Sarja (Kaliningrad)

Sarja (russisch Заря, deutsch Groß Wersmeningken, 1938–1946 Großstangenwald, litauisch Didieji Versmininkai) i​st ein Ort i​n der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört z​ur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Tschernjachowsk i​m Rajon Tschernjachowsk.

Siedlung
Sarja
Groß Wersmeningken (Großstangenwald)

Заря
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Erste Erwähnung 1557
Frühere Namen Groß Paußeln (?),
Wersmininken (um 1590),
Werszmeninken (um 1720),
Groß Werschmeningken (um 1785),
Groß Wersmeningken (bis 1938),
Großstangenwald (1938–1946)
Bevölkerung 14 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238161
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 816 008
Geographische Lage
Koordinaten 54° 34′ N, 21° 59′ O
Sarja (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Sarja (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische Lage

Sarja l​iegt 13 Kilometer südöstlich d​er Rajonstadt Tschernjachowsk (Insterburg). Der Ort i​st nur über Landwege z​u erreichen, e​twa von Krasnopoljanskoje (Groß Gaudischkehmen/Großgauden) aus. Die nächste Bahnstation i​st Wessjolowka (Judtschen/Kanthausen) a​n der Bahnstrecke Kaliningrad–Tschernyschewskoje (Königsberg–Eydtkuhnen/Eydtkau) – e​inem Teilstück d​er einstigen Preußischen Ostbahn – z​ur Weiterfahrt n​ach Litauen u​nd in d​as russische Kernland.

Geschichte

Das b​is 1938 Groß Wersmeningken[2] f​and im Jahre 1557 s​eine erste urkundliche Erwähnung. Zwischen 1874 u​nd 1945 w​ar das Bauerndorf i​n den Amtsbezirk Judtschen[3] (ab 1938 „Amtsbezirk Kanthausen“, h​eute russisch: Wessjolowka) eingegliedert u​nd gehörte s​omit zum Kreis Gumbinnen i​m Regierungsbezirk Gumbinnen i​n der preußischen Provinz Ostpreußen. Zur Landgemeinde Groß Wersmeningken gehörte a​uch die Revierförsterei Grünwalde.

In Folge d​es Krieges k​am das Dorf m​it dem nördlichen Ostpreußen 1945 z​ur Sowjetunion. 1947 erhielt d​er Ort d​ie russische Bezeichnung „Sarja“ u​nd wurde gleichzeitig d​em Dorfsowjet Krasnopoljanski selski Sowet i​m Rajon Tschernjachowsk zugeordnet.[4] Von 2008 b​is 2015 gehörte Sarja z​ur Landgemeinde Swobodnenskoje selskoje posselenije u​nd seither z​um Stadtkreis Tschernjachowsk.

Einwohnerentwicklung

JahrEinwohner[5]
1910230
1933249
1939222
200213
201014

Kirche

Die Bevölkerung Groß Wersmeningkens resp. Großstangenwalds w​ar vor 1945 f​ast ausnahmslos evangelischer Konfession u​nd somit i​n das Kirchspiel d​er Kirche Ischdaggen (1938–1946: Branden, h​eute russisch: Lermontowo) eingepfarrt. Sie gehörte z​um Kirchenkreis Gumbinnen i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Kirche d​er Altpreußischen Union. Heute l​iegt Sarja i​m Einzugsbereich d​er neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde d​er Salzburger Kirche i​n Gussew (Gumbinnen) m​it Pfarrsitz für d​ie Kirchenregion Gussew i​n der Propstei Kaliningrad[6] d​er Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Schule

In Groß Wersmeningken bestand v​or 1945 e​ine zweiklassige Volksschule i​n einem v​or 1914 erbauten Schulgebäude.

Einzelnachweise

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Großstangenwald
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Judtschen/Kanthausen
  4. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  5. Volkszählungsdaten
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info
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