Komitat Bács-Bodrog

Bács-Bodrog [ˈbaːʧ ˈbodroɡ] (deutsch selten auch Komitat Batsch-Bodrog; ungarisch Bács-Bodrog vármegye, serbisch Bačko-Bodroška županija, lateinisch comitatus Bacsiensis et Bodrogiensis) war ein bis 1920 bestehendes Komitat im südlichen Ungarn, zwischen Donau und unterster Theiß, im Norden von den Komitaten Pest-Pilis-Solt-Kiskun und Csongrád begrenzt. Es umfasste 1881 11.080 Quadratkilometer in der Batschka, mit rund 638.000 Einwohnern, hauptsächlich Ungarn, Serben, Deutsche, sonstige Slawen und Raizen.

Komitat Bács-Bodrog
Batsch-Bodrog

(1802–1950)
Verwaltungssitz: Zombor
Fläche: 10.362 km²
Bevölkerung: 812.385[1]
Volksgruppen: 45 % Ungarn
23 % Deutsche
18 % Serben, 4 % Slowaken, 1 % Ruthenen, 9 % andere (vor allem Bunjewatzen, Schokatzen und Zigeuner)[2]

Lage

Karte des Komitats Bács-Bodrog um 1890

Das Land ist Niederung, voller Sümpfe und Seen, äußerst fruchtbar an Weizen, der häufig exportiert wurde, Wein, Tabak und reich an Vieh, Wildbret und Fisch. An Holz mangelte es. Merkwürdig sind die meilenlangen Römerschanzen. Hauptstadt des Komitats, welches von der Alföld-Fiumaner und Budapest-Semliner Eisenbahn sowie dem Franzenskanal, auch Bácser Kanal, durchquert wurde, war Zombor.

Im Norden wurde das Komitat vom Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun und dem Komitat Csongrád, im Osten vom Komitat Torontál, im Süden vom Komitat Syrmien (Szerém) und im Westen auf einem kurzen Stück im Südwesten vom Komitat Wirowititz (Verőce) und dem Komitat Baranya.

Geschichte

Kgr. Ungarn um 1490: Bács (31), Bodrog (32)
Ethnische Karte von 1720

Die Komitate Bács und Bodrog entstanden im 11. Jahrhundert, wobei das Komitat Bács im südöstlichen Teil des späteren Komitats Bács-Bodrog lag und das Komitat Bodrog im nordwestlichen Teil. Nach der Besetzung durch die Osmanen kam das Gebiet im 16. Jahrhundert zum Sandschak Segedin, nach der Rückeroberung 1699 wurde der alte Zustand wiederhergestellt und es kam schließlich 1802 zur endgültigen Vereinigung der beiden Komitate. 1848/49 wurde es dann der Woiwodschaft Serbien zugeschlagen und danach von 1849 bis 1860 der Serbischen Woiwodschaft und dem Temeser Banat angegliedert.

Karte mit allen aus der Serbischen Woiwodschaft und dem Temeser Banat entstandenen Komitaten nach 1881

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 besetzten serbische Truppen das Gebiet. Bis zum Vertrag von Trianon wurde es vom Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen verwaltet und danach zwischen Ungarn und dem Königreich aufgeteilt. Während Jugoslawien den größten Teil im Süden erhielt, verblieben etwa 15 Prozent der Komitatsfläche im Norden bei Ungarn. Der bei Ungarn verbliebene Teil mit der Hauptstadt Baja blieb in seinen Grenzen bis zur großen Komitatsreform 1950 bestehen und bildete danach mit den südlichen Teilen des Komitats Pest-Pilis-Solt-Kiskun das neue Komitat Bács-Kiskun.

Bezirksunterteilung

Im frühen 20. Jahrhundert bestanden folgende Stuhlbezirke (meist nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stuhlbezirke (járások)
StuhlbezirkVerwaltungssitz
ApatinApatin
BácsalmásBácsalmás
BajaBaja
HódságHódság, heute Оџаци/Odžaci
KulaKula, heute Кула/Kula
ÓbecseÓbecse, heute Бечеј/Bečej
PalánkaPalánka, heute Бачка Паланка/Bačka Palanka
TitelTitel
TopolyaTopolya, heute Бачка Топола/Bačka Topola
ÚjvidékÚjvidék, heute Нови Сад/Novi Sad
ZentaZenta
ZomborZombor, heute Сомбор/Sombor
Zsablya (Józseffalva)Zsablya, heute Жабаљ/Žabalj
Stadtkreise (törvényhatósági jogú városok)
Baja
Szabadka, heute Суботица/Subotica
Újvidék, heute Нови Сад/Novi Sad
Zombor, heute Сомбор/Sombor
Stadtbezirk (rendezett tanácsú város)
Zenta, heute Сента/Senta

Die Städte Baja und Bácsalmás liegen im heutigen Ungarn, die restlichen Städte im heutigen Serbien.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása. Budapest 1912, S. 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása. Budapest 1912, S. 22 ff. (Volkszählung von 1910)
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