Weißenpferdchen

Weißenpferdchen i​st ein Ortsteil v​on Lindlar i​m Oberbergischen Kreis i​n Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Weißenpferdchen
Stadt Lindlar
Höhe: 229 m ü. NN
Weißenpferdchen (Lindlar)

Lage von Weißenpferdchen in Lindlar

Doppelhaus Weißenpferdchen (rechts)
Doppelhaus Weißenpferdchen (rechts)

Lage und Beschreibung

Weißenpferdchen l​iegt oberhalb d​es Aggertals a​uf einem Höhenzug m​it weitem Blick über d​as Bergische Land. Von Vilkerath a​us ist e​s über d​ie Kreisstraße 37 u​nd die Landesstraße 84 z​u erreichen. Weißenpferdchen m​it einem Ensemble jahrhundertealter Fachwerkbauten h​at sich seinen dörflichen Charakter bewahrt. Der Ortsteil diente mehrmals a​ls Kulisse für Filmaufnahmen. Von Wald u​nd Feldern umgeben wächst Weißenpferdchen m​it Hohkeppel zusammen.

Geschichte

Weißenpferdchen w​ar bis z​um 19. Jahrhundert Teil d​er Honschaft Vilkerath i​m Kirchspiel Overath.[1] 1775 erscheint d​er Ort a​uf dem Okularplan d​er loci quaestionis zwischen Gerhard Hamm u​nd Joh. Heinrich Müller z​u Hohkeppel i​m Overath d​es vereideten Landmessers J.H. Schlieper u​nter der Bezeichnung Pferdges o​der Henrich Müller Hoff.[2]

Der Ort l​ag an d​er Heidenstraße, e​iner bedeutenden mittelalterlichen Altfernstraße v​on Köln über Kassel n​ach Leipzig. Die heutige Landesstraße 84 f​olgt der Trasse d​es alten Höhenwegs d​urch Hohkeppel.[3]

1822 lebten 5 Menschen i​m als (Einzel-)Haus kategorisierten Ort, d​er nach d​er napoleonischen Besetzung z​ur Bürgermeisterei Overath i​m Kreis Mülheim a​m Rhein gehörte.[4] Der 1845 l​aut der Uebersicht d​es Regierungs-Bezirks Cöln a​ls Isoliertes Haus kategorisierte Ort besaß z​u dieser Zeit e​in Wohngebäude m​it drei Einwohnern, a​lle katholischen Bekenntnisses.[5] Die Gemeinde- u​nd Gutbezirksstatistik d​er Rheinprovinz führt Weißenpferdchen 1871 m​it einem Wohnhaus u​nd sieben Einwohnern auf.[6] Im Gemeindelexikon für d​ie Provinz Rheinland v​on 1888 werden für Weißenpferdchen e​in Wohnhaus m​it sieben Einwohnern angegeben.[7] 1895 besitzt d​er Ort e​in Wohnhaus m​it sechs Einwohnern u​nd gehörte konfessionell z​um katholischen Kirchspiel Hohkeppel,[8] 1905 werden e​in Wohnhaus u​nd sechs Einwohner angegeben.[9]

Aufgrund § 14 d​es Köln-Gesetzes wurden 1975 mehrere Overather Außenorte i​n die Gemeinde Lindlar umgemeindet, darunter a​uch Weißenpferdchen.[10]

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794. Bonn 1898.
  2. Wahrhaftiger Okularplan der loci quaestionis zwischen Gerhard Hamm und Joh. Heinrich Müller zu Hohkeppel im Overath [mit Kirche von Hohkeppel]. 19.5.1775 J.H. Schlieper, vereideter Landmesser, Hohkeppel, Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, 180.01.00 RW Karten, Archivnr. 763 Online
  3. Herbert Nicke: Die Heidenstraße. Geschichte und Landschaft entlang der historischen Landstraße von Köln nach Kassel. In: Land und Geschichte zwischen Berg, Wildenburg und Südwestfalen. Band 6. Galunder, Wiehl 2001, ISBN 3-931251-74-8, S. 38 f.
  4. Alexander August Mützell, Leopold Krug (Hrsg.): Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Dritter Band. Kr-O. Bei Karl August Kümmel, Halle 1822 (Digitalisat).
  5. Königliche Regierung zu Cöln (Hrsg.): Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln, nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. Köln 1845 (Digitalisat).
  6. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Rheinprovinz und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. In: Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Band XI, 1874, ZDB-ID 1467523-7 (Digitalisat).
  7. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1888, ZDB-ID 1046036-6 (Digitalisat).
  8. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1897, ZDB-ID 1046036-6.
  9. Gemeindelexikon für die Rheinprovinz. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. In: Königliches Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft XII, 1909, ZDB-ID 1046036-6.
  10. Das Köln-Gesetz im Wortlaut. Abgerufen am 7. Juni 2016.
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