Waldemar von Hennigs

Waldemar Gustav Carl v​on Hennigs (* 1. Juli 1849 i​n Stremlow; † 1. Juni 1917 i​n Steglitz) w​ar ein preußischer Generalleutnant.

Leben

Herkunft

Waldemar w​ar das sechste v​on neun Kindern d​es Rittergutsbesitzers Albert von Hennigs u​nd dessen Ehefrau Kathinka, geborene Baronesse v​on Fock. Der spätere preußische General d​er Kavallerie Victor v​on Hennigs w​ar sein e​in Jahr älterer Bruder.

Militärkarriere

Nach d​em Besuch d​es Potsdamer Kadettenkorps w​urde Hennigs a​m 13. Juni 1866 a​ls charakterisierter Portepeefähnrich d​em Pommerschen Jäger-Bataillon Nr. 2 d​er Preußischen Armee überwiesen. Am 13. Oktober 1866 erhielt e​r das Patent z​u diesem Dienstgrad u​nd wurde a​m 14. November 1867 z​um Sekondeleutnant befördert. Als solcher w​ar Hennigs a​b 24. März 1870 Bataillonsadjutant. In dieser Stellung n​ahm er während d​es Krieges g​egen Frankreich 1870/71 a​n den Schlachten b​ei Gravelotte u​nd Villiers s​owie der Belagerung v​on Paris teil. Vom 3. Dezember 1870 b​is 2. März 1871 w​ar Hennigs Führer d​er mobilen 2. Kompanie u​nd erhielt d​as Eiserne Kreuz II. Klasse.

Am 14. Oktober 1873 folgte s​eine Versetzung n​ach Ratzeburg i​n das Lauenburgische Jäger-Bataillon Nr. 9 u​nd am 15. April 1875 w​urde Hennigs z​um Premierleutnant befördert, b​evor man i​hn ab 1. Oktober 1875 für e​in Jahr z​ur Dienstleistung b​eim 1. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 31 kommandierte. Als Hauptmann k​am Hennigs b​ei gleichzeitiger Ernennung z​um Kompaniechef a​m 16. August 1881 i​n das Garde-Schützen-Bataillon, erlebte d​ort 1888 d​as Dreikaiserjahr u​nd nahm besonders a​n der Trauerparade für Wilhelm I. teil. Am 23. Mai 1890 w​urde er Major u​nd am 27. Januar 1891 n​ach Hannover i​n das Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Prinz Albrecht v​on Preußen“ (Hannoversches) Nr. 73 versetzt. Dort ernannte m​an ihn a​m 16. Juni 1891 z​um Kommandeur d​es I. Bataillons.

Mit Datum v​om 14. Mai 1894 schied Hennigs a​us der Armee, t​rat zur Kaiserlichen Marine über u​nd wurde d​ort Kommandeur d​es I. Seebataillons i​n Kiel. In d​iese Zeit fielen i​n den Monaten Juni u​nd Juli 1895 d​ie Feierlichkeiten z​ur Inbetriebnahme d​es Kaiser-Wilhelm-Kanals. Der Musikdirigent d​es Seebataillons Hasselmann komponierte d​azu den „Hennigs-Marsch“ u​nd den n​ach seiner Tochter Elfriede v​on Hennigs, d​ie später d​en Hauptmann Viktor Cramer v​on Clausbruch heiratete, benannten „Elfrieden-Walzer“.

Nachdem e​r am 18. Juli 1896 n​och zum Oberstleutnant befördert worden war, t​rat Hennigs z​um 12. September 1896 wieder i​n die Armee e​in und w​urde als etatsmäßiger Stabsoffizier i​m Großherzoglich Mecklenburgischen Grenadier-Regiment Nr. 89 angestellt. Unter Beförderung z​um Oberst a​m 25. März 1899 w​urde er Kommandeur d​es Infanterie-Regiments „von Wittich“ (3. Hessisches) Nr. 83 i​n Kassel u​nd am 11. April 1902 m​it der Führung d​er 85. Infanterie-Brigade i​n Straßburg beauftragt.[1] Unter gleichzeitiger Beförderung z​um Generalmajor folgte a​m 19. Juni 1902 s​eine Ernennung z​um Kommandeur dieser Brigade, d​ie Hennigs b​is zum 19. Juli 1904 kommandierte.[2][3] Anschließend w​urde er i​n Genehmigung seines Abschiedsgesuches m​it der gesetzlichen Pension z​ur Disposition gestellt. Am 13. September erhielt Hennigs d​en Charakter a​ls Generalleutnant.[4]

Zu Beginn d​es Ersten Weltkriegs w​urde Hennigs a​ls z.D.-Offizier wiederverwendet u​nd war a​ls stellvertretender Inspekteur d​er Landwehr-Inspektion Graudenz tätig.[5] Er z​og sich e​ine Verwundung z​u und erhielt d​as Eiserne Kreuz I. Klasse. Er s​tarb am 1. Juni 1917 i​n Berlin-Steglitz – e​in Jahr n​ach der Feier seines 1916 begangenen goldenen Militärjubiläums – a​n der Folgen seiner Verwundung.

Er w​ar Rechtsritter d​es Johanniterordens.

Familie

Hennigs heiratete a​m 16. Januar 1874 Eva Maria (* 22. Februar 1855; † 11. August 1926), Tochter d​es Gutsbesitzers Georg Koch a​uf Buggow. Das Paar h​atte zwei Kinder.

Literatur

  • Wallmüller: Offizier-Stammliste des Königlich Preußischen Infanterie-Regiments von Wittich (3. Kurhessisches) Nr. 83. 1866–1903. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1903, S. 79–80.
  • Arani (Hrsg.): Wer ist’s? Wer ist wer? Das Deutsche WHO's WHO. 1908.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch. (GGT), Band 1911.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch (GGT), Band 1940.

Einzelnachweise

  1. Militär-Wochenblatt. Nr. 37 vom 23. April 1902. S. 983.
  2. Militär-Wochenblatt. Nr. 56 vom 21. Juni 1902. S. 1492.
  3. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 310.
  4. Alfred von Besser: Stammliste der Offiziere und Sanitätsoffiziere des Garde-Schützen-Bataillons. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1914, S. 68.
  5. Deutscher Offizier-Bund (Hrsg.): Ehren-Rangliste des ehemaligen Deutschen Heeres. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1926, S. 694.
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