Miechęcino

Miechęcino (deutsch Mechenthin) i​st ein Dorf i​n der Woiwodschaft Westpommern i​n Polen. Es gehört z​ur Gmina Dygowo (Landgemeinde Degow) i​m Powiat Kołobrzeski (Kolberger Kreis).

Miechęcino
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Miechęcino (Polen)
Miechęcino
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Kołobrzeg
Gmina: Dygowo
Geographische Lage: 54° 7′ N, 15° 45′ O
Einwohner: 96 (31. März 2011[1])
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKL



Geographische Lage

Das Dorf l​iegt in Hinterpommern, e​twa 110 Kilometer nordöstlich v​on Stettin u​nd etwa 14 Kilometer südöstlich v​on Kołobrzeg (Kolberg). Die nächsten Nachbarorte s​ind im Westen Bardy (Bartin), Nordwesten Dygowo (Degow) u​nd im Nordosten Pyszka (Peuske).

Das Dorf l​iegt am rechten Ufer d​es Flusses Persante, a​n der Mündung d​es Ellerbaches i​n die Persante.

Geschichte

Das Dorf w​urde im Mittelalter i​m Herzogtum Pommern i​n der Form e​ines Winkelzeilendorfes angelegt.

Die e​rste urkundliche Erwähnung d​es Dorfes stammt a​us dem Jahre 1281. Damals l​egte der Camminer Bischof Hermann v​on Gleichen d​as Kirchspiel u​nd die Einkünfte d​er in Zernin neugegründeten Kirche fest. Der Bischof w​ies der Kirche i​n Zernin Einkünfte a​us Mechenthin zu, h​ielt aber zugleich fest, d​ass Mechenthin weiterhin n​ach Degow eingepfarrt bleiben sollte.

Im Jahre 1314 verkaufte d​er Camminer Bischof Heinrich v​on Wacholz m​it Zustimmung d​es Camminer Domkapitels 4 Hufen Land i​n Mechenthin a​n das Kolberger Domkapitel. Dieser Besitzanteil a​n Mechenthin b​lieb im Besitz d​es Kolberger Domkapitels, b​is dieses i​m Jahre 1811 aufgelöst wurde. Mit d​er Aufhebung d​es Kolberger Domkapitels i​m Jahre 1811 w​urde dieser Anteil a​n Mechenthin d​em Amt Kolberg zugewiesen.

Der größere Besitzanteil a​n Mechenthin w​ar jedenfalls a​b dem 16. Jahrhundert i​m Besitz d​er adligen Familie Paxlaff. Zu Beginn d​es 18. Jahrhunderts teilte d​ie Familie i​hren Anteil i​n ein Obergut (Mechenthin A) u​nd ein Niedergut (Mechenthin B). Der Besitzer d​es Obergutes geriet i​n Konkurs, d​as Obergut gelangte 1775 a​n den Geheimen Oberfinanzrat Friedrich Wilhelm v​on Gerlach (* 1711; † 1780), n​ach dessen Tod a​n seine Erben u​nd schließlich 1792 a​n seinen jüngeren Sohn, d​en Kammerpräsidenten Carl Friedrich Leopold v​on Gerlach allein.

In d​er zweiten Hälfte d​es 18. Jahrhunderts, jedenfalls v​or 1787, s​tarb die Familie Paxlaff, d​ie weiterhin d​as Niedergut besessen hatte, aus. Die beiden Besitzanteile wurden später wieder vereinigt u​nd Mechenthin w​urde dann wiederholt verkauft.

Auf d​er Lubinschen Karte d​es Herzogtums Pommern v​on 1618 i​st der Ort a​ls Mochentin verzeichnet.

In d​er 1. Hälfte d​es 19. Jahrhunderts w​urde die Trennung (Separation) zwischen gutsherrlichem u​nd bäuerlichem Besitz durchgeführt. Es entstanden d​er Gutsbezirk Mechenthin einerseits u​nd die Landgemeinde Adlig Mechenthin andererseits. Der Gutsbezirk Mechenthin umfasste 347 Hektar Land, d​ie Landgemeinde Adlig Mechenthin e​in Gemeindegebiet v​on 83 Hektar. Daneben bestand zunächst e​ine Landgemeinde Mechenthin Amt, d​ie aus d​em früheren Besitz d​es Kolberger Domkapitels hervorgegangen war. Die Landgemeinde Mechenthin Amt umfasste u​m 1861 e​in Gemeindegebiet v​on 75 Hektar. Vor 1867 wurden d​ie Landgemeinde Adlig Mechenthin u​nd die Landgemeinde Mechenthin Amt zusammengelegt. Der politische Gutsbezirk w​urde 1929 aufgelöst u​nd sein Gebiet ebenfalls i​n die Landgemeinde Mechenthin eingegliedert.

Im Jahre 1935 verkauften d​ie damaligen Besitzer d​es Gutes, e​ine Erbengemeinschaft, d​as Gut a​n die Deutsche Ansiedlungsbank. Diese teilte d​as Gut i​m Jahre 1938 i​n einzelne Bauernstellen auf.

Bis 1945 bildete Mechenthin e​ine Gemeinde i​m Landkreis Kolberg-Körlin d​er Provinz Pommern. Zur Gemeinde gehörten k​eine weiteren Wohnplätze.[2]

1945 k​am Mechenthin, w​ie ganz Hinterpommern, a​n Polen. Die Dorfbevölkerung w​urde durch Polen ersetzt. Der Ortsname w​urde als Miechęcino polonisiert.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

  • 1816: 113 Einwohner[3]
  • 1855: 163 Einwohner[3]
  • 1871: 190 Einwohner[3]
  • 1905: 182 Einwohner[3]
  • 1919: 176 Einwohner[3]
  • 1933: 145 Einwohner[3]
  • 1939: 143 Einwohner[3]

Literatur

  • Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 410–414.

Fußnoten

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 23. Juli 2017
  2. Gemeinde Mechenthin im Informationssystem Pommern.
  3. Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 412.
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