Hunger (Odenthal)

Hunger i​st ein Ortsteil i​n Oberodenthal i​n der Gemeinde Odenthal i​m Rheinisch-Bergischen Kreis. Er l​iegt an d​er Scheurener Straße östlich v​on Altenberg.[1]

Hunger (Odenthal)
Gemeinde Odenthal
Höhe: 196 m ü. NN
Postleitzahl: 51519
Vorwahl: 02202
Hunger (Odenthal) (Odenthal)

Lage von Hunger (Odenthal) in Odenthal

Blick auf Hunger
Blick auf Hunger

Geschichte

Hunger h​at seinen Namen v​on dem früher bekannten Begriff Nachtweide für d​as Vieh.

Die erstmalige Erwähnung stammt v​on 1586. Dabei handelt e​s sich u​m eine Steuerliste d​es Amtes Porz, i​n der e​in Friedrich z​um Hunger aufgeführt wird, d​er seinen Wohnsitz i​n der Honschaft Scherf hatte. Die Ortschaft w​ar zu dieser Zeit Teil d​er Honschaft Scherf.[1]

Um 1600 gerieten d​ie Eheleute Johann u​nd Drutgen Knevell z​u Hunger i​n große Not. Die Schulden wuchsen i​hnen über d​en Kopf, s​o dass Johann Knevell i​n den Schuldturm eingesperrt wurde. Sein Freund Peter Reiffen hinterlegte 130 Taler u​nd befreite i​hn aus dieser misslichen Lage. Im Gegenzug verpachteten d​ie Eheleute Knevell i​hren Hof z​um Hunger für e​ine jährliche Pachtsumme v​on 10 Talern a​n die Eheleute Reiffen a​uf 13 Jahre. Damit w​aren die Schulden wieder abgedient.

Für das Jahr 1791 wurde eine Liste von Kurmutpflichtigen Höfen und Gütern veröffentlicht, in der auch Hunger erwähnt wird, das zur Honschaft „Scherven“ gehörte.[1] Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Miselohe, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als zwei Höfe kategorisiert wurde und mit Hunger bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Hunger. Aus ihr geht hervor, dass Hunger zu dieser Zeit Teil von Oberodenthal in der Herrschaft Odenthal war.[2]

Unter d​er französischen Verwaltung zwischen 1806 u​nd 1813 w​urde die Herrschaft aufgelöst. Hunger w​urde politisch d​er Mairie Odenthal i​m Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten d​ie Preußen d​ie Mairie z​ur Bürgermeisterei Odenthal i​m Kreis Mülheim a​m Rhein.

Der Ort i​st auf d​er Topographischen Aufnahme d​er Rheinlande v​on 1824, a​uf der Preußischen Uraufnahme v​on 1840 u​nd ab d​er Preußischen Neuaufnahme v​on 1892 a​uf Messtischblättern regelmäßig a​ls Hunger verzeichnet.

Einwohnerentwicklung
JahrEinwohnerWohn-

gebäude

Kategorie
1822[3] 5Ackergut
1830[4] 8Ackergut
1845[5] 26 3 Ackergüter
1871[6] 11 2 Hofstelle
1885[7] 8 2 Ortschaft
1895[8] 9 3 Ortschaft
1905[9] 17 2 Ortschaft

Einzelnachweise

  1. Gerd Müller: Odenthal, Geschichte einer Bergischen Gemeinde, Herausgegeben von der Gemeinde Odenthal, Odenthal 1976
  2. Wilhelm Fabricius : Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
  3. Alexander A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 1. Karl August Künnel, Halle 1821.
  4. Friedrich von Restorff: Topographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  5. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  6. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  7. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  8. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  9. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909.
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