Krka (Slowenien)

Die Krka (deutsch Krainer Gurk), e​in rechter Nebenfluss d​er Save, i​st mit ca. 111 km d​er längste Fluss i​n Dolenjska (Unterkrain) i​n Slowenien.

Krka
Krainer Gurk
Travertinkaskaden bei Žužemberk (Seisenberg)

Travertinkaskaden b​ei Žužemberk (Seisenberg)

Daten
Lage Slowenien
Flusssystem Donau
Abfluss über Save Donau Schwarzes Meer
Quelle Bei Gradiček
45° 53′ 23″ N, 14° 46′ 17″ O
Mündung Save bei Brežice
45° 53′ 36″ N, 15° 36′ 2″ O

Länge 111 km
Mittelstädte Novo mesto
Quelle

Quelle

Vavta vas und Straža

Vavta vas u​nd Straža

Krka in Novo mesto (Rudolfswerth)

Krka i​n Novo mesto (Rudolfswerth)

Kostanjevica na Krki (Landstraß an der Gurk)

Kostanjevica n​a Krki (Landstraß a​n der Gurk)

Lauf

Der Fluss entspringt z​wei von unterirdischen, gewaltig schäumenden Karstgewässern gespeisten Quellen i​n der Nähe d​es Dörfleins Gradiček, knappe z​wei Kilometer nordwestlich v​om gleichnamigen Wallfahrtsort Krka u​nd ca. 10 km südlich v​on Ivančna Gorica gelegen. Im oberen Teil i​n südöstlicher Richtung a​n den Orten Lese, Marinča vas, Fužina, Zagradec u​nd Žužemberk vorbei, über Tuffsteinschwellen u​nd Dämme fließend, durchdringt d​er Fluss malerische Schluchten. Etwa a​b dem Weiler Soteska ändert d​ie Krka – e​twas behäbiger – i​hren Lauf i​n nordöstlicher Richtung a​n den Orten Novo mesto, Dolnje Kronovo, Dobrava, Kostanjevica n​a Krki u​nd Krška v​as entlang, u​m sich danach, n​ach etwa 1 km b​ei Brežice k​urz vor d​er kroatischen Grenze i​n die Save z​u ergießen. In diesem unteren Verlauf i​st der Fluss wesentlich breiter, besonders tief, u​nd im Sommer warm.

Nebengewässer

Von West n​ach Ost: Radešica, Sušica, Prečna, Težka voda, Radulja s​owie einige weitere kleinere Zuflüsse.

Verschmutzung

Laut Untersuchungen d​es Laibacher Jožef Štefan Institutes i​st die Krka d​urch TBT (Tributylzinnhydrid) u​nd Quecksilber belastet. Bei TBT übersteigen d​ie Messwerte d​ie zulässigen Grenzwerte u​m den Faktor 60. Laut Aussagen d​es Direktors Dušan Harlander v​om zuständigen Gesundheitsamt i​n Novo m​esto wurde d​ie letzte „ernsthafte“ Untersuchung d​es Zustandes d​er Krka i​m Jahre 1990 durchgeführt.[1]

Im August d​es Jahres 2013 verendete i​n Kostanjevica a​n der Krka e​ine große Anzahl v​on Muscheln. Dabei w​ar überwiegend d​ie Art Unio crassus (Bachmuschel) m​it einer Größe v​on bis z​u 10 c​m betroffen. Die Ursachen für d​as Muschelsterben w​urde nicht untersucht, w​eil das Umweltschutzamt (Zavod RS z​a varstvo narave) n​icht die Mittel h​at um b​ei akuten Vorfällen Untersuchungen b​ei Gewässern durchzuführen u​nd die Gemeinde Konstanjevica n​icht bereit war, für d​iese Untersuchungen aufzukommen. Somit weiß m​an nicht, o​b Klimaveränderungen für d​as Sterben e​ine Rolle gespielt h​aben (hohe Temperaturen, niedriger Wasserstand, geringer Sauerstoffgehalt d​es Gewässers) o​der ob d​aran eine lokale Wasserverschmutzung Schuld war. Muscheln reagieren empfindlicher a​uf Verschmutzungen a​ls beispielsweise Fische, d​ie leicht i​hren Aufenthaltsort wechseln können. Der Fluss w​ird im Rahmen d​es regelmäßigen Monitorings a​n 13 Stellen kontrolliert: v​on Soteska b​is zu Grič b​ei Brežice. Die letzte Untersuchung i​n diesem Rahmen f​and im Juli statt, damals w​ar das Wasser i​n Ordnung.[2][3]

Bemerkenswertes und Sehenswürdigkeiten im Verlauf des Flusses

  • Auf der Anhöhe über den Quellen stand einst die Burg Obergurk (Vrhkrka), urkundlich etwa 1323 als Stammsitz der Herren von Gurk erwähnt. Die Burg soll nach dem Erlöschen der Grafen von Cilli von Jan Vitovec geschleift worden sein.[4]
  • Im Ort Krka steht die imposante Wallfahrtskirche, die den Heiligen Cosmas und Damian geweiht ist. Die heutige Form erhielt die Kirche im Jahre 1757; sie ist das bedeutendste barocke Gebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in Dolenjska.[5]
  • Der größere Ort Žužemberk ist der wirtschaftliche Mittelpunkt der Suha krajina (Dürre Mark). Als erste Besitzer der dortigen Burg, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde und nunmehr konserviert und restauriert wird, nennt Valvasor Hunel und Valjhun von Seisenberg, die 1311 dort residiert haben sollen.
  • In der Umgebung von Žužemberk wurden einst beiderseits des Flusses mehrere Wassermühlen betrieben. In Prapreče, einem Vorort von Žužemberk, ist noch eine – nicht mehr betriebene, aber gut erhaltene – Mühle zu sehen, die im Privatbesitz der Familie Vehovec steht.
  • Der Ort Dvor, ca. 5 km flussabwärts von Žužemberk gelegen, war einst ein bedeutendes Eisenindustriezentrum, als die Grafen von Auersperg dort ein Eisenwerk und eine Eisengießerei errichteten. Davon sind nur noch Reste eines Hochofens übergeblieben.
  • Kostanjevica na Krki, auf einer Insel der Krka gelegen, deshalb auch das „Venedig von Unterkrain“ (Dolenjske Benetke) genannt – ist die älteste und zugleich die kleinste Stadt in der Dolenjska. Unweit der Stadt steht das von Bernhard von Spanheim im Jahre 1234 gegründetes Zisterzienserkloster Kloster Kostanjevica (Landstrass). Im Jahre 1785 aufgehoben. Heute dient es als Ausstellungs- und Museumskomplex Forma viva.
  • Am rechten Ufer des Flusses Ruine der Burg Stara Soteska (Alteinöd) – einst Stammsitz der Herren von Ainöd – Gefolgsleute der Grafen von Görz.
  • Am linken Ufer des Flusses Soteska (Ainödt) – ein nach dem Jahre 1664 von Georg Siegmund von Gallenberg errichtetes Schloss. Letzte Besitzer waren die Fürsten von Auersperg. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwerste Beschädigungen.[4]
  • Novo mesto – gegründet im Jahre 1365 von Herzog Rudolf IV. von Österreich. Heute die größte Stadt in Unterkrain, gilt auch als Hauptstadt der Dolenjska. In der Kathedral- und Kapitelkirche ist das Altarbild des Hl. Nikolaus von Tintoretto zu sehen. In der Franziskanerkirche sind drei Epitaphien, darunter auch das des Befehlshabers an der Kroatischen Grenze, Johann Freiherr von Lenković (slowenisch und kroatisch Ivan Lenković).
  • Am rechten Ufer des Flusses Schloss Graben – einst Stammsitz der Herren von Graben.
  • Das Schloss Otočec (deutsch: Wördl) – liegt ebenfalls auf einer Insel der Krka. Valvasor nennt als erste Besitzer die Herren von Wärth oder Werder: 1265 Ulrich, 1322 Valhun und 1372 Hainzel. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg von den Partisanen niedergebrannt, nach dem Krieg wiederaufgebaut, dient es heute touristischen Zwecken.[4]

Literatur

  • Po Dolenjski. Bibliothek: Kleine touristische Monografien. Nr. 11, Zagreb 1974 (Titel dt. ‚Durchs Unterkrain‘)
  • Majda Smole: Graščine na nekdanjem Kranjskem. Ljubljana 1982 (‚Grundherrschaften im einstigen Krain‘)

Einzelnachweise

  1. Tanja Jakše Gazvoda, „Ribe v laboratoriju, preplah pa še v zraku (deutsch: „“Die Fische im Labor, die Aufregung noch immer in der Luft)“, Dolenjske novice (Wochenbeilage von Dolenjski list), S. 1, 6. Oktober 2011
  2. Andrej Hudoklin, Zavod RS za varstvo narave, "Naša naravna dediščina-Pogin školjk v Krki (deutsch: Unser Naturerbe: Das Verenden von Muscheln in der Krka)", Dolenjski list, 22. August 2013, S. 18
  3. M. Luzar, "Zakaj so umirale školjke v Krki ?(deutsch: Warum starben Muscheln in der Krka?)", Dolenjske Novice-tedenska priloga Dolenjskega lista, leto 9, št. 34, 22. August 2013, S. 1
  4. Ivan Stopar: Gradovi na Slovenskem, Ljubljana 1987, ISBN 86-361-0280-4 (‚Burgen in Slowenien‘)
  5. Jože Gregorič: Sveti Kozma in Damjan - Krka na Dolenjskem. Ljubljana 1977 (‚Die Heiligen Cosmas und Damian - Gurk in der Unterkrain‘)
Commons: Krka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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