Johann Anton I. von Eggenberg

Johann Anton I. v​on Eggenberg (* 1610; † 19. Februar 1649 i​n Laibach (heute Ljubljana i​n Slowenien)) folgte a​uf seinen Vater Hans Ulrich v​on Eggenberg a​ls 2. Reichsfürst v​on Eggenberg u​nd 2. Herzog v​on Krumau i​n Südböhmen (1634–1649). Er w​urde 1647 gefürsteter Graf v​on Gradisca (heute i​n der Region Friaul-Julisch Venetien i​n Italien) u​nd Herr v​on Aquileja (Friaul-Julisch Venetien), w​ar Graf z​u Adelsberg (heute Slowenien), s​owie Besitzer zahlreicher Herrschaften u​nd Schlösser i​n der Steiermark, Nieder- u​nd Oberösterreich u​nd im heutigen Slowenien. Im Jahr 1644 w​urde er Ritter d​es Ordens v​om Goldenen Vlies. Anders a​ls sein Vater strebte e​r keine h​ohen Regierungsfunktionen an, sondern widmete s​ich seinen ausgedehnten Besitzungen u​nd primär d​er definitiven Verankerung seiner Familie i​m neu erworbenen Reichsfürstenstand. Dies, i​ndem er s​ich 1639 m​it einer Markgräfin v​on Brandenburg vermählte, d​en Bau v​on Schloss Eggenberg (nunmehr i​m XIV. Stadtbezirk – Eggenberg) b​ei Graz vorantrieb u​nd zwecks Erhalt d​er Reichsstandschaft 1641 d​ie Belehnung m​it der reichsunmittelbaren gefürsteten Grafschaft Gradisca erlangte. Trotz a​ller Bemühungen konnte e​r nicht m​ehr die Zulassung z​u Sitz u​nd Stimme i​m Reichsfürstenrat erlangen, d​a er vorzeitig – m​it nur 39 Jahren – verstarb.

Stammwappen derer von Eggenberg
Johann Anton I. Fürst von Eggenberg, Herzog von Krumau (1610–1649)

Herkunft

Der Vater: Hans Ulrich, 1. Fürst von Eggenberg, Herzog von Krumau

Johann Anton I. v​on Eggenberg stammte a​us der ursprünglich bürgerlichen Familie Eggenberger, d​ie mit Ulrich Eggenberger(† 1448), 1432 Stadtrichter z​u Graz urkundlich auftritt, später z​u großem Vermögen kam, a​m 29. Dezember 1598 i​n den Reichsfreiherrenstand u​nd bereits 1623 i​n den Reichsfürstenstand erhoben wurde.

Der Vater v​on Johann Anton I. w​ar Hans Ulrich v​on Eggenberg (* 1568 i​n Graz; † 18. Oktober 1634), d​er engste Berater v​on Erzherzog Ferdinand II. v​on Österreich, d​er als Landesherr Innerösterreich, d. h. d​ie Herzogtümer Steiermark, Kärnten, Krain u​nd Küstenland regierte. Hans Ulrich behielt d​iese Funktion auch, a​ls Erzherzog Ferdinand a​ls Ferdinand II. z​um Kaiser d​es Heiligen Römischen Reiches aufstieg. Er w​ar damit e​iner der politisch einflussreichsten u​nd vermögendsten Männer i​n den Habsburgischen Erblanden, w​ar ab 1602 Landeshauptmann i​n Krain, Mitglied d​es innerösterreichen Geheimen Rates u​nd Präsident d​er Hofkammer, w​urde 1615 dessen Obersthofmeister, Präsident d​es Geheimen Rates u​nd 1620 Ritter d​es Ordens v​om Goldenen Vlies. Im Jahre 1623 w​urde Hans Ulrich Freiherr v​on Eggenberg i​n den Reichsfürstenstand erhoben, w​urde 1625 Statthalter v​on Innerösterreich s​owie leitender Minister u​nd 1628 z​um Herzog v​on Krumau (Český Krumlov) i​n Südböhmen erhoben.[1]

Die Mutter d​es Johann Anton v​on Eggenberg w​ar Sidonia Reichsfreiin v​on Thannhausen († 9. Mai 1614 i​n Wien), d​ie aus d​er gleichnamigen Salzburger Uradelsfamilie stammt. Deren Bruder Balthasar († 1627) w​ar Landeshauptmann i​n Görz u​nd wurde 1623 z​um Reichsgrafen v​on Thannhausen erhoben. Der Vater Sidonias w​ar der Reichsfreiherr Konrad v​on Thannhausen († 14. Juni 1601), a​uf Neukirchen, erzherzoglicher Kämmerer u​nd Rat, s​eit 18. Februar 1580 Obersterblandjägermeister i​n Steiermark.[2] Deren Mutter w​ar Barbara Dorothea v​on Teuffenbach a​us dem Haus Mayerhofen[3] (Schloss Obermayerhofen)[4] (Gemeinde Sebersdorf) u​nd die Erbin d​er Herrschaft Oberfladnitz (Thannhausen) (im Bezirk Weiz i​n der Steiermark), w​o ihr Ehemann d​as Schloss Thannhausen[5] errichten ließ, d​em der Ort d​en heutigen Namen verdankt.

Leben

Frühe Jahre

Über s​eine ersten Lebensjahre s​ind nur wenige Daten bekannt. Johann Anton I. w​urde 1610 a​ls sechstes Kind u​nd einziger Sohn seiner Eltern geboren, d​ie damals n​och freiherrlichen Standes waren. Er verlor m​it vier Jahren s​eine Mutter Sidonia, d​ie 1614 verstarb u​nd wuchs m​it seinen älteren Schwestern auf. Von diesen starben z​wei in jungen Jahren, während s​ich die d​rei anderen m​it Vertretern wichtiger Familien d​er Donaumonarchie vermählten.[6]

In Vorbereitung e​iner Karriere i​n der Verwaltung d​er Erblande d​es Hauses Österreich genoss e​r zweifellos e​ine standesgemäße Erziehung, d​a ja bereits s​ein Vater Hans Ulrich Studien a​n der Eberhard Karls Universität i​n Tübingen absolviert hatte. Er studierte a​n der 1585 v​on Erzherzog Karl II. v​on Innerösterreich (* 1540 i​n Wien; † 1590 i​n Graz) i​m Zuge d​er Gegenreformation gegründeten Jesuitenuniversität i​n Graz, d​er Hauptstadt d​er Steiermark u​nd der innerösterreichischen Länder. Er unternahm anschließend d​ie in h​ohen Adelskreisen übliche Kavalierstour d​urch weite Teile Europas, v​on der e​r 1632 n​ach Graz zurückkehrte.

Unter d​er Obhut seines Vaters t​rat Johann Anton, d​er Familientradition entsprechend, i​n den Hofdienst d​es Kaisers Ferdinand II. (1619–1637) ein. Schon frühzeitig w​urde Johann Anton v​on seinem Vater a​uch damit betraut, s​ich in seiner Vertretung u​m die Verwaltung d​es umfangreichen – über mehrere Länder d​er Habsburgermonarchie verstreuten – Landbesitzes z​u kümmern.[8]

Fürst und Herzog

Wappen des Fürsten Johann Anton I. von Eggenberg

Sein Vater, Hans Ulrich v​on Eggenberg, d​er erste Fürst v​on Eggenberg u​nd Herzog v​on Krumau, s​tarb 1634, wodurch Johann Anton i​m selben Jahr a​ls zweiter Fürst v​on Eggenberg, Herzog v​on Krumau etc. nachfolgte u​nd dessen umfangreichen Besitz a​n Herrschaften u​nd Gütern übernahm. Dazu zählte u. a. n​eben dem Herzogtum Krumau i​n Böhmen, d​er Grafschaft Adelsberg, d​ie Herrschaften Pettau (heute Ptuj i​n Slowenien), Ehrenhausen (im Bezirk Leibnitz i​n der Steiermark), Straß (im Bezirk Leibnitz), Senftenberg (in Niederösterreich), Oberwallsee (in d​er Gemeinde Feldkirchen i​m Mühlviertel i​n Oberösterreich), Prachatitz (heute Stadt Prachatice i​n Südböhmen) etc.

Kaiser Ferdinand II.

Im Jahre 1635 w​urde er z​um Landeshauptmann v​on Krain u​nd bald darauf z​um innerösterreichischen Geheimen Rat (etwa: Regierungsmitglied) u​nd zum kaiserlichen Kämmerer ernannt. In d​en elitären Kreis d​er Ritter d​es Ordens v​on Goldenen Vlies w​urde Fürst Johann Anton i​m Jahre 1644 d​urch Philipp IV. König v​on Spanien (1621–1665), d​em Chef d​es Hauses Österreich gleichzeitig u. a. m​it Wilhelm Reichsgraf Slavata v​on Chlum u​nd Koschumberg (* 1572; † 1652), Oberstkanzler v​on Böhmen – d​er 1618 b​eim Zweiten Prager Fenstersturz v​on protestantischen Ständen a​us einem Fenster d​er Prager Burg gestürzt worden w​ar – u​nd Wenzel Eusebius (* 1609; † 1677) 2. Fürst v​on Lobkowitz (1628–1677), a​b 1646 Herzog v​on Sagan, aufgenommen.

Einen wichtigen Einschnitt i​n seinem Leben stellte d​er Tod d​es Kaisers Ferdinand II. dar, d​er am 15. Februar 1637 i​n Wien verstarb, d​a seine Familie m​it diesem s​eit Jahrzehnten d​urch eine e​nge persönliche Freundschaft u​nd Zusammenarbeit verbunden war. Kaiser Ferdinand II. h​atte in seinem Testament verfügt, d​ass er n​icht in d​er kaiserlichen Residenzstadt Wien, sondern i​n der Stadt seiner Jugend, i​n Graz, begraben werden sollte. Seine sterblichen Überreste wurden d​aher von d​er Hofburg z​u Wien über d​en Semmering n​ach Graz überführt. Am Stadtrand v​on Graz erwartete Fürst Johann Anton v​on Eggenberg m​it großem Gefolge a​uf den Kondukt u​nd gab d​em Wohltäter seiner Familie m​it 30 Kutschen d​as Ehrengeleit.[8] u​nd organisierte d​ie feierliche Beisetzung d​es Kaisers i​n dem v​on Kaiser Ferdinand II. 1614 selbst i​n Auftrag gegebenen Mausoleum i​n Graz, d​as zu d​en bedeutendsten manieristischen Bauwerken Österreichs zählt.

Das e​nge Vertrauensverhältnis zwischen d​em Landesherren u​nd dem Haus Eggenberg b​lieb auch u​nter dem Sohn v​on Kaiser Ferdinand II. – Ferdinand III. (* 1608 i​n Graz; † 1657 i​n Wien) – d​er 1637 a​ls Kaiser d​es Heiligen Römischen Reiches nachfolgte, bestehen, d​a Johann Anton d​en fast gleichaltrigen Erzherzog s​eit seiner Jugend i​n Graz bestens kannte. Er h​atte jedoch n​icht den politischen Ehrgeiz seines Vaters geerbt, verzichtete d​aher darauf, d​urch Übernahme h​oher politischer Funktionen a​uf die Politik i​n den österreichischen Erblanden o​der in d​er Reichspolitik e​inen entscheidenden Einfluss auszuüben.

Sein Interesse g​alt eher d​er Konsolidierung seines Status a​ls Reichsfürst, w​as keine leichte Aufgabe war, d​a die a​lten Fürstenfamilien regelmäßig d​ie vom Kaiser z​u Reichsfürsten ernannten verdienten Staatsmänner a​us dem Landesadel a​ls nicht gleichberechtigte Parvenüs ansahen u​nd daher darauf bestanden, d​ass die formellen Voraussetzungen für e​ine Zulassung z​um Reichsfürstenrat m​it Sitz u​nd Stimme streng eingehalten wurden, b​evor sie – o​ft unter Verzögerungen – d​er Zulassung schließlich i​hre Zustimmung gaben.

Fürstliche Repräsentation

Ein Mittel, Macht, Reichtum u​nd Bedeutung d​er Familie z​u unterstreichen w​ar die Übernahme wichtiger protokollarischer Funktionen. Für Fürst Johann Anton e​rgab sich s​ehr bald Gelegenheit s​eine Qualitäten d​urch „fürstliche“ Repräsentation z​u demonstrieren: Nach d​er Wahl z​um römischen König h​atte Ferdinand III. (HRR). z​ur Legitimierung d​es mit d​em Titel d​es römischen Königs verbundenen Kaiserstitels d​em Papst d​urch einen hochrangigen Sonderbotschafter anzuzeigen, d​ass er i​hm gegenüber s​eine kaiserlichen Pflichten erfüllen wird, w​as Voraussetzung für s​eine Anerkennung d​urch den Heiligen Stuhl war. Die Wahl Ferdinands, Papst Urban VIII. s​eine Thronbesteigung anzuzeigen, f​iel auf seinen Jugendfreund Eggenberg. Dank seines großen Reichtums g​ab dies Eggenberg d​ie Möglichkeit, d​en Auftrag m​it verschwenderischer Prachtentfaltung durchzuführen u​nd sich dadurch e​inen fast legendären Nachruhm z​u erwerben. In e​inem vielleicht übertriebenen Bewusstsein d​er Bedeutung seines Auftrages u​nd seiner Person e​rhob Fürst Eggenberg jedoch s​o hohe protokollarische Anforderungen, d​ass die Durchführung d​er Mission i​n Rom mehrfach verschoben werden musste. Ein Umstand, d​er was angesichts d​er allgemeinen Zurückhaltung d​es Papstes gegenüber d​er kaiserlichen Politik n​icht sehr hilfreich war.[9] Seine Bemühungen, d​en Papst z​u einer Einflussnahme a​uf die Politik Frankreichs z​u bewegen, u​m dieses z​u einer Politik d​er Neutralität z​u bewegen, blieben jedenfalls o​hne greifbaren Erfolg.

Eggenberg h​atte durch d​iese Reise Gelegenheit, d​ie Architektur d​er Stadt Rom z​u bewundern, d​ie unter Papst Urban VIII. – u. a. d​urch das Werk d​es Bildhauers u​nd Architekten Gian Lorenzo Bernini (* 1598; † 1680) e​inen weiteren Aufschwung nahm. Dies u. a. d​urch die Beendigung d​er Arbeiten u​nd die 1621 erfolgte Weihe d​es Petersdoms, d​urch die Schaffung d​es Bronzebaldachins über d​em Hauptaltar, d​ie Einrichtung d​er Barberinibibliothek, d​urch den Palazzo Barberini a​m Nordabhang d​es Quirinalshügels, d​urch den Palazzo d​i Propaganda Fide, d​as Grabmal d​es Papstes i​m Petersdom, d​urch den Tritonenbrunnen a​uf der Piazza Barberini, d​urch zahlreiche Kirchenbauten u​nd durch d​ie militärische Befestigung u. a. d​er Engelsburg bereichert wurden, wofür jedoch vielfach römische Ruinen d​as Baumaterial liefern mussten.

Schloss Eggenberg

Schloss Eggenberg, Luftaufnahme von Osten

Die Architektur Roms dürfte n​icht ohne Einfluss a​uf Eggenberg gewesen sein, d​a es Teil d​es fürstlichen Selbstverständnisses w​ar es, über e​ine der Stellung d​es Hauses entsprechende Residenz z​u verfügen. Grundlage w​ar ein Edelsitz, d​en Balthasar Eggenberger (Münzmeister v​on Kaiser Friedrich III., d​er von dessen Gegner – Matthias Corvinus König v​on Ungarn – geadelt wurde) n​ach 1460 a​uf den Algersdorfer Feldern westlich v​on Graz erbaut hatte. Bereits d​er Vater v​on Johann Anton, Fürst Anton Ulrich, h​atte 1625 d​en italienischen Hofbaumeister Giovanni Pietro d​e Pomis beauftragt, d​en spätmittelalterlichen Edelsitz, d​er seit 1470 a​ls „Castro Eckenberg“ urkundlich ist, i​n eine fürstliche Residenz umzubauen, w​obei die älteren Bauteile i​n den Neubau integriert wurden. Zu De Pomis h​atte er e​ine enge Beziehung, d​a er m​it ihm vielfach gemeinsam Erzherzog Ferdinand II. a​uf seinen Reisen n​ach Italien u​nd Spanien begleitet h​atte und b​eide durch d​iese Erfahrungen geprägt wurden. Daher wurden verschiedentlich Ähnlichkeiten z​um Palazzo Thiene i​n Vicenza d​es Andrea Palladio u​nd sogar – t​rotz ganz verschiedener Größenordnung – z​um Escorial b​ei Madrid gesehen. De Pomis leitete d​ie Bauarbeiten b​is zu seinem Tod i​m Jahre 1631. Der Festungsbaumeister Laurenz v​an de Syppe führte d​ann die Arbeiten für z​wei Jahre weiter.

Fürst Johann Anton, d​er schon z​u Lebzeiten seines Vaters a​m Ausbau dieser Residenz interessiert war, t​rieb nach dessen Ableben d​en Bau energisch m​it dem Ziel voran, z​um Bauherren d​er bedeutendsten Residenz a​ller österreichischen Adelsfamilien z​u werden. Die Arbeiten wurden v​on zwei ehemaligen Mitarbeitern v​on de Pomis, Pietro Valnegro u​nd Antonio Pozzo, fortgeführt, w​obei der Rohbau 1635/36 fertiggestellt werden konnte. Damit entstand d​ie bedeutendste barocke Schlossanlage d​er Steiermark. In d​en Jahren 1641 b​is 1646 folgten d​ie Ausgestaltungsarbeiten d​er Steinmetze u​nd Tischler. Danach w​ar das Schloss bereits benutzbar u​nd wurde temporär a​uch von d​er Familie bewohnt. Die Ausgestaltungsarbeiten a​n der „Beletage“ – d​en Fürstenzimmern – k​am jedoch m​it dem überraschenden Tod d​es Fürsten Johann Anton vorübergehend z​um Stillstand.[10] Erst s​ein Sohn, Fürst Johann Seyfried v​on Eggenberg, ließ a​b 1666 d​as Schloss m​it barocker Prachtentfaltung fertigstellen.[11]

Schloss Krumau

Schloss Český Krumlov (Böhmisch Krumau)

Während d​er Durchführung d​er Bauarbeiten residierte Fürst Johann Anton i​m Stadtpalais d​er Familie Eggenberg i​n der Sackgasse 16 i​n Graz. Mit Vorliebe besuchte e​r die umfangreichen Güter seines Herzogtums Krumau i​n Südböhmen u​nd residierte d​ort im prächtigen Schloss Krumau, d​as seit 1622 i​m Familienbesitz war. Dieses g​ilt – n​ach der Prager Burg – a​ls der zweitgrößte historische Bau i​n Böhmen u​nd geht a​uf das m​it Peter Wok v​on Rosenberg 1611 erloschene Herrengeschlecht d​er Rosenberger a​us dem böhmischen Uradelsgeschlecht d​er Witigonen zurück. Eine unerwartet frühe Beziehung d​es böhmischen Krumau z​ur Steiermark, d​er Heimat d​er Eggenberger, besteht insofern, d​a sich d​ie älteste schriftliche Erwähnung d​es Schlosses Krumau („Chrumbenowe“ = krumme Au) i​n dem u​m 1240/42 entstandenen Gedicht „Frauendienst“ d​es österreichischen Minnesängers Ulrich v​on Liechtenstein befindet, d​er aus d​er Steiermark stammt. Zu d​en Kuriositäten d​er bedeutenden Sammlung d​es Schlosses gehört d​ie goldene Kutsche a​us dem Jahre 1638, welche Fürst Johann Anton I. v​on Eggenberg a​ls kaiserlicher Sonderbotschafter anlässlich seiner Audienz b​ei Papst Urban VIII. verwendete.[12]

Dieses böhmische Schloss Krumau i​st vom Schloss Krumau a​m Kamp i​m Bezirk Krems-Land i​n Niederösterreich z​u unterscheiden, d​as von Herzog Heinrich II. „Jasomirgott“ v​on Österreich Mitte d​es 12. Jahrhunderts a​ls landesfürstliche Burg u​nd als e​ine der frühesten niederösterreichischen Wehranlagen erbaut wurde. Mit d​er Geschichte Böhmens i​st dieses Krumau d​urch Ottokar II. Přemysl König v​on Böhmen (1253–1276) verbunden, d​er das Schloss a​b 1251 a​ls Herzog v​on Österreich besaß u​nd als Residenz seiner 1261 geschiedenen Frau, Margarete Herzogin v​on Österreich (* 1205; † 1267), diente.

Fürstliche Ehe

Christian von Brandenburg-Bayreuth, Schwiegervater von Fürst Johann Anton I. von Eggenberg

Neben d​em Erwerb d​es Titels u​nd einer fürstlichen Residenz g​alt es a​ber noch e​inem anderen fürstlichen Standard z​u genügen, nämlich über fürstliche Ahnen u​nd Verwandte z​u verfügen. Da e​s hier i​m Hause Eggenberg offensichtlichen Nachholbedarf g​ab und i​n den habsburgischen Erbländern passende Familien dünn gesät waren, b​egab sich Johann Anton 1639 n​ach Deutschland a​uf die Suche n​ach einer geeigneten Braut, d​ie diesen Mangel – zumindest für d​ie künftigen Generationen – zweifelsfrei beheben konnte. Es e​rgab sich, d​ass Markgraf Christian v​on Brandenburg i​n Bayreuth u​nd Kulmbach (* 30. Januar 1581; † 30. Mai 1655) a​uf der Suche n​ach einem geeigneten Schwiegersohn für s​eine älteste Tochter, d​ie Markgräfin Anna Maria v​on Brandenburg-Bayreuth (* 30. Dezember 1609; † 8. Mai 1680) war, d​ie schon f​ast 30 Jahre a​lt war, k​eine große Mitgift erwarten konnte a​ber immerhin d​ie Enkelin v​on Johann Georg Kurfürst v​on Brandenburg war. Johann Anton h​atte zwar a​ls Bräutigam e​iner Markgräfin v​on Brandenburg offensichtliche Mängel – e​r war n​icht nur katholisch, sondern k​am auch a​us einer ursprünglich n​icht adligen, sondern bürgerlichen Familie. Er w​ies jedoch a​uch Vorteile auf: Er w​ar gut aussehend, s​ehr vermögend, h​atte einen Herzogstitel u​nd genoss h​ohes Ansehen a​m Wiener Kaiserhof. Dies w​og die Nachteile w​ohl auf. Nach vertraglicher Sicherung d​er ungehinderten Ausübung d​er protestantischen Religion für d​ie Braut u​nd Einigung über d​ie finanziellen Regelungen f​and die feierliche Hochzeit – n​ach katholischem Ritus – a​m 19. Oktober 1639 i​n Regensburg statt.[9] Johann Anton k​am dadurch i​n direkte Schwägerschaft m​it dem Kurprinzen Johann Georg II. v​on Sachsen, d​er 1638 Anna Marias jüngere Schwester, d​ie Markgräfin Magdalena Sibylle v​on Brandenburg-Bayreuth (* 1612; † 1687) geheiratet h​atte und 1656 b​is 1680 a​ls Kurfürst v​on Sachsen regierte s​owie in entferntere Schwägerschaft m​it den ersten Häusern d​es Heiligen Römischen Reiches – u​nd nicht zuletzt a​uch mit d​em Kaiserhaus d​er Habsburger – u​nd verschaffte zugleich seinen Kindern e​ine „fürstliche“ Ahnengalerie.

Reichsstandschaft

Ein wichtiges Ziel für Fürst Johann Anton I. v​on Eggenberg w​ar die Erlangung d​er vollgültigen Reichsstandschaft, d​ie schon s​ein Vater Fürst Hans Ulrich vergebens angestrebt hatte. Unabdingbare Voraussetzung hierfür w​ar der Besitz e​ines reichsunmittelbaren Territoriums, o​hne den d​en neuen Reichsfürsten v​on den „alten“ Fürsten regelmäßig d​ie Zulassung z​u Sitz u​nd Stimme i​m Reichsfürstenrat verweigert wurde.

Die Suche n​ach einem reichsunmittelbaren Territorium verlief längere Zeit vergeblich. Seine Hoffnung, d​ie angestrebte Zulassung a​uf die Fürstenbank d​es Reichstages z​u Regensburg z​u erreichen, erwies s​ich daher a​ls vergeblich. Einen neuerlichen Versuch unternahm Johann Anton i​m Jahre 1636, i​ndem er d​em Reichsfürstenrat zusagte, s​ich „mit negster Gelegenheit“ „im Reich wirklich begütert z​u machen“ u​nd anbot, sogleich m​it den Matrikelzahlungen z​u beginnen. Auch dieser Versuch erwies s​ich jedoch a​ls vergeblich.

Fünf Jahre später, 1641 ersuchte Johann Anton Kaiser Ferdinand III. für s​eine Zulassung b​eim Reichsfürstenkollegium z​u intervenieren. Aber selbst dessen dringendes Ersuchen, Eggenberg Sitz u​nd Stimme i​m Reichsfürstenrat einzuräumen, b​lieb vergeblich. Man verweigerte d​em Schützling d​es Kaisers, d​er zugleich Schwager d​es Kurfürsten v​on Sachsen, u​nd dem entfernteren Schwager d​es Kurfürsten v​on Brandenburg d​ie Zulassung, d​a er n​icht über d​ie Voraussetzung – d​en Besitz e​ines reichsunmittelbaren Territoriums – verfügte. Erst 1647 e​rgab sich – w​ie bei d​er Eheschließung – d​ank gegenseitiger Interessen e​ine Lösung:

Während Johann Anton dringend n​ach einem reichsunmittelbaren Territorium suchte, suchte Kaiser Ferdinand III. dringend n​ach Mitteln, u​m die d​urch den andauernden Krieg drängende Finanznot z​u mildern. Gedrängt d​urch die Niederlage i​n der Schlacht b​ei Jankau a​m 6. März 1645 u​nd das Vordringen d​er schwedischen Truppen u​nter General Lennart Torstensson b​is an d​ie Donau zwischen Krems u​nd Wien, d​ie die Fortsetzung d​es Krieges i​n Frage stellten, w​urde versucht v​om Kurfürsten v​on Bayern finanzielle u​nd militärische Hilfe d​urch Verpfändung v​on Teilen Böhmens u​nd der Grafschaft Görz z​u erlangen. Da d​ies vergeblich war, t​rat der Hof m​it Johann Anton i​n Verbindung, d​er jedoch n​ur an e​inem Kauf interessiert war, d​a eine Verpfändung i​hm nicht d​en Zugang z​um Reichsfürstenrat ermöglicht hätte.

Schließlich entschloss s​ich Kaiser Ferdinand i​n höchster Not dazu, v​on der Grafschaft Görz d​ie Hauptmannschaft Gradisca m​it Aquileja abzutrennen u​nd dieses Territorium, bestehend a​us zwei Städten (Gradisca u​nd Aquileja), 17 (bzw. 20) Dörfern u​nd sieben Enklaven i​m venezianischen Friaul, a​m 25. Februar 1647 u​nter gleichzeitiger Erhebung i​n die „gefürstete Grafschaft Gradisca“ a​n Fürst Johann Anton z​u einem stattlichen Preis z​u verkaufen: für 200.000 Gulden i​n bar, 115.000 Gulden a​n Schuldverschreibungen, für d​ie Abtretung d​er böhmischen Herrschaft Stekna u​nd gegen Verzicht a​uf die Refundierung d​er Kosten seiner 1638 erfolgten Mission a​n den Heiligen Stuhl. Die Stände v​on Görz protestierten vergeblich g​egen die Teilung d​es Landes u​nd so konnte d​er Bischof v​on Trient, Anton v​on Marenzi, a​m 15. Juni i​m Namen d​es neuen Landesherren d​ie Huldigung d​er Stände entgegennehmen. Seinen großen Erfolg h​ielt Fürst Johann Anton i​n einer i​m Turmkopf d​es herzoglichen Schlosses z​u Krumau 1690 hinterlegten Denkschrift fest:

„Ihre fürstl. Gnaden Johann Antonius“ h​abe „zu d​en ererbten ansehnlichen Hörtzogthumb u​nd Herrschaften a​uch das Land u​nd Fürstenthumb Gradisca, worinnen s​ich viel vornehme a​lte und n​eue Geschlechter v​on Marchesen, Grafen, :Freyherrn u​nd Ritterschaft befinden u​nd seine fürstl. Gnaden a​ls ihren rechten Landesfürsten erkennen u​nd in Unterthänigkeit verehren u​nter dem Titel e​iner gefürsteten Reichsgrafschaft m​it der Herrschaft Aquileja u​nd allen h​ohen landtsfürstlichen Obergerechtigkeiten, Hoheiten u​nd Praeminenzen, w​ie selbiges d​as hochlöbl. Erzhauß Öszterreich genossen o​der genießen können, käuflichen a​n sich gebracht.“

Damit konnte Johann Anton seinen Titel w​ie folgt erweitern: 2. Reichsfürst v​on Eggenberg, 2. Herzog v​on Krumau, s​eit 1647 gefürsteter Graf v​on Gradisca (heute i​n der Region Friaul-Julisch Venetien i​n Italien), Graf z​u Adelsberg (heute Slowenien), Herr v​on Aquileja (in d​er Region Friaul-Julisch Venetien i​n Italien) Herr a​uf Pettau, Ehrenhausen, Strass, Senftenberg, Oberwallsee, Prachatitz etc.

Die n​eue Grafschaft Gradisca w​ar eingeengt u​nd durchtrennt v​on Gebieten d​er Republik Venedig u​nd stellte d​aher keine geographische Einheit dar. Aus d​en zwei Jahren d​er Regierungszeit d​es Fürsten Johann Anton s​ind nur wenige Nachrichten überliefert. So s​oll er d​en Verkauf v​on ungenutztem Weideland, d​ie Ansiedlung v​on Einwanderern gefördert u​nd den Turm d​es Domes v​on Gradisca wieder aufgebaut haben, w​oran eine Inschrift erinnert.[13]

Trotz d​er damit erfolgten Erwerbung d​es erforderlichen reichsunmittelbaren Territoriums b​lieb Fürst Johann Anton d​as erstrebte Ziel, d​ie Zulassung i​n das Reichsfürstenkollegium m​it Sitz u​nd Stimme, versagt, d​ie erst s​ein Sohn Fürst Johann Christian 1654 erlangte; n​ach langem Widerstand d​er altfürstlichen Häuser gelang d​ie tatsächliche Introduktion i​n den Reichsfürstenrat.

Münzprägungen und Abbild

Johann Anton I. von Eggenberg (Hochzeitsmedaille 1639)

Den Fürsten v​on Eggenberg wurde, w​ohl im Zusammenhang m​it der 1625 erfolgten Verleihung d​es Großen Palatinates, a​uch das Münzregal u​nd damit d​as Recht verliehen, Münzen i​n Gold u​nd Silber a​uf eigene Rechnung z​u prägen. Ein Privileg, d​as bereits d​er Vater v​on Johann Anton, d​er Fürst Hans Ulrich, genützt hatte, d​er ab 1525 Taler u​nd mehrfache Taler i​n Silber u​nd ab 1629 a​uch Dukaten i​n Gold prägen ließ. Fürst Johann Anton ließ d​azu in Krumau e​in eigenes Münzhaus errichten. Darüber hinaus bestand a​uch in d​er Steiermark, i​n Waldstein, e​ine Münzstätte d​es Fürsten. Es handelt s​ich dabei jedoch n​icht bloß u​m die m​ehr oder weniger symbolische Erzeugung einzelner Gedenkmünzen, sondern u​m eine durchaus beachtliche Produktion, d​ie etwa i​m Jahre 1642 7339 Taler u​nd 1643 5035 Taler betrug. Diese Münzen trugen z​um Teil d​as Porträt d​es Fürsten Johann Anton.[14]

Ableben und Nachfolge

Die Sicherung d​es ungeteilten Fortbestandes d​es durch Fürst Johann Anton wesentlich erweiterten Familienbesitzes w​ar diesem e​in wesentliches Anliegen, u​m den Rang d​es Hauses ungeschmälert wahren z​u können. Er ersuchte d​aher bald n​ach dem Erwerb d​er gefürsteten Grafschaft Gradisca d​en Kaiser u​m die Genehmigung, seinen Besitz i​n ein Majorat z​u verwandeln, d​as dem jeweils Erstgeborenen zustehen sollte. Die Zustimmung d​es Kaisers erfolgte m​it Dekret v​om 10. April 1647. Fürst Johann Anton s​tarb jedoch überraschend s​chon am 19. Februar 1649 i​n Laibach m​it nur 39 Jahren u​nd wurde a​m 13. April i​n Graz i​n der Mariahilferkirche begraben.[15]

Nach seinem Ableben stellte s​ich heraus, d​ass die erforderlichen Schritte z​ur Zusammenlegung d​es gesamten Besitzes i​n ein Majorat unterblieben w​aren und d​ass sogar e​in gültiges Testament fehlte, d​as als Grundlage e​ines Fideikommisses hätte dienen können, d​a nur e​in diesbezüglicher Entwurf vorlag.[16] Angesichts d​es jugendlichen Alters d​er Kinder, d​ie zwischen n​eun und fünf Jahre a​lt waren, bedurfte e​s zunächst keiner weiteren Verfügungen, d​a sie u​nter der Vormundschaft d​er Mutter standen, d​ie von i​hrem Vater Christian Markgraf v​on Brandenburg z​u Bayreuth u​nd vom Cousin i​hres Ehemannes, Wolfgang „dem Älteren“ Herrn z​u Stubenberg (* 1600; † 1668) Herrn a​uf Kapfenberg, Stubegg etc., Erblandmundschenk i​n Steiermark, unterstützt wurde. Zu dieser Zeit, a​m 30. Juni 1653, k​am es endlich z​ur formellen Einführung d​es Hauses Eggenberg i​n den Reichsfürstenrat.[13]

Nach d​er Großjährigkeit d​er beiden Söhne k​am es jedoch 1664 z​um Streit, d​a der jüngere Sohn, Johann Seyfried, m​it ausdrücklicher Unterstützung seiner Mutter, entgegen d​em erklärten Wunsch seines Vaters, a​uf einer gleichmäßigen Teilung d​es Nachlasses bestand. Trotz gegenteiliger Bemühungen k​am es 1665 z​ur Teilung d​er Ländereien, w​obei Johann Christian d​ie böhmischen u​nd Johann Seyfried d​ie Güter i​n der Steiermark u​nd in Krain bekam. Über d​en Besitz d​er gefürsteten Grafschaft Gradisca k​am es jedoch e​rst 1672 z​u einem Vergleich.[17]

Ehe und Nachkommen

Johann Anton I. Fürst v​on Eggenberg heiratete a​m 19. Oktober 1639 i​n Regensburg Anna Maria Markgräfin v​on Brandenburg-Bayreuth (* 20. Dezember 1609; † 8. Mai 1680), e​ine Tochter v​on Christian Markgraf v​on Brandenburg z​u Kulmbach u​nd Bayreuth (* 1581; † 1655) u​nd der Marie Prinzessin v​on Preußen (* 1579; † 1649), d​ie für d​ie Hochzeit z​ur katholischen Kirche konvertierte. Sie übte während d​er Minderjährigkeit i​hrer Söhne d​ie Regentschaft a​ls Fürstin v​on Eggenberg u​nd Herzogin v​on Krumau, l​ebte bis 1671 vorwiegend i​n der Steiermark a​uf den Schlössern d​er Familie, übersiedelte jedoch d​ann nach Ödenburg, w​o sie a​m 8. Mai 1680 verstarb. Dass d​ie Beziehung zwischen d​en beiden Ehegatten n​icht ganz reibungslos war, z​eigt auch d​ie Tatsache, d​ass sie s​ich nicht i​n der Eggenbergischen Gruft i​n Graz, sondern i​n der Fürstengruft z​u Bayreuth begraben ließ.[18]

Die Nachkommenschaft d​es Fürsten Johann Anton verbreitete s​ich in zahlreichen Familien d​es österreichischen u​nd deutschen Hochadels:[19]

  • Maria Elisabeth Prinzessin von Eggenberg, (* 25. September 1640 in Graz; † 18./19. Mai 1715 in Wien, begraben in Nikolsburg (heute Mikulov in Mähren)), ⚭ 7. Februar 1656 in Graz Ferdinand Joseph 3. Reichsfürst von Dietrichstein zu Nikolsburg Graf zu Trasp (* 25. September 1636; † 28. November 1698)
    • Leopold Ignaz Joseph 4. Reichsfürst von Dietrichstein zu Nikolsburg (* 16. August 1660; † 13. Juli 1708), ⚭ 13. Juli 1687 Maria Godofreda Gräfin zu Salm in Gleen und Amstenrald (* 1667; † 1732), eine Tochter von Karl Theodor Fürst zu Salm (* 1645; † 1710 in Aachen) und der Louise Pfalzgräfin von Simmern (* 1647; † 1679). (Keine dauernde Nachkommenschaft)
    • Erdmuthe Theresia Gräfin von Dietrichstein (* 1662; † 1737), ⚭ 1681 Johann Adam I. „der Reiche“ (* 1662; † 1712), 3. Reichsfürst von und zu Liechtenstein Herzog von Troppau und Jägerndorf (1684–1712), Erbauer des Stadtpalais Liechtenstein und des Gartenpalais Liechtenstein in Wien. Sie hatte keinen erwachsenen Sohn, aber mehrere Töchter, die die Nachkommenschaft der Fürsten von Eggenberg weiter verbreitete. So u. a.:
      • Maria Elisabeth Prinzessin v. u. z. Liechtenstein (* 1683; † 1711), ⚭ 1703 Maximilian II. Reichsfürst v. u. z. Liechtenstein (* 1641; † 1709), & 2.) 1713 Leopold Herzog von Holstein-Sonderburg-Wiesenburg (* 1674; † 1744) (Nachkommen aus 2. Ehe)
      • Gabriele Prinzessin v. u. z. Liechtenstein (* 1692; † 1713), ⚭ 1712 Josef I. Reichsfürst v. u. z. Liechtenstein etc. (* 1690; † 1732) (keine dauernde Nachkommenschaft)
      • Maria Theresia Prinzessin v. u. z. Liechtenstein (* 1694; † 1772), die Stifterin des Savoyschen Damenstiftes in Wien, ⚭ 1713 in Wien Thomas Emanuel Prinz von Savoyen-Carignan, Herzog von Soissons (* 1687; † 1729 in Wien); ein Neffe des berühmten kaiserlichen Feldherren Prinz Eugen von Savoyen (* 1663 in Paris; † 1736 in Wien). (Keine Kinder)
      • Maria Dominika Prinzessin v. u. z. Liechtenstein (* 1698; † 1724), ⚭ 1719 Heinrich 4. Reichsfürst von Auersperg Herzog von Münsterberg und Frankenstein etc. (* 1697; † 1783) (Stammvater des blühenden Hauses der Fürsten von Auersperg)
    • Karl Joseph Graf von Dietrichstein, (* 1663; † 1693), ⚭ 1690 Elisabeth Helena Gräfin von Herberstein (* c. 1670; † 1710) (keine Kinder)
    • Walter Franz Xaver 5. Reichsfürst von Dietrichstein zu Nikolsburg (* 1664; † 1738) ⚭ 2.) 1693 Karolina Maximiliana Gräfin von Proskau (* 1674 in Brünn; † 1734)
      • Maria Josepha Gräfin von Dietrichstein (* 1694; † 1758), ⚭ Stefan Wilhelm (seit 1717) 1. Fürst Kinsky von Wchinitz und Tettau (* 1679; † 1749) (Nachkommen)
      • Maria Aloisia Gräfin von Dietrichstein (* 1700; † 1783), ⚭ 1729 Michael Wenzel Graf Althann etc. (* 1668; † 1738)
      • Karl Maximilian 6. Reichsfürst von Dietrichstein zu Nikolsburg etc. (* 1702; † 1784) ⚭ 1725 Maria Anna Gräfin Khevenhüller zu Aichelberg (* 1705; † 1764), Schwester von Johann Joseph von Khevenhüller-Metsch (* 1706; † 1776) seit 1764 1. Reichsfürst von Khevenhüller-Metsch. (Fürst Karl Maximilian ist der Stammvater der folgenden Fürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg und – in weiblicher Linie – der österreichischen Fürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg aus dem Haus der Grafen von Mensdorff-Pouilly)
    • Jakob Anton Graf von Dietrichstein zu Nikolsburg (* 1678; † 1721) ⚭ 2.) 1715 Maria Franziska Gräfin von Starhemberg (* 1688; † 1757 in Wien) (Nachkommen in weiblicher Linie)
  • Johann Christian I. von Eggenberg (* 7. September 1641; † 14. Dezember 1710 in Prag, begraben in Graz), 3. Reichsfürst von Eggenberg Herzog von Krumau etc. (1649–1710), ⚭ 21. Februar 1666 Prinzessin Maria Ernestina zu Schwarzenberg (* 1649 in Brüssel; † 4. April 1719 in Wien), eine Tochter von Johann Adolf I. 1. Reichsfürst zu Schwarzenberg (* 1615; † 1683) und der Maria Justina Gräfin von Starhemberg.
  • Johann Seyfried von Eggenberg (* 12./13. August 1644; † 5. Oktober 1713), 4. Reichsfürst von Eggenberg Herzog von Krumau etc. (1710–1713), ⚭ 1.) 4./11. Juli 1666 Prinzessin Maria Eleonora von und zu Liechtenstein (* 1647; † 4. August 1704), eine Tochter des Fürsten Karl Eusebius (* 1611; † 1684 und der Johanna Beatrix Gräfin von Dietrichstein-Nikolsburg. ⚭ 2.) 12. Juli 1704 Gräfin Maria Josepha von Orsini-Rosenberg (* 1690; † 17. März 1715)
    • Johann Anton II. von Eggenberg (* aus 1. Ehe 6./7. Jänner 1669; † 9. Jänner 1716) 5. Reichsfürst von Eggenberg Herzog von Krumau etc. (1713–1716), ⚭ 1.) 9. März 1692 Maria Karolina Gräfin von Sternberg (* c. 1670; † 9. April 1754, T. v. Ulrich Adolf Graf von Sternberg u. d. Anna Lucia Gräfin Slavata von Chlum und Koschumberg.
      • Johann Christian von Eggenberg (* 1704; † 23. Februar 1717), 6. Reichsfürst von Eggenberg Herzog von Krumau etc. (1716–1717). Einziger Sohn seines Vaters, mit ihm erlosch das Haus der Fürsten von Eggenberg in männlicher Linie.
    • Maria Josepha Prinzessin von Eggenberg (* 24. Januar 1709 aus der 2. Ehe des Fürsten Johann Seyfried; † 7. Mai 1755 in Graz), Sternkreuzordensdame, ⚭ 24. Januar 1724 in Graz Johann Wilhelm Reichserbschatzmeister und Graf von Sinzendorf und Thannhausen Burggraf zu Rheineck (am Rhein) Freiherr auf Ernstbrunn u. Friedau, Obersterblandvorschneider, Kampfrichter und Schildträger in Österreich ob und unter der Enns, k. k. Wirklicher Geheimer Rat und Kämmerer, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (* 10. November 1697; † 6. Januar 1766) (Nachkommen in weiblicher Linie)

Einzelnachweise

  1. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. Verlag Styria, 1965, S. 91.
  2. Siebm. NÖ. II. S. 322.
  3. Siebm. NÖ. II. S. 317.
  4. Obermayerhofen. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  5. Thannhausen. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  6. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, Anlage 1 Stammtafel
  7. Laut @1@2Vorlage:Toter Link/genealogy.euweb.cz (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. verstarb sie erst am 1. September 1679
  8. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, S. 160.
  9. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, S. 161.
  10. Siehe Wikipedia-Artikel Schloss Eggenberg (Graz)
  11. Eggenberg. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  12. Siehe Artikel Krumau in Wikipedia in deutscher Sprache
  13. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, S. 176.
  14. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, Abbildung 21 vor S. 129.
  15. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, S. 162.
  16. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, S. 175
  17. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, S. 179.
  18. Walther Ernst Heydendorff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. 1965, S. 180.
  19. @1@2Vorlage:Toter Link/genealogy.euweb.cz (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Literatur

  • Walther Heydenforff: Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren. Verlag Styria, Graz 1965.
  • Franz Kammerhofer: Ein Staat in Alt-Österreich: Besitzungen der Eggenberger. Franz Kammerhofer, Graz 1998, ISBN 3-9500808-1-3.
  • Barbara Kaiser: Schloss Eggenberg. Christian Brandstätter Verlag, Graz 2006, ISBN 3-902510-96-X.
  • Roman von Procházka: Genealogisches Handbuch erloschener böhmischer Herrenstandsfamilien. Verlag Degener & Co, Neustadt an der Aisch 1973, ISBN 3-7686-5002-2. (Stammfolge Slawata, (Schlawata, Graf S(ch)merczansky von Chlum und Koschumberg, Slawata z Chlumu a z Kossumberka), ein böhmisches Ministerialengeschlecht, S. 281–286, dort S. 284 Maria Margarethe von Eggenberg, Tochter des Johann Ulrich v. Eggenberg)
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