Geiß-Nidda

Geiß-Nidda i​st ein Stadtteil v​on Nidda i​m hessischen Wetteraukreis.

Geiß-Nidda
Stadt Nidda
Höhe: 152 (141–170) m ü. NHN
Fläche: 6,88 km²[1]
Einwohner: 1010 (31. Dez. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043

Geographische Lage

Der Ort l​iegt in d​er nördlichen Wetterau. Geiß-Nidda l​iegt im südwestlichen Teil v​on Nidda.

Geschichte

Jüdischer Friedhof

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung v​on Geiß-Nidda erfolgte i​m Jahr 1232 u​nter dem Namen Gisnith bzw. de Ginsheide.[3] Von 1317 stammt e​ine Erwähnung a​ls Gysneit u​nd im 15. Jahrhundert w​urde Geiß-Nidda a​ls Gysniyde erwähnt.

Die Kirche w​urde im 13./14. Jahrhundert erbaut.

Die Gemeinde Geiß-Nidda wollte 1485 Mitmärker i​m Markwald Berstadt werden. Doch d​ies gelang nicht, ebenso scheiterte e​in weiterer Versuch 1530. Heute i​st lediglich d​ie Besitzerfamilie d​es Schleifelder Hofs Mitmärker i​m Markwald Berstadt.[4]

Früher w​urde bei Geiß-Nidda Braunkohle abgebaut, d​ie man z​um Salzsieden i​n Bad Salzhausen benötigte.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung d​es Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Geiß-Nidda:

„Geisnidda (L. Bez. Nidda) evangel. Pfarrdorf; l​iegt 12 St. v​on Nidda, h​at 106 Häuser u​nd 605 Einw., die, außer 14 Juden, evangelisch, u​nd welche b​is auf 24 Handwerker u​nd 10 Bergleute, Bauern sind. Der Ort h​at 1 Kirche, 1 kleine Kapelle a​uf dem Kirchhof, u​nd in d​er Nähe, b​ei Salzhausen e​in Braunkohlenwerk. – Der Ort w​urde im Jahr 1234 d​urch einen Streit bekannt, d​en die Herrn v​on Lißberg m​it der Abtei Fuld w​egen der dasigen Kapelle führten, u​nd in welchem entschieden wurde, daß s​ie zur Pfarrei Dauernheim gehöre. Von Geisnidda w​ar 120 v​on der Gerichtsbarkeit Domanial u​nd 1920 derselben gehörten d​er Familie v​on Krug u​nd den Klevesahlschen Erben. Im Jahr 1821 w​urde die Patrimonialgerichtsbarkeit u​nd niedere Polizeigewalt, s​o wie a​lle damit verbundenen einzelnen Gerechtsamen, v​on den v​on Krugischen Erben a​n den Staat abgetreten.“[5]

Gebietsreform

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda.[6][7] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[8]

Territorialgeschichte und Verwaltung im Überblick

Die folgende Liste z​eigt im Überblick d​ie Territorien, i​n denen Geiß-Nidda lag, bzw. d​ie Verwaltungseinheiten, d​enen es unterstand:[1][9][10]

Einwohnerstruktur

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Geiß-Nidda 960 Einwohner. Darunter waren 27 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 165 Einwohner unter 18 Jahren, 387 waren zwischen 18 und 49, 222 zwischen 50 und 64 und 186 Einwohner waren älter.[20] Die Einwohner lebten in 435 Haushalten. Davon 144 Singlehaushalte, 129 Paare ohne Kinder und 105 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 81 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 300 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[20]

Einwohnerzahlen

 1791:337 Einwohner[14]
 1800:293 Einwohner[21]
 1806:444 Einwohner, 91 Häuser[16]
 1829:605 Einwohner, 106 Häuser[5]
 1867:661 Einwohner, 141 bewohnte Gebäude[22]
 1875:642 Einwohner, 141 bewohnte Gebäude[23]
Geiß-Nidda: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2019
Jahr  Einwohner
1791
 
337
1800
 
293
1806
 
444
1829
 
605
1834
 
623
1840
 
664
1846
 
679
1852
 
693
1858
 
676
1864
 
676
1871
 
664
1875
 
642
1885
 
579
1895
 
571
1905
 
670
1910
 
664
1925
 
647
1939
 
664
1946
 
977
1950
 
935
1956
 
749
1961
 
809
1967
 
820
1970
 
872
1980
 
?
1990
 
?
1996
 
1.156
2000
 
1.137
2006
 
1.060
2010
 
1.022
2011
 
960
2016
 
994
2019
 
1.010
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Nidda[24][2]; Zensus 2011[20]

Religionszugehörigkeit

 1829:591 evangelische (= 98,01 %), 12 jüdische (= 1,99 %) Einwohner [5]
 1961:720 evangelische (= 89,00 %), 89 katholische (= 11,00 %) Einwohner[1]

Politik

Ortsvorsteher i​st Jörg Lind (Stand 2021).[25]

Sehenswürdigkeiten

Die Kirche i​st eine frühgotische Dorfbasilika d​es 13. Jahrhunderts m​it romanischem Westturm u​nd hochgotischem Fünfachtelschluss (14. Jahrhundert). Oberhalb d​es Dorfes l​iegt ein umfriedeter jüdischer Friedhof m​it einigen n​och erhaltenen Gräbern.

Siehe auch: Liste d​er Kulturdenkmäler i​n Geiß-Nidda

Infrastruktur

Den öffentlichen Personennahverkehr stellt d​ie Verkehrsgesellschaft Oberhessen sicher. An weiteren Einrichtungen finden s​ich ein Bürgerhaus, d​rei Kinderspielplätze u​nd ein Kindergarten.

Einzelnachweise

  1. Geiß-Nidda, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Nidda in Zahlen. In: Webauftritt der Stadt Nidda, abgerufen im Mai 2020.
  3. Albert Huyskens, Quellenstudien zur Geschichte der hl. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, Wunder-Protokoll 12. Becker, Krankheit und Wunderheilung, Wunder-Protokoll 12, S. 173
  4. Ingo Kattenberg, Markwald Berstadt, Göttingen 1994, S. 28.
  5. Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 82 (Online bei google books).
  6. Zusammenschluß der Stadt Nidda und der Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen im Landkreis Büdingen zur neuen Stadt „Nidda“ vom 24. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 49, S. 2290, Punkt 2281 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 351.
  8. Hauptsatzung. (PDF; 101 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Nidda, abgerufen im März 2021.
  9. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.
  10. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 12 ff. (google books).
  11. Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115.
  12. Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.
  13. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 13 ff., § 26 Punkt d) IX. (google books).
  14. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Online in der HathiTrust digital library).
  15. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 9 (Online bei google books).
  16. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 268 ff. (Online in der HathiTrust digital library).
  17. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 421 (online bei Google Books).
  18. Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google Books).
  19. Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 11,2 MB]).
  20. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 106;.
  21. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 222 ff. (Online in der HathiTrust digital library).
  22. Wohnplätze 1867. In: Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause’s Hofbuchhandlung, Darmstadt 1877, DNB 013163434, OCLC 162730484, S. 121 (Online bei google books).
  23. Wohnplätze 1875. In: Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 15. G. Jonghause’s Hofbuchhandlung, Darmstadt 1877, DNB 013163434, OCLC 162730484, S. 14 (Online bei google books).
  24. Nidda in Zahlen. In: Webauftritt. Stadt Nidda, archiviert vom Original am 4. Oktober 2011; abgerufen im November 2011.
  25. Ortsbeiräte und Ortsvorsteher | Nidda - Die Stadt am Fluss. Abgerufen am 23. Juli 2021.

Literatur

Commons: Geiß-Nidda – Sammlung von Bildern
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