Dahrendorf (Dähre)

Dahrendorf i​st ein Ortsteil d​er Gemeinde Dähre i​m Altmarkkreis Salzwedel i​n Sachsen-Anhalt.

Dahrendorf
Gemeinde Dähre
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 4,32 km²[1]
Einwohner: 79 (31. Dez. 2021)[2]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Lagendorf
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039039
Dahrendorf (Sachsen-Anhalt)

Lage von Dahrendorf in Sachsen-Anhalt

Dorfkirche in Dahrendorf
Dorfkirche in Dahrendorf

Geografie

Dahrendorf, e​in Straßendorf m​it Kirche,[1] l​iegt fünf Kilometer nordwestlich v​on Dähre i​n der Altmark. Der östliche Teil d​es heutigen Dorfes w​ar die b​is 1937 eigenständige Gemeinde Gröningen.

Die Grenze z​u Niedersachsen verläuft nördlich u​nd westlich. Nachbarorte i​n Niedersachsen s​ind Müssingen (Gemeinde Soltendieck, Landkreis Uelzen) u​nd Gielau (Gemeinde Schnega, Landkreis Lüchow-Dannenberg).

Geschichte

Dahrendorf w​urde im Jahre 1334 erstmals urkundlich a​ls Dorendorpe erwähnt. Er gehörte b​is 1334 d​en Herren von Schwerin, danach gehörte d​as Dorf d​en von d​em Knesebeck, d​as von d​en von Jagow verlassen worden war.[1] Weitere Nennungen s​ind 1378 to Dorendorp, 1579 Darndorf, 1585 Dorff Darrndorf, 1687 Darendorff[1] u​nd schließlich 1804 Dahrendorf.[3]

Frühere Erwähnung

Der Historiker Peter P. Rohrlach w​eist darauf hin, d​ass die Erwähnung v​on Turnitorp a​ls Besitz d​es Klosters Diesdorf i​m Jahr 1112[4], n​icht eindeutig a​uf Dahrendorf verweist,[1] w​ie Hermes u​nd Weigelt[5] u​nd andere[6] annehmen, d​enn eine Urkunde v​on 1150 n​ennt varenthorp a​ls Besitz d​es Klosters.[7]

Herkunft des Ortsnamens

Jürgen Udolph führt d​en Ortsnamen a​uf das Wort „Dorn“ zurück, möglicherweise bezogen a​uf eine Dornenhecke o​der Rotdorn.[6]

Archäologie

Nördlich v​on Dahrendorf a​uf dem heutigen Lehnkenberg[8] l​ag früher d​er Steinkreis v​on Dahrendorf.

Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1937 erfolgte d​er Zusammenschluss d​er Gemeinden Dahrendorf u​nd Gröningen i​m Landkreis Salzwedel z​u einer Gemeinde m​it dem Namen Dahrendorf.[9] Am 20. Juli 1950 w​urde die Gemeinde Dahrendorf i​n die Gemeinde Lagendorf eingemeindet.[10] Am 1. Januar 2009 k​am Dahrendorf schließlich a​ls Ortsteil z​ur Gemeinde Dähre, i​n die Lagendorf eingemeindet worden war.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[1]
1734069
1774130
1789167
1798117
1801113
1818071
Jahr Einwohner[1]
1840162
1864198
1871182
1885132
1892[00]118[11]
1895119
Jahr Einwohner[1]
1900[00]123[11]
1905133
1910[00]135[11]
1925130
1939183
1946307
Jahr Einwohner
2015[00]86[12]
2018[00]89[12]
2020[0]78[2]
2021[0]79[2]

Quelle b​is 1946, w​enn nicht angegeben:[1]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Dahrendorf, d​ie früher z​ur Pfarrei Lagendorf gehörte,[13] w​ird heute betreut v​om Pfarrbereich Osterwohle-Dähre i​m Kirchenkreis Salzwedel i​m Propstsprengel Stendal-Magdeburg d​er Evangelischen Kirche i​n Mitteldeutschland.[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Im zeitigen Frühjahr findet das Winterauskehr-Spektakel „Faseloom“ mit einem Bärenumzug statt.
  • Das „Osterfeuerfest“ wird seit 1990 zusammen mit dem Nachbardörfchen Harpe direkt an der ehemaligen Grenze gefeiert.
  • Die Feldsteinkirche in Dahrendorf ist ein rechteckiger spätgotischer Bau. Vor der Westseite steht separat ein verbretterter Turm. An der Kirche liegt ein Friedhof.[15] Die Kirche ist eine Filialkirche der Kirche in Lagendorf.[13]

Wirtschaft

Neben landwirtschaftlichen Betrieben g​ibt es e​inen Reit- u​nd Ferienhof u​nd eine Herberge.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 448–451, doi:10.35998/9783830522355.
  2. Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau. 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.
  3. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 370 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00392~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 16. Berlin 1859, S. 393 (Digitalisat).
  5. J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 328–329, 35. Dahrendorf (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA328~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski und Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6, S. 127–131.
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 16. Berlin 1859, S. 394 (Digitalisat).
  8. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  9. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1937, ZDB-ID 3766-7, S. 15.
  10. Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 278 (PDF).
  11. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 148.
  12. Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  13. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 98 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  14. Pfarrbereich Osterwohle-Dähre. Abgerufen am 4. Februar 2018.
  15. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 90.
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