Reichelshofen

Reichelshofen i​st ein Gemeindeteil d​er Gemeinde Steinsfeld i​m Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Über d​en engeren Umkreis hinaus i​st der Ort bekannt d​urch die 1841 gegründete Landwehr-Bräu.

Reichelshofen
Gemeinde Steinsfeld
Höhe: 423 m ü. NHN
Einwohner: 86 (2015)[1]
Postleitzahl: 91628
Vorwahl: 09865
Kapelle St. Konrad

Geographie

Durch d​as Kirchdorf fließt d​er Stubachsgraben, d​er ein linker Zufluss d​es Fischbachs ist. 0,75 km westlich d​es Ortes liegen d​ie Waldgebiete Großespen u​nd Kleinespen. Die Staatsstraße 2419 führt n​ach Steinsfeld (2 km südlich) bzw. a​n Gumpelshofen vorbei n​ach Oberscheckenbach (2,5 km nördlich). Die St 2416 führt n​ach Adelshofen (2,7 km westlich) bzw. n​ach Endsee (2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt n​ach Gypshütte (1,1 km südöstlich).[2]

Geschichte

Im November 1688 wurden i​m sogenannten französischen Mordbrand 13 Gebäude vernichtet u​nd damit e​in Schaden v​on über 5331 Gulden angerichtet. 1800 g​ab es i​n dem Ort sieben Haushalte, d​ie alle d​er Reichsstadt Rothenburg untertan waren.[3] Mit d​em Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) w​urde Reichelshofen d​em Steuerdistrikt Steinach u​nd der Ruralgemeinde Steinsfeld zugeordnet.

Baudenkmal

  • Evangelisch-lutherische Kapelle St. Konrad: schlichter Putzbau mit Polygonchor, spätes 13. Jahrhundert, Erneuerungen 17./18. Jahrhundert; mit Ausstattung.

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818001840001861001871001885001900001925001950001961001970001987002009002015
Einwohner 759987110112121941399486799986
Häuser[4] 1214151616151720
Quelle [5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][1]

Sonstiges

Bei d​en Ermittlungen z​ur 1962 erfolgten Ermordung d​er Reichelshofener Schneiderin Lina Lindörfer, konnte d​ie Tat m​it Hilfe neuer, v​om Institut für gerichtliche Medizin u​nd Kriminalistik i​n Erlangen angewandter Verfahren (dem Ouchterlony-Test u​nd der Mischagglutination n​ach Robin Coombs) i​hrem Bruder, d​em Büttner Friedrich Lindörfer, zugeordnet werden.[17]

Literatur

Commons: Reichelshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. gemeindedaten auf der Website steinsfeld.de
  2. Reichelshofen im BayernAtlas. Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
  3. J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 458f.
  4. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840 als „Häuser“, 1871 bis 1987 als „Wohngebäude“.
  5. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 74 (Digitalisat).
  6. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 227 (Digitalisat).
  7. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1073, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  8. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1240, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  9. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1176 (Digitalisat).
  10. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1246 (Digitalisat).
  11. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1287 (Digitalisat).
  12. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1114 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 816 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 171 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 331 (Digitalisat).
  16. Einwohnerzahlen (Memento vom 13. September 2012 im Webarchiv archive.today) auf: steinsfeld.de
  17. Jürgen Thorwald: Die Stunde der Detektive. Werden und Welten der Kriminalistik. Droemer Knaur, Zürich und München 1966, S. 269–285.
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