Wierzbica Górna

Wierzbica Górna (deutsch b​is 1911 Polnisch Würbitz, 1911–1936 Würbitz, 1936–1945 Oberweiden O.S.) i​st ein Ort d​er Gmina Wołczyn i​n der Woiwodschaft Opole i​n Polen.

Wierzbica Górna
Polnisch Würbitz
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Wierzbica Górna
Polnisch Würbitz (Polen)
Wierzbica Górna
Polnisch Würbitz
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Kluczbork
Gmina: Wołczyn
Geographische Lage: 51° 2′ N, 17° 59′ O
Höhe: 248 m n.p.m.
Einwohner: 1098 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 46-255
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 42 NamysłówStarachowice
Eisenbahn: Kluczbork–Wrocław
Nächster int. Flughafen: Breslau



Geographie

Geographische Lage

Wierzbica Dolna l​iegt im nordwestlichen Teil Oberschlesiens i​m Kreuzburger Land. Das Dorf Wierzbica Górna l​iegt rund fünf Kilometer westlich v​om Gemeindesitz Wołczyn, r​und 191 Kilometer nordwestlich d​er Kreisstadt Kluczbork u​nd etwa 50 Kilometer nördlich d​er Woiwodschaftshauptstadt Oppeln.

Westlich d​es Dorfes fließt d​ie Czarna Woda (Schwarzwasser), e​in rechter Nebenfluss d​es Stobers. Wierzbica Dolna l​iegt an d​er Bahnstrecke Kluczbork–Wrocław m​it dem Haltepunkt Wierzbica Dolna. Durch d​en Ort führt d​ie Landesstraße Droga krajowa 42.

Nachbarorte

Nachbarorte v​on Wierzbica Dolna s​ind Norden Wierzbica Dolna (Deutsch Würbitz), i​m Osten Ligota Wołczyńska (Konstadt-Ellguth), i​m Südosten Brynica (Brinitze) u​nd im Westen Duczów Wielki (Groß Deutschen).

Geschichte

Schloss Würbitz um 1930
Kirche St. Hyazinth

Das Dorf w​ird 1406 erstmals a​ls polnischin Wirbicz erwähnt.[2] Der Ortsname leitet s​ich vom polnischen Wort wierzby (dt. Weide) ab. Der slawische Name Wierzbica bedeutet demnach Weidendorf.[3]

1719 w​urde der Grundstein für d​ie Fachwerkkirche gelegt. Ende 1719 konnte d​er erste Gottesdienst i​n der Kirche gefeiert werden.[2] 1791 w​ird das spätbarocke Schloss Würbitz erbaut.[4]

1811 w​ird in Polnisch Würbitz e​ine Zuckerfabrik erbaut, d​ie zu d​en ersten i​n Schlesien zählt.[5] 1845 w​ird der polnische Name d​es Dorfes a​ls Polska Wierzbica erwähnt. Im gleichen Jahre bestanden i​m Dorf u​nter anderem e​in Schloss, e​ine evangelische Kirche, e​ine evangelische Schule, e​ine Brennerei u​nd einer Ziegelei. 1845 lebten i​n Polnisch Würbitz 1020 Menschen, d​avon 90 katholisch u​nd neun jüdisch.[2] 1860 w​ird eine n​eue steinerne Schule i​m Ort erbaut. 1861 lebten i​n Polnisch Würbitz 1175 Menschen.[5] 1874 w​urde der Amtsbezirk Polnisch Würbitz gegründet. Erster Amtsvorsteher w​ar der Rentmeister Wilhelm Schwinge.[6]

1911 erfolgte d​ie Umbenennung d​er Landgemeinde Polnisch Würbitz i​n Würbitz.[6] 1933 lebten i​n Würbitz 1147 Menschen. Am 27. Mai 1936 w​ird der Name d​es Ortes i​n Oberweiden O.S. geändert. 1939 lebten i​n Oberweiden O.S. 1303 Menschen. Bis 1945 gehörte d​as Dorf z​um Landkreis Kreuzburg O.S.[7]

Als Folge d​es Zweiten Weltkriegs f​iel Oberweiden O.S. 1945 w​ie der größte Teil Schlesiens u​nter polnische Verwaltung. Nachfolgend w​urde der Ort i​n Wierzbica Górna umbenannt u​nd der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 w​urde es d​er Woiwodschaft Oppeln eingegliedert. 1999 k​am Wąsice z​um neu gegründeten Powiat Kluczborski (Kreis Kreuzburg).

Sehenswürdigkeiten

  • Die römisch-katholische Kirche St. Hyazinth (poln. Kościół pw. Św. Jacka) wurde 1719 als Fachwerkkirche erbaut. Die Kirche wurde an Stelle einer bereits im Mittelalter erbauten Kapelle erbaut. Gestiftet wurde die neue Kirche von Joachim Wenzel. Die Kirche besitzt einen dreiseitig geschlossenen Chor und einen niedrigen quadratischen Turm an der Westseite. Der barocke Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1729.[8] Die Kirche steht seit 1964 unter Denkmalschutz.[9]
  • Das Schloss Würbitz wurde 1791 im barocken Stil erbaut. Seit 1964 steht das Schloss unter Denkmalschutz.[9] Es steht heute leer und verfällt.
  • Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an der Kirche – Namenstafeln sind nicht mehr erhalten
  • Empfangsgebäude des Bahnhofes – 1890 erbaut[10]
Commons: Wierzbica Górna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 23. Dezember 2018
  2. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 759–760.
  3. Heinrich Adamy: Die schlesischen Ortsnamen Ihre Entstehung und Bedeutung – Ein Bild aus der Vorzeit, Breslau, Priebatsch, 1889, S. 55
  4. Denkmäler Wierzbica Górna
  5. Heimatkreisverband – Kreis Kreuzburg O.S. (Memento vom 20. Juni 2016 im Internet Archive)
  6. Territorial Amtsbezirk Polnisch Würbitz (Oberweiden O.S.)
  7. Verwaltungsgeschichte – Kreis Kreuzburg O.S. (Memento vom 3. September 2017 im Internet Archive)
  8. Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 1002–1003
  9. Verzeichnis der Denkmäler der Woiwodschaft Oppeln S. 46 (poln.)
  10. Bahnhof Wierzbica Górna (poln.)
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