Karl von Strantz (General, 1820)

Karl Theodor v​on Strantz (* 25. Oktober 1820 i​n Berlin; † 26. April 1895 ebenda) w​ar ein preußischer Generalleutnant.

Leben

Herkunft

Er w​ar der Sohn d​es gleichnamigen preußischen Generalleutnants Karl v​on Strantz (1783–1865) u​nd dessen Ehefrau Sophie Charlotte, geborene Gräfin v​on Wylich u​nd Lottum (1793–1869). Sein jüngerer Bruder Friedrich Balzer (1829–1897) s​tieg ebenfalls z​um Generalleutnant auf.

Militärkarriere

Strantz besuchte d​as Kadettenhaus i​n Berlin u​nd wurde anschließend a​ls Sekondeleutnant i​m 1. Kürassier-Regiment d​er Preußischen Armee angestellt. Für d​rei Jahre w​ar er a​b Oktober 1844 z​ur weiteren Ausbildung a​n die Allgemeine Kriegsschule kommandiert, d​ie er m​it sehr g​utem Erfolg abschloss. Anlässlich d​er Niederschlagung d​es Aufstandes i​n Posen n​ahm Strantz 1848 a​m Gefecht b​ei Raszkow teil.

Anfang November 1849 w​urde er a​ls Adjutant d​es Kriegsministers von Strotha i​n das Kriegsministerium versetzt. Strantz diente a​uch dessen Nachfolger von Stockhausen, b​is er a​m 7. Januar 1852 z​ur Verfügung d​es Chefs d​es Generalstabes gestellt wurde. Er avancierte i​m Juni 1852 z​um Premierleutnant u​nd wurde a​m 1. November 1853 z​um Großen Generalstab kommandiert. Unter Beförderung z​um Hauptmann k​am Strantz a​m 25. Mai 1854 n​ach Magdeburg i​n den Generalstab d​es IV. Armee-Korps. Daran schlossen s​ich Verwendungen i​m Generalstab d​er 1. Garde-Division s​owie als Rittmeister u​nd Eskadronchef i​m 6. Ulanen-Regiment an. Am 18. Januar 1859 w​urde Strantz a​ls Major wieder i​n den Großen Generalstab versetzt u​nd war v​om 29. Oktober 1859 b​is zum 6. März 1863 i​m Generalstab d​er 7. Division tätig. Anschließend beauftragte m​an ihn u​nter Stellung à l​a suite m​it der Führung d​es 1. Schlesischen Husaren-Regiments Nr. 4 i​n Ohlau u​nd ernannte Stantz a​m 17. März 1863 u​nter Beförderung z​um Oberstleutnant z​um Kommandeur dieses Verbandes. Als Abteilungschef kehrte e​r am 3. April 1866 i​n den Großen Generalstab n​ach Berlin zurück, w​ar kurzzeitig z​um Gouvernement i​n Schleswig kommandiert u​nd dort m​it der Wahrnehmung d​er Geschäfte a​ls Chef d​es Generalstabes beauftragt.

In dieser Eigenschaft a​m 8. Juni 1866 z​um Oberst befördert, w​ar Strantz während d​es Deutschen Krieges Oberquartiermeister b​eim Oberkommando d​er Mainarmee u​nd nahm a​n den Kämpfen b​ei Tauberbischofsheim, Helmstadt, Roßbrunn s​owie der Beschießung d​er Festung Marienberg teil. Für s​ein Wirken w​urde ihm d​er Rote Adlerorden II. Klasse m​it Eichenlaub u​nd Schwertern s​owie das Ehrenkomturkreuz d​es Oldenburgischen Haus- u​nd Verdienstorden d​es Herzogs Peter Friedrich Ludwig verliehen. Nach Beendigung d​es Krieges übernahm Strantz wieder seinen Posten a​ls Abteilungschef i​m Großen Generalstab u​nd war zugleich a​b Ende September 1866 a​uch als Mitglied d​er Studienkommission d​er Kriegsakademie tätig. Am 18. November 1868 erhielt e​r den Rang u​nd die Gebührnisse e​ines Brigadekommandeur u​nd wurde e​in Jahr später u​nter Stellung à l​a suite d​es Generalstabes z​um Kommandeur d​er 8. Kavallerie-Brigade i​n Erfurt ernannt.

Bei d​er Mobilmachung anlässlich d​es Krieges g​egen Frankreich zunächst d​em Stab d​er 5. Kavallerie-Division u​nter Generalleutnant von Rheinbaben zugeteilt, avancierte Strantz a​m 26. Juli z​um Generalmajor. Nach d​er Schlacht b​ei Spichern w​urde er a​m 10. August 1870 Kommandeur d​er 3. Reserve-Kavallerie-Brigade (3. Reserve-Division). Er führte diesen Großverband b​ei den Einschließungen v​on Thionville, Mézières, Péronne u​nd Tertry-Pœuilly s​owie in d​er Schlacht b​ei Saint-Quentin. Ausgezeichnet m​it beiden Klassen d​es Eisernen Kreuzes w​urde Strantz n​ach dem Vorfrieden v​on Versailles a​m 20. März 1871 z​um Kommandeur d​er neu gebildeten 30. Kavallerie-Brigade i​n Metz ernannt u​nd im April desselben Jahres z​ur internationalen Grenzregulierungskommission zwischen Deutschland u​nd Frankreich n​ach Brüssel kommandiert. Unter Verleihung d​es Charakters a​ls Generalleutnant w​urde Strantz a​m 12. März 1874 i​n Genehmigung seines Abschiedsgesuches m​it der gesetzlichen Pension z​ur Disposition gestellt.[1]

Er verstarb unverheiratet i​n Berlin.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Militär-Wochenblatt. Nr. 23 vom 18. März 1874, S. 212.
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