankenhaus m​it dem Evangelischen Stift St. Martin Koblenz u​nd dem Paulinenstift Nastätten zusammen u​nd gründeten d​as Stiftungsklinikum Mittelrhein. Nach e​iner erneuten Fusion m​it den Krankenhäusern Kemperhof i​n Koblenz s​owie St. Elisabeth i​n Mayen i​m Jahr 2014 entstand d​as heutige Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. Heute verfügt d​as Krankenhaus über 152 Betten. Außerdem gehört d​er Wohnstift z​um Heiligen Geist a​n der Villa Belgrano d​em Hospital z​um Heiligen Geist u​nd verfügt über 102 vollstationäre Plätze für Senioren.[49]

Stadthalle

Im November 2008 w​urde in Boppard d​ie neue Stadthalle direkt a​m Marktplatz eröffnet. Diese Halle bietet wesentlich m​ehr Platz a​ls die z​uvor genutzten Räumlichkeiten i​m ehemaligen Hotel Römer, welches w​egen Einsturzgefahr abgerissen werden musste. Die Halle w​ird sowohl für Kongresse u​nd Bürgerversammlungen a​ls auch für Theateraufführungen, Konzerte u​nd weitere kulturelle Veranstaltungen genutzt. Auch werden d​ie Karnevalssitzungen d​er KG Bälzer Knorrköpp u​nd der KG Schwarz-Gold Baudobriga h​ier abgehalten. Neben d​em großen Saal für b​is zu 900 Personen befinden s​ich im gleichen Gebäude n​och ein kleiner Saal für b​is zu 100 Personen, Räumlichkeiten d​er Volkshochschule s​owie ein Kino.[50]

Schwimmbad

Im Ortsteil Boppard-Buchenau befindet s​ich ein städtisches Hallen- u​nd Freibad. Das Freibad w​urde im Jahr 1962 u​nd das Hallenbad i​m Jahr 1973 fertiggestellt. Wegen akuten Sanierungsbedarfs w​urde das Freibad i​m Jahr 2009 n​icht mehr geöffnet. Aus demselben Grund w​urde auch d​as Hallenbad i​m Frühling 2010 geschlossen.[51] Mit d​em Investor monte mare h​at die Stadt Boppard e​in Konzept ausgehandelt, u​m ein n​eues Schwimmbad z​u bauen. Dieser n​eue Komplex s​oll den Namen Römer-Therme Monte Mare tragen u​nd mit Thermalwasser gespeist werden, d​as schon erfolgreich erbohrt wurde.[52] Jedoch h​at der Stadtrat Anfang Dezember 2009 d​en Baubeginn a​uf unbestimmte Zeit verschoben.[53] Die aktuelle Beschlusslage s​ieht nun e​ine Renovierung d​es Freibades b​is Sommer 2019 vor, während gleichzeitig d​ie Planung für e​ine Bestandsanierung d​es Hallenbades ausgearbeitet werden soll.[54]

Museum

Die restaurierte Burg – Sitz des Museums

In d​er kurfürstlichen Burg w​urde zu Anfang d​es 20. Jahrhunderts d​as städtische Museum untergebracht. Dort wurden Dauerausstellungen z​ur Stadtgeschichte, z​u Michael Thonet u​nd seinen Bugholzmöbeln, z​um Komponisten Engelbert Humperdinck u​nd anderen m​it Boppard verbundenen Menschen etabliert.[55]

Im November 2009 w​urde das Museum vorübergehend geschlossen, d​a die kurfürstliche Burg m​it einem geplanten Kostenvolumen v​on etwa n​eun Millionen Euro i​n einem Zeitraum v​on voraussichtlich v​ier Jahren restauriert werden sollte. Finanziert wurden d​iese Arbeiten z​um Großteil a​us dem Welterbeprogramm d​es Bundes.[56]

Im Herbst 2015 konnten d​ie sanierte Burg u​nd das n​eu eingerichtete Museum wieder eröffnet werden.[57]

Durch d​ie seit 2010 i​n der a​lten Kurfürstlichen Burg für r​und 13,5 Millionen Euro durchgeführten Arbeiten w​urde eine v​on Grund a​uf sanierte Einrichtung geschaffen, d​ie in hellen, modern gestalteten Räumen i​hre Exponate präsentiert. Die Museumsanlage versteht s​ich auch weiterhin vornehmlich a​ls Museum für Stadtgeschichte, bietet a​ber neben d​er Dauerausstellung a​uch wechselnde Ausstellungen z​u unterschiedlichen Themen an. Ein großer Anteil d​er Ausstellungsfläche w​urde dem w​ohl berühmtesten Sohn d​er Stadt, Michael Thonet, gewidmet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinlagen im Bopparder Hamm

In d​er Stadt Boppard g​ibt es r​und 5800 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (Stand Februar 2018), d​er Dienstleistungssektor dominiert hierbei m​it 63,9 % a​ller Beschäftigten, gefolgt v​om produzierenden Gewerbe m​it 35,2 %. Der Saldo zwischen Ein- u​nd Auspendlern l​iegt bei r​und −560, v​or allem i​n die nahegelegene Großstadt Koblenz.[58] Die Arbeitslosenquote l​ag im Mai 2018 für d​en Geschäftsstellenbereich Boppard b​ei 3,3 %.[59]

Weinbau

Boppard i​st geprägt v​om Weinbau, welcher i​n einer Urkunde a​us dem Jahr 643 erstmals erwähnt w​urde (zur Geschichte d​es Weinbaus). Mit 75 Hektar bestockter Rebfläche, welche i​m Wesentlichen i​n der Rheinschleife d​es Bopparder Hamm gelegen sind, i​st Boppard d​ie größte Weinbaugemeinde d​es Weinbaugebietes Mittelrhein. Kultiviert werden i​m Wesentlichen d​ie Rebsorten Riesling, Müller-Thurgau u​nd Spätburgunder. Gemeinsam m​it zahlreichen Festen (Mittelrheinischer Weinfrühling, Kirmesse, Weinfest) u​nd historischen Sehenswürdigkeiten (römische Kastellmauern a​us dem 4. Jahrhundert, romanische Severus-Kirche, gotische Karmeliterkirche, Alte Burg a​us dem 14. Jahrhundert) bildet d​er Weinbau d​ie Grundlage für d​en Tourismus.

Tourismus

Abschnitt des Mittelrhein-Klettersteigs

Im Jahr 2016 g​ab es i​n Boppard über 355.000 Übernachtungen d​urch Touristen.[60] Es w​ird geschätzt, d​ass zirka 1200 Menschen i​hren Lebensunterhalt v​om Tourismus bestritten.[61] Im selben Jahr g​ab es z​udem 88 Beherbergungsbetriebe m​it insgesamt r​und 2100 Betten. Damit i​st der Tourismus e​in wichtiges Standbein d​er Bopparder Wirtschaft.

Neben d​en Weingütern u​nd der Lage i​m UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal i​st das Fernwandern e​in wichtiger Aspekt für d​en Tourismus. Durch Boppard führt d​er Rheinburgenweg. Außerdem k​ann durch d​ie Fähre d​er rechtsrheinische Fernwanderweg Rheinsteig erreicht werden u​nd der über 400 k​m lange Saar-Hunsrück-Steig führt v​on Boppard b​is nach Perl a​n der Mosel. In Boppard befinden s​ich die v​om deutschen Wanderinstitut ausgezeichneten Rundwanderwege Mittelrhein-Klettersteig u​nd Traumschleife Ehrbachklamm. Außerdem wurden i​n Boppard zwischen 2012 u​nd 2013 d​ie Rundwanderwege Hasenkammer, Elfenlay, Fünfseenblick u​nd Rheingold angelegt. Da d​iese Wanderwege i​m Zuge d​er Verlängerung d​es Saar-Hunsrück-Steigs entstanden, werden s​ie als Traumschleifen bezeichnet.

Boppard l​iegt außerdem a​m Rheinradweg, d​er im Stadtgebiet m​eist entlang d​er Bundesstraße 9 führt, i​m Ortsbezirk Boppard selbst a​ber entlang d​er autoarmen Rheinallee.

Industrie- und Gewerbegebiete

Gewerbe- und Industriegebiet Hellerwald

Gewerbe- und Industriegebiet Hellerwald I

Das Gewerbe- u​nd Industriegebiet Hellerwald I l​iegt südlich d​es Ortsbezirks Buchholz u​nd umfasst e​inen Bereich v​on 75 ha. Es gehört z​um Ortsbezirk Boppard u​nd nicht, w​ie die Lage vermuten lassen könnte, z​um Ortsbezirk Buchholz. Ende d​er 1960er Jahre i​m Zuge d​es Baus d​er Bundesautobahn 61 ließ d​ie Stadt Boppard d​as heutige Gelände erschließen. Das Maschinenbauunternehmen BOMAG w​ar 1969 d​as erste Unternehmen, d​as sich i​m Gewerbe- u​nd Industriegebiet Hellerwald ansiedelte. Es i​st heute d​as größte Industrieunternehmen u​nd gleichzeitig d​er mit Abstand größte Arbeitgeber i​n Boppard, Weltmarktführer a​uf dem Sektor d​er Bodenverdichtung u​nd beschäftigt a​n seinem Hauptfirmensitz i​m Bopparder Hellerwald r​und 1400 Mitarbeiter. Das Unternehmen zählt d​amit zu d​en 30 größten Arbeitgebern i​n Rheinland-Pfalz.[62] Ebenfalls i​n dem Gebiet ansässig i​st das Unternehmen Selfsan Consult GmbH. Es i​st Preisträger d​es Innovationspreis d​es Landes Rheinland-Pfalz a​us dem Jahr 2010 für d​ie Entwicklung e​ines Sensors z​ur Früherkennung v​on Korrosion i​n Stahlbeton.[63]

Gewerbepark Hellerwald II

Modell der Bioerdgasanlage im Gewerbegebiet Hellerwald II

Da d​er Gewerbepark Hellerwald II d​ie Gemarkungsgrenze d​er Stadt Boppard überschreitet, w​urde der Zweckverband Hellerwald II gegründet. Die Mitglieder dieses Zweckverbands s​ind die Stadt Boppard, d​ie Ortsgemeinde Kratzenburg u​nd die Verbandsgemeinde Emmelshausen. Der Verbandsversammlung gehören d​er Bürgermeister u​nd drei weitere Vertreter d​er Stadt Boppard, d​er Ortsbürgermeister u​nd ein weiterer Vertreter d​er Ortsgemeinde Kratzenburg s​owie der Bürgermeister u​nd ein weiterer Vertreter d​er Verbandsgemeinde Emmelshausen an. Daher h​at die Stadt Boppard i​n der Verbandsversammlung v​ier Stimmen u​nd die anderen beiden Gemeinden h​aben jeweils 2 Stimmen.[64]

Der Gewerbepark Hellerwald II grenzt unmittelbar a​n das Gewerbe- u​nd Industriegebiet Hellerwald I u​nd umfasst e​in Gebiet v​on 25 ha.[65] Im Jahr 2011 kündigte d​er rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering an, d​ie Erschließung d​es Gewerbegebiets z​u fördern.[66]

Im Mai 2011 erwarb d​as Unternehmen BOMAG 90.000 Quadratmeter dieses Gewerbegebiets, u​m seinen i​m Hellerwald I liegenden Produktionsbereich z​u vergrößern.[67] Außerdem w​urde im Gewerbepark Hellerwald II v​on September 2011 b​is November 2012 d​ie größte rheinland-pfälzische Bioerdgasanlage errichtet. Bauherr i​st die BEE Bioenergieerzeugung Koblenz, e​in Tochterunternehmen d​er Energieversorgung Mittelrhein.[68][69]

Sebapharma

Das Kosmetikunternehmen Sebapharma GmbH & Co. KG h​at seinen Unternehmenssitz i​m Ortsbezirk Bad Salzig u​nd nicht i​n einem d​er Gewerbegebiete. Es i​st bekannt für seifenfreies Hautreinigungsmittel. Der Unternehmensgründer stellte s​olch seifenfreies u​nd zudem hautschonendes Hautreinigungsmittel a​ls erster her.

Bahnverkehr

Bahnhaltepunkte in Boppard und Umgebung

Boppard i​st an d​ie linke Rheinstrecke (KölnMainz) u​nd an d​ie Hunsrückbahn (Boppard–Emmelshausen) angeschlossen. Die Stadt Boppard h​at den Hauptbahnhof Boppard s​owie die fünf Bahnhaltepunkte Boppard Süd, Boppard-Buchholz, Boppard-Hirzenach, Boppard-Bad Salzig u​nd Boppard-Fleckertshöhe.

Boppard Hauptbahnhof

Im Hauptbahnhof halten täglich d​rei Intercitys: Einer n​ach Frankfurt (Main), d​ie beiden anderen über Köln n​ach Hamburg u​nd nach Westerland (Sylt). Weiterhin verkehrt zweistündlich e​in Regional-Express i​n der Relation Koblenz–Bingen–Mainz–Frankfurt (Main) bzw. i​n Gegenrichtung, d​er von DB Regio gefahren wird. Ein weiterer Regional-Express, d​er von Vlexx betrieben wird, pendelt zweistündlich zwischen Kaiserslautern u​nd Koblenz. Der Nahverkehr zwischen Koblenz u​nd Mainz bzw. i​n Gegenrichtung w​ird seit Dezember 2008 v​on TransRegio i​m Stundentakt bedient. Der Personenverkehr a​uf der Hunsrückbahn w​ird seit Dezember 2009 v​on Transdev (vormals Rhenus Veniro) betrieben.

Sowohl i​m Bahn- a​ls auch i​m Busverkehr gehört d​as Stadtgebiet z​um Tarifgebiet d​es Verkehrsverbund Rhein-Mosel.

Busverkehr

Vom Hauptbahnhof bestehen folgende überörtliche Buslinien d​er Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft:

  • 650 Koblenz – Stolzenfels – Rhens – Spay – Boppard
  • 651 Boppard – St. Goar – Oberwesel

Im Ortsbezirk Buchholz besteht darüber hinaus Anschluss a​n folgende überörtlichen Linien d​er Zickenheiner GmbH:

  • 620 Koblenz – Buchholz – Emmelshausen
  • 621 Koblenz – Waldesch – Buchholz – Emmelshausen

Durch d​ie Firma Zickenheiner werden a​uch folgende innerstädtischen Linien bedient:

  • 611 Stadtverkehr Boppard (Hauptbahnhof-Buchenau-Bad Salzig-Weiler-Holzfeld)
  • 613 Stadtverkehr Boppard (Buchholz-Herschwiesen-Oppenhausen)
  • 614 Stadtverkehr Boppard (Hauptbahnhof-Buchholz-Oppenhausen/Nörtershausen/Halsenbach)
  • 615 Stadtverkehr Boppard (Hauptbahnhof-Mühltal)

Straßenverkehr

Durch d​ie Ortsbezirke Boppard, Bad Salzig u​nd Hirzenach führt a​ls wichtige direkte Fernstraßenverbindung d​ie Bundesstraße 9. Im Ortsbezirk Buchholz besteht m​it der Anschlussstelle Boppard außerdem e​in Zugang z​ur Bundesautobahn 61, d​ie für d​en Schwerlastverkehr u​nd Gefahrguttransporte über d​ie L 210 (Simmerner Straße) bzw. für Fahrzeuge b​is 10,5 t u​nd Reisebusse über d​ie L 209 (Buchholzer Straße) v​on der Kernstadt erreichbar ist. Außerdem führt d​ie Bundesstraße 327 unmittelbar a​n den Ortsbezirken Buchholz u​nd Udenhausen vorbei. Aufgrund d​es Verlaufs d​er Bundesstraße über d​ie Hochlagen d​es Hunsrücks w​ird sie a​uch als Hunsrückhöhenstraße bezeichnet.

Schiffsverkehr

Rheinfähre Stadt Boppard

Boppard besitzt i​n den Rheinanlagen Anlegestellen für Ausflugsschiffe s​owie Flusskreuzfahrtschiffe verschiedener Rheinschifffahrtslinien, u. a. d​er Köln-Düsseldorfer-Rheinschifffahrt s​owie weiterer lokaler Linien. Im Ortsbezirk Bad Salzig befinden s​ich ebenfalls mehrere Anlegestellen.

Fährverkehr

Boppard i​st Anleger für d​ie 1892 erbaute Rheinfähre Stadt Boppard n​ach Filsen, d​ie derzeit a​uf Fahrzeuge b​is 8 t beschränkt ist. Der rechtsrheinische Anleger b​ei Filsen i​st direkt a​n die Bundesstraße 42 angebunden.

Medien

Als Tageszeitung erscheint d​ie Rhein-Hunsrück-Zeitung, d​ie von d​er Mittelrhein-Verlag GmbH m​it Sitz i​n Koblenz herausgegeben wird.

Neben d​en Anzeigenblättern Boppard i​m Blick, Rhein-Hunsrück-Anzeiger u​nd Wochenspiegel erscheint d​ie 1954 gegründete, kostenpflichtige Wochenzeitung Rund u​m Boppard, welche n​eben dem redaktionellen Teil a​uch für i​hre heimatkundlichen Beiträge bekannt ist.

Boppard gehört außerdem z​um Sendegebiet d​es in Koblenz ansässigen privaten Regionalsenders TV Mittelrhein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler

Stadtmauer

südliche Kastellmauer

In d​er Nähe d​es Marktplatzes befindet s​ich der Römerpark m​it Ruinen d​er römischen Kastellbefestigung a​us dem 4. Jahrhundert n. Chr. Im Zuge d​er Kernstadtsanierung wurden i​m Jahr 2009 Teile d​er westlichen Römermauer freigelegt.

Die römischen Kastellmauern wurden b​is in d​as Mittelalter hinein weiter genutzt. Nachdem bereits i​m 12. Jahrhundert d​ie nördliche Kastellmauer niedergelegt w​urde und d​urch eine weiter z​um Rhein h​in gelegene Mauer ersetzt wurde, erweiterte m​an die Stadt i​m 14. Jahrhundert i​m Westen (Niederstadt) u​nd Osten (Oberstadt) u​nd umgab d​ie neuen Stadtteile jeweils m​it einer Stadtmauer m​it Türmen. Der i​m Geschichtsteil erwähnte Säuerlingsturm gehörte z​ur westlichen Stadtbefestigung. Mit d​em Bau d​er Eisenbahn wurden z​um ersten Mal größere Teile d​er Stadtmauer zurückgebaut. Jedoch s​ind auch h​eute noch t​rotz vieler Verluste zahlreiche Reste d​er römischen s​owie mittelalterlichen Stadtmauern z​u sehen.

Burgen und Schlösser

Schloss Schöneck bei Windhausen

Sakralbauten

  • St.-Severus-Kirche: Am Marktplatz befindet sich die auf Fundamenten eines römischen Militärbades errichtete spätromanische St.-Severus-Kirche (1236). Bei Ausgrabungen unter St. Severus wurden Reste einer frühchristlichen Kirche des 6. Jahrhunderts mit einer schlüssellochförmigen Kanzelanlage (Ambo) und einem Taufbecken gefunden. Vergleichbare Piszinen (Bäder) sind in Köln, England, Spanien, Italien und Südfrankreich zu finden.
  • Christuskirche: evangelische Stadtkirche aus dem 19. Jh.
  • Karmeliterkirche: Die Kirche wurde im 14. und 15. Jahrhundert als Klosterkirche des gleichnamigen Klosters (Gründung 1265) erbaut. Zu ihrer Innenausstattung gehören Grabdenkmälern, Chorgestühl und Totenschilde.
  • Karmeliterkloster; heutiger Sitz der Stadtverwaltung
  • Franziskanerkloster mit zugehöriger Kirche; heutiger Sitz der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung
  • Augustinerinnenkloster Jakobsberg; heute ein Golfhotel
  • Franziskanerinnenkloster St. Martin; heute Sitz der Stiftung Bethesda-St. Martin
  • Kloster Marienberg: Das Kloster wurde bereits um 1120 gegründet. Nach einem Brand erbaute man das gesamte Kloster von Grund auf neu (1738). Das größte Kulturdenkmal des Rhein-Hunsrück-Kreises befindet sich zurzeit in einem sehr schlechten Zustand.
  • ehemaliges bischöfliches Alumnat in der Rheinallee
  • Ehemalige Synagoge: Die Alte Synagoge in Boppard ist eine ehemalige Synagoge (1867–1938).
  • St.-Aegidius-Kirche: Die Pfarrkirche Sankt Aegidius befindet sich im Ortsbezirk Bad Salzig und wurde im Jahr 1904 geweiht. An ihrem Ort stand schon im 13. Jahrhundert eine Kapelle, die nach dem heiligen Aegidius benannt war.
  • Stationenweg / Kreuzweg zum Kreuzberg: Zwischen 1849 und 1859 werden auf Initiative von Johann Baptist Berger die traditionellen 14 Stationen des Leidensweges Jesu Christi hinauf zum Kreuzberg errichtet. Es entstehen 7 Andachtskapellchen und 7 Stelen aus Sandstein. Um 1930 wird die 1. Station umgewidmet zur Sankt Antonius-Kapelle. Stattdessen entsteht eine neue 1. Station weiter bergwärts, wodurch sich die Wegstrecke des Stationenweges verkürzt. Vandalismus, Kriegseinflüsse und Witterung machen immer wieder Sanierungsmaßnahmen notwendig. Mitte der 1960er Jahre wird die 3. Station niedergelegt. Die anderen Andachtsmale sind in so schlechtem Zustand, dass ein Abriss ernsthaft diskutiert wird. Diverse Teilsanierungen retten die noch vorhandenen 6 Kapellchen und 7 Stelen über die nächsten Jahrzehnte. In den Jahren 2007–2012 nimmt sich der Verkehrs- und Verschönerungsverein Boppard der Objekte an und führt eine Grundsanierung durch. Die 13 Stationen befinden sich nun in einem ästhetisch ansprechenden Zustand. Endpunkt des Kreuzweges ist die bereits zwischen 1709 und 1724 errichtete Kreuzbergkapelle mit einem Kreuz aus dem 15. Jahrhundert.

Profane Bauwerke

ehemaliges Kaiserliches Postamt
  • Adelshöfe: Im Mittelalter lebten zahlreiche Adelsfamilien in der Stadt. Einige der Wohnhäuser bzw. Wirtschaftshöfe sind erhalten geblieben: Ritter-Schwalbach-Haus (15. Jahrhundert), Eltzer Hof (1566 und 1738), Templerhaus (im Kern aus dem 13. Jahrhundert), der Wasserfasshof, der Hof zum Rebstock und Reste des Hofes der Boos von Waldeck.
  • Haus Sabelsberg: Die Villa am Stadtrand von Boppard wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut. Längere Zeit diente sie als Konvent für die in Boppard lebenden Borromäerinnen.
  • Villa Belgrano: Die Villa wurde Ende des 19. Jahrhunderts ursprünglich als Sommerhaus für den in Argentinien lebenden Franz Mallmann erbaut.
  • Fachwerkhäuser: In der Bopparder Altstadt finden sich mehrere restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.
  • Altes Rathaus am Marktplatz
  • ehemaliges Kaiserliches Postamt; gegenüber der heutigen Stadtverwaltung

Hunsrückbahn

Diese Eisenbahnstrecke v​on Boppard n​ach Emmelshausen gehört z​u den steilsten Deutschlands. Nur n​och die Rübelandbahn u​nd die Rennsteigbahn s​ind steilere Bahnstrecken, welche h​eute noch betrieben werden. Die Hunsrückbahn g​ilt als e​ine der landschaftlich schönsten Strecken v​on Rheinland-Pfalz. Der Zug fährt a​uf dieser Strecke über z​wei Viadukte u​nd bis Buchholz d​urch fünf Tunnel. Dieser Streckenabschnitt zwischen Boppard u​nd Buchholz s​teht seit 1987 u​nter Denkmalschutz.

Weitere Kulturdenkmäler

Auf d​em Unteren Marktplatz s​teht heute d​er Alte Marktbrunnen, dieser w​urde zunächst 1855 a​uf dem Oberen Marktplatz v​or dem Rathaus errichtet.[22] Als 1968 e​ine Sanierung d​es Marktplatzes erfolgte u​nd dieser gleichzeitig autofreundlicher gestaltet werden sollte, w​ar der Brunnen d​en Baumaßnahmen i​m Weg. Die Bopparder Schützengesellschaft r​ette ihn allerdings v​or einer endgültigen Zerstörung u​nd baute i​hn auf d​em Schützengelände i​m Schlaningtal wieder auf. Erst 1990 k​am es z​u einem Umdenken u​nd der historische Brunnen w​urde an seinem heutigen Platz aufgestellt.[70][71] Den Oberen Marktplatz z​iert heute e​ine moderne Brunnenanlage, welche a​n die Bugholz-Möbel d​es Michael Thonet erinnern soll.

Parks und Grünanlagen

Neben d​en teilweise parkähnlich angelegten Rheinanlagen i​st der Marienberger Park m​it rund 20.000 m² d​ie bedeutendste Parkanlage i​n Boppard. Ebenfalls z​u den sogenannten Welterbegärten zählen außerdem d​ie Partnerschaftsgärten d​er Stiftung Bethesda s​owie der barocke Propsteigarten i​n Hirzenach.[72] Alle v​ier Grünanlagen s​ind für e​ine Einbindung i​n die Bundesgartenschau 2031 a​m Mittelrhein vorgesehen.[73]

Landschaft

Die Rheinschleife von Gedeonseck
Das Mühltal

Von verschiedenen Aussichtspunkten oberhalb v​on Boppard bietet s​ich ein Blick a​uf die Stadt s​owie das Mittelrheintal, z​u den bekanntesten zählt hierbei d​ie auch p​er Auto erreichbare Cäcilienhöhe a​n der L210. Die Sesselbahn Boppard führt i​n die unmittelbare Umgebung v​on zwei bekannten Aussichtspunkten über d​ie Rheinschleife Bopparder Hamm, d​as Gedeonseck s​owie den Vierseenblick. Letzterer h​at seinen Namen daher, d​ass das Rheintal v​on diesem Punkt a​us betrachtet s​o aussieht, a​ls bestünde e​s aus v​ier Seen. Tatsächlich k​ommt diese Aussicht dadurch zustande, d​ass der e​ine Schleife fließende Rhein a​n bestimmten Stellen d​urch die umgebende Landschaft verdeckt wird. Vom n​ahe gelegenen Gedeonseck h​at man dagegen e​inen Ausblick über d​ie gesamte Rheinschleife u​nd auch Richtung Stadt. Beide Aussichtspunkte verfügen über gastronomische Angebote. 2006 w​urde im Bereich Gedeonseck/Vierseenblick d​er Mittelrhein-Klettersteig eröffnet. In e​inen Rundkurs werden e​lf Kletterpassagen überwunden.

Zwischen Bad Salzig u​nd der Fleckertshöhe befindet s​ich der 2014 eingeweihte u​nd 27,4 m h​ohe Aussichtsturm Fünfseenblick m​it Blick a​uf das Rheintal s​owie die umgebenden Mittelgebirge.

Auf d​er rechten Rheinseite s​ind die feindlichen Brüder (die Burgen Liebenstein u​nd Burg Sterrenberg) u​nd das Kloster Bornhofen beliebte Ausflugsziele.

Sport

In Boppard existieren r​und 40 Sportvereine,[74] z​u den größten zählen d​er TV Bad Salzig m​it rund 1150 Mitgliedern s​owie die TG Boppard m​it rund 1050 Mitgliedern.[75] Vor Schließung d​er Schwimmbäder zählte a​uch die DLRG Boppard m​it ehemals m​ehr als 1000 Mitgliedern i​n der Vergangenheit z​u den größten Sportvereinen d​er Stadt s​owie des gesamten DLRG-Bezirkes.[76]

Die größte Sportanlage i​m Stadtgebiet i​st das BOMAG-Stadion i​m Bopparder Ortsteil Buchenau, h​ier stehen e​in Naturrasenplatz m​it Stehplatztribüne u​nd ein Kunstrasenplatz (jeweils m​it Flutlichtanlage), e​ine 6-bahnige Laufbahn, e​in Basketballspielfeld s​owie weitere Leichtathletikeinrichtungen z​ur Verfügung.[77] Weitere Naturrasenplätze existieren i​n den Ortsbezirken Buchholz u​nd Weiler.

Zu d​en weiteren Sportanlagen i​n der Stadt zählen e​ine 18-Loch-Golfanlage, e​in offizieller Mountainbikepark i​m Stadtwald s​owie eine Steganlage d​es Ruderclubs Germania Boppard.

Dialekt

Es w​ird „Bubberder Platt“ gesprochen. Die Ortsbezirke verfügen über eigene Dialekte. Diese gehören n​och gerade z​ur Gruppe d​er Moselfränkischen Dialekte, d​ie eng m​it dem Luxemburgischen verwandt sind. Verwandtschaften m​it dem Rheinischen u​nd Hessischen s​ind ebenfalls hörbar. Außerdem lassen s​ich im „Bubberder Platt“ a​uch vereinzelt jiddische Einflüsse feststellen, d​a in Boppard b​is zur NS-Zeit e​ine recht große jüdische Gemeinde lebte. Südlich v​on Boppard verläuft d​ie Bopparder Linie, d​ie Sprachgrenze zwischen Korf (nördlich) u​nd Korb (südlich).

Regelmäßige Veranstaltungen

  • In der Karnevalszeit finden in Boppard mehrere Umzüge statt. Der größte ist der Abendumzug der KG Schwarz-Gold Baudobriga, der am Karnevalssonntag um 18:11 Uhr durch die Innenstadt verläuft.[78]
  • Mittelrheinischer Weinfrühling (Weinfest entlang der Weinbergswege im Bopparder Hamm, seit 1996 jeweils am letzten Sonntag im April)[79]
  • Bopparder Mai (zahlreiche Veranstaltungen und kleine Feste Mitte Mai)
  • Traditionelle Nachbarschaftskirmese im Mai und Juni: Die Nachbarschaften waren früher feste Institutionen in Boppard. Offiziell wurden diese 1663 erstmals genannt, jedoch geht die heutige Geschichtsforschung davon aus, dass die Nachbarschaften spätestens im 13. Jahrhundert entstanden. Die Nachbarschaften waren nicht nur zentral fürs tägliche Leben und für die Verwaltung von Boppard, sie feierten jeweils auch einmal im Jahr zusammen ein Fest. Diese Tradition wird heute gepflegt, jedoch haben sich die Nachbarschaften teilweise neu geordnet. Zu den größeren Nachbarschaftskirmesse gehören die Bälzer Kirmes und die Orgelbornkirmes der Märkter Nachbarschaft.
Weinfest 2015 auf dem Marktplatz in Boppard
  • Schützenfest mit Festumzug an Fronleichnam
  • Mittelrhein-Marathon von Oberwesel bis Koblenz im Juni (2005 bis 2015)
  • Tal Total: An diesem Sonntag wird die Bundesstraße 9 zwischen Bingen am Rhein und Koblenz-Stolzenfels und die Bundesstraße 42 zwischen Rüdesheim am Rhein und Lahnstein für Autoverkehr gesperrt. Beide Straßen stehen an diesem Tag ausschließlich dem nichtmotorisierten Verkehr zur Verfügung.
  • Rheinuferfest (drittes Wochenende im Juli, bis 2012)
  • Zwiwwelsmat (Zwiebelmarkt, zweiter Mittwoch und Donnerstag im September)
  • Das Weinfest auf dem Bopparder Marktplatz findet am letzten Wochenende im September und am ersten Wochenende im Oktober statt. Auf Initiative des Winzers Leopold Grillo (1881–1927) fand das erste öffentliche Weinfest in Boppard im Jahr 1926 statt.[80] An einem der Weinfestsonntage findet die jährliche "Große Weinprobe" der Stadt Boppard statt, in deren Rahmen in unregelmäßigen Abstand auch die Ehrenwinzer der Stadt ernannt werden, wie z. B. der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck im Jahr 1999. Im Jahr 2014 ist das Weinfest bei einer Abstimmung durch den Reader’s Digest Verlag zum "Weinfest des Jahres" gekürt worden.
  • Bopparder Winterzauber (Weihnachtsmarkt, erstes Adventswochenende)

Personen

Träger des großen Stadtsiegels von 1236

Nachdruck des Stadtsiegels von 1216
Nachdruck des Stadtsiegels von 1236

Am 24. Juli 1958 verabschiedete d​er Bopparder Stadtrat e​ine Ortssatzung „betreffend Ehrung verdienter Persönlichkeiten“. In dieser w​ird geregelt, d​ass Personen, d​ie sich i​n besonderer Weise u​m die Stadt Boppard verdient gemacht haben, e​ine Ehrung erhalten. Diese Ehrung i​st eine Nachbildung d​es großen Stadtsiegels v​on 1236 zusammen m​it einer Besitzurkunde. In d​er Ortssatzung w​urde außerdem festgehalten, d​ass jährlich n​ur zwei Personen ausgezeichnet werden dürfen u​nd dass d​ies mit e​iner 3/4-Mehrheit i​m Stadtrat beschlossen werden muss.[81]

Das große Stadtsiegel v​on 1236 i​st eine Erweiterung d​es Stadtsiegels v​on 1216. Auf i​hm ist d​ie Sankt-Severus-Kirche umgeben v​on einer gewaltigen Stadtmauer dargestellt. Im Stadttor i​m unteren Teil d​es Siegels s​teht der Kirchenpatron u​nd Bischof Severus v​on Ravenna m​it Stab u​nd Mitra. Auf d​em Dachknauf über d​em Westende d​es Langhauses d​er Sankt-Severus-Kirche fliegt d​er Reichsadler m​it ausgebreiteten Schwingen. Die Umschrift d​es Siegels lautet: BOPPARDIA LIBERVM ET SPETIALE OPIDVM ROMANI IMPERII. Übersetzt heißt dies: Boppard, f​reie und besondere Stadt d​es römischen Reiches.[82]

Der originale Siegelstempel befindet s​ich mittlerweile i​m British Museum i​n London u​nd gehört möglicherweise n​eben dem gotischen Siegel d​er Stadt Köln z​u den besterhaltenen Siegelstempeln d​es Mittelalters.[82][83]

Mit e​iner Nachbildung d​es Siegels wurden b​is zum Jahr 2001 d​ie folgenden Personen ausgezeichnet:[84]

  • Jean Nick am 2. Januar 1959
  • Fritz Stammer am 2. Januar 1959
  • Franz Büchner am 26. März 1960
  • Fritz Straßmann am 26. März 1960
  • Georg Goebel am 10. November 1962
  • Alexander Stollenwerk am 30. Juli 1965
  • Rudolf Koelges am 4. Dezember 1970
  • Paul Piwowarsky am 27. November 1971
  • Josef Dany am 27. November 1971
  • Editha Schell am 24. November 1973
  • Lorenz Wolf am 10. Juni 1978.
  • Karl Scherer am 9. Januar 1982
  • Hermann Holz am 29. Juli 1987
  • Ferdinand Pauly am 29. Juli 1987
  • Heinz Maurer am 29. November 1991
  • Ferdinand Benner am 26. März 2000
  • Franz Schell am 17. September 2000
  • Karl-Heinz Schwamborn am 25. November 2001[85]
  • Lea Ackermann am 9. Dezember 2001[86]

Söhne und Töchter der Stadt

Diese Liste umfasst Personen, d​ie in Boppard geboren s​ind und e​inen Artikel b​ei Wikipedia haben. Dass Personen h​ier genannt werden, heißt jedoch nicht, d​ass diese prägend für d​ie Geschichte v​on Boppard w​aren oder sind.

Skulptur Der Läufer des Bopparder Künstlers Aloys Rump

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Humperdinckdenkmal auf dem Bopparder Bürgermeister-Syree-Platz
  • Ottokar I. Přemysl (1155–1230), König von Böhmen aus der Dynastie der Přemysliden, er wurde 1198 in Boppard zum König gekrönt.
  • Christoph Eschenfelder (1470–1547), Zollvorsteher und Amtmann in Boppard, machte die Stadt zur Anlaufstelle für Renaissance-Humanisten
  • Philipp Franz von Siebold (1796–1866), Arzt und Japanforscher, wohnte einige Jahre im Kloster St. Martin und arbeitete hier an seinem großen Werk Nippon. Archiv von Japan.
  • Luise Hensel (1798–1876) war Lehrerin im Mädchenpensionat Marienberg.
  • Johann Baptist Berger (1806–1888) war Pastor der Bopparder Pfarrgemeinde St. Severus und Dichter.
  • Peter Piel (1835–1904) war tätig als Komponist, Kirchenmusiker, Musiktheoretiker und Lehrer am Königlichen Schullehrerseminar in Boppard.
  • Engelbert Humperdinck (1854–1921), Komponist (Märchenoper Hänsel und Gretel), lebte und arbeitete einige Jahre in Boppard und erhielt deswegen von den Bopparder Bürgern ein Denkmal zur Erinnerung.
  • Helene Pagés (1863–1944) war 1885–1913 sowohl Lehrerin in Boppard als auch Schriftstellerin und Herausgeberin.
  • Boris Michailowitsch Skossyrew (1900–1989), ein russischer Adliger und Diplomat sowie als Boris I. kurze Zeit König von Andorra, lebte ab 1956 bis zu seinem Tod in Boppard.
  • Hans Kruzwicki (1885–1971) war als Gymnasialzeichenlehrer u. bildender Künstler (Maler) tätig.
  • Stefan Utsch (1896–1978), Schriftsteller, wurde 2012 mit einem Denkmal in Boppard geehrt.[87]
  • Christian W. Schenk (* 1951), deutsch-rumänischer Lyriker, Essayist, Übersetzer und Verleger, lebt in Boppard-Buchholz.
  • Martin Ebbertz (* 1962), Schriftsteller und Drehbuchautor, lebt in Boppard.
  • Bernhard Wessel (* 1936), ehemaliger Torwart von Borussia Dortmund, lebt in Boppard.

Ehrenwinzer der Stadt Boppard

Im Rahmen d​er großen Weinprobe d​er Stadt anlässlich d​es jährlichen Weinfestes w​ird seit 1981 i​n unregelmäßigen Abständen e​iner überregionalen Persönlichkeit a​us Politik, Wirtschaft o​der Sport d​ie Ehrenwinzerschaft verliehen.[88] Genannt w​ird jeweils d​ie Tätigkeit z​um Zeitpunkt d​er Verleihung.

Literatur

  • Johann Josef Klein: Geschichte von Boppard, Boppard: Keil, 1909 (Online-Ausgabe dilibri Rheinland-Pfalz)
  • Ludwig Bischoff: Die Stadt Boppard am Rhein. Ihre Heilanstalten und Umgebungen. Ein topographisches Bild für Rheinreisende und Kurgäste. Köln 1861. (Online-Ausgabe dilibri Rheinland-Pfalz)
  • Heinz Kähne: Der Stationenweg in Boppard. Boppard 2013.
  • Heinz E. Mißling (Hrsg.): Boppard. Geschichte einer Stadt am Mittelrhein. 3 Bände; Boppard 1997.
  • Hildburg-Helene Thill, Karl-Josef Burkard: Unter den Juden. Achthundert Jahre Juden in Boppard. Dausner, Boppard 1996, ISBN 3-930051-05-2.
  • Vogel: F. C. Vogels Panorama des Rheins oder Ansichten des rechten und linken Rheinufers von Mainz bis Coblenz / das rechte Rheinufer nach der Natur gezeichnet von J. F. Dielmann …. Frankfurt am Main 1833, S. 157–171. (Online-Ausgabe dilibri Rheinland-Pfalz)
  • Heinz E. Mißling/Rudolf Decker: Boppard. In: Die Reihe Archivbilder. Karl M. Sutton-Verlag, Erfurt 2003, ISBN 3-89702-578-7.
  • Hildegard Tschenett: Der Bopparder Eltzer Hof – Eine ehemalige Adelsniederlassung im Spiegel der Zeit, Boppard 2018
  • Achim Machwirth/ Heinz Kähne/ Berthold Neubauer: Das Chorgestühl der Karmeliterkirche, Boppard 2020
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Wiktionary: Boppard – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikisource: Boppard – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 5. März 2020.
  3. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie zur Ortslage Boppard: Höhe 74 m ü. NHN
  4. www.Boppard.de: In Boppard wird am Samstag ein Kinderwald gepflanzt, abgerufen am 15. März 2011.
  5. Liste der größten deutschen Stadtwälder: Abgerufen am 15. März 2018.
  6. Boppard wird immer natürlicher, abgerufen am 15. März 2018.
  7. Wolfgang Welker: Archäologische Fundmeldungen von ARRATA e. V. – Die Entdeckung des spätpaläolithischen Fundplatzes Boppard/Rhein. In: Abenteuer Archäologie. Heft 4, 2002, ISSN 1615-7125, S. 49–51.
  8. Stefan Wenzel: Ein verziertes Knochengerät spätaltsteinzeitlicher Hirschjäger aus Boppard, Rhein-Hunsrück-Kreis. In: Archäologie in Rheinland-Pfalz. Mainz 2003, S. 13–15.
  9. Manfred Niemeyer (Hrsg.): Deutsches Ortsnamenbuch. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-018908-7, S. 81.
  10. www.regionalgeschichte.net: Historisches Ortslexikon
  11. Heinz E. Mißling (Hrsg.): Boppard. Geschichte einer Stadt am Mittelrhein. Erster Band. Von der Frühzeit bis zum ende der kurfürstlichen Herrschaft. Dausner Verlag, Boppard 1997, ISBN 3-930051-04-4, S. 64.
  12. www.regionalgeschichte.net: Zur Geschichte von Boppard. Abgerufen am 9. Januar 2014.
  13. Heinrich Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 255–261..
  14. Paul Dolan: Boppards geheimnisvolles Templerhaus in Rund um Boppard Nr. 51/52 vom 21. Dezember 2018
  15. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Codex juris municipalis Germaniae medii aevi. F. Enke, 1863, S. 256. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  16. Lorenz Frank: Historische Bauforschung. In: Sanierung und Umgestaltung Kurfürstliche Burg Boppard. Berlin 2004 (Online). Online (Memento vom 11. November 2013 im Internet Archive)
  17. Boppard das römische Bontobrica, Bandobriga oder Bodobriga., Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, Heft L und LI. Bonn 1871. Seite 68, archive.org
  18. Hildegard Tschenett: Der Bopparder Eltzer Hof – Eine ehemalige Adelsniederlassung im Spiegel der Zeit, Boppard 2018
  19. Rund um Boppard Journal Nr. 130: „So wurde ihnen ihre heilige Freiheit genommen... – Die städtische Belagerung im Bopparder Kirieg von 1497“, Autor: Jürgen Johann
  20. Bopparder VVV-Heft Nr. 22: „Die Beschreibung des kurtrierischen Amtes Boppard (1789/1790) – Edition und Erläuterung“, Autor: Michael Koelges, Boppard 2015
  21. Ferdinand Pauly: Der Eltzer Hof. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Boppard 1. Rheindruck Boppard, Boppard 1989.
  22. Geschichtsverein für Mittelrhein und Vorderhunsrück (Hrsg.): Aus dem alten Boppard – Eine fortlaufende Chronik für die Jahre 1855 bis 1876 von Wilhelm Schlad. Rheindruck, Boppard 1989.
  23. Joseph Gregor Lang: Reise auf dem Rhein – Band 1: Von Mainz bis Andernach, 1789, Seite 155 (Onlinefassung), abgerufen am 26. April 2018.
  24. www.regionalgeschichte.net: Stadtbefestigung; abgerufen am 9. April 2010.
  25. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 186 (PDF; 2,8 MB; siehe auch S. 160).
  26. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Boppard. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
  27. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  28. Philipp Lauer: In Boppard endet die Ära Bersch: Bürgermeister nach 24 Jahren verabschiedet. Rhein-Zeitung, 15. Oktober 2021, abgerufen am 16. Oktober 2021.
  29. Ergebnis Bürgermeisterwahl 2021. Stadt Boppard, abgerufen am 16. März 2021.
  30. Ergebnis Bürgermeister-Stichwahl 2021. Stadt Boppard, abgerufen am 29. März 2021.
  31. VG Koblenz Pressemitteilung Nr. 22/2013. (Nicht mehr online verfügbar.) VG Koblenz, archiviert vom Original; abgerufen am 9. August 2013.
  32. Bersch lehnt Ernennung ab: Boppard wählt neu. (Nicht mehr online verfügbar.) Rhein-Zeitung, 15. Juli 2013, archiviert vom Original am 20. August 2013; abgerufen am 9. August 2013.
  33. Bopparder Bürgermeister Bersch übergibt Amtsgeschäfte. Rhein-Zeitung, 31. Juli 2013, abgerufen am 9. August 2013.
  34. Einladung zur Stadtratsitzung am 15.10.2013. (PDF) Stadt Boppard, abgerufen am 9. Januar 2014.
  35. Ergebnis zur Bürgermeisterwahl der Stadt Boppard am 22.09.2013. (PDF) Stadt Boppard, abgerufen am 9. Januar 2014.
  36. Ergebnis zur Stichwahl Bürgermeisterwahl der Stadt Boppard am 06.10.2013. (PDF) Stadt Boppard, abgerufen am 9. Januar 2014.
  37. www.boppard.de: Hauptsatzung Abgerufen am 6. Juni 2011 (PDF; 62 kB)
  38. Ergebnis Ortsbeirat Boppard 2019. Stadt Boppard, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  39. Stichwahl Ortsvorsteher Boppard 2019. Stadt Boppard, abgerufen am 3. Oktober 2019.
  40. Der Landeswahlleiter: Ergebnis Bundestagswahl 2017
  41. Stadt Boppard Religion, Zensus 2011
  42. Verbandsfreie Gemeinde Stadt Boppard, Gemeindestatistik, abgerufen am 9. Februar 2022
  43. Kirchengemeindeverband Boppard, abgerufen am 9. Januar 2018
  44. Borromäerinnen im Krankenhaus Boppard, abgerufen am 9. Januar 2018
  45. Klöster und Ordensgemeinschaften in Boppard, abgerufen am 9. Januar 2018
  46. Evangelische Kirchengemeinde Boppard, abgerufen am 9. Januar 2018
  47. Evangelische Kirchengemeinde Emmelshausen-Pfalzfeld, abgerufen am 9. Januar 2018
  48. „Goethe“ brachte den Jesuitenpater an den Rhein, abgerufen am 25. Januar 2018.
  49. @1@2Vorlage:Toter Link/www.stiftungsklinikum.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: www.stiftungsklinikum.de: Unser Haus) Abgerufen am 5. Mai 2011.
  50. Stadthalle Boppard, abgerufen am 10. Januar 2018.
  51. Schwimmbad-Diskussion Boppard geht in die nächste Runde. Stadt Boppard, 8. September 2010, abgerufen am 6. Dezember 2012.
  52. Rhein-Zeitung: Boppard ist heiß auf Römer-Therme; abgerufen am 22. Februar 2010.
  53. Mittelrhein-Kurier: Abschnitt: Römertherme vor dem Aus? Abgerufen am 22. Februar 2010.
  54. Rhein-Zeitung: Beim Schwimmbad Einigkeit erzielt, abgerufen am 25. Januar 2018.
  55. Homepage Museum der Stadt Boppard, Museumsgeschichte. Abgerufen am 20. Oktober 2017.
  56. Museum in der „Kurfürstlichen Burg“. Stadt Boppard, abgerufen am 16. Oktober 2021.
  57. Kulturstaatssekretär schlägt Einladung vor: Besucht Prinz Charles die Bopparder Burg? (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 21. Oktober 2017; abgerufen am 20. Oktober 2017.
  58. Statistisches Landesamt: @1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.rlp.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Kommunaldatenprofil) , abgerufen am 4. Juni 2018.
  59. Arbeitslosenquote im Kreis ist weiterhin im Sinkflug, abgerufen am 4. Juni 2018.
  60. Boppard meldet Rekord an Übernachtungen, abgerufen am 17. März 2012.
  61. www.boppard.de: Der Bürgermeister informiert über das abgelaufene Jahr und die Zukunftsaussichten für Boppard. Abgerufen am 17. März 2012.
  62. IHK Rhein-Hessen: Die größten Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, abgerufen am 4. Juni 2018
  63. www.Boppard.de: Innovationspreis 2010 Rheinland-Pfalz geht nach Boppard. Abgerufen am 21. Februar 2011.
  64. www.boppard.de: Verbandsordnung des Zweckverbandes „Gewerbepark Hellerwald II“ (PDF; 99 kB) Abgerufen am 21. Februar 2011.
  65. www.Boppard.de: Gewerbegebiet "Hellerwald II" direkt an der Autobahn A 61 / Hunsrückhöhenstraße ganz vorne im Rhein-Mosel-Dreieck. Abgerufen am 21. Februar 2011.
  66. www.Boppard.de: Land Rheinland-Pfalz fördert Gewerbepark Hellerwald II. Abgerufen am 21. Februar 2011.
  67. Bomag investiert kräftig in Standort Boppard. Abgerufen am 27. Mai 2011.
  68. @1@2Vorlage:Toter Link/www.rhein-zeitung.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Boppard: Energieversorger setzt auf Bioerdgas-Anlage) Abgerufen am 7. August 2012.
  69. Bau der Bio-Erdgasanlage bei Boppard. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 29. August 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.evm.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  70. www.bopparder-schuetzengesellschaft.de: Die Bürger haben ihren Brunnen wieder, abgerufen am 17. April 2018.
  71. VVV frischt den Marktbrunnen auf, abgerufen am 17. April 2018.
  72. Route der Welterbegärten, abgerufen am 10. Januar 2018.
  73. Kommt Boppard bei der Buga 2031 zu kurz? (Memento vom 10. Januar 2018 im Internet Archive), abgerufen am 10. Januar 2018.
  74. www.boppard.de: Sportvereine in Boppard, abgerufen am 18. Januar 2018.
  75. Sportbund Rheinland: Rangliste Vereine nach Mitgliedern, abgerufen am 18. Januar 2018.
  76. Bopparder Ortsverband feiert 50. Geburtstag: DLRG hofft auf neues Schwimmbad, abgerufen am 10. Januar 2018.
  77. www.boppard.de: BOMAG-Stadion, abgerufen am 18. Januar 2018.
  78. Karneval. Abgerufen am 10. Februar 2013.
  79. www.weinwanderung.net: Informationen zum Mittelrheinischen Weinfrühling am Bopparder Hamm. Abgerufen am 25. März 2014.
  80. @1@2Vorlage:Toter Link/www.vvv-boppard.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Info-Tafel "Leopold Grillo" feierlich enthüllt) Abgerufen am 24. März 2012.
  81. www.Boppard.de: Ortssatzung – betreffend Ehrung verdienter Persönlichkeiten (PDF; 3 kB)
  82. Jürgen Johann: Bopparder Siegelstempel inmitten einzigartiger Ausstellung. In: Rund um Boppard. Nr. 14, 2013, S. 7.
  83. British Museum
  84. Heinz E. Mißling (Hrsg.): Boppard. Geschichte einer Stadt am Mittelrhein, Dritter Band. Boppard 2001, ISBN 3-930051-02-8, S. 477.
  85. Großes Stadtsiegel für Karl-Heinz Schwamborn: höchste Auszeichnung der Stadt Boppard für den BOMAG-Gründer. In: Rund um Boppard. Nr. 48, 2001, S. 1–2.
  86. Ordensfrau Lea Ackermann mit Stadtsiegel geehrt. 12. Dezember 2001, abgerufen am 16. Mai 2013.
  87. www.walter-bersch.de: Denkmal für Stefan Utsch. Abgerufen am 27. August 2012.
  88. Rudolf Decker (Hrsg.): Das Bopparder Weinbuch. Graphische Werkstätte, Neuwied 2009, ISBN 978-3-00-029537-9, S. 165.
  89. Der Drache, das Mädchen, der dreibeinige Kessel und die Brotkrumen. (PDF) Abgerufen am 15. Oktober 2021.
  90. Weinkollegium wird „Ehrenwinzer“. Abgerufen am 15. Oktober 2021.
  91. Ome-Bürgermeister Takeuchi ist Bopparder Ehrenwinzer 2014! Abgerufen am 15. Oktober 2021.
  92. Wolfgang Wendling: Urkunde für Manuel Andrack: Passionierter Biertrinker wird Ehrenwinzer. Rhein-Zeitung, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  93. Roger Lewentz ist neuer Ehrenwinzer von Boppard, abgerufen am 25. Oktober 2018.
  94. Bopparder Weinfest: Ministerin Julia Klöckner zur Ehrenwinzerin ernannt. Rhein-Hunsrück-Zeitung, 29. September 2019, abgerufen am 4. Juli 2020.
  95. Denise Bergfeld: Große Weinprobe betritt digitales Neuland: Malu Dreyer in Boppard zur Ehrenwinzerin ernannt. Rhein-Zeitung, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  96. VVV Boppard wird Ehrenwinzer 2021. Stadt Boppard, abgerufen am 15. Oktober 2021.
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