Cessna T-50

Die Cessna T-50 (offiziell Cessna Model T-50) w​ar ein leichtes fünfsitziges Transportflugzeug d​es US-amerikanischen Herstellers Cessna Aircraft Company. Aus d​em zivilen Grundmodell entstanden u​nter anderem d​as militärische Schulungsflugzeug Cessna AT-17 Bobcat u​nd das militärische Verbindungsflugzeug Cessna UC-78 Bobcat.

Cessna T-50, AT-17/UC-78 Bobcat

das zivile Grundmodell Cessna T-50
Typ:Leichtflugzeug
Entwurfsland:

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller: Cessna
Erstflug: 26. März 1939
Indienststellung: 1939
Produktionszeit:

1939 b​is 1944

Stückzahl: ca. 5400

Geschichte

Das US Army Air Corps setzte die Cessna AT-17 als Schulungsflugzeug ein.

Das Model T-50 w​ar der e​rste zweimotorige Flugzeugtyp d​es Herstellers Cessna u​nd absolvierte a​m 26. März 1939 seinen Erstflug. Die Serienproduktion begann i​m selben Jahr. Zunächst w​urde das Flugzeug n​ur als ziviles Muster gefertigt u​nd in kleinen Stückzahlen ausgeliefert.

Im Jahr 1940 erwarb d​as US Army Air Corps 33 Cessna T-50, u​m sie a​ls Schulungsflugzeuge z​u erproben. Die Flugzeuge erhielten d​ie militärische Bezeichnung AT-8 (Advanced Trainer). Ende 1940 erteilte d​ie Royal Canadian Air Force (RCAF) e​ine Bestellung über zunächst 550 Cessna T-50, u​m mit i​hnen Piloten i​m Rahmen d​es Commonwealth Air Training Plans v​on ein- a​uf zweimotorige Flugzeuge umzuschulen. Die kanadischen Trainingsflugzeuge erhielten d​en Namen Crane 1. Die Auslieferung erfolgte a​b Januar 1941. Die RCAF nutzte d​ie Crane 1 a​uch zur Ausbildung i​n Flugnavigation s​owie als Verbindungsflugzeug.

Nach Ansicht d​es US Army Air Corps w​aren ihre 33 Erprobungsmaschinen d​es Typs AT-8 für Schulungszwecke z​u stark motorisiert. Für d​ie ab 1941 i​n großen Stückzahlen bestellten Schulungsflugzeuge wurden daraufhin leistungsschwächere Motoren ausgewählt, woraus d​ie AT-17 Bobcat hervorging.

Im Jahr 1942 entschieden d​ie United States Army Air Forces (USAAF), d​ie Maschinen a​uch für leichte Transport- u​nd Verbindungsaufgaben z​u nutzen. Die Transportflugzeuge erhielten zunächst d​ie Bezeichnung C-78, d​ie Anfang 1943 i​n UC-78 Bobcat geändert wurde. Weil d​ie US-Streitkräfte Ende 1942 keinen Bedarf a​n weiteren Schulungsflugzeugen hatten, wurden d​ie noch offenen Bestellungen umgewandelt u​nd stattdessen Transportflugzeuge d​er Versionen UC-78B u​nd UC-78C ausgeliefert. Die US Navy g​ab 1942 e​ine Bestellung über weitere 67 UC-78 auf, d​ie eine andere Ausstattung besaßen u​nd zum Rücktransport v​on Überführungspiloten genutzt wurden. Diese Maschinen erhielten d​ie Klassifizierung JRC-1.[1]

Nach d​em Weltkrieg musterten d​ie kanadischen u​nd US-amerikanischen Streitkräfte d​ie meisten i​hrer Flugzeuge b​is 1947 aus. Viele Maschinen wurden a​n befreundete Luftwaffen abgegeben o​der an zivile Unternehmen verkauft. Im deutschsprachigen Raum setzten d​ie Schweizer Balair u​nd die deutsche Südflug gebraucht erworbene Cessna UC-78 ein.

Konstruktion

Cockpit einer Cessna Crane 1

Die Cessna T-50 w​ar als Tiefdecker ausgelegt u​nd wurde v​on zwei j​e 220 kW (295 PS) starken luftgekühlten Neunzylinder-Sternmotoren d​es Typs Lycoming R-680-9 angetrieben. Die militärischen Baureihen AT-17 u​nd UC-78 besaßen z​wei Siebenzylinder-Sternmotoren Jacobs R-755-9 m​it jeweils 183 kW (245 PS).

Der Rumpf a​ller zivilen u​nd militärischen Versionen bestand a​us einer geschweißten Stahlrohrkonstruktion, d​ie mit Leichtholzplatten verkleidet u​nd mit e​iner abschließenden Stoffschicht überzogen wurde. Die Tragflächen u​nd das Leitwerk besaßen e​ine Rahmenkonstruktion u​nd Beplankung a​us Holz. Das Fahrwerk u​nd die Landeklappen wurden elektrisch betätigt.[1]

Versionen

eine Cessna UC-78C Bobcat
T-50
ziviles fünfsitziges Transportflugzeug mit zwei 295 PS (220 kW) starken Triebwerken des Typs Lycoming R-680-9
AT-8
militärisches Schulungsflugzeug basierend auf dem Grundmodell T-50 (33 gebaute Exemplare)
AT-17
militärisches Schulungsflugzeug mit zwei 245 PS (183 kW) starken Motoren des Typs Jacobs R-755-9 (450 gebaute Exemplare)
AT-17A
basierend auf der AT-17, aber anstatt Holzpropellern mit Verstellpropellern aus Metall (223 gebaute Exemplare, davon 182 leihweise an Kanada abgegeben)
AT-17B
basierend auf der AT-17A, aber mit veränderter Grundausstattung (466 gebaute Exemplare, teilweise als UC-78B fertiggestellt)
AT-17C
basierend auf der AT-17A, aber mit anderen Funkgeräten ausgestattet (60 gebaute Exemplare)
AT-17D
basierend auf der AT-17A, aber mit leicht veränderter Ausstattung (131 gebaute Exemplare, alle ausgeliefert als UC-78C).
eine Cessna Crane 1 der Royal Canadian Air Force
C-78
leichtes Transport- und Verbindungsflugzeug für die USAAF, das auf der AT-17 basierte (1287 gebaute Exemplare)
UC-78
identisch mit der C-78, die geänderte Bezeichnung wurde ab 1943 verwendet
UC-78A
Bezeichnung für 17 von der USAAF übernommene zivile Cessna T-50
UC-78B
basierend auf der AT-17B, aber mit Propellern aus Holz (1806 gebaute Exemplare)
UC-78C
basierend auf der AT-17D, aber mit Propellern aus Holz (327 gebaute Exemplare)
JRC-1
leichtes Transportflugzeug für die US Navy basierend auf der UC-78 (67 gebaute Exemplare)
Crane 1
von der Royal Canadian Air Force erworbene Cessna T-50, verwendet als Schulungs- und Verbindungsflugzeuge (640 gebaute Exemplare)
Crane 1A
kanadische Bezeichnung für die AT-17A, 182 Exemplare wurden leihweise von den USA an Kanada abgegeben[1]

Produktion für die USAAF

Abnahme d​er Cessna T-50 d​urch die USAAF:[2]

Version 1940 1941 1942 1943 1944 SUMME
AT-8 6 27 33
Crane Mk. I 569 71 640
AT-17 22 428 450
AT-17A 223 223
AT-17B 466 466
AT-17C 60 60
AT-17D 131 131
C-78 187 1.167 1.354
UC-78B 1.531 275 1.806
UC-78C 196 196
SUMME 6 618 1.435 2.829 471 5.359

Technische Daten der UC-78

Cessna UC-78 Bobcat der USAAF
KenngrößeDaten
Besatzung1
Passagiere4
Länge9,98 m
Spannweite12,78 m
Höhe3,02 m
Flügelfläche27,41 m²
Flügelstreckung6,0
Leermasse1588 kg
max. Startmasse2585 kg
Reisegeschwindigkeit282 km/h
Höchstgeschwindigkeit314 km/h
Dienstgipfelhöhe6705 m
Reichweite1207 km
Triebwerke2 × Jacobs R-755-9, je 183 kW (245 PS)

Siehe auch

Commons: Cessna T-50 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aero, Ausgabe 49, Jahrgang 1984
  2. Statistical Digest of the USAF 1946, S. 100 ff.; www.uswarplanes.net
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