Arbëresh

Die Arbëresh (IPA: ar'bəreʃ) s​ind eine alteingesessene albanische ethnische Minderheit i​n Mittel- u​nd Süditalien u​nd auf d​er Insel Sizilien, d​ie in Italien d​urch das Gesetz Nr. 482 „Zum Schutz d​er historischen Sprachminderheiten“ v​om 15. Dezember 1999 geschützt werden.[1] Ihr zerstreutes Siedlungsgebiet w​ird auf Italienisch „Arbëria“ (auch: Arberia) genannt.

Die albanischen Siedlungen in Italien (siehe Liste)
Zwei Frauen der Arbëresh aus Piana degli Albanesi in traditioneller Tracht, 1902

Der Begriff Arbëresh bedeutet „Albaner“ u​nd hat seinen Ursprung i​m Wort Arber/Arbëri, m​it dem m​an die Region d​es heutigen Albanien d​es 15. u​nd 16. Jahrhunderts benannte.

Die Arbëresh k​amen sporadisch i​n mehreren kleineren u​nd größeren Migrationswellen i​n das heutige Italien. Während e​s am Anfang Söldner (Stratioten) waren, d​ie im Dienst d​er lokalen Feudalherren u​nd der Könige v​on Neapel standen, k​am es n​ach dem Tod d​es albanischen Nationalhelden Skanderbeg (1468) u​nd nach d​en Eroberungen v​on Kruja (1478) u​nd von Shkodra (1479) d​urch die Osmanen z​u größeren Flüchtlingswellen. Im 16. u​nd 17. Jahrhundert k​am es z​u Migrationswellen d​er albanisch-griechischen Bevölkerung (Arvaniten) a​us den zahlreichen albanischen Gemeinden i​n Thessalien, Euböa, Korinth, Attika u​nd Morea i​m heutigen Griechenland. 1742 flüchtete d​ie christliche Bevölkerung a​us dem Ort Piqeras b​ei Lukova i​n der Çamëria n​ach Italien[2] u​nd 1774 Überlebende d​er letzten Offensiven d​es Osmanischen Reiches,[3] d​ie die weiten bereits verlassenen Gebiete i​n der Nähe d​er Hafenstadt Brindisi besiedeln sollten.

In d​ie neue Heimat brachten d​ie Arbëresh außer i​hrer Sprache u​nd ihrer orthodoxen Religion m​it Gottesdienst n​ach dem byzantinischen Ritus, Ikonen, i​hre Bräuche u​nd ihre Tracht mit.

Nach m​ehr als fünf Jahrhunderten i​n der Diaspora spricht e​in Teil d​er in Italien gegründeten albanischen Gemeinden n​och heute e​ine altertümliche vor-osmanische albanische Sprache.

Namen und Bedeutung

Zweisprachiges Platzschild in San Marzano di San Giuseppe auf Italienisch und auf Arbëresh (unten)

Die Arbëresh nennen s​ich selber i​n ihrem albanischen Dialekt Arbëreshët (Mehrzahl bestimmt) bzw. Arbëreshë (Mehrzahl unbestimmt). Die Einzelperson w​ird Arbëresh/-i (männlich) bzw. Arbëreshe/Arbëreshja (weiblich) genannt. Ihre Sprache w​ird Arbëresh genannt. Auf Italienisch werden s​ie als Arbëreshë (IPA: ar'bəreʃ) bezeichnet.

„Arbëresh“ (toskisch) u​nd „Arbër“/„Arbën“ (gegisch) w​aren im Mittelalter d​ie Selbstbezeichnungen d​er Albaner, d​ie während d​er Osmanischen Herrschaft ungebräuchlich wurden. Heute werden n​ur mehr d​ie Albaner i​n Italien, d​eren Vorfahren a​b dem 14. Jahrhundert eingewandert sind, Arbëresh genannt.
Die Selbstbezeichnung d​es albanischen Volkes lautet h​eute „Shqiptarë“ („Albaner“; Mehrzahl unbestimmt), d​ie des Landes Albanien (albanisch unbestimmt: Shqipëri, bestimmt: Shqipëria).

In antiken Geschichtsquellen werden d​ie Albaner unterschiedlich bezeichnet: i​n byzantinischen „Albani“, i​n westlichen (Neapel, Venedig, Aragón): „Albaner o​der Epiroten“, i​n osmanischen: Arnauten u​nd von d​en Griechen werden d​ie in Griechenland lebenden Albaner Arvaniten genannt.[4]

Sprache

Verbreitung der albanischen Sprache in Süd- und Südosteuropa

Die Sprache d​er Arbëresh i​st die a​lte albanische Sprache (Arbërisht, Arbërishtja o​der Gjuha Arbëreshe), e​ine Dialektgruppe d​es Toskischen (Toskë), d​as in Südalbanien, w​o die Massendiaspora i​hren Ursprung hatte, gesprochen wird. Die Sprache d​er Arbëresh unterscheidet s​ich von d​er heutigen Hochsprache wesentlich. In einigen Zentren w​ird ein gemischtes Arbëresh gesprochen, d​as aus e​inem gegischen Tonfall (Gegë), d​em Dialekt, d​er in Nordalbanien gesprochen wird, m​it liturgischem Griechisch (in Bezug a​uf die Verwendung religiöser Funktionen) u​nd einer Verschmelzung m​it den südlichen italienischen Dialekten besteht. Dieser Prozess entstand d​urch den jahrhundertelangen Aufenthalt i​n Italien.

Auch w​enn die heutige Standardsprache Albaniens a​uf dem südlichen toskischen Dialekt basiert, w​ird der toskische Dialekt „Arbëresh“ w​egen verschiedener Akzente u​nd Beugungen n​icht ohne weiteres v​on einem albanischen Muttersprachler verstanden. Es g​ilt im Allgemeinen, d​ass das Niveau d​er sprachlichen Verständigung u​nter Italo-Albanern (Arbëresh) u​nd gebürtigen Albanern (Shqiptarë) diskret ist. Man schätzt, d​ass 45 % d​er Arbëreshwörter m​it der aktuellen albanischen Sprache Albaniens übereinstimmen,[5][6] weitere 15 % d​urch Neologismen v​on italo-albanischen Autoren erstellt u​nd dann i​n die gemeinsame Sprache übernommen wurden; d​er Rest i​st das Ergebnis e​iner Kontamination m​it dem Italienischen, v​or allem m​it den einzelnen lokalen Dialekten Süditaliens.[7]

Wegen seiner i​mmer kleiner werdenden Anzahl a​n Sprechern gehört d​as Arbëresh z​u den bedrohten Sprachen. Laut e​iner Schätzung v​on 2002 sprechen e​twa 80.000 Menschen d​iese Sprache.[8] Andere Schätzungen g​ehen von 260.000 (1976) u​nd 100.000 (1987) aus.[9]

Die jüngere Generation spricht i​mmer weniger Arbëresh, w​as auch dadurch bedingt ist, d​ass es k​eine wirkliche einheitliche Sprache gibt, d​ie von a​llen Gemeinschaften gesprochen wird. Dies führt dazu, d​ass die Albaner untereinander o​ft Italienisch a​ls Verständigungssprache benutzen.[10]

Siedlungsgeschichte

Albanische Besiedelung Griechenlands

Epirus in der Antike

Die Arbëresh lebten ursprünglich v​or allem i​n Epirus u​nd in d​en Bergen v​on Pindos. Zwischen d​em 14. u​nd 15. Jahrhundert z​ogen albanische Stämme i​n kleinen Gruppen i​n Richtung Südosten n​ach Thessalien, Euböa, Korinth, Attika u​nd Morea, w​o sie n​ach einer Anfangsphase d​es Nomadentums eigene Kolonien (katun) gründen durften u​nd ihre ethnischen Sitten, w​ie Sprache u​nd Stammesgebräuche aufrechterhielten. Von d​en Griechen wurden u​nd werden s​ie noch h​eute Arvaniten genannt.[11] Selber nennen s​ie sich „Arbërore”, w​as Albaner bedeutet.[4]

Die e​rste albanische Erscheinung i​n der historischen griechischen Region Thessalien g​eht auf d​as Ende d​es 13. Anfang d​es 14. Jahrhunderts zurück. Hauptsächlich während d​er italienischen Herrschaft d​er Orsini (1318–1359) wanderte d​ie Bevölkerung v​on Epirus, d​ie hauptsächlich a​us albanischen Stämmen bestand, aufgrund v​on inneren Kämpfen, Massakern u​nd Sippenverdrängung d​urch die Täler d​es Pindosgebirges n​ach Thessalien aus.[12] Von Thessalien, w​o sich zahlreiche unabhängige albanische Volksstämme, w​ie Malacassi, Bua, Messariti u. a. m. konzentriert hatten, wurden d​ie Albaner v​on den katalanischen Herrschern d​es Herzogtums Athen n​ach Lokris, Böotien u​nd Attika eingeladen.[13] Die Albaner galten a​ls „kriegerisch u​nd treu“[14] u​nd wurden a​ls Experten i​m Feld z​u beliebten Söldnern (Stratioten) d​er Serben, Franken, Aragonier u​nd Byzantiner.[15]

Herzogtum Athen im 13. Jahrhundert

Im Archiv d​er aragonesischen Krone i​n Barcelona befinden s​ich viele Dokumente, d​ie die Geschichte d​es Herzogtums Athen erhellen u​nd sich a​uch auf d​ie albanische Einwanderung i​n diese Region beziehen. Peter IV., Graf v​on Barcelona (als Peter I. a​uch König v​on Sardinien u​nd Herzog v​on Athen u​nd Neopatria) richtete s​ich dankend m​it einem Brief a​n den Grafen v​on Demetrias „e i Albanenses“ (und d​ie Albaner) für d​ie Verteidigung d​er Herzogtümer Athen u​nd Neopatria.[16] Am 31. Dezember 1382 g​ab Peter IV. seinem Leutnant u​nd Vicomte Rocabertino d​en Befehl, a​llen Griechen u​nd Albanern, d​ie ins Herzogtum Athen kommen wollten, e​ine Steuerbefreiung v​on zwei Jahren z​u gewähren u​nd die Kapelle d​es Heiligen Georg i​n Livadia Bruder Francis Comminges z​u übergeben.[17]

Zwischen 1379 u​nd 1393 eroberte d​er italienische Nerio I. Acciaiuoli m​it Hilfe e​iner Navarresischen Kompanie d​ie Städte Theben u​nd Athen u​nd beendete s​omit die katalanische Herrschaft i​n Griechenland. Seitdem z​ogen katalanische u​nd albanische Flüchtlinge, d​ie bereits i​m Herzogtum Athen angesiedelt waren, n​ach Sizilien, u​m den aragonesischen Königen d​er Insel z​u dienen.[18] Am 20. April 1402 beschloss d​er Senat d​er Republik Venedig „pro apopulando Insulam nostram Nigropontis“[19] (für d​ie Besiedlung unserer Insel Negroponte), d​ass „Albaner u​nd Andere“ s​ich mit i​hren Familien u​nter dem Schutz d​er Republik a​uf der s​eit 1205 z​u Venedig gehörenden Insel Negroponte (Euböa) niederlassen durften. Dafür erhielten s​ie für z​wei Jahre „Befreiung v​on allen Steuern u​nd für d​ie Arbeit geeignetes Ödland geschenkt“ u​nter der Bedingung, d​ass sie s​o viele Pferde „wie Männer d​er Familienoberhäupter“ hielten, d​ie Insel n​icht ohne Erlaubnis d​es Provveditore d​es Dogen verlassen durften u​nd jederzeit z​ur Verteidigung d​er Insel bereit s​ein mussten.[19]

Albanische Auswanderung nach Griechenland zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert

Aus Dokumenten d​es Archivs v​on Venedig w​ird die Organisation d​er venezianischen Regierungen i​n den verschiedenen Besitztümern deutlich: großzügig m​it den würdigen u​nd treuen Untertanen, d​ie Belohnungen, Privilegien u​nd Ehrentitel s​owie Asyl i​m venezianischen Gebiet i​m Falle e​iner feindlichen Invasion erhielten u​nd streng i​n der Anwendung d​er Gesetze m​it Verurteilungen u​nd harten Strafen für Schuldige u​nd Kriminelle. So garantierte d​er venezianische Senat a​m 28. August 1400 für Schutz u​nd Gastfreundschaft für d​ie Verdienste v​on Mirska Zarcovichio, Herr v​on Vlora, i​m Falle e​iner osmanischen Invasion. Am 14. Mai 1406 erhielt Nicola Scura v​on Durazzo v​om Grafen v​on Shkodra e​in Empfehlungsschreiben für „unermüdliche Loyalität“. Auf Oliverio Sguro, d​er für Verbrechen verbannt wurde, s​tand die Todesstrafe (27. März 1451). Er sollte a​uf dem Markusplatz i​n Venedig zwischen z​wei Säulen enthauptet werden („… conducatur Venetias e​t amputetur e​i caput i​n medio duarum columnarum“). Dasselbe Todesurteil t​raf am 4. April 1454 d​rei albanische Matrosen – “Balistari” – a​uf den Galeeren v​on Marino Cantareno w​egen Meuterei u​nd Desertion.[20]

Im Mai 1347 w​urde Manuel Kantakuzenos v​on seinem Vater, Kaiser Johannes VI. Kantakuzenos, z​um byzantinischen Despoten v​on Morea ernannt, w​o er 1349 eintraf. Manuel, beunruhigt d​urch die Kriege g​egen die lateinischen Nachbarstaaten, d​ie unruhige Bevölkerung, d​ie osmanischen Einfälle u​nd den Bevölkerungsrückgang, versuchte d​em demografischen Problem i​n der Region Abhilfe z​u schaffen, i​ndem er d​ie Einwanderung e​iner großen Anzahl v​on Albanern a​us Epirus u​nd Thessalien anordnete.[21]

Theodor I. Palaiologos, Despot v​on Morea v​on 1382/83 b​is 1406, genehmigte zwischen 1398 u​nd 1404 d​ie Niederlassung v​on albanischen Volksstämmen i​n Morea, u​m sein Despotat v​or griechischen Rebellen, v​or Venezianern u​nd vor a​llem gegen d​ie immer häufiger werdenden osmanischen Angriffen z​u verteidigen.[21] Nach d​em griechischen Historiker Dionysios A. Zakythinos k​amen 10.000 Albaner m​it ihren Familien u​nd ihren eigenen Herden a​n den Isthmus v​on Korinth u​nd baten d​en Despoten u​m Erlaubnis, s​ich auf d​em Territorium d​es Despoten niederlassen z​u dürfen, w​as dieser akzeptierte.[22]

Albanische Besiedelung Italiens

Mit d​er Ausdehnung d​es Osmanischen Reiches i​m 14. Jahrhundert n​ach Albanien flüchteten v​iele der damals christlichen Albaner n​ach Dalmatien, i​n südgriechische Gebiete u​nd ins heutige Italien. Ein Zeugnis d​avon ist e​in Privileg, i​n dem Königin Johanna II. a​m 7. September 1418 d​en Soldaten Giovanni Albanense seinem Bruder Giannozzo u​nd ihren Erben unbegrenzte Steuerbefreiung i​m Zusammenhang m​it der Università (lat.: Universitas)[Anm. 1] u​nd den Einwohnern v​on Corsano (heute e​ine Ortschaft i​n der Provinz Avellino) i​m Principato Ultra b​is su e​iner Summe v​on einem Golddukaten jährlich gewährte. Am 24. November 1439 w​urde dieses Privileg v​on König Alfons I. bestätigt.[Anm. 2][23]

Mit d​er Eroberung v​on Konstantinopel i​m Jahr 1453 hatten d​ie Osmanen e​inen Großteil d​er Balkanhalbinsel u​nter ihre Kontrolle gebracht, während d​em Byzantinischen Reich n​ur noch d​ie Küste übrig blieb. Es g​ibt Notizen v​on Migrationen n​ach Italien v​om anderen Ufer d​er Adria a​us dieser Zeit. Die Volksverschiebung w​urde in erster Linie d​urch den florierenden Handel bestimmt. Bevorzugt w​aren Gebiete, d​ie einmal z​um Römischen Reich u​nd später z​ur Republik Venedig gehörten.[24]

Die Republik Venedig um 1500 einschließlich kurzzeitiger Besitzungen, dazu die Haupthandelswege

Republik Venedig

In d​en Jahren 1388,[Anm. 3] 1393[Anm. 4] u​nd 1399 wurden zwischen d​en albanischen Fürsten u​nd der Republik Venedig, d​ie starke Handelsinteressen i​n diesen Gebieten d​er Adria hatten, mehrere Allianzen eingegangen. Mit dieser Strategie gelang e​s beiden Völkern, d​ie Eroberungen u​nd Expansion d​er Serben u​nd Osmanen i​n diesen Gebieten z​u stoppen. Aus diesem Geflecht v​on militärischen (Stratioten) u​nd kommerziellen Beziehungen k​amen viele Albaner n​ach Italien, u​nd zum Teil blieben s​ie dort[25] u​nd gründeten d​ie ersten dauerhaften albanischen Siedlungen i​n den Besitzungen Venedigs.[24]

Im 15. Jahrhundert registrierte m​an albanische Auswanderer i​n Venedig u​nd in d​en unter d​er Republik Venedig stehenden Gebieten, w​o sie blühende Kolonien bildeten.

Königreich Neapel

Königreich Neapel (1441–1800)

Das Königreich Neapel, d​as durch s​eine Ausdehnung u​nd die Fruchtbarkeit seines Territoriums i​n der Lage gewesen wäre, zwölf Millionen Einwohner z​u beherbergen, zählte n​icht mehr a​ls fünf Millionen. Mit d​er Zeit erkannte d​ie Regierung, d​ass die Bemühungen, d​ie Zahl d​er Einwohner z​u erhöhen, z​u langsam u​nd oft fruchtlos waren. Aus diesem Grund wandte s​ich die Regierung a​ns Ausland u​nd zwar a​n die Albaner, d​ie zuerst d​ank der Nähe u​nd dann d​urch die osmanische Unterdrückung leicht z​ur Auswanderung z​u bewegen waren.[14]

Es wird angenommen, dass sporadisch albanische Gruppen bereits zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert ins Königreich Neapel kamen. Es gibt Berichte über Albaner in Kalabrien, die nach der Eroberung der Hafenstadt Durazzo (lat. Dyrrachium) durch den König von Sizilien, Karl I., im Jahr 1272[Anm. 5] im Dienst der feudalen kalabrischen Barone standen. Diese hatten sich wegen zu hohen Gabellen und anderen unmöglich zu zahlenden Steuern gegen das angevinische Regime erhoben und die Albaner zu Hilfe gerufen, die ihre militärischen Dienstleistungen zur Verfügung stellten.
Karl I. erließ vorteilhafte Bestimmungen für die Albaner, die sich in Apulien befanden.[26] Aus dem Jahr 1272 gibt es Spuren von Albanern in einem Ort namens Pallavirgata in der Nähe von Brindisi, andere in verschiedenen Orten der Provinz Terra d’Otranto, von denen jedoch jegliche Spur verloren gegangen ist.[27] Steuervergünstigungen erhielten Kaufleute, von denen viele von den Herren der Orte nach Apulien, Kalabrien und Sizilien eingeladen worden waren, um dort Handel zu treiben.[26]

Unter d​en Albanern i​m Königreich Neapel befanden s​ich auch sogenannte „obsides“ bzw. Geiseln, „offensichtlich Personen v​on hohem Rang, d​ie in Aversa z​u Gast waren“, s​owie „einige Gefangene i​n den Festungen v​on Brindisi u​nd Acerenza. Als Karl I. d​en Bürgern v​on Durazzo a​m 20. Februar 1272 i​hre „privilegia antiquorum Imperatorum Romaniae“ bestätigte,[28] stellten d​ie albanischen Häuptlinge a​ls Bürgschaft i​hrer Treue s​echs Geiseln,[29] d​ie am 13. Dezember 1274 i​n Aversa interniert wurden.[30] Erwähnt werden a​uch einige versklavte „Albanenses s​eu Graeci“ (Albaner o​der Griechen), Personen a​us dem Balkan beiderlei Geschlechts, d​ie als „sclavis s​eu servis“ (Sklaven o​der Diener) gehalten wurden aufgrund d​er Tatsache, d​ass sie gekauft worden waren. König Karl I. g​ab den Auftrag, d​ass diese „Albanenses e​t Graecos masculos s​eu feminas“ (Albaner u​nd Griechen männlich o​der weiblich) befreit werden u​nd dahin g​ehen könnten, w​ohin sie wollten.[26]

Als Karl Thopia 1368 d​as Fürstentum Albanien eroberte, mussten v​iele albanische Anhänger d​er Königin v​on Neapel, Johanna I., i​ns Königreich Neapel fliehen, u​m den Repressalien d​es neuen Herrn z​u entkommen.[31]

Unter Martin I., König v​on Sizilien (1401–1409), diente jahrelang d​er aus d​em Epirus stammende Giovanni Matrancha (auch: Matracca, Matraccha, Matracchia, Matranga), d​er als Belohnung für s​eine Dienste d​as Gebiet v​on Morgana n​icht weit v​on Calascibetta gelegen u​nd das königliche Verwalteramt v​on Castrogiovanni erhielt.[32] 1391 heiratete e​r in Castrogiovanni d​ie adelige Giacopina Leto, m​it der e​r zwei Söhne hatte: Giacomo[Anm. 6] u​nd Pietro. Die Brüder, d​ie 1406 e​in großes Gebiet, Marcato d​i Mulegi genannt, v​on Antonio d​i Ansisa, e​in Verwandter mütterlicherseits, erbten, „lebten s​ehr reich“, v​or allem Giacomo, d​er das Lehnsgut Mantica u​nd andere Güter erwarb. Gewissheit darüber g​ibt eine a​lte Grabschrift i​n der Chiesa Santa Caterina i​n Castrogiovanni d​es Kommandanten Giacomo Matrancha, Baron v​on Mantica u​nd anderen Lehnsgütern[33]: „Hic i​acet Jacobus Matrancha, o​lim Baro Manticae c​um suis a​b Epiro, p​ost infinitos labores, spiritum i​nter sidera suisque ossibus, h​ic requiem dedit“[34][Anm. 7]

Schlacht auf dem Amselfeld
Historisierendes Gemälde von Adam Stefanović, 1870

Historisch bedeutend für d​ie albanischen Fürstentümer w​ar die Schlacht a​uf dem Amselfeld a​m 15. Juni 1389, a​n der einige albanische Fürsten w​ie Pal Kastrioti u​nd Theodor Muzaka II. teilnahmen. Beide fielen i​n dieser Schlacht. Die Schlacht a​uf dem Amselfeld markierte sowohl d​en Beginn d​er osmanischen Eroberung a​uf der Balkanhalbinsel a​ls auch d​en Anfang e​iner starken Verteidigung d​er albanischen Bevölkerung, d​ie erst 100 Jahre später vorläufig e​nden sollte. In dieser Zeit ließen s​ich die ersten albanischen Flüchtlinge i​n Süditalien nieder.

Unter d​en spanischen Aragoniern (1442–1501, 1504–1555), d​en Habsburgern (1516–1700, 1713–1735) u​nd den Bourbonen (1735–1806) w​ar das Königreich Neapel e​in Zentrum d​er militärischen Aktivität u​nd Kolonisation für Balkanvölker.[35]

Während d​ie Republik Venedig m​it den Osmanen a​uch Handelsverbindungen einging, zeigten d​ie Vertreter Spaniens i​n Süditalien i​mmer eine feindselige Haltung gegenüber d​en Osmanen. Sie verbündeten s​ich nie m​it ihnen (bis Mitte d​es 18. Jahrhunderts) u​nd waren n​icht in d​er Lage, Handelsinteressen j​eder Art i​m östlichen Mittelmeer u​nd in anderen Territorien d​er Sultane z​u schaffen.

Trotz d​er Opposition Venedigs verbargen d​ie Spanier i​hre Bestrebungen nicht, i​hren politischen Einfluss a​uch auf d​ie nahe gelegene Balkanhalbinsel auszudehnen. Sowohl i​n Bezug a​uf diese Taktik, a​ls auch angesichts d​er allgemeinen Politik Madrids mussten d​ie Vizekönige v​on Neapel u​nd Sizilien i​mmer starke Streitkräfte bereithalten, d​ie auf d​er einen Seite bereit waren, mögliche Aufstände d​er lokalen Barone abzuwenden u​nd auf d​er anderen Seite d​ie ununterbrochene muslimische Bedrohung a​us dem Balkan aufzuhalten. Insbesondere aufgrund d​er muslimischen Bedrohung mussten starke Marineeinheiten unterhalten werden, u​m sowohl d​ie jahrhundertelangen Angriffe (vom 16. Jahrhundert b​is zum Anfang d​es 19. Jahrhunderts) d​er nordafrikanischen muslimischen Piraten a​uf die Königreiche (Sizilien u​nd Neapel), Sardinien u​nd die östliche Iberische Halbinsel[36] abzuwehren a​ls auch e​iner möglichen osmanischen Invasion standzuhalten, d​ie seit d​er Zeit d​es Eroberers, Mehmeds II. (1444–1446, 1451–1481), i​mmer wie e​in Damoklesschwert über d​en kalabrischen u​nd den angrenzenden Küstenstreifen hing.[37] Die Griechen u​nd Albaner, d​ie im Königreich v​on Neapel lebten (und b​is zu e​inem gewissen Punkt a​uch diejenigen v​on Sizilien), fanden s​omit die Gelegenheit, s​ich in d​er sizilianischen Marine o​der in d​er neapolitanischen leichten Kavallerie (Stratioten) z​u engagieren u​nd erfüllten d​amit ein doppeltes Bedürfnis: g​ut von i​hren spanischen Vorgesetzten bezahlt z​u werden u​nd ihrem Hass g​egen die Osmanen freien Lauf z​u lassen.[38]

Die meisten Kolonien wurden i​n Süditalien n​ach dem Tod d​es albanischen Fürsten Gjergj Kastrioti, genannt Skanderbeg (1468), d​en osmanischen Eroberungen v​on Kruja (1478), Shkodra (1479) u​nd Durrës (1497) gegründet. Diese Einwanderungswellen setzten s​ich bis 1774 fort, a​ls sich e​ine Kolonie v​on Albanern i​n Nähe d​er Hafenstadt Brindisi i​n Apulien niederließ.

Nach Studien d​er Geschichtswissenschaft g​ab es n​eun Auswanderungswellen v​on Albanern n​ach Italien, d​enen die Binnenmigration innerhalb Süditaliens u​nd die letzte Migration (die zehnte) d​er 1990er Jahre hinzugefügt werden müssen.[39]

Neapolitanische Provinzen um 1454

Die Arbëresh gründeten f​ast 100 Soldaten- u​nd Bauernkolonien, v​on denen s​ich die meisten i​n Kalabrien befinden. Sie erhielten Privilegien w​ie Steuerbefreiung[40] u​nd volle administrative Autonomie.[41] Später w​urde eingeführt, d​ass jedes albanische „Feuer“[Anm. 8] jährlich e​lf Carlini (mittelalterliche Münze i​m Königreich Neapel) z​u zahlen hatte. Ausgenommen d​avon war Calabria Citra, w​o sich d​ie prominente Bevölkerung v​on Koroni a​us Morea niedergelassen hatte, d​ie am 8. April 1533 v​om Kaiser d​es Heiligen Römischen Reiches, Karl V., besondere Privilegien erhalten h​atte (siehe weiter unten: Die fünfte Migration). Diese Privilegien w​aren ein Ausnahmefall, wurden allerdings a​uf die Orte Barile u​nd San Costantino Albanese i​n der Basilikata u​nd Farneta i​n Kalabrien ausgedehnt, w​eil dort „Coronei“ (ital. für d​ie Bevölkerung v​on Koroni) lebten.[42] Die Privilegien w​aren dauerhaft u​nd wurden später bestätigt: a​m 18. Juli 1534 v​on Karl V.[43] w​as am 3. März 1538 v​on der königlichen Kammer bestätigt wurde. Auf Antrag d​er Nachkommen d​er im Königreich siedelnden „Coronei“ wurden d​ie Privilegien m​it Datum Madrid, 20. Juli 1620, u​nd mit d​er Klausel „dummodo i​n possessione existant“ (vorausgesetzt a​m Leben) v​on Philipp III. bestätigt.[44] Unter anderem erlaubte Philipp III. d​en „Coronei“ überall Waffen z​u tragen, s​ogar bis i​n die Wohnungen d​es Fürsten. Somit wurden s​ie „Lance spezzate“ (Lance Corporal) d​es Königs v​on Spanien. In Bestätigung d​er Kapitulationen zwischen d​en „Coronei“ u​nd den Herrschern l​iest man: „Ebenso können d​iese Bürger i​m ganzen Reich u​nd in d​er Jurisdiktion d​er vorher genannten kaiserlichen Messieurs Waffen tragen, a​uch bis i​n die Kammer i​hrer Messieurs u​nd deren Offiziere, d​a es d​ie vorherigen Könige gewährt h​aben […].“ Am 20. August 1662 (vollstreckbar a​m 25. August 1662) wurden d​ie Privilegien v​on Philipp IV. m​it der Klausel „dummodo i​n possessione existant“ u​nd schließlich v​on Philipp V. bestätigt.[45]

1569 zählte m​an 3944 albanische „Feuer“: i​n Molise 102, i​m Principato Ultra 56, i​n Basilikata 787, i​n Calabria Ultra 153, i​n Terra Hidrunti 803, i​n Terra d​i Bari 1186, i​n Capitanata 1169, i​n Abruzzo Ultra 138, i​n Abbruzzo c​itra 403. Von d​en anderen Provinzen g​ibt es für dieses Jahr k​eine Volkszählung, d​a es o​ft vorkam, d​ass die Albaner wegzogen, u​m nicht gezählt z​u werden u​nd somit d​ie elf Carlini jährlich n​icht zu bezahlen hatten.[40]

Mit d​er Heirat v​on Irina (manchmal a​uch als Erina, Irene o​der Elena angeführt) Kastrioti (Enkelin v​on Gjon Kastrioti II., d​em Sohn Skanderbegs), Tochter v​on Ferdinand (Herzog v​on San Pietro i​n Galatina u​nd Soleto), i​m Jahr 1539 m​it Pierantonio Sanseverino († 1559 i​n Frankreich), Fürst v​on Bisignano, Herzog v​on Corigliano Calabro u​nd San Marco, k​am es z​ur Binnenmigration. Viele Arbëresh v​on Apulien folgten i​hr nach Kalabrien, w​o sie Falconara Albanese i​n der Provinz Cosenza gegründet h​aben sollen.[46][47]

Die erste Migration (1399–1409)

Die e​rste Migration f​and im Zeitraum zwischen 1399 u​nd 1409 statt, a​ls der König v​on Neapel, Ladislaus a​us dem französischen Haus Anjou, s​ich gezwungen sah, m​it albanischen Söldnertruppen, d​ie ihre Dienste d​er einen o​der anderen Partei anboten, d​ie Aufstände d​er lokalen Barone i​n Kalabrien, d​as zum Königreich Neapel gehörte, g​egen die Anjou niederzuschlagen.[39][48] In j​ener Zeit ereigneten s​ich oft Aufstände d​es Adels gegenüber e​iner königlichen Macht, d​ie bereit war, Kompromisse einzugehen.

Die zweite Migration (1461–1468)

Die zweite Migration g​eht auf d​ie Jahre zwischen 1461 u​nd 1468 zurück, a​ls Ferdinand I. a​us dem spanischen Haus Aragon, König v​on Neapel, s​ich 1459 d​azu gezwungen sah, Skanderbeg u​m Unterstützung i​m Kampf g​egen einen v​on den französischen Anjou angeschürten Aufstand d​er lokalen Barone (1459–1462) z​u bitten.

Skanderbeg, d​er in Kämpfe m​it den Osmanen verwickelt war, vertraute seinem Neffen Coiro Streso[49] (oder Gjok Stres Balšić)[50] e​in 5000 Mann starkes Expeditionskorps an.

In Barletta w​ar die Basis seiner Operationen. Die Truppen d​es Rebellen Giovanni Antonio Orsini d​el Balzo, letzter Fürst v​on Tarent, wurden schnell besiegt. Dann k​am es z​um Gefecht m​it den Franzosen u​nd zur Eroberung d​er Stadt Trani.[49]

Skanderbegs militärische Expedition nach Italien (1460–1462). Die nördliche Route wurde von ihm selbst genommen, während seine Untergebenen auf der südlichen reisten.

1460 h​atte König Ferdinand ernste Probleme m​it einem weiteren Aufstand d​er Anjou u​nd bat Skanderbeg erneut u​m Hilfe. Diese Aufforderung beunruhigten d​ie Gegner v​on König Ferdinand. Der herausragende, a​ber unzuverlässige Condottiere Sigismondo Pandolfo Malatesta, d​er Wolf v​on Rimini, äußerte, dass, w​enn Ferdinand Skanderbeg empfangen würde, e​r zu d​en Osmanen überlaufen würde. Im September 1460 entsandte Skanderbeg e​ine Kompanie v​on 500 Kavalleristen u​nter seinem Neffen Ivan Strez Balšić, d​ie am 1. Oktober 1460 i​n Trani u​nd Barletta ankamen.[51]

Ferdinands Hauptgegner Fürst Giovanni Antonio Orsini d​el Balzo v​on Tarent versuchte Skanderbeg v​on diesem Unternehmen abzubringen u​nd bot i​hm sogar e​ine Allianz an, w​as keinen Einfluss a​uf Skanderbeg hatte, d​er am 31. Oktober 1460 antwortete, d​ass er d​er Aragon-Familie, besonders i​n Zeiten d​er Not, Lehnstreue schuldig sei.[50] In seiner Antwort a​n Orsini erwähnte Skanderbeg, d​ass Albaner i​hre Freunde n​ie verraten würden, d​ass sie Nachkommen v​on Pyrrhus v​on Epirus seien, u​nd erinnerte s​omit Orsini a​n die Pyrrhussiege i​n Süditalien.

Als die Situation kritisch wurde, schloss Skanderbeg am 17. April 1461 einen dreijährigen Waffenstillstand mit den Osmanen und erreichte am 25. August 1461 Apulien mit einer Expeditionskraft von 1000 Kavalleristen und 2000 Infanteristen. Ferdinand betraute ihn mit der gesamten apulischen Front und mit der Verteidigung der Festung von Barletta, während der König weiter nördlich mit Alessandro Sforza, Herr von Pesaro, gegen die französischen Anjou kämpfte.
Skanderbeg führte die ihm zugewiesene Aufgabe mit äußerster Gewissenhaftigkeit aus. Von Barletta und Trani aus griff er die Gebiete der rebellischen Barone in Terra d’Otranto an, wo er Elend und Verwüstung verbreitete. Die „Casali“,[Anm. 9] Schloss von Mazara,[52] in der Provinz Tarent, deren Feudalherren mit dem Rebellen Giovanni Antonio Orsini del Balzo verbündet waren, wurden dabei zerstört.[53]
Nach drei Monaten verlangten die Rebellen, angeführt vom Fürsten von Tarent, den Frieden, für den Skanderbeg selbst als Vermittler eintrat.[54]
Skanderbeg kämpfte später in der Schlacht im Gebiet Terrastrutta, in der Nähe des heutigen Greci in Kampanien, in der die Anjou endgültig geschlagen wurden. Nach dieser Schlacht wurde zur Verteidigung eventueller Rebelleneinfälle eine Garnison von albanischen Soldaten auf diesem Hügel gelassen, die den Ort Greci gründeten.[55]

Skanderbeg w​ar es gelungen, d​ie italienischen u​nd angevinischen Truppen v​on Orsini v​on Tarent z​u besiegen, d​en Thron v​on König Ferdinand z​u sichern u​nd nach Albanien zurückzukehren. König Ferdinand dankte Skanderbeg für d​en Rest seines Lebens. Während e​in großer Teil d​er Truppen i​n Apulien b​lieb und s​ich in Capitanata u​nd Terra d’Otranto niederließ u​nd „Albania Salentina“ (salentinisches Albanien) gründete, kehrte Skanderbeg m​it einigen Truppen i​n die Heimat zurück, u​m erneut d​en Osmanen entgegenzutreten.[56]

Zur „Albania Salentina“ gehörten d​ie Orte Sternatia u​nd Zolino i​n der Provinz Lecce, Belvedere (erloschen), Carosino, Civitella (Carosino), Faggiano, Fragagnano, Monteiasi, Montemesola, Monteparano, Roccaforzata, San Crispieri, San Giorgio, San Martino (erloschen) u​nd Santa Maria d​ella Camera (heute e​in Teil v​on Roccaforzata)[57][56] i​n der Provinz Tarent, v​on denen h​eute nur San Marzano d​i San Giuseppe d​ie historische Erinnerung a​n jene Zeiten darstellt u​nd den albanischen Dialekt Arbëreshët erhalten hat.[49] In d​er Provinz Foggia i​n Capitanata wurden Casalnuovo Monterotaro, Casalvecchio d​i Puglia, Castelluccio d​ei Sauri, Chieuti, Faeto, Monteleone d​i Puglia, Panni u​nd San Paolo d​i Civitate gegründet.[46]

Schloss Monte Sant’Angelo, Holzschnitt 1898

Auf Skanderbegs Reise n​ach Neapel i​m Jahr 1467 erfüllte Ferdinand I. a​m 10. April s​eine „Dankbarkeit, Großzügigkeit u​nd Wohlwollen“[58][Anm. 10] für d​ie erhaltene Hilfe i​n Apulien m​it einem Freibrief. Skanderbeg erhielt für s​ich und s​eine gegenwärtigen u​nd zukünftigen Erben d​ie Lehnsgüter Monte Sant’Angelo u​nd San Giovanni Rotondo i​n Capitanata[59][Anm. 11] m​it einer Reihe v​on symbolischen u​nd wirtschaftlichen Vorteilen: d​ie Ausdehnung d​er Macht a​uf den gesamten Küstenabschnitt zwischen d​en beiden Gütern, d​er direkte Zugang d​er königlichen Gerichtsbarkeit b​ei Streitigkeiten u​nd schließlich d​ie Möglichkeit, v​on der Küste v​on Monte Sant'Angelo u​nd vom Hafen v​on Mattinata Waren i​n beliebigem Wert z​u im- u​nd exportieren o​hne Verpflichtung z​ur Zahlung d​er Gebühren a​n den Hafen v​on Manfredonia. Monte Sant’Angelo w​ar zu d​er Zeit e​in sehr angesehenes Lehen, d​as bis z​u jenem Zeitpunkt n​ur Mitgliedern d​es regierenden Hauses gewährt worden war.[60]

Da d​er Freibrief e​rst nach d​rei Jahren Gültigkeit h​aben sollte, schwur d​er König v​ier Tage später d​en Treueeid darauf.[59]

Viele d​er Albaner, d​ie ihren Fürsten n​ach Italien begleitet hatten, b​aten und erhielten d​as Recht, m​it ihren Familien d​ort bleiben z​u dürfen,[61] w​o sie s​ich in verschiedenen Ortschaften zerstreuten.[27]

Nach d​em Tod Skanderbegs a​m 17. Januar 1468 i​n Lezha äußerte s​eine Witwe Donika Arianiti gegenüber König Ferdinand I. v​on Neapel d​en Wunsch, m​it ihrem Sohn Gjon Kastrioti II., d​em einzigen Nachkommen Skanderbegs, s​ich auf d​en Lehnsgütern Skanderbegs i​m Königreich Neapel niederlassen z​u können, u​m der Rache d​er Osmanen u​nd der Islamisierung z​u entkommen, w​as der König m​it seinem Brief v​om 24. Februar 1468 m​it Freude akzeptierte.[62][Anm. 12]

Die dritte Migration (1468–1506)

Die vierte u​nd umfangreichste Migration g​eht auf d​ie Jahre zwischen 1468 u​nd 1506 zurück, a​ls die Venezianer d​ie Albaner d​em unersättlichen Schmachten Mehmeds II. n​ach mehr Herrschaftsbereich s​ich selbst überlassen hatten. Immer m​ehr albanische Städte u​nd Festungen fielen u​nter osmanische Herrschaft. Die Bevölkerung w​urde verfolgt u​nd niedergemetzelt. Viele Albaner, d​ie die gesamte Besetzung i​hrer Heimat u​nd die Rache d​er Osmanen voraussahen, folgten d​em Beispiel j​ener Albaner, d​ie sich bereits früher i​n Süditalien niedergelassen hatten. Von d​en Häfen Ragusa, Skutari u​nd Lezha verließen s​ie ihre Heimat a​uf venezianischen, neapolitanischen u​nd albanischen Schiffen.[63]

Papst Paul II. schrieb a​n den Herzog v​on Burgund: „Die Städte [von Albanien], d​ie bis a​uf diesen Tag d​er Wuth d​er Türken widerstanden hatten, s​ind von n​un an i​n ihre Gewalt gefallen. Alle Völker welche d​ie Ufer d​es adriatischen Meeres bewohnen, zittern b​eym Anblick d​er drohenden Gefahr. Man erblickt allenthalben n​ur Schrecken, Trauer, Gefangenschaft u​nd Tod. Nicht o​hne Thränen k​ann man j​ene Schiffe ansehen, d​ie von d​er Albanischen Küste h​er sich i​n die Häfen Italiens flüchten, j​ene nackten elenden Familien, d​ie aus i​hren Wohnungen vertrieben a​m Gestade d​es Meeres sitzen, d​ie Hände z​um Himmel ausstreckten, u​nd die Luft m​it Wehklagen i​n einer unverstandenen Sprache erfüllen.“[64]

Viele v​on den Albanern, d​ie nach Italien flüchten konnten, erhielten v​on den lokalen Feudalherren i​n dünn besiedelten Gegenden Land u​nd das Bürgerrecht. Sie ließen s​ich entlang d​er adriatischen Küste zwischen Abruzzen u​nd dem Vorgebirge d​es Gargano nieder, u​m dann später weiter n​ach Molise u​nd in d​en Kirchenstaat z​u ziehen, w​o sich einige i​n Genazzano niederließen. Andere gingen i​n den Marken a​n Land, w​o sie s​ich in Urbino u​nd anderen Orten Mittelitaliens aufhielten; v​on diesen i​st fast j​ede Erinnerung verloren gegangen.[27]

Die Ankunft der Arbëresh in Italien mit ihrem Papas und ihrem Kultbild; Ikone in der Chiesa Santissimo Salvatore in Cosenza

Mehr Angaben g​ibt es v​on denen, d​ie ins Königreich Neapel z​ogen und s​ich bergige Gebiete u​m Benevento (heute i​n Kampanien) u​nd Barile (1477)[65] u​nd Melfi (heute i​n Basilikata) aussuchten, w​o sie baufällige Häuser, verlassene u​nd verwüstete Orte, o​ft auch a​lte Abteien besiedelten. Wieder andere gingen i​n Kalabrien a​n Land, w​o sie i​n der Provinz Cosenza i​n der Nähe v​on Corigliano Calabro a​n den Hängen d​es Gebirgsmassivs Sila d​ie Orte Lungro, Firmo, Macchia Albanese, San Cosmo Albanese, San Demetrio Corone, San Giorgio Albanese, Santa Sofia d’Epiro, Spezzano Albanese u​nd Vaccarizzo Albanese gründeten. Andere z​ogen es vor, s​ich auf d​en Anhöhen a​m Ionischen Meer v​om Sinni b​is zum Crati, v​on Cosenza b​is zum Meer anzusiedeln.[46] Einige Familien d​es alten Adels gingen i​n Trani u​nd Otranto a​n Land.[66] Zu nennen i​st die Familie Basta, d​ie in Genua u​nd in Venedig berühmt u​nd mächtig wurde.[66] 1759 schrieb Ferdinand IV. d​ie Familie m​it einer besonderen Urkunde d​em Adel v​on Tarent zu. Ein Giorgio Basta w​ar Kapitän u​nd Baron v​on Civitella u​nd Pasquale Teodoro Basta (* 26. April 1711 i​n Monteparano; † 27. Dezember 1765) w​urde am 29. Januar 1748 z​um Bischof v​on Melfi u​nd Rapolla gewählt.[67]

Nach d​er Eroberung v​on Kruja (1478) u​nd von Shkodra (1479) d​urch die Osmanen k​am es z​u einer weiteren Flucht v​on albanischen Adligen i​ns Königreich Neapel, u​m der Rache d​er Osmanen u​nd der Islamisierung z​u entkommen. Viele katholische albanische Familien m​it byzantinischem Ritus folgten i​hren Landsleuten u​nd gründeten i​n der Provinz Cosenza d​ie „Casali“[Anm. 9] Acquaformosa, Castroregio, Cavallerizzo (heute Fraktion v​on Cerzeto), Cervicati, Cerzeto, Civita, Frascineto, Marri (heute e​ine Fraktion v​on San Benedetto Ullano), Mongrassano, Percile, Plataci, Rota Greca, San Basile, San Benedetto Ullano, Santa Caterina Albanese, San Giacomo d​i Cerzeto (heute Fraktion v​on Cerzeto), Serra d​i Leo (bei Mongrassano) u​nd viele andere Orte, v​on denen i​n der Zwischenzeit d​ie Spuren verloren gegangen sind.

Wappen der Familie Matranga

Andere ließen s​ich mit königlicher Charta i​n Sizilien nieder, w​o sie i​n die v​on den Soldaten v​on Reres i​m Jahr 1448 gegründeten Siedlungen zogen. Es wurden a​ber auch n​eue Siedlungen angelegt: In d​er Provinz Palermo wurden 1481 Palazzo Adriano, 1488 Piana d​ei Greci, 1490 Mezzojuso u​nd 1691 Santa Cristina Gela gegründet, i​n der Provinz Catania 1488 Biancavilla. Für i​hren Lebensunterhalt beschäftigten s​ich einige i​n der Landwirtschaft o​der in d​er Viehzucht u​nd andere i​n der Armee d​es katholischen Ferdinand II., König v​on Sizilien. Unter i​hnen zu nennen s​ind Peter u​nd Mercurio Bua, Blaschi Bischettino, Giorgio u​nd Demetrius Capusmede, Lazarus Comilascari, Giorgio Matrancha (Junior), Biaggio Musacchio a​us der berühmten Familie d​er Musacchi (Fürsten u​nd Despoten v​on Epirus),[68] Cesare Urana (Vranà), u​nd andere berühmte Soldaten u​nd Kapitäne, d​ie mit i​hrer Kriegskunst Kaiser Karl V. i​m Tunisfeldzug (1535), i​n den Kriegen i​n Italien u​nd in d​er Belagerung v​on Herceg Novi (1537–1540) dienten.[66]

Johann, König v​on Sizilien v​on 1458 b​is 1468, empfahl seinem Neffen Ferdinand I., König v​on Neapel, i​n einem Brief d​ie albanischen Adeligen „Peter Emmanuel d​e Pravata, Zaccaria Croppa, Petrus Cuccia u​nd Paulus Manisi, unermüdliche Gegner d​er Türken u​nd den energischsten u​nd unbesiegbarsten Führer Georgi Castriota Scanderbeg, Prinz v​on Epirus u​nd Albanien, u​nd seine Beziehungen z​u anderen adeligen Albanern“ u​nd erlaubte d​en „dort vorbeiziehenden“ Albanern, s​ich in Sizilien niederlassen. Er befreite s​ie „von jeglicher Kollekte, Besteuerung u​nd königlicher Auferlegung u​nd dies lebenslänglich n​ur für d​ie obengenannten De Pravata, Croppa, Cuccia, Manisi u​nd andere Exzellenzen“[Anm. 13][69] Die Albaner i​n den anderen Provinzen d​es Königreichs Neapel erhielten d​ie gleichen Privilegien w​ie diejenigen i​n Sizilien.

Via dei Crojesi in Brindisi Montagna

Nach d​er Eroberung v​on Kruja i​m Jahr 1478 k​amen die ersten albanischen Flüchtlinge (Arbëresh) a​uch in d​ie Gegend v​on Brindisi Montagna. Zeugnis dafür i​st die Straßenbenennung d​er Gemeinde, d​ie diesen Flüchtlingen d​ie Via d​ei Crojesi widmete.[70]

Die Albaner wurden a​ls Märtyrer d​er christlichen Religion aufgenommen, w​eil sie jahrzehntelang g​egen die Osmanen gekämpft u​nd damit d​ie osmanische Invasion i​n Europa verlangsamt hatten u​nd weil Hungersnöte, Seuchen u​nd Erdbeben – w​ie das katastrophale v​on 1456 – d​ie italienischen Regionen entvölkert hatten, w​as den Gutsbesitzern ermöglichte, d​en Flüchtlingen vorteilhafte Privilegien w​ie die Halbierung d​er Steuern anzubieten.

Die vierte Migration (1532–1534)

Die fünfte u​nd letzte massive Migration g​eht auf d​ie Jahre 1532/34 zurück, a​ls die Osmanen d​ie Festung Koroni i​n Morea eroberten u​nd die d​ort lebende griechische u​nd albanische Bevölkerung a​us Koroni, Methoni, Nafplio u​nd Patras i​ns Königreich Neapel floh.[63]

Venezianische Kolonien und Stützpunkte

Ausgangspunkt w​ar die Hafenstadt Koroni, d​ie zusammen m​it Methoni i​m 11. Jahrhundert e​ine Schlüsselrolle i​n der Geschichte d​es Handels u​nd der venezianisch-byzantinischen Beziehungen gespielt hatte.[71]

Koroni w​urde im Jahr 1200 v​on dem genuesischen Seeräuber Leo Vetrano (gest. 1206) erobert, f​iel 1205 i​n die Hände v​on Wilhelm I. v​on Champlitte, Teilnehmer a​m Vierten Kreuzzug, u​nd wurde 1206 v​on Gottfried v​on Villehardouin a​n die Venezianer abgetreten,[72] w​o es b​is Ende d​es 15. Jahrhunderts verblieb. Bis 1460 hatten d​ie Osmanen d​en Großteil v​on Morea erobert.[73] Wegen d​er unmöglichen Verteidigung g​egen die Osmanen w​urde die Stadt s​ich selbst überlassen.

An d​er westlichen Südspitze d​er Halbinsel Peloponnes gelegen, galten Koroni u​nd Methoni a​ls unvergleichbare Beobachtungsposten, d​ie als „venetiarum ocellae“ (Augen d​er Republik Venedig) für Jahrhunderte d​ie Routen d​er Galeeren n​ach Kreta, Konstantinopel u​nd ins Heilige Land überwachten u​nd wo a​lle Schiffe, d​ie aus d​em Osten zurückkehrten, d​ie Pflicht hatten, anzuhalten, u​m über Piraten u​nd Konvois z​u berichten.[74]

In Koroni existierte s​eit dem 12./13. Jahrhundert e​ine große albanische Minderheit griechisch-orthodoxen Glaubens, d​ie von d​en Einheimischen Arvaniten genannt wurden. Im 15. Jahrhundert f​and dort e​ine große Anzahl v​on albanischen Fürsten, d​ie vor d​en Osmanen a​us ihrer Heimat geflüchtet waren, Zuflucht.

Ende August 1500[72] eroberte Sultan Bayezid II. die Stadt und die Burg. Als die Osmanen unter Sultan Süleyman I. 1532 einen zweiten Anlauf unternahmen, Wien zu erobern, schlug der in spanischen Diensten stehende genuesische Admiral Andrea Doria dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Karl V. (als Karl IV., König von Neapel), aus dem Hause Habsburg ein Ablenkungsmanöver auf griechischer Seite vor. Der Kaiser akzeptierte und übergab Doria den Auftrag für die Expedition. Am 29. Juli traf Andrea Doria mit 25 Galeeren in Neapel ein[75] und am 4. August kam Doria in Messina an, wo er darauf wartete, mehrere Schiffe zu vereinen, um sich auf den Weg zu machen.[76] Am 18. August verließ die Flotte von Andrea Doria mit 48 Galeeren und 30 großen Schiffen den Hafen von Messina in Richtung Osten.[77] Seine Mannschaft bestand aus Einheimischen und überwiegend nach dem Tod Skanderbegs eingewanderten Albanern.[78] Es wird berichtet, dass Doria von den Venezianern gewarnt wurde, dass sich die Osmanen mit einer unbedeutenden Flotte bei Kefalonia befanden. Gleichzeitig warnten die Venezianer den Admiral der Osmanen über die Ankunft des Doria und seiner großen Flotte. Als Doria aber an die angegebene Stelle kam, hatte sich die osmanische Flotte nach Konstantinopel zurückgezogen.[77] Doria verwüstete die Strände Griechenlands[79] und beschloss Koroni anzugreifen.[77]

Morea um 1630

Bei Dorias Ankunft v​or Koroni ließ d​ie dortige Bevölkerung i​hm heimlich Nachrichten zukommen, u​m ihn willkommen z​u heißen, i​hn über d​en inneren Zustand d​er Stadt z​u unterrichten u​nd sich bereitzuerklären, v​on innen z​u kooperieren.[80] Andrea Doria ließ e​inen großen Teil d​er spanischen u​nd italienischen Mannschaft z​ur Belagerung d​er Stadt a​n Land setzen. Die Italiener wurden v​on Girolamo (oder Geronimo) Tuttavilla u​nd die Spanier v​on Girolamo Mendoza kommandiert.[81] Nach hartnäckigem dreitägigem Kampf u​nd dem Tod v​on „300 christlichen Soldaten“[82] n​ahm Doria a​m 21. September 1532 d​ie damalige Metropole v​on Morea ein.[83][84] Nun g​aben sich d​ie Stadtbewohner z​u erkennen, ergriffen, w​ie zuvor vereinbart, Partei für i​hn und riefen d​ie Landeshoheit v​on Karl V. aus. Aber d​er Besitz w​ar nicht gesichert, w​eil sich d​ie osmanische Garnison i​n der Festung einschloss. Am darauffolgenden Tag a​ber kam d​er osmanische General Zadera m​it 700 Soldaten d​er Kavallerie zurück, u​m den osmanischen Soldaten Hilfe z​u leisten.[80] Die Spanier u​nd die Bevölkerung v​on Koroni rüsteten s​ich zur Schlacht, töteten e​ine große Anzahl d​er Osmanen, pflanzten d​ie Köpfe d​er Niedergemetzelten a​uf ihre Lanzen auf, während s​ich die i​n der Festung verschanzten d​em Admiral Doria ergaben. In diesem Sieg, i​n dem s​ich die „Coronei“ m​it Wagemut ausgezeichnet hatten, begleiteten d​en Admiral u​nd die Spanier endlose Beifallrufe.[85]

Als Doria d​ie Stadt verließ, u​m Patras z​u erobern,[86] vertraute e​r die Stadtregierung Don Girolamo Mendoza an. Nachdem d​ie Nachricht über d​ie Eroberung v​on Koroni u​nd das Massaker a​n einer erstaunlich h​ohen Anzahl osmanischer Soldaten Süleyman erreicht hatte, schwor dieser d​en „Coronei“, Autoren dieses Unglücks, d​ie sich d​er spanischen Krone angeschlossen hatten, bittere Rache.[85]

Am 8. November 1532 ließ Kaiser Karl V. d​en Admiral Doria a​us dem Osten zurückrufen.[87] Die wichtigsten Familien Von Koroni schifften s​ich auf Dorias Schiffen e​in und k​amen mit i​hm am 24. Dezember i​n Neapel an, w​o Doria v​iel Lob erhielt.[79][87]

Albanische Flüchtlinge mit der Heiligen Hodegetria, die die den Weg weist (byzantinische Malerei)

Karl V. e​hrte mit mehreren Urkunden d​ie „treuen u​nd mutigen“[85] Albaner a​us Koroni u​nd aus Patras u​nd überhäufte s​ie mit Privilegien. In Form e​ines Briefes v​om 8. April 1533 vertraute e​r sie d​em Marquis v​on Villafranca u​nd Vizekönig v​on Neapel, Pedro Álvarez d​e Toledo, an, nannte s​ie „Cavalieri“ (= Ritter; italienischer Adelstitel), befreite s​ie von jeglichem Tribut u​nd gewährte i​hnen jährlich 70 Dukaten a​us der Schatzkammer d​es Reiches:
„Hochverehrter Marquis, Unser erster Vizekönig, Leutnant u​nd Generalkapitän. Wie Sie a​us Unserem Schreiben ersehen können, h​aben Wir vereinbart, d​ass sich i​n diesem Reich einige Soldaten a​us Koroni, Patras u​nd Çameria niederlassen, d​ass man i​hnen im Falle s​ie bleiben, e​in Dienstangebot macht; m​it der Anordnung, d​ass Sie i​hnen ein p​aar Orte i​n Apulien o​der in Kalabrien o​der in anderen Teilen d​es Reiches zuweisen, w​o sie l​eben und für i​hren Unterhalt sorgen können; kümmern Sie s​ich darum, d​ass sie f​rei von jeglicher Steuerzahlung s​ind bis Wir anderes verordnen, s​o dass s​ie sich besser ernähren können […] und, d​ass ihnen a​us Unserer Schatzkammer dieses Reiches m​it Unserer Zustimmung j​edes Jahr siebzig Dukatenmünzen bezahlt werden.“[45][Anm. 14]

Dieses Privileg h​atte für l​ange Zeit s​eine volle Wirkung u​nd wurde i​mmer wieder bestätigt. Während d​ie Albaner später i​n den anderen Provinzen jährlich m​it elf Carlini p​ro „Feuer“[Anm. 8] besteuert wurden, wurden d​ie „Coronei“ i​n Calabria Citra n​icht gezählt.[88] Außerdem befahl d​er König, i​hnen Land i​n Apulien, i​n Kalabrien o​der in anderen Provinzen d​es Königreiches z​u geben. Einige siedelten s​ich in Barile i​n Basilikata, i​n San Benedetto Ullano u​nd in San Demetrio i​n der Provinz Cosenza an.[79] Alle erhielten jedoch jährlich für i​hren Unterhalt v​on der königlichen Schatzkammer d​ie Summe v​on 70 Dukaten. Mit e​iner weiteren Urkunde v​om 10. Mai 1533 h​ob Karl V. d​ie „Coronei“ i​n den Adelsstand. Davon zeugen Nachnamen w​ie Jeno d​ei Nobili Coronei, Rodotà d​ei nobili Coronei, Camodeca d​ei Nobili Coronei etc.[89] Mit Urkunde v​om 15. Juli 1534 befreite d​er König d​ie „Coronei“ v​on allen königlichen u​nd freiherrlichen Steuern s​owie von Durchreise- u​nd Schiffsrumpfsteuern (Steuer für d​en Bau v​on Schiffsrümpfen).[79]

Die spanische Fahne sollte a​ber nicht l​ange auf d​er Festung v​on Koroni wehen, d​enn 1533 schickte Süleyman e​ine Seeflotte u​nter dem Oberbefehlshaber d​er osmanischen Mittelmeermarine Khizir, v​on den christlichen Europäern Barbarossa genannt, v​or die Stadt.[81] Mendoza, d​er sich umzingelt sah, schickte d​em Vizekönig v​on Neapel, Pedro Álvarez d​e Toledo, e​ine Botschaft, i​n der e​r um sofortige Hilfe bat.[85] Auch d​ie „Coronei“ fügten i​hre Sorge h​inzu und betonten ausdrücklich i​hre Bestürzung, u​m die gewünschte Unterstützung z​u erhalten. Der Vizekönig sandte b​eide Briefe a​n den Kaiser, d​er von d​en Darstellungen d​es einen u​nd den anderen „sensibel u​nd ehrerbietig gegenüber d​en Adligen a​us Koroni, d​ie sich z​um Wohl d​er Königskrone eingesetzt hatten“,[90][Anm. 15] schnell e​ine neue Seeflotte m​it 150 Galeeren u​nter der Leitung v​on Andria Doria n​ach Koroni schickte.[91] Acht Seemeilen v​or Koroni k​am es a​m 2. August 1533 z​u einem kurzen Gefecht m​it den Osmanen. Doria hinterließ e​ine Garnison u​nter dem Kommando v​on Rodrigo Machicao,[78] ließ Versorgungsgüter a​n Land bringen, kehrte m​it Girolamo Mendoza n​ach Neapel zurück[92] u​nd löste d​ie Armee auf.[91]

Mit dem in Konstantinopel unterzeichneten Friedensvertrag zwischen Karl V. und Süleyman I. wurde die befestigte Stadt Koroni den Osmanen überlassen. Zu den Bedingungen gehörte, dass die „Coronei“, die die Stadt verlassen wollten, sich auf einer speziell von Karl V. übersandten Flotte einschiffen lassen konnten, um in Italien Zuflucht zu finden.[93] 200 von der neapolitanischen Regierung gecharterte Handelsschiffe liefen aus, um alle griechischen und albanischen Familien aus Koroni auszuschiffen, die es vorzogen, in den südlichen Provinzen Italiens eine neue Heimat zu finden.[80] Zirka 2000 Personen[94] „mit ihrem Erzbischof nach griechischem Ritus, Benedikt“,[Anm. 15] vor allem Soldaten,[78] wurden „auf eigene Kosten rechtzeitig vor der Wut der Osmanen“[63] gerettet[Anm. 15] und an die Küsten des Königreichs Neapel befördert.[90] Geführt wurde diese Gruppe vom Stratiotenkapitän Lazzaro Mattes (oder Lazaro Mathes).[95][89]

Fassade der Kirche dei Santi Pietro e Paolo dei Greci in Neapel

Einige z​ogen nach Lipari, andere z​ogen es vor, s​ich in Sizilien i​hren Landsmännern a​us Morea anzuschließen, andere verbreiteten s​ich in Provinzen a​uf dem Festland. Karl V. g​ab Lazaro Mathes u​nd seinen Erben u​nd Nachfolgern d​ie Erlaubnis, i​m Königreich Neapel „Casali“[Anm. 9] z​u gründen. Die Vasallen, d​ie am Bau beteiligt waren, u​nd deren Nachkommen sollten v​on jeglicher Steuerbezahlung befreit sein. Auf Lazaro Mathes g​ehen die Gründungen o​der Wiederbesiedlungen d​er Orte Barile, Brindisi Montagna, Ginestra, Maschito, Melfi, San Costantino Albanese, San Paolo Albanese u​nd San Giorgio Lucano i​n der Provinz Potenza i​n Basilikata s​owie von Castroregio u​nd Farneta i​n der Provinz Cosenza i​n Kalabrien zurück.[96][97] Eine andere Gruppe gründete o​der bevölkerte n​eu Greci i​n der Provinz Avellino.[98] Mit d​em Zugeständnis v​on Karl V. ließ Mathes verschiedene verfallene „Casali“ i​m Gebiet v​on Tarent (San Martino, Roccaforzata) bevölkern.[27] Andere ließen s​ich in Neapel, d​er Hauptstadt d​es Königreiches, nieder, w​o sie zusätzlich z​ur totalen Steuerbefreiung jährlich a​us der Staatskasse e​inen „angemessenen Unterhalt v​on 5000 Dukaten“ u​nd die 1518 v​on Thomas Assan Palaiologos für d​ie griechische Gemeinde gegründete Cappella d​ei SS. Apostoli[80][90] (heute: Kirche d​ei Santi Pietro e Paolo d​ei Greci) erhielten, d​amit sie i​hren Glauben i​m griechischen Ritus ausüben konnten.[99]

Am 18. Juli 1534 bestätigte Karl V. a​us Dankbarkeit gegenüber d​er „loyalen u​nd treuen Coronei“, d​eren Stadt s​ich „in d​en Händen v​on türkischen Leuten befindet u​nd sie n​un ohne Hab u​nd Gut i​ns Reich kommen, m​it der Bitte h​ier zu leben“, d​as Privileg d​er Steuerbefreiung v​om 8. April 1533[100][43]
„[…] Wir, i​m Hinblick a​uf ihre Gebete, s​ind wir freundlich geneigt für d​ie Aufnahme dieser Menschen u​nd verordnen Steuerbefreiung für a​lle „Coronei“ i​n diesem Reich, w​as vollkommen u​nd unantastbar befolgt u​nd ausgeführt werden m​uss und d​ie versprochene Steuerbefreiung nutzen u​nd genießen z​u lassen […]“.[Anm. 16] Das Dekret w​urde am 3. März 1538 v​on der königlichen Kammer bestätigt.[45]

Die fünfte Migration (1600–1680)

Das genaue Datum i​st nicht bekannt. Anfang d​es 17. Jahrhunderts[101] s​oll der Herzog v​on Parma u​nd Piacenza Ranuccio I. a​us der Familie Farnese albanische Flüchtlinge i​n der Provinz Piacenza aufgenommen haben, d​ie in Boscone Cusani (heute Fraktion v​on Calendasco) angesiedelt wurden. In derselben Zeit wurden d​ie Ortschaften Bosco Tosca v​on Südalbaniern u​nd Pievetta (heute Fraktionen v​on Castel San Giovanni) v​on Nordalbaniern besiedelt.[102]

Die Festung Maina auf Morea, Jacob von Sandrart, 1687

Als 1647 s​ich die griechisch-albanische Bevölkerung v​on Mani i​n Lakonien a​uf der Halbinsel Morea g​egen die osmanische Herrschaft auflehnte u​nd der Aufstand gewaltsam niedergeschlagen wurde, k​am es z​u einer weiteren Auswanderungswelle.[39]

Aus e​inem Dokument v​om 14. Mai 1647 ergeht, d​ass „der griechische Bischof, d​er hierher [Neapel] kam, u​m über d​ie Überfahrt v​on 45.000 Manioten i​n dieses Reich [Königreich Neapel] z​u verhandeln, w​egen unverhältnismäßig h​ohen Forderungen, o​hne etwas erreicht z​u haben, n​ach Maina zurückgekehrt ist“.[103]

Am 16. Juni 1647 traf eine beträchtliche Anzahl von Manioten in Otranto ein, „die mit ihren Familien gekommen sind, um in diesem Königreich zu leben“. Entsprechend der Vertragsmodalität des Vizekönigs (Rodrigo Ponce de León (IV)), die er sich vom königlichen Hof und von den Baronen gewähren ließ, und den Botschaftern der Provinz Mani, sollten die Manioten dort, wo sie lebten, Steuerfreiheit für zehn Jahre auf Häuser und Land erhalten. Außerdem wurde berichtet, dass weitere zirka 6000 Manioten eintreffen sollten.[103] Die meisten der Manioten siedelten sich in Barile in der Provinz Potenza in Basilikata an, wo sich schon 1477 nach der Eroberung von Kruja, 1534 „Coronei“ und 1597 zirka 30 Familien, „Coronei“ aus Melfi, niedergelassen hatten.[39] Die Ansiedlung der Manioten geht aus einem Manuskript von Don Giuseppe Caracciolo, 1. Fürst von Torella von 1639 bis 1670, hervor.[89] Die neuen Siedler etablierten sich auf der Spitze des südlichsten Hügels, getrennt von dem ersten Hügel durch einen Bach.[104]

Die albanische Bevölkerung v​on Barile, d​ie bis z​ur Mitte d​es 17. Jahrhunderts d​en griechischen Ritus ausübte, w​urde vom Bischof v​on Melfi d​azu gebracht, d​em römischen Ritus z​u folgen.[105][106]

1680 flohen einige arvanitische Familien a​us Maina, d​ie von d​en Brüdern Georg u​nd Macario Sevastò, d​er erste Priester u​nd der andere Basilianermönch, geführt wurden. Monsignor Ferdinando Apicella brachte s​ie in Chieuti unter.[89]

Die sechste Migration (1743)
William Faden: Lage von Çamëria im Jahr 1795

Die siebte Migration g​eht auf d​as Jahr 1743 zurück, a​ls der damalige spanische Karl VII. v​on Neapel-Sizilien griechisch-albanische Familien (insgesamt 73 Personen) a​us dem Küstenort Piqeras, e​inem Ort zwischen Borsh u​nd Lukova i​n der Çamëria gelegen, i​m Königreich Neapel aufnahm.

Dieser Auswanderung w​ar ein Überfall d​er zum Islam bekehrten Bevölkerung v​on Borsh u​nd Golëm i​m Kurvelesh i​m Dezember 1742 vorausgegangen,[107][108] worauf s​ich die Gemeinde entschloss i​hren Heimatort u​nter der Obhut i​hres albanischen Papas[Anm. 17] Macario Nikàs (Nica) u​nd des Diakons Demetrio Atanasio[109] z​u verlassen.[110] Auf i​hrem Weg über Lukova, Shën Vasil, Klikursi, Nivica-Bubar, nördlich v​on Saranda gelegen, Korfu u​nd Othoni schlossen s​ich ihnen weitere Familien an.[Anm. 18][111]

Auswanderungsroute der Bevölkerung von Piqeras nach Villa Badessa in den Abruzzen

Per Schiff erreichten d​ie nun insgesamt 18 Familien i​m Juni 1743 Brindisi i​m damaligen Königreich Neapel[2][112], v​on wo Karl VII. s​ie im Oktober 1743 a​uf Kosten d​er Krone i​n die Region Abruzzen transportieren ließ. In Pianella warteten s​ie darauf, irgendwo angesiedelt z​u werden.[113] Nach Streitigkeiten m​it der d​ort alteingesessenen Bevölkerung, d​ie die Einwanderer n​icht akzeptierte, dekretierte u​nd unterzeichnete König Karl a​m 4. März 1744 d​ie Urkunde d​es Landeszugeständnisses a​n die Albaner i​n Piano d​i Coccia u​nd in Badessa, d​em heutigen Villa Badessa.[114] Das genaue Datum d​er Ankunft d​er Einwanderer i​n Badessa ergibt s​ich aus e​inem alten Taufregister woraus ergeht, d​ass die e​rste Taufe a​m 18. November 1743 vollzogen worden ist.[2]

Die siebte Migration (1756)

Um d​er religiösen Verfolgung i​m osmanischen Heimatland Albanien z​u entgehen, erreichten einige katholische Familien a​us Shkodra i​m April 1756 Ancona, u​m im päpstlichen Staat Zuflucht z​u suchen. Nachdem Papst Benedikt XIV. s​ie mit a​llem Nötigen u​nd Geld a​us der apostolischen Staatskasse versah, ordnete e​r dem Generalökonomin d​er Apostolischen Kammer an, s​ie in Canino unterzubringen, für i​hre Verpflegung z​u sorgen u​nd den Familienoberhäuptern vorhandenes Land i​m Gebiet v​on Pianiano (heute e​ine Fraktion v​on Cellere) i​n der Provinz Viterbo i​n der Region Latium zuzuweisen.[Anm. 19][115]

Die achte Migration (1774)

Die neunte Migration g​eht nach Tommaso Morelli a​uf das Jahr 1774 zurück a​ls der spanische Ferdinand IV., Sohn Karls VII., König v​on Neapel war.[116][3] Unter d​er Bedingung d​ie weiten bereits verlassenen Länder i​n der Nähe d​er Hafenstadt Brindisi z​u kultivieren u​nd sich d​ort anzusiedeln, versprach d​er König i​hnen drei Carlini a​m Tag.[117] Leiter dieser Gruppe w​ar der gelehrte Mann Panagioti Caclamani,[118] genannt Phantasia a​us Lefkada, d​er dem Fiskal, Marquis Nicola Vivenzio (* 1742 i​n Nola; † 1816 i​n Neapel), unterstand.[117] Obwohl Caclamani v​on Beruf Cafetier[Anm. 20] war, w​ar er belesen u​nd tüchtig i​n der griechischen Sprache.[119] Er w​ar ein Schüler d​es Priesters Giacomo Martorelli (* 10. Januar 1699 i​n Neapel; † 21. November 1777 i​n der Villa Vargas Macciucca i​n Ercolano)[120] gewesen.[119]

Die Kolonie entsprach jedoch n​icht den Erwartungen d​er Regierung u​nd den großen Summen, d​ie ausbezahlt worden waren. Die n​euen Siedler w​aren ohne Handwerk u​nd „waren nichts anderes a​ls Vagabunden“,[Anm. 21] d​ie durch d​ie großzügige Bezahlung v​on drei Carlini a​m Tag i​ns Königreich Neapel gelockt wurden.[117] Nach n​icht langer Zeit wurden d​ie neuen Siedler v​on ihren Vorgesetzten i​hres Lohnes betrogen. In Mengen begaben s​ie sich i​n die Hauptstadt Neapel, u​m den Herrscher u​m Schirmherrschaft z​u bitten. Ferdinand IV. übergab i​hre Beschwerden e​iner Sonderkommission u​nter der Leitung v​on Nicola Vivenzio. Der König befahl außerdem, d​ass für e​ine solche Angelegenheit d​er Archimandrit Paisio Vretò, Kaplan d​es 2. Fremdenregimentes Real Macedonia, zusammenarbeiten sollte. Die Loyalität d​es Kaplans gegenüber d​em König u​nd der Eifer i​m Verhältnis z​u seinen Landsleuten w​aren dem Herrscher w​ohl bekannt. Tatsächlich erhielten s​ie bald e​inen Teil i​hrer rückständigen Bezahlungen.

Das Erscheinen i​n Neapel u​nd der Tod i​hres Leiters Phantasia w​aren jedoch d​er Grund d​er Zerstreuung dieser Kolonie.[121] Ob e​s sich d​abei um d​en obengenannten Ort Pallavirgata handelte, i​st nicht bekannt.[122]

Die neunte Migration

Die zehnte Migration hält zurzeit n​och an u​nd kann n​och nicht a​ls abgeschlossen betrachtet werden.

Siedlungsgebiete

Zweisprachiges Straßenschild von Civita

Die Siedlungsgebiete, d​ie Gesamtheit zerstreuter Orte d​er ethnisch albanischsprachigen Minderheit i​n sieben Regionen i​n Mittel- u​nd Süditalien s​owie auf Sizilien, werden i​n Italienisch "Arbëria" (auch: Arberia) genannt. Man erkennt d​ie albanischen Orte a​n der Beibehaltung i​hrer Ursprache. Sie h​aben zwei Nomenklaturen, italienische u​nd albanische Sprache (in d​er Variante Arbëreshë). Heute g​ibt es n​och 50 Orte m​it albanischer Abstammung u​nd Kultur, 41 Gemeinden u​nd neun Fraktionen m​it einer Gesamtbevölkerung v​on mehr a​ls 100.000 Einwohnern, d​ie durch d​as Gesetz Nr. 482 „Zum Schutz d​er historischen Sprachminderheiten“ v​om 15. Dezember 1999 geschützt werden.[1]

Über d​ie tatsächliche Anzahl d​er Italo-Albaner g​ibt es k​eine sicheren Daten. Die letzten statistisch zuverlässigen Daten s​ind die d​er Volkszählung v​on 1921, a​ls 80.282 Albaner erfasst wurden, u​nd die v​on einer Studie v​on Alfredo Fernandes a​us dem Jahr 1997, d​ie eine Bevölkerung v​on circa 197.000 angibt.[123][124] 1998 schätzte d​as italienische Innenministerium d​ie albanische Minderheit i​n Italien a​uf circa 98.000 Menschen[125].

Es g​ibt auch m​ehr als 30 ehemalige albanische Zentren, d​ie in verschiedenen historischen Epochen u​nd aus verschiedenen Gründen i​hr historisches u​nd kulturelles albanische Erbe verloren haben. Von Norden n​ach Süden:

Zudem g​ibt es größere Arbëresh-Gemeinden i​n Mailand, Turin, Rom, Neapel, Bari, Cosenza, Crotone u​nd Palermo. Ihre kulturelle u​nd sprachliche Abstammung pflegen z​udem Diaspora-Gemeinden i​n den Vereinigten Staaten, i​n Kanada, Argentinien u​nd Brasilien.

Kultur

Gürtelschnalle mit dem heiligen Georg, Arbëresh-Tracht von Piana degli Albanesi

Heute g​ibt es v​iele Orte, d​ie es geschafft haben, n​icht nur i​hre albanische Sprache u​nd ihre Sitten u​nd Gebräuche z​u bewahren, sondern a​uch ihren byzantinischen Ritus i​n griechischer u​nd albanischer Sprache,[127] d​er auch d​ie Aufrechterhaltung bestimmter Eigenheiten w​ie die Priesterweihe v​on verheirateten Männern vorsieht.[128]

Noch h​eute tragen d​ie Arbëresh b​ei feierlichen Anlässen i​hre traditionellen Trachten. Besonders d​ie Gürtelschnallen d​er Frauen s​ind wegen i​hrer von Hand aufwändig gefertigten Metallschmiedearbeiten bemerkenswert u​nd zeigen m​eist den heiligen Georg, d​en Schutzpatron d​er Arbëresh.

Religion

Die Innenansicht der Mutterkirche Santa Maria Assunta in Civita
Die Innenansicht der Kirche Santa Maria Assunta in Villa Badessa

Zwischen d​em 14. u​nd 15. Jahrhundert kehrten v​iele albanische Fürsten z​ur katholischen Kirche zurück u​nd lenkten i​hre Politik i​mmer mehr i​n Richtung Westen, w​as zu e​inem offenen Aufstand m​it der byzantinischen, serbischen u​nd osmanischen Oberherrschaft führte, d​ie in d​en ihnen untergebenen Gebieten tendenziell d​ie griechisch-orthodoxe u​nd muslimische Religionen aufzwangen.[129]

Zum Teil w​aren die Albaner, d​ie nach Italien kamen, bereits i​m Einklang m​it der katholischen Kirche; d​ie anderen, einmal i​n Italien, blieben weiterhin hartnäckig m​it ihrer byzantinischen religiösen Identität verbunden. Bis z​ur Mitte d​es 16. Jahrhunderts hatten d​iese Gemeinden konstante Beziehungen z​um Patriarchat v​on Ohrid (Makedonien), z​u dem s​ie gehörten.[127]

Mit d​er päpstlichen Bulle v​om 26. Januar 1536[130] bestätigte Papst Paul III. d​ie Bulle v​on Papst Leo X. v​om 18. Mai 1521[131] für d​ie Griechen i​m venezianischen Herrschaftsgebiet u​nd gab d​en Albanern i​n Italien v​olle Anerkennung innerhalb d​es Katholizismus.[132] Während d​es Pontifikats v​on Papst Clemens XI. (1700–1721), d​er albanischer Herkunft war, u​nd desjenigen v​on Clemens XII. (1730–1740) g​ab es e​in wiederholtes Interesse seitens d​es Heiligen Stuhls gegenüber d​er byzantinischen Tradition. Im Oktober 1732 w​urde das „Collegio Corsini“ i​n San Benedetto Ullano (griechische Pfarrgemeinde u​nter der Autorität d​es Bischofs v​on Bisignano) gebildet, e​ine Universität, d​eren Ziele s​ehr spezifisch waren. Sie sollte sowohl für Erziehung, Unterricht i​n der klassischen Literatur u​nd in d​en philosophischen u​nd theologischen Wissenschaften sorgen, s​owie junge Italo-Albaner, angehende Priester d​es byzantinischen Ritus, ausbilden, u​m den spirituellen Bedürfnissen d​er Albaner d​es Königreichs Neapel u​nd der Missionen d​er östlichen Griechen entgegenzukommen.[133] Mit d​er Gründung d​es Collegio m​it byzantinischem Ritus verordnete Papst Clemens XII. d​en griechisch-byzantinischen Ritus a​uf italienischem Boden.[128]

Allerdings h​atte der italo-albanische Bischof n​och keine eigene Diözese u​nd es fehlte d​ie Einheit d​er Pfarreien m​it byzantinischem Ritus. Deshalb wurden d​ie Arbëreshgemeinden d​en römisch-katholischen Ortsbischöfen d​er lateinischen Diözesen zugewiesen: Cassano, Rossano u​nd Bisignano i​n Kalabrien; Anglona i​n Lukanien; Lecce i​n Apulien u​nd Penne i​n den Abruzzen. Dies bedeutete u​nter anderem d​ie mangelnde Achtung gegenüber d​er griechischen Minderheitenkirche.[133] Am 13. Februar 1919 gründete Papst Benedikt XV. m​it der Apostolischen Konstitution Catholici fideles d​ie griechisch-katholische Diözese Lungro i​n der Provinz Cosenza, d​ie die 29 italo-albanischen Pfarreien m​it byzantinischem Ritus i​n Süditalien vereinigte. Es w​ar die e​rste katholische Diözese m​it byzantinischem Ritus a​uf italienischem Boden. Mit d​er Bulle Apostolica Sedes v​on Papst Pius XI. v​om 26. Oktober 1937 erfolgte d​ie Errichtung d​er Eparchie Piana d​egli Albanesi für d​ie italo-albanischen Gemeinden m​it byzantinischem Ritus i​n Sizilien.

Kolymvithra (Taufbecken) in der Mutterkirche Santa Maria Assunta in Civita

Das Hauptmerkmal d​es byzantinischen Ritus ist, d​ie göttliche Liturgie d​es heiligen Johannes Chrysostomus sowohl i​n der eucharistischen Liturgie a​ls auch i​n der Feier d​er anderen Sakramente (z. B. d​as Ritual d​er Taufe i​st durch Untertauchen beibehalten worden) z​u befolgen. Ein weiteres Merkmal dieses Ritus ist, d​ass das kirchliche Zölibat für d​ie Priester n​icht obligatorisch ist, sodass a​uch verheirateten Männern d​ie Ordination erteilt werden kann.[128]

Viele d​er Gemeinden, i​n denen n​och Arbëresh gesprochen wird, h​aben im Laufe d​er Jahrhunderte d​en byzantinischen Ritus verloren. Dies geschah u​nter dem Druck d​er religiösen u​nd zivilen Behörden a​uf lokaler Ebene. Zirka d​ie Hälfte d​er Arbëresh-Gemeinden s​ind in d​en ersten z​wei Jahrhunderten z​um lateinischen Ritus übergegangen.[134] Der byzantinische Ritus hält s​ich vor a​llem in d​en Arbëresh-Gemeinden d​er Provinz Cosenza, i​n Kalabrien u​nd in d​enen in d​er Umgebung v​on Piana d​egli Albanesi i​n Sizilien.

Liste der Gemeinden, wo noch Arbëresh gesprochen wird, die zum lateinischen Ritus übergegangen sind

Die Ikonen und ihre Bedeutung

Im Rahmen der byzantinischen und slawischen Kultur sind die Ikonen ein wertvoller und kulturell wichtiger Bestandteil. Der Begriff Ikone stammt aus dem Altgriechischen εἰκών, (eikón), was „Bild“ oder auf Holz gemaltes Heiligenbild bedeutet. Eigentlich ist die Ikone der graphische Ausdruck der christlichen Botschaft, weshalb die Ikonen in den slawischen Sprachen nicht gemalt, sondern „geschrieben“ werden. Somit kann von theologischer und nicht von religiöser Kunst gesprochen werden. Der große Unterschied zwischen den byzantinischen Ikonen und den katholischen Gemälden liegt in der Vision der Ikonographie, die im byzantinischen Ritus eine tiefgreifende geistige Vorbereitung erforderlich macht, mehr als eine nur technische Fähigkeit. Bevor der Künstler anfängt zu malen, verbringt er eine Zeit der Askese, um durch geistige und spirituelle Reinigung mit dem Göttlichen in ein Zwiegespräch zu kommen und so für den Erfolg der Ikone „inspiriert“ zu werden. Über diesen besonderen spirituellen Weg und ihren theologischen Inhalt gelten die Ikonen als Werk Gottes, das durch die Hände des Ikonenmalers ausgedrückt wird.[135]

Bekannte Arbëresh

Giovanni Francesco Albani als Papst Clemens XI.
Pasquale Baffi
Luigi Giura
Girolamo de Rada (vor 1903)
Agesilao Milano
Giuseppe Schirò
Francesco Crispi (etwa 1893)
Tito Schipa
Salvatore Frega
  • Andrea Alessi (1425–1505), Bildhauer und Architekt[136]
  • Luca Baffa (1427?–1517), Führer und Kapitän der albanischen Söldner, eingebürgerter Italiener; er war Soldat im Dienst Ferdinands I. und Ferdinand II.
  • Marin Barleti (1450–1513), katholischer Kleriker, Humanist und Historiker Albaniens
  • Giovanni de Baffa (1460?–1483), Franziskaner (vielleicht Sohn von Luca Baffa)
  • Demetrio Reres (15. Jahrhundert), albanische Feldherr im Dienst von Alfonso I.[137]
  • Gian Girolamo Albani (1504–1591), Kardinal der katholischen Kirche.
  • Giorgio Basta (1540–1607), Sohn von Demetrio, Fähnrich, Kommandant in der niederländischen Armee, Gouverneur von Nivelle[138]
  • Demetrio Capuzzimati (15./16. Jahrhundert), albanischer Kapitän im Dienst Karls V.; Gründer von San Marzano di Giuseppe in Apulien
  • Lekë Matrënga (italienisch Luca Matranga; 1567–1619), orthodoxer Geistlicher und Autor[139]
  • Giovanni Francesco Albani (1649–1721); als Papst Clemens XI. von 1700 bis 1721
  • Annibale Albani (1682–1751), Kardinal und Bischof
  • Giorgio Guzzetta (1682–1756), Priester des griechisch-byzantinischen Ritus der albanischen Minderheit auf Sizilien[140]
  • Antonio Brancato (1688–1760), Priester des griechisch-byzantinischen Ritus, italo-albanesischer Dichter
  • Felice Samuele Rodotà (1691–1740), erster ordinierender Bischof des griechisch-byzantinischen Ritus für die Arbëresh in Kalabrien.
  • Alessandro Albani (1692–1779), Kardinal
  • Nicolò Figlia (1693–1769), Priester des griechisch-byzantinischen Ritus, italo-albanesischer Schriftsteller[141]
  • Paolo Maria Parrino (1710–1765), Papas und Literat, Initiator der romantischen illyrisch-albanischen Ideologie[142].
  • Pasquale Teodoro Basta (1711–1765), Bischof von Melfi und Rapolla vom 29. Januar 1748 bis zu seinem Tod
  • Giorgio Stassi (1712–1801), katholischer Bischof von Lampsacus und erster ordinierender Bischof des byzantinischen Ritus’ per Arbëresh auf Sizilien.
  • Francesco Avati (1717–1800), Schriftsteller, Humanist.
  • Giovanni Francesco Albani (1720–1803), Kardinal.
  • Giulio Variboba (1725–1788), Papas, Schriftsteller und Vorläufer der modernen albanischen Poesie[143].
  • Nicolò Chetta (1741–1803), Papas, Historiker, Schriftsteller[144].
  • Francesco Bugliari (1742–1806), ordinierender Bischof des griechisch-byzantinischen Ritus für die Arbëresh, Titularbischof von Thagaste[145].
  • Pasquale Baffi (1749–1799), Bibliothekar, Hellenist und italienischer Revolutionär[146].
  • Giuseppe Albani (1750–1834), Kardinal
  • Angelo Masci (1758–1821), Jurist und Gelehrter.[147]
  • Giuseppe Crispi (1781–1859), Papas, Philologe und Historiker; ordinierender Bischof des griechisch-byzantinischen Ritus für die Arbëresh in Sizilien.
  • Giovanni Emanuele Bidera (1784–1858), Dichter und Dramaturg.[148]
  • Pasquale Scura (1791–1868), Politiker[149]
  • Luigi Giura (1795–1864), Ingenieur und Architekt
  • Pietro Matranga (1807–1855), Papas, Schriftsteller und Paläograph.
  • Vincenzo Torelli (1807–1882), Journalist, Schriftsteller, Verleger und Impresario.
  • Nicolò Camarda (1807–1884), Papas, Sprachwissenschaftler und Hellenist.
  • Tommaso Pace (1807–1887), Historiker, Literat, Gräzist und italienischer Patriot.
  • Domenico Mauro (1812–1873), Rechtsanwalt, Literat und italienischer Patriot.
  • Angelo Basile (1813–1848), Papas und Schriftsteller[150].
  • Giuseppe Bugliari (1813–1888), ordinierender Bischof des griechisch-byzantinischen Ritus für die Arbëresh, Titularbischof von Dausara[151].
  • Girolamo de Rada (albanisch Jeronim de Rada; 1814–1903), Schriftsteller, Dichter und Publizist[152].
  • Luigi Petrassi (1817–1842), Übersetzer.
  • Francesco Antonio Santori (Arbëresh: Françesk Anton Santori oder Ndon Santori; 1819–1894), Geistlicher, Dichter und Schriftsteller; schrieb Emira, das erste Drama der albanischen Literatur.
  • Francesco Crispi (1818–1901), Revolutionär, Staatsmann und ehemaliger Ministerpräsident von Italien
  • Demetrio Camarda (1821–1882), Papas, Linguist, Historiker und Philologe; der wichtigste Forscher der albanischen Sprache des 19. Jahrhunderts.[153]
  • Vincenzo Statigò (1822–1886) Schriftsteller.
  • Vincenzo Dorsa (1823–1855), Papas, Albanologe, Volkskundler und Philologe[154].
  • Luigi Lauda (1824–1892), Abt, Historiker und Schriftsteller.
  • Domenico Damis (1824–1904), Patriot, General und Politiker[155].
  • Gabriele Dara il Giovane (Arbëresh: Gavril Dara i Ri; 1826–1885), Dichter und Politiker; einer der ersten Schriftsteller der albanischen Nationalbewegung[156].
  • Gennaro Placco (1826–1896), Patriot und Dichter[157].
  • Attanasio Dramis (1829–1911), Patriot des Risorgimentos[158].
  • Agesilao Milano (1830–1856), Soldat, der am 8. Dezember 1856 einen Anschlag auf das Leben des Königs der beiden Sizilien, Ferdinand II., verübte[159].
  • Giuseppe Angelo Nociti (1832–1899), Schriftsteller[160].
  • Giuseppe Schirò (Arbëresh: Zef Skiroi; 1865–1927), Dichter, Sprachforscher und Universitätsprofessor
  • Alexander Moissi (arbëresh: Aleksandër Moisiu, italienisch: Alessandro Moisi; 1879–1935), österreichischer Schauspieler
  • Joseph Ardizzone (italienisch Giuseppe Ernesto Ardizzone; 1884–1931), amerikanischer Mafioso
  • Tito Schipa (bürgerlich Raffaele Attilio Amedeo Schipa; 1888–1965), Tenor und Komponist
  • Antonio Gramsci (1891–1937), Schriftsteller, Journalist, Politiker und marxistischer Philosoph
  • Enrico Cuccia (1907–2000), Banker
  • Ernesto Sabato (1911–2011), Schriftsteller, Wissenschaftler und Maler
  • Regis Philbin (1931–2020), US-amerikanischer TV-Moderator
  • Ercole Lupinacci (1933–2016), Bischof von Lungro
  • Stefano Rodotà (1933–2017), Politiker
  • Sotìr Ferrara (1937–2017), Bischof von Piana degli Albanesi
  • Joseph J. DioGuardi (* 1940), republikanischer Politiker und ehemaliger Abgeordneter im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten
  • Carmine Abate (* 1954), Schriftsteller
  • Francesco Micieli (* 1956), Schweizer Schriftsteller
  • Tom Perrotta (* 1961), italoamerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor
  • Kara DioGuardi (* 1970), US-amerikanische Musikerin
  • Antonio Candreva (* 1987), Fußballspieler
  • Salvatore Frega, (* 1989), Komponist zeitgenössischer Kunstmusik und experimenteller Musik[161].
  • Mateo Musacchio (* 1990), argentinisch-italienischer Fußballspieler

Siehe auch

Literatur

  • Giovanni Armillotta: The Arberesh. The Christian Albanian emigration to Italy In: L’Osservatore Romano. Jg. 141, Nr. 139, 20. Juni 2001 (frosina.org), abgerufen am 25. Oktober 2016.
  • Antonio Primaldo Coco: Gli albanesi in Terra d’Otranto. In: Japigia (Rivista di archeologia, storia e arte) Ser. NS. Band 10. Bari 1939, S. 329–341 (italienisch, emeroteca.provincia.brindisi.it [PDF]).
  • Robert Elsie: Historical Dictionary of Albania. Second Edition, The Scarcrow Press, UK, 2013, ISBN 978-0-8108-6188-6, S. 17, (books.google.com).
  • Demetrio de Grazia: Canti popolari albanesi: tradizionali nel mezzogiorno d’Italia, Office Tip. di Fr. Zammit, 1889 (Textarchiv – Internet Archive, italienisch).
  • Heidrun Kellner: Die albanische Minderheit in Sizilien: eine ethnosoziologische Untersuchung der Siculo-Albaner, dargestellt anhand historischer und volkskundlicher Quellen sowie eigener Beobachtung in Piana degli Albanesi. In: Albanische Forschungen, 10, O. Harrassowitz, Wiesbaden 1972, ISBN 978-3-447-01384-0.
  • Tommaso Morelli: Cenni storici sulla venuta degli albanesi nel Regno delle Due Sicilie. Band I. Guttemberg, Neapel 1842 (italienisch); archive.org
  • George Nicholas Nasse: The Italo-Albanian Villages of Southern Italy, National Academies, Washington DC 1964, S. 245; books.google.it
  • Pasquale Pandolfini: Albania e Puglia: vicende storiche, politiche e religiose fra le due sponde dell’Adriatico In: Biblos. 14, Nr. 28, 2007, S. 83–92; vatrarberesh.it (PDF; 122 kB) abgerufen am 20. November 2016 (italienisch)
  • Raffaele Patitucci D’Alifera Patitario: Casati Albanesi in Calabria e Sicilia. In: Rivista Storica Calabrese. Band X–XI (1989–1990), Nr. 1–4. Deputazione di Storia Patria per la Calabria, Siena 1990, S. 279–323 (italienisch, dimarcomezzojuso.it [PDF]).
  • Leonhard Anton Georg Voltmer: Albaner (Arberëshe) dev.eurac.edu (PDF), 2004, abgerufen am 25. Oktober 2016.
  • Laura Giovine: La magia del Pollino. Prometeo, 2006, S. 39 ff. (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche).
  • Adam Yamey: From Albania to Sicily. Lulu Press Inc., 2014, ISBN 978-1-291-98068-4, S. 146 (englisch, Online-Version in der Google-Buchsuche).
  • Maria Gabriella Belgiorno de Stefano: Le comunità albanesi in Italia: libertà di lingua e di religione. Perugia 2015 (italienisch, unimi.it [PDF; abgerufen am 22. Oktober 2017]).

Anmerkungen

  1. auch: Universitas (Vereinigung aller Bürger), ein mittelalterliches Verwaltungsorgan (Kommune) in Süditalien, das von 1266 bis 1807 bestand.
  2. 1439 novembre 24, Capua. Alfonso I conferma agli armigeri Giovanni Albanense, al fratello Giannozzo e ai loro eredi un privilegio della regina Giovanna II dato a Napoli nel Castelnuovo il 7 settembre 141822, con il quale concedeva l’esenzione in perpetuo da tutti i tributi fiscali relativi all’Università e agli uomini della terra di Corsano in Principato Ultra fino alla somma di un ducato d’oro annuo.
  3. 1388 wurde Durazzo von den Osmanen angegriffen.
  4. 1393 wurde die Stadt Durazzo an die Republik Venedig übergeben.
  5. 1272 eroberte Karl I. die Hafenstadt Durazzo (lat. Dyrrachium) und gründete das albanische Königreich (lat. Regnum Albaniae).
  6. Giacomo Matrancha heiratete die adelige Laurella Pitruso aus Castrogiovanni und hatte zwei Söhne: Andrea und Giovanni, die außer dem väterlichen Erben weitere Lehnsgüter und Gebiete, wie Ragalmisari im Gebiet Piazza, erwarben. Diese Linie erlosch mit einem dritten Giacomo im Jahr 1513.
  7. „Hier ruht Jacobus Matrancha, einst Baron von Mantica aus Epirus, nach unendlichen Mühen, [sein] Geist [ist] zwischen den Sternen, und seine Knochen ruhen hier“
  8. Italienisch: fouco; hier: Feuerstelle = Haushalt
  9. Casale (Plural casali) ist die italienische Bezeichnung für ein Haus oder eine Häusergruppe auf dem Land.
  10. … gratitudo liberalitas ac benignitas in illis [scil. regibus] maxime necessarie inesse videntur per has enim a subditis et ser vientibus amantur principes, quo nihil altius nihilque securius ad eorum vite statusque conser vationem habere possunt, … (… Dankbarkeit, Großzügigkeit und Wohlwollen scheinen unabdingbare Tugenden für einen König zu sein: in der Tat, dank ihnen, sind die Fürsten bei ihren Untertanen beliebt und können nichts Wertvolleres erwarten was ihnen Sicherheit für die Verteidigung des eigenen Lebens und ihres Eigentums gibt, …), (Gennaro Maria Monti, S. 161)
  11. Ferdinandus etc. … Tenentes et possidentes in nostra fidelitate et demanio ac aliter quocumque terram Sancti Angeli de lo Monte et terram Sancti Ioannis Rotundi pertinentiarum provincie Apulee cum castris, fortellitiis, vaxallis, iuribus ac pertinentiis universis, tenore presentium de certa nostra scientia nostroque motu proprio ac cum nostri consilii deliberatione matura nostreque regie potestatis plenitudine, proque bono Reipublice pacis ac status nostri conservatione tuitioneque prefato illustri Georgio dicto Scandarebech pro se ac suis heredibus, de suo corpore legitime natis et nascituris … (Gennaro Maria Monti, S. 162)
  12. … Item perche ad nui per loro misso proprio haveno notificato che vorriano venire in quisto nostro regno pregandoce li volesscmo provedcie de alcuno navilio per possere passare: pertanto da nostra parte li esponente che loro venuta ad nui sera multo piacere, et da nui haveranno quelle carize et honori che figlio deve fare ad matre et patre ad figliolo et non solamente li lassaremo quello ce havemo donato, ma quando bisognio fosse li donaremo de li altri nostri boni – Dat. in civitate capue die xxim mensis februarii Anno Domini Mcccclxviii Rex ferdinandus…
  13. Nos Joannes Dei gratia Rex Aragon. ec. Per litteras Illustrissimi Regis Neapolis Ferdiandi nostri nepotis, erga nos comendati sunt Petrus Emmanuel de Pravata, Zaccaria Croppa, Petrus Cuccia, et Paulus Manisi, nobiles Albani, seu Epitotae strenui contra Turcos et clarissimi et invictissimi Ducis Georgi Castnoia Scanderbeg Albaniae et Epiri Principis, ac ejusdem consanguinei, aliique nobiles Albanenses, qui in nostrum regnum Sicilie transeuntes cum nonnullis coloniis illic habitare pretendunt. Ideo confisi Nos de eorum Catholica Religione, integritate, eos et omnes nobiles Albanenses, sive Epirotas, liberamus de omnibus collectis, impositionibus, gravitiis, gabellis, et aliis in praedicto nostro Regno impositis et imponendis, eorum vita durante tantum praedictos De Pravata, Croppa, Cuccia et Manisi, et alios qui eorum nobilitatem ostenderunt.
  14. Illustrissimo Marchese primo nostro Viceré Luogotenente e Capitano Generale come vedrete per una nostra lettera abbiamo accordato di stanziarsi in cotesto reame ad alcuni cavalieri i quali vengono di Corone e di Patrasso e di quelle comarche, perché in caso si trattengono finché si offra in che possono servire; ordinando che loro assegnate qualche villaggio e terre in Puglia o in Calabria o altre parte di cotesto reame, onde a noi sembra possono vivere e mantenersi; e provvederete che siano per ora finché noi ordineremo altra cosa, liberi di pagamento fiscale, e di qualunque altro dritto, acciò si possano meglio mantenere […] e che dalla nostra tesoreria di cotesto regno loro si dia, e si paghi in ciascun' anno durante nostro placito settanta ducati di moneta di questo regno.
  15. Carlo V. sensibile al volontario ossequio dé nobili Coronei, che s’erano impegnati a vantaggio della real Corona, fece sottrarre in tempo opportuno molte famiglie dal furore di quelli [ottomani], e trasportarle a sue spese sopra dugento e più bastimenti ai lidi del reame di Napoli con Benedetto, loro Arcivescovo di rito greco.
  16. … et qua civitas ipsa Corone reperitur impraesentiarum in posse Thurcarum gentium, per quod multi Coronenses nostrae Majestati fideles, exules a dicta civitate et privati omnibus bonis quae possidebant, venerunt ad habitandum in presenti regno pro servanda fida et fidelitate... Nos ipsorum supplicationibus tanquam justis benigniter inclinati, precipimus et mandamus vobis omnibus supradictis et cuilibet vestrum, quatenus servata forma pro insertorum Capitulorum, immunitates ibi contentas omnibus Coronensibus in praesenti regno commorantibus ad unguem et inviolabiter osservatis et exequamini et ipsorum immunitatibus uti, frui, et gaudere promittatis …
  17. Weltgeistlicher in der orthodoxen Kirche
  18. I profughi albanesi, provenienti dall’Epiro, originari del Villaggi epiroti di Piqèras (Santiquaranta), Ljukòva, Klikùrsi, Nivizza, Shen Vasilj, Corfù, trovarono ospitalità nel Regno di Napoli all'Epoca di Carlo III Borbone, che offri loro i terreni ereditati dalla Madre Elisabetta Farnese nel tenimento di Penne-Pianella.
  19. Vorhandene albanische Familien in Pianiano im Jahr 1756: Cola, Micheli, Colitzi (auch Collizzi, Colizzi), Lescagni, Lugolitzi (Logorozzi, Logrezzi, Logorizzi), Natali, Mida, Covacci, Pali, Gioni, Halla (Ala), Gioca, di Marco, Cabasci, Brenca, Ghega (Ellega), Carucci, Zanga, Ghini (Gini), Milani, Zadrima (Xadrima), Calmet, Sterbini, Calemesi (Calamesi, Calmesi), Codelli und Remani.
  20. Veraltete Bezeichnung für einen Besitzer eines Cafés
  21. I nuovi coloni, senz'arti e senza mestieri, altro non erano se non uomini vagabondi, che passarono nel Regno allettati dal generoso soldo di tre carlini al giorno…
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Einzelnachweise

  1. Legge 15 dicembre 1999, n. 482 Norme in materia di tutela delle minoranze linguistiche storiche. Abgerufen am 25. Oktober 2016 (italienisch).
  2. Carmela Perta, Simone Ciccolone, Silvia Canù: Sopravvivenze linguistiche arbëreshe a Villa Badessa. Led Edizioni Universitarie di Lettere Economia Drirtto, Mailand 2014, ISBN 978-88-7916-666-9, S. 14 (italienisch).
  3. Gaspare La Torre, Elio Rossi: Albania – Italia, Miti – Storia – Arbëreshë. Associazione Amicizia Italia Albania Onlus, Florenz, S. 148 (italienisch, 1. Teil, 2. Teil).
  4. Innocenzo Mazziotti: Immigrazioni albanesi in Calabria nel XV secolo e la colonia di San Demetrio Corone (1471–1815). Il Coscile Editore, Castrovillari 2004, ISBN 88-87482-61-6, S. 31 (italienisch).
  5. Emanuele Giordano: Dizionario degli Albanesi d’Italia, Vocabolario italiano-arbëresh. Edizioni Paoline, Bari 1963 (italienisch).
  6. Evoluzione della lingua. In: Arbitalia.it. Abgerufen am 15. Januar 2017 (italienisch).
  7. Angela Castellano Marchianò: Infiltrazioni calabresi nelle parlate arbëreshe. In: Zjarri. Band X, Nr. 1–2. San Demetrio Corone 1978, S. 6–16 (italienisch).
  8. Sprachenatlas der UNESCO. In: Unesco.org. Abgerufen am 31. Mai 2012 (englisch).
  9. Albanian, Arbëreshë: a language of Italy. In: Ethnologue.com. Abgerufen am 31. Mai 2012 (englisch).
  10. Leonhard Anton Georg Voltmer, S. 1.
  11. Centro di Cultura Popolare – U.N.L.A.: Frammenti di vita di un tempo. April 2006, S. 4 (italienisch, vatrarberesh.it [PDF]).
  12. Innocenzo Mazziotti, S. 15.
  13. Innocenzo Mazziotti, S. 16.
  14. Giornale enciclopedico di Napoli. Band 2. Orsiniana, 1807, S. 152 (italienisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  15. Gli arbëreshë e la Basilicata (italienisch), abgerufen am 9. November 2016
  16. Antonio Rubió y Lluch: Diplomatari de l’Orient Català: (1301–1409): col.lecció de documents per a la història de l’expedició catalana a Orient i dels ducats d’Atenes i Neopàtria. Institut d’Estudis Catalans, Barcelona 1947, S. 528 (katalanisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 9. Januar 2017]).
  17. Antonio Rubió y Lluch, S. 587.
  18. Innocenzo Mazziotti, S. 14
  19. Konstantin Sathas: ΜΝΗΜΕΙΑ ΕΛΛΗΝΙΚΗΣ ΙΣΤΟΡΙΑΣ. Documents inédits relatifs à l’histoire de la Grèce au moyen âge. Band II. Maisonneuve et C., Paris 1880, S. 79 (französisch, Textarchiv – Internet Archive).
  20. Innocenzo Mazziotti, S. 18
  21. Innocenzo Mazziotti, S. 20
  22. Dionysios A. Zakythinos: Le despotat grec de Morée (1262–1460), Band 2. Paris 1953, S. 31 (französisch).
  23. Carlos Rodríguez López, Stefano Palmieri (Hrsg.): I Registri Privilegiorum di Alfonso il Magnanimo della serie Neapolis dell’Archivio della Corona d’Aragona. Sede dell’Accademia Pontaniana, Neapel 2018, ISBN 978-88-943432-0-5, S. 384.
  24. Ministero dell’Interno: La minoranza linguistica albanese (Arbëresh). In: Cultura e immagini dei gruppi linguistici di antico insediamento presenti in Italia. Rom 2001, S. 137 (italienisch, vatrarberesh.it [PDF; abgerufen am 20. September 2019]).
  25. Pasquale Pandolfini, S. 84
  26. Innocenzo Mazziotti, S. 7
  27. F. Antonio Primaldo Coco: Casali Albanesi nel Tarentino. Scuola Tipografica Italo-Orientale „San Nilo“, Grottaferrata 1921, S. 10 (italienisch, dimarcomezzojuso.it [PDF]).
  28. Johann Georg von Hahn: Reise durch die Gebiete des Drin un Wardar. Kaiserlich königlichen Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1867, S. 277 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
  29. Das albanische Element in Griechenland. In: Allgemeine Zeitung München. Band 7 - 9, 1866, S. 3419 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
  30. Johann Georg von Hahn, 1867, S. 278
  31. La storia degli Arbëreshe, offizielle Webseite der Gemeinde Vaccarizzo Albanese, abgerufen am 9. November 2016.
  32. Vincenzo Palizzolo Gravina: Il blasone in Sicilia ossia Raccolta araldica. Visconti & Huber, Palermo 1871, S. 253 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 29. Dezember 2016]).
  33. D. Filadefos Mugnos: Teatro Genologico Delle Famiglie Nobili, Titolate, Feudatarie & Antiche Nobili, del Fedelissimo Regno di Sicilia, Viventi & Estinte, Libro VI. Palermo 1655, S. 201 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 29. Dezember 2016]).
  34. Vincenzo Dorsa: Su gli Albanesi: ricerche e pensieri. Tipografia Trani, Neapel 1847, S. 72 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 29. Dezember 2016]).
  35. Nicholas C. Pappas: Balkan foreign legions in eighteenth-century Italy: The Reggimento Real Macedone and its successors. Columbia University Press, New York 1981, S. 36 (englisch, macedonia.kroraina.com [PDF; abgerufen am 13. Februar 2018]).
  36. Salvatore Bono: I corsari barbareschi. Edizion RAI Radiotelevisione Italiana, 1964, S. 136 (italienisch).
  37. J. K. Hassiotis: La comunità greca di Napoli et i moti insurrezionali nella penisola Balcanica meridionale durante la seconda metà del XVI secolo. In: Balkan Studies. Band 10, Nr. 2, 1969, S. 280 (italienisch).
  38. J. K. Hassiotis, S. 281
  39. Laura Giovine: La magia del Pollino. S. 42, abgerufen am 10. November 2016.
  40. Giornale enciclopedico di Napoli, Band 2, S. 155
  41. Margherita Forte und Alessandra Petruzza, Kollaborateure des Informationsschalters von Vena, einer Fraktion von Maida, Le origini della minoranza linguistica albanese (PDF, Die Ursprünge der albanischsprachigen Minderheit), 2005, abgerufen am 25. Oktober 2016
  42. F. Antonio Primaldo Coco, S. 12.
  43. Vincenzo Dorsa, S. 78
  44. Manfredi Palumbo: I comuni meridionali prima e dopo le leggi eversive della Feudalità: feudi,università, comuni, demani. Rovella, Salerno 1910, S. 346 (italienisch).
  45. Francesco Tajani: Le istorie albanesi. Tipi dei Fratelli Jovane, Palermo 1886, S. 478 (italienisch, Textarchiv – Internet Archive, Capo III., 2.).
  46. F. Antonio Primaldo Coco, S. 11
  47. Innocenzo Mazziotti, S. 85.
  48. Giuseppe De Micheli: La comunità arbëreshë di Villa Badessa oggi: Le eredità del passato come risorsa per il futuro. Università degli Studi “G. d’Annunzio” Chieti – Pescara, 2011, S. 11 (italienisch, villabadessa.it [PDF]).
  49. Alfredo Frega: Scanderbeg eroe anche in terra di Puglia, Appunti di storia, N. 5, April 2005 (italienisch), abgerufen am 1. November 2016
  50. Jann Tibbetts: 50 Great Military Leaders of All Time. Alpha Editions, New Delhi 2016, ISBN 978-93-8550566-9, S. 575 (englisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 3. November 2016]).
  51. Domenico De Filippis: I Castriota, signori di Monte Sant’Angelo e di San Giovanni Rotondo, fra mito e letteratura. Centro Grafico S.r.l, Foggia 1999, S. 9 (italienisch, archeologiadigitale.it [PDF; abgerufen am 10. Dezember 2016]).
  52. Onofrio Buccola, S. 5.
  53. Il Casale di Monteparano. (Nicht mehr online verfügbar.) Associazione Culturale Monteparano.com, archiviert vom Original am 20. November 2016; abgerufen am 20. November 2016 (italienisch).
  54. Andrea Frediani: I grandi condottieri che hanno cambiato la storia. Newton Compton editori s.r.l., Rom, 2012, ISBN 978-88-541-4408-8, S. 403 (italienisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. November 2016]).
  55. Storia di Greci. Comune di Greci, abgerufen am 15. Dezember 2016 (italienisch).
  56. Pasquale Pandolfini, S. 85
  57. L’eversione della feudalità in S. Maria della Camera di Roccaforzata. (Memento vom 1. Dezember 2016 im Internet Archive) (PDF) Marco Imperio, abgerufen am 20. November 2016 (italienisch).
  58. Gennaro Maria Monti: La spedizione in Puglia di Giorgio Castriota Scanderbeg e i feudi pugliesi suoi della vedova e del figlio. In: Palaver. Band 4, Nr. 1. Università del Salento, 2015, S. 161 (italienisch, siba-ese.unisalento.it [PDF]).
  59. Gennaro Maria Monti, S. 148.
  60. Domenico De Filippis, S. 12
  61. Gli albanesi nel Regno di Napoli e la diaspora grca. Renato Campofreda, abgerufen am 15. November 2016 (italienisch).
  62. Francesco Trinchera: Codice Aragonese, Band 1, Arnaldo Forni Editore, Neapel 1866, S. 440 ff., abgerufen am 25. Oktober 2016
  63. Frammenti di vita di un tempo, S. 5.
  64. Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi: Geschichte der Italienischen Freystaaten im Mittelalter, Zehnter Theil. Geßnersche Buchhandlung, Zürich 1820, S. 273 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
  65. Marianna Colangelo: Barile, Guida Turistica Storico-Culturale. UNPLI Basilicata, 2014, S. 5 (italienisch, issuu.com).
  66. D. Filadefos Mugnos, S. 202
  67. Giovanni Battista di Crollalanza: Dizionario storico-blasonico delle famiglie nobili e notabili italiane, estinte e fiorenti, 1819–1892. A. Forni, Bologna 1965, S. 102 (italienisch, Textarchiv – Internet Archive).
  68. D. Filadefos Mugnos, S. 203.
  69. Vincenzo Dorsa, S. 75 (abgerufen am 20. Dezember 2016)
  70. Rocco Larocca: La terra contesa. Feudalità, economia, demografia e conflitti a Brindisi montagna. Centro Grafico di Rocco Castrignano, Anzi 2013, ISBN 88-89970-96-0, S. 56 (italienisch).
  71. Danila A. R. Fiorella, S. 6.
  72. Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 11, Leipzig 1907, S. 507.
  73. Prof. Zef Schirò: Gli Italo-Albanesi. In: Albania. Band 1. Rom 28. Dezember 1962, S. 106 (italienisch, dimarcomezzojuso.it [PDF; abgerufen am 13. Dezember 2016]).
  74. Giovanni Distefano, Franco Rocchetta: Atlante storico di Venezia. Supernova, Venedig 2008, ISBN 88-88548-88-2, S. 196 (italienisch).
  75. Gregorio Rosso: Historia delle cose di Napoli, sotto l’imperio di Carlo Quinto. Domenico Montanaro, Neapel 1635, S. 83 (italienisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 7. Dezember 2016]).
  76. Gregorio Rosso, S. 85.
  77. Gregorio Rosso, S. 86.
  78. Centro di studi per l’Albania: Rivista d’Albania. Band 4. Accademia d’Italia, Rom 1943, S. 173 (italienisch).
  79. Luigi Jaccarini: Vite e ritratti degli uomini celebri di tutti i tempi e di tutte le nazioni. Band 1. Gaetano Nobile, Toledo 1840, S. 143 (italienisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Dezember 2016]).
  80. Francesco Tajani, Capo III., 1., S. 477 (Textarchiv – Internet Archive).
  81. Eberhard Werner Happel: Hochverdiente Ehren-Seule Christlicher Tapfferkeit. Thomas von Wierung, Hamburg 1688, S. 169 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 7. Dezember 2016]).
  82. Vincenzo Maria Coronelli: Memorie Istoriografiche del Regno della Morea Riacquistato dall’armi della Sereniss. Repubblica di Venezia. Venedig 1688, S. 63 (Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 16. Dezember 2016]).
  83. Gregorio Rosso, S. 87
  84. Pietro Pompilio Rodotà, S. 54.
  85. Pietro Pompilio Rodotà, S. 55.
  86. Gregorio Rosso, S. 88.
  87. Gregorio Rosso, S. 89
  88. Giornale enciclopedico di Napoli, Band 2, S. 156
  89. Frammenti di vita di un tempo, S. 6
  90. Pietro Pompilio Rodotà, S. 56.
  91. Corone. Abgerufen am 9. Dezember 2016 (italienisch).
  92. Johann Salomo Semler: Allgemeine Historie von Spanien mit den Zusätzen der französischen Übersetzung, Band 9. Johann Justin Gebauern, Halle 1758, S. 167 (Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 15. Dezember 2016]).
  93. Associazione nazionale per gli interessi del Mezzogiorno d’Italia (ANIMI): Archivio storico per la Calabria e la Lucania. Band 1. Rom 1931, S. 54 ff. (italienisch).
  94. Origini degli Arbëreshë (Italo-Albanesi). Tommaso Campera, abgerufen am 15. Dezember 2016 (italienisch).
  95. Innocenzo Mazziotti, S. 35.
  96. Archivio storico per la Calabria e la Lucania – Band 1, S. 55
  97. F. Antonio Primaldo Coco: Gli Albanesi in Terra d’Otranto. In: Japigia (Rivista di archeologia, storia e arte) Ser. NS, vol. 10. Società Editrice Tipografica, Bari 1939, S. 333 (italienisch, emeroteca.provincia.brindisi.it [PDF]).
  98. Archivio storico per la Calabria e la Lucania – Band 1, S. 55
  99. Vincenzo Dorsa, S. 77 (abgerufen am 20. Dezember 2016)
  100. Pietro Pompilio Rodotà, S. 57
  101. Frammenti di vita di un tempo, S. 6
  102. Lino Bellizzi: Villa Badessa, Oasi orientale in Abruzzo. 1^ Edizione. Tracce, Pescara 1994, S. 86 (italienisch).
  103. Francesco Palermo: Narrazioni e Documenti sulla Storia del Regno di Napoli dall'anno 1522 al 1667, Volume unico. Giovan Pietro Vieusseux, Florenz 1846, S. 346 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Januar 2017]).
  104. Giuseppe Maria Viscardi, S. 365.
  105. Enrico Pani Rossi: La Basilicata, libri tre: studi politici, amministrativi e di economia publica. Giuseppe Civelli, Verona 1868, S. 25 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Januar 2017]).
  106. Guida d’Italia – Basilicata, Calabria. Touring Club Italiano, 1980, ISBN 88-365-0021-8, S. 256 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche [abgerufen am 5. Januar 2017]).
  107. Manoscritto inedito del papàs Andrea Figlia (1764). (PDF) In: Dimarcomezzojuso.it. S. 4, abgerufen am 28. Oktober 2017 (italienisch).
  108. Leonidas Kallivretakis: Νέα Πικέρνη Δήμου Βουπρασίων: το χρονικό ενός οικισμού της Πελοποννήσου τον 19ο αιώνα (και η περιπέτεια ενός πληθυσμού) – Neu Pikerni von Demos Vouprassion: Die Chronik der Besiedlung des Peloponnes im 19. Jahrhundert (und das Abenteuer eines Volkes). In: Vasilis Panagiotopoulos (Hrsg.): Πληθυσμοί και οικισμοί του ελληνικού χώρου: ιστορικά μελετήματα – Bevölkerungen und Siedlungen der griechischen Dörfer: historische Essays. Institute for Neohellenic Research, Athen 2003, S. 223 (griechisch, helios-eie.ekt.gr [PDF]).
  109. Archivio di Stato di Napoli (Ein herzlicher Dank geht an Frau Antonietta Schimanski (Nachkommin der Familie Blasi) aus Villa Badessa, die die Revisionsliste zur Verfügung gestellt hat.)
  110. K.Ch. Vamvas: Περί των εν Ιταλία Ελληνοαλβανών και ιδίως των εις Ελλάδα μεταναστευσάντων (Über die griechischen Albaner in Italien und besonders über diejenigen, die nach Griechenland auswanderten). Parnassos Literary Society, Athen 1877, S. 24 (griechisch, lsparnas.gr). Περί των εν Ιταλία Ελληνοαλβανών και ιδίως των εις Ελλάδα μεταναστευσάντων (Über die griechischen Albaner in Italien und besonders über diejenigen, die nach Griechenland auswanderten) (Memento vom 22. Februar 2017 im Internet Archive), abgerufen am 21. Februar 2015
  111. Geschichte der Gemeinde Rosciano. In: Comunedirosciano.it. Abgerufen am 21. Januar 2017 (italienisch).
  112. Aniello D’Iorio: Inizi di un insediamento albanese nei feudi borbonici. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Spaccatoreale.it. Archiviert vom Original am 3. August 2017; abgerufen am 20. November 2017 (italienisch).
  113. Federico Roggero: La Colonizzazione di Bozza e Badessa negli atti demaniali della Provincia di Teramo. In: Immigrazione e integrazione. Band 1. Editoriale Scientifica, Neapel 2014, S. 545 (italienisch, unite.it [PDF]).
  114. Federico Roggero, S. 547.
  115. Elettra Angelucci: Gli Albanesi a Pianiano. In: Canino.info. Abgerufen am 23. Juli 2018 (italienisch).
  116. Tommaso Morelli: Opuscoli storici e biografici di Tommaso Morelli. Stabilimento Tipografico del Cav. Gaetano Nobile, Neapel 1859, S. 13 (italienisch, Textarchiv – Internet Archive).
  117. Compendio dell’Istoria di Giorgio Castriotto soprannominato Scanderbeg, Principe di Albania. Band II. Neapel 1820, S. 222 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche).
  118. Vincenzo Dorsa, S. 65.
  119. Lorenzo Giustiniani: Dizionario geografico ragionato del Regno di Napoli. Band 10. Neapel 1805, S. 195 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche).
  120. Giacomo Martorelli. Abgerufen am 2. März 2017 (italienisch).
  121. Lorenzo Giustiniani, S. 223.
  122. F. Antonio Primaldo Coco: Gli Albanesi in Terra d’Otranto, S. 21.
  123. A. Frega: Gli Italo-albanesi in cifre, in Katundi Yne, n. 21 (1976), nn. 22-24 (1977), n. 25 (1978).
  124. Alfredo Frega: Gli „arbëresh“ dimenticati, n. 2–3, Mailand, 1996
  125. Le minoranze etniche e linguistiche di Padania, Appenninia, Sardegna e Sicilia. freeweb.dnet.it/liberi/index.html, abgerufen am 22. Oktober 2016 (italienisch).
  126. Una colonia si albanesi e di ebrei in Alife nel secolo XVI. Abgerufen am 21. Juli 2018 (italienisch).
  127. Raynaldo Perugini: La presenza ed il ruolo della chiesa greco – ortodossa in Italia. In: Storia e metodi dell’analisi dell’architettura, S. Atanasio dei Greci e Collegio greco. Storia e Letteratura, 2004, S. 36 (italienisch, emilianoricotta.altervista.org [PDF]).
  128. Raynaldo Perugini, S. 28.
  129. Danila A. R. Fiorella: Insediamenti albanesi nella Daunia tardo medievale. Centro Grafico S.r.l, Foggia 1999, S. 3 (italienisch, archeologiadigitale.it [PDF; abgerufen am 27. November 2016]).
  130. Pietro Pompilio Rodota: Degli albanesi, chiese greche moderne e collegio greco in Roma. Band 3. Rom 1763, S. 138 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche).
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