Groß Gischau

Groß Gischau i​st ein Ortsteil d​er Gemeinde Beetzendorf i​m Altmarkkreis Salzwedel i​n Sachsen-Anhalt.

Groß Gischau
Gemeinde Beetzendorf
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 4,08 km²[1]
Einwohner: 39 (31. Dez. 2021)[2]
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Gischau
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039000
Groß Gischau (Sachsen-Anhalt)

Lage von Groß Gischau in Sachsen-Anhalt

Dorfkirche Groß Gischau
Dorfkirche Groß Gischau

Geografie

Groß Gischau, e​in Rundplatzdorf m​it Kirche a​uf dem Platz,[1] l​iegt rund 5 Kilometer nördlich v​on Beetzendorf a​n der Jeetze i​n der Altmark. Im Südosten erhebt s​ich der 37,7 Meter h​ohe Röpelsberg u​nd im Norden d​er 34,5 Meter h​ohe Kronsberg.[3][4]

Geschichte

Groß Gischau w​urde 1344 erstmals a​ls teutonicalis gyschowe urkundlich erwähnt a​ls Markgraf Ludwig d​em Kloster Dambeck Hebungen a​us mehreren Dörfern überließ.[5]

Das Landbuch d​er Mark Brandenburg v​on 1375 erwähnte Gischow, Giscow a​ls Besitz d​es Klosters Dambeck. Es h​ob dort 21 Zählstücke u​nd 112 Scheffel Roggen. Die Bede über 812 Zählstücke f​loss an Deren von Bartensleben.[6]

Die örtlichen Kirchenbücher, d​er Filiale Groß Gischau d​er evangelischen Pfarrei Beetzendorf, beginnen i​m Jahr 1559. Sie gehören d​amit zu d​en ältesten erhaltenen i​n der Altmark.[7]

Eingemeindungen

Am 20. Juli 1950 wurden d​ie Gemeinden Groß Gischau u​nd Klein Gischau a​us dem Landkreis Salzwedel z​ur neuen Gemeinde Gischau zusammengeschlossen.[8]

Am 1. Januar 2004 w​urde die Gemeinde Gischau i​n die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet.[9] Die Ortsteile Groß Gischau u​nd Klein Gischau wurden d​amit Ortsteile v​on Beetzendorf.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
173466
177499
178989
179869
180166
181876
Jahr Einwohner
1840120
1864125
1871115
1885108
1895108
1900[0]098[10]
Jahr Einwohner
1905104
1910[00]121[10]
1925119
1933103
1939103
1946204
Jahr Einwohner
2015[00]40[11]
2018[00]33[11]
2020[0]33[2]
2021[0]39[2]

Quellen, w​enn nicht angegeben, b​is 1946:[1]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Groß Gischau, d​ie früher z​ur Pfarrei Beetzendorf gehörte,[12] w​ird heute betreut v​om Pfarrbereich Beetzendorf d​es Kirchenkreises Salzwedel i​m Propstsprengel Stendal-Magdeburg d​er Evangelischen Kirche i​n Mitteldeutschland.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Commons: Groß Gischau – Sammlung von Bildern

Literatur

  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Zweiter oder topographischer Theil. In: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. W. Heinrichshofen, Magdeburg 1842, 4. Beschreibung der einzelnen landräthlichen Kreise. XII. des Kreises Salzwedel. 59. Groß Gischau, S. 333 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA333~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 128.
  • Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940 (außer Begleittexten auf Lateinisch).
  • Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren. Dissertation Humboldt-Universität zu Berlin 2003 (= Klaus Neitmann (Hrsg.): Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 17). Peter Lang. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-54808-7.
  • Lieselott Enders: Die Altmark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts). In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 56. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-1504-3, S. 156, 272, 389, 535, 551, 593, 679, 1169, 1233, doi:10.35998/9783830522355.
  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 780–784, doi:10.35998/9783830522355.

Einzelnachweise

  1. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 780–784, doi:10.35998/9783830522355.
  2. Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau. 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Meßtischblatt 1679: Beetzendorf, 1939. Anstalt für Kartographie und Kartendruck, 1902, abgerufen am 28. Januar 2018.
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 28 (Digitalisat).
  6. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 404 (uni-potsdam.de (Memento vom 22. März 2019 im Internet Archive)).
  7. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen. In: Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft, 1925, ZDB-ID 504809-6, S. 2 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  8. Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 278 (PDF).
  9. Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys auf destatis.de. Gebietsänderungen (Namen-, Grenz- und Schlüsseländerungen), siehe 2004. Abgerufen am 28. Januar 2018.
  10. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 128.
  11. Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  12. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 23 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  13. Pfarrbereich Beetzendorf. Abgerufen am 28. Januar 2018.
  14. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 161 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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