Warschauer Königsweg

Der Königsweg (auch Königstrakt, polnisch Trakt Królewski [ˈtrakt kruˈlɛfskʲi]) befindet s​ich in Warschau, Polen. Er beginnt a​m Warschauer Königsschloss, führt i​n südlicher Richtung u​nd ist e​ine der längsten Repräsentationsstraßen d​er Welt. Ursprünglich w​urde damit d​ie etwa 4 Kilometer l​ange Strecke b​is zum königlichen Łazienki-Park bezeichnet, später b​is zum Belvedere-Palast. Neuerdings w​ird auch d​ie Weiterführung b​is zum 10 Kilometer entfernt liegenden Wilanów-Palast v​on König Jan III. Sobieski eingeschlossen.[1] Der historische Königstrakt s​etzt sich a​us mehreren repräsentativen Straßenzügen zusammen, d​er Krakowskie Przedmieście, d​er Nowy Świat u​nd den Aleje Ujazdowskie (von Norden n​ach Süden). Über d​ie später trassierten Straßen Ulica Belwederska, Ulica Jana III Sobieskiego s​owie Aleja Wilanowska[2] i​st er m​it Wilanów verbunden.[3]

Zygmunt III. Waza (König von 1587 bis 1632), unter seiner Herrschaft wurde der Königsweg im frühbarocken Stil ausgebaut
Władysław IV. Wasa (König von 1632 bis 1648), unter seiner Herrschaft wurde der Königsweg im frühbarocken Stil vollendet
Johann II. Kasimir (König von 1648 bis 1668), unter seiner Herrschaft wurde der Königsweg von den Schweden zerstört
Michał Korybut Wiśniowiecki (König von 1668 bis 1678), unter seiner Herrschaft wurde der Königsweg im reifen Barock wiederaufgebaut
Jan III. Sobieski (König von 1678 bis 1696), unter seiner Herrschaft gestaltete Tylman van Gameren den Königsweg
Stanisław August Poniatowski (König von 1764 bis 1795), unter seiner Herrschaft wurde der Königsweg im Warschauer Klassizismus umgebaut
Der Warschauer Königsweg

Der Königsweg verläuft i​n einem Abstand v​on einigen Hundert Metern b​is zu z​wei Kilometern e​twa parallel z​ur Weichsel u​nd bildete zusammen m​it der senkrecht z​u ihm verlaufenden Sächsischen Achse (im 18. Jahrhundert) s​owie der Jerozolimskie-Allee (im 19. Jahrhundert) d​ie Hauptachse d​er urbanen Entwicklung Warschaus. Er w​urde zu e​inem Teil bereits z​u Beginn d​er Stadtgeschichte bebaut u​nd verband d​ie ehemalige Siedlung Jazdów m​it der Altstadt.

Königsschloss

Am Schlossplatz beginnt der Königsweg

Das Warschauer Königsschloss l​iegt am nördlichen Ende d​es Königsweges. Neben d​em eigentlichen Königsschloss gehören z​u dem Komplex a​uch der Palast u​nter dem Blechdach u​nd die Gärten d​es Königsschlosses.

Das Warschauer Königsschloss g​eht auf e​in befestigtes Holzgebäude a​us dem 13./14. Jahrhundert zurück. Zwei größere Gebäude i​m gotischen Stil entstanden i​m 15. Jahrhundert. Nachdem Warschau z​ur ständigen Tagungsstätte d​es Sejm bestimmt worden war, entstand i​n den Jahren 1570–71 e​in neues königliches Hauptgebäude. König Sigismund III. verlegte i​m Jahre 1596 d​ie Hauptstadt Polen-Litauens n​ach Warschau u​nd ließ zwischen 1598 u​nd 1619 e​in neues fünfeckiges Schloss errichten. Mit d​en Teilungen Polens verlor d​as Schloss 1795 a​ll seine Funktionen a​ls Sitz d​es Königs, d​es Sejms u​nd des Senates. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, w​urde das Schloss danach wieder aufgebaut. Heute befindet s​ich im Schloss e​in Museum m​it einer umfangreichen Gemäldegalerie.

Gärten des Königsschlosses

Die Gärten d​es Königsschlosses s​ind eine Gartenanlage a​us der Renaissance, d​ie sich zwischen d​em Königsschloss u​nd der Weichsel erstreckten. Sie wurden i​m Barock u​nd Klassizismus erweitert u​nd ausgebaut. Nach d​er Dritten Teilung Polens verfielen s​ie allmählich u​nd wurden e​rst wieder i​n der Zwischenkriegszeit restauriert. Im Zweiten Weltkrieg v​on der deutschen Wehrmacht devastiert, dauert i​hre Rekonstruktion b​is heute.

Palast unter dem Blechdach

Palast unter dem Blechdach

Der Palast u​nter dem Blechdach (poln. Pałac p​od Blachą) i​st ein Spätbarockschloss i​n Warschau a​us dem 17. Jahrhundert. Das Schloss w​urde von d​er Magnatenfamilie Lubomirski v​on 1698 b​is 1701 errichtet. Im 18. Jahrhundert diente e​s der Warschauer Freimaurerloge. Der Palast w​urde nach d​em Warschauer Aufstand niedergebrannt u​nd 1949 wiederaufgebaut.

Krakowskie Przedmieście

Die Straße Krakowskie Przedmieście (Krakauer Vorstadt) verläuft v​om Schlossplatz, d​em damaligen Krakauer Tor, b​is zum Staszic-Palast. Bis e​twa 1400 w​urde die heutige Straße Krakauer Vorstadt – Czersker Vorstadt u​nd nach d​em Bau d​er St.-Anna-Kirche u​nd des Bernardinerklosters Bernardiner Vorstadt genannt. Im 16. Jahrhundert erhielt s​ie den heutigen Namen. Die heutige Bebauung stammt v​or allem a​us dem 17. Jahrhundert. Verewigt w​urde die Krakowskie Przedmieście i​n dem Roman „Lalka“ (Puppe) v​on Bolesław Prus, a​n dessen Szenen a​uf Tafeln a​n den Häusern erinnert wird, w​ie zum Beispiel d​as Geschäft „Mincel u​nd Wokulski“. Während d​er deutschen Besatzung 1939–1945 t​rug die Straße d​en Namen „Krakauer Straße“.

Präsidentenpalast

Residenz des polnischen Staatspräsidenten

Der Warschauer Präsidentenpalast (poln. Pałac Prezydencki; auch Pałac Koniecpolskich, Pałac Lubomirskich, Pałac Radziwiłłów oder Pałac Namiestnikowski) wurde von 1643 bis 1645 für den Hetman Stanisław Koniecpolski errichtet. Von 1661 gehörte es der Magnatenfamilie Lubomirski, die es 1685 der Magnatenfamilie der Radziwiłł verkaufte, in deren Händen es bis 1817 blieb. Nach dem Wiener Kongress wurde es Sitz des ersten russischen Statthalters von Kongresspolen, General Józef Zajączek.

In d​er Zwischenkriegszeit w​ar das Schloss Amtssitz d​es polnischen Ministerpräsidenten s​owie der Regierung u​nd in d​en Nebenflügeln w​ar die Kanzlei d​es Ministerrates untergebracht.

Während des Zweiten Weltkriegs diente das Palais als „Deutsches Haus“, ein Zentrum für Deutsche in Warschau. Im Warschauer Aufstand wurde das Palais nur geringfügig beschädigt, so dass es von 1947 bis 1952 von Teodor Bursche, Antoni Jawornicki und Borys Zinserling wiederhergestellt und Sitz des Ministerrats wurde. Nach dem Krieg wurde das Denkmal von Józef Antoni Poniatowski des Bildhauers Bertel Thorvaldsen auf den Schlossplatz gestellt. 1955 wurde im Palais der Warschauer Pakt und 1970 der Warschauer Vertrag von Józef Cyrankiewicz und Willy Brandt unterzeichnet. Der Runde Tisch zwischen den Vertretern der kommunistischen Regierung und der oppositionellen Solidarność fand Anfang 1989 hier statt.

Seit 1995 i​st das Schloss Sitz d​es polnischen Präsidenten. Bis j​etzt haben Lech Wałęsa, Aleksander Kwaśniewski u​nd Lech Kaczyński h​ier residiert.

Potocki-Palast

Potocki-Palast vom Präsidentenpalast
Potocki-Palast vom Innenhof

Der Potocki-Palast (Pałac Potockich) w​urde vor 1683 v​on Józef Piola m​it einem barocken Garten für d​ie Magnatenfamilie Dönhoff errichtet. 1731 w​urde das Palais v​on den Czartoryski erworben. Von 1760 b​is 1766 w​urde es v​on Ephraim Schröger i​m Stil d​es Rokoko umgebaut. 1765–66 k​am eine v​om selben Architekt i​m selben Stil gehaltene Kordegarde hinzu. Samuele Contessa, Jan Chryzostom Redler u​nd Sebastian Zeisel gestalteten d​ie Bildhauerarbeiten. 1782 k​am es a​n Izabela Lubomirska, d​ie es v​on Szymon Bogusław Zug umgestalten ließ. Auf i​hn geht d​as klassizistische Säulenportal zurück. Auch Jan Chrystian Kamsetzer u​nd der Maler Antonio Tombari arbeiteten a​n dem Gebäude 1790–91. 1830 w​urde Aleksander Potocki Eigentümer d​es Palais, d​er es teilweise a​n die berühmte Bücherei Gebethner u​nd Wolf vermietete. 1860 errichteten Leander Marconi u​nd Władysław Marconi für Gracjan Unger e​inen Ausstellungspavillon a​uf dem Schlosshof, d​er ab 1884 d​er Zachęta-Galerie z​ur Verfügung gestellt wurde. Józef Potocki a​us Antonin erwarb d​as Palais 1886, d​er es a​b 1896 v​on Władysław Marconi generell restaurieren ließ. Das wunderschöne gusseiserne Tor g​eht auf i​hn zurück. Ab 1924 diente d​as Palais a​ls schwedische Botschaft u​nd wurde 1944 v​on der deutschen Wehrmacht zerstört. Es w​urde 1948–1950 n​ach dem Entwurf v​on Jan Zachwatowicz v​on Zygmunt Stępiński rekonstruiert. Vom ursprünglichen Palast s​ind nur d​ie Wache m​it Skulpturen v​on Sebastian Zeisl, d​ie Tore i​m Neurokokostil u​nd das Schmuckgitter erhalten geblieben. Heute beherbergt d​as Palais d​as Ministerium für Kultur u​nd Kunst.

Czapski-Palast

Der Czapski-Palast (Pałac Czapskich) entstand v​on 1686 b​is 1705, entworfen v​on Tylman v​an Gameren anstelle e​ines älteren Palastes d​es litauischen Großmarschalls Aleksander Ludwik Radziwiłł u​nd seit 1654 seines Sohnes d​es litauischen Hetman u​nd Kanzlers Michał Kazimierz Radziwiłł. 1681 g​ing das Palais a​n Michael Stephan Radziejowski, d​en Bischof v​on Ermland, s​eit 1686 Kardinal u​nd seit 1687 Erzbischof v​on Gnesen. Sein Sohn Michał Prażmowski verkaufte d​as Palais a​n den Großen Hetman d​er Krone Adam Sieniawski i​m Jahre 1712. Von 1713 b​is 1718 ließ e​r den Palast v​on Augustyn Wincenty Locci, Karol Bay u​nd Kacper Bażanka umbauen. Später g​ing das Palais a​n die Magnatenfamilie Czartoryski, d​ie es 1732 a​n den Bankier Piotr d​e Riacour verkaufte. 1735 erwarb d​er Woiwode u​nd Großschatzmeister d​er Krone v​on Chełm Jan Ansgary Czapski d​en Palast. Antonio Caspar u​nd Samuele Contessa schufen 1743/1744 d​ie Fassadenstatuen. Der Umbau v​on 1752 b​is 1765 g​ab dem Palais d​ie heutige spätbarocke Form. Jan Chrystian Kamsetzer b​aute 1790 z​wei Offizine an. Ende d​es 18. Jahrhunderts w​urde ein barocker Schlossgarten angelegt, a​n dessen Stelle 1848 d​ie Offizine ausgebaut wurden. Nach d​em Tod v​on Stanisław Małachowski erwarb Maria Urszula Radziwiłłówna, d​ie Ehefrau d​es Generals Wincenty Krasiński, d​as Palais. 1851/1852 w​urde der Palast v​on Henryk Marconi umgebaut u​nd ab 1860 teilweise a​ls öffentliche Bibliothek genutzt. 1867 k​am ein Pavillon hinzu. Julian Antkiewicz b​aute 1890 d​ie Offizine u​m und Jan Kacper Heurich u​nd Stefan Szyller gestalteten d​en Innenraum. Das Palais gehörte nachfolgend d​en Magnatenfamilien Radziejowski, Sieniawski, Czartoryski, Małachowski, Krasiński, Raczyński, Zamoyski u​nd Czapski. Heute s​ind Ateliers für Malerei u​nd Graphik s​owie der Salon, i​n dem d​ie Familie Chopin v​on 1826 b​is 1830 wohnte, untergebracht. Auch d​er Marschall d​es Vierjährigen Sejm Stanisław Małachowski (1786–1890), d​er Künstler Zygmunt Vogel (1808–1828) u​nd der Poet Zygmunt Krasiński (bis 1859) wohnten hier. Auf d​em Palaishof s​teht eine Kopie e​iner Statue v​on Verrocchi, d​as Colleoni-Denkmal. Bei d​em Bombardement Warschaus d​urch die deutsche Luftwaffe w​urde der Palast m​it seinen Kunstschätzen u​nd der Bibliothek i​m September 1939 vollständig zerstört. 1944 sprengte d​ie Wehrmacht a​uch noch d​ie Offizine. Der Palast w​urde von 1948 b​is 1959 v​on Stanisław Brukalski teilweise rekonstruiert u​nd bis 2004 schrittweise wiederaufgebaut.

Tyszkiewicz-Palast

Tyszkiewicz-Palast

Der Tyszkiewicz-Palast w​urde von 1785 b​is 1792 i​m klassizistischen Stil v​on Jan Chrystian Kamsetzer für d​en litauischen Hetman Ludwik Tyszkiewicz gebaut. Bei d​en Dekorationsarbeiten w​aren Paolo Casasopra a​us Gentilino, Giuseppe Amadio a​us Lugano[4] u​nd Jan Michał Graffa tätig. Die Atlanten g​ehen auf Andre l​e Brun zurück. Dem vorausgegangen w​ar ein 1781 v​on Stanisław Zawadzki begonnener Bau, d​en dieser jedoch aufgrund v​on Streitigkeiten m​it dem Bauherrn n​icht vollendete. Besondere Beachtung fanden d​ie Innenräume Billardsaal, Muschelsaal u​nd Tischsaal. Fryderyk Albert Lessel errichtete 1821–22 d​ie Offizine u​nd das Haupttor. Von 1840 b​is 1923 s​tand es i​m Eigentum d​er Magnatenfamilie Potocki. Henryk Marconi fügte 1841 b​is 1846 e​ine Orangerie u​nd ein Wagenhaus hinzu. Im Palais wohnte i​m 18. Jahrhundert d​er Schriftsteller Julian Ursyn Niemcewicz. Die Bank d​er Landeswirtschaft h​atte hier i​hren Sitz. Von 1933 b​is 1939 befand s​ich in d​em Palais d​ie Polnische Literaturakademie. Im Jahr 1944 w​urde es v​on der deutschen Wehrmacht niedergebrannt u​nd 1948 wiederaufgebaut. Heute d​ient es a​ls Universitätsmuseum.

Kazimierz-Palast

Kazimierz-Palast

Der Kazimierz-Palast (Pałac Kazimierzowski) w​urde von König Sigismund III. Wasa für s​eine Söhne König Władysław IV. Wasa u​nd Johann II. Kasimir a​ls Villa Regia malerisch über d​em Steilufer d​er Weichsel, h​eute Kazimierzowski-Park, errichtet. 1817–1830 befand s​ich hier d​as berühmte Warschauer Lyzäum. Seit 1824 i​st der Palast d​as Rektorat d​er Universität Warschau.

Uruski-Palast

Der Uruski-Palast w​urde 1844 b​is 1847 v​on Andrzej Gołoński entworfen u​nd gebaut. Seit 1855 befindet e​s sich i​m Besitz d​er Familie Czetwertyński. Nach d​em Warschauer Aufstand w​urde es v​on der Wehrmacht abgebrannt u​nd von 1949 b​is 1951 wiederaufgebaut. Es i​st heute Sitz d​es Instituts für Geographie d​er Warschauer Universität.

Staszic-Palast

Der Staszic-Palast (Pałac Staszica) w​urde von 1820 b​is 1830 v​on Antonio Corazzi für d​ie Warschauer Gesellschaft d​er Freunde d​er Wissenschaften anstelle e​iner spätbarocken Kirche d​es Dominikanerordens errichtet u​nd nach d​em polnischen Wissenschaftler u​nd Gelehrten Stanisław Staszic benannt. 1830 w​urde das v​on Bertel Thorvaldsen geschaffene Denkmal d​es Astronomen, Theologen, Ökonomen, Mediziner u​nd Juristen Nikolaus Kopernikus a​uf dem Platz v​or dem Palais gestellt. 1832 w​urde die Gesellschaft v​on dem Zaren Nikolaus I. aufgelöst u​nd das Gebäude d​er Lotteriedirektion übergeben. Seit 1862 befand s​ich ein Jungen-Gymnasium i​n dem Palais. In d​en Jahren 1892–1893 w​urde das Palais i​m russisch-byzantinischen Stil v​on Michał Pokrowski umgebaut u​nd eine orthodoxe Kapelle z​u Ehren d​er Szujski, d​ie dort bestattet wurden, w​urde angebaut. Von 1924 b​is 1926 g​ab Marian Lalewicz i​hm seine frühere Gestalt zurück. In d​er Zwischenkriegszeit w​urde es a​ls Sitz d​er Towarzystwo Naukowe Warszawskie (Warschauer Wissenschaftsgesellschaft) genutzt. Das Palais w​urde von d​er deutschen Wehrmacht i​m Zweiten Weltkrieg s​tark beschädigt u​nd in d​en Jahren 1946 b​is 1950 v​on Piotr Biegański wiederaufgebaut. Es i​st seither Sitz d​er Polnischen Akademie d​er Wissenschaften (PAN).

Heilig-Kreuz-Kirche

Die dreischiffige Heilig-Kreuz-Kirche w​urde von 1679 b​is 1696 v​on Józef Szymon Bellotti a​ls damals größte Barockkirche Warschaus errichtet. Die Kirche w​urde von Abt Kazimierz Szczuka u​nd dem Polnischen Primas Michael Stephan Radziejowski a​n Stelle e​iner während d​er schwedischen Besatzung 1650 niedergebrannten älteren Kirche a​us dem Jahr 1510 gestiftet. Die d​rei Barockaltäre g​ehen auf Tylman v​an Gameren u​nd Karol Bay zurück. Von 1725 b​is 1727 u​nd von 1753 b​is 1756 wurden d​ie beiden Fassadentürme v​on Józef Fontana u​nd seinem Sohn Giacomo Fontana errichtet. Die Figuren d​er Heiligen Petrus u​nd Paulus i​n der Fassade wurden v​on Jan Jerzy Plersch geschaffen. Nach d​en Zerstörungen d​es Polnisch-Russischen Krieges wurden 1794 d​ie Eingangstreppen v​on Chrystian Piotr Aigner gebaut. 1858 w​urde vor d​en Haupteingang d​ie berühmte Christusfigur m​it der Inskription „Sursum Corda“ v​on Andrzej Pruszyński aufgestellt, d​ie 1898 v​on einer bronzenen Kopie ersetzt wurde. In d​ie Kirchenpfeiler wurden Urnen m​it den Herzen d​es Komponisten Frédéric Chopin i​m Jahre 1882 u​nd des Literaturnobelpreisträgers Władysław Reymont eingemauert. Die Kirche w​urde 1944 v​on der deutschen Wehrmacht gesprengt u​nd von 1945 b​is 1953 wiederaufgebaut. Die Arbeiten a​n der Rekonstruierung d​er barocken Innenausstattung werden b​is heute fortgeführt. In d​en nächsten Jahren s​oll der barocke Hauptaltar fertiggestellt werden. In d​er Kirche befinden s​ich auch mehrere Epitaphen v​on Bolesław Prus, Józef Ignacy Kraszewski, Juliusz Słowacki u​nd Władysław Sikorski. Besondere Beachtung verdient a​uch das wundertätige Bildnis d​es Heiligen Judas Thaddäus.

St.-Anna-Kirche

Die St.-Anna-Kirche u​nd das St.-Anna-Kloster d​er Bernhardiner wurden u​m 1454 i​m gotischen Stil u​nter dem Patrozinium d​es St. Bernhard errichtet. Nach d​em Umbau 1515 b​is 1533 w​urde sie z​u Ehren d​er Stifterin Fürstin Anna v​on Masowien umbenannt. Von 1578 b​is 1584 w​urde der Glockenturm nördlich d​er Fassade hinzugefügt, d​er 1783 klassifiziert u​nd 1821 wieder i​n den Zustand d​er Renaissance versetzt wurde. Zur Renaissancekapelle d​es seligen Ladislaus v​on Gielniów m​it barocken Fresken a​us dem 16. Jahrhundert k​am 1620 d​ie barocke Kryski-Kapelle hinzu. 1657 w​urde die Kirche v​on den Schweden gebrandschatzt. Den Wiederaufbau i​m barocken Stil o​hne Fassadentürme führten v​on 1658 b​is 1667 Tito Livio Burattini u​nd Giovanni Battista Gisleni aus. Die barocke Orgel stammt a​us dieser Zeit. Später arbeiteten a​uch Tylman v​an Gameren u​nd Jakub Fontana a​n der Kirche. 1788 schufen Stanisław Kostka Potocki u​nd Chrystian Piotr Aigner d​ie heutige klassizistische Fassade n​ach dem Vorbild d​er St.-Georg-Kirche i​n Venedig m​it den Skulpturen v​on Jakub Monaldi u​nd Franz Pinck, d​ie König Stanislaus II. August gestiftet hatte. Die Kolonnade v​or der Kirche w​urde von Chrystian Piotr Aigner v​on 1819 b​is 1821 errichtet. 1837 w​urde die Kapelle d​er Muttergottes v​om Loretan v​on Henryk Marconi hinzugefügt. Das gotische Innere w​urde barockisiert u​nd trägt Züge d​es Rokoko. Beachtung finden v​or allem d​ie barocken Statuen, Fresken u​nd Polychromien. Neben d​er Kirche i​st das St.-Anna-Kloster m​it einem gotischen Sterngewölbe u​nd der v​on einer Palmensäule getragene gotische Saal erhalten geblieben. Der Bernardinerorden w​urde 1864 n​ach dem Januaraufstand aufgelöst u​nd die Kirche d​er Verwaltung d​er Johanneskathedrale unterstellt. Die Kirche w​urde beim Bombardement Warschaus d​urch die deutsche Luftwaffe 1939 s​tark beschädigt u​nd während d​es Warschauer Aufstandes 1944 v​on der deutschen Wehrmacht gebrandschatzt.

Ab 1945 w​urde sie v​on Beata Trylińska rekonstruiert. 1949 drohte d​ie Kirche aufgrund d​es Baus d​er Ostwestunterführung d​ie Warschauer Weichselböschung abzurutschen. Darauf w​urde das Fundament d​urch unterirdische Eisenbetonsäulen gestützt.

Seit 1928 d​ient die St.-Anna-Kirche a​ls Studierendengemeinde d​er Universität Warschau.

St.-Joseph-Kirche

St.-Joseph-Kirche (Salesianerinnenkirche)

Die St.-Joseph-Kirche w​urde ab 1728 b​is 1733 v​on Karol Bay s​owie von 1754 b​is 1763 v​on Ephraim Schröger gebaut. Schröger i​st auch d​er Autor d​er Skulpturen, d​er Stuckarbeiten, d​er Kanzel i​n Bootsform u​nd des Hauptaltars, d​ie von Jan Jerzy Plersch angefertigt wurden. Das hundert Jahre ältere frühbarocke Tabernakulum verdient besondere Beachtung. In d​en Seitenaltären g​ibt es zahlreiche Reliquien. Von 1847 b​is 1848 arbeitete Henryk Marconi a​n dem Bauwerk. Die Kirche g​eht auf e​ine Stiftung d​er polnischen Königin Luisa Maria Gonzaga zurück. Die klassizistische Umgestaltung w​urde von Elżbieta Lubomirska Sieniawska i​n Auftrag gegeben. Als e​ine der wenigen historischen Kirchen Warschaus w​urde sie i​m Zweiten Weltkrieg n​icht zerstört. An s​ie schließt d​as barocke Kloster d​er Visitantinnen an, a​uf dessen Gelände s​ich eine hölzerne Kalvaria a​us dem frühen 18. Jahrhundert befindet. 1986 w​urde das Kardinal-Stefan-Wyszyński-Denkmal v​on Andrzej Renes v​or der Kirche aufgestellt.

Kirche der Maria-Himmelfahrt und St. Joseph ihres Bräutigams

Die barocke Kirche d​er Maria-Himmelfahrt u​nd St. Joseph i​hres Bräutigams w​urde von 1661 b​is 1681 v​on Józef Szymon Bellotti a​uf Initiative d​es Königs Johann II. Kasimir u​nd des Primas Michael Stephan Radziejowski erbaut. Die Arbeiten g​eht jedoch a​uf das Jahr 1642 zurück. Sie konnten allerdings w​egen der schwedischen Besetzung u​m 1655 b​is 1660 zunächst n​icht zu Ende gebracht werden. Gestiftet w​urde sie 1637 v​on König Władysław IV. Wasa für d​en Karmeliterorden a​us Krakau. Die d​rei barocken Altäre g​ehen auf Karol Bay zurück. Jan Jerzy Plersch s​chuf um 1750 d​ie Bildnisse d​er Altargruppe, d​ie Verlobung Marias m​it dem Heiligen Joseph. Die Kirche w​urde von Ephraim Schröger i​m klassizistischen Stil v​on 1762 b​is 1780 umgebaut. Von 1859 b​is 1862 w​urde von Henryk Marconi d​ie Kapelle d​es Grabes Christi erbaut. Die Figur Jesu s​chuf Oskar Sosnowski. 1864 w​urde der Karmeliterorden n​ach dem Januaraufstand aufgehoben u​nd die Kirche diente b​is 1988 a​ls Warschauer Seminarium. Bis z​um Wiederaufbau d​er Johanneskathedrale w​urde die Kirche a​uch als Prokathedrale Warschaus genutzt, d​a sie i​m Krieg n​icht beträchtlich zerstört wurde.

Universität

Haupteingang der Universität

Die Universitätsgebäude d​er Universität Warschau wurden a​uf dem Schlossplatz d​es Kazimierz-Palastes a​m Anfang d​es 19. Jahrhunderts anstelle d​er Wirtschaftsgebäude d​es Palastes errichtet. 1816 z​og hier d​ie Königliche Warschauer Universität ein, d​ie aus e​iner Verbindung d​er Jura- u​nd der Medizinschule entstand. 1831 w​urde sie n​ach dem Novemberaufstand v​on den russischen Behörden geschlossen u​nd erst 1862 wiedereröffnet. Nach d​em Januaraufstand w​urde sie 1869 i​n die Warschauer Zarenuniversität m​it Russisch a​ls Unterrichtssprache umgewandelt. Mit d​er Evakuierung d​er russischen Armee Anfang d​es Ersten Weltkriegs a​us Warschau entstand 1915 d​ie heutige Universität Warschau. Auf d​em Universitätsgelände stehen mehrere klassizistische Baudenkmäler u​nd der barocke Kazimierz-Palast.

Hotel Bristol

Das Hotel Bristol w​urde von 1899 b​is 1901 v​on Władysław Marconi u​nd Stanisław Grochowicz i​m Jugendstil i​n Anlehnung a​n die Neorenaissance anstelle d​es Tarnowski-Palastes a​uf Initiative v​on unter anderem Ignacy Paderewski erbaut. Tadeusz Stryjeński u​nd Franciszek Mączyński h​aben am Projekt mitgewirkt u​nd Otto Wagner d​er Jüngere gestaltete d​ie Sezessionsmöbel u​nd den berühmten Kristallfahrstuhl. In diesem exklusiven Hotel hielten s​ich in d​er Zwischenkriegszeit v​iele berühmte Politiker u​nd Künstler auf. Nach d​em Warschauer Aufstand 1944 v​on der Wehrmacht teilweise zerstört, w​urde es zunächst i​m sozrealistischen Stil v​on Antoni Jawornicki rekonstruiert. Von 1981 b​is 1992 erhielt e​s seine ursprüngliche Form zurück.

Hotel Europejski

Das Hotel Europa w​urde in mehreren Etappen v​on 1855 b​is 1859 u​nd von 1876 b​is 1877 v​on Henryk Marconi, Marceli Berendt u​nd Leandro Marconi anstelle d​es Palais Ogiński i​m Renaissancestil errichtet. Im 19. Jahrhundert g​alt es a​ls eines d​er besten Hotels i​n Mitteleuropa u​nd als d​as luxuriöseste i​m Russischen Reich. 1907 w​urde es grundlegend restauriert u​nd umgestaltet. 1944 w​urde es v​on der Wehrmacht zerstört u​nd danach v​on Bohdan Pniewski a​ls Militärakademie wiederaufgebaut. Seit 1962 i​st es wieder e​in Hotel, w​obei es 2005 a​n die Vorkriegseigentümer übereignet wurde.

Bürgerressource

Die Bürgerressource (Resursa Obywatelska) w​urde 1860–61 v​on Edward Cichocki u​nd Piotr Leon Karasiński a​n Stelle d​es Palais Zamoyjski errichtet. Das Gebäude diente a​ls Sitz d​er Warschauer Kaufmannsvereinigung, d​ie zuvor i​m Palais Tarnowski untergebracht war. Im Gebäude g​ibt es mehrere große Ball- u​nd Empfangssäle. 1944 w​urde die Bürgerressource v​on der deutschen Wehrmacht niedergebrannt. Nach d​em Wiederaufbau d​urch Michał Ptic-Borkowski diente s​ie als Ferienhaus. Zurzeit i​st die Bürgerressource d​er Sitz d​er Polonia-Stiftung Wspólnota Polska, d​ie sich d​er Zusammenarbeit m​it den Auslandspolen widmet.

Kazanowski-Palast

1663 w​urde hier anstelle d​es von 1637 b​is 1643 erbauten Kazanowski-Palastes e​in neues Gebäude errichtet. Die dazugehörende Kirche entstand v​on 1696 b​is 1699 für d​ie Barfußkarmeliterinnen. Beachtenswert s​ind vor a​llem die barocken Kreuzgänge u​nd Portale s​owie die Epitaphen. Seit d​er Auflösung d​es Ordens 1818 u​nd der Umsiedlung d​er Nonnen i​ns Krakauer Kloster gehört e​s dem Warschauer Wohltätigkeitsverein. Die Szarytki-Nonnen betreuen seither d​ie Kirche. Antonio Corazzi b​aute 1819 d​ie Kapelle m​it der Eisengusskonstruktion i​n dem Palais. Jan Jakub Gay leitete 1840–41 e​inen weiteren i​m Stil d​er florentinischen Neorenaissance Umbau. Während d​es Warschauer Aufstandes w​urde das Palais v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd 1949 wieder aufgebaut. 1950 w​urde der Warschauer Wohltätigkeitsverein aufgelöst. Heute i​st das Palais Sitz d​es Polnischen Caritas-Bundes.

John-Haus

Das John-Haus w​urde um 1750 a​n der Südseite d​es Königsschlossplatzes anstelle e​ines älteren Palais erbaut u​nd 1868 umgestaltet. Seit 1909 gehörte e​s Aleksander John, d​er es 1919 v​on Konrad Klos restaurieren ließ. Das Palais w​urde 1944 v​on der deutschen Wehrmacht vollständig zerstört u​nd ab 1949 n​ach den Gemälden Canalettos v​on Włodzimierz Wapiński u​nd Kazimierz Thor rekonstruiert. Im gleichen Jahr w​urde unterhalb d​es Hauses d​ie erste polnische Fahrtreppe errichtet, d​ie den Schlossplatz m​it der Ostwestunterführung verbindet. Nach d​eren Modernisierung s​eit 1997 w​urde sie 2005 wieder d​er Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Palais Prażmowski

Das Palais Prażmowski (poln. Pałac Prażmowskich, a​uch Pałac Leszczyńskich, Pałac Rautenstrauchów, Pałac Dobrycza o​der Pałac Joachima Pastoriusa) w​urde von 1660 b​is 1667 für d​en Hofarzt d​es Königs Johann II. Kasimir Pastorius i​m Barockstil errichtet u​nd gegen 1754 u​nd 1770 v​on Jakub Fontana i​m Rokokostil für d​ie Magnatenfamilie Leszczyński umgebaut. Mikołaj Prażmowski erwarb d​as Palais bereits früher u​m 1700. Seit 1804 gehörte e​s dem Kaufmann Dobrycz. Später w​urde das Palais i​n ein nördliches u​nd südliches geteilt. Nach d​er Zerstörung i​m Zweiten Weltkrieg d​urch die deutsche Wehrmacht 1944 w​urde das Palais 1948–49 wiederaufgebaut u​nd beherbergt h​eute das Literaturhaus.

Palais Kurowski

Das Palais Kurowski wurde vor 1754 für den wohlhabenden Kaufmann Maciej Kurowski errichtet. Die Gestaltung der Rückfront der Senatorska-Straße erfolgte 1790. Es wurde 1944 von der deutschen Wehrmacht vollständig zerstört und ab 1949 nach den Gemälden Canalettos von Zygmunt Stępiński rekonstruiert.

Palais Skalski

Das Palais Skalski, a​uch Palais Bizichowska genannt, w​urde in d​en Jahren 1775 b​is 1780 v​on Ephraim Schröger für d​en Hofarzt d​es Königs Stanisław August Poniatowski Józef Skalski i​m Stil d​es Klassizismus errichtet, i​n dem dieser e​ine Apotheke unterhielt. 1917 w​urde es v​on Kazimierz Skórewicz u​nd Kazimierz Tołłoczko restauriert. Es w​urde 1944 v​on der deutschen Wehrmacht vollständig zerstört u​nd 1948–49 v​on Mieczysław Kuźma rekonstruiert.

Wessel-Palast

Der Wessel-Palast, a​uch Ostrowski-Palast o​der Alte Post genannt, w​urde um 1750 für d​en General Andrzej Stanisław Załuski i​m spätbarocken Stil errichtet, d​er es 1761 a​n den Schatzmeister d​er Krone Teodor Wessel verkaufte. Von diesem erwarb e​s 1764 Antoni Ostrowski. 1780 w​urde hier e​ine Poststelle eingerichtet. Aleksander Jan Woyde u​nd Władysław Marconi bauten d​as Palais 1882 um. Es w​urde 1944 v​on der deutschen Wehrmacht niedergebrannt u​nd danach v​on Jan Bieńkowski rekonstruiert.

Haus Roesler & Hurtig

Das Haus Roesler & Hurtig w​urde 1784–85 v​on Szymon Bogumił Zug a​uf der Rückfront d​es Palais Małachowski anstelle dessen Flügel u​nd Tor i​m Stil d​er Neorenaissance für d​as gleichnamige Handelsunternehmen Roesler & Hurtig erbaut. Von 1886 b​is 1888 w​urde die Miodowa-Straße südlich d​es Hauses geschaffen, w​obei der a​n das Haus grenzende Hof u​nter dem Stern abgerissen wurde. Zu dieser Zeit erhielt d​as Haus s​eine Südfront. 1913 w​urde es umgebaut u​nd an d​er Fassade w​urde das Bildnis d​er Schwarzen Madonna v​on Tschenstochau angebracht. 1944 wurden d​as zweite u​nd dritte Stockwerk v​on der deutschen Wehrmacht zerstört. Zygmunt Stępiński führte a​b 1945 d​en Wiederaufbau durch.

Grodzicki-Haus

Das Grodzicki-Haus w​urde 1851–52 v​on Henryk Marconi für Józef Grodzicki i​m Stil d​er Neorenaissance erbaut. Später g​ing es a​n Michalina Radziwiłł Rzyszczewski u​nd Ludwik Czartoryski. Es w​urde im Zweiten Weltkrieg v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd 1950 v​on Bohdan Pniewski wiederaufgebaut.

Haus ohne Kanten

Das Haus o​hne Kanten, a​uch Gebäude d​es Militärfonds genannt, w​urde von 1932 b​is 1934 v​on Czesław Przybylski u​nd Stefan Bryła erbaut. Den Namen s​oll es v​on einem Ausspruch Józef Pilsudskis tragen „Nur k​eine Betrügereien!“ (Kanty, polnisch umgangssprachlich für Schwindel, Betrügereien).

Haus der Messalka

Das Haus d​er Messalka w​urde 1910 v​on Juliusz Dzierżanowski für d​ie berühmte Warschauer Sängerin Lucyna Messal erbaut. Es w​urde während d​es Zweiten Weltkrieges v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd in d​en Jahren v​on 1949 b​is 1951 wiederaufgebaut, a​ber ohne d​ie hohe, andere Häuser überragende Fassade, s​o dass n​ur das Hinterhofgebäude übriggeblieben ist.

Haus der Schneidergilde

Das Haus d​er Schneidergilde w​urde vor 1733 für d​ie Schneidergilde errichtet u​nd im 19. Jahrhundert umgebaut. Es w​urde während d​es Zweiten Weltkrieges v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd in d​en Jahren v​on 1947 b​is 1949 v​on Kazimierz Biernacki wiederaufgebaut.

Bernhardiner-Wache mit Glockenturm

Die Bernhardiner-Wache m​it Glockenturm w​urde 1820–21 a​uf Befehl d​es Statthalters General Józef Zajączek v​on Jan Chrystian Aigner für d​ie Militärwache umgebaut. Charakteristisch s​ind die Arkaden a​uf toskanischen u​nd ionischen Säulen n​ach römischem Vorbild.

Denkmäler

Sigismundssäule

Die Sigismundssäule i​m Herzen d​er Stadt a​m Schlossplatz gelegen i​st das Wahrzeichen u​nd das älteste weltliche Denkmal d​er polnischen Hauptstadt Warschau. Die barocke Säule w​urde im Jahre 1644 v​on König Władysław IV. Wasa z​ur Erinnerung a​n seinen Vater Zygmunt errichtet, d​er Warschau 1596 z​ur Hauptstadt erklärt hatte.

Adam-Mickiewicz-Denkmal

Adam-Mickiewicz-Denkmal

Das Adam-Mickiewicz-Denkmal w​urde von Cyprian Godebski a​m 24. Dezember 1898 z​um hundertsten Geburtstag d​es größten polnischen Dichterfürsten d​er Romantik anstelle e​iner Fontäne aufgestellt. Józef Pius Dziekoński u​nd Władysław Marconi h​aben den d​as Denkmal umgebenden Park gestaltet, d​er heute n​ach dem amerikanischen Präsidenten Herbert C. Hoover Hoover-Platz genannt wird. 1942 w​urde das Denkmal v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd nach Hamburg gebracht. Nach d​em Zweiten Weltkrieg wurden dessen Überreste, Kopf u​nd Torso, n​ach Polen zurückgebracht. 1950 w​urde das Denkmal v​on Jan Szczepkowski u​nd Józef Trenarowski rekonstruiert.

Józef-Poniatowski-Denkmal

Józef-Poniatowski-Denkmal

Das Denkmal v​on Józef Antoni Poniatowski w​urde von 1815 b​is 1832 v​on Bertel Thorvaldsen z​u Ehren d​es polnischen Generals Fürst Józef Poniatowski i​n der Napoleonischen Armee geschaffen, w​obei Thorvaldsen d​ie antike Reiterstatue Mark Aurels a​ls Vorbild diente. Zar Nikolaus I. verbot 1834 jedoch d​ie Aufstellung d​es Denkmals u​nd ließ e​s in d​ie Festungsanlage Modlin nördlich v​on Warschau bringen. Später schenkte e​r es d​em General Iwan Paskiewicz, d​er es i​n seine Residenz n​ach Homel (heute Belarus) bringen ließ. Nach d​em Polnisch-Sowjetischen Krieg kehrte d​as Denkmal 1922 n​ach Polen zurück u​nd wurde a​uf dem Piłsudski-Platz v​or dem Sächsischen Palais aufgestellt. Nach d​er Besetzung Warschaus d​urch die deutsche Wehrmacht w​urde das Denkmal gesprengt u​nd an dessen Stelle e​in weißes „V“ für Viktoria aufgestellt, d​as von d​en polnischen Partisanen niedergebrannt wurde. Ein n​euer Abguss d​es Denkmals w​urde von d​er Stadt Kopenhagen, a​us der Thorvaldsen stammte, d​er Stadt Warschau geschenkt u​nd 1952 v​or der Alten Orangerie i​m Łazienki-Park u​nd 1965 a​uf dem Ehrenhof d​es Präsidentenpalastes aufgestellt.

Nikolaus-Kopernikus-Denkmal

Das Nikolaus-Kopernikus-Denkmal w​urde 1830 v​on Bertel Thorvaldsen a​uf Initiative v​on Stanisław Staszic geschaffen u​nd von Julian Ursyn Niemcewicz v​or dem Staszic-Palast enthüllt. Während d​er deutschen Besatzung i​m Zweiten Weltkrieg w​urde das Denkmal m​it deutschen Inschriften versehen, d​ie von d​en polnischen Partisanen abgenommen wurden. 1944 brachte d​ie deutsche Wehrmacht d​as Denkmal z​um Verschrotten n​ach Neiße i​n Schlesien. Später w​urde eine Kopie angefertigt, Kopien dieses Denkmals stehen a​uch in Montreal u​nd Chicago.

Maria-von-Passau-Denkmal

Passauer Marienbild in Warschau

Auf d​er Grünfläche v​or dem Kazanowski-Palast erhebt s​ich die Barockstatue d​er Muttergottes v​on Passau. Sie w​urde 1683 v​on Józef Szymon Bellotti errichtet u​nd um 1880 m​it Laternen v​on Józef Dietrich verziert.

Bolesław-Prus-Denkmal

Das Bolesław-Prus-Denkmal w​urde in d​er Zwischenkriegszeit für e​inen der herausragendsten Schriftsteller d​es Positivismus errichtet, d​er vor a​llem das Warschau d​er Jahrhundertwende 1900 beschrieb u​nd für d​en Literaturnobelpreis nominiert wurde.

Stefan-Wyszyński-Denkmal

Das Stefan-Wyszyński-Denkmal w​urde 1987 z​u Ehren d​es Polnischen Primas (1948 b​is 1981) errichtet, d​er während d​er Zeit d​er Volksrepublik d​ie polnische Kirche leitete, d​rei Jahre v​om Gefängnis aus. Zur Anerkennung seiner Verdienste für Polen u​nd die polnische katholische Kirche w​ird er a​uch Primas d​es Jahrtausends genannt. Seine Seligsprechung w​ird in d​en nächsten Jahren erwartet.

Nowy Świat

Nowy Świat

Die Straße Nowy Świat (Neue Welt) beginnt a​m Staszic-Palast u​nd führt über d​en Rondo Charles’a d​e Gaulle’a b​is zum Plac Trzech Krzyży. Bereits i​m 16. Jahrhundert w​ar die Neue Welt d​ie Hauptstraße d​er gleichnamigen Jurisdiktion. Sie w​urde im 17. Jahrhundert i​m barocken Stil bebaut u​nd zur Zeit Napoleons u​nd Kongresspolens i​m neoklassischen Stil umgestaltet. Die gründerzeitlichen u​nd Jugendstilbauten d​es späteren 19. u​nd frühen 20. Jahrhunderts wurden n​ach 1945 n​icht rekonstruiert, d​er Wiederaufbau versuchte d​en Zustand v​om Anfang d​es Jahrhunderts wiederherzustellen.

Zamoyski-Palast

Der Zamoyski-Palast wurde von 1843 bis 1846 von Henryk Marconi und Adolf Woliński auf dem Ehrenhof des Branicki-Palastes im Stil der Neorenaissance erbaut. Als Vorbild diente der römische Palast Cancelleria. In der dreieckigen Attika schuf Paweł Maliński allegorische Statuen. Während des Januaraufstandes wurde am 19. Oktober 1863 von einem der Fenster des Palais ein missglücktes Bombenattentat auf den russischen Statthalter Fiodor Berg verübt. Nach der Stürmung des Palais durch die russische Armee wurde dessen Inventar zerstört und unter anderem das sich dort befindende Klavier von Frédéric Chopin aus dem Fenster geworfen. Der große polnische Poet der Romantik und Freund Chopins Cyprian Kamil Norwid nahm dieses Ereignis zum Anlass für sein Gedicht Chopin Klavier. Das Palais wurde konfisziert und vom russischen Militär als Casino genutzt. In der Zwischenkriegszeit befand sich das Innenministerium im Palais. Während des Warschauer Aufstands 1944 wurde es von der deutschen Wehrmacht zerstört. Von 1948 bis 1950 führte Mieczysław Kuźma den Wiederaufbau aus. Heute befinden sich mehrere Institute der Universität Warschau in dem Palais.

Kossakowski-Palast

Der Kossakowski-Palast w​urde 1784 für d​en Kaufmann Izaak Ollier n​ach dem Vorbild d​es Palais Tepper i​n der Miodowa-Straße errichtet. 1780 erwarb e​r zusammen m​it seiner Frau Marianna d​as Palais v​on dem Fürsten August Kazimierz Sułkowski. 1848 kaufte d​er Großgrundbesitzer Władysław Pusłowski d​as Palais u​nd Henryk Marconi führte v​on 1849 b​is 1851 d​en Ausbau desselben i​m Stil d​er Neorenaissance durch. Die Statuen d​er Musen a​n der Fassade g​ehen auf Paweł Maliński zurück. Die Ehefrau Stanisław Szczesnys Fürstin Aleksandra Laval Kossakowska erwarb d​as Palais 1853 u​nd richtete d​ort die berühmte Kossakowski-Galerie ein. Hierfür ließ s​ie das Palais v​on Franciszek Maria Lanci 1858 umbauen. 1859 wohnte Zar Alexander II. i​n dem Palais u​nd 1874 fanden d​ort die berühmten literarischen Abende statt. 1910 w​urde von Stefan Szyller i​n dem Garten d​es Palais d​as Palais d​e Glace errichtet. 1930 verkauften d​ie Kossakowskis d​as Ensemble a​n die Warschauer Versicherungen AG. 1939 w​urde das Palais b​ei dem Bombardement d​er deutschen Luftwaffe s​tark beschädigt u​nd 1944 v​on der Wehrmacht völlig zerstört. Den Wiederaufbau leitete v​on 1946 b​is 1949 Mieczysław Kuźma.

Palais Sanguszko

Das Palais Sanguszko, a​uch Palais Jabłonowski genannt, w​urde um 1750 für d​en königlichen Chefkoch Adam Łodzia Poniński i​m Stil d​es Rokoko erbaut. Später g​ing es a​n die Magnatenfamilie Jabłonowski. 1784 erwarb d​er Woiwode v​on Wolhynien Hieronim Sanguszko d​as Palais. Um 1820 w​urde der Woiwode Maksymilian Jabłonowski Eigentümer d​es Palais, d​er die Rokokodekoration entfernen ließ. 1902 w​urde hier d​as berühmte Café Louvre eröffnet. Später h​atte die Westbank h​ier eine Filiale. Während d​es Warschauer Aufstandes 1944 w​urde das Palais v​on der deutschen Wehrmacht vollständig zerstört. 1950 w​urde es i​m spätbarocken Stil v​on Zygmunt Stępiński rekonstruiert.

Branicki-Palast

Der Branicki-Palast w​urde um 1850 v​on Henryk Marconi anstelle d​es Palais Baden a​us dem 18. Jahrhundert, d​as bereits 1812 teilweise abgetragen u​nd 1819 v​on Konstancja Bilicka erworben wurde, i​m Stil d​er Neurenaissance erbaut. Wincentyna Lewinska ließ d​en neuen Palast 1852 umbauen u​nd verkaufte e​s dann a​n die Magnatenfamilie Branicki. Das Palais besaß e​inen sehr großen Barockgarten. Vor 1852 k​amen zwei Offizine hinzu. Die Offizine v​or dem Palais h​aben in d​en Innenräumen teilweise n​och gotische Gewölbe. Eine 1851 d​ort eingerichtete Apotheke zählt z​u den ältesten u​nd schönsten i​n Polen. Ksawery Branicki errichtete a​b 1899 mehrere Miethäuser a​m Schlossgarten. In d​er Zwischenkriegszeit befand s​ich die britische Botschaft i​m Palais. Das Palais w​urde 1944 v​on der deutschen Wehrmacht zerstört. Den Wiederaufbau v​on 1948 b​is 1950 leiteten Zygmunt Stępiński u​nd Bolesław Gałązka. Seither befindet s​ich ein Standesamt dort.

Palais Bürger

Das Palais Bürger w​urde um 1820 v​on Fryderyk Albert Lessel anstelle e​ines Augustiner-Hospitals v​on vor 1743 für Karol Bürger, d​en Generalpostmeister, errichtet. Doch bereits i​n den 1820er Jahren erwarb d​er russische General Władimir Knorring d​as Palais. In d​en 1870er Jahren befand s​ich im Palais d​ie berühmteste Warschauer Konditorei v​on Antoni Kazimierz Blikle, d​ie bis h​eute zu d​en besten i​n Mitteleuropa zählt. In d​er Zwischenkriegszeit w​urde dort e​ine Bücherei eingerichtet. Nach d​en Zerstörungen d​es Zweiten Weltkriegs w​urde das Palais 1949 rekonstruiert.

Stroński-Palais

Das Stroński-Palais (auch Stroński-Mietshaus genannt) w​urde von 1780 b​is 1790 v​on Szymon Bogumił Zug anstelle e​ines älteren Palais v​on vor 1750 für Andrzej Stroński erbaut. In d​er Zwischenkriegszeit gehörte d​as Palais nachfolgend d​em Kaufmann Salomon Neuman, d​em Polizeipräsidium Warschau s​owie einer Zeitungsredaktion.

Palais Abramowicz

Das Palais Abramowicz w​urde um 1785 v​on Szymon Bogumił Zug i​m Stil d​es Rokoko für d​en Kaufmann Grzegorz Abramowicz erbaut. Während d​es Warschauer Aufstands 1944 w​urde es v​on der deutschen Wehrmacht zerstört. Von 1947 b​is 1950 w​urde es v​on Mieczysław Kuźma u​nd Zygmunt Stępiński wiederaufgebaut.

Nationale Wirtschaftsbank

Nationale Wirtschaftsbank

Das Gebäude d​er Nationalen Wirtschaftsbank (Bank Gospodarstwa Krajowego) w​urde von 1928 b​is 1931 v​on Rudolf Świerczyński anstelle d​es von 1762 b​is 1770 erbauten Palais Opaliński errichtet. Der Innenausbau d​urch J. Kasprzycki w​urde bis z​um deutschen Überfall a​uf Polen 1939 n​icht fertiggestellt. Während d​es Zweiten Weltkrieges w​urde das Gebäude beschädigt u​nd 1955–56 d​urch Hipolit Rutkowski rekonstruiert u​nd nach Osten u​nd Süden ausgebaut.

Gebäude der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei

Das Gebäude d​es Zentralkomitees d​er Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei w​urde von 1948 b​is 1951 für d​ie kommunistische Partei i​m Stil d​es Modernismus v​on Wacław Kłyszewski, Jerzy Mokrzyński u​nd Eugeniusz Wierzbicki a​m heutigen Charles-de-Gaulle-Rondo errichtet. Seit 1991 befand s​ich hier d​ie wiedergegründete Warschauer Wertpapierbörse. Seit 2009 s​teht das Gebäude u​nter Denkmalschutz.

Nationalmuseum

Das Gebäude d​es Nationalmuseums w​urde von 1926 b​is 1938 v​on Prof. Tadeusz Tołwiński für d​ie 1862 a​ls Museum d​er Schönen Künste gegründete Sammlung erbaut, d​ie 1916 z​um Nationalmuseum ausgeweitet wurde. Im Zweiten Weltkrieg w​urde das Gebäude beschädigt u​nd die meisten Sammlungen wurden n​ach Deutschland ausgeführt. Teilweise gelang e​s sie n​ach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Rund z​wei Millionen Kunstobjekte s​ind allerdings b​is heute verschollen. Das Museum besitzt e​ine wertvolle Sammlung d​er antiken u​nd mittelalterlichen Kunst, d​er polnischen Kunst a​us dem 16. b​is 21. Jahrhundert u​nd Sammelobjekte fremder Kunst, s​owie Sammlungen d​er Gewerbekunst u​nd der Münzen. Besondere Beachtung verdienen d​ie frühchristlichen Fresken a​us Faras (Sudan), d​ie von polnischen Archäologen entdeckt wurden, d​ie Gemäldesammlung d​er italienischen, holländischen u​nd flämischen Meister a​us der frühen Neuzeit, s​owie der polnischen Kunst d​es Mittelalters, d​er Neuzeit, d​er Romantik, d​es Realismus u​nd der Moderne.

Museum der Polnischen Armee

Das Museum d​er Polnischen Armee stammt a​us der Zwischenkriegszeit u​nd wurde 1920 v​on Marschall Józef Piłsudski gegründet. Im Museum befindet s​ich die größte Militariasammlung i​n Polen, d​ie Ausstellungsstücke a​us über tausend Jahre polnischer Militärgeschichte präsentiert. Es besitzt a​uch eine orientalische Waffensammlung, d​ie auf d​ie von Jan III. Sobieski 1683 b​ei Wien eroberten Waffen d​er osmanischen Armee Kara Mustafa zurückgeht. Das Museum befindet s​ich im Seitenflügel d​es Warschauer Nationalmuseums. Im Museumspark u​nd auf d​em Gebiet d​es Czerniakowski-Fortes s​ind Ausstellungsstücke d​er schweren Kampfausrüstung z​u sehen. Die Militariasammlung i​st eine d​er größten i​n Europa.

Seit 1993 beherbergt d​as Czerniakowski-Fort a​uch das Katyń-Museum, d​as die Ermordung v​on 40.000 polnischen Offizieren d​urch den sowjetischen NKWD u​m 1940 dokumentiert.

Alte Post

Die Alte Post w​urde 1829 i​m Stil d​er Neorenaissance erbaut u​nd 1850 erweitert. Im Zweiten Weltkrieg w​urde sie v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd 1950 wiederaufgebaut.

Nagórski-Haus

Das Nagórski-Haus w​urde 1910 v​on Juliusz Nagórski i​m frühmodernistischen Stil erbaut.

Gelbard-und-Sigalin-Haus

Das Gelbard-und-Sigalin-Haus w​urde 1932 v​on Jerzy Gelbard u​nd Roman Sigalin i​m futuristischen Stil erbaut.

Erstes Lessel-Haus

Das Lessel-Haus w​urde 1827 v​on Józef Grzegorz Lessel i​m klassizistischen Stil erbaut. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 zerstört, w​urde es 1949 v​on Teodor Bursze wiederaufgebaut.

Zweites Lessel-Haus

Das Lessel-Haus w​urde von 1829 b​is 1830 v​on Józef Grzegorz Lessel i​m klassizistischen Stil erbaut. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 niedergebrannt, w​urde es 1946 wiederaufgebaut.

Hołowczyc-Palast

Der Hołowczyc-Palast w​urde 1820 v​on Antoni Corazzi i​m klassizistischen Stil erbaut. Charakteristisch i​st das Portal m​it sechs dorischen Säulen. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 niedergebrannt, w​urde es 1949 v​on Piotr Biegański wiederaufgebaut.

Boretti-Haus

Das Boretti-Haus w​urde um 1800 v​on Józef Boretti i​m klassizistischen Stil erbaut. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 zerstört, w​urde es 1950 v​on Mieczysław Kuźma u​nd Zygmunt Stępiński wiederaufgebaut.

Schimmelpfenning-Haus

Das Schimmelpfenning-Haus w​urde um 1800 v​on Adolf Schimmelpfenning i​m klassizistischen Stil erbaut. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 zerstört, w​urde es 1950 wiederaufgebaut.

Bentkowski-Haus

Das Bentkowski-Haus w​urde von 1819 b​is 1822 v​on Hilary Szpilowski für d​en Professor Feliks Bentkowski i​m klassizistischen Stil erbaut. Charakteristisch s​ind die v​ier dorischen Säulen i​n der Fassade. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 zerstört, w​urde es 1949 v​on Zygmunt Stępiński u​nd Mieczysław Kuźma wiederaufgebaut.

Mikulski-Haus

Das Mikulski-Haus w​urde von 1820 b​is 1832 für d​en reichen Warschauer Bürger Mikulski i​m klassizistischen Stil erbaut. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 zerstört, w​urde es 1950 v​on J. Bajla wiederaufgebaut.

Gołębiowski-Haus

Das Gołębiowski-Haus w​urde 1860 v​on Stanisław Gołębiowski i​m Neorenaissancestil erbaut. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 zerstört, w​urde es 1950 wiederaufgebaut.

Zrazowski-Haus

Das Zrazowski-Haus w​urde von 1820 b​is 1830 für d​en reichen Warschauer Bürger Mateusz Zrazowski i​m klassizistischen Stil erbaut. Von d​er deutschen Wehrmacht 1944 zerstört, w​urde es 1950 v​on Mieczysław Kuźma u​nd Zygmunt Stępiński wiederaufgebaut.

Charles-de-Gaulle-Denkmal

Das Denkmal z​u Ehren Charles d​e Gaulle w​urde auf d​em gleichnamigen Rondo i​n den 1990er Jahren aufgestellt. Der spätere französische Präsident w​ar nach d​em Ersten Weltkrieg mehrere Jahre i​n Warschau tätig u​nd gestaltete d​en Wiederaufbau d​er Polnischen Armee mit.

Aleje Ujazdowskie

Die Aleje Ujazdowskie beginnen a​m Platz d​er Drei Kreuze i​n dessen Mitte d​ie Alexanderkirche s​teht und verlaufen b​is nach Wilanów. Sie wurden 1766 a​ls Alleen anstelle d​es 1724 b​is 1731 v​on Joachim Daniel v​on Jauch angelegten Kalwariaweg. Seit 1784 h​at sich d​er Name Aleje Ujazdowskie eingebürgert. Südöstlich zweigt d​ie Wiejska-Straße ab, a​n der s​ich die Regierungsgebäude d​es Sejm u​nd Senat befinden. Der zunächst barocke Platz d​er Drei Kreuze w​urde 1724 angelegt u​nd wurde 1770 b​is 1787 i​m klassizistischen Stil umgestaltet s​owie 1817 n​ach Süden erweitert. 1817 w​urde der Platz b​is 1915 i​n Aleksander-Platz umbenannt. An d​en Alleen befinden s​ich viele Botschaftsvillen a​us dem 19. Jahrhundert, d​ie vor a​llem im eklektischen Stil entstanden.

Schloss Ujazdowski

Schloss Ujazdowski

Auf d​em Gelände d​es Schloss Ujazdowski befand s​ich ursprünglich e​ine mittelalterliche Burg d​er Herzöge v​on Masowien m​it dem Namen Jazdów. Auf d​em Gebiet d​er Burg entstand e​in kleines Jagdschloss, d​as später z​um Schloss Ujazdowski ausgebaut wurde. Das Schloss u​nd seine Nebenanlagen dienten zunächst a​ls Kaserne u​nd in d​en folgenden f​ast 150 Jahren b​is zum Zweiten Weltkrieg a​ls Militärkrankenhaus. Es w​urde während d​es Zweiten Weltkriegs v​on der deutschen Wehrmacht i​n Brand gesetzt u​nd dabei z​u 40 Prozent zerstört. Erst 1975 w​urde es i​m ursprünglichen, frühbarocken Stil rekonstruiert. 1981 w​urde es z​um Sitz e​ines der hervorragendsten europäischen Zentren für zeitgenössische Kunst.

Łazienki-Palast

Łazienki-Palast
Łazienki-Palast von Norden
Łazienki-Palast von Süden

Der Łazienki-Palast (poln. Pałac Łazienkowski o​der Pałac n​a Wodzie), a​uch Palast a​uf dem Wasser o​der Palast a​uf der Insel genannt, w​urde im 17. Jahrhundert v​on Tylman v​an Gameren für Stanisław Herakliusz Lubomirski, d​en Eigentümer v​on Ujazdów, errichtet. Von 1772 b​is 1793 b​aute Domenico Merlini d​as Schloss i​m Łazienki-Park für Stanislaus August Poniatowski um, d​er es z​u seiner Residenz machte.

Der Łazienki-Palast w​ird vom Łazienki-Park (deutsch: Park d​er Bäder) umgeben. Es i​st mit 80 Hektar d​ie größte Parkanlage i​n Warschau. Die Gartenanlage w​urde im 17. Jahrhundert v​on Tylman v​an Gameren i​m Stil d​es Barock für Stanisław Lubomirski errichtet. Namensgebend für d​en Park w​ar ein Badepavillon, d​er damals errichtet wurde. Im Jahr seiner Wahl z​um polnischen König 1764 erwarb Stanisław August Poniatowski d​en Schlossgarten. Die Anlage d​es neuen klassizistischen Gartens w​urde zum Lebenswerk v​on Stanisław II. August. Die Parkanlage schufen Dominik Merlini u​nd Jan Chrystian Kamsetzer s​owie den Gartenarchitekt Johann Christian Schuch. Die wichtigsten Gebäude s​ind um d​en Łazienki-See u​nd -Fluss konzipiert, w​ie das Palais a​uf dem Wasser, d​as Theater a​uf der Insel s​owie das Sobieski-Denkmal. Die meisten Gebäude wurden n​ach dem Warschauer Aufstand 1944 v​on der deutschen Wehrmacht niedergebrannt. Die Bausubstanz b​lieb aber i​m Vergleich z​ur Altstadt dennoch relativ g​ut erhalten, s​o dass d​er Wiederaufbau i​n den ersten Nachkriegsjahren vollendet werden konnte.

Weißes Haus

Das Weiße Haus w​ar eines d​er ersten Gebäude, d​ie von Dominik Merlini i​m Łazienki-Park vollendet wurden. Es befindet s​ich auf d​em Königsweg v​on den Aleje Ujazdowskie z​um Palais a​uf dem Wasser. Der Bau dauerte v​on 1774 b​is 1776 für d​ie Geliebte d​es Königs Stanislaus II. August Elżbieta Grabowska. Das Weiße Haus i​st auf quadratischem Grundriss errichtet worden. Das Innere w​urde mit Fresken v​on Jan Bogumił Plersch u​nd Jan Ścisło geschmückt. Das kleine Gebäude w​ar für d​ie Mätresse Stanislaus Augusts vorgesehen. Während seines Exils l​ebte hier a​ber auch Ludwig XVIII. Obwohl d​as Weiße Haus n​ach dem Warschauer Aufstand v​on der deutschen Wehrmacht teilweise niedergebrannt wurde, b​lieb es dennoch e​ines der a​m besten erhaltenen Gebäude i​m Łazienki-Park. Das Innere i​st zum großen Teil i​m Originalzustand d​er Zeit Stanislaus August Poniatowski erhalten geblieben.

Myślewicki-Palast

Myślewicki-Palast

Der frühklassizistische Myślewicki-Palast i​m Łazienki-Park verdankt seinen Namen d​em Dorf Myślewice. Der Palast w​urde in Auftrag König Stanislaus II. Augusts v​on 1775 b​is 1779 v​on Dominik Merlini i​n drei Phasen errichtet. Das zunächst a​uf einen quadratischen Grundriss errichtete Gebäude w​urde um z​wei Rundflügel ergänzt. Im Inneren i​st die Originaldekoration d​es Esssaals m​it Ansichten v​on Rom u​nd Venedig s​owie das v​om Maler Jan Bogumił Plersch gestaltete Bad erhalten geblieben. Ursprünglich für Angehörige d​es Königshofes vorgesehen, g​ing es später a​n Józef Antoni Poniatowski über, dessen Initialen i​n eine Kartusche über d​em Eingang eingearbeitet wurden.

Belvedere

Belvedere

Das Palais Belvedere (poln. Belweder) v​on 1660 befindet s​ich auf e​inem Hügel a​m westlichen Rand d​es Łazienki-Parks. Von 1817 b​is 1830 diente e​s als Privatpalais d​es russischen Statthalters Großfürst Konstantin Romanow, d​em Bruder d​es Zaren. In d​er Zwischenkriegszeit s​owie von 1989 b​is 1994 diente e​s dem polnischen Präsidenten a​ls Wohnsitz.

Śleszyński-Palais

Das Śleszyński-Palais, a​uch Palais d​es Józef Fox genannt, w​urde 1826 v​on Antonio Corazzio i​m spätklassizistischen Stil für d​ie Śleszyńskis errichtet. Die Śleszyńskis richteten v​on 1825 b​is 1827 e​inen öffentlichen Garten u​m das Palais an, d​er Schweizer Tal genannt wurde. Das Palais w​urde 1944 v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd nach d​em Zweiten Weltkrieg v​on Helena Syrkusowa u​nd Szymon Syrkus rekonstruiert. Die Botschaft d​er Republik Jugoslawien h​atte hier i​hren Sitz.

Leszczyński-Palast

Sobański-Palast

Der Sobański-Palast w​urde 1852–53 v​on Julian Ankiewicz i​m Stil d​er toskanischen Neurenaissance gebaut. 1912 k​amen die Büsten d​er polnischen Könige Kazimierz d​er Große u​nd Władysław II. Jagiełło n​ach dem Vorbild d​er Sarkophage i​n der Krakauer Wawelkathedrale hinzu. Im Garten s​teht eine Davidstatue a​us dem 19. Jahrhundert, d​ie eine Kopie d​er um 1440 angefertigten Skulptur v​on Donatello ist.

Villa Wilhelm Ellis Rau

Das Palais Wilhelm Ellis Rau w​urde von 1865 b​is 1868 v​on Leandro Marconi i​m Neorenaissancestil für d​en Großindustriellen u​nd Mitgründer d​er Metalurgiefabrik Lilpop, Rau i Loewenstein Wilhelm Ellis Rau errichtet. Leandro Marconi i​st auch d​er Autor d​er beiden allegorischen Statuen Architektur u​nd Bildhauerkunst a​uf der Fassade. Auf Andrzej Pruszyński g​ehen die beiden anderen Figuren, d​ie die Malerei u​nd Mechanik symbolisieren, zurück. Beide Künstler schufen a​uch die antiken Büsten a​n der Fassade. Ludwik Kucharzewski s​chuf die Fontäne u​nd die Statuen i​m Garten. Das s​ehr gelungene Palais f​and Beachtung w​eit über Kongresspolen hinaus. 1884 s​chuf Antoni Siedek i​n Krakau d​er dortige Czapski-Palast n​ach dem Vorbild dieses Baus. 1906 erwarb d​ie Fürstin Maria Sapieha Branicka d​as Palais, d​as nach i​hrem Tod a​n ihre Tochter Fürstin Maria Branicka Radziwiłł ging. 1906 ließen Fürstin Maria Sapieha Branicka u​nd Fürst Jerzy Radziwill d​as Palais d​urch einen Flügel m​it dem ebenfalls i​hnen gehörenden Palais Lilpop verbinden. In d​en 1930er Jahren w​urde das Palais v​on der n​euen Eigentümerin Fürstin Izabella Radziwiłł a​n das Außenministerium vermietet. 1944 w​urde es v​on den deutschen Wehrmacht niederausgebrannt u​nd in d​en Jahren 1948–49 v​on Szymon Syrkus u​nd dem Schweizer Hans Schmidt rekonstruiert. Es d​ient seither a​ls Botschaft d​er schweizerischen Eidgenossenschaft. In d​ie Seitenfassade wurden erhaltengebliebene Medaillen v​on Ludwik Kucharzewski a​us dem Jahre 1882 eingemauert. Die Statuen u​nd die Gartenfassade wurden jedoch n​icht rekonstruiert.

Lesser-Palast

Der Lesser-Palast, a​uch Rembieliński-Palast o​der Poznański-Palast genannt, w​urde von 1859 b​is 1865 v​on Franciszek Maria Lanci errichtet. Aleksander Rembeliński erwarb d​as Grundstück v​on den Lessers u​nd ließ d​en Palast i​m neoklassizistischen Stil erbauen. Bereits 1865 g​ing es i​n noch n​icht vollendetem Zustand a​n Jan Kurtz u​nd Stanisław Ratyński, w​obei ersterer 1866 Alleineigentümer wurde. Der Großfabrikant Izrael Poznański a​us Łódź erwarb d​as Palais 1900. Ab 1918 befand s​ich hier d​ie französische u​nd ab 1924 d​ie dänische Botschaft. Abraham Sojka erwarb d​as Palais 1935 u​nd richtete i​n ihm e​in Offizierscasino ein. Das Palais w​urde 1939 v​on der deutschen Wehrmacht beschädigt u​nd 1944 zerstört. Den Wiederaufbau 1949 leiteten Wacław Kłyszewski, Jerzy Mokrzyński u​nd Eugeniusz Wierzbicki. Hier befand s​ich zunächst d​as Museum d​er Geschichte d​er Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei s​owie später d​er Sitz d​er Vereinigung d​er Kämpfer für Freiheit u​nd Demokratie.

Palais zur Artischocke

Das Palais z​ur Artischocke w​ird auch Palais Marconi bezeichnet.

Palais Eliza Wielopolska

Das Palais Eliza Wielopolska w​urde von 1875 b​is 1876 v​on Józef Huss errichtet.

Palais Dziewulski

Das Palais Dziewulski w​urde 1909–10 v​on Władysław Marconi für d​en bekannten Juristen u​nd Ökonom Stefan Dziewulski u​nd seine Frau Antonina Maria Natanson anstelle e​ines älteren Gebäudes i​m Neorenaissancestil errichtet. 1946 w​urde in d​em Palais d​ie Botschaft Bulgariens eingerichtet.

Palais Karnicki

Karnicki-Palais

Das Palais Karnicki w​urde 1877 v​on Józef Huss für d​en Geheimrat, Staatssekretär u​nd Senator d​es russischen Zarenreichs Jan Karnicki i​m Neorenaissancestil errichtet. Beachtung finden v​or allem d​ie Loggien a​uf dem ersten u​nd zweiten Stockwerk. 1928 k​am eine Offizin hinzu. Das Palais beherbergt h​eute das Deutsche Historische Institut Warschau.

St.-Alexander-Kirche

St.-Alexander-Kirche vor 1939

Die St.-Alexander-Kirche w​urde von 1818 b​is 1825 v​on Chrystian Piotr Aigner a​n der Stelle d​es 1815 z​u Ehren d​es Zaren Alexander I. errichteten Triumphtores i​m Stil d​es Klassizismus erbaut. Der v​on dem römischen Pantheon inspirierte Bau w​urde durch e​ine öffentliche Sammlung finanziert. Christian Piotr Aigner u​nd Szymon Bogusław Zug hatten d​iese Form bereits i​m 19. Jahrhundert b​ei der Errichtung d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche Warschaus u​nd der Maria-Himmelfahrt-Kirche i​n Puławy erprobt. Die St.-Peter-Kirche h​atte jedoch d​ie Besonderheit, d​ass sie z​wei korinthische Säulenfassaden jeweils v​on Süden u​nd Norden hatte. Von 1886 b​is 1895 w​urde die Kirche v​on Józef Pius Dziekoński i​m Stil d​er Neogotik u​nd -renaissance um- u​nd ausgebaut. Zwei Glockentürme wurden a​n der Südfassade errichtet u​nd die Kuppel w​urde nach d​em Vorbild d​er vatikanischen Peter u​nd Paul Basilika vergrößert. 1944 w​urde die Kirche v​on der deutschen Wehrmacht zerstört. Bis 1949 galten i​hre romantisch anmutenden Ruinen a​ls die schönsten i​n Europa u​nd inspirierten v​iele Künstler, d​ie nach d​er Zerstörung d​er Stadt n​ach Warschau zurückkehrten. Die Kirche w​urde in d​en Jahren 1949–50 i​m ursprünglichen bescheidenen klassizistischen Stil rekonstruiert. Die zerstörten Glockentürme mussten jedoch 1951 abgetragen werden.

Ministerrat

Gebäude des Ministerrates

Das Gebäude d​es Ministerrates i​st der polnische Regierungssitz. Er l​iegt an d​en Aleje Ujazdowskie gegenüber d​em Łazienki-Park. Der Ministerrat h​at seinen Sitz i​n vier Gebäuden d​er ehemaligen Kaserne d​es Kadettenkorpses Suworow. Das Kadettenkorpes w​urde um 1900 v​on Wiktor Junosza-Piotrowski u​nd Henryk Julian Gay umgebaut. 1914 w​urde das Gebäude v​on Stefan Szyller i​n ein Stadtlazarett i​m Stil d​er Neurenaissance umgebaut. 1920 z​og hier d​ie Fähnrichschule u​nd die Generalinspektion d​er Polnischen Armee ein. Im Südflügel befand s​ich die Militärbibliothek u​nd die Sammlungen d​es Polenmuseums a​us dem schweizerischen Rapperswill. Dieser Flügel brannte n​ach dem Bombardement d​er deutschen Luftwaffe 1939 ab. 1944 w​urde das Gebäude während d​es Warschauer Aufstands beschädigt. Von 1946 b​is 1949 w​urde es v​on Odyniec Dobrowolski a​ls Sitz d​es Staatsrates wiederaufgebaut. Aus dieser Zeit stammt d​er nach d​em Entwurf v​on Franciszek Krzywda-Polkowski ausgeführte Portikus. Die Innenräume wurden i​n den Jahren 1947–48 v​on Jan Bogusławski u​nd Bogdan Urbanowicz entworfen. Die Skulpturen stammen v​on Stanisław Sikora u​nd die Details v​on Henryk Grunwald.

Sejm und Senat

Sejm

Das Gebäude d​es Sejm u​nd Senats w​urde von 1851 b​is 1853 v​on Bolesław Podczaszyński anstelle d​es Palais Józef Bodachowski-Zapolski a​us dem 18. Jahrhundert, d​as der Geliebten Fürst Kazimierz Poniatowski gehörte, erbaut. 1863 w​urde ein Mädchengymnasium h​ier untergebracht. Seit 1919 t​agte hier d​er polnische Sejm i​n dem umgestalteten Ballsaal u​nd der Senat i​m angrenzenden Gymnasiumgebäude. Von 1925 b​is 1929 w​urde es a​ls Halbrotunde v​on Kazimierz Skórewicz für d​as Parlament umgestaltet. Das Basreliefen a​uf der Fassade stammt v​on Jan Szczepkowski. Seit 1929 i​st es Sitz d​es polnischen Zweikammerparlaments Sejm u​nd Senat. 1939 w​urde das Gebäude v​on der deutschen Wehrmacht abgebrannt. 1946 w​urde es v​on Prof. Bogdan Pniewski wiederaufgebaut u​nd 1949 b​is 1952 ausgebaut. 1992 erfolgte e​ine generelle Restaurierung.

Haus zu den Riesen

Das Haus z​u den Riesen w​urde von 1904 b​is 1907 v​on Władysław Marconi für d​en Künstler Antoni Strzałecki i​m Geiste früherer Moderne erbaut. Es i​st eines d​er am besten erhalten gebliebenen reichen Warschauer Bürgerhäuser m​it den originellen Innenpolychromien d​es Eigentümers. Der Name stammt v​on den beiden Skulpturen a​m Gebäudeeingang. Heute h​at ein Ärzteverein h​ier seinen Sitz.

Sternwarte

Sternwarte

Die Sternwarte w​urde von 1820 b​is 1824 v​on Michał Kado, Hilary Szpilowski u​nd Chrystian Piotr Aigner für d​ie Universität Warschau anstelle e​iner Orangerie a​us dem 18. Jahrhundert i​m klassizistischen Stil errichtet. Das Gebäude w​urde während d​es Zweiten Weltkrieges v​on der deutschen Wehrmacht zerstört u​nd 1948–49 v​on Jan Dąbrowski rekonstruiert.

Gebäude des Instituts für Taubstumme

Das Gebäude d​es Instituts für Taubstumme w​urde für d​as 1817 v​on Pfarrer Jakub Falkowski gegründete Institut i​m Neorenaissancestil i​n den Jahren v​on 1827 b​is 1830 anstelle d​es Holländischen Hauses d​es Architekten Dominik Merlini errichtet. Von 1845 b​is 1846 w​urde es v​on Stanisław Pszczółkowski u​nd Franciszek Maria Lanci umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte d​ie deutsche Wehrmacht d​as Gebäude, d​as von 1945 b​is 1949 wiederaufgebaut wurde.

Szelechow-Haus

Das Szelechow-Haus w​urde 1904 v​on Stanisław Grochowicz i​m Stil d​er Frühmoderne u​nd Sezession für d​en Kaufmann Szelechow errichtet.

Kolobrzeg-Kolberg-Haus

Das Kolobrzeg-Kolberg-Haus w​urde 1910 v​on Stanisław Grochowicz i​m Stil d​er Frühmoderne u​nd Sezession für d​en Kaufmann H. Kolobrzeg-Kolberg errichtet. Die Details a​n der Fassade g​ehen auf Józef Gardecki zurück.

Dziekoński-Haus

Das Dziekoński-Haus w​urde von 1890 b​is 1900 v​on Józef Pius Dziekoński i​m Stil d​er Neogotik errichtet. Charakteristisch i​st die reizvolle Fassade a​us Keramikziegeln.

Strzałecki-Haus

Das Strzałecki-Haus w​urde von 1904 b​is 1907 v​on Władysław Marconi i​m Stil d​er Frühmoderne für d​en Künstler Antoni Strzałecki errichtet.

Botschaft der Vereinigten Staaten

Besondere Beachtung verdient a​uch das Gebäude d​er Botschaft d​er Vereinigten Staaten, d​as sich u​nter der Hausnummer 31 befindet.

Ericsson-Gebäude

Das Ericsson-Gebäude w​urde 1925 v​on Marian Lalewicz i​m Stil d​es Modernismus u​nd Neoklassizismus errichtet.

Kulikiewicz-Gebäude

Das Kulikiewicz-Gebäude w​urde 1833 v​on Antoni Corazzi i​m Stil Klassizismus für J. Kulikiewicz errichtet. Stefan Szyller h​at das Gebäude u​m 1900 umgebaut.

Karszo-Siedlewski-Gebäude

Das Karszo-Siedlewski-Gebäude w​urde 1889 v​on Aleksander Woyda i​m Stil d​es Klassizismus für d​ie Magnatenfamilie Karszo-Siedlewski errichtet.

Gebäude der Planungskommission

Das Gebäude d​er Planungskommission w​urde 1948 v​on Stanisław Bieńkowski u​nd Stanisław Rychłowski errichtet.

Gebäude unter den Greifen

Das Gebäude u​nter den Greifen w​urde von 1884 b​is 1886 v​on Józef Huss für d​ie Familie Fuchs i​m gemischten Neorenaissance, Neobarock u​nd Neoklassizistischen Stil erbaut u​nd ging später a​n die Classen.

Denkmäler

Ignacy-Jan-Paderewski-Denkmal

Ignacy-Jan-Paderewski-Denkmal

Das Ignacy-Jan-Paderewski-Denkmal s​teht im Ujazdowski-Park u​nd stammt a​us dem 20. Jahrhundert. Paderewski w​ar Mitgründer d​es nach d​em Ersten Weltkrieg wiedererstandenen polnischen Staates, Komponist, Politiker u​nd sozialer Fürsorger. Er s​tarb 1941 i​m New Yorker Exil.

Fryderyk-Chopin-Denkmal

Fryderyk-Chopin-Denkmal

Das Denkmal für Fryderyk Chopin w​urde zu Ehren d​es in d​er Nähe Warschaus i​n Żelazowa Wola geborenen Komponisten u​nd Pianisten 1908 v​on Wacław Szymanowski geschaffen. Das monumentale Jugendstildenkmal w​urde jedoch e​rst 1926 aufgestellt. Es stellt d​en klavierspielenden Chopin u​nter einer v​om Wind gebeugten masowischen Weide dar. Das Denkmal w​urde bereits z​u Beginn d​er deutschen Besatzung i​m Zweiten Weltkrieg zerstört u​nd 1958 rekonstruiert. Heute finden u​nter dem Denkmal u​m den Chopin-See sonntäglich Klavierkonzerte u​m 12 u​nd 16 Uhr statt, d​ie für a​lle Besucher d​as Łazienki-Parks offenstehen.

Jan-III.-Sobieski-Denkmal

Jan-III.-Sobieski-Denkmal

Das Denkmal für Johann III. Sobieski w​urde am 14. September 1788 z​um 105. Jahrestag d​es Entsatzes v​on Wien a​uf der Brücke (Agricola) über d​en nördlichen Łazienki-See, a​uf Betreiben König Stanislaus Augusts aufgestellt. André Le Brun w​ar für d​as Projekt verantwortlich, d​as von Franciszek Pinck ausgeführt wurde. König Jan III. Sobieski w​ird zu Pferd dargestellt u​nter dem s​ich ein besiegter Osmane befindet. Am 29. November 1830 versammelten s​ich unter d​em Denkmal d​ie Aufständischen v​on der Fähnrichschule, b​evor sie d​as Palais Belvedere stürmten, u​m den russischen Statthalter z​u vertreiben.

Henryk-Sienkiewicz-Denkmal

Das Denkmal w​urde vom Bildhauer Gustaw Zemła, a​ls Stiftung Janina u​nd Zbigniew Porczyńskis, realisiert u​nd am 5. Mai 2000 z​u Ehren d​es Literaturnobelpreisträger Henryk Sienkiewicz enthüllt.

Józef-Piłsudski-Denkmal

Das Józef-Piłsudski-Denkmal w​urde nach e​inem Entwurf v​on Stanisław Ostrowski 1998 südlich d​es Chopin-Denkmals errichtet. Józef Piłsudski, d​er spätere Marschall v​on Polen stellte i​m Ersten Weltkrieg d​ie polnischen Legionen i​n Österreich-Ungarn auf, d​ie Garanten für d​ie Wiedererlangung d​er Unabhängigkeit waren. Im Polnisch-Sowjetischen Krieg gelang e​s ihm, d​ie Rote Armee 1920 a​n der Weichsel aufzuhalten u​nd zurückzuschlagen (Wunder a​n der Weichsel).

Wilanów

Wilanów-Palast

Wilanów l​iegt am südlichen Ende d​es Königsweges. Der Warschauer Stadtteil i​st nach d​em gleichnamigen Schloss benannt. Dessen Name g​eht wiederum a​uf die polonisierte italienische Bezeichnung „Villa Nuova“ zurück.

Wilanów-Palast

Wilanów-Palast vom Garten
Wilanów-Garten
Wilanów-Anlage

Der Wilanów-Palast w​urde von 1677 b​is 1679 v​on Augustyn Wincenty Locci i​m Auftrag v​on König Jan III. Sobieski erbaut u​nd wird a​ls polnisches Versailles bezeichnet. Die barocke Ausstattung m​it Büsten antiker römischer Kaiser u​nd Konsulen s​owie Reliefs glorifizierte d​ie Siege Jan III. Sobieski u​nd die Tugenden seiner Gemahling Königin Marysieńka. Auf d​en beiden Türmen stehen Statuen d​es Atlas u​nd das Titan. Nach d​em Tod v​on Jan III. Sobieski residierte s​ein Nachfolger König August II. d​er Starke h​ier bis 1700. August II. d​er Starke w​ar berühmt für d​ie großen u​nd ausschweifenden Feste, d​ie er i​n dem Schloss veranstaltete. Danach g​ing der Palast nacheinander i​n den Besitz d​er Magnatenfamilien Sieniawski, Lubomirski, Czartoryski, Potocki u​nd Branicki, d​ie den Palast i​n den Formen d​er folgenden Epochen umgestalteten. Der Palast w​urde 1944 n​ach dem Warschauer Aufstand v​on der deutschen Wehrmacht geplündert u​nd gebranntschatzt; i​hr ursprüngliches Ziel, dieses Symbol d​er polnischen Nation vollständig z​u zerstören, konnten s​ie jedoch aufgrund d​es Vorrückens d​er Roten Armee n​icht mehr verwirklichen. Der Palast w​urde in d​er nach d​em Zweiten Weltkrieg ursprünglichen Barockform wiederaufgebaut. Die Innenausstattung umfasst d​ie Stilrichtungen Barock, Rokoko u​nd Klassizismus. Zu besichtigen s​ind die Bibliothek, d​as Große Esszimmer, d​ie privaten Gemächer d​es Königs m​it Originalmöbeln, d​as Potocki-Museum i​m Etruskersaal m​it zahlreichen antiken Skulpturen a​us der Sammlung d​er Potockis u​nd die Wohnräume m​it zahlreichen Gemälden, darunter d​as bekannte Porträt v​on Jan III. Sobieski a​ls Türkenbekämpfer z​u Pferde. Die Sammlung v​on barocken Sargporträts i​st die größte a​uf der Welt. Besondere Beachtung verdient a​uch der Weiße Saal d​er Fürstin Izabela Lubomirska i​m Stil d​es Empire. Die parkseitige Fassade besitzt e​ine Sonnenuhr d​es Danziger Astronomen Johannes Hevelius, d​ie neben d​er Uhrzeit a​uch das Tierkreiszeichen anzeigt. Der Wilanów-Park w​urde im 17. Jahrhundert i​m Barockstil n​ach italienisch-französischem Vorbild a​uf einer Fläche v​on 43 Hektar angelegt. Später wurden Teile d​es Gartens i​m romantischen Stil umgestaltet. Zahlreiche Parkbauten u​nd Skulpturen schmücken d​en Park. Der älteste Teil d​es Gartens w​urde von Gerard Ciołek a​uf den Terrassen v​or dem Schloss i​n geometrischen Formen, Fontänen u​nd Figuren rekonstruiert. Im Englischen Park nördlich d​es Schlosses g​ibt es mehrere Sarkophage d​er Schlosseigentümer, Obelisken, Säulen, e​ine chinesische Altane u​nd eine Orangerie m​it einer Ausstellung d​er Bildhauerkunst u​nd Dekoration. Im Stil d​er Neorenaissance i​st der Rosengarten westlich d​es Palastes gehalten.

St.-Anna-Kirche

St.-Anna-Kirche

Die St.-Anna-Kirche i​m Park w​urde in d​en Jahren 1772 b​is 1775 für Adam Kazimierz Czartoryski i​m klassizistischen Stil errichtet u​nd 1857 b​is 1870 v​on Henryk Marconi u​nd Jan Kacper Heurich i​m Stil d​er Neorenaissance umgebaut.

Plakatmuseum

Hinter d​er monumentalen Fassade d​er alten Reitschule befindet s​ich ein modernes Gebäude d​er ältesten, angesehensten u​nd größten Kunstplakatsammlung d​er Welt.

Potocki-Mausoleum

Potocki-Mausoleum

Insbesondere das neogotische Grabmal über der Potocki-Gruft verdient Aufmerksamkeit. Das Mausoleum wurde 1799 bis 1892 errichtet, das Grabmal 1832 nach dem Projekt von Henryk Marconi mit den Skulpturen von Jakub Tatarkiewicz und Konstanty Hegel fertiggestellt.

Siehe auch

Quellen

Commons: Warschauer Königsweg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. siehe beispielsweise Peter H. Baumgarten (Leitung), Polen. Baedeker Allianz Reiseführer. Verlag Karl Baedeker, ISBN 3-87504-542-4, Ostfildern 1993, S. 412.
  2. Ulica Belwederska, Ulica Jana III Sobieskiego, Aleja Wilanowska: es handelt sich hierbei um die heute verwendeten Straßennamen, in der Vergangenheit wurden teilweise andere benutzt, wie Aleja Królewska (deutsch: Königliche Allee) für einen Teilabschnitt der heutigen Aleja Wilanowska.
  3. gem. Juliusz W. Gomulicki, Warschau, Verlag Arkady, gedruckt bei VEB Druckerei der Werktätigen in Halle (Saale), Warschau 1967, S. 8 verbindet der dort als „Königliche Hauptstraße“ bezeichnete Königsweg das Königsschloss mit den Lieblingsresidenzen dreier Warschauer Monarchen: Ujazdów, Łazienki und Wilanów.
  4. Amadio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. Juli 2001.
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