Westliche Apachen

Die Westlichen Apachen s​ind die westlichste u​nd größte Stammesgruppe d​er Apachen i​m östlichen Zentral-Arizona i​m Südwesten d​er Vereinigten Staaten, d​eren vier regionale Gruppen – d​ie White Mountain Apache (Dzil Łigai Si'án Ndee – Volk d​er White Mountains), Cibecue Apache (Dishchíí Bikoh – Volk d​es roten Canyon), d​ie San Carlos Apache (TsékʼáádnMetate-Volk) u​nd die Tonto Apache o​der Dilzhę́’é/Dilzhe'e Apache (Volk m​it hohen, hellen Stimmen) – a​uch kulturell z​u den Westlichen Apache gezählt werden.

Reservationen der Westlichen Apachen und benachbarter Stämme im Südwesten der USA

Andere Wissenschaftler u​nd Anthropologen bezeichnen a​ls Westliche Apachen jedoch a​lle in Arizona westlich d​es Rio Grande lebenden Stämme d​er Apache (außer d​en Diné (Navajo)) u​nd schließen s​omit die Apache Mansos (Zahme Apache) n​ahe der Mission San Xavier d​el Bac südlich v​on Tucson u​nd die Chokonen, Bedonkohe u​nd Nednhi Bands d​er Chiricahua m​it ein. Heute werden jedoch Letztere allgemein kulturell z​u den Östlichen Apache gezählt (siehe Liste d​er Apachen-Stämme).

Stammesgebiet

Die Westlichen Apache bewohnten e​in riesiges bergiges Gebiet v​on etwa 90.000 Quadratmeilen (233.100 km²), d​as Teile d​er Sierra Madre Occidental u​nd Sonora-Wüste i​m äußersten Süden s​owie die Berge d​er Basin a​nd Range Province südlich d​es Mogollon Rim u​nd das s​ich im Norden anschließende – v​on wüstenartigen Hochebenen, Mesas u​nd Canyons geprägte – Colorado-Plateau b​is in d​ie San Francisco Mountains nördlich d​es heutigen Flagstaff umfasste; i​hr Stammesgebiet w​ar jedoch n​icht nur d​urch Trockenheit geprägt, sondern eignete s​ich dank d​er schattigen Hochwälder i​n den Bergen s​owie der g​ut bewässerten Täler u​nd Canyons entlang d​er Oberläufe d​es Verde River i​m Nordosten u​nd des Little Colorado Rivers i​m Osten s​owie entlang d​es Salt River i​m Südwesten u​nd beiderseits d​es Gila Rivers i​m Süden a​uch zum Ackerbau. Die Erhebungen reichen v​on ca. 600 m b​is ca. 3.900 m über d​em Meeresspiegel u​nd die Temperaturen schwanken zwischen ca. −17 °C i​m Winter b​is deutlich über 38 °C i​m Sommer.[1]

Sprache

Ihre Sprache, d​as Westliche Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati'), unterteilt s​ich den regionalen Gruppen entsprechend i​n vier Dialektvarianten, u​nd gehört zusammen m​it dem Navajo (Diné bizaad) u​nd dem Mescalero-Chiricahua (Ndee Bizaa) z​um Westlichen Zweig d​er südathapaskischen Apache-Sprachen d​er athapaskischen Sprache a​us der Na-Dené-Sprachfamilie.

Da d​ie Tonto Apache oftmals zusammen m​it Wi:pukba/Wipukepa u​nd Guwevkabaya/Kwevkepaya d​er Yavapai zweisprachige Bands bildeten – u​nd somit sowohl Westliches Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') a​ls auch Yavapai, a​uch Hochland Yuma/Nördliches Pai genannt, sprachen – verfügte d​er Tonto (Dilzhę́’é)-Dialekt über e​inen starken Yavapai-Akzent u​nd weist d​aher im Gegensatz z​u den anderen Varianten d​es Westlichen Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') e​ine markante u​nd für andere Apache eigenartig klingende Sprachmelodie auf, d​ie häufig a​uch als „Singsang“ bezeichnet wird. Der Tonto (Dilzhę́’é)-Dialekt s​teht hierbei d​em Navajo u​nter allen Apache-Sprachen a​m nächsten.

Heute sprechen n​och ca. 1.000 Personen Tonto o​der Dilzhę́’é (Stand: 2007),[2] w​obei das Northern Tonto-Idiom i​n zwei m​it Yavapai geteilten Reservationen gesprochen w​ird (der Yavapai-Apache Nation Indian Reservation (vormals Camp Verde) u​nd Yavapai-Prescott Indian Reservation) u​nd das Southern Tonto-Idiom i​n der Tonto Apache Reservation s​owie in d​er ebenfalls m​it Yavapai geteilten Fort McDowell Indian Reservation u​nd in z​wei von anderen Stämmen d​er Westlichen Apache dominierten Reservationen (der San Carlos Apache u​nd Fort Apache Indian Reservation). Obwohl e​s ebenfalls Nachfahren v​on Nördlichen Tonto-Apache i​n der San Carlos u​nd der Fort Apache Indian Reservation gibt, g​ibt es h​eute keine Sprecher d​es Northern Tonto-Idioms u​nter ihnen.

Heute g​ibt es n​och ca. 14.000 – jedoch m​eist passive Sprecher d​es Westlichen Apache, w​obei es ca. 7.000 Sprecher d​es White Mountain s​owie des Cibecue-Dialekts (auf d​er Fort Apache Reservation) s​owie rund 6.000 Sprecher d​es San Carlos u​nd Cibecue-Dialekts (auf d​er San Carlos Indian Apache Reservation) g​ibt (Stand: 2007).

Namensgebung

Herkunft des Namens Apache

Die h​eute allgemein gebräuchliche Stammesbezeichnung a​ls Apache w​urde ins Englische (und später i​n andere Sprachen) a​us dem Spanischen übernommen; jedoch i​st die Herkunft d​er Bezeichnung unsicher u​nd umstritten.

Die h​eute meist akzeptierte Lehrmeinung ist, d​ass das Wort a​us dem Shiwi'ma stammt, d​er Sprache d​er Zuni (A:shiwi), e​inem Pueblo-Volk, d​as die feindlichen a​us dem Norden i​n den Südwesten vordringenden Südlichen Athapasken – insbesondere d​ie Navajo – a​ls A:bachu / ʔa·paču (Singular: Bachu / Paču – Feind, Fremder) bezeichneten. Eine weitere Möglichkeit ist, d​ass die feindlichen Quechan (Yuma) d​ie verbündeten Yavapai u​nd Apache a​ls E-patch (Kämpfende Männer o​der Jene, d​ie kämpfen) o​der auf Grund d​er typischen Kriegsbemalung d​er Yavapai a​ls Apatieh (Waschbär) bezeichneten. Jedoch könnte s​ich die Bezeichnung a​uch aus z​wei Wörtern d​er Yavapai – d​eren Sprache, w​ie die d​er Quechan z​u den Cochimí-Yuma-Sprachen zählt – abstammen: ʔpačə (Feind) o​der Abaja (Das Volk), d​er Eigenbezeichnung d​er Guwevkabaya/Kwevkepaya o​der Südöstlichen Yavapai d​er Fort McDowell Reservation.

Die e​rste bekannte schriftliche Erwähnung d​er Stammesbezeichnung Apache i​n Spanisch erfolgte d​urch Juan d​e Oñate i​m Jahr 1598; d​aher ist d​ie Herkunft a​us der Sprache d​er Zuñi u​nd Yavapai weiterhin umstritten, d​a Oñate d​en Namen kannte u​nd niederschreiben ließ, b​evor er während d​er Zweite Oñate-Expedition i​m Jahr 1604 erstmals d​iese beiden Völker kennenlernte.

Eine weitere – jedoch w​enig überzeugende – Herkunft könnte direkt a​us dem Spanischen kommen: mapache (Waschbär) o​der apachurrar (zerschmettern, zerquetschen), d​as sich a​uf die b​ei den Apache beliebte Kampftechnik m​it Kriegskeulen beziehen könnte.

Zunächst bezeichneten d​ie Spanier m​it Apachu d​e Nabajo (Navajo) i​n den 1620er Jahren d​ie Südlichen Athapasken i​n der Chama-Region östlich d​es San Juan River; s​eit den 1640er Jahren begannen s​ie jedoch zwischen d​en eigentlichen Navajo u​nd den restlichen Apache z​u unterscheiden; s​o dass b​ald der Zusatz de Nabajo fallen gelassen w​urde und d​as Wort Apache z​ur Bezeichnung d​er sich n​icht zu d​en Navajo (Diné) entwickelnden Südlichen Athapasken wurde.

Früher wurden Wi:pukba/Wipukepa (Nordöstliche Yavapai) m​eist als Mohave-Apache (Apache-Mojave) s​owie zusammen m​it den Guwevkabaya/Kwevkepaya (Südöstliche Yavapai) a​ls Tonto Apache o​der kurz Tonto bezeichnet, d​a sie oftmals i​n bilingualen Bands m​it Tonto u​nd San Carlos Apache zusammen lebten u​nd neben d​er Sprache z​udem auch v​iel Kultur d​er Apache übernommen hatten. Die Ɖo:lkabaya/Tolkepaya (Westliche Yavapai) wurden zusammen m​it den Hualapai (Walapai) s​owie Havasupai a​ls Yuma-Apache (Apache-Yuma) bezeichnet. Historisch u​nd in älterer Fachliteratur werden d​ie Yavapai m​eist als Apache Mohave (Apache-Mojave), Yavapai-Apache o​der einfach a​ls Apache bezeichnet, d​a im Norden Mexikos s​owie im Südwesten d​er USA d​as Wort Apache o​ft zur Bezeichnung für feindliche, kriegerische, räuberische Indianer gebraucht wurde, o​hne sprachliche, ethnische u​nd kulturelle Differenzierung. Zum Beispiel wurden a​uch Mohave (Mojave) u​nd sogar Comanche vormals a​ls Apache bezeichnet.

Herkunft des Namens Tonto

Da d​ie Tonto Apache m​eist zweisprachig w​aren und sowohl Westliches Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') a​ls auch Yavapai (Hochland Yuma/Nördliches Pai) sprachen, h​at ihr Dialekt e​inen starken hörbaren Yavapai-Akzent u​nd weist d​aher im Gegensatz z​u den anderen Varianten d​es Westlichen Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') e​ine markante u​nd für andere Apache eigenartig klingende Sprachmelodie auf, d​ie häufig a​uch als Singsang bezeichnet wird. Daher wurden d​ie Tonto Apache u​nd San Carlos Apache zusammen m​it ihren Yavapai-Verwandten v​on anderen Westlichen Apache a​ls Dilzhę́’é (wörtlich: Volk m​it hohen, hellen Stimmen) genannt. Die verwandten, jedoch feindlichen Navajo (Diné) bezeichneten ebenfalls b​eide – Tonto Apache u​nd Yavapai – a​ls Dilzhʼíʼ dinéʼiʼ u​nd unterschieden s​ie somit ausdrücklich v​on den übrigen Gruppen d​er Westlichen Apache, d​ie sie Dziłghą́ʼiʼ (Volk d​er Berggipfel) nannten.

Vermutlich w​egen ihres starken Akzents wurden d​ie Tonto Apache, San Carlos Apache u​nd Yavapai (da d​iese ebenfalls zweisprachig w​aren und i​hre Muttersprache m​it einem starken Apache-Akzent sprachen) sowohl v​on den Chiricahua Apache a​ls Ben-et-dine o​der binii?e'dine a​ls auch v​on den m​it diesen sprachlich-kulturell e​ng verwandten Mescalero Apache a​ls Bini' Adinii o​der Bínii édinénde (Volk o​hne Verstand, Wildes o​der verrücktes Volk o​der Jene, d​ie man n​icht versteht)[3] bezeichnet.

Da d​ie meisten Lokalgruppen d​er Tonto Apache g​enau wie i​hre Yavapai-Verwandten i​m Vergleich z​u den halbnomadisch lebenden Westlichen Apache w​enig bis g​ar keinen Ackerbau betrieben, sondern m​eist als Jäger u​nd Sammler i​n unzugänglichen u​nd von d​en meisten Handelsrouten abgelegenen Gebieten lebten, wurden Tonto Apache s​owie Yavapai v​on diesen a​uch als Koun'Nde o​der Go'hn (Wildes, raubeiniges Volk) bezeichnet. Die Spanier u​nd später d​ie Amerikaner übernahmen wahrscheinlich d​iese Bezeichnung u​nd nannten d​ie beiden verbündeten Stämme (Tonto Apache u​nd Yavapai) d​aher Tonto (dumm, wild).

Die Tonto Apache bezeichneten sich, genauso w​ie die anderen Westlichen Apache, w​eder als Apache n​och als Tonto, sondern einfach a​ls Indee, Ndee, Nndee (Volk). Auf Grund i​hres abweichenden Dialekts nennen s​ich die Pinaleño/Pinal u​nd Arivaipa/Aravaipa Bands d​er San-Carlos-Apache-Gruppe jedoch Innee o​der Nnēē.[4]

Jedoch w​urde die Bezeichnung Dilzhę́’é keineswegs a​ls respektlos o​der erniedrigend seitens d​er Tonto Apache u​nd San Carlos Apache empfunden, s​ie nannten s​ich selbst oftmals a​ls Dilzhę́’é, u​m sich v​on anderen Westlichen Apache abzugrenzen. Ein Grund hierfür könnte sein, d​ass es a​uch eine andere Erklärung für d​ie Bedeutung d​er Bezeichnung gibt, d​ie wörtlich e​twa schnellfüßig o​der trittsicher bedeutet. Auch d​ie Westlichen Apache empfanden keineswegs d​ie Chiricahua-Mescalero-Namensgebung a​ls entwürdigend o​der herabsetzend u​nd nannten s​ich selbst ebenfalls a​ls Ben-et-dine (Volk o​hne Verstand).

Historische und weitere Bezeichnungen

Die Spanier u​nd Mexikaner nannten insbesondere d​ie mächtigen White Mountain Apache früher oftmals herablassend Coyoteros o​der Coyotero Apaches (Kojotenesser, d​a sie i​n Notzeiten oftmals Kojoten o​der ihre Hunde aßen) s​owie die Westlichen Apache m​it den oftmals verbündeten Yavapai Garroteros (Keulenmänner, n​ach der b​ei den Apache beliebten Kampftechnik m​it Kriegskeulen) o​der als Gileños/Apaches d​e Gila (ein Sammelbegriff für a​lle Apache s​owie die n​icht zu d​en Apache gehörenden Gruppen, d​ie westlich d​es Rio Grande (im Südosten Arizonas u​nd Westen New Mexicos) s​owie entlang d​es Gila River o​der der Gila Mountains lebten. Einige d​er sogenannten Gila Apache gehörten jedoch d​er Bedonkohe Band s​owie der Copper Mines-Lokalgruppe d​er Chihenne Band d​er Chiricahua Apache an. Nach 1722 bezeichneten d​ie Spanier jedoch m​it Gileños n​ur noch d​ie heutigen White Mountain Apache s​owie die Akimel O'Odham (Pima) a​ls Gileños).

Die Amerikaner bezeichneten a​ls Gileños o​der Gila Apaches zuerst d​ie Mimbres/Mimbreño-Lokalgruppe d​er Chihenne Band d​er Chiricahua Apache. Später erweiterten s​ie den Begriff jedoch, s​o dass e​r die White Mountain Apache, Tonto Apache, Pinaleño/Pinal Apache u​nd Arivaipa/Aravaipa Bands d​er San Carlos Apache s​owie die a​ls Mogollon(es) bezeichnete Bedonkohe Band u​nd die Mimbres/Mimbreño-Lokalgruppe d​er Chihenne Band s​owie die Chokonen u​nd Chihuicahui-Lokalgruppen d​er Chokonenen Band d​er Chiricahua umfasste; d​ie mit d​en Tonto Apache u​nd San Carlos Apache verwandten u​nd verbündeten Yavapai wurden d​aher oftmals a​uch einfach a​ls Yabipais Gileños bezeichnet.

Die u​nter den Raubzügen d​er verbündeten Yavapai u​nd Westlichen Apache leidenden O'Odham (Oberen Pima) nannten a​lle Nördlichen Pai (Yavapai, Hualapai u​nd Havasupai) s​owie die Apache u​nd Opata einfach Ohp o​der O'Ob (Feinde).

Die Seri (Comcaac) bezeichnet a​lle Apache i​n Seri (Cmiique Iitom), e​iner isolierten Sprache, a​ls Hapatsoj (Singular: Hapats).

Geschichte

Vor Ankunft d​er Weißen lebten s​ie hauptsächlich a​ls Jäger u​nd Sammler, bewirtschafteten a​ber auch intensiv kleine Felder i​n den Bergen, d​er Ackerbau w​urde ihnen wahrscheinlich d​urch die Pueblo-Völkern vermittelt. Hinzu gesellten s​ich Raubzüge g​egen ihre indianische Nachbarn, w​ie den Pueblo, Oberen u​nd Unteren Pima, Yavapai, Opata, Tarahumara, Yaqui s​owie Spaniern (und später Mexikanern). Die Raubzüge d​er Westlichen Apache erstreckten s​ich über e​in Gebiet v​om Colorado River i​m Westen Arizonas, z​u den Zuni u​nd Hopi i​m Norden b​is weit i​n den Süden d​er spanischen u​nd dann mexikanischen Bundesstaaten (Sonora, Chihuahua, Sinaloa, Durango).

Zu d​en Diné i​m Norden hatten s​ie ein s​ehr gespanntes Verhältnis, d​as oft i​n offene Feindschaft umschlug. Auch m​it ihren südlichen u​nd östlichen Nachbarn, d​en ebenfalls z​u den Apachen gehörenden Chiricahua-Gruppen (Bedonkohe, Chihenne, Chokonen u​nd Nednhi) lebten s​ie in e​inem unsicheren Frieden, d​er von gegenseitigem Misstrauen u​nd Raubzügen getrübt wurde. Sogar untereinander bekämpften s​ich White Mountain u​nd Pinaleno, Cibecue u​nd Tonto.

Trotz d​er oftmaligen Feindschaft u​nd Raubzüge d​er Apachen, g​ab es a​uch friedliche Beziehungen z​u ihren indianischen s​owie weißen Nachbarn. Besonders d​ie Diné (in Apache Yúdaha – ‘Live Far Up’) s​owie die Zuñi (in Apache: Nastizhé o​der Nastizhé`nde – Jene, m​it schwarzgefärbten Augenbrauen) zählten n​eben den östlichen Pueblo s​owie den Hopi (in Apache Tséká`kiné – Volk, d​as in Steinhäusern lebt) u d​en wichtigsten Handelspartnern d​er Westlichen Apachen.

Die Apachen verkauften geraubtes Vieh (Rinder, Ziegen, Schafe, Esel, Maultiere), Pferde s​owie gesammelte Eicheln, Mescal, Samen, Früchte, Wildpflanzen, Beeren u​nd gerösteten Agave-Herzen. Außerdem b​oten sie Felle, Truthahnbrustfedern, Wasserflaschen s​owie Körbe an. Im Gegenzug bekamen s​ie wertvolle Decken d​er Navajo u​nd Zuni, Musketen, Pulver, eiserne Ackergeräte, Calico (einfache Baumwollstoffe, d​ie mit kleinen, o​ft floralen, Allover-Mustern, bedruckt waren), Messer, andere wichtige Gerätschaften s​owie Mais, Bohnen u​nd später Weizen. Zum Beispiel w​ar ein gestohlenes Pferd i​m Tausch mindestens fünf Navajo-Decken wert.

Auch a​uf den großen Märkten i​n Chihuahua, Santa Fe (New Mexico) u​nd Taos verkauften d​ie Westlichen Apachen gestohlenes Vieh, Pferde u​nd Maultiere a​n weiße, spanische, mexikanische u​nd später amerikanische s​owie indianische Händler u​nd erhielten dafür Waffen, Munition, Messer, eiserne Gerätschaften s​owie Kleidung. Später z​ogen auch Amerikaner n​ach Cedar Creek u​nd Tł`ohk`agai (Fort Apache) i​n die sogenannte Apacheria, u​m Handel z​u treiben.

Nach i​hrer Niederlage g​egen General George Crook 1875, d​ie letzten Gruppen d​er Pinaleño unterwarfen s​ich erst 1883, wurden d​ie verschiedenen Gruppen i​n die San-Carlos-Reservation u​nd die White-Mountain-Reservation umgesiedelt. Wegen d​er Feindschaft m​it den Chiricahua- u​nd Tonto-Gruppen stellten s​ich die Westlichen Apache g​ern als Scouts d​er Armee i​m Kampf g​egen ihre indianischen Nachbarn z​ur Verfügung. Die Chiricahua u​nd Tonto, s​owie die m​it diesen verbündeten Yavapai verübten daraufhin oftmals Überfälle a​uf die Reservate d​er Westlichen Apache, u​m Frauen u​nd Jungen z​u rauben.

Stämme und Gruppen der Westlichen Apache

White Mountain Apache, i​n Apache: Dzil Łigai Si'án Ndee („Volk d​er White Mountains (Weißen Berge)“, spanisch: Sierra Blanca Apaches)[5] Lebten zwischen d​en Pinaleno Mountains i​m Süden u​nd den White Mountains i​m Norden entlang d​es White, Black, Salt s​owie Gila River, östliche s​owie mit ca. 1.500 Personene zugleich d​ie größte u​nd mächtigste Stammesgruppe d​er Westlichen Apache.[6]

  • Westliche White Mountain Apache Band, in Apache: Łįįnábáha, Laan Baaha, Łįįnábáha dinéʼiʼ („Volk, das mit vielen Personen in den Krieg zieht“), im Spanischen: Coyoteros / Coyotero Apaches („Kojotenesser“) Lebten zwischen den Östlichen White Mountain Apache und den Cibecue Apache im Nordwesten und San Carlos Apache im Südwesten.
  • Östliche White Mountain Apache Band, in Apache: Dził Ghą́ʼ, Dzil Ghaa a („Volk der Berggipfel“)
    • Mount Graham Apache („Big Seated Mountain People“ - „Volk vom Dził Nchaa Sí'an (Großer sitzender Berg, d.h. des Mount Graham)“)[7]

Cibecue Apache, i​n Apache: Dishchíí Bikoh („Volk d​es roten Canyon“) Lebten v​om Salt River i​m Süden b​is deutlich über d​em Mogollon Rim i​m Norden, d​ie westliche Grenze bildeten d​ie Mazatzal Mountains, Heimat d​er Südlichen Tonto, nördliche Stammesgruppe.

  • Canyon Creek Band, in Apache: Gołkizhn („Volk das auf dem Berggipfel gesichtet wird“) Lebten entlang des Canyon Creek, einem Nebenfluss des Salt Rivers, im Gebiet des Mogollon Rim, westliche Gruppe der Cibecue Apache.
  • Carrizo Band, in Apache: Tłʼohkʼadigain, Tłʼohkʼadigain Bikoh Indee („Volk im Canyon einer Reihe von weißen Schilf“) Lebten entlang des Carrizo Creek, einem Nebenfluss des Salt Rivers, östliche Gruppe der Cibecue Apache.
  • Cibecue Band, in Apache: Dziłghą́ʼé, Dził Tʼaadn, Dził Tʼaadnji („Volk entlang des Bergrücken, Volk entlang der Basis der Berge“) Lebten entlang des Cibecue Creek, einem Nebenfluss des Salt River, mittlere Gruppe der Cibecue Apache.

San Carlos Apache, i​n Apache: Tsékʼáádn („Metate Volk“) Lebten n​ahe Tucson i​n den Santa Catalina Mountains beiderseits d​es San Pedro River nordwärts über d​en Gila River hinaus b​is zum Salt River.

  • Apache Peaks Band, in Apache: Nadah Dogalniné („Verdorbenes/geschmackloses Mescal Volk“) bzw. Bichi Lehe Nnee („In die Berge geflüchtetes Volk“) Lebten nordwestlich von Globe zwischen dem Salt River und den Apache Peaks entlang des Seven Milk Wash, ostwärts bis zu Ishįį (Salz) am Salt River sowie zwischen den Mündungen des Cibicue Creek und des Canyon Creek.
  • San Carlos Band, in Apache: Tsandee Dotʼán („Volk, das alleine neben dem Feuer platziert wird“) bzw. Tsékʼáádn („Metate Volk“, eigentliche San Carlos), manchmal auch Tiis Zhaazhe Bikoh („Volk des Canyons mit kleinen Pappeln“) Lebten entlang des San Carlos River, einem Nebenfluss des Gila River.
  • Pinaleno / Pinal Apache Band, in Apache: T’iisibaan, T`iis Tsebán, Tiis Ebah Nnee („Volk bei den grauen Pappeln in den Felsen“)[8] Ihre Eigenbezeichnung bezieht sich auf ihr wichtigstes Farmgebiet Tiis Tsebá entlang des Pinal Creek sowie den Pappeln an dessen Mündung in den San Pedro River. Heute jedoch als Pinaleno / Pinal Apache - „Volk der Pinaleno/Pinal Mountains“ bezeichnet, lebten im Westen in den Mescal Mountains und den nördlichen und östlichen Pinaleno / Pinal Mountains (in Apache: Dzi£ Nnilchí' Diyiléé - „mit Kiefern bewachsener Berg“, in Yavapai: Hwaalkamve/Walkame – „Kiefern-Berge“)[9] bis in die nördlichen Apache Peaks im Osten, im Norden jenseits des Salt River sowie im Südosten bis zum Gila River, formten in den Dripping Springs Mountains und den Pinaleno Mountains mit der „Hwaalkamvepaya/Walkamepa Band“ der Guwevkabaya-Yavapai und einigen Arivaipa Apache bilinguale Bands. Sie lebten größtenteils nördlich der Arivaipa.
    • Pinaleño/Pinal Apache Lokalgruppe bzw. in Yavapai: Hwaalkamvepaya/Walkamepa („Volk der Pinaleño/Pinal Mountains“, auch: eigentliche Hwaalkamvepaya/Walkamepa genannt) Lebten als zweisprachige Pinal Apache-Hwaalkamvepaya/Walkamepa Gruppe in den südlichen und westlichen Pinal Mountains, im Englischen als “Pinaleño/Pinal Apache Band” der San Carlos Apache identifiziert.
    • Pinaleño/Pinal Apache Lokalgruppe bzw. in Yavapai: Ilihasitumapa (“Wood-sticking-out-of-middle-of-water People”) Lebten als zweisprachige Pinal Apache-Hwaalkamvepaya/Walkamepa Gruppe in den nördlichen Pinaleno Mountains, im Englischen als “Pinaleño/Pinal Apache Band” der San Carlos Apache identifiziert.
  • Arivaipa / Aravaipa Band, in Apache: Tsé hiné, Tséjìné, Tsee Zhinnee („Volk der dunklen/schwarzen Felsen [in den Galiuro Mountains und Aravaipa Canyon]“) „Aravaipa/Arivaipa“ leitet sich von aarirapa - „Weiber, Feiglinge“ ab, aus der Sprache der feindlichen Névome O'Odham (Tiefland Pima), lebten von den Santa Teresa Mountains im Nordwesten, einschließlich des Mount Turnball, die südlichen Apache Peaks südwärts in den Tortilla Mountains bis in die nordöstlichen Santa Catalina Mountains und Rincon Mountains im Südwesten, sowie vom Nordwesten südlich des Gila Rivers bis in die Galiuro Mountains im Südosten, sowie im Arivaipa Canyon (Arapa) sowie beiderseits des San Pedro River Valley (Sambeda), formten in den Dripping Springs Mountains und den westlichen Pinaleno Mountains mit der „Hwaalkamvepaya/Walkamepa Band“ der Guwevkabaya-Yavapai und einigen Pinaleño/Pinal Apache mindestens eine bekannte bilinguale Lokalgruppe. Sie lebten größtenteils südlich der Pinaleño/Pinal Apache.[10]
    • Tséjiné, Tsé hiné, Tsee Zhinne Lokalgruppe („Volk der dunklen/schwarzen Felsen [in den Galiuro Mountains und Aravaipa Canyon]“), benannt nach dem bedeutendsten Clan unter den Arivaipa, daher meist als Name für die ganze Gruppe gebraucht.
    • Tsé Binest`i`é („Volk das von Felsen umgeben ist“, „Volk inmitten von Felsen“)
    • Mount Turnbull Apache, in Apache: Dzil Dlaazhe, weiterer Hwaalkamvepaya/Walkamepa Clan (Yavapai-Name unbekannt) Lebten in den Santa Teresa Mountains einschließlich des Mount Turnbull; im Englischen meist als “Arivaipa Apache Clan” der San Carlos Apache bekannt.[11]

Die Tonto Apache unterteilten s​ich in folgende Gruppen (engl. Bands), w​obei die Untergliederung i​n "Nördliche" u​nd "Südliche" Tonto Apache umstritten ist. Ich h​abe jedoch d​iese übernommen, d​a sowohl Unterschiede zwischen d​em "Nördlichen Tonto Apache-Idiom" a​ls auch d​em "Südlichen Tonto Apache-Idiom" feststellbar s​ind und s​ich die "Nördlichen Tonto Apache" jeweils m​it den Wi:pukba/Wipukepaya bzw. "Nordöstlichen Yavapai" u​nd die "Südlichen Tonto Apache" s​ich mit d​en Guwevkabaya/Kwevkepaya o​der "Südöstliche Yavapai" z​u zweisprachigen Apache-Yavapai-Bands verbanden:

Nördliche Tonto Apache o​der Tonto (lebten entlang d​es Oberlaufs d​es Verde River s​owie nordwärts b​is zu d​en San Francisco Peaks nördlich v​on Flagstaff, bildeten oftmals m​it der Wi:pukba/Wipukepaya Band d​er Yavapai bilinguale (zweisprachige) Lokalgruppen, d​ie zugleich e​ine Lokalgruppe d​er Nördlichen Tonto Apache a​ls auch e​ine der Yavapai m​it je e​inem Apache -als a​uch einen Yavapai-Namen bildeten)

  • Bald Mountain Band, in Apache: Dasziné Dasdaayé Indee (‘Porcupine Sitting Above People’) bzw. in Yavapai: Wiipukepaya/Wipukepa („Volk vom Fuß des roten Felsens d.h. des Red Rock Country“). Lebten meist rund um Bald Mountain oder Squaw Peak sowie im westlichen Verde River Valley, südwestlich von Camp Verde. Sie lebten einzig von der Jagd und dem Sammeln von Wurzeln, Kräutern und Pflanzen.
  • Oak Creek Band, in Apache: Tsé Hichii Indee (‘Horizontal Red Rock People’) bzw. in Yavapai: Wiipukepaya/Wipukepa („Volk vom Fuß des roten Felsens, d.h. des Red Rock Country“). Lebten nahe dem heutigen Sedona, entlang des Oak Creek, Dry Beaver Creek, Wet Beaver Creek sowie südwärts bis zum Westufer des Verde River, zwischen Altnan und West Clear Creek, ostwärts zu Stoneman und Mary Lakes und nordwärts bis zum Roger Lake und Flagstaff.
  • Fossil Creek Band, in Apache: Tú Dotłʼizh Indee („Volk des blau-grünen Wassers, d.h. Volk entlang des Fossil Creeks“) bzw. in Yavapai: Matkitwawipa („Volk des Verde River Valley (in Yavapai: Matkʼamvaha)“). Hatten einige kleine Pflanzungen entlang des Fossil Creek (Tu Do Cliz - „Canyon des Blau-grünen Wassers/Fossil Creeks“)[12], Clear Creek sowie an einer Stelle am Verde River, unterhalb der Mündung des Deer Creek, jagten und sammelten westlich des Verde River, im Nordwesten bis zum Gebiet der Oak Creek-Tonto sowie im Nordosten bis zu Apache Maid Mountain.
  • Mormon Lake Band, in Apache: Dotłʼizhi HaʼitʼIndee (‘Turquoise Road Coming Up People’). Lebten östlich des Mormon Lake nahe dem Anderson Canyon, ihre Gebiete lagen im Coconino National Forest und umfassten Mount Elden, Mormon Lake, Soneman Lake, Hay Lake, die Region rund um die heutigen zwei Stauseen namens Lake Mary (Upper und Lower Lake Mary) sowie den Anderson und Padre Canyon, streiften bis in die südlichen San Francisco Peaks (in Apache: Dził Tso; in Yavapai: Wi:mun Kwa), da sie immer Angriffe der feindlichen Navajo (Diné) im Norden und Osten ausgesetzt waren, lebten sie einzig als Sammler und Jäger. Als isolierteste Lokalgruppe der Nördlichen Tonto betrieben sie nicht nur keinen Ackerbau, sie unterhielten auch keine familiären Bindungen zu den benachbarten Yavapai, so dass sie die einzige Gruppe der Tonto Apache waren, die nur aus Apache bestand.

Südliche Tonto Apache o​der Dilzhę́’é (lebten i​m Tonto Basin, v​om Salt River (in Yavapai: ʼHakanyacha o​der Hakathi:) i​m Süden nordwärts entlang s​owie über d​en East Verde River hinweg s​owie in d​er Sierra Ancha, Bradshaw Mountains u​nd Mazatzal Mountains, bildeten oftmals m​it den Wiikchasapaya/Wikedjasapa („Volk d​er McDowell Mountains (in Yavapai: Wi:kajasa)“) u​nd den Hwaalkamvepaya/Walkamepa („Volk d​er Walkame, d.h. d​er Pinaleño/Pinal Mountains“) d​er Guwevkabaya/Kwevkepaya Band d​er Yavapai bilinguale (zweisprachige) Lokalgruppen, d​ie zugleich e​ine Lokalgruppe d​er Südlichen Tonto Apache a​ls auch e​ine der Yavapai m​it je e​inem Apache -als a​uch einen Yavapai-Namen bildeten)

  • Mazatzal Band, in Apache: Tsé Nołtłʼizhn (‘Rocks in a Line of Greenness People’) bzw. in Yavapai: Hakayopa oder Hichapulvapa. Lebten meist in den östlichen Mazatzal Mountains, untergliederten sich nochmals in zwei bilinguale Südliche Tonto Apache - Wiikchasapaya/Wikedjasapa Gruppen:
    • Tsé Nołtłʼizhn' bzw. Hakayopa (beanspruchten die Gegend rund um die Gemeinde Sunflower Valley, die Mazatzal Mountains südlich des höchsten Gipfels, Mazatzal Peak (2.409 m), sowie im Osten in der Gegend rund um das einstige Fort Camp Reno im westlichen Tonto Basin (auch Pleasant Valley genannt))
    • Tsé Nołtłʼizhn' bzw. Hichapulvapa (diese beanspruchten die Mazatzal Mountains südwärts vom East Verde River und westlich vom North Peak zum Mazatzal Peak)
  • Dilzhę́’é Semi-Band, in Apache: Dilzhę́’é, Dil Zhe`é („Volk mit hohen, hellen Stimmen“), in Yavapai: Matkawatapa. Bedeutendste Semi-Band (Klein-Gruppe), alle übrigen fünf Klein-Gruppen wurden allgemein als Dilzhę́’é bezeichnet, die Bezeichnung Matkawatapa bezieht sich jedoch nur auf eine Gruppe einiger Dilzhę́’é in der Sierra Ancha die mit Angehörigen der Hwaalkamvepaya/Walkamepa der Guwevkabaya/Kwevkepaya eine gemeinsame zweisprachige Gruppe bildeten.
  • zweite Semi-Band bzw. Klein-Gruppe
  • dritte Semi-Band bzw. Klein-Gruppe
  • vierte Semi-Band bzw. Klein-Gruppe
  • fünfte Semi-Band bzw. Klein-Gruppe
  • sechste Semi-Band bzw. Klein-Gruppe

Demographie

Die Westlichen Apachen w​aren mit ca. 4.500 b​is 5.000 Angehörigen d​ie größte u​nd bevölkerungsreichste Gruppe u​nter den Apachen, d​ie zusammen n​ie mehr a​ls 15.000 zählten, w​obei bedacht werden muss, d​ass hiervon n​ur 25 % Männer waren, u​nd der Rest Frauen (35 %) u​nd Kinder (40 %). Hierbei w​aren wiederum d​ie ca. 1.500 zählenden White Mountain Apache d​ie größte u​nd mit ca. 375 Kriegern mächtigste Gruppe d​er Westlichen Apache, während m​it ca. 1.000 Angehörigen (ca. 250 Kriegern) d​ie Cibecue Apache d​ie zweitgrößte Gruppe darstellten. Die San Carlos Apache u​nd Südlichen Tonto Apache zählten jeweils 900 Stammesmitglieder (mit j​e 225 Kriegern), sodass d​ie ca. 800 Mitglieder zählenden Nördlichen Tonto Apache-Yavapai[13] (hierunter ca. 450 Apache m​it ca. 110 Kriegern) d​ie kleinste Gruppe bildeten.

Heutige Situation

Heute g​ibt es fünf sogenannte federally recognized tribes d​er Westlichen Apache, d​ie von d​er Regierung d​er Vereinigten Staaten offiziell a​uf Bundesebene a​ls Stamm anerkannt werden. Hierbei bilden d​ie Yavapai-Apache Nation u​nd die Fort McDowell Yavapai Nation sowohl z​wei der fünf Apache-Stämme Arizonas a​ls auch z​wei der d​rei federally recognized Yavapai-Stämme i​n Arizona.

  • White Mountain Apache Tribe
  • San Carlos Apache Tribe
  • Tonto Apache Tribe
Die Tonto Apache Reservation wurde 1972 mit gerade ca. 344.000 m² (85 acres) inmitten des Tonto National Forest eingerichtet, die 2010 nochmals um weitere 1.181.683 m² (292 acres) erweitert wurde,[14] so dass sie heute ca. 1,5 km² umfasst. Die Reservation wird von 100 der ca. 140 Stammesmitglieder bewohnt und grenzt südlich an die Stadt Payson (in Apache: Te-go-suk - ‘Platz des gelben Wassers’) im Nordwesten des Gila County, ca. 153 km nordöstlich von Phoenix und 160 km südöstlich von Flagstaff.
Die Reservation ist von vielen großen Gebirgsketten umgeben, den Mazatzal Mountains im Westen, den Sierra Ancha Mountains im Süden sowie dem Mogollon Rim im Norden, mit Höhenlagen von 1.200 m bis rund 2.100 m.
Die Tonto Apache betreiben heute das Mazatzal Hotel & Casino,[15] südlich von Payson, am Highway 87 gelegen, mit Blick auf die Mazatzal Mountains und dem Mogollon Rim (engl. Aussprache: MUG-ee'ahn).
Die Tonto Apache sind direkte Nachkommen der einst in der Umgebung von Payson lebenden Nördlichen Tonto der Dilzhe'e Apache. Während der ersten Reservationszeit wurden sie in die große Rio Verde Reservation, nahe Fort Verde, welche 1871 für die Nördlichen Tonto Apache und Wi:pukba (Wipukepa) oder Nordöstlichen Yavapai eingerichtet worden war - jedoch wurde es 1875 aufgelöst und die Stämme wurden gezwungen, in die San Carlos Reservation umzusiedeln. Einige Nördliche Tonto Apache kehrten nach 20 Jahren Exil allmählich wieder nach Payson zurück, jedoch hatten bereits weiße Siedler viel Stammesland besetzt. Die Mehrheit der Nördlichen Tonto Apache hatte jedoch beschlossen, zusammen mit ihren Verwandten und Verbündeten, den Yavapai, in die Camp Verde Reservation zurückzukehren und bilden heute die Yavapai-Apache Nation.
  • Yavapai-Apache Nation
Nachdem 1871 die Yavapai und Dilzhe’e Apache (Tonto Apache) gezwungen wurden, in die ca. 900 km² umfassende Camp Verde Reservation entlang des Verde River nahe Camp Verde zu ziehen, starben während der ersten drei Jahre (1871–1873) viele Kinder und Alte auf Grund von schlechtem Wasser und mangelhafter Versorgung mit gesundem und ausreichendem Essen. Als die Yavapai und Dilzhe’e Apache Bewässerungssysteme (einschließlich eines ca. 8 km langen Grabens) errichteten, funktionierte dies so gut, dass es nun möglich war, eine ausreichende Ernte einzufahren, um relativ autark zu sein. Aber beauftragte Unternehmer, die mit der Regierung zusammenarbeiteten, um die Versorgung der Reservationen sicherzustellen, sahen sich hierdurch in ihrer Existenz bedroht, und verlangten, die Reservation aufzulösen. Daraufhin wurden am 27. Februar 1875 1.476 Indianer gezwungen, über schneebedeckte Berge und zugefrorene Flüsse ca. 290 km nach Süden in die San Carlos Apache Indian Reservation zu ziehen, wobei viele Ältere, Frauen und Kinder in Schnee und Kälte umkamen. Während des Marsches kam es auf Grund des Hungers und der Strapazen zu gewaltsamen Spannungen zwischen Ɖo:lkabaya (Tolkepaya), Yavbe' (Yavapé) und Wi:pukba (Wipukepa) auf der einen Seite und den Dilzhe’e Apache und deren Guwevkabaya (Kwevkepaya) und Wi:pukba (Wipukepa)-Verbündeten andererseits. In San Carlos kamen nach zwei Wochen 1.361 Yavapai und Tonto Apache an, unterwegs wurden 25 Babys geboren, ca. 140 sind umgekommen.[16]
In den frühen 1900er kehrten die Yavapai und Dilzhe’e Apache in ihre alte Heimat zurück, und 1910 wurde die ca. 40 acres (ca. 0,16 km²) große Camp Verde Indian Reservation eröffnet, zudem im folgenden Jahrzehnt die separate ca. 248 acres (ca. 1,00 km²) große Middle Verde Indian Reservation. Diese zwei wurden 1937 zur heutigen, ca. 665 acres (ca. 2,70 km²) umfassenden, Yavapai-Apache Nation Indian Reservation zusammengelegt, und besteht aus vier nicht zusammenhängenden Siedlungen im Verde Valley im östlichen Yavapai County - Clarkdale, Middle Verde, Rimrock sowie Camp Verde, den Verwaltungssitz und Hauptort, der mit 576 acres (ca. 2,33 km²) fast 90 % des Reservats umfasst. Der Census des Jahres 2000 ergab eine Reservatsbevölkerung von 743 Personen, von denen 512 in Camp Verde, 218 in Clarkdale und nur 13 in der nicht inkorporierten Siedlung Lake Montezuma lebten.[17]
Die Basis der Einkünfte der Yavapai-Apache Nation bildet das Cliff Castle Casino[18] sowie der Tourismus, dank vieler erhaltener historischer Stätten, wie Slide Rock State Park, Sedona Red Rock Country, Tuzigoot National Monument und Montezuma Castle National Monument. Die Yavapai-Apache Nation ist ein Zusammenschluss von zwei historisch unterschiedlichen Stämmen, welche beide am Oberen Verde River lebten. Die Nördlichen Tonto Apache der Dilzhe'e Apache, nutzten das Land im Nordosten, Osten und Süden, während die Wi:pukba (Wipukepa) (auch Nordöstliche Yavapai)[19] und Yavbe' (Yavapé) (auch Nordwestliche Yavapai) im Nordwesten, Westen und Süden wohnten. Ihre Gebiete überlappten entlang des Oberen Verde River, wo sie oft in bilingualen Gruppen zusammen lebten. Heute überwiegt die Apache-Kultur.[20]
  • Fort McDowell Yavapai Nation
Das Reservat der Fort McDowell Yavapai Nation, ca. 56 km nordöstlich von Phoenix im Maricopa County, wurde durch Theodore Roosevelt 1903 errichtet und umfasste ursprünglich 40 sqm (ca. 103 km²), jedoch versuchte das Office of Indian Affairs 1910 die Bewohner umzusiedeln, um das Gebiet und die Wasserrechte für Außenstehende zu öffnen - jedoch vergebens. Die Reservation umfasst zurzeit 24.680 acres (ca. 100 km²) und wird von ca. 600 der insgesamt 950 Stammesmitglieder bewohnt.
Die Fort McDowell Yavapai Nation hat mehrere touristische Unternehmen, einschließlich des Fort McDowell Casino, Fort McDowell Adventures (a Western-themed outdoor venue), Eagle’s Nest RV Park, WeKoPa Golf Club, Fort McDowell Farms, Yavapai Materials, Radisson Poco Diablo Resort in Sedona sowie des Radisson Fort McDowell Resort and Conference Center.[21]
Fort McDowell ist zudem der Geburtsort von einem der ersten Vorkämpfer für die indigenen Menschenrechte, Dr. Carlos Montezuma (Wassaja) (1866–1923). Als Kind wurde Wassaja von Akimel O'Odham geraubt und an einen italienischen Fotografen verkauft, der ihn in Chicago in Medizin unterrichtete, und schließlich schloss er das Medizinstudium als Doktor ab. Später kämpfte Wassaja, besser bekannt als Dr. Carlos Montezuma, für die Rechte der Native Americans, für das Recht, Bürger der Vereinigten Staaten zu werden. Er wurde auch eine der führenden Persönlichkeiten, die die Yavapai unterstützten, ihre Stammesgebiete wieder zu erlangen, und starb auf der Reservation an Tuberkulose.[22]
Die Guwevkabaya (Kwevikopaya oder Kwevkepaya) (auch Südöstlichen Yavapai) der Fort McDowell Reservation nennen sich Abaja - ‘Das Volk’, daher vermuten einige Anthropologen und Linguisten, dass der Name Apache für die verschiedenen athapaskischsprachigen Apachen sich von der Eigenbezeichnung der Guwevkabaya herleitet. Die Fort McDowell Yavapai Nation besteht aus zwei verschiedenen Stämmen, den Guwevkabaya (Kwevikopaya)-Yavapai und den Dilzhe'e Apache oder Südlichen Tonto Apache, welche oftmals untereinander heirateten, bilinguale Gruppen bildeten und Verbündete gegen feindliche Stämme und Siedler waren.[23]

Persönlichkeiten

  • Jay Tavare (* 18. Juni 1968 in der Navajo Nation Reservation, Arizona, indigener Schauspieler und Blogger, sein Vater ist Navajo, seine Mutter eine White Mountain Apache, da beide Völker jedoch die Abstammung matrilinear (d. h. durch die Familie der Frau) bestimmen, gehört er den White Mountain Apache an.)

Siehe auch

Literatur

Kultur:

  • Keith H. Basso: Western Apache witchcraft. (= Anthropological Papers of the University of Arizona. No. 15). University of Arizona Press, Tucson 1969.
  • Keith H. Basso: The Cibecue Apache. (= Case Studies in Cultural Anthropology). Holt, Rinehart and Winston, New York 1970, ISBN 0-03-083171-7.
  • Keith H. Basso: Portraits of "the whiteman": Linguistic play and Cultural symbols among the Western Apache. Cambridge University Press, Cambridge 1979, ISBN 0-521-29593-9.
  • Keith H. Basso: Wisdom sits in places: Landscape and language among the Western Apache. University of New Mexico Press, Albuquerque 1996, ISBN 0-8263-1724-3.
  • Grenville Goodwin: Myth and tales of the White Mountain Apache. New York 1939. (Reprint: (= Memoirs of the American Folk-Lore Society. Vol. 33). Univ. of Arizona Press, Tucson 1994, ISBN 0-8165-1451-8)
  • Grenville Goodwin: The social organization of the Western Apache. In: Janice T. Goodwin (Hrsg.): The University of Chicago publications in anthropology: Ethnological series. The University of Chicago Press, Chicago 1942. (Reprint: University of Arizona Press, Tucson 1969)
  • Grenville Goodwin: Western Apache raiding and warfare. Hrsg. von Keith H. Basso. Holt, Rinehart and Winston, New York 1971, ISBN 0-8165-0297-8.
  • Grenville Goodwin, Morris E. Opler: Grenville Goodwin among the Western Apache: Letters from the field. University of Arizona Press, Tucson 1973, ISBN 0-8165-0417-2.
  • Steve Gordon, Deborah Martin, Edgar Perry: Ancient power [Compact Disc Recording]. Sequoia Records, Topanga, CA 1998.
  • Charles R. Kaut: The Western Apache clan system: Its origins and development. (= University of New Mexico publications in anthropology. Nr. 9). University of New Mexico, Albuquerque 1957.
  • Helen H. Roberts: Basketry of the San Carlos Apache. (= Anthropology papers of the American Museum of Natural History. Vol. 31, Part. 2). The American Museum of Natural History, New York City 1929.

Sprache:

  • Keith H. Basso: Portraits of "the whiteman": Linguistic play and cultural symbols among the Western Apache. Cambridge University Press, Cambridge 1979, ISBN 0-521-29593-9.
  • Keith H. Basso: Western Apache language and culture: Essays in linguistic anthropology. University of Arizona Press, Tucson 1990, ISBN 0-8165-1323-6.
  • Keith H. Basso: Wisdom sits in places: Landscape and language among the Western Apache. University of New Mexico Press, Albuquerque 1996, ISBN 0-8263-1724-3.
  • John G. Bourke, Carole J. Condie: Vocabulary of the Apache or ’Indé language of Arizona and New Mexico. (= Occasional publications in anthropology: Linguistic series. Nr. 7). Museum of Anthropology, University of Northern Colorado, Greenley, CO 1980.
  • Dorothy Bray, White Mountain Apache Tribe: Western Apache-English dictionary: A community-generated bilingual dictionary. Bilingual Press, Tempe, AZ 1998, ISBN 0-927534-79-7.
  • Pliny E. Goddard: Myths and tales from the San Carlos Apache. (= Anthropological papers of the American Museum of Natural History. Vol. 24, Part 1). The American Museum of Natural History, New York 1918.
  • Pliny E. Goddard: Myths and tales from the White Mountain Apache. (= Anthropological papers of the American Museum of Natural History. Vol. 24, Part 2). The American Museum of Natural History, New York 1919.
  • Pliny E. Goddard: San Carlos Apache texts. (= Anthropological papers of the American Museum of Natural History. Vol. 24, Part 3). The American Museum of Natural History, New York 1919.
  • Pliny E. Goddard: White Mountain Apache texts. (= Anthropological papers of the American Museum of Natural History. Vol. 24, Part 4). The American Museum of Natural History, New York 1920.
  • Matthew Gordon, Brian Potter, John Dawson, Willem de Reuse, Peter Ladefoged: Phonetic structures of Western Apache. In: International Journal of American Linguistics. 67 (4), 2001, S. 415–481.
  • Edgar Perry: Western Apache dictionary. White Mountain Apache Culture Center, Fort Apache, AZ 1972.
  • Willem J. de Reuse: A practical grammar of the San Carlos Apache language. 2006, ISBN 3-89586-861-2.

Einzelnachweise

  1. Keith H. Basso: Western Apache Raiding and Warfare. 2015, ISBN 978-0-8165-0297-4, S. 13.
  2. Tonto Apache and its position within Apachean
  3. Etymology - Also, What About 'Tonto'?
  4. Shadows at Dawn - The Peoples - Nnēē / Apache / 'O:b
  5. Fort Apache History
  6. Ian W. Record: Big Sycamore Stands Alone: The Western Apaches, Aravaipa, and the Struggle for Place. University of Oklahoma Press, 2008, ISBN 978-0-8061-3972-2.
  7. Yavapai and Nde Apache
  8. Earth, Wind, and Fire: Pinal Apaches, Miners, and Genocide in Central Arizona, 1859-1874
  9. The Pinal Mountains
  10. 1850 map showing Apache seasonal migrations in and around the San Pedro River Valley, located in the Aravaipa and Pinal Band territories
  11. Yavapai and Nde Apache
  12. Tu Do Cliz - YAN Council Passes Resolution to Protect Fossil Creek@1@2Vorlage:Toter Link/www.yavapai-apache.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 7,2 MB)
  13. Michael David Pool: The Western Apache Settlement System and Its Implications for the Prehistoric Early Mogollon Period. 1985.
  14. Tonto Apache Tribe celebrates victory (Memento des Originals vom 8. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.paysonroundup.com
  15. Mazatzal Hotel & Casino (Memento des Originals vom 28. September 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mazatzal-casino.com
  16. Timothy Braatz: Surviving Conquest: A History of the Yavapai Peoples. University of Nebraska Press, 2007, ISBN 978-0-8032-2242-7, S. 175–176.
  17. United States Census Bureau - Yavapai-Apache Nation
  18. Cliff Castle Casino
  19. ITCA - Yavapai-Apache Nation (Memento vom 19. August 2003 im Internet Archive)
  20. Yavapai-Apache Nation - Yavapai & Apache Culture (Memento des Originals vom 9. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.yavapai-apache.org
  21. Fort McDowell Resort Destination
  22. ITCA Fort McDowell Yavapai Nation (Memento vom 19. August 2003 im Internet Archive)
  23. Fort McDowell Yavapai Nation - About Us (Memento des Originals vom 11. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ftmcdowell.org
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