Rückersdorf (Niederlausitz)

Rückersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster im südlichen Brandenburg und gehört zum Amt Elsterland mit Sitz in der Gemeinde Schönborn.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Elsterland
Höhe: 98 m ü. NHN
Fläche: 24,71 km2
Einwohner: 1337 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03238
Vorwahl: 035325
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 417
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Kindergartenstraße 2a
03253 Schönborn
Website: www.rueckersdorf.eu
Bürgermeister: Georg Zörner (CDU)
Lage der Gemeinde Rückersdorf im Landkreis Elbe-Elster
Karte

Geografie

Der Ort inmitten des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, der sich im westlichsten Teil der Niederlausitz befindet, liegt etwa 100 km südlich von Berlin, 70 km westlich von Cottbus, 70 km nördlich von Dresden und 100 km östlich von Leipzig.

Rückersdorf (Luftaufnahme 2015)

Nachbargemeinden

Rückersdorf grenzt an die Gemeinden Schönborn, Doberlug-Kirchhain, Heideland, Gorden-Staupitz und Bad Liebenwerda.

Gemeindegliederung

Rückersdorf besteht aus drei Ortsteilen:

Daneben gibt es die Wohnplätze Grube Erna, Täubertsmühle und Waldsiedlung.[2]

Geschichte

Rückersdorf wurde im Jahre 1234 erstmals urkundlich erwähnt und war somit eine der ersten Besitzungen des Klosters Dobrilugk.

Oppelhain, Rückersdorf und Friedersdorf gehörten seit 1816 zum Kreis Luckau in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Finsterwalde im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Zu DDR-Zeiten bestand der Gemeindeverband Rückersdorf-Oppelhain. Er war der erste seiner Art im Bezirk Cottbus und wurde mit der Wiedervereinigung Deutschlands aufgelöst. Zum Gemeindeverband zählten die Orte

In diesem Verband lebten etwa 5400 Bürger.

Die heutige Gemeinde Rückersdorf entstand am 31. Dezember 2001 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Oppelhain und Rückersdorf (mit dem Ortsteil Friedersdorf).

Eingemeindungen

  • Eingliederung von Friedersdorf bei Oppelhain in die Gemeinde Rückersdorf mit Wirkung zum 1. Oktober 1973[3]
  • Eingliederung von Oppelhain mit Neubildung der Gemeinde Rückersdorf zum 31. Dezember 2001[4]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875306
1890298
1910327
1925318
1933349
1939394
1946536
1950583
Jahr Einwohner
1964597
1971751
19811.491
19851.527
19891.667
19901.603
19911.546
19921.586
19931.544
19941.486
Jahr Einwohner
19951.494
19961.486
19971.500
19981.489
19991.464
20001.428
20011.898
20021.857
20031.815
20041.780
Jahr Einwohner
20051.737
20061.694
20071.678
20081.683
20091.624
20101.613
20111.520
20121.476
20131.466
20141.469
Jahr Einwohner
20151.466
20161.392
20171.357
20181.350
20191.348
20201.337

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[5][6]:[7] Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Rückersdorf besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[8]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
CDU 34,5 % 3
Landwirtschaft, Umwelt und Natur Elbe-Elster 28,0 % 3
Feuerwehr Rückersdorf 15,1 % 2
SG Friedersdorf 09,0 % 1
Einzelbewerber Lothar Belger 04,9 % 1

Bürgermeister

NameAmtszeit
Heinz Deising10.06.1968 bis 24.12.1992
Frank Hübler24.12.1992 bis 04.03.1993
Lothar Belger04.03.1993 bis 05.12.1993
Günter Schimko05.12.1993 bis 16.01.2002
Christian Jaschinski16.01.2002 bis 14.04.2010
Wilfried Büchner14.04.2010 bis 24.05.2014
Mathias Lehmann24.05.2014 bis 31.12.2015[9]
Lothar Belger04.03.2016 bis 26.05.2019[10]
Georg Zörner27.05.2019

Zörner wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 68,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

Seit dem Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden im Jahr 2001 hat jeder Ortsteil einen eigenen Ortsbürgermeister.

Wappen

Das Wappen wurde am 1. Juni 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber über erniedrigter blauer Spitze mit einem schreitenden silbernen Schaf, das mit dem rechten Vorderfuß über die Schulter ein rot-silbernes Banner trägt, eine grüne beblätterte Linde.“[13]

Sehenswürdigkeiten und Kultur

In der Liste der Baudenkmale in Rückersdorf (Niederlausitz) und in der Liste der Bodendenkmale in Rückersdorf (Niederlausitz) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmäler.

Bauwerke und Denkmale

Dorfkirche Rückersdorf

Museum

  • Mühlenmuseum im Ortsteil Oppelhain

Parks, Landschaftsschutzgebiete, Gewässer

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
  • Gutspark in Rückersdorf
  • LSG Rückersdorf-Drößiger Heidelandschaft
  • LSG Grubenseen in der Rückersdorfer Heide
  • Rückersdorfer See, entstanden durch den Kiesabbau seit 1927
  • Bad Erna/Grube Erna, entstanden durch den Braunkohleabbau der Rückersdorfer Kohlenwerke
  • Blauer See
  • Franzosenteich
  • Flösse

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Fastnacht, Jugendfastnacht, Zampern in allen Ortsteilen
  • Weiberfastnacht in Friedersdorf
  • Schützenfest in Rückersdorf (jährlich am letzten Juliwochenende)
  • Mühlenmärkte in Oppelhain
  • Erntefest und Weihnachtsmarkt in Friedersdorf (im jährlichen Wechsel)
  • Sportfest in Oppelhain (jährlich am ersten Augustwochenende) und in Friedersdorf

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

In der Gemeinde Rückersdorf haben die „Pro Beton GmbH und Co. KG Brandenburg“ sowie das „Kalksandsteinwerk Rückersdorf“ ihren Sitz. Weiterhin gibt es eine Baumschule, eine Agrargenossenschaf,t die sich auf die Ortsteile Oppelhain und Rückersdorf verteilt, sowie weitere kleinere Unternehmen.

Verkehr

Durch die Gemeinde Rückersdorf führen die Landesstraßen L 622 nach Doberlug-Kirchhain und L 653 nach Bad Liebenwerda.

Der Bahnhof Rückersdorf wird von der Regional-Express-Linie RE 5 Rostock–Berlin–Elsterwerda bedient. Der heutige Bahnhof wurde 1897 als Haltepunkt Rückersdorf-Oppelhain an der Berlin-Dresdener Eisenbahn eröffnet. Später kamen die Gleise 3 und 4 sowie Anschlussgleise an das Holzausformungswerk, Sägewerk und Betonwerk hinzu. Neben dem Bahnhof Rückersdorf gab es noch die Blockstelle Rückersdorf, die sich in Grube Erna befand, sowie zwei dem Bahnhof Rückersdorf angehörende Schrankenposten. Dort gab es einen Gleisanschluss der Rückersdorfer Kohlenwerke. Direkt am Bahnhof befindet sich auch das Stellwerk B1. Des Weiteren verfügte der Bahnhof Rückersdorf über eine Güterabfertigung und eine Kopfseitenrampe. Rund fünf Kilometer nördlich liegt der Eisenbahnknotenpunkt Doberlug-Kirchhain, dort kreuzen sich die Eisenbahnstrecken Halle–Cottbus und Berlin–Dresden.

Im Betonwerk gab es früher eine Grubenbahn.

Öffentliche Einrichtungen

  • Evangelisches Pfarramt Friedersdorf
  • Freiwillige Feuerwehr Rückersdorf, gegründet 1922
  • Freiwillige Feuerwehr Oppelhain
  • Freiwillige Feuerwehr Friedersdorf
  • Mehrgenerationenhaus Rückersdorf

Bildung

  • Kindertagesstätte des DRK mit Mehrgenerationenhaus (MGH) in Rückersdorf
  • Realschule Rückersdorf bis 2005 (hervorgegangen aus der "POS Gerhard-Eisler" Rückersdorf)
  • Grundschule Rückersdorf (hervorgegangen aus der "POS Gerhard-Eisler" Rückersdorf)
  • Landschulheim Täubertsmühle

Persönlichkeiten

  • Jürgen Haase (* 1945), Leichtathlet, zweimaliger Europameister, in Friedersdorf geboren
Commons: Rückersdorf, Brandenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2020 (PDF-Datei; 950 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Bildung der neuen Gemeinde Rückersdorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern Vom 17. Oktober 2001. In: Amtsblatt für Brandenburg / Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 46, 14. November 2001, S. 779; bravors.brandenburg.de (PDF; 195 kB)
  5. Landkreis Elbe-Elster (PDF) Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005, S. 22–25
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  9. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Juni 2014
  10. Lother Belger ist jetzt Bürgermeister. In: Lausitzer Rundschau, 4. März 2016
  11. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  13. Wappenangaben. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg.
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