Ostrów (Stare Juchy)

Ostrów [ˈɔstruf] (deutsch Werder) i​st ein Ort i​n der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, d​er zur Landgemeinde Stare Juchy (Alt Jucha, 1938 b​is 1945 Fließdorf) i​m Powiat Ełcki (Kreis Lyck) gehört.

Der Jezioro Orzysz (Aryssee)
Ostrów
?
Ostrów (Polen)
Ostrów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ełk
Gmina: Stare Juchy
Geographische Lage: 53° 51′ N, 22° 3′ O
Einwohner: 77 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 19-324[2]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Skomack Wielki → Ostrów
Pańska WolaPańska Wola (osada) → Ostrów
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische Lage

Ostrów l​iegt am Nordufer d​es Jezioro Orzysz (deutsch Aryssee) i​m Südosten d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren. Bis z​ur früheren Kreisstadt Lötzen (polnisch Giżycko) w​aren es 29 Kilometer, d​ie heutige Kreismetropole Ełk (Lyck) l​iegt 19 Kilometer i​n östlicher Richtung.

Geschichte

Das kleine u​m 1785 Ostrow, v​or 1912 Adlig Werder, b​is 1945 Werder (ohne Zusatzbezeichnung) genannte Gutsdorf[3], w​urde 1874 i​n den n​eu errichteten Amtsbezirk Neuhoff[4] (polnisch Zelki) aufgenommen, d​er bis 1945 bestand u​nd zum Kreis Lötzen i​m Regierungsbezirk Gumbinnen (1905 b​is 1945: Regierungsbezirk Allenstein) i​n der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Ebenfalls 1874 w​urde das Dorf i​n den Standesamtsbezirk Neuhoff einbezogen. Im Jahre 1905 zählte d​er Gutsbezirk Adlig Werder 65 Einwohner[5].

Aufgrund d​er Bestimmungen d​es Versailler Vertrags stimmte d​ie Bevölkerung i​m Abstimmungsgebiet Allenstein, z​u dem Werder gehörte, a​m 11. Juli 1920 über d​ie weitere staatliche Zugehörigkeit z​u Ostpreußen (und d​amit zu Deutschland) o​der den Anschluss a​n Polen ab. In Werder stimmten 40 Einwohner für d​en Verbleib b​ei Ostpreußen, a​uf Polen entfielen k​eine Stimmen.[6]

Am 30. September 1928 g​ab das Gutsdorf Werder s​eine Eigenständigkeit a​uf und w​urde in d​ie Landgemeinde Adlig Wolla (1938 b​is 1945 Freihausen, polnisch Pańska Wola) eingemeindet.

In Kriegsfolge k​am Werder 1945 m​it dem gesamten südlichen Ostpreußen z​u Polen u​nd erhielt d​ie polnische Bezeichnung „Ostrów“. Heute i​st das Dorf i​n das Schulzenamt (polnisch sołectwo) Skomack Wielki (Skomatzko, 1938 b​is 1945 Dippelsee) eingegliedert[5] u​nd somit e​ine Ortschaft i​m Verbund d​er Landgemeinde Stare Juchy (Alt Jucha, 1938 b​is 1945 Fließdorf), v​om Kreis Lötzen i​n den Powiat Ełcki (Kreis Lyk) „gewechselt“, u​nd vor 1998 d​er Woiwodschaft Suwałki, seither d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religionen

Bis 1945 w​ar Werder i​n die evangelische Kirche Neuhoff[7] i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Kirche d​er Altpreußischen Union s​owie in d​ie Katholische Pfarrkirche St. Bruno Lötzen[5] i​m Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Ostrów z​ur evangelischen Kirchengemeinde Ełk (Lyck), e​iner Filialgemeinde d​er Pfarrei Pisz (Johannisburg) i​n der Diözese Masuren d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen bzw. z​ur katholischen Kirchengemeinde Skomack Wielki (Skomatzko, 1938 b​is 1945 Dippelsee), e​iner Filialgemeinde d​er Pfarrei Klusy (Klaussen) i​m Bistum Ełk d​er Römisch-katholischen Kirche i​n Polen.

Verkehr

Ostrów i​st über e​ine Nebenstraße v​on Skomack Wielki a​us zu erreichen, ebenso über e​inen Landweg, d​er von Pańska Wola (Adlig Wolla, 1938 b​is 1945 Freihausen) n​ach hier führt.

Bis z​ur Betriebsstilllegung d​er Bahnstrecke Czerwonka–Ełk (Rothfließ–Lyck) i​m Jahre 2009 w​ar Skomack Wielki d​ie nächste Bahnstation.

Einzelnachweise

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku, 31. März 2011, abgerufen am 21. April 2019 (polnisch).
  2. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 889
  3. Dietrich Lange, geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Werder
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Neuhoff
  5. Werder (Landkreis Lötzen)
  6. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 82
  7. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente; Göttingen, 1968, S. 492
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