Liste historischer Rechenanlagen in Europa

Die Liste historischer Rechenanlagen Europas ermöglicht e​inen Vergleich d​er frühen Entwicklungen europäischer Forschungseinrichtungen u​nd Unternehmen a​uf dem Feld d​er elektronischen Rechentechnik.

Technologie

Als Schaltelemente k​amen in d​er ersten Generation Relais, i​n der zweiten Generation Vakuumröhren u​nd in d​er dritten Generation Transistoren z​um Einsatz. Für e​ine kurze Übergangszeit w​urde auch m​it Magnetverstärkern experimentiert, d​ie sich a​ber aufgrund geringerer Verarbeitungsgeschwindigkeit n​icht durchsetzen konnten.

Die Speicherung v​on Eingangsdaten u​nd Rechenergebnissen w​urde mit e​iner Vielfalt v​on Neuentwicklungen realisiert: anfangs verwendete m​an mechanische Relaisspeicherwerke, Williamsröhren s​owie Quecksilber- u​nd Nickel-Verzögerungsstrecken. Später wurden Magnettrommeln unterschiedlichster Bauarten u​nd schließlich schnelle Ferritkernspeicher eingebaut.

Entwicklungstendenzen

Bereits die Anfangsphase ist durch stark wachsende Verarbeitungsleistung bei fallendem Raum- und Energiebedarf gekennzeichnet. In den 1960er Jahren zeichnete sich im Bereich der Großrechenanlagen bald das Primat amerikanischer Konzerne ab, während europäische Unternehmen wie Nixdorf, die Olympia-Werke, Olivetti und Triumph-Adler in Nachfolge klassischer Buchungsmaschinen Nischen für geschäftliche Anwendungen erschließen konnten und das Segment (Mittlere Datentechnik) etablierten.

Übersicht

NameLandEntwickler / HerstellerInbetrieb-
nahme
Anzahl ca.Takt-
frequenz (kHz)
SchaltelementWortlängeSpeicherartZugriffszeit (μs)Verwendung, Bemerkungen
Z 3Deutschland DeutschlandZuse KG19411Relais (ca.600)mechanisches Relaisspeicherwerk für 64 Zahlen15–20 arithmetische Operationen/s; Multiplikationen in 4–5 s.
Z 4Deutschland DeutschlandZuse KG19451Relais32 Bitmechanisches Speicherwerk (Abb. 15/5.4.6), das für 64 Zahlen ausgebaut, aber für 500 vorgesehen war. Später erhielt sie zusätzlich noch einen Ringkernspeicher25–35 Operationen/minnach Ausbau 1950–1955 zur ETH Zürich (Prof. Stiefel)
Manchester Mark IVereinigtes Konigreich EnglandElectrical Engineering Laboratories, University of Manchester (Frederic Calland Williams, Tom Kilburn), in Zusammenarbeit mit Ferranti Ltd., Moston, Manchester.19481100Röhren (ca. 3600)40 BitsWilliams-Speicherröhren: 256 Speicherplätze Magnettrommel: 16 384 SpeicherplätzePrototyp für PEGASUS[1][2]
ARC (Automatic Relay Computer)Vereinigtes Konigreich EnglandCollege Research Laboratory der Universität London (Andrew Donald Booth mit K. H. V. Britten)19481Relais (ca. 800)21 BitsMagnettrommel für 250 Zahlen, vorerst elektromechanischer Speicher für 50 Zahlen von 21 Bits.für Addition 20 ms, für Multiplikation und Division 1 s.von der British Rubber Producers Research Association finanziert; er wurde ab 1. November 1948 insbesondere für die rechnerischen Arbeiten bei der Röntgenstrahl-Strukturanalyse verwendet.[3][4]
EDSAC (Electronic Delay Storage Automatic Calculator)Vereinigtes Konigreich EnglandMathematical Laboratory, University of Manchester (Maurice V. Wilkes, W. Renivick)19492500Röhren (ca. 4500)34 BitsQuecksilber-Verzögerungsstrecken als Speicher für 512 WörterVon dieser Maschine wurde 1949 eine Industrieversion gebaut: LEO (Lyons Electronic Office)[5][6]
ARRANiederlande NiederlandeMathematisch Centrum, Amsterdam (Adriaan van Wijngaarden, Blaavo, Loopstra und Schölten)19512RelaisMagnettrommelspeicher für 1024 WörterAddition dauerte 24 ms, eine Multiplikation 104 ms.als FERTA an die Flugzeugwerke Fokker
BARK (Binär Automatik Relay Kalkylator)Schweden SchwedenDr. C. Palm, Stockholm19511Relais (7500)Relaisspeicherwerk für 300 Wörter (100 für Zwischenspeicherung)bei Addition und Subtraktion 150 ms je Operation, bei Multiplikation 250 ms.[7]
?Osterreich ÖsterreichWiener Institut für Niederfrequenztechnik (Henning F. Harmuth)19521dekadische ZählröhrenSpezialrechner für statistische Aufgaben[8]
PERM (Programmgesteuerte elektronische Rechenanlage München)Deutschland DeutschlandTechnische Universität München (Prof. Hans Piloty)19521500Röhren (2400), 3000 Dioden51 BitsMagnettrommel: 8192 Speicherplätze, Ferritkernspeicher: 2048 SpeicherplätzeAdditionszeit 8,5 μsDie unverhältnismäßig lange Aufbauzeit der Rechenanlage erklärt sich dadurch, dass sie im Wesentlichen zur wissenschaftlichen Ausbildung von Entwicklungsingenieuren und zur Erprobung von Schaltungen diente.[9][10]
ACE (Automatic Calculating Engine)Vereinigtes Konigreich EnglandMathematics Div., National Physical Laboratory (John R. Womersley mit Alan Turing und Colebrook nach Phillips' Vorschlägen)195211000Röhren (ca. 1000)32 Bits[11]
G1 /G1aDeutschland DeutschlandMax-Planck-Institut für Physik, Göttingen (Heinz Billing, Ludwig Biermann)195247,2Röhren (110)60 BitsMagnettrommel mit Schnellzugriffsspuren (50 Hz) und 312 Speicherplätzen[12][13]
MADAMVereinigtes Konigreich EnglandElectrical Engineering Laboratories, University of Manchester19522Röhren8 Williams-Speicherröhren (eine davon für 8 Index-Register), TrommelspeicherEin zweiter Rechner dieses Typs wurde 1959 an die Universität Toronto geliefert und bekam den Namen FERUT
SEC (Simple Electronic Computer)Vereinigtes Konigreich EnglandElectronic Computation Lab., Birkbeck, University of London (Andrew D. Booth und Kathleen H. V. Briẗten)19525Röhren (230)21 BitsMagnettrommelspeicher für 256 WörterNach diesem SEC wurden mehrere All Purpose Electronic X-Ray Computer gebaut: APE(X)C für das Birkbeck College (X-Ray-Computer), APE(N)C fürOslo/Norwegen, APE (H) C für British Tabulating Machine Co. (Hollerith), APE (R) C für British Rayon Research Association
BESK (Binär Elektronisk Sequenz Kalkylator)Schweden SchwedenMathematische Arbeitsgruppe (Erik Stemme), Königlich Technische Hochschule Stockholm1953160Röhren (2250), 200 Dioden40 Williams-Speicherröhren 256/512 Speicherwörter (ausgebaut mit Ferritkernspeicher), Magnettrommel, 3000/min, 8192 Speicherplätze
Gamma 3Frankreich FrankreichCompagnie des Machines Bull, Paris1953280Röhren (800), 18 000 Germanium-Dioden12 DezimalstellenMagnettrommel 16 384 Speicherwörter, Verzögerungsstrecken für 4–7 Speicherwörter
IRSIA-FNRSBelgien BelgienInstitut pour l'Encouragement de la Recherche Scientifique dans l'Industrie et l'Agriculture (Vitold Belevitch), Bell Telephone Manufacturing Comp., Antwerpen"1953100Röhren (2000), 2500 Dioden18 Dezimalstellen (Binärtetraden), davon 2 für Exponent, 1 für Vorzeichen; 2 Befehle/Wort.Magnettrommel (4000/min), Kaltkathodenröhren-Register, 25 kHz[14]
PTERANiederlande NiederlandeDr. Neher – Laboratorien der PTT (Willem van der Poel, Kosten)19531Relais32 BitsMagnettrommel50 ms mittlere OperationszeitPläne wurden in Lizenz zur Ausführung an die Standard Telephones and Cables vergeben[15]
Z 5Deutschland DeutschlandZuse KG19531Sonderanfertigung für Ernst Leitz für Berechnungen beim Entwurf optischer Systeme
SM 1Deutschland DeutschlandDeutsches Geodätisches Forschungsinstitut München (Heinrich Seifers)19541Relaisspeziell für vermessungstechnische Aufgaben[16]
D2Deutschland DeutschlandInstitut für Maschinelle Rechentechnik, Technische Universität Dresden. (Prof. Nikolaus Joachim Lehmann)19551270Röhren (140), 2000 Dioden, 100 Relais56 BitsMagnettrommel mit 18000/min: 4096 Speicherplätze, Schnellspeicher: 320 Speicherplätze
ARRA-NeuNiederlande NiederlandeMathematisch Centrum, Amsterdam (Adriaan van Wijngaarden)1955Röhren (500), 2000 Dioden, 15 Relais30 BitsMagnettrommel, 1024 Speicherplätze[17]
CAB 2022 (Calculatrice Arithmetique Binaire)Frankreich FrankreichSEA Societe d'Electronique et d'Automatisme, Courbevoie (Seine)19552100Röhren (800), 8 000 Dioden22 Bits oder doppelte Wortlänge2 Ferritkernspeicher zu je 64 Wörter, Magnettrommel: 8192 Wörter[18][19]
DEUCEVereinigtes Konigreich EnglandEnglish Electric1955301000Vakuumröhre32 BitsQuecksilber-Verzögerungsstrecke / Trommel496/15
ERMETH (Elektronische Rechenmaschine der ETH Zürich)Schweiz SchweizInstitut für angewandte Mathematik, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (Ambros Speiser, Heinz Rutishauser, Eduard Stiefel)1955301700 Röhren, 7000 Dioden, 200 Relais16 DezimalstellenMagnettrommel, 10 000 SpeicherplätzeDie Ermeth wurde aus den Erfahrungen mit der ZUSE Z 4 und Aikens Mark IV entworfen, insbesondere inbezug auf leichte Programmierung und Indexregister.[20]
ICT 1200, ICT 1201, ICT 1202Vereinigtes Konigreich EnglandICT19555740Vakuumröhre40 BitsTrommel10 000
OPREMADeutschland DeutschlandCarl Zeiss Jena (Wilhelm Kämmerer, Herbert Kortum)19551Relais (17 000), ca. 90 000 Selengleichrichterbinär verschlüsselte Dezimalziffern im Gleitkommaverfahren, wobei die Mantisse achtstellig und der Exponent zweistellig (bis ± 15) war.Rechenzeiten ergaben sich etwa 120 ms für eine Addition, 800 ms für Multiplikation und Division, 1200 ms für das Radizieren.speziell für optische Berechnungen Zwillingsrechner, zwei Rechenwerke parallel[21]
URR 1Osterreich ÖsterreichWiener Institut für Niederfrequenztechnik (Henning F. Harmuth)19551Relais17 Bits150 Operationen je Sekunde bei Addition, während eine Multiplikation 4 s[22]
D1Deutschland DeutschlandInstitut für Maschinelle Rechentechnik, Technische Universität Dresden. (Prof. Nikolaus Joachim Lehmann)19561100Röhren (760), 1000 Selendioden, 100 Relais72 BitsMagnettrommel mit 2048 Speicherplätzen (3 Indexregister)
Z22Deutschland DeutschlandZuse KG195650140Röhren (500), 2400 Dioden14 DezimalstellenMagnettrommel (6000/min) für 8192 Speicherplätze, Ferritkernspeicher 25 SpeicherplätzeAddition 0,6 ms, Multiplikation 10 ms, Division 60 ms, Wurzel 200 ms
ARMAC (Automatische Rechenmaschine Mathematisch Centrum)Niederlande NiederlandeMathematisch Centrum, Amsterdam (Adriaan van Wijngaarden)1956100Röhren (1200), 9000 Dioden34 Bits, für 2 Befehle oder 10 DezimalstellenFerritkernspeicher 512 Speicherplätze Magnettrommel: 3584 SpeicherplätzeAdditionszeit 0,4 ms[23][24]
PEGASUSVereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd.195628333Vakuumröhre39 BitsNickel-Verzögerungsstrecke / Trommel0 / 8000
SAPOTschechien TschechoslowakeiTschechische Akademie der Wissenschaften und Künste, Institut für Mathematische Maschinen (Antonín Svoboda)19561Relais (7500), ca. 280 Röhren und 150 Dioden32 BitsMagnettrommelspeicher für 1024 WörterArbeitstakt von 160 ms je Operation, einschließlich der Trommel-Zugriffszeit jedoch nur von 320 ms.drei gleiche, voneinander unabhängige Rechenwerke[25]
SMIL (Siffermaskinen I Lund)Schweden SchwedenInstitut für theoretische Physik, Universität Lund, Schweden1956Röhren (2000), 200 Dioden40 BitsMagnettrommel, 2048 SpeicherplätzeDas Rechenwerk der Maschine ist eine Kopie der BESK in Stockholm.[26]
Z 11Deutschland DeutschlandZuse KG195642Relais
SEL InformatiksystemDeutschland DeutschlandMix & Genest (Karl Steinbuch)19571Transistor, Diodematrixartiges Halbleiter-Logiknetz / TrommelspeicherSonderentwicklung für das Großversandhaus Quelle GmbH[27]
2002Deutschland DeutschlandSiemens & Halske AG19578200Transistor, Diode12 Dezimalstellen und VorzeichenKernspeicher / Trommel5/19 000
EDB, EDB 2, EDB 3Schweden SchwedenFacit19575180Röhren (2600), 3000 Dioden, 4000 Transistoren40 BitsKernspeicher / Trommel2 / 10 000Besonders interessant: der dazu entwickelte Magnetband-Karussellspeicher
MERCURYVereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd.1957191000Vakuumröhre10—20—40 BitsKernspeicher / Trommel2 / 10000
STANTEC ZEBRAVereinigtes Konigreich EnglandStandard Telephones and Cables195732100Vakuumröhre33 BitsTrommel5000
ZAM 2Polen PolenInstytut Maszyn Matematysznych in Warschau1957Nickeldraht-Schnellspeicher und Magnettrommeln1000 Operationen/s[28]
MailüfterlOsterreich ÖsterreichTU Wien (Heinz Zemanek)1958132Transistorenerster, vollständig mit Transistoren arbeitender Computer auf dem europäischen Festland
ZRA 1Deutschland DeutschlandCarl Zeiss Jena (W. Kämmerer)1958Kleinserie200Röhren (770), 12 000 Dioden, 8500 Ferritkerne. (Die Röhren dienen lediglich als Treiberstufen der Ferritkernschaltungen)48 BitsMagnettrommel mit 4096 Speicherplätzen (gleicher Konstruktion wie in den Rechnern D1 und D2)Diese Rechenanlage ist u. a. im wissenschaftlichen Rechenzentrum der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar aufgestellt.[29]
PERSEUSVereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd.19582333Vakuumröhre72 BitsNickel-Verzögerungsstrecke234
Z22RDeutschland DeutschlandZuse KG195830140Vakuumröhre38 BitsTrommel5000Die Technische Universität Berlin erhält das erste Exemplar.
X1NiederlandeN. V. Electrologica195925500Transistor, Diode27 BitsKernspeichereiner der ersten voll mit Transistoren, Magnetkernspeichern und automatischem Eingriffssystem ausgerüsteten Universalrechner auf dem Markt
803Vereinigtes Konigreich EnglandElliott Brothers19595166,5Transistor39 BitsKernspeicher
DERADeutschland DeutschlandInstitut für Praktische Mathematik der Technischen Hochschule Darmstadt (Alwin Walther)19591200Röhren (1400), 8000 Dioden, 90 RelaisMagnettrommel für 3000 Speicherplätze, Ferritkern-Register, 20 ms ZugriffszeitAdd.: 0,8 ms, Mult.: 12–16 msDie unverhältnismäßig lange Aufbauzeit der Rechenanlage erklärt sich dadurch, dass sie im Wesentlichen zur wissenschaftlichen Ausbildung von Entwicklungsingenieuren und zur Erprobung von Schaltungen diente.[30][31][32]
EPOSTschechien TschechoslowakeiForschungsinstitut für mathematische Maschinen, Prag, ARITMA, Prag1959Vakuumröhre, Diode, später Transistor12 DezimalstellenKernspeicher / Nickel-Verzögerungsstrecken13 /
ER 56Deutschland DeutschlandStandard Elektrik Lorenz AG19597100Transistor, Diode7 Dezimalstellen-/Trommel5 / 10 000
G2Deutschland DeutschlandMax-Planck-Institut für Physik, Göttingen (H. Billing und L. Biermann)1959192Röhren (1100)50 Bits, FestkommaMagnettrommel mit 2048 Speicherplätzen[33][34]
SIRIUSVereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd.19591500Transistor, Kern10 DezimalstellenNickel-Verzögerungsstrecke4000
ARGUSVereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd.19601500Transistor, Diode12 BitsKernspeicher / Trommel2 / 12 000
C. E. P.Italien ItalienUniversität Pisa1960asynchronVakuumröhre, Germaniumdioden, Transistor36 BitsKernspeicher / Trommel3,5 / 10000
ELEA 6001Italien ItalienOlivetti196044250Transistor, Diode, KernVariable ZiffernanzahlKernspeicher6
ELEA 9003Italien ItalienOlivetti196023100Transistor, DiodeVariable ZeichenanzahlKernspeicher / Trommel10 / 10000
EMIDECVereinigtes Konigreich EnglandEMI Electronics Ltd. (Godfrey Hounsfield)19604100Transistor36 BitsKernspeicher / Trommel10 / 15000
PASCAL, STEVINNiederlandePhilips19602500Röhren (12000), 10000 Transistoren, 15000 Dioden42 BitsMagnettrommel: 16 384 Speicherplätze, Magnetkernspeicher: 2016 Speicherplätze"3 /[35][36][37]
SKRZAT1Polen PolenForschungsinstitut für elektronisches Rechnen der Polnischen Akademie der Wissenschaften, ZAM PAN1960200Ferritkerne; Dioden1 Wort = 20 Bits = 2 Befehle (jedoch bei Sprungbefehl 1 Wort = 1 Befehl)4096-Worte-Speicher, Programm fest im Speicher, 64 Zellen,elektronischer Digital-Computer für automatische Kontrolle technologischer Prozesse zur Steuerung chemischer Destillation, Hochöfen. usw.[28]
STANTEC SYSTEMVereinigtes Konigreich EnglandStandard Telephones and Cables1960128Transistor33 BitsKernspeicher / Trommel1132435
TR 4Deutschland DeutschlandTelefunken19612000Transistor, Diode48+2 Bitfestgelegter Kernspeicher / Kernspeicher42401Schnellste deutsche Entwicklung der 1950er Jahre
APOLLOVereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd.1961500Transistor, Diode24 BitsKernspeicher2
EMIDEC 2400Vereinigtes Konigreich EnglandEMI Electronics Ltd.19611000Transistor, Diode36 BitsKernspeicher / Diode-Kondensator5 / 1,5
GIERDanemark DänemarkRegnecentralen, Dansk Institut for matematik Maskina196115660Transistor, Diode40 Bits, 2 zusätzlich für WortanzeigerKernspeicher / Trommel4 / 500 Blockzugriff[38][39]
ICT 1301Vereinigtes Konigreich EnglandComputer Development Ltd. (ICT & GEC)19611000Transistor, Diode12 DezimalstellenKernspeicher / Trommel4 / 486
LEO IIIVereinigtes Konigreich EnglandLEO Computers Ltd.1961Transistor, Diode42 BitsKernspeicher7
MUSE (ATLAS)Vereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd., University of Manchester1961>4Transistor, Diode48 BitsKernspeicher / Trommel0,5 / 6000
ORIONVereinigtes Konigreich EnglandFerranti Ltd.1961500Transistor, Kern48 BitsKernspeicher / Trommel6 / 12 000
Z23Deutschland DeutschlandZuse KG1961150Transistor40 BitsKernspeicher / Trommel- /5000
503Vereinigtes Konigreich EnglandElliott Brothers1962Transistor39 BitsKernspeicher
KDF-9Vereinigtes Konigreich EnglandEnglish Electric19622000Transistor, Kern Diode48 BitsKernspeicher / Hauptspeicher3
Z31Deutschland DeutschlandZuse KG196253Transistor10 Dezimalstellen und VorzeichenKernspeicher Work200–1000
Elka 6521Bulgarien BulgarienMathematikinstitut der bulgarischen Akademie der Wissenschaften196553Transistor12 Dezimalstellen und VorzeichenKernspeicher WorkAdd.: 0,3 s, Div.: 0,5 s
TR 440Deutschland DeutschlandAEG-Telefunken19694616000integrierte Schaltkreise48+2 BitFerritkernspeicher0,3meist in Forschungseinrichtungen und Universitäten eingesetzt
401, 402, 403, 404 und 405Vereinigtes Konigreich EnglandElliott Brothers45Röhren (615)Magnettrommel, Nickel-VerzögerungsspeicherTaktzeit 102 μs je Wort, Addition und Subtraktion in 204 μs, Multiplikation und Division in 3,3 ms.nach Patenten der NRD Corp. und eigenen Entwicklungen
ASPERADeutschland DeutschlandInstitut für Praktische Mathematik der Technischen Hochschule Darmstadt1Relaisasynchroner Relaisrechner / Prozessrechner
Dataquick Elektronische BuchungsmaschineDeutschland DeutschlandSiemag Feinmechanische Werke, Eiserfeld/Sieg (Dr. Gerhard Dirks)25Röhren (138), 220 Thyratrons, 350 Relais.Magnettrommel mit 120 SpeicherplätzenDie erste kommerziell hergestellte Kleinrechenanlage in Deutschland.
Mark IVereinigtes Konigreich EnglandNational Research Development Corp.7100Röhren40 Bits512 Kathodenstrahlspeicherröhren für 10 000 Bits, davon 7 als Indexregister, Magnettrommelspeicher für 16 384 Wörterab 1957 mit Magnetkernspeicher als Ferranti MERCURY vertrieben
UMC1Polen PolenInstytut Maszyn Matematysznych in WarschauMagnettrommel, 4096 Wörter100 Operationen/s[28]
Z 9Deutschland DeutschlandZuse KGKleinserieRelaisMultiplikationswerk zum Rechenlocher M 9 (Powers)

Literatur

  • Prof. Or. Hubert Cremer (Hrsg.): Programmgesteuerte Rechen-Geräte und Integrieranlagen. Rheinisch -Westfälische Technische Hochschule Aachen 1953 (Digitalisat)
  • Isaac L. Auerbach: European Electronic Data Processing – A Report on the Industry and the State-of-the-Art. In: Proceedings of the IRE Band 49, Nr. 1/1961 (Abstract)
  • Wilfried de Beauclair: Rechnen mit Maschinen – Eine Bildgeschichte der Rechentechnik. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1968 (Digitalisat)
  • Rolf Zellmer: Die Entstehung der deutschen Computerindustrie Dissertation an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, 1990
  • Herbert Bruderer: Meilensteine der Rechentechnik: Zur Geschichte der Mathematik und der Informatik. De Gruyter Oldenbourg 2015

Einzelnachweise

  1. B. IV. Pollard: The Design, Construction and Performance of a Large-Scale General-Purpose Digital Computer.
  2. F. C. Williams, T. Kilburn: The University of Manchester Computing Machine. In: Joint AIEE-IRE Comp. Conf. Philadelphia, 12/1951
  3. A. D. Booth: Relay Computers. Report of a Confernce on High Speed Automatic Computing. University of Cambridge, June 1949
  4. M. V. Wilkes: Progress in High Speed Calculating Machine Design. In: Nature, Vol. 164, Aug. 1949
  5. M. V. Wilkes: Design of a Practical High-Speed Computing Machine. Proc. Royal See. Vol. 195/1948
  6. M. V. Wilkes: The EDSAC. MTAC IV. 1950
  7. Stig Ekelöf: Les machines mathematiques en Suede. In: Transact. Chalmers University of Technology, Gothenburg, 116/1951
  8. H. Harmuth: Eine elektronische Rechenmaschine für statistische Berechnungen. In: Elektrotechnik und Maschinenbau Heft 22/1952
  9. H. Piloty: Die PERM. In: Nachrichtentechnische Fachberichte 11/1955
  10. H. Piloty: Die Entwicklung der PERM. In: Nachrichtentechnische Fachberichte 4/1956
  11. Dokumente zur ACE
  12. H. Billing, L. Biermann: Moderne mathematische Maschinen. Naturwissenschaften 1/1953
  13. L. Biermann, H. Billing: Die Göttinger elektronischen Rechenmaschinen. ZAMM 33/1953
  14. M. R. Letov: Le calculateur electronique coneu et realise par Bull pour le travail de bureau. Conf. au Comite Nat. de l'Organisation Française, Paris, Juni 1952.
  15. A. van Wijngaarden: Moderne Rechenautomaten in den Niederlanden. In: Nachrichtentechnische Fachberichte 4/1956
  16. Max Kneißl (1907–1973): ein bayerischer Geodät von Weltrang
  17. A. van Wijngaarden: Computing Machine Projects in Holland. Report of Conf. on High-Speed Autom. Calc. Mach., Juni 1949, Cambridge, England
  18. E. A.: Cakulatrice arithmetique universelle Typ CAB 2022. Sonderdruck DOC, NC-60-C Mai 1955.
  19. P. Namain: Une cakulatrice numerique universelle Francaise CAB 2022. Revue Ingenieurs et Techniciens Nr. 78, Juni 1955
  20. A. Speiser: Entwurf eines elektronischen Rechengerätes unter besonderer Berücksichtigung eines minimalen Materialaufwandes. Birkhäuser Verlag Basel, 1950
  21. W. Kämmerer: Die programmgesteuerte Rechenanlage im VEB Carl Zeiss Jena. In: Die Technik, Berlin, Messeheft 1955
  22. Heinz Zemanek: Die Universal-Relaisrechenmaschine URR 1. In: Elektrotechnik und Maschinenbau 72 1/1955
  23. Journal of ACM 4/1957
  24. Unsung Heroes in Dutch Computing History – ARMAC (Memento des Originals vom 13. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www-set.win.tue.nl
  25. A. Svoboda. In: Nachrichtentechnische Fachberichte 4/1956
  26. C. E. Froherg, C. Wahlström: SMIL, Siffermaskinen I Lund, Lands Universitets Arsskrift N. F. Avd. 2, 4/1957
  27. Hartmut Petzold: Moderne Rechenkünstler. C. H. Beck, 1992
  28. IMM – Our history
  29. W. Kämmerer, H. Kortum, F. Straube: Zeiss-Rechenautomat ZRA 1. In: Jenaer Rundschau 4/1959
  30. H.-J. Dreyer: Grundgedanken und Entwicklungsstand des Darmstädter Rechenautomaten. ZAMM 32/1952
  31. H. 8. Fünf Berichte in Nachrichtentechnische Fachberichte 4/1956
  32. Die Entwicklung von DERA. In: Institutsberichte des Instituts für Praktische Mathematik der Technischen Hochschule Darmstadt
  33. H. Billing: Eine neue deutsche elektronische Ziffernrechenmaschine. Bulletin vom 15. März 1955
  34. H. Öhlmann: Bericht über die Fertigstellung der G 2. In: Nachrichtentechnische Fachberichte. 4/1956
  35. H. J. Heijn, J. C. Selman: The Philips Computer PASCAL. In: IRE Transactions. 10/1961
  36. Philips Technische Rundschau. Nr. 1/1961
  37. De bouw en het gebruik van computers bij Philips. (Digitalisat)
  38. GIER - Regnecentralens anden datamaskine
  39. GIER - A Danish Computer of Medium Size. In: IEEE Transactions on Electronic Computers, Heft 5/1963 (Digitalisat)
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