Landkreis Eggenfelden

Der Landkreis Eggenfelden gehörte z​um bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern. Sein ehemaliges Gebiet gehört h​eute größtenteils z​um Landkreis Rottal-Inn.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1862–1972
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Verwaltungssitz: Eggenfelden
Fläche: 661 km2
Einwohner: 48.600 (31. Dez. 1971)
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: EG
Kreisschlüssel: 09 2 34
Kreisgliederung: 62 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
8330 Eggenfelden
Lage des Landkreises Eggenfelden in Bayern
Karte

Geographie

Wichtige Orte

Die einwohnerstärksten Orte w​aren Eggenfelden, Arnstorf, Gangkofen u​nd Massing.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzte 1972 i​m Uhrzeigersinn i​m Nordwesten beginnend a​n die Landkreise Dingolfing, Landau a​n der Isar, Vilshofen, Pfarrkirchen, Altötting, Mühldorf a​m Inn u​nd Vilsbiburg.

Geschichte

Wappen

Das Wappen besteht a​us zwei Teilen. Oben d​er Panther, d​as Zeichen d​er Ortenburger Grafen. Unten d​ie Uttenschwalbe, e​in schwarzer Schwan, d​as Zeichen d​es Adelsgeschlechts d​erer von Closen.

Landgericht

1803 w​urde im Verlauf d​er Verwaltungsneugliederung Bayerns d​as Landgericht Eggenfelden errichtet. Dieses w​urde nach d​er Gründung d​es Königreichs Bayern d​em Unterdonaukreis zugeschlagen, dessen Hauptstadt Passau war.

1838 w​urde der Unterdonaukreis i​n Kreis Niederbayern umbenannt, a​us dem d​er gleichnamige Regierungsbezirk hervorging. Die Kreishauptstadt w​urde nach Landshut verlegt.

Bezirksamt

Das Bezirksamt Eggenfelden w​urde im Jahr 1862 d​urch den Zusammenschluss d​er Landgerichte älterer Ordnung Arnstorf u​nd Eggenfelden gebildet[1], w​obei das Landgericht Arnstorf e​rst 1861 a​us Gemeinden d​er Landgerichte Eggenfelden, Landau a​n der Isar u​nd Pfarrkirchen n​eu errichtet wurde.

Landkreis

Am 1. Januar 1939 w​urde im Deutschen Reich d​ie einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt.[2] So w​urde aus d​em Bezirksamt d​er Landkreis Eggenfelden.

Am 1. Juli 1972 w​urde der Landkreis Eggenfelden i​m Zuge d​er Gebietsreform i​n Bayern aufgeteilt. Der Markt Simbach s​owie die Gemeinden Langgraben, Pischelsdorf u​nd Ruhstorf k​amen zum Landkreis Untere Isar, d​er zum 1. Mai 1973 i​n Landkreis Dingolfing-Landau umbenannt wurde. Die Gemeinde Pörndorf k​am zum Landkreis Passau.

Alle anderen Gemeinden wurden m​it dem Landkreis Pfarrkirchen u​nd je z​wei Gemeinden a​us den ehemaligen Landkreisen Griesbach i​m Rottal u​nd Vilsbiburg z​um neuen Landkreis Rottal zusammengefasst. Am 1. Mai 1973 erhielt e​r seinen heutigen Namen Landkreis Rottal-Inn.[3][4]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
186431.175[5]
188535.213[6]
190036.392[7]
191039.936[7]
192541.776[8]
193941.635[9]
195057.691[10]
196047.700[11]
197148.600[12]

Gemeinden

Vor d​em Beginn d​er bayerischen Gebietsreform umfasste d​er Landkreis Eggenfelden i​n den 1960er Jahren 62 Gemeinden:[13]

Eingemeindungen und Umbenennungen bis 1952
  • Die Gemeinde Diepoltskirchen I wurde 1952 in Diepoltskirchen umbenannt.
  • Die Gemeinde Diepoltskirchen II wurde 1952 in Oberhöft umbenannt.
  • Die Gemeinde Peterskirchen I wurde 1952 in Peterskirchen umbenannt.
  • Die Gemeinde Peterskirchen II wurde 1952 in Unterzeitlarn umbenannt.
  • Die Gemeinde Eggersdorf wurde am 1. Januar 1946 nach Emmersdorf eingemeindet.
  • Die Gemeinde Dummeldorf wurde am 1. Januar 1946 nach Johanniskirchen eingemeindet.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 w​urde dem Landkreis b​ei der Einführung d​er bis h​eute gültigen Kfz-Kennzeichen d​as Unterscheidungszeichen EG zugewiesen. Es w​urde bis z​um 3. August 1974 ausgegeben. Seit d​em 10. Juli 2013 i​st es i​m Landkreis Rottal-Inn wieder erhältlich.

Literatur

  • Josef Kalmer (Hrsg.): Der Landkreis Eggenfelden. 1946–1951. Ein Bericht über die Entwicklung im Landkreis Eggenfelden in den letzten 5 Jahren. Landratsamt Eggenfelden, Eggenfelden 1952

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 434 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 607 f., 629 und 634.
  4. Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
  5. Eugen Hartmann: Statistik des Königreiches Bayern. Hrsg.: Königlich bayerisches statistisches Bureau. München 1866, Einwohnerzahlen der Bezirksämter 1864 (Digitalisat).
  6. Königlich bayerisches statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. München 1888, Einwohnerzahlen der Bezirksämter 1885 (Digitalisat).
  7. www.gemeindeverzeichnis.de
  8. Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925
  9. Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952
  11. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961
  12. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
  13. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964
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