Brusturiw

Brusturiw (ukrainisch Брустурів; russisch Брустуров Brusturow, polnisch Brustury) i​st ein Dorf i​n der ukrainischen Oblast Iwano-Frankiwsk m​it etwa 1400 Einwohnern (2001).[1]

Brusturiw 2011
Brusturiw
Брустурів
Brusturiw (Ukraine)
Brusturiw
Basisdaten
Oblast:Oblast Iwano-Frankiwsk
Rajon:Rajon Kossiw
Höhe:581 m
Fläche:12,661 km²
Einwohner:1.408 (2001)
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahlen:78641
Vorwahl:+380 03478
Geographische Lage:48° 18′ N, 24° 52′ O
KOATUU: 2623681601
Verwaltungsgliederung: 1 Dorf
Adresse: 78640 с. Космач
Website: Offizielle Webseite des Dorfes
Statistische Informationen
Brusturiw (Oblast Iwano-Frankiwsk)
Brusturiw
i1

Seit d​em 18. Dezember 2016 gehört d​er für s​eine künstlerischen Holzschnitzereien, Metallprodukte, Stickereien, Stoffe u​nd Perlenornamente bekannte[2] Ferienort administrativ z​ur Landgemeinde Kosmatsch (Космацька сільська громада Kosmazka silska hromada) i​m Rajon Kossiw.[3][4]

Himmelfahrtskirche im Winter

Die 1785 errichtete Himmelfahrtskirche d​er Ukrainisch-orthodoxen Kirche i​st mit i​hren zahlreichen Kunstwerken d​er huzulischen Kultur e​in historisches u​nd kulturelles Denkmal. Außerdem g​ibt es i​m Dorf e​in Volkshaus m​it Bibliothek u​nd ein Dorfmuseum für Volkskunst u​nd Kunsthandwerk, e​ine Post, e​ine Bankfiliale s​owie Handels- u​nd Gastronomiebetriebe. Der öffentliche Nahverkehr verbindet d​ie Ortschaft über e​ine Busverbindung m​it dem Rajonzentrum Kossiw u​nd der Stadt Kolomyja.[5]

Geografie

Die Ortschaft mit einer Fläche von 12,661 km²[1] liegt in den Waldkarpaten auf einer Höhe von 581 m im Tal der 15 km langen Brusturka (Брустурка), einem Gebirgsbach, der über die Pistynka (Пістинька) und den Pruth der Donau zufließt. Umgeben ist das Dorf von den Bergen Брусний Brusnyj (944 m), Віпчина Wiptschyna (764,5 m), Гига Hyha oder Білуха Bilucha (808 m), Кичера Kytschera (942 m), Буковець Bukowez (969 m) und Клифа Klyfa (669 m).[5]

Brusturiw befindet s​ich 9 km südöstlich v​om Gemeindezentrum Kosmatsch, 20 km westlich v​om Rajonzentrum Kossiw u​nd etwa 100 km südlich v​om Oblastzentrum Iwano-Frankiwsk.

Geschichte

Das 1609[5]/1610[1] gegründete Dorf, eine weitere Quelle nennt 1671 als Gründungsjahr,[2] wurde von ungarischen Siedlern aus Transkarpatien in der historischen Region Pokutien gegründet.[2] Zunächst lag das Dorf bis 1772 in der Adelsrepublik Polen-Litauen und war dort Teil des Halitscher Land innerhalb der Woiwodschaft Ruthenien. Nach der ersten polnischen Teilung kam das Dorf 1772 an die Habsburgermonarchie und befand sich bis 1918 im Bezirk Kosów des österreichischen Kronlandes Königreich Galizien und Lodomerien. In den Jahren zwischen 1895 und 1910 verbrachte der Ethnograph, Schriftsteller und Großvater von Roman Schuchewytsch, Wolodymyr Schuchewytsch (Володимир Осипович Шухевич; 1849–1915), seine Sommerferien in Brusturiw und erforschte die Kultur der Huzulen.[5]

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war das Dorf kurzzeitig Bestandteil der Westukrainischen Volksrepublik, wurde dann einige Monate von rumänischen Truppen besetzt und anschließend Teil der Zweiten Polnischen Republik (Woiwodschaft Stanislau, Powiat Kosów, Gmina Pistyń). Mit der Sowjetische Besetzung Ostpolens fiel die Ortschaft im September 1939 an die Sowjetunion, im Zweiten Weltkrieg wurde sie im Sommer 1941 von ungarischen Truppen und ab August 1941 von der Wehrmacht okkupiert und in den Distrikt Galizien eingegliedert. Nach der Rückeroberung durch die Rote Armee im Frühjahr 1944 kam das Dorf erneut an die Sowjetunion, die es der Ukrainischen SSR zuschlug. In den 1940er und 1950er Jahren kämpften etwa 70 Dorfbewohner in den Reihen der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) gegen die Sowjetunion.[5] Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde das Dorf Teil der unabhängigen Ukraine.

Commons: Brusturiw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ortswebseite auf der offiziellen Webpräsenz der Werchowna Rada; abgerufen am 22. Mai 2019 (ukrainisch)
  2. Ortsgeschichte Brusturiw in der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR; abgerufen am 22. Mai 2019 (ukrainisch)
  3. Offizielle Webseite der Landgemeinde Kosmatsch; abgerufen am 22. Mai 2019 (ukrainisch)
  4. Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Івано-Франківській області у Косівському районі; abgerufen am 22. Mai 2019 (ukrainisch)
  5. Brusturiw auf kosiv.org.ua; abgerufen am 22. Mai 2019 (ukrainisch)
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