Erich Blunck

Erich Blunck (* 18. April 1872 in Heide (Holstein); † 14. September 1950 in Berlin) war ein deutscher Architekt, Denkmalpfleger und Hochschullehrer.

Leben

Blunck wuchs als Sohn des Baumeisters Carl Heinrich Friedrich Blunck in Lübeck auf. Er besuchte den Realgymnasium-Zweig am Katharineum zu Lübeck bis zum Abitur Ostern 1891[1] und studierte – nach erfolgreichem Abschluss seiner Maurerlehre[2] – an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Nach ausgedehnten Studienreisen nach Italien, Spanien und Frankreich trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Ab 1900 war er im preußischen Kultusministerium tätig und wurde 1907 zum Regierungsrat und Stellvertreter des Konservators der Kunstdenkmäler ernannt. 1908 erhielt er den ersten Lehrauftrag für Denkmalpflege an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Von 1919 bis 1944 war er als Provinzialkonservator der Provinz Brandenburg Direktor des heutigen Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Er eröffnete ein eigenes Büro und war von 1916 bis 1937 sowie von 1947 bis 1950 Professor an der Technischen Hochschule Berlin. 1922 war er ihr Rektor. Ab 1920 war er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Er war zeitweise Herausgeber der Deutschen Bauzeitung. 1928 gehörte er zu den Mitgründern der konservativen Architektengruppe Der Block.

Grab von Erich Blunck und seiner Frau, Friedhof Steglitz

Blunck war ein wichtiger Vertreter der Heimatschutzarchitektur. Allein zehn seiner Berliner Bauten (Kirchen, Friedhofs-, Büro- und Wohnbauten) stehen unter Denkmalschutz.[3]

Zahlreiche seiner Entwürfe (über 500 Zeichnungen und Lichtpausen) befinden sich in der Sammlung des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin und sind zum Teil digitalisiert zugänglich.

Erich Blunck und seine Frau Karin, geb. Martens, mit der er seit 1900 verheiratet war und fünf Söhne und drei Töchter hatte, sind auf dem Friedhof Steglitz beigesetzt. Nach ihm ist die Blunckstraße in Berlin-Reinickendorf benannt. Er sollte nicht verwechselt werden mit seinem Bruder, Stadtbaudirektor Richard Blunck (* 8. August 1873 in Heide; † 26. Februar 1948 in Berlin), der auf demselben Friedhof begraben ist.

Werk

Bauten und Entwürfe

Kirche Nikolassee
das für Possehl errichtete Mausoleum

Schriften

  • Denkmalpflege und Städtebau. Ernst und Sohn, Berlin 1913. (= Städtebauliche Vorträge, Band 6, Heft 2.)
  • Schinkel und die Denkmalpflege. (Festrede, gehalten im Architekten-Verein zu Berlin zum Schinkelfeste am 13. März 1916) Ernst und Sohn, Berlin 1916.
  • Über Freiheit in der Erziehung zur Baukunst an der Technischen Hochschule. (Rede, gehalten beim Antritt des Rektorates an der Technischen Hochschule zu Berlin (...) am 1. Juli 1922) Markwart-Verlag, Berlin 1922.

Literatur

  • Rudolf Jaeger: Blunck, Erich. In: Olaf Klose (Hrsg.): Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon. Band 1, Wachholtz, Neumünster 1970, S. 79–84.
Commons: Erich Blunck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. Borchers, Lübeck 1907. (Digitalisat), S. 91 Nr. 111
  2. Gesellenbrief liegt der Familie vor.
  3. Informationen zu Erich Blunck (Memento des Originals vom 9. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.friedrich-bergius-schule.de auf den Seiten der Friedrich-Bergius-Schule
  4. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  5. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  6. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  7. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  8. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  9. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  10. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  11. Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09145507 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
  12. Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09115291 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
  13. Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09100004 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
  14. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  15. Chromik. In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1921/22, Nummer 7, den 1. Januar 1922, S. 28
  16. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  17. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  18. Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09125307 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
  19. Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09100063 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
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