Issoire

Vorlage:Infobox Gemeinde i​n Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen i​n Wikidata

Issoire
Issoire (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.) Puy-de-Dôme (63)
Arrondissement Issoire
Kanton Issoire
Gemeindeverband Agglo Pays d’Issoire
Koordinaten 45° 33′ N,  15′ O
Höhe 360–560 m
Fläche 19,68 km²
Einwohner 15.296 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 777 Einw./km²
Postleitzahl 63500
INSEE-Code 63178
Website www.issoire.fr

Blick vom Uhrenturm auf Issoire

Issoire i​st eine französische Stadt m​it 15.296 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) i​m Département Puy-de-Dôme i​n der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie i​st Sitz d​er Unterpräfektur (französisch Sous-préfecture) d​es Arrondissements Issoire u​nd Hauptort (französisch: chef-lieu) d​es Kantons Issoire.

Geografie

Die Stadt l​iegt am Fluss Allier, b​ei der Einmündung seines Nebenflusses Couze Pavin, r​und 37 Kilometer südlich v​on Clermont-Ferrand a​n der Cevennenbahn u​nd der Autoroute A75.

Geschichte

Der Ortsname dürfte keltischen Ursprungs sein. Eine römische Siedlung i​st durch Funde z​u vermuten. Austremoine, Missionar u​nd erster Bischof d​er Auvergne, gründete h​ier Ende d​es 3. Jahrhunderts e​in Kloster, d​ie Keimzelle d​er heutigen Stadt. Diese w​urde seit d​em 19. Jahrhundert z​um wirtschaftlichen u​nd industriellen Zentrum i​m Allier-Tal, dominiert v​on der Aluminium-Herstellung u​nd der Luftfahrtindustrie. Der Luftfahrtkonzern Pechiney-Rhénalu i​st für Issoire u​nd die Region d​er größte Arbeitgeber. Der Stadtkern u​m die romanische Kirche Saint-Austremoine h​at sich s​ein historisches Flair erhalten.

Sehenswürdigkeiten

Saint-Austremoine
  • Die Kirche Saint-Austremoine wurde um 1130 bis 1150 errichtet und ist der größte Bau der auvergnatischen Romanik. Er ist ein Beispiel für den kreuzförmigen Grundriss und den pyramidalen Aufbau. In den Religionskriegen 1575 stark beschädigt, wurde die Kirche im 19. Jahrhundert gründlich restauriert und besitzt wieder die beiden sich gegenüberstehenden Ost- und Westriegel mit dem dazwischen eingespannten 65 Meter langen Langhaus und dem Ostbau mit Chorumgang und davon ausstrahlenden Kapellen. Wiederaufgebaut wurden auch die beiden Türme. Beachtenswert sind die Verzierungen – Mosaiken wie Skulpturen – außen am Chorhaupt und die Kapitelle in Chor und Querhaus. Die Restaurierung des 19. Jahrhunderts hat sich durch Anatole Dauvergne bemüht, im Innenraum die Farbe wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen. Diese Ausmalung mit Ornamenten in kräftigen Farben wurde jedoch ohne besondere Rücksicht auf romanische Stilprinzipien durchgeführt und verleiht dem Raum eher ein orientalisches Aussehen. In der dazu kontrastierenden schlichten Krypta steht eine filigrane Marienstatue. Der Kirchenpatron, dessen Reliquien sich dort befinden, ist ebenfalls mit einer Statue gewürdigt.
  • Schloss Hauterive, klassizistisches Barockschloss aus dem 17. Jahrhundert, mit französischem Garten
  • Uhrenturm Tour de l’Horloge mit Museum der Renaissance, darin das Atelier von Jean le Fier, der sich mit dem Problem der Zeitmessung beschäftigte
  • Centre Culturel Nicolas Pomel, ehemalige Benediktinerabtei, seit 1975 städtisches Kultur- und Ausstellungszentrum, 1702 bis 1724 an Stelle eines mittelalterlichen Klosters errichtet, ab 1792 Rathaus, ab 1802 Kaiserliches Kollegium
  • Centre d’Art Roman Georges Duby, Museum der Kunst der Romanik mit Kapitelsaal des ehemaligen Klosters
  • Place de la République mit den Renaissancegebäuden Maison à Arcades und Maison du Chancelier Duprat
  • Kapelle Sévigné Saint-Louis, neugotische Kapelle eines Pensionats (19. Jahrhundert)
  • Der Dolmen L’Usteau du Loup ist das einzige Galeriegrab der Region. Es liegt nordwestlich des Weilers Unsac bei Issoire.

Feste

  • Festival d’Art Romain, mittelalterliches Folklorespektakel in der Altstadt alljährlich in der letzten Augustwoche

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Literatur

  • Ernst Adam: Vorromanik und Romanik. Frankfurt 1968, S. 136
  • Marcel Durliat: Romanische Kunst. Freiburg-Basel-Wien 1983, S. 483
  • Hermann Fillitz: Das Mittelalter I. (= Propyläen-Kunstgeschichte Bd. 5. Frankfurt am Main – Berlin [1969] 1990), Abb. 169
  • Hervé Kergall: Gotische Kathedralen und Kunstschätze in Frankreich. Eltville 1990. Abb. 81
  • Marie-Claire Ricard: Die Abteikirche von Issoire. Lyon 1988
  • Ulrich Rosenbaum: Auvergne und Zentralmassiv. Köln [1981] 1989, S. 95, Abb. 34,35,39, Farbtafel 15
  • Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der Romanik. Architektur – Skulptur – Malerei. Köln 1996, S. 150
  • Sylvie Jolivet: Issoire: Restauration des décors de l'abbatiale. In: Le Moniteur des Travaux Publics et du Bâtiment, 10. Dezember 2004
Commons: Issoire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise

  1. Website Issoire – Jumelage, gesehen am 7. Januar 2017
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.