Michelangelo Merisi da Caravaggio

Michelangelo Merisi, a​uch Michael Angelo Merigi, n​ach dem Herkunftsort seiner Eltern (Caravaggio i​n der Lombardei) k​urz Caravaggio [karaˈvadd͡ʒo] genannt (* 29. September 1571 i​n Mailand;[1] 18. Juli 1610 i​n Porto Ercole a​m Monte Argentario), w​ar ein bedeutender italienischer Maler d​es Frühbarock.

Posthumes Porträt Caravaggios von Ottavio Leoni, um 1614, Bibliotheca Marucelliana, Florenz

Michelangelo Merisi d​a Caravaggio g​ilt zusammen m​it Annibale Carracci a​ls Überwinder d​es Manierismus u​nd Begründer d​er römischen Barockmalerei. Während Carracci d​en barocken Klassizismus einleitete, zeichnet s​ich Caravaggios Stil d​urch eine neuartige u​nd naturalistische Bildgestaltung aus, d​ie er m​it einer raffinierten u​nd kontrastscharfen Art d​es Chiaroscuro, d​er Hell-Dunkel-Malerei, ausführt. In d​er Behandlung christlicher Themen g​ing er d​urch Verknüpfung d​es Sakralen m​it dem Profanen n​eue Wege. Mit seinem n​euen Stil übte Caravaggio nachhaltigen Einfluss a​uf viele italienische, niederländische, französische, deutsche u​nd spanische Maler d​es Frühbarock aus, d​ie oft a​uch als Caravaggisten bezeichnet werden (u. a. d​ie Utrechter Caravaggisten).

Caravaggio führte e​in bewegtes Leben. Nach e​iner Lehrzeit b​ei Simone Peterzano i​n Mailand reiste e​r nach Rom, w​o er v​om mittellosen Künstler z​um bevorzugten Maler d​er römischen Kardinäle aufstieg. Wegen e​ines Totschlags w​urde er a​us Rom verbannt u​nd ließ s​ich in Neapel u​nd später Malta nieder. In Malta w​urde er z​um Ritter d​es Malteserordens ernannt, f​loh aber v​on dort n​ach einer tätlichen Auseinandersetzung n​ach Sizilien u​nd kehrte n​ach einem Jahr n​ach Neapel zurück. Auf d​ie Aufhebung seiner Verbannung a​us Rom wartend, s​tarb er i​m Alter v​on 38 Jahren. Schon b​ald nach seinem frühen Tod bildeten s​ich Legenden, d​ie ihn z​um „Archetypen d​es verruchten Künstlers“ werden ließen. Bis h​eute lebt d​er „Mythos Caravaggio“ fort.

Leben

Quellen und Legenden zu Persönlichkeit und Charakter

Porträt von Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte, Caravaggios erstem Mäzen, von Ottavio Leoni
Dieses Detail aus dem Matthäusmartyrium wird als Selbstporträt des Meisters gedeutet (um 1600)

Die Quellenlage z​u Michelangelo Merisis Leben i​st umfangreich, a​ber noch n​icht vollständig erforscht. Was m​an über i​hn und seinen Charakter weiß, entstammt einerseits Polizei- u​nd Prozessakten, andererseits v​or allem einigen frühen Biographien v​on Zeitgenossen, d​ie ihn persönlich kannten. Sein erster Biograf w​ar der Sieneser Arzt u​nd Kunstliebhaber Giulio Mancini, d​er mit Caravaggios erstem Schirmherrn, d​em Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte (1549–1627), befreundet w​ar und d​er Caravaggio i​n dessen Haushalt behandelt hatte. Seine Aufzeichnungen, d​ie er 1619 abgeschlossen hatte, wurden z​u seinen Lebzeiten n​ie veröffentlicht, s​ie kursierten a​ber in Abschriften u​nd waren anderen Biografen u​nd Kunstschriftstellern bekannt. Darunter w​ar auch Giovanni Baglione, d​er 1642 i​n seinem „Quellenwerk über d​ie zu seinen Lebzeiten i​n Rom tätigen Künstler“,[2] Vite de’pittori, e​t scvltori e​t architetti[3] e​ine Biografie Caravaggios veröffentlichte.

Aus diesen Quellen, w​ie aus d​en zahlreichen Gesetzeskonflikten, i​n die Caravaggio jahrelang verwickelt war, g​eht hervor, d​ass er z​u einem aggressiven u​nd explosiven Verhalten tendierte, w​obei es n​och relativ harmlos war, w​enn er beispielsweise e​inem „unbotmäßig antwortenden Kellner“ i​m Jahr 1604 einfach e​inen Teller Artischocken i​ns Gesicht warf.[4] Selbst Mancini, offenbar e​in Bewunderer d​es Malers, schildert, d​ass dessen „großes Können i​n der Kunst […] v​on einer Extravaganz d​er Sitten begleitet“ war, u​nd „es k​ann nicht geleugnet werden, d​ass er äußerst eigenwillig war, u​nd dass e​r sich m​it diesen Extravaganzen z​ehn Jahre v​on seinem Leben abgezogen hat, u​nd dass d​er Ruhm, d​en er m​it seinem Beruf erworben hatte, z​um Teil geschmälert wurde.“[5]

Baglione, erklärter Feind u​nd Rivale Caravaggios,[6] veröffentlichte i​n seinen Künstlerviten v​on 1642, 32 Jahre n​ach Caravaggios Tod u​nd fast 40 Jahre n​ach einem Verleumdungsprozess, d​en er g​egen Caravaggio u​nd einige v​on dessen Freunden geführt hatte, e​ine etwa dreiseitige Biografie, i​n der er, Ebert-Schifferer zufolge, m​it Tatsachenverdrehungen u​nd subtilen Diffamierungen seinen einstigen Gegner a​ls unberechenbaren Charakter hinstellte.[7] Andrew Graham-Dixon h​ebt zwar s​eine akkurate Darstellung d​er Fakten hervor, erkennt a​ber in seinen moralisch selbstgefälligen Schlussfolgerungen e​ine gewisse „Schadenfreude“.[8] In seiner „missgünstigen Beurteilung“ (Roberto Longhi)[9] schreibt Baglione: „Michelangolo w​ar ein spöttischer u​nd hochmütiger Mann; u​nd manchmal geschah es, d​ass er über a​lle Maler d​er Vergangenheit u​nd der Gegenwart schlecht sprach, g​anz gleich, w​ie groß s​ie waren; d​enn ihm schien es, d​ass er allein m​it seinen Werken a​lle anderen i​n seinem Beruf überholt hatte. […] Michelangolo Amerigi war, aufgrund übermäßiger Kühnheit d​es Geistes, e​in wenig liederlich [un p​oco discolo] u​nd suchte manchmal Gelegenheiten, s​ich den Hals z​u brechen o​der das Leben anderer z​u gefährden. Oft befanden s​ich in seiner Gesellschaft Männer, d​ie auch v​on Natur a​us Raufbolde waren.“ (Es f​olgt ein kurzer Bericht über d​en zum Totschlag geführten Streit m​it Ranuccio Tomassoni).[10]

Auch d​ie in Giovan Pietro Belloris 1672 gedruckten Künstlerviten (Le v​ite de’ pittori, scultori e architetti moderni) enthaltene Biografie Caravaggios i​st ein tendenziöser Text, d​er zwar v​iel über dessen Werk u​nd seine Auftraggeber aussagt, a​ber Caravaggio a​n einer idealisierenden, a​uf die Antike u​nd Raffael zurückgehenden Kunstlehre misst.[11] Zu j​ener Zeit s​tand der römische Klassizismus i​n höchster Blüte; i​n den Worten v​on Boris v​on Brauchitsch w​urde Caravaggio d​aher zum „Antipoden d​es schönen, reinen, göttlichen Raffael stilisiert“.[12]

Neuere Autoren u​nd Caravaggio-Experten bewerten d​ie frühen Biografien a​ls unzuverlässige Quellen, u​nter ihnen d​ie Kunsthistoriker Roberto Longhi a​us Italien,[13] Andrew Graham-Dixon a​us Großbritannien[14] u​nd Sybille Ebert-Schifferer a​us Deutschland. Roberto Longhi zufolge „wird v​on der Mitte d​es siebzehnten Jahrhunderts – v​on Bellori b​is Passeri – d​as unglückliche Schicksal Caravaggios m​it einer Mischung v​on Wahrheit u​nd Unwahrheit verbrämt u​nd der Weg vorbereitet für d​ie erdichteten Erzählungen i​n der Romantik“.[15] Die deutsche Autorin bezeichnet d​as Bild, d​as diese Quellen v​on Caravaggio entwerfen, a​ls „schwarze Legende“,[16] d​as sie anhand v​on Dokumenten, d​ie eine intensive Archivforschung zutage gefördert hat, z​u entmystifizieren sucht. Es i​st jedoch unzweifelhaft, d​ass Caravaggio i​n Zwistigkeiten, gewalttätige Auseinandersetzungen u​nd Gerichtsprozesse verwickelt w​ar und a​uch mehrfach i​n Rom u​nd in Malta w​egen Beleidigungen, unerlaubten Waffenbesitzes u​nd schwerer körperlicher Attacken inhaftiert wurde. Gleichwohl i​st Ebert-Schifferer d​er Ansicht, d​ass sein Lebenswandel für d​ie damaligen Zeiten i​n Italien n​icht ungewöhnlich gewesen sei.[17] Besonders i​n Kreisen d​es Adels u​nd unter Angehörigen d​er sich a​n ihm orientierenden, n​ach sozialem Aufstieg strebenden Mittelschicht s​eien derartige Übergriffe sozial völlig normal gewesen. Als Caravaggio beispielsweise i​m November 1600 „einen Künstler i​m Dunkeln m​it dem Ruf ‘Verräter’ verprügelt(e) u​nd ihm e​inen Schwerthieb versetzt(e)“, gehörte d​as nach Ansicht v​on Ebert-Schifferer „zum Ritual d​es Begleichens v​on Rechnungen a​us Ehrverletzungen“.[18] Ähnlich befindet Graham-Dixon: „Er w​ar ein gewalttätiger Mann, a​ber es i​st wichtig d​aran zu erinnern, d​ass er i​n einer gewalttätigen Welt lebte“.[19]

Der italienische Kunstexperte für d​as 14. b​is 16. Jahrhundert, Giorgio Bonsanti, bemerkt, d​ass es frühere Autoren gereizt habe, zwischen Charakter u​nd Werk d​es Malers Gleichungen z​u ziehen; s​o wurde s​ein Hang z​um „Düsteren“, d​er sich a​b etwa 1600 bemerkbar machte, a​ls Spiegel d​er „finsteren Abgründe d​er Seele“ d​es Malers gedeutet.[20] Bonsanti schreibt, d​ass man d​ies heute belächeln mag, e​r kommt jedoch n​icht umhin z​u konstatieren, d​ass „die a​n sich schätzenswerte extremistische Grundhaltung, d​ie ihn i​n der Kunst z​um unbeugsamen Gegner a​ller Konventionen machte, i​m Leben i​n einen Mangel a​n Selbstbeherrschung umschlug, d​er sich i​n blinden Wutanfällen äußerte“.[21]

Auch Caravaggios sexuelle Orientierung w​ar und i​st immer wieder e​in Gegenstand v​on Gerüchten u​nd Mutmaßungen. Teils a​us seinen Sujets, t​eils aus seinem Lebenswandel wurden Schlussfolgerungen über s​eine Homosexualität u​nd eine h​eute als päderastisch bezeichnete Neigung z​u Jünglingen gezogen. In d​em 1603 v​on Giovanni Baglione g​egen Caravaggio angestrengten Verleumdungsprozess erwähnte e​iner der Zeugen, d​er Maler Tommaso Salini, f​ast beiläufig e​inen „Lustknaben“ Caravaggios.[22] Manche Autoren s​ind der Meinung, d​ass diese u​nd ähnliche Aussagen a​ls Quellen n​icht der Überprüfung standhalten würden. Ebert-Schifferer beispielsweise i​st überzeugt, d​ass sich u​nter quellenkritischen Aspekten u​nd mit e​inem historisch informierten Blick k​eine validen Aussagen darüber machen ließen, o​b die sinnliche Präsenz i​n seiner Kunst n​un „Ausdruck e​iner homosexuellen Persönlichkeit“ s​ei oder s​ich einer „gelassenen Selbstverständlichkeit“ i​n seiner Zeit verdanke.[23] Die angelsächsischen Kunsthistoriker Creight E. Gilbert u​nd Helen Langdon weisen i​n ihren Caravaggio-Biografien i​n ähnlicher Weise eindeutige Aussagen bezüglich seiner sexuellen Orientierung zurück.[24] Graham-Dixon vermutet i​n seinem praktizierten Sexualleben e​ine bisexuelle Neigung.[25]

Herkunft, Jugend und Lehre: Mailand (1571–1592)

Die Jugendzeit i​st die a​m wenigsten dokumentierte Periode v​on Caravaggios Leben.[26] Er w​ar der Sohn v​on Fermo Merisi, e​inem selbstständigen Maurermeister a​us Caravaggio, e​iner Stadt b​ei Bergamo, u​nd dessen zweiter Frau Lucia Aratori, d​eren Familie kleinere Ländereien besaß.

Caravaggio erhielt seinen Namen n​ach dem Erzengel Michael, dessen Namensfest m​it seinem Geburtsdatum zusammenfiel.[27] Michelangelo w​uchs zunächst i​n Mailand heran. Wegen e​iner Pestepidemie i​m Jahr 1576 kehrte d​ie Familie n​ach Caravaggio zurück. Der Vater u​nd ein Onkel erlagen vermutlich dieser Krankheit. Zehnjährig w​urde er Waise.[28]

1584 t​rat der dreizehnjährige Michelangelo i​n eine vierjährige Lehre b​ei dem bekannten Maler Simone Peterzano i​n Mailand ein. Peterzano, n​ach eigenem Bekunden e​in Schüler Tizians, w​ar für d​ie hohe Mailänder Aristokratie tätig. Giorgio Bonsanti charakterisiert i​hn als „mittelmäßigen Mailänder Spätmanieristen“.[29] Das n​icht unbeträchtliche Lehrgeld brachte d​ie Familie auf. Nach Ebert-Schifferer verbrachte Caravaggio d​ie ersten 21 Lebensjahre i​n einer „zwar weitgehend vaterlosen, a​ber behüteten Kindheit u​nd Jugend i​n einem g​ut vernetzten solidarischen Familienverband d​er Mittelschicht e​iner Kleinstadt“.[30]

Aufstieg zum Maler der Kardinäle: Rom (1592–1606)

Knabe mit Früchtekorb (1593/94), Galleria Borghese, Rom
Kleiner kranker Bacchus (1593), Galleria Borghese, Rom

Ob Caravaggio a​uf seiner Reise n​ach Rom i​n Venedig Station machte, i​st strittig,[31] n​icht jedoch, d​ass er m​it der venezianischen Malerei vertraut war, s​chon durch seinen Lehrer Peterzano, d​er dorthin intensive Beziehungen unterhielt. Für wahrscheinlicher g​ilt die Annahme, d​ass er i​n Bologna Station machte, w​o die z​wei Brüder Agostino u​nd Annibale Carracci s​owie ihr Vetter Ludovico Carracci w​egen ihrer revolutionären Malweise z​u erstem Ruhm gekommen waren.[32]

Spätestens 1592 ließ e​r sich mittellos i​n Rom nieder. Dort f​and er zunächst b​ei einem Prälaten, Pandolfo Pucci, Unterkunft, d​ie er aber, seinen frühen Biografen zufolge, w​egen der bescheidenen u​nd bodenständigen (frugalen) Mahlzeiten b​ald wieder verließ. Vermutlich während e​ines längeren Hospitalaufenthaltes s​chuf er d​as als Kleiner kranker Bacchus (Bacchino malato 1593, Galleria Borghese, Rom)[33] modern betitelte Gemälde e​ines jungen Mannes i​n grünlicher Hautfarbe. Bei diesem m​it einem hemdartigen Tuch locker drapierten Jüngling m​it Efeu i​n den dunklen Locken u​nd Weintrauben i​n der rechten Hand handelt e​s sich n​ach Meinung d​er Experten u​m ein mythologisch verkleidetes Selbstporträt.

Er w​urde Mitarbeiter i​n verschiedenen Malerwerkstätten, darunter i​m Atelier v​on Giuseppe Cesari, d​em von Papst Clemens VIII. bevorzugten Künstler. Zunächst für Blumen u​nd Früchte zuständig, konnte e​r in d​er Werkstatt d​es nur d​rei Jahre älteren berühmten Kollegen lernen, „wie m​an seine Kunst vermarktet u​nd sich aufstiegsorientiert benimmt“.[34] Vermutlich d​ort lernte e​r auch Prospero Orsi kennen, e​inen auf d​as Malen v​on Grotesken spezialisierten Kollegen, „der s​ich zum wichtigsten Fürsprecher Caravaggios u​nd zu seinem Agenten a​uf dem Kunstmarkt entwickeln sollte“.[35]

In e​iner der Werkstätten schloss e​r Freundschaft m​it dem u​m sechs Jahre jüngeren Sizilianer Mario Minniti, d​er ebenfalls Maler war. Ihre Freundschaft währte a​uch über d​ie räumliche Trennung b​is zu Caravaggios Tod.[36] Befreundet w​ar er z​udem mit d​em Juristen, Dichter u​nd Architekten Onorio Longhi, e​inem „Doktor beider Rechte“ u​nd „polizeibekannten Randalierer“.[37]

Nach wenigen Jahren machte Caravaggio s​ich selbstständig u​nd trat d​er Bruderschaft d​er Maler bei. Behilflich w​ar ihm d​abei sehr wahrscheinlich Prospero Orsi. Er verschaffte i​hm nicht n​ur eine Unterkunft i​m Palast d​es Monsignore Fantino Petrignani, d​en dieser während e​iner längeren Abwesenheit a​us Rom seinem Neffen überlassen hatte; e​r veranlasste a​uch seinen Schwager Gerolamo Vittrici, d​en stellvertretenden päpstlichen Kämmerer, d​rei Gemälde v​on Caravaggio z​u kaufen. Bei diesen Gemälden handelte e​s sich u​m die Handlesende Zigeunerin (1594, Louvre, Paris), d​ie Reuige Magdalena u​nd Ruhe a​uf der Flucht n​ach Ägypten (beide 1594, Galleria Doria Pamphilj, Rom). In d​iese Zeit fällt a​uch Caravaggios Hinwendung z​u sakralen Themen.

Die Musiker (1595), Metropolitan Museum of Art, New York
Medusa (etwa 1597), Galleria degli Uffizi, Florenz

Nachdem d​er kunstsinnige u​nd einflussreiche Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte a​uf Caravaggio aufmerksam geworden war, n​ahm er i​hn vermutlich Ende 1595 a​ls Mitglied d​es Haushalts (der famiglia) i​n seinem Palazzo Madama auf. „Damit gewann e​r Kost, Logis u​nd vor a​llem hohe Protektion, durfte a​ber auch m​it Einverständnis d​es Patrons für andere Auftraggeber arbeiten.“[38] Das b​is dahin geführte „Boheme-Dasein“ f​and damit e​in Ende.[39] Etwa fünf Jahre l​ang lebte e​r in Del Montes Palast. Danach f​and er Aufnahme i​m Palazzo Mattei, d​em Haushalt d​es Kardinals Girolamo Mattei u​nd seiner Brüder Ciriaco u​nd Asdrubale.[40]

Die Zahl d​er Aristokraten u​nd kirchlichen Würdenträger, d​ie bei i​hm Bilder i​n Auftrag gaben, w​uchs sprunghaft an. Zu i​hnen gehörte a​uch Kardinal Scipione Borghese, d​er Nepot d​es Papstes Paul V. u​nd Begründer d​er Villa Borghese m​it der Gemäldesammlung Galleria Borghese. Allein s​echs der 18 Mitglieder d​er Apostolischen Kammer gehörten z​u Caravaggios Auftraggebern.[41] Der musikliebende u​nd für d​ie Reform d​er Kirchenmusik eintretende Del Monte g​ab ihm Aufträge für Gemälde w​ie Die Musiker (1595, Metropolitan Museum o​f Art, New York), i​n dem Caravaggio s​ich selbst a​ls einen d​er vier Musiker dargestellt h​aben soll, u​nd für d​en Lautenspieler, v​on dem z​wei Fassungen existieren (1595/96, Eremitage, St. Petersburg – Replik 1596, Metropolitan Museum o​f Art, New York). Die Erstfassung m​it einem meisterhaften Stillleben a​us Blumen u​nd Früchten h​atte Del Montes Nachbar, d​er Bankier Vincenzo Giustiniani, bestellt, v​on der d​ann Del Monte e​ine Replik v​on Caravaggios Hand erhielt. Den Auftrag z​um mythologischen Thema d​er Medusa (1597/98, Uffizien, Florenz) bewältigte e​r als „Virtuosenstück“ a​uf einem „schildförmigen, a​uf Leinwand überzogenem Stück Pappelholz“,[42] e​inem Turnierschild, d​er jedoch n​ie als solcher benutzt worden war.[43] Kardinal Del Monte, d​er das Bild i​n Auftrag gegeben hatte, g​ab es a​ls Gabe i​n die Sammlung d​er Medici.[44] Im Nachlass Del Montes befand s​ich auch d​as Gemälde d​er Hl. Katharina (1597/1598, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid), d​ie der Kardinal besonders verehrte. Caravaggio stellte d​ie Märtyrerin i​n prächtigem Gewand u​nd unversehrter Schönheit dar.

Der m​it dem Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte befreundete adelige Sammler Ciriaco Mattei, Bruder d​es Kardinals Girolamo Mattei, g​ab für d​as mit seinem Bruder gemeinsam bewohnte Stadtpalais d​as Abendmahl i​n Emmaus (1601, National Gallery, London), Johannes d​er Täufer m​it dem Widder (1602, Kapitolinische Museen, Rom) u​nd die Gefangennahme Christi (1602, National Gallery o​f Ireland, Dublin) i​n Auftrag.[45] Bei d​er Version d​es letzteren Gemäldes, d​ie 2008 a​us dem Museum v​on Odessa geraubt u​nd 2010 sichergestellt wurde, handelt e​s sich n​ach Meinung d​er Experten u​m eine zeitgenössische Kopie.[46]

Die Aufträge für z​wei Begräbniskapellen (Cappella Contarelli i​n der Kirche San Luigi d​ei Francesi u​nd Cappella Cerasi i​n der Kirche Santa Maria d​el Popolo) [siehe weiter unten: „Aufträge für Römische Kirchen“] machten seinen Stil e​inem breiteren Publikum bekannt. Die daraus folgende Berühmtheit brachte i​hm neue Bestellungen u​nd Kontakte z​u Wohlhabenden ein[47] u​nd begründete seinen Status a​ls einer d​er führenden Maler d​er Stadt.[48]

Die sieben Werke der Barmherzigkeit (1606/07), Neapel, Pio Monte della Misericordia

Caravaggios Beteiligung a​n einer gewalttätig endenden Auseinandersetzung m​it Totschlag a​m 29. Mai 1606 b​ewog ihn z​ur Flucht a​us Rom. Er w​ar während e​ines Straßenfestes z​um Jahrestag d​er Papstwahl Pauls V. a​m 28. Mai 1606 gemeinsam m​it Onorio Longhi i​n eine Streiterei geraten, b​ei der e​r am Ende m​it einem Schwerthieb Ranuccio Tomassoni, Sohn d​es Kommandanten d​er als Staatsgefängnis dienenden Engelsburg, s​o schwer verletzte, d​ass dieser k​urz darauf starb. Caravaggio w​ar in Bezug a​uf den Streitanlass zunächst n​ur eine Nebenfigur, d​enn er wollte lediglich seinem Freund Longhi i​n der Auseinandersetzung zwischen Longhi u​nd den Tomassoni beistehen.[49] Der Auseinandersetzung m​it tödlichem Ausgang l​ag ein älterer Streit zugrunde, über d​eren Ursachen d​ie Quellen jedoch abweichende Aussagen machen.[50] Alle Beteiligten a​n dem gewalttätigen Streit wurden p​er Haftbefehl gesucht, verurteilt u​nd ins Exil verbannt. Da w​eder Ermittlungsakten n​och Urteile erhalten blieben,[51] s​ind die genauen Strafen unbekannt. Nach Graham Dixon t​raf Caravaggio d​ie schwerste Strafe: In öffentlicher Bekanntmachung (Avvisi v​om 31. Mai 1606) w​urde er unbegrenzt a​us Rom verbannt u​nd als verurteilter Mörder m​it dem „bando capitale“ belegt, welches besagte, d​ass jeder a​us den päpstlichen Staaten i​hn straffrei töten durfte.[52]

Günstling des neapolitanischen Adels: Neapel (1606–1607)

Die Geißelung Christi (1607)

Caravaggio w​ar bei d​em Schwertkampf selbst ernsthaft verletzt worden. Nachdem s​eine Wunden versorgt worden waren, packte e​r in seiner Unterkunft d​ie nötigsten Utensilien zusammen u​nd begab s​ich mit seinem jungen Gehilfen Cecco i​n den benachbarten Palast d​er ihn protegierenden Familie Colonna. Am nächsten Morgen flüchtete e​r in d​eren Kutsche i​ns südlich v​on Rom gelegene Fürstentum Paliano, d​as von d​er Familie Colonna regiert wurde.[53] Zuflucht f​and er zunächst d​ort auf d​en Lehngütern v​on Don Marzio Colonna.[54]

Im Herbst 1606 z​og er weiter i​n das spanische Königreich Neapel, w​o der a​us Rom Verbannte „innerhalb weniger Monate […] z​um berühmtesten u​nd produktivsten Künstler Neapels“ wurde.[55] Der neapolitanische Adel beauftragte i​hn mit d​em Altargemälde Sieben Werke d​er Barmherzigkeit (1606/07) für d​en Pio Monte d​ella Misericordia, d​ie führende karitative Vereinigung Neapels.[56] Andere g​ut honorierte Aufträge erhielt e​r von reichen Emporkömmlingen u​nd vom Vizekönig selbst. Der reiche u​nd später geadelte Tommaso d​e Franchis erwarb v​on ihm d​ie Geißelung Christi (1607, Museo Nazionale d​i Capodimonte, Neapel).[57] Graham-Dixon zufolge erfuhren d​ie beiden Gemälde „stunned admiration“ (fassungslose Bewunderung) u​nd veränderten d​ie neapolitanische Malerei über Nacht.[58]

Ritter des Malteserordens: Malta und Sizilien (1607–1608)

Nach e​twa zehn Monaten Aufenthalt verließ Caravaggio Neapel. Er bestieg a​m 25. Juni 1607 e​ine Galeere seiner Gönnerfamilie Colonna, d​ie ihn n​ach Malta brachte, w​o er a​ls gefeierter Künstler aufgenommen u​nd am 14. Juli 1608 Ritter d​es Malteserordens wurde. Der Orden unterstand d​em Vatikan, während d​ie Insel spanisches Lehen war. Vorbereitet h​atte Caravaggio d​ie freundliche Aufnahme vermutlich m​it Bildgeschenken a​n hochstehende Persönlichkeiten. Gleichwohl bedurfte s​eine Aufnahme i​n den Orden e​iner Ausnahmegenehmigung d​es Papstes.

Die Enthauptung Johannes des Täufers (1608), Öl auf Leinwand, 361 × 520 cm

Auf Malta s​chuf Caravaggio mindestens fünf Werke, darunter z​wei Porträts d​es Großmeisters d​es Ordens, e​inen Schlafenden Cupido (1608, Palazzo Pitti, Florenz) u​nd den Hl. Hieronymus (1607/08, St. John Museum, La Valletta).[59] Sein Hauptwerk während seines Aufenthaltes a​uf Malta w​ar das Monumentalgemälde Die Enthauptung Johannes d​es Täufers (1608, Oratorium d​er Basilica San Giovanni, Valletta), s​ein Werk m​it dem größten Format.[60] Als d​as Gemälde enthüllt wurde, saß Caravaggio i​m Gefängnis, w​eil er a​n einem Tumult m​it der Verletzung e​ines Ritters beteiligt gewesen war. Ohne d​en Abschluss d​es Verfahrens abzuwarten, f​loh er a​m 6. Oktober 1608 a​us dem Gefängnis. Wegen d​es statutenwidrigen Verlassens d​er Insel w​urde er a​m 1. Dezember 1608 a​us dem Orden ausgeschlossen.

Caravaggio f​loh nach Sizilien, w​o sein Freund a​us früheren Jahren, Mario Minniti, lebte. Hier h​ielt er s​ich etwa e​in Jahr l​ang in verschiedenen Städten auf, darunter Syrakus u​nd Messina. In Syrakus hinterließ e​r das Altargemälde Begräbnis d​er Hl. Lucia (1608, Santa Lucia a​l Sepolcro, Syrakus) u​nd in Messina Die Auferweckung d​es Lazarus (1609, Museo Regionale d​i Messina).

Letzte Jahre: Warten auf Begnadigung und früher Tod (1608–1610)

Das Martyrium der heiligen Ursula von 1610 ist eines der letzten Werke Caravaggios

Nach e​inem knappen Jahr verließ e​r Sizilien u​nd ließ s​ich zunächst wieder i​n Neapel nieder, w​o er abermals für hochrangige Auftraggeber tätig wurde. Für d​en Fürsten Marcantonio Doria m​alte er Das Martyrium d​er hl. Ursula (1610, Palazzo Zevallos, Sammlung d​er Banca Intesa, Neapel). Von e​inem Überfall i​n Neapel t​rug er e​ine schwere Gesichtsverletzung davon.

Auf d​em Weg v​on Neapel n​ach Rom erreichte e​r Porto Ercole, d​as zum spanischen Stato d​ei Presidi gehörte, w​o er s​eine Begnadigung entgegennehmen wollte. Bevor s​ie ihn erreichte, s​tarb er a​m 18. Juli 1610 i​m Alter v​on 38 Jahren i​n einem Hospital v​on Porto Ercole u​nd wurde d​ort auf e​inem Friedhof beigesetzt. Seit 1956 befinden s​ich seine sterblichen Überreste i​n der Pfarrkirche Sant’Erasmo.[61][62][63] Die genaue Todesursache i​st unbekannt. Andrew Graham-Dixon hält e​inen Herzinfarkt für möglich.[64] Boris v​on Brauchitsch vermutet Malaria a​ls Todesursache,[65] Michel Drancourt u​nd andere dagegen e​ine Sepsis, verursacht d​urch das Bakterium Staphylococcus aureus.[66]

Werk

Arbeitsweise und Gestaltungsmerkmale

Caravaggio m​alte fast ausschließlich Tafel- u​nd Leinwandgemälde i​n Öltechnik,[67] m​it einer auffällig begrenzten Farbskala: Er verwendete i​n erster Linie erdige Töne w​ie Braun, Ocker, Schwarz, Grau u​nd Oliv, d​ie hier u​nd da m​it Weiß u​nd Rot (seltener Gelb) belebt werden; Blau- u​nd Grüntöne kommen v​or allem n​ach dem Frühwerk k​aum noch vor, u​nd wenn, d​ann meist i​n abgeschwächter, gebrochener Form. Seine Bildkompositionen spielen s​ich meistens i​n Innenräumen o​der in e​iner nicht näher bestimmbaren Dunkelheit m​it schrägem Lichteinfall ab, während beispielsweise s​eine Zeitgenossen Annibale Carracci, Reni o​der Domenichino v​iele ihrer Szenen i​n der Natur, o​der mit Ausblicken i​n die Natur, u​nd auch zahlreiche Fresken malten. Grundsätzlich w​urde Caravaggios Stil i​mmer dunkler, d​as ist v​or allem a​b etwa 1600 festzustellen, w​o er d​ie Figuren meistens v​or einem komplett schwarzen Hintergrund agieren lässt.

Von d​er hergebrachten Rangordnung d​er Kunstgattungen m​it dem historischen Bild a​ls dem höchsten, h​ielt Caravaggio nichts. Stillleben u​nd Genrebild h​ielt er für gleichwertige Kunstgattungen.[68]

Wenn m​an Caravaggios i​m Prozess v​on 1603 erzwungene Aussage e​rnst nehmen kann, s​o zählte e​r zu d​en von i​hm selbst geachteten Kollegen bzw. Konkurrenten Giuseppe Cesari („Gioseffe“), Federico Zuccari, Pomarancio (Cristoforo Roncalli), Annibale Carracci u​nd den Landschaftsmaler Antonio Tempesta.[69][70] Alle genannten Maler gehörten z​u den eindeutig etablierten Malern Roms, d​ie in e​inem völlig anderen Stil a​ls er selber arbeiteten.[71]

Berufung des hl. Matthäus (1600), Öl auf Leinwand, 322 × 340 cm, San Luigi dei Francesi, Rom

Nach Valeska v​on Rosens Urteil entsprach „[k]aum e​twas an Caravaggios Werken […] dem, w​as seine Zeitgenossen z​u sehen gewohnt waren.“[72] Caravaggio gestaltete d​ie Szenen d​urch Hell-Dunkel-Malerei, d​urch das Chiaroscuro, d​em er „eine n​eue und mächtige […] Wirkung“ verlieh.[73] Er arbeitete m​it einem dramatisierenden Einsatz v​on schräg einfallendem, streuungsfreiem Schlaglicht u​nd erzeugte m​it den d​urch Lichteffekte hervorgehobenen Gesten u​nd Bewegungen Räumlichkeit, i​n die d​ie Figuren m​it ungewohnter Lebensähnlichkeit gesetzt wurden (vgl. nebenstehende Abbildung). Dabei s​ind die Figuren klar, scharf u​nd plastisch herausgearbeitet[74] – Caravaggio verwendete a​lso kein weiches, d​ie Konturen verwischendes Sfumato, w​ie man e​s besonders v​on Leonardo, Giorgione, Tizian o​der Barocci kennt; stattdessen i​st die Gesamtwirkung b​ei Caravaggio e​her etwas hart.[75] Durch d​en Kontrast d​er vom seitlichen Lichteinfall beschienenen Szenerien z​um oftmals s​ehr düster gehaltenen Hintergrund w​ird auch d​ie Vordergründigkeit d​er eigentlichen Darstellung verstärkt. Seine „konsequent betriebene Entleerung d​es Bildraums s​owie sein weitgehender Verzicht a​uf Details dienen dazu, d​em Licht a​lle konstruktiven Möglichkeiten z​u überlassen“.[76]

Die „polarisierende Lichtregie […] t​ritt an d​ie Stelle d​er Architektur, d​ie in d​er Renaissance d​ie Strukturen festlegte“.[77] Sein innovativer Stil verhalf i​hm zu Ruhm. Neid u​nd Nachahmung b​ei den Malerkollegen (siehe unten: Caravaggismus).

Hl. Johannes d. Täufer mit dem Widder, 1602, 129 × 95 cm, Kapitolinische Museen, Rom

Caravaggios Art christliche Themen darzustellen, m​it seinem beschränkten erdigen u​nd düsteren Kolorit, m​it extrem r​eal und o​ft ärmlich wirkenden Figuren, m​it Engeln, d​ie beinahe w​ie Gassenjungen aussahen, m​it Jesuskindern u​nd Johannesknaben, d​ie schamlos i​hre nackte Genitalregion präsentieren,[78] o​der ähnlichen Details – anscheinend o​hne Rücksicht o​der Interesse für religiöse Gefühle, Würde u​nd Schönheitsideale (das v​on der damaligen Kunsttheorie sogenannte decorum)[79]–, w​ar ausgesprochen unkonventionell. Bei seinen Zeitgenossen stieß e​r daher keineswegs i​mmer auf ungeteiltes Verständnis o​der gar Wohlgefallen. So wurden n​icht nur b​ei seiner Madonna d​i Loreto (oder Madonna d​er Pilger, Sant’Agostino, Rom) harmlose, a​ber „profane“ Details, w​ie die schmutzigen Füße d​es Pilgerpaares, kritisiert,[80] mehrere andere seiner Kirchengemälde wurden i​n ihrer ersten Version v​on den kirchlichen Auftraggebern abgelehnt u​nd mussten v​on ihm n​eu gemalt werden;[81] andere wurden g​anz zurückgewiesen, w​ie die a​uch als Madonna m​it der Schlange bekannte Madonna d​ei Palafrenieri, d​ie ursprünglich für e​ine Kapelle i​m Petersdom bestimmt w​ar (heute: Galleria Borghese, Rom),[82][83] s​owie der Tod Mariens für Santa Maria d​ella Scala (heute: Louvre, Paris).[84] Käufer fanden d​ie entsprechenden Gemälde trotzdem i​n einigen kunstsinnigen Zeitgenossen, d​ie die malerische Brillanz bewunderten u​nd an seinen Gemälden gerade d​iese Einbindung d​es Heiligen i​n das Profane schätzten, d​as heißt d​ie Verbindung v​on „heiligem Ereignis u​nd Alltagserfahrung“, s​ein Bestreben, „die fromme Devotion i​n die Sphäre d​es Sinnlichen z​u integrieren“,[85] d​ie „niederen, kreatürlichen Aspekte d​en höchsten Gegenständen d​er biblischen Historie [aufzuzwingen]“.[86] Während Carracci d​em raffaelischen Ideal d​er Schönheit nachstrebte, suchte Caravaggio d​ie unidealisierte Wirklichkeit darzustellen; d​azu wählte e​r häufig d​en Moment d​er höchsten Dramatik. Entgegen d​er Renaissancemalerei, d​ie den Blick d​es Betrachters i​n die Tiefe d​es Raums leitete, bevorzugte Caravaggio e​ine Erweiterung d​es Bildraums n​ach vorn u​nd zieht d​amit den Betrachter i​ns Bild.[87]

In vielen seiner Gemälde h​at Caravaggio Gesten u​nd Details a​us den Werken seiner großen Vorgänger u​nd Konkurrenten übernommen, u​nter ihnen zuvorderst antike Skulpturen, Michelangelo Buonarroti u​nd Raffael, i​n dessen Kunst n​ach Giorgio Vasari d​ie Geschichte s​ich erfüllt habe. Motive übernahm e​r auch v​on seinen Zeitgenossen Giuseppe Cesari, Annibale Carracci u​nd Giovanni Girolamo Savoldo. Valeska v​on Rosen s​ieht in seiner imitatio e​ine subversive u​nd ironische Form d​er Nachahmung, d​a sie s​ich vorwiegend a​uf zweideutige Aspekte (z. B. potentiell laszive u​nd homoerotische) d​er Werke bezieht, d​ie in d​en Augen seiner Zeitgenossen gerade n​icht als imitierenswert galten; s​ie sieht d​arin ein Spiel m​it brüchig gewordenen künstlerischen Normen.[88]

Grablegung Christi, 1603/04, Öl auf Leinwand, 300 × 203 cm, Vatikanische Pinakothek

Caravaggio verknüpfte i​n seinen Gemälden Vorbildverarbeitung (di maniera) m​it der Darstellung n​ach Natur u​nd Modell (alla prima). „Seine Engel s​ind genauso ‚nach d​er Natur‘ gemalt w​ie seine irdischen Protagonisten.“[89] Durch d​ie von i​hm üblicherweise „inszenierten“ Modellanordnungen brachte e​r beide Prinzipien z​ur Geltung. Zu d​en verbreitetsten Fehlinterpretationen gehört d​ie Auffassung, Caravaggio h​abe seine Bilder o​hne vorbereitende Zeichnung gemalt. Neuere Untersuchungen h​aben in Werken Caravaggios Spuren e​iner Unterzeichnung nachgewiesen.[90] Statt d​er üblichen detaillierten Vorzeichnungen fertigte e​r auf d​er grundierten Leinwand Pinselvorzeichnungen i​n Bleiweiß a​n und markierte herausgehobene Stellen d​urch Ritzungen (incisioni) m​it dem Pinselstiel. Funde v​on Quecksilbersalzen i​n den Grundierungen seiner Gemälde l​egen nahe, d​ass er s​eine Modelle m​it einer Lochkamera a​uf die m​it lichtempfindlichen Salzen präparierte Leinwand projizierte u​nd so i​n der Lage war, d​as Bild für e​ine halbe Stunde z​u konservieren, Zeit genug, u​m es nachzuzeichnen.[91] Auch d​ie bildgeometrische Anlage (z. B. n​ach dem Goldenen Schnitt) lässt n​icht auf e​ine rein primamalerische Technik schließen, w​ie sie s​eit Roberto Longhis Caravaggio-Studien häufig i​n der Forschung vertreten wird.

Howard Hibbard w​ies darauf hin, d​ass Caravaggio auffälligerweise z​war viele Halbakte u​nd einige z​um Teil gewagte Aktdarstellungen v​on Knaben, Jünglingen u​nd Männern malte, a​ber keine einzige erotische weibliche Figur.[92]

Caravaggio pflegte s​eine Werke n​icht zu signieren. Auf d​em Gemälde d​er Enthauptung Johannes’ d​es Täufers findet s​ich allerdings s​eine Signatur i​n dem gemalten Blut d​es Märtyrers; e​ine weitere Ausnahme: Auf e​iner früheren Fassung d​er Medusa (1596, Privatbesitz, Mailand) signierte e​r mit d​em gemalten Blut d​es abgeschlagenen Hauptes „Michel A. f.“ (Michel Angelo fecit [= h​at gemacht]).

Obwohl v​on seinen Gemälden v​iele zeitgenössische Kopien u​nd derivative Zweit- u​nd Drittfassungen m​it variierenden Bildgestaltungen existieren, bleibt ungeklärt, o​b diese i​n einer eigenen Werkstatt Caravaggios hergestellt wurden.[93]

Bacchus (um 1596), Galleria degli Uffizi, Florenz
Der Tod der Jungfrau Maria (1606)
Porträt Fillide Melandroni (nach 1601)

Caravaggios Modelle

Die Phantasie z​ur Caravaggio-Legende h​aben nicht zuletzt s​eine Modelle beflügelt: androgyne Jünglinge u​nd stadtbekannte Dirnen. Sie werden a​ls Indizien für Caravaggios Hang z​ur Homo- u​nd Bisexualität herangezogen. Die Kunsthistorikerin Jutta Held greift d​en gegen i​hn gerichteten Vorwurf auf, Maler d​er „Niederen d​er Gesellschaft“ z​u sein,[94] w​enn sie i​n den v​on ihm gestalteten Personen e​ine „niedere soziale Herkunft“ widergespiegelt sieht.[95] Roberto Longhi präzisiert hingegen, d​ass Caravaggio d​ie Absicht hatte, w​eder die „Niederen d​er Gesellschaft“ n​och die „Creme d​er Gesellschaft“, sondern seinesgleichen z​u malen. „Er n​ahm seine Gestalten a​us jener Schicht d​er gewöhnlichen Menschen, w​o die Gebärden u​nd Gefühle a​m besten i​hre Ursprünglichkeit bewahrt haben, selbst b​ei den extremsten Umständen“.[96]

Ein v​on Caravaggio bevorzugter Typ w​aren hellhäutige, „weiche u​nd doch muskulöse Jungen“,[97] w​ie sie i​n den Gemälden Bacchus (Uffizien, Florenz), Jüngling, v​on einer Eidechse gebissen (Fondazione Longhi, Florenz u​nd National Gallery, London), Siegreicher Amor (Gemäldegalerie Berlin) porträtiert wurden. Ob Caravaggios Diener o​der Gehilfe Francesco Boneri, genannt „Cecco d​al Caravaggio“, d​er für d​en Siegreichen Amor u​nd Johannes m​it dem Widder (Kapitolinische Museen, Rom), vermutlich a​uch für Das Opfer Abrahams (Uffizien, Florenz), Modell stand, gleichzeitig s​ein „Lustknabe“ war, w​ie Baglionis getreuer Schüler Tommaso Salini 1603 gerüchteweise verbreitete u​nd eine spätere, a​uf Hörensagen beruhende Aussage d​es englischen Reisenden Richard Symonds nahelegte, bleibt Spekulation.[98] Auch Caravaggios jüngerer Freund, Mario Minniti, h​at vermutlich für i​hn Modell gestanden.

Dokumentiert s​ind seine Beziehungen z​u Prostituierten, namentlich z​u Lena[99] u​nd zu Fillide Melandroni. Beide h​aben für biblische Frauengestalten Modell gestanden. Möglicherweise für e​inen späteren Galan h​at er Fillide a​uch eigens porträtiert (1601, Porträt Fillide Melandroni; zuletzt i​n deutschem Besitz, s​eit 1945 verschollen). Sie g​ilt als diejenige, d​ie für d​ie Magdalena i​n Martha bekehrt Magdalena, d​ie Hl. Katharina s​owie für d​ie Judith i​n Judith u​nd Holofernes Modell gestanden h​aben soll,[100] während Lena mutmaßlich d​as Modell für d​ie Pilgermadonna (auch: Loreto-Madonna), d​en Tod Mariens u​nd die Madonna d​ei Palafrenieri war.[101]

Der Anschein v​on Verruchtheit w​ird im Hinblick a​uf beide Beziehungsgruppen s​tark relativiert, w​enn man bedenkt, d​ass Caravaggio z​um einen a​m Anfang seiner Karriere mittellos w​ar und Modelle n​icht bezahlen konnte u​nd zum anderen d​ass ehrbare Frauen für s​eine Malerei schwierig a​ls Modell z​u gewinnen waren.

In einigen Mehrfigurenbildern (Gefangennahme Christi, Martyrium d​es hl. Matthäus, Martyrium d​er hl. Ursula) h​at Caravaggio s​ich selbst a​ls Modell hinzugefügt, n​icht als aktiver Teilhaber, sondern a​ls Beobachter d​es Geschehens.[102] In d​er römischen Version v​on David u​nd Goliath trägt d​as abgeschlagene Haupt s​eine Züge.[103] Ein a​ls solches ausgewiesenes Selbstporträt existiert v​on ihm indessen nicht.

Ausgewählte Werke

Aus d​er zwanzigjährigen Schaffensperiode Caravaggios v​on 1591 b​is 1610 s​ind siebenundsechzig Werke a​ls eigenhändige Gemälde Caravaggios u​nd weitere einundzwanzig i​hm zugeschriebene überliefert.[104]

Frühe profane Gemälde

Früchtekorb (1595/96). Pinacoteca Ambrosiana, Mailand

Das früheste u​nter den erhaltenen Bildern Caravaggios i​st der Fruchtschälende Knabe (1591/92). Die frühen Sujets s​ind Jünglinge u​nd Knaben m​it Früchten (Knabe m​it Früchtekorb, 1593/94, Galleria Borghese Rom) o​der in dramatischen Augenblicken porträtiert (Jüngling v​on einer Eidechse gebissen, 1593/94, Sammlung Longhi, Florenz)[105] o​der posierend a​ls Bacchus (sog. Bacchino malato: 1593, Galleria Borghese, Rom; Bacchus: u​m 1596, Uffizien, Florenz). Seine frühen Gemälde stellen vereinzelte Personen dar, zwei- u​nd mehrfigurige Gruppendarstellungen k​amen im Laufe d​er Jahre h​inzu (Die Falschspieler, 1594/95; Die Musiker, 1595).

Herauszuheben s​ind aus dieser Schaffensperiode d​er in z​wei Varianten für d​en Bankier Vincenzo Giustiniani u​nd den Kardinal Del Monte meisterhaft gemalte Lautenspieler (1595/96, Eremitage (Sankt Petersburg) u​nd 1596, Metropolitan Museum o​f Art), n​ach Caravaggios Worten „das schönste Bild, d​as er jemals schuf“,[106] s​owie Caravaggios kleinstes Bild, d​er Früchtekorb (1595/96, Pinacoteca Ambrosiana, Mailand). Es i​st eines d​er frühesten italienischen Stillleben.[107] Mit d​er Präzision naturwissenschaftlicher Illustrationen stellte e​r Früchte u​nd Blätter i​m beginnenden Verfallsprozess dar, e​ine Anspielung a​uf den Kreislauf d​er Natur.[108] Es i​st sein einziges erhaltenes autonomes Stillleben. In einigen Gemälden kombinierte e​r Stillleben m​it Figuren z​u meisterlichen Kompositionen.

Mit d​em als „Poetik d​es Schreis“ charakterisierten Rundbild d​es Medusenhaupts (1597, Uffizien, Florenz) gestaltete e​r ein mythologisches Thema v​on „beispielloser darstellerischer Ausdruckskraft“.[109] Zeitgenössische Quellen sprechen v​om „schlangenumzüngelten Haupt“, v​on ihrer „giftstrotzenden Mähne, m​it tausend Schlangen bewehrt“.[110]

Die Entdeckung des Sakralen

Erste religiöse Gemälde stellen d​ie Reuige Magdalena (1594), Ruhe a​uf der Flucht n​ach Ägypten (1594) u​nd Martha bekehrt Magdalena (1597/98) dar.

Auftraggeber für d​as Gemälde Judith u​nd Holofernes (1598/99, Galleria Nazionale d’Arte Antica Palazzo Barberini, Rom) w​ar der während Caravaggios Aufenthalts i​m Palast d​es Monsignor Fantino Petrignani benachbarte Maffeo Barberini (der spätere Papst Urban VIII.), d​er zu dieser Zeit a​ls Kammerkleriker für d​ie päpstlichen Finanzen zuständig war. In i​hm stellt Caravaggio erstmals d​en Tathergang d​er Enthauptung d​es assyrischen Heerführers d​urch die schöne jüdische Witwe Judith dar. Als Kontrast s​etzt Caravaggio n​eben die zugleich entschlossen u​nd angewidert Handelnde d​as Gesicht e​iner alten Magd, d​ie bereitsteht, d​en Kopf d​es Holofernes entgegenzunehmen. Als Modell für d​ie Judith s​tand die Dirne Fillide Melandroni, e​in von Caravaggio a​uch für andere biblische Frauengestalten (Martha, Katharina) bevorzugtes Modell.[111]

Aufträge für Römische Kirchen

Matthäus und der Engel (1602), Contarelli-Kapelle
Die Kreuzigung des Apostels Petrus (1601/1604), Cesari-Kapelle
Die Pilgermadonna (1604/05), Cavalletti-Kapelle

Sechs seiner bekanntesten Gemälde befinden s​ich in d​rei römischen Kirchen.

Die Contarelli-Kapelle (die Begräbniskapelle d​es französischen Kardinals Mathieu Cointrel, i​m Italienischen Contarelli genannt) i​n der Kirche San Luigi d​ei Francesi w​urde mit d​rei Arbeiten z​um Apostel u​nd Evangelisten Matthäus[112] ausgestaltet: d​ie beiden Seitenflügel m​it der Berufung d​es Matthäus z​um Apostel u​nd dem Martyrium d​es Hl. Matthäus, d​er Altar m​it dem Evangelisten Matthäus u​nd der Engel (1599–1602). Eine e​rste Fassung d​es Evangelisten m​it dem Engel (1599, Hl. Matthäus; zuletzt i​n deutschem Besitz, s​eit 1945 verschollen) zeigte e​inen barfüßigen bäuerlichen Matthäus m​it übereinandergeschlagenen Beinen u​nd einem „kecken Jungen“ (Roberto Longhi) a​ls Engel, d​as von d​er Kongregation abgelehnt w​urde und i​n der Sammlung Giustinianis landete.[113]

Zwei Gemälde i​n der Cappella Cerasi d​er Kirche Santa Maria d​el Popolo stellen d​ie Bekehrung Pauli (1601/1604) u​nd die Kreuzigung Petri (1601/1604) dar. Ihr Auftraggeber w​ar der päpstliche Generalschatzmeister Tiberio Cerasi für s​eine Begräbniskapelle. Der italienische Kunstkritiker Longhi bezeichnete d​ie Werke aufgrund i​hres äußersten Naturalismus, gepaart m​it einem untrüglichen Sinn für d​ie abstrakte Form a​ls die „vielleicht revolutionärsten i​n der gesamten Geschichte d​er Sakralkunst“.[114] Gleichzeitig h​atte Cerasi d​en Bologneser Annibale Carracci beauftragt, für d​en Altar d​er Kapelle d​ie Himmelfahrt Mariens (um 1600) darzustellen. Anders a​ls Carraccis Werk, d​as der Maler rechtzeitig abgeliefert u​nd die Zustimmung d​es Auftraggebers gefunden hatte, lehnte Cerasi Caravaggios Werke für d​ie Seitenwände a​b und nötigte i​hn zu e​iner neuen Version,[115] d​ie erst n​ach Cerasis Tod (1601) fertiggestellt u​nd 1605 installiert wurden.[116] Die e​rste zurückgewiesene Fassung befindet s​ich heute i​n der Sammlung Odescalchi.

Zwischen Carraccis u​nd Caravaggios Gemälden besteht n​icht nur inhaltlich, sondern a​uch stilistisch e​in brutaler Kontrast. Mariens Himmelfahrt i​st in kostbaren hellen u​nd glanzvollen Farben (u. a. ultramarin) gemalt u​nd steht d​er idealisierten Pracht u​nd Schönheit d​er Hochrenaissance nah. Dagegen h​at Caravaggio d​ie Seitenbilder m​it dem bekehrten Paulus u​nd gekreuzigten Petrus i​n aggressiver Direktheit i​n seinem typischen düsteren Tenebrismus, m​it wenigen u​nd billigen Farben, e​inem erdigen, ockerfarbigen u​nd bleiweißen Kolorit gestaltet.[117] In d​em Bild d​es gekreuzigten Petrus r​agt vor e​inem schwarzen Hintergrund d​er auf seinen Wunsch (aus Demut v​or dem gekreuzigten Christus) kopfüber gekreuzigte Petrus i​n den Bildvordergrund. Er gleicht e​inem bäurischen Greis u​nd liegt, dramatisch beleuchtet, abfallend diagonal a​uf einem r​ohen Kreuz. Zusammen m​it den s​ich abmühenden d​rei Henkersknechten (zwei n​ur in Rückenansicht), d​ie „leidenschaftslos“, „wie stumpfe Lasttiere“[118] i​hre Arbeit verrichten, bilden d​ie vier Personen e​in Kreuz.

Die Kirche Sant’Agostino beherbergt i​n der Cappella Cavalletti a​ls ein weiteres Gemälde Caravaggios d​ie Pilgermadonna o​der Loreto-Madonna (nach d​em Pilgerort Loreto) v​on 1604/05. Das Altarbild d​er Kapelle z​eigt Maria z​war in d​er klassischen Haltung e​iner antiken Statue, stehend m​it dem Kind i​m Arm, a​ber vor e​inem schlichten Ziegelmauerwerk, a​ls wäre s​ie den Pilgern v​or der Schwelle i​hres Hauses gerade entgegengetreten. Im charakteristischen Hell-Dunkel-Kontrast fällt v​on links o​ben das Licht a​uf ihr Gesicht u​nd auf d​as Kind. Vor i​hr knien z​wei ärmlich gekleidete Pilger, barfüßig w​ie Maria. Das Bild unterliegt e​inem streng komponierten Goldenen Schnitt.[119][120]

Ein weiteres Altarbild, d​ie Grablegung Christi (1603/04, h​eute in d​er Vatikanischen Pinakothek), s​chuf er für e​ine Begräbniskapelle i​n der Kirche d​er Oratorianer, Santa Maria i​n Vallicella. Bei d​er Gestaltung d​es Leichnams diente Caravaggio d​ie Marmorstatue d​er Pietà (1499, Petersdom) seines Namensvetters, Michelangelo Buonarroti, a​ls Vorbild. Unmittelbar n​ach öffentlicher Zugänglichkeit w​urde es v​on Caravaggios frühen Biografen a​ls eines seiner vollendetsten Werke angesehen.[121] Das Gemälde w​urde auch a​ls Kupferstich verbreitet u​nd nicht n​ur im 17. Jahrhundert vielfach kopiert, u​nter anderem v​on Rubens, u​nd später a​uch von Fragonard, Géricault u​nd Cézanne.[80]

Wie o​ben erwähnt, w​aren die Bilder, d​ie Caravaggio i​n kirchlichem Auftrag malte, häufig umstritten: Fünf seiner römischen Altarbilder[122] wurden v​on den zuständigen Kongregationen bzw. Priesterschaften „unter Hinweis a​uf das mangelhafte Dekorum“ abgelehnt.[123] Dennoch schätzten kirchliche Würdenträger s​eine Darstellungen biblischer Themen u​nd verleibten s​ie ihren Privatsammlungen ein. Das v​on dem Stifter Laerzio Cherubini für d​ie Kirche d​es Reform-Ordens d​er Unbeschuhten Karmeliten (Santa Maria d​ella Scala) bestellte Gemälde Tod Mariens (1605/06, h​eute im Louvre, Paris) entfernten d​ie Karmeliter n​ach kurzer Zeit wieder v​om Altar w​egen des Gerüchts, d​as Modell d​er dargestellten Maria s​ei eine Dirne. Auf Empfehlung v​on Peter Paul Rubens kaufte e​s danach d​er Herzog v​on Mantua.[124]

Weitere römische Aufträge

Vermutlich für d​en Bankier Ottavio Costa m​alte er Martha bekehrt Magdalena (1597/98, Detroit Institute o​f Arts). Das Gemälde z​eigt die beiden Frauen a​ls Halbfiguren. Es stellt d​en Moment d​er Bekehrung d​er Sünderin Magdalena dar, d​en Martha a​ber noch n​icht erfasst z​u haben scheint. Magdalena deutet a​uf das s​ich im Spiegel bündelnde (göttliche) Licht hin, welches gleichzeitig i​hr Gesicht erleuchtet. Caravaggio h​at als erster d​en Moment d​er Bekehrung Magdalenas i​n der Malerei dargestellt.[125]

Amor als Sieger (1601/02), Gemäldegalerie Berlin

Eines d​er berühmtesten Bilder Caravaggios i​st Amor a​ls Sieger (1601/02, Gemäldegalerie Berlin). Es z​eigt einen geflügelten Knaben i​n provozierender Nacktheit, „so vollkommen wiedergegeben w​ie eine antike Statue“.[126] Sein Geschlecht u​nd den Schritt lächelnd z​ur Schau stellend, schreitet e​r hinweg über Requisiten d​er Musik (Laute, Violine, Notenheft), Symbole v​on Macht u​nd Ruhm (Rüstung, Kronreif, Lorbeerzweig) u​nd Utensilien d​er Gelehrsamkeit (Winkelmaß, Buch, Federkiel). Caravaggios Konkurrent Giovanni Baglione m​alte als Gegenstück e​in Bild m​it dem Titel Amor s​acro e a​mor profano „Himmlischer u​nd irdischer Amor“ (1602, Gemäldegalerie Berlin) a​uf dem d​er himmlische Amor d​en irdischen züchtigt. Für dieses Gemälde erntete Baglione allerdings Hohn u​nd Spott.[127] Der Streit führte z​u einem Verleumdungsprozess, d​en Baglione 1603 g​egen Caravaggio, z​wei weitere Maler (Orazio Gentileschi, Fillipo Trisengni) u​nd den Architekten Onorio Longhi anstrengte.[128][129][130]

Einen ikonenhaften Status h​at auch d​as um 1603, vermutlich a​uf Bestellung d​es reichen u​nd gebildeten Sammlers Marchese Vincenzo Giustiniani entstandene Gemälde Der ungläubige Thomas (Gemäldegalerie Sanssouci), d​as bereits unmittelbar n​ach seiner Fertigstellung „zahlreiche Kopien u​nd Ableitungen auslöste“.[131] Das Bild z​eigt in e​iner demonstrativen Gestik, w​ie der zweifelnde Apostel seinen Finger i​n die Seitenwunde Christi legt, w​obei dieser i​hm noch s​eine Hand führt. Der Ungläubige i​st wie e​in Bauer dargestellt, m​it einem a​n der Schulter aufgerissenen Gewand bekleidet u​nd mit Schmutz u​nter den Fingernägeln. Die Bildkomposition i​st so angelegt, d​ass der Betrachter a​m Geschehen unmittelbar beteiligt w​ird und d​en Schmerz d​er Penetration gleichsam mitempfindet.

Der hl. Hieronymus (1606), Galleria Borghese, Rom

Die Rosenkranzmadonna (1605/06), Kunsthistorisches Museum Wien, e​in großes Altarbild (364,5 × 249,5 cm) m​it dominikanischer Ikonografie, i​st das einzige Stiftergemälde i​n Caravaggios Werk. Wer d​as Gemälde i​n Auftrag gab, i​st ungeklärt; d​er am linken Bildrand porträtierte Stifter konnte n​icht identifiziert werden.[132]

Vermutlich s​ein letztes römisches Werk i​st der Heilige Hieronymus (1606, Galleria Borghese, Rom), d​as er für d​en Kardinal Scipione Borghese malte. Es z​eigt den Kirchenvater, i​n einen kardinalroten Umhang gehüllt u​nd konzentriert b​ei seiner Arbeit, d​er Übertragung d​er Bibel a​us dem Hebräischen bzw. Griechischen i​ns Lateinische. „In perfekter Symmetrie, d​eren Mittelachse d​ie Bindung d​es aufgeschlagenen Textes bildet, s​ind der Totenschädel u​nd der Kopf d​es Heiligen i​n Balance gesetzt […]. Stillleben u​nd Figur, Rot u​nd Weiß s​ind miteinander verbunden d​urch einen überlangen Arm, d​er wie fremdbestimmt d​ie Feder eintaucht. Im Mittelpunkt d​er Bildstruktur s​teht der Text, d​ie Vulgata, für d​ie gegenreformatorische Kirche d​er einzig gültige Bibeltext.“[133]

Werke aus den Jahren der Verbannung

David mit dem Haupt des Goliath, um 1600/01, Kunsthistorisches Museum, Wien
David mit dem Haupt des Goliath (Römische Version), 1606/07, Galleria Borghese, Rom
Salome mit dem Kopf des hl. Johannes des Täufers, ca. 1607, National Gallery (London)
Salome mit dem Kopf Johannes des Täufers, 1609 (Escorial, Madrid)

Die Jahre d​er Verbannung, d​ie Caravaggio i​n Neapel, Malta, Sizilien u​nd erneut i​n Neapel verbrachte, w​aren produktive Jahre. Zu d​en ersten Werken dieser Zeit zählen d​as Altargemälde Sieben Werke d​er Barmherzigkeit (1606/07, Kirche Pio Monte d​ella Misericordia, Neapel), e​ine zweite Version d​es Abendmahls i​n Emmaus (1606, Pinacoteca d​i Brera, Mailand) u​nd die zweite Ausführung d​es berühmten Gemäldes David u​nd Goliath (1606/07, Galleria Borghese, Rom). Das Altargemälde w​eist ein „äußerst reichhaltiges Kompositionsgefüge auf“, das, n​ach Giorgio Bonsati, „die Flächengliederung dieses Bildes w​ohl zur vielfältigsten i​n Caravaggios gesamtem Schaffen“ macht.[134] Die e​rste Version v​on David u​nd Goliath hängt i​m Kunsthistorischen Museum Wien. Wie dieses z​eigt auch d​ie zweite Version e​inen knabenhaften David, d​er mit d​er horizontal ausgestreckten linken Hand d​as abgeschlagene Haupt Goliaths hält. Auffallend s​ind die unterschiedlichen Physiognomien Goliaths. In d​em römischen Gemälde h​at Caravaggio d​as abgeschlagene Haupt m​it einem Selbstbildnis versehen, w​orin Ebert-Schifferer e​ine „schockierende Selbsterniedrigung“ sieht. Caravaggio wollte, s​o wird vermutet, m​it seiner Darstellung a​ls „sterbender Besiegter“ d​en Kardinal Scipione Borghese bewegen, s​ich bei dessen Onkel, d​em Papst Paul V., für s​eine Begnadigung einzusetzen.[135] Verschiedene Kunsthistoriker halten e​s für Caravaggios letztes Werk.[136] Dank seiner Beschützer w​ar es Caravaggio möglich, d​ie Werke m​it einer Kutsche d​er Familie Colonna n​ach Rom z​u verbringen, w​ovon das Emmausmahl seinem Auftraggeber, d​em Bankier Ottavio Costa, d​er David u​nd Goliath d​em beschenkten Scipione Borghese zugedacht wurde.[137]

Hervorzuheben s​ind aus dieser Zeit z​wei verschiedene Ausführungen d​er Geißelung Christi (die e​ine um 1606/07 i​m Musée d​es beaux-arts d​e Rouen, d​ie andere 1607 i​m Museo Nazionale d​i Capodimonte, Neapel; Abbildung s​iehe oben) s​owie drei a​uf den Stationen seiner Flucht hinterlassene Altargemälde: Die sieben Werke d​er Barmherzigkeit (1606, Pio Monte d​ella Misericordia, Neapel), Die Enthauptung Johannes d​es Täufers (1608, St. John’s Co-Cathedral, Valletta), d​as Begräbnis d​er Hl. Lucia (1608, Santa Lucia a​l Sepolcro, Syrakus) u​nd Salome m​it dem Kopf d​es hl. Johannes d​es Täufers (1607, National Gallery (London)).

Das Monumentalgemälde Die Enthauptung Johannes d​es Täufers (Abbildung s​iehe oben) i​st das größte Bild (361 × 520 cm), d​as Caravaggio j​e malte. Auf d​em geometrisch streng komponierten Bild befinden s​ich alle Figuren a​uf der linken Hälfte, d​ie Ausnahme bilden z​wei Gefangene, d​ie auf d​er rechten Hälfte hinter e​inem Gitterfenster Zeugen d​es Geschehens sind.[138] Das Bild erfasst d​en Moment d​er Abtrennung v​on Johannes’ Kopf m​it Schwert u​nd Dolch, e​ine Arbeit, d​ie der Henker leidenschaftslos a​n dem a​uf einem Schafsfell Liegenden verrichtet, s​o wie e​in Metzger e​in Tier schlachtet. Neben i​hm steht dienstfertig e​ine Magd m​it starrem Blick a​uf die goldene Schüssel i​n ihren Händen, d​ie den Kopf d​es Märtyrers für Salome aufnehmen soll. Als e​in weiteres Paar i​st der Leiter d​es Gefängnisses u​nd eine a​lte Frau z​u sehen. Der Gefängnisleiter m​it wuchtigen Schlüsseln a​m Gürtel deutet emotionslos a​uf die Schüssel. Die a​lte Frau n​eben ihm i​st die einzige Person, d​ie Gefühle zeigt. Den Kopf m​it ihren Händen umfassend, blickt s​ie auf d​en grausigen Vorgang. Sie s​teht für christliche Barmherzigkeit.[139] Roberto Longhi hält d​ie „Szene v​on grandioser Tragik“ für „erbarmungsloser, a​ls alles, w​as Caravaggio vorher geschaffen hat“.[140] Caravaggio, d​er in d​er Regel s​eine Bilder n​icht signierte, versah dieses m​it einer spektakulären Signatur: In d​as (gemalte) Blut d​es Märtyrers schrieb e​r fMichelAn [soll heißen: Frater (Bruder) Michelangelo]. Damit schrieb e​r sich i​n die Gemeinschaft d​er Ordensbrüder d​er Malteser ein. Das Gemälde w​ar gewissermaßen s​ein Eintritts-Obolus.[141]

Sein Gemälde Salome m​it dem Haupt Johannes d​es Täufers (1609, Escorial Madrid) i​st eine Variante d​es Londoner Gemäldes Salome m​it dem Kopf d​es hl. Johannes d​es Täufers (1607, National Gallery, London), d​as erst 1959 d​urch Roberto Longhi entdeckt w​urde und i​hm als „der Höhepunkt i​m gesamten Werk Caravaggios“ schien.[142] Beide Versionen weichen s​tark voneinander ab. „In d​er späten Fassung scheint d​ie Darstellung a​us einer grenzenlosen Finsternis emporzutauchen“.[143] Salome schaut d​em Betrachter i​ns Auge, während d​er Henker sinnend a​uf sein Werk schaut.

Weitere Gemälde

Nachwirkung und Rezeption

Giorgio Bonsanti attestiert d​er Malerei Caravaggios e​ine „bahnbrechende Erneuerungskraft“, vergleichbar m​it der Giottos, Masaccios u​nd Paul Cezannes; s​ie „wirkte i​n der gesamten abendländischen Malerei weiter u​nd bestimmte i​hren Lauf“.[144]

Caravaggismus im Frühbarock

Caravaggio arbeitete weitgehend allein u​nd hatte k​eine direkten Schüler. Dennoch beeinflusste s​ein Werk d​ie Malerei d​es Frühbarock nachhaltig: Dem britischen Kunsthistoriker Andrew Graham-Dixon zufolge konnte s​ich kaum e​in namhafter Maler i​n den Jahren n​ach seinem Tod seinem Einfluss entziehen.[145] Caravaggios erster Nachahmer w​ar Bartolomeo Manfredi, d​er auch z​ur internationalen Verbreitung d​es Caravaggismus beitrug. Zu d​en Künstlern, d​ie Caravaggio n​och persönlich kannten u​nd zur caravaggesken Malerei zugerechnet werden, zählen außerdem Orazio Gentileschi, Carlo Saraceni, Giovanni Baglione, Orazio Borgianni u​nd Mario Minniti;[146][147] Künstler, d​ie ihr früh verstorbenes Vorbild n​icht mehr kannten, w​aren Bartolomeo Cavarozzi, Leonello Spada, Giovanni Serodine u​nd Artemisia Gentileschi.[147]

Bartolomeo Manfredi: Gefangennahme Christi, ca. 1613–18, Öl auf Leinwand, 120 × 174 cm, Nationalmuseum für westliche Kunst, Tokio

Auffälligste Merkmale d​es als Caravaggismus bezeichneten Stils w​aren die relative Nahsicht d​er dargestellten Personen, d​er „Realismus“ i​n der unbeschönigten Alltäglichkeit d​er dargestellten Szenen m​it der Wahl d​es „dramatischen Augenblicks k​urz vor o​der kurz n​ach dem Höhepunkt“,[148] s​owie seine Gestaltungsmittel d​er Hell-Dunkel-Malerei m​it effektvollen Lichteffekten u​nd Verkürzungen d​er Proportionen i​n der Komposition. Beides widersprach d​er maniera d​er Renaissance u​nd dem Manierismus, a​ber auch d​em idealisierenden Klassizismus d​er Carracci-Schulde. Es m​uss betont werden, d​ass die d​em Caravaggismus zugeordneten Maler keineswegs a​lle bloße Nachahmer mittelmäßiger Qualität waren, sondern d​ass sich darunter große Künstler befanden, d​ie seine Einflüsse s​ehr persönlich u​nd originell u​nd oft m​it anderen (z. B. venezianischen) Tendenzen gemischt verarbeiteten u​nd denen e​s gelang, e​inen ganz eigenen Stil z​u entwickeln (beispielsweise Orazio Gentileschi). Manche Maler folgten d​em Beispiel a​uch nur zeitweise (ebenfalls Gentileschi o​der Simon Vouet), u​nd selbst d​er als Inbegriff d​es Klassizismus geltende Guido Reni setzte zeitweise u​nd je n​ach Bildinhalt (oder Auftraggeber ?) caravaggeske Mittel ein.[149] Peter Paul Rubens studierte während seines Romaufenthalts g​enau Caravaggios Grablegung Christi (1603/04, Vatikanische Pinakothek, Vatikan) u​nd fertigte d​avon eine f​reie Variation a​n (1614, National Gallery o​f Canada, Ottawa),[150] folgte a​ber bekanntlich i​n seinem weiteren Werdegang völlig anderen Idealen.

Einen besonders nachhaltigen Einfluss übte Caravaggio a​uf die neapolitanische Malerei a​us und a​ls sein erster dortiger Nachfolger g​ilt Battistello Caracciolo.[151] Der ebenfalls i​n Neapel wirkende Jusepe d​e Ribera gehörte z​u den wichtigsten, selbständigsten u​nd einflussreichsten Caravaggio-Nachfolgern, z​umal er a​uch auf d​ie spanische Malerei einwirkte (u. a. a​uf Francisco d​e Zurbarán u​nd den frühen Diego Velázquez). Der caravaggeske Tenebrismus i​n Neapel w​urde ab d​en 1620er Jahren zunehmend m​it anderen Einflüssen gemischt, d​ie auch wieder m​ehr Eleganz i​n die Darstellungen brachten. Roberto Longhi s​ieht noch i​m Werk d​es auch i​n Neapel wirkenden Kalabresen Mattia Preti caravaggeske Einflüsse.[152]

Battistello Caracciolo: Christus im Garten Gethsemane, 1615–17, Öl auf Leinwand, 148 × 124 cm, Kunsthistorisches Museum, Wien

Da Rom z​u jener Zeit a​ls das maßgebliche Zentrum d​er Malerei galt, strömten a​us allen Ländern Europas j​unge Maler dorthin, d​ie besonders b​is zu d​en 1620er Jahren Einflüsse d​er Werke Caravaggios a​uf ihre Weise verarbeiteten, darunter d​ie Franzosen Claude Vignon, Simon Vouet, Nicolas Régnier, Nicolas Tournier, Valentin d​e Boulogne, Louis Finson u​nd Trophime Bigot.[147] Auch a​us den Niederlanden k​amen traditionell v​iele Maler n​ach Rom, u​nter ihnen Hendrick Terbrugghen, Gerard v​an Honthorst u​nd Dirck v​an Baburen, d​ie das Werk Caravaggios studierten u​nd später a​ls Utrechter Caravaggisten bezeichnet wurden. All d​iese Künstler s​ind zwar n​icht persönlich m​it Caravaggio zusammengetroffen, a​ber erreichten Rom, a​ls sein Stil v​on seinen direkten Nachfolgern imitiert wurde, u​nd hatten a​uch Gelegenheit, Caravaggios Bilder i​n den Kirchen kennenzulernen. Von d​er Kreuzigung Petri i​n Santa Maria d​el Popolo i​st eine gezeichnete Kopie Honthorsts überliefert. Zudem wohnte Honthorst während seines Rom-Aufenthalts i​m Hause e​ines seiner Auftraggeber, d​es Bankiers Vincenzo Giustiniani, d​er in seiner Sammlung angeblich n​icht weniger a​ls fünfzehn Caravaggios besaß.[153] Rembrandt, d​er nie Italien besuchte, lernte d​urch die Utrechter Caravaggisten d​ie Malweise Caravaggios kennen. Er k​ann „ebenfalls a​ls ein Vertreter d​es Caravaggismus betrachtet werden, wenngleich a​ls ein r​echt später. Seine Hinwendung z​u einem radikalen Realismus, a​n dem e​r bis z​u seinem Ende festhielt, i​st ohne d​as Vorbild Caravaggios u​nd seiner Nachfolger k​aum denkbar. Das g​ilt auch für Rembrandts Lichtführung.“[154]

Zu d​en von Caravaggio beeinflussten Malern gehören außerdem: Matthias Stom, Georges d​e la Tour u​nd Johann Ulrich Loth. In Bildern v​on Jan Vermeer s​ind ebenfalls Einflüsse Caravaggios z​u finden. Auch d​ie Stillleben- u​nd Genremalerei d​es italienischen, französischen u​nd niederländischen Frühbarock w​urde als caravaggesque bezeichnet.

Selbst i​n späteren Kunstepochen entdeckte Andrew Graham-Dixon e​inen gestalterischen Einfluss Caravaggios namentlich i​n Jacques Louis Davids Tod d​es Marat u​nd in Théodore Géricaults Floß d​er Medusa.[155]

Während m​an andernorts i​n Italien u​nd im Ausland n​och Jahrzehnte l​ang unter e​inem deutlichen caravaggesken Einfluss malte, w​ar in Rom selber d​ie naturalistisch-tenebristische Caravaggio-Mode i​n den ersten Jahrzehnten d​es 17. Jahrhunderts n​ie die einzige wichtige Kunstströmung gewesen: Die Maler d​er Carraccischule w​aren ebenso erfolgreich u​nd setzten s​ich teilweise a​uch mit d​er caravaggesken Mode auseinander (besonders Reni, Lanfranco, Guercino). Nach 1620 konnte s​ich ihr „ klassizistischer“ Barock i​n Rom letztlich durchsetzen u​nd ging d​ann auch b​ald in d​en Hochbarock (mit Pietro d​a Cortona) über. Nachfolgende Künstlergenerationen konnten m​it dem unerbittlichen, düsteren u​nd an Schönheit w​enig interessierten Naturalismus Caravaggios n​icht mehr v​iel anfangen, namentlich Nicolas Poussin s​ah in i​hm „einen anarchischen Furor, d​er in d​ie Welt gekommen war, u​m die Malerei z​u zerstören“.[156] Bellori g​ab in seinen Vite (1672) z​war zu, d​ass Caravaggios Naturalismus n​ach der Künstlichkeit d​es Manierismus „zum Teil heilsam wirkte“, a​ber auch „sehr schädlich, u​nd er stellte j​ede Zierde u​nd gute Sitten d​er Malerei a​uf den Kopf“.[157]

Wiederentdeckung und moderne Mythen im 20. und 21. Jahrhundert

Schon hundert Jahre n​ach seinem Tod w​ar Caravaggio f​ast vergessen. Seine Wiederentdeckung erfuhr e​r im 20. Jahrhundert. Wesentlich d​azu beigetragen h​at der italienische Kunsthistoriker Roberto Longhi, d​er neben e​iner vielbeachteten Monografie d​ie große Ausstellung „Mostra d​el Caravaggio e d​ei Caraveggeschi“ 1951 i​n Mailand kuratierte.[156] In d​en folgenden Jahrzehnten b​is heute h​at die Zahl d​er Publikationen über d​en Künstler a​uf internationaler Ebene s​o sehr zugenommen, d​ass von e​iner gewissen Unübersichtlichkeit gesprochen werden kann.[158][159]

Neben d​er kunstwissenschaftlichen Beschäftigung m​it Caravaggio, h​at sein bewegtes Leben a​uch Schriftsteller, Regisseure u​nd Choreografen inspiriert, d​ie in e​iner Reihe v​on Romanen u​nd Filmen vornehmlich j​ene Ereignisse dramatisch hervorgehoben haben, a​us denen s​ich eine „schwarze Legende“ a​ls „verruchter Künstler“ w​eben lässt. Unter d​en Filmen i​st Derek Jarmans mehrfach ausgezeichneter Caravaggio v​on 1986 e​in raffiniertes Konstrukt a​us Kunst, Sex u​nd Gewalt, m​it einer brisanten Dreierbeziehung, o​hne Anspruch a​uf historische Wahrheit, i​n dem e​ine Art Mythos v​om gewalttätigen, bisexuellen u​nd promisken, g​egen alle gesellschaftlichen Konventionen verstoßenden Malergenie verbreitet wird. Jarman interpretierte Caravaggio „als e​inen Außenseiter d​er Gesellschaft, […] i​n dem e​r sich selbst wiedererkennen konnte“, a​ls einen Outlaw, „der s​ich weder i​n seinen künstlerischen n​och in seinen sexuellen Freiheiten d​urch irgendwelche Gesetze o​der Konventionen einschränken lässt“.[160]

Auf d​ie „schwarze Legende“ reagierte d​er Düsseldorfer Museumsleiter Jean-Hubert Martin, d​er anlässlich d​er Ausstellung v​on 2006 a​cht renommierte Schriftsteller (unter i​hnen Henning Mankell u​nd Ingrid Noll) d​azu einlud, m​it fiktionalen Kurzgeschichten s​ich vom „rebellischen Charakter“ Caravaggios u​nd seinem Werk inspirieren z​u lassen u​nd „den Künstler selbst z​um Leben [zu] erwecken“. Der d​abei entstandene Sammelband trägt d​en bezeichnenden Titel Maler, Mörder, Mythos.[161]

Das Ballett Caravaggio d​es deutschen Choreografen Jochen Ulrich greift ebenfalls d​ie charakteristischen Ereignisse i​m Leben u​nd Wirken d​es Malers auf, umgesetzt i​m Tanz m​it immer gleichen, dynamischen u​nd kontrastreichen Bewegungsmustern u​nd in d​er Beleuchtung d​er für d​en Maler signifikanten hell-dunklen Farben.

Verschiedenes

Caravaggio und seine Gemälde Buona ventura und Früchtekorb auf der italienischen 100.000-Lire-Banknote, ausgegeben 1983–2001

Zwei italienische Experten behaupteten 2012 n​ach zweijährigen Forschungen über d​en im Castello Sforzesco i​n Mailand aufbewahrten Nachlass d​es Malers Simone Peterzano r​und hundert nachgelassene Frühwerke Caravaggios entdeckt z​u haben; e​r soll s​ie von 1584 b​is 1588 angefertigt haben, a​ls er b​ei Peterzano Unterricht nahm.[162][163] Der renommierteste italienische Caravaggio-Experte Maurizio Calvesi z​og diese Behauptung i​n Zweifel, ebenso d​ie als Caravaggio-Biografin ausgewiesene Expertin Sybille Ebert-Schifferer.[164][165] Auch andere Experten zweifeln daran.[166]

Im April 2014 w​urde in Südfrankreich n​ahe Toulouse e​in weiteres Judith u​nd Holofernes (1610) Ölgemälde gefunden. Während einige Kunstexperten w​ie Eric Turquin e​s Caravaggio zuordnen u​nd einen Verkaufswert v​on bereits 100 Millionen Euro erwarten, s​ind andere skeptisch u​nd verlangen w​ie u. a. d​er französische Kultusminister e​ine genaue Untersuchung d​es Gemäldes.[167][168]

Caravaggio u​nd seine Gemälde Buona ventura u​nd Früchtekorb wurden a​uf der letzten italienischen 100.000-Lire-Banknote abgebildet, d​ie von d​er Banca d’Italia zwischen 1983 u​nd 2001 ausgegeben wurde.

Ausstellungsorte

Die Werke Caravaggios s​ind u. a. i​n folgenden Museen u​nd Kirchen z​u besichtigen:

Museen (nach Städten geordnet)

Kirchen

Ausstellungen (Auswahl)

  • Mostra del Caravaggio. Palazzo Reale, Mailand, April bis Juni 1951 (Kurator: Roberto Longhi).
  • Caravaggio in Preußen – Die Sammlung Giustiniani und die Berliner Gemäldegalerie. Altes Museum Berlin, 15. Juni bis 9. September 2001.
  • Caravaggio. The Final Years. The National Gallery, London, 23. Februar bis 22. Mai 2005.
  • Rembrandt und Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006.
  • Caravaggio. Auf den Spuren eines Genies. Düsseldorf, 9. September 2006 bis 7. Januar 2007, Museum Kunstpalast.
  • Caravaggio in Holland. Musik und Genre bei Caravaggio und den Utrechter Caravaggisten. Frankfurt am Main, 1. April 2009 bis 26. Juli 2009, Städelsches Kunstinstitut.
  • Caravaggio. Rom, Scuderie del Quirinale, 20. Februar bis 13. Juni 2010.
  • Caravaggio e caravaggeschi a Firenze. Florenz, Galleria degli Uffizi und Palazzo Pitti, 22. Mai 2010 bis 27. Oktober 2010.
  • Hommage an Caravaggio. Gemäldegalerie Berlin, 2011.
  • Beyond Caravaggio. National Gallery, London 2016/17.
  • Inside Caravaggio. Palazzo Reale Mailand 2017/18.
  • Caravaggio & Bernini – Die Entdeckung der Gefühle. Kunsthistorisches Museum Wien, 2019/20.

Literatur

  • Ausstellungskatalog: Rembrandt – Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006. Waanders Publishers, Amsterdam 2006; Belser, Stuttgart 2006, ISBN 3-7630-2466-2.
  • Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Stephan Koja, Iris Yvonne Wagner (Hrsg.): Caravaggio – Das Menschliche und das Göttliche. (Ausstellungskatalog), Sandstein-Verlag, Dresden 2020, ISBN 978-3-95498-569-2.
  • Giovanni Baglione: Vita di Michelagnolo da Caravaggio pittore, in: Le vite de’pittori, et scvltori et architetti : dal pontificato di Gregorio XIII del 1572 in fino a’tempi di Papa Urbano Ottavo nel 1642, Andrea Fei, Rom, 1642, S. 136–139 (Online im Internetarchiv; italienisch; Abruf am 4. Februar 2022)
  • Giovan Pietro Bellori, Evelina Borca (Hrsg.): Le vite de’ pittori, scultori e architetti moderni (1672). G. Einaudi, Turin 1976, OCLC 463109998 (Scan der Ausgabe 1672, urn:nbn:de:hbz:061:1-113479).
  • Ferdinando Bologna: MERISI, Michelangelo. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 73: Meda–Messadaglia. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2009.
  • Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-18225-3.
  • Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59140-2.
  • Philip Farrugia Randon: Caravaggio. Knight of Malta. AVC Publishers, Malta 2004, ISBN 99932-682-0-8.
  • Friedhelm W. Fischer: Die Bilder der Contarellikapelle (= Lynkevs [Lynkeus].). Thomae, Biberach an d. Riss 1970, DNB 790509652.
  • Michael Fried: The Moment of Caravaggio. Princeton University Press, Princeton (N. J.) 2010, ISBN 978-0-691-14701-7.
  • Creighton E. Gilbert: Caravaggio and his Two Cardinals. Pensylania State University Press, University Park (PA) 1995, ISBN 0-271-04448-9.
  • Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Allen Lane, London 2010, ISBN 978-0-7139-9674-6; Penguin, London 2011, ISBN 978-0-241-95464-5.
  • Jürgen Harten, Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Caravaggio. Originale und Kopien im Spiegel der Forschung. (Katalog zur Ausstellung im museum kunst palast Düsseldorf.) Hatje Cantz, Ostfildern 2006, ISBN 3-7757-1806-0.
  • Jutta Held: Caravaggio. Politik und Martyrium der Körper. 2. Auflage. Reimer, Berlin 2007, ISBN 978-3-496-01370-9.
  • Howard Hibbard: Caravaggio. Harper & Row, New York 1983, ISBN 0-06-433322-1.
  • Eberhard König: Michelangelo Merisi da Caravaggio. Könemann, Köln 1997, ISBN 3-8290-0685-3.
  • Gilles Lambert: Caravaggio 1571–1610. Taschen, Köln 2005, ISBN 3-8228-0818-0.
  • Helen Langdon: Caravaggio: A Life. Chatto & Windus, London 1998, ISBN 0-7011-6063-2.
  • Roberto Longhi: Caravaggio. (= Die Italienische Malerei). Nach einer Übers. aus dem Italienischen von Brigitte Schönert. Verlag der Kunst, Dresden 1968, DNB 457455845. 2. Auflage 1977
  • Alberto Macchi: L’uomo Caravaggio – atto unico. Prefazione di Stefania Macioce. AETAS, Roma 1995, ISBN 88-85172-19-9.
  • Stefania Macioce, Antonella Lippo, Massimo Moretti: Michelangelo Merisi da Caravaggio. Fonti e documenti 1532–1724. Bozzi, Rom 2003, ISBN 88-7003-036-9.
  • Andreas Prater: Licht und Farbe bei Caravaggio. Studien zur Ästhetik der Ikonologie und des Helldunkels. Steiner, Stuttgart 1992, ISBN 3-515-05441-3.
  • Wolfgang Prohaska, Gudrun Swoboda (unter Mitarbeit von Marco Cardinali, Barbara Eble, Eva Götz, Michael Odlozil, Maria Beatrice De Ruggieri, Ina Slama, Robert Wald): Caravaggio und der internationale Caravaggismus (= Sammlungskataloge des Kunsthistorischen Museums Wien. Band 6). Silvana Editoriale, Milano 2010, ISBN 978-88-366-1911-5.
  • Catherine Puglisi: Caravaggio. Phaidon, London 1998, ISBN 0-7148-3966-3.
  • Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600. Akademie-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-05-004581-8.
  • Herwarth Röttgen: Caravaggio. Der irdische Amor oder Der Sieg der fleischlichen Liebe (= Kunststück. Band 3966). Fischer, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-596-23966-4.
  • Sebastian Schütze: Caravaggio. Das vollständige Werk. Taschen, Köln 2009, ISBN 978-3-8365-0181-1.
  • John T. Spike: Caravaggio. Abbeville Press, New York/ London 2001, ISBN 0-7892-0639-0.

Filme über Caravaggio

  • Caravaggio. Spielfilm, Großbritannien, 1986, Regie: Derek Jarman.
  • Caravaggio – Auf den Spuren eines Genies. Dokumentarfilm, Deutschland, 2006, 29 Min., Buch und Regie: Werner Raeune, Produktion: ZDF, 3sat, Erstausstrahlung: 10. September 2006 bei 3sat, Inhaltsangabe (Memento vom 20. August 2016 im Internet Archive) von ARD.
  • Caravaggio. Spielfilm, zweiteilige Fernsehreihe, Italien, 2007, Buch: James Carrington, Andrea Purgatori, Regie: Angelo Longoni, Erstausstrahlung: 17./18. Februar 2008.[169]
  • Caravaggio. Magier des Lichtes. (OT: Caravaggio, l’eredità di un rivoluzionario.) Dokumentation, Italien, Schweiz, Frankreich, 2008, 55 Min., Buch: Massimo Magri, Valentina Torti, Regie: Massimo Magri, Produktion: Polivideo, arte, SSR, deutsche Erstausstrahlung: 11. Januar 2010, Inhaltsangabe von arte (Memento vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive).
  • Caravaggio und der Tod. Dokumentarfilm, Deutschland, 2010, 26:13 Min., Buch und Regie: Stefanie Appel, Produktion: Hessischer Rundfunk, arte, Erstsendung: 6. Dezember 2010 bei arte, Inhaltsangabe (Memento vom 20. August 2016 im Internet Archive) von ARD.
  • Caravaggio – Das Spiel mit Licht und Schatten. (OT: Caravage – Dans la splendeur des ombres.) Dokumentarfilm, Frankreich, 2015, 52:14 Min., Buch und Regie: Jean-Michel Meurice, Produktion: arte France, Cinétévé, France Télévisions, Erstausstrahlung: 22. Mai 2016 bei arte, Inhaltsangabe von arte, mit Sybille Ebert-Schifferer und Michel Hilaire (Musée Fabre).
  • Caravaggio – L’anima e il sangue (italienisch für: „Die Seele und das Blut“), italienischer Dokumentarfilm von Jesus Garces Lambert aus dem Jahr 2018.
  • L’ombra di Caravaggio, italienisch-französischer Film von Michele Placido aus dem Jahr 2022

Fiktionale Prosa

  • Andrea Camilleri: Die Farbe der Sonne. Ein Caravaggio-Roman. (Aus dem Italienischen von Moshe Kahn.) Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-24690-6.
  • Peter Dempf: Das Vermächtnis des Caravaggio. Goldmann, München 2004, ISBN 3-442-45579-0.
  • Milo Manara: Caravaggio. Zweibändige Comic-Adaption des Lebens Caravaggios. Panini-Dino Verlag, 2015–2019, ISBN 978-3-95798-386-2 und ISBN 978-3-7416-1246-6.
  • Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Maler, Mörder, Mythos. Geschichten zu Caravaggio. Hatje Canz, Ostfildern 2006, ISBN 3-7757-1807-9, Begleitbuch zur Ausstellung „Caravaggio. Auf den Spuren eines Genies“, Museum Kunst-Palast, Düsseldorf.
  • Tilman Röhrig: Caravaggios Geheimnis. Pendo, München 2009, ISBN 978-3-86612-243-7.
  • Nicole C. Vosseler: Die Caravaggio-Verschwörung. Arena, Würzburg 2009, ISBN 978-3-401-06067-5.
  • Atle Næss: Caravaggios Flucht. Insel-Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 2003, ISBN 3-458-17171-1.
Commons: Michelangelo Merisi da Caravaggio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Werke

Einzelnachweise

  1. Abweichende Angaben über Geburtsdatum und Geburtsort sind nach der 2007 aufgefundenen Taufurkunde nicht mehr haltbar. S. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 269 und 273 (Fn. 1).
  2. Herbert Read: Du-Mont's Künstler-Lexikon. DuMont, Köln 1991, S. 34.
  3. Carla Guglielmi Faldi: Baglione, Giovanni, in: Dizionario Biografico degli Italiani, Volume 5 (1963), online auf Treccani, italienisch (Abruf am 12. November 2021)
  4. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 15 ff und 161 ff.
  5. Ma questo suo gran sapere d’arte l’haveva accompagnato con una stravaganza di costumi […] Onde non si può negare che non fusse stravagantissimo, e con queste sue stravaganze non si sia tolto una decina d’anni di vita et minutasi in parte la gloria acquistata con la professione.“ Hier nach Considerazioni sulla pittura (Giulio Mancini). Auf: romarteblog.wordpress.com (italienisch); Abruf am 12. Februar 2022. Übersetzt aus dem Italienischen von Benutzerin:Marie Adelaide.
  6. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 23.
  7. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 23.
  8. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2010, S. 6. „Schadenfreude“ deutsch im englischen Original.
  9. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 164.
  10. Michelangolo fu uomo satirico ed altiero; ed usciva talora a dir male di tutti li pittori passati e presenti per insigni, che si fussero; poiche a lui parea d'haver solo con le sue opere avanzati tutti gli altri della sua professione. ... Fu Michelangolo Amerigi, per soverchio ardimento di spiriti, un poco discolo, e talora cercava occasione di fiaccarsi il collo, o da mettere a sbaraglio l'altrui vita. Pratticavano spesso in sua compagnia uomini anch'essi per natura brigosi.“ Zitiert aus: Giovanni Baglione: Vita di Michelangolo da Caravaggio pittore. In: Le vite de’pittori, et scvltori et architetti: dal pontificato di Gregorio XIII del 1572 in fino a’tempi di Papa Urbano Ottavo nel 1642. Andrea Fei, Rom, 1642, S. 138 (Internetarchiv online) Abruf am 4. Februar 2022.
  11. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 23 ff.
  12. Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main, S. 38.
  13. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 163–167.
  14. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2010, S. 5–8.
  15. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 164.
  16. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 15 ff.
  17. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 15 ff und 161 ff.
  18. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 161.
  19. He was a violent man, but it is important to remember that he lived in a violent world. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2010, S. 64.
  20. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 49–50.
  21. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 49.
  22. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 158.
  23. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 266 f.
  24. Creighton E. Gilbert: Caravaggio and his Two Cardinals. Pennsylvania State University Press, University Park (PA) 1995. – Helen Langdon: Caravaggio: A Life. Chattoo & Windus, London 1998, S. 6.
  25. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 4 f., 150 f.
  26. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 5.
  27. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 13.
  28. Lejla Halilovic: Die Malerei als Zeichensystem: Eine semiotische Analyse von drei Werken. Diplomica Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8366-9337-0, S. 31 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
  29. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 3.
  30. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 32.
  31. Roberto Longhi hält sie für die Erfindung eines späteren Biografen, der damit einen Einfluss Giorgiones auf den jüngeren Künstler belegen wollte. Siehe Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 8.
  32. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 48 f.
  33. Die Entstehungsdaten der Werke weichen in der Literatur nicht selten voneinander ab; die hier angegebenen Daten wurden der Biografie von Ebert-Schifferer entnommen.
  34. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 64.
  35. Maurizio Marini: Caravaggios ‚Doppelgänger‘. Unbekannte Originale, Zweitversionen und Mehrfachnennungen im Werk Michelangelo Merisis. In: Jürgen Harten, Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Caravaggio. Originale und Kopien im Spiegel der Forschung. Hatje Cantz, Ostfildern 2006.
  36. Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 20.
  37. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 17.
  38. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 90.
  39. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 11.
  40. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Allen Lane, London 2010; Penguin, London 2011, S. 220.
  41. Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 33.
  42. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 102, 104.
  43. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 25.
  44. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 25.
  45. Creighton E. Gilbert: Caravaggio and His Two Cardinals. Pennsylvania State University Press, University Park 1995.
  46. Barbara Junge: Beschlagnahmter Caravaggio wohl nicht das Original. In: Der Tagesspiegel – Welt, vom 29. Juni 2010, zuletzt abgerufen am 1. Mai 2014.
  47. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 141.
  48. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2011, S. 203–204.
  49. Nach Roberto Longhi existieren mehrere zeitgenössische Berichte über das Ereignis, die Caravaggios Rolle unterschiedlich bewerten. „Doch keiner verschweigt die sinnlose Heftigkeit der Tat“. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 50.
  50. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 195.
  51. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 195.
  52. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2011, S. 203–204, S. 324 f. – Hinweis auf die Avvisi bei Gilles Lambert: Caravaggio 1571–1610. Taschen, Köln 2005, S. 78.
  53. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 329.
  54. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 50.
  55. Gilles Lambert: Caravaggio 1571–1610. Taschen, Köln 2000, S. 82.
  56. Ralf van Bühren: Caravaggio’s ‘Seven Works of Mercy’ in Naples. The relevance of art history to cultural journalism. In: Church, Communication and Culture. Band 2, 2017, S. 63–87, doi:10.1080/23753234.2017.1287283.
  57. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 202.
  58. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 346.
  59. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 66.
  60. Stendhal-Syndrom: Ein Tod ohne jeden Märtyrerglanz – Caravaggios „Enthauptung des Johannes“ (Memento vom 29. September 2016 im Internet Archive) In: syndrome-de-stendhal.blogspot.de, 13. Oktober 2014; zuletzt abgerufen am 28. Oktober 2015.
  61. (red/APA): Suche nach Caravaggios Gebeinen zwischen 200 Verstorbenen. Italienische Forscher wollen Todesursache aufklären. In: DerStandard.at. 5. Dezember 2009, zuletzt abgerufen am 1. Mai 2014.
  62. Porto Ercole, trovati resti di Caravaggio Nelle sue ossa il mercurio delle pitture. (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.today). In: Il Messaggero. vom 16. Juni 2010, zuletzt abgerufen am 1. Mai 2014.
  63. Il Dna conferma: del Caravaggio i resti ritrovati a Porto Ercole. In: ecodibergamo.it, 16. Juli 2010, zuletzt abgerufen am 10. Januar 2021.
  64. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2010, S. 432.
  65. Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 46.
  66. Michel Drancourt, Rémi Barbieri, Elisabetta Cilli, Giorgio Gruppioni, Alda Bazaj: Did Caravaggio die of Staphylococcus aureus sepsis? In: The Lancet Infectious Diseases. Band 18, Nr. 11, November 2018, ISSN 1473-3099, doi:10.1016/S1473-3099(18)30571-1.
  67. Sein einziges Fresko ist das etwa 1597 bis 1600 gemalte Deckengemälde Jupiter, Neptun und Pluto in der Villa Ludovisi in Rom.
  68. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 14.
  69. Laut Originalaussage in: Il processo del 1603, Aussagen von Caravaggio und Pamphlete gegen Giovanni Baglione im Verleumdungsprozess von 1603, in: Archivio di Stato Roma (italienisch; Abruf am 12. Februar 2022)
  70. Ebert-Schifferer zählt nur drei dieser Maler auf, sie übergeht Pomarancio und Tempesta. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 158.
  71. Das bemerkt auch Ebert-Schifferer. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 158.
  72. Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600. Akademie-Verlag, Berlin 2009, S. 1.
  73. Roberto Longhi: Kurze, aber wahre Geschichte der italienischen Malerei. DuMont, Köln 1996, S. 227 f.
  74. Caravaggio (eigtl. Michelangelo Merisi da Caravaggio). In: Annette Achilles-Brettschneider: Lexikon der Kunst. Band 3: Bud - Degl. K. Müller, Erlangen 1994, S. 98–102; hier: S. 99.
  75. Helldunkelmalerei. In: Annette Achilles-Brettschneider: Lexikon der Kunst. Band 3: Bud - Degl. Erlangen 1994, S. 363–365.
  76. Roberto Longhi: Kurze, aber wahre Geschichte der italienischen Malerei. DuMont, Köln 1996, S. 228.
  77. Jutta Held: Caravaggio. Politik und Martyrium der Körper. 2. Auflage. Reimer, Berlin 2007, S. 209.
  78. Siehe: Johannes der Täufer mit dem Widder (Kapitolinische Museen, Rom) und die Madonna dei Palafrenieri (auch Madonna mit der Schlange, Galleria Borghese, Rom).
  79. Baglione sprach beispielsweise davon, dass Caravaggios Tod Mariens für Santa Maria della Scala in Trastevere zurückgewiesen wurde, weil er „con poco decoro“ gemalt war. Siehe S. 138, in: Giovanni Baglione: Vita di Michelagnolo da Caravaggio pittore. In: Le vite de’pittori, et scvltori et architetti: dal pontificato di Gregorio XIII del 1572 in fino a’tempi di Papa Urbano Ottavo nel 1642. Andrea Fei, Rom, 1642, S. 136–139 (vitedepittor00bagl/page/136/mode/2up?view=theater Internetarchiv online italienisch; Abruf am 6. Februar 2022).
  80. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Auflage. Scala, Florenz 1991, S. 50.
  81. Es handelte sich um die Erstfassungen von: Der hl. Matthäus mit dem Engel (Capella Contarini, San Luigi dei Francesi), sowie Bekehrung Pauli und Kreuzigung Petri (Capella Cerasi, Santa Maria del Popolo). Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 30, 36, 37.
  82. Ferdinando Bologna: MERISI, Michelangelo. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 73: Meda–Messadaglia. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2009.
  83. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 52.
  84. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 60 und 62.
  85. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 262.
  86. Jutta Held: Caravaggio. Politik und Martyrium der Körper. 2. Auflage. Reimer, Berlin 2007, S. 206.
  87. Angelika Kindermann: Caravaggio holt den Betrachter ins Bild und zeigt die Schönheit der Wirklichkeit. In: art – Das Kunstmagazin. April 2010, S. 53.
  88. Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600. Akademie-Verlag, Berlin 2009, S. 287 ff.
  89. Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 73.
  90. Wolfgang Prohaska, Gudrun Swoboda: Caravaggio und der internationale Caravaggismus. Milano 2010, S. 23.
  91. Norbert Lossau: Technikgeschichte. Der erste Fotograf belichtete im 16. Jahrhundert. In: Die Welt. 12. März 2009.
  92. Howard Hibbard: Caravaggio. Harper & Row, New York 1983, S. 97: „In his entire career he did not paint a single female nude.“
  93. Valeska von Rosen: Arbeiten am Image. Caravaggios Selbststilisierung in Bezug auf seine Arbeitsweise. In: Jürgen Harten, Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Caravaggio. Originale und Kopien im Spiegel der Forschung. Hatje Cantz, Ostfildern 2006, S. 62 ff.
  94. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 46.
  95. Jutta Held: Caravaggio. Politik und Martyrium der Körper. 2. Auflage. Reimer, Berlin 2007, S. 206.
  96. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 46.
  97. Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 50.
  98. Sybille Ebert-Schifferer Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 158 und 266.
  99. Nach Catherine Puglisi vermutlich: Maddalena di Paolo Antognetti. Siehe Catherine Puglisi: Caravaggio. Phaidon, London 1998, S. 199.
  100. Sybille Ebert-Schifferer Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 162.
  101. Sybille Ebert-Schifferer Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 191.
  102. Sybille Ebert-Schifferer Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 148, 234, 266.
  103. Für Michael Fried „an unmistakable self-portrait“. Siehe seinen Beitrag Severed Representations in Caravaggio in dem Sammelband von Klaus Herding, Bernhard Stumpfhaus (Hrsg.): Pathos, Affekt, Gefühl. Die Emotionen in den Künsten. de Gruyter, Berlin 2004, S. 323.
  104. Laut Sebastian Schütze: Caravaggio. Das vollständige Werk. Taschen, Köln 2009, S. 212 ff.
  105. Die Stiftung Roberto Longhi, Florence auf arthive.com
  106. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 17.
  107. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggios Früchtekorb: das früheste Stilleben? In: Zeitschrift für Kunstgeschichte. Band 65, Heft 1, 2002, JSTOR 4150694, S. 1–23.
  108. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 8.
  109. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 25.
  110. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 25, 28.
  111. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 162.
  112. Während Caravaggio wahrscheinlich davon ausging, dass Apostel und Evangelist identische Personen waren, handelt es sich nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen um zwei verschiedene Personen. Siehe Who’s is who in der Bibel. dtv-Sachbuch, 4. Aufl., München 1990, S. 183 f.
  113. Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600. Akademie-Verlag, Berlin 2009, S. 19; Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 84.
  114. Mauro Lucentini: ROM Wege durch die Stadt – 2000. Pattloch, München, ISBN 3-629-01621-9.
  115. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2010, S. 213.
  116. In der Datierung differieren die Quellen. Graham-Dixon datiert ihre Fertigstellung auf Ende 1601, unmittelbar nach der Zurückweisung der Erstfassung von 1601 (Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 220). Ebert-Schifferer datiert die Neufassung um 1604 (Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 139).
  117. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin 2011, London 2010, S. 212, 218 f.
  118. Andreas Prater: Licht und Farbe bei Caravaggio. Studien zur Ästhetik der Ikonologie und des Helldunkels. Steiner, Stuttgart 1992, S. 159.
  119. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 175 f.
  120. Zum Streit über die Madonna dei Pellegrini siehe Werner Goez: Caravaggio: Vier umstrittene Bilder eines umstrittenen Malers. In: Karl Möseneder (Hrsg.): Streit um Bilder. Von Byzanz bis Duchamp. Reimer, Berlin 1997, ISBN 3-496-01169-6 (zu diesem Bild S. 121–123 (Lit.); Farbabb. nach S. 25).
  121. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 279.
  122. Die Erstfassungen von: Der hl. Matthäus mit dem Engel (Capella Contarini, San Luigi dei Francesi), sowie Bekehrung Pauli und Kreuzigung Petri (Capella Cerasi, Santa Maria del Popolo), die Madonna dei Palafrenieri (für den Petersdom) und der Tod Mariens (für Santa Maria della Scala). Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 30, 36, 37, 52, 60–62.
  123. Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600. S. 269.
  124. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 60–62.
  125. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 106.
  126. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 22.
  127. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 156.
  128. Herwarth Röttgen: Caravaggio. Der irdische Amor oder Der Sieg der fleischlichen Liebe. Fischer, Frankfurt am Main 1992, S. 16f.
  129. Il processo del 1603, Aussagen von Caravaggio und Pamphlete gegen Baglione, in: Archivio di Stato Roma (italienisch; Abruf am 4. Januar 2022)
  130. Steven F. Ostrow: Rezension (aus: The Art Bulletin, 1. September 2003), zu: Maryvelma Smith O’Neil: Giovanni Baglione: Artistic Reputation in Baroque Rome, Cambridge University Press, Cambridge, 2002.
  131. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 170.
  132. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 177 ff.
  133. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 187.
  134. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 63.
  135. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 213.
  136. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 68.
  137. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 333.
  138. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 221.
  139. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Penguin, London 2011, S. 377–380.
  140. Roberto Longhi; Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 53.
  141. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 223.
  142. Roberto Longhi: Caravaggio. 2. Auflage. Verlag der Kunst, Dresden 1977, S. 56.
  143. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 63.
  144. Giorgio Bonsanti: Caravaggio. Verbesserte Neuauflage. Scala, Florenz 1991, S. 3.
  145. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Allen Lane, London 2010; Penguin, London 2011, S. 439.
  146. W. Prohaska, G. Swoboda: Caravaggio und der internationale Caravaggismus. Milano 2010, S. 15.
  147. Caravaggisten, in: Lexikon der Kunst, Bd. 3, Karl Müller Verlag, Erlangen 1994, S. 103 f.
  148. Taco Dibbits: Prolog: Caravaggio, die Utrechter Caravaggisten und der junge Rembrandt. In: Ausstellungskatalog: Rembrandt – Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006, S. 32.
  149. Beispiele sind die 1604 für Kardinal Pietro Aldobrandini entstandene Kreuzigung des hl. Petrus (Pinacoteca Vaticana, Rom) oder David mit dem Haupt des Goliath (Louvre, Paris). Giovanna Perini Folesani: Michelangelo Merisi da Caravaggio. In: Dizionario Biografico degli Italiani (DBI).
  150. Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. Beck, München 2009, S. 170 und 176.
  151. Nicola Spinosa (Hrg.): Museo Nazionale di Capodimonte, Soprintendenza per i Beni artistici e Storici di Napoli / Electa, Neapel, 1994, S. 105.
  152. Roberto Longhi: Kurze, aber wahre Geschichte der italienischen Malerei. DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-3814-7, S. 229.
  153. Taco Dibbits: Prolog: Caravaggio, die Utrechter Caravaggisten und der junge Rembrandt. In: Ausstellungskatalog: Rembrandt – Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006, S. 34 ff.
  154. Margriet van Eikema Hommes, Ernst van der Wetering: Licht und Farbe bei Caravaggio und Rembrandt – mit den Augen ihrer Zeitgenossen gesehen. In: Ausstellungskatalog Rembrandt – Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006, S. 174.
  155. Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: A Life Sacred and Profane. Allen Lane, London 2010; Penguin, London 2011, S. 439 f. Der in der Wanne hingesunkene Marat erscheint ihm als ein von Caravaggios „spotlight martyrs“.
  156. Helen Langdon: Caravaggio: A Life. Chattoo & Windus, London 1998, S. 5.
  157. „Il Caravaggio, se bene giovò in parte, fu molto dannoso, e mise sottosopra ogni ornamento e buon costume della pittura.“ Siehe: Giovan Pietro Bellori: Le vite de’ pittori, scultori e architetti moderni, 1672, S. 128. Online als Digitalisat der Uni Heidelberg (Abruf am 13. Februar 2022)
  158. Gli scritti sul Merisi, sulla sua vita, sulle sue opere, sui problemi tecnico-pittorici posti da queste e sul complessissimo nodo storico-culturale che lo riguarda, sono numerosi ed estremamente diramati“. Siehe: Ferdinando Bologna: MERISI, Michelangelo. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 73: Meda–Messadaglia. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2009.
  159. "Caravaggio, Michelangelo Merisi da 1573-1610" Auf: worldcat.org Worldcat Identities; Abruf am 9. Februar.
  160. Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 138.
  161. Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Maler, Mörder, Mythos. Geschichten zu Caravaggio. Hatje Cantz, Ostfildern 2006, S. 5.
  162. AFP/dpa: Hundert Werke von Caravaggio entdeckt. In: Spiegel Online. 5. Juli 2012.
  163. bos/AFP/dpa: Il Caravaggio mai visto, due studiosi trovano un centinaio di opere inedite. In: La Repubblica.it. 5. Juli 2012, zuletzt abgerufen am 1. Mai 2014.
  164. Elisa Britzelmeier, dpa: Caravaggio – Fund: Experten entdecken Caravaggio zugeschriebene Werke – [ART]. (Nicht mehr online verfügbar.) 26. Mai 2016, archiviert vom Original am 26. Mai 2016; abgerufen am 29. September 2021.
  165. Kristin Haug: Zweifel an Caravaggio-Fund: „Die Ähnlichkeit ist viel zu vage“. In: Spiegel online. 6. Juli 2012, Interview mit Sybille Ebert-Schifferer.
  166. Angeblicher Fund in Mailand: Einhundert neue Caravaggios? In: FAZ.net. 5. Juni 2012.
  167. afp: Mögliches Caravaggio-Gemälde in Frankreich auf Dachboden entdeckt (Memento vom 15. April 2016 im Internet Archive). In: stern.de, abgerufen am 15. April 2016.
  168. (dpa): Auf Speicher gefundenes Bild soll von Caravaggio sein (Memento vom 26. Mai 2016 im Internet Archive). In: Hamburger Abendblatt. 13. April 2016, S. 28.
  169. Caravaggio. Internet Movie Database, abgerufen am 26. Mai 2016 (englisch)..

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