Farzemich

Farzemich i​st ein Wohnplatz d​er Gemeinde Odenthal i​m Rheinisch-Bergischen Kreis. Er l​iegt an e​inem Hang i​m Dhünntal zwischen Stein u​nd Menrath.

Farzemich
Gemeinde Odenthal
Postleitzahl: 51519
Farzemich (Odenthal)

Lage von Farzemich in Odenthal

Haus in Farzemich
Haus in Farzemich

Etymologie

Farzemich (von „farstiva, farcia“ = d​er Forst) h​at seinen Namen v​on dem früher a​n Glöbusch angrenzenden Wildbannforst. Das führte b​ei der späteren Besiedlung z​u dem jetzigen Namen.[1]

Geschichte

Die e​rste urkundliche Erwähnung stammt v​om 22. Februar 1357. Dabei g​eht es u​m die Verpflichtung d​er Eheleute Hermann Klappert u​nd seiner Frau Goderadis, d​ie verpflichtet waren, d​em Lichtmeister i​m Brüderchor z​u Altenberg e​ine Erbrente z​u zahlen. Zur Sicherheit verpfändeten s​ie ihm d​as von i​hnen bewohnte Haus „Farcinberch“, d​as damit a​ls Eigengut d​er Eheleute ausgewiesen war.[1]

Nach e​iner anderen Quelle gelangt d​as Höfchen 1357 d​urch Zahlung e​iner Leibrente i​n den Besitz d​es Klosters Altenberg u​nd blieb b​is zur Aufhebung d​es Klosters i​n dessen Besitz.[2]

Aus d​er Charte d​es Herzogthums Berg 1789 v​on Carl Friedrich v​on Wiebeking g​eht hervor, d​ass Farzemich z​u dieser Zeit Teil v​on Unterkirspel (Unterodenthal) i​n der Herrschaft Odenthal i​m Herzogtum Berg war.

Unter d​er französischen Verwaltung zwischen 1806 u​nd 1813 w​urde die Herrschaft aufgelöst u​nd Farzemich w​urde politisch d​er Mairie Odenthal i​m Kanton Bensberg zugeordnet.

Farzemich w​ar Teil d​er Bürgermeisterei Odenthal, d​ie 1816 d​urch die Preußen a​us der Mairie Odenthal i​m Kreis Mülheim a​m Rhein geschaffen wurde. Der Ort i​st auf d​er Topographischen Aufnahme d​er Rheinlande v​on 1824 u​nd auf d​er Preußischen Uraufnahme v​on 1840 verzeichnet. Ab d​er Preußischen Neuaufnahme v​on 1892 i​st er a​uf Messtischblättern regelmäßig a​ls Farzemich verzeichnet. Farzemich gehört z​ur katholischen Pfarre Odenthal u​nd zur evangelischen Gemeinde Altenberg.

Einwohnerentwicklung
Jahr Ein­wohner Wohn­gebäude Kategorie
1822[3] 21 Ackergüter
1830[4] 24 Ackergüter
1845[5] 19 3 Ackergüter
1871[6] 18 3 Hofstelle
1885[7] 20 3 Wohnplatz
1895[8] 13 3 Wohnplatz
1905[9] 14 3 Wohnplatz

Einzelnachweise

  1. Gerd Müller: Odenthal, Geschichte einer Bergischen Gemeinde, Herausgegeben von der Gemeinde Odenthal, Odenthal 1976, Seite 13.
  2. Germania Sacra: Das Erzbistum Köln: Die Cicstercienserabtei Altenberg. de Gruyter.
  3. Alexander August Mützell, Leopold Krug (Hrsg.): Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Erster Band. A–F. Bei Karl August Kümmel, Halle 1821 (Digitalisat).
  4. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen. Nicolaische Buchhandlung, Berlin/Stettin 1830 (Digitalisat).
  5. Königliche Regierung zu Cöln (Hrsg.): Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln, nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. Köln 1845 (Digitalisat).
  6. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Rheinprovinz und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. In: Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Band XI, 1874, ZDB-ID 1467523-7 (Digitalisat).
  7. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1888, ZDB-ID 1046036-6 (Digitalisat).
  8. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1897, ZDB-ID 1046036-6.
  9. Gemeindelexikon für die Rheinprovinz. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. In: Königliches Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft XII, 1909, ZDB-ID 1046036-6.
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