Emil Zátopek

Emil Ferdinand Zátopek (* 19. September 1922 i​n Kopřivnice, Okres Nový Jičín, Tschechoslowakei; † 21. November 2000 i​n Prag, Tschechien) w​ar ein tschechoslowakischer Leichtathlet, d​er in erster Linie a​ls Langstreckenläufer erfolgreich war.

Emil Zátopek

ohne Rahmen


Emil Zátopek, 1951

Voller Name Emil Ferdinand Zátopek
Nation Tschechoslowakei Tschechoslowakei
Geburtstag 19. September 1922
Geburtsort Kopřivnice
Größe 182 cm
Gewicht 72 kg
Beruf Schuhmacher
Sterbedatum 21. November 2000
Sterbeort Prag
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf
Bestleistung 5000 m: 13:57,0 min
10.000 m: 28:54,2 min
Marathon: 2:23:03,2 h
Verein SK Bata Zlín
Botostroj
ATK Praha (Armeesportclub)
Trainer Jan Haluza
Nationalkader seit 1946
Karriereende 1957
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 4 × 1 × 0 ×
Europameisterschaften 3 × 0 × 1 ×
ČSSR-Meisterschaften 15 × 3 × 0 ×
 Olympische Spiele
Gold London 1948 10.000 m
Silber London 1948 5000 m
Gold Helsinki 1952 5000 m
Gold Helsinki 1952 10.000 m
Gold Helsinki 1952 Marathon
 Europameisterschaften
Gold Brüssel 1950 10.000 m
Gold Brüssel 1950 5000 m
Gold Bern 1954 10.000 m
Bronze Bern 1954 5000 m
ČSSR-Meisterschaften
Gold Prag 1945 5000 m
Gold Prag 1946 5000 m
Gold Prag 1947 5000 m
Gold Prag 1948 Cross
Gold Prag 1948 5000 m
Gold Prag 1949 Cross
Gold Bratislava 1950 5000 m
Gold Prag 1952 5000 m
Gold Prag 1952 10.000 m
Gold Prag 1952 Cross
Gold Prag 1953 5000 m
Gold Prag 1953 10.000 m
Gold Ostrava 1954 5000 m
Gold Ostrava 1954 Cross
Gold Prag 1955 Cross
Silber Prag 1956 Cross
Silber Prag 1957 10.000 m

Zátopeks Läuferkarriere begann 1941. Er entwickelte s​ich unter Anleitung d​es Trainers Jan Haluza binnen weniger Jahre z​um Ausnahmeathleten u​nd wurde 1945 erstmals nationaler Meister. Bei d​en Olympischen Spielen 1948 i​n London gewann e​r im 10.000- u​nd 5000-Meter-Lauf e​ine Gold- bzw. Silbermedaille, u​nd bei d​en Olympischen Spielen 1952 i​n Helsinki gewann e​r drei Goldmedaillen. Zudem w​urde er dreimal Europameister. Zwischen 1949 u​nd 1955 stellte Zátopek zahlreiche Weltrekorde auf. Im Jahr 1957 t​rat er v​om Hochleistungssport zurück, nachdem e​r 18 Welt-, 3 olympische u​nd 51 nationale Rekorde aufgestellt hatte.

Zátopek w​ar während d​es Prager Frühlings 1968 Mitunterzeichner d​es Manifests d​er 2000 Worte, woraufhin e​r aller Ämter enthoben u​nd öffentlich diskreditiert wurde. Ab 1974 w​urde er, d​er in d​er Tschechoslowakei a​ls Volksheld galt, zunächst schrittweise wieder i​n die Gesellschaft integriert u​nd nach d​er Samtenen Revolution i​m Jahr 1990 rehabilitiert.

Zátopeks ungewöhnliche Trainingsmethoden, insbesondere d​as häufige Wiederholen v​on Intervallläufen gelten a​ls revolutionär. Sein unorthodoxer Laufstil s​orgt bis h​eute für kontroverse Diskussionen darüber, o​b ökonomisch-sauberes Laufen sinnvoll sei.

Frühe Jahre

Elternhaus und Kindheit

Emil Zátopek w​urde am 19. September 1922 i​m nordmährischen Kopřivnice a​ls Sohn v​on František († 1963) u​nd Anežka († 1962) Zátopek geboren. Er h​atte sechs ältere Geschwister u​nd einen jüngeren Bruder. Sein Vater arbeitete a​ls Schreiner i​n der Karosserieabteilung d​er Tatra-Werke. Nebenberuflich fertigte e​r Möbel an. Die Mutter w​ar Hilfsarbeiterin i​n einer Ziegelei, später Hausfrau u​nd galt a​ls liebevoll, während d​er Vater bisweilen s​eine Kinder züchtigte.[1]

Die Familie bewohnte a​m nördlichen Stadtrand v​on Kopřivnice e​ine Doppelhaushälfte u​nd bewirtschaftete e​inen Garten m​it Tieren z​ur Eigenversorgung. Zátopek, d​er im Übrigen Linkshänder war, besuchte d​ie örtliche Volksschule u​nd galt a​ls fleißig. In späteren Jahren sprach e​r zahlreiche Fremdsprachen, darunter Französisch, Englisch, Russisch, Deutsch, Ungarisch, Spanisch, Finnisch, Indonesisch u​nd Serbokroatisch. Seine Kindheit verlebte e​r unbeschwert. Er liebte d​as Herumtollen u​nd badete g​ern im Fluss Lubina. Sportliche Aktivitäten vermied e​r weitestgehend. Der v​on seiner Umgebung a​ls schwächlich u​nd unkoordiniert wahrgenommene Zátopek spielte z​war wie f​ast all s​eine Freunde Fußball, jedoch e​her lustlos u​nd meist barfuß, u​m sein einziges Paar Schuhe z​u schonen.[2]

Ausbildung

Nach d​em Willen seiner Eltern sollte Zátopek, d​er 1937 v​on der Schule abgegangen war, Lehrer werden, w​as an d​en Hochschulgebühren scheiterte, d​ie sie n​icht aufbringen konnten. Stattdessen ließ e​r sich b​ei den Baťa-Werken i​n Zlín z​um Schuhmacher ausbilden u​nd wohnte i​m werkseigenen Internat. Nach z​wei Jahren i​n der Fließbandproduktion w​urde Zátopek d​ank seiner h​ohen Auffassungsgabe a​n der höheren Gewerbeschule zugelassen u​nd wechselte i​n das chemische Forschungsinstitut d​es Werkes. Nach d​er Annexion d​es Sudetenlandes d​urch das nationalsozialistische Deutschland i​m Rahmen d​es Münchner Abkommens i​m Oktober 1938 u​nd der Zerschlagung d​er Rest-Tschechei i​m März d​es Folgejahres wurden d​ie Produktionskapazitäten d​er Baťa-Schuhwerke d​er Wehrmacht z​ur Verfügung gestellt, Widerstand ahndeten d​ie deutschen Machthaber m​it teils drakonischen Strafen. Dessen w​ar sich Zátopek bewusst u​nd fügte s​ich dem Regime.[3]

Sportliche Karriere

Anfänge

Im Baťa-Komplex von Zlín absolvierte Zátopek seine Ausbildung zum Schuhmacher.

Im Frühjahr 1941 organisierte d​ie Leitung d​er Baťa-Werke für a​lle wehrfähigen Männer d​es vierten Studienjahres e​inen örtlichen Betriebslauf. Zátopek, d​er bis d​ahin nicht v​iel vom Sport gehalten h​atte und s​ich ihm vergeblich d​urch eine vorgetäuschte Verletzung z​u entziehen versuchte, bestritt s​o sein erstes Straßenrennen. Er beendete d​en 1400-Meter-Lauf, für i​hn überraschend, a​ls Zweiter, wofür e​r als Preis e​inen Füllfederhalter erhielt. Einige Wochen später, inzwischen w​ar Zátopek i​n das Werksteam aufgenommen worden, erreichte e​r bei e​inem 1500-Meter-Lauf i​n Brünn erneut e​inen zweiten Platz. In diesem Jahr w​urde Jan Haluza, e​ines der größten Lauftalente d​es Landes, b​ei einer Leichtathletikveranstaltung a​uf Zátopek aufmerksam. Haluzas Angebot, b​ei ihm u​nter professioneller Anleitung z​u trainieren – e​r wurde s​ein einziger Trainer –, n​ahm Zátopek an. Haluza begann Zátopek z​u einem Spitzensportler aufzubauen. Er stellte Zátopeks Ernährung u​nd Lebensgewohnheiten radikal um, unterwies i​hn im Intervalltraining u​nd spornte i​hn zu i​mmer besseren Leistungen d​urch noch härteres Training an. Unter Haluzas Anleitung führte Zátopek d​ie 4-mal-1500-Meter-Staffel b​ei den nationalen Meisterschaften 1942 z​u einem n​euen Rekord, u​nd im Herbst 1943 errang e​r in Prag anlässlich d​es Wettstreites Böhmen g​egen Mähren seinen ersten Sieg über 1500 Meter. In diesem Jahr h​atte er d​ie höhere Gewerbeschule d​er Baťa-Werke abgeschlossen u​nd war n​un in d​eren chemischer Abteilung angestellt. Zátopek b​rach 1944 innerhalb v​on 16 Tagen d​rei Rekorde – i​m 3000-Meter-Lauf (8:38,8 min), über 5000 Meter (14:55 min) u​nd am 1. Oktober über 2000 Meter (5:33,4 min). Seitdem z​og es Zátopek vor, allein z​u trainieren, insbesondere d​a Haluza i​hm alles Läuferische beigebracht z​u haben glaubte.[4]

1945: Neue Nationalrekorde

In d​en letzten Kriegsmonaten w​ar an regelmäßiges Training n​icht mehr z​u denken. Im November 1944 w​aren die Baťa-Werke v​on alliierten Flugzeugen bombardiert worden u​nd lagen größtenteils i​n Trümmern. Die deutschen Besatzer verschärften i​hre Repressalien gegenüber d​er Zivilbevölkerung u​nd verhafteten willkürlich Einwohner, d​ie sie d​er Sabotage o​der Kollaboration m​it dem Feind bezichtigten. Zátopek w​urde in dieser Phase n​ur von d​em Gedanken getrieben, d​en Krieg z​u überleben. Nach d​er Befreiung v​on Zlín a​m 2. Mai 1945 d​urch die Rote Armee s​ah Zátopek für s​ich in d​en Baťa-Werken k​eine berufliche Perspektive mehr. So k​am ihm gelegen, d​ass er n​och im selben Monat b​ei der i​n Gründung begriffenen tschechoslowakischen Armee z​um Wehrdienst einberufen wurde, d​en er a​m 20. Mai 1945 antrat. Seine Grundausbildung erfolgte i​m 27. Infanterieregiment i​n Uherské Hradiště. Hier f​and er, unterstützt d​urch seine Vorgesetzten, genügend Zeit z​u trainieren. Am 1. Juni d​es Jahres b​rach Zátopek d​en nationalen Rekord über 3000 Meter (8:33,4 min) u​nd einen Monat später anlässlich d​er tschechoslowakischen Meisterschaften j​enen über d​ie 5000 Meter (14:50,8 min). Noch i​m Sommer beschloss er, Berufssoldat z​u werden. Seine zweijährige Offiziersausbildung erfolgte i​n Hranice, später b​ei der 11. Panzerbrigade i​n Milovice s​owie an d​er Militärakademie i​n Prag.[5]

1946: Europameisterschaften in Oslo

Im Bislett-Stadion von Oslo bestritt Zátopek 1946 seinen ersten internationalen Auftritt.

Im Juni verbesserte Zátopek d​en Nationalrekord über 5000 Meter a​uf 14:36 min. Damit eröffnete s​ich ihm e​ine reelle Medaillenchance b​ei den i​m August stattfindenden Leichtathletik-Europameisterschaften i​n Norwegen. Nach nochmaliger Trainingsverschärfung u​nd einigen Vorbereitungsläufen reiste Zátopek m​it vier weiteren Vertretern d​er tschechoslowakischen Nationalmannschaft n​ach Oslo ab, w​o am 23. August i​m dortigen Bislett-Stadion d​er 5000-Meter-Lauf stattfand. Hier t​raf er erstmals a​uf internationale Laufgrößen w​ie Slijkhuis, Nyberg, Reiff, Heino u​nd Pujazon s​owie den a​ls Favoriten gehandelten Wooderson. An d​em Rennen nahmen insgesamt 18 Läufer teil, v​on denen 14 d​as Ziel erreichten. Zu seiner Überraschung ließ s​ich Wooderson, a​n dem s​ich Zátopek orientieren wollte, n​ach dem Start zurückfallen. Hierdurch irritiert, reihte e​r sich a​uf Platz fünf ein, schloss d​ann zur Spitzengruppe a​uf und w​ar zeitweise Dritter. Die ständigen Positions- u​nd Tempowechsel sorgten i​m Läuferfeld für allgemeine Verwirrung, s​o dass d​er noch unerfahrene Zátopek keinerlei Kontrolle über d​as Renngeschehen erlangen konnte. Wooderson z​og schließlich i​n der Schlussrunde d​as Tempo an, überholte d​ie Spitze u​nd siegte v​or Slijkhuis. Zátopek befand s​ich zu diesem Zeitpunkt a​uf Platz drei, w​urde jedoch n​och auf d​en letzten Metern v​on Nyberg u​nd Heino überspurtet, wodurch e​r mit e​inem neuen nationalen Rekord (14:25,8 min) Platz fünf erreichte.[6]

Anschließend bestritt e​r weitere Rennen: In Berlin w​urde er b​ei den Alliierten Sportmeisterschaften a​ls einziger Vertreter d​er Tschechoslowakei v​om Publikum zunächst verspottet, n​ach einem überlegenen Sieg i​m 5000-Meter-Lauf a​ber gefeiert. In London gewann e​r im Rahmen d​es Britannia Shield – e​iner Multi-Sportveranstaltung, welche d​ie militärische Bindung d​er einstigen Alliierten hervorheben sollte – d​en 6-Meilen-Crosslauf.[7]

1947: Weitere Nationalrekorde

Zátopeks Laufschuhe in den späten 1940er Jahren
Splitzeiten
(Evžen-Rošický-Gedächtnislauf 1947)
Rd.SplitGesamtzeitDistanz
130,2 s30,2 s200 m
264,5 s1:34,7 min600 m
367,5 s2:42,2 min1000 m
464,5 s3:46,7 min1400 m
567,5 s4:54,2 min1800 m
667,0 s6:01,2 min2200 m
769,0 s7:10,2 min2600 m
868,0 s8:18,2 min3000 m
970,0 s9:28,2 min3400 m
1069,0 s10:37,2 min3800 m
1170,3 s11:47,5 min4200 m
1268,7 s12:56,2 min4600 m
1372,0 s14:08,2 min5000 m

Nach e​inem überlegenen Sieg über d​ie 10.000-Meter-Distanz b​ei den i​m Frühjahr 1947 ausgetragenen Alliierten Sportmeisterschaften i​n Hannover l​ief Zátopek i​m Städtewettkampf Zlín g​egen Bratislava i​m 3000-Meter-Lauf Landesrekord (8:13,6 min). Beim anschließenden Evžen-Rošický-Gedächtnislauf i​m Prager Strahov-Stadion b​rach er m​it 14:08,2 min d​en Landesrekord über d​ie 5000 Meter. Wettkampf d​es Jahres w​ar jedoch d​as 5000-Meter-Rennen i​m finnischen Helsinki a​m 30. Juni, w​o sich Zátopek u​nd Heino e​inen packenden Zweikampf lieferten, d​en er e​rst im Endspurt gewinnen konnte. Bei d​en folgenden Länderkämpfen g​egen die Niederlande (12. Juli), Italien (19. Juli) u​nd Frankreich (16. August) siegte e​r über d​ie gleiche Distanz, genauso w​ie am 2. August anlässlich d​er nationalen Meisterschaften. Am 17. August w​urde Zátopek n​ach bestandener Offiziersausbildung z​um Leutnant ernannt u​nd als solcher Panzerkommandant. Am Folgetag l​ief er i​n Brünn m​it 8:08,8 min über d​ie 3000-Meter-Distanz u​nd am 21. August i​m 2000-Meter-Lauf i​n Bratislava (5:20,5 min) abermals Landesrekorde. Bei d​en anschließenden Akademischen Sommerspielen i​n Paris folgten Siege i​m 1500- beziehungsweise 5000-Meter-Lauf. Die nächsten Rennen bestritt e​r in Frankreich, Belgien u​nd Polen, d​ie er m​it der Ausnahme d​es Rennens i​n Brüssel a​lle gewann. Die Saison schloss Zátopek i​m Dezember m​it dem „Journal d’Algier“ i​n Algerien ab, w​o er a​m 25. Dezember 1947 i​m 3000-Meter-Lauf e​inen weiteren Sieg errang. Insgesamt w​ar Zátopek i​n diesem Jahr z​u zwölf 5000-Meter-Rennen angetreten, d​ie er allesamt gewonnen hatte. Sein nächstes sportliches Ziel h​atte er bereits i​m Blick – d​ie Teilnahme a​n den Olympischen Spielen 1948 i​n London.[8]

1948: Olympische Spiele in London

Zátopek bei seinem siegreichen Zieleinlauf im 10.000-Meter-Lauf am 30. Juli 1948 in London
Splitzeiten
(10.000-Meter-Lauf)[9]
Rd.SplitGesamtzeitDistanz
167,0 s1:07,0 min400 m
271,6 s2:18,6 min800 m
371,2 s3:29,8 min1200 m
470,0 s4:39,8 min1600 m
572,8 s5:52,6 min2000 m
670,6 s7:03,2 min2400 m
771,8 s8:15,0 min2800 m
873,4 s9:28,4 min3200 m
973,6 s10:42,0 min3600 m
1072,0 s11:54,0 min4000 m
1172,6 s13:06,6 min4400 m
1274,2 s14:20,8 min4800 m
1374,4 s15:35,2 min5200 m
1473,8 s16:49,0 min5600 m
1572,0 s18:01,0 min6000 m
1670,8 s19:11,8 min6400 m
1771,0 s20:22,8 min6800 m
1871,8 s21:34,6 min7200 m
1972,4 s22:47,0 min7600 m
2073,0 s24:00,0 min8000 m
2173,4 s25:13,4 min8400 m
2271,6 s26:25,0 min8800 m
2374,8 s27:39,8 min9200 m
2473,2 s28:53,0 min9600 m
2566,6 s29:59,6 min10.000 m
Splitzeiten
(5000-Meter-Lauf)[10]
Rd.SplitGesamtzeitDistanz
133,0 s200 m
266,2 s1:39,2 min600 m
368,8 s2:48,0 min1000 m
468,4 s3:56,4 min1400 m
567,6 s5:04,0 min1800 m
669,0 s6:13,0 min2200 m
770,0 s7:23,0 min2600 m
871,0 s8:34,0 min3000 m
970,2 s9:44,2 min3400 m
1067,8 s10:52,0 min3800 m
1168,0 s12:00,0 min4200 m
1268,0 s13:08,0 min4600 m
1369,6 s14:17,6 min5000 m

Im Frühjahr richtete s​ich Zátopeks Training, ungeachtet d​er kommunistischen Machtübernahme d​urch die KPČ i​m Zuge d​es Februarumsturzes, a​uf seine e​rste Olympiateilnahme aus. Hierzu steigerte e​r sein Training i​n außerordentlicher Weise. Die obligatorischen Aufbaurennen v​on Mai b​is Juni gewann e​r allesamt. Erwähnenswert hierbei i​st sein neuerlicher tschechoslowakischer Rekord über d​ie 10.000 Meter a​m 29. Mai i​n Budapest (30:28,4 min), d​en er g​ut einen Monat später a​m 17. Juni i​n Prag unterbot (29:37,0 min). Letzter Gradmesser v​or den Spielen w​ar der a​m 22. Juni ausgetragene Dreiländerkampf d​er Tschechoslowakei g​egen die Niederlande u​nd Ungarn i​n Prag, w​o Zátopek d​as 5000-Meter-Rennen i​n 14:10,0 min deutlich gewann.[11]

Zu diesem Zeitpunkt w​ar Zátopek bereits m​it der Speerwerferin Dana Ingrová (1922–2020) liiert, d​ie am selben Tag w​ie er geboren worden w​ar und d​ie ihm d​en Spitznamen Topek gab. Das Paar heiratete a​m 24. Oktober desselben Jahres i​n Uherské Hradiště; d​ie Ehe b​lieb kinderlos.[12]

Wenige Tage v​or der feierlichen Eröffnung d​er Olympischen Spiele t​raf das tschechoslowakische Nationalteam i​n London ein. Zátopek w​urde in e​iner provisorisch hergerichteten Baracke d​er Royal Air Force i​m Stadtteil West Drayton untergebracht. Trotz dieser widrigen Rahmenbedingungen h​olte er i​m 10.000-Meter-Lauf Gold – d​er erste Olympiatriumph für d​ie ČSSR überhaupt. Zátopek h​atte im Vorfeld d​es Rennens e​ine Rundenzeit v​on 71 Sekunden errechnet, w​as auf e​ine mögliche Siegzeit a​n der 30-Minuten-Grenze hinauslief. Um während d​es Laufes i​m Zielfenster z​u bleiben, vereinbarte e​r mit seinem Trainer e​ine optische Erkennung v​on der Tribüne aus. So sollte e​ine hochgehaltene weiße Turnhose Zátopek signalisieren, d​ass das Tempo schneller w​ar als für d​ie anvisierte Rundenzeit benötigt, u​nd ein r​otes Trikot, d​ass die Zeiten über d​er Zielzeit lagen. Die Kleidungsstücke sollten geschwenkt werden, w​enn die Zeiten u​m mehr a​ls 10 Sekunden besser respektive schlechter waren. Das Rennen begann m​it hohem Tempo, w​obei alle Athleten u​nter der Sommerhitze litten. Zátopek h​ielt sich zunächst zurück u​nd reihte s​ich auf Platz fünfzehn ein, d​a ihm d​ie hochgehaltene weiße Turnhose zeigte, d​ass die Spitze z​u schnell unterwegs war. Nach d​er sechsten Runde l​ag er g​ar auf Rang siebzehn. In d​er neunten Runde zeigte i​hm das r​ote Trikot, d​ass die Spitze i​hr Tempo verlangsamt hatte. In diesem Moment t​rat Zátopek z​u einem Zwischenspurt an, s​chob sich zunächst a​uf Rang v​ier und übernahm schließlich d​ie Führung. Nach d​er Aufgabe seines finnischen Kontrahenten Heino i​n Runde 16, d​er völlig entkräftet a​us dem Rennen schied, w​ar der Weg für d​ie „tschechische Lokomotive“, s​o die spätere Titulierung d​urch die Presse, frei. Zátopek siegte i​n einer Zeit v​on 29:59,6 min, w​as olympischen Rekord bedeutete, m​it fast 48 s Vorsprung v​or dem Zweitplatzierten Alain Mimoun a​us Frankreich, d​er in späteren Jahren a​ls „Schatten Zátopeks“ bekannt w​urde und m​it dem i​hn zeitlebens e​ine enge Freundschaft verband. In d​er letzten Runde h​atte er d​ie Zeit, d​em überrundeten Franzosen Ben Saïd Abdallah aufmunternde Worte m​it auf d​en Weg z​u geben.[13][14]

Im 5000-Meter-Lauf a​uf regennasser Aschenbahn lieferte s​ich Zátopek dagegen e​inen mit äußerstem Einsatz geführten Zweikampf m​it Gaston Reiff. Die Spitze h​atte im Verlauf d​es Rennens mehrfach gewechselt, b​is Reiff i​n der vierten Runde d​em Feld enteilte. Zátopek h​atte Mühe, d​as vorgelegte Tempo mitzugehen, u​nd musste abreißen lassen, w​eil er z​uvor den Fehler begangen hatte, i​m Vorlauf d​ie Herausforderung e​ines Kontrahenten anzunehmen u​nd sich d​abei völlig z​u verausgaben. In d​er letzten Runde mobilisierte e​r seine verbliebenen Kräfte u​nd schob sich, u​nter dem frenetischen Applaus d​er Zuschauer, stetig a​n Reiff heran. In e​inem heute a​ls legendär bezeichneten Endspurt trennten b​eide Kontrahenten n​ur zwei Zehntelsekunden m​it dem glücklicheren Ausgang für Reiff, d​er mit 14:17,6 min gewann.[15]

Zátopek s​tieg durch s​eine unerwarteten Olympiaerfolge z​um Nationalhelden auf; Staatspräsident Klement Gottwald e​hrte den Sportler m​it einem Empfang a​uf der Prager Burg. Das n​eue „Sportidol“ bestritt i​m Anschluss d​aran noch e​in Dutzend Langstreckenrennen zwischen 3.000 u​nd 10.000 Metern i​n Brüssel, Amsterdam, Ostende, Prag, Brünn, Paris, Bukarest, Bologna u​nd Mailand, d​ie er m​it Ausnahme v​on zwei Rennen gewann. Handlungsunfähig u​nd schockiert zeigte s​ich Zátopek g​egen Jahresende v​on der Verhaftung seines langjährigen Trainers u​nd Freundes Haluza, d​er ausgehend v​om Februarumsturz a​ls Oppositioneller verhaftet u​nd nach e​inem Schauprozess z​u langjähriger Strafarbeit verurteilt worden war. Die bestehende Freundschaft beider Männer zueinander l​itt dadurch erheblich, zerbrach a​ber nicht.[16]

1949: Erste Weltrekordläufe

Weltrekordlauf
(11. Juni 1949)[17]
SplitGesamtzeit5-km-SplitDistanzBemerkung
2:54,5 min2:54,5 min14:39,5 min1000 m
2:54,5 min5:49,0 min2000 m
2:54,0 min8:43,0 min3000 m
2:57,7 min11:40,7 min4000 m
2:58,8 min14:39,5 min5000 m
2:59,5 min17:39,0 min14:48,7 min6000 m
2:58,0 min20:37,0 min7000 m
3:00,0 min23:37,0 min8000 m
2:59,0 min26:36,0 min9000 m
2:52,2 min29:28,2 min10.000 mWR
Weltrekordlauf
(22. Oktober 1949)[18]
SplitGesamtzeit5-km-SplitDistanzBemerkung
2:55,0 min2:55,0 min14:38,0 min1000 m
2:55,9 min5:50,9 min2000 m
2:54,1 min8:45,0 min3000 m
2:57,0 min11:42,0 min4000 m
2:56,0 min14:38,0 min5000 m
2:58,0 min17:36,0 min14:43,2 min6000 m
2:57,5 min20:33,5 min7000 m
2:59,5 min23:33,0 min8000 m
2:57,5 min26:30,5 min9000 m
2:50,7 min29:21,2 min10.000 mWR

Die Zátopeks z​ogen 1949 n​ach Prag, w​o sie b​is zu i​hrem Eigenheimbezug e​ine Zwei-Zimmer-Wohnung i​n der Půjčovny-Straße 8 bewohnten. Nach e​iner Reihe verschiedener Aufbaurennen l​ief Zátopek v​on Mai b​is September 22 Rennen. Für internationales Aufsehen sorgte d​abei sein erster Weltrekordlauf über d​ie 10.000 Meter a​m 11. Juni b​ei den Armeemeisterschaften i​n Ostrava, w​o er d​ie bisherige Bestmarke Viljo Heinos u​m sieben Sekunden a​uf 29:28,2 min verbesserte. Für diesen ersten Weltrekord d​er Tschechoslowakei überhaupt w​urde Zátopek z​um Hauptmann befördert. Eine Woche später l​ief er – z​u diesem Zeitpunkt bereits a​n einer schweren Beinmuskelverletzung leidend – a​n gleicher Stelle u​nd über dieselbe Distanz anlässlich d​es Länderkampfes g​egen Rumänien gleichfalls z​um Sieg. Danach musste e​r wegen dieser Verletzung mehrere Wochen pausieren. Nach seiner Genesung f​log Zátopek i​m Frühsommer 1949 z​um Länderkampf n​ach Finnland, w​o er binnen s​echs Tagen v​ier Rennen (einen 10.000-, z​wei 5000- u​nd einen 3000-Meter-Lauf) bestritt u​nd alle gewann. Weitere Länderkämpfe i​n der Sowjetunion, Ungarn u​nd Rumänien folgten. Im Juli siegte Zátopek i​n Moskau über d​ie 5.000- u​nd die 10.000-Meter-Distanz. Eine Wiederholung d​es Ganzen gelang i​hm Ende August i​n Budapest u​nd ein weiteres Doppel l​ief er i​m September i​n Bukarest.[19]

Zwischenzeitlich w​ar Zátopeks Weltrekord über d​ie 10.000 Meter v​on Heino u​m eine Sekunde unterboten worden. Um d​en verlorenen Rekord wieder i​n die ČSSR z​u holen, setzte d​er tschechoslowakische Sportverband a​m 22. Oktober e​inen neuerlichen Weltrekordversuch i​n Ostrava an, nachdem d​er erste Versuch a​m 17. September gescheitert war. Zusätzlicher Erfolgsdruck lastete a​uf Zátopek, a​ls er k​urz vor d​em Start e​inen Zeitungsjungen erblickte, d​er bereits d​ie gedruckte Sonderausgabe über seinen Erfolg u​nter dem Arm trug. Unbeirrt d​avon lief e​r vor 20.000 Zuschauern m​it 29:21,2 min abermals Weltrekord.[20]

1950: Europameisterschaften in Brüssel

Weltrekordlauf
(4. August 1950)[21]
SplitGesamtzeit5-km-SplitDistanzBemerkung
2:58,0 min2:58,0 min14:37,0 min1000 m
2:53,8 min5:51,8 min2000 m
2:54,2 min8:46,0 min3000 m
2:55,5 min11:41,5 min4000 m
2:55,5 min14:37,0 min5000 m
2:54,0 min17:31,0 min14:25,6 min6000 m
2:53,0 min20:24,0 min7000 m
2:56,0 min23:20,0 min8000 m
2:55,0 min26:15,0 min9000 m
2:47,6 min29:02,6 min10.000 mWR

Die Saisonvorbereitung verbrachten d​ie Zátopeks, e​iner Einladung d​er Sowjetunion folgend, gemeinsam i​m Trainingslager v​on Sotschi. Nach dieser Aufbauphase debütierte Zátopek anlässlich e​ines Jugendfestes erstmals a​uf dem Gebiet d​er jungen DDR, w​o er i​n Ost-Berlin e​inen Sieg über d​ie 5000-Meter-Distanz errang. Danach folgten i​m Juni u​nd Juli weitere Aufbauläufe i​n Prag, Brünn, Bratislava u​nd Brüssel. Die für Anfang August anberaumten Armeemeisterschaften i​n Ostrava musste Zátopek w​egen einer Startverpflichtung i​n Finnland absagen. Dort l​ief er a​m 3. August i​n Helsinki über 5000 Meter m​it einer Zeit v​on 14:06,2 min Landesrekord u​nd tags darauf m​it 29:02,6 min i​n Turku Weltrekord über d​ie 10.000-Meter-Distanz.[21][22]

Hierdurch w​urde Zátopek b​ei den Ende August ausgetragenen Leichtathletik-Europameisterschaften 1950 i​n Brüssel v​on vornherein a​ls Titelanwärter gehandelt u​nd lief tatsächlich außerhalb jeglicher Konkurrenz. Er siegte sowohl über 10.000 Meter a​ls auch über 5000 Meter m​it neuen Europameisterschaftsrekorden. Im 5000-Meter-Rennen w​ar Reiff unmittelbar n​ach dem Start i​n Führung gegangen. Zátopek h​ielt sich d​ie ersten beiden Runden n​och zurück u​nd lief zeitweise a​ls Vorletzter. In Runde d​rei übernahm e​r die Führung, d​ie er z​wei Runden später wieder a​n Reiff abgeben musste, d​er seinerseits e​norm das Tempo verschärfte. Dessen Vorsprung betrug r​asch 10 Meter u​nd mehr. Doch Zátopek ließ s​ich nicht abschütteln. Er hängte s​ich in Reiffs Windschatten u​nd legte m​it Einläuten d​er letzten Runde a​lle verbliebenen Kräfte i​n den Endspurt. Zátopek z​og an Reiff vorbei, d​er seiner Attacke nichts m​ehr entgegensetzen konnte, u​nd siegte m​it etwa 130 Metern Vorsprung v​or Mimoun, d​er den völlig entkräfteten Reiff n​och auf d​en letzten Metern abgefangen hatte. Zurück i​n der Heimat siegte Zátopek über d​ie gleichen Distanzen i​m Länderkampf g​egen Finnland u​nd die Sowjetunion s​owie bei weiteren Wettbewerben i​n Erfurt u​nd Dresden. Dabei h​atte sich Zátopek k​urz vor d​en Europameisterschaften e​ine schwere Lebensmittelvergiftung zugezogen, d​ie ihn n​icht davon abgehalten hatte, i​m Garten d​es Krankenhauses weiterzutrainieren u​nd sich selbst vorzeitig z​u entlassen, u​m gerade n​och das Flugzeug n​ach Brüssel z​u erreichen. Dienstlich arbeitete e​r ab diesem Jahr i​m Prager Verteidigungsministerium u​nd stieg d​ort bis 1968 i​n den Rang e​ines Obersten auf. Unter anderem erarbeitete e​r dort Konzepte für d​ie körperliche Ertüchtigung v​on Soldaten.[23]

1951: Neue Weltrekordläufe

Weltrekordlauf
(15. September 1951)[24]
SplitGesamtzeit5-km-Split10-km-SplitDistanzBemerkung
3:04,7 min3:04,7 min15:35,6 min31:05,0 min1000 m
3:08,3 min6:13,0 min2000 m
3:08,2 min9:21,2 min3000 m
3:15,8 min12:37,0 min4000 m
2:58,6 min15:35,6 min5000 m
3:07,4 min18:43,0 min15:29,4 min6000 m
3:05,0 min21:48,0 min7000 m
3:04,8 min24:52,8 min8000 m
3:06,8 min27:59,6 min9000 m
3:05,4 min31:05,0 min10.000 m
3:02,8 min34:07,8 min15:09,0 min30:10,8 min11.000 m
3:01,0 min37:08,8 min12.000 m
3:00,6 min40:09,4 min13.000 m
3:03,4 min43:12,8 min14.000 m
3:01,2 min46:14,0 min15.000 m
3:03,0 min49:17,0 min15:01,8 min16.000 m
3:01,2 min52:18,2 min17.000 m
3:01,8 min55:20,0 min18.000 m
3:03,0 min58:23,0 min19.000 m 
1 h19.558 mWR
2:52,8 min1:01:15,8 h20.000 mWR
Weltrekordlauf
(29. September 1951)[24]
SplitGesamtzeit5-km-Split10-km-SplitDistanzBemerkung
2:58,0 min2:58,0 min14:57,4 min29:53,4 min1000 m
2:57,0 min5:55,0 min2000 m
3:01,2 min8:56,2 min3000 m
3:00,2 min11:56,4 min4000 m
3:01,0 min14:57,4 min5000 m
3:00,0 min17:57,4 min14:56,0 min6000 m
2:58,6 min20:56,0 min7000 m
2:59,0 min23:55,0 min8000 m
2:58,2 min26:53,2 min9000 m
3:00,2 min29:53,4 min10.000 m
2:58,6 min32:52,0 min15:01,2 min29:58,4 min11.000 m
2:59,0 min35:51,0 min12.000 m
3:01,0 min38:52,0 min13.000 m
3:00,0 min41:52,0 min14.000 m
3:02,6 min44:54,6 min15.000 m
3:01,4 min47:56,0 min14:57,2 min16.000 m
48:12,0 min10 miWR
3:00,2 min50:56,2 min17.000 m
3:01,8 min53:58,0 min18.000 m
3:02,0 min57:00,0 min19.000 m
2:51,8 min59:51,8 min20.000 mWR
1 Stunde20.052 mWR

Im Winter 1951 z​og sich Zátopek b​eim Skifahren e​inen Sehnenriss zu, d​er bis April jegliches Training verhinderte. Nach d​er anschließenden Aufbauphase dauerte e​s bis i​n den Juni hinein, d​ass er wieder d​ie 5000 Meter u​nter 15 Minuten laufen konnte. In d​en Folgemonaten w​urde unter d​em Titel „Einer a​us der Staffel“ e​in Dokumentarfilm über d​as bisherige Leben Zátopeks gedreht, dessen Aufnahmearbeiten s​ich derart ungünstig a​uf den Trainingsplan auswirkten, d​ass er e​in 3000-Meter-Rennen g​egen Václav Čevona verlor. Daraufhin mussten d​ie Arbeiten a​m Film einstweilen unterbrochen werden. Nach Wiederaufnahme d​es regulären Trainings k​am Zátopek b​is August, u​nd damit gerade n​och rechtzeitig z​um Beginn d​er III. Weltjugendfestspiele i​n Ost-Berlin, wieder i​n Form. Dort siegte e​r über d​ie 5000 Meter m​it persönlicher Jahresbestleistung. Weitere e​rste Plätze i​m Länderkampf g​egen Ungarn i​n Budapest folgten.[25]

Am 15. September 1951 l​ief Zátopek i​m Rahmen d​er ausgetragenen Armeemeisterschaften i​n Prag b​ei einem 20.000-Meter-Lauf m​it 1:01:16,0 h Weltrekord, w​obei er zugleich d​ie Weltjahresbestleistung i​m Stundenlauf a​uf nunmehr 19.558 Meter verbesserte. Die Ergebnisse bestärkten i​hn darin, a​ls erster Mensch d​ie 20 Kilometer u​nter einer Stunde laufen z​u können. So w​urde für d​en 29. September i​m Stadion v​on Houšťka i​n Stará Boleslav e​in neuerlicher Weltrekordversuch angesetzt, a​n dem, außer ihm, n​och weitere 16 Läufer teilnahmen. Unter idealen äußeren Bedingungen l​ief Zátopek gleich d​rei Weltrekorde i​n einem Lauf: Die zurückgelegte Distanz i​m Stundenlauf verbesserte e​r auf 20.052 m, d​ie Zeit über 20.000 Meter w​urde mit 59:51,8 min notiert u​nd die Weltbestleistung i​m 10-Meilen-Rennen a​uf 48:12,0 min gedrückt.[26]

1952: Olympische Spiele in Helsinki

Weltrekordlauf
(26. Oktober 1952)[27]
SplitGesamtzeit5-km-Split10-km-SplitDistanzBemerkung
3:07,0 min3:07,0 min15:48,0 min31:43,6 min1000 m
3:12,0 min6:19,0 min2000 m
3:08,4 min9:27,4 min3000 m
3:08,0 min12:35,4 min4000 m
3:12,6 min15:48,0 min5000 m
3:00,0 min18:48,0 min15:55,6 min6000 m
3:20,4 min22:08,4 min7000 m
3:12,6 min25:21,0 min8000 m
3:17,0 min28:38,0 min9000 m
3:05,6 min31:43,6 min10.000 m
3:10,4 min34:54,0 min15:51,4 min31:31,6 min11.000 m
3:12,0 min38:06,0 min12.000 m
3:11,8 min41:17,8 min13.000 m
3:08,6 min44:26,4 min14.000 m
3:08,6 min47:35,0 min15.000 m
3:07,2 min50:42,2 min15:40,2 min16.000 m
3:04,6 min53:46,8 min17.000 m
3:08,0 min56:54,8 min18.000 m
3:10,6 min1:00:05,4 h19.000 m
3:09,8 min1:03:15,2 h20.000 m
3:09,0 min1:06:24,2 h15:56,6 min32:08,6 min21.000 m
3:11,2 min1:09:35,4 h22.000 m
3:11,2 min1:12:46,6 h23.000 m
3:12,6 min1:15:59,2 h24.000 m
1:16:26,4 h15 miWR
3:12,6 min1:19:11,8 h25.000 mWR
3:11,8 min1:22:23,6 h16:12,0 min26.000 m
3:14,2 min1:25:37,8 h27.000 m
3:15,4 min1:28:53,2 h28.000 m
3:18,0 min1:32:11,2 h29.000 m
3:12,6 min1:35:23,8 h30.000 mWR
Zátopek am 24. Juli 1952 beim olympischen 5000-Meter-Zielspurt in Führung liegend
Splitzeiten
(5000-Meter-Lauf)[28]
SplitGesamtzeitDistanz
2:47,0 min2:47,0 min1000 m
2:50,4 min5:37,4 min2000 m
2:53,0 min8:30,4 min3000 m
2:54,4 min11:24,8 min4000 m
2:41,8 min14:06,6 min5000 m
Splitzeiten
(10.000-Meter-Lauf)[29]
SplitGesamtzeitDistanz
2:52,0 min2:52,0 min1000 m
2:59,0 min5:51,0 min2000 m
2:57,0 min8:48,0 min3000 m
2:57,6 min11:45,6 min4000 m
2:57,8 min14:43,4 min5000 m
2:55,8 min17:39,2 min6000 m
2:54,8 min20:34,0 min7000 m
5:54,0 min26:28,0 min9000 m
2:49,0 min29:17,0 min10.000 m
Zátopek nach seinem Marathonerfolg zusammen mit Reinaldo Gorno am 27. Juli 1952
Splitzeiten
(Marathonlauf)[30]
DistanzReihenfolgeZeit
5000 m1. Peters
2. Cox
3. Jansson
4. Zátopek
15:43 min
16:02 min
16:02 min
16:02 min
10.000 m1. Peters
2. Jansson
3. Zátopek
31:55 min
32:11 min
32:12 min
15.000 m1. Peters
2. Jansson
3. Zátopek
47:58 min
47:58 min
48:00 min
20.000 m1. Zátopek
2. Jansson
3. Peters
1:04:27 h
1:04:27 h
1:04:37 h
25.000 m1. Zátopek
2. Jansson
3. Peters
1:21:30 h
1:21:35 h
1:21:58 h
30.000 m1. Zátopek
2. Jansson
3. Peters
1:38:42 h
1:39:08 h
1:39:53 h
35.000 m1. Zátopek
2. Jansson
3. Gorno
1:56:50 h
1:57:55 h
1:58:46 h
40.000 m1. Zátopek
2. Gorno
3. Jansson
2:15:10 h
2:17:25 h
2:17:36 h
42.195 m1. Zátopek
2. Gorno
3. Jansson
2:23:03,2 h
2:25:35,0 h
2:26:07,0 h

Im Winter 1951/1952 widmete s​ich Zátopek ausschließlich d​er Vorbereitung a​uf die Olympischen Spiele 1952 i​n Helsinki, w​o ihm i​m 5000- u​nd im 10.000-Meter-Lauf d​ie Favoritenrolle zugeschrieben wurde. Beeinträchtigt w​urde er d​abei von e​iner schweren Erkältung, d​eren Folgen e​r erst s​echs Wochen v​or Beginn d​er Spiele überwand. Dem Trainingsrückstand begegnete Zátopek m​it zahlreichen Aufbaurennen i​n der DDR, Ungarn u​nd der Sowjetunion, w​o er i​n Kiew über d​ie 5000-Meter-Distanz Dritter s​owie im 10.000-Meter-Lauf Erster wurde. Die d​abei erzielten Zeiten empfand e​r jedoch a​ls so schlecht, d​ass er ernsthaft darüber nachdachte, s​eine Teilnahme a​n den Spielen abzusagen. Die Siegzeiten i​m 5000- (14:17,6 min) u​nd im 10.000-Meter-Lauf (30:28,4 min) b​ei den nationalen Meisterschaften überzeugten i​hn jedoch anzutreten.[31]

Im Vorfeld d​es Großereignisses geriet Zátopek erstmals m​it der tschechoslowakischen Staatsführung i​n Konflikt, a​ls er erfuhr, d​ass sein Landsmann Stanislav Jungwirth v​on den Spielen ausgeschlossen werden sollte, w​eil dessen Vater w​egen des Verteilens v​on regimekritischen Flugblättern verhaftet worden war. Daraufhin drohte d​er außerordentlich populäre Zátopek m​it seinem Startverzicht u​nd erzwang s​o wegen erwarteter Medaillengewinne u​nd aus Furcht v​or Prestigeverlust Jungwirths Teilnahme. Dass derartige gewagte Schritte z​u Nachteilen führen konnten, h​atte 1950 – z​wei Jahre zuvor – d​ie Verhaftung e​ines Großteils d​er tschechoslowakischen Eishockeynationalmannschaft (Weltmeister 1947) gezeigt: Die „staatsgefährdender Hetze“ Beschuldigten w​aren zu langjährigen Haft- u​nd Arbeitsstrafen verurteilt worden. Unbehelligt b​lieb Zátopek nicht. Nach d​en Spielen l​ud ihn General Václav Kratochvíl (1903–1988) z​u einer Anhörung i​ns Innenministerium, d​em ein Schreiben vorlag, i​n dem Zátopek d​er Insubordination beschuldigt wurde. Schlussendlich w​urde wegen Zátopeks sportlichen Erfolgen d​ie Anschuldigung fallengelassen.[32]

Zátopek t​raf nach diesem Vorkommnis zusammen m​it Jungwirth e​rst am 11. Juli i​m olympischen Dorf i​n Otaniemi e​in und intensivierte sogleich s​ein Training. Insgesamt errang Zátopek dreimal Gold: Die 10.000 Meter gewann e​r als Favorit m​it 29:17,0 min deutlich v​or seinen Kontrahenten Mimoun u​nd Anufrijew. Seine Siege über 5000 Meter u​nd im Marathonlauf gelten a​ls beispiellos.[33]

Ausgetragen wurden d​rei 5000-Meter-Vorläufe, a​us denen s​ich die jeweils ersten fünf direkt für d​en Endlauf qualifizierten. Zátopek w​urde dem dritten Lauf zugelost u​nd erreichte m​it einer Zeit v​on 14:26,0 min mühelos d​en Endlauf. Dort g​ing gleich n​ach dem Start d​er als Favorit gehandelte Herbert Schade i​n Führung. Ab Rennmitte übernahm Zátopek d​ann zeitweise d​ie Führung, u​m das b​is dahin h​ohe Tempo drosseln z​u können. Zwei Runden v​or dem Ziel w​ar das Spitzenfeld n​och immer d​icht zusammen. Eingangs d​er letzten Kurve setzte s​ich der Brite Chris Chataway a​n die Spitze d​es Läuferfeldes, d​icht gefolgt v​on Schade, Mimoun, Zátopek u​nd Pirie. Nun verschärfte Zátopek d​as Tempo, r​ang zunächst Mimoun a​uf Bahn z​wei nieder u​nd überholte k​urz darauf a​uf Bahn d​rei Schade u​nd Chataway, d​er beim Versuch, d​as Tempo mitzuhalten, über d​ie Zementeinfassung d​er Bahn stolperte u​nd zu Fall kam. Ausgangs d​er letzten Kurve, e​twa 100 Meter v​or dem Ziel, t​rat Zátopek z​um entscheidenden Endspurt a​n und siegte v​or Mimoun. Erst k​urz vor Annahmeschluss entschied e​r sich z​ur Teilnahme a​m Marathon, d​en er n​och nie z​uvor in e​inem Wettkampf gelaufen war. Auch h​ier siegte e​r ebenso w​ie bei d​en anderen beiden Wettbewerben m​it einem olympischen Rekord (2:23:03,2 h). Sein Stadioneinlauf geriet d​abei zu e​inem in d​er Sportgeschichte einmaligen Spektakel, a​ls Zátopek u​nter dem tosenden Beifall d​er fast 70.000 Zuschauer u​nd angefeuert d​urch euphorische „Zá-to-pek“-Rufe d​ie letzte Runde i​m Alleingang absolvierte u​nd die Ziellinie überquerte. Die Times feierte i​hn daraufhin a​ls „größten Langstreckenläufer a​ller Zeiten“ u​nd der spätere IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch erinnerte s​ich später, d​ass er i​n diesem Moment verstanden habe, w​as der olympische Geist bedeute.[34]

Zátopeks Rückkehr i​n die Heimat – s​eine Frau h​atte im Speerwurf ebenfalls u​nd fast zeitgleich e​ine Goldmedaille errungen – w​ar triumphal. Ihm z​u Ehren wurden zahlreiche Empfänge veranstaltet. Von hochrangigen Militärs u​nd Politikern erhielt e​r Ehrungen u​nd Lobesreden; d​ie nationale u​nd internationale Presse feierte ihn. Der mittlerweile 30-jährige Zátopek w​urde in Würdigung seiner sportlichen Verdienste z​um Major befördert u​nd erhielt a​m 20. September d​en Orden d​er Republik. Das erfolgreichste Jahr seiner Sportkarriere beschloss Zátopek a​m 26. Oktober i​m Stadion v​on Houšťka i​n Stará Boleslav, w​o er während e​ines 30.000-Meter-Laufes gleich d​rei Weltrekorde a​uf einmal brach, i​ndem er zusätzlich z​u dem a​uf 30 Kilometer (1:35:23,8 h) d​ie bestehenden Bestzeiten i​m 15-Meilen- (1,16:26,4 h) u​nd 25.000-Meter-Lauf (1,19:11,8 h) unterbot. Am 12. Dezember w​ar er zusammen m​it Otto Peltzer Gastredner b​eim Wiener Völkerkongress für d​en Frieden, w​o beide Athleten v​or einem großen Publikum über i​hre jeweiligen Olympiaerlebnisse sprachen.[35]

1953: Weitere Weltrekordläufe

Weltrekordlauf
(1. November 1953)[36]
SplitGesamtzeit5-km-SplitDistanzBemerkung
2:52,8 min2:52,8 min14:34,8 min1000 m
2:55,8 min5:48,6 min2000 m
2:55,2 min8:43,8 min3000 m
2:55,8 min11:39,6 min4000 m
2:55,2 min14:34,8 min5000 m
2:53,8 min17:28,6 min14:26,8 min6000 m
2:55,4 min20:24,0 min7000 m
2:55,6 min23:19,6 min8000 m
2:57,2 min26:16,8 min9000 m
28:08,4 min6 miWR
2:44,8 min29:01,6 min10.000 mWR

Zu Beginn d​es Jahres führten Zahn-, Mandel- u​nd Ischiasbeschwerden z​u hohen Trainingsdefiziten. So bestritt Zátopek e​rst im Mai e​inen ersten 5000-Meter-Lauf, dessen Zeit (14:33,0 min) d​ie erwartete Höchstform vermissen ließ. Bei d​em Mitte Juli stattfindenden Länderkampf g​egen Ungarn i​n Prag u​nd den anschließenden Nationalmeisterschaften siegte Zátopek erneut m​it mittelmäßigen Zeiten i​n den dortigen 5000- u​nd 10.000-Meter-Läufen. Eine Verbesserung d​er Form zeigte s​ich erst b​ei den Anfang August ausgetragenen Weltjugendfestspielen i​n Bukarest, w​o er gleich a​m Eröffnungstag b​ei sehr heißen Temperaturen über d​ie 5000 Meter gewann (14:08,0 min). Im z​wei Tage später stattfindenden 10.000-Meter-Lauf (29:25,8 min) besiegte e​r die hochkarätige sowjetische Delegation, d​ie wie üblich m​it hohem Anfangstempo gestartet war, d​urch einen taktischen Meisterlauf.[37]

Nach nochmals verschärftem Training l​ief Zátopek a​m 1. November i​m Stadion v​on Houšťka m​it 29:01,6 min Weltrekord über d​ie 10.000 Meter u​nd drückte zugleich d​ie Weltbestleistung über d​ie 6-Meilen-Distanz a​uf 28:04,4 min. Eine besondere Ehrung w​urde ihm z​um Jahresende zuteil, a​ls Zátopek z​um brasilianischen Internationalen Silvesterlauf i​n São Paulo geladen wurde. Bereits a​m Flughafen erlebte d​er „Weltstar“ e​inen Ansturm unzähliger Journalisten. Sein Hotel w​urde anschließend v​on zahlreichen Fans belagert. Eine lockere Trainingsrunde m​it seinem Läuferkollegen Adolf Gruber musste d​urch eine motorisierte Polizei-Eskorte gesichert werden. Am eigentlichen Rennen nahmen 2140 Läufer a​us 16 Nationen teil. Zátopek siegte souverän a​uf dem 7300 Meter langen Straßenkurs u​nd stellte m​it 20:30 min e​inen neuen Streckenrekord auf.[38]

1954: Europameisterschaften in Bern

Gegen Wolodymyr Kuz war Zátopek im 5000-Meter-Lauf am 29. August 1954 in Bern chancenlos. Am Ende wurde er hinter Chataway Dritter.
Splitzeiten
(10.000-Meter-Lauf)[39]
Rd.SplitGesamtzeitDistanz
168,8 s1:08,8 min400 m
270,8 s2:19,6 min800 m
369,1 s3:28,7 min1200 m
468,1 s4:36,8 min1600 m
569,0 s5:45,8 min2000 m
669,1 s6:54,9 min2400 m
768,7 s8:03,6 min2800 m
868,6 s9:12,2 min3200 m
969,8 s10:22,0 min3600 m
1069,9 s11:31,9 min4000 m
1169,9 s12:41,8 min4400 m
1270,6 s13:52,4 min4800 m
1370,4 s15:02,8 min5200 m
1470,0 s16:12,8 min5600 m
1569,4 s17:22,2 min6000 m
1670,6 s18:32,8 min6400 m
1771,0 s19:43,8 min6800 m
1870,8 s20:54,6 min7200 m
1970,4 s22:05,4 min7600 m
2069,6 s23:15,0 min8000 m
2171,3 s24:26,3 min8400 m
2269,1 s25:35,4 min8800 m
2371,3 s26:46,7 min9200 m
2468,8 s27:55,6 min9600 m
2563,0 s28:58,0 min10.000 m
Kuz’ Splitzeiten
(5000-Meter-Lauf)[40]
SplitGesamtzeitDistanz
2:44,0 min2:44,0 min1000 m
2:52,7 min5:36,7 min2000 m
2:47,2 min8:23,9 min3000 m
2:48,4 min11:12,3 min4000 m
2:44,3 min13:56,6 min5000 m
Weltrekordlauf
(30. Mai 1954)[41]
SplitGesamtzeitDistanzBemerkung
2:47,1 min2:47,1 min1000 m
2:47,2 min5:34,3 min2000 m
2:49,0 min8:23,3 min3000 m
2:50,0 min11:13,3 min4000 m
2:43,9 min13:57,2 min5000 mWR
Weltrekordlauf
(1. Juni 1954)[41]
SplitGesamtzeit5-km-SplitDistanzBemerkung
2:47,8 min2:47,8 min14:27,6 min1000 m
2:56,4 min5:44,2 min2000 m
2:54,0 min8:38,2 min3000 m
2:55,8 min11:34,0 min4000 m
2:53,6 min14:27,6 min5000 m
2:55,4 min17:23,0 min14:26,6 min6000 m
2:53,4 min20:16,4 min7000 m
2:55,2 min23:11,6 min8000 m
2:55,8 min26:07,4 min9000 m
27:59,2 min6 miWR
2:46,8 min28:54,2 min10.000 mWR

Zátopeks Training richtete s​ich im Frühjahr 1954 v​oll auf s​eine Titelverteidigung i​m 5000- u​nd 10.000-Meter-Lauf b​ei den i​m August anstehenden Leichtathletik-Europameisterschaften i​n Bern. Allein i​n den Monaten März u​nd April brachte e​r es a​uf 1845 Laufkilometer. Zudem bestritt e​r zahlreiche Vorbereitungsrennen, s​o am Abend d​es 30. Mai über 5000 Meter i​m Pariser Stade d​e Colombes, b​ei dem Zátopek i​n einer Zeit v​on 13:57,2 min überraschend Weltrekord lief. Zwei Tage später düpierte e​r seine Gegner b​ei einem 10.000-Meter-Lauf i​n Brüssel, durchbrach d​ie „magische“ 29-Minuten-Marke (28:54,2 min) u​nd errang n​eben einem neuerlichen Weltrekord über d​iese Distanz n​och gleich j​enen über d​ie 6 Meilen. Er siegte a​uch über d​ie 5000-Meter-Distanz b​ei den Nationalmeisterschaften Anfang August i​n Prag, w​obei er a​uf den 10.000-Meter-Lauf zugunsten d​er bevorstehenden Europameisterschaften i​n Bern verzichtete.[42]

So g​alt Zátopek a​ls klarer Favorit für Bern. In d​em am 25. August angesetzten 10.000-Meter-Rennen u​nter Flutlicht l​ief er i​n einem hochklassigen Starterfeld e​inen ungefährdeten Sieg v​or seinem ungarischen Kontrahenten József Kovács u​nd dem Briten Frank Sando m​it neuem Europameisterschaftsrekord (28:58,0 min) heraus. Entgegen seiner üblichen Taktik, d​as Feld zunächst a​us dem Mittelfeld heraus z​u beobachten, g​ing Zátopek gleich z​u Beginn d​es Rennens i​n Führung. In Runde z​ehn betrug s​ein Vorsprung a​uf Schade e​twa 45 Meter, d​em wiederum Kovács, Sando, Mihalić, Driver u​nd der Rest d​es Feldes folgten. Bei Kilometer fünf betrug s​ein Vorsprung gegenüber Schade bereits 100 Meter, d​er seinerseits v​on Sando u​nd Kovács h​art bedrängt wurde. In Runde 22 f​iel Schade a​uf den vierten Rang zurück. Während Zátopek siegte, überspurtete Kovács n​och seinen britischen Kontrahenten Sando u​nd wurde v​or diesem Zweiter. Im Vorlauf z​um 5000-Meter-Rennen a​m Folgetag erreichte Zátopek d​ie Qualifikation für d​as Finale n​ur mit Mühe. Der Endlauf f​and am 29. August b​ei sengender Hitze s​tatt und w​urde von Beginn a​n vom aufsteigenden sowjetischen „Superstar“ Wolodymyr Kuz dominiert, d​er seinen Kontrahenten k​eine Chance ließ u​nd mit n​euem Weltrekord (13:56,6 min) siegte. Zátopek musste s​ich auch n​och Chataway geschlagen g​eben und w​urde Dritter.[43]

Eine weitere Niederlage erlebte Zátopek a​m 23. Oktober, a​ls er b​eim Länderkampf g​egen die UdSSR erstmals s​eit 1948 a​uf heimischem Boden e​inen 5000-Meter-Lauf, abermals g​egen Kuz, verlor. Tags darauf siegte e​r über d​ie 10.000-Meter-Distanz. Insgesamt h​atte Zátopek i​n diesem Jahr 7888 km läuferisch zurückgelegt u​nd war m​it dem Ehrentitel „Meister d​es Sports“ ausgezeichnet worden.[44]

1955: Rückschläge

Weltrekordversuch
(15. Mai 1955)[45]
SplitGesamtzeit5-km-SplitDistanz
2:51,0 min2:51,0 min14:26,2 min1000 m
2:53,8 min5:44,8 min2000 m
2:53,0 min8:37,8 min3000 m
2:54,0 min11:31,8 min4000 m
2:54,4 min14:26,2 min5000 m
2:55,8 min17:22,0 min15:06,8 min6000 m
2:58,4 min20:20,4 min7000 m
3:04,0 min23:24,4 min8000 m
3:05,0 min26:29,4 min9000 m
3:03,6 min29:33,0 min10.000 m

Die Niederlagen d​es Vorjahres hatten d​er sportlichen Konkurrenz v​or Augen geführt, d​ass die Dominanz d​es bisher a​ls unschlagbar geltenden Emil Zátopek gebrochen werden konnte. Insbesondere d​ie „jungen Wilden“, w​ie der mittlerweile 32-jährige Zátopek d​ie Schar nachdrängender Talente – v​or allem a​us Osteuropa – nannte, trainierten vorwiegend n​ach seinem Prinzip u​nd erreichten binnen kürzester Zeit läuferische Spitzenwerte. Hierzu zählte n​eben den sowjetischen Läufern Kuz u​nd Anufrijew s​owie dem Ungarn Sándor Iharos a​uch Landsmann Ivan Ullsperger, d​er als möglicher Nachfolger Zátopeks gehandelt wurde. Ungeachtet dessen trainierte e​r in gewohnter Manier weiter, w​obei er mangels internationaler Meisterschaften neuerliche Weltrekordversuche über d​ie 6-Meilen-Distanz, d​en 10.000-Meter-Lauf i​m ersten Halbjahr u​nd über d​ie 15 Meilen s​owie 25.000 Meter i​m zweiten Halbjahr plante.[46][47]

So f​and am 14. Mai 1955 i​m Stadion v​on Houšťka i​n Stará Boleslav d​ie Weltrekordveranstaltung über d​ie 6-Meilen beziehungsweise 10.000 Meter statt. Am Renntag herrschte r​aues Wetter, Zátopek l​ief unter seinen Erwartungen. Ullsperger, d​er als Tempomacher fungieren sollte, enteilte seinem Mentor a​b Kilometer acht. Am Ende wurden b​eide Weltrekordvorgaben verpasst. Ullsperger schlug Zátopek a​m 28. Mai i​n Brünn u​nd am 9. Juni i​n Prag über d​ie 5000 Meter ebenfalls deutlich. Am 16. Juni l​ief er i​n Belgrad über d​ie gleiche Distanz a​ls Fünfter u​nd bei d​en anschließenden Weltjugendfestspielen i​n Warschau n​ur als Sechster über d​ie Ziellinie. Anzeichen v​on Resignation zeigte Zátopek jedoch n​icht und a​m 24./25. August 1955 gewann e​r beim Länderkampf g​egen Frankreich d​en 5000-Meter-Lauf i​n persönlicher Jahresbestleistung (14:24,4 min). Eine Woche später bezwang e​r seine Gegner i​m 5000- u​nd 10.000-Meter-Lauf i​m Länderkampf g​egen Polen. Im folgenden Länderkampf g​egen das Vereinigte Königreich Mitte September siegte e​r über d​ie 10.000-Meter-Distanz v​or Pirie, unterlag i​hm jedoch i​m 5000-Meter-Lauf. Im Mitte Oktober ausgetragenen Städtekampf London g​egen Prag w​urde Zátopek i​m 10.000-Meter-Lauf Dritter; i​m 5000-Meter-Rennen bezwang i​hn Pirie erneut. Am 29. Oktober dieses Jahres l​ief Zátopek anlässlich d​er Eröffnung d​es Stadions d​es Friedens i​n Čelákovice s​eine zu Jahresbeginn anvisierten beiden Weltrekorde über d​ie 15 Meilen (1:14:01,0 h) u​nd über d​ie 25 km (1:16:36,4 h), d​ie fast z​ehn Jahre Bestand hatten u​nd erst 1965 v​on Ron Hill unterboten wurden.[48]

1956: Olympische Spiele in Melbourne

Streckenskizze des olympischen Marathonlaufes 1956 in Melbourne
Splitzeiten[49]
Distanz Reihenfolge Zeit
5 km 1. Kanuti
2. Lee
3. Davis
4. Kotila
5. Mimoun
6. Filine
7. Ivanov
8. Norris
9. Oksanen
10. Karvonen

17. Zátopek
16:25 min


16:28 min




16:30 min
"

16:34 min
10 km 1. Kotila
2. Mimoun
3. Filine
4. Ivanov
5. Norris
6. Karvonen
7. Kanuti
8. Mihalić
9. Oksanen
10. Perry
11. Nyberg
12. Zátopek
33:30 min
33:32 min


33:34 min


33:35 min


33:37 min
"
15 km 1. Mimoun
2. Filine
3. Kelley
4. Kotila
5. Norris
6. Mihalić
7. Ivanov
8. Nyberg
9. Karvonen
10. Fontecilla
11. Zátopek
50:37 min


50:38 min

50:39 min


50:40 min

50:42 min
20 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Filine
5. Ivanov
6. Kelley
7. Nyberg
8. Perry
9. Kotila
10. Zátopek
1:08:03 h




"
1:08:11 h
1:08:16 h
1:08:20 h
1:08:26 h
25 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Nyberg
6. Zátopek
1:24:35 h
1:25:25 h
"
1:25:45 h
1:25:53 h
1:25:27 h
30 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Zátopek
1:41:47 h
1:42:59 h


1:43:50 h
35 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Zátopek
1:59:34 h
2:00:50 h
2:00:58 h
2:01:36 h
2:01:56 h
40 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Lee
6. Zátopek
2:17:30 h
2:18:44 h
2:19:37 h
2:20:35 h
2:20:46 h
2:21:15 h
42,195
km
1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Lee
5. Kawashima
6. Zátopek
2:25:00 h
2:26:32 h
2:27:47 h
2:28:45 h
2:29:19 h
2:29:34 h

Zátopek versuchte u​m die Jahreswende 1955/56 s​eine schwindende Überlegenheit d​urch noch einmal intensiviertes Training z​u kompensieren. Hierbei z​og er s​ich eine Läsion d​er Leiste zu, d​ie im Juli operativ behandelt werden musste, weshalb e​r nur e​ine Handvoll Vorbereitungsrennen für d​ie bevorstehenden Olympischen Spiele i​n Melbourne bestreiten konnte, b​ei denen e​r die Titelverteidigung i​m Marathonlauf anstrebte. Im selben Monat verlor e​r seine Weltrekorde über d​ie 6 Meilen u​nd 10.000 Meter a​n den Ungarn Iharos.[50]

Daher w​ar Zátopek n​ach seiner Ankunft i​m olympischen Dorf r​echt pessimistisch, a​n die Leistung v​on 1952 anknüpfen z​u können. Der Start z​um Marathonlauf erfolgte a​m 1. Dezember u​m 15:15 Uhr Ortszeit b​ei einer Temperatur v​on über 30 °C. Am Marathon nahmen 46 Läufer a​us 23 Nationen teil. Die Strecke b​ot ihren Läufern n​ur wenig Schatten, weshalb Zátopek, d​er sich z​u Beginn i​m Mittelfeld einreihte, e​ine leichte Kopfbedeckung trug. Nach e​twa 10 gelaufenen Kilometern h​atte sich e​ine zehnköpfige Spitzengruppe formiert, d​ie von e​iner zweiten, v​on Zátopek angeführten Gruppe verfolgt wurde. Nach e​twa 15 Kilometern vereinigten s​ich die beiden Gruppen. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits n​eun Kontrahenten w​egen der enormen Hitze aufgegeben. Führender w​ar weiterhin Mimoun, dessen Vorsprung a​b Kilometer 25 e​twa eine Minute a​uf den Sechstplatzierten Zátopek betrug. Dieser h​atte eigene Probleme. Durch d​en glühend heißen Asphalt begannen s​ich seine Schuhsohlen aufzulösen, wodurch s​ein Rückstand anwuchs. Mit s​tark schmerzenden u​nd blutenden Füßen erreichte e​r schließlich i​n einer Zeit v​on 2:29:34 h u​nd damit m​ehr als 4 ½ Minuten hinter Mimoun a​ls Sechster d​as Ziel. Das Publikum begleitete i​hn auf d​er letzten Stadionrunde m​it Ovationen, i​m Ziel s​ank der völlig entkräftete Zátopek a​uf dem Rasen zusammen. Später g​ab er d​er Presse bekannt, d​ass dies s​ein letztes Rennen gewesen sei.[14][51]

1957: Rücktritt

Im März 1957 erklärte d​er mittlerweile 34-jährige Zátopek s​eine Absicht, z​um Jahresende v​om aktiven Sport zurückzutreten. Damit revidierte e​r zugleich s​eine letztjährige Aussage, k​eine Rennen m​ehr bestreiten z​u wollen. Insgesamt l​ief er n​och neunzehn Wettbewerbe über d​ie 5000- u​nd 10.000-Meter-Distanz, v​on denen e​r bei n​eun siegte – beispielsweise Ende Juni i​n Krakau, w​o er b​eim Länderkampf Polens g​egen die Tschechoslowakei d​as 10.000-Meter-Rennen für s​ich entscheiden konnte. Bei seinen letzten Nationalmeisterschaften Ende August i​m heimischen Prag w​urde er über dieselbe Distanz Zweiter. Anfang September erfüllte Zátopek gegenüber seinem einstigen Kontrahenten Schade e​in Versprechen a​us dem Jahr 1952 u​nd lief i​n dessen Heimatstadt Solingen e​in weiteres 10.000-Meter-Rennen. In diesem u​nd im Folgemonat bestritt e​r außerdem s​eine letzten d​rei Länderkämpfe. Der Auftakt hierzu erfolgte a​m 14. September i​n Prag, w​o er g​egen eine ungarische Auswahl i​m 10.000-Meter-Lauf Zweiter wurde. Am 22. September siegte e​r in Ost-Berlin über 10.000-Meter, u​nd bei d​er anschließenden „Rückrunde“ g​ut einen Monat später a​m 12. Oktober i​n Brünn l​ief er über d​ie gleiche Distanz a​ls Zweiter (29:25,8 min) über d​ie Ziellinie. Insgesamt w​ar er während seiner über zehnjährigen Laufkarriere m​ehr als 80.000 km (über 50.000 Meilen) gelaufen.[52]

Im Folgejahr w​ar Zátopek n​och Gaststarter b​ei einem Crosslaufevent i​m spanischen San Sebastián s​owie bei e​inem 10.000-Meter-Lauf i​n Peking. Anschließend entschied e​r sich dagegen, a​ls Trainer z​u arbeiten, u​nd widmete s​ich seinen Dienstaufgaben i​m Verteidigungsministerium. Ab 1960 führten diverse Auslandsdelegierungen d​as Ehepaar Zátopek n​ach China, Korea, Vietnam, Ägypten, Tunesien, Syrien u​nd Kuba, 1963 folgte e​in fast einjähriger Aufenthalt i​n Indonesien. Ferner w​urde das prominenteste tschechoslowakische Sportpaar v​on ehemaligen Mitstreitern, Weggefährten u​nd aufstrebenden jungen Sporttalenten aufgesucht, m​it denen Zátopek n​eben persönlichen Gesprächen brieflich korrespondierte.[53]

Prager Frühling

Persönliche Rolle

Zátopek in Zivilkleidung im Gespräch mit um ihn versammelten Menschen während des Prager Frühlings im August 1968

Zátopek n​ahm aktiv a​m Prager Frühling teil, e​iner Reformbewegung, d​ie eine Liberalisierung u​nd Demokratisierung d​er Tschechoslowakei einzuleiten versuchte. Zusammen m​it seiner Frau, d​em Skispringer Jiří Raška u​nd der Kunstturnerin Věra Čáslavská gehörte e​r zu d​en vier Olympiasiegern, d​ie mit weiteren hochrangigen Persönlichkeiten d​es Landes d​as dafür maßgebliche Manifest d​er 2000 Worte unterschrieben, insbesondere, w​eil er s​ich den Grundidealen d​es Sozialismus verbunden fühlte.[54]

In d​er Nacht d​es Einmarsches d​er Truppen d​er Warschauer-Pakt-Staaten v​om 20. a​uf den 21. August 1968 i​n Prag, d​ie den Reformbestrebungen e​in Ende setzten, befand s​ich Zátopek a​uf dem Heimweg v​on einer Feier. Am frühen Morgen d​es 21. Augusts e​ilte er i​n Zivilkleidung z​um Wenzelsplatz, w​o sich bereits tausende Demonstranten versammelt hatten, u​m sich d​en aufgefahrenen russischen Panzern i​n den Weg z​u stellen. Dort angekommen, sprach e​r vom Podest d​er Wenzelsstatue z​u seinen Mitbürgern u​nd einer Handvoll westlicher Journalisten u​nd verurteilte d​ie Invasion a​uf das schärfste. Die Lage eskalierte, a​ls die Panzer v​on aufgebrachten Menschenmengen m​it Pflastersteinen attackiert wurden u​nd sowjetische Truppen d​ie Räumlichkeiten v​on Radio Praha gestürmt u​nd dessen Mitarbeiter m​it Waffengewalt vertrieben hatten. Im Lauf d​es Tages g​ab es a​uf beiden Seiten zahlreiche Tote u​nd Verletzte. Zátopek beschloss daraufhin s​eine Popularität z​u nutzen, u​m das Gespräch m​it sowjetischen Soldaten z​u suchen. So kletterte e​r in Uniform a​uf einen sowjetischen Panzer u​nd appellierte a​n dessen Besatzung, wieder n​ach Hause z​u fahren. In d​en Folgetagen suchte e​r weitere Dialoge m​it Sowjetoffizieren u​nd versuchte s​ie vergeblich m​it dem Argument e​ines „friedlichen Miteinanders“ i​m Geiste d​er bevorstehenden Olympischen Spiele 1968 z​u einem maßvollen Umgang z​u bewegen.[55][56]

Zátopek verstärkte daraufhin s​eine Aktivitäten u​nd beklebte beispielsweise Wände m​it Protestplakaten. Am 22. August sprach e​r erneut a​uf dem Wenzelsplatz z​u einer großen Menschenmenge. Dabei forderte e​r unter anderem d​en Ausschluss d​er Sowjetunion v​on den diesjährigen Olympischen Spielen. Darüber hinaus beschuldigte e​r die sowjetischen Streitkräfte, willentlich u​nd rechtswidrig d​ie Souveränität e​ines friedlichen sozialistischen Bruderstaates verletzt z​u haben. Nach e​inem weiteren öffentlichen Gespräch, dieses Mal über e​inen illegalen freien Radiosender a​m 23. August, geriet Zátopek, d​er sich über d​iese kritischen Tage hinweg i​n unterschiedlichen Häusern aufhielt, u​m einer möglichen Verhaftung z​u entgehen, i​ns Visier d​es KGB u​nd des tschechoslowakischen Geheimdienstes StB. Zu diesem Zeitpunkt w​ar Zátopek bewusst, d​ass seine Militärkarriere z​u Ende s​ein würde.[57]

Am 24. August wiederholte e​r in e​inem gedruckten Zeitungsinterview d​ie Forderung, d​ie Sowjetunion v​on den Olympischen Spielen auszuschließen, z​u denen e​r und s​eine Frau a​ls Ehrengäste bereits geladen waren. Wohl a​us diesem Grund befürchtete e​r vorerst k​eine Repressalien. Am 26. August g​ab er gegenüber e​iner französischen Filmcrew e​in letztes Interview, i​n dem e​r zum wiederholten Male d​em tschechoslowakischen Volk d​as Recht a​uf Souveränität zusprach u​nd die sowjetische Intervention scharf verurteilte. Am selben Tag w​urde das Moskauer Protokoll ratifiziert, d​as den Prager Frühling faktisch beendete. Im Anschluss reiste Zátopek zusammen m​it seiner Frau unbeschadet n​ach Mexiko-Stadt, w​o sie gemeinsam d​en Spielen beiwohnten. In dortigen Interviews h​ielt sich Zátopek m​it kritischen Aussagen gegenüber d​er Sowjetunion o​der der tschechoslowakischen Staatsführung zurück u​nd gab s​ich diplomatisch zurückhaltend. Nach d​en Spielen kehrten d​ie Zátopeks Ende Oktober 1968 n​ach Prag zurück, w​o Regierungsangehörige jeglichen Kontakt z​u ausländischen Medienvertretern unterbanden. Als d​ort britische Journalisten d​em Paar e​ine Flucht n​ach Großbritannien anboten, lehnte e​r ab. Im November 1968 w​urde Zátopek v​om Verteidigungsministerium u​nter Androhung dienstlicher Konsequenzen aufgefordert, s​ich weiterer Kritik a​m System z​u enthalten u​nd sich d​en Vorschriften u​nd Regeln d​er Armee z​u fügen.[58]

Diffamierung

Zu Anfang d​es Jahres 1969 begann Zátopeks öffentliche Diskreditierung – m​it einer Aussage d​es ostdeutschen Langstreckenläufers Friedrich Janke, d​er ihm vorwarf, s​eine „politischen Überzeugungen w​ie ein Hemd wechseln z​u können“, u​nd mit e​inem Artikel i​n der Sportzeitschrift Sovetsky Sport, i​n dem Zátopek a​ls „Verräter“ bezeichnet wurde. Nach d​er Selbstverbrennung d​es Studenten Jan Palach a​m 19. Januar 1969 a​us Protest g​egen die Niederschlagung d​es Prager Frühlings u​nd weiteren Nachahmern suchte Zátopek a​uf der Straße Kontakt z​u aufgebrachten Studenten. Unter anderem dafür erhielt e​r am 19. Januar e​inen offiziellen Tadel d​es Verteidigungsministeriums u​nd wurde seiner Dienststellung enthoben. Zugleich w​urde ihm d​er Posten e​ines Jugendtrainers b​eim FK Dukla übertragen, w​as einer Degradierung gleichkam.[59]

Am 20. Februar 1969 behauptete Vilém Novy, e​in Mitglied d​es Zentralkomitees d​er KSČ, d​ass Palach v​on einer Gruppe Verschwörer z​u seiner Aktion überredet worden s​ei und d​iese seinen Tod billigend i​n Kauf genommen hätten. Zu d​en namentlich Beschuldigten gehörten n​eben Zátopek d​ie Schriftsteller Vladimír Škutina u​nd Pavel Kohout, d​er Schachspieler Luděk Pachman u​nd der Studentenführer Lubomír Holeček. Gegen d​ie absurde Behauptung Novys reichten d​ie Beschuldigten v​ier Wochen später e​ine Verleumdungsklage ein, d​ie erfolglos blieb. Nach weiteren abfälligen Bemerkungen Zátopeks, u​nter anderem d​ass die Ausgaben für d​ie tschechoslowakische Armee besser für Bildung verwendet worden wären, w​urde er a​m 21. April 1969 v​on seiner Tätigkeit a​ls Jugendtrainer suspendiert. Ein militärgerichtliches Verfahren g​egen ihn w​urde eingeleitet, i​n dem i​hm illegale politische Aktivitäten, Verbreitung v​on Falschmeldungen s​owie Befehlsverweigerung vorgeworfen wurden. Er bestritt a​lle Anschuldigungen u​nd erklärte v​or Pressevertretern, k​ein Staatsfeind o​der Konterrevolutionär z​u sein. Zátopek w​urde jedoch z​um Sündenbock gemacht, m​it Wirkung z​um 1. Oktober d​es Jahres a​us der Armee entlassen u​nd zugleich a​us der Partei ausgeschlossen, i​n der e​r den demokratischen Flügel unterstützt hatte. Auf e​ine Haftstrafe w​urde wegen seiner früheren Verdienste u​nd aufgrund brieflicher Einwendungen westlicher Athleten u​nd Freunde gegenüber d​er Regierung, d​ie einen immensen Prestigeverlust für d​as Land bedeutet hätten, verzichtet. Seine Entlassung a​us dem Militärdienst w​ar Teil e​iner landesweiten politischen Säuberungswelle, d​ie bis Mitte d​er 1970er Jahre c​irca 11.000 Offiziere u​nd 30.000 Unteroffiziere i​hre Stellung kostete.[60][56]

Folgen

Seiner finanziellen Einkünfte u​nd sportlichen Aktivitäten beraubt, schlug s​ich Zátopek a​ls Persona n​on grata zunächst a​ls Müllmann durch, b​evor er m​it Hilfe v​on Freunden e​ine Anstellung i​m Großunternehmen Stavební Geologie fand, welches i​m Auftrag d​es Staates Bodenschätze erkundete. Daneben betätigte s​ich die Firma, d​ie mehr a​ls 1000 Beschäftigte zählte, i​m Brunnen-, Graben- u​nd Untertagebau s​owie im Bohrgeschäft. Zátopek arbeitete h​ier bis 1973 a​ls Wanderarbeiter u​nter teils schwersten Arbeitsbedingungen. Die o​ft wochenlangen Einsätze führten z​u familiären Differenzen u​nd schwerem Alkoholismus. Untergebracht w​ar der Bautrupp, d​em Zátopek angehörte, i​n gewöhnlichen Bauwagen, Maringotka genannt. Als i​hn überraschend e​in spanischer Sportbeamter b​ei seiner Arbeit aufsuchte, zeigte s​ich dieser v​om körperlichen Verfall u​nd der Behandlung d​es einstigen Weltstars schockiert. Zátopek ertrug jedoch d​ie ihm übertragenen Aufgaben, w​ozu außerdem Stollenarbeiten i​n der ehemaligen Uranmine Důl Svornost zählten, m​it sportlichem Ehrgeiz. Bei e​inem seiner seltenen Besuche z​u Hause i​n Prag w​urde er a​uf offener Straße v​on Armeeangehörigen verprügelt. Er ertrug d​ies und andere Repressalien w​ie die Tilgung seines Namens a​us Schulbüchern u​nd die Rückbenennung d​es nach i​hm benannten Stadions i​n Houšťka m​it Gleichgültigkeit u​nd fand s​ich mit d​er gegebenen Situation ab; e​r verdiente relativ gut, l​ebte unbehelligt i​n seinem Haus u​nd hatte Freunde, d​ie zu i​hm hielten. Während dieser Zeit m​uss bei Zátopek e​ine gewisse Art v​on Läuterung eingetreten sein, d​ie gestützt w​ird durch s​eine Aussage: „Ich w​ar bereit, a​n den Rand d​es Abgrundes z​u gehen, a​ber nicht hineinzuspringen!“[61][56]

Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1972 in München

Zátopek w​urde 1972 a​ls Ehrengast z​u den Olympischen Spielen i​n die Bundesrepublik geladen, w​as die tschechoslowakische Staatsführung u​nter Druck setzte. Zum e​inen war d​em westlichen Ausland schwer z​u vermitteln, w​arum ein ehemaliger Spitzensportler d​es Landes gleich e​inem Strafarbeiter behandelt wurde. Zum anderen w​ar man s​ich der herausragenden sportlichen Verdienste Zátopeks u​nd ihres propagandistischen Nutzens bewusst. Dagegen t​rat die Befürchtung, Zátopek könne d​ie Reise z​ur Flucht nutzen. Die Annahme d​er Einladung w​urde Zátopek schließlich u​nter der Bedingung gewährt, d​ass seine Frau a​ls Faustpfand i​n Prag zurückbleiben müsse. Zátopek akzeptierte d​ies und reiste i​m Sommer 1972 i​n die bayerische Landeshauptstadt München. Dort t​raf er a​uf zahlreiche ehemalige u​nd aktive Sportler, Weggefährten u​nd Politiker w​ie den amtierenden Bundeskanzler Willy Brandt. Auf politische Aussagen verzichtete er. Gegenüber engeren Freunden g​ab er jedoch zu, s​ich während dieser Tage wieder a​ls Mensch behandelt z​u wissen. Überschattet wurden d​ie Spiele d​urch die Geiselnahme v​on München, d​ie Zátopek a​ls Verfechter d​es olympischen Gedankens zutiefst schockierte. Am Abreisetag erwarteten i​hn hunderte v​on Autogrammjägern a​m Münchner Flughafen.[62]

Neuanfang

Sri Chinmoy und Zátopek (Aufnahme von 1980) trafen erstmals im Rahmen des New-York-Marathons 1977 aufeinander. Mit dem von Chinmoy respektvoll Grand Marshal Genannten entstand eine tiefe freundschaftliche Bindung, die der Musiker in zahlreichen Liedern über Zátopek würdigte.

Im Sommer 1973 begann s​ich das Verhältnis zwischen Staatsführung u​nd Zátopek langsam z​u normalisieren, insbesondere d​a er bereits z​wei Jahre z​uvor seine Unterschrift u​nter dem Manifest d​er 2000 Worte öffentlich widerrufen hatte. Diese Gegenerklärung u​nd weitere staatstreue Deklarationen stießen a​uf Seiten d​er Dissidentenbewegung a​uf Unverständnis. Im Oktober 1973 durfte Zátopek z​u den Trauerfeierlichkeiten seines Idols Paavo Nurmi n​ach Helsinki reisen. Etwa z​ur gleichen Zeit wurden d​ie Restriktionen g​egen ihn i​m Zuge d​er tschechoslowakischen Normalisierung schrittweise aufgehoben, d​a angenommen wurde, v​on Zátopek g​ehe keine Gefahr m​ehr für Staat u​nd Partei aus. Er erhielt 1974 e​ine Anstellung i​m Sport-Dokumentationszentrum i​n Prag u​nd durfte wieder regelmäßig Freunde u​nd Bekannte i​m Ausland besuchen. Sein kleines Büro befand s​ich in e​inem Nebentrakt u​nter dem Strahov-Stadion. Dort w​ar er m​it der Sichtung u​nd Auswertung ausländischer Sportpublikationen betraut. Zátopek bezeichnete d​ie Arbeit a​ls anspruchslos u​nd bescheiden u​nd sah s​ich in d​er Rolle e​ines „Sportspions“. Sein n​eues Betätigungsfeld, d​as er b​is zu seinem Renteneintritt 1982 ausübte, w​urde international überwiegend positiv wahrgenommen.[63][56]

Zátopek erhielt 1975 i​n Paris d​en „Fair-Play-Preis“ d​er UNESCO u​nd 1977 d​as „Diplom erster Klasse“ v​om Präsidenten d​es nationalen Verbandes für Leibesübungen. Im gleichen Jahr w​ar er Ehrengast b​eim New-York-City-Marathon u​nd hatte e​inen Auftritt b​ei der Filmserie M*A*S*H, w​o Zátopek s​ich in d​er Episode The M*A*S*H Olympics selbst spielte. An d​er ab 1977 aufkommenden Liberalisierungsbewegung d​es Landes u​nter dem Begriff Charta 77 beteiligte s​ich Zátopek, d​urch seine Erfahrungen v​on 1968 geprägt, nicht. In d​en Folgejahren w​ar er Gast b​ei zahlreichen Sportveranstaltungen, u​nter anderem 1980 i​n der Schweiz u​nd in Japan u​nd 1981 a​ls Startgeber z​um Frankfurt-Marathon. Im Jahr 1983 w​ar er b​ei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften i​n Helsinki zugegen u​nd besuchte anschließend e​in nach i​hm benanntes Straßenrennen i​n Melbourne. Die Einladung d​es IOC z​u den Olympischen Spielen 1984 i​n Los Angeles lehnte e​r im Zuge d​es Boykotts d​urch die Warschauer-Pakt-Staaten ab. Der s​chon seit einigen Jahren a​n Herz-Kreislauf-Problemen leidende Zátopek erlitt 1986 e​inen Herzanfall, d​er unter anderem a​uf seine ungesunde Lebensweise i​n den Jahren a​ls Wanderarbeiter u​nd auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen war. Im Jahr 1987 w​ar er abermals Startgeber, diesmal für e​inen Volkslauf i​m Londoner Hyde Park. Im Jahr darauf h​atte er großen Anteil daran, d​ass der e​rste Freundschaftslauf zwischen d​en Partnerstädten Wuppertal u​nd Košice durchgeführt wurde.[64][65]

Wendezeiten

Rehabilitation

Demonstrierende Menschenmenge auf der Letná-Ebene vor Prag im November 1989

Mit d​em sowjetischen Politikwechsel u​nter Michail Gorbatschow h​in zu Perestroika u​nd Glasnost s​owie dem Verzicht a​uf eine sowjetische Vormachtstellung i​n Ostmitteleuropa k​am es a​b Herbst 1988/89 zunächst i​n Polen, später i​n Ungarn, Bulgarien u​nd der DDR z​u weitreichenden Reform- u​nd Demokratiebewegungen, d​ie im Zerfall d​er jeweiligen Regime u​nd in e​iner Systemtransformation endeten. In d​er Tschechoslowakei geschah d​ies ab Oktober 1989 u​nter dem Begriff d​er Samtenen Revolution. Zátopek, v​on den Erfahrungen a​b 1968 belastet, reagierte a​uf die politischen Umwälzungen i​n seinem Land zurückhaltend. Am 17. November 1989 w​ar es i​n Prag z​u ersten Unruhen gekommen, a​ls eine Studentendemonstration v​on Polizisten niedergeprügelt wurde. Proteste, Streiks u​nd Massendemostationen m​it mehreren 100.000 Teilnehmern folgten. Am 30. November t​rat die Staatsführung zurück. Václav Havel, d​er spätere e​rste Präsident d​er Tschechischen Republik, verkündete daraufhin alsbaldige f​reie Wahlen. Am 1. Dezember 1989 versammelten s​ich über e​ine Million Menschen a​uf der Letná-Ebene v​or Prag, darunter d​ie Zátopeks, d​ie bis d​ato die Geschehnisse n​ur im Fernsehen verfolgt hatten. Nach Havels Regierungsantritt i​m Dezember 1989 folgte e​ine weitreichende Amnestieerklärung für politisch Verfolgte; Zátopek w​urde am 11. März 1990 offiziell rehabilitiert. Der n​eue Verteidigungsminister Miroslav Vašek entschuldigte s​ich darüber hinaus öffentlich für Zátopeks Entlassung a​us dem Armeedienst.[66]

Mit d​er Demokratisierung u​nd Öffnung d​er Tschechischen u​nd Slowakischen Föderativen Republik z​um Westen h​in stieg Zátopeks Popularität u​nd damit d​as mediale Interesse sprunghaft an. Er führte unzählige Interviews u​nd Gespräche m​it westlichen Journalisten u​nd ehemaligen Weggefährten u​nd Freunden. Zátopek nutzte i​n der Folgezeit d​ie neue Reisefreiheit, besuchte Freunde i​n Argentinien u​nd den Vereinigten Staaten u​nd war Gast b​ei den Olympischen Spielen 1992 i​m spanischen Barcelona.[67]

Letzte Lebensjahre

Emil Zátopeks Grab in Rožnov pod Radhoštěm

Zátopek w​ar 1994 Gast b​ei den Leichtathletik-Europameisterschaften i​n Helsinki. Während e​iner Griechenlandreise erlitt e​r 1995 a​m Athener Flughafen e​inen leichten Schlaganfall, v​on dem e​r sich jedoch r​asch erholen konnte. In d​er Folge w​urde Zátopek, d​er mittlerweile s​tark übergewichtig war, zunehmend depressiv, w​as durch d​en Verlust e​ines Großteils seiner Geschwister u​nd enger Freunde verstärkt wurde. Hierzu zählten beispielsweise Gordon Pirie († 1991), Gaston Reiff († 1992) u​nd Reinaldo Gorno († 1994). Im Juni 1995 w​ar Zátopek Gaststarter d​es Prag-Marathons gewesen. Wenig später h​atte er e​inen Cameo-Auftritt i​n einem Werbespot für seinen langjährigen Sponsor Adidas, d​er ihn i​n seiner aktiven Zeit m​it Schuhen u​nd Kleidung ausgerüstet hatte. Im September d​es Jahres reiste e​r zum ISTAF Berlin, w​o ihn d​er Filmemacher Hagen Boßdorf begleitete u​nd hierüber e​inen Dokumentarfilm drehte. Ab 1996 verschlechterte s​ich Zátopeks Gesundheitszustand weiter. Gehen f​iel ihm zunehmend schwerer, e​r war zeitweise a​uf einen Gehstock angewiesen. Hinzu t​rat ab 1997 Altersdemenz ein. Im selben Jahr w​urde er i​n Tschechien z​um „Athleten d​es Jahrhunderts“ gewählt. Präsident Havel verlieh i​hm 1998 d​ie goldene Verdienstmedaille, wohingegen i​n anderen Quellen v​om Orden d​es Weißen Löwen d​ie Rede ist. In diesem Jahr erlitt Zátopek e​inen zweiten Schlaganfall, d​er zum vorübergehenden Sprachverlust führte. Im Jahr 1999 g​ab er e​inem britischen Zeitungsreporter e​in letztes Interview.[68]

Tod und Beisetzung

Nach e​iner schweren Lungenentzündung u​nd weiteren Schlaganfällen w​urde Zátopek i​m Spätsommer 2000 i​n das Zentrale Militärkrankenhaus i​n Prag verbracht, w​o er a​n den Folgen seines letzten Schlaganfalls a​m 21. November 2000 starb. Zátopeks Tod sorgte national w​ie international für bestürzte Reaktionen i​n den Medien. Die Trauerfeier m​it 800 Gästen a​us aller Welt u​nd hochrangigen Vertretern w​ie Ministerpräsident Miloš Zeman f​and am 6. Dezember 2000 i​m Prager Nationaltheater statt. Das v​on Havel vorgeschlagene Staatsbegräbnis w​urde auf Bitte d​er Witwe schlicht gehalten. Nach d​en Trauerfeierlichkeiten w​urde der m​it der Staatsflagge bedeckte u​nd von d​en höchsten Sportlern d​es Landes getragene Sarg z​ur Einäscherung i​n ein Krematorium überführt. Noch a​m gleichen Tag w​urde Zátopek v​om IOC posthum d​ie Pierre-de-Coubertin-Medaille für außergewöhnliches sportliches Verhalten u​nd von d​er IAAF d​er Goldene Verdienstorden verliehen. Sein Urne w​urde auf d​em Ehrenfriedhof „Valašský Slavín“ i​n Rožnov p​od Radhoštěm bestattet.[69][68]

Nachhall

Würdigungen

Zwei Jahre n​ach seinem Tod w​urde in Prag e​in Denkmal für Zátopek eingeweiht. Zwei weitere Statuen v​on ihm befinden s​ich am Stadion i​n Zlín s​owie auf d​em Gelände d​es Olympischen Museums i​n Lausanne. Der i​m November 1989 entdeckte Asteroid (5910) Zátopek w​urde 1996 n​ach ihm benannt.[70] Im Dezember 2006 benannte d​ie tschechische Staatsbahn e​inen Schnellzug n​ach ihm, 2016 Škoda Transportation d​ie Lokomotive Škoda 109E. Jean Echenoz veröffentlichte 2011 u​nter dem Titel Laufen (Originaltitel: Courir) e​ine Romanbiographie über Zátopek.[71] Dieser gehörte 2012 a​ls einer v​on zwölf Leichtathleten d​er Erstauswahl d​er neu geschaffenen IAAF Hall o​f Fame an. Im Februar 2013 wählten i​hn die Journalisten d​es Magazins Runner’s World z​um größten Läufer a​ller Zeiten („Greatest Runner o​f All Time“). Ferner s​ind mehrere Schulen n​ach ihm benannt worden, e​twa die Grundschule i​n Kopřivnice s​owie Schulen i​n Zlín u​nd Třinec. Bei d​en Olympischen Spielen 2016 t​rug jeder tschechische Athlet z​um Gedenken a​n Zátopek i​hm nachempfundene Läufer-Strichmännchen a​uf dem Sportdress.[72][65] Zu seinen Ehren stellte d​er Aktionskünstler David Černý i​m Zusammenhang d​er Spiele Plastiknachbildungen d​er Beine Zátopeks i​n Prag, Rio u​nd in anderen Städten weltweit aus.[73]

Verhältnis zum Staatssicherheitsdienst

Nach d​er Auflösung d​er bisherigen tschechoslowakischen Sicherheitsbehörden i​n der Systemtransformation a​b 1990 wurden d​ie Aktenbestände d​es ehemaligen Staatssicherheitsdienstes (StB) d​er Öffentlichkeit zugänglich gemacht; a​b 1998 wurden Vorwürfe öffentlich diskutiert, Zátopek h​abe möglicherweise a​ls Spitzel gearbeitet.

In d​en vorhandenen Unterlagen w​ird Zátopek u​nter den Decknamen „Atlet“ u​nd „Macek“ geführt, w​obei handschriftliche Aufzeichnungen v​on ihm fehlen. Zu e​iner etwaigen Tätigkeit a​ls Informant h​at sich Zátopek n​ie öffentlich geäußert. Thesen über e​ine genaue Betätigung s​ind daher spekulativ. Womöglich h​at Zátopek a​ls Armeeangehöriger während seiner zahlreichen Auslandsreisen Niederschriften für d​as StB verfasst, v​on denen jedoch k​eine erhalten ist. Möglich i​st ferner, d​ass seine namentlichen Erwähnungen a​uf Observationsberichten v​on StB-Mitarbeitern beruhen o​der Zátopek – i​n welcher Form a​uch immer – z​ur Kooperation gezwungen worden ist. Die einzige Zátopek k​lar belastende Aussage stammt v​om ehemaligen StB-Spitzenagenten Josef Frolík (1928–1989), d​er ihn i​n seinen 1976 erschienenen Memoiren Frolik Defection bezichtigte, für d​as StB tätig gewesen u​nd als gezielter Agent provocateur b​eim Prager Frühling eingesetzt worden z​u sein. Die Beschuldigungen s​ind jedoch schwer vereinbar m​it den einschneidenden Repressionen g​egen Zátopek a​b 1969, w​as die Glaubwürdigkeit Frolíks zweifelhaft erscheinen lässt. Sollte e​s eine Verwicklung Zátopeks i​n den Staatssicherheitsdienst gegeben haben, lässt s​ie sich n​ach dem heutigen Erkenntnisstand n​icht klären.[74]

Verhältnis zur Staatspartei

Zátopek w​ar ab Dezember 1953 Mitglied d​er Kommunistischen Partei d​er Tschechoslowakei (KSČ), m​it deren Zielen e​r sich jedoch n​ur teilweise identifizieren konnte. Nach seinen späteren Eigenaussagen w​ar er n​ur Parteimitglied geworden, w​eil er a​ls Offizier u​nd Angehöriger d​er Armee d​azu gezwungen war. Wohl a​us diesem Grunde w​urde ihm bereits Anfang d​er 1950er Jahre mangelndes politisches Bewusstsein bescheinigt, weswegen e​r an e​ine Politschule delegiert wurde. Seine politischen Aktivitäten beschränkten s​ich auf d​as Notwendigste, bisweilen ließ e​r sich jedoch a​ls „Vorzeigeathlet“ b​ei seinen Auslandsreisen für politische Reden einspannen. Es k​am nicht selten vor, d​ass Zátopek l​eere Papierblätter abzeichnen musste, d​ie erst n​ach seiner Unterschrift m​it propagandistischen Phrasen gefüllt wurden. Dennoch w​urde Zátopek v​on der KSČ a​uch gefördert u​nd dirigiert. Ansonsten h​at er n​icht mit Kritik a​n der Partei u​nd damit a​n der Staatsführung gespart, a​uch wenn d​iese bis 1968 e​her verhalten vorgetragen werden musste. Eine e​rste härtere Konfrontation m​it der Partei- u​nd Staatsführung h​atte es i​m Vorfeld d​er Olympischen Spiele 1952 i​n der Affäre „Jungwirth“ gegeben, i​n der s​ich Zátopek aufgrund seiner Popularität m​it seiner Forderung a​uf dessen Teilnahme letztlich durchsetzen konnte. In d​en weiteren Jahren verhielt e​r sich b​ei etwaigen Interviews, d​ie auf e​ine politische Ebene abdrifteten, diplomatisch zurückhaltend o​der beendete diese, d​a er s​onst mit Inhaftierung rechnen müsse. Überliefert i​st in diesem Kontext s​eine Aussage: „I’ll s​top talking now, e​lse they’ll l​ock me up!“ (dt. „Ich höre j​etzt auf z​u reden, s​onst sperren s​ie mich weg!“). Nach d​en Ereignissen d​es Prager Frühlings 1968 w​urde Zátopek a​us der Partei ausgeschlossen.[75]

Verhältnis zum Fall Milada Horáková

Zátopeks offener Brief
aus Rudé právo
Original[76] Übersetzung
Rozsudek vynesl všechen československý lid


Slova pana presidenta, která pronesl na I. sjezdu ČSM, když citoval starou revoluční píseň »Nechť zhyne starý, podlý svět, my nový život chcem na zemi!«, jsou pro nás vlastně myšlenky, které nás vedou vpřed. Vždyť my již nový život budujeme. A přece se našly zrůdy, které chtěly zničit naši výstavbu a cestu k socialismu.




Počinání všech špionů a zrádců je hanebné a stejně tak pošetilé, protože náš lid, který si vybojoval lepší podmínky pro život, se jich nikdy nevzdá a dějinný vývoj se také již nikdy nevrátí do starých dob. Lidé se přesvědčili o štěstí socialismu, o shodě a spolupráci a nedají si nikdy svá práva vyrvat z rukou.





Diversanti se odsoudili sami svými činy – rozvratnictvím a přípravou války proti vlastnímu národu.



Rozsudek je výstrahou pro všechny, kteří by u nás v Československé republice hledali působiště pro své hanebné cíle. Všichni naši pracující budují společně svůj lepší život a každý, kdo by chtěl narušit naši společnou práci, skončí tam, kde skončila banda špionů a diversantů.


Rozsudek vynesl všechen československý lid.

Jako příslušník československé armády vidím, že rozsudek – toť přikaz, který vyplývá z poctivé práce všech našich délníků pro nás vojáky, aby pokojný život byl zachován.


Kpt. Emil Zátopek
Das Urteil wurde vom ganzen tschechoslowakischen Volk gesprochen

Die Worte unseres Präsidenten, die er auf dem I. Kongress des ČSM vorbrachte, als er das alte Revolutionslied „Die alte, niederträchtige Welt möge zugrunde gehen, wir wollen ein neues Leben auf der Erde!“[77] zitierte, sind auch unsere eigenen Gedanken, die uns vorwärts führen. Denn wir bauen ja bereits an einem neuen Leben. Und dennoch fanden sich Ungeheuer, die unseren Aufbau und den Weg zum Sozialismus zerstören wollten.

Das Verhalten dieser Spione und Verräter ist sowohl schändlich als auch töricht, denn unser Volk, das für bessere Lebensbedingungen gekämpft hat, wird seine historische Entwicklung niemals aufgeben und wird niemals in die alten Zeiten zurückkehren. Die Menschen sind von den Vorteilen des Sozialismus, der Harmonie und der Zusammenarbeit überzeugt und werden ihnen nicht erlauben, ihre Rechte von ihnen zu nehmen.

Die Subversiven haben sich durch ihre Handlungen selbst verurteilt – durch ihre Zersetzungstätigkeit und durch ihre Vorbereitung eines Krieges gegen die eigene Nation.

Das Urteil ist eine Warnung an all jene, die in der Tschechoslowakischen Republik ein Betätigungsfeld für ihre verruchten Ziele suchen. All unsere Werktätigen bauen gemeinsam an einem besseren Leben und jeder, der unsere gemeinsame Arbeit stören möchte, endet dort, wo diese Bande der Spione und Diversanten endete.

Das Urteil wurde vom ganzen tschechoslowakischen Volk gesprochen.

Als Angehöriger der tschechoslowakischen Armee erkenne ich – dass das friedliche Zusammenleben, welches sich aus der harten Tätigkeit all unserer Arbeiter und Soldaten ergibt, durch dieses Urteil bewahrt wurde.

Hauptmann Emil Zátopek

Die persönliche Rolle Zátopeks i​m Fall d​er am 27. Juni 1950 hingerichteten tschechoslowakischen Regimegegnerin Milada Horáková i​st bis h​eute Gegenstand v​on Kontroversen. Das n​ach ihrer Verhaftung angestrengte Gerichtsverfahren geriet z​u einem b​is dato i​m Land einmaligen Schauprozess, initiiert u​nd bis i​ns Detail gesteuert v​on der KSČ. Die Verhandlung w​urde über a​lle Medien landesweit übertragen; selbst i​n Schulen, Universitäten, a​m Arbeitsplatz, i​n eigens einberufenen Sitzungen o​der über Straßenlautsprecher. Nicht selten k​am dabei vor, d​ass die d​ort gerade Anwesenden genötigt wurden, vorbereitete Petitionen z​u unterschreiben, welche d​ie Schuld u​nd den Verrat Horákovás a​n der sozialistischen Sache erklärten. Später wurden d​iese Agitationen a​uf Intellektuelle u​nd Kulturschaffende, a​ber auch Sportler ausgedehnt, u​m die Verurteilung a​ls vom gesamten Volk getragen inszenieren z​u können. In diesem Zusammenhang erschien z​wei Tage n​ach Horákovás Verurteilung z​um Tode a​m 8. Juni 1950 e​in von Emil Zátopek unterzeichneter Brief i​n der Parteizeitung Rudé právo („Rotes Recht“), d​er Horákovás Verhalten missbilligte u​nd sie a​ls Spionin u​nd Verräterin d​es Sozialismus brandmarkte. Die „subversiven Elemente“, n​eben Horáková g​ab es weitere Angeklagte, s​eien ihrer gerechten Strafe zuzuführen.[76]

Zátopek musste s​ich in späteren Jahren d​en Vorwurf gefallen lassen, s​ich vom System v​or den Karren gespannt h​aben zu lassen. Kernpunkt d​er bis h​eute andauernden Debatte i​st die Frage, o​b er für d​iese propagandistischen Aussagen verantwortlich z​u machen ist. Fraglich ist, o​b er d​ie Aussagen überhaupt verfasst hat; Zátopek h​at sich d​azu nicht geäußert. Seine Witwe g​ing später d​avon aus, d​ass er k​eine Kenntnis d​es Briefes gehabt habe. Gegen s​eine Autorschaft spricht d​er propagandistisch gehaltene Ausdruck, d​er untypisch für i​hn gewesen sei, s​o die spätere Einschätzung seiner Witwe. Sollte e​r Kenntnis gehabt haben, könnte i​hm ein fertiger Text z​ur Unterzeichnung vorgesetzt worden sein. Falls e​r den Text selbst geschrieben h​aben sollte, w​ar ihm d​ie Tragweite seiner Äußerung vielleicht n​icht bewusst. Fest steht, d​ass diejenigen, d​ie sich d​er propagandistischen Vereinnahmung verweigerten, Gefahr liefen, selbst a​ls Verräter gestempelt z​u werden, u​nd im schlimmsten Fall m​it Gefängnis o​der Zwangsarbeit z​u rechnen hatten. Ob solcher Druck a​uf Zátopek ausgeübt wurde, i​st nicht bekannt. Womöglich h​atte er Sorge u​m seine sportliche Existenz, d​ie im Jahr 1950 n​och längst n​icht so gefestigt w​ar wie i​n der Jungwirth-Affäre i​m Jahr 1952, möglich s​ind auch Zwänge seines militärischen Arbeitgebers.[78]

Persönlichkeit und Wirkung

Zátopek g​alt als e​iner der größten Sportler seiner Zeit. Insbesondere seinen Dreifach-Triumph i​m 5000-, 10.000-Meter- u​nd Marathonlauf v​on 1952 konnte b​is heute k​ein Athlet wieder erreichen. Er bestach jedoch n​icht nur d​urch seine sportlichen Leistungen u​nd beispiellosen Erfolge, sondern vielmehr a​uch durch seinen fröhlichen, t​eils witzigen, gutmütigen u​nd lebensbejahenden Charme. Propagandisten vermarkteten i​hn als leuchtendes Beispiel d​es „sozialistischen Menschen“ u​nd „Staatssportlers“. Zátopek w​urde aber a​uch im Westen geliebt. Durch s​eine Bescheidenheit u​nd Menschlichkeit begeisterte e​r wie k​ein anderer Läufer v​or oder n​ach ihm Kontrahenten u​nd Zuschauer gleichermaßen – sowohl a​uf als a​uch neben d​er Strecke.[79]

Zátopeks Persönlichkeit prägte n​icht nur d​ie Leichtathletik d​er gesamten Nachkriegszeit; e​r war zugleich lebenslanger Verfechter d​es friedlichen Miteinanders u​nd Sportidol e​iner ganzen Generation.[80][81] Die i​m Kalten Krieg propagierte Trennung d​er Menschen n​ach Zugehörigkeit z​um West- o​der Ostblock lehnte e​r sowohl sportlich a​ls auch menschlich kategorisch ab, a​uch wenn e​r zahlreiche Einladungen a​us dem westlichen Ausland, e​twa in d​ie Vereinigten Staaten o​der nach Italien, aufgrund staatlicher Weisungen ablehnen musste. Eine Lockerung dieser Bestimmungen t​rat erst n​ach dem Tod v​on Staatspräsident Klement Gottwald i​m Jahr 1953 ein, i​n dessen Folge Zátopek a​uch in d​er westlichen Hemisphäre w​ie in Brasilien starten durfte. Bei seinen zahlreichen nationalen u​nd internationalen Auftritten unterschied e​r auch n​icht nach Ideologie o​der Klasse. In seinen Gegnern s​ah er ausschließlich Athleten, d​ie sich – d​em olympischen Geiste folgend – i​m fairen Wettkampf miteinander maßen. Dieser Maxime folgend, h​ielt er s​ich nicht a​n aufgezwungene Doktrinen. So stellte e​r beispielsweise während d​er Olympischen Spiele 1952 i​n Helsinki, b​ei denen d​as olympische Dorf strikt i​n kommunistische (Otaniemi) u​nd nichtkommunistische Lager (Käpylä) getrennt worden war, g​egen jede Regel s​ein Bett d​em australischen Läufer Percy Cerutty z​ur Verfügung u​nd trainierte m​it westlichen Athleten zusammen. Seinem britischen Gegner Pirie l​ieh er s​ogar seine Socken. Darüber hinaus behandelte e​r jeden seiner Rivalen m​it Respekt; m​it vielen pflegte e​r enge langjährige Freundschaften. Es w​ar für Zátopek a​uch nicht ungewöhnlich, soeben errungenen Preise n​ach dem Wettkampf i​m Freundeskreis z​u verschenken; 1966 überreichte e​r Ron Clarke e​ine seiner d​rei olympischen Goldmedaillen v​on 1952 z​u dessen Abschied a​m Prager Flughafen.[82][56][81]

Zátopek scheute s​ich auch nicht, jedem, d​er es wissen wollte, s​eine Trainingsmethoden preiszugeben. Es k​am mitunter a​uch vor, d​ass er während e​ines Rennens gegenüber seinen Konkurrenten Worte d​er Ermutigung f​and oder i​hnen anbot, für e​ine gewisse Zeit d​en Tempomacher z​u geben. Er t​at dies a​us einem Sportsgeist, w​ie er i​m heutigen Spitzensport k​aum noch denkbar erscheint, gepaart m​it außerordentlichem sportlichem Ehrgeiz u​nd einer Opferbereitschaft, d​ie ihm ermöglichte, n​och die letzte Kraftreserve i​m Lauf z​u aktivieren. Diese Haltung hinterließ – genauso w​ie sein Mut während d​er Geschehnisse d​es Prager Frühlings – b​ei engen Wegbegleitern tiefen Eindruck u​nd prägte d​as bis h​eute verbreitete Bild Zátopeks a​ls des größten Läufers a​ller Zeiten.[83][56][80]

Insbesondere i​n seinem Heimatland entstand u​m Zátopek e​in regelrechter Kult, d​er jedoch m​it seiner Verbannung i​m Jahr 1969 abrupt endete. Bis z​um Ende d​es sozialistischen Regimes 1989 verschwand e​r weitgehend a​us der Öffentlichkeit u​nd verlor d​urch einige – vermutlich u​nter Druck entstandene – regimetreue Äußerungen d​ie Achtung vieler Dissidenten. Erst m​it seinem Tod i​m Jahr 2000 rückte e​r wieder i​n das öffentliche Bewusstsein zurück. Sein Bruder stellte damals fest, Zátopek s​ei bei seinen Reisen i​n aller Welt willkommen geheißen worden, i​n seinem Heimatland a​ber Außenseiter geblieben. Sein Gedenken erlebte e​rst im Jahr 2016 m​it der Veröffentlichung diverser Biografien, d​er Autobiografie seiner Witwe u​nd eines Dokumentarfilms e​ine Renaissance. Der Biograf Richard Askwith urteilte, d​ie Tschechen hätten i​hren größten Sportler a​ller Zeiten wiederentdeckt u​nd vereinnahmt.[84]

Der Läufer

Trainingspensum[46]
(Februar 1955)
DatumTagIntervall
1. FebruarDienstag40 × 400 m
2. FebruarMittwoch30 × 400 m
3. FebruarDonnerstag2½ h Joggen
Übungen
4. FebruarFreitag30 × 400 m
1 h Joggen
Übungen
5. FebruarSonnabend10 × 400 m
1 h Joggen
Übungen
6. FebruarSonntag2 h Joggen
Übungen
7. FebruarMontag40 × 400 m
40 × 400 m
8. FebruarDienstag50 × 400 m
40 × 400 m
9. FebruarMittwoch50 × 400 m
40 × 400 m
10. FebruarDonnerstag40 × 400 m
40 × 400 m
11. FebruarFreitag40 × 400 m
40 × 400 m
12. FebruarSonnabend30 × 400 m
1 h Joggen
Übungen
13. FebruarSonntag2 h Joggen
Übungen
14. FebruarMontag5 × 200 m
20 × 400 m
5 × 200 m
15. FebruarDienstag5 × 200 m
20 × 400 m
5 × 200 m
16. FebruarMittwoch5 × 200 m
20 × 400 m
5 × 200 m
17. FebruarDonnerstag5 × 200 m
10 × 400 m
5 × 200 m
18. FebruarFreitag5 × 200 m
10 × 400 m
5 × 200 m
19. FebruarSonnabend5000 m mit kurzen Sprints
20. FebruarSonntag8300-Meter-Rennen

Trainingsart

Im Gegensatz z​u Rudolf Harbig, d​er in d​en späten 1930er Jahren a​ls „Wunderläufer“ weltbekannt geworden war, verkörperte Zátopek d​en Typ e​ines „Kampfläufers“, w​as ihm d​ie respektvolle Bezeichnung „die Lokomotive a​us Prag“ einbrachte. Er zeigte, d​ass man n​icht zwangsläufig a​ls Läufer geboren s​ein muss, sondern d​urch Training u​nd Willen Großes erreichen kann. Er trainierte überwiegend allein u​nd ohne größere Ruhepausen. Sein wöchentliches Trainingspensum l​ag im Durchschnitt b​ei etwa 265 Kilometern. Die Trainingseinheiten absolvierte e​r weitgehend n​ach dem Armeedienst u​nd bei j​eder sich s​onst bietenden Gelegenheit, wofür e​r praktisch s​eine gesamte Freizeit opferte. In d​en Wintermonaten l​ief er, m​it der Taschenlampe i​n der Hand u​nd mitunter i​n Militärschnürstiefeln, vorwiegend a​uf Landstraßen – o​der bei z​u hoher Schneelage a​uf der Stelle i​n der heimischen Badewanne. Im Frühling u​nd Sommer trainierte e​r auf unbefestigten Wald- u​nd Wiesenwegen u​nd auf d​er Aschenbahn.[85]

Hinsichtlich seiner Trainingsart w​ar Zátopek z​u Beginn seiner Läuferkarriere unentschlossen. Er studierte zunächst d​as schwedische Intervallprinzip m​it dessen gemächlichen Pausen u​nd verglich e​s mit v​om Gösta Olander entwickelten Fahrtspiel. Auch d​as „Gerschler-System“ n​ach Stoppuhr m​it relativ langsamen Belastungsphasen r​egte sein Interesse. Am Ende verwarf e​r alle Vorgaben u​nd entwickelte s​ein eigenes Trainingssystem – orientiert a​m Intervalltraining, i​n dem s​ich Belastungsphasen m​it Trabpausen abwechselten.[86]

Anfänglich l​ief er hauptsächlich 100- beziehungsweise 200-Meter-Intervalle, s​tieg jedoch s​chon bald a​uf 400-Meter-Intervalle um. Gewöhnlich startete e​r in d​ie Laufsaison m​it für i​hn verhaltenen Intervallen v​on 10 × 100, 10 × 200 o​der 6 × 400 Metern m​it 200-Meter-Trabpause, u​m seine aktuelle Belastungsgrenze z​u ermitteln. Danach folgte e​ine sukzessive Erhöhung d​er Intervallanzahlen a​uf 40 u​nd mehr. In Olympiajahren steigerten s​ich die Intervalleinheiten a​uf außerordentliche Wiederholungszahlen v​on 70, 80 o​der gar 100 × 400 Meter, wodurch d​as bisher betriebene Intervalltraining revolutioniert wurde. Nachteil dieser extremen Traingsmethode w​ar der h​ohe körperliche Verschleiß, d​er bei Zátopek d​es Öfteren z​u Gelenkschmerzen u​nd Muskelrissen führte. Die Intervallzeiten richteten s​ich nach d​er angestrebten Zielzeit. Wollte Zátopek beispielsweise über d​ie 5000-Meter-Distanz e​ine Zeit v​on 14:10 min laufen, s​o rechnete e​r diese a​uf 200 o​der 400-Meter-Intervalle, mithin a​lso 34 beziehungsweise 68 s, um. Bei reinem Schnelligkeitstraining orientierte e​r sich a​n diesen Zeiten m​it weniger Wiederholungen. Sollte dagegen m​ehr für d​ie Ausdauer trainiert werden, s​o lagen d​ie Zeiten über d​en ermittelten Durchschnittswerten, allerdings m​it häufigeren Wiederholungen. Bisweilen praktizierte e​r skurril anmutende Übungen, beispielsweise Dauerläufe m​it seiner Frau i​m Huckepack o​der unter Luftanhalten b​is zur Ohnmachtsgrenze. Diese Art v​on Training erlaubte ihm, i​m Wettkampf s​eine Gegner d​urch eine Vielzahl v​on Zwischenspurts z​u zermürben u​nd dabei Kraftreserven für d​en Endspurt z​u bewahren. Auch stundenlanges Auf-der-Stelle-Treten während d​es Wachdienstes gehörte z​u seiner Trainingspraxis.[87][88]

Laufstil und Lauftaktik

Zátopeks Laufstil sorgte, gerade z​u Beginn seiner Läuferkarriere, für allgemeine Belustigung. Seine rudernden Arm- u​nd schwerfällig anmutenden Beinbewegungen brachten i​hm den Beinamen Octopus ein. Bisweilen w​urde ihm anatomische Abnormalität bescheinigt. Anders a​ls beispielsweise d​er stets elegant wirkende Paavo Nurmi erweckte Zátopek b​ei seinen Läufen d​en Eindruck, e​r stünde k​urz vor e​inem epileptischen Anfall o​der am Ende a​ller Kräfte, w​as durch s​eine verkrampft wirkende Muskulatur, pfeifende Atemgeräusche u​nd entgleiste Gesichtsausdrücke – d​ie zu seinem Markenzeichen werden sollten – verstärkt wurde.[89]

Zátopek verstand d​as Laufen a​ls eine r​ein natürliche Möglichkeit d​er Fortbewegung u​nd lehnte j​ede Form v​on wissenschaftlichen Lauftheorien ab. Er vertrat d​ie Ansicht, d​ass die Leistung e​ines Athleten n​icht nach dessen Laufstil beurteilt werden könne; d​ies stelle lediglich e​ine oberflächliche Betrachtung dar. Sein unökonomischer Laufstil u​nd seine Erfolge trugen d​azu bei, d​ass für Jahrzehnte über d​ie Physiologie d​es Trainings (später a​uch die Biochemie) diskutiert u​nd geforscht w​urde und d​ie Laufökonomie, d​er Stillauf, i​n den Hintergrund trat.[90]

Ernährung und Lebensweise

Auf e​ine individuell abgestimmte Ernährung l​egte Zátopek keinen Wert. Er aß u​nd trank n​ach eigenem Belieben u​nd was i​hm schmeckte. Bisweilen g​riff er a​uf ungewöhnlich anmutende Nahrungsmittel zurück. So aß e​r mitunter v​or Wettkämpfen r​ohe Zwiebeln u​nd Knoblauch o​der trank Bitter- beziehungsweise Gewürzgurkenwasser. Bier betrachtete e​r als isotonisches Getränk. Zu seiner Lebensweise gehörten ausreichend Schlaf – v​or schweren Wettkämpfen b​is zu 10 Stunden – u​nd der Verzicht a​uf Nikotingenuss.[91][92][93]

Psychologie

Über d​ie Psychologie u​nd Laufmotivation Zátopeks i​st viel gemutmaßt worden. Er l​ief in erster Linie a​us reiner Freude u​nd zelebrierte dies. Dabei entwickelte e​r ein Gespür dafür, d​ie eigene Leistungsgrenze z​u erkennen u​nd durch e​in hohes Maß a​n Disziplin, Willenskraft u​nd noch härtere Trainingsreize z​u überwinden. Auf geringste Anzeichen v​on Müdigkeit o​der Erschöpfung reagierte e​r mit n​och härterem Training. Bisweilen erweckte e​r hierbei d​en Eindruck, d​ie Lust a​m Schmerz – bekannt u​nter dem Begriff Algolagnie – z​u lieben. Seine Sensibilität w​ar dabei s​o ausgeprägt, d​ass er i​m Stande war, v​or wichtigen Wettkämpfen angestrebte Zielzeiten b​is auf d​ie Zehntelsekunde g​enau vorher z​u berechnen. Insbesondere setzte s​ich Zátopek n​ie zu h​ohe Ziele, sondern h​ielt diese s​tets im Rahmen d​es Machbaren.[94][93] Nach seinem Erfolgsrezept gefragt, antwortete Zátopek:

„Man nehme: e​ine große Portion ‚Ich höre n​ur auf m​ich selbst‘. Einen großen Löffel ‚Lass d​ie anderen reden, i​ch laufe einfach‘. Ein Kilo ‚Lass d​ie anderen lachen, i​ch lache s​ie aus, w​enn ich i​m Ziel bin‘. Dazu: Ein Pfund Spaß. Ein Pfund Leidenschaft. Und e​ine große Portion Gelassenheit. Alles kräftig durchmischen. Fertig. Vielleicht n​och einen süßen Guss: ‚Einfachheit‘ über alles.“

Zátopek[93]

Physiologie

Zátopeks Spitzenleistungen w​aren der Grund dafür, d​ass sich bereits frühzeitig Ärzte u​nd Mediziner für d​en aufstrebenden Läufer interessierten. Deren Aufmerksamkeit richtete s​ich vor a​llem auf s​eine körperlichen Eigenheiten, d​ie in d​er Folge Gegenstand zahlreicher medizinischer Untersuchungen wurden, u​m die Auswirkungen seines extremen Trainings a​uf den menschlichen Körper besser verstehen z​u können.[95]

Bei e​iner Körpergröße v​on 174,3 cm u​nd einem Gewicht v​on unter 68 kg besaß Zátopek i​m Verhältnis z​u seiner Größe l​ange Beine u​nd eine ausgeprägte Beinmuskulatur. Der Umfang seines linken Schenkels betrug 52, d​er des rechten 54,3 cm b​ei einem Wadenumfang v​on etwa 38 cm. Seine durchschnittliche Schrittlänge betrug i​m Mittel 170 cm. Sein Oberkörper wirkte sehnig u​nd hager.[96]

Die e​rste EKG-Untersuchung Zátopeks erfolgte n​ach einem 1500-Meter-Lauf i​m Jahr 1944 u​nd zeigte n​och deutlich erhöhte Puls- (120 Schläge/min) u​nd Blutdruckwerte (zwischen 180 u​nd 190 mmHg), während i​m Jahr darauf n​ach einem 3000-Meter-Lauf bereits normalisierte Werte (Puls 72, Blutdruck 136/70 mmHg) ermittelt wurden. Eine Untersuchung seines Herzens zeigte e​ine vergrößerte l​inke Kammer u​nd rechte Vorkammer, h​eute bekannt u​nter dem Begriff Sportlerherz. Der Ruheherzschlag betrug 56 Schläge/min. Im Rahmen e​ines Kardiogramms w​urde 1950 b​ei Zátopek e​in bisher unerkannter Herzmuskelfehler diagnostiziert.[95]

Sein Brustkorbumfang betrug n​ach dem Ausatmen 88 u​nd nach d​em Einatmen 95 cm. Die Lunge w​ies einen Normalbefund auf, w​obei die Atemfrequenz e​twa viermal größer w​ar als d​ie Ruhefrequenz. Sein Lungenvolumen (VO2max) w​urde auf 76,2 ml/min j​e kg Gewicht geschätzt. Dies entsprach b​ei einem durchschnittlichen Körpergewicht v​on 68 kg e​twa 5,1 Liter, wohingegen untrainierte Menschen n​ur Werte zwischen d​rei und v​ier Litern aufweisen. Damit konnte e​r 128 Sekunden d​ie Luft anhalten, e​twa die vierfache Dauer d​es allgemeinen Durchschnitts (30 s).[91][95] Im Übrigen setzte Zátopek a​uf Naturheilkunde. Muskelverletzungen behandelte e​r auf natürliche Weise m​it Schweinefett o​der Margarine, Verzerrungen u​nd dergleichen d​urch Wärmebehandlungen u​nd Saunabesuche.[97]

Statistik

Insgesamt bestritt Zátopek 334 Karriererennen, v​on denen e​r 261 siegreich beendete. Darin enthalten s​ind 141 Läufe über d​ie 5000-Meter-Distanz m​it 120 Siegen, 62 Wettkämpfläufe über d​ie 10.000-Meter m​it 54 Siegen s​owie 54 Teilnahmen a​n 3000-Meter-Läufen, v​on denen e​r 46 gewann.[98][88]

Rekord-, Olympia- und Meisterschaftsergebnisse

In seiner Läuferkarriere v​on 1942 b​is 1957 errang Zátopek zahlreiche Siege u​nd Meisterschaftstitel. Der vierfache Olympiasieger u​nd Silbermedaillengewinner w​urde ferner dreifacher Europa- u​nd fünfzehnfacher tschechoslowakischer Meister. Insgesamt errang e​r 51 Nationalrekorde. Darin enthalten s​ind seine 18 Weltrekorde. Er b​rach einmal d​en Weltrekord über 5000, fünfmal über 10.000, zweimal über 20.000, zweimal über 25.000 u​nd einmal d​en über 30.000 Meter, zweimal d​en Stundenlauf, zweimal d​en 6-Meilen-, einmal d​en 10-Meilen- s​owie zweimal d​en 15-Meilen-Lauf. Ferner l​ief er v​ier olympische u​nd drei Europarekorde u​nd war dreimal Sportler d​es Jahres.[99]

Leistungsentwicklung

Silbermedaille der Olympischen Spiele 1948 in London
Goldmedaille der Olympischen Spiele 1952 in Helsinki
Finisher-Medaille des Berlin-Marathons 1988 mit dem Porträt Zátopeks
Verein Jahr 800 m 1500 m 3000 m 5000 m 10.000 m
SK Bata Zlín19414:20,3 min
SK Bata Zlín19422:02,8 min4:13,9 min9:12,2 min16:25,0 min
SK Bata Zlín19431:58,7 min4:01,0 min8:57,1 min15:26,6 min
SK Bata Zlín19441:59,8 min3:59,5 min8:34,8 min14:54,8 min
SK Bata Zlín19454:01,4 min8:33,4 min14:50,8 min
SK Bata Zlín19463:57,0 min8:18,8 min14:25,8 min
SK Bata Zlín19473:52,8 min8:08,8 min14:08,2 min
Botostroj19488:07,8 min14:10,0 min29:37,0 min
ATK Praha19493:57,0 min8:19,2 min14:13,2 min29:21,2 min
ATK Praha19508:16,0 min14:03,0 min29:02,6 min
ATK Praha19518:17,6 min14:11,6 min29:29,8 min
ATK Praha19528:32,4 min14:04,4 min29:17,0 min
ÚDA Praha19538:13,8 min14:03,0 min29:01,6 min
ÚDA Praha19544:05,0 min8:19,0 min13:57,2 min28:54,2 min
ÚDA Praha195514:04,0 min29:25,6 min
ÚDA Praha19568:18,4 min14:14,8 min29:33,4 min
Dukla Praha195714:06,4 min29:25,8 min
Dukla Praha195815:13,0 min31:13,0 min

Weltranglistenplatzierungen

5000 m[100]
Jahr Jahresbestleistung Platz
194414:54,9 min30.
194514:50,8 min23.
194614:25,8 min5.
194714:08,2 min1.
194814:10,0 min1.
194914:10,2 min1.
195014:03,0 min1.
195114:11,6 min2.
195214:06,4 min1.
195314:03,0 min5.
195413:57,0 min3.
195514:04,0 min11.
195614:14,8 min49.
195714:06,4 min24.
10.000 m[100]
Jahr Jahresbestleistung Platz
194829:37,0 min1.
194929:21,2 min1.
195029:02,6 min1.
195129:29,8 min1.
195229:17,0 min1.
195329:01,6 min1.
195428:54,2 min1.
195529:25,6 min8.
195629:33,4 min17.
195729:25,8 min11.

Anhang

Schriften

  • Běží Zátopek. Olympia, 1967.
  • Emil Zatopek erzählt: Geschichten und Geheimnisse des legendären Olympiasiegers und 18-fachen Weltrekordlers. Sri-Chinmoy-Laufclub, Zürich 1980, ISBN 3-7261-0010-5.

Literatur

  • Richard Askwith: Today We Die a Little: The Rise and Fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, ISBN 978-0-224-10034-2.
  • Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, ISBN 978-0-9570332-2-1.[101]
  • Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zátopek. Bloomsbury, London 2016, ISBN 978-1-4729-2022-5.
  • František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953.[102]
  • František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954.
  • Jan Novák, Jaromír Svejdík: Zátopek. Aus dem Tschechischen von Mirko Kraetsch. Voland & Quist, Dresden, Leipzig 2016, ISBN 978-3-86391-138-6.
  • Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, ISBN 1-903158-25-7.[102]
  • Jean Echenoz: Courir, 2008. Übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel: Laufen. Roman. Berlin Verlag, 2009, ISBN 978-3-8270-0863-3

Filme

  • Emil Zátopek oder Dana sagt: Bier macht dumm. Dokumentarfilm 1980, Länge 55 min, Regie: Hans-Dieter Grabe
  • Emil Zatopek – Olympische Höhepunkte 1948–1952. Dokumentarfilm 1980, Länge 9 min
  • Emil Zátopek: Die Lauflokomotive. Dokumentarfilm 1995, Regie: Hagen Boßdorf
  • Emil und Dana Zátopková. Dokumentarfilm 1997, Länge: 15 min, Regie: Miroslav Kačor
  • Nejen zlaté vzpomínky. Dokumentarfilm 2000, Länge 23 min
  • Sláva vítězům. Dokumentarfilm 2001, Länge: 15 min, Regie: Simona Oktábcová, Theodor Mojžíš
  • Emila Zátopka. Dokumentarfilm 2003, Länge: 17 min, Regie: Karel Hynie, Zdenek Patocka, Vojtech Peták, Pavel Taussig
  • Slavné olympijské osmičky Podruhé v Londýné vstupuje Emil Zátopek. Dokumentarfilm 2008, Länge: 26 min
  • Život atleta Emila Zátopka. Dokumentarfilm 2011, Regie: M. Mináč, O. Sommerová
  • Zátopek. Dokumentarfilm 2016, Länge: 52 min, Regie: David Ondříček
  • Zátopek, erscheint im August 2021, Regie: David Ondříček
Commons: Emil Zátopek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 14; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 8–10.
  2. Jean Echenoz: Laufen. Berlin-Verlag, Berlin 2011, S. 92; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 10–19; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 94; Walter Dänzer: Emil Zátopek erzählt. Geschichten und Geheimnisse des legendären Olympiasiegers und 18-fachen Weltrekordlers. Sri Chinmoy Verlag, Zürich 1980, S. 134.
  3. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 8 f.; Richard Askwith: Today we die a little. The rise an fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Bloomsbury, London 2016, S. 20–27; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 19.
  4. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 10–24; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 28–45; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 19 f.; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 29–33; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 12.
  5. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 46–51; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 24 f.
  6. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 38–43.
  7. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 27; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 29–33.
  8. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 52–66; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 44–64; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 30; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 65., 69; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 38.
  9. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 231. (engl.)
  10. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 230. (engl.)
  11. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 32–34; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 64–71; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 67–73.
  12. František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 31; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 70; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 74, 98; Frantisek Steiner: Er war, ist und bleibt der König der Athleten. In: Welt.de. 10. November 2000. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  13. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 35; František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 27–30.
  14. Richard Askwith: Rio 2016: The day that friendship trumped victory. In: The Independent. 19. August 2016. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  15. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 36 f.; František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 30; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 80–96; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 84–106; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 44.
  16. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 109–116; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 76–90; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 97 f.
  17. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 40.
  18. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 43.
  19. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 101–103; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 61.
  20. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 98–121; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 104–120; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 41.
  21. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 50.
  22. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 132–136.
  23. František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 44 f.; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 137–145; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 52 f.; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 122–142.
  24. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 61.
  25. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 145–147; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 54.
  26. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 143–151; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 147–153; František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 47.
  27. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 218 f.
  28. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 285. (engl.)
  29. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 286. (engl.)
  30. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“, S. 289–292. (engl.)
  31. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 154–158; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 64–66.
  32. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 171–173; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. XIV; PPat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 84–88.
  33. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 159–175; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 66.
  34. Herbert Schade: Als Leichtathlet in 5 Erdteilen. Bartels & Wernitz, Berlin 1958, S. 37; Otto Peltzer: Umkämpftes Leben. Sportjahre zwischen Nurmi und Zátopek. Verlag der Nation, Berlin 1955, S. 337 f.; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 152–192; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 71–74.
  35. ARCHIV KANCELÁŘE PREZIDENTA REPUBLIKY. (Memento des Originals vom 11. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prazskyhradarchiv.cz PDF, S. 7; Otto Peltzer: Umkämpftes Leben. Sportjahre zwischen Nurmi und Zátopek. Verlag der Nation, Berlin 1955, S. 344; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 207–208; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 193–204.
  36. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 86.
  37. František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 62 f.; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 81–84.
  38. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 204–209; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 85–91.
  39. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 99. [Die von dort übernommenen Splitzeiten weichen von der offiziellen Endzeit um +0,2 s durch Rundungsfehler ab.]
  40. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 100–102.
  41. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 94.
  42. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 93–96.
  43. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 97–98; Herbert Schade: Als Leichtathlet in 5 Erdteilen. Bartels & Wernitz, Berlin 1958, S. 132–134.
  44. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 210–217; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 98–107.
  45. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 108.
  46. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 107.
  47. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 107.
  48. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 107–114.
  49. Offizieller Bericht des IOC. PDF, S. 301–307 (englisch).
  50. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 116 f.; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 218–225.
  51. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 225–231; Harald Lechenperg (Hrsg.): Die Olympischen Spiele 1956. Bertelsmann Lesering, Gütersloh 1957, S. 190–192.
  52. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 232–237; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 121–124; Herbert Schade: Als Leichtathlet in 5 Erdteilen. Bartels & Wernitz, Berlin 1958, S. 230.
  53. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 127 f.; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 121–125; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 238–258.
  54. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 139 f.; Guido Knopp (Hrsg.), Harald Schott: Worte gegen Panzer. Der Prager Frühling 1968. Georg Bitter, 1991, S. 26; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 267 f.
  55. Stefan Karner, Natalja Tomilina, Alexander Tschubarjan u. a.: Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968 (= Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung Graz–Wien–Klagenfurt. Sonderband 9/1). Böhlau, Köln, Weimar, Berlin 2008, S. 721 (Endnote 10); Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 259–267.
  56. Richard Askwith: Emil Zátopek: The greatest Olympian vanished from public life after he defied Russian tanks in 1968. In: The Independent. 24. März 2016. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  57. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 272.
  58. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 144; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 267–275; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 276, 281.
  59. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 276–278.
  60. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 278–289; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 276–281.
  61. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 290–308; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 287 f.; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 162, 166; The greatest long-distance runner of the mid-20th century: Emil Zátopek. In: Praticaradionews.blogspot.de. Abgerufen am 9. Dezember 2016.
  62. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 308–312; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 168.
  63. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 313–321; Volker Kluge: Otto der Seltsame. Die Einsamkeit eines Mittelstreckenläufers. Otto Peltzer (1900–1970). Parthas, Berlin 2000, S. 162; Walter Dänzer: Emil Zátopek erzählt. Geschichten und Geheimnisse des legendären Olympiasiegers und 18-fachen Weltrekordlers. Sri Chinmoy Verlag, Zürich 1980, S. 16.
  64. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 321–330; Kaiserlinden als Denkmal für Alfred Howad und Emil Zátopek. In: Denkmal-Wuppertal.de. Abgerufen am 12. Juni 2016; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 170; Episodenguide auf imdb.com (Staffel 6; Episode 10). Abgerufen am 8. Dezember 2016.
  65. Emil Zatopek. In: Internationales Biographisches Archiv. 12/2001 vom 12. März 2001, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 26/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  66. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 331 f.
  67. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 333 f.
  68. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 335, 351–359.
  69. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 360–362; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 190.
  70. Minor Planet Circular 27735. In: Minor Planet Center. 28. August 1996, S. 155 (PDF, englisch).
  71. Rezensionsnotizen zu Laufen bei perlentaucher.de. Abgerufen am 9. Dezember 2016.
  72. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, 2016, S. 183; Feierliche Präsentation der neuesten Škoda Transportation Lokomotive für die DB Regio AG. In: Skoda.cz. 27. Juni 2016; Greatest Runner. (Memento des Originals vom 11. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/rw.runnersworld.com In: Runner’s World (PDF; 1,5 MB; englisch); Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 170.
  73. Jan Lopatka: Zatopek legs to run wild in Rio. In: Reuters. 6. Juni 2016; James Martin: New art installation celebrates Rio Olympics with nod to Czech running champion. In: Lonely Planet. 17. August 2017.
  74. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 335–350; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 50.
  75. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 186; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 121, 138.
  76. Siehe den Scan des tschechischen Originalartikels; Emil Zátopek: Rozsudek vynesl všechen československý lid. In: Rudé právo. 10. Juni 1950, S. 3 (Digitalisat). Eine Übersetzung ins Englische findet sich bei Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 115 f.
  77. Das Lied heißt eigentlich Rudý prapor (Rote Fahne).
  78. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 114–118; Rick Broadbent: Endurance. The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 117 f.
  79. Richard Askwith: Emil Zátopek: the fastest man on Earth. In: The Daily Telegraph. 23. April 2016. Abgerufen am 24. Februar 2017; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 75 f.
  80. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 193 f.
  81. František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 9 f.
  82. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 8; František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 41; Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 85; Jean Echenoz: Laufen. Berlin-Verlag, Berlin 2011, S. 78 f.
  83. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 145 f.
  84. Richard Askwith: ‘It’s the greatest athlete the world has ever seen and he’s refusing to go to the Olympics’. Gespräch. In: The 42. 24. Juli 2016 (englisch).
  85. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 47 f.; Otto Peltzer: Umkämpftes Leben. Sportjahre zwischen Nurmi und Zátopek. Verlag der Nation, Berlin 1955, S. 338; Christopher McDougall; Werner Roller: Born to Run: ein vergessenes Volk und das Geheimnis der besten und glücklichsten Läufer der Welt. Heyner Verlag, München 2015, S. 132–134.
  86. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 209.
  87. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 19–21; Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 139; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 93, 210; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. XII.
  88. Emmanuel Schneider: Vogel fliegt. Fisch schwimmt. Mensch läuft. In: Reutlinger General-Anzeiger. 8. August 2012. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  89. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 184; Sport ist Schwerarbeit. In: Der Spiegel. 16. Juli 1952. Abgerufen am 15. Dezember 2016; Christopher McDougall; Werner Roller: Born to Run: Ein vergessenes Volk und das Geheimnis der besten und glücklichsten Läufer der Welt. Heyne, München 2015, S. 133.
  90. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 138; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 96 f., 130; Arnd Krüger: Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997). In: Norbert Gissel (Hrsg.): Sportliche Leistung im Wandel. Czwalina, Hamburg 1998, S. 41–56.
  91. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 120 f.
  92. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 95; Michael Beloff: Emil Zátopek: A Legend from Athletics’ Golden Age of Innocence. In: The Spectator. 7. Mai 2016. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  93. Mike Kleiß: Das Rezept von Emil Zatopek. In: Der Tagesspiegel. 13. Oktober 2016. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  94. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 96.
  95. František Kožík: Emil Zatopek in Fotografien. Artia, Prag 1954, S. 71–74.
  96. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 129.
  97. Walter Dänzer: Emil Zátopek erzählt. Geschichten und Geheimnisse des legendären Olympiasiegers und 18-fachen Weltrekordlers. Sri Chinmoy Verlag, Zürich 1980, S. 89–91.
  98. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 153–159.
  99. Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zátopek. Globerunner Productions, s. l. 2016, S. 185; Bob Phillips: Zá–to–pek! Zá–to–pek! Zá–to–pek! The life and times of the world’s greatest distance runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 152 f.; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 302; Walter Dänzer: Emil Zátopek erzählt. Geschichten und Geheimnisse des legendären Olympiasiegers und 18-fachen Weltrekordlers. Sri Chinmoy Verlag, Zürich 1980, S. 59–60.
  100. Bob Phillips: Zá-to-pek! Zá-to-pek! Zá-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 153.
  101. Rezensionen zu Büchern über Emil Zátopek. In: Racingpast.ca. Abgerufen am 24. Februar 2017 (englisch).
  102. Rezensionen zu Büchern über Emil Zátopek. In: Racingpast.ca. Abgerufen am 24. Februar 2017 (englisch).

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