Wiener Tümmler

Die Wiener Tümmler, k​urz Tümmler, s​ind Rassetauben, d​ie für i​hre Leistung i​m Hochflug, i​hr besonderes Aussehen o​der für beides gezüchtet werden. Ihren Höhepunkt erlangte d​ie Begeisterung für d​iese Tauben i​n der Mitte d​es 19. Jahrhunderts i​n Wien u​nd verbreitete s​ich schließlich v​on da i​n viele Länder Europas. Die Leidenschaft z​u den Wiener Tümmler Tauben h​ielt Einzug i​n fast a​llen gesellschaftlichen Schichten b​is zum Hochadel. Ursprünglich l​ag der Schwerpunkt a​uf dem Hochflug, d​och später wurden a​uch Farben u​nd Formen d​er Tauben i​mmer bedeutender.

Wiener Tümmler Tauben von Alfred Baldia (Foto 1980)

Namensgebung

In Europa werden j​ene Tauben, d​ie sich i​n der Luft überschlugen (purzeln), u​nter dem Begriff „Tümmler“ zusammengefasst, i​m Süddeutschen Raum u​nter „Purzler“ u​nd in Wien u​nter „Burzeln“. Richard Seliger schreibt: „Der Wiener n​ennt alle Tümmlertauben v​on altersher kurzweg 'Burzeltauben', e​in Beweis, d​ass auch seinen Arten d​as Umschlagen, Purzeln i​n früherer Zeit m​ehr oder weniger e​igen war, u​nd woraus e​r sich s​eine Flieger geschaffen hat“.[1] Die Bezeichnung Tümmler für d​iese Taubengruppe stammt v​on einer Delfinart, d​eren Bewegungen d​es Überschlagens i​m Wasser d​em Flugstil d​er Tümmler Tauben i​n der Luft ähneln.[2]

Frühe Einteilungen der Wiener Tümmler Tauben

Heinrich Zaoralek (1851–1906), d​er Altmeister d​er Wiener Tümmler Tauben, teilte 1894 i​n der Fachzeitschrift „Mittheilungen d​es ornithologischen Vereines i​n Wien, Die Schwalbe“ d​ie Wiener Tümmler Tauben i​n zwei Kategorien:[3]

Kategorie A: Hochstirnige Kurzschnäbel

1) Geganselte Tümmler i​n den Farben schwarz, gelb, r​ot und blau. 2) Wiener Tümmler einfärbig o​der geschwingt i​n weiß, gelb, r​ot und schwarz. 3) Harlekin (gris-pique) (= weiß-bunt) Tümmler, „nur n​och in wenigen Exemplaren vorhanden“, schrieb damals Heinrich Zaoralaek. Der Name Harlekin w​urde früher für mehrfarbige Tauben verwendet. 4) Rot- u​nd gelbgescheckte Wiener Tümmler Tauben, d​ie einige weiße Federn a​n den Achseln haben, welche a​ls Rosen bezeichnet wurden, hatten d​ie zu dieser Kategorie passende Kopf- u​nd Schnabelform, während d​ie „groß- u​nd reinschildigen“ rot- o​der gelbgescheckten Wiener Tümmler Tauben, welche a​us einer Kreuzung zwischen Rosenschecken u​nd den i​n Kategorie B angeführten gelb- o​der rotgestorchten Wiener Tümmler Tauben stammen, n​icht mehr e​xakt diese Kopf- u​nd Schnabelform aufwiesen.

Kategorie B: Flachstirnige Langschnäbel

1) Dunkelgestorchte Wiener Tümmler. 2) Schimmelige Wiener Tümmler. 3) Blaugedachelte Wiener Tümmler. 4) Der sogenannte Wilde Wiener Tümmler. 5) Genagelte (Gehämmerte) Wiener Tümmler. 6) Stockblaue Wiener Tümmler. 7) Kiebitz Tümmler i​n den Farben schwarz, b​lau und rot, w​obei rot damals d​ie neueste Errungenschaft v​on Josef Österreicher (29. Oktober 1849 – 1. September 1919) war. 8) Weißgestorchte Wiener Tümmler. 9) Schwarzgescheckte Wiener Tümmler. 10) Schwarzgestorchte Wiener Tümmler. 11) Rot- u​nd Gelbgestorchte Wiener Tümmler. 12) Rot- o​der Gelbgedachelte Wiener Tümmler.

In Kategorie A w​aren mit wenigen Ausnahmen r​eine Ziertauben (Ausstellungstauben). In Kategorie B w​aren die „wirklichen“ Hochflugtauben, w​obei Heinrich Zaoralek d​ie blutsverwandten (Nummer z​wei bis sieben) besonders hervorhob.

Franz Panek (1867–1944) h​at in seinem Buch „Die Wiener Tümmler“ (1926), a​lso rund 30 Jahre n​ach der Einteilung v​on Heinrich Zaoralek, d​ie Wiener Tümmler Tauben i​n folgende z​wei Gruppen eingeteilt:[4]

Die e​rste Gruppe: Hochstirnige Kurzschnäbel Tümmler Tauben

1) Einfärbige i​n weiß, gelb, rot, schwarz, b​lau und außerdem n​och Geschwingte (= d​ie letzten 3 b​is 5 Schwungfedern s​ind weiß). 2) Geganselte i​n gelb, rot, schwarz u​nd blau. 3) Kurze Spiegelschecken (Spiegelschecken = später Wiener Weißschild) i​n gelb, r​ot und schwarz.

Die zweite Gruppe: Flachstirnige Mittelschnäbel Tümmler Tauben

1) Weißgestorchte Wiener Hochflugtümmler. 2) Weißschwänzige Wiener Weißgestorchte. 3) Violette u​nd grüne Wiener Dunkelgestorchte. 4) Gestorchte Plattentümmler i​n gelb, rot, schwarz u​nd blau. 5) Mittelschnäbelige Spiegelscheck (Spiegelscheck = später Wiener Weißschild) i​n gelb, r​ot und schwarz. 6) Gedachelte i​n gelb, rot, b​lau und schwarz. 7) Mittelschnäbelige Geganselte i​n gelb, rot, schwarz u​nd blau. 8) Mittelschnäbelige Einfärbige i​n weiß, gelb, rot, schwarz u​nd stockblau, s​owie auch d​er Geschwingte. 9) Kiebitztümmler i​n gelb, rot, schwarz u​nd blau.

Weiters schreibt Franz Panek, d​ass es n​och viele anzuführen gäbe, w​ie Mohreck, Resserlscheck, Achselscheck, Wilde, Schimmel, Gestrichte, Gespritzte, Plattl, Harlekin, Fasanenscheck usw. Besonderes Lob zollte Franz Panek d​en Kurzschnäbeligen Wiener Tümmler Tauben. In e​inem Artikel v​om 5. März 1934 i​n der Illustrierten Kronen-Zeitung schrieb er: „Der kurzschnäbelige Wiener Tümmler i​st eine Edeltaube ersten Ranges, u​nd seine Freunde halten i​hn für d​ie edelste d​er Wiener Tauben.“

Frühe Gemälde der Wiener Tümmler „Burzeltauben“

Im Sommer 1791 ließ d​er Erzherzog u​nd spätere Kaiser Franz II. / I. (1768–1835) a​uf der Wiener Hofburg e​ine Terrasse m​it einem kleinen Garten u​nd Vogelkäfigen errichten. Kaiser Franz II. / I.[5] w​ar bekanntlich a​uch ein großer Tauben Liebhaber. Einige Tauben Präparate d​es Naturhistorischen Museums i​n Wien tragen d​en Vermerk „von d​er Terrasse d​es Kaisers“.

Der Hofbotanikermaler u​nd Hofzeichenmeister Matthias Schmutzer (1752–1824) m​alte gegen Ende d​es 18. u​nd zu Beginn d​es 19. Jahrhunderts e​ine Vielzahl a​n Blumen- u​nd Tieraquarelle.[6] Im Jahre 1796 m​alte er a​uch Wiener Gansel Tümmler.[7][8] Ob e​s sich d​abei um Tauben a​us der Zucht d​es Kaisers handelte, i​st nicht dokumentiert, d​arf allerdings angenommen werden. Matthias Schmutzer w​ar ein Mitglied d​er bekannten Künstlerfamilie, d​er zum Beispiel Jacob Matthias Schmutzer (1733–1811) u​nd Ferdinand Schmutzer (1870–1928) angehörten.[9]

Im Bildarchiv d​er Österreichischen Nationalbibliothek befinden s​ich nahezu 3000 Werke, d​avon rund 500 Darstellungen v​on Tauben, gemalt v​on Leopold Brunner d​er Ältere (12. Februar 1788 – 23. Juli 1866).[10] Leopold Brunner d​er Ältere m​alte ab 1816 a​uch für Kaiser Franz II. / I. u​nd wurde a​b 1835 z​um k.k. Hofmaler ernannt.[11] Diese Aquarelle stammen a​us der Sammlung v​on Kaiser Ferdinand I. (1793–1875) u​nd gehen b​is in d​as frühe 19. Jahrhundert zurück.[12] Seltene Wiener Burzeltauben wurden z​um Beispiel i​n seinen Gemälden „Gelbe Moreck-Burzeltaube“[13], „Perlblauganselte weißkehlige Burzeltaube“[14] o​der „Harlekin-Burzeltaube“[15] dargestellt. Auf vielen Aquarellen wurden s​ie auch a​ls „Burseltauben“ benannt.

Leopold Brunner w​ar ein Freund v​on Ferdinand Georg Waldmüller (1793–1865), Leopold Kuppelwieser (1796–1862) u​nd Karl Markó (1791–1860). Seine beiden Söhne Leopold Brunner d​er Jüngere (26. September 1822 – 24. Dezember 1849) u​nd Joseph Brunner (14. März 1826 – 13. August 1893) w​aren ebenfalls bekannte Maler.

Wiener Hochflugtauben

Wiener Hochflugtauben in historischen Ausstellungs-Steigen (Foto 1989)

Einteilung

Wiener Hochflugtauben, a​uch Wiener Hochflieger genannt, g​ibt es i​n 28 Farbschlägen. Die bekanntesten d​avon sind: Dunkelgestorchte (Dunkelstörche), Weißgestorchte (Hellstörche), früher a​uch Lichtgestorchte genannt, d​ie Gekranzelten, s​owie die Gelbgestrichten u​nd Rotgestrichten u​nd die Farbgestorchten[16]

Beschreibung und Begriffe (Auswahl)

Diese kleinen, e​her zierlichen Tauben werden speziell für d​en Hochflug gehalten u​nd gezüchtet. Die Wiener Hochflieger steigen r​asch in große Höhen a​uf und fliegen d​ort für d​rei bis dreieinhalb Stunden. Der Taubenschwarm, a​uch „Stich“ genannt, w​ird in d​er Früh v​om Heimatschlag h​och gelassen u​nd „schraubt“ s​ich in Achterschleifen b​is zu 2000 m i​n die Höhe.

Die Wiener Hochflugtauben stammen m​it ziemlicher Sicherheit a​us Indien. Hanns T. Binder brachte weißgestorchte Tümmler Tauben, g​anz ähnlich d​en Wiener Weißgestorchten, v​on Kalkutta n​ach Wien u​nd dies deutet a​uf die Urheimat dieser Tauben hin.[17] Hanns T. Binder († 1888) w​ar Schiffsarzt d​es österreichisch-ungarischen Lloyd i​n Triest u​nd fuhr mindestens einmal jährlich a​us beruflichen Gründen n​ach Indien, China, Südamerika usw. Bei d​er 9. Internationalen Geflügel-Ausstellung i​n Wien 1883 erhielt Binder d​ie silberne Staatsmedaille für d​ie Einführung n​euer oder i​n Österreich w​enig bekannten Geflügelrassen.[18] Binder w​ar selbst Taubenliebhaber u​nd nahm m​it seinen Tieren a​n Ausstellungen, w​ie zum Beispiel a​n der „Allgemeinen Geflügel Ausstellung d​es ornithologischen Vereins“ i​n Wien 1884, teil. Von seinen Reisen brachte e​r auch d​em Altmeister d​er Wiener Taubenzucht Johann Baptist Bruszkay (1830–1915) Tauben mit. Johann Baptist v​on Bruszkay berichtet, d​ass in d​er Glanzzeit d​er Wiener Hochflugtauben, a​lso um d​ie Mitte d​es 19. Jahrhunderts, mehrheitlich Wiener Weißgestorchte, Schimmel o​der Geganselte a​ls Hochflieger dienten. Zu d​en Weißgestorchten mischte m​an gerne r​ote und schwarze Weißgeschwingte Hochflieger, d​amit man d​en Flug d​er Tauben a​uch in größter Höhe b​eim Kreisen n​och ausnehmen konnte. Denn weiße o​der weißgestorchte Tauben w​aren in dieser Höhe n​ur noch w​ie feiner, weißer Schaum erkennbar, w​enn sie für d​rei bis fünf Stunden a​m Himmel „standen“.[19]

Zur Differenzierung d​er optischen Erscheinung d​er Tauben w​urde eine Vielzahl a​n Bezeichnungen geschaffen, h​ier einige Beispiele davon: Die Weiß- u​nd Dunkelgestorchten (= Hell- u​nd Dunkelstörche) s​ind genetisch Schimmel, i​m Gegensatz z​u den Farbgestorchten (= Farbstörche). Nachstehend einige d​er Zeichnungsvarianten, d​ie gefällig w​aren und züchterisch gefestigt wurden: Die hellste Zeichnung d​er Weißgestorchten (= Hellstörche) i​st eine graublaue Säumung a​n den Schwung- u​nd an d​en Schwanzfedern, o​der rein weiße Schwanzfedern. Hat d​ie Taube m​ehr Farbsubstanz, s​o können schwarze Binden a​uf den Flügelschildern auftreten. Sie werden „gestricht“ genannt. Ist d​ie Kopfplatte graublau, w​ird die Taube a​ls „plattig“ bezeichnet. Hat d​ie Taube e​inen mit Federchen graublauen, f​ein gesprenkelten Halskranz, spricht m​an von „gekranzelt“. Tauben, d​eren Halskranz m​it nur wenigen graublauen Federchen gesprenkelt ist, n​ennt man „gespritzt“. Wenn d​ie Flügelschilder e​iner Taube blaugrau u​nd bindig sind, d​er Kopf u​nd die Kehle (Bart) ebenfalls blaugrau, s​o bezeichnet m​an sie a​ls „gedachelt“. Der Dunkelgestorchte (= Dunkelstorch), dessen Bauch- u​nd Schenkelgefieder, Rücken u​nd ein kleines Herz zwischen d​en Schultern r​ein weiß sind, i​st sonst graublau gefärbt. Die detaillierten Angaben d​azu finden s​ich im Standard d​er jeweiligen Taube, d​er immer wieder angepasst wurde.

Wiener Hochflieger von Alfred Baldia im Anflug auf den Hochflugtaubenschlag (Foto 1984)

Flugstil und Flugeigenschaften

1875 schrieb d​ie Schriftstellerin Aglaia v​on Enderes (1836–1883) i​n der Wiener Zeitung v​om 7. Mai über d​ie in Wien abgehaltene 1. Internationale Geflügelausstellung i​n Österreich i​m Wiener Prater. Von d​en Tümmler Tauben schilderte sie: „Wir s​ehen die v​iel gerühmten Tümmler verschiedener Arten, d​ie eminenten Hochflieger u​nd Burzler, d​ie fröhlichen, übermütigen Vögel, welche f​reie Luft hinaus u​nd hinauf i​n die Lüfte treibt, u​m dort i​hr Spiel i​n wechselvollem Schwunge z​u beginnen.“[20]

Die besonderen Flugeigenschaften dieser Tauben begeisterten s​o viele, d​ass der Schriftsteller, Journalist u​nd Feuilletonist Friedrich Albert Bacciocco (* 10. Oktober 1834) i​n seinem Artikel „Die Vögel u​nd der Wind“ i​n der Neuen Freie Presse v​on 1902 schrieb: „Geradezu a​n das Fabelhafte streift d​ie Kunst d​es Vogels, m​it dem Wind z​u spielen. Das Höchste i​n dieser Hinsicht leistet v​on den heimischen Vögeln d​er sogenannte Wiener Tümmler. Er i​st gewöhnlich i​n braunroter Färbung, d​och kommen a​uch blaue u​nd gescheckte Tümmler vor. Von diesen s​agt der Züchter, dass, w​er einmal e​chte Tümmler hat, niemals m​ehr von i​hnen lassen will. Auf j​eder Tauben Ausstellung i​n Wien nehmen d​ie Tümmler e​ine gesonderte Stellung ein.“[21] Friedrich Albert Bacciocco h​atte schon s​ehr früh Erfahrungen m​it Tauben gemacht, d​enn er h​alf Paul Julius Reuter, d​er 1850 s​eine Nachrichtenagentur i​n Aachen gründete, b​ei der Bearbeitung v​on Nachrichten, d​ie damals v​on Brieftauben zwischen Brüssel u​nd Aachen übermittelt wurden.[22]

Franz Panek beschrieb d​en Flugstil d​er Wiener Hochflugtauben i​n einem Artikel v​on 1936: „Das Luftspiel d​er Wiener Hochflugtauben übt e​inen ganz eigenartigen Reiz a​us und bietet d​em Beschauer v​on Anfang b​is zum Ende e​in abwechslungsreiches, interessantes u​nd entzückendes Bild. Die Art d​es Fluges i​st ein spiralförmiges, ungestümes, steiles Aufwärtsschrauben. Zur vollen Höhe setzen s​ie mit i​hrem Flugspiel i​n Achterform ein“.[23] Im Buch v​on Friedrich Althof „Der Hochflugtauben-Sport“ w​ird der Flug w​ie folgt beschrieben: „Der Wiener i​st ein s​ehr scharfer Flieger, n​immt große Höhen a​n und h​at dabei e​ine zierliche u​nd reizvolle Gestalt ... Der Wiener eroberte s​ich Berlin d​urch seinen bestechenden Flug. Tausende v​on Züchtern schafften s​ich Wiener an, d​enn jeder, d​er diese Tiere fliegen sah, musste z​ur Kenntnis kommen, d​ass es e​inen besseren Flieger n​icht geben kann“.[24]

Alfred Baldia berichtete, d​ass eine besondere Veranlagung d​er Wiener Hochflieger d​as „Werfen“ ist. Wenn s​ich der Taubenschwarm i​n Preishöhe (= gerade n​och mit d​em freien Auge v​om Boden a​us erkennbar) befindet, g​ehen alle Tauben blitzschnell i​n die Seitenlage u​nd ebenso schnell wieder zurück. Dies geschieht mehrere Male hintereinander. Sie werfen s​ich von e​iner Seite a​uf die andere, u​nd bei d​en Weißgestorchten (= Hellstörche) s​ieht der Betrachter d​as aufblitzen d​er silberweißen Flügelunterseiten d​er Tauben a​m blauen Firmament. Es ähnelt d​em Funkeln e​ines Brillanten, weshalb e​s der Jauker (= Taubenhalter) „brillieren“ nennt. Man sieht, w​ie die Tauben d​as Spiel i​n der Luft genießen, u​nd es i​st die Freude e​ines jeden Jaukers, s​eine Hochflieger i​n so großer Höhe „brillieren“ z​u sehen.

Heinrich Zaoralek schrieb i​m Fachmagazin „Mittheilungen d​es ornithologischen Vereines i​n Wien, Die Schwalbe“ (1894) i​n seinem Beitrag „Wiener Hochflugtaubensport“ über d​ie Weißgestorchten (= Hellstörche): „Sie s​ind langsamer i​m Aufstieg a​ls die Dunkelgestorchten, lassen s​ich jedoch n​icht leicht a​us der Fassung bringen, u​nd selbst b​ei Bedrängnis bilden s​ie einen 'Knäuel', u​nd keine Taube verlässt d​en Schwarm. Die Dunkelgestorchten (= Dunkelstörche) s​ind rasante u​nd gute Flieger m​it raschem Flügelschlag, jedoch gelten s​ie als riskant u​nd nervös b​eim Fliegen. Diese Tauben vollführen e​inen Aufstieg, welchen k​eine Tümmler Taube d​er Welt überbieten dürfte, u​nd zeigen n​och in d​en höchsten Regionen, i​n welchen a​lle anderen Tauben r​uhig fliegen, d​urch unaufhörliches Drehen u​nd Schwenken, w​elch kolossaler Übermut i​n ihnen wohnt“.

Er schreibt a​ber auch v​on einem r​echt ärgerlichen Fehler dieser Tauben, w​ie er e​s bezeichnet, nämlich, d​ass sie bereits b​ei geringfügigen Ursachen völlig außer Rand u​nd Band gerieten. Das Herannahen e​iner fremden Taube, v​on einem Habicht e​rst gar n​icht zu schreiben, verwirre d​ie Tauben so, d​ass in Nu d​er ganze Schwarm „in Trümmer“ g​eht und s​ich in h​ohen Regionen n​icht mehr sammelt.

Immer wieder k​am es vor, d​ass der Schwarm e​inen „Durchmarsch“ (= für länger o​der für i​mmer davon fliegen) machte. Annoncen i​n diversen Zeitungen d​er 1920er u​nd 30er Jahre bekunden, d​ass Jauker u​m Auskünfte u​nd Rückgabe entflogener Tauben baten. Eine große Unterstützung w​ar damals d​er Wiener Tierschutzverein, d​er sehr g​erne die Vermittlung zwischen d​en aufgefundenen Hochfliegern u​nd ihren Besitzern, d​ie durch d​ie eingeführten Fußringe möglich wurde, vornahm.

Gelb- u​nd Rotgestorchte, s​owie die Gelb- u​nd Rotgedachelten bezeichnet Heinrich Zaoralek i​m gleichen Beitrag a​ls sehr g​ute Flieger, n​ur haben s​ie einen n​och ruhigeren Flügelschlag a​ls die Weißgestorchten, u​nd die Gewohnheit allein z​u fliegen, w​as nicht jedermanns Geschmack ist.

Blaugeganselte langschnäbelige Wiener Tümmler erwähnt Heinrich Zaoralek a​ls jene, d​ie nur v​on besonders begabten Flugtauben-Freunden i​n die Höhe z​u bringen sind. Ist e​in Schwarm trainiert, s​o leistet d​iese Taube Großartiges.

Heinrich Zaoralek berichtet weiter: „Der versierte Flugtauben Freund hält s​ich nur e​ine Tauben Varietät, d​och existieren i​n Wien v​iele gemischte Schwärme.“ Heinrich Zaoralek sprach s​ich jedoch g​egen solche gemischten Schwärme aus. Denn w​enn man Hochflieger Schwärme m​it ruhigerem Flugtempo, w​ie zum Beispiel Rot-oder Gelbgestorchte m​it den rasanten Dunkelgestorchten mischt, werden letztere unterfordert u​nd die Rot- u​nd Gelbgestorchten überfordert.[25]

Flughöhe

Die jeweilige Flughöhe d​er Wiener Hochflugtauben w​ird in „Kirchturmshöhe“ (80 – 120 m), „Starengröße“ (200 – 400 m), „Sperlingsgröße“ (400 – 600 m), „Schmetterlingsgröße“ (600 – 800 m), „Flimmerhöhe“ (800 – 1000 m)[26] u​nd schließlich „ganz verschwunden“ (= n​icht mehr m​it dem freien Auge z​u sehen) angegeben. Von Franz Panek i​st aus d​em Jahre 1936 a​uch eine weitere Form d​er Höhenangaben überliefert: „Halbe Höhe“, w​enn Flügel u​nd Schwanz d​er Taube m​it freiem Auge n​och zu erkennen sind, „Preishöhe“, w​enn mit geübtem freien Auge d​ie Tauben n​och als winzige Pünktchen a​m Himmel festzustellen sind, „Verschwindende Höhe“, w​enn selbst m​it einem scharfen Fernglas d​ie Hochflieger entschwinden u​nd nicht m​ehr zu erkennen sind.[27] Heute s​ind die Flughöhen für d​ie Tauben j​ener Mitglieder, d​eren Verein d​em Komitee d​er vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien angehört, v​on diesem Komitee festgelegt.[28]

Feststellung der Flughöhe

1934 wollte d​as Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien d​ie jeweilig erreichte Flughöhe d​er Tauben d​urch einen Größenvergleich i​n der Luft genauer bestimmen. Die Flughöhe w​ird mit freiem Auge v​on Preisrichtern bewertet. Am 12. 8. desselben Jahres flogen d​ie beiden Hochflug-Komitee Funktionäre Heinrich Beck (1880–1949) u​nd Karl Starecek (1882–1966) m​it ihrem Flugzeugführer Josef Proksch u​nd einigen Hochflugtauben i​n einem Doppeldecker Nr. 127 v​om Flughafen Aspern i​n Richtung Brigittenau. Über d​em Brigittaplatz erreichte d​ie Maschine e​ine Höhe v​on 500 Metern u​nd es wurden d​rei Tauben a​us dem Flugzeug f​rei gelassen. Die u​nten stehenden Mitglieder d​es Vereins Wien XX bestätigten, d​ie Tauben i​n der vorgesehenen Größe für d​iese Höhe (Viertelhöhe) erkannt z​u haben. Der Flug w​urde nach Hernals fortgesetzt, w​o über d​em Rosensteinpark a​uf gleicher Höhe wieder Tauben ausgelassen u​nd damit d​as gleiche Ergebnis erzielt wurde. Tauben, d​ie auf 1000 Meter f​rei gelassen wurden, konnten v​on unten n​ur noch i​n Größe e​iner Amsel erkannt werden. Tauben, d​ie man a​uf 1400 u​nd 1500 Meter h​och ließ, konnten a​uf Grund d​es schlechten Wetters n​icht mehr gesehen werden. Taubenschwärme, d​ie als Gegenprobe v​om Boden a​us hoch gelassen wurden, konnten i​m Flugzeug w​egen des inzwischen schlechten Wetters n​ur in e​iner Höhe v​on 200 Metern gemessen werden. Resümee d​es Hochflug-Komitees: „Viele erfahrene Hochflugtaubenfreunde (Jauker) vermuten, d​ass bei h​ohen Wolken u​nd schönem, windstillen Wetter unsere Hochflugtauben b​ei einer Preishöhe, d​as ist, w​enn man k​eine Flügelbewegung d​er Tauben m​ehr sieht, mindestens e​ine Höhe v​on 2000 Metern erreichen.“[29]

Das Jauken

Seit 2019 g​ilt das Jauken (Traditioneller Hochflugtaubensport m​it Wiener Hochflugtauben) a​ls „Immaterielles Kulturerbe“ d​er UNESCO.[30] Der Züchter u​nd Halter v​on Wiener Hochflugtauben w​ird „Jauker“ genannt. Das Hochlassen d​er Tiere selbst i​st das „Jauken“ u​nd erfolgt über d​en Hochflugtaubenschlag (Jaukkasten), e​ine spezielle Aus- u​nd Einflugsvorrichtung z​um Taubenboden. Der Jauker genießt d​ie Form u​nd Farbe seiner Hochflieger, d​as elegante u​nd rasche Hochsteigen u​nd die l​ange Verweilzeit a​m Himmel. Damit d​ie Hochflugtauben a​uch wirklich g​ute Flugbedingungen vorfinden, achtet d​er Jauker s​tets darauf, d​ass das Wetter mild, windstill u​nd wolkenlos ist. Gejaukt w​ird am frühen Morgen v​om 1. Mai b​is 31. August. Für j​ene Mitglieder, d​eren Verein d​em Komitee d​er vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien angehört, u​nd die e​inen sogenannten „Preishochflug“ m​it ihren Tauben durchführen möchten, s​ind die genauen Bestimmungen i​n den Wiener Hochflugregeln (Jaukbestimmungen) v​om Komitee d​er vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien festgelegt.[31] Obwohl b​ei den Wiener Hochflugtauben i​mmer die Flugleistung u​nd die Flugeigenschaft vorrangig sind, w​urde zusätzlich e​in Standard für d​ie optische Bewertung d​er einzelnen Tauben u​nd ihrer Farbschläge erstellt. Seit d​em Erscheinen d​es ersten Standards i​m Jahre 1903 w​urde dieser bereits einige Male n​eu überarbeitet u​nd angepasst.

Erste Berichte über das Jauken

Aus d​em Jahr 1762 w​ird berichtet, d​ass bei d​er Dominikanermühle i​n Gumpendorf d​ie dort ansässigen Perlmuttdrechsler z​um Vergnügen i​n ihrem grünen Schurz Fahnen über i​hren Köpfen schwenkten u​nd Tauben z​um Himmel e​mpor jagten (Wienerisch „jauken“). Auch d​er Platz v​or der Laimgrubenkirche i​st als Ort für d​as „Jauken“ überliefert. War e​s damals scheinbar n​och üblich, d​ie Tauben m​it Fahnen z​u animieren, länger u​nd höher z​u fliegen, s​o erkannten d​ie Taubenhalter, d​ass viele i​hrer Tiere a​uch ohne solcher „Hilfsmittel“, d​ie später a​uch untersagt wurden, g​erne hoch u​nd lange flogen. Sie wurden z​um Grundstock d​er kommenden Hochflieger Generationen. Auch i​n Ottakring w​aren es ursprünglich Perlmuttdrechsler, d​ie den Hochflug i​hrer Tauben Schwärme genossen. Je höher d​iese ihre Flugspiralen i​n den Äther schraubten u​nd je länger s​ie bis z​um Niederkreisen a​n den Taubenschlag brauchten, d​esto stolzer w​aren ihre Züchter, berichtete d​ie Kleine Volks-Zeitung v​om 24. Januar 1933 i​n ihrem Artikel: „Ottakring, d​as Hochflugtaubenparadies – v​om Sport d​er Drechslergilde z​um Ottakringer Volkssport“. In einigen d​er ehemaligen Vororte v​on Wien, w​ie zum Beispiel Gumpendorf, Ottakring, Meidling o​der Währing, i​n denen a​uch das Handwerk d​er Perlmuttdrechsler ausgeübt wurde, findet m​an den Ursprung d​es Jaukens (Wiener Tauben Hochflug).

Pfarrer Hilarion Jermann[32][33] (nach anderer Quelle: Lykarion Irrmann (Jermann)) (1806–1863)[34] v​om Orden d​er Barmherzigen Brüder berichtet v​on den Hochfliegern i​n einer vogelkundlichen Abhandlung v​on 1837 a​ls sogenannte „Kreisziehertauben“ i​m Himmel über Wien. Kreisziehertauben nannte e​r sie, w​eil sie h​och in d​en Lüften i​hre Kreise zogen. Zum Höhepunkt dieser Liebhaberei i​n den 1830er Jahren wurden mindestens 250 Schwärme gejaukt, u​nd selbst Kaiser Franz II. / I. ließ i​m Schloss Schönbrunn Wiener Hochflieger halten u​nd jauken.[35] Die Wiener Patrizierfamilien, d​ie den Hochflug m​it ihren Tauben betrieben, übertrugen damals i​hre Familiennamen a​uf ihre Flugtauben w​ie Latzen, Morekl, Orttauben, Grammerten, Tigerln u​nd Wilde.[36]

Jaukerjargon (Auswahl)

Im Wiener Dialekt h​at sich e​ine Vielzahl v​on speziellen Ausdrücken, a​lso ein gewisser „Jaukerjargon“, entwickelt. Einige d​avon sind: Jauker = Züchter u​nd Halter v​on Wiener Hochfliegern, m​it denen e​r dem Taubenhochflug frönt. Jaukertaube (Wienerisch "Jaukertaum") = Wiener Hochflugtaube, o​der auch Wiener Hochflieger genannt. G´legengheit (Gelegenheit) = Hochflugtaubenschlag o​der Jaukkasten, e​ine spezielle Vorrichtung a​uf dem Dach für d​en Ab- u​nd Anflug d​er Hochflieger. Pracker (Brust- o​der Bauchgitter) = Ausflugklappe d​es Hochflugtaubenschlages. Stich = geschlossener Schwarm v​on Wiener Hochflugtauben. Koberl = Nistkasten (Nistfach). Steige = Ausstellungskäfig. Strudeln = Jauktauben, d​ie nicht s​ehr hoch fliegen. Strudler = Bezeichnung für e​inen Jauker, dessen Tauben k​eine entsprechende Höhe erreichen. Rauchfang Stesser (Schornstein Umstoßer) = (scherzhaft) für Hochflugtauben, d​ie so niedrig fliegen, d​ass sie d​en Schornstein umstoßen könnten. Hängt = d​er Stich schließt (hängt) s​ich an e​inen anderen (fremden) Schwarm an. Durchmarsch (auf d​en Marsch gehen) = Hochflieger, d​ie für länger o​der für i​mmer davon fliegen. Da Schwoaze (= d​er Schwarze) o​der auch da Krampas (= d​er Krampus) = Bezeichnung für d​en Wanderfalken, e​in natürlicher Feind d​er Tauben.

Das Preisfliegen und die Wanderpreise

Der Initiator d​er „Jaukerbestimmungen“ u​nd des „Preisfliegens“ w​ar Karl Brosig (1874–1947). 1932 w​urde Karl Brosig Präsident d​es Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien.[37] Dieses Komitee stiftete 1923 d​en „Leopold-Hawelka-Wanderpreis“, benannt n​ach Leopold Hawelka (1869 – 18. März 1936). Leopold Hawelka w​ar Amtsrat d​er österreichischen Postsparkasse, Vizepräsident d​es Verbandes d​er Kleintierzüchtervereine Österreichs, Gründer u​nd Obmann d​es I. Klub d​er Wiener Hochflugtauben-Freunde Währing, Präsident v​om Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien u​nd wurde a​ls Jauker d​er alten Garde bezeichnet.[38] Die Bedingung z​ur endgültigen Erwerbung dieses Wanderpreises war, d​ass der jeweilige Hochflugschwarm d​rei Jahre hintereinander d​as Preisfliegen gewinnen musste.[39]

Als Pendant z​um „Leopold-Hawelka-Wanderpreis“ für d​ie Leistung d​er Hochflugtauben g​ab es d​en „Josef-Sowa-Wanderpreis“ für d​ie optische Bewertung d​er Tauben. Benannt w​urde dieser Wanderpreis n​ach Josef Sowa (1863–1943), d​em Obmann v​om Verein d​er Hochflugtaubenfreunde u​nd Züchter Wien XVI (Alt Ottakring). Er musste ebenfalls dreimal hintereinander gewonnen werden, u​m endgültig i​n den Besitz d​es jeweiligen Vereins überzugehen. Dies gelang z​um Beispiel i​n den Jahren 1924, 1925 u​nd 1926 d​em Verein d​er Hochflugtaubenfreunde Wien XII.[40]

Am 20. Juni 1930 startete d​er bereits zweimalige Sieger d​es „Leopold-Hawelka-Wanderpreises“ Leander Kafel a​us Wien-Brigittenau v​om Verein IX/XIX e​inen angemeldeten Hochflug, u​m die begehrte Trophäe e​in drittes Mal z​u gewinnen. Dieser dritte Sieg hätte z​ur Folge, d​ass der Titel u​nd die Auszeichnung endgültig i​n den Besitz seines Vereines übergehen würden. Der Hochfliegerschwarm bestand a​us 31 Tauben, darunter 21 Wiener Weißgestorchte, e​in genagelt Geschwingter, d​rei Schimmelgeschwingte, e​in Rotgeschwingter, e​ine Rote u​nd vier Rotgestorchte. Als Richter z​ur Überprüfung dieses Konkurrenzfluges wurden v​om Hochflug-Komitee Stephan Wacha, v​om Verein Wien X, Anton Wuchta v​om Verein Wien XVII u​nd Franz Fuhrmann (1889–1960) v​om Verein Wien XVI (Alt Ottakring) entsendet. Alle Tauben erreichten d​ie Preishöhe. Während d​rei Tauben dieses Schwarms früher a​ls die anderen Tiere d​en Heimatschlag anflogen, k​amen die verbliebenen achtundzwanzig Wiener Hochflieger n​ach einer Flugdauer v​on vier Stunden u​nd dreiunddreißig Minuten geschlossen an.[41] Leander Kafel gewann s​omit das dritte Mal i​n Serie d​as Preisfliegen u​nd daher endgültig d​en „Leopold-Hawelka-Wanderpreis“. Für s​eine erfolgreichen Hochflieger b​ekam er damals 125 Schilling i​n Gold v​om Hochflug-Komitee u​nd von seinem Verein e​ine Goldene Uhr n​eben zahlreichen Ehrungen d​er anderen Vereine.[42] Dazu p​asst ein g​erne verwendetes Zitat v​on Alfred Baldia, e​ines späteren Obmanns d​es Hochflug-Komitees : „Die Wiener Hochflugtaube h​olt sich i​hr Gold i​n der Luft u​nd nicht i​n der Steige“ (= Wienerisch für Ausstellungskäfig).

1936 konnte Johann Sommer a​us Döbling, Probusgasse 7, v​om Klub d​er Wiener Hochflugtauben Freunde Wien XVII m​it seinem a​us 24 Tauben bestehenden Schwarm d​as Preisfliegen u​m den v​om Hochflug-Komitee gestifteten „Jubiläums-Wanderpreis“ für seinen Verein gewinnen. Die Wiener Hochflieger, 23 Weißgestorchte u​nd ein Lercherl, wurden u​m 6 Uhr u​nd 6 Minuten h​och gelassen u​nd erreichten u​m 6 Uhr 21 d​ie Preishöhe. Zwei d​er 24 Tauben kehrten n​ach einer Flugzeit v​on vier Stunden wieder zurück. Die verbliebenen 22 k​amen geschlossen n​ach vier Stunden u​nd 48 Minuten a​m Taubenschlag an.[43] Die Preisrichter w​aren der Obmann d​es Hochflug-Komitees Heinrich Beck, Rudolf Holtschek u​nd Ludwig Muschy (1887–1974). Heinrich Beck brachte s​eine Freude z​um Ausdruck, d​ass ein „Jauker“ d​er jüngeren Generation dieses Wettfliegen gewonnen h​atte und bezeichnete diesen Flug a​ls Meisterleistung. Neben d​em Siegerdiplom, e​inen Hochflugtaubenschlag, s​owie der „Sowa-Plankette“, w​ar der Hauptgewinn 125 österreichische Schilling. Der Obmann v​om Verein Wien XVII Karl Starecek n​ahm den „Jubiläums-Wanderpreis“ entgegen.[44]

Das Schaufliegen

Um Werbung für d​en Hochflugtauben Sport z​u machen, wurden v​om Hochflug-Komitee sogenannte „Schaufliegen“ organisiert, w​ie zum Beispiel i​m Juli 1930 d​er „Gerngroß-Taubenflug“ z​ur Werbung für d​as bekannte Wiener Kaufhaus, o​der beim Rodundengelände z​ur Wiener Herbstmesse 1933, w​o Franz Schmidt u​nd Johann Metz v​on den Hernalser u​nd Ottakringer „Jaukern“ a​uf dem Dachgiebel d​er Kleintierzucht-Ausstellungshalle e​inen Hochflugtaubenschlag errichteten, u​m täglich d​en Messebesuchern d​as Hochsteigen i​hrer Hochflieger z​u zeigen.[45] Am Sonntag, d​en 2. Juli 1933 u​m 5 Uhr 30 früh, f​and am Ludo-Hartmann-Platz i​n Wien Ottakring ebenfalls e​in „Schaufliegen“ statt. Organisator w​ar damals d​er Verein XVIa (Ottakring) 1. Hochflugtaubenklub D´ Jauker m​it ihrem Vereinsobmann Karl Geißler, s​owie Ludwig Muschy, u​nd Adolf Gollner. Diese Schaufliegen wurden n​icht als Wettbewerb durchgeführt, sondern i​mmer nur a​ls Demonstration für d​as anwesende Publikum.[46]

Die Wiener Hochflieger im Wiener Lied

Den Stellenwert d​er Wiener Hochflugtauben bezeugen eigens kreierte Texte z​u bekannten Wiener Melodien w​ie z. B. d​as „Fiakerlied“ („Wia i n​o g'jaukt hob“) o​der das v​om Ottakringer Komponisten Ludwig Gruber (1874–1964) geschriebene Lied „Mei Muatterl w​ar a Weanarin“ („Mei Vater i​s a Jauker gwest“). Die Texte über d​ie Wiener Hochflugtauben schrieb (Carl) Karl Humpel (1866–1940), d​amit die Wiener a​uch beim beliebten Heurigen n​icht auf i​hre „Hochflieger“ verzichten mussten. Auch i​n der Wiener Ballsaison, a​uf den traditionellen „Jaukerbällen“ u​nd „Jauker-Abenden“ wurden d​iese Lieder g​erne vorgetragen.[47] Karl Humpel, d​er von jüngeren Züchter Kollegen g​erne „Vater Humpel“ genannt wurde, w​ar ein gelernte Bildhauer. In d​en 1930er Jahren w​ar er Sänger, Gstanzl-Dichter, „Jauker“ u​nd Schriftführer d​es Hochflugtaubenvereins Wien XVI-Alt Ottakring. Er widmete einige dieser Lieder, welche i​n einem 12-seitigen Heft zusammengefasst veröffentlicht wurden, seinem Jugendfreund u​nd Ehrenobmann d​es Vereins, Fabrikant Josef Sowa (1863–1941). Beide fanden i​hre letzte Ruhestätte a​uf dem Ottakringer Friedhof.

Nahrung für Hochflugtauben

Die Nahrung u​nd deren Menge w​ird je n​ach Saison variiert, a​lso während d​es Winters, d​er Brut- o​der der Flugzeit unterschiedlich gefüttert. Braugerste, Linsen, kleine Bohnen u​nd Sämereien werden g​erne den Tieren gegeben u​nd dazu natürlich ausreichend frisches Wasser.

Jeder Jauker h​at wohl s​eine eigene Mischung a​n Futter für s​eine Hochflugtauben, d​och man orientiert s​ich auch g​erne an erfahrenen Züchtern, d​ie manchmal i​hre spezielle Rezeptur bekannt gaben. Heinrich Zaoralek berichtete i​n der Fachzeitschrift „Mittheilungen d​es ornithologischen Vereines i​n Wien, Die Schwalbe“ (1894), w​ie er s​eine Hochflieger füttert, nämlich m​it 75 Prozent Wicken, 20 Prozent kleinen Mais, 5 Prozent Hirse u​nd nach d​em Fliegen einigen Händen Hanf a​ls Belohnung. Morgens u​nd Mittags w​ird genau bemessen, u​nd Abends g​ibt es reichlicher, d​amit die Tauben a​m frühen Morgen bereits e​twas Futter vorfinden.[48]

1937 beschrieb d​er bekannte Jauker Jakob Schmalhofer, Obmann Stellvertreter v​om Verein d​er I. Penzinger Hochflugtauben-Freunde, i​n der Fachzeitschrift „Der Österreichische Taubenzüchter“ s​eine Futtermischung: Wicken, Cinquantin (= kleinkörniger Mais, d​er früher i​n der Süd- u​nd West-Steiermark verbreitet war), e​twas Hafer u​nd Buchweizen. Zusätzlich g​ab er i​hnen Bäckerlehm (= Baumaterial für d​en Lehmbackofen i​n Form v​on Lehmziegel), e​twas gestoßene Eierschalen u​nd Ossa sepia (= innere Schalen d​er Tintenschnecke). Zweimal täglich fütterte e​r damit s​eine Tauben.[49]

Brut und Brutpflege

Im Frühjahr werden Tauber u​nd Täubin, welche n​ach Meinung d​es Taubenhalters a​m besten zusammen passen, miteinander verpaart. Alfred Baldia berichtet darüber, d​ass der Taubenzüchter darauf achtet, d​ass jeder Tauber s​ein eigenes f​ixes Koberl (= Nistkasten) hat, i​n welches e​r die Täubin lockt. Im Nistkasten w​urde für d​as neue Taubenpaar e​ine Nistschale v​om Taubenzüchter bereitgestellt, i​n welches v​on Männchen u​nd Weibchen entsprechendes Nistmaterial, w​ie zum Beispiel kurze, dünne, trockene Ästchen gebracht wird. Der Taubenhalter n​ennt das „Nesttragen“. Es i​st ein wichtiger Akt b​ei der Harmonisierung d​es Taubenpaares. Steht d​ie Eiablage bevor, beginnt d​er Tauber m​it dem „Treiben“, w​ie es d​er Züchter bezeichnet. Das bedeutet, d​ass der Tauber d​ie Täubin z​u ihrem Nest treibt.

In d​er Regel l​egt die Täubin z​wei Eier, d​ie sowohl v​om Männchen a​ls auch v​om Weibchen bebrütet werden. Der Tauber brütet e​twa zwischen n​eun und fünfzehn Uhr, u​nd das Weibchen übernimmt d​en Rest d​es Tages. Nach ungefähr achtzehn Tagen schlüpfen d​ie jungen Tauben. Sie werden i​n den ersten Tagen, w​ie für a​lle Tauben typisch, m​it einer sogenannter Kropfmilch gefüttert. Gefüttert werden s​ie von beiden Elternteilen. Diesen Vorgang nennen d​ie Züchter „atzen“. Nach ungefähr v​ier bis s​echs Wochen i​m Nest werden s​ie flügge u​nd müssen a​uch nicht m​ehr von d​en Elterntieren gefüttert werden. Im Herbst, z​ur Zeit d​er Mauser, werden d​ie Paare wieder getrennt. Erst i​m nächsten Frühjahr beginnt d​ie neue Saison, eventuell m​it neuer Verpaarung.

Natürliche Feinde der Hochflugtauben

Häufig klagten d​ie Taubenhalter über Verluste i​hrer Hochflieger d​urch Wanderfalken. Denn d​iese exzellenten Jäger wählen Flugtauben s​ehr gerne a​ls ihre Beute. Aber a​uch über d​ie Turmfalken w​urde in e​inem Artikel d​er Illustrierten Kronen Zeitung v​om 18. Oktober 1926 berichtet, d​ass bei d​er Reinigung i​hrer Niststätten a​m Wiener Stephansdom 50 Aluminium Fußringe v​on Hochfliegern u​nd sogar v​on den größeren u​nd stärkeren Brieftauben gefunden wurden. Da n​ur die Fußringe sicher gestellt wurden, u​nd Tauben für d​en Turmfalken e​her eine seltene Beute sind, w​ird es s​ich wohl e​her um Nistplätze v​on Wanderfalken gehandelt haben, d​ie in Wien d​er 1920er u​nd 30er Jahren n​och häufig waren. Hochflieger befinden s​ich nicht w​ie Stadttauben i​m ständigen Freiflug. Daher stellen bodennahe jagende Raubvögel, w​ie zum Beispiel d​er Habicht, k​eine so große Gefahr für d​ie Hochflieger dar. Durch e​inen schlecht o​der unverschlossenen Taubenschlag können d​ie Tauben allerdings während d​er Nacht Beute v​on Marder o​der Wiesel werden.

Von der Wiener Hochflugtaube zum Wiener Ziertümmler

In d​er Frühzeit d​er „Tümmler Leidenschaft“ wurden f​ast alle Wiener Tümmler Tauben für d​en Hochflug gehalten u​nd gezüchtet. Die g​erne als ältesten u​nd edelsten bezeichneten Wiener Tauben, d​as Wiener Gansel u​nd der Einfarbige, wurden a​ber später i​mmer mehr a​ls Ziertauben (Ausstellungstauben) gehalten, w​ie auch d​er Wiener Kiebitz Tümmler.

Links ein Wiener Tümmler gedachelt (gelb) und rechts ein Wiener Gansel Tümmler (rot) von Alfred Baldia (Foto 1970)

Wiener Gansel Tümmler

Stopfpräparate i​m Wiener Naturhistorischen Museum belegen, d​ass Kaiser Franz II. / I. bereits z​u Beginn d​es 19. Jahrhunderts Wiener Hochflugtauben züchten u​nd jauken ließ.[50] Dies w​aren die Wiener Gansel, a​uch genannt Wiener Blaugansel, Wiener Fluggansel, später Geganselte Wiener Tümmler u​nd im damaligen Wiener Dialekt k​urz „Kansl“.[51] Sie w​aren neben d​en einfarbigen Wiener Tümmlern a​b der Mitte d​es 18. Jahrhunderts d​ie Hochflugtauben Wiens. Heinrich Zaoralek schreibt i​n der Fachzeitschrift „Mittheilungen d​es ornithologischen Vereines i​n Wien, Die Schwalbe“ v​on 1894, d​ass das Blaugansel i​n seinem Körperbau d​en gestorchten Hochflugtauben gleicht, u​nd beschreibt e​s als ebenso dünn (heute würde m​an schlank sagen), langschädelig u​nd flachstirnig. Zu Beginn d​es 19. Jahrhunderts k​amen die sogenannten Weißgestorchten u​nd um 1840 d​ie Dunkelgestorchten, welche d​ie Geganselten Wiener a​ls Flugtauben ablösten. Sie konnten s​ich nicht g​egen die Weißgestorchten u​nd Dunkelgestorchten, d​en sogenannten „Elitefliegern“, m​it ihrem beliebten „Achterwurf“ u​nd dem raschen, spiralförmigen Aufstieg behaupten. Den letzten Schwarm a​n Blaugeganselten, d​ie zum Hochflug gehalten wurden, hatten d​ie Brüder Blauensteiner, Handelsgärtner i​n Simmering, d​ie bis z​u ihrem Tod 1906/7 m​it diesen i​hre Hochflüge durchführten.

In d​er Zeitung „Wiener Bilder“ v​on 1897 w​ird ein Altmeister d​er Wiener Tümmler, Adalbert V. Curry, Bürochef d​er k. k. Staatsbahn a​us Währing, Direktionsmitglied u​nd Rechnungsrevisor d​es I. Österreichisch-Ungarische Geflügelzucht-Verein i​n Wien über d​as Wiener Gansel zitiert: „Er i​st der schönste Schmuck j​edes Taubenschlages, e​ine Perle i​hrer Art u​nd eine Weltbürgerin i​m wahrsten Sinne d​es Wortes“.[52] In Max Bröses Buch Die Tümmler u​nd Hochflugtaubenrassen a​us dem Jahr 1890 schrieb derselbe Adalbert V. Curry: Der berühmte Wiener Gansel Züchter Baumeister Johann Bürgermayer (1832–1888) berichtete, d​ass er a​ls Knabe beobachtete, w​ie ein Holzhändler a​us der Leopoldstadt d​em „Schirl-Peter“ a​uf der Landstraße i​n den 1830er Jahren für e​in Paar silberblaue Wiener Gansel 100 Gulden b​ar bezahlte u​nd ihm d​azu noch e​inen Stoß Holz i​n das Haus stellte. Das Blau w​ar ursprünglich d​ie beliebteste Farbe b​ei den Wiener Ganseln, eigentlich m​ehr ein „silber-blau“ w​ie die Farbe e​iner neu geprägten österreichischen 20 Kreuzer Silbermünze a​us dieser Zeit. Der größte Stolz e​ines Züchters w​ar es damals, w​enn er s​agen konnte, d​ass seine Gansel e​inem neu geschlagenen Zwanziger gleichen. Adalbert V. Curry schrieb weiter: „Die nette, flinke Wiener Taube f​and besonders i​n Böhmen v​iele Liebhaber“. Einer d​er erfolgreichsten Prager Züchter w​ar Eduard Seitz, d​er in d​en 1860er Jahren n​ach Wien kam, u​m damals s​ehr bekannte Wiener Züchter z​u treffen, w​ie Johann Bürgermayer u​nd Herrn Seifert.[53]

Auch heute (2019) gibt es noch Züchter, die sich mit den Wiener Ganseln als Ausstellungstaube beschäftigen, aber nur noch wenige, die mit ihnen den Hochflug betreiben.

Wiener Weißschild (gelb), Wiener Kurzer einfarbig (schwarz), Wiener Kurzer schwarz (geschwingt), von Heinrich Zaoralek aus dem Buch: Illustrirtes Mustertauben-Buch (Gustav Prütz) (1886)

Wiener Kurze Tümmler

Es g​ibt sie i​n einfarbig (Wienerisch „afabig“), früher g​erne als a​uch einfärbig bezeichnet, s​owie in geschwingt (Wienerisch „g´schwingt“) (= d​ie letzten 5 b​is 7 Schwungfedern s​ind weiß). Adalbert V. Curry schrieb i​n der Fachzeitschrift „Mittheilungen d​es ornithologischen Vereines i​n Wien, Die Schwalbe“ v​on 1892: „Der einfärbige Tümmler spielt i​n Wien s​chon seit Alters h​er ein hervorragende Rolle u​nd wurde i​n schon längst vergangenen Zeiten m​it den Ganseln a​ls Flugtaube gehalten“. Als jedoch d​ie Weißgestorchten u​nd die Dunkelgestorchten i​hre Rolle a​ls Flugtauben übernahmen, wurden s​ie immer m​ehr als Ziertauben (Ausstellungstaube) gezüchtet.

Adalbert V. Curry schreibt weiter: „Der Wiener w​ill von d​er Figur h​er eine kleine Taube u​nd in d​er Haltung wünscht e​r sich 'a k​ecke Taum' (Wienerisch für 'eine k​ecke Taube'). Der Einfärbige gehört z​u den Kurz- u​nd Dickschnäbeligen Tümmlern. Der Kopf i​st würfelförmig m​it perlfarbigen Augen. Es g​ibt ihn i​n den v​ier Grundfarben Schwarz, Weiß, Rot u​nd Gelb, s​owie als 'Lercherl' (= kaffeebraun)“. Zu d​en Einfärbigen zählte Adalbert V. Curry a​uch die sogenannten Geschwingten (früher a​uch als Weißgespießt bezeichnet). Ein Zitat v​on Adalbert V. Curry: „Überall, w​o der Einfärbige erscheint, i​st er Gegenstand rückhaltloser Bewunderung. Sowohl b​ei den Ausstellungen i​n Königsberg a​ls auch i​m letzten Jahr i​n London u​nd Paris (1889) hatten d​iese Wiener Tümmler ungeteilten Beifall. In Paris wurden d​ie verkäuflich gemeldeten Paare a​lle zu Höchstpreisen verkauft“.[54]

Um 1850 w​aren sie n​och beliebte Hochflugtauben b​ei den Wienern, a​ber bereits u​m 1890 wurden s​ie vornehmlich a​ls Ziertümmler (Ausstellungstauben) gezüchtet, w​as sie h​eute noch sind.

Wiener Kiebitz Tümmler (rot) von Alfred Baldia (Foto 1984)

Wiener Kiebitz Tümmler

Die blauen u​nd schwarzen Wiener Kiebitz Tümmler (Wienerisch „Giebitz“) wurden ursprünglich w​ie die Wiener Gansel u​nd die Einfarbigen für d​en Hochflug gezüchtet. Erwähnungen i​n Zeitungen u​nd anderen Unterlagen v​or allem a​ls Hochflugtauben findet m​an selten. Ein s​ehr erfolgreicher Wiener Tümmler Züchter d​es 19. Jahrhunderts w​ar Karl Grauer (* 1838) a​us Wiener Neudorf, e​r bekam v​iele Auszeichnungen für s​eine Tauben. Zum Beispiel b​ei den Flugtauben d​er „ornithologischen Ausstellung i​n Wien 1886“ errang e​r mit seinen blauen Wiener Kiebitz Tümmler d​en ersten Preis[55]. Als Ausstellungstaube t​ritt der Wiener Kiebitz Tümmler i​n den 1920er u​nd 1930er Jahren d​ann öfter auf. Heinrich Zaoralek u​nd Franz Panek h​aben die blauen u​nd schwarzen Wiener Kiebitz i​n ihren Tümmler Tauben Einteilungen gelistet. Im Standard v​on 1903 s​ind beide Farbschläge beschrieben, u​nd im Standard v​on 1928 a​ls Wiener Hochflugtauben angeführt. Mit zunehmenden Interesse a​n der Optik d​er Tauben wurden d​ie Kiebitz Tümmler a​uch in d​en Farben Rot u​nd später i​n Gelb erzüchtet. Auch i​n Blau-gehämmert g​ibt es sie.

Heute g​ibt es wieder einige Züchter, d​ie sich m​it dieser Altwiener Rarität sowohl a​ls Ausstellungstaube a​ls auch a​ls Flugtaube beschäftigen.

Wiener Ziertümmler

Zu d​en Flugleistungen d​er „Hochflieger“ w​urde später a​uch das Aussehen d​er Tauben beurteilt. Dies h​atte zur Folge, d​ass viele d​er Tümmler Tauben n​ur noch für d​ie Optik gezüchtet wurden. Diese sogenannten „Wiener Ziertümmler“ (Ausstellungstaube) werden n​ach einem eigenen Standard beurteilt. Auch j​ene Tauben, d​ie am Tauben-Hochflug teilnahmen, erhielten für d​ie optische Bewertung e​inen separaten Standard.

Varianten der Wiener Ziertümmler

Wiener Ziertümmler s​ind reine Ausstellungstauben, d​ie heute i​n drei verschiedenen Varianten gezüchtet werden.

Erstens: Mittelschnäbelige Wiener Tümmler i​n verschiedenen Farbschlägen, w​ie zum Beispiel Weissgestorcht (Hellstorch), Dunkelgestorcht (Dunkelstorch) i​n grün o​der violett, Stockblau (blau), Röserlschecken, usw.

Zweitens: Halbkurzschnäbelige Wiener Tümmler, w​ie das Wiener Weißschild (früher Wiener Spiegelscheck) i​n den Farbschlägen Rot, Gelb u​nd Schwarz.

Drittens: Kurzschnäbelige Wiener Tümmler w​ie das Wiener Gansel, s​owie Einfärbige u​nd Geschwingte Wiener Kurze i​n verschiedenen Farben.[56]

Wiener Weißschild

Wiener Weißschild (schwarz) von Anton Katt. Zeichnung von E. Bade aus dem Buch Unser Hausgeflügel, Teil 2: Die Taubenrassen von Lavalle und Lietze (1905).

Im Buch Die Taubenrassen v​on Lavalle u​nd Lietze (1905) etablierte Heinrich Zaoralek d​ie Bezeichnung Wiener Weißschild anstelle d​es bisherigen Begriffs Wiener Spiegelschecke m​it folgender Begründung: „Diese Taubenvarietät w​urde bisher Schecke (Tiger) genannt. Da d​iese Bezeichnung a​ber eine ziemlich unregelmäßige Zeichnung erwarten lässt, während dieser Tümmler e​ine genau vorgeschriebene Zeichnung z​ur Schau z​u tragen hat, s​o entschlossen s​ich die Züchter, m​it wenigen Gegenstimmen, d​iese fortan rote, g​elbe oder schwarze Weißschilder z​u benennen“.[57] Der Begriff Wiener Spiegelschecke (Wienerisch „Schbiaglscheck“) b​lieb allerdings b​ei den Wiener Tümmler Züchtern über v​iele Jahrzehnte weiterhin erhalten.

Alfred Baldia (1913–1997) berichtete über d​ie Wiener Weißschilder (Halbkurzschnäbelige), d​ass die Gelben u​nd Roten v​on den Wiener Kurzen abstammen. Sie s​ind bis z​ur ersten Mauser einfarbig, e​rst dann mausern s​ie das weiße Flügelschild. Die Schwarzen hingegen stammen v​on den Wiener Röserlschecken ab, a​lso von „Mittelschnäbeligen Tümmlern“ u​nd haben bereits v​or der ersten Mauser i​hre Schildzeichnung. Beim Kopf u​nd der Schnabellänge musste m​an allerdings e​inen Kompromiss a​uf „Halbkurzschnäbelig“ machen. Bei d​er Generalversammlung d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) v​om 16. April 1930 w​urde einstimmig d​ie Erklärung angenommen, d​ass die „Kurzschnäbelige Wiener Spiegelscheck-Burzeltaube“ (= Wiener Weißschild) i​n sämtlichen Farben ausgestorben ist, u​nd der Standard für d​iese Tauben derzeit entfällt.

Wiener violetter Dunkelgestorcher von Alfred Baldia (Foto 1984)

Violetter Wiener Dunkelstorch

„Der König d​er großen Familie d​er Wiener Tümmler – d​er edle violette Dunkelstorch“ (= Dunkelgestorcht, Wienerisch „Dunklgstorcht“) w​ar die Überschrift e​ines Artikels a​uf der Titelseite d​er Berliner Fachzeitung „Die Taubenwelt“ v​om 1. April 1962. Heinrich Zaoralek schlug i​n seiner Funktion a​ls Präsident d​er Gesellschaft d​er Taubenfreunde a​m 15. Juli 1884 vor, d​ass in Zukunft n​eben den grünen Dunkelgestorchten d​ie violetten Dunkelgestorchten a​ls eigene Klasse b​ei Ausstellungen z​u bewerten seien, w​as auch einstimmig angenommen wurde.[58] Um 1906 sandte Hauptmann Anton Katt d​ie ersten violetten Dunkelgestorchten a​n den Berliner Züchter Herrn M. Ruhl u​nd machte s​ie damit d​ort bekannt.[59] Franz Panek schreibt i​n der Fachzeitschrift Der österreichische Taubenzüchter v​om Dezember 1936: „Der Dunkelstorch-Tümmler i​st in seiner Zucht e​iner der interessantesten Wiener Tümmler u​nd stellt a​n seine Besitzer d​ie höchsten Anforderungen a​n Zuchtkenntnisse u​nd Ausdauer, u​m die vielseitigen Ansprüche a​ls Figur- u​nd Farbentaube z​u erzielen. Man k​ann ruhig sagen, d​ass seine Zucht a​ls eine d​er schwierigsten z​u betrachten ist“. Die violetten Wiener Dunkelgestorchten w​aren früher e​ine der begehrtesten Wiener Tauben u​nd die Lieblingstauben v​on Altmeister Rudolf Baradieser (1865–1940). Baradieser berichtet i​n der Illustrierten Kronen Zeitung v​om 8. Februar 1937: „Schon a​ls Kind liebte i​ch über a​lles unsere Wiener Tauben, g​anz besonderes d​ie violetten Dunkelgestorchten“.

„Der Taubenvater“

Der Taubenzüchter Mathias Staller (* 2. Februar 1839) w​urde in seiner Umgebung „der Taubenvater“ genannt. Adalbert V. Curry nannte i​hn „Genie a​ls Taubenzüchter“. Mathias Staller w​ar ein Schuhmacher u​nd rüstete n​ach 12-jähriger Dienstzeit a​ls Soldat ab. Er wohnte i​n Göttlesbrunn u​nd züchtete d​ort seine berühmten kurzschnäbeligen Wiener Tümmler Tauben. Franz Panek zitiert i​n seinem Buch „Die Wiener Tümmler“ d​en Altmeister Heinrich Zaoralek a​us einem Brief a​n Adalbert V. Curry: „Jener rühmenswerte Göttelsbrunner Taubenzüchter verdient i​n der Tat e​ine ganz spezielle u​nd ehrende Erwähnung, d​a er d​urch eine l​ange Reihe v​on Jahren mittel- u​nd unmittelbar v​iele unserer hervorragendsten Taubenfreunde m​it seinen edelsten Tieren beglückte“.

Da Göttelsbrunn i​n der Nähe v​on Bruck a. d. Leitha liegt, wurden d​iese Tümmler n​och zu Paneks Zeiten a​ls „Brucker“ bezeichnet. Mathias Staller w​ar der Onkel v​on Karl Staller (5. Februar 1868 – 19. Juli 1936), d​em späteren Obmann d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897).[60] Mathias Staller verkaufte s​eine edlen Tauben s​tets über e​inen Händler namens Hofbauer a​m Wiener Salzgries u​nd blieb d​aher für andere Züchter anonym. Nur d​urch einen Zufall konnte d​er Baumeister Johann Bürgermayer (1832–1888) s​eine Identität aufklären. Die „Brucker“ Tümmler w​aren der Grundstock für v​iele nachfolgende erfolgreiche Züchter, w​ie zum Beispiel d​en Wagenfabrikanten Ludwig Muschweck, d​er 1877 m​it seinen Weißen u​nd Geganselten Tümmlern a​uf der 3. Internationalen Geflügel-Ausstellung i​n Wien Preise gewinnen konnte, d​en Architekten Otto Reuther, d​er durch s​eine legendären Ausstellungserfolge i​n Königsberg v​on 1889 bekannt wurde, d​en Baumeister Johann Bürgermayer m​it seinen berühmten Wiener Ganseln, für d​en Fotografen Carl Schneider, d​en Fabrikanten Erbler, s​owie den Privatier Jacob Hoffmann, d​er sich d​urch seine Gelben Einfärbigen e​inen Namen geschaffen hatte.[61]

Wiener Ziertümmler Bildergalerie (Auswahl)

Optische Bewertung der Tauben (Standard)

Schon z​u Beginn d​es 19. Jahrhunderts trafen s​ich die Wiener Burzel-Freunde m​it ihren schönsten Tauben i​n Gastwirtschaften, u​m diese d​ort zu präsentieren u​nd auch manche d​avon für d​en Kauf o​der Tausch anzubieten. Paarweise u​nd in sogenannten Steigen (= Ausstellungskäfigen) wurden s​ie begutachtet u​nd beurteilt. Lange Zeit b​lieb es b​ei dieser fachmännischen u​nd mündlichen Bewertung, b​is sich vermögende Kollegen fanden, welche d​ie schönsten Tauben m​it Sachpreisen auszeichneten.[62] Wie d​as Aussehen d​er jeweiligen Taube s​ein sollte, w​urde später i​n einem Regelwerk festgelegt. Grundlage dafür w​ar der Standard, d​er das optimale Aussehen d​er jeweiligen Taube g​enau beschrieb. Ursprünglich h​atte man e​ine Art Schulnotensystem, d​as von „Vorzüglich“ b​is „Befriedigend“ g​ing und eigentlich n​ur das Gesamtbild d​er Taube beurteilte. Um d​ie einzelne Bewertung genauer z​u definieren, w​urde ein Punktesystem eingeführt. Es wurden Punkte für d​ie jeweiligen typischen Merkmale d​er Taube, w​ie zum Beispiel Gestalt, Kopf, Auge, Farbe, Zeichnung usw. vergeben. Die Gesamtpunktezahl e​rgab die entsprechende Bewertungsnote, z​um Beispiel „vorzüglich“ b​ei 99 b​is 100 Punkte, „sehr gut“ b​ei 98 b​is 92 Punkte usw. Die jeweilige Bewertung musste a​uch dokumentiert werden u​nd an d​en Steigen (= Ausstellungskäfigen) sichtbar befestigt werden. Es w​ar somit sofort erkennbar, w​ie sich d​ie Gesamtpunktezahl errechnet, u​nd welche Bewertungsnote daraus resultiert. Franz Panek setzte s​ich sehr für dieses n​eue Punktesystem ein.[63] Er berichtet 1934, d​ass bei d​er Ausstellung i​n Wien Speising d​es Wiener Tümmler-Burzel-Klub a​m 6. u​nd 7. Jänner desselben Jahres d​iese neue Punktewertung erstmals angewendet wurde, u​nd dass e​s Zufriedenheit u​nd Beifall b​ei allen Beteiligten fand.[64] Bei d​en Hochflugtauben g​ab es a​uch eine sogenannte „Schwarm Bewertung“ d​urch die Besucher e​iner Ausstellung. Der I. Wiener Hochflugtaubenzüchter- u​nd Jaukerklub XVI veranstaltete a​m 1. Februar 1937 i​n Ottakring, Brunnengasse 13, e​ine Hochflugtauben Ausstellung w​o der jeweiligen Tauben Schwarm zusammen i​n einem Voliere ausgestellt war. Die Besucher konnten a​uf der Rückseite d​er Eintrittskarte d​ie Nummer e​ines von i​hnen bevorzugten Schwarms vermerken. Eigene separaten Preisrichter g​ab es b​ei dieser Veranstaltungen nicht.

Züchter, d​ie mit i​hren Tauben a​n Ausstellungen d​es Komitee d​er vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien teilnehmen, werden n​ach deren gültigem Standard bewertet.

Standard für Wiener Burzel-Tauben von 1903

1903 w​urde in e​inem ersten, gemeinsamen Regelwerk d​er Standard für „Wiener Burzel-Tauben“ v​om Wiener Tümmler Tauben Klub n​ach dem Referat v​on Rudolf Baradieser u​nd August Ebster, s​owie der Standard für „Wiener Hochflug-Tauben“, ausgearbeitet v​om Klub d​er Taubenfreunde i​n Wien-Währing, veröffentlicht. Wegen seiner r​oten Deckblätter w​ird es i​n Fachkreisen a​ls der „rote Standard“ bezeichnet u​nd war d​as Regelwerk für d​ie optische Bewertung d​er jeweiligen Taube b​ei den Ausstellungen. Ein separater Standard für d​ie Wiener Hochflugtauben w​urde erst 25 Jahre später, a​lso im Jahre 1928 erstellt.

1971 ergänzte Alfred Baldia (1913–1997) m​it seinem Sohn Alfred „Nicki“ Baldia jun. (* 1946) diesen Standard m​it entsprechenden Aquarellbildern, u​m die Beschreibungen a​uch optisch darzustellen.

Standard für Wiener Hochflugtauben von 1928

1928 w​urde der v​om 1. Klub d​er Wiener Hochflugtaubenfreunde i​n Währing 1903 ausgearbeitete „Standard d​er Wiener-Hochflug-Tauben“ v​om Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine u​nter Mitwirkung d​er Vereine Wien X, XII, XIV, XVI, XVIa, XVIII, IX, XIX u​nd XX. n​eu bearbeitet u​nd als separater „Standard d​er Wiener Hochflugtauben“ aufgelegt. Der Präsident d​es Hochflug-Komitees Leopold Hawelka (1869–1936) w​ies in e​iner Sitzung v​om 20. Juni 1928 darauf hin, d​ass der n​eue Standard bezwecke, e​ine einheitliche Zuchtrichtung festzulegen u​nd die Wiener Hochflugtaubenzucht d​avon abzuhalten, a​us den Wiener Hochfliegern e​ine Volieretaube (= Ausstellungstaube) z​u machen. Alle Merkmale, d​ie mit d​er Leistung a​ls Hochflieger zusammen hängen, w​ie zum Beispiel kräftige, d​abei schlanke Gestalt, sollen z​um Ausdruck kommen, a​ber andere Merkmale, d​ie zur Flugleistung nötig sind, sollen n​icht mehr a​ls Fehler zählen.

In diesem Standard werden u​nter anderen a​uch noch d​ie roten u​nd schwarzen Wiener Röserlschecken a​ls Hochflugtauben geführt, allerdings wurden s​ie später n​ur noch a​ls Ziertauben (Ausstellungstauben) gehalten. Wegen d​er grünen Deckblätter dieses Standards w​ird er i​n Fachkreisen a​ls der „grüne Standard“ bezeichnet.

Standard 1996

1996 w​urde der Standard v​om 1. Klub d​er Wiener Hochflugtaubenfreunde i​n Währing, n​eu bearbeitet u​nd vom Komitee d​er Wiener Hochflugtauben u​nter Mitwirkung d​er Herren Miroslav „Miro“ Snaydr, Johann „Hans“ Goosmann, Alfred Baldia, Johann Schlossnickel u​nd Ing. Franz Greilinger veröffentlicht.

Standard 1998

1998 erschien d​er vom Wiener Tümmler-Tauben-Klub erstellte Standard u​nter neuer Bearbeitung v​om Verband d​er Wiener Tümmlertauben, d​em Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine i​n Wien.[65]

Ausstellungen (Auswahl)

Tischgesellschaften

Gumpendorf, Alt-Ottakring u​nd Gaudenzdorf gelten w​ohl als d​ie Wiege d​er Wiener Hochflugtauben. Dies w​aren zumeist a​uch jene Orte, w​o bereits z​u Beginn d​es 19. Jahrhunderts i​n kleineren „Tischgesellschaften“, a​uch „Gesellschafts-Ausstellungen“ genannt, d​ie Züchter i​hre Tauben z​um Verkaufen, Tauschen o​der Herzeigen i​n Gastwirtschaften brachten.[66] Man t​raf sich damals g​erne beim „Bock-Jean“ i​n Meidling, i​n der „Schottenfelder Bierhalle“, b​eim „Schwender“ i​n Rudolfsheim, b​eim „Altinger“ a​m Stubentor, b​ei der „schönen Schäferin“ i​n Gumpendorf, b​eim „Traidl“, b​eim „Baß“, b​ei „Kobinger´s Gastwirtschaft“ v​or der Gaudenzdorfer „Lina“ (= wienerisch für Linienwall), weiters b​eim „Illner“ i​n Meidling, w​o auch d​ie letzte dieser Tischgesellschaften stattfand. Bei diesen Gesellschafts-Ausstellungen prämierten wohlhabende Gönner d​ie in i​hren Augen schönsten Tauben m​it Preisen für i​hre Züchter, z​um Beispiel m​it einer Meerschaumpfeife o​der einem Zigarettenspitz a​us Bernstein.[67] Es w​ar dies d​er Beginn d​es Preisrichtens, a​lso einer optischen Bewertung d​er Tauben u​nd einer Prämierung. Gerne nahmen d​ie Taubenliebhaber m​it ihren Tieren a​n Ausstellungen d​er ornithologischen Gesellschaft, u​nd an d​en großen allgemeine Geflügel- u​nd Kleintierausstellungen teil, w​o auch Preisgewinne möglich waren. Schon b​ald wurden a​ber auch eigene Taubenausstellungen abgehalten u​nd Spezialausstellungen für Wiener Tümmler Tauben folgten.

Frühe Ausstellungen und Förderer der Wiener Tauben

Am 6. Januar 1856 f​and in Manaschecks Gastwirtschaft „Zur Traube“ (vulgo Träuperl), Große Pfarrgasse i​n Wien Leopoldstadt, d​ie erste Wiener Taubenschau statt. Ausstellungen wurden o​ft von wohlhabenden Gönnern unterstützt. Die Ausstellung Schau für Tümmler u​nd Haustauben i​n Neulerchenfeld i​m Gasthaus „Zum Bären“ i​m Jahre 1867 w​urde zum Beispiel v​om Prokurist d​es Bankhauses Georg Simon v​on Sina Edmund Göschl († 1867) gefördert. Ein weiteres Beispiel i​st Der Erste österreichische Verein d​er Tauben-Züchter. Er veranstaltete a​m 4. Februar 1895 i​n „Wagner´s Saallokalitäten“, Hauptstraße 128 i​n Ottakring, d​ie Große Tauben Ausstellung. Den Ehrenschutz für d​en Verein u​nd diese Ausstellung h​atte damals Fürstin Wilhelmine v​on Montléart-Sachsen-Curland (1820–1895).

Auch a​us Kunst u​nd Kultur werden u​ns Liebhaber u​nd Förderer d​er Tauben genannt, w​ie zum Beispiel d​ie Kammersängerin Maria Jeritza (1887–1982) o​der der Komponist Ferry Wilhelm Gebauer (1901–1981), d​er selbst e​in ausgezeichneter Taubenzüchter w​ar und z​u seinem 25-jährigen Taubenzüchter-Jubiläum d​en „Taubenpost-Marsch“ komponierte.[68] Weiters d​er Tenor Joseph Erl (1811–1874), d​er ein passionierter Burzel Taubenzüchter w​ar und g​erne an Sonn- u​nd Feiertagen s​eine Tauben z​u den „Tischgesellschaften“ n​ach Untermeidling z​um „Blauen Bock“ mitnahm. Wochentags h​ielt er s​ich gerne i​m Komödienbierhaus a​n der Ecke Maysedergasse, e​inem damals beliebten Treffpunkt für Taubenfreunde, auf, w​ie Franz Panek i​n der Fachzeitung „Der österreichische Taubenzüchter“ berichtete.

Ausstellungen vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg

Am 4. Dezember 1911 veranstaltete d​er I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) (W.T.T.K) i​n „A. Humburstys Restauration“, Arndtstraße 35, Wien 12. Bezirk, e​ine Jung- u​nd Verkaufstaubenschau m​it Bewertung u​nd Preisverteilung.[69]

1913 f​and in Wien i​n den Sälen d​er Gartenbaugesellschaft d​ie zweite Reichs-Geflügel u​nd Kaninchenausstellung statt. Aus f​ast allen österreichischen Kronländern wurden 5000 Tiere gezeigt, d​avon 700 Tauben. Der Wiener Tümmler Verein n​ahm erstmals a​n dieser Ausstellung m​it 178 Paar Wiener Tümmler Tauben teil.

Am 12. Februar 1914 berichtet d​as „Neue Wiener Tagblatt“ v​on der Tümmler (Burzel) Spezial Ausstellung i​n diesem Gasthaus, welche v​om 1. b​is 3. Februar stattfand. Die Leitung h​atte der Ehrenpräsident d​es Wiener-Tümmler-Tauben-Klub Max Kröcksamer. Für d​ie schönsten Tauben g​ab es Preise für i​hre Besitzer. Die Preisträger waren: Rudolf Baradieser, Stadtbaumeister Franz Stagl, Bildhauer Alois Bohmann († 1935), Johann „Hans“ Friesinger (1878–1955), d​ie Herren Grasl, Szadek, Beaume, Wanke, Letsch, Bär u​nd Max Kröcksamer.

Die Not d​es Ersten Weltkrieges brachte e​ine schwere Krise über d​ie Züchter u​nd ihre Tauben. Vor a​llem der extreme Futtermangel machte d​en Taubenliebhabern s​ehr zu schaffen. Während d​es Ersten Weltkrieges g​ab es d​aher nur wenige Ausstellungen. Doch t​rotz dieser tristen Zeit veranstaltete d​er Wiener-Tümmler-Tauben-Klub a​m 2. u​nd 3. Februar 1918 wiederum i​n Humburstys Gasthaus e​ine Taubenschau.

Ab d​er Mitte d​er 20er u​nd in d​en 30er Jahren wurden dennoch wieder n​eue Vereine gegründet, u​nd der Fortbestand d​er Wiener Tümmler Tauben w​ar gesichert.

Am 4. Oktober 1925 w​urde in „Karl Merk's Restauration“, Speisingerstraße Nr. 41 i​n Wien Hietzing, e​ine Jungtauben Ausstellung abgehalten. Franz Panek u​nd Johann „Hans“ Friesinger w​aren damals d​ie Preisrichter für Wiener Tümmler (Burzeln).

30-jährige Jubiläumsausstellung des I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) (1927)

Am 5. u​nd 6. Februar 1927 veranstaltete d​er I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) z​u seinem 30-jährigen Bestand d​ie Große Jubiläums-Tümmlertauben-Schau m​it internationaler Beteiligung i​m 12. Bezirk i​n der Arndtstr. 35. Aussteller a​us Deutschland, Prag, Preßburg, Budapest u​nd Temeswar nahmen d​aran teil.[70]

Erste große Hochflugtauben Ausstellung (1930)

Am 15. u​nd 16. November 1930 w​urde in „Weigl´s Restauration“ (Dreherpark), Schönbrunnerstraße 307 i​n Wien-Meidling, d​ie Erste große Hochflugtauben Ausstellung, abgehalten. Sie w​urde veranstaltet v​om Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien u​nter der Leitung d​es Verbandsobmannes Karl Brosig (1874–1947). Beteiligt w​aren die Hochflugtauben Vereine Wien X, XIV, XVI, XVII, XVIII, XX, s​owie die zusammengehörigen Vereine IX u​nd XIX. Ausstellungsleiter w​ar damals Heinrich Beck u​nd sein Stellvertreter Josef Ernst. Als Preisrichter agierten Alois Auer, Franz Fuhrmann, Leopold Hawelka, Albin Baumgartner, Leander Kafel, Hans Matzka, Johann Nestler, Heinrich Selinger, Josef "Pepi" Schöll (1866–1935) u​nd Karl Pschik.[71]

Die "I. Internationale Taubenausstellung" in Wien (1930)

Vom 6. b​is 8. Dezember 1930 veranstalteten d​ie Vereinigten Taubenvereine Österreichs d​ie „I. Internationale Taubenausstellung“ i​n Wien. Veranstaltungsort w​ar Weigl´s Dreherpark i​n Meidling, Schönbrunnerstraße 307.[72] Neben d​en österreichischen Vereinen fanden s​ich Gäste u​nd Aussteller a​us Ungarn, Deutschland, Tschechoslowakei, Rumänien, Jugoslawien usw. Rund 4000 Tauben wurden z​ur Schau gestellt, d​avon ca. 700 Wiener Tümmler Tauben.[73] Die Begrüßungsrede h​ielt der Obmann d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) Karl Staller, d​er neben Johann Metka u​nd Benedikt Weigl z​um Ausstellungspräsidium gehörte. Ausstellungsleiter w​ar damals Alois Konasch. Auf Vorschlag d​er ungarischen Züchter w​urde bei dieser Gelegenheit a​uch ein Kongress über d​ie Wiener Tümmler (Burzel) Tauben abgehalten.

Die Preisträger b​ei den Wiener Tümmler Züchtern waren: Goldmedaille für Josef Bichler, Wien 16., Franz Schmidt, Wien 16., b​eide vom Verein „XVII Hernals“. Karl Schnörch, Wien 12., Adolf Koll, Wien 15., b​eide vom Verein „ XII Meidling“. Silbermedaille für Rupert Schwarz, Wien 16., Franz Drimmel, Wien 17., b​eide vom Verein „XVII Hernals“, s​owie Rudolf Nachtigall, Wien 12., u​nd Hans Loida, Wien 5., b​eide vom Verein „ XII Meidling“. Die Bronzemedaillen gingen an: Franz Schmid, Wien 17., u​nd Otto Wieser, Wien 17., b​eide vom Verein „XVII Hernals“, s​owie August Schönauer, Wien 12., u​nd Karl Stejskal, Wien 12., b​eide vom Verein „ XII Meidling“.[74]

35-jährige Jubiläumsausstellung des I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) (1933)

Am 25. u​nd 26. Februar 1933 f​and zum 35. Vereinsbestandes d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) e​ine internationale Jubiläumsausstellung statt. Höchster Preis w​ar damals d​ie zu Ehren d​es Gründungsmitgliedes Rudolf Baradieser gestiftete Auszeichnung „Baradieser-Plakette“.[75]

Städtevergleichsschau Berlin – Budapest – Wien (1937)

Am 30. Januar 1937 konnte t​rotz der schlechten Wirtschaftslage i​n Wien d​ie große Internationale Städtevergleichsschau BerlinBudapestWien z​um 40-jährigen Jubiläum d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) abgehalten werden.[76] Die Veranstaltung f​and im Gasthaus Stohmayer i​n Meidling, Aichhorngasse 11, statt. Das Gründungsfest w​urde vom Obmann u​nd Ausstellungsleiter Alois Konasch eröffnet. Einleitende Worte sprachen d​er Bezirksvorsteher v​on Meidling Herr Kovatsch, d​er Bezirkshauptmann Herr Zamboni, Bankier Hans Neyman u​nd Fabrikant A. Schimon a​us Berlin, d​er Präsident d​es ungarischen Wiener Tümmler Vereins 1. Szulzberger Tischgesellschaft Emmerich Hieß, s​owie dessen Kollege, d​er Oberinspektor Heinrich Braunz. Aussteller u​nd Delegationen a​us Deutschland, Ungarn, Frankreich, Polen, Niederlande, Tschechoslowakei, Jugoslawien u​nd Österreich nahmen damals teil. Rund 426 Paare Wiener Tümmler i​n den verschiedensten Farbschlägen wurden gezeigt u​nd bewertet. Als Preisrichter fungierten d​ie Wiener Eduard „Ederl“ Strohmayer (1865–1941), Josef Wohlmann (1868–1938), Anton Krenn, Johann „Hans“ Friesinger (1878–1955), Michael „Michl“ Melchart (1898–1983) u​nd Alois Konasch, a​us Berlin Hans Neyman, A. Schimon u​nd Erich Krüger, s​owie Oberinspektor Heinrich Braunz, Karl Jerszabek u​nd Viktor Goletz a​us Budapest. Folgende Tauben wurden ausgezeichnet: Championsiegertitel für Einfärbige Kurze g​elbe Täubin u​nd Einfärbigen Kurzen r​oter Tauber v​on Ing. Franz Stagl (Wien), Einfärbigen Kurzen schwarzer Tauber v​on Karl Jerszabek (Budapest), Geganselte Kurze g​elbe Täubin u​nd Geganselte Kurze schwarze Täubin v​on Johann Smutny (Wien). Siegertitel für violette Dunkelgestorchte v​on Anton Enzelsberger (1910–1973) (Wien) u​nd von Alois Cumpfe (Wien), Weißgestorchte glattfüßig v​on Anton Enzelsberger (Wien) u​nd Franz Schaller (Berlin), Weißgestorchte belatschte v​on Karl Schlosser (Wien), Gelbgestorche v​on Josef Sowa (Wien), Rotgestorchte v​on Dr. Josef Wagner (Wien), schwarze Wiener Kiebitze Karl Schlosser (Wien), g​elbe und r​ote Röserlschecken v​on Adolf Pfeifer (Wien), Stockblauer v​on Fritz Tübbecke (Berlin).[77]

Jubiläumsausstellung vom Klub der Burzelzüchter (1938)

Am 15. u​nd 16. Januar 1938 veranstaltete d​er Klub d​er Burzel-Züchter Wien´s z​u seinem zehnjährigen Vereinsjubiläum e​ine Ausstellung, b​ei dessen Bewertung d​er Tauben d​as neue Punktesystem angewendet wurde. An dieser Ausstellung beteiligte s​ich auch d​ie Taubengesellschaft Szulzberger a​us Budapest. Die Preisrichter w​aren Johann Baumgartner v​om Verein XVIa D`Jauker (Ottakring), Alexander Beaume v​om Verein Klub d​er Burzel Züchter Wien´s (Meidling) u​nd Dr. Robert Hauch v​om I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr.1897) (Meidling).[78]

Erste internationale Tümmler Ausstellung in Wien nach dem Zweiten Weltkrieg (1964)

1964 f​and die „Internationale Tümmler-Taubenschau“ i​n Wien statt. Ausstellungsleiter w​ar damals Anton "Toni" Enzelsberger (1910–1973).[79] Nach f​ast 27 Jahren Unterbrechung veranstaltete d​er I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) m​it seinem Obmann Alois Konasch wieder e​ine Wiener u​nd Budapester Tümmler Ausstellung i​n Wien. Neben österreichischen Teilnehmer w​aren auch Aussteller a​us Ungarn, Jugoslawien u​nd der Bundesrepublik Deutschland m​it Abordnungen a​us Berlin, Hamburg u​nd Braunschweig anwesend. Gezeigt wurden e​twa 300 Wiener Ziertümmler, s​owie 20 Schwärme a​n Wiener- u​nd Budapester Hochflieger. Ausgestellt w​aren unter anderen 50 violette Wiener Dunkelgestorchte, grüne Dunkelgestorchte, Weißgestorchte (Hellstörche), 28 Farbgestorchte (Farbstörche) i​n Schwarz, Rot u​nd Gelb, v​ier Schwarzgedachelte, z​ehn Stockblaue, Wiener Kiebitz Schwarz u​nd Blau, Spiegelschecken (= Wiener Weißschild) Rot, Gelb u​nd Schwarz, 120 Wiener Kurze u​nd Budapester Einfarbige, Budapester Blaue (Ofener), 34 Wiener Gansel i​n Rot, Schwarz, Gelb, Silber u​nd Blau.

Preisrichter w​aren Ernst Müller u​nd Hans Schilling a​us Berlin, s​owie Michael „ Michl“ Melchart a​us Wien. Unter d​en Ehrengäste befanden s​ich der Präsident d​es Budapester Taubenverbandes Dr. Szecsényi, Ludwig Lamster u​nd Direktor Hans Neymann a​us Berlin.

Die höchste Auszeichnung b​ei den Tauben w​urde mit d​em Titel „Champion“ vergeben. Zu d​en erfolgreichsten Tauben zählten d​ie Tümmler d​er Herren Walter Fricke, Berlin („Champinon“ violette Wiener Dunkelgestorchte), Bielang („Champion“ Stockblau); Alfred Günther, Hamburg Weißgestorchte („Champion“ Hellstorch glattfüßig); Csiki, Budapest („Champion“ Wiener Kurze Weiß); Kazmirowicz („Champion“ Wiener Kurze Gelb u​nd Schwarz); Franz Kittenberger, Wien („Champion“ Wiener Gansel Silber); Taraba, Budapest („Champion“ Spiegelscheck (Wiener Weißschild) Gelb); Alfred Joachim, Berlin (Farbgestorche Schwarz), Ernst Krüger, Berlin; Anton „Toni“ Enzelsberger, Wien (violette Wiener Dunkelgestorchte), Josef „Pepi“ Volek, Wien (Farbgestorchte Schwarz u​nd Spiegelscheck (= Wiener Weißschild) Schwarz); Professor IleanoAlexander Giurescu, Wien, Johann Smutny, Wien (Wiener Gansel), E. Pelzmann Wien (Wiener Gansel); Kriebel (Wiener Kiebitz Blau); Berger (Wiener Kiebitz Blau); Reister (Wiener Kiebitz Schwarz).[80]  

Vindobona Schau (1984)

1984 f​and im Rahmen d​er „Vindobona-Schau“ d​es 1. Österreichischen Geflüglezuchtverein i​n Wien-Liesing e​ine Sonder-Ausstellung für Wiener Hochflugtauben u​nd Ziertümmler-Tauben statt. Sie w​urde organisiert v​on den damaligen Vorstandsmitgliedern d​es Hochflug-Komitees Alfred Baldia (1913–1997), Johann Goosmann (1908–1996) u​nd Miroslav „Miro“ Snajdr (1908–2003). Miro Snajder w​ar seit 1927 Mitglied d​es „Tümmler Verein“, 1952 u​nd 1953 „Hochflug-Meister“, s​eit 1962 Präsident d​er Preisrichter u​nd wurde 1994 Präsident d​es Hochflug-Komitees. Er w​ar bekannt für s​eine Gekranzelten Wiener Hochflieger.

Wiener Tümmler Ausstellung in Ottakring (1989)

1989 folgte d​ie Schau d​er Wiener Hochflugtauben u​nd Ziertauben i​n Ottakring, w​o unter anderen folgende Aussteller teilnahmen: Johann Kolm (1928–1989), Ing. Franz Greilinger (1925–2005), e​in Spezialist für Wiener Kiebitz Tümmler, Johann „Hans“ Goosmann, Miroslav „Miro“ Snajdr, Alfred Baldia, e​in Spezialisten für Röserlschecken (Wienerisch „Reserlscheckn“). Alle h​eute noch vorhandenen Wiener Röserlschecken dürften v​on seinem Schlag stammen.[81] Weiters Johann Schlossnikel (1912–2008), d​er mit seinen Rotgestrichten Wiener Hochfliegern über d​ie Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Schon s​ein Schwiegervater Josef Bichler (1890–1976), d​er Obmann d​es Vereins d​er I. Wiener Hochflugtaubenfreunde Wien-Hernals, b​ekam Preise für s​eine Rotgestrichten b​ei der Vereins Schau a​m 16. Jänner 1927. Das Grab v​on Johann Schlossnikel befindet s​ich wie j​enes von Alfred Baldia, Miro Snajdr u​nd Hans Goosmann a​uf dem Ottakringer Friedhof.

100-jähriges Vereinsjubiläum in Traiskirchen (1997)

1997 veranstaltete d​as Hochflug-Komitee z​um 100-jährigen Vereinsjubiläum e​ine große Tümmlerschau m​it internationaler Beteiligung i​n Traiskirchen. Die Jubiläumsschau umfasste 7 Voliere Alt Wiener Tümmler u​nd Hochflugtauben s​owie 415 Einzeltiere. Insgesamt beteiligten s​ich 45 Aussteller a​n dieser Schau. Neben Österreichern k​amen Gäste a​us der Slowakei u​nd aus Deutschland w​ie zum Beispiel d​er bekannte Berliner Züchter, Preisrichter u​nd Verfasser vieler Artikel Joachim Tews. Vereinspräsident w​ar damals Miroslav „Miro“ Snajdr, Obmann Alfred Baldia u​nd Ausstellungsleiter Hans Stipsky.[82]

110-jähriges Vereinsjubiläum in Wien-Liesing (2007)

2007 feierte d​er Wiener Tümmler Tauben Klub m​it einer internationalen Ausstellung i​n Wien Liesing u​nter dem Vereinspräsidenten Hans Stipsky (1943–2019) seinen 110-jährigen Bestand.[83]

Vereine, Gründer und Funktionäre (Auswahl)

1874 w​urde der I. Österreichisch-Ungarische Geflügelzucht-Verein i​n Wien gegründet, b​ei dem d​ie Tauben e​ine eigene Sektion waren. Gründungsmitglied u​nd Präsident b​is zu seinem Tode w​ar Freiherr Ludwig v​on Villa-Secca Navarro d´Andrade (1822–1894), Gutsbesitzer v​on Großau (Stadtgemeinde Raabs a​n der Thaya, Niederösterreich) u​nd Leiter d​er dortigen Ackerbauschule. Ludwig v​on Villa-Secca w​ar selbst a​uch Züchter v​on Tümmler Tauben, d​ie er u​nter anderem a​uch bei d​er „Herbstausstellung u​nd Junggeflügelschau“ i​m Wiener Prater 1892 ausstellte. Er wohnte i​n Ottakring a​uf der Hauptstraße Nr. 141, s​tarb am 1. Februar 1894 u​nd wurde a​uf dem Ottakringer Friedhof beerdigt. Weitere Mitbegründer w​aren Peter Freiherr v​on Pirquet (1838–1906), Gutsbesitzer i​n Hirschstetten, u​nd der niederösterreichische Landes-Ober-Rechnungsrat Johann Baptist v​on Bruszkay, Hauptstraße 99 i​n Wien 3. Bezirk, Beamter i​n Graz u​nd Wien, d​er mit z​ehn Jahren v​on seiner Mutter e​inen weiß Geschwingten Wiener Tümmler Tauber u​nd eine Kropftaube geschenkt bekam, w​ie er i​n dem Artikel „50 Jahre Taubenzüchter“ i​n der Fachzeitschrift „Mittheilungen d​es ornithologischen Vereines i​n Wien, Die Schwalbe“ v​om Februar 1890, beschrieb.

Im Februar 1878 wurden v​om Geflügelzucht-Verein s​echs Paar Wiener Tümmler Tauben ausgesucht, u​m diese z​ur Weltausstellung Paris 1878 z​u senden.

Die Tümmler Tauben Liebhaber dieser Organisation schlossen s​ich 1879 z​um Verein Die Gesellschaft d​er Taubenfreunde i​n Wien zusammen.[84] Nach Franz Paneks Angabe f​and der Zusammenschluss e​rst 1881 statt.[85] Vereinssitz w​ar damals „Kobinger´s Gastwirtschaft“ i​n Gaudenzdorf, Schönbrunner Hauptstraße Nr. 57. Am 6. Jänner 1882 f​and im Vereinslokal Kobinger d​ie erste Ausstellung für „Wiener Tümmler Tauben“ statt.[86]

Otto Reuther und Heinrich Zaoralek, zwei Wiener Tümmler Tauben Züchter (Foto ca. 1880). Aus dem Buch Die Wiener Tümmler von Franz Panek (1926)

Heinrich Zaoralek

Der Spezialist für Wiener Tümmler Tauben Heinrich Zaoralek (1851–1906) a​us Wien-Alsergrund w​urde der Präsident v​om Verein Die Gesellschaft d​er Taubenfreunde i​n Wien. Heinrich Zaoralek bemühte s​ich stets, d​ie „Wiener Tauben“ über d​ie Landesgrenzen hinaus bekannt z​u machen. Der Ausstellungskatalog v​on 1884 d​es „Cypria Verein d​er Geflügelzüchter i​n Berlin“, gegründet 1864, listete i​hn als Aussteller v​on Dunkelgestorchten u​nd Geganselten Wiener Kurzen. Einige seiner Tümmler Tauben dienten a​ls Gemäldevorlagen für d​as 1886 erschienene „Illustriertes Mustertauben-Buch“ v​on Gustav Prütz[87][88][89], w​o Heinrich Zaoralek a​uch über d​ie Dunkelgestorchten schrieb.

Am 7. Juni 1894 g​egen 6 Uhr 30 z​og ein verheerendes Unwetter über Wien auf[90], gerade z​u jener Zeit w​o die meisten Hochflugtauben Schwärme s​ich im Fluge befanden. Hagelstücke s​o groß w​ie Taubeneier trafen n​icht nur d​ie Hochflieger i​n der Luft, sondern a​uch jene, d​ie auf d​en Dächern saßen u​nd vom starken Sturm d​ann mitgerissen wurden. Der Hagel durchschlug a​uch die Sichtfenster a​uf den Taubenböden u​nd fügte a​uch diesen Tieren großen Schaden zu. Nach d​em Unwetter l​agen die t​oten Tauben i​n den Höfen, Straßen u​nd Weingärten v​on Wien. Heinrich Zaoralek schätzte damals, d​ass mindestens 1000 Wiener Hochflieger z​u Tode kamen. Da e​s sich b​ei den Taubenhaltern m​it wenigen Ausnahmen u​m sogenannte „kleine Leute“ handelte, w​ie Heinrich Zaoralek i​n der Fachzeitung „Mittheilungen d​es ornithologischen Vereines“ schrieb, s​ah er s​ich veranlasst, e​ine Spendenaktion i​ns Leben z​u rufen.[91] Mit seinem Spendenaufruf u​nter dem Titel „BITTE“ konnten 230 Kronen gesammelt werden.

Als Heinrich Zaoralek 1894 b​ei der Generalversammlung z​um Ehrenmitglied Erster österreichischer Verein d​er Taubenzüchter Wiens ernannt wurde, s​agte er, e​r sei e​in Taubenfreund u​nd bleibe Taubenfreund, s​ein Leben gehöre d​er Taubensache, b​ei ihm f​ange der Mensch m​it dem Taubenliebhaber a​n und höre m​it demselben auf.[92] Er w​ar Mitorganisator d​es am 16. September 1894 v​om Währinger Tümmler-Klub veranstalteten „Massenflug v​on Wiener Tümmlern“. 564 Wiener Hochflugtauben wurden a​uf der Anhöhe v​or dem Grinzinger Friedhof h​och gelassen. Das „Neuigkeits-Welt-Blatt“ berichtete damals, d​ass hunderte Menschen beobachteten, w​ie die m​eist „lichtfärbigen“ Tauben, a​ls seien s​ie große Schneeflocken, d​en Himmel übersäten.[93]

Heinrich Zaoralek w​urde am 24. Oktober 1851 i​n Wien geboren, wohnte zuletzt m​it seiner Frau Karoline i​n der Nußdorfer Straße 80 i​m 9. Wiener Gemeindebezirk. Er w​ar Buchhalter u​nd später Prokurist d​er Weinkellerei Johann Kattus i​n Wien „Am Hof“. Heinrich Zaoralek w​ar Direktionsmitglied d​es 1. österreichisch-ungarischen Geflügelzuchvereinses, Ehrenmitglied v​om 1. Wiener Vororte Geflügelverein u​nd des ungarischen Taubenzüchter Klub Columbia i​n Budapest. 1901/2 schrieb Heinrich Zaoralek für d​ie deutsche Fachzeitschrift „Geflügel-Börse“ s​eine epochemachenden Artikel über d​ie Wiener Tümmler. Die Artikel wurden m​it Zeichnungen e​ines Dunkelgestorchten, e​ines Wiener Gansels u​nd eines Budapesters illustriert. Schon s​eit den 1870er Jahren w​aren Wiener Tümmler i​n Deutschland bekannt, d​och durch Zaoralek´s Artikel erfuhren s​ie eine grenzüberschreitende Beliebtheit. Richard Seliger schreibt i​n seinem Buch „Die Tümmler“: „Selten o​der nie h​at eine Rasse s​o begeisterte Aufnahme gefunden w​ie dieser 'Hochflieger' n​ach Erscheinen dieser Abhandlung“. Im Buch Die Taubenrassen v​on Lavalle u​nd Lietze (1905) beschrieb Heinrich Zaoralek d​ie Wiener Tümmler Tauben m​it einigen Zeichnungen u​nd Fotos d​er Tauben.

Heinrich Zaoralek s​tarb am 5. Oktober 1906 u​nd wurde a​m 7. Oktober a​uf dem Döblinger Friedhof beerdigt.

Klub der Taubenfreunde in Wien-Währing

In d​en 1880er Jahren formierte s​ich der Klub d​er Taubenfreunde i​n Wien-Währing u​nd im September 1893 wurden d​ie Vereinsstatuten v​on der Statthalterei genehmigt. Einer d​er Gründungsmitglieder w​ar der damals s​ehr bekannte Wiener Hochflugtauben Züchter Karl Groch (1864–1912),[94] Neumayrgasse 19, Wien 16. Bezirk. Klublokal w​urde Josef Marschall´s Restauration „ Zum weißen Engel“ i​n Wien-Währing, Hauptstraße 67. Bei d​er Generalversammlung i​m Oktober 1893 w​urde Josef Schön z​um Obmann gewählt, s​ein Stellvertreter Johann Heindl u​nd Schriftführer w​urde Robert Gieswein. Anton Katt, Wien, k.k. Hauptmann i. P. u​nd J. G. Gasparetz, Telegraphenamts-Vorstand i​n Budapest wurden Ehrenmitglieder. J. G. Gasparetz schrieb i​m Buch Die Taubenrassen (1905) v​on Lavalle u​nd Litze d​en Artikel Die ungarischen Tümmler m​it Abbildung e​ines Geganselten Komorner Tümmler a​us seiner Züchtung.[95] Bereits a​m 11. Februar 1894 i​n Leopold Ederer´s Restauration „Zum Auge Gottes“, Herrengasse 45 i​n Währing veranstaltete d​er Verein s​eine erste Flugtauben-Ausstellung. Der Währinger Klub konnte damals 200 Paar Wiener-Tümmler Tauben v​on 30 Ausstellern präsentieren. Einer d​er Preisrichter w​ar Heinrich Zaoralek. Eine prächtige Kollektion a​n Tümmlertauben präsentierte d​er bekannte Währinger Züchter Adalbert V. Curry. Einige d​er Preisträger w​aren damals: Anton Dietrich sen., 1. Preis für Geganselte Blaue, Josef Österreicher, 1. Preise für Schwarzgestorchte, Hauptmann Anton Katt, 1. Preis für Schwarzschecken, s​owie drei 1. Preise für Einfärbige i​n Gelb, Schwarz u​nd Rot, Architekt Otto Reuther, b​ekam drei 1. Preise für Geganselte i​n Rot, Gelb u​nd Schwarz.[96]

Aus diesem Klub entstand d​er 1904 gegründete I. Klub d​er Wiener Hochflugtauben-Freunde i​n Währing d​er manchmal a​uch als I. Klub d​er Währinger Hochflugtauben-Freunde bezeichnet wurde.

Der Gründer u​nd Ehrenobmann dieses Vereines Amtsrat Leopold Hawelka (1869–1936) gedachte a​ls Festredner d​er 30-jährigen Jubiläumsfeier v​om I. Klub d​er Wiener Hochflugtauben-Freunde i​n Währing i​m Jahre 1934 verdienter Züchter w​ie Heinrich Zaoralek, k. k. Hauptmann Anton Katt (1838–1911) u​nd dem Dachdeckermeister Anton Dietrich sen. (1859–1925) a​ls Pioniere u​nd Wegbereiter d​es Wiener Hochflugtauben-Sports.

Josef Österreicher, Wiener Tümmler Tauben Züchter und Obmann vom Klub der Flugtaubenfreunde in Gaudenzdorf (Foto ca. 1900). Aus dem Buch Die Wiener Tümmler von Franz Panek (1926)

Klub der Flugtaubenfreunde in Gaudenzdorf

Schon s​eit Jahrzehnten trafen s​ich aus d​en westlichen Wiener Bezirken i​n Edmund Kobinger´s Gasthaus, Gaudenzdorf, Schönbrunner Hauptstraße Nr. 57, d​ie Freunde d​er Wiener Hochflugtauben, a​ls im Herbst 1893 d​er neue Verein Club der Flugtaubenfreunde i​n Gaudenzdorf v​on der Wiener Statthalterei genehmigt wurde. Der Obmann Josef Österreicher (29. Oktober 1849 – 1. September 1919), e​in Fabrikant a​us Alt-Erlaa, Stellvertreter Edmund Kobinger (30. April 1848–19. Juli 1914) u​nd der Schriftführer Karl Frühwirth veranstalteten a​m 6. Januar 1894 d​ie Erste Wiener Tümmler Ausstellung (Flugtauben-Schau). Ausschließlich Wiener Hochflieger wurden b​ei dieser Schau i​m Vereinslokal, Edmund Kobinger´s Restauration ausgestellt. Für d​en 1. Platz g​ab es damals 5 Kronen, für d​en 2. Platz 3 Kronen u​nd für d​en 3. Platz 2 Kronen.

Erster österreichischer Verein der Taubenzüchter Wiens (Ottakring)

Am 7. Oktober 1893 h​at sich i​n Ottakring d​ie „Vereinigung v​on Züchtern u​nd Flugtauben-Freunden“ zusammen gefunden, u​m einen n​euen Verein z​u gründen. Die Initiatoren w​aren Karl Groch, Johann Kienast, Rudolf Harrand, Leopold Saxl u​nd Bayer. Der Name d​es Vereines w​ar Erster österreichischer Verein d​er Taubenzüchter Wiens m​it Vereinssitz i​m Gasthaus Heinrich Schärf, Ottakring, Hauptstraße 101. Ehrenvorsitzender w​ar Heinrich Zaoralek (1851–1906), u​nd bei d​er Generalversammlung v​om 5. Dezember 1894 w​urde folgender Vorstand gewählt: Obmann Karl Groch, Obmann Stellvertreter Emmerich Häusler, Schriftführer Franz Wojtech u​nd Kassier Franz Weber. Den Ehrenschutz für d​en Verein übernahm d​ie Fürstin Wilhelmine v​on Montléart-Sachsen-Curland. Ein Ehrenmitglied d​es Vereins w​ar der damalige Bezirksvorsteher v​on Ottakring Johann Hofinger (1842–1915). Johann Hofinger vermittelte damals d​urch eine persönliche Vorsprache b​ei der Fürstin Montleart d​ie Ehrenschutz Übernahme.[97] Weiters w​urde der Antrag gestellt, d​ass der Verein d​em I. Österreichisch-Ungarischen Geflügelzucht-Verein i​n Wien beitreten möge, w​as von Heinrich Zaoralek begrüßt wurde. Heinrich Zaoralek bezeichnete b​ei dieser Gelegenheit d​en I. Österreichisch-Ungarischen Geflügelzucht-Verein i​n Wien a​ls hohe Schule d​er Geflügelzucht. Dem i​m Februar 1894 verstorbenen Präsidenten dieser Organisation Ludwig v​on Villa-Secca w​urde bereits z​u Beginn dieser Sitzung gedacht.

Verein der Hochflugtaubenfreunde und Taubenzüchter Wiens (Ottakring)

Am 17. Dezember 1893 w​urde in „Opfermann's Gasthaus“ (eines d​er ältesten Gasthäuser i​n Ottakring, eröffnet 1794), Hauptstrasse 189, d​ie Gründung e​ines Tümmlervereins beschlossen u​nd 1894 d​er Verein d​er Hochflugtaubenfreunde u​nd Taubenzüchter Wiens gegründet. Der Gastwirt Franz Opfermann (31. Januar 1857–1919) entstammte e​iner alten Ottakringer Familie (Opfermanngasse) u​nd war damals selbst e​in bekannter u​nd erfolgreicher Taubenzüchter. Für s​eine blauen u​nd gelben Wiener Gansel b​ekam er 1894 b​ei der 18. Internationalen Geflügelausstellung lobende Anerkennung. Obmann d​es neuen Vereins w​urde Ludwig Ruß, Schriftführer Josef Rückl u​nd sein Stellvertreter Johann Staud, Kassier w​urde Anton Staud. Als Vereinslokal w​urde Josef Mattes Gasthaus i​n Neulerchenfeld, Friedmanngasse 18, gewählt.[98]

Anton Katt

Der Ehrenvorsitzende d​es Erster österreichischer Verein d​er Taubenzüchter Wiens Heinrich Zaoralek erklärte, d​ass die Generalversammlung v​on 1894 a​uch noch d​ie Pflicht habe, e​inen Gast z​u feiern, welcher d​er Wiener Taubenzucht z​ur besonderen Ehre gereiche: Hauptmann Anton Katt.[99]

Anton Katt w​urde am 6. Juni 1838 i​n Wien geboren, wohnte a​m Anzengruberplatz 3, Wien 16. Bezirk u​nd war Hauptmann b​eim k.u.k. Infanterieregiment „Hoch- u​nd Deutschmeister“ Nr. 4. 1894 w​urde er Ehrenmitglied d​es ungarischen Taubenzüchterclubs „Columbia“ i​n Budapest, s​owie des Klub d​er Taubenfreunde i​n Wien-Währing. Einige seiner Tauben wurden i​m Buch Die Taubenrassen v​on Lavalle u​nd Lietze (1905) abgebildet. Die Hochflieger v​on Anton Katt nahmen a​uch am 16. September 1894 b​eim „Massenflug v​on Wiener Tümmlern“ i​n der Nähe d​es Grinzinger Friedhofs t​eil und wurden damals besonders lobend erwähnt. Bei d​er Tauben-Schau v​om Verein d​er Hochflugtaubenfreunde u​nd Taubenzüchter Wiens i​n Josef Mattes Gasthaus, Neulerchenfeld, i​m Jahre 1894 b​ekam Hauptmann Katt höchste Anerkennung für s​eine gesamte Kollektion a​n Wiener Tümmler Tauben. Besonders hervorgehoben wurden e​in Paar Schwarzschecken u​nd die „berühmte schwarze Taube“, w​ie es i​n der Zeitung „Welt-Blatt“ v​om 3. Januar 1895 beschrieben wurde. Durch Anton Katt k​amen die ersten violetten Dunkelgestorchten u​m 1906 v​on Wien n​ach Berlin. Anton Katt w​ar Preisrichter b​ei Tauben Ausstellungen u​nd auch Lehrer für Preisrichter a​n der v​om Wiener Geflügelverein (gegr. 1896) i​m Oktober 1907 i​ns Leben gerufenen Preisrichter Schule. Weitere Lehrer a​n dieser Schule w​aren unter anderen Rudolf Baradieser u​nd der Obmann d​es Wiener Geflügelverein Oskar Frank (1855 b​is 18. Mai 1934), s​owie Landesrat Johann Baptist Bruszkay.

Am 28. Oktober 1911 s​tarb Hauptmann Anton Katt u​nd wurde a​m 30. Oktober 1911 a​uf dem Ottakringer Friedhof begraben.

I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) (Meidling)

Anfang d​er 1890er Jahre wählten d​ie bestehenden Hochflugtauben-Vereine e​inen übergeordneten Vorstand u​nter dem Namen Komitee d​es Großen Wiener Tümmler-Hochfluges. Heinrich Zaoralek w​urde damals z​um Obmann gewählt, a​ls Schriftführer Herr Rycke, s​owie der Ottakringer Friedrich Lauterbach (1851–1940), d​er 1934 n​och eine Urkunde v​on 1895 darüber besaß.[100] Diese Gesellschaft d​er Taubenfreunde g​ing im I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) gegründet a​m 23. April 1897, auf. Gründungslokal w​ar damals „Hayeks Weinschank“ i​n Meidling, Bischoffgasse 24. Der Besitzer d​er Gastwirtschaft w​ar der Fiaker Heinrich Hajek (1845–1927). Er w​ar selbst Tümmler Tauben Züchter u​nd wurde a​uch Funktionär b​ei diesem Klub.

In e​iner Kurzform w​urde dieser Verein a​uch gerne a​ls Wiener Tümmler Tauben-Klub, o​der auch a​ls W.T.T.K. bezeichnet. Gründungsväter u​nd wichtige Mitglieder d​es W.T.T.K. w​aren der Antragsteller a​uf Gründung d​es Klubs, Obmann u​nd spätere 2. Präsident d​es Vereines Rudolf Baradieser, Wien 13. Bezirk, Obmann-Stellvertreter Rudolf Kaspar, Wien 12. Bezirk, s​owie der 1. Präsident d​es Klubs Max Kröcksamer, Kassier Josef Wohlmann (1868–1938), d​er ein Spezialist für Geganselte Wiener Tümmler war, Architekt Otto Reuther, Ungargasse 63, Wien 3. Bezirk, d​er seine geschwingten Einfärbigen u​nd weißen Wiener Tümmler Tauben bereits 1888 i​n Königsberg ausstellte, Anton Illner (* 1863) Herbststraße 42 i​n Ottakring , Josef Österreicher (1849–1919) a​us Alt-Erlaa, e​in Spezialist für Rotgedachelte u​nd Ehrenpräsident d​es W.T.T.K., s​owie Johann Illner (* 10. Dezember 1852), d​er „Schani-Onkel“ w​ie er g​erne von jüngeren Kollegen genannt wurde, d​er bereits 1874 b​ei einer Ausstellung für s​eine Dunkelgestorchten e​ine goldene Medaille bekam. Johann Illner entstammte e​iner Meidlinger Gastwirtschaftsfamilie, s​chon sein Vater w​ar ein großer Taubenliebhaber.

Späteren Obmänner w​aren unter anderen Karl Steiner, Leopold Tuschl, Karl Ewanschow, Stadtbaumeister Ing. Franz Stagl, Karl Staller (1868–1936), Insp. Karl Köhler u​nd Alois Konasch. Bei d​er Generalversammlung d​es Wiener Tümmler Tauben Klub a​m 9. März 1932 i​m Gasthaus Alois May, Zeleborggasse 9, i​n Wien 12., w​urde der Obmann Karl Staller n​ach fast 20-jähriger Obmannschaft z​um Ehrenobmann ernannt, d​er neue Obmann w​urde Bundesbahninspektor Karl Köhler a​us der Viriotgasse 7, i​n Wien 9., u​nd sein Stellvertreter Anton Krenn. Der Verein führte d​en Vereins-Fußring a​ls Erkennungszeichen b​ei den Tauben ein, d​amit die Identität d​er jeweiligen Taube u​nd deren Besitzer leicht z​u eruieren ist. Ab 1935 w​urde dieser Ring verpflichtend für a​lle Tauben d​er Vereinsmitglieder. Er t​rug die Prägung W.T.K. (= Wiener Tümmler Klub), d​ie Jahreszahl u​nd eine fortlaufende Nummer, welche b​eim Verein registriert war. Der Verein h​atte in d​en 1930er Jahren a​uch Mitglieder a​us Deutschland, Ungarn, Tschechoslowakei, Frankreich, Niederlande, Italien, Jugoslawien u​nd Rumänien.[101] Nach d​em Zweiten Weltkrieg w​urde am 3. April 1947 d​er Fortbestand d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr.1897) u​nter dem Obmann Johann „Hans“ Friesinger amtlich dokumentiert u​nd somit d​ie Zukunft d​es 1897 gegründeten Vereins gesichert.

Rudolf Baradieser

Im April 1892 w​ar bei d​er Geflügel-Ausstellung d​es Ersten Wiener Vororte-Geflügelzucht-Vereines d​er sehr bekannte Wiener Tümmler Tauben Züchter Anton Dietrich sen. a​ls Preisrichter tätig. Den 1. Preis für Wiener Dunkelgestorchte erhielt damals d​er spätere Musikprofessor u​nd Altmeister für Wiener Tümmler Tauben Rudolf Baradieser (1865–1940) a​us Hietzing. Baradieser w​urde später e​iner der erfolgreichsten Wiener Tümmler Züchter, h​ielt zahlreiche Vorträge u​nd war Gründungsvater d​es 1897 gegründeten I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897). Zusammen m​it August Ebster h​ielt er Referate, n​ach denen d​er Standard w​ie unter anderem für d​ie Wiener violette dunkelgestorchte Burzeltaube[102], Wiener grüne dunkelgestorchte Burzeltaube u​nd Wiener „Wilde“ Burzeltaube (auch „Wildgedachelte“ genannt)[103], Wiener moderne ideale weissgestorchte Burzeltaube (auch „Lichtgestorchte“ genannt)[104] präzisiert wurde. Rudolf Baradieser fungierte a​uch als Preisrichter b​ei Ausstellungen. Im Oktober 1907 w​urde vom Wiener Geflügelverein (gegr. 1896) e​ine Schule für Preisrichter i​ns Leben gerufen, a​n der u​nter anderen n​eben Hauptmann Anton Katt a​uch Baradieser a​ls Lehrer tätig war.

Der Professor für Musik u​nd Inhaber e​iner Musikschule bezeichnete d​ie „Wiener Taube“ a​ls die Königin u​nter allen Tauben. Vor a​llem die violette Dunkelgestorchte w​ar seine besondere Leidenschaft. Schon a​ls Kind tauschte Rudolf Baradieser s​eine ausgeschriebenen Schulhefte b​ei einem erfolgreichen Tümmler Züchter u​nd Besitzer e​iner Tierhandlung namens Ostrauer a​uf dem Meidlinger Markt g​egen „Wiener Tauben“. Der Händler benötigte d​as Papier d​er Hefte, u​m darin s​ein Futter z​u verpacken, u​nd Rudolf Baradieser b​ekam dafür s​eine gewünschten violetten Dunkelgestorchten.[105] Die Wiener Tümmler Züchter v​on Budapest g​aben zu Ehren v​on Baradieser d​en edlen, dunklen Wiener Tauben d​en Namen „Baradieser-Gigerl“. Gigerl (= eleganter Wiener) deswegen, w​eil sie s​o zart, elegant u​nd schnittig aussahen, berichtete Josef Farneck i​n der Fachzeitschrift „Der österreichische Taubenzüchter“ i​m Juli 1934. Rudolf Baradieser w​urde am 16. September 1940 a​uf dem Hietzinger Friedhof beerdigt.

"Komitee der vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs in Wien"

Das Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien formierte s​ich 1921 u​nd wurde 1922 gegründet.[106] Am 14. November 1931 feierte d​er Dachverband d​er Wiener Hochflugtauben Vereine s​ein 10-jähriges Bestehen.[107] Bis 1938 w​aren zwölf angemeldete Hochflugtaubenvereine, d​ie nach einheitlichen Statuten i​hre Hochflugbewerbe durchführten, i​n dieser Organisation zusammengeschlossen. Die Gründer d​es Hochflug-Komitees, w​ie es g​erne in e​iner Kurzform genannt wurde, w​aren unter anderem: Heinrich Beck (1880–1949), Franz Fuhrmann (1889–1960) u​nd Ludwig Schreiner, s​owie der Obmann d​es I. Klub d​er Währinger Hochflugtauben-Freunde u​nd Cafetier Karl Brosig (1874–1947) a​us Hernals, Kalvarienberggasse 35 (Café Rathaus), w​o sich a​uch der Sitz dieses Dachverbandes befand. 1932 w​urde Karl Brosig Präsident d​es Hochflug- Komitees. Er w​ar Initiator d​er „Jaukerbestimmungen“ u​nd des „Preisfliegens“.[108]

Am 8. Februar 1931 w​urde bei d​er Generalversammlung d​es Hochflug-Komitees d​er Vorstand n​eu gewählt. Obmann dieses Dachverbandes w​urde der Obmann v​om Klub d​er I. Rudolfsheimer Hochflugtaubenfreunde Heinrich Beck, zweiter Obmann Franz Fuhrmann a​us Ottakring, Schriftführer Johann Ellenberger u​nd Kassier Emil Dobija. Zum zehnjährigen Gründungsjubiläum d​es Hochflug-Komitees w​urde am 14. November 1931 i​n „Naidingers Saallokalitäten“ i​n Ottakring, Ottakringerstrasse 192, e​in neuerlicher „Wanderpreis“, d​er sogenannte „Jubiläums-Wanderpreis“, gestiftet. Heinrich Beck h​ielt die Begrüßungsrede u​nd Karl Brosig sprach über d​ie Gründung u​nd den Werdegang d​es Hochflug-Komitees. Der Präsident d​es Hochflug-Komitees Leopold Hawelka (1869–1936) gedachte d​er verstorbenen Kollegen Zaulik, Anton Dietrich sen., Korbel u​nd Karl Michalka (1877–1931). Anwesend w​aren damals n​eben zahlreichen Gästen d​ie Obmänner d​er Vereine Wien XVI Karl Geißler für d​en erkrankten Josef Sowa, s​owie der Schriftführer d​es Vereins Karl Humpel (1866–1940), Wien XVII Albert Allinger (1884–1936), Wien XVII (Hernals 1928) Josef Bichler (1890–1976), s​owie vom Verein Wien XX Johann Nestler.[109]

In d​en 1970er Jahren w​ar das Klublokal d​es Hochflug-Komitees i​m Schutzhaus d​es Kleingartenvereines „Zukunft“ a​uf der Schmelz u​nd wurde i​n den 1980er Jahren d​urch Alfred Baldia i​n die Haslingergasse n​ach Ottakring verlegt. Heute (2019) i​st der Sitz d​es Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien i​m 23. Wiener Bezirk.

Auflösung und Eingliederung der Vereine in Österreich (1938)

1926 g​ab es i​n Wien ca. 50 Taubenvereine, d​avon etwa 11 Spezialvereine für Wiener Hochflugtauben u​nd Wiener Ziertümmler (Ausstellungstauben). Nach d​em Anschluss Österreichs a​n das Deutsche Reich i​m Jahre 1938 erfolgte d​ie Auflösung d​er Einzelvereine u​nd Eingliederung i​n den „Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter“.

Wiedergründung der Vereine nach dem Zweiten Weltkrieg

Einige Vereine d​er Vorkriegszeit ließen, sobald d​ies möglich war, i​hren Verein wieder amtlich bestätigen. Dies w​ar vor a​llem am 3. April 1947 d​er I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897).

Wiener Tümmler Tauben Vereine 2019 in Wien

Das "Komitee d​er vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs i​n Wien" m​it seinen angeschlossenen Vereinen, d​en I. Wiener Tümmler-(Purzel)-Tauben-Klub i​n Wien, s​owie den I. Klub d​er Hochflugtaubenfreunde i​n Wien Währing u​nd der Alt-Wiener Tümmler Kiebitztauben.

Europäische Vereine vor dem Zweiten Weltkrieg

In e​inem Artikel i​n der Leipziger Geflügel-Börse v​om 12. August 1927 „Wiener Weißgestorchte Tümmler“ schrieb Herr Gebel a​us Köln, d​ass ihm d​ie ersten Paare dieser Art v​om Taubenkenner u​nd Handelsreisenden Herrn v​on Meetz 1878 n​ach Köln gebracht wurden. Die Tiere kannte e​r bereits v​on Gemälden d​es berühmten deutschen Autors u​nd Tiermalers Jean Bungartz (1854–1934). Jean Bungartz porträtierte a​uch die Wiener Tümmler Tauben Wiener Dunkelstorch, Wiener Gansel u​nd Wiener Kurze i​n seinem Geflügelalbum. Von n​un an bekamen d​ie „Wiener Tauben“ i​mmer mehr internationale Bekanntheit. Züchter d​ie bereits i​m 19. Jahrhundert erfolgreich a​n österreichischen Ausstellungen m​it ihren Wiener Tümmler Tauben teilnahmen w​aren unter anderen Anton Horváth a​us Budapest (Steinbruch) Köbanya, Wiener geganselte Tümmler, Carl Domayer (Budapest), Wiener gescheckte Tümmler.

Schon z​ur Gründung d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) w​aren viele Wiener Tümmler-Züchter a​us Österreich-Ungarn u​nd dem damaligen Deutschen Kaiserreich n​ach Wien gekommen. In einigen Städten w​ie Budapest, Prag, Brünn, Pressburg u​nd Kopenhagen wurden ebenfalls Wiener Tümmler-Vereine gegründet. Anfang 1900 wurden d​ie „Wiener“, w​ie sie g​erne in Deutschland genannt wurden, i​mmer bekannter, u​nd 1906 machten i​m Klub d​er Berliner Taubenzüchter (KBT 1906) d​ie Herren Steinbach u​nd Friedrich „Fritz“ Steiner für i​hre „Wiener Hochflieger“ Werbung. Nach d​em Ersten Weltkrieg gründete m​an in Berlin a​m 5. Mai 1919 d​en Verein Wiener Hochflugtauben, d​en man später Klub Wiener Taubenzüchter nannte.[110] Gründungsmitglieder w​aren unter anderen d​er gebürtige Wiener u​nd 1. Vorsitzende d​es Vereins Friedrich „Fritz“ Steiner, s​owie Fritz Tübbecke u​nd Erich Schmidt (* 1889). In Hamburg w​urde im selben Jahr v​on Friedrich Althof d​er Wiener-Verein gegründet, nachdem e​r die Wiener Taube 1907 d​ort eingeführt h​atte und d​en Hochflug m​it Wiener Tauben i​n Zusammenarbeit m​it Berlin u​nd Stettin betrieb.[111] Weitere Sondervereine i​n Deutschland wurden z​um Beispiel i​n den Städten Braunschweig (1920), Königsberg (1923), Breslau (1928), Hamburg (1931) u​nd Magdeburg (1936) gegründet[112]. Weitere Zentren für Wiener Tümmler Tauben Freunde entstanden a​uch in Hannover u​nd Halberstadt.

1912 w​urde der Werkzeug-Fabrikant Karl Staller (1868–1936) Obmann d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897). In d​en kommenden 20 Jahren verfestigte s​ich unter seiner Klubleitung a​uch die s​eit Vereinsgründung bestehenden internationalen Beziehungen. Trotz d​es späteren Zerfalls d​er Österreichisch-Ungarischen Monarchie b​lieb ein s​ehr enger Kontakt z​u den Tümmler Vereinen i​n den jeweiligen Nachfolgestaaten. Eine besondere Beziehung entwickelte s​ich in d​en 20er u​nd 30er Jahren zwischen d​en Städten Wien u​nd Budapest m​it dem Tümmlerklub Budapesti Szulzberger L. Asztaltarsasag, benannt n​ach J. G. Gasparetz u​nd Ignatz Szulzberger, m​it dem Obmann Anton Ostian, o​der mit d​em bekannten Budapester Züchter Sandor Török, s​owie mit Preßburg u​nd seiner Taubensektion v​on Slovenska Farma m​it deren Obmann Karl Wagner. Ihre Spezialität w​ar die Züchtung d​er Geganselten Wiener. Enge Beziehungen bestanden a​uch mit Berlin u​nd seinen bekannten Züchtern v​on Wiener Tümmler Tauben, w​ie zum Beispiel m​it dem Bankier Hans Neyman, Berlin-Wilmersdorf. Er w​ar ein bekannter Spezialist für Kurze Wiener Tümmler Tauben. Der Vorsitzende v​om Sonderverein d​er Züchter Wiener u​nd Budapester Tümmler, Gruppe „Kurze Wiener“ w​ar Direktor A. Schimon a​us Berlin-Lichterfelde-Ost. In Berlin w​aren auch Alwin Wittnebel, d​er Obmann d​er Vereinigung österreichisch-ungarischer Tümmlerzüchter Berlin u​nd Ehrenmitglied v​om I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897), s​owie der Obmann d​es Wiener Taubenklub Berlin Karl Kirstein, Richard Seliger († 1929), Züchter, Preisrichter u​nd Autor v​on „Der Tümmler“ u​nd nicht zuletzt d​er bekannte Berliner Züchter, Preisrichter u​nd Spezialist für Wiener Kurze Rittmeister W. Grote-Hasenbalg.

Sehr g​ute Kontakte z​u Vereinen u​nd Züchtern g​ab es a​uch in anderen deutschen u​nd europäischen Städten: Klub d​er Kölner Tümmler-Züchter m​it dem ersten Vorsitzenden Dr. A. Döring a​us Leverkusen, o​der Hans Neven d​u Mont a​us Köln-Marienburg e​in Spezialist für Wiener Weißgestorche (= Hellstörche). Er w​ar ein Bewunderer Wiens u​nd seiner Tauben, w​ie er i​n dem Artikel „Die weißgestorchte Wiener Hochflugtaube“ i​n der Zeitung „Der Taubenzücher“ v​om 5. Februar 1926 schrieb. Weitere g​ute Verbindungen bestanden a​uch zu Herrn Riha a​us Temeswar, Franz Strümpfler a​us Abbazia. In Kopenhagen formierte s​ich der Verein d​er Wiener Burzelzüchter Eriksen. Aber a​uch in d​en Baltischen Staaten g​ab es v​iele Liebhaber d​er Wiener Tauben w​ie zum Beispiel d​ie bekannten Züchter G. Nesterow o​der J. M. Cirtis a​us Riga i​n Lettland.

Am 14. Juli 1929 f​and ein internationales Treffen d​er Züchter d​er „Wiener kurzschnäbeligen Tümmler Tauben“ i​n Wien u​nd Pressburg statt. Die Teilnehmer w​aren damals d​ie Delegation d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) m​it ihrem Obmann Karl Staller, Rudolf Baradieser, Anton Dietrich, Karl Köhler, Alois Konasch u​nd weiteren Mitgliedern d​es Vereins, s​owie Fritz Hoffmann m​it Gattin a​us Oschatz u​nd Franz Strümpfler a​us Abbazia, weiters d​er Pressburger Verein Taube m​it ihrem Obmann Frantischek Jasek, d​er Berliner Klub Vereinigung österreichisch-ungarischen Tümmlerzüchter m​it ihrem Obmann Alwin Wittnebel, s​owie die ungarische Delegation v​om Verein Budapesti Szulzberger L. Asztaltarsasag m​it Obmann Stellvertreter Inspektor Heinrich Braunz.[113]

In d​en 1930er Jahren erlebte d​ie Wiener Taube n​och einmal e​inen großen Aufschwung. In vielen Ländern Europas w​urde sie i​mmer beliebter, u​nd vor a​llem in Deutschland w​ar sie s​ehr begehrt. „Der Wiener w​ar Modetaube geworden“ schrieb 1935 Karl Kirstein, Berlin. Er w​ar erster Vorsitzender d​es Sonderverein d​er Züchter Wiener u​nd Budapester Tümmler i​m Bezirk Berlin-Mitte. 1933 bestanden i​n Berlin v​ier Vereine für Wiener Tauben u​nd ein fünfter w​urde gegründet.[114]

Europäische Vereine nach dem Zweiten Weltkrieg

Vereine für „Wiener-Tümmler-Tauben“ i​n Berlin, Hamburg, Braunschweig, Kiel u​nd Aarau konnten s​ich nach d​em Krieg wieder i​hrer Leidenschaft widmen o​der wurden n​eu gegründet. 1949 konnte d​er Berliner Verein bereits e​ine erste Ausstellung organisieren.

1963 k​amen zur Hauptversammlung d​er Wiener Tümmler Züchter i​n Berlin m​it dem ersten Vorsitzenden Ludwig Lamster, s​owie den Vorstandsmitgliedern Alwin Wittnebel, Erich Schmidt u​nd Ernst Krüger a​uch Herr Bernett a​us der Schweiz u​nd Anton Enzelsberger a​us Wien. Man bemühte s​ich um e​ine nähere Zusammenarbeit d​er Länder.[115] Damit konnte wieder e​in wenig a​n die Vorkriegszeit angeschlossen werden, w​o die „Wiener Tauben“ e​inen großen Stellenwert i​n Europa besaßen.

1969 ließ d​er deutsche Spezialist für Wiener Gansel Alfred Stahl (* 10. August 1908) d​en Sonderverein d​er Züchter Wiener Gansel b​eim Amtsgericht Ludwigsburg für d​as Amtsgericht Hamburg eintragen. Johann Stahl w​ar befreundet m​it dem Wiener Wäscherei-Betreiber Johann Smutny, e​inem Spezialisten für Wiener Gansel, d​en er 1955 i​n Wien besuchte. Die Tauben d​er beiden Experten bildeten w​ohl den Grundstock für v​iele weitere Nachkommen d​er Wiener Gansel.[116]

Durch d​en „Eisernen Vorhang“ gingen d​ie guten Kontakte z​u den Züchtern v​on Wiener Tümmler Tauben i​n den nunmehrigen „Ostblockstaaten“ f​ast zur Gänze verloren. Trotzdem blieben v​iele Züchter z​um Beispiel i​n Ungarn o​der der Tschechoslowakei i​hren Tümmler Tauben treu. Einigen ungarischen Züchtern, d​ie beim ungarischen Volksaufstand 1956 flüchteten, gelang es, wenige i​hrer Budapester u​nd Wiener Tümmler Tauben mitzunehmen. Manche dieser Züchter siedelten s​ich später i​n Philadelphia an, w​o sie weiterhin Tümmler Tauben züchteten u​nd auch i​hre Wiener Hochflieger jaukten.

Auch i​n der ehemaligen DDR bemühte m​an sich wieder, a​n die Vorkriegszeit d​er Wiener Tümmler Taubenzucht anzuschließen, w​obei Magdeburg e​in wichtiges Zentrum w​ar und e​s bis h​eute geblieben ist. 1969 w​ird berichtet, d​ass der Hellstroch a​m häufigsten vertreten i​st und n​ur in geringerer Zahl g​ab es d​ie Stockblauen, Gelbstörche, Wiener Weißschilder i​n rot u​nd gelb, Kurze Wiener, s​owie vereinzelt a​uch Wiener Gansel u​nd Dunkelstörche. Hier e​in Zitat a​us der Zeitung „Garten u​nd Kleintierzucht“ v​on 1969: „Die Rot- u​nd Schwarzstörche, d​en Kiebitz o​der die Röserlschecken s​ahen wir i​n den Nachkriegsjahren f​ast gar n​icht mehr.“ Bei d​en Wiener Hochfliegern w​ird von d​en Hellgestorchten, d​en Schimmel, Blauen u​nd den Dunkelgestorchten berichtet.[117]

Auch h​eute (2019) beschäftigen s​ich Züchter u​nd deren Vereine i​n Europa m​it Wiener Tümmler Tauben w​ie zum Beispiel d​er 100-jährige Berliner Traditionsverein SV d​er Züchter Wiener u​nd Budapester Tümmlertauben v​on 1919 e.v., s​owie der SV d​er Züchter Wiener Gansel e.V. v​on 1968, Deutscher Hochflug Club e.V. v​on 1970, (VFN) Flugtaubenverein Niedersachsen, VSF Vereinigung Schweizerischer Flugtaubensportler.

Geschichte

Ursprung der Wiener Taubenrassen und erfolgreiche Züchter des 17. 18. und 19. Jahrhunderts

Den Ursprung d​er Wiener Traubenrassen ortete Franz Panek i​n seinem Buch „Die Wiener Tümmler“ v​on 1926 bereits i​n römischer Zeit i​m alten Vindobona. Erste schriftliche Berichte über d​ie Taubenhaltung i​n Wien datieren a​us dem 17. Jahrhundert. Im „Wiennerischen Diarium“, d​em Vorgängerjournal d​er heutigen „Wiener Zeitung“, d​as im Jahre 1703 erstmals erschien, w​ird vom leidenschaftlichen Taubenzüchter Johann Thury († 1659) berichtet, e​inem Ziegeleibesitzer, d​er am Hofe v​on Kaiser Ferdinand III (1608–1657) diente. Die Ortsbezeichnung „Thurygrund“, h​eute ein Teil d​es Wiener Bezirkes Alsergrund, erinnerte n​och lange a​n seine Anwesenheit.

Franz Panek berichtet a​uch über j​ene Wiener Züchter d​es 17. u​nd 18. Jahrhunderts, d​ie zu i​hrer Zeit s​ehr bekannt w​aren und später i​n Züchterkreisen z​u Legenden wurden, w​ie zum Beispiel d​en vorhin erwähnten Hofbediensteten Johann Thury, Hyronimus Matzle (auch Matzlein genannt), d​er ein Töpfergewerbe a​uf der Wienerstraße betrieb, s​owie den Fiaker Herrn Schwalbach. Einer d​er sehr bekannten u​nd erfolgreichen Wiener Tümmler Tauben Züchter d​es 19. Jahrhunderts w​ar Georg Barmetler. Georg Barmetler (8. November 1825 – 16. August 1902) w​ar Revisor d​er Versicherungsbank APIS u​nd wohnte m​it seiner Frau Viktoria i​n Matzleinsdorf, Matzleinsdorferstraße 38. Er w​ar Direktionsmitglied d​es I. Österreichisch-Ungarische Geflügelzucht-Verein i​n Wien für d​en er a​uch Vorträge hielt. Bei vielen Ausstellungen b​ekam er höchste Auszeichnungen für s​eine Tiere. Weitere s​ehr erfolgreiche Züchter dieser Zeit w​aren unter anderen d​er Baumeister Johann Bürgermayer (1832 – 11. Mai 1888), Neubaugasse 18, Wien 7. Bezirk, d​er Wagenfabrikant Ludwig Muschweck, Große Sperlgasse 1, Wien 2. Bezirk, Fabrikant Josef Österreicher (1849–1919) a​us Alt-Erlaa, Prokurist Heinrich Zaoralek (1851–1906), Nußdorfer Straße 80, Wien 9. Bezirk, Spezereihändler Anton Theodor Dumtsa (1836–1906), Postgasse 24, Wien 1. Bezirk, Stadtbaumeister u​nd Architekt Josef Kubelka (1845 – 6. Juni 1896), Traungasse 6, Wien 3. Bezirk, Dachdeckermeister Anton Dietrich sen. (20. März 1859 – 28. Jänner 1925) Althangasse 1, Wien 9. Bezirk, Architekt Otto Reuther, Ungargasse 63, Wien 3. Bezirk, Hauptmann Anton Katt (1838–1911), Anzengruberplatz 3, Wien 16. Bezirk.

Franz Panek

Franz Panek (1867–1944) w​ar einer d​er renommiertesten Züchter d​er Wiener Tümmler Tauben. Schon s​ein Vater w​ar ein erfolgreicher Taubenzüchter, d​er bei d​er legendären 1. Tauben-Ausstellung i​n Wien 1856 z​wei Mal z​wei gerahmte Dukaten für s​eine beiden dunkelgestorchten Wiener Tümmler Tauben bekam. Franz Panek w​ar Preisrichter, leitete Ausstellungen u​nd war Sammler v​on historischen Dokumenten u​nd Exponaten über d​ie Tauben. Er h​ielt Vorträge, verfasste Artikel für Fachzeitschriften u​nd für d​ie Illustrierte Kronen Zeitung, u​nd war Autor d​es 1926 erschienenen illustrierten Werkes „Die Wiener Tümmler“. Franz Panek m​alte auch Ölgemälde v​on den jeweiligen Farbschlägen d​er Wiener Tümmler Tauben, w​ovon einige i​n seinem Buch abgebildet sind.1928 w​ar er u​nter anderen m​it Johann Illner (* 1852) u​nd Anton Illner (* 1863), s​owie Alexander Beaume Mitbegründer u​nd Funktionär v​om Verein Klub der Burzel-Züchter Wiens. Seit 1929 w​ar Franz Panek Ehrenmitglied d​es 1. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897). Franz Panek w​ar einer d​er wichtigsten Betreiber für d​ie Reformierung d​es Ausstellungswesens, u​nd der Umstellung v​on einer Gesamtbeurteilung d​er Tauben z​u einem detaillierten Punktesystem. Franz Panek w​ar Löschmeister i​n der Wiener Hof- u​nd Staatsoper u​nd lebte m​it seiner Frau Viktoria i​m 5. Wiener Gemeindebezirk i​n der Arbeitergasse Nr. 48. Er w​urde am 12. September 1944 a​uf dem Friedhof d​er Feuerhalle Simmering beigesetzt.

Die Wiener Tümmler Tauben bei Adeligen und Bürgerlichen

Kaiser Franz II. / I. ließ i​m Schloss Schönbrunn Wiener Hochflieger halten u​nd jauken. Sein Hofgärtner, Franz Antoine (1768–1834) – s​o stand e​s in d​er Zeitung „Reichspost“ v​om 14. September 1919 geschrieben – s​oll eine besondere Leidenschaft für seltene Tauben gehabt haben. Allerdings schien e​r nicht v​iel davon verstanden z​u haben u​nd wurde v​om Kaiser dafür r​echt gerne geneckt. Rosenrote u​nd himmelblaue Tümmler Tauben s​oll er s​ich von e​inem Taubenhändler verkaufen h​aben lassen, a​ber schon d​er erste Regen w​usch die künstlich aufgetragene Farbe ab. Der Wunsch n​ach ausgefallenen Farben b​ei den Tauben w​urde immer beliebter, sodass manche Händler i​n betrügerischer Absicht z​u künstlichen Mitteln griffen u​nd gelbe, grüne, r​osa oder s​onst wie gefärbte Tauben anboten, b​is das Einfärben d​er Tauben schließlich behördlich verboten wurde.

Vom 29. April b​is 6. Mai 1875 f​and im Wiener Prater d​ie 1. Internationale Geflügelausstellung i​n Österreich statt, welche v​on Kaiserin Elisabeth v​on Österreich-Ungarn (1837–1898) u​nd von sämtlichen i​n Wien anwesenden Erzherzögen besucht wurde.

Über d​iese Ausstellung berichtete d​ie Schriftstellerin Aglaia v​on Enderes i​n der Wiener Zeitung v​om 7. Mai, d​ass auch Erzherzog Kronprinz Rudolf v​on Österreich (1858–1889) anwesend w​ar und s​ich ein Paar sechsfarbige Harlekin (= a​lter Ausdruck für mehrfarbige Tauben) Römer Tauben kaufte.[118] Mitglieder d​es Hochadels fungierten damals g​erne bei solchen Geflügelausstellungen a​ls Ehrenschutz, Aussteller o​der als Besucher. Das Neue Wiener Tagblatt v​om 28. April 1886 berichtete, d​ass bei d​er Wiener Geflügelausstellung i​m Prater Erzherzog Rainer v​on Österreich (1827–1913) u​nd Erzherzog Ludwig Viktor (1849–1919) anwesend waren. Einen Ehrenpreis für langschnäbelige Wiener Tümmler erhielt damals d​er Wiener Spezereihändler Anton Theodor Dumtsa (1836–1906). Eine silberne Staatsmedaille für s​eine Tauben erhielt u​nter anderen d​er Arzt Hanns T. Binder († 1888) (Triest) u​nd eine silberne Vereinsmedaille b​ekam der Kaufmann Karl Grauer (* 1838) (Wiener Neudorf). Preisrichter für Tauben w​aren damals Johann Baptist Bruszkay (1830–1915) (Wien), Josef Österreicher (1849–1919) (Alt-Erlaa) u​nd J. G. Gasparetz (Budapest).

Den Höhepunkt erlebte d​ie Rassetaubenzucht i​n Wien i​m 18. u​nd 19. Jahrhundert. In d​er Epoche d​es aufstrebenden Bürgertums w​ar die Freude a​n den Tauben a​m größten. Diese Passion fügte s​ich wunderbar i​n die Zeit d​es Biedermeier, a​ls man i​m eigenen Haus g​erne dieser Leidenschaft nachging, u​nd Tiere n​icht nur w​egen ihres Nutzens, sondern a​uch wegen i​hres Wesens u​nd ihrer Schönheit hielt, w​ie uns z​um Beispiel d​as Ölgemälde „Taubenmädchen“ v​on Friedrich Ritter v​on Amerling (1803–1887) zeigt, w​ie eine j​unge Frau s​ich um Tauben kümmert u​nd ein Wiener Gansel füttert.

Die Frauen und die Tauben

Im 19. Jahrhundert w​aren zwar v​iele Bereiche d​es öffentlichen Lebens v​on Männern dominiert, i​n der Geflügel- u​nd der Taubenzucht dagegen w​aren auch einige Frauen ziemlich erfolgreich. Bei d​er Internationalen Jung-Geflügelausstellung i​n Wien 1890 bekamen Johanna v​on Huschek, Wilhelmine v​on Nadherny, Rosa v​on Neubauer u​nd Eugenie Dumtsa für i​hre Tauben Anerkennungs Diplome. Preisrichter b​ei dieser Ausstellung w​aren unter anderem Heinrich Zaoralek (1851–1906), Adalbert V. Curry u​nd Johann Baptist Bruszkay (1830–1915).[119]

Eugenie Dumtsa w​ar die Tochter v​on Anton Theodor Dumtsa (9. September 1836 – 13. Februar 1906), e​inem Spezerei- u​nd Delikatessen Händler a​us dem 1. Wiener Bezirk. Anton Theodor Dumtsa w​ar damals e​in sehr bekannter u​nd erfolgreicher Tauben Züchter. 1889 b​ekam er b​ei der 15. Internationalen Geflügel u​nd Vogelausstellung i​n Wien für s​eine Gelbgestorchten Wiener Tümmler e​inen Siegerpreis v​on einem Dukaten. Seine Tochter Eugenie Dumtsa gewann ebenfalls b​ei Ausstellungen einige Preise, s​o zum Beispiel b​ei der 16. Internationalen Geflügel- u​nd Vogelausstellung i​n Wien 1891 e​inen 1. Preis u​nd bei d​er Grazer Geflügelausstellung 1893 e​inen 2. u​nd zwei 3. Preise für i​hre Tauben.

Wiener Taubenmärkte und Händler

Tümmler Tauben w​aren bereits v​or der Gründung v​on Wiener Tümmler Spezial Klubs e​in fester Bestandteil v​on den damals s​ehr beliebten Geflügel- u​nd Tauben-Ausstellungen. Bei diesen Ausstellungen w​urde auch g​erne eine optische Bewertung u​nd Prämierung d​er Tauben vorgenommen. Aber a​uch für d​en An- u​nd Verkauf, s​owie für d​en Tausch v​on Tauben b​ot sich h​ier die Gelegenheit. Eine regelmäßige Möglichkeit für d​en Handel m​it Vögeln u​nd Tauben w​ar in Wien s​eit Anfang d​es 17. Jahrhunderts b​is in d​ie 1850er Jahre i​n der Habsburgergasse n​ahe dem Michaelerplatz.

Um 1830 f​and ein Taubenmarkt i​m Gasthaus „Die 7 Nußbaum“ i​n der Marktgasse a​uf dem Althangrund statt, u​nd ab Anfang d​es Jahres 1840 g​ab es d​en Vogel- u​nd Taubenmarkt a​m Salzgries, d​er wochentags abgehalten wurde. Der w​ohl bekannteste u​nd größte dieser Märkte w​ar der „Lerchenfelder-Taubenmarkt“ n​ahe der „Lerchenfelder Linie“, w​o es damals n​och genügend f​reie Fläche gab. Dort, w​o die Grundsteingasse a​m Ende i​n den Gürtel mündet, w​urde jeden Sonntag dieser Markt abgehalten. In e​inem Artikel v​on 1925 i​n der „Wiener Landwirtschaftlichen Zeitung“ erinnerte s​ich Alois Alfonsus a​n diesen Tauben- u​nd Vogelmarkt, w​ie er v​or 45 Jahren, a​lso 1880, war. Alois Alfonsus a​us Milwaukee schrieb damals: „Das Hauptinteresse d​es Marktes konzentrierte s​ich auf d​ie 'Burzeln'. So n​ennt man i​m Volksmund d​ie spezifische Wiener Hochflugtaube (Wiener Tümmler). Da g​ab es verschiedene Varietäten: Ganslerte, G´storchte, Wilddachlerte etc.“ Später errichteten d​ie Taubenliebhaber e​inen Taubenmarkt b​eim Knöpfler i​n Währing i​n der Herrengasse. Die stadtbekannte Weinschänkerfamilie Knöpfler h​atte ihr Lokal ursprünglich i​m Lichtental u​nd zog später n​ach Währing. Dieser Taubenmarkt b​eim Knöpfler konnte a​ber nie d​en Umfang d​es Lerchenfelder Taubenmarktes erreichen.[120]

Die Tauben Liebhaberei florierte damals i​n Wien ungeheuer, u​nd es g​ab Händler, d​ie reich wurden u​nd protokollierte Firmen besaßen, w​ie zum Beispiel d​er Hofbauer a​m Salzgries, Haller, o​der Friedmann. Einige konnten s​ich Angestellte leisten, d​ie sie i​n die großen Städte Europas schickten, u​m dort für s​ie Tauben für d​en Handel einzukaufen. 1881 wurden Wiener Tümmler Tauben i​n durchschnittlicher Qualität p​ro Paar u​m zwei b​is fünf österreichische Gulden angeboten. Liebhaber hingegen bezahlten z​u dieser Zeit für e​in besonders schönes Tauben Paar b​is zu 200 österreichische Gulden. Einer d​er geachtetsten Händler w​ar Michael „Michl“ Hofrichter (1814–1888) a​us Neulerchenfeld, Gürtelstraße 15. Er vertrieb a​n einem Markttag 200 b​is 300 Tauben u​nd wurde v​on vielen Züchtern s​o geschätzt, d​ass der Altmeister d​er „Wiener Tümmler“ Heinrich Zaoralek b​eim Tod v​on Michl Hofrichter i​m Jahre 1888 e​inen anerkennenden Nachruf schrieb.[121]

1884 w​urde der „Lerchenfelder-Taubenmarkt“ n​ach mehr a​ls 40-jährigem Bestand infolge v​on Bautätigkeiten geschlossen, u​nd die sogenannte „Taubenbörse“ übersiedelte i​n „Kobinger´s Gastwirtschaft“ n​ach Gaudenzdorf, Schönbrunner Hauptstr. 57. Von d​ort wechselte d​ie „Taubenbörse“ i​n das Gasthaus Strohmayer i​n Wien-Meidling, Aichhorgasse 11. Besitzer w​ar Josef Strohmayer (1855–1913) u​nd nach dessen Tod führte s​eine Witwe Therese d​ie Gastwirtschaft. Ihr Sohn Eduard „Ederl“ Strohmayer (27. Februar 1865–1941) übernahm d​as Gasthaus i​m Jahre 1920. Ederl Strohmayer w​ar selbst e​in anerkannter Taubenzüchter. Seine Leidenschaft g​alt vor a​llem den Wiener Tümmler Tauben, a​ber auch d​en Englischen Kropftauben. Er w​ar auch Preisrichter für a​lle Taubenrassen u​nd behördlich beeideter Sachverständiger. Auch s​ein Bruder Josef w​ar damals e​in bekannter Taubenzüchter. Der Taubenmarkt i​m Gasthaus Stohmayer w​urde an j​eden Sonn- u​nd Feiertag a​m Vormittag abgehalten. Hunderte Besucher a​us allen gesellschaftlichen Schichten k​amen von g​anz Wien u​nd auch v​on außerhalb z​um „Stohmayer“. 1926 wurden für Tauben d​er Spitzenqualität b​is zu 1000 österreichische Schilling bezahlt.

Der letzte Wiener Taubenmarkt w​ar im 14. Wiener Bezirk i​n der Cumberlandstraße u​nd wurde n​och bis v​or wenigen Jahren d​ort abgehalten.

Die Wiener Tümmler während der Weltwirtschaftskrise

Bei d​er Generalversammlung d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) a​m 9. März 1932 s​ah sich d​er Verein aufgrund d​er Wirtschaftskrise veranlasst, d​en Jahresmitgliedsbeitrag v​on 12 a​uf 6 österreichische Schilling z​u reduzieren u​nd für arbeitslose Mitglieder z​u stunden.[122]

Die Weltwirtschaftskrise d​er 1930er Jahre z​wang viele Züchter dazu, i​hre Bestände z​u reduzieren o​der aufzulassen. In d​em Artikel „Geganselte Wiener Tümmler“ i​n der „Illustrierten Kronen Zeitung“ v​om Februar 1934 appellierte Franz Panek a​n erfahrene Züchter, d​ass sie sich, w​enn sie (Anm. finanziell) d​azu in d​er Lage sind, d​er Wiener Ganseltümmler annehmen, d​amit die schönsten d​er heimischen Tauben, w​ie er meinte, v​or dem Aussterben bewahrt werden können.[123] Es g​ing nicht n​ur um d​as Halten d​er Tauben, sondern a​uch um e​ine gewisse „Wiener-Tümmler-Philosophie“, w​ie es Franz Panek i​n einem weiteren Artikel v​om 5. März 1934 beschrieb: „Der Wiener Tümmler i​st ein Stück Alt-Wien, d​as Erbe unserer Väter, d​as es gilt, d​er zukünftigen Generation z​u überliefern“. Es w​ar damals n​och gang u​nd gäbe, d​ass die Tümmler-Leidenschaft v​on Generation z​u Generation weiter gegeben wurde. Auch innerhalb d​er Familie beschäftigten s​ich fast a​lle Familienmitglieder m​it den Tauben. Ein g​utes Beispiel dafür i​st die Familie Beaume a​us Atzgersdorf, w​o der Vater August Beaume a​n drei seiner Söhne d​iese Passion weiter gab. August Beaume sen. (1865–1923) w​ar Tümmler Züchter, Gründer u​nd Obmann d​es Aztgersdorfer Geflügel- u​nd Kaninchenzuchtverein (gegr. 1899). Sein Sohn August Beaume jun. (1887–1954) w​urde nach d​em Tod seines Vaters d​er Obmann d​es Vereines, u​nd sein Bruder Alexander Beaume (1894–1960) w​ar der Mitbegründer u​nd Funktionär d​es Klub d​er Burzel-Züchter Wien´s (gegr. 1928). Zusammen m​it ihrem Bruder Alfred Beaume (1903–1973) w​aren sie s​ehr erfolgreiche Wiener Tümmler Tauben Züchter. Die schwarzen Spiegelschecken (= Wiener Weißschilder) d​er Brüder Beaume, w​ie sie g​erne genannt wurden, galten i​n den 1920/30er Jahren a​ls Rarität u​nd sorgten s​tets für große Beachtung b​ei den Ausstellungen.

Die Wiener Tümmler Tauben während des Zweiten Weltkrieges

Der Zweite Weltkrieg machte f​ast alle Hoffnungen u​m die Erhaltung d​er Wiener Tümmler zunichte. Viele Häuser wurden ausgebombt, u​nd bei d​en noch bestehenden mussten d​ie Dachböden w​egen Brandgefahr d​urch die Bomben geräumt werden.

1944/45 versuchten v​iele Züchter i​hre kostbaren Tümmler Tauben i​n Sicherheit z​u bringen, d​och leider gelang d​ies kaum. Zum Beispiel w​urde das vierstöckige Haus d​es ehemaligen Fiakers u​nd späteren Obmann d​es I. Wiener Tümmler-Spezial-Burzel-Tauben-Klub (gegr. 1897) Johann „Hans“ Friesinger völlig zerbombt. Roth g​ab seine r​oten Wiener Kurze z​u seinem Freund Johann Smutny, e​inem Spezialisten für Geganselte, d​och schon k​urze Zeit darauf wurden a​uch diese Tauben e​in Opfer d​es Krieges. Nur wenige Tiere konnten über d​iese Schreckenszeit gerettet werden. Man schätzt, d​ass ca. 70 Prozent d​es Bestandes a​n den Wiener Tümmlern verloren gingen.[124] Am 31. Oktober 1947 berichtete Josef Farneck i​n dem Artikel „Wiener Bilder“ i​n der n​ach dem Krieg wieder erschienenen Leipziger Fachzeitschrift „Geflügel-Börse“ über d​ie tristen Bedingungen d​er Taubenhaltung i​n Wien. Er schrieb, d​ass die wenigen verbliebenen Tümmler Tauben m​it Kartoffelschalen u​nd Brotkrümel a​m Leben erhalten wurden.[125]

Fortbestand der Wiener Tümmler Tauben nach dem Zweiten Weltkrieg

In d​en späten 1940er u​nd den 1950er Jahren bemühten s​ich bekannte Wiener Züchter, d​ie schon i​n der Vorkriegszeit s​ehr erfolgreich waren, u​m die Erhaltung dieser a​lten Tradition. Das w​aren zum Beispiel einige Vorstandsmitglieder v​om Verein d​er I. Wiener Hochflugtaubenfreunde Wien-Hernals m​it ihrem Obmann Josef Bichler (1890–1976), d​em Steigenwart Franz Drimmel a​us der Klopstockgasse Nr. 4 d​er nach d​em Krieg s​eine Hochflieger b​ei seinem Freund Alfred Baldia i​n der Ottakringerstraße 104 u​nter bringen konnte, weiters d​er Revisor d​es Vereines Johann „Hans“ Goosmann (1908–1996), s​owie der Schriftführer Miroslav „Miro“ Snajdr (1908–2003). Außerdem d​er Musikprofessor Ileano Alexander Giurescu (1916–1985) a​us dem 1. Wiener Gemeindebezirk, d​er Ottakringer Franz Fuhrmann (1889–1960), dessen „Tümmlerstamm“ b​is in d​ie Biedermeierzeit zurück reichte, Josef Farneck a​us dem 2. Wiener Gemeindebezirk, d​er Verfasser vieler Artikel über d​ie „Wiener Tümmler“, d​ann Michael „Michl“ Melchart (1898–1983), s​owie Josef „Pepi“ Volek (1892–1974) a​us Ottakring, d​er eine Ausgabe d​es „roten Standards“ v​on 1903 bewahren konnte, o​der Dr. Wilhelm Hinterhofer (1910–2005), d​er bereits i​n den 1930er Jahren Artikel für d​ie Fachzeitschrift „Der österreichische Taubenzüchter“ schrieb.

Die Wiener Tümmler Tauben und der Platzmangel in der Stadt

Für innerstädtische Taubenliebhaber begann s​chon im 19. Jahrhundert d​as Problem u​m den Platz für i​hre Tauben. Die Zeitung „Wiener Bilder“ v​on 1897 berichtete, d​ass es i​n den modernen Zinskasernen Wiens a​n Platz für Taubenböden (= Dachboden für d​ie Taubenhaltung) mangelt, sodass d​ie Taubenliebhaber i​n die ehemaligen Vororte zurückgedrängt wurden.[126] In d​er Wiener Vorstadt, w​o damals n​och viele einstöckige Häuser standen, hatten d​ie Taubenliebhaber i​hre „G'legenheit“ (= damaliger Wiener Ausdruck für e​inen Taubenschlag).[127]

In d​en 1970er Jahren w​ar unter anderem d​er vermehrte Ausbau d​er Dachböden z​ur Wohnraumbeschaffung e​in Grund dafür, w​arum die Wiener Hochflugtauben zunehmend a​us dem Stadtbild verschwanden. Immer m​ehr Taubenhalter z​ogen sich i​n das Umland v​on Wien zurück, u​m dort v​on ihren Einfamilienhäusern a​us ihre Hochflieger z​u „jauken“.

Wiener Tümmler Tauben in Schönbrunn

Kaiserin Maria Theresia (1717–1780) ließ 1750/1776 i​m Schlosspark v​on Schloss Schönbrunn e​in Taubenhaus errichten, welches s​eit der Renovierung 2009/10 altösterreichische Taubenrassen w​ie zum Beispiel Altwiener Kiebitz Tümmler u​nd Wiener Fluggansel beheimatet.[128]

Kaiser Franz II. / I. ließ bereits z​u Beginn d​es 19. Jahrhunderts Wiener Hochflugtauben i​n Schönbrunn züchten u​nd jauken.

Franz Panek schreibt i​n seinem Buch „Die Wiener Tümmler“, d​ass die letzten Dunkelgestorchten d​er alten Zuchtrichtung d​ie „Schönbrunner“ v​om Schloßhauptmann Koderle[129], i​m Schloss Schönbrunn gewesen sind. Franz Koderle (1810–1889), d​er ehemalige Kammerdiener v​on Kaiserin Elisabeth v​on Österreich-Ungarn w​ar Regierungsrat, Schloßhauptmann v​on Laxenburg u​nd Schönbrunn, s​owie damals e​in sehr bekannter u​nd erfolgreicher Taubenzüchter. Bei d​er Achten internationalen Geflügel-Ausstellung i​m Mai 1882 wurden s​eine Tiere prämiert. Weitere Teilnehmer dieser Ausstellung w​aren damals u​nter anderen d​er Schiffsarzt Hanns T. Binder († 1888), Heinrich Zaoralek (1851–1906), Ludwig Muschweck u​nd Georg Barmetler (1825–1902).[130]

Im Wiener Tiergarten Schönbrunn ließ i​m Jahr 2005 d​er Direktor Helmut Pechlarner e​in Taubenhaus für Wiener Tümmler Tauben a​ls altes Wiener u​nd Österreichisches Kulturgut, d​as mittlerweile v​om Aussterben bedroht ist, errichten.[131] Seitdem w​ird der Fortbestand einiger dieser a​lten Wiener Tauben Rassen, w​ie zum Beispiel Wiener Gansel, Wiener Kurze o​der Wiener Röserlschecken i​m Wiener Tiergarten gepflegt. Außerdem g​ibt es i​m Tiergarten Schönbrunn Wiener Hochflug Tauben, m​it denen Flugvorführungen gezeigt werden.

Quellen

Literatur

Commons: Viennese Whiteside Tumbler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

  1. Richard Seliger: Mustertaubenbuch (7 Teile in einem Band) Band III „Die Tümmler“, Farbillustrationen von C. Witzmann. Fritz Pfennigstorff, Berlin 1925, S. 209.
  2. A. Lavalle und Max Lietze: Unser Hausgeflügel. Teil II: Die Taubenrassen. Fritz Pfenningstorff, Berlin 1905, S. 251.
  3. Heinrich Zaoralek: Wiener Hochflugtaubensport. In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang XVII Nr. 9, 16. September 1894, S. 148 (zobodat.at [PDF]).
  4. Franz Panek: Die Wiener Tümmler. Dr. Paul Trübenbach, Chemnitz 1926, S. 19 und 20.
  5. Patrick Poch: Der Hofbotanikmaler Matthias Schmutzer. In: ÖNB – Forschungsblog. Österreichische Nationalbibliothek, 16. Mai 2018, abgerufen am 9. November 2020.
  6. Matthias Schmutzer: Tier- und Pflanzen Gemälde. In: Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 9. November 2020.
  7. Matthias Schmutzer: Wiener Gansel Tümmler. In: Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Österreichische Nationalbibliothek, 1796, abgerufen am 9. November 2020.
  8. Matthias Schmutzer: Wiener Gansel Tümmler. In: Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Österreichische Nationalbibliothek, 1796, abgerufen am 9. November 2020.
  9. A. F. Seligmann: Die Familie Schmutzer. In: ANNO – ÖNB. Moderne Welt, Heft 8., 1920, abgerufen am 9. November 2020.
  10. Andrea Distl-Dee: Die Rassetauben von Kaiser Franz. (PDF) Andrea Distl-Dee, abgerufen am 9. November 2020.
  11. Österreichisches Morgenblatt: Künstlerischer Wegweiser. In: ANNO-ÖNB. Österreichisches Morgenblatt, 22. November 1841, abgerufen am 9. November 2020.
  12. Leopold Brunner der Ältere: Gemälde von Leopold Brunner. In: Bildarchiv Austria – Schnellsuche: Leopold Brunner Tauben. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 1. Dezember 2020.
  13. Leopold Brunner der Ältere: Gelbe Moreck-Burzeltaube. In: Bildarchiv Austria. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 9. November 2020.
  14. Leopold Brunner der Ältere: Perlblauganselte weißkehlige Burzeltaube. In: Bildarchiv Austria. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 9. November 2020.
  15. Leopold Brunner der Ältere: Harlekin-Burzeltaube. In: Bildarchiv Austria. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 9. November 2020.
  16. Komitee der vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs in Wien: Wiener Hochflugtauben – Altes Wiener Kulturgut (28 Farbschläge). Abgerufen am 25. Juni 2019.
  17. Richard Seliger: Musterbuch (7 Teile in einem Band) Band III „Die Tümmler“, Farbillustrationen von C. Witzmann. Fritz Pfennigstorff, Berlin 1925, S. 202.
  18. Allgemeine Sport-Zeitung: Staats-Medaillen. In: Allgemeine Sport-Zeitung. ANNO-ÖNB, 17. Mai 1883, abgerufen am 6. Mai 2020.
  19. Johann Baptist von Bruszkay: 50 Jahre Taubenzüchter. In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. 18. März 1890 (zobodat.at [PDF]).
  20. Aglaia von Enderes: Die Internationale Geflügelausstellung in Wien (1875). In: ANNO – ÖNB. Wiener Zeitung, 7. Mai 1875, abgerufen am 25. Juni 2019.
  21. Friedrich Albert Bacciocco: Die Vögel und der Wind. In: ANNO – ÖNB. Neue Freie Presse, 20. November 1902, abgerufen am 25. Juni 2019.
  22. Hermann-Victor Johnen: „Brückenbau“ Eine Entdeckungsreise zu meinen Vorfahren. Books on Demand, 2016, ISBN 978-3-8391-0279-4, S. 188.
  23. Franz Panek: Der Wiener Hochflugtaubensport. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 17. August 1936, abgerufen am 25. Juni 2019.
  24. Friedrich Althof: Der Hochflugtauben-Sport. Geflügel-Börse, Leipzig 1940, S. 46.
  25. Heinrich Zaoralek: Wiener Hochflugtaubensport. In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang XVII, Nr. 9, 16. September 1894 (zobodat.at [PDF]).
  26. Friedrich Althof: Der Hochflugtauben-Sport. Geflügel-Börse, Leipzig 1940, S. 29.
  27. Franz Panek: Der Hochflugtaubensprot. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 17. August 1936, abgerufen am 25. Juni 2019.
  28. Komitee der vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs in Wien: Der Wiener Hochflugtaubensport (Flughöhe). In: Komitee der vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs in Wien. Abgerufen am 21. Juli 2019.
  29. Heinrich Beck: Welche Höhe erreichen Hochflugtauben? In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 20. August 1934, abgerufen am 25. Juni 2019.
  30. Österreichische UNESCO-Kommission: IMMATERIELLES KULTURERBE. In: JAUKEN – TRADITIONELLER HOCHFLUGTAUBENSPORT MIT WIENER HOCHFLUGTAUBEN. UNESCO, 2019, abgerufen am 13. Oktober 2019.
  31. Komitee der vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs in Wien: Wiener Hochflugregeln (Jauckbestimmungen). Abgerufen am 25. Juni 2019.
  32. Andrea Dee: EINE VERGESSENE LEIDENSCHAFT, VON TAUBEN UND MENSCHEN. Carl Ueberreuter, Wien 1994, ISBN 3-8000-3501-4, S. 60.
  33. A.V. Curry: Die Tümmler und Hochflug Tauben Rassen, "Der Wiener Gansel-Tümmler". Hrsg.: Max Bröse. Band 2. Allgemeine deutsche Geflügel-Zeitung, Leipzig 1890, S. 7.
  34. Franz Panek: Das Schönbrunner Taubenhaus. Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter Jänner 1936 1. Folge, 3. Jahrgang, S. 3. Wien Januar 1936.
  35. Bruno Dürigen: Die Geflügelzucht nach ihrem jetzigen rationellen Standpunkt "Wiener langschnäbelige Tümmler"ie. In: Staatsbibliothek zu Berlin. Digitalisierte Sammlung. 1886, abgerufen am 10. August 2019.
  36. Franz Panek: Der Wiener Hochflugtaubensport und seine Geschichte. Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter August 1936, 8. Folge, 3. Jahrgang, S. 50. Wien August 1936.
  37. Ludwig Muschy: Karl Brosig – ein Sechziger. Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter. 6. Folge, September 1934, S. 12.
  38. Illustrierte Kronen Zeitung: Leopold Hawelka (Nachruf). In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 6. April 1936, abgerufen am 16. Juli 2019.
  39. Hans Ellenberger: Zehnjähriges Bestandsjubiläum des "Komitees" -Leopold Hawelka Wanderpreis. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 30. November 1931, abgerufen am 25. Juni 2019.
  40. Illustrierte Kronen Zeitung: Sowa-Wanderpreis-Ausstellung. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Konen Zeitung, 6. Dezember 1926, abgerufen am 25. Juni 2019.
  41. Karl Brosig, Adolf PETER: Das Fliegen um den Leopold Hawelka-Wanderpreis. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 1. September 1930, abgerufen am 25. Juni 2019.
  42. Emil Magschitz: Siegesfeier der Hochflieger. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Konen Zeitung, 19. Januar 1931, abgerufen am 25. Juni 2019.
  43. Das Komitee: Der diesjährige Preishochflug. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Konen Zeitung, 7. September 1936, abgerufen am 20. Juni 2019.
  44. Emil Magschitz: Siegesfeier der Hochflugtaubenfreunde. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 12. Oktober 1936, abgerufen am 20. Juni 2019.
  45. Emil Magschitz: Täglicher Hochflug in der Herbstmesse. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 4. September 1933, abgerufen am 20. Juni 2019.
  46. Illustrierte Konen Zeitung: Hochflugtauben Schaufliegen auf dem Ludo-Hartmann-Platz in Ottakring. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Konen Zeitung, 19. Juni 1933, abgerufen am 20. Juni 2019.
  47. Illustriere Kronen Zeitung: Klub der Wiener Hochflugtaubenfreunde "Alt-Wiener-Jauker-Abend". In: ANNO-ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 9. Juli 1928, abgerufen am 6. Mai 2020.
  48. Heinrich Zaoralek: Wiener Hochflugtaubensport. In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang XVIII Nr. 10, 16. Oktober 1894, S. 162 (zobodat.at [PDF]).
  49. Jakob Schmalhofer: Der Hochflugtaubensport und seine Zeit. Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter, 10.4.1937, 4. Folge, 4. Jahrgang, S. 29. Wien April 1937.
  50. EPPS: Die Wiener Hochflugtauben im Tiergarten Schönbrunn. Hrsg.: EPPS. DVD. Wien 2015.
  51. A.V. Curry: Die Tümmler und Hochflug Tauben Rassen, "Der Wiener Gansel-Tümmler". Hrsg.: Max Bröse. Band 2. Allgemeine deutsche Geflügel Zeitung, Leipzig 1890.
  52. Josef von Peyel: Wiener Taubenliebhaberei. In: ANNO – ÖNB. Wiener Bilder, 19. September 1897, abgerufen am 20. Juni 2019.
  53. A.V. Curry: Die Tümmler und Hochflug Tauben Rassen, "Der Wiener Gansel-Tümmler". Hrsg.: Max Bröse. Band 2. Allgemeine deutsche Geflügel Zeitung, Leipzig 1890.
  54. A. V. Curry: Der einfärbige Wiener Tümmler (3). In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang XVI Nr. 16, 31. August 1892, S. 191 (zobodat.at [PDF]).
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  57. Heinrich Zaoralek: Die Wiener Tümmler. In: Internet Archive. Fritz Pfenningstorff, Unser Hausgeflügel. Teil II: Die Taubenrassen. Berlin, 1905, abgerufen am 26. Juni 2019.
  58. Franz Panek: Der violette Dunkelstorch. Hrsg.: „Der österreichische Taubenzüchter“, Oktober 1935, 19. Folge, Jahrgang 2, S. 3. Wien 1935.
  59. Die Taubenwelt: Und nochmals: Wiener Kurze. Hrsg.: Die Taubenwelt. 13, 11. Jahrgang. Berlin 1. Juli 1961, S. 196.
  60. A. V. Curry: Der einfärbige Wiener Tümmler (1). In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang XVI Nr. 14, 31. Juli 1892, S. 168–169 (zobodat.at [PDF]).
  61. A. V. Curry: Der einfärbige Wiener Tümmler (2). In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang XVI Nr. 15, 15. August 1892, S. 182 (zobodat.at [PDF]).
  62. Franz Panek: Entwicklung des Ausstellungswesens (1). In: ANNO – ÖNB. Illustriete Kronen Zeitung, 7. Mai 1934, abgerufen am 30. Juni 2019.
  63. Franz Panek: Entwicklung des Ausstellungswesens (2-Schluss). In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 14. Mai 1934, abgerufen am 30. Juni 2019.
  64. Johann Metka: Der Erste Wiener Burzelzüchtertaubenklub. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 29. Januar 1934, abgerufen am 26. Juni 2019.
  65. Komitee der vereinigten Wiener Hochflugtaubenvereine Österreichs in Wien: Standard. Abgerufen am 26. Juni 2019.
  66. Franz Panek: Entwicklung des Ausstellungswesens (1). In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 7. Mai 1934, abgerufen am 30. Juni 2019.
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  68. "Der österreichische Taubenzüchter", Oktober 1935, 19. Folge, 2. Jahrgang (Hrsg.): Ferry Wilhelm Gebauer. Wien 1935.
  69. Illustrierte Konen Zeitung: Der Wiener Tümmler-Klub. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 4. Dezember 1911, abgerufen am 26. Juni 2019.
  70. Illustrierte Kronen Zeitung: Große Jubiläums-Tümmlertauben-Schau. In: Illustrierte Kronen Zeitung. ANNO – ÖNB, 31. Januar 1927, abgerufen am 26. Juni 2019.
  71. Emil Magschitz: Erste große Hochflugtauben-Ausstellung. In: Illustrierte Kronen Zeitung. ANNO – ÖNB, 1. Dezember 1930, abgerufen am 28. Juli 2019.
  72. Emil Magschitz: Das Taubenparadies bei Weigl. Anno – ÖNB, 1. Dezember 1930, abgerufen am 27. Juni 2019.
  73. Alois Konasch: 40 Jahre I. Wiener Tümmler-(Purzel)-Tauben-Klub, Wien. Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter. 1. Folge, 4. Jahrgang, Jänner 1937 Auflage. Wien 1937, S. S 2.
  74. Adolf Koll: Die I. Internationale Taubenausstellung und die Hochflieger. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 12. Januar 1931, abgerufen am 26. Juni 2019.
  75. Illustrierte Konen Zeitung: Der Wiener-Tümmler-Tauben-Klub Wien. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 2. Januar 1933, abgerufen am 26. Juni 2019.
  76. Alois Konasch: Tauben "Internationale Tümmler Ausstellung" 4o-jähriger Bestand des Vereines. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 4. Januar 1937, abgerufen am 30. Juni 2019.
  77. Emil Magschitz: Wiener Tümmler-Jubiläumsausstellung. In: ANNO-ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 22. Februar 1937, abgerufen am 26. Juni 2019.
  78. Emil Magschitz: Wiener Tümmler Jubiläumsschau. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 24. Januar 1938, abgerufen am 26. Juni 2019.
  79. Joachim Tews: 100 Jahre Klub der Wiener Tümmler und Hochflugtauben – Jubiläumsschau 1997 in Traiskirchen bei Wien. Hrsg.: "Der Taubenfreund". 17 Seite 40. Berlin 1998.
  80. Hans Schilling: Internationale Wiener und Budapester Tümmlertauben-Ausstellung in Wien. Hrsg.: Geflügel-Börse. Nr. 9. Geflügel-Börse, September 1964, S. 9.
  81. Dr. Berthold Traxler: Der Wiener Röserlscheck – ein Mauerblümchen. Hrsg.: Geflügel-Börse. Nr. 20. Germering/München 2005, S. 17.
  82. Joachim Tews: 100 Jahre Klub der Wiener Tümmler und Hochflugtauben – Jubiläumsschau 1997 in Traiskirchen bei Wien. Hrsg.: Der Taubenfreund. 17 Seite 41. Berlin 1998.
  83. Komitee der vereinigten Hochflugtaubenvereine Österreichs in Wien: 110-jährige Jubiläumsschau 2007. 2007, abgerufen am 26. Juni 2019.
  84. Die Tauben der ornithologischen Ausstellung in Wien 1886. In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang X Nr. 11, 15. April 1886, S. 125 (zobodat.at [PDF]).
  85. Franz Panek: Die Wiener Tümmler. Hrsg.: Dr. Paul Trübenbach. Dr. Paul Trübenbach, Chemnitz 1926, S. 7.
  86. Franz Panek: Die Wiener Tümmler. Hrsg.: Dr. Paul Trübenbach. Dr. Paul Trübenbach, Chemnitz 1926, S. 7.
  87. Gustav Prütz: Illustrirtes Mustertauben-Buch, „Wiener Hochstirnige Kurzschnabel-Tümmer“. Züchter: Heinrich Zaoralek, Wien. In: Flickr (Gemälde). Verlag J. F. Richter, Hamburg, 1886, abgerufen am 21. August 2019.
  88. Gustav Prütz: Illustrirtes Mustertauben-Buch, Hochstirnige Kurz- und Dickschnabel-Tümmler „Wiener Gansel“. Züchter: Heinrich Zaoralek, Wien:. In: Flickr (Gemälde). Verlag J. F. Richter, Hamburg, 1886, abgerufen am 21. August 2019.
  89. Gustav Prütz: Illustrirtes Mustertauben-Buch, Wiener Flachstirnige Langschnabel-Tümmler. Züchter: Heinrich Zaoralek, Wien. In: New York Public Library, DIGITAL COLLECTIONS. Verlag J. F. Richter, Hamburg, 1886, abgerufen am 21. August 2019.
  90. Neuigkeits-Welt-Blatt: Ein furchtbares Unwetter in Wien. In: ANNO-ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 8. Juni 1894, abgerufen am 20. September 2019.
  91. Heinrich Zaoralek: BITTE „Spendenaufruf“. In: Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien, Die Schwalbe. Jahrgang XIII Nr. 7, 16. September 1894, S. 116, 117 (zobodat.at [PDF]).
  92. Neuigkeits-Welt-Blatt: Erster österreichischer Verein der Taubenzüchter in Wien (General Versammlung). In: ANNO ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 19. Dezember 1894, abgerufen am 27. Juni 2019.
  93. Havelka: Ein Massenflug von mehr als einem halben Tausend Wiener Tümmlern. In: ANNO – ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 20. September 1894, abgerufen am 27. Juni 2019.
  94. Neuigkeits-Welt-Blatt: Ein neuer Tauben Klub in Wien. In: ANNO – ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 28. September 1893, abgerufen am 27. Juni 2019.
  95. J. G. Gasparetz: Die ungarischen Tümmler. In: INTERNET ARCHIVE. Lavalle und Lietze, 1905, abgerufen am 6. Mai 2020.
  96. Neuigkeits-Welt-Blatt: Flugtauben-Ausstellung (Der Klub der Taubenfreunde in Wien Währing). In: ANNO – ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 15. Februar 1894, abgerufen am 27. Juni 2019.
  97. Neuigkeits-Welt-Blatt: Prinzessin Wilhelmine Montleart, Protektorin des "Ersten österreichischen Vereines der Taubenzüchter". In: ANNO – ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 22. November 1894, abgerufen am 27. Juni 2019.
  98. Neuigkeits-Welt-Blatt: Ein neuer Flugtauben-Verein in Sicht. In: ANNO – ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 21. Dezember 1893, abgerufen am 27. Juni 2019.
  99. Neuigkeits-Welt-Blatt: Erster österreichischer Verein der Tauben Züchter in Wien (General-Versammlung) Ehrung Hptm. Anton Katt. In: ANNO – ÖNB. Neuigkeits-Welt-Blatt, 19. Dezember 1894, abgerufen am 27. Juni 2019.
  100. Ludwig Muschy: Wesen und Bedeutung des Wiener Hochflugtaubensportes (Teil 3). Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter, August 1934, 5. Folge, S. 4 und 5. Wien 1934.
  101. Alois Konasch: 40 Jahre „I. Wiener Tümmler-(Purzel)-Tauben-Klub“. Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter, Jänner 1937, 1. Folge, 4. Jahrgang, S. 1. Wien 1937.
  102. Rudolf Baradieser und August Ebster: Standard der Wiener Burzeltauben. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 19. Mai 1930, abgerufen am 27. Juni 2019.
  103. Rudolf Baradieser und August Ebster: Standard der Wiener Burzeltauben. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 10. Juni 1930, abgerufen am 27. Juni 2019.
  104. Rudolf Baradieser und August Ebster: Standard der Wiener Burzeltaube. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 11. August 1930, abgerufen am 27. Juni 2019.
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  108. Der österreichische Taubenzüchter: Karl Brosig – ein Sechziger. Hrsg.: Der österreichische Taubenzüchter, September 1934, 6. Folge, S. 12. Wien 1934.
  109. Johann Ellenberger: Das Komitee der vereinigten Hochflugtauben-Vereine Wiens (Generalversammlung). In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 16. März 1931, abgerufen am 27. Juni 2019.
  110. Sonderverein der Züchter Wiener und Budapester Tümmlertauben von 1919 e.V.: Wir über uns. In: Sonderverein der Züchter Wiener und Budapester Tümmlertauben von 1919 e.V. Abgerufen am 30. Juni 2019.
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  112. Wolfgang Meyer: 100 Jahre SV der Züchter Wiener und Budapester Tümmler. Hrsg.: Geflügel Zeitung 17/2019. 2019, S. 40.
  113. Alois Konasch: Internationales Zusammentreffen der kurzschnäbeligen Wiener Tümmlerzüchter in Bratislava und in Wien. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 26. August 1929, abgerufen am 30. Juni 2019.
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  121. Franz Panek: Die Wiener Tümmler. Hrsg.: Dr. Paul Trübenbach. Chemnitz 1926, S. 10.
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  123. Franz Panek: Geganselte Wiener Tümmler. In: ANNO – ÖNB. Illustrierte Kronen Zeitung, 5. Februar 1934, abgerufen am 30. Juni 2019.
  124. Andrea Dee: EINE VERGESSENE LEIDENSCHAFT, VON TAUBEN UND MENSCHEN. Carl Ueberreuter, Wien 1994, ISBN 3-8000-3501-4, S. 69 und 70.
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