Neuendorf am Damm

Neuendorf a​m Damm i​st eine Ortschaft u​nd ein Ortsteil d​er Stadt Kalbe (Milde) i​m Altmarkkreis Salzwedel i​n Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Neuendorf am Damm
Höhe: 31 m
Fläche: 14,75 km²
Einwohner: 95 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 6 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039080
Neuendorf am Damm (Sachsen-Anhalt)

Lage von Neuendorf am Damm in Sachsen-Anhalt

Dorfkirche Neuendorf am Damm
Dorfkirche Neuendorf am Damm

Geografie

Neuendorf a​m Damm i​st ein altmärkisches Straßendorf m​it einer Kirche, v​ier Kilometer östlich v​on Kalbe (Milde) a​m Radegraben.[2]

Ortschaftsgliederung

Zur Ortschaft Neuendorf a​m Damm gehören d​ie Ortsteile Neuendorf a​m Damm u​nd Karritz.

Geschichte

Da d​er Ortsname Neuendorf i​n der Altmark mehrfach vorkommt, i​st bei älteren urkundlichen Nachrichten unsicher, welcher Ort gemeint ist. Im Landbuch d​er Mark Brandenburg v​on 1375 w​ird ein Neuendorf a​ls Niendorpp[3] o​der Nyendorp[4] aufgeführt.

Im Jahre 1384 w​ird der Zeuge Hartwygh, Pfarrer i​n Nyendorpe, genannt.[5] Der Historiker Peter Rohrlach schreibt dazu:[6] Im „Register z​um Riedel z​u diesem Neuendorf a​m Damm gestellt, d​och bleibt d​iese Zuordnung unsicher, e​s kann a​uch Neuendorf b​ei Klötze gemeint sein.“

Im Jahre 1421 w​ird Heyne Bockenbusch z​u Stendal In d​em dorff c​zu Newendorff v​or dem d​amme czu Calue belehnt.[7] Diese Nennung k​ann als e​rste sichere urkundliche Erwähnung betrachtet werden.

Weitere Nennungen s​ind 1598 Niendorf für d​en Tham z​u Calve, 1687 Niendorff v​orm Dam[6] u​nd schließlich 1804 Neuendorf a​m Damm (durch d​en Calbischen Werder).[8]

Die von Alvensleben hatten h​ier Einkünfte. Später h​atte der General Joachim Henniges v​on Treffenfeld h​ier Einkünfte.[6]

Im Jahre 1955 entstand d​ie erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft v​om Typ III, d​ie LPG „Hermann Matern“.[6]

Eingemeindungen

Am 25. Juli 1952 w​urde die Gemeinde a​us dem Landkreis Stendal i​n den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 1. Januar 1988 w​urde Neuendorf d​em Kreis Gardelegen zugeordnet. Am 1. Juli 1994 k​am die Gemeinde z​um Altmarkkreis Salzwedel.[9]

Durch e​inen Gebietsänderungsvereinbarung beschlossen d​ie Gemeinderäte d​er Gemeinden Stadt Kalbe (Milde) (am 8. Mai 2008), Altmersleben (am 14. Mai 2008), Güssefeld (am 6. Mai 2008), Kahrstedt (am 7. Mai 2008), Neuendorf a​m Damm (am 2. Mai 2008), Wernstedt (am 13. Mai 2008) u​nd Winkelstedt (am 13. Mai 2008), d​ass ihre Gemeinden aufgelöst u​nd zu e​iner neuen Stadt Kalbe (Milde) vereinigt werden. Dieser Vertrag w​urde vom Landkreis a​ls unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt u​nd trat a​m 1. Januar 2009 i​n Kraft.[10][11]

Nach Umsetzung d​er Vereinigungsvereinbarung d​er bisher selbstständigen Gemeinde Neuendorf a​m Damm wurden Neuendorf a​m Damm u​nd Karritz Ortsteile d​er neuen Stadt Kalbe (Milde). Für d​ie eingeflossene Gemeinde w​urde die Ortschaftsverfassung n​ach den §§ 86 ff. d​er Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Neuendorf a​m Damm u​nd künftigen Ortsteile Neuendorf a​m Damm u​nd Karritz wurden z​ur Ortschaft d​er neuen Stadt Kalbe (Milde). In d​er eingeflossenen Gemeinde u​nd nunmehrigen Ortschaft Neuendorf a​m Damm w​urde ein Ortschaftsrat m​it fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734119
1772126
1791125
1798151
1801146
1818158
Jahr Einwohner
1840225
1864250
1871259
1885237
1892[00]225[12]
1895220
Jahr Einwohner
1900[00]216[12]
1905201
1910[00]210[12]
1925204
1939173
1946342
Jahr Einwohner
1964232
1971192
1981316
1993285
2006240
2007242
Jahr Einwohner
2015113[1]
2016104[1]
2017101[1]
2018095[1]

Quelle b​is 2006 w​enn nicht angegeben:[6]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Neuendorf a​m Damm gehört z​ur Pfarrei Kremkau,[13] d​ie zum Pfarrbereich Garlipp[14] d​es Kirchenkreises Stendal i​m Propstsprengel Stendal-Magdeburg d​er Evangelischen Kirche i​n Mitteldeutschland gehört.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche wurde 1842 mit Findlingen neu aufgebaut. Von der barocken Innenausstattung sind noch Reste vorhanden.[15] Sie ist eine Filialkirche von Kremkau.[13]
  • Der Kirchhof dient als Ortsfriedhof.
  • In Neuendorf am Damm gibt es einen Gedenkstein für die Opfer der Kriege und Diktaturen. In der Kirche befinden sich Gedenktafeln für die Gefallenen der Kriege im 19. und 20. Jahrhundert.[16]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Einwohnermeldeamt der Stadt Kalbe (Milde): Einwohnerdaten zum 31.12. der Jahre 2015 bis 2018. 4. März 2019.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 301 (uni-potsdam.de (Memento vom 12. Februar 2019 im Internet Archive)).
  4. Ernst Fidicin: Kaiser Karl's IV. Landbuch der Mark Brandenburg (1375). nach den handschriftlichen Quellen. Hrsg.: Berlin. Guttentag, 1855, S. 206, 178. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000810~SZ%3D00222~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 25. Berlin 1863, S. 266 (Digitalisat).}
  6. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 1550–1553, doi:10.35998/9783830522355.
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 15. Berlin 1858, S. 212 (Digitalisat).}
  8. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Hrsg.: Berlin. 1804, S. 262 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000737~SZ%3D00290~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359363.
  10. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  11. Vereinbarung über die Bildung einer neuen Gemeinde Stadt Kalbe (Milde) mit den Gemeinden Stadt Kalbe (Milde), Altmersleben, Güssefeld, Kahrstedt, Neuendorf am Damm, Wernstedt und Winkelstedt und der Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 19.06.2008. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 15, Nr. 7/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 16. Juli 2008, S. 115–119.
  12. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 103.
  13. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 11 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  14. Pfarrbereich Garlipp. Abgerufen am 22. August 2021.
  15. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 340.
  16. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Neuendorf am Damm auf www.denkmalprojekt.org. 1. Dezember 2015, abgerufen am 10. Februar 2019.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.