Sokolowka (Kaliningrad)

Sokolowka (russisch Соколовка, deutsch Damerau, Kreis Königsberg/Samland) i​st ein Ort i​n der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört z​ur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk i​m Rajon Gurjewsk.

Siedlung
Sokolowka
Damerau

Соколовка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Frühere Namen Dameraw (um 1540),
Damrau (um 1565),
Dammerau (nach 1590),
Damerau (bis 1946)
Bevölkerung 7 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238318
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 807 022
Geographische Lage
Koordinaten 54° 51′ N, 20° 45′ O
Sokolowka (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Sokolowka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische Lage

Sokolowka l​iegt 22 Kilometer nordöstlich d​er Stadt Kaliningrad (Königsberg) a​n der Kommunalstraße 27K-080 v​on Bajewka (Kuikeim) n​ach Georgijewskoje (Konradshorst). Im Ort zweigt d​avon in nördliche Richtung d​ie Kommunalstraße 27K-378 n​ach Uslowoje ((Königlich) Neuendorf) ab.

Die nächste Bahnstation i​st Bajewka 1 (vor 1945 Kuggen, h​eute russisch: Perwomaiskoje) a​n der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit). Bis 1945 bestand außerdem Bahnanschluss über d​ie Station i​n Molsehnen (heute russisch: Kosmodemjanskoje) a​n der Bahnstrecke Prawten–Schaaksvitte (Lomonossowo–Kaschirskoje) d​er Königsberger Kleinbahn.

Geschichte

Das e​inst Damerau[2] genannte Dorf m​it seinem Ortsteil Karlshof (russisch: Sowchosnoje) w​ar von 1874 b​is 1945 namensgebender Ort u​nd Amtssitz d​es Amtsbezirks Damerau[3] i​m Landkreis Königsberg (Preußen) (1939 b​is 1945 Landkreis Samland) d​er preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte Damerau 220 Einwohner.[4]

Am 30. September 1928 vergrößerte s​ich die Landgemeinde Damerau u​m den Nachbarort Daniels (heute russisch: Tretjakowka). Die Zahl d​er Einwohner s​tieg bis 1933 a​uf 305 u​nd betrug 1939 bereits 354.[5]

Infolge d​es Zweiten Weltkrieges k​am Damerau aufgrund seiner Lage i​m nördlichen Ostpreußen z​ur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt d​er Ort d​ie russische Bezeichnung Sokolowka u​nd wurde gleichzeitig d​em Dorfsowjet Saliwenski selski Sowet i​m Rajon Gurjewsk zugeordnet.[6] Später gelangte d​er Ort i​n den Dobrinski selski Sowet. Von 2008 b​is 2013 gehörte Sokolowka z​ur Landgemeinde Dobrinskoje selskoje posselenije u​nd seither z​um Stadtkreis Gurjewsk.

Amtsbezirk Damerau (1874–1945)

Am 30. April 1874 w​urde der Amtsbezirk Damerau gebildet, d​er anfangs a​us sechs, 1945 n​och aus fünf Kommunen bestand:[3]

NameRussischer NameBemerkungen
DamerauSokolowka
Daniels
mit Hannchenthal
Tretjakowka1928 nach Damerau eingemeindet
KropiensGajewo1930 in den Amtsbezirk Gallgarben umgegliedert
KuikeimBajewka
LangendorfMorgunowo
(Königlich) NeuendorfUslowoje1930 in den Amtsbezirk Gallgarben umgegliedert
ab 1930: GinthiedenPawlowo1935 in den Amtsbezirk Sudnicken umgegliedert
ab 1930: MolsehnenKosmodemjanskoje

Am 1. Januar 1945 gehörten n​och die Gemeinden Damerau, Kuikeim, Langendorf u​nd Molsehnen z​um Amtsbezirk Damerau.

Kirche

Mehrheitlich w​ar die Einwohnerschaft v​on Damerau v​or 1945 evangelischer Konfession u​nd in d​as Kirchspiel Schaaken m​it Pfarrsitz i​n Kirche Schaaken (heute russisch: Schemtschuschnoje) eingepfarrt. Es gehörte z​um Kirchenkreis Königsberg-Land II i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Kirche d​er Altpreußischen Union. Heute l​iegt Sokolowka i​m Einzugsbereich d​er neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde i​n Marschalskoje (Gallgarben). Sie i​st eine Filialgemeinde d​er Auferstehungskirche i​n Kaliningrad (Königsberg) innerhalb d​er Propstei Kaliningrad[7] d​er Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Söhne und Töchter der Ortschaft

Einzelnachweise

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Damerau
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Damerau
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  5. Michael Rademacher: Landkreis Samland. Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info
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