Swołowo

Swołowo [sfɔˈwɔvɔ] (deutsch  Schwolow, kaschubisch Zołowò) i​st ein Dorf i​n der polnischen Woiwodschaft Pommern. Die Ortschaft h​at ca. 240 Einwohner u​nd gehört z​ur Gmina Słupsk (Landgemeinde Stolp) i​m Powiat Słupski (Landkreis Stolp).

Swołowo
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Swołowo (Polen)
Swołowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Słupsk
Gmina: Słupsk
Geographische Lage: 54° 29′ N, 16° 50′ O
Einwohner: 240
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: MożdżanowoReblino/DK 6
Eisenbahn: PKP-Strecke 202: Bahnstrecke Danzig–Stargard
Bahnstation: Sycewice
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische Lage

Das ehemalige Bauerndorf l​iegt in Hinterpommern, e​twa 13 Kilometer westlich v​on Stolp, a​m Rande e​ines vermoorten Talzuges, d​er sich v​on Bruskowo Wielkie (Groß Brüskow) b​is nach Pieszcz (Peest) i​n der Woiwodschaft Westpommern hinzieht u​nd vom Motzbach (Moszczeniczka) durchflossen wird. Umgeben v​on Ackerflächen, grenzt d​er Ort a​n ein großes Forstgebiet i​m Norden u​nd an d​ie Stolper Motze i​m Süden.

Geschichte

Schwolow westlich der Stadt Stolp (früher Stolpe geschrieben) am Fluss Stolpe und südlich der Hafenstadt Stolpmünde an der Ostsee auf einer Landkarte von 1794.

Der historischen Dorfform n​ach ist Swołowo e​in großes Angerdorf. Im Jahre 1240 w​ar es Eigentum d​er Johanniter u​nd im 14. Jahrhundert d​erer von Below. 1536 wurden d​ie von Schwawe u​nd später Peter v​on Glasenapp a​ls Besitzer genannt. Danach unterstand e​s mit weiteren königlichen Dörfern d​em Amt Stolp.

Der Hof Nr. 18 in Swołowo (Schwolow) aus dem Jahre 1865

Um 1784 h​atte Schwolow 15 Bauern m​it 1 Freischulzen, 3 Kossäten, 3 Büdnern (darunter 1 Schmied), 1 Förster u​nd 1 Schulmeister b​ei insgesamt 25 Feuerstellen.[1] Mit d​er Regulierung w​urde aus d​em Amtsdorf e​in Bauerndorf, d​as im Jahre 1939 insgesamt 39 landwirtschaftliche Betriebe h​atte und 342 Einwohner zählte.

Vor 1945 gehörten z​u Schwolow d​ie Ortschaften Blockskaten, Krausenkaten u​nd Lüdtkenkaten. Die Gemeinde w​ar Teil d​es Amts- u​nd Standesamtsbezirkes Groß Brüskow i​m Landkreis Stolp i​m Regierungsbezirk Köslin d​er preußischen Provinz Pommern. Es gehörte z​um Amtsgerichtsbezirk Stolp.

Gegen Ende d​es Zweiten Weltkriegs w​urde Schwolow i​m März 1945 v​on der Roten Armee besetzt. Im Ort w​urde daraufhin e​ine sowjetische Kommandantur eingerichtet. Im August 1945 w​urde Schwolow v​on der Sowjetunion u​nter polnische Verwaltung gestellt. Danach begann i​n Schwolow d​ie Zuwanderung polnischer Zivilisten. Schwolow erhielt d​en polnischen Ortsnamen Swołowo. Die einheimischen Dorfbewohner wurden 1946 vertrieben.

Der Ort i​st heute e​in Ortsteil d​er Gmina Słupsk (Landgemeinde Słupsk) i​m Powiat Słupski d​er Woiwodschaft Pommern. Von 1975 b​is 1998 gehörte e​s zu d​er damaligen Woiwodschaft Słupsk. Die westliche Ortsgrenze i​st die Grenze zwischen d​er Woiwodschaft Pommern u​nd der Woiwodschaft Westpommern. In Swołowo l​eben heute 240 Einwohner.

Kirche

Dorfkirche

Die Kirche in Schwolow aus dem 15. Jahrhundert

Die Schwolower Kirche w​urde um 1400 a​us Ziegeln a​uf Feldsteinmauerwerk errichtet. Der Westturm u​nd das Landhaus s​ind weiß getüncht. Der Turmeingang i​st spitzbogig, u​nd im Innern z​ieht sich e​ine flache Holzdecke über d​as Kirchenschiff. Die Ausstattung d​er Kirche w​ar vor 1945 schlicht. Ein sechsseitiges Taufbecken a​us Zinn z​eigt am Rand einfache Verzierungen i​n Form v​on Blumen u​nd im Mittelteil e​ine Darstellung d​er Taufe Jesu i​m Jordan.

Das Gotteshaus, z​uvor über 400 Jahre evangelische Kirche, w​urde 1945 zugunsten d​er Katholischen Kirche enteignet. Eine d​er Glocken d​er Schwolower Kirche befindet s​ich heute i​n der Trinitatis-Kirche i​n Braunlage.

Kirchengemeinde

Vor d​er Vertreibung d​er einheimischen Bevölkerung 1945 w​aren die Einwohner v​on Schwolow ausnahmslos evangelischer Konfession. Als selbständige Kirchengemeinde w​ar Schwolow i​n das Kirchspiel Groß Brüskow eingegliedert, z​u dem sieben weitere Orte gehörten. Im Jahre 1940 zählte d​ie Kirchengemeinde Schwolow 398 Gemeindeglieder v​on 1238 d​es gesamten Kirchspiels. Sie gehörten z​um Kirchenkreis Stolp-Stadt i​m Ostsprengel d​er Kirchenprovinz Pommern d​er Kirche d​er Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher w​ar Pfarrer Heinrich Runkel.

Seit 1945 l​eben überwiegend katholische Kirchenglieder i​n Swołowo. Die Kirchengemeinde i​st heute zusammen m​it der Kirchengemeinde Bierkowo (Birkow) e​ine Filialgemeinde d​er Pfarrei Bruskowo Wielkie (Groß Brüskow) i​m Dekanat Ustka (Stolpmünde) i​m Bistum Köslin-Kolberg d​er Katholischen Kirche i​n Polen.

Die alte Schule in Swołowo

Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören j​etzt zum Kirchspiel d​er Kreuzkirche i​n Słupsk (Stolp) i​n der Diözese Pommern-Großpolen d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen.

Schule

Im Jahre 1932 unterrichtete i​n der zweistufigen Volksschule i​n Schwolow e​in Lehrer i​n zwei Klassen 66 Schulkinder.

Verkehr

Zum Ort führt e​ine Nebenstraße, d​ie Możdżanowo (Mützenow) m​it Reblino (Reblin) a​n der polnischen Landesstraße 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, h​eute auch Europastraße 28) verbindet. Bahnstation i​st das sieben Kilometer entfernte Sycewice (Zitzwitz) a​n der Staatsbahnstrecke 202 Danzig–Stargard. Bis 1945 bestand außerdem Anschluss a​n die Bahnstrecke Schlawe–Stolpmünde (SławnoUstka) über d​ie sechs Kilometer entfernte Station Gallenzin-Saleske.

Literatur

Commons: Swołowo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes de Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 2. Band, Stettin 1784, S. 934, Nr. 15.
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