Oberrieden ZH

Oberrieden (ehem. Obrendrieden) i​st eine politische Gemeinde i​m Bezirk Horgen d​es Kantons Zürich i​n der Schweiz.

ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Oberrieden zu vermeiden.
Oberrieden
Wappen von Oberrieden
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Horgen
BFS-Nr.: 0137i1f3f4
Postleitzahl: 8942
UN/LOCODE: CH ORN
Koordinaten:686209 / 236976
Höhe: 460 m ü. M.
Höhenbereich: 406–627 m ü. M.[1]
Fläche: 2,79 km²[2]
Einwohner: 5122 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 1759 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
22,1 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Martin Arnold (SVP)
Website: www.oberrieden.ch
Oberrieden, von Erlenbach aus gesehen

Oberrieden, von Erlenbach aus gesehen

Lage der Gemeinde
Karte von Oberrieden
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Geographie

Oberrieden l​iegt auf mehreren Geländeterrassen a​m linken Ufer d​es Zürichsees, e​twa 11 km südöstlich v​on Zürich. Die westliche Gemeindegrenze reicht über d​en Zimmerberg i​n das Sihltal hinunter, d​ie östliche b​is in d​ie Mitte d​es Zürichsees. Die nördliche Nachbargemeinde i​st Thalwil, d​ie südliche d​er Bezirkshauptort Horgen.

Die Gemeindefläche beträgt 276 Hektaren, w​ovon 15 % Landwirtschaft, 42 % Wald, 14 % Verkehr u​nd 27 % Siedlungen sind.

Geschichte

  • Die ältesten nachweisbaren Besiedlungsspuren kann man anhand von Holzresten, Silex-Werkzeug und Keramikscherben bis in die Jahre 3051–3037 vor Christus – die Jungsteinzeit – zurückverfolgen.
  • 1620 wurde in Oberrieden die erste Schule gegründet.
  • Nachdem sich bereits die Kirchgemeinde, die damals die vierte Wacht Horgens war, von Horgen getrennt hatte, wurde Oberrieden am 13. Mai 1773 auch eine politisch selbstständige Gemeinde.
Luftbild (1955)

Wappen

Blasonierung

In Blau ein sechszackiger silberner Stern

Bevölkerung

Oberrieden zählt 5071 Einwohner (2017), wobei der Ausländeranteil 21 % beträgt. In den letzten fünf Jahren stieg die Einwohnerzahl um 2,1 %. 19 % der Oberriedner Bevölkerung sind 0–19 Jahre alt. 57 % sind zwischen 20 und 64 Jahre alt und 24 % sind älter als 64 Jahre. In Oberrieden existieren 2294 Haushalte (2015).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634246
1750690
1850832
19001224
19501987
19601375
19904385
20104936

Politik

Öffentlicher Verkehr

Es führen zwei Bahnstrecken durch das Gemeindegebiet, die Linksufrige Zürichseebahn und die Bahnstrecke Thalwil–Arth-Goldau, weshalb die Gemeinde über zwei Bahnhöfe verfügt. Die Bahnstation Oberrieden Dorf wird von der S 24 ThayngenSchaffhausen/WeinfeldenWinterthurZürich FlughafenZürich HBThalwilHorgen OberdorfZug bedient. Am unteren Bahnhof hält die S 8 WinterthurWallisellenZürich HBThalwilPfäffikon SZ .

In d​er Hauptsaison (Juni b​is September) bedient d​ie Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft Oberrieden dreimal täglich i​n Richtung Rapperswil bzw. Zürich. Die Buslinien 145 u​nd 136 d​er Zimmerberg Busbetriebe fahren zusammen s​echs Bushaltestellen a​uf dem Gemeindegebiet an.

Sehenswürdigkeiten

  • Das älteste Haus Oberriedens wurde 1294 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz.
  • Ein weiterer historischer Bau ist der alte «Spycher im Länz», der 1553 erbaut wurde und heute der Gemeinde gehört.
  • Ein Prunkstück des Dorfes ist die 1761 von Hans Ulrich Grubenmann erbaute reformierte Kirche Oberrieden, die heute von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde genutzt wird.
  • Neben dem 1798 erbauten Haus «Chrüzbüel» steht seit 1988 die als Rotunde errichtete römisch-katholische Kirche Heilig Chrüz.
  • Zwei Prestigebauten Oberriedens sind die beiden Villen «Schönfels» und «Sonnenbühl».
  • Ein historisch signifikanter Industriebau ist die Flugzeugfabrik im «Usser Scheller», die von 1923 bis 1935 vom Piloten und Flugzeugbauer Alfred Comte betrieben wurde.
  • Aussichtspunkte in der Gemeinde sind die "Frohe Aussicht", das «Laugerenried» und das «Aebnet», erreichbar über den Lottereteweg.

Als Veranstaltung bekannt geworden i​st das alljährlich stattfindende «Open-air Oberrieden.»

Bilder

Persönlichkeiten

  • John Brack (1950–2006), Schweizer Countrymusiker
  • Alfred Comte (1895–1965), Flugpionier und Flugzeugbauer, betrieb eine Flugzeugfabrik in Oberrieden
  • Max Dünki (1932–2011), Politiker (EVP, Nationalrat 1983–1999), Gemeindeschreiber, wohnte in Oberrieden
  • Maria Fierz (1878–1956), Förderin der Frauenrechte
  • Hannes Gruber (1928–2016), Kunstmaler
  • Steff Gruber (* 1953), Filmemacher, Fotograf, Autor, Internetpionier
  • Gerold Hilty (1927–2014), Romanist, Sprachwissenschaftler
  • Theo Hotz (1928–2018), Architekt, geboren in Oberrieden
  • Heiri Leuthold (1967–2009), Sozialgeograph
  • Fritz Peter (1925–1994) Sänger
  • Hans H. Staub (1908–1980), Atomphysiker, heimatberechtigt in Oberrieden
  • Peter Surava (1912–1995), Journalist, verstorben in Oberrieden
  • Dominique Rinderknecht (* 1989), Miss Schweiz 2013, Model

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.
Commons: Oberrieden ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Wahlen 2019. Abgerufen am 25. Februar 2020.
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