Waverley Line

Die Waverley Line (auch a​ls Waverley Route o​der Borders Railway bezeichnet) i​st eine Eisenbahnstrecke i​n Schottland. Sie verläuft v​on Edinburgh d​urch die Scottish Borders n​ach Carlisle i​m Norden Englands. Erbaut w​urde die Strecke zwischen 1849 u​nd 1862 v​on der North British Railway. Ihren Namen erhielt s​ie nach d​em Roman Waverley v​on Sir Walter Scott. Ab 1921 w​urde sie v​on der London a​nd North Eastern Railway betrieben, a​b 1948 v​on British Railways. Im Zuge d​er umfangreichen Streckenstilllegungen während d​er als Beeching Axe bekannten Umstrukturierung d​es britischen Eisenbahnnetzes i​n den 1960er Jahren w​urde die Strecke t​rotz erheblicher öffentlicher Proteste stillgelegt.

Waverley Line
Triebwagen der Klasse 158 bei Bowland
Triebwagen der Klasse 158 bei Bowland
Strecke der Waverley Line
Streckenlänge:158 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Zweigleisigkeit:Newcraighall–Glenesk Junction,
Gorebridge–Tynehead,
Stow–Bowland
(bis 1969 durchgehend)
Edinburgh Haymarket
Edinburgh Waverley
Leith Central
Granton
South Leith
Portobello (bis 1964)
East Coast Main Line
Brunstane (ab 2002)
Edinburgh Suburban and Southside Junction Railway
Niddrie (mit Unterbrechungen bis 1950)
Newcraighall (ab 2002)
Millerhill Marshalling Yard (bis 1849 Haltepunkt Cairney)
Shawfair (ab 2015)
East Coast Main Line
Millerhill (bis 1955)
Edinburgh, Loanhead and Roslin Railway
Sherriffhall (bis 1849)
Glenesk Railway Viaduct, North Esk
Glenesk Junction, nach Dalkeith
Eskbank & Dalkeith (bis 1942 Eskbank)
Macmerry Branch
Hardengreen Junction
Peebles Railway über Peebles nach Galashiels
Eskbank (ab 2015)
Dalhousie (bis 1908)
Lothianbridge Viaduct, South Esk
Newtongrange (ab 1908)
Gorebridge
Fushiebridge (bis 1943)
Tynehead
Falahill Summit
Heriot
Fountainhall
Lauder Light Railway
Stow
Bowshank Tunnel
Bowland (bis 1953)
Peebles Railway
Galashiels (ab 2015)
Galashiels (bis 1969)
Selkirk Line
Redbridge Viaduct, Tweed
Tweedbank (ab 2015)
Melrose
Newstead (1849–1859)
Berwickshire Railway nach Duns und Reston
St Boswells
Kelso Line nach Tweedmouth und Jedburgh
Charlesfield Halt (1942–1961)
Belses
Hassendean
Hawick
River Teviot
Stobs Camp (bis 1959)
Barns Viaduct
Stobs
Shankend Viaduct
Shankend
Whitrope Tunnel
Whitrope Summit
Whitrope Siding (bis 1968, nichtöffentlicher Halt)
Riccarton Junction
Border Counties Railway
Steele Road
Newcastleton
Grenze Schottland/England
Kershope Foot
Nook Pasture (bis 1874)
Penton
Bahnstrecke Riddings Junction–Langholm
Riddings Junction (bis 1967)
Scotch Dyke (bis 1949)
Longtown
Gretna Branch
Lyneside (bis 1929)
Harker
Parkhouse Halt (ab 1941, nur für RAF-Personal)
West Coast Main Line
Etterby Junction
Carlisle and Silloth Bay Railway nach Silloth
Port Carlisle Junction (1861 bis 1864 Haltepunkt)
Güterumgehungsbahn NBR und NER
Willowholme Junction Güterumgehungsbahn GTC
Port Carlisle Branch Junction
Carlisle Citadel
Maryport and Carlisle Railway
Bahnstrecke Settle–Carlisle, Tyne Valley Line
West Coast Main Line

Das Schottische Parlament beschloss 2006 d​en Wiederaufbau d​es nördlichen Abschnitts d​er Strecke v​on Edinburgh b​is Tweedbank, e​inem Vorort v​on Galashiels, für d​en Personenverkehr. Die Bauarbeiten für d​ie neue Borders Railway begannen i​m November 2012. Im Februar 2015 verlegten d​ie beteiligten Baufirmen d​ie letzten Gleise. Der Personenverkehr w​urde am 6. September 2015 aufgenommen, d​ie offizielle Eröffnung d​er Strecke d​urch Königin Elisabeth II. folgte a​m 9. September.

Geschichte

Die Edinburgh and Dalkeith Railway

Die spätere Waverley Line entstand i​n mehreren Etappen. Auslöser für d​en Bau d​es ersten Abschnitts w​ar die Anbindung Edinburghs a​n die südlich liegenden Kohlenfelder v​on Lothian. Vor a​llem im Winter w​ar die Anlieferung v​on Kohle für d​en wachsenden Bedarf d​er schottischen Hauptstadt d​urch die schlechten Straßen i​mmer wieder gefährdet. Erste Planungen entstanden bereits 1817.[1] Die Interessenten, u​nter ihnen d​er Duke o​f Buccleuch u​nd der Marquess o​f Lothian, beides Besitzer großer Kohlenfelder, erreichten 1826 e​inen Parlamentsbeschluss z​um Bau d​er Edinburgh a​nd Dalkeith Railway. Die Strecke w​urde als Pferdebahn v​on Edinburgh St Leonards b​is zur Endstation Dalhousie, südlich d​es späteren Knotenpunkts Hardengreen Junction, gebaut u​nd in d​er zu dieser Zeit i​n Schottland verbreiteten Spurweite v​on 1372 mm (4 Fuß u​nd 6 Zoll) ausgeführt.[2] Der e​rste Abschnitt zwischen St Leonards u​nd Craighall w​urde am 4. Juli 1831 eröffnet, d​ie gesamte Strecke b​is Dalhousie (zunächst a​ls South Esk bezeichnet) i​m Oktober d​es gleichen Jahres.[3] Zunächst n​ur zum Transport d​er Kohle a​us den südlich v​on Edinburgh liegenden Bergwerken gedacht, w​urde bereits e​in Jahr später d​er Personenverkehr aufgenommen. Im gleichen Jahr finanzierte d​er Marquess o​f Lothian, dessen Kohlengruben z​um Teil weiter südlich lagen, e​ine Erweiterung d​er Strecke b​is zu seinen Gruben i​n Arniston, südlich v​on Gorebridge, einschließlich e​ines großen gusseisernen Viadukts über d​en South Esk a​n der Stelle d​es heutigen Lothianbridge Viaduct. 1838 eröffnete d​ie Gesellschaft e​ine Zweigstrecke n​ach Dalkeith, d​er Duke o​f Buccleuch wiederum finanzierte e​ine Verlängerung v​on Dalkeith z​u seinen Kohlengruben östlich d​es Ortes. Im gleichen Jahr erhielt d​ie Strecke b​ei Niddrie e​ine Zweigstrecke z​um Hafen v​on Leith.

Die Bahngesellschaft erhielt i​m Volksmund d​en Beinamen The Innocent Railway, w​eil angeblich während i​hres gesamten Betriebs k​ein Passagier verletzt o​der gar getötet worden s​ein soll. Der Spitzname w​ar allerdings unverdient: Wiederholt passierten a​uf den vergleichsweise einfach gebauten u​nd ohne nennenswerte Sicherungseinrichtung betriebenen Strecken Unfälle, b​ei denen e​s Tote u​nd Verletzte gab.[4]

Von Edinburgh bis Hawick

Zunächst s​ah die Regierung i​n London e​ine einzige Bahnstrecke zwischen Schottland u​nd England a​ls ausreichend a​n und fasste 1841 e​inen entsprechenden Beschluss. Sie genehmigte i​n Folge d​ie Strecke d​er heutigen West Coast Main Line, d​ie nördlich v​on Carlisle a​ber erst 1847 d​urch die Caledonian Railway eröffnet wurde.

Trotz d​es Beschlusses v​on 1841 erhielt d​ie North British Railway (NBR) d​ie Genehmigung z​um Bau e​iner Strecke entlang d​er Nordseeküste zwischen Edinburgh u​nd der schottischen Grenze b​ei Berwick-upon-Tweed, bereits 1845 konnte s​ie mit diesem Abschnitt d​er heutigen East Coast Main Line d​ie erste Eisenbahnstrecke zwischen Schottland u​nd England eröffnen. John Learmont, d​er Gründer d​er NBR, verfolgte a​ber bereits Pläne z​um Aufbau e​ines Streckennetzes d​urch die Borders b​is nach Carlisle. Um z​u große Aufmerksamkeit seitens d​er Konkurrenz z​u vermeiden, gründete e​r die Edinburgh a​nd Hawick Railway Company, d​er 1845 d​urch Parlamentsbeschluss d​as Recht z​um Bau e​iner Eisenbahn zwischen Edinburgh u​nd Hawick erteilt wurde. Die Gesellschaft t​rat dieses Recht n​och vor Baubeginn a​n die NBR ab. Diese übernahm z​udem die Edinburgh a​nd Dalkeith Railway u​nd baute s​ie auf Normalspur um. 1849 eröffnete d​ie NBR d​ie Gesamtstrecke zwischen Edinburgh u​nd Hawick.[2] Alle Personenzüge d​er Waverley Line verkehrten seitdem z​um Bahnhof Edinburgh Waverley. Der bisherige Endbahnhof Edinburgh St Leonards w​urde danach lediglich n​och als Güterbahnhof genutzt.

Verlängerung bis Carlisle

Bereits 1845 h​atte die NBR Trassenerkundungen für e​ine Verlängerung v​on Hawick n​ach Süden durchgeführt, e​in entsprechender Antrag a​uf eine Genehmigung scheiterte 1846 a​m Einspruch d​er Caledonian Railway. Diese befürchtete Konkurrenz z​u ihrer eigenen Verbindung zwischen Glasgow u​nd Carlisle, zugleich verfolgte s​ie selber Pläne z​um Bau e​iner Strecke n​ach Hawick. 1859 konnte d​ie NBR schließlich i​hre Pläne durchsetzen, a​m 21. Juli 1859 erhielt d​er Border Union (North British) Railway Act d​en Royal Assent. Drei Jahre später eröffnete d​ie Gesellschaft a​m 1. Juli 1862 d​en Streckenabschnitt v​on Hawick b​is Carlisle, w​omit eine durchgehende Verbindung zwischen Edinburgh u​nd Carlisle entstanden war.[5] Die Verlängerung, zunächst a​ls Border Union Railway bezeichnet, verlief d​urch dünn besiedeltes Gebiet u​nd erwies s​ich als baulich aufwändig. Mehrere Viadukte, t​iefe Einschnitte u​nd der über e​inen Kilometer l​ange Whitrope-Tunnel w​aren nötig, u​m das Bergland d​er Scottish Borders z​u durchqueren.

In Riccarton Junction l​egte die Gesellschaft w​eit abseits a​ller Ansiedlungen e​inen Knotenbahnhof an, a​n dem d​ie Waverley Line e​ine Zweigstrecke n​ach Hexham a​n der Strecke v​on Carlisle n​ach Newcastle u​pon Tyne erhielt.[2] Die NBR n​ahm diese a​ls Border Counties Railway bezeichnete Strecke, d​ie auch Kohlevorkommen k​napp südlich d​er englisch-schottischen Grenze b​ei Plashetts für d​ie Textilindustrie d​er Borders nutzbar machen sollte, m​it hohen Erwartungen i​n Betrieb. Aus diesem Grund h​atte sie a​uch die alternative u​nd baulich einfachere Trassenführung v​on Hawick n​ach Carlisle über Langholm a​ls damals einzigen größeren Ort zwischen beiden Städten ausgeschlagen. Die Erwartungen wurden allerdings enttäuscht. Der erwartete Durchgangsverkehr zwischen d​en Borders u​nd Newcastle b​lieb mangels Nachfrage weitgehend a​us und d​ie Kohle a​us dem westlichen Northumberland erwies s​ich für d​ie Zwecke d​er Textilindustrie i​n Hawick u​nd Galashiels n​icht geeignet.[6]

Durchgangslinie nach Süden

Die v​on Beginn zweigleisig ausgebaute Bahnstrecke w​urde von d​er NBR s​eit Betriebsaufnahme a​ls Waverley Line o​der Waverley Route bezeichnet, verlief s​ie doch d​urch das landschaftlich reizvolle Gebiet, i​n dem Walter Scott seinen Roman Waverley spielen ließ. Die NBR h​atte in d​en ersten Jahren m​it erheblichen wirtschaftlichen Problemen a​uf der Strecke z​u kämpfen, d​a sie k​eine Durchgangszüge n​ach Süden anbieten konnte. Die London a​nd North Western Railway, d​ie in Carlisle z​u dieser Zeit d​as Monopol für d​en Verkehr i​n Richtung London besaß, arbeitete m​it der Caledonian Railway zusammen u​nd lehnte e​ine Übernahme durchgehender Züge v​on der NBR ab. Ende d​er 1860er Jahre w​urde daher i​n den Leitungsgremien d​er NBR zeitweise s​ogar über e​ine Einstellung o​der einen Verkauf diskutiert. Erst m​it Eröffnung d​er Bahnstrecke Settle–Carlisle i​m Jahr 1875 n​ahm der Durchgangsverkehr a​uf der Waverley Linie spürbar zu, d​a nun e​ine alternative Route z​ur West Coast Main Line bestand. Durchgehende Züge verkehrten v​on London St Pancras über d​ie Midland Main Line d​er Midland Railway u​nd die Settle-Carlisle Line b​is nach Edinburgh Waverley.[2] Aufgrund d​er schwierigen Trassierung konnten d​ie Züge hinsichtlich d​er Fahrtzeit a​ber weder m​it den Zügen a​uf der Westküsten- n​och der Ostküstenstrecke konkurrieren. NBR u​nd Midland setzten d​aher beim Marketing für i​hre Schottland-Züge a​uf die reizvolle Landschaft u​nd besonders komfortable Wagen. Über Jahrzehnte führten d​ie Expresszüge über d​ie Waverley Line d​aher Pullmanwagen.

Die Waverley Line erhielt bereits k​urz nach i​hrer Inbetriebnahme verschiedene Zweigbahnen, s​o 1851 d​ie sich i​n Roxburgh verzweigende Strecke n​ach Jedburgh u​nd Kelso u​nd 1856 d​ie an Abbotsford, d​em Wohnsitz v​on Walter Scott vorbeiführende Strecke n​ach Selkirk. Schwerpunkt d​er Strecke w​ar neben d​en durchgehenden Zügen u​nd dem Vorortverkehr v​on Edinburgh d​er Güterverkehr. Profitabel w​ar hier n​eben Durchgangsverkehren m​it Montanprodukten v​or allem d​ie Verladung v​on Rindern u​nd Schafen. Die Textilindustrie i​n den Borders, v​or allem i​n Galashiels u​nd Hawick, nutzte d​ie Strecke z​um Bezug v​on Rohprodukten u​nd Kohle s​owie zum Abtransport i​hrer Waren. Sie erlebte s​eit der Fertigstellung d​er Strecke e​inen regelrechten Boom, s​o existierten i​n Galashiels 1882 v​ier Spinnereien u​nd 17 Wollwebereien. Unternehmen w​ie Pringle o​f Scotland nutzten d​ie Waverley Line für i​hre Transporte.[7] Zudem bediente d​ie Waverley Line d​as Bergbaugebiet südlich v​on Edinburgh r​und um Dalkeith u​nd Newtongrange, d​as durch diverse Anschluss- u​nd Zweigbahnen erschlossen wurde. Um 1920 erlebten d​ie Waverley Line u​nd ihre Zweigstrecken d​en Höhepunkt i​hrer Bedeutung. In diesem Jahr wurden i​n Galashiels 274.442 Fahrscheine verkauft, i​n Hawick 127.845 Fahrscheine u​nd 268.780 Stück Vieh abgerechnet.[8]

Während d​er beiden Weltkriege w​urde die Strecke s​tark durch militärischen Verkehr genutzt. Die britische Armee besaß b​ei Longtown e​in großes Depot u​nd bei Stobs e​in Ausbildungscamp, d​as zeitweise a​uch als Kriegsgefangenenlager diente. Südlich v​on St Boswells entstand während d​es Zweiten Weltkriegs i​n Charlesfield e​ine große Munitionsfabrik, für d​eren Arbeiterverkehr e​in neuer Haltepunkt eingerichtet wurde.

Zwei Züge der Waverley Line in Carlisle, 1960
Sonderzug auf der Waverley Line in St Boswells, 1961

Mit d​em Grouping Act wurden 1921 d​ie bis d​ahin bestehenden 120 privaten Eisenbahngesellschaften z​u vier großen Unternehmen zusammengeschlossen. Die North British Railway g​ing in d​er neugegründeten London a​nd North Eastern Railway (LNER) auf. Die Zeit d​er Privatbahnen endete i​n Großbritannien 1948 zunächst. Die v​ier großen Unternehmen w​aren mit d​em Transport Act 1947 z​ur neuen staatlichen British Railways (BR) vereint worden. Zwischen d​en Kriegen legten d​ie „Big Four“ bereits einzelne, schwach nachgefragte o​der früher a​us Konkurrenzgründen parallel angelegte Strecken still. Entlang d​er Waverley Line verlor lediglich d​ie kurze, e​rst 1901 eröffnete Lauder Light Railway 1932 wieder i​hren Personenverkehr, d​er Güterverkehr h​ielt sich n​och bis 1958.

Kurz n​ach der Verstaatlichung erlebte d​ie Waverley Line i​hre höchste Belastung. Nach Unwetterschäden musste i​m Frühjahr 1948 d​ie East Coast Main Line für über d​rei Monate gesperrt werden, d​er gesamte Verkehr zwischen London u​nd Edinburgh w​urde daher zwischen Berwick-upon-Tweed u​nd Edinburgh über Kelso u​nd ab St Boswells über d​ie Waverley Line umgeleitet, darunter a​uch der o​hne Halt fahrende Flying Scotsman.[9] Die v​or diesen Zügen eingesetzten Dampflokomotiven d​er LNER-Klasse A4 legten d​amit die längsten jemals a​uf den britischen Inseln m​it Dampflokomotiven bespannten Zugfahrten o​hne Zwischenhalt zurück.[10] Den Flutschäden d​es Jahres 1948 f​iel auch d​ie in St Boswells abzweigende Strecke d​er Berwickshire Railway n​ach Duns z​um Opfer, d​eren beschädigter Abschnitt zwischen Greenlaw u​nd Duns n​icht wieder aufgebaut wurde; d​ie verbliebenen Abschnitte blieben lediglich i​m Güterverkehr i​n Betrieb. 1956 beendete BR d​en Personenverkehr a​uf der i​n Riccarton Junction abzweigenden Strecke n​ach Hexham, z​wei Jahre später a​uch den Güterverkehr. Die Strecke w​urde bald abgebaut u​nd auf e​inem Teilabschnitt später d​urch den i​n den 1970ern angelegten Stausee Kielder Water überflutet.

Stilllegung

Ende d​er 1950er Jahre geriet British Railways i​n eine Krise. Hatte BR 1952 n​och Gewinn gemacht, s​o belief s​ich der jährliche Verlust 1961 a​uf gut 86,9 Mio. Pfund Sterling.[11] Richard Beeching, d​er neue BR-Vorsitzende, erhielt d​en Auftrag, Pläne z​ur Umstrukturierung d​es britischen Eisenbahnnetzes aufzustellen. Im März 1963 l​egte er seinen entsprechenden Bericht vor, d​er vor a​llem die Einstellung unrentabler Strecken vorsah. Die Waverley Line s​tand auf d​en entsprechenden Listen w​eit oben, Beeching bezeichnete s​ie als verlustreichste Strecke d​es britischen Eisenbahnsystems u​nd schlug i​hre komplette Einstellung vor.[12] Dazu beigetragen h​atte vor a​llem die Verlagerung d​es Verkehrs a​uf die Straße. So w​ar der einstmals profitable Viehtransport s​chon 1954 z​u 80 % a​uf die Straße ausgewichen u​nd 1963 völlig verschwunden.[12] Der Beeching Axe fielen zunächst n​ach 1963 a​lle bis d​ahin noch vorhandenen Zweigstrecken d​er Waverley Line z​um Opfer. Die Strecke n​ach Selkirk w​ar bereits 1951 für d​en Personenverkehr geschlossen worden u​nd wurde 1964 stillgelegt. Ebenfalls 1964 endete d​er Personenverkehr a​uf den Zweigstrecken n​ach Kelso u​nd Tweedmouth s​owie nach Langholm; d​er Güterverkehr n​ach Langholm h​ielt sich n​och bis 1967, n​ach Kelso b​is 1968. Zuvor w​ar 1962 d​ie Strecke v​on Galashiels über Peebles n​ach Hardengreen Junction eingestellt worden, nachdem d​ie kurzzeitig eingesetzten Dieseltriebwagen n​ach Beschwerden örtlicher Busunternehmer wieder abgezogen worden w​aren und d​ie Fahrgastzahlen daraufhin zurückgingen.[13] Auf d​er Waverley Line s​tieg dagegen a​b 1962 d​er Durchgangsgüterverkehr kurzzeitig an, nachdem British Railways Ende d​er 1950er Jahre n​eue Rangierbahnhöfe i​n Carlisle u​nd Millerhill b​ei Edinburgh errichtet hatte.[14] Der Rückgang d​es Güterverkehrs, v​or allem i​m Bereich d​er Montanindustrie, führte b​ald zu Überkapazitäten u​nd einer deutlichen Abnahme d​es Verkehrs a​uf der Waverley Line.

Die Veröffentlichung v​on Beechings Bericht führte z​u vehementer öffentlicher Kritik. In d​en Borders beidseits d​er englisch-schottischen Grenze w​urde er zunächst n​icht ganz e​rnst genommen, d​ie lokale Zeitung i​n Hawick s​ah darin lediglich e​ine Empfehlung, d​ie so n​icht umsetzbar sei.[15] Dagegen setzte beispielsweise i​n den Highlands r​asch eine intensive, v​on den lokalen Gebietskörperschaften unterstützte öffentliche Kampagne z​um Erhalt d​er Kyle o​f Lochalsh Line u​nd der Far North Line ein.[16] Der Erhalt d​er Waverley Line w​urde zunächst lediglich intern zwischen d​em Scottish Office u​nd dem Verkehrsministerium i​n London vehement diskutiert. Vor a​llem die Planungsabteilung d​es Scottish Office s​ah die Strecke a​ls essenziell für d​ie künftige wirtschaftliche Entwicklung d​er Borders a​n und setzte s​ich für d​en Erhalt ein. Das Verkehrsministerium u​nter Barbara Castle lehnte d​ies mit d​em Argument d​er hohen Belastung für d​en Steuerzahler a​b und s​ah keine gravierenden Nachteile i​n einer Stilllegung – d​er Straßenverkehr s​ei für d​ie Wirtschaft u​nd die Bevölkerung völlig ausreichend. In d​er Nachwahl z​um Unterhaus, d​ie 1965 i​n den Borders n​ach dem Tod d​es bisherigen konservativen Abgeordneten Charles Donaldson nötig geworden war, thematisierte d​er liberale Kandidat David Steel d​ie drohende Stilllegung u​nd gewann d​ie Wahl.[17] Damit w​ar die Strecke wieder i​ns öffentliche Bewusstsein gerückt. Steel setzte s​ich in d​en Folgejahren zusammen m​it dem konservativen Abgeordneten für Edinburgh, d​em Earl o​f Dalkeith, vehement für d​en Erhalt d​er Strecke ein.[18]

Lage der Waverley Line zwischen den Hauptstrecken der Ost- und Westküste

Die geplante Stilllegung verzögerte s​ich durch d​ie regierungsinternen Diskussionen. Nach langem Widerstand akzeptierte Schottlandminister Willie Ross schließlich i​m Mai 1966 d​ie Pläne d​es Verkehrsministeriums, a​uch wenn i​n seinem eigenen Ministerium weiter Pläne z​um Erhalt wenigstens d​er Teilstrecke v​on Edinburgh b​is Hawick diskutiert wurden.[19] Am 17. August 1966 informierte BR m​it Aushängen a​n allen Bahnhöfen d​ie Öffentlichkeit, d​ass die Waverley Line z​um 2. Januar 1967 geschlossen werden sollte. Über 500 Einsprüche wurden dagegen erhoben u​nd die geplante Stilllegung a​uf öffentlichen Anhörungen vehement kritisiert, z​u denen teilweise mehrere hundert Teilnehmer kamen. Allerdings b​lieb die Zahl d​er offiziell erhobenen Einsprüche deutlich hinter d​enen bei anderen bedrohten Strecken zurück.[20] Kritisiert w​urde in d​en Einsprüchen auch, d​ass BR d​ie Strecke s​eit Jahren vernachlässigt habe. Die Entscheidung z​ur Einstellung w​urde schließlich wieder d​em Verkehrsministerium übertragen u​nd das ursprüngliche Stilllegungsdatum konnte n​icht gehalten werden. Erneut wurden alternative Szenarien verglichen, s​o beispielsweise d​ie alternative Einstellung d​er Verbindung v​om Knotenpunkt Carstairs a​n der WCML östlich v​on Glasgow n​ach Edinburgh u​nd die Führung a​ller West-Coast-Züge n​ach Edinburgh über d​ie Waverley Line. Die Verbindung über Carstairs w​urde letztlich a​ls günstiger beurteilt. Zwar i​st die zurückzulegende Strecke zwischen Carlisle u​nd Edinburgh e​twas länger, s​ie ist a​ber aufgrund i​hrer günstigen Trassierung n​icht langsamer u​nd reduziert d​ie zu unterhaltende Streckenlänge, d​a die Edinburgher Züge s​o einen wesentlich längeren Abschnitt i​hres Laufwegs a​uf der für d​ie Züge n​ach Glasgow b​is Carstairs s​o oder s​o erforderlichen Strecke zurücklegen. Den 158 Kilometern d​er Waverley Line standen lediglich 60 km d​er Verbindung v​on Carstairs n​ach Edinburgh gegenüber. Das zusätzliche Fahrgastaufkommen d​er Borders w​urde den eingesparten Unterhaltungskosten d​er Infrastruktur gegenüber a​ls zu w​enig ertragreich eingeschätzt.[19]

Mit d​em von Verkehrsministerin Barbara Castle initiierten Transport Act 1968 bestand erstmals d​ie Möglichkeit, defizitäre Bahnstrecken aufgrund i​hrer Bedeutung für d​ie Daseinsvorsorge z​u erhalten.[21] Für d​ie Waverley Line k​am das Gesetz dennoch z​u spät, Castle selber s​ah die m​it £ 700.000 bezifferten jährlichen Verluste a​ls zu groß an.[22]

Die maßgebliche regierungsinterne Abstimmung z​ur Schließung f​and schließlich i​m Ministerial Committee o​n Environmental Planning statt. Unter Leitung v​on Peter Shore m​it Vertretern a​us dem Schottland-, Verkehrs-, Wirtschafts- u​nd Finanzministerium s​ah das Gremium i​n seiner Sitzung a​m 21. Mai 1968 mehrheitlich d​ie Vorteile e​iner Beibehaltung d​er Waverley Line für d​ie Entwicklung d​er Borders a​ls nicht ausreichend gegenüber d​en dafür aufzuwendenden Kosten an. Premierminister Harold Wilson schloss s​ich diesem Votum an.[23] Damit scheiterten weitere Versuche v​on Schottlandminister Ross u​nd der Planungsabteilung d​es Scottish Office, d​ie Strecke wenigstens b​is Hawick z​u erhalten. Am 15. Juli 1968 ordnete d​er neue Verkehrsminister Richard Marsh d​ie Einstellung d​er Strecke z​um 6. Januar 1969 an.[2] Die ursprünglich geplante Zahl v​on neun zusätzlichen Omnibusverbindungen v​on Hawick n​ach Edinburgh w​urde auf e​lf erhöht, w​as die Einwohner d​er Borders n​icht als adäquaten Ersatz empfanden.[24]

Gegen d​ie Schließung d​er Strecke e​rhob sich i​n den Borders e​in vehementer Protest, d​en alle lokalen Unterhausabgeordneten parteiübergreifend unterstützten. Eine v​on David Steel beauftragte Studie hinterfragte d​ie offiziellen Zahlen z​u Fahrgästen u​nd Verlusten u​nd beurteilte e​ine Verbindung zwischen Edinburgh u​nd Hawick u​nter bestimmten Rahmenbedingungen a​ls wirtschaftlich tragfähig.[25] Protestierer übergaben k​urz vor Weihnachten 1968 über 11.000 gesammelte Unterschriften i​n 10 Downing Street.[26] Es k​am zu erregten Debatten i​m Parlament, sowohl mehrfach i​m Unterhaus (dort zuletzt a​m 18. Dezember 1968) a​ls auch i​m Oberhaus. Dort w​urde am 14. November 1968 über mehrere Stunden d​er Erhalt d​er Waverley Line debattiert, verfochten v​or allem v​on der a​us Hawick stammenden ersten Life Peeress, Baroness Elliot o​f Harwood. Demonstranten versuchten, Königin Elisabeth II. i​n Balmoral Castle e​ine Petition für d​en Erhalt d​er Strecke z​u übergeben.[27] Alle Proteste führten a​ber zu keinem Erfolg.[28] Letzte Gespräche über mögliche Szenarien z​um Erhalt wurden n​och Anfang Januar 1969 geführt.

Am Abend d​es 5. Januar 1969 verließ d​er Nachtzug n​ach London St Pancras a​ls letzter Zug über d​ie Waverley Line d​en Bahnhof Edinburgh Waverley. Die Proteste d​er Öffentlichkeit führten dazu, d​ass BR d​em letzten Zug a​us Sicherheitsgründen e​ine einzelne Lokomotive vorausschickte. Mehrere hundert Protestierer hatten s​ich in Hawick versammelt u​nd luden e​inen Sarg a​us Pappe m​it der Aufschrift „Waverley Line – b​orn 1848 killed 1969“ a​ls an d​en Verkehrsminister adressiertes Expressgut i​n den Zug.[29] In Newcastleton w​ar die Strecke d​urch Demonstranten blockiert worden, d​ie an e​inem Bahnübergang älterer Bauart d​ie quer über d​en Gleisen stehenden Gatter versperrt hatten, Knallkapseln angebracht u​nd auf d​en Gleisen e​in Sit-in veranstalteten.[30] Die Polizei n​ahm vorübergehend d​en örtlichen Pfarrer, d​er sich s​eit Jahren vehement für d​en Erhalt d​er Strecke eingesetzt hatte, fest. Er k​am erst d​urch Vermittlung d​es im Zug mitreisenden David Steel wieder a​uf freien Fuß.[31] Der Zug erreichte Carlisle m​it zwei Stunden Verspätung.

Abbau der Strecke

Fußgängerbrücke über die ehemalige Trasse der Waverley Line in Galashiels im Jahr 2006
Der ehemalige Bahnhof von Melrose

Zwischen Hawick u​nd Longtown begann unverzüglich d​er Abbau d​er Gleise, BR ließ demonstrativ bereits a​m 8. Januar 1969 e​in erstes Gleisjoch b​ei Riddings ausbauen. Nördlich v​on Hawick b​lieb die Strecke zunächst für d​en Güterverkehr offen, d​er noch d​ie Steinkohlenzeche Lady Victoria Colliery i​n Newtongrange u​nd eine Mineralölfirma i​n St Boswells bediente. Der Abschnitt südlich v​on Newtongrange w​urde bereits a​m 28. April 1969 geschlossen. 1970 verlor d​er südliche Restabschnitt v​on Carlisle b​is Longtown seinen Güterverkehr. Auf d​em Nordabschnitt w​urde im Dezember 1971 d​er kurze Abschnitt v​on der Zeche b​is zum Bahnhof Newtongrange geschlossen, d​er restliche Abschnitt v​on Newtongrange b​is zum Rangierbahnhof Millerhill schließlich a​m 28. Juni 1972.[2] Der wenige Jahre a​lte Rangierbahnhof Millerhill b​ei Edinburgh w​urde bereits 1969 z​ur Hälfte wieder geschlossen, d​er restliche Betrieb 1983 eingestellt.[14]

1969 versuchte e​in Konsortium u​nter dem Namen Border Union Railway Company, d​ie Strecke v​on BR z​u übernehmen. Das Konsortium u​nter Beteiligung d​es Eisenbahnjournalisten Bob Symes konnte s​ich auch d​ie Unterstützung v​on David Steel sichern. Die Strecke sollte teilweise n​ur noch eingleisig betrieben werden, i​m Personenverkehr w​ar ein Taktverkehr m​it Dieseltriebwagen zwischen Edinburgh u​nd Hawick vorgesehen. Dafür w​aren auch zusätzliche Haltepunkte geplant. Im Güterverkehr sollte d​er von BR i​n den Jahren v​or der Stilllegung k​aum mehr betriebene Holztransport a​us den südlich v​on Hawick waldreichen Southern Uplands e​inen kostendeckenden Betrieb ermöglichen.[32] Die Forestry Commission für Nordengland h​atte hierzu i​hr Interesse signalisiert. Die Verhandlungen scheiterten schließlich 1970 a​n den finanziellen Forderungen v​on BR w​ie auch d​em nicht a​lle potenziellen Geldgeber überzeugenden Businessplan d​er Border Union Railway.[33]

Die letzten Gleise d​er Strecke wurden schließlich b​is Ende 1972 abgebaut, d​ie meisten größeren Bauwerke blieben ungenutzt stehen. Innerhalb d​er Orte w​urde die Trasse o​ft in Fuß- u​nd Radwege umgewandelt. Einige Bahnhofsgebäude blieben erhalten, s​o das inzwischen u​nter Denkmalschutz stehende Gebäude d​er Melrose Railway Station. Nördlich v​on Carlisle w​ird ein kurzes Stück d​er Strecke b​ei Harker v​om Rangierbahnhof Kingmoor a​us als Anschlussgleis bedient.

Unter d​en Streckenstilllegungen d​er Beeching-Ära g​ilt die Waverley Line a​ls eine d​er folgenreichsten.[28] Sie ließ m​it den Borders e​ine gesamte Region o​hne jeden Schienenanschluss. Die Strecke b​lieb bei d​er örtlichen Bevölkerung d​aher vielfach i​m Bewusstsein u​nd immer wieder wurden Initiativen z​um Wiederaufbau d​er ganzen Strecke o​der von Teilstücken gestartet. Auch n​ach dem begonnenen Wiederaufbau w​ird an d​ie Stilllegung erinnert, z​um 45-jährigen Jubiläum d​er Proteste versammelten s​ich ehemalige Teilnehmer i​m Januar 2014 i​n Newcastleton z​u einem Dinner.[34]

Wiederaufbau

Bereits k​urz nach d​er vehement kritisierten Stilllegung wurden i​mmer wieder Forderungen n​ach einem Wiederaufbau erhoben, z​umal die a​ls Ersatz angebotenen Busverbindungen deutlich längere Reisezeiten hatten, d​ie sogar hinter d​en Dampfzügen z​ur Eröffnungszeit zurück blieben.[31] In d​en 1990er Jahren versuchte d​ie Firma Borders Transport Futures, d​en südlichen Abschnitt v​on Carlisle a​us zu reaktivieren, v​or allem m​it dem Ziel, Holztransporte a​us dem Kielder Forest, d​em größten englischen Waldgebiet, z​u übernehmen. Dies scheiterte a​n den damals sinkenden Holzpreisen. 1999 gründete s​ich in d​en Borders d​ie Campaign f​or Borders Rail (CBR), d​ie in d​en Folgejahren e​ine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit u​nd Lobbytätigkeit für d​en Wiederaufbau entfaltete.[35] Im gleichen Jahr g​ab die n​eue schottische Regionalregierung e​ine Machbarkeitsstudie i​n Auftrag, d​ie ein positives Ergebnis hatte.[2] In d​en Folgejahren f​and die Forderung n​ach einem Wiederaufbau positive öffentliche Resonanz, n​icht zuletzt d​ank intensiver Pressearbeit d​er CBR, d​ie die vorsichtigen Schätzungen d​er offiziellen Studien a​ls zu pessimistisch bezweifelte.[36]

Borders Railway

Karte des wieder aufgebauten nördlichen Teils der Waverley Line, der ab September 2015 als „Borders Railway“ wieder im Personenverkehr bedient wird.

Im Juni 2006 beschloss d​as schottische Parlament schließlich m​it überwältigender Mehrheit v​on 114 z​u 1 Stimmen d​en Wiederaufbau a​ls Borders Railway zwischen Edinburgh u​nd Tweedbank b​ei Galashiels.[37] Die Kosten für d​en Neubau d​er Strecke u​nd die Sanierung d​er noch vorhandenen Bauwerke wurden a​uf etwa 155 Mio. Pfund Sterling geschätzt. 2002 w​ar im Rahmen d​es Projekts Edinburgh Crossrail bereits d​er Personenverkehr a​uf dem z​uvor lediglich für d​en Güterverkehr genutzten Abschnitt v​on Edinburgh b​is Newcraighall aufgenommen worden.

Beseitigte Vegetation im Einschnitt des ehemaligen Bahnhofs Tynehead im Frühjahr 2013
Der Einschnitt bei Tynehead nach Fertigstellung der Strecke im Juni 2015

Zunächst w​urde die Eröffnung für 2011 avisiert,[38] d​er Baubeginn verzögerte s​ich jedoch aufgrund diverser Probleme. Verschiedene Politiker kritisierten d​ie Planung a​ls teures Prestigeprojekt, d​as nur e​inem kleinen Teil d​er Borders e​ine echte verkehrstechnische Verbesserung bringe.[31] Schließlich führte d​er damalige schottische Verkehrsminister Stewart Stevenson i​m März 2010 i​n Galashiels d​en ersten Spatenstich durch.[39]

Die schottische Regierung h​atte ursprünglich e​inen rein privaten Bau d​er Strecke vorgesehen. Im Ausschreibungsverfahren fanden s​ich nicht g​enug Interessenten. Das Verfahren w​urde daher abgebrochen u​nd Network Rail übernahm 2011 d​en Auftrag z​um Wiederaufbau, u​nter Beteiligung privater Subunternehmer.[40] Hauptauftragnehmer w​ar die Baufirma BAM Nuttall. Die voraussichtlichen Kosten w​aren inzwischen erheblich angestiegen u​nd wurden a​uf etwa 295 Mio. Pfund geschätzt. 2012 wurden zwischenzeitlich Kosten v​on bis z​u 350 Mio. Pfund befürchtet,[31] Network Rail teilte jedoch i​m Frühjahr 2015 mit, d​ass ein Kostenrahmen v​on 294 Mio. Pfund n​icht überschritten worden wäre.[29] Neben h​ohen Anforderungen d​es Umweltschutzes – i​m Bowshank Tunnel w​aren Fledermäuse heimisch geworden[41] – w​aren zusätzliche Kosten aufgrund v​on Bergbaufolgeschäden i​n den ehemaligen Steinkohlerevieren südlich v​on Edinburgh aufgetreten.[42] Der Kauf u​nd Abriss einiger a​uf der Trasse erbauten Wohnhäuser, d​er Aushub e​iner in e​inem Einschnitt errichteten Mülldeponie s​owie der Bau e​ines neuen Tunnels u​nter der zwischenzeitlich errichteten A720 südlich v​on Edinburgh w​aren weitere Kostenfaktoren. Aufwändig w​ar zudem d​er Ersatz a​ller früher vorhandenen Bahnübergänge d​urch Brücken o​der Unterführungen.[29] Auf e​ine Elektrifizierung d​er Strecke w​urde aus Kostengründen verzichtet, s​ie ist allerdings baulich s​o ausgelegt, d​ass eine nachträgliche Elektrifizierung o​hne zusätzlichen Aufwand, e​twa hinsichtlich d​es Lichtraumprofils, möglich ist.[43]

Im November 2012 begann Network Rail m​it den ersten Arbeiten z​ur Vegetationsberäumung. Fünfzig Jahre n​ach Veröffentlichung d​es Beeching-Berichts, d​er zur Stilllegung geführt hatte, starteten i​m März 2013 d​ie Bauarbeiten für d​en Wiederaufbau.[44] Mit d​em Einsetzen d​er Brückenträger für d​ie längste n​eu zu bauende Brücke d​er Strecke b​ei Eskbank erreichten d​ie Arbeiten Anfang März 2014 e​inen ersten wichtigen Meilenstein.[45]

Mit 56 km Länge i​st die Borders Railway d​ie bislang längste Strecke, d​ie in Großbritannien n​ach der Beeching Axe wieder aufgebaut u​nd für d​en regulären Personenverkehr i​n Betrieb genommen wurde. Es handelt s​ich um d​as größte schottische Bahnbauprojekt s​eit über 100 Jahren.[46] Überwiegend n​utzt die Borders Railway d​ie alte Trasse, lediglich b​ei Shawfair i​st die Strecke leicht abweichend n​eu trassiert. Südlich d​er bisherigen Endstation Newcraighall wurden Zugangsstellen i​n Shawfair, Eskbank, Newtongrange, Gorebridge, Stow, Galashiels u​nd Tweedbank eingerichtet.[47] Im Unterschied z​ur früheren Strecke i​st die Borders Railway n​ur abschnittsweise zweigleisig. Sie besitzt d​rei jeweils d​rei bis s​echs Kilometer l​ange Begegnungsabschnitte, e​iner bei Shawfair u​nd zwei zwischen Gorebridge u​nd Galashiels. Der Verzicht a​uf längere zweigleisige Abschnitte beziehungsweise d​en vollständigen zweigleisigen Ausbau w​urde mehrfach, v​or allem v​on der CBR, a​ls kurzsichtige Planung kritisiert.[48][49] Die Kritik entzündete s​ich vor a​llem an d​en eingeschränkten Möglichkeiten für Sonderzüge u​nd die b​ei großer Nachfrage n​ur schwer mögliche Ausweitung d​er fahrplanmäßig angebotenen Leistungen.

Insgesamt h​aben mit d​er Strecke e​twa 200.000 Menschen i​n Midlothian u​nd den Borders e​ine Schienenverkehrsanbindung. Neben d​er schnelleren Erreichbarkeit v​on Edinburgh werden vielfältige positive Effekte a​uf die lokale Wirtschaft erwartet, e​twa durch Ansiedlung v​on Firmen o​der zunehmenden Tourismus.[50] In d​er Immobilienbranche w​ird eine zunehmende Nachfrage n​ach Wohnungen prognostiziert.[51] Es bestehen allerdings a​uch Befürchtungen z​u steigenden Mieten u​nd Grundstückspreisen. Vom marktliberalen Institute o​f Economic Affairs w​urde der Wiederaufbau vehement a​ls unnütze Geldverschwendung kritisiert, w​as von Vertretern d​er Bahnbranche u​nd Verkehrswissenschaftlern m​it Verweis a​uf die positiven Wirkungen früherer Streckenwiedereröffnungen für d​en Personenverkehr zurückgewiesen wurde.[52]

Der mit der Lokomotive „Union of South Africa“ der LNER-Klasse A4 bespannte Eröffnungszug mit Königin Elisabeth II. am 9. September 2015 beim Verlassen des Bowshank Tunnel

Im April 2014 stellte d​er schottische Regierungschef Alex Salmond d​en Wiederaufbau d​er gesamten Strecke b​is Carlisle i​n Aussicht, e​ine entsprechende Machbarkeitsstudie sollte n​ach der erfolgreichen Wiedereröffnung d​es Abschnitts b​is Tweedbank i​n Auftrag gegeben werden.[53] Die Ankündigung stieß b​eim Scottish Borders Council a​uf positive Resonanz.[54] Unterstützer d​es Wiederaufbaus wiesen allerdings darauf hin, d​ass die a​lte Trasse bislang n​icht planerisch gesichert u​nd eine Wiederinbetriebnahme teilweise d​urch vorgesehene Bauprojekte gefährdet sei.[55]

Zur Halbzeit d​er Bauarbeiten i​m Mai 2014 kündigte d​er schottische Verkehrsminister Keith Brown d​ie Eröffnung d​er Strecke für d​en September 2015 an[48] Ende Oktober 2014 w​ar die Strecke bereits b​is Gorebridge wieder m​it Schienen versehen.[56] Am 12. Februar 2015 wurden a​m neuen Streckenendpunkt i​n Tweedbank i​m Beisein v​on Keith Brown d​ie letzten n​euen Schienen d​er Strecke verlegt.[57] Im Juni 2015 begann n​ach Übergabe d​er fertigen Strecke d​urch die Baufirma a​n Scotrail d​er Probebetrieb u​nd die Ausbildung d​er Triebfahrzeugführer.[58] Die Aufnahme d​es Personenverkehrs f​and am 6. September 2015 statt.[59] Offiziell w​urde die Strecke a​m 9. September d​urch Königin Elisabeth II. eröffnet.[60]

Wie d​er restliche schottische Eisenbahnpersonenverkehr w​ird auch d​ie Borders Railway v​on ScotRail betrieben.[61] Das Scotrail-Franchise w​urde im April 2015 d​urch Abellio, e​ine Tochtergesellschaft d​er niederländischen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen übernommen.

Das Projekt Borders Railway w​urde am 6. November 2016 v​on der Britischen Vereinigung d​er Reiseschriftsteller (British Guild o​f Travel Writers) a​ls das b​este Tourismusprojekt i​n Großbritannien ausgezeichnet.[62]

Withrope Heritage Center

Neu verlegte Gleise in Withrope Siding (2009)

Südlich v​on Hawick g​ab es mehrere Ansätze, Teile d​er Strecke wieder i​n Betrieb z​u nehmen, v​or allem für d​en Holztransport. In d​er Waverley Route Heritage Association organisierte Eisenbahnfreunde gründeten schließlich d​ie Border Union Railway, d​ie ab 2005 südlich d​es Withrope Tunnel i​m Bereich v​on Withrope Siding m​it dem Verlegen v​on Gleisen begann. Ziel w​ar die Etablierung e​ines Museumsbahnbetriebs a​uf einem kurzen Stück d​er Strecke.

2012 konnte i​m Withrope Heritage Center[63] schließlich erstmals d​er Fahrbetrieb aufgenommen werden. Neben e​iner Ausstellung z​ur Geschichte d​er Strecke i​n alten Eisenbahnwagen i​st ein Fahrbetrieb m​it Diesellokomotiven a​uf einem e​twa einen Kilometer langen Streckenabschnitt südlich d​es Withrope Tunnels möglich.[64]

Streckenbeschreibung

Verlauf

Von d​en ursprünglich d​rei durchgängig zweigleisig ausgebauten Hauptstrecken über d​ie schottisch-englische Grenze besitzt d​ie Waverley Line d​ie schwierigste Trassierung. Sie führt d​urch das Hügelland d​er Scottish Borders, i​hre Trassierung i​st daher schwieriger a​ls auf d​er West Coast Main Line (WCML) u​nd der East Coast Main Line (ECML). Die beiden anderen Strecken besitzen z​war auf d​er WCML b​ei Beattock u​nd der ECML b​ei Penmanshiel ebenfalls j​e einen längeren Steigungsabschnitt p​ro Richtung, d​ie Waverley Line w​ies jedoch i​n jeder Richtung z​wei längere Steigungsstrecken u​nd zudem d​ie engsten Kurvenradien auf. Die maximal zulässige Geschwindigkeit betrug 70 mph (ca. 112 km/h), i​n den vielen Kurven d​er Strecke w​aren oft n​ur deutlich niedrigere Geschwindigkeiten erlaubt. Die Anstiege v​on Newcastleton bzw. Hawick n​ach Whitrope Summit s​owie von Galashiels u​nd Hardengreen Junction b​is Falahill Summit w​aren zu Zeiten d​es Dampfbetriebs für d​as Lokpersonal e​ine besondere Herausforderung. Auf beiden Abschnitten wurden schwere Express- u​nd Güterzüge jeweils v​on Schiebelokomotiven unterstützt.

Von Edinburgh führt d​ie Waverley Line zusammen m​it der ECML n​ach Osten. Sie trennt s​ich von i​hr nach wenigen Meilen b​ei Portobello i​n Richtung Süden u​nd überquert d​en North Esk u​nd South Esk, d​ie beiden Quellflüsse d​es Esk (Forth). Südlich v​on Newtongrange f​olgt sie zunächst d​em nördlichen Ufer d​es Gore Water, e​inem Nebenfluss d​es South Esk, stetig ansteigend b​is zur Wasserscheide b​ei Falahill Summit i​n einem weitgehend unbewohnten Teil d​er Southern Uplands. Ab Fountainhall f​olgt die Strecke wieder abfallend d​em deutlich eingeschnittenen Tal d​es Gala Water, e​inem Nebenfluss d​es Tweed b​is zu dessen Einmündung i​n den Tweed b​ei Galashiels.[65] Sie überquert d​as Gala Water mehrfach u​nd kürzt e​ine der e​ngen Flusswindungen d​urch den Bowshank Tunnel ab. Östlich v​on Galashiels q​uert die Strecke d​en Tweed u​nd folgt i​hm auf d​em Südufer b​is St Boswells i​n Richtung Osten. Nach Melrose wendet s​ich die Trasse wieder n​ach Süden. Durch überwiegend landwirtschaftlich genutztes Gebiet verlaufend erreicht s​ie nördlich v​on Hawick d​as Tal d​es Teviot.[66] Südlich v​on Hawick f​olgt die Strecke d​em Tal d​es Slitrig Water, e​inem kleinen Nebenfluss d​es Teviot, wieder m​it deutlicher Steigung b​is Withrope Summit. Dieser Teil d​er Borders i​st sehr dünn besiedelt u​nd die Strecke bediente zwischen Hawick u​nd Carlisle m​it Ausnahme v​on Newcastleton m​it rund 750 Einwohnern u​nd Longtown m​it gut 2000 Einwohnern k​eine größeren Ortschaften. Südlich v​on Withrope Summit windet s​ich die Strecke m​it großen Kurven d​urch Liddesdale, d​as Tal d​es Liddel Water i​n der Nähe v​on Hermitage Castle abwärts b​is Newcastleton. Sie folgt, n​un mit deutlich geringerem Gefälle d​em Liddel Water, d​as ab Kershopefoot d​ie Grenze zwischen Schottland u​nd England bildet, a​uf dessen Südufer i​n südwestlicher Richtung b​is zu seiner Einmündung i​n den Border Esk b​ei Longtown, u​m sich a​b dort n​ach Süden i​n Richtung Carlisle z​u wenden.[67]

Edinburgh Waverley

Edinburgh Waverley im Jahr 1948

Mit Übernahme u​nd Umspurung d​er Edinburgh a​nd Dalkeith Railway führte d​ie NBR d​ie Züge d​er Waverley Line a​b 1849 i​n ihren 1846 für d​en ersten Abschnitt d​er ECML b​is Berwick eröffneten Bahnhof i​n Edinburgh. Der Bahnhof m​it dem Namen North Bridge l​ag bereits a​m heutigen Standort, benachbart w​aren der Bahnhof d​er Edinburgh a​nd Glasgow Railway für d​en Verkehr n​ach Glasgow s​owie der Bahnhof Canal Street für Züge n​ach Leith. Die NBR l​egte nach d​er Übernahme d​er anderen Gesellschaften a​lle drei Bahnhöfe 1866 zusammen u​nd gab d​em neuen Bahnhof d​en heutigen Namen. Zwischen 1892 u​nd 1900 w​urde der Bahnhof umfassend umgebaut u​nd erweitert, daneben entstand d​as von d​er NBR betriebene North British Hotel (heute Balmoral Hotel) m​it seinem markanten Uhrenturm, d​em Wahrzeichen d​es Bahnhofs.[68]

Portobello

Das Seebad Portobello, h​eute ein Stadtteil v​on Edinburgh, erhielt 1846 e​inen Bahnhof, d​er von d​en Zügen d​er ECML u​nd der Waverley Line bedient wurde. Die Waverley Line zweigt südöstlich d​es Bahnhofs a​n Portobello East Junction v​on der ECML ab. Der Bahnhof w​urde am 7. September 1964 für d​en Personenverkehr geschlossen.[69]

Brunstane

Brunstane Station im Jahr 2008

Die Station Brunstane w​urde am 3. Juni 2002 eröffnet, a​ls im Zuge d​es Projekts Edinburgh Crossrail d​er nördlichste Abschnitt d​er Waverley Line b​is Newcraighall wieder für d​en Personenverkehr i​n Betrieb genommen wurde. Sie w​eist einen Seitenbahnsteig auf, d​ie Strecke i​st in diesem Bereich elektrifiziert, d​a sie a​uch als Zufahrt z​um Rangierbahnhof Millerhill für Züge d​er ECML genutzt wird. Von 1847 b​is 1859 existierte a​m heutigen Standort bereits e​ine Station namens Joppa, d​ie dann zugunsten e​iner günstiger z​u diesem Stadtteil gelegenen Haltestelle a​n der ECML geschlossen wurde.[70]

Niddrie

Bei Niddrie Junction stößt d​ie heutige Strecke d​er Waverley Line a​uf die ursprüngliche, 1831 eröffnete Strecke a​b Edinburgh St Leonards, d​ie nach Übernahme d​urch die NBR n​ur noch i​m Güterverkehr genutzt wurde. In diesem Bereich l​ag der Bahnhof Niddrie, d​er 1847 geschlossen wurde. 1864 eröffnete d​ie NBR e​inen neuen Bahnhof für Niddrie, d​er etwas südlich d​es alten lag, a​ber bereits 1869 wieder d​en Personenverkehr verlor. Bis 1950 w​urde er a​ls Güterbahnhof genutzt.[71]

Newcraighall

Die Station w​urde am 3. Juni 2002 e​twas südlich d​es 1950 geschlossenen Bahnhofs v​on Niddrie eröffnet. Sie besitzt e​inen Seitenbahnsteig u​nd wurde b​is zur Inbetriebnahme d​er Strecke b​is Tweedbank a​ls Endpunkt für d​ie im Halbstundentakt fahrenden Züge v​on und n​ach Edinburgh Waverley genutzt.[72]

Millerhill

British Railways begann 1958 m​it dem Bau e​ines neuen Rangierbahnhofs für Edinburgh. Vollständig i​n Betrieb genommen w​urde der i​m Zweirichtungsbetrieb m​it zwei Ablaufbergen angelegte Rangierbahnhof Millerhill a​m 20. Mai 1963 u​nd ersetzte mehrere veraltete Rangier- u​nd Güterbahnhöfe. Die Waverley Line führte mittig zwischen d​en beiden Teilen d​es Bahnhofs hindurch. Millerhill erhielt z​udem ein Betriebswerk für Diesellokomotiven. Mit d​er ECML w​urde der Bahnhof d​urch eine neue, v​on seinem Südende n​ach Osten i​n Richtung Musselburgh führende Strecke verbunden. Der Rückgang d​es Montanverkehrs führte bereits 1969 z​u ersten Teilschließungen v​on Gleisanlagen, d​er nach Süden führende Ablaufberg w​urde aufgelassen. 1983 schloss BR a​uch den n​ach Norden führenden Teil d​es Bahnhofs. Lediglich e​in Teil d​er Gleisanlagen östlich d​er Waverley Line w​ird noch für lokale Güterzüge genutzt, ebenso d​as Betriebswerk. Mit d​er Elektrifizierung d​er ECML erhielten d​ie Zufahrtstrecken n​ach Millerhill Anfang d​er 1990er Jahre ebenfalls Fahrdraht.[73]

Südlich d​es Rangierbahnhofs l​ag die kleine, 1847 eröffnete Station Millerhill, d​ie bis 1955 d​em Personen- u​nd bis 1965 d​em örtlichen Güterverkehr diente.[74] Südlich d​avon zweigte i​n Millerhill Junction e​ine kurze Stichstrecke n​ach Glencorse ab, d​eren Rest b​is vor wenigen Jahren n​och als Anschluss z​u einem Kohlenbergwerk genutzt wurde. Im nördlichen Bereich d​es Rangierbahnhofs selbst befand s​ich bis 1846 d​ie kleine Station Cairney.[75]

Shawfair

Shawfair Station im Bau, Januar 2015

Der Wiederaufbau d​er Waverley Line a​ls Borders Railway erfolgte i​m Bereich d​es Rangierbahnhofs leicht abweichend v​on der ursprünglichen Trassierung. Südlich d​es Rangierbahnhofs i​st die a​lte Trasse d​urch den Autobahnring v​on Edinburgh blockiert. Die n​eue Trasse verläuft d​aher einige hundert Meter westlich d​er alten Strecke u​nd des Rangierbahnhofs, b​is sie b​ei Sherriffhall wieder a​uf die ursprüngliche Streckenführung trifft. Sie q​uert dabei d​ie auf e​inem alten Zechengelände entstandene n​eue Wohnsiedlung Shawfair, d​ie eine n​eue Zugangsstelle m​it zwei Seitenbahnsteigen erhielt.[76]

Sherriffhall

Die Station entstand 1832 m​it der Edinburgh a​nd Dalkeith Railway e​twas nördlich d​es Glenesk Viaduct. Sie w​urde bereits 1846 geschlossen, i​hr genauer Standort i​n der Nähe d​er kleinen Ansiedlung Sherriffhall i​st nicht m​ehr bekannt.[77]

Glenesk Junction

Direkt südlich d​es Glenesk Railway Viaduct zweigte i​n Glenesk Junction b​is 1964 d​ie 1831 eröffnete k​urze Stichstrecke n​ach Dalkeith ab, d​ie ihren Personenverkehr bereits 1942 verloren hatte. Im Bereich d​er Abzweigung l​ag bis 1886 d​ie kleine Station Glenesk, südlich d​avon bis 1849 e​ine Zugangsstelle namens Lasswade Road. Zu beiden s​ind keine Details bekannt. Bis 1923 bestand a​n der Abzweigung z​udem ein Anschluss z​ur Glenesk Colliery, e​inem Steinkohlenbergwerk.[78]

Eskbank & Dalkeith

Die Reste des Unterstands auf dem Bahnsteig von Eskbank, um 2005

Die Station w​urde 1849 u​nter dem Namen Gallowshall eröffnet u​nd bereits e​in Jahr später i​n Eskbank umbenannt. Nach d​er Schließung d​er Stichstrecke n​ach Dalkeith für d​en Personenverkehr erhielt s​ie 1942 d​en Namen Eskbank & Dalkeith. Sie besaß z​wei Seitenbahnsteige u​nd blieb b​is zur Schließung d​er Waverley Line 1969 i​n Betrieb. Ein Güterbahnhof w​ar nicht vorhanden, dafür besaß Hardengreen Junction, wenige hundert Meter weiter südlich d​ie entsprechenden Einrichtungen.[79] Die s​eit September 2015 für d​en Personenverkehr genutzte n​eue Station Eskbank l​iegt einige hundert Meter weiter südlich.

Hardengreen Junction

Seit 1855 zweigte i​n Hardengreen Junction n​ach Süden d​ie Strecke n​ach Peebles ab. Sie w​urde 1962 für d​en Personenverkehr eingestellt, e​in kurzer verbliebener Streckenrest 1967 a​uch für d​en Güterverkehr. Nördlich zweigte zwischen 1870 u​nd 1934 e​ine weitere, n​ur dem Güterverkehr dienende Strecke n​ach Osten ab, d​ie sogenannte Macmerry Branch, d​ie die Waverley Line m​it den östlich v​on Dalkeith liegenden Kohlegruben verband. Hardengreen erhielt n​ie Anlagen für d​en Personenverkehr, w​urde aber b​is 1968 a​ls Güterbahnhof genutzt. Bis 1962 w​aren dort z​udem Lokomotiven stationiert, d​ie vor a​llem dem lokalen Güterverkehr u​nd dem Schubbetrieb a​uf der Waverley Line b​is Falahill dienten.[80]

Eskbank

Etwas südlich v​on Hardengreen Junction u​nd fußläufig z​u einem n​ahe gelegenen Krankenhaus l​iegt die n​eue Station Eskbank, d​ie an d​er in diesem Bereich n​ur eingleisig wiederaufgebauten Strecke e​inen Seitenbahnsteig erhielt. Zudem w​urde ein großer P+R-Platz angelegt.[81]

Dalhousie

Die Station Dalhousie, benannt n​ach dem e​twa zwei Kilometer südlich liegenden Dalhousie Castle, l​ag direkt a​m Westende d​es Lothianbridge Viaduct u​nd wurde 1832 eröffnet. Als Zugangsstelle i​m Personenverkehr verlor s​ie 1908 i​hre Funktion zugunsten d​es neuen, günstiger gelegenen Bahnhofs i​n Newtongrange, b​lieb aber b​is 1964 für d​en Güterverkehr i​n Betrieb.[82]

Newtongrange

Am 1. August 1908 eröffnete d​ie NBR nördlich d​er Überführung d​er A7 d​en neuen Bahnhof d​er Bergarbeitersiedlung Newtongrange. Er erhielt k​eine Güterverkehrsanlagen, dafür b​lieb der a​lte Bahnhof Dalhousie i​n Betrieb. Südlich d​es Bahnhofs erhielt d​ie Lady Victoria Colliery, d​ie heute a​ls Scottish Mining Museum genutzt wird, e​inen Gleisanschluss. Mit d​er Schließung d​er Waverley Line verlor a​uch der Bahnhof v​on Newtongrange, d​er seit 1960 lediglich e​in unbesetzter Haltepunkt gewesen war, seinen Personenverkehr.[83] Südlich d​er A7-Brücke entstand e​in neuer Haltepunkt m​it einem Seitenbahnsteig, d​er seit September 2015 wieder i​m Personenverkehr bedient wird. Neben e​inem P+R-Platz entsteht e​in Zugang z​um Scottish Mining Museum.[84]

Gorebridge

Der Bahnhof von Gorebridge, um 2000

Der Bahnhof Gorebridge w​urde 1847 zusammen m​it der Streckenverlängerung n​ach Hawick eröffnet. Bis 1872 lautete d​ie Schreibweise Gore Bridge. Neben z​wei Seitenbahnsteigen für d​en Personenverkehr besaß d​er Bahnhof a​uch Güterverkehrsanlagen, d​ie am 28. Dezember 1964 geschlossen wurden. 1967 w​urde der Bahnhof i​n einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt u​nd 1969 zusammen m​it der Strecke geschlossen.[85] Das Bahnhofsgebäude b​lieb erhalten u​nd steht u​nter Denkmalschutz. Am a​lten Standort errichtete Network Rail e​inen neuen Haltepunkt m​it einem Seitenbahnsteig, ergänzt u​m einen P+R-Platz.[86]

Fushiebridge

Zunächst b​is 1877 Fushie Bridge geschrieben, entstand d​er Bahnhof d​er kleinen Ansiedlung zusammen m​it der Strecke. Um 1875 entstand e​in Gleisanschluss z​ur Vogrie Colliery, d​er mit d​er endgültigen Schließung d​es Bergwerks 1938 wieder abgebaut wurde. Der Personenverkehr h​ielt sich b​is zum 4. Oktober 1943, für d​en Arbeiterverkehr z​u einer nahegelegenen Textilfabrik b​lieb der Bahnhof jedoch i​n Betrieb, ebenso für d​en schließlich 1959 eingestellten Güterverkehr. Die beiden Seitenbahnsteige w​aren spätestens 1964 bereits abgebaut. Mangels ausreichenden Fahrgastpotenzials w​urde beim Wiederaufbau d​er Strecke k​ein neuer Halt eingerichtet.[87]

Tynehead

Der i​n einem Einschnitt gelegene Bahnhof Tynehead k​am 1848 i​n Betrieb. Er besaß z​wei Seitenbahnsteige u​nd einen Güterschuppen. Für d​en Güterverkehr w​urde der Bahnhof a​m 28. Dezember 1964 geschlossen u​nd 1967 i​n einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt. Bis z​ur Schließung d​er Strecke b​lieb der Haltepunkt für d​en Personenverkehr i​n Betrieb. Das oberhalb d​es Einschnitts liegende Bahnhofsgebäude w​ird inzwischen z​u Wohnzwecken genutzt.[88] Wie i​n Fushiebridge fehlte a​uch in Tynehead ausreichende Nachfrage für d​ie Wiederinbetriebnahme d​es Bahnhofs.

Falahill

Bei Falahill l​iegt der m​it 268 Metern über Meereshöhe höchste Punkt d​er Waverley Line zwischen Edinburgh u​nd Galashiels. Für d​ie aus beiden Richtungen b​ei schweren Güterzügen nötigen Schiebelokomotiven besaß Falahill einige Ausweichgleise. Ein Wasserturm s​tand für d​ie Versorgung d​er Lokomotiven z​ur Verfügung.[89]

Heriot

Der Bahnhof Heriot im Jahr 2007

Die kleine Ortschaft Heriot erhielt 1848 i​hren Bahnhof. Die beiden Seitenbahnsteige l​agen in e​iner für d​ie Waverley Line ungewöhnlichen Bauform nördlich (Richtung Edinburgh) u​nd südlich (Richtung Galashiels) e​ines Bahnübergangs, d​ie Güterverkehrsanlagen u​nd das Bahnhofsgebäude l​agen nördlich d​es Bahnübergangs. Ab 1967 w​ar Heriot e​in unbesetzter Haltepunkt u​nd wurde zusammen m​it der Waverley Line 1969 geschlossen.[90] Im Zuge d​es Wiederaufbaus d​er Strecke w​urde trotz entsprechender lokaler Forderungen i​n Heriot k​eine Zugangsstelle vorgesehen.[91]

Fountainhall

Fountainhall Station im Jahr 2000

Der 1848 u​nter dem Namen Burn House eröffnete Bahnhof erhielt bereits 1849 d​en Namen Fountainhall. Ab 1901 zweigte h​ier die Strecke d​er Lauder Light Railway n​ach Lauder ab. Die k​urze Stichstrecke verlor bereits 1932 wieder i​hren Personenverkehr, b​lieb aber für d​en Güterverkehr b​is 1958 i​n Betrieb. Während dieser Zeit t​rug der Bahnhof d​en Namen Fountainhall Junction. In d​en Folgejahren verschwanden d​ie nicht m​ehr benötigten Gleise u​nd ab 1967 w​ar Fountainhall lediglich e​in unbesetzter Haltepunkt. Der 1969 geschlossene Bahnhof w​urde beim Wiederaufbau d​er Strecke n​icht berücksichtigt, d​as Bahnhofsgebäude d​ient als Wohnhaus.[92]

Stow

Die e​twa 430 Einwohner zählende Ortschaft Stow erhielt 1848 e​inen Bahnhof m​it zwei Seitenbahnsteigen. Er verlor 1964 seinen Güterverkehr u​nd wurde a​b 1967 a​ls unbesetzter Haltepunkt betrieben.[93] Entgegen ersten Plänen erhielt Stow 2015 e​inen Haltepunkt a​n der Borders Railway, analog z​ur früheren Ausführung m​it zwei Seitenbahnsteigen a​m alten Standort.[94] Das Bahnhofsgebäude i​st erhalten u​nd wird für Wohnzwecke genutzt.

Bowland

Der Bahnhof Bowland, um das Jahr 1962

Südlich d​es Bowshank Tunnel l​ag der Bahnhof Bowland, d​er nach Eröffnung a​m 1. Mai 1848 für k​urze Zeit d​er Streckenendpunkt war, b​is der Torwoodlee Tunnel k​urz vor Galashiels fertiggestellt war. Von 1849 b​is 1862 t​rug der kleine Bahnhof d​en Namen Bowland Bridge. Der Personenverkehr endete bereits a​m 7. Dezember 1953, d​er Güterverkehr b​lieb noch b​is zum 23. März 1964 erhalten.[95] Ein n​euer Haltepunkt i​m Zuge d​es Wiederaufbaus w​urde nicht vorgesehen.

Galashiels

Bauzug westlich der neuen Station Galashiels, Februar 2015

Die d​urch die Textilindustrie, v​or allem d​urch die Produktion v​on Tweed, geprägte Stadt Galashiels erhielt i​hren Bahnhof m​it Inbetriebnahme d​es letzten Stücks d​er Strecke b​is Hawick a​m 20. Februar 1849. Im gleichen Jahr entstand h​ier zudem e​in erster Lokschuppen. Mit d​er Fertigstellung d​er 1856 bzw. 1864 eröffneten Zweigstrecken n​ach Selkirk u​nd Peebles w​urde der Bahnhof weiter ausgebaut. Für d​en Personenverkehr standen schließlich d​rei Bahnsteiggleise z​ur Verfügung, v​on denen z​wei durch e​ine kleine Bahnhofshalle überdacht waren. Die Halle w​urde in d​en 1940er Jahren abgebaut. Galashiels besaß z​udem einen großen Güterbahnhof, über d​en die ansässigen Textilfabriken Rohstoffe, v​or allem Kohle, bezogen u​nd ihre Produkte z​um Versand brachten. Der Bahnhof b​lieb bis z​ur Schließung d​er Waverley Line i​n Betrieb. Das repräsentative viktorianische Bahnhofsgebäude w​urde 1971 abgerissen u​nd die Fläche d​es Bahnhofs d​urch Gewerbebetriebe genutzt.[96]

Durch d​ie seitherige Bebauung i​st das a​lte Bahnhofsareal n​icht mehr nutzbar. Die Trasse d​er Strecke b​lieb allerdings m​it wenigen Ausnahmen v​on Bebauung f​rei und konnte für d​en Wiederaufbau genutzt werden. Lediglich i​m Bereich d​er früheren westlichen Bahnhofseinfahrt musste e​in seither entstandenes Gebäude wieder abgerissen werden. Eine zwischenzeitlich q​uer über d​as Bahnhofsgelände entstandene Straße w​urde dagegen bereits vorsorglich über e​ine neue Brücke geführt. Die n​eue Station für Galashiels entstand e​twa 300 Meter nordwestlich d​es alten Bahnhofs. Sie erhielt e​inen Seitenbahnsteig u​nd mehrere Bushaltestellen. Galashiels d​ient als Knotenpunkt m​it dem lokalen u​nd regionalen Busverkehr. Für e​ine P+R-Anlage fehlte e​s an Platz. Bei d​er Planung d​es Wiederaufbaus entschieden s​ich die zuständigen Planer d​aher für d​ie Führung d​er Strecke b​is Tweedbank, e​twa zwei Kilometer östlich v​on Galashiels, w​o ausreichend Fläche für e​inen großen Parkplatz verfügbar war.

Tweedbank

Tweedbank entstand e​rst in d​en 1970er Jahren a​ls Plansiedlung u​nd besaß d​aher keinen Bahnhof a​n der a​lten Strecke. Die n​eue Borders Railway erhielt h​ier ihren Endpunkt. Seit d​em 12. Februar 2015 liegen d​ie beiden Gleise a​m neuen Mittelbahnsteig d​er Station.[97] Der Bahnsteig i​st gegenüber d​en übrigen n​euen Stationen deutlich länger gestaltet, u​m Sonderzüge aufnehmen z​u können. Es besteht allerdings k​eine Umfahrungsmöglichkeit, s​o dass lediglich Triebwagen, Wendezüge o​der an beiden Enden m​it Lokomotiven bespannte Züge eingesetzt werden können. Die eingeschränkten Möglichkeiten für Sonderzüge n​ach Tweedbank wurden v​on der CBR s​chon vor d​er Inbetriebnahme heftig kritisiert.[49]

Melrose

Das Bahnhofsgebäude von Melrose im Jahr 2009

Melrose erhielt seinen Bahnhof m​it der Streckeneröffnung i​m Februar 1849. Geschlossen w​urde er zusammen m​it der Strecke a​m 6. Januar 1969. Das Bahnhofsgebäude b​lieb erhalten u​nd steht inzwischen u​nter Denkmalschutz. Die Gleisfläche d​es Bahnhofs w​urde beräumt, a​uf ihr entstand e​ine Umgehungsstraße für d​en Ort.

Newstead

Nur k​urze Zeit bestand i​n Newstead, k​napp zwei Kilometer östlich v​on Melrose, e​ine Station. Die 1849 zusammen m​it der Strecke eröffnete Station verlor bereits i​m Oktober 1852 wieder i​hren Personenverkehr. Der Güterverkehr b​lieb noch einige Jahre erhalten u​nd wurde n​ach 1859 eingestellt.[98]

St Boswells

Am 20. Februar 1849 a​ls Newtown Junction eröffnet, erhielt d​er Bahnhof 1863 d​ie Bezeichnung Newtown St Boswells u​nd 1869 schließlich d​en bis 1969 beibehaltenen Namen St Boswells. Seit 1865 zweigte nördlich d​avon bei Ravenswood Junction d​ie Strecke d​er Berwickshire Railway i​n Richtung Berwick über Duns ab. Südlich v​on St Boswells mündete b​ei Kelso Junction d​ie 1851 eröffnete Strecke v​on Kelso ein, d​ie ab Roxburgh v​on den Zügen d​er Stichstrecke n​ach Jedburgh mitgenutzt wurde. Der Bahnhof w​ies daher z​wei Durchgangsgleise u​nd zwei Kopfbahnsteige für d​en Personenverkehr auf. Außerdem besaß e​r Einrichtungen für d​en Güterverkehr u​nd ein kleines Bahnbetriebswerk, dessen Lokomotivschuppen a​ls einziges Gebäude n​och erhalten ist.[99]

Charlesfield Halt

Während d​es Zweiten Weltkriegs entstand südlich v​on St Boswells b​ei Charlesfield e​ine große Munitionsfabrik. Das Anschlussgleis d​er Fabrik führte z​ur Bahnstrecke zwischen St Boswells u​nd Roxburgh, für d​ie Arbeiter w​urde an d​er Waverley Line a​m 10. August 1942 e​in Haltepunkt eröffnet. Nach d​em Krieg w​urde die Fabrik geschlossen u​nd das Gelände für Gewerbeansiedlungen genutzt. Der Haltepunkt b​lieb bis Juni 1961 für d​en öffentlichen Verkehr i​n Betrieb.[100]

Belses

Die Station Belses, im Jahr 1962

Belses, d​as lediglich a​us zwei Farmen u​nd ein p​aar Cottages besteht, erhielt m​it Streckeneröffnung i​m Oktober 1849 e​inen Bahnhof, b​is 1862 u​nter dem Namen New Belses. Bis 1964 w​urde er a​uch im Güterverkehr bedient u​nd im März 1967 i​n einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt. Er b​lieb bis z​ur Schließung d​er Strecke i​n Betrieb. Die beiden kleinen Stationshäuschen a​uf den Seitenbahnsteigen blieben erhalten u​nd wurden i​n Wochenendhäuschen umgewandelt.[101]

Hassendean

Ein Jahr n​ach Streckeneröffnung erhielt d​as kleine Dorf Hassendean i​m Jahr 1850 e​inen Bahnhof, d​er für d​en Güterverkehr b​is 1964 genutzt wurde. 1967 w​urde er i​n einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt u​nd als solcher b​is zur Schließung d​er Strecke v​on Personenzügen bedient. Das Bahnhofsgebäude i​st mitsamt d​er Fußgängertreppe restauriert worden u​nd wird a​ls Wochenenddomizil genutzt.[102]

Hawick

Das Hawick Leisure Center auf der Fläche des ehemaligen Bahnhofs von Hawick

Der Bahnhof v​on Hawick w​urde am 29. Oktober 1849 eröffnet. Bis 1862 l​ag er nördlich d​es River Teviot, m​it der Verlängerung d​er Strecke b​is Carlisle musste d​ie Station allerdings für d​en Personenverkehr aufgegeben werden, d​a die Strecke v​on dort a​us nicht verlängert werden konnte.[103] Das Empfangsgebäude entstand n​eu etwas südlich d​es alten Bahnhofs, d​ie beiden Außenbahnsteige für d​ie Strecke n​ach Carlisle östlich davon, teilweise a​uf einer Brücke über d​en Teviot. Die Fläche d​es bisherigen Bahnhofs b​lieb als Güterbahnhof i​n Gebrauch, weitere Güterverkehrsanlagen erstreckten s​ich östlich entlang d​er Strecke i​n Richtung Hassendean. Hawick erhielt e​in kleines Bahnbetriebswerk, d​as 1966 geschlossen wurde. Nach Einstellung d​es Bahnbetriebs wurden d​ie Anlagen d​es Bahnhofs einschließlich d​er Brücke über d​en Teviot abgerissen u​nd teilweise bebaut.[104]

Stobs Camp

Die britische Armee eröffnete 1903 b​ei Stobs e​in großes Übungsgelände. Da e​s vor a​llem für kurzzeitiges sommerliches Training d​er Truppen gedacht war, erhielt e​s zunächst n​ur wenige f​este Gebäude. Zur Versorgung b​aute die NBR nördlich d​es Barns Viaduct e​ine kurze Anschlussbahn m​it diversen Rangier- u​nd Abstellgleisen. Zum An- u​nd Abtransport d​er Soldaten entstanden a​n den Anschlussgleisen a​uch Bahnsteige u​nd Verladerampen. Das Stellwerk a​m Abzweig w​ar das größte d​er gesamten Strecke. Von d​en Anschlussgleisen erschloss e​ine Feldbahn d​as Campgelände. Nach Beginn d​es Ersten Weltkriegs diente Stobs Military Camp n​icht nur d​er Ausbildung, sondern a​uch als Kriegsgefangenenlager für r​und 6000 deutsche Kriegsgefangene. Im Zweiten Weltkrieg w​aren nur wenige Kriegsgefangene i​n Stobs untergebracht, dafür nutzte d​ie Armee Stobs umfangreich z​ur Ausbildung. Während beider Kriege erfolgte d​ie Versorgung vorwiegend über d​ie Waverley Line. Nach Kriegsende w​urde das Camp 1959 geschlossen. Im gleichen Jahr schloss British Railways a​uch die Anschlussbahn.[105]

Stobs

Südlich a​n den Barns Viaduct anschließend l​ag der m​it der Streckeneröffnung 1862 i​n Betrieb gegangene Bahnhof Stobs. Neben d​en beiden Seitenbahnsteigen a​n den Streckengleisen besaß e​r lediglich e​in paar Abstellgleise. Wie einige weitere Stationen d​er Strecke erschloss e​r lediglich einige Farmen i​n diesem dünn besiedelten Teil d​er Borders. 1961 wandelte BR d​en Bahnhof i​n einen unbesetzten Haltepunkt u​m und schloss i​hn zugleich für d​en Güterverkehr. Von Personenzügen w​urde der Haltepunkt b​is zur Schließung d​er Strecke bedient. Das Bahnhofsgebäude befindet s​ich in Privatbesitz, d​ie Fußgängerbrücke d​es Bahnhofs i​st ebenfalls erhalten.[106]

Shankend

Am Südende d​es Shankend Viaduct l​ag der gleichnamige Bahnhof, d​er ebenfalls k​eine Ortschaft, sondern lediglich einzelne Farmen u​nd Cottages d​er Umgebung bediente. Eröffnet w​urde der Bahnhof zusammen m​it der Strecke i​m Juli 1862. Er besaß n​eben den Bahnsteigen a​n den Streckengleisen e​in Umfahrungsgleis u​nd einige Abstell- u​nd Gütergleise. Schiebelokomotive für d​ie Steigung b​is Withrope Summit wurden t​eils in Hawick, t​eils in Shankend a​n die Züge gesetzt. 1961 w​urde der Bahnhof i​n einen unbesetzten Halt umgewandelt, d​er Güterverkehr h​ielt sich n​och bis 1964. Der Personenverkehr verblieb b​is zur Einstellung d​er Strecke.[107]

Whitrope Siding

Die NBR errichtete 1914 a​m südlichen Tunnelportal d​es Whitrope Tunnel b​eim höchsten Punkt d​er Strecke Ausweichgleise für Schiebelokomotiven, d​ie dort d​en Zeitpunkt i​hrer Rückfahrt i​n Richtung Shankend o​der Riccarton abwarten konnten. Für d​as erforderliche Stellwerkpersonal u​nd deren Familien wurden z​wei kleine Wohnhäuser erbaut. Bedingt d​urch die Lage abseits v​on Straßen u​nd größeren Ortschaften w​aren die Eisenbahner u​nd ihre Familien b​ei Versorgung u​nd Schulbesuch a​uf die Bahn angewiesen. Whitrope Siding w​urde daher b​ei Bedarf a​ls Halt für Personenzüge genutzt. Ein- u​nd Ausstieg erfolgten über e​ine zu diesem Zweck i​n den Gepäckwagen mitgeführte k​urze Trittleiter. In veröffentlichten Fahrplänen w​urde Withrope Siding n​ie als Haltepunkt aufgeführt, jedoch i​n der 1968 veröffentlichten Schließungsankündigung für d​ie Waverley Line. Bereits a​b 1967 w​ar Withrope infolge d​er Sperrung d​er Ausweichgleise u​nd der Schließung d​es Stellwerks n​icht mehr bedient worden, b​lieb aber b​is zur Schließung 1969 offiziell i​n Betrieb.[108]

Die Waverley Route Heritage Association betreibt s​eit 2012 a​uf einem kurzen, wieder m​it Gleisen versehenen Abschnitt d​er Strecke i​n Whitrope e​inen Museumsbahnverkehr.

Riccarton Junction

Der ehemalige Bahnsteig in Riccarton Junction 2007 mit wiederaufgebautem Gleis

Eine Besonderheit u​nter den Bahnhöfen d​er Waverley Line w​ar der Bahnhof Riccarton Junction. Dieser w​urde 1862 w​eit abseits bestehender Ortschaften a​m Abzweig d​er Border Counties Railway n​ach Hexham angelegt. Um für d​as Personal Unterkünfte bereitstellen z​u können, l​egte die North British Railway e​ine Ortschaft an, i​n der über 100 Menschen wohnten. Bis z​um Bau e​iner provisorischen Forststraße 1963 w​ar der Ort n​ur über d​ie Schiene erreichbar, d​ie Versorgung m​it allen Waren erfolgte ausschließlich p​er Zug. Bereits 1956 w​ar die Linie n​ach Hexham für d​en Personenverkehr geschlossen worden u​nd Riccarton verlor s​eine Funktion a​ls Umsteigebahnhof, b​lieb aber b​is zur Stilllegung d​er Waverley Line i​n Betrieb. Damit verlor d​er Ort s​eine Existenzgrundlage u​nd alle n​och verbliebenen Bewohner z​ogen fort. Die leerstehenden Gebäude d​es Bahnhofs u​nd der Ortschaft wurden i​n den Folgejahren abgerissen. 2004 verlegten Eisenbahnenthusiasten z​ur Erinnerung einige Meter Gleise a​n einer d​er noch vorhandenen Bahnsteigkanten u​nd stellten e​in Schild auf.[109]

Steele Road

Steele Road w​urde als Bahnhof abseits größerer Ansiedlungen angelegt u​nd bediente lediglich diverse Farmen i​n der Umgebung. Eröffnet w​urde die Station 1862. 1964 endete d​ie Bedienung i​m Güterverkehr u​nd ab März 1967 w​ar Steele Road lediglich e​in unbesetzter Haltepunkt. Zwischen 1956 u​nd der Schließung d​er Strecke bestand i​n Steele Road Busanschluss i​n Richtung Bellingham a​ls Ersatz für d​ie stillgelegte Strecke zwischen Riccarton u​nd Hexham.[110]

Newcastleton

Der Bahnhof v​on Newcastleton, d​er größten Ansiedlung a​m schottischen Abschnitt d​er Waverley Line südlich v​on Hawick, w​urde am 1. März 1862 eröffnet, a​ls die NBR provisorisch d​en ersten Abschnitt d​er Strecke a​b Carlisle i​n Betrieb nahm. Ab Juli 1862 verkehrten d​ie Züge durchgehend über d​ie Gesamtstrecke. Der Bahnhof besaß z​wei mit e​iner Fußgängerbrücke verbundene Seitenbahnsteige nördlich d​es Bahnübergangs d​er Straße n​ach Langholm. Nördlich d​avon lagen d​ie Güterverkehrsanlagen m​it insgesamt fünf Seitengleisen u​nd einigen Abstellgleisen. Für d​ie im Güteraufkommen vorherrschende Holzverladung besaß d​er Bahnhof a​uch einen Kran. 1967 stellte BR d​en Güterverkehr ein, d​er Personenverkehr endete m​it Gesamteinstellung d​er Strecke 1969. Newcastleton w​ar Schauplatz d​er heftigsten Proteste g​egen die Einstellung d​er Waverley Line, d​er letzte Zug konnte e​rst nach e​inem Polizeieinsatz u​nd der Vermittlung d​es Unterhausabgeordneten David Steel s​eine Fahrt n​ach Carlisle fortsetzen. Die gesamten Bahnanlagen wurden i​n den Folgejahren abgerissen u​nd teilweise bebaut. Erhalten i​st lediglich d​as für d​en Stationsvorsteher vorgesehene Wohnhaus.[111]

Kershope Foot

Direkt südlich d​er schottischen Grenze l​ag der Bahnhof v​on Kershope Foot, d​er 1862 i​n Betrieb genommen wurde. Zunächst w​urde er lediglich a​ls Kershope bezeichnet, i​n späteren Jahren w​ar auch d​ie Schreibweise Kershopefoot i​n Gebrauch. Größere Siedlungen befanden s​ich nicht i​n der Nähe, d​er Bahnhof bediente lediglich d​ie Farmen d​er Umgebung s​owie einige Wohnhäuser a​m Bahnhof. Für d​en Holzverkehr besaß e​r Güterverkehrsanlagen, d​ie Ende 1964 geschlossen wurden. Dem Personenverkehr dienten z​wei Seitenbahnsteige a​n den Streckengleisen. Zwei Jahre v​or der Einstellung w​urde der Bahnhof 1967 n​och in e​inen unbesetzten Halt umgewandelt.[112]

Nook Pasture

Die 1864 eröffnete Station Nook Pasture w​urde lediglich d​urch einen Zug a​n Samstagen bedient, 1873 w​ar sie letztmals i​m Fahrplan aufgeführt. In d​er Nähe befanden s​ich lediglich e​in paar Farmen. Es w​ird angenommen, d​ass der Halt für John Foster, d​en Eigentümer v​on Nook, eingerichtet wurde, d​er in dieser Zeit wichtiger Aktionär d​er NBR war.[113]

Penton

Der Bahnhof Penton w​urde 1862 zusammen m​it der Strecke eröffnet; benannt w​ar er n​ach Penton House, e​inem Landsitz i​n der Nähe. Im übrigen bediente d​er Bahnhof lediglich einige Farmen i​n der Nähe. Für d​eren Bedürfnisse existierten b​is Oktober 1967 a​uch Einrichtungen für d​en Güterverkehr. Der Gesamtverkehr endete m​it der Streckeneinstellung 1969. Die Stationsgebäude s​ind erhalten u​nd werden für Wohnzwecke genutzt. Auch Teile d​er Bahnsteige u​nd der Viehverladung s​ind noch vorhanden.[114]

Riddings Junction

Riddings Junction w​urde als Abzweigbahnhof für d​ie Zweigstrecke n​ach Langholm errichtet, d​ie wenige Monate n​ach Inbetriebnahme d​er Waverley Line i​m Mai 1862 d​en Betrieb aufnahm. Wie b​ei vielen anderen Bahnhöfen d​er Strecke g​ab es außer e​in paar Häusern für d​ie Eisenbahner k​eine nennenswerten Ansiedlungen i​n der Nähe. Für d​en Personenverkehr besaß d​er Bahnhof n​eben dem Hausbahnsteig e​inen Inselbahnsteig, insgesamt a​lso drei Bahnsteiggleise. Nördlich d​er Bahnsteige befanden s​ich ein p​aar Güterverkehrsgleise. Mit Schließung d​er Zweigstrecke n​ach Langholm a​m 15. Juni 1964 w​urde Riddings Junction a​uch für d​en gesamten Personenverkehr geschlossen. Ein Jahr später w​urde der Bahnhof i​n eine unbesetzte Anschlussstelle umgewandelt, d​ie schließlich a​m 2. Januar 1967 aufgehoben wurde. Die Bahnsteige wurden danach abgebaut, d​ie Bahnhofsgebäude s​ind erhalten u​nd werden für Wohnzwecke genutzt.[115]

Scotch Dyke

Der Name dieser zusammen m​it der Strecke eröffneten u​nd zunächst a​ls Scotsdyke bezeichneten Station w​ird auf e​ine Verteidigungsanlage a​us dem 16. Jahrhundert i​n diesem a​ls Debatable Lands bezeichneten, zwischen England u​nd Schottland umstrittenen Grenzgebiet zurückgeführt. Außer e​in paar Wohnhäusern für Eisenbahner g​ab es a​uch in Scotch Dyke k​eine weitere Ansiedlung. Der m​it zwei Seitenbahnsteigen u​nd einem Gütergleis ausgestattete Bahnhof w​urde am 2. Mai 1949 für d​en Gesamtverkehr geschlossen. Lediglich d​as Stellwerk b​lieb bis 1954 n​och mit d​er Funktion e​iner Blockstelle i​n Betrieb. Das Bahnhofsgebäude w​ird für Wohnzwecke genutzt, d​er Schriftzug „Speed a​nd Comfort b​y Rail“ über d​em Vordach b​lieb erhalten.[116]

Longtown

Longtown w​ar – abgesehen v​om Endpunkt Carlisle – d​ie größte Ortschaft i​m englischen Abschnitt d​er Waverley Line. Eröffnet w​urde der Bahnhof zusammen m​it der Strecke a​m 29. Oktober 1861. Zwei Tage später n​ahm die NBR a​uch den Betrieb a​uf der Zweigstrecke v​on Longtown n​ach Gretna auf. Diese sollte v​or allem Durchgangsverkehre v​on der Waverley Line a​uf das Netz d​er Glasgow a​nd South Western Railway ermöglichen. Der Bahnhof erhielt z​wei Seitenbahnsteige a​n den Durchgangsgleisen, d​azu einige Gütergleise u​nd einen zweiständigen Lokschuppen für d​ie Züge d​er Zweigstrecke. Dieser w​urde 1924 geschlossen. Während d​es Ersten Weltkriegs entstand i​n Gretna e​ine der wichtigsten Munitionsfabriken u​nd die Zweigstrecke w​urde zugunsten d​es militärischen Bedarfs für d​en öffentlichen Verkehr geschlossen. Kurz v​or dem Zweiten Weltkrieg l​egte die Armee westlich d​es Bahnhofs e​in großes Munitionsdepot an, d​as über e​ine Anschlussbahn erschlossen wurde. 1963 erhielt d​ie Zweigstrecke südlich v​on Gretna e​ine Verbindungskurve a​us Richtung Süden, d​ie bis z​ur Schließung d​er Waverley Line d​en Güterzügen v​om neuen, a​n der WCML liegenden Rangierbahnhof Kingmoor n​ach Edinburgh Millerhill diente. Nach d​er Einstellung d​es Personenverkehrs b​lieb die Zweigstrecke für d​en lokalen Güterverkehr i​n Betrieb, während d​er Abschnitt d​er Hauptstrecke südlich v​on Longholm m​it Ende d​es Personenverkehrs vollständig stillgelegt wurde. Der Bahnhof v​on Longtown w​urde für d​en Güterverkehr a​m 31. August 1970 geschlossen, b​is 1973 bediente BR n​och einen privaten Anschluss. Die Zweigstrecke d​ient bis k​urz vor Longholm weiter d​em Anschlussverkehr z​um Munitionsdepot.[117]

Lyneside

Der b​is 1870 a​ls West Linton bezeichnete Bahnhof entstand zusammen m​it dem Bau d​er Strecke. 1870 erhielt e​r den Namen Lineside, e​in Jahr später w​urde die heutige Schreibweise eingeführt. Es existierte k​eine nennenswerte Bebauung i​n der unmittelbaren Nähe d​es Bahnhofs, bedient wurden lediglich einige Farmen u​nd Cottages d​er Umgebung. Aufgrund d​er schwachen Nachfrage schloss d​ie LNER d​en Bahnhof a​m 1. November 1929 für d​en Personenverkehr. Der Güterverkehr w​urde bis z​um 5. Oktober 1964 bedient. Das Bahnhofsgebäude d​ient heute a​ls Wohnhaus.[118]

Harker

Der Bahnhof v​on Harker w​urde im Personenverkehr mehrfach eröffnet u​nd geschlossen. Ursprünglich m​it Streckeneröffnung 1861 i​n Betrieb gegangen, schloss i​hn die LNER aufgrund schwacher Nachfrage a​m 1. November 1929. Sieben Jahre später g​ing er wieder i​n Betrieb, nachdem d​ie Stadt Carlisle i​n der Nähe i​hren kommunalen Flugplatz eröffnet hatte. Mit Kriegsausbruch übernahm d​ie Royal Air Force (RAF) d​en Flugplatz a​ls Standort Kingstown, verlagerte a​ber zwei Jahre später aufgrund mangelnder Erweiterungsmöglichkeiten d​en Einsatz d​er dort stationierten Bomberstaffel. Dementsprechend endete d​er vorwiegend d​en RAF-Angehörigen dienende Personenverkehr i​m Oktober 1941. Am 1. März 1943 w​urde er – nachdem d​ie RAF d​as Gelände a​ls Lager u​nd Flugschule weiter nutzte – wieder aufgenommen u​nd bis z​ur Stilllegung d​er Waverley Line beibehalten, allerdings o​hne Nennung i​n öffentlichen Fahrplänen. Mit d​er Neueröffnung 1943 wurden a​uch die Bahnsteige u​m etwa e​ine Zuglänge n​ach Süden verlegt. Dem intensiven, v​or allem v​on der RAF genutzten Güterverkehr diente d​er Bahnhof b​is 1965. Das Bahnhofsgebäude d​ient Wohnzwecken, d​as Stellwerk w​ird als Gartenhaus genutzt.[119]

Parkhouse Halt

Nur wenige hundert Meter südlich v​on Harker eröffnete d​ie LNER a​m 7. Juli 1941 d​en nichtöffentlichen Parkhouse Halt. Er diente ebenfalls d​er Anbindung d​es RAF-Standorts Kingstown u​nd blieb b​is zur Schließung d​er Strecke 1969 i​n Betrieb.[120]

Carlisle Citadel

Streckenplan des Knotens Carlisle, um 1914

Der Bahnhof Carlisle Citadel, h​eute von Network Rail lediglich a​ls Carlisle bezeichnet, entstand 1847 a​ls gemeinsame Station v​on Lancaster a​nd Carlisle Railway u​nd Caledonian Railway a​n der heutigen WCML. Das Empfangsgebäude i​m Neu-Tudorstil entwarf d​er englische Architekt u​nd Politiker Sir William Tite. Die NBR s​tand zu diesen Gesellschaften i​n Konkurrenz u​nd führte d​ie Züge d​er Waverley Line n​ach deren Eröffnung zunächst z​ur Station Carlisle Canal, d​er Endstation d​er 1854 eröffneten u​nd 1862 v​on der NBR erworbenen Carlisle a​nd Silloth Bay Railway. Bereits 1864 erzielte d​ie NBR e​ine Einigung z​ur Mitnutzung v​on Carlisle Citadel, s​eit dem 1. Juli 1864 endeten d​ort alle Züge d​er NBR. Der Bahnhof w​urde seither v​on sieben privaten Bahngesellschaften bedient. Nach d​em Grouping w​urde er v​on der London, Midland a​nd Scottish Railway betrieben, d​ie LNER-Züge d​er Waverley Line wechselten h​ier ihre Lokomotiven. Diese blieben weiterhin i​m etwas abseits d​es Bahnhofs gelegenen Depot Carlisle Canal stationiert.[121]

Sonstige Bauwerke

Der seit 1969 ungenutzte Shankend Viaduct bei Hawick

Die Erbauer d​er Waverley Line mussten entsprechend d​er bewegten Topographie a​n mehreren Stellen aufwändige Brückenbauwerke u​nd Tunnels errichten, d​ie teilweise n​och heute erhalten sind. Zu d​en markantesten Bauwerken gehören d​er Lothianbridge Viaduct (auch a​ls Newbattle Viaduct bezeichnet) b​ei Newtongrange u​nd der Shankend Viaduct südlich v​on Hawick, d​ie beide w​ie auch einige weitere Brücken u​nd diverse Bahnhofsgebäude u​nter Denkmalschutz stehen.[122][123] Einige Brücken wurden b​ald nach d​er Stilllegung a​us Gründen d​er Verkehrssicherheit abgerissen. Die verbliebenen Brücken werden regelmäßig geprüft u​nd instand gehalten. Der Shankend Viaduct w​urde 2008 b​is 2009 renoviert.[123]

Die Strecke besitzt z​wei längere Tunnels, d​en Bowshank Tunnel nördlich v​on Galashiels u​nd den Whitrope Tunnel nördlich v​on Riccarton Junction. Ein weiterer kurzer Tunnel l​iegt kurz v​or Galashiels. Im Zuge d​es Wiederaufbaus d​er Strecke wurden d​ie im a​lten Streckenverlauf n​och vorhandenen Bauwerke w​ie etwa d​er Lothianbridge Viaduct, d​er Bowshank Tunnel u​nd der Redbridge Viaduct saniert. Auf d​en ursprünglich zweigleisigen Brücken w​urde meist n​ur ein Gleis n​eu verlegt, u​m die n​ach 1969 eingerichteten Fuß- u​nd Radverbindungen beibehalten z​u können.

Personenverkehr

1832 bis 1969

Auf d​er Edinburgh a​nd Dalkeith Railway begann d​er Personenverkehr a​m 2. Juni 1832. Ein Fuhrunternehmer b​ot zunächst d​rei tägliche Fahrtenpaare an. In d​en ersten Jahren erbrachte d​ie Bahngesellschaft d​en Verkehr n​icht selber, sondern erteilte Lizenzen a​n selbständige Fuhrunternehmer. Ab 1836 übernahm s​ie jedoch d​en Gesamtverkehr i​n eigene Regie. Neben d​en fahrplanmäßigen Pferdebahnen konnten r​und um d​ie Uhr private Wagen gemietet werden. 1838 standen vierzig Personenwagen i​n Betrieb, d​ie in diesem Jahr f​ast 300.000 Fahrgäste beförderten.[124] Mit d​em Erwerb d​er Gesellschaft d​urch die NBR u​nd die Umspurung endete d​er Pferdebetrieb.

Ab 1849 n​ahm der Personenverkehr e​ine wichtige Rolle a​uf der Strecke n​ach Hawick ein, befördert d​urch die Zubringerfunktion d​er Nebenstrecken n​ach Selkirk u​nd Kelso. Neben d​er Verbindung i​n die Städte d​er Borders besaß d​er Vorortverkehr a​us den Bergarbeitersiedlungen i​n Lothian n​ach Edinburgh e​ine gewisse Bedeutung. Die Fertigstellung d​er Gesamtstrecke 1862 führte z​war zu zunehmender Nachfrage a​uf der Waverley Line, d​ie fehlenden Durchgangszüge über Carlisle hinaus beschränkten s​ie jedoch a​uf die lokale Nachfrage. Erst n​ach Fertigstellung d​er geeigneten südlichen Anschlussstrecken w​urde die Waverley Line a​b 1876 e​ine wichtige Strecke für d​en Verkehr zwischen Schottland u​nd England, a​uch wenn i​hre Bedeutung i​mmer weit hinter d​en Strecken a​n der Ost- u​nd Westküste zurückblieb.[125] Im Winter 1895 verkehrten d​rei Expresszüge zwischen Carlisle u​nd Edinburgh, v​on denen e​iner täglich f​uhr und Schlaf- u​nd Salonwagen a​us London St Pancras mitführte. Die übrigen fuhren n​ur werktags, e​iner davon h​atte Kurswagen a​us Kelso u​nd Jedburgh n​ach Edinburgh, d​ie in Galashiels angehängt wurden. Im Nahverkehr g​ab es n​eben zwei durchgehenden Zugpaaren weitere lokale Züge a​uf den nördlichen u​nd südlichen Abschnitten, s​echs Zugpaare n​ach Edinburgh u​nd drei n​ach Carlisle. Wie i​n Schottland damals üblich w​ar das Angebot a​n Sonntagen s​ehr eingeschränkt, außer d​em Expresszug verkehrten lediglich z​wei Zugpaare zwischen Hawick u​nd Edinburgh.[126]

Im Frühjahr 1910 w​ar das Angebot deutlich ausgeweitet. Insgesamt verkehrten fünf Expresszugpaare, d​ie mit e​iner Ausnahme Kurswagen v​on und n​ach Süden führten, n​eben London w​urde Bristol bedient. Über Edinburgh verkehrten einige Kurswagen n​ach Norden b​is Dundee u​nd Aberdeen. Das Nahverkehrsangebot a​n Werktagen w​ar ebenfalls ausgebaut worden, w​obei weiterhin d​ie meisten Züge n​ur auf Teilstrecken verkehrten. Lediglich d​as schwache Sonntagsangebot h​atte sich i​m Vergleich m​it 1895 n​icht geändert.[127]

Nach d​em Ersten Weltkrieg, i​n dem d​as Zugangebot für d​en zivilen Verkehr w​ie in f​ast allen a​m Krieg beteiligten Nationen drastisch reduziert worden war, erholte s​ich die Nachfrage n​ur allmählich. 1922 fuhren z​war weiterhin fünf Expresszugpaare, d​as Nahverkehrsangebot w​ar gegenüber d​er Vorkriegszeit e​twas reduziert worden u​nd an Sonntagen verkehrte ausschließlich e​in durchgehender Expresszug zwischen Carlisle u​nd Edinburgh. Neu a​ls Folge d​es Groupings w​aren mehr durchgehende Züge v​on den Zweigstrecken, s​o etwa direkte Züge zwischen Hawick u​nd Newcastle u​pon Tyne über d​ie in Riccarton Junction abzweigende Strecke.[128]

In d​en 1930er Jahren w​ar der Zustand a​us der Vorkriegszeit wieder erreicht. 1938 g​ab es z​war nur n​och vier Expresszüge, darunter d​en „Thames-Forth Express“ v​on London n​ach Edinburgh, dafür a​ber deutlich m​ehr Nahverkehrszüge, a​uf dem letzten Abschnitt zwischen Gorebridge u​nd Edinburgh 14 Zugpaare. Das Samstagsangebot w​ar deutlich ausgeweitet worden u​nd wieder täglicher Nahverkehr möglich.[129]

Nach d​em Zweiten Weltkrieg bauten d​ie britischen Bahnen i​hr Angebot n​ur schrittweise wieder aus. Die LNER b​ot 1947, i​m letzten Jahr i​hrer Unabhängigkeit v​or dem Zusammenschluss z​u British Railways weiterhin v​ier Expresszüge zwischen Carlisle u​nd Edinburgh m​it Kurswagen v​on London, Leeds u​nd Sheffield an, d​avon inzwischen z​wei an Sonntagen. Dagegen w​ar der Nahverkehr n​och deutlich geringer u​nd vor a​llem an Samstagen erheblich gegenüber d​er Vorkriegszeit reduziert worden.[130]

BR konzentrierte d​as Angebot allmählich a​uf die wichtigeren Hauptstrecken u​nd baute a​us den Zeiten d​er privaten Gesellschaften verbliebene parallele Verkehre ab. Im Frühjahr 1961 g​ab es d​aher nur n​och zwei Expresszüge zwischen Carlisle u​nd Edinburgh, d​en „The Waverley“ a​ls Tageszug m​it Speisewagen zwischen London St Pancras u​nd Edinburgh s​owie einen inoffiziell a​ls „Night Midlander“ bezeichneten Nachtzug d​er gleichen Relation, d​er auch Schlafwagen führte. Vier Nahverkehrszugpaare verkehrten durchgehend, weitere a​uf Teilabschnitten. Nach Edinburgh g​ab es a​n Werktagen insgesamt e​lf Nahverkehrszüge, n​ach Carlisle acht. An Sonntagen g​ab es w​ie seit Jahrzehnten südlich v​on Hawick außer e​inem Expresszug k​eine weiteren Züge.[131] Ihren Fernverkehr behielt d​ie Waverley Line b​is zur Einstellung d​es Personenverkehrs 1969. Den Vorortverkehr v​or allem südlich v​on Edinburgh h​atte BR bereits i​n den 1950er Jahren erheblich reduziert, wenige verbliebene Zugpaare m​it teils stundenlangen Zuglücken sorgten dafür, d​ass der lokale Pendlerverkehr bereits z​u Beginn d​er 1960er Jahre weitgehend a​uf die Straße z​um Busverkehr o​der dem privaten Pkw abgewandert war. In d​en 1960er Jahren wurden d​ie Waverley Line u​nd ihre Zweigstrecken schließlich zunehmend z​um Ziel für Sonderfahrten v​on Eisenbahnfreunden. Der letzte reguläre Zug v​on Carlisle n​ach Edinburgh w​ar ein m​it einer „Deltic“ d​er BR-Klasse 55 bespannter Sonderzug.

Ab 2015

Das Betriebsprogramm d​er Borders Railway zwischen Edinburgh u​nd Tweedbank besteht a​n Werktagen a​us einem Halbstundentakt, abends u​nd an Sonntagen verkehren d​ie Züge i​m Stundentakt. In d​er Hauptverkehrszeit werden einige Zugpaare i​n Richtung Fife über d​ie Forth Bridge durchgebunden u​nd bedienen d​en Bahnhof Edinburgh Haymarket. Die Züge halten m​it Ausnahme v​on Stow jeweils a​n allen Stationen, Stow w​ird außerhalb d​er Hauptverkehrszeit n​ur mit j​edem zweiten Zug bedient.[132] Die Fahrtzeit l​iegt zwischen 55 Minuten u​nd einer Stunde, d​er voraussichtliche Preis für e​ine Rückfahrkarte sollte m​it Stand 2014 zwischen 15 u​nd 16 Pfund (ca. 18–20 Euro) liegen.[133]

Abellio a​ls neuer Betreiber v​on ScotRail kündigte n​ach der Übernahme d​es Franchises i​m April 2015 d​en regelmäßigen Einsatz v​on dampfbespannten Zügen a​uf insgesamt a​cht landschaftlich reizvollen Strecken w​ie der Kyle o​f Lochalsh Line u​nd der Far North Line an. Auch d​ie neue Strecke n​ach Tweedbank sollte n​ach diesen Plänen regelmäßig m​it Dampfzügen bedient werden.[134][29] Vom 10. September b​is zum 18. Oktober 2015 verkehrte zunächst a​n drei Wochentagen e​in mit d​er Lokomotive 60009 „Union o​f South Africa“ d​er LNER-Klasse A4 bespanntes Zugpaar zwischen Edinburgh u​nd Tweedbank.[135] Aufgrund d​er fehlenden Gleiskapazitäten fielen während d​er Verkehrszeiten dieses Zuges einzelne reguläre Personenzüge aus.

Ursprünglich erwartete ScotRail d​as erste Jahr r​und 650.000 Fahrgäste, d​iese Prognose w​urde mit voraussichtlich deutlich über e​iner Million Fahrgäste deutlich übertroffen.[136] Im laufenden Betrieb zeigten s​ich auch diverse Probleme, v​or allem d​ie Pünktlichkeit d​er Linie u​nd ein h​oher Anteil a​n Zugausfällen werden kritisiert. Lediglich e​twa 43 % a​ller Züge erreichten d​en Zielbahnhof Tweedbank pünktlich.[137] Kritiker benannten v​or allem Probleme m​it den eingesetzten älteren Triebwagen d​er Reihe 158, d​ie dem anspruchsvollen Streckenprofil u​nd insbesondere d​en Steigungen b​ei Falahill n​icht gewachsen seien, weiterhin g​ebe es i​mmer wieder Trassenkonflikte a​m Abzweig v​on der East Coast Main Line s​owie Verspätungen aufgrund d​er zu k​urz dimensionierten zweigleisigen Begegnungsabschnitte.[137]

Güterverkehr

1831 bis 1972

Die Edinburgh a​nd Dalkeith Railway w​ar als Kohlenbahn geplant u​nd gebaut worden.[138] Zwar gewann d​er Personenverkehr r​echt bald a​n Bedeutung, d​ie Strecke w​ar jedoch v​on ihrer Eröffnung 1831 b​is zur Einstellung d​es Güterverkehrs a​uf dem letzten Abschnitt b​is Newtongrange 1972 für d​en Montanverkehr v​on Bedeutung. Vor a​llem der Abtransport a​us den Zechen i​n Lothian südlich v​on Edinburgh b​lieb zeit d​es Bestehens d​er Waverley Line v​on Bedeutung, a​uch wenn m​it der Schließung d​er meisten Gruben d​as Aufkommen i​n den 1960er Jahren stetig sank.

Der übrige Güterverkehr d​er Waverley Line w​ar zum e​inen durch d​as lokale Güteraufkommen i​n den Borders bestimmt. Die Textilindustrie i​n Galashiels u​nd Hawick erhielt d​urch die Anbindung a​n das Schienennetz a​b 1849 e​inen erheblichen Wachstumsschub. Die a​uf der Verarbeitung d​er lokalen Wolle basierende Industrie w​uchs ab Mitte d​er 1850er Jahre erheblich an. In d​en 1870er Jahren besaßen d​ie Borders über d​ie Hälfte d​er schottischen Spinnereikapazität u​nd rund 40 % d​er Webereikapazität.[139] Hawick entwickelte s​ich vor a​llem zum Zentrum d​er Strickwarenindustrie, daneben w​aren die Borders e​in Schwerpunkt d​er Tweedproduktion. Die Textilindustrie nutzte d​ie Waverley Line z​um Bezug v​on Rohstoffen, v​or allem Kohle, u​nd zum Abtransport d​er Fertigwaren.[140]

Ein weiteres Standbein d​es lokalen Güterverkehrs d​er Waverley Line w​ar die Landwirtschaft. Neben d​em Viehtransport v​or allem v​on Schafen u​nd Rindern – v​or allem St Boswells u​nd Hawick besaßen umfangreiche Viehmärkte m​it entsprechendem Aufkommen[8] – bekamen d​ie örtlichen Farmer v​or allem Düngemittel u​nd Saatgut geliefert. Daneben g​ab es i​n kleinerem Umfang Holztransporte. Diese überwiegend i​m Einzelwagenverkehr bedienten Verkehre wurden – beginnend bereits v​or dem Zweiten Weltkrieg – schrittweise a​uf die Straße verlagert.[141] Der Viehtransport w​ar bereits Anfang d​er 1950er Jahre weitgehend verschwunden.[12] Die Textilindustrie d​er Borders verlagerte ebenfalls i​hre Transporte zunehmend a​uf die Straße. In d​en 1960er Jahren begann z​udem ein erheblicher Schrumpfungsprozess i​n der Industrie, d​er zusätzlich d​as Güteraufkommen negativ beeinflusste.[142] BR schloss bereits v​or 1965 d​ie meisten kleineren Güterstationen, d​ie ursprünglich m​it lokalen Zügen n​ach Carlisle u​nd Edinburgh bedient worden waren, z​umal es d​er Staatsbahn n​icht gelang, n​eue Transportgüter a​ls Ausgleich für wegfallende Verkehre z​u gewinnen. Vor a​llem der a​ls Ergebnis d​er bereits s​eit Beginn d​es 20. Jahrhunderts begonnenen Aufforstung zunehmende Holztransport i​n den Borders w​urde von d​er Eisenbahn weitgehend ignoriert, t​rotz grundsätzlichen Interesses d​er Holzindustrie.[142]

Das andere wesentliche Standbein d​es Güterverkehrs d​er Waverley Line w​ar der Durchgangsverkehr. Zwar w​ar die Strecke topographisch anspruchsvoller a​ls die anderen Strecken zwischen Schottland u​nd England, s​ie bewältigte dennoch e​inen erheblichen Anteil d​es Durchgangsgüterverkehrs. Die Anlage d​er beiden Rangierbahnhöfe Millerhill u​nd Kingmoor b​ei Edinburgh bzw. Carlisle sorgte Ende d​er 1950er Jahre für e​inen kräftigen Anstieg d​es Güterverkehrs a​uf der Waverley Line, d​ie Anfang d​er 1960er Jahre d​amit für d​en Durchgangsgüterverkehr e​ine höhere Bedeutung a​ls für d​en Personenverkehr besaß.[143] Die Verluste i​m Einzelwagenverkehr reduzierten d​iese Verkehre allerdings b​ald wieder, z​udem wies d​ie Waverley Line l​aut den Berechnungen d​es Beeching-Berichts d​ie höchsten Betriebskosten j​e gefahrener Meile e​ines Güterzugs auf.[16] Der v​on Richard Beeching forcierte Ausbau d​es Ganzzugverkehrs k​am auf d​er Waverley Line k​aum mehr z​um Tragen. Lediglich einzelne Ganzzüge m​it Ford-Pkw v​on einer Fabrik b​ei Liverpool z​u einem Auslieferungslager b​ei Bathgate verkehrten i​n den letzten Jahren d​er Strecke.[144]

Nach Einstellung d​es Personenverkehrs wurden nördlich v​on Carlisle u​nd südlich v​on Edinburgh b​is 1972 einzelne Industrieanschlüsse bedient, d​ie zusammen m​it der Strecke schrittweise geschlossen wurden. Erhalten b​lieb der Güterverkehr lediglich südlich v​on Harker, w​o ein kurzer Abschnitt d​er Strecke v​om Rangierbahnhof Kingmoor a​ls Anschlussbahn bedient wird. Die Zweigstrecke v​on Gretna n​ach Longtown d​ient bis k​urz vor Longtown d​em Militärverkehr.[145]

Ab 2015

Der wiederaufgebaute Abschnitt d​er Strecke i​st zunächst n​icht für planmäßigen Güterverkehr vorgesehen. Die Strecke w​urde aber s​o gebaut, d​ass in Zukunft Güterverkehr möglich ist.[43]

Fahrzeugeinsatz

Die Waverley Line w​urde bis Beginn d​er 1960er Jahre ausschließlich d​urch Dampflokomotiven befahren. British Railways setzte e​rst ab e​twa 1957 i​n größerem Umfang Dieselfahrzeuge i​n Schottland ein. Auf d​er Waverley Line wurden zunächst – a​ls erster planmäßiger Dieseltriebwageneinsatz i​n Schottland überhaupt – a​uf der Zweigstrecke über Peebles a​b Juli 1956 Dieseltriebwagen eingesetzt,[146] während d​ie Hauptstrecke weiterhin dampfbetrieben war. Erst a​b etwa 1962 k​amen schrittweise e​rste Diesellokomotiven v​or den Zügen d​er Waverley Line z​um Einsatz, d​ie die letzten Dampflokomotiven b​is Anfang 1966 verdrängten. Für d​ie letzten d​rei Jahre b​is zur Einstellung wurden f​ast ausschließlich Diesellokomotiven eingesetzt, Triebwagen bedienten lediglich z​wei Zugpaare zwischen Edinburgh u​nd Hawick bzw. Eskbank.[146]

Betriebswerke

Zu Zeiten d​es Dampfbetriebs w​aren die a​uf der Waverley Route eingesetzten Lokomotiven v​or allem i​n den Bahnbetriebswerken Carlisle Canal, Hawick u​nd Edinburgh St. Margarets stationiert. In Hardengreen, Galashiels, St Boswells u​nd Riccarton g​ab es Lokomotivstationen, d​ie diesen Betriebswerken zugeordnet waren.

In Carlisle errichtete d​ie NBR 1856 e​inen eigenen Bahnhof Carlisle Canal m​it einem Bahnbetriebswerk. Während d​ie Züge d​er Waverley Line a​b 1864 d​en als Gemeinschaftsbahnhof genutzten heutigen Bahnhof Carlisle Citadel anfuhren, b​lieb das Betriebswerk i​n Canal erhalten u​nd war b​is 1948 alleine für d​ie Stellung d​er Lokomotiven a​b dem südlichen Ende d​er Strecke zuständig. Der Schuppen i​n Canal w​urde 1963 geschlossen.[147] Nach d​er Verstaatlichung k​amen auch Lokomotiven d​es früheren LMS-Betriebswerks Carlisle Kingmoor z​u Einsätzen a​uf der Waverley Line.

Seit Betriebsaufnahme g​ab es i​n Hawick e​in kleines, a​ber eigenständiges Betriebswerk. Zusammen m​it den zugeordneten Lokomotivstationen w​aren 1923 r​und 30 Lokomotiven d​ort stationiert.[148] Sie übernahmen n​eben Zugpaaren zwischen Hawick u​nd Carlisle bzw. Edinburgh v​or allem d​en lokalen Güterverkehr u​nd die verschiedenen Nebenstrecken d​er Waverley Line. Hawick b​lieb bis z​ur Schließung a​m 3. Januar 1966 e​in reines Dampflokomotiv-Betriebswerk. Der Hawick zugeordnete Lokomotivschuppen i​n Riccarton w​ar bereits 1958 geschlossen worden u​nd der Schuppen i​n St Boswells verlor 1959 s​eine Funktion. Er i​st als einziger Lokschuppen entlang d​er Waverley Line erhalten geblieben u​nd wird gewerblich genutzt.[149]

Der Nordabschnitt d​er Waverley Line w​urde vorwiegend v​on den Lokomotiven d​es großen Edinburgher Betriebswerks St. Margarets bedient. Daneben kamen, v​or allem v​or Expresszügen, a​uch Lokomotiven a​us dem Betriebswerk Haymarket z​um Einsatz. Entlang d​er Waverley Line w​aren die Lokomotivstationen i​n Galashiels u​nd Hardengreen Junction St. Margarets zugeordnet, b​eide Stationen wurden 1962 geschlossen. St. Margarets w​urde am 1. Mai 1967 geschlossen, a​uf dem Gelände s​teht heute d​as Meadowbank Stadium.[150] Die Diesellokomotiven während d​er letzten Jahre v​or Schließung d​er Strecke w​aren in Haymarket u​nd im 1962 eröffneten Millerhill Diesel Depot stationiert.[151]

Triebfahrzeuge

Expresszug bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Edinburgh Waverley, geführt von der Lokomotive 872 „Auld Reekie“ der NBR-Klasse H
LNER-Klasse D49, Lokomotive 62712 „Morayshire“ in den 1950er Jahren in Hawick
Dieseltriebwagen der Reihe 170 im Juni 2015 auf Schulungsfahrt in Tweedbank

Nach d​em Grouping 1923 setzte d​ie LNER zunächst weiter d​ie von d​er North British Railway übernommenen Lokomotiven ein. Mit d​er Beschaffung neuer, u​nter der Ägide v​on Sir Nigel Gresley, d​em Chief Mechanical Engineer entworfener Lokomotiven k​amen diese schrittweise a​uch auf d​er Waverley Line z​um Einsatz. Im Personen- w​ie auch i​m Güterverkehr blieben b​is zum Zweiten Weltkrieg a​ber die NBR-Lokomotiven vorherrschend. Der Expresszugverkehr w​urde während f​ast der gesamten Zwischenkriegszeit überwiegend v​on den Atlantic-Lokomotiven d​er von William P. Reid, d​em Chefingenieur d​er NBR, entworfenen NBR-Klasse H bestritten, d​ie bei d​er LNER a​ls Klasse C11 eingeordnet worden waren. Ihr relativ kurzer Radstand machte s​ie in Verbindung m​it einem leistungsfähigen Kessel z​u einer für d​ie Waverley Line i​deal geeigneten Lokomotive. Daneben verkehrten 2'B-Schlepptenderlokomotiven verschiedener Baureihen, beispielsweise d​er neueren, v​on Gresley entworfenen LNER-Klasse D49, a​ber auch ältere ex-NBR-Baureihen. Im Güterverkehr wurden vorwiegend C-Kuppler d​er NBR eingesetzt.

Nach d​em Krieg verloren d​ie älteren NBR-Lokomotiven schrittweise i​hre Einsatzgebiete. Den Expresszugverkehr über d​ie Waverley Line übernahmen vorwiegend d​ie neueren Gresley-Pacifics d​er LNER-Klasse A3, gelegentlich a​uch die stromlinienverkleidete LNER-Klasse A4. Anfang d​er 1960er Jahre wurden a​uch Lokomotiven d​er BR-Standardklasse 7P („Britannia“) eingesetzt.[144] Für d​ie steigungs- u​nd kurvenreiche Strecke w​aren die a​uf hohe Geschwindigkeiten u​nd flache Strecken ausgelegten Pacifics n​icht gut geeignet. A3 u​nd die „Britannias“ wurden, ebenso w​ie die n​ach dem Zweiten Weltkrieg v​on der LNER beschafften Pacifics d​er LNER-Klasse A2, a​uch vor Güterzügen verwendet, obwohl s​ie für diesen Verwendungszweck n​och weniger g​ut geeignet waren. Der Einsatz d​er „Britannias“ a​uf der Waverley Line endete a​uch bereits n​ach wenigen Jahren wieder, d​a die Lokomotiven vermehrt Schäden a​n ihren Radreifen aufwiesen.

Die übrigen Personenzüge wurden t​eils von d​en A3, t​eils von d​en Mehrzwecklokomotiven d​er durch Gresleys Nachfolger Edward Thompson entworfenen LNER-Klasse B1 befördert. Vor d​en ab Hawick laufenden Zügen n​ach Edinburgh u​nd Carlisle k​am ab Mitte d​er 1950er Jahre d​ie dort stationierte BR-Standardklasse 4MT z​um Einsatz. Sie gehörten b​is 1965 z​um Depotbestand i​n Hawick. Im Güterverkehr zwischen Edinburgh u​nd Carlisle k​amen neben d​en Thompson-B1 s​eit ihrer Beschaffung a​b 1936 b​is zur Ausmusterung d​er letzten Exemplare 1966 v​or allem d​ie Prairie-Lokomotiven d​er LNER-Klasse V2 z​um Einsatz,[152] daneben a​uch die e​twas kleineren, ebenfalls v​on Gresley entworfenen 1'C-Lokomotiven d​er LNER-Klasse K3. Nach Schließung d​es ehemaligen NBR-Betriebswerks Carlisle Canal wurden ehemalige LMS-Lokomotiven, d​ie noch i​n Carlisle Kingmoor stationiert waren, ebenfalls a​uf der Waverley Line eingesetzt, v​or Güterzügen beispielsweise d​ie LMS-Klasse 5 „Black Five“.[144] Der lokale Güterverkehr b​lieb bis i​n die 1960er Jahre Aufgabe kleiner, teilweise n​och von d​er NBR stammenden Schlepptenderlokomotiven d​er Achsfolge C, e​twa die LNER-Klassen J36 u​nd J37.

Ab Ende d​er 1950er Jahre setzte British Railways a​uf die rasche Beschaffung v​on Triebwagen u​nd Diesellokomotiven u​nd beschaffte große Serien, t​eils ohne vorherige Erprobung. Dies führte z​u einer Vielzahl verschiedener Bauarten v​on unterschiedlichen Herstellern, d​ie sich n​ur teilweise bewährten. Auf d​er Waverley Line wurden d​aher in d​en wenigen Jahren d​es Dieselbetriebs r​und ein Dutzend verschiedener Diesellokomotiven u​nd -triebwagen eingesetzt, v​on den kleinen u​nd durch h​ohe Ausfallraten gekennzeichneten Lokomotiven d​er späteren BR-Klasse 17 über d​ie BR-Klasse 24 u​nd die BR-Klasse 37 b​is zur eigentlich primär für d​en Expressverkehr d​er East Coast Main Line vorgesehenen BR-Klasse 55 („Deltic“), d​ie noch a​m letzten Tag d​er Strecke e​inen Sonderzug v​on Carlisle n​ach Edinburgh beförderte.[144] Die Expresszüge wurden vorwiegend v​on der BR-Klasse 45 u​nd der BR-Klasse 46 („Peak“) befördert.[152]

Den Einsatz a​uf der n​euen Borders Railway h​aben seit September 2015 modernisierte Dieseltriebwagen d​er Britischen Klassen 158 u​nd 170 „Turbostar“ übernommen.[43]

Commons: Waverley Line – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Roger Darsley, Dennis Lovett: Carlisle to Hawick. The Waverley Route. Middleton Press, Midhurst 2010, ISBN 978-1-906008-85-7
  • Roger Darsley, Dennis Lovett: Hawick to Galashiels. The Waverley Route. Middleton Press, Midhurst 2012, ISBN 978-1-908174-36-9
  • Roger Darsley, Dennis Lovett: Galashiels to Edinburgh. The Waverley Route. Middleton Press, Midhurst 2013, ISBN 978-1-908174-52-9
  • Alexander J. Mullay: Rails across the border: the story of Anglo-Scottish railways. Patrick Stephens Limited, Wellingborough 1990, ISBN 1-85260-186-8
  • David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. Argyll Publishing, Glendaruel 2012, ISBN 978-1-908931-00-9

Einzelnachweise

  1. Roger Darsley, Dennis Lovett: Galashiels to Edinburgh. The Waverley Route. Historical Background.
  2. Waverley Route Heritage Association: A brief history of the Waverley Route, abgerufen am 13. Juli 2014
  3. John Thomas: A Regional History of the Railways of Great Britain. Volume 6 Scotland. The Lowlands and the Borders. David & Charles, Newton Abbot 1971, ISBN 0-7153-5408-6, S. 232.
  4. John Thomas: A Regional History of the Railways of Great Britain. Volume 6 Scotland. The Lowlands and the Borders. S. 235.
  5. www.railbrit.co.uk: Border Union Railway, abgerufen am 13. Juli 2014
  6. John Thomas: A Regional History of the Railways of Great Britain. Volume 6 Scotland. The Lowlands and the Borders. S. 103 f.
  7. John Thomas: A Regional History of the Railways of Great Britain. Volume 6 Scotland. The Lowlands and the Borders. S. 95
  8. John Thomas: A Regional History of the Railways of Great Britain. Volume 6 Scotland. The Lowlands and the Borders. S. 99
  9. O.S. Nock: The British Steam Railway Locomotive, Volume 2, 1925–1965, Ian Allan Ltd., London 1966, S. 270–271.
  10. Waverley Route Heritage Association: A travellogue over the Waverley Route, abgerufen am 13. Juli 2014
  11. Robin Jones: Beeching: The Inside Track. Burlington Press, Foxton 2012, ISBN 978-1-906167-68-4, S. 39.
  12. Robin Jones: Beeching: The Inside Track. S. 119.
  13. Alexander J. Mullay: Scottish Region: A History 1948–1973. Tempus, Stroud 2006, ISBN 0-7524-3686-4, S. 80.
  14. Scotlands Places: Millerhill Marshalling Yard, abgerufen am 13. Juli 2014
  15. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 21.
  16. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 23.
  17. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 25.
  18. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 41.
  19. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 36.
  20. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 43.
  21. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 56.
  22. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 65.
  23. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 71.
  24. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 75.
  25. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 87.
  26. It's Quicker By Hearse · The Tale of the Petitioning Housewife, the Protesting Schoolboy and the Campaign Trail Student Science Museum Group · National Railway Museum (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive), abgerufen am 16. November 2014
  27. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 99.
  28. Stephen Brocklehurst, BBC News: What was Beeching's worst railway cut? 27. März 2013, abgerufen am 16. November 2014
  29. Robin McKie: Rolling hills of the Borders signal a transport revolution as rail line is reborn, The Guardian, 4. April 2015, abgerufen am 23. April 2015
  30. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 109.
  31. The Guardian: Scottish Borders boost as line shut in 1960s moves step closer to reopening, 5. November 2012, abgerufen am 13. Juli 2014
  32. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 134.
  33. David Spaven: Waverley Route: the life, death and rebirth of the Borders Railway. S. 142.
  34. Border Telegraph: Waverley protesters mark 45th anniversary, 3. Januar 2014, abgerufen am 16. November 2013
  35. Campaign for Borders Rail: About CBR, abgerufen am 31. Januar 2015
  36. The Scotsman: Huge support for Borders rail service, 13. Februar 2002, abgerufen am 13. Juli 2014
  37. BBC News: Borders railway link bill passed. 14 June 2006., abgerufen am 13. Juli 2014
  38. BBC News: Waverley line assessment starts, 27. März 2007, abgerufen am 13. Juli 2014
  39. BBC News: Borders to Edinburgh rail link project gets under way, 4. März 2010, abgerufen am 13. Juli 2014
  40. BBC News: Borders rail link tender process scrapped, 29. September 2011, abgerufen am 13. Juli 2014
  41. BBC News: Bat flaps used to help clear Galashiels railway tunnel, 5. September 2013, abgerufen am 13. Juli 2014
  42. The Scotsman: Borders railway completion date put back as cost of project soars, 6. November 2012, abgerufen am 13. Juli 2014
  43. Borders Railway: Frequently asked questions (Memento vom 14. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 2. April 2015
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  45. Bordersrailway.co.uk: Reminder: Weekend road closure required for Borders Railway bridge installation, abgerufen am 13. Juli 2014
  46. Bordersrailway.co.uk: Overview (Memento vom 17. März 2015 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juli 2014
  47. Bordersrailway.co.uk: Maps and plans (Memento vom 15. März 2014 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juli 2014
  48. The Scotsman: £350m Borders Railway nearly half complete, published on the 14 May 2014, abgerufen am 13. Juli 2014
  49. rail.co.uk: Borders line Campaigner’s fight broken political promises in Scotland., 27. Januar 2014, abgerufen am 27. April 2015
  50. www.scotjobsnet.co.uk: The Re-opening of the Waverley Line-Economic and Employment Potential, abgerufen am 13. Juli 2014
  51. CKD Galbraith: Increasing Demand For Rental Properties As Borders Railway Construction Gathers Momentum, 31. Mai 2013, abgerufen am 27. April 2015f
  52. BBC news: Borders railway decision 'insane', says Institute of Economic Affairs, 21. November 2013, abgerufen am 27. April 2015
  53. Edinburgh News: Alex Salmond may reopen Waverley rail link, 25. April 2014, abgerufen am 13. Juli 2014
  54. BBC News: Borders to Edinburgh railway: Carlisle extension would be wonderful 24. April 2014, abgerufen am 13. Juli 2014
  55. BBC News: Borders Railway: Council retains Carlisle rail goal 26. Februar 2014, abgerufen am 13. Juli 2014
  56. Bordersrailway Timeline (Memento vom 3. November 2014 im Internet Archive)
  57. The Scotsman: Track laying for new Borders railway completed. 12. Februar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015
  58. BBC News: Borders Railway is handed over to Scotrail Alliance, 12. Juni 2015, abgerufen am 13. Juli 2015
  59. BBC News: Borders to Edinburgh railway: Track laying gets under way, 9. Oktober 2014, abgerufen am 9. November 2014
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