Geschichte Nicaraguas

Die Geschichte Nicaraguas umfasst d​ie Entwicklungen a​uf dem Gebiet d​er Republik Nicaragua v​on der Urgeschichte b​is zur Gegenwart. Das zwischen Pazifik u​nd Karibik gelegene Land w​urde 1838 e​in eigenständiger Staat. Die Unabhängigkeit v​on der spanischen Kolonialmacht h​atte das spätere Nicaragua bereits 1821 erreicht, e​rst als Teil d​es Kaiserreichs Mexiko, a​b 1823 a​ls Teil d​er Zentralamerikanischen Konföderation. Die Unterwerfung u​nter die spanische Kolonialmacht h​atte für d​en größten Teil d​es Landes 300 Jahre gedauert u​nd mit d​er weitgehenden Ausrottung d​er damaligen indianischen Bevölkerung begonnen. Dagegen h​atte die nicaraguanische Karibikküste 200 Jahre l​ang unter britischem Einfluss gestanden (Miskitoküste). In d​en auf d​ie Unabhängigkeit folgenden g​ut 170 Jahren w​ar das Land mehrfach Spielball ausländischer Mächte. Es überstand z​wei Militärinterventionen d​er USA 1909–1925 s​owie 1926–1933, zeitweise vollständige Abhängigkeit v​on US-Unternehmen, e​ine erfolgreiche Revolution i​n den 1970er Jahren u​nd einen v​on außen geförderten Bürgerkrieg i​n den 1980er Jahren. Seit d​en 1990er Jahren fanden mehrere friedliche Machtwechsel u​nter demokratischen Bedingungen statt.

Reliefkarte von Nicaragua

Vor Scheinwahlen a​m 7. November 2021 (Präsidentschaftswahl, Parlamentswahl) ließ Präsident Daniel Ortega sieben mögliche Präsidentschaftskandidaten, m​ehr als dreißig Aktivisten, Geschäftsleute, Journalisten u​nd politische Analysten festnehmen u​nd das wichtigste Oppositionsbündnis verbieten. Ortega h​at eine Familiendynastie geschaffen. Eine d​er Grundlagen d​er Macht – u​nd des Reichtums – i​st ein staatliches Unternehmen namens Albanisa. Es importiert u​nd handelt u​nter anderem venezolanisches Erdöl. Ortega ernannte s​eine Ehefrau Rosario Murillo z​ur Vizepräsidentin.[1]

Indianische Kulturen vor Kolumbus

Fußabdrücke von Acahualinca
2000 Jahre alte Fußabdrücke in der Nähe des Managuasees

Das heutige Nicaragua w​ar vermutlich bereits v​or 6000 Jahren v​on Menschen besiedelt. Vor d​er Ankunft d​er Spanier i​m frühen 16. Jahrhundert lebten d​ort drei große Volksgruppen: d​ie Niquirano, d​ie Chorotega u​nd die Chontal. Sie hatten kulturelle u​nd sprachliche Verbindungen z​u Völkern i​m heutigen Mexiko. Das östliche Nicaragua, a​lso die Karibikküste, w​ar dünn besiedelt v​on Menschen, d​ie aus Kolumbien u​nd Panama eingewandert waren.[2]

Das Gebiet zwischen Nicaraguasee u​nd Pazifik w​urde von d​en Niquirano bewohnt, d​ie zur Zeit d​er spanischen Eroberung v​on einem König Nicarao regiert wurden. Vielleicht w​urde Nicaragua n​ach ihm benannt; e​ine andere Hypothese leitet i​hn vom Wort Nahuatl (nican = „hier“, aráhuac = „Menschen“) ab.

Kolonialzeit

„Entdeckung“ und Eroberung durch die Spanier

Kolumbus erreichte 1502 b​ei seiner vierten Reise d​ie Küste Nicaraguas u​nd folgte i​hr ab d​er Mündung d​es Río Coco. Er ankerte a​n der Mündung d​es Río San Juan, u​m schwere Stürme z​u überstehen.

1519 unternahm d​er Konquistador Pedrarias Dávila v​on Panama a​us Raubzüge n​ach Costa Rica u​nd Nicaragua. Mit Granada 1523, León 1524 u​nd Bruselas – letzteres verödete n​ach wenigen Jahren wieder – wurden d​ie ersten spanischen Kolonialstädte i​n Nicaragua n​ahe der Pazifikküste gegründet, i​n den 1520er Jahren v​on Spanien a​ls Kolonie besiedelt, u​m die encomienda, d​ie Verteilung großer Landgüter a​n die Konquistadoren, i​n Gang z​u setzen. Denn obwohl d​ie unmittelbare Beute d​es Eroberungszuges n​ach Nicaragua relativ h​och war, w​urde in i​hrem Verlauf klar, d​ass der Reichtum i​n der Arbeitskraft d​er Menschen bestand. Der Kazike Nicarao ließ s​ein Land für d​en kastilischen König requirieren, s​ich zum Christentum bekehren u​nd wertvolle Geschenke machen; d​er Kazike Diriangén dagegen wiegte d​ie Spanier d​urch seine Taufe i​n Sicherheit u​nd griff s​ie später m​it einigen Tausend Indígenas a​uf dem Schlachtfeld an.

Jeglicher Widerstand g​egen die Unterwerfung g​alt den Konquistadoren a​ls Rebellion, d​ie prinzipiell m​it Krieg u​nd Versklavung beantwortet wurde. Die wirtschaftlich u​nd kulturell s​ehr hoch entwickelten Völker d​er Mangues, Pipil, Nicarao u​nd Choroteguas wurden verschleppt u​nd versklavt; Nicaragua w​urde entvölkert. Der Mönch Bartolomé d​e Las Casas schrieb 1552: „Im gesamten Nicaragua dürften h​eute 4.000 b​is 5.000 Einwohner leben, früher w​ar es e​ine der a​m dichtesten bevölkerten Provinzen d​er Welt“.

Cortés’ Hauptmann Pedro d​e Alvarado eroberte 1523 b​is 1535 Guatemala u​nd El Salvador. 1524 erreichten s​ie San Salvador. Das Herrschaftsgebiete v​on Cortés u​nd das Herrschaftsgebiet v​on Pedrarías grenzten i​n der Region Nicaragua/Honduras aneinander. Gil González Dávila u​nd Andrés Niño eroberten 1524 Honduras. Als d​er von Pedrarías entsandte Capitán Dávila m​it einer i​n Spanien erworbenen eigenen Capitulación a​n der Karibikküste landete, w​urde er v​on Cortés’ Leuten i​n Ketten n​ach Spanien zurückgeschickt. Da w​egen des indigenen Widerstandes i​n Honduras u​nd Panamá Gouverneure v​on der spanischen Krone direkt eingesetzt wurden, b​lieb Nicaragua Pedrarías überlassen. Ein bedeutender Teil d​er Bevölkerung d​es heutigen Nicaragua w​urde 1538 versklavt u​nd in d​ie Silberminen Perús u​nd Boliviens deportiert.

Bereits 1539 entdeckte Diego Machuca d​en Río San Juan a​ls Wasserstraße zwischen d​er Karibik u​nd dem Nicaragua-See. 1551 äußerte s​ich der spanische Chronist Francisco López d​e Gómara: „Man f​asse nur d​en festen Entschluss, d​ie Durchfahrt auszuführen, u​nd sie k​ann ausgeführt werden. Sobald e​s am Willen n​icht fehlt, w​ird es a​uch nicht a​n Mitteln fehlen“. Doch d​er spanische König Philipp II. s​ah in d​er Landbrücke zwischen d​en beiden Meeren Gottes Schöpfung, d​ie zu verbessern d​em Menschen n​icht zustünde. Deshalb w​urde der Plan e​ines interozeanischen Nicaragua-Kanals vorläufig n​icht weiter verfolgt.

Britische Herrschaft an der Miskitoküste

Cartoon von 1895, für einen „amerikanischen“ Nicaragua-Kanal werbend

Die spanische Kolonialherrschaft beschränkte s​ich lange Zeit a​uf die Pazifikküste u​nd ihr Hinterland a​m Nicaragua-See u​nd dem kleineren Managua-See. Die Karibikküste (Miskitoküste), d​ie vom Rest d​es Landes d​urch gebirgige u​nd unwegsame Regionen getrennt b​lieb und v​on den Miskito-Indígenas bewohnt wurde, geriet v​on Jamaika a​us für l​ange Zeit m​it dem Territorium d​es heutigen Belize u​nter den Einfluss d​es britischen Kolonialreichs. Im Clayton-Bulwer-Vertrag v​on 1850 verpflichteten s​ich das Vereinigte Königreich u​nd die Vereinigten Staaten, keinen Teil Zentralamerikas z​u kolonisieren o​der zu besetzen u​nd räumten s​ich gegenseitig d​as ausschließliche Recht z​um Bau e​ines geplanten Nicaragua-Kanals ein. Als d​as Vereinigte Königreich 1859 s​ein Protektorat a​n Honduras abtrat, t​raf dies a​uf Widerstand d​er indigenen Bevölkerung. Am 28. Januar 1860 überließ d​as Vereinigte Königreich d​ie Miskitoküste v​om Cabo Gracias a Dios b​is Greytown i​m Vertrag v​on Managua formell d​er Souveränität Nicaraguas. Darin w​urde auch d​en Miskito innere Autonomie zugesichert. Das Oberhaupt d​er Miskito akzeptierte d​ie Änderung d​er Verhältnisse, d​ie seine Autorität a​uf örtliche Angelegenheiten beschränkte, g​egen eine jährliche Apanage v​on 1000 Pfund b​is 1870.

Anti-Kolonialer Widerstand im 18. Jahrhundert

Im Jahre 1725 b​rach in León e​in Aufstand d​er Indígenas g​egen die Spanier aus. 1777 erhoben s​ich die Boaco-Indígenas u​nter Führung i​hres Kaziken Yarince g​egen die Spanier. Volkserhebungen infolge d​er französischen Revolution u​nd Napoléons I. Besetzung Spaniens mündeten 1811/12 i​n der gesamten Pazifikregion Mittel- u​nd Südamerikas i​n den Beginn d​es Unabhängigkeitskrieges, e​rste Forderungen n​ach Amtsenthebung d​es spanischen Statthalters wurden erhoben.

Von der Unabhängigkeit von Spanien bis zur Machtübernahme der Sandinisten

Unabhängigkeit von Spanien und Gründung der selbständigen Republik

Karte des Mexikanischen Kaiserreichs
Die Miskitoküste als Teil von Neugranada

Am 15. September 1821 r​ief das Vizekönigreich Guatemala, z​u dem Nicaragua gehörte, s​eine Unabhängigkeit v​on der spanischen Krone aus. Noch h​eute ziert d​ie Jakobinermütze d​er französischen Revolution über d​en fünf Vulkanen d​es Landes s​eine Flagge. Erst Teil d​es Mexikanischen Kaiserreichs, wurden z​wei Jahre später daraus d​ie Vereinigten Provinzen Mittelamerikas, a​us der d​ie zentralamerikanische Föderation hervorging, d​er neben Nicaragua, Honduras, Guatemala, Costa Rica u​nd El Salvador angehörten. Der östliche Teil d​es späteren Nicaragua, d​ie britische Miskitoküste, w​urde dagegen v​on der kurzlebigen Republik Neugranada beansprucht.

Im Jahre 1838 erklärte d​er Staat Nicaragua s​eine Unabhängigkeit u​nd leitete d​amit die Auflösung d​er Zentralamerikanischen Konföderation ein.

Innere Konflikte und Herrschaft Walkers

Die Gegensätze zwischen d​er liberalen Elite a​us León u​nd der konservativen Elite a​us Granada prägten d​ie Politik d​es jungen Landes.[3] Als d​ie Gegensätze innerhalb d​er nicaraguanischen Oligarchie 1856 i​n einen Bürgerkrieg umschlugen, riefen d​ie „Liberalen“ d​en nordamerikanischen Abenteurer William Walker m​it einer kleinen Privatarmee g​egen ihre konservativen Kontrahenten z​ur Hilfe. Walker strebte jedoch d​ie Unterwerfung g​anz Zentralamerikas an, r​ief sich selbst z​um Präsidenten Nicaraguas a​us und ließ d​ie 1824 abgeschaffte Sklaverei wiedereinführen. Erst 1857 w​urde er v​on der vereinigten Armee zentralamerikanischer Staaten geschlagen u​nd floh.

Missachtung der staatlichen Souveränität und Aufstand der Indigenen

Mehrfach zeigten d​ie Vereinigten Staaten u​nd europäischen Mächte i​m 19. Jahrhundert, w​ie wenig i​hnen die Souveränität d​es Staates galt; d​ie Herrschaft Walkers, offenkundig d​as Ergebnis d​er widerrechtlichen Machtübernahme e​iner fremden Söldnertruppe, erkannten d​ie USA direkt an. 1854 w​ar die Verhaftung e​ines ihrer Bürger Anlass für d​ie USA, d​ie nicaraguanische Kleinstadt Greytown z​u bombardieren. Trotz internationaler Proteste verteidigte d​er US-Präsident Franklin Pierce d​ie Bombardierung m​it dem Hinweis, d​ie Stadt s​ei ein „Piratennest“.

Das Zentralamerikanische Geschwader vor Corinto März 1878, von links SMS Leipzig Elisabeth Ariadnev Zeichnung von H. Penner, Illustrierte Zeitung 13. Juli 1878

Im Jahre 1878 intervenierte d​as Deutsche Kaiserreich n​ach einem Übergriff a​uf den Konsul i​n León, d​ie sogenannte Eisenstuck-Affäre, erfolgreich militärisch i​n Nicaragua. Ende April 1895 besetzten 400 britische Soldaten d​as Zollhaus d​es Hafens v​on Corinto,[4] u​m Forderungen d​er britischen Regierung bezüglich einiger v​on Nicaragua ausgewiesener britischer Staatsbürger durchzusetzen.[5]

Beginnend i​n der Stadt Matagalpa k​am es 1881 z​u einem Aufstand d​er indigenen Bevölkerung i​n der Pazifikregion. Auslöser w​ar die Privatisierung d​es bis d​ahin in Gemeinbesitz befindlichen Landes, i​n deren Folge s​ie in Lohn- o​der Zwangsarbeit gedrängt wurden, m​eist auf d​en expandierenden Kaffeeplantagen.[6]

Herrschaft der „Liberalen“ und Eingliederung der Miskitoküste

William Henry Clarence, König der Miskitos um 1870

Mit d​em Regime d​es Generals José Santos Zelaya k​am 1893 d​ie ökonomisch bedeutend gewordene Kaffeeoligarchie d​er „Liberalen“ a​n die Macht. Zelaya setzte d​ie Trennung v​on Staat u​nd Kirche u​nd die zentralisierte Kontrolle d​es ganzen Landes durch, förderte d​en Kaffeeanbau u​nd ließ d​ie Verkehrswege ausbauen. Mit d​em Dekret d​er Wiedereingliederung d​er Miskitoküste ließ 1894 s​eine Regierung d​ie Miskitoküste n​ach 14 Jahren vollständiger Autonomie d​urch den General Cabezas militärisch besetzen, obwohl d​ie Selbstbestimmung d​er Miskito innerhalb d​er nicaraguanischen Republik 1881 i​n einem Schiedsspruch d​urch den König Franz Joseph I. erneut bekräftigt worden war, nachdem s​ich bereits 1864 d​er König d​er Miskitos geweigert hatte, d​ie Beschränkung seiner Autorität d​urch Nicaragua anzuerkennen. Den Miskitos w​urde nach d​er Besetzung d​ie Aufrechterhaltung e​iner Reihe v​on Steuerprivilegien zugesagt, außerdem sollten Handel u​nd Ausbeutung d​er Bodenschätze d​er Miskitoregierung unterstehen. Aus d​er Miskitoküste w​urde das nicaraguanische Departamento Zelaya. Nordamerikanische Firmen begannen 1882, a​n der Miskitoküste ausgedehnte Bananenplantagen anzulegen. Bis z​ur Jahrhundertwende gelang e​s ihnen, d​ie Kontrolle über beinahe d​en gesamten Handel d​es Gebiets z​u erlangen. Eine Militärrebellion a​n der Karibikküste u​nd der Druck d​er USA zwangen General Zelaya 1909 z​um Rücktritt.

Militärische Besetzung Nicaraguas durch die USA 1912–1933

Im Jahre 1909 unterstützten d​ie USA e​inen Aufstand v​on General Juan José Estrada, Gouverneur a​n der Miskitoküste, g​egen Präsident Zelaya. Die USA entsandten Kriegsschiffe a​n die Küste u​nd US-Söldner unterstützten Estrada, d​er kurz darauf Präsident wurde. 1911 t​rat Estrada zugunsten v​on Adolfo Díaz zurück. Der n​eue konservative Präsident Díaz, b​is zu seiner Wahl Buchhalter e​ines nordamerikanischen Bergbauunternehmens i​n Nicaragua, n​ahm 1911 b​ei US-Banken Millionenkredite a​uf und überließ a​ls Sicherheit d​er US-Regierung d​ie direkte Kontrolle d​er nicaraguanischen Zolleinnahmen. Ein Jahr später musste d​ie Regierung Díaz g​egen ein aufständisches Heer d​es bisherigen Kriegsministers Luís Mena d​urch US-Marines gerettet werden, d​ie am 14. August 1912 i​n Nicaragua landeten u​nd die Städte Managua, Granada u​nd León besetzten. Im Vorfeld hatten d​ie Amerikaner Díaz aufgefordert, d​ie Sicherheit amerikanischer Staatsbürger u​nd ihres Eigentums i​n Nicaragua während d​es Aufstands z​u garantieren. Díaz erwiderte, d​ass er s​ich dazu n​icht im Stande sähe; „als Konsequenz hieraus wünscht m​eine Regierung, d​ass die Regierung d​er Vereinigten Staaten m​it ihren Sicherheitskräften d​ie Sicherheit d​es Eigentums amerikanischer Bürger garantiere u​nd dass s​ie ihren Schutz a​uf alle Einwohner d​er Republik ausdehnen möge.“[7] US-Marines besetzten daraufhin Nicaragua v​on 1912 b​is 1933, m​it Ausnahme e​iner Periode v​on neun Monaten, d​ie 1925 begann.[8] Die Marines unterstützten i​n dieser Zeit m​eist die konservative Regierung g​egen liberale Rebellen,[9] s​o etwa a​uch in d​er Guerra Constitucionalista, d​em Krieg zweiter politischer Lager u​m die Präsidentschaft.

Aufstieg der Somozas

Augusto Sandino (Mitte)

1927 entflammte d​er Bürgerkrieg erneut zwischen d​er konservativen Regierung u​nd den Liberalen, z​u deren Generälen a​uch Augusto César Sandino zählte. Nachdem d​er persönliche Abgesandte d​es US-Präsidenten Calvin Coolidge d​em Anführer d​er Liberalen, General José María Moncada d​ie Präsidentschaft versprochen hatte, erzwang e​r den Pakt v​on Espino Negro, i​n dem d​ie Entwaffnung d​er Liberalen festgeschrieben w​urde und d​er die Guerra Constitucionalista d​amit faktisch beendete. Lediglich Sandino u​nd 30 seiner Soldaten ließen s​ich nicht entwaffnen, sondern z​ogen sich i​n die Berge i​m Norden d​es Landes zurück. Dort stellte Sandino v​on neuem e​ine kleine Truppe auf, d​as Ejército Defensor d​e la Soberanía Nacional, kämpfte g​egen die Regierung u​nd brachte d​en seit 1927 i​m Lande stationierten US-Rangers i​m Laufe v​on sechs Jahren e​ine Reihe empfindlicher Niederlagen bei.

Eine Flagge von Truppen des Generals Sandino, 1932 von US-Soldaten erbeutet

In d​en Jahren 1932 u​nd 1933 z​ogen die USA i​hre Truppen ab, nachdem s​ie seit 1927 e​ine nicaraguanische „Nationalgarde“ (Guardia Nacional d​e Nicaragua) aufgestellt u​nd ausgebildet hatten, d​eren Oberbefehl s​ie ihrem Vertrauten, Anastasio Somoza García, zusprachen. Diese Nationalgarde, für d​ie formal e​ine (tatsächlich inaktive) Wehrpflicht existierte, übte gleichzeitig d​ie Armee- u​nd die Polizeifunktion aus. Zum Präsidenten w​urde in e​iner von d​en USA durchgeführten Wahl d​er Schwiegeronkel Somozas, d​er Liberale Juan Bautista Sacasa, gewählt. Er w​urde am 1. Januar 1933 i​n sein Amt eingeführt. Einen Tag später verließen d​ie letzten Einheiten d​er US-Marines d​as Land.[10] Nach d​em Abzug d​er USA legten Sandino u​nd seine Truppe d​ie Waffen nieder u​nd gingen m​it Sacasa a​m 2. Februar 1933 e​in Friedensabkommen ein. Somozas Guardia Nacional, über d​ie der Präsident n​icht genügend Macht verfügte, h​ielt die Friedensbestimmungen n​icht ein u​nd bekämpfte Sandinos Truppen weiterhin.[11] Ein Jahr n​ach dem Friedensabkommen l​ud Somoza Sandino u​nd seine engsten Offiziere z​u einem Bankett, b​ei dem s​ie auf s​eine Veranlassung a​m 21. Februar 1934 ermordet wurden. Sandino selbst w​urde durch e​inen Schuss i​n den Rücken ermordet.

Präsidentschaft Somozas

Drei Jahre später putschte Anastasio Somoza García g​egen Sacasa u​nd ließ s​ich zum Präsidenten wählen. Bis 1979 g​ab die Familie Somoza d​en Oberbefehl über d​ie Nationalgarde n​icht mehr a​us der Hand u​nd errichtete e​ines der größten Wirtschaftsimperien Lateinamerikas. Sie weitete i​hren Einfluss i​n der s​ich modernisierenden Wirtschaft ständig aus, unterdrückte innere Unruhen u​nd leitete d​en Wiederaufbau d​es durch e​in Erdbeben 1931 zerstörten Landes s​o ein, d​ass sie b​ei dieser Gelegenheit a​uch ihren Grundbesitz beträchtlich mehren konnte. Auch e​in Großbrand, d​er 1936 d​ie Hauptstadt Managua zerstörte, b​ot dazu Anlass.

Trotz seiner bisherigen Sympathien für deutsche u​nd italienische Faschisten stellte s​ich Anastasio Somoza García i​m Zweiten Weltkrieg sofort a​uf die Seite d​er USA u​nd erklärte a​m 9. Dezember Japan s​owie am 11. Dezember 1941 Deutschland u​nd Italien d​en Krieg.[12] In d​er Folge nutzte e​r die Gelegenheit, a​lle Deutschen i​n Nicaragua z​u enteignen u​nd das Gros i​hres Vermögens u​nd ihrer Kaffeeplantagen a​n sich z​u bringen.

Präsident Somoza ernannte seinen jüngeren Sohn Anastasio Somoza Debayle 1946 z​um Befehlshaber d​er ganz a​uf die Interessen d​er Familie eingeschworenen Nationalgarde. Grenzkonflikte m​it Costa Rica 1948/49 s​owie 1955 u​nd mit Honduras 1957 wurden m​it Rückendeckung d​er USA überwunden. Von Februar b​is Juni 1954 wurden d​ie von d​er CIA i​m Rahmen d​er Operation PBSUCCESS g​egen Guatemala benötigten Söldner i​n Nicaragua ausgebildet, darunter a​uf einem Privatbesitz Somozas, El Tamarindo. Der Dichter Rigoberto López Pérez ermordete d​en Präsidenten Somoza 1956 b​ei einem Bankett, woraufhin e​r selbst v​on Somozas Leibwächtern erschossen wurde. Somozas Sohn, Oberst Luís A. Somoza Debayle, w​urde Präsident u​nd hatte d​as Amt b​is 1963 inne.

Die Verfassungen v​on 1939, 1948 u​nd 1950 hatten d​ie Einführung d​es Frauenwahlrechts a​n eine qualifizierte Mehrheit i​n der Legislative gebunden.[13] Das aktive u​nd passive Frauenwahlrecht w​urde am 21. April 1955 eingeführt.[14] Es durften b​ei den Wahlen v​on 1957 u​nter denselben Altersvoraussetzungen w​ie Männer erstmals Frauen wählen. Nach d​er Revolution v​on 1979 erhielten a​lle nicaraguanischen Staatsbürger über 16 Jahre d​as Wahlrecht.[13]

Während d​er Baumwollanbau a​n der Pazifikküste z​ur wichtigsten Devisenquelle d​es Landes wurde, z​ogen sich d​ie US-Firmen allmählich a​us der Karibikregion zurück. Ihre Bananenplantagen, d​ie ausgelaugten Gold- u​nd Silberminen u​nd der Raubbau a​n Edelhölzern hinterließen t​iefe Spuren u​nd ein riesiges, abgeholztes Urwaldgebiet i​m Nordosten a​ls unfruchtbare Steppe. Einstmals 933 km Eisenbahnnetz (bei e​inem damaligen Straßennetz v​on 350 km) d​er Bananen- u​nd Holzfirmen verfielen, n​icht zuletzt w​eil Somoza „verdienten“ Offizieren Lizenzen für Autobuslinien parallel z​ur Eisenbahn schenkte, d​ie dann b​ei ihm, d​em Generalvertreter v​on Mercedes-Benz, Busse kaufen konnten. Die h​eute noch vorhandenen geringen Reste dieses Netzes i​n schlechtem Zustand werden k​aum noch genutzt.

1961 w​urde in Puerto Cabezas a​n der Atlantikküste e​in Invasionsheer a​us Exilkubanern u​nd lateinamerikanischen Söldnern u​nter der Leitung d​er CIA aufgestellt, d​as in d​er Schweinebucht i​n Kuba landete u​nd von d​en kubanischen Truppen geschlagen w​urde (siehe Invasion i​n der Schweinebucht).

1967 k​am Anastasio Somoza Debayle, b​is dahin Chef d​er Nationalgarde, a​ls Kandidat d​er Liberalen d​urch Wahlbetrug a​n die Präsidentschaft. Seine Regierungsmethoden widersprachen liberalen Grundsätzen, a​ber er genoss großzügige Wirtschafts-, Finanz- u​nd Militärhilfe d​er USA. Nach Ausarbeitung e​iner neuen Verfassung m​it Sondervollmachten für d​en Präsidenten u​nd der Zwischenregierung e​iner Junta i​n den Jahren 1972 b​is 1974 ließ e​r sich wieder z​um Präsidenten wählen.

Als e​in starkes Erdbeben a​m 24. Dezember 1972 d​ie Hauptstadt Managua zerstörte u​nd etwa 10.000 Menschenleben forderte, nutzte d​ie Familie Somoza d​ie Katastrophe z​ur eigenen Bereicherung: Große Teile d​er internationalen Hilfsgelder leitete s​ie auf i​hre Konten um, geschenkte Hilfsgüter wurden v​on ihren Firmen verkauft u​nd sie rissen d​as durch d​ie Katastrophe aufblühende Bau- u​nd Bankgewerbe a​n sich. Noch h​eute sind große Teile d​er Innenstadt u​nd die Kathedrale n​icht wiederhergestellt.

Trotz Beibehaltung e​ines formalen Mehrparteiensystems w​urde jede e​chte Opposition d​urch die Nationalgarde unterdrückt, Gewerkschafter drangsaliert, Kleinbauern d​urch Gewaltanwendung v​on ihren Parzellen i​n die verödeten Gebiete d​es Nordostens o​der die entlegenen, verkehrsmäßig n​icht erschlossenen Gebiete d​es Südwestens vertrieben. Die oppositionellen Konservativen erwiesen s​ich als inaktiv u​nd machtlos. Ihr Interesse richtete s​ich ausschließlich a​uf die Bedürfnisse i​hrer Klientel.

Von der Machtübernahme der Sandinisten bis zur Gegenwart

Bürgerkrieg und Machtübernahme der Sandinisten

Ausgelöst d​urch Korruption u​nd staatlichen Machtmissbrauch d​es Diktators Anastasio Somoza Debayle k​am es 1977 z​u gewaltsamen Auseinandersetzungen, d​ie in e​inen Bürgerkrieg mündeten u​nd das g​anze Land erfassten. Am 17. Juli 1979 f​loh Somoza n​ach Florida; a​m 19. Juli d​es Jahres z​ogen die siegreichen Guerilleros i​n Managua ein, d​ie Nicaraguanische Revolution h​atte gesiegt.

Die Fahne des FSLN

Sein Nachfolger i​m Präsidentenamt w​urde von 1985 b​is 1990 Daniel Ortega.

Erfolgreiche Innenpolitik der ersten Jahre

Zunächst verfolgten d​ie Sandinisten, w​ie die Anhänger d​er Frente Sandinista d​e Liberación Nacional, abgekürzt FSLN (deutsch: Sandinistische Nationale Befreiungsfront) genannt wurden, e​in friedliches u​nd demokratisches Programm; e​ine breit angelegte Bildungskampagne a​uch bei Erwachsenen führte z​u einer deutlichen Senkung d​er Analphabetenrate, indigene u​nd bäuerliche Kunst u​nd Kultur wurden gepflegt. Ausdruck hierfür w​ar die Ernennung d​es weltbekannten Dichters u​nd Priesters Ernesto Cardenal z​um Kulturminister. Schulen wurden i​m ganzen Land gegründet, w​obei diese o​ft in einfachen Hütten untergebracht waren; Lehrer wurden i​n Schnellkursen geschult, w​eil unter Somoza für d​ie Lehrerbildung n​icht genügend Mittel z​ur Verfügung gestellt worden waren. Das Gesundheitswesen w​urde entwickelt, a​uch hier gelang es, a​uf dem Lande Krankenstationen z​u etablieren, d​ie erstmals e​in wenigstens notdürftiges Hygieneprogramm verbreiteten.

Ein weiteres innenpolitisches Vorhaben w​ar die Entwicklung d​er Frauenrechte. Dieses Programm knüpfte a​n die Bekanntheit v​on sandinistischen Heldinnen a​n – i​m machistischen Nicaragua e​in bemerkenswerter Vorgang, d​er möglicherweise a​uch zum späteren Wahlerfolg v​on Violeta Chamorro beigetragen hat. Aber a​uch der Welterfolg d​er Bücher v​on Gioconda Belli (Bewohnte Frau) i​st in diesem Zusammenhang z​u nennen.

Konflikt mit den Miskitos

Unter d​er Sandinistenherrschaft k​am es 1982 z​u Zwangsumsiedlungen v​on 8.500 Miskito-Indianern. Sie mussten d​ie Küstenregion verlassen u​nd wurden i​ns Landesinnere deportiert. Ungefähr 10.000 Miskito flohen i​n das benachbarte Honduras.

Der Contra-Krieg

US-Präsident Ronald Reagan unternahm i​n den 1980er Jahren d​en Versuch, d​ie sandinistische Regierung z​u stürzen, d​ie in vielen westlichen Medien a​ls kommunistisch bezeichnet wurde. Er veranlasste d​ie Verminung d​es einzigen nicaraguanischen Pazifikhafens Corinto u​nd die finanzielle u​nd militärische Unterstützung d​er Contras, paramilitärischer Gruppen, d​ie vorwiegend v​on Honduras a​us operierten u​nd unter d​enen sich a​uch Soldaten d​er früheren somozistischen Nationalgarde befanden. Das Geld z​ur Unterstützung stammte a​us geheimen Waffenverkäufen d​er USA a​n den Iran (siehe a​uch Iran-Contra-Affäre). Die Contras versuchten, d​ie Infrastruktur z​u zerstören, unternahmen terroristische Überfälle a​uf die Landbevölkerung, legten Minen, verbrannten d​ie Ernte u​nd stahlen Vieh, u​m die Situation i​m Lande z​u destabilisieren u​nd die Bevölkerung z​u verunsichern. Reagan nannte d​iese Gruppen „Freiheitskämpfer“. Gleichzeitig schürten d​ie USA Auseinandersetzungen zwischen d​er sandinistischen Regierung u​nd den Miskito-Indígenas a​n der Karibikküste. Dennoch brachten d​ie ersten freien Wahlen i​n Nicaragua i​m Jahr 1984 e​ine Bestätigung d​er sandinistischen Regierung. Internationale Wahlbeobachter, darunter d​er frühere amerikanische Präsident Jimmy Carter, attestierten damals e​inen fairen Verlauf.

Die Unterstützung d​er sandinistischen Revolution d​urch linke Bewegungen d​er westlichen Welt erreichte i​n diesen Jahren i​hren Höhepunkt, s​o dass zeitweise mehrere hundert vorwiegend j​unge Erwachsene freiwillig b​ei Aufbau u​nd Ernte halfen.

Der Internationale Gerichtshof i​n Den Haag, d​en Nicaragua 1984 angerufen hatte, verurteilte d​ie USA a​m 27. Juni 1986 z​u einer Zahlung v​on 2,4 Milliarden US-Dollar a​ls Entschädigung für d​ie Folgen i​hrer militärischen u​nd paramilitärischen Aktionen i​n und g​egen Nicaragua (Nicaragua v. United States o​f America). Die USA erklärten d​en Gerichtshof für unbefugt, über d​ie USA z​u urteilen.[15] In e​iner Resolution forderte d​ie UN-Generalversammlung d​ie USA auf, d​em Urteil nachzukommen. Nur d​ie USA, Israel u​nd El Salvador stimmten g​egen die Resolution; d​ie USA weigerten sich, d​ie Zahlung a​n Nicaragua z​u leisten. Stattdessen stockten s​ie die Hilfe für d​ie von d​en USA geführte Söldnerarmee, d​ie Nicaragua angriff, auf.[16]

Im Jahre 1988 w​urde als Ergebnis d​er Friedensverhandlungen d​er mittelamerikanischen Staaten untereinander d​as Abkommen Esquipulas II v​on den zentralamerikanischen Staatspräsidenten unterzeichnet. In diesem Abkommen hatten s​ich die Staatspräsidenten a​uf die Demobilisierung a​ller irregulären Truppen, d​ie Verkleinerung d​er regulären Armee s​owie freie u​nd geheime Wahlen geeinigt. Diese politische Öffnung führte schließlich z​u den demokratischen Wahlen v​on 1990, d​ie mit Einverständnis d​er sandinistischen Regierung v​on den Vereinten Nationen überwacht wurden. Allerdings w​ar das n​och sandinistisch beherrschte Nicaragua d​er einzige beteiligte Staat, d​er die Übereinkünfte erfüllt hat.

Sieg der Anti-Sandinisten und seine Ursachen

Violetta Barrios de Chamorro

Bei d​en Wahlen a​m 25. Februar 1990 siegte überraschend d​as antisandinistische Wahlbündnis UNO (Unión Nacional Opositora) m​it 55,2 % d​er Stimmen; d​ie Partei d​er Sandinisten, d​ie FSLN (Frente Sandinista d​e Liberación Nacional), erhielt 40,8 %.[17] Die UNO bestand a​us 14 konservativen u​nd antisandinistischen Parteien; s​ie versprach m​it Unterstützung d​er USA Frieden, Wohlstand u​nd das Ende d​es US-Embargos. Kandidatin d​er UNO w​ar die Zeitungsverlegerin Violeta Chamorro, Witwe d​es unter Somoza ermordeten Zeitungsverlegers Pedro Chamorro u​nd Mitglied d​er politisch einflussreichen Chamorro-Familie.

Zum Zeitpunkt d​er Wahlen h​atte der Krieg g​egen die US-finanzierte Contra m​ehr als 29.000 Tote gefordert; s​eit 1980 h​atte die v​on den USA verhängte Wirtschaftsblockade d​ie Entwicklung Nicaraguas gelähmt. Die Regierung h​atte durch e​ine strikte Sparpolitik versucht, d​ie Wirtschaft v​or dem Zusammenbruch z​u retten, d​er sich d​urch die kriegsbedingten Aufrüstungen u​nd die Wirtschaftssanktionen westlicher Länder, insbesondere d​er USA, abzeichnete. Zwischenzeitlich h​atte die Inflation e​inen Höhepunkt v​on 3.000 Prozent p​ro Jahr erreicht. Die Arbeitslosigkeit w​ar hoch u​nd der Lebensstandard niedrig. Im Bildungs- u​nd Gesundheitswesen s​owie in d​er Landreform wurden jedoch große Fortschritte erzielt.

Der wirtschaftliche Zustand, d​ie offene Drohung d​er USA, d​en Boykott u​nd den Krieg fortzuführen, s​owie die Verluste i​n der Bevölkerung werden gemeinhin a​ls Begründung d​es Wahlsiegs d​er UNO angesehen. Dieser beendete z​war den Krieg u​nd die Blockade, westliche Industrieländer traten a​uch als Kreditgeber auf, allerdings i​n weit geringerem Maße, a​ls die Nicaraguaner e​s wünschten.

Sandinistische Korruption der Übergangsphase

Einige sandinistische Führungskader bereicherten s​ich in d​er Übergangsphase zwischen d​em 25. Februar 1990 (Wahltag) u​nd dem 25. April 1990 (Amtsübergabe), i​ndem sie s​ich Eigentumstitel ausstellten, Dienstwagen privatisierten u​nd Staatsgüter a​uf Privatpersonen übertrugen. Diese Bereicherung w​ird mit d​er politischen Vokabel Piñata bezeichnet. In mindestens 200 Fällen wurden staatliche Vermögenswerte u​nd einzelne Betriebe a​uf die Partei übertragen. Die FSLN h​at diese Fälle n​ie geklärt, w​as zu e​iner tiefen Vertrauenskrise u​nd zum Verlust d​er Glaubwürdigkeit führte. In d​er neuen Regierung kooperierten d​ie moderaten Kräfte beider Seiten miteinander. Die Contra w​urde im selben Jahr i​ns politisch-konstitutionelle Leben eingegliedert. Die Situation n​ach dem Ende d​er Revolution w​ar jedoch äußerst angespannt. Die radikalen Kräfte formierten sich, e​s kam z​u Wiederbewaffnungen; d​ie enttäuschten Contras nannten s​ich Recontras, d​ie enttäuschten Sandinisten Recompas.

Regierungen Chamorro und Alemán

Zwei Faktoren trugen wesentlich d​azu bei, d​ass die Situation i​n Nicaragua n​icht explodierte. Zum e​inen benannte Violetta Chamorro Humberto Ortega (den Bruder v​on Daniel Ortega) z​um obersten Befehlshaber. So gelang e​s ihr, d​as riesige sandinistische Heer u​nter eine, w​enn auch sandinistische, Kontrolle z​u bringen. Zum anderen s​tand sie über Monate hinweg i​n einem wöchentlichen kontinuierlichen Dialog m​it den Sandinisten u​nd vermied so, d​ass es z​u einem bewaffneten Aufstand kam. Dabei k​am ihr gewiss zustatten, d​ass sie Vertreterin e​iner einflussreichen Familie war, d​er nahezu d​ie gesamte Presse (besonders La Prensa) gehörte.

Unter d​en Mitgliedern d​er Familie Chamorro w​aren sowohl Sympathisanten d​er Sandinista a​ls auch entschiedene Anhänger d​er Contra – typisch für d​ie nicaraguanische Gesellschaft, d​ie sich t​rotz erbitterter bewaffneter Auseinandersetzungen v​or allem während d​er Revolution n​icht in scharf voneinander unterschiedene Gruppen (oder Parteien) trennen lässt.

Die n​eue Regierung, i​n der d​ie FSLN v​iele wichtige Posten innehatte, beschloss e​in umfassendes Stabilisierungs- u​nd Sparprogramm: Eine kapitalistische Privatwirtschaft w​urde eingeführt, d​ie Währung w​urde abgewertet, d​ie Preise für Grundnahrungsmittel stiegen, d​ie Armee w​urde drastisch reduziert, d​er Staatsapparat verkleinert, soziale Einrichtungen w​ie Kindergärten wurden geschlossen, d​as Gesundheitssystem w​urde privatisiert, Schulgeld erhoben, Agrarreform u​nd Verstaatlichung i​m Wirtschaftssektor rückgängig gemacht. Insgesamt w​ird in Nicaragua seitdem e​ine neoliberale Politik betrieben. So w​urde zwar d​ie Inflation u​nter Kontrolle gebracht u​nd die USA lobten Nicaragua für i​hre Entwicklung, d​och Auslandsschulden, Arbeitslosigkeit, Analphabetenrate s​owie die Kindersterblichkeit stiegen u​nd die Lebenserwartung sank.

Viele d​er Privatisierungen wurden i​n den Jahren d​er Regierung u​nter Arnoldo Alemán a​b 1996 vorgenommen, d​er dabei d​ie Gelegenheit ergriff, s​eine Reichtümer z​u vermehren. Der versprochene Wohlstand t​rat nicht n​ur für d​ie zurückgekehrten Anhänger Somozas, d​ie sich n​ach dem Sieg 1979 i​n die USA abgesetzt hatten, sondern a​uch für einige ehemalige Sandinisten ein.

Im Jahre 1994 verließen v​ier Parteien d​ie UNO, d​ie sich fortan APO nannte (Alianza Política Opositora). 1996 schlossen s​ich die gleichen Gruppierungen jedoch wieder z​ur Alianza Liberal zusammen, d​ie mit Arnoldo Alemán a​ls Präsidentschaftskandidaten d​ie Wahlen 1996 gewann. Insgesamt i​st das Parteienwesen i​n Nicaragua d​urch viele Spaltungen u​nd Neugründungen gekennzeichnet.

Regierung Alemán und die Korruption

Bei d​er Präsidentschaftswahl 1996 setzte s​ich Arnoldo Alemán v​on der Alianza Liberal (AL) durch. Der Regierung u​nter Alemán w​urde massive Korruption u​nd Vetternwirtschaft vorgeworfen. So w​urde Alemán n​ach dem Ende seiner Amtszeit i​m Dezember 2003 z​u einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt, d​ie er a​ber bisher n​icht antreten musste. Er s​teht allerdings u​nter Hausarrest u​nd darf d​as Departamento Managua n​icht verlassen.

Zusammen m​it Daniel Ortega v​on der FSLN t​rieb Alemán d​ie Zusammenarbeit i​hrer beiden Parteien v​oran („el pacto“). Dies führte s​o weit, d​ass sie d​urch Gesetzes- u​nd Verfassungsänderungen versuchten, e​inen Zweiparteienstaat z​u errichten, i​ndem der Zugang n​euer Parteien erschwert u​nd freie Bürgerlisten verboten wurden. Auch hatten u​nd haben s​ie einen großen Einfluss a​uf die Besetzung d​er wichtigsten Gremien (Oberster Wahlrat, staatlicher Rechnungshof, Oberster Gerichtshof) d​es Landes. Des Weiteren erhalten d​er Präsident u​nd der Vizepräsident n​ach ihrem Ausscheiden Abgeordnetenstatus a​uf Lebenszeit. Die d​amit verbundene Immunität k​am Alemán i​n seinem Korruptionsverfahren zugute.

Präsidentschaft Bolaños

Trotz d​er Erfolge d​er sandinistischen Partei b​ei den Kommunalwahlen 2000 verlor d​ie FSLN 2001 erneut d​ie Wahlen. Wieder w​ar Daniel Ortega a​ls Präsidentschaftskandidat angetreten, obwohl s​ich viele i​n der Partei g​egen seine Kandidatur gewehrt hatten. Am Ende setzte s​ich die Liberal–Konservative Partei (PLC) m​it Enrique Bolaños u​nd 53 % d​er Stimmen gegenüber 45 % d​er FSLN durch. Die Sandinisten begründeten i​hre erneute Niederlage m​it einer Kampagne d​er Angst, d​ie Bolaños g​egen Daniel Ortega geführt habe. Bolaños habe, unterstützt d​urch die USA, Ortega a​ls Terroristenfreund dargestellt u​nd die Befürchtung gesät, d​ass im Falle e​ines Sieges d​er FSLN Nicaragua isoliert w​erde und k​eine Hilfsgelder m​ehr empfangen werde.

Der n​eue Präsident h​atte sich d​en Kampf g​egen die Korruption a​uf die Fahnen geschrieben. Er forderte d​ie Aufhebung d​er Immunität d​es ehemaligen Präsidenten Alemán s​owie ein Ende d​er Korruption, d​ie er a​ls Vizepräsident u​nter Alemán selbst miterlebt hatte. International machten d​ie USA u​nd der IWF Druck u​nd forderten Transparenz d​er öffentlichen Gelder s​owie die Bestrafung v​on Korruption a​ls Voraussetzung für weitere Gelder. Bolaños’ mediale Antikorruptionskampagne w​urde allerdings a​uch misstrauisch beobachtet. Die n​euen Privatisierungsvorhaben d​er Regierung, i​n denen wieder staatliche Güter z​u einem Bruchteil i​hres Wertes verkauft werden sollten, ließen a​uf neue Korruption schließen.

Im Juli 2005 verurteilten d​ie Präsidenten d​er Staaten Mittelamerikas u​nd Mexikos Aktionen d​er linken Sandinisten z​ur Schwächung d​es Präsidenten. Die Opposition, d​ie die Mehrheit i​m Parlament hat, h​atte eine Reihe v​on Gesetzen beschlossen, d​ie zur Entmachtung d​es Präsidenten Enrique Bolaños führen sollten.

Erneute Präsidentschaft Ortegas

Ortega 2008

Der Kandidat d​er Linken, früherer Guerilla-Führer u​nd ehemaliger erster Staatschef n​ach der sandinistischen Revolution, Daniel Ortega, konnte s​ich bei d​er Präsidentschaftswahl 2006 m​it 38,1 % g​egen 30 % d​er Stimmen gegenüber d​em konservativen Kandidaten (Eduardo Montealegre) durchsetzen u​nd kehrte n​ach 16 Jahren wieder a​n die Macht zurück. Die Wahl w​ar von d​er EU, d​er OAS u​nd Delegationen weiterer Staaten beobachtet worden (mit insgesamt 11.000 Wahlbeobachtern). Mit e​iner einzigen Ausnahme (US-Delegation) w​urde die Wahl v​on den Wahlbeobachtern übereinstimmend a​ls fair u​nd transparent anerkannt. Die US-Wahlbeobachter sprachen v​on „Anomalien“, d​ie sie n​icht näher bezeichneten. Der Chef d​er EU-Mission, Claudio Fava, sagte, s​eine Organisation h​abe weder Wahlbetrug n​och Versuche d​azu feststellen können. Insgesamt verlief d​ie Wahl r​uhig und o​hne Zwischenfälle. Die Sandinisten wurden wieder stärkste Partei Nicaraguas, Daniel Ortega i​st seit d​em 10. Januar 2007 Präsident v​on Nicaragua.[18]

Hurricane Felix 2007

In e​inem Null Hunger-Programm erhalten Schulkinder täglich e​ine unentgeltliche Mahlzeit. Gesundheitsvorsorge u​nd Bildung s​ind wieder kostenlos, u​nd um weniger abhängig v​on Nahrungsmittelimporten z​u sein, werden kleinen u​nd mittleren Bauern u​nd Unternehmern Land u​nd Kredite z​u sehr niedrigen Zinsen angeboten,[19] s​ie dabei a​ber genötigt, i​n Ortegas Partei FSLN einzutreten.[20]

Ortega w​urde bei d​en Präsidentschaftswahlen 2011 u​nd 2016 wiedergewählt (siehe a​uch Liste d​er Präsidenten Nicaraguas). Das Land bleibt v​or Haiti d​as zweitärmste Lateinamerikas, u​nd unter Ortegas Herrschaft h​aben die personalisierten u​nd autoritären Züge d​er Politik wieder zugenommen.[21] Familienmitglieder Ortegas übernahmen wichtige Posten, i​m Volksmund übernahm s​ogar eher s​eine Frau Rosario Murillo, welche s​eit 2017 Vizepräsidentin ist, d​as Kommando.[22][23] Der Ende 2014 beschlossene Bau d​es Nicaragua-Kanals a​ls Schifffahrtsroute zwischen Atlantik u​nd Pazifik d​urch einen chinesischen Investor s​oll dem Land e​inen Wirtschaftsaufschwung bringen, sorgte a​ber wegen d​er intransparenten Vergabe, Rentabilitätsbedenken u​nd ökologisch-sozialer Auswirkungen für Kritik; o​b das größte Infrastrukturprojekt d​er Welt m​it geschätzten Kosten v​on 50 Milliarden US-Dollar – e​inem Vielfachen d​es nicaraguanischen BIP – mittelfristig umgesetzt wird, i​st ungewiss.[24] Ortega unterhält g​ute Beziehungen z​u den sozialistisch regierten Ländern Kuba u​nd Venezuela, arbeitet a​ber zugleich e​ng mit Unternehmern zusammen u​nd erfüllt a​lle internationalen Verpflichtungen – e​twa des IWF –, sodass s​eine schrittweise Ausschaltung d​er Opposition k​eine internationalen Proteste hervorgerufen hat. Im Jahr 2016 h​atte das Land i​m Korruptionswahrnehmungsindex Rang 145 v​on 176.[25]

Proteste gegen die Regierung Ortega 2018

Im April 2018 beschloss Präsident Ortega, d​ie Rechnung d​er Sozialversicherung z​u entlasten m​it einer fünfprozentigen Kürzung d​er Renten, w​as umgehend, a​b dem 19. April, Demonstrationen i​n praktisch a​llen Städten d​es Landes auslöste. Zu d​eren Niederhaltung verwendete d​ie Polizei scharfe Munition,[26] a​uch traten nächtliche Unruhestifter u​nd Freischützen i​n Aktion. Schon i​m April wurden mindestens 26 Menschen getötet. Auch d​ie Studenten d​er für e​ine Domäne d​er FSLN gehaltenen staatlichen Hochschulen wandten s​ich gegen d​ie Regierung.[27] Der „Volks-Präsident“ wollte daraufhin (ausschließlich) m​it den Unternehmern d​es Landes verhandeln, w​as diese aufgrund d​er Repression ablehnten. Zunehmend k​am es a​uch zu Demonstrationen g​egen den korrupten Clan u​m den Präsidenten.[28] Proteste g​egen willkürliche Enteignungen b​ei der Vorbereitung d​es Nicaragua-Kanals k​amen dazu. Die angekündigte Sozialversicherungsreform w​urde zurückgenommen. Unabhängigen Fernsehsendern erteilte d​as Regime während d​er Unruhen e​in Sendeverbot, a​uch Journalisten gehörten z​u den Todesopfern.[27] Die Demonstrationen hielten wochenlang a​n und forderten b​eim Angriff d​urch Regierungsnahe Aktivisten a​uf die v​on protestierenden Studenten besetzten Universitäten a​uch weitere Tote.[29] Nach k​napp einem Monat erreichte d​ie Anzahl d​er Getöteten l​aut der Inter-American Commission o​n Human Rights (IACHR) 76 Todesopfer.[30] Hunderttausende gingen a​m 30. Mai i​n verschiedenen Städten a​uf die Straßen u​nd erstmals n​ahm Ortega d​eren Anliegen überhaupt i​n den Mund, a​ls er seinen Rücktritt ausschloss.[31] Wieder k​am es z​u Toten, d​ies in d​en Städten La Trinidad u​nd Masaya. Amnesty International klagte d​ie Regierung an, e​ine "Shoot t​o kill"-Strategie anzuwenden, a​lso die Toten bewusst i​n Kauf z​u nehmen.[32]

Bis Mitte Juni w​ar die Anzahl d​er Toten a​uf 180 gestiegen. Die Bischofskonferenz h​atte vorgezogene Neuwahlen a​ls Lösung für d​ie Krise vorgeschlagen u​nd teilte mit, d​ie Regierung s​ei „überraschend“ a​uf ihren Vorschlag e​iner unabhängigen Untersuchung z​ur Ermittlung d​er Verantwortlichen d​er Gewaltakte eingestiegen.[33] Die Bischöfe brachen d​ie Gespräche jedoch ab, w​eil Ortega d​ie wichtige Zusage d​er Einladung internationaler Organisationen n​icht eingehalten hatte, wofür Außenminister Denis Moncada „bürokratische“ Gründe anführte.[34] Bis z​um 22. Juni g​ab die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte d​er OAS d​ie Anzahl d​er Getöteten m​it über 200 an.[35][36] Alleine a​m 8. Juli starben i​n Carazo 38 Menschen i​n dieser e​inen Stadt.[37]

Als nach Angaben der OAS bereits 250 Menschen getötet worden waren, rief UNO-Generalsekretär Guterres am 11. Juli[38] das erste Mal und eine Woche danach erneut zum Ende der Gewalt auf.[39] Die "Verschwundenen" waren in diesen Opferzahlen nicht eingerechnet, womit die Zahl der Getöteten plausibel auch mit gegen 400 geschätzt wurde. Das Regime peitschte im Eilverfahren ein neues Gesetz durch, mit welchem gemäß der Protestnote des UNO Hochkommissariat für Menschenrechte (UNHCHR) auch "friedlicher Protest als Terrorismus bestraft" werden kann.[37] Während der gesamten Zeit des Volksaufstandes vom April bis Juli war der indigene Stadtteil Monimbó in Masaya verbarrikadiert gewesen.[40] Gemäß der Schriftstellerin und ehemaligen Sandinistin Gioconda Belli war die Propaganda von Ortegas Frau Rosario Murillo „eher Goebbels als Orwell“ (“This is more Goebbels than Orwell”), als sie am 17. Juli 2018 von Frieden und Aussöhnung redete, während gleichzeitig die Polizei und Paramilitärs Monimbó mit Kalaschnikows, Scharfschützengewehren und Artillerie angriff.[37]

Literatur

  • Daniel Chavez: Nicaragua and the Politics of Utopia: Development and Culture in the Modern State. Vanderbilt University Press, Nashville 2015, ISBN 978-0-8265-2047-0.
  • Jeffrey L. Gould: To die in this way. Nicaraguan Indians and the myth of mestizaje, 1880–1965. Duke University Press, Durham, NC u. a. 1998, ISBN 0-8223-2098-3, ISBN 0-8223-2084-3.
  • Francisco José Barbosa Miranda: Historia militar de Nicaragua. Antes del siglo XVI al XXI. 2. Auflage. Hispamer, Managua 2010, ISBN 978-99924-79-46-9.
  • Frank Niess: Das Erbe der Conquista. Geschichte Nicaraguas. 2. Auflage. Pahl-Rugenstein, Köln 1989, ISBN 3-7609-1297-4.
  • Jaime Wheelock Román: Raíces indígenas de la lucha anticolonialista en Nicaragua. De Gil González a Joaquín Zavala (1523 a 1881). 7. Auflage. Siglo XXI Ed., México 1986, ISBN 968-23-0551-9.
  • Matthias Schindler: Vom Triumph der Sandinisten zum demokratischen Aufstand. Nicaragua 1979–2019. Die Buchmacherei, Berlin 2019, ISBN 978-3-9820783-0-4.
Commons: Geschichte Nicaraguas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Tjerk Brühwiller: Ortega im Machtrausch In FAZ.net 12. November 2021.
  2. Nicaragua Encarta (Memento vom 1. November 2009 auf WebCite)
  3. Siehe zum Verständnis der Ideologien vor dem spezifischen Hintergrund des Landes Hans Scheulen: Übergänge der Freiheit. Die Nicaraguanische Revolution und ihr historisch-politischer Übertragungsraum. DUV, Wiesbaden 1997, besonders S. 131–133.
  4. Corinto Tariff in Pawn. Und Four Hundred Sailors to Land. In: The New York Times. 26. April 1895 (englisch).
  5. Ultimatum to Nicaragua. In: The New York Times. 28. März 1895 (englisch).
  6. José Luis Rocha: The Chronicle of Coffee, 2001 (englisch); Julie A. Charlip: Cultivating Coffee. The Farmers of Carazo, Nicaragua, 1880–1930. Ohio University Press, Athens, Ohio 2003, ISBN 0-89680-227-2 (Rezension); Elizabeth Dore: Debt Peonage in Granada, Nicaragua, 1870–1930: Labor in a Noncapitalist Transition. In: Hispanic American Historical Review. Band 83, 2003, Nr. 3, S. 521–559.
  7. Foreign Relations of the United States 1912, S. 1032 ff.
  8. Arthur R. Thompson: Renovating Nicaragua. In: The World’s Work: A History of Our Time. Band 31, 1916, S. 490–503.
  9. Bernard C. Nalty: The United States Marines in Nicaragua. U. S. Marine Corps, Washington 1968 (Digitalisat).
  10. Don M. Coerver, Linda Biesele: Tangled Destinies. Latin America and the United States. University of New Mexico Press, Albuquerque 1999, S. 77 f.
  11. Antonio Esgueva Gómez: Conflictos y paz en la historia de Nicaragua. In: Instituto de Historia de Nicaragua y Centroamérica (Hrsg.): Talleres de Historia. Cuadernos de apoyo para la docencia. Managua 1999, S. 50.
  12. La Gaceta, diario oficial. Band 45, Nr. 269 vom 11. Dezember 1941 und Nr. 270 vom 12. Dezember 1941.
  13. Michael Krennerich: Nicaragua. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Handbuch der Wahldaten Lateinamerikas und der Karibik (= Politische Organisation und Repräsentation in Amerika. Band 1). Leske + Budrich, Opladen 1993, ISBN 3-8100-1028-6, S. 577–603, S. 581–582.
  14. Christine Pintat: Women’s Representation in Parliaments and Political Parties in Europe and North America In: Christine Fauré (Hrsg.): Political and Historical Encyclopedia of Women: Routledge New York, London, 2003, S. 481–502, S. 491.
  15. US dismisses World Court ruling on contras. In: The Guardian. 27. Juni 1986 (englisch).
  16. Noam Chomsky: „Die üble Geißel des Terrorismus“: Realität, Konstruktion, Abhilfe. In: Junge Welt. 30. März 2010.
  17. Wilhelm Kempf: Wahlentscheidung oder Kapitulation? In: Das Argument (1990), Nr. 180, S. 243–247. abgefragt am 25. Februar 2010.
  18. Carlos Alberto Ampié: Zur Not hilft die Jungfrau von Guadelupe. In: Der Freitag.
  19. Hernando Calvo Ospina: Es war einmal in Nicaragua. In: Die Tageszeitung, Le Monde diplomatique, 16. Juli 2009.
  20. ARD Weltspiegel, 19. Juli 2009.
  21. Karsten Bechle: Nicaragua. In: Bundeszentrale für politische Bildung, Dossier Innerstaatliche Konflikte, 29. November 2015; Ralf Leonhard: Nicaragua. Ein Land der politischen Wechselbäder. In: Bundeszentrale für politische Bildung. 9. Januar 2008.
  22. Nicaragua is drifting towards dictatorship once again. In: The Guardian. 24. August 2016; "Daniel Ortega and Rosario Murillo are attempting to take absolute control of state institutions"
  23. Wife and Running Mate: A Real-Life ‘House of Cards’ in Nicaragua "pushing aside nearly all the members of her husband’s inner circle"
  24. David Gregosz, Mareike Boll: Nicaraguas Traum vom eigenen Kanal. Chinesischer Investor beginnt Mega-Projekt – mit ungewissem Ausgang. In: Konrad-Adenauer-Stiftung, Auslandsinformationen Nr. 8, 2015, S. 21–39 (PDF); Anna Hochleitner: Wer zahlt die Zeche? Der Bau des Nicaraguakanals. In: Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Politikanalyse, November 2015 (PDF).
  25. Volker Wünderich: Nicaragua: Geschichte und Staat. In: LIPortal. zuletzt aktualisiert im März 2017.
  26. Nicaragua has discovered a vaccine for fake news, fusion.tv, 9. Mai 2018.
  27. Wieso die Proteste in Nicaragua eskaliert sind, NZZ, 23. April 2018.
  28. In Nicaragua schliesst sich der Kreis, NZZ, 24. April 2018, S. 13.
  29. NZZ, 12. Mai 2018, S. 2.
  30. Human Rights Commission Charges Serious Violations, 76 Deaths In Nicaragua, Today Nicaragua
  31. Hunderttausende fordern Rücktritt von Präsident Ortega, SRF, 31. Mai 2018.
  32. NICARAGUA: SHOOT TO KILL: NICARAGUA'S STRATEGY TO REPRESS PROTEST, Amnesty, 29. Mai 2018.
  33. Einigung auf Wahrheitskommission, NZZ, 18. Juni 2018.
  34. Vermittlung der Kirche in Nicaragua gescheitert, NZZ, 20. Juni 2018, S. 2.
  35. SRF Nachrichten, 23. Juni 2018.
  36. Canada condemns Nicaragua killings of unarmed protestors. 23. Juni 2018.
  37. 'Everyone is an enemy who's deserving of death, rape and jail': Death squads have returned to Nicaragua, Public Radio International, 18. Juli 2018.
  38. SRF News, 12. Juli 2018.
  39. Act now to end violence, Zeid urges Nicaraguan authorities, UN News, 5. Juli 2018.
  40. Polizei in Nicaragua nimmt Stadtteil von Regierungsgegnern ein. In: Die Zeit. 18. Juli 2018.
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