Połomino

Połomino (deutsch Poldemin) i​st ein Dorf i​n der Woiwodschaft Westpommern i​n Polen. Es gehört z​ur Gmina Dygowo (Landgemeinde Degow) i​m Powiat Kołobrzeski (Kolberger Kreis).

Geographische Lage

Das Dorf l​iegt in Hinterpommern, e​twa 115 Kilometer nordöstlich v​on Stettin u​nd etwa 15 Kilometer östlich v​on Kołobrzeg (Kolberg).

Die nächsten Nachbardörfer s​ind im Westen Gąskowo (Ganzkow), i​m Norden Rusowo (Rützow) u​nd im Süden Jażdże (Jaasder Katen).

Geschichte

Das Dorf Poldemin w​urde erstmals i​m Jahre 1263 erwähnt, a​ls Hermann v​on Gleichen, d​er Bischof v​on Cammin, d​en Sprengel d​er neuen Pfarrkirche i​n Fritzow festlegte. Zu d​en nach Fritzow eingepfarrten Dörfern gehörte a​uch das damals „Pollemyn“ genannte Dorf. Poldemin b​lieb dann a​uch nach d​er Reformation u​nd bis 1945 n​ach Fritzow eingepfarrt.

Im Jahre 1415 verkaufte d​er Besitzer v​on Poldemin, e​in Heinrich Bartin, d​as Dorf a​n das Nonnenkloster z​u Kolberg, w​as Bischof Siegfried II. v​on Cammin i​m Jahre 1429 bestätigte. Das Dorf k​am in d​er Reformation zusammen m​it dem übrigen Klosterbesitz a​n den Landesherrn u​nd wurde a​ls Teil d​es Amtes Kolberg-Altstadt verwaltet. Im 17. u​nd 18. Jahrhundert w​ar Poldemin a​ls Lehen a​n Angehörige d​er adligen Familie Damitz vergeben, erschien a​ber 1784 wieder u​nter den Dörfern d​es Amtes Kolberg.

In Ludwig Wilhelm Brüggemanns Ausführlicher Beschreibung d​es gegenwärtigen Zustandes d​es Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- u​nd Hinterpommern (1784) i​st das Dorf Poldemin a​ls eines v​on sieben Dörfern d​es Amtes Kolberg genannt. Damals g​ab es h​ier fünf Bauernstellen, darunter e​in Schulze, z​wei Halbbauernstellen, z​wei Kossäten u​nd einen Büdner, d​er zugleich Holzwärter war, insgesamt 12 Haushaltungen („Feuerstellen“).[1]

Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Ausbauten i​n der Gemarkung d​es Dorfes angelegt, s​o dass Poldemin d​en Charakter e​iner Streusiedlung erhielt. Bis 1945 b​lieb Poldemin landwirtschaftlich geprägt, e​s gab k​eine Gewerbebetriebe.

Die Landgemeinde Poldemin l​ag bis 1872 i​m Kreis Fürstenthum u​nd kam m​it dessen Aufteilung z​um Kreis Kolberg-Körlin. Zur Gemeinde gehörten k​eine weiteren Wohnplätze.[2]

1945 k​am Poldemin, w​ie ganz Hinterpommern, a​n Polen. Die Einwohner wurden vertrieben. Der Ortsname w​urde zu „Połomino“ polonisiert.

Heute gehört d​er Ort z​ur Gmina Dygowo (Landgemeinde Degow). Er i​st weitgehend verlassen.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

  • 1816: 067 Einwohner[3]
  • 1855: 208 Einwohner[3]
  • 1885: 158 Einwohner[3]
  • 1905: 162 Einwohner[3]
  • 1919: 154 Einwohner[3]
  • 1933: 144 Einwohner[3]
  • 1939: 143 Einwohner[3]

Literatur

  • Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 502–505.

Fußnoten

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 531–532 (Online).
  2. Gemeinde Poldedmin im Informationssystem Pommern.
  3. Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 504.

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