Irlach (Tiefenbach)

Irlach i​st ein Ortsteil d​er Gemeinde Tiefenbach i​m Oberpfälzer Landkreis Cham i​n Bayern.

Irlach
Gemeinde Tiefenbach
Höhe: 571 m
Fläche: 4,5 km²
Einwohner: 192 (7. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 93464
Vorwahl: 09673
Luftbild von Irlach

Geographische Lage

Das Dorf Irlach liegt auf der Hochfläche zwischen dem 577 m hohen Irlberg und dem 618 m hohen Kreuzberg etwa 4 km südwestlich von Tiefenbach an der Staatsstraße 2160. In der Nähe von Irlach entspringt am Südwesthang des Irlberges der Buchbach. Er fließt ständig nach Süden. An ihm liegen Katzelsried, Hiltersried und Premeischl. Etwa 20 km weiter südlich mündet er zwischen Schönthal und Rötz in die Bayerische Schwarzach.[2]

Geschichte

1270 wird Irlach erstmals schriftlich genannt als Teil des Amtes Altenschneeberg und Eigentum der Adelsfamilie der Siegenhofen.[3] 1582 war die Gegend protestantisch und Irlach gehörte zur Hälfte zur Pfarrei Tiefenbach und zur anderen Hälfte zur Pfarrei Hiltersried.[4] Plößhöfe und Bücherlmühle waren 1826 mit Abstand zu Irlach ausgesiedelt, weil Irlach zu dieser Zeit von zahlreichen Feuersbrünsten geplagt war.[5] Im Jahr 1845 bildete Irlach, das mit 37 Häusern und 228 Einwohnern erwähnt wurde, zusammen mit dem Weiler Plößhöfe und der Einöde Bücherlmühle eine Landgemeinde. Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) wurde Irlach als Teil der Pfarrei Tiefenbach mit 37 Häusern und 218 Einwohnern aufgeführt.[6] Als 1920 eine Maul- und Klauenseuche einen Milchnotstand hervorrief, brachten auch die Irlacher Milch in Eimern zur Milchversorgungsstelle nach Tiefenbach.[7] Irlach besaß eine Kapelle und musste 1942 seine Glocke abgeben. 1943 bekam es eine kleine Glocke, damit wenigstens bei Sterbefällen geläutet werden konnte.[8] Pfarrer Daiminger, der bei Ende des Zweiten Weltkrieges durch sein mutiges Auftreten Tiefenbach vor der Zerstörung bewahrt hatte, bewirkte, dass 1950 Irlach eine neue Kirche, St. Joseph, erhielt.[9][10]

Am 1. Juli 1972 w​urde die Neugliederung d​er Landkreise durchgeführt u​nd Irlach wechselte m​it seiner Eingemeindung n​ach Tiefenbach (bis d​ahin Landkreis Waldmünchen) a​us dem aufgelösten Landkreis Oberviechtach i​n den Landkreis Cham.[11] Zur gleichen Zeit g​ing die Gemeinde zusammen m​it anderen i​n der Gemeinde Tiefenbach auf.[12] Das frühere Gemeindegebiet i​st seither e​ine Gemarkung v​on Tiefenbach. Am 31. Dezember 1990 w​ar Irlach m​it 161 Einwohnern Teil d​er Pfarrei Tiefenbach.[13]

Literatur

  • Richard Bierl, Ernst Dirscherl, Johann Müller, Bruno Servi, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980
Commons: Irlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohnermeldeamt Tiefenbach, Stichtag: 7. Januar 2013
  2. Fritsch Wanderkarte Schönseer Land, Maßstab 1 : 35000
  3. Heribert Batzl: Besiedlung und Landesherrschaft. In: Richard Bierl, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980, S. 32
  4. Heribert Batzl: Von der Hofmark bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Richard Bierl, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980, S. 44
  5. Heribert Batzl: Von der Hofmark bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Richard Bierl, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980, S. 67
  6. Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 374
  7. Große Not herrschte überall im Lande. In: Richard Bierl, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980, S. 180
  8. Heribert Batzl: Kirchliche Bauten und religiöses Leben. In: Richard Bierl, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980, S. 74
  9. Heribert Batzl: Von der Hofmark bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Richard Bierl, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980, S. 58
  10. Matrikel des Bistums Regensburg, Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 725
  11. Gebietsreform. In: Richard Bierl, Gemeinde Tiefenbach/Bayern (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Tiefenbach/Bayern. Carl Mayr, Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1980, S. 189
  12. Kurzchronik von Tiefenbach (Memento des Originals vom 17. Juni 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tiefenbach-opf.de
  13. Matrikel des Bistums Regensburg, Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 725
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