HMS Grafton (H89)

HMS Grafton (H89) w​ar ein Zerstörer d​er G-Klasse d​er britischen Royal Navy. Im Zweiten Weltkrieg w​urde der Zerstörer m​it den Battle Honours „Atlantic 1939“ u​nd „Dunkirk 1940“ ausgezeichnet.

HMS Grafton
Die Grafton 1936
Die Grafton 1936
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Zerstörer
Klasse G-Klasse
Bauwerft Thornycroft, Woolston
Baunummer 1126
Bestellung 5. März 1934
Kiellegung 30. August 1934
Stapellauf 18. September 1935
Indienststellung 20. März 1936
Verbleib 29. Mai 1940 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
98,5 m (Lüa)
95,1 m (Lpp)
Breite 10,1 m
Tiefgang max. 3,78 m
Verdrängung Standard: 1.350 ts
maximal: 1.854 ts
 
Besatzung 137–146 Mann
Maschinenanlage
Maschine 3 Admirality-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Turbinen mit Einfachgetriebe
Maschinen-
leistung
34.000 PS (25.007 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
36 kn (67 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Sensoren

Sonar Typ 121

Der Zerstörer g​ing am 29. Mai 1940 b​ei der Evakuierung britischer Truppen v​or Dünkirchen verloren.

Geschichte

Die HMS Grafton war der zweite der beiden Zerstörer der G-Klasse, die bei Thornycroft in Woolston bei Southampton gebaut wurden. Nach der Bestellung am 5. März 1934 erfolgte die Kiellegung des Neubaus 1126 am 30. August 1934, 15 Tage nach dem Schwesterschiff Glowworm. Das siebte Grafton der Royal Navy lief am 18. September 1935 vom Stapel und wurde am 20. März 1936 in Dienst gestellt.
Zuletzt hatte der Kreuzer Grafton der Edgar-Klasse den Namen geführt, der von 1895 bis 1920 in der Royal Navy, zuletzt im Mittelmeer, eingesetzt war.

Einsätze des Zerstörers

Die Yacht Nahlin 2009

Vom 10. August b​is zum 9. September 1936 begleitete d​er Zerstörer d​ie Yacht Nahlin, m​it der König Eduard VIII. d​as östliche Mittelmeer bereiste.

Mit i​hren Schwesterschiffen k​am die Grafton 1936 z​ur „1st Destroyer Flotilla“ b​ei der Mediterranean Fleet, w​o sie a​lte Zerstörer d​er V- u​nd W-Klasse ersetzten. Ab d​em Herbst 1936 k​am der Zerstörer i​n spanischen Gewässer z​ur Beobachtung d​es spanischen Bürgerkriegs u​nd zur Durchführung d​er Neutralitätspatrouillen z​um Einsatz, e​ine Aufgabe d​ie bis Anfang 1939 i​mmer wieder d​en Einsatz v​on Teilen d​er Flottille erforderte. Bei Kriegsausbruch w​ar der Zerstörer z​u einer routinemäßigen Werftliegezeit i​n Malta[1].

Vom 19. b​is 22. Oktober 1939 verlegte d​ie Grafton m​it der ersten Gruppe d​er Flottille (Gallant, Glowworm, Greyhound) n​ach Plymouth z​um Western Approaches Command, u​m die südwestlichen Zufahrtswege z​u den britischen Inseln z​u sichern. Im November 1939 wechselte Grafton w​ie Glowworm z​ur „22nd Destroyer Flotilla“ n​ach Harwich u​m Sicherungs- u​nd Überwachungsaufgaben i​n der Nordsee z​u übernehmen.

Am 10. Januar 1940 wechselte Grafton z​ur neu aufgestellten „1st Destroyer Flotilla“. Diese a​uch in Harwich aufgestellte Flottille kontrollierte Schiffe, d​ie zwischen d​em Deutschen Reich u​nd den Niederlanden verkehrten, n​ach Konterbande. Zwischen d​em 26. März u​nd dem 14. April w​urde das Schiff b​ei Brigham & Cowan i​n Hull überholt u​nd fiel anfangs für Einsätze g​egen das Unternehmen Weserübung aus. Nach d​em Werftaufenthalt w​urde das Schiff d​er Home Fleet zugeteilt u​nd sicherte b​is zum 11. Mai Transporte n​ach Norwegen.[2] Sie w​urde dann w​egen der deutschen Westoffensive wieder i​n der südlichen Nordsee eingesetzt. Am 24. Mai 1940 unterstützte d​er Zerstörer zusammen m​it den Kreuzern Arethusa u​nd Galatea s​owie den Zerstörern Wessex, Vimiera, Wolfhound, Verity, Greyhound u​nd der polnischen Burza v​on See h​er die Verteidiger v​on Calais.[3]

Einsatz bei Dünkirchen

Ende Mai/Anfang Juni 1940 wurde Grafton gemeinsam mit vielen anderen Schiffen (darunter die Schwesterschiffe Gallant, Grenade, Greyhound) bei der Evakuierung der um Dünkirchen eingekesselten alliierten Truppen (Operation Dynamo) eingesetzt.[4] Am 29. Mai 1940 lief das Schiff voll beladen mit Heeressoldaten aus Dünkirchen nach Dover, wollte dann jedoch dem Zerstörer Wakeful helfen, der kurze Zeit vorher vor Nieuwpoort von einem deutschen Schnellboot torpediert worden war. Nachdem das Schiff längsseits gegangen war, schoss das deutsche U-Boot U 62 einen Torpedo, der die Grafton am Heck traf.[5] Kleinere Hilfsschiffe begannen, die Soldaten und die Besatzung abzubergen. Als es nicht gelang, den Zerstörer in Schlepp zu nehmen, wurde die Grafton angesichts der erheblichen Gefährdung durch deutsche Luft- und Seestreitkräfte durch den Zerstörer Ivanhoe mittels eines Torpedos versenkt.[6] Am selben Tag ging auch die Grenade verloren; Gallant und Greyhound wurden schwer beschädigt.[6]

Einzelnachweise

  1. English: Amazon to Ivanhoe. S. 97f.
  2. Haarr: The Battle for Norway. S. 254.
  3. Rohwer: Seekrieg. 24. Mai 1940, Kanal
  4. Rohwer: Seekrieg. 28. Mai 1940, Kanal
  5. Rohwer: Seekrieg. 16. Mai – 8. Juni 1940, Kanal
  6. Rohwer: Seekrieg. 16. Mai – 8. Juni 1940, Kanal

Literatur

  • John English: Amazon to Ivanhoe: British Standard Destroyers of the 1930s. World Ship Society, Kendal 1993, ISBN 0-905617-64-9.
  • Norman Friedman: British Destroyers: From Earliest Days to the Second World War. Naval Institute Press, Annapolis 2009, ISBN 978-1-59114-081-8.
  • Geirr H. Haarr: The Battle for Norway: April–June 1940. Naval Institute Press, Annapolis 2010, ISBN 978-1-59114-051-1.
  • Míchael J. Whitley: Die Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Technik, Klassen, Typen. („Destroyers of World War Two.“) Motorbuchverlag, Stuttgart 1991, ISBN 3-613-01426-2.
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