Frankensteins Tante (Fernsehserie)

Frankensteins Tante i​st eine Fernsehserie a​us dem Jahr 1986. Sie entstand a​ls Koproduktion v​on Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden u​nd der Tschechoslowakei u​nd basiert a​uf dem gleichnamigen Roman v​on Allan Rune Pettersson.

Fernsehserie
Titel Frankensteins Tante
Originaltitel Frankensteinova teta
Produktionsland Österreich
Deutschland
Frankreich
Tschechoslowakei
Italien
Schweden
Spanien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 52 Minuten
Episoden 7 in 1 Staffel
Genre Familienserie, Komödie, Fantasy
Titelmusik Kieran HilbertZwei Träume lang
Idee Allan Rune Pettersson (Roman)
Regie Juraj Jakubisko
Drehbuch Jaroslav Dietl
Joachim Hammann
Juraj Jakubisko
Produktion Kurt J. Mrkwicka
Musik Oliver Onions
Kamera Ján Ďuriš
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
1. Februar 1987 auf ZDF
Besetzung
Synchronisation
Die Festung Hohenwerfen in Österreich diente als Kulisse für Schloss Frankenstein

Handlung

In d​er Fernsehserie fährt Hanna Frankenstein n​ach Frankenstein, allerdings, anders a​ls im Roman, zunächst e​her mit Ziel, für Henry Frankenstein e​ine Braut z​u finden, d​amit „in d​ie Familie kleine Frankensteins kommen“. Dieser i​st aber m​it seiner neuesten Erfindung beschäftigt, d​ie Erschaffung e​ines Menschen m​it dem Gehirn e​ines Genies u​nd der Kraft e​iner Maschine. Im Unterschied z​um Buch v​on Allan Rune Pettersson begegnet d​ie Baronin n​och mehr Spukgestalten, u​nter anderem s​ind das e​in Wassermann, e​in Feuergeist, e​in Gehängter, e​in Gespenst u​nd die Weiße Frau. Außerdem trifft s​ie hier a​uch auf d​en Waisen Max, d​er vom Zirkus ausgerissen ist.

Episoden

  1. Die Geburt
  2. Die Renovierung
  3. Die Braut
  4. Die Wiege
  5. Der Salonlöwe
  6. Das Automobil
  7. Die Hochzeit

Produktion

  • Die Besetzung der Serie ist sehr international, was auch auf die Beteiligung von sieben Ländern an der Produktion zurückzuführen ist, so dass der slowakische Regisseur Juraj Jakubisko von einer babylonischen Sprachvielfalt beim Dreh sprach.
  • Die Verfilmung ist im Einzelnen eine Koproduktion von Taurus Film München, MR-Film (Österreich), Československá televízia Bratislava (Tschechoslowakei) und Films du Sabre (Frankreich) in Zusammenarbeit mit SVT 1 (Schweden), Raiuno (Italien), FR-3 (Frankreich) und TVE (Spanien).
  • Die Produzenten wünschten außerdem Spukgestalten aus vielen verschiedenen Kulturen, damit die Serie überall auf der Welt gute Resonanz findet.[1]
  • Als Drehorte dienten unter anderem Hallstatt, die Umgebung von Salzburg, das Dachsteingebirge, Boskovice, Werfen mit der Festung Hohenwerfen[2] und Manínska tiesňava.
  • Die Macher der Verfilmung von "Frankensteins Tante", Jaroslav Dietl und Juraj Jakubisko, interpretierten das klassische Motiv von Frankenstein mit Humor, der zur Parodie tendiert, wollten dabei aber das Publikum nicht nur unterhalten, sondern auch ihre Überzeugung an den Sieg der Humanität und des gesunden Menschenverstands über menschliche Aggressivität und Intoleranz zum Ausdruck bringen.[3]

Alternative Titel und Versionen

  • Die Serie hatte zunächst den Arbeitstitel Vnuk Frankensteinovej tety (Der Enkel von Frankensteins Tante). Da aber Max gar nicht mit der Tante von Frankenstein verwandt ist, wurde der Titel in Frankensteinova teta (Frankensteins Tante) gekürzt. In der Slowakei wurde die Serie sogar nur unter Teta (Tante) ausgestrahlt.
  • In Frankreich lief die Serie in 13 Teilen zu je 25 Minuten unter dem Namen La tante de Frankenstein.
  • Weitere Titel lauten: Frankenstein’s Aunt (englisch) und La Tia de Frankenstei" auch alternativ Los Monstruos de Transilvania (Spanien).
  • Es gibt außerdem einen Zusammenschnitt der Serie zu einem 96-minütigen Amphibienfilm mit dem Titel Freckled Max and the Spooks (Originaltitel: Pehavý Max a strasidlá).

Soundtrack

Das Titellied Zwei Träume lang, produziert v​on Oliver Onions, erschien 1987 a​ls 7"-Single b​ei Teldec (6.14792 AC) u​nd beinhaltete d​ie Instrumental-Version a​ls B-Seite. Interpret w​ar Kieran Hilbert, d​er zusammen m​it seinem Bruder Lukas Hilbert d​as von Udo Lindenberg produzierte Duo Hauden & Lukas bildete. Das i​n der Serie verwendete Lied Fantasy w​urde ursprünglich v​on Oliver Onions für d​en Film Der Bomber geschrieben.

DVD-Veröffentlichung

Frankensteins Tante erschien a​m 17. März 2008 erstmals i​n Deutschland a​uf DVD. Die siebenteilige Serie w​urde auf d​rei DVDs m​it einer Gesamtlaufzeit v​on 364 Minuten à 52 Minuten j​e Folge veröffentlicht.

Der n​eue Rechteinhaber Renaissance Medien brachte d​ie Box i​m Digipak i​n einer restaurierten Fassung a​uf den Markt, sowohl Bild a​ls auch Ton wurden n​eu bearbeitet. Das Bildformat beträgt 4:3 (Vollbild) u​nd der Ton i​st in Dolby Digital 2.0. Die Box i​st freigegeben a​b 12 Jahren.

Synchronisation

Rolle Darsteller Synchronsprecher[4]
Tante Hanna Frankenstein Viveca Lindfors Tilly Lauenstein
Max Martin Hrebeň Edmund Pohl
Albert Gerhard Karzel Gerhard Karzel
Klara, die Tochter der Apothekerin Barbara De Rossi Irina Wanka
Alois, der Wassermann Eddie Constantine Jochen Striebeck
Baron Wolfskehl, der Werwol Flavio Bucci Fred Maire
Graf Dracula Ferdy Mayne Ferdy Mayne
Elisabeth, die Weiße Frau Mercedes Sampietro Gerlinde Locker
Sepp Zischel, der Feuermann Tilo Prückner Tilo Prückner
Baron Henry Frankenstein Bolek Polívka Klaus Guth
Igor Jacques Herlin Alois Maria Giani
Frau Karch, die Apothekerin Marie Drahokoupilová Christa Berndl
Hans, der Sohn des Bürgermeisters Roman Skamene Oliver Grimm

Verschiedenes

  • Die Rolle der Weißen Frau wurde bei Frankensteins Tante von Elisabeth Báthory (1560–1614) inspiriert. Sie soll hunderte von Mädchen zu Tode gefoltert haben und einer Legende nach verflucht sein, in ihrer Burg als Weiße Frau umherzuwandeln. In der Serie ist die Rolle aber abgemildert, die Gemeinsamkeiten sind noch im selben Vornamen und einigen Andeutungen zu erkennen. Der Regisseur von Frankensteins Tante, Juraj Jakubisko, drehte auch einen Film mit dem Titel Bathory über sie, der 2008 erschien.
  • Frankensteins Tant" wurde 1988 beim International Fantasy Film Award als bester Film nominiert.
  • Ferdy Mayne, der in der Serie Graf Dracula spielt, hatte bereits 1967 eine ähnliche Rolle als Graf Krolock in Tanz der Vampire.
  • In Tschechien wurde die Serie erstmals 2003 ausgestrahlt.
  • Basierend auf dem Roman von Allan Rune Petterson gibt es auch ein englischsprachiges Musical, das für die Aufführung an Schulen gedacht ist.[5]
  • Die Wesen, die aussehen wie Zwerge mit Elefantenköpfen ohne Stoßzähne, tragen in der Serie und im Buch von Werner Meier den Namen Igorkos. Igorko ist die slawische Verkleinerungsform von Igor; Igorkos bedeutet also so viel wie Igorleins.[6]

Quellen

  1. Jakubiskofilm About Movie (Memento des Originals vom 14. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jakubiskofilm.com
  2. Tschechische Filmdatenbank CFN
  3. Jakubiskofilm Reviews (Memento des Originals vom 30. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jakubiskofilm.com
  4. Frankensteins Tante. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 31. Dezember 2018.
  5. http://www.geocities.com/jim_hollingsworth/franken.htm (Memento vom 13. April 2003 im Internet Archive) Informationen zum Musical
  6. Die Bedeutung von Suffixen in slawischen Namen
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