Hartmannswiller

Hartmannswiller (deutsch Hartmannsweiler) i​st eine französische Gemeinde m​it 637 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) i​m Arrondissement Thann-Guebwiller i​m Département Haut-Rhin i​n der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie i​st eine d​er 17 Mitgliedsgemeinden d​es Gemeindeverbandes Région d​e Guebwiller.

Hartmannswiller
Hartmannswiller (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Thann-Guebwiller
Kanton Guebwiller
Gemeindeverband Région de Guebwiller
Koordinaten 47° 52′ N,  13′ O
Höhe 244–944 m
Fläche 4,75 km²
Einwohner 637 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 134 Einw./km²
Postleitzahl 68500
INSEE-Code 68122

Mairie Hartmannswiller

Geografie

Hartmannswiller l​iegt am Fuße d​er Vogesen unterhalb d​es Hartmannswillerkopfes, e​twa 16 Kilometer nordwestlich v​on Mülhausen a​n der Elsässer Weinstraße u​nd war i​m Ersten Weltkrieg Schauplatz großer Schlachten.

Geschichte

Ein 1830 entdecktes Mosaik aus einer römischen Villa zeigt eine schon lange Besiedlungsgeschichte. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Hartmannswiller 1187 als Hadmanswilre, als dem Kloster Lützel (frz. Lucelle) von Papst Gregor VIII. Ländereien im Dorf zugesprochen wurden. Später ging das Dorf an das Bistum Basel und danach an das Bistum Straßburg. 1311 kauften die Herren von Waldner das Dorf für 100 Mark. Erst 1760 wurden sie endgültig Eigentümer der Ortschaft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Hartmannswiller wie das ganze Elsass mehrmals geplündert und gebrandschatzt. 1782 starben innerhalb von wenigen Tagen 82 Bewohner an der Pest.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Hartmannswiller als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Während des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 lag das Dorf zwischen den Fronten, was zur Folge hatte, dass es fast vollständig durch Artilleriefeuer zerstört wurde.

Kriegsgräberstätten a​us der Zeit d​er Schlacht u​m den Hartmannswillerkopf s​ind Nécropole nationale d​u Silberloch - Hartmannswillerkopf, Deutsche Kriegsgräberstätte Cernay u​nd Kriegsgräberstätte Guebwiller.

Bevölkerungsentwicklung

Anzahl Einwohner
Jahr 191019621968197519821990199920072017
Einwohner 556[1]387395427466503523661638

Sehenswürdigkeiten

In Hartmannswiller befindet sich

  • ein umfriedeter Kirchhof; dieser ist (neben Hunawihr) der besterhaltene im Elsass und als Monument historique eingetragen. Die Ringmauer, früher von Wassergräben umgeben, ist etwa einen Meter dick und mit zwei von ehemals drei Türmen und mit Schießscharten versehen. Das Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert zeugt von einer Zeit, in der es für die Dorfbewohner schwierig gewesen sein dürfte, sich vor den Angreifern zu schützen. Die ursprünglich vier bis fünf Meter hohe Mauer wurde 1862 aus Sicherheitsgründen auf eine Höhe von 2,70 m reduziert.
  • die Kirche St. Blasius (Saint-Blaise) aus dem 13. Jahrhundert. 1376 von Söldnern in Brand gesteckt, wurde sie im Lauf des 15. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Der Glockenturm trug einst einen Sattel, er wurde 1881 zu einem Turm mit Spitze umgebaut. Der Chor des Kirchenschiffes in gotischem Stil hat ein Sterngewölbe. Das Taufbecken stammt aus dem Jahr 1717.
  • ein gut erhaltenes Schloss, das noch aus der Zeit der Gründung stammt, als die Herren von Arthmannswihr das Dorf besaßen. Hinter dem Gebäude entdeckt man eine bemerkenswerte Burgwarte sowie an der Nordfassade eine große Schießscharte aus dem 13. Jahrhundert.
Südturm der Festungsmauer
St. Blasius, Nordseite
St. Blasius, Ostseite
St. Blasius, Innenansicht

Persönlichkeiten

  • Jean Baptiste Soehnlin (* 25. Februar 1825 in Hartmannsweiler; † 26. März 1890 in Neuf-Brisach), katholischer Geistlicher und Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Sergius Heitz (eigentlich Alfons A. Heitz; 1908–1998), katholischer und später orthodoxer Priester und Theologe, 10 Jahre lang Pfarrer in Hartmannsweiler

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Band 2. Flohic Editions, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 1189–1193.
Commons: Hartmannswiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kreis Gebweiler. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900
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